Artikel mit Schlagwort ‘Krebs’

Zum Frittieren Olivenöl vorziehen

Donnerstag, März 1st, 2012

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind gesund – aber nur, wenn sie nicht zu stark erhitzt werden. Setzt man sie zum Frittieren ein, entwickeln sich Verbindungen, die unter anderem Krebs verursachen können.

Dass gewisse gesundheitsschädliche Substanzen, die beim Erhitzen verschiedener Speiseöle entstehen, in die Luft gelangen und möglicherweise eingeatmet werden, war Forschern schon seit Längerem bekannt. Nun hat eine Wisssenschaftlergruppe untersucht, ob diese Aldehyde genannten Abbauprodukte teilweise auch im Öl verbleiben und mit der Nahrung in den menschlichen Organismus gelangen können. “Und das tun sie”, erklärt Maria Dolores Guillén, Dozentin für Pharmazie und Lebensmitteltechnologie an der Universität von Valencia (Spanien).

Bisher habe man diese Stoffe nur aus biomedizinischen Studien gekannt, in denen sie mit verschiedenen Krebsarten sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Morbus Parkinson in Verbindung gebracht werden. Die toxischen Aldehyde entstehen beim Abbau von Fettsäuren. Manche von ihnen gehen in die Raumluft über, sind also flüchtig. Andere können nach dem Frittieren im Lebensmittel verbleiben. Weil sie sehr reaktionsfreudig sind, reagieren sie im Körper beispielsweise mit Eiweißen, Hormonen und Enzymen und stören deren Funktion.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher drei verschiedene Öle vunter die Lupe genommen: Olivenöl, Sonnenblumenöl und Leinöl, wobei letzteres hierzulande üblicherweise nicht zum Braten eingesetzt wird. Leinöl wurde aber aufgrund seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren in die Untersuchung einbezogen. Die Öle wurden fünf Tage lang je acht Stunden auf 190 °C erhitzt und danach auf ihre Zersetzungsprodukte hin analysiert. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Sonnenblumenöl und Leinöl den höchsten Anteil an giftigen Abbauprodukten gebildet hatten, Olivenöl am wenigsten. Ursache dafür ist ein hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Sonnenblumenöl und in Leinöl. Im Gegensatz dazu enthält Olivenöl einfach ungesättigte Fettsäuren, die in der Hitze stabiler sind.

Sie habe nicht die Absicht, die Bevölkerung in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen, betonte Guillén. Es seien jedoch weitere Untersuchungen nötig, um beispielsweise Grenzwerte für die giftigen Abbauprodukte festzulegen. Für den heimischen Herd bewährt sich eine sehr einfache Regel: Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie Färberdistelöl, Walnussöl oder Sonnenblumenöl kommen in die Salatsoße, einfach ungesättigte wie Olivenöl gehören in die Pfanne (oder auch an den Salat).

Quelle:

http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-02-zum-frittieren-lieber-olivenoel-nehmen.html

Kommentar & Ergänzung:

Beim Frittieren mit Pflanzenölen geht es auch um den sogenannten Rauchpunkt:

„Der Rauchpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der über einem erhitzten Öl oder Fett die deutlich sichtbare Rauchentwicklung beginnt. Entgegen der Anweisung zum definierten Vorheizen der Pfanne oder des Fettes in vielen Kochrezepten, sollten Fette und Öle aus gesundheitlichen Gründen nicht so weit erhitzt werden, dass sie zu rauchen beginnen, weil dabei Acrolein freigesetzt werden kann.“

(Quelle: Wikipedia)

Acrolein ist sehr giftig und gilt als krebserregend.

Olivenöl hat einen hohen Rauchpunkt (natives Olivenöl 190 °C, raffiniertes 220 °C), Walnussöl unraffiniert 160°C, Sonnenblumenöl unraffiniert 107°C, Distelöl 150°C.

Geeignet zum Frittieren sind neben Olivenöl auch Erdnussöl, Rapsöl und raffiniertes Sonnenblumenöl.

Siehe auch:

Distelöl und Leinöl nicht zum Braten benutzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen

Donnerstag, Februar 23rd, 2012

Resultate der EPIC-Deutschland-Studie, an der mehr als 42.600 erwachsene Frauen und Männer aus Potsdam und Heidelberg teilnehmen, weisen darauf hin, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen steigert, sondern sogar mit einem reduzierten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Personen, die täglich mehr als vier Tassen (über 600 ml) koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten verglichen mit Personen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse konsumierten, ein um 23 Prozent tieferes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich in der Studie auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an.

Die Forscher um Heiner Boeing und Anna Flögel, beide Ernährungs-Epidemiologen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), publizierten nun ihre Studiendaten in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition. Neben Mitarbeitern des DIfE arbeiteten auch Rudolf Kaaks und Birgit Teucher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Tobias Pischon vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch an der Studie mit.

Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten alkoholfreien Getränke und besteht aus einer Mixtur verschiedener Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen Koffein, Chlorogensäure sowie weitere Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe – also Substanzen, die den menschlichen Stoffwechsel durchaus beeinflussen und zum Teil mit positiven und teilweise mit negativen Gesundheitseffekten in Verbindung stehen. Die gesundheitlichen Wirkungen des Kaffeekonsums stehen deshalb immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei in den meisten Studien häufig nur die Beziehung zwischen Kaffeegenuss und einer Erkrankungsart untersucht wurde. Das deutsche Wisssenschaftlerteam analysierte nun die Langzeiteffekte des Kaffeekonsums nicht nur bezüglich einer Erkrankung, sondern hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig. Prospektive (= verausschauende) Langzeit-Bevölkerungsstudien wie die EPIC-Deutschland-Studie sind hierzu speziell gut geeignet.

Neben den Ernährungs- und Lebensstildaten erfassten und analysierten die Forscher auch die medizinischen Daten der Studienteilnehmer/innen. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten erstmals 1.432 Studienteilnehmer/innen an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 erlitten einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer erkrankten an Krebs. Verglichen die Wissenschaftler die Daten von Personen, die sehr viel Kaffee konsumierten, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikosteigerung für die in den westlichen Industrienationen häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee tranken, beobachteten sie sogar ein reduziertes Typ-2-Diabetes-Risiko.

„Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, erklärt Erstautorin Anna Flögel. Wer Kaffee also gut vertrage und ihn gerne trinkt, sollte dies somit auch weiterhin tun, sagt die Epidemiologin. Andersherum sollten sich Menschen jedoch aufgrund der Resultate nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. „Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, stellt Studienleiter Heiner Boeing fest. Für die Flüssigkeitszufuhr bieten sich neben dem Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt an, beispielsweise Tee und Wasser.

Quelle:

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Anna Floegel et al.; 2012, 95:1-8; doi:10.3945/ajcn.111.023648; Link zur Publikation: http://www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36718

Kommentar & Ergänzung:

Kaffee hat in den letzten Jahren eine deutliche Imageaufbesserung erfahren, was seine Auswirkungen auf die Gesundheit angeht. Dass dürfte auch daran liegen, dass die Kaffeeindustrie Geld für die Forschung zu Verfügung stellt. Es gibt aber neben positiven Wirkungen auf die Gesundheit auch einige kritische Punkte.

Siehe auch:

Hohe Koffeinmengen im Espresso bergen Risiko in der Schwangerschaft

Beugt Kaffee Depressionen vor?

Kaffee: Schutz gegen Demenz durch Wachstumsfaktor gcsf

Parkinson: Koffein als Neuroprotektivum?

Kaffee & unerfüllter Kinderwunsch

Kaffee könnte Fruchtbarkeit bei Frauen reduzieren

Hepatitis C & Kaffee

Koffein gibt auch den Muskeln einen Kick

Studie: Koffein ungeeignet für Kinder

Kaffee kann Angst auslösen

Kopfschmerzen nach Koffeinentzug

Forscher warnen vor Koffein in der Schwangerschaft

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Ukrain: Bedenkliches und illegales Krebsmittel

Sonntag, Februar 19th, 2012

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft das Medikament Ukrain als bedenkliches Arzneimittel ein. Ukrain wird als Wundermittel gegen Krebs propagiert. Nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besteht gemäss BfArM der begründete Verdacht, dass die Anwendung schädliche Wirkungen über das medizinisch vertretbare Maß hinaus zeigt, auch bei vorgesehenem Gebrauch nach Herstellerangaben. Der Import nach Deutschland sei eine Straftat.

Nach Informationen des BfArM ist Ukrain wahrscheinlich ein semisynthetisches Mischpräparat aus dem Zytostatikum Thiotepa und Alkaloiden des Schöllkrauts (Chelidonium majus L.). Bezüglich der Zusammensetzung mache der Vertreiber selbst unterschiedliche Angaben, warnt die Arzneimittelbehörde. Hersteller von Ukrain ist die Firma Nowicky Pharma mit wechselndem Geschäftssitz in der Ukraine, Österreich oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Internet wird Ukrain als Universalmittel gegen Krebs und als probater Ersatz für Chemotherapie propagiert. Sogar die Behauptung, der Krebs könne rückgängig gemacht werden, ist zu finden. Wissenschaftliche Belege für diese Aussagen gibt es laut BfArM nicht, ebenso wenig wie für die Sicherheit des Präparates.

2001 hat die Ukrainische Arzneimittelbehörde Ukrain eine Zulassung erteilt, die aber seit November 2011 ruht. Die Herstellerfirma hatte wiederholt erfolglos bei der Europäischen Arzneimittelagentur eine Zulassung als Orphan Drug mit Indikation Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) beantragt und sogar gegen die Ablehnung der Anträge vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt. Die Klage hat der EuGH im September 2010 in allen Punkten abgewiesen. Ukrain ist dadurch in der ganzen Europäischen Union nicht verkehrsfähig.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4194&Nachricht_ID=40869&Nachricht_Title=Nachrichten_Ukrain%3A+Bedenkliche+und+illegale+Krebstherapie&type=0&folder_id=40789

Kommentar & Ergänzung:

Mit den durchaus begreiflichen Hoffnungen von Krebspatientinnen und Krebspatienten wird schamlos Profit gemacht. Ukrain ist hier nur eines der bekanntesten Beispiele.

Oft geht es dabei aber nicht einfach nur um Geld. Heilerinnen und Heiler profilieren sich mit überzogenen Heilungsversprechungen auch oft als Retter. Das ist vor allem gut für das eigene Ego.

Bezüglich Ukrain ist lässt sich feststellen, dass nur schon widersprüchliche Angaben des Herstellers zur Zusammensetzung des Produktes nicht gerade vertrauenserweckend sind,  genauso wenig wie ein immer wieder wechselnder Firmensitz.

Im Heilpflanzenlexikon von Dietrich Frohne (2006) wird zur Zusammensetzung von Ukrain folgende Angabe gemacht:

„Das ‚Krebsmittel’ Ukrain ist ein semisynthetisches Mischpräparat aus Schöllkraut-Alkaloiden und dem Zytostatikum Thiotepa. 3 Moleküle Chelidonin sind über den Alkaloidstickstoff mit Ethylgruppen des Thiophosphorsäurederivats (unter Öffnung der 3-Aziridinringe) verbunden. Das Präparat enthält aber mehrere Alkaloide;….“

In der Phytotherapie-Fachliteratur gibt es keine dokumentierten Hinweise auf eine krebshemmende Wirkung von Schöllkraut.

Zur Wirksamkeit von Ukrain stehen nur die Versprechungen des Herstellers im Raum.

Frohne schreibt dazu:

„…die bisher vorliegenden klinischen Berichte  erlauben wegen fehlender objektiver Kriterien keine Beurteilung der Wirksamkeit. Vom Einsatz des seit längerem – jetzt auch im Internet – beworbenen Mittels wir sowohl von der AMKdÄ und der Dtsch. Krebsgesellschaft als auch von der Schweiz. Krebsliga und der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologie abgeraten.“

Eine fundierte Bewertung von Heilpflanzen-Präparaten für die Begleittherapie bei Krebserkrankungen hat Jutta Hübner publiziert:

Jutta Hübner: Aloe, Ginkgo, Mistel & Co.

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Milch und Chlorophyll gegen Knoblauch-Geruch?

Sonntag, Januar 29th, 2012

Es gibt gute Tipps und gutgemeinte Tipps.

Gutgemeinte Tipps gegen den Knoblauch-Geruch gibt das Internetportal „madonna“.

Zuerst wird der Knoblauch als eines der universellsten Heilmittel gelobt. Er halte Herz- und Kreislauf jung, bekämpfe Viren, Bakterien und Entzündungen, beuge Herzkreislauferkrankungen vor, unterstütze die Verdauung und schütze vor Krebs.

Sein einziges Manko sei der strenge Geruch. Nicht nur via Atemluft mache er sich bemerkbar, er finde auch den Ausgang über die Drüsen der Haut.

Dann geht der Text auf „madonna“ konkreter auf den Knoblauch-Geruch ein:

„Verantwortlich für den penetranten Geruch ist das Allicin im Knoblauch. Es enthält Schwefel, der unseren Geruchssinn reizt. Das Allicin wandert über den Blutkreislauf in den ganzen Körper.“

Milch neutralisiere den Knoblauch-Geruch, schreibt „madonna“:

„Milch soll einer US-Studie der Ohio State University zufolge, das beste Mittel gegen die Knoblauchfahne sein. Sie neutralisiert 50 Prozent der Schwefelverbindungen im Atem. Trinken Sie ein Glas Milch beim Essen oder danach.“

So wie Milch binde auch Chlorophyll Geruchsstoffe. Wer beides miteinander kombinieren wolle, solle einen halben Bund gehackte Petersilie in die Milch geben und alles gemeinsam pürieren.

Als Tipps für kurzfristige Abhilfe nennt „madonna“ noch: Schokolade lutschen, Kaffeebohnen zerkauen und die Finger nach dem Knoblauchschneiden an einem Chromstahlstein reiben.

Quelle:

http://madonna.oe24.at/gesund/Knoblauch-Geruch-wegmachen-Das-hilft/53344090?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+oe24-Gesund+%28oe24+-+Gesund%29

Kommentar & Ergänzung:

Milch und Chlorophyll binden also schwefelhaltige Inhaltsstoffe, die für den Knoblauch-Geruch verantwortlich sind. Schön und gut. Erwähnen müsste man in diesem Zusammenhang allerdings auch, dass die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs nach gegenwärtigem Wissensstand auch zum grössten Teil für die therapeutischen Wirkungen dieser Heilpflanze verantwortlich sind.

Wer auf diese Art den Knoblauch-Geruch vermindert, reduziert wahrscheinlich auch die Wirkung. Wenn man Knoblauch in der Küche als Gewürz verwendet, spielt das keine Rolle, wenn man ihn als Heilpflanze einsetzt allerdings schon. Für diesen Fall ist der „Madonna-Tipp“ wohl eher gutgemeint.

Siehe auch:

Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen

Knoblauch – Bärlauch – Zwiebel & Co.

Knoblauch gegen Erkältungen

Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff

Studien bestätigen günstige Wirkungen von Knoblauch-Extrakt auf Herz und Gefässe

Knoblauch: Studien bestätigen günstige Einflüsse auf Herz und Gefässe

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Der Weltuntergang 2012 nach dem Mayakalender – Kommentar zu einem irren Phänomen

Freitag, Januar 6th, 2012

Ätzend, dieser Hype um den angeblichen Weltuntergang am 21. Dezember 2012 aufgrund angeblicher Vorhersagen eines Mayakalenders.

Ich habe mich gefragt, ob ich auch noch etwas dazu schreiben soll, oder ob es besser wäre, diesen esoterischen Blödsinn gar nicht zu beachten.

Interessant ist nicht die Frage, ob diese bescheuerte Prophezeiung wahr ist oder nicht – die Welt wird am 21. Dezember 2012 nicht untergehen.

Interessant ist vielmehr das Phänomen, wie solche Prophezeiungen konstruiert werden.

Unser Gehirn ist, wenn es auf „Welt“ trifft, ständig auf der Suche nach Ordnung und Zusammenhängen. Das ist auch bei vielen Tierarten schon so.

Besonders in unübersichtlichen Situationen neigt unser Gehirn dazu, auch dort Ordnung und Zusammenhänge zu sehen, wo gar keine sind.  Offenbar ziehen wir notfalls selbst konstruierte Ordnungen dem Chaos vor. Menschen,  die stark zu selbst konstruierten Zusammenhängen neigen, finden sich besonders häufig in den Bereichen der Esoterik und der Verschwörungstheorien. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass diese Bereiche auf solchen Konstrukten basieren.

Stärker werden solche Konstrukte beispielsweise, wenn viele Menschen die selbst geschaffenen Ordnungen und Zusammenhänge einer passenden Führerperson übernehmen. Auf dieser Basis entstehen Sekten, Gurusysteme, fundamentalistische Ideologien, Verschwörungstheorien. Sie alle interpretieren die Welt entlang von forciert konstruierten Zusammenhängen und setzen ihre Interpretation absolut.

Rupert Lay hat dieses Phänomen prägnant beschrieben:

„In Situationen objektiver oder subjektiver Orientierungslosigkeit basteln wir Menschen oft die phantastischsten Theorien zusammen. Sie sind um so phantastischer, als sich der Grund oder die Erklärung eines Sachverhaltes oder einer Beziehung zwischen zwei oder mehreren Sachverhalten nicht gleich aus dem Repertoire des eigenen oder sozialvermittelten Lernens anbietet. Unser Vertrauen in die Richtigkeit dieser selbsterstellten Theorie ist nahezu unerschütterlich, und das um so mehr, je grösser der Aufwand bei ihrer Erstellung war und je sonderbarer sie ist. Informationen, die dieser Theorie widersprechen, führen in der Regel nicht zu Korrekturen, sondern zur weiteren Ausarbeitung und Verfeinerung der absurden Erklärung.“

(aus: Philosophie für Manager, Econ Verlag 1991)

Verschwörungstheorien, Weltuntergangs-Prophezeiungen und esoterische Konstrukte sind offenbar Phänomene, die ziemlich stark im menschlichen Hirn verwurzelt sind. Katzen produzieren wohl kaum solche Geschichten (wer weiss…?).

Erstaunlich ist es aber schon, dass  fast ohne reale Fakten, nur basierend auf konstruierten Zusammenhängen, ein solcher weltweiter Hype wie diese Weltuntergangs-Prophezeiung nach dem Mayakalender entstehen kann. „Maya“ genügt offenbar vielen Menschen als Qualitätslabel, das den Wahrheitsgehalt einer Behauptung bestätigt.

Für das Qualitätslabel „Maya“ spricht der Traditions-Bonus (Tradition hat bekanntlich immer Recht) und der Exoten-Bonus (Je exotischer, desto überzeugender – was man nicht kennt, eignet sich besser als weisse Leinwand für die Projektion eigener Wünsche und Bedürfnisse)…..

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Und schwup, schon übernehmen offenbar ganze Heerscharen ein irres Konstrukt, das nichts enthält als erhitzte Luft. Dabei ist diese Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung ja noch vergleichsweise harmlos. Gut, einige Leute verdienen sich daran wohl eine goldene Nase, wie das im Esoterikmarkt mit seinen überrissenen Margen halt so üblich ist. Und einige Leute steigern ihren Eso-Kultstatus, indem sie sich durch Einsicht in diese tiefen Zusammenhänge und in uralte Weisheiten von der breiten, unerleuchteten Masse abheben. Heikler wird es, wenn Menschen im Hinblick auf den bevorstehenden Weltuntergang ihr Haus verkaufen, den Job kündigen, ihre Beziehung aufgeben oder sich und ihre Kinder umbringen, um den Horror eines Weltuntergangs nicht miterleben zu müssen. Das sind alles ganz reale Begleiterscheinungen bisheriger Weltuntergangsszenarien. Wer solche Prophezeiungen weiterverbreitet, trägt dafür Mitverantwortung.

Wer sich detailliert für die Fakten rund um diese angeblichen Wahrsagungen des Mayakalenders zum Weltuntergang interessiert, findet alles dazu hier:

http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/weltuntergang-2012-fragen-und-antworten.php

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), den ich sehr schätze, hat zur Wahrsagerei geschrieben:

„Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.“

Wobei er aber wohl nicht eine absolute, zweifelsfreie Wahrheit gemeint hat, schreibt er doch auch:

„Wir irren allesamt, nur irret jeder anders.“

Faktenferne Konstrukte in der Politik

Richtig beunruhigend finde ich aber, dass vergleichbare Phänomene auch auf der politischen Ebene zu beobachten sind.  Bei Silvio Berlusconi beispielsweise – einem „exzellenten“ Verschwörungstheoretiker – liess sich sehr gut beobachten, dass seine Fantasien über hintergründige feindliche Einflüsse immer verstiegener wurden, je mehr er in Bedrängnis kam.

Konstruierte Zusammenhänge, die kollektive Bedeutung erlangten, waren aber auch zentral beteiligt am Hexenwahn (rund um den „Schadenzauber“) und im Sündenbocksystem der Nationalsozialisten (die Juden als Ursache für alles Übel). Wenn ich sehe, wie leicht und massenhaft Menschen auf diese Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung abfahren – ein leeres Konstrukt ohne Faktenbasis – dann scheint mir das vor allem aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich..

Für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaftsform ist es unabdingbar, dass Bürgerinnen und Bürger den Willen und die Fähigkeit haben, angebotene Konstrukte auf ihren Faktengehalt hin abzuklopfen.

Die Überschwemmung mit esoterischen Konstrukten – wie beispielsweise dieser Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung – unterminiert meines Erachtens diese Fähigkeit und ist darum gesellschaftspolitisch schädlich.

Faktenferne oder faktenwidrige Konstrukte in der Komplementärmedizin

Faktenferne oder faktenwidrige Konstrukte spielen auch in der Komplementärmedizin eine grosse Rolle und werden vom Markt bestens aufgenommen. Faktenfreiheit ist dafür vielleicht sogar vorteilhaft. Ein gewisser Realitätsgehalt könnte auch dazu betragen, dass Konstrukte an der Erfahrung scheitern.

Dazu zwei Beispiele:

Borreliose-Behandlung mit Kardentinktur

Borreliose ist eine schwierig zu diagnostizierende und –  jedenfalls in späteren Stadien – schwer behandelbare Krankheit. Bei den späten Stadien der Borreliose kommt die Medizin an Grenzen (sie kommt immer wieder an Grenzen, weil selbstverständlich nicht alles machbar ist).

Jedenfalls kann Medizin in solchen Fällen meist keine Heilung versprechen, sondern allenfalls die Beschwerden lindern.

Wo die ganze Wissenschaft und Medizin weltweit an Grenzen stösst, weiss ein Buchautor die Lösung: Kardentinktur heilt Borreliose. Antibiotika sind unnötig und unwirksam. Unzählige Borreliosepatienten setzen ihre Hoffnung (vergeblich) auf Kardentinktur.

Endlich frei von “Schulmedizin”. Kultstatus für Wolf-Dieter Storl als Entdecker dieser natürlichen Behandlung. Schöne Umsätze für den AT-Buchverlag, der keine Skrupel hat, solche fahrlässigen Heilungsversprechungen zu vermarkten.

Wolf-Dieter Storl beschreibt, dass er vor vielen Jahren eine Wanderröte hatte (d. h.: er hatte offenbar Kontakt mit Borreliose-Erregern), sich mit Kardetinktur behandelte und immer noch gesund ist. Was Wolf-Dieter Storl verschweigt: Bei der grossen Mehrheit der Menschen, die Kontakt mit Borrelien haben, entwickelt sich auch ohne Behandlung keine Borreliose. Die Chance ist ausgesprochen gross, dass Storl zu dieser glücklichen Gruppe gehört. Nur eine kleine Minderheit erkrankt an Borreliose, sofern nicht im Frühstadium mit Antibiotika behandelt wird. Für diese kleine Minderheit ist die Antibiotika-Behandlung aber wichtig und die Behandlung mit Kardentinktur anstelle von Antibiotika fatal. Verpasst man nämlich die Antibiotika-Behandlung im Frühstadium, und die Krankheit entwickelt sich weiter, lassen sich die Borreliose-Erreger nur noch  schwer oder gar nicht mehr durch Antibiotika bekämpfen.

Die ganze Geschichte mit der Borreliosetherapie durch Kardentinktur basiert offensichtlich auf einer Fehlinterpretation der Storl’schen „Eigenheilung“  (ein Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss, siehe unten) und auf wunschbasiertem Denken.

Es handelt sich um ein faktenfernes Konstrukt mit hohem Risiko, wenn sich Menschen mit Wanderröte einzig darauf verlassen.

Mehr Details dazu hier:

Karde & Borreliosetherapie nach Storl

Miracle Mineral Supplement (MMS)

Ein Oxidations- und Reinigungsmittel, das in manchen Gegenden auch zur Trinkwasserchlorierung verwendet wir, soll gegen Malaria, Tuberkulose, Diabetes, Krebs, AIDS und vieles andere mehr helfen. Interessant ist hier, dass MMS auch gerne verwendet wird von Menschen, die aus Überzeugung Antioxidantien („Radikalfänger“) schlucken gegen freie Radikale. MMS entwickelt aber freie Radikale (Chlordioxid).

Auch hier haben wir es meines Erachtens mit einem faktenfreien Konstrukt zu tun.

Siehe auch:

Warnung: Miracle Mineral Supplement (MMS)

Faktenferne Konstrukte wie die Borreliose-Kardentinktur-Story und das Miracle Mineral Supplement werden jeweils gestützt durch zahlreiche Heilungsanekdoten. Dabei wird aber der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss nicht beachtet.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-procter-hoc-Fehlschluss

Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?

Warum wir gesund werden

Jede Besserung wird also vorschnell und ungeprüft dem angewandten Mittel zugeschrieben. Placeboeffekt, Selbstheilung, temporäre Besserung im Verlauf chronischer Krankheit und andere mögliche Einflüsse werden ausgeblendet.

Es gibt einen ziemlich egozentrischen „Erfahrungsfundamentalismus“, der die eigene Erfahrung als Massstab unbezweifelbarer Wahrheit betrachtet. Dass die Interpretation der eigenen Erfahrung sehr komplex und mit vielfältigen Selbsttäuschungsmöglichkeiten behaftet ist, geht dabei völlig unter.

Wer um diese Selbsttäuschungsmöglichkeiten weiss wird bescheidener, setzt seine eigenen Erfahrung nicht mehr absolut und wird auch im Bereich Komplementärmedizin genau hinzuschauen und Heilungsversprechungen kritisch hinterfragen.

Und zu guter letzt:

Sollten dereinst Argumente auftauchen, die für eine Wirksamkeit von Kardentinktur bei Borreliose oder von Miracle Mineral Supplement sprechen (äusserst unwahrscheinlich, aber aus grundsätzlichen Überlegungen nicht mit letzter Gewissheit auszuschliessen), werde ich sie genau prüfen und nötigenfalls meine Ansichten modifizieren. Aber mit grossspurigen Geschichten allein kann man mich nicht überzeugen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Artischocke und Gelbwurzel zur Lipidsenkung

Samstag, Dezember 24th, 2011

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie veröffentlichte Prof. Dr. Volker Schulz einen sehr informativen Beitrag über „Pflanzliche Arzneimittel für Herz und Kreislauf“.

Nachfolgend kommentierte Zitate zum Thema Lipidsenkung durch Artischocke und Gelbwurzel (Curcuma):

„Extrakte aus Artischockenblättern (Cynarae folium) und Gelbwurzel (Curcumae longae rhizoma) haben choleretische Wirkungen, die für beide Drogen sowohl in Tierversuchen als auch am Menschen nachgewiesen wurden.“

Kommentar:

„choleretisch“ = fördert die Gallenproduktion in der Leber.

„Droge“ bedeutet im Bereich Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.

„Verstärkter Gallefluss kann mit einer vermehrten Elimination von Cholesterin aus dem Körper verbunden sein. Bei hyperlipidämischen Ratten wurden tatsächlich nach mehrmaligen intraperitonealen Gaben wässriger oder alkoholischer Extrakte aus Artischockenblättern Senkungen der Triglyceridwerte um 30 Prozent und der Cholesterinwerte um bis zu 50 Prozent beobachtet. Bei Versuchen an Leberzellen in vitro wurde darüber hinaus festgestellt, dass nicht nur die Ausscheidung des Cholesterins verstärkt, sondern auch dessen Biosynthese gehemmt wurde. Lipidsenkende Wirkungen mit Artischockenblätter-Extrakten wurden am Menschen in einer Doppelblindstudie und bei  5 Anwendungs-Beobachtungen nachgewiesen.“

Kommentar: Tierexperimente und Laboruntersuchungen ( = in-vitro) sind nur sehr begrenzt aussagekräftig in Bezug auf Wirkungen am Menschen.  Aber es gibt inzwischen auch einige Studien mit Patienten, die auf eine lipidsenkende Wirkung der Artischockenblätter hinweisen.

„Mit Kurkumawurzel-Extrakten liegen vorwiegend nur tierexperimentelle Befunde in diesem Sinne vor. Gemessen an der Wirkstärke heute verfügbarer synthetischer Lipidsenker, wie auch in Bezug auf die mehrheitlich bei den Synthetica mittels großer Human-Studien gesicherten Erfolge bei der Prävention von Arteriosklerose-Folgekrankheiten, sind die Wirksamkeits-Belege in diesem Indikationsbereich bei den Phytopharmaka dennoch eher als bescheiden einzustufen. Die Anwendung dieser pflanzlichen Mittel ist andererseits nicht mit ernsthaften Risiken verbunden. Im Rahmen naturheilkundlicher Behandlungen hat deshalb deren unterstützende Anwendung auch weiterhin ihre Berechtigung.“

Kommentar: Die Curcuma (Gelbwurzel) ist Bestandteil von Curry-Mischungen. Der Inhaltsstoff Curcumin wird intensiv erforscht für eine mögliche Anwendung in der Krebstherapie. Obwohl bis zu einer erfolgsversprechenden  Anwendung beim Menschen noch sehr viele Fragen offen sind, wird Curcumin zum Teil vorschnell als Wunderheilmittel für die Krebsheilung angepriesen. Ein Problem ist unter anderem die schlechte Wasserlöslichkeit von Curcumin, wodurch die Substanz aus den Verdauungstrakt nur in sehr geringem Mass in den Organismus aufgenommen werden kann.

Siehe dazu:

Forschung: Curcumin gegen Alzheimer & Krebs?

Kurkuma als Leberschutz untersucht

Curcumin aus Gelbwurz: Antibiotikum und Schutzfaktor gegen Darmkrebs?

Curcumin: Curry-Inhaltsstoff zeigt Antikrebswirkung im Labortest

Curcumin gegen Krebs?

Zum Thema Cholesterinsenkung werden noch andere interessante Heilpflanzen-Anwendungen diskutiert:

Bockshornklee: Interessant als Heilpflanze und Gewürz

Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel

Grüntee reduziert Cholesterin (aber nur wenig)

Was ist Johannisbrotkernmehl?

Äpfel sind gute Cholesterinsenker

Polyphenole aus Rooibostee schützen vor Arteriosklerose

Leinsamen reduziert Cholesterinspiegel bei Männern

Hibiscus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Auch für diese pflanzlichen Cholesterinsenker gilt, dass ihre Wirkung nur gering ist, bei zugleich aber optimaler Verträglichkeit bzw. fehlendem Risiko.

Quelle der Zitate: PHYTO Therapie  1|10

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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Alternativmedizin & Krebs

Donnerstag, Dezember 15th, 2011

„Alternative Heilmethoden können mittlerweile auch bei der Bekämpfung von Krebs eine Rolle spielen. Laut Prof. Gustav Dobos können zum Beispiel bestimme Meditationsformen Patienten beim Umgang mit der Krankheit helfen.“

Das meldet dpa / Yahoo-News.

Es gebe Studien die zeigen, dass sich mit solchen Meditationsformen Ängste abbauen lassen, sagte der Direktor der Klink für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen.

Auch Akupunktur sei inzwischen als Methode zur Bekämpfung von Nebenwirkungen wie Schmerzen anerkannt. Die alten Grabenkämpfe zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin gebe es nicht mehr. Ziel der Forschung muss es nach Ansicht von Dobos sein, eine sogenannte integrative Medizin zu entwickeln, die alternative und schulmedizinische Ansätze vereint.

Eine Schwierigkeit dabei sei jedoch noch die Unterscheidung zwischen wirksamen und wirkungslosen Heilmethoden. «Die Patienten werden aus dem Internet oder von Bekannten mit einer Informationsflut überschüttet», erklärte Dobos. Hier brauche es gut ausgebildete Ärzte. Patienten empfahl er, angebotene Therapien immer auf ihre erwiesene Wirksamkeit  zu hinterfragen. Falsch eingesetzte Therapien könnten unter Umständen auch schaden.

Quelle:

http://de.news.yahoo.com/26/20101203/thl-alternative-medizin-kann-auch-bei-kr-b930478.html

Kommentar & Ergänzung:

Die erwähnten Grabenkämpfe könnte man meines Erachtens am ehesten überwinden, wenn man auf irreführende und polarisierende Begriffe wie Schulmedizin, Komplementärmedizin oder Alternativmedizin verzichten würde.

Und für Patientinnen und Patienten ist es oft ziemlich schwierig, angebotene Therapien auf ihre Wirksamkeit zu hinterfragen. Aber es ist sehr wichtig, solche Fragen zu stellen.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Ausssagen?

Wenn in der dpa-Meldung die Rede davon ist, dass alternative Heilmethoden mittlerweile auch in der Bekämpfung von Krebs eine Rolle spielen, dann ist das etwas irreführend. Dadurch wird nahegelegt, dass der Krebs selbst mit solchen alternativen Heilmethoden bekämpft wird. In diesem Bereich sind alternative Heilmethoden aber leider bisher kaum überzeugend. Interessant sind einige Methoden für die Linderung von Nebenwirkungen der Krebstherapien.

Auch die Phytotherapie, die allerdings nicht zur Alternativmedizin oder Komplementärmedizin, sondern zur Naturheilkunde zählt, eignet sich zur Linderung verschiedener Nebenwirkungen von Krebstherapien.

Siehe:

Vorbeugung gegen Mukositis bei Chemotherapie

Honig gegen Mundschleimhautentzündung bei Chemotherapie

Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie & Bestrahlung

Phytotherapie gegen Appetitmangel bei Chemotherapie

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Heilpflanzen-Anwendungen bei Krebs

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Selbstbehandlung mit Heilpflanzen-Anwendungen

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Zum Thema Selbstbehandlung mit Heilpflanzen brachte die „Sprechstunde“ auf dradio eine interessante Aussage von Andreas Michalsen,  Internist und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité:

„Pflanzliche Arzneien, wie der Lavendel, werden in der Regel genutzt, ohne den Arzt oder Apotheker zu fragen. Diese ‚Selbstmedikation’ ist immer ein bisschen ambivalent, sagt Professor Michalsen, der auch Chefarzt am Zentrum für Naturheilkunde des Berliner Immanuel-Krankenhauses ist:

’Natürlich achten wir als Ärzte immer darauf zu sagen, man sollte, wann auch immer ein warnendes Symptom oder eine Beschwerde ausgeprägt ist, zum Arzt gehen, damit Schlimmeres nicht übersehen wird und damit kein Zeitverzug entsteht. Andererseits haben wir in Deutschland inzwischen ein anderes Problem, nämlich dass wir quasi überhaupt nicht mehr in der Lage sind, auch kleinere Befindlichkeitsstörungen ohne Arzt auszuhalten, und da ist die Pflanzentherapie sicherlich so: Die ist geeignet für die Selbstbehandlung, und da wird einfach der Mittelweg, der Königsweg noch ein bisschen zu beschreiben sein.’”

Quelle:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1599331/

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich sind heute viele Menschen nicht mehr in der Lage, kleinere Befindlichkeitsstörungen ohne Arzt auszuhalten oder sie mit einfachen Hausmitteln zu behandeln. Das trägt zur Überlastung des Gesundheitssystems bei und macht zudem abhängig vom Gesundheitssystem.

Andererseits gibt es auch zunehmend Menschen, die glauben, mit irgendeinem simplen Wundermittel alle Krankheiten heilen zu können. Ein Beispiel dafür ist Miracle Mineral Supplement (MMS), das angeblich gegen AIDS, HIV, Krebs, Diabetes, Malaria, Lungenentzündung, Herpes, Tuberkulose und alles Mögliche mehr helfen soll.

Phytotherapie kann hier ein gutes Angebot machen. Fundierte Heilpflanzen-Anwendungen fördern die Kompetenz, einfachere Beschwerden selber zu behandeln. Eine sorgfältige Phytotherapie weist aber auch wo nötig auf die Grenzen der Selbstbehandlung hin und vermeidet überrissene und grossspurige Heilungsversprechungen.

Wenn Sie sich aktuelles und fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben wollen, können Sie das im Heilpflanzenseminar

oder in der Phytotherapieausbildung.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden

Samstag, Dezember 10th, 2011

Zimtsterne, Lebkuchen und Punsch sind in der Weihnachtszeit beliebt. Doch Vorsicht: Mit dem falschen Zimt könnte die Weihnachtsleckerei zur Gefahr für die Gesundheit werden.

Seit 2006 warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor,  zu viel Zimt zu konsumieren. Erwachsenen rät das BfR zu maximal acht Zimtsterne pro Tag, Kleinkindern sogar nur zu vier.

Wer sehr viel Zimt isst, dem sollen Kopfschmerzen und Leberschäden drohen. Auch das Krebsrisiko steige dadurch vermutlich an. Das liege am Cumarin.

Zimt findet sich jedoch nicht nur in den Zimtsternen, sondern auch in Lebkuchen oder Weihnachtstees. So fällt es gerade im Advent schwer, den Überblick über die tägliche Zimtdosis zu behalten. Sehr viel einfacher und besser ist es, die „richtige“ Zimtsorte zu verwenden – den Ceylon-Zimt. Im Gegensatz zur handelsüblicheren Sorte Cassia enthält die Sorte Ceylon sehr wenig schädliches Cumarin. Von Zimtsternen mit Ceylon-Zimt könnte ein Erwachsener zirka 800 Stück pro Tag essen, wenn man den tiefen Cumarin-Gehalt berücksichtigt – ganz ohne Risiko für die Gesundheit – zumindest was den Zimt betrifft.

Trotz der bekannten Risiken, müssen Hersteller bisher nicht deklarieren, welche Zimtsorte sie einsetzten. Hauptsächlich Fertigprodukte und Gewürzmischungen enthalten meist Cassia-Zimt. Dieser ist billiger und, so behaupten zahlreiche Hersteller, schmecke intensiver. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten dagegen den unbedenklichen Ceylon-Zimt an.

Quelle:

http://www.apotheken.de/news/article/zimt-ist-nicht-gleich-zimt/

Kommentar & Ergänzung:

Es ist tatsächlich ärgerlich, wenn pauschal vor „Zimt“ und „Zimtsternen“ gewarnt wird, ohne dass die Unterschiede im Cumarin-Gehalt von Cassia-Zimt (= Chinesischer Zimt, = Cinnamomum cassia, = Cinnamomum aromaticum) und Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) berücksichtigt werden.

Die gesundheitlichen Risiken rund um den Zimt fasst Wikipedia so zusammen:

„ In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.

Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.

Bei Untersuchungen wurden, erstmals im Januar 2006, in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) Zimtprodukte entdeckt, die den Höchstwert des Cumarinanteils, entsprechend der gültigen Aromenverordnung, um das 37-fache überschritten hatten. Im Juni 2006 warnte erstmals dann auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme vor dem Verzehr großer Mengen von Zimt und zimthaltigen Produkten: Schon bei Verzehr von 20 Gramm der höchstbelasteten Zimtsterne täglich (das entspricht bei vielen Marken einer Menge von drei Stück) über einen längeren Zeitraum werde die maximal tolerierbare Aufnahme bei Kleinkindern erreicht. Eine zweite Stellungnahme des BfR bezieht sich auf Zimtkapseln, die zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ II verkauft werden. Weitere Kontrollen wurden im Oktober 2006 vom Verbraucherministerium angekündigt. Hierbei wurden in Rheinland-Pfalz Zimtprodukte entdeckt, die 103 mg Cumarin pro Kilogramm aufwiesen, während der Höchstwert der Aromenverordnung nur 2 mg/kg beträgt (bis 1. November 2006 jedoch 67 mg/kg).

Nach einer Empfehlung des BfR sollten demnach „kleinere Kinder“ nicht mehr als 4 Zimtsterne, „größere Kinder“ nicht mehr als 6 Zimtsterne und Erwachsene maximal 8 Zimtsterne pro Tag zu sich nehmen. Zu beachten ist aber ferner, dass auch in vielen anderen Produkten, wie in Frühstücksprodukten, Lebkuchen, Puddings, Glühwein, diversen Teesorten, Gewürzmischungen (z. B. Curry) und sogar in Kosmetika Zimt enthalten sein kann. Dadurch sollte die Tagesration, entsprechend dem persönlichem Konsum derartig „belasteter“ Produkte, noch deutlich unter den Empfehlungen des BfR liegen.

Im häuslichen Bereich wird empfohlen, den teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, der in Asia-Shops (hier bes. Tamil-Shops), Reformhäusern, Apotheken oder Drogeriemärkten bezogen werden kann und aufgrund des geringen Cumarin-Gehalts als unbedenklich gilt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wirft der Lebensmittelindustrie vor, aus Kostengründen den billigeren Cassia-Zimt anstelle des teureren Ceylon-Zimts einzusetzen. Die Lebensmittelindustrie bestreitet jedoch den Vorwurf mit dem Argument, dass Cassia-Zimt vor allem wegen seines hervorragenden Geschmacks eingesetzt werde. Auch überstehe das typische Zimtaroma den Backprozess besser. Weiterhin sei es schon aus mengenmäßigen Gründen nicht möglich, den Ceylon-Zimt zu verwenden, da dieser dafür zu selten sei.“

(Quelle: Wikipedia)

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Oxidativer Stress: weniger schädlich als gedacht?

Dienstag, Dezember 6th, 2011

Oxidativer Stress gilt als Mitverursacher zahlreicher krankhafter Prozesse und wird auch mit Alterungserscheinungen in Zusammenhang gebracht.

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel „Burgerstein“ bieten eine reiche Palette von sogenannten „Antioxidantien“ an, die dem oxidativen Stress durch „freie Radikale“ entgegenwirken sollen.

In den letzten Jahren sind allerdings zunehmend Studien erschienen, welche der einseitig negative Darstellung der „freien Radikale“ ebenso widersprechen wie der einseitig positiven Propaganda für Antioxidantien.

Hier ein weiterer Hinweis in diese Richtung:

Forschern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum gelang es zum ersten Mal, oxidative Veränderungen in einem lebenden Organismus direkt zu beobachten. Ihre an Fruchtfliegen erzielten Resultate lassen Zweifel an der Gültigkeit gängiger Thesen aufkommen: Die Wissenschaftler fanden keine Hinweise darauf, dass die Lebensspanne durch die Bildung schädlicher Oxidantien begrenzt wird.

Arterienverkalkung und koronare Herzleiden, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer, Krebs oder sogar das Altern selbst sollen durch oxidativen Stress mitverursacht oder beschleunigt werden. Oxidativer Stress entsteht in Zellen oder Geweben, wenn ein Übermaß an so genannten reaktiven Sauerstoffverbindungen vorhanden ist. „Bislang konnte aber niemand oxidative Veränderungen oder gar deren Zusammenhang mit krankhaften Prozessen in einem lebenden Organismus direkt verfolgen“, schildert Privatdozent Dr. Tobias Dick aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. „Es waren nur relativ unspezifische oder indirekte Nachweise darüber möglich, welche oxidativen Prozesse in einem intakten Organismus tatsächlich ablaufen.“

Tobias Dick und seinen Mitarbeitern ist es nun zum ersten Mal gelungen, diese Vorgänge an einem lebenden Tier zu beobachten. Zusammen mit Dr. Aurelio Teleman (ebenfalls am DKFZ) schleusten sie Gene für Biosensoren in das Erbgut von Fruchtfliegen ein. Die verwendeten Biosensoren sind spezifisch für unterschiedliche Oxidantien. Sie zeigen durch ein Lichtsignal den oxidativen Status jeder einzelnen Zelle an – in Echtzeit, im gesamten Organismus und über die ganze Lebensspanne.

Schon in den Fliegenlarven entdeckten die Wissenschaftler, dass Oxidantien in den verschiedenen Gewebetypen sehr ungleichmäßig produziert werden. So bilden die Blutzellen in ihren Energiefabriken, den Mitochondrien, wesentlich mehr Oxidantien als zum Beispiel Darmzellen oder Muskelzellen. Auch spiegelt sich das Verhalten der Larve in der Bildung von Oxidantien in einzelnen Geweben wider – die Wissenschaftler konnten am oxidativen Zustand des Fettgewebes unterscheiden, ob die Larven gerade fraßen oder sich fortbewegten.

Bislang gingen zahlreiche Forscher davon aus, dass es mit dem Altern zu einer generellen Zunahme an Oxidantien im ganzen Organismus kommt. Genau dies konnten die DKFZ-Wissenschaftler jedoch nicht bestätigen, als sie die erwachsenen Tiere über ihre gesamte Lebensspanne verfolgten: Einen alternsabhängigen Anstieg von Oxidantien fand sich überraschenderweise fast ausschließlich im Darm der Fliege. Beim Vergleich von Fliegen mit unterschiedlicher Lebensspanne stellten die Wissenschaftler überdies fest, dass sich die Ansammlung der Oxidantien im Darmgewebe bei einer längeren Lebensdauer sogar beschleunigte. Die Wissenschaftler fanden demnach keine Unterstützung für die häufig geäußerte Vermutung, dass die Lebensspanne eines Organismus durch die Bildung schädlicher Oxidantien begrenzt wird.

Obwohl umfangreiche Studien bis heute einen Nachweis dafür schuldig bleiben, werden Antioxidantien häufig als Schutz vor oxidativem Stress und damit als gesundheitsfördernd propagiert. Dick und Kollegen fütterten ihre Fliegen mit N-Acetyl-Cystein (NAC), einer Substanz der eine antioxidative Wirkung zugeschrieben wird und manchen Forschern als geeignet erscheint, den menschlichen Organismus vor mutmaßlich gefährlichen Oxidantien zu schützen. Interessanterweise zeigten sich bei den NAC-gefütterten Fliegen jedoch keine Hinweise auf eine Reduktion der Oxidantien. Im Gegenteil, zur Überraschung der Wissenschaftler veranlasste NAC die Energiefabriken verschiedener Gewebe zu einer deutlich erhöhten Oxidantien-Produktion.

„Vieles, was wir mit Hilfe der Biosensoren an den Fliegen beobachtet haben, war für uns überraschend. Offenbar sind viele Ergebnisse, die an isolierten Zellen gewonnen wurden, nicht ohne weiteres auf die Situation in einem lebenden Organismus übertragbar“, stellt Tobias Dick fest. „Das Beispiel NAC zeigt uns auch, dass wir derzeit nicht in der Lage sind, oxidative Prozesse im lebenden Organismus auf vorhersagbare Weise pharmakologisch zu beeinflussen.“ Und er fügt an: „Natürlich lassen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres von der Fliege auf den Menschen übertragen. Unser nächstes Ziel ist es, mit den Biosensoren oxidative Prozesse in Säugetieren zu beobachten, vor allem bei Entzündungsreaktionen und bei der Entwicklung von Tumoren.”

Quellen:

Simone C. Albrecht, Ana Gomes Barata, Jörg Großhans, Aurelio A. Teleman und Tobias P. Dick: In vivo mapping of hydrogen peroxide and oxidized glutathione reveals chemical and regional specificity of redox homeostasis. Cell Metabolism 2011, DOI:10.1016/j.cmet.2011.10.010.

Deutsches Krebsforschungszentrum

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36048

Kommentar & Ergänzung:

Antioxidantien werden massiv propagiert. Sie sollen gegen Krebs, Herzkrankheiten und das Älterwerden schützen. Dabei ist in den meisten Fällen völlig ungeklärt, ob neben den Herstellern und Verkäufern auch die Konsumentinnen und Konsumenten dieser Produkte einen Nutzen davon haben. Im Gegenteil: Es gibt sogar deutliche Hinweise darauf, dass Antioxidantien – vor allem wenn sie in hohen Dosen konsumiert werden – in manchen Situationen auch schaden können. Die „Antioxidantien-Welle“ wird nicht nur durch Experimente im Labor in Frage gestellt – wie hier durch die Studie am DKFZ – sondern auch durch Untersuchungen am Menschen.

Siehe auch:

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?

Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes

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