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	<title>Heilpflanzen-Info &#187; Krebs</title>
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		<title>Psychoonkologie: Die Psyche verursacht keinen Krebs</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 19:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Psychoonkologie: Die Psyche verursacht keinen Krebs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psyche wirkt nicht als Auslöser für eine Tumorerkrankung und psychologische Betreuung kann Krebs auch nicht heilen. Sie kann aber zu mehr Lebensqualität der Betroffenen beitragen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch zum Thema &#8220;Psychoonkologie&#8221; in Wien.</p>
<p>Erste Hinweise, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen würden, haben sich laut dem Klinischen Psychologen Georg Fraberger, von der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität in Wien nie bestätigen lassen. Die Existenz einer sogenannten Krebspersönlichkeit ist demnach nichts weiter als ein Mythos.</p>
<p>Zur Frage einer allfälligen Krebspersönlichkeit existieren inzwischen viele Studien. Die meisten davon wurden jedoch retrospektiv durchgeführt. Das heisst: Schon an Krebs Erkrankte wurden untersucht und anhand gefundener Persönlichkeitsmerkmale wurden Rückschlüsse gezogen, welche &#8220;Menschentypen&#8221; die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung waren. Das ist jedoch nicht zulässig, weil die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Einfluss auf die Persönlichkeit und Interpretation der eigenen Lebensgeschichte hat.</p>
<p>In den wenigen prospektiven Studien, die durchgeführt wurden, haben Forscher Personen über Jahre hinweg beobachtet und untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine spätere Krebserkrankung prognostizierbar machen. Überzeugende Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler dabei aber nicht. Vielmehr häufen sich inzwischen die Hinweise, dass die hohen Depressivitätsraten unter Krebskranken auch als Folge der Erkrankung und der Behandlung verstanden werden können und den Verlauf der Krebserkrankung möglicherweise beeinflussen.</p>
<p>Eine Krebsdiagnose verändert das Leben eines Menschen von einer Sekunde auf die andere fundamental.</p>
<p>Der Erkrankung ausgeliefert, wollen Patientinnen und Patienten das Unbegreifbare verstehen. Beim Krebs umso mehr, als seine Ursache anders als zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwer fassbar ist. Auf der Suche nach einer Erklärung für das eigene Leid tauchen dabei oft Schuldfragen auf. Die Vermutung, dass gewisse Charakterzüge ursächlich für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, wird von zahlreichen betroffenen Menschen ganz spontan assoziiert. Solche Selbstanklagen erfüllen insofern ihren Zweck, als sie die Hoffnung mit sich bringen, dass durch Änderung bestimmter Wesenszüge die Genesung gefördert wird. Der Hämatologe und Psychoonkologe Alexander Gaiger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH in Wien betrachtet die Auseinandersetzung mit dem Mythos Krebspersönlichkeit und dem vermeintlich schuldhaften Verhalten als vergeudete Energie.</p>
<p><strong>Trauma keine Krebsursache</strong></p>
<p>Nicht immer wird das seelische Ungleichgewicht als Auslöser einer Krebserkrankung mit einer eventuell vorhandenen Krebspersönlichkeit begründet.  &#8220;Eine Überlegung, bezogen auf den Einfluss psychischer Faktoren, war auch, dass massive Traumata in der Vergangenheit zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen könnten&#8221;, erklärt Gaiger. Eine Theorie, die der Psychoonkologe allerdings sofort widerlegt: &#8220;Das mittlere Alter von Krebspatienten liegt zwischen 57 und 60 Jahren. Und so traurig es ist, aber in diesem Alter hat bereits fast jeder eine traumatische Erfahrung hinter sich.&#8221;</p>
<p>Wäre die „Trauma-Theorie“ für die Krebsentstehung relevant,  müsste nicht nur praktisch jeder 60-Jährige unter einer Krebserkrankung leiden, sondern auch sämtliche Menschen, die in Kriegsgebieten leben beziehungsweise Opfer von Naturkatastrophen sind. &#8220;Das ist aber keineswegs der Fall&#8221;, stellt Gaiger klar und bezeichnet Krebs nach dem heutigen Verständnis selbst als Naturkatastrophe.</p>
<p>Ebenso wie Tsunamis und Erdbeben werden nämlich auch Krebserkrankungen multifaktoriell verursacht. Typischerweise werde psychischen Faktoren, die für die Entstehung einer schweren Erkrankung eigentlich irrelevant seien, eine sehr große Bedeutung beigemessen, während hochrelevante Umstände für die Entstehung oder den Verlauf einer Krankheit völlig ignoriert würden, betont der Psychoonkologe und nimmt hier Bezug auf den sozioökonomischen Status und Lebensstil.</p>
<p>Armut, Bildungsmangel, hoher BMI, ungesunde Ernährung und wenig körperliche Bewegung macht der Experte im Wesentlichen für den Umgang und die Bewältigung einer Krebserkrankung verantwortlich. Geld ändere zwar nichts am menschlichen Leid, erleichtere aber den finanziellen Druck und sei neben einem Informationsmangel ein gravierender Faktor in der Entwicklung von Depressionen.</p>
<p><strong>Zum Wert psychologischer Hilfe</strong></p>
<p>Einstellungen, emotionale Faktoren und psychologische Hilfen beim Bewältigen einer solchen Krise können die Lebensqualität erhöhen. Sie machen zudem oft belastende Therapien besser ertragbar und somit wirksamer.</p>
<p>Das Ziel besteht darin, die Betroffenen möglichst unbeschadet über die einzelnen Phasen der psychischen Bewältigung der Krebserkrankung hinüber zu bringen: vom ersten Schock über die Abwehr beziehungsweise die Verdrängung hin zur Verarbeitung. Der Krebspatient soll dazu in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben fortführen zu können, ohne dauernd durch Gedanken an den Krebs gestört zu sein.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at/1336563054564/Psychoonkologie-Die-Psyche-macht-keinen-Krebs</p>
<p>http://derstandard.at/1328507286338/Mythos-Krebspersoenlichkeit-Vermeintlich-schuld-am-Krebs</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Eine interessante Frage ist in diesem Zusammenhang, weshalb die Theorie vom der Krebs auslösenden Psyche  so gut ankommt. Meines Erachtens hängt das vor allem damit zusammen, dass diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ den Bedürfnissen und Ängsten vieler Menschen entgegen kommt.</p>
<p>Mit dem Mythos der &#8220;Krebspersönlichkeit&#8221; halten sich die (noch) nicht Betroffenen meines Erachtens den schwer zu ertragenden Gedanken vom Leibe, dass der Ausbruch dieser Krankheit vielleicht doch zu einem sehr grossen Teil zufälligen/ genetisch bedingten/ sonstigen nicht einfach so steuerbaren Faktoren zuzuschreiben ist. Die Annahme, dass Krebs in der Psyche entsteht, ermöglicht die angstvermindernde Illusion, dass Krebs durch Einfluss auf die Psyche vermeidbar oder heilbar ist. Das lindert Ohnmachtgefühle, aber wenn man es nicht schafft und trotzdem an Krebs erkrankt, ist man nach dieser Theorie selber schuld.</p>
<p>Das macht diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ so problematisch und führt nicht selten zu menschenverachtenden Schuldzuweisungen an Krebspatientinnen und –patienten.</p>
<p>Statt sich in Unverwundbarkeits-Fantasien zu flüchten wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir die grundlegende Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Existenz anerkennen würden. Wenn es jeden und jede treffen kann, ist das auch Basis für zwischenmenschliche Solidarität.</p>
<p>Siehe auch: <a href="moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patienten-seminare.ch</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Wozu sind Glockenblumen gut?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 20:35:51 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das fragte mich vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag. Gemeint hat sie damit: Kann man Glockenblumen als Heilpflanzen brauchen oder kann man sie essen?</p>
<p>In der heutigen Phytotherapie spielen Glockenblumen (Campanula) keine Rolle und auch in den alten Kräuterbüchern tauchen sie selten auf.</p>
<p>In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird eine Pflanze aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) verwendet:</p>
<p>Die Ballonblume (Platycodon grandiflorus, Syn.: Campanula glauca, Campanula grandiflora, Platycodon glaucus, Platycodon grandiflorum), auch Großblütige Ballonblume oder Chinesische Glockenblume genannt.</p>
<p>Foto bei Wikipedia.</p>
<p>http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kikyo_06c1347s.jpg&amp;filetimestamp=20060704111637</p>
<p>Die Ballonblume wird verwendet bei Husten, Schmerzen, Entzündungen, Fieber, Nervenleiden, Krebs und zur Immunstimulation. Verwendet wird die Wurzel. Die Wurzeln werden zudem gegart in Suppen als kräftigendes Gemüse gegessen. Hauptsächlich in der Koreanischen Küche kommen die Wurzeln als „bellflower roots“ vor.</p>
<p>Die Wurzeln gelten aber auch als giftig.</p>
<p>Es gibt Laborexperimente und Tierversuche mit der Ballonblume:</p>
<p>„Im Tierversuch verstärken Extrakte aus der Pflanze die Aktivität von B-Zellen und die Zytokin-Produktion. Saponine aus der Wurzel (Platycodin A-E) zeigen im Labor entzündungshemmende Wirkung.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Fundierte Studien mit Patienten, die relevanter für die Beurteilung einer allfälligen Wirksamkeit wären, liegen offenbar nicht vor.</p>
<p>Die Heimat der Ballonblume liegt in Nordostasien in China, in Ostsibirien, Mongolei, Korea und Japan. Sie wird auch als Zierpflanze angebaut.</p>
<p>Alle Campanula-Arten in Mitteleuropa sind essbar. Die Blüten werden unmittelbar nach dem Aufblühen als essbare Dekoration verwendet, die jungen Sprosse im Frühling zu Spargelgemüse, die Blätter im Frühjahr als Zugabe in Salaten.</p>
<p>Und natürlich gibt es eine Vielfalt an gärtnerischen Kulturformen der Glockenblumen.</p>
<p>Unsere einheimischen Glockenblumenarten sind auch für den Wildpflanzengarten zu empfehlen.</p>
<p>Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) beispielsweise ist Pollenspender für Wildbienen (Sandbienen, Scherenbienen, Glanzbienen, Sägehornbienen, Mauerbienen, Keulhornbienen, Maskenbienen, Furchenbienen, Blattschneiderbienen), Tagfalter und Hummeln.</p>
<p>So gibt es zum Beispiel die Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi), deren Weibchen beim Pollensammeln streng auf Campanula-Arten spezialisiert sind. Die Männchen übernachten oft in Glockenblumenblüten – schön trocken und windgeschützt – und sind damit praktischerweise schon an einem Ort mit hoher Weibchenfrequenz.</p>
<p>Wenn Sie Glockenblumen sowie viele andere Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilpflanzenexkursionen und Naturseminare.</p>
<p>http://heilpflanzen-info.ch/cms/kurse</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Omega-3-Fettsäuren aus Krill-Öl</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/04/20/omega-3-fettsauren-aus-krill-ol.html</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 13:13:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Omega-3-Fettsäuren aus Krill-Öl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Begriff Krill werden zahlreiche kleine Krebstiere zusammengefasst, welche hauptsächlich in den kalten Gewässern der Antarktis leben. Das in Nahrungsergänzungsmitteln vermarktete Neptune Krill-Öl® (NKO®) wird durch ein patentiertes Extraktionsverfahren der Firma Neptune (Quebec, Kanada) aus der Krill-Art Euphausia superba gewonnen.</p>
<p>Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ist etwas tiefer als im Fischöl. Der überwiegende Teil dieser Omega-3-Fettsäuren liegt allerdings in Form von Phospholipiden vor, was die Bioverfügbarkeit zu verbessern scheint. Krill-Öl unterscheidet sich vom Fischöl auch im Gehalt an Astaxanthin, einem Carotinoid-Antioxidans mit vermutlich entzündungshemmenden Eigenschaften.</p>
<p>Laut Pharmavista-Newsletter wurden für folgende Anwendungsbereiche Studien mit NKO® durchgeführt:</p>
<p>„_Prämenstruelles Syndrom und Dysmenorrhoe: 70 Frauen im gebärfähigen Alter konsumierten entweder 2g NKO® oder Fischöl (mit 18% EPA und 12% DHA) während des ersten Monats der Studie, danach während des zweiten und dritten Monats täglich 2g für 8 Tage vor der Menstruation und 2 Tage während der Menstruation. Die Resultate weisen auf eine bessere Wirksamkeit des Krill-Öls hin.</p>
<p>_Chronische Entzündung: In einer klinischen Studie wurden 90 Probanden mit kardiovaskulären Erkrankungen, rheumatoider Arthritis und Arthrose sowie Anzeichen einer chronischen Entzündung (erhöhte Konzentrationen des C-reaktiven Proteins (CRP)) 300 mg NKO®/Tag oder 300 mg Placebo verabreicht. Nach 30 Tagen war die Konzentration des CRP in der Krill-Öl Gruppe um ca 30% gesunken, in der Placebo Gruppe hingegen gestiegen.</p>
<p>_Hypercholesterinämie: In einer 3monatigen Studie konnte eine Abnahme des Cholesterinspiegels nach Einnahme von 1 bis 3g Krill-Öl/Tag gezeigt werden.“</p>
<p>Zu möglichen Nebenwirkungen des Krillöls schreibt der Pharmavista-Newsletter:</p>
<p>„Als mögliche Nebenwirkungen können Erbrechen und Durchfall auftreten. Vorsicht ist geboten bei antikoagulierten Patienten, da Omega-3-Fettsäuren die Blutungszeit verlängern können. Krill-Öl sollte nicht von Personen mit Allergien gegen Meeresfrüchte eingenommen werden.“</p>
<p>Der Pharmavista-Newsletter zieht den Schluss, dass diese ersten Studien zwar vielversprechende Resultate zeigen, dass diese aber noch durch weitere Studien bestätigt werden müssen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4575&amp;NMID=4575&amp;LANGID=2</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Krillöl wird in der Schweiz in Form von Kapseln gehandelt (z.B. Novakrill®, Alpinamed® Krill Oil). Diese Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und nicht als registrierte Arzneimittel. Deshalb dürfen auf den Packungen keine Heilwirkungen und Indiktionen aufgeführt werden.</p>
<p>Krillöl ist wesentlich teurer als Fischöl und daher stellt sich die Frage, ob es auch entsprechend wirksamer ist.</p>
<p>Ein kritischer Punkt ist die Frage nach der Unabhängigkeit der oben erwähnten Studien.</p>
<p>Auf enutrio.de wurde 2007 ein interessanter Beitrag zum Thema Krillöl publiziert, der diesen Punkt unter die Lupe nimmt. Bei der erwähnten Studie zum Prämenstruellen Syndrom (PMS) beispielsweise fungiert als Studienleiterin Dr. Tina Sampalis. Sie ist Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung der Neptune Technologies, einer Firma, die Krillöl-Produkte produziert. Das bedeutet noch nicht, dass die Ergebnisse einer solchen Studie wertlos sind, aber es rechtfertigt einen besonders kritischen Blick. Siehe auch: http://www.enutrio.de/krill-oel/</p>
<p>Einen zusammenfassenden Kommentar zur Studienlage gibt esowatch:</p>
<p>„Es gibt derzeit nur sehr wenige Studien zur Wirksamkeit von Krillöl gegen entzündliche Vorgänge. Zu diesen Studien kann zusammenfassen ausgesagt werden:</p>
<p>Krillöl wird besser resorbiert als Fischöl, allerdings nur bei Patienten mit Fettresorptionsstörungen. Bei der Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS) scheint Krillöl gute Wirkung zu zeigen, es kann ebenso effektiv die Blutfette bei vorbelasteten Patienten positiv beeinflussen und schneidet diesbezüglich im Vergleich zu Fischölkapseln besser ab. Krillöl ist im Vergleich zu Fischöl zwar ein wirkungsvolleres Antioxidans, als Anti Aging-Mittel schneiden aber Trockenpflaumen, Rosinen und eine Vielzahl weiterer, sehr preiswerter Lebensmittel sehr viel besser ab.</p>
<p>Die Wirkung von Krillöl als Entzündungshemmer mit dem möglichen Einsatzgebiet Arthritis ist wissenschaftlich nicht belegt. Allerdings haben Krillöl (und Fischöl) aufgrund ihres Omega-3 Gehalts bestimmt Einfluss auf Entzündungsvorgänge. Eine vergleichende und unabhängige Studie existiert allerdings bis jetzt nicht.</p>
<p>Die bisherigen Studienergebnisse zeigen, dass eine Supplementation von Krillöl hauptsächlich bei Personen mit Fettresorptionsstörungen zu empfehlen ist, auch bei Patienten mit gestörten Blutfetten oder Frauen mit PMS ist es einen Versuch wert. All diese Personen sind jedoch bereits krank. Für den krankheitspräventiven Einsatz bei gesunden Menschen, etwa gegen Krebs oder Alterserscheinungen, ist die Supplementation von Krillöl wenig sinnvoll, vor allem in Anbetracht des Preis-Leistungsverhältnisses. 100 Kapseln á 500 mg Neptune Krillöl kosten derzeit ca. 90€ zzgl. Versandkosten.“</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Krill%C3%B6l#ixzz1sa0opU5g">Esowatch</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Misteltinktur gegen Krebs?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/04/15/misteltinktur-gegen-krebs.html</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 18:27:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Misteltinktur gegen Krebs?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin immer wieder entsetzt, wieviel „Schrott“ im Internet unter den Etiketten „Alternativmedizin“ „Komplementärmedizin“ und „Naturheilkunde“ verkauft wird, weil hier jede Qualitätskontrolle fehlt.</p>
<p>Da verkauft beispielsweise ein österreichischer „Spezialist für ganzheitliche Gesundheit, Figur und Fitness“ Misteltinktur mit der Begründung, Mistel besitze immunverändernde Eigenschaften und könne bei manchen Krebsarten das Tumorwachstum hemmen.</p>
<p>Unterschlagen wird dabei, dass die immunstimulierenden Inhaltsstoffe der Mistel (Lektine, Viscotoxine) hochmolekular sind und aus dem Verdauungstrakt nicht in den Körper aufgenommen werden. In der anthroposophischen Krebstherapie wird die Mistel deshalb in Form von Injektionen verabreicht (z. B. als Iscador). Und selbst so ist die Wirkung alles andere als geklärt.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html  ">Misteltherapie gegen Krebs  -  wirksam? </a></p>
<p>Misteltinktur (genauso wie Misteltee) ist jedoch auf jeden Fall eine ungeeignete Anwendungsform.</p>
<p>Aber wen interessiert das schon?</p>
<p>Weder die Verkäufer noch die Patientinnen und Patienten wollen das offenbar so genau wissen.</p>
<p>Wenn Sie lernen wollen, wie sich leere Versprechungen von glaubwürdigen Aussagen unterscheiden lassen, dann können Sie das bei mir im <a href="http://http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=813b575ee31c&amp;file=300  ">Heilpflanzen-Seminar</a> oder in der <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=813b575ee31c">Phytotherapie-Ausbildung.</a></p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/15/naturheilkunde-woran-erkennen-sie-fragwuerdige-aussagen.html   ">Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Krebs &amp; Psyche: Positiv denken?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/04/09/krebs-psyche-positiv-denken.html</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 16:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Krebs &#038; Psyche: Positiv denken?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer noch geistern Vorstellungen herum, im Kampf gegen Krebs sei positives Denken Voraussetzung für eine Heilung. Krebspatienten, denen dieses positive Denken nicht so leicht fällt, bekommen oft mehr oder weniger deutlich zu hören, dass sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und dadurch nicht ganz unschuldig sind, wenn die Heilung auf sich warten lässt.</p>
<p>Es ist Zeit, diesen alten Zopf abzuschneiden.</p>
<p>Klar Stellung genommen zu dieser Frage hat vor kurzem Christian Zniva, Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz (Oberösterreich):</p>
<p><em>« “Patienten erwarten oft von uns, dass wir ihnen helfen, positiv zu denken – damit sie den ,Kampf gegen den Krebs’ aufnehmen können“. Dabei sei das überholt. „Wissenschaftliche Studien haben längst widerlegt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Psyche und dem Krankheitsverlauf gibt“, sagt Zniva. „Diese Information kann Patienten entlasten.“ Denn es sei gar nicht nötig, ständig gut gelaunt gegen den Krebs zu kämpfen. „Das führt oft nur zu einem verkrampften Umgang und kostet außerdem viel zu viel Kraft.“</em></p>
<p><em>Heute würde man mit anderen Bildern arbeiten. „Ich beschreibe Krebs gerne als einen Weg mit Stolpersteinen, auf dem man – einen nach dem anderen – wegräumt.“»</em></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/art114,782756</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Fazit: Wer positiv gestimmt ist soll sich davon nicht abbringen lassen. Aber auch angeblich negative Gefühle wie Wut, Ohnmacht, Trauer etc. haben quasi ein Existenzrecht. Und kein Krebspatient, keine Krebspatientin muss sich vorwerfen (lassen), das schade dem Kampf gegen die Krankheit, wenn er oder sie mal nicht so gut „drauf ist“.</p>
<p>Angestrengt positives Denken ist nämlich ziemlich bescheuert.</p>
<p>Ein noch heiklerer Punkt beim Thema Krebs &amp; Psyche ist eine fürchterlich oberflächliche, oft esoterisch angehauchte Populär-Psychosomatik, die mit leichtfertig hingeworfenen psychologischen oder esoterischen Deutungen um sich wirft („Du musst deine Konflikte bearbeiten, damit du gesund wirst“).</p>
<p>Die Durchsetzung von Deutungen ist eine Machtfrage und es ist oft eine Form von Übergriff, wie in dieser „Szene“ Patientinnen und Patienten Deutungen aufgedrängt oder aufgedrückt werden.</p>
<p>Solche Schuldzuweisungen dienen der Kontingenzbewältigung. Mit Kontingenz ist hier gemeint, dass wir als Menschen Krankheit und Gesundheit nicht im Griff haben. Diese ohnmachtsträchtige Situation lässt sich lindern durch Theorien, welche Kranken Schuld und Verantwortung zuschieben.</p>
<p>Multiple Sklerose oder Krebs sind dann nicht Widerfahrnisse, die Menschen zustossen können, weil Krankheit auch zur menschlichen Existenz gehört. Sie sind Folge von Versäumnissen. So kann man sich dann zurechtphantasieren, dass man von solchen Krankheiten verschont wird, wenn man sich richtig verhält &#8211; genug an sich arbeitet, sich spirituell höher entwickelt, viel Vitamine konsumiert, nur moderat sündigt&#8230;&#8230;</p>
<p>Konstruktiver wäre meines Erachtens, dass wir Kontingenz als Bestandteil menschlicher Existenz anerkennen und dass wir lernen, mit diesem manchmal bedrohlichen Faktum umzugehen.</p>
<p>Kontingenz-Kompetenz wäre dann also quasi gefragt, aber wo lernt man das schon?</p>
<p>Falls Sie sich vertiefter mit diesen Fragen auseinandersetzen wollen, empfehle ich einen Blick auf <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patienten-seminare.ch</a> und auf <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/23/eidberger-gedankengange.html">Eidberger Gedankengänge</a>.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Zur Bioverfügbarkeit von Resveratrol</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/04/08/zur-bioverfugbarkeit-von-resveratrol.html</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 19:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Zur Bioverfügbarkeit von Resveratrol.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Resveratrol ist ein Phytoalexin mit antioxidativen Eigenschaften, das zu den Polyphenolen gehört. 1963 wurde die Resveratrol erstmals aus dem Japanischen Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum) isoliert und identifiziert. 1976 wurde es in Weinbeeren nachgewiesen.</p>
<p>Resveratrol kommt in einer grösseren Anzahl von Pflanzen beziehungsweise pflanzlichen Lebensmitteln vor, hauptsächlich in Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen, Erdnüssen und im Japanischen Staudenknöterich. Besonders reich ist es enthalten in der Haut von roten Weintrauben und damit auch im Rotwein.</p>
<p>Diverse Laborstudien mit Resveratrol zeigten Ergebnisse, die auf günstige Wirkungen bei Erkrankungen wie Krebs, Arteriosklerose, Alzheimer, Herz-Kreislauferkrankungen, Arthritis, Autoimmunerkrankungen u. a. schliessen liessen.</p>
<p>Reveratrol wird seither auch als Anti-Aging-Mittel vermarktet.</p>
<p>An einer Phytotherapie-Tagung in Hamburg äusserte sich Professor Dr. Veronika Butterweck von der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel und Muttenz zur Bioverfügbarkeit von Resveratrol:</p>
<p>„Sie nannte das Beispiel Resveratrol, ein Polyphenol aus dem Rotwein, dem in vitro zahlreiche gesundheitsförderliche Eigenschaften zugesprochen werden&#8230;..Bislang gibt es jedoch kaum pharmakokinetische Daten. Es sieht allerdings so aus, als ob Resveratrol mit einer Bioverfügbarkeit von 2 Prozent und einer Halbwertszeit von nur 30 Minuten selbst kaum spürbare Wirkung am Menschen entfalten könnte, berichtete Butterweck.“</p>
<p>(Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169)</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es läuft sehr oft ähnlich: Im Labor zeigt ein Naturstoff interessante Effekte, die eine Wirkung beispielsweise gegen Herzinfarkt oder Krebserkrankungen als möglich erscheinen lassen.</p>
<p>Dann geht marketingmässig bereits die Post ab: Im Internet, in Apotheken und Drogerien, in Gesundheitszeitschriften werden entsprechende Nahrungsergänzungsmittel propagiert, die keinerlei Wirkungsnachweis liefern müssen.</p>
<p>Auf der Strecke bleiben dabei jeweils zahlreiche offene Fragen. Eine davon ist die Frage nach der Bioverfügbarkeit. Wird der Stoff überhaupt in relevanten Mengen in den Organismus ausgenommen? – In Laborexperimenten an isolierten Zellen oder Geweben fällt diese Hürde ja weg.</p>
<p>Aus diesem Grund muss man bei wissenschaftlichen Ergebnissen vor allem im Umfeld von Werbekampagnen immer nachfragen, woher sie stammen. Aus dem Labor oder aus klinischen Studien mit Patienten?</p>
<p>Bei Resveratrol war die Frage, ob der Stoff in relevanten Mengen aufgenommen wird, immer ein heikler Punkt. Prof. Butterweck bestätigt diese Fragezeichen.</p>
<p>Im Umfeld der Resveratrol-Forschung ist zudem ein Forschungsskandal aufgeflogen.</p>
<p>Die Universität Connecticut beschuldigte den Forscher Dipak Das, in 145 Fällen Forschungsdaten erfunden oder gefälscht zu haben. Die Ergebnisse waren offenbar auffällig schön.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/801149/rotwein-forscher-studien-gepanscht.html?sh=1&amp;h=1783173384</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Wirkstoff aus Garten-Wolfsmilch gegen aktinische Keratose getestet</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 14:48:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Wirkstoff aus Garten-Wolfsmilch gegen aktinische Keratose getestet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Wirkstoff aus der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus, einer in Europa weit verbreiteten Pflanze, könnte sich als Medikament zur Behandlung der aktinischen Keratose eignen. Die US-Arzneibehörde FDA hat vor kurzem ein Präparat zugelassen, das in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1010-1019) vorgestellt wurde.</p>
<p>Die aktinische Keratose ist eine bei hellhäutigen Personen weit verbreitete Präkanzerose. Zwei Drittel aller Spinalzellkarzinome sollen sich auf der Basis einer aktinischen Keratose entstehen. Auch wenn nicht genau bekannt ist, wie viele aktinische Keratosen sich zum Karzinom weiter entwickeln und das Spinaliom bei rechtzeitiger Entfernung in der Regel kein Risiko darstellt, wird allgemein die Behandlung der aktinischen Keratose empfohlen.</p>
<p>Von zahlreichen Patienten wird die Behandlung der aktinischen Keratose auch gewünscht, vor allem weil sie sich in der Regel an UV-exponierten, also sichtbaren Hautstellen befindet. Gerade im Gesicht sind aber der gegenwärtig bevorzugten Behandlung, der Kryochirurgie enge Grenzen gesetzt, zumal sie eine Narbe hinterlässt. Andere lokale Behandlungen wie Imiquimod oder Fluorouracil können sehr langwierig sein.</p>
<p>Die Therapie mit Ingenol, das der Produzent aus Euphorbia peplus gewinnt, erzielte dagegen schon nach zwei- bis dreimaliger Anwendung eine gute Wirkung. Dies sollen vier Studien belegen, deren Resultate die Gruppe um Neil Swanson von der Oregon Health and Science University in Portland zusammengefasst hat.</p>
<p>Die Läsionen, die bei 547 Patienten den Bereich von Gesicht oder Kopfhaut betrafen und sich bei 458 Patienten an Armen oder Rumpf befanden, waren in den Studien mit einem Gel therapiert worden, das entweder Ingenol oder keinen Wirkstoff enthielt. Im Gel für Gesicht oder Kopfhaut lag Ingenol in 0,015-prozentiger Konzentration vor. Es wurde an drei Tagen aufgetragen. Das Gel für Arme und Rumpf enthielt Ingenol in 0,05-prozentiger Konzentration und wurde an zwei Tagen aufgetragen.</p>
<p>Die Wirkung des Ingenol-Gels wurde mehrmals beurteilt, zuletzt am Tag 57. Bei dieser Schlussuntersuchung hatten sich 42,2 Prozent der Läsionen auf Gesichts- oder Kopfhaut vollständig zurückgebildet (gegenüber Placebo mit 3,7 Prozent). Auf den Armen und am Rumpf wurde bei 34,1 Prozent der Probanden eine vollständige Clearance erreicht (Placebo 4,7 Prozent).</p>
<p>In den ersten Tagen der Behandlung kam es allerdings zu lokalen Entzündungsreaktionen, die auf einer Skala von 0 bis 24 die Intensität von 9,1 in Gesicht und Kopfhaut, beziehungsweise 6,8 an Armen oder Rumpf erreichte. Diese Entzündungsreaktionen bildeten sich bei den Patienten aber innerhalb weniger Wochen zurück. Die Wissenschaftler schließen jedoch nicht aus, dass es bei einigen Patienten zu einer dauerhaften Depigmentierung und zu einer minimalen Narbenbildung kommen kann.</p>
<p>Ein Hersteller aus Dänemark bekam aufgrund der Resultate im Januar 2012 eine Zulassung durch die US-Arzneibehörde FDA. Zu einer allfälligen Einführung in Europa machte die Firma keine Angaben.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49540/Pflanzlicher-Wirkstoff-beseitigt-aktinische-Keratose</p>
<p>http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1111170m</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Interessante Studie, aber noch nicht einsetzbar, solange keine Zulassung als Medikament in Europa vorliegt.</p>
<p>Von irgendwelchen Selbstversuchen mit Garten-Wolfsmilch würde ich jedenfalls mit Nachdruck abraten. In der Familie der Wolfsmilchgewächse finden sich nämlich eine ganze Anzahl von potenten Giftpflanzen.</p>
<p>„Der bei manchen Arten vorhandene Milchsaft (Latex) ist oft toxisch und dient als Wundverschluss und Fraßschutz. Unter den Inhaltsstoffen sind die hautreizenden Di- und Triterpenester erwähnenswert.</p>
<p>Die Samen und der Milchsaft enthalten giftiges Euphorbon. Diese haben eine starke örtliche Reizwirkung auf die Haut und die Schleimhäute mit Gewebszerstörung. Augenverletzungen sind besonders gefährlich.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Bekannte Vertreter aus der Familie der Wolfsmilchgewächse sind der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima, auch Adventsstern, Christstern oder Poinsettie genannt), der Christusdorn (Euphorbia milii), der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis, Gummibaum), der Rizinus (Wunderbaum, Ricinus communis, Quelle für Rizinusöl), der Lichtnussbaum (Aleurites moluccana, Quelle von Kukuinussöl), die Gattung Manihot (bekannt unter Trivialnamen wie Maniok, Mandioka, Kassava oder in Lateinamerika Yuca).</p>
<p>Die Garten-Wolfmilch wird schon seit längerem für die Anwendung in der Dermatologie erforscht. So erschien bereits 2011 eine Studie zur Behandlung von weissem Hautkrebs mit Garten-Wolfsmilch:</p>
<p>„Der Saft der in vielen Gärten vorkommenden Garten-Wolfsmilch ist offenbar für die Behandlung von weißem Hautkrebs geeignet. Wissenschafter raten jedoch von Selbstversuchen ab, da der Behandlungsansatz sich noch in einem frühen Stadium befindet und es zu Irritationen der Haut kommen kann, wie es im British Journal of Dermatology heisst.“</p>
<p>Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011</p>
<p>Der weisse Hautkrebs gehöre nicht zu den schwersten Formen der Krankheit. Er sei jedoch dennoch sehr weit verbreitet. Allein in Großbritannien entfalle laut BBC ein Drittel aller Krebsdiagnosen auf diese Krebsform, zu der Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome gehören. In den meisten Fällen sei es möglich, weissen Hautkrebs mittels eines chirurgischen Eingriffes, Einfrieren oder einer speziellen Form von Lichttherapie zu behandeln.</p>
<p>„Bei manchen Menschen versagen diese Behandlungsmethoden jedoch oder erweisen sich als nicht passend. An der Studie nahmen Patienten teil, die in diese Gruppe fallen. Sie wiesen insgesamt 48 Läsionen auf. Alle wurden mit dem Saft von Euphorbia peplus behandelt, der drei Tage hintereinander einmal pro Tag auf die Haut aufgetragen wurde.“</p>
<p>Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011</p>
<p>Pflanzensaft aus der Garten-Wolfsmilch sei ein uraltes Heilmittel, heisst es weiter in dem Bericht.</p>
<p>„Die Wissenschaftler versuchten, seine Wirkung jetzt im Rahmen eines klinischen Tests zu überprüfen. Nach einem Monat hatten 41 der 48 Läsionen auf die Behandlung reagiert. Keine Spur eines Tumors konnte mehr nachgewiesen werden. Patienten, die nur teilweise auf die Behandlung reagiert hatten, wurde eine zweite Behandlung angeboten. Die Läsionen, die positiv auf eine Behandlung reagiert hatten, wurden zwischen zwei und 31 Monate weiter beobachtet.</p>
<p>Nach durchschnittlich 15 Monaten wiesen zwei Drittel der Läsionen immer noch eine vollständige Reaktion auf die Behandlung auf. Die Wissenschaftler erklärten, dass jetzt groß angelegte Studien klären müssten, ob Ingenol-Mebutat, der Wirkstoff im Pflanzensaft, einen neuen Behandlungsansatz ermöglicht.“</p>
<p>(Quelle: http://www.medical-tribune.ch/deutsch/news/news.php?monat=01.2011)</p>
<p>In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, was Betroffene mit solchen Meldungen machen, die einerseits Hoffnungen wecken, andererseits aber richtigerweise auch den Hinweis enthalten, dass die Forschungen noch im Frühstadium stecken und eine Anwendung daher noch nicht möglich ist.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Steigern Schlafmittel Sterberisiko und Krebsrisiko?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 20:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Steigern Schlafmittel Sterberisiko und Krebsrisiko?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schlafmittel ermöglichen Millionen Menschen eine Nachtruhe &#8211; doch Schlaftabletten steigern laut einer Studie das Sterberisiko deutlich und fördern bei häufiger Einnahme sogar die Entstehung von Krebs.</p>
<p>Schon weniger als 18 Dosen im Jahr erhöhen das Risiko eines vorzeitigen Todes, schreiben Forscher im &#8220;British Medical Journal&#8221; (BMJ open). Obwohl die Zahl der gestorbenen Probanden insgesamt recht klein war, gab es signifikante Differenzen in den Gruppen.</p>
<p>In den USA nahmen den Wissenschaftlern zufolge fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen im Jahr 2010 Schlaftabletten. Das Forscherteam schloss mehr als 10 500 Menschen, die im Mittel über zweieinhalb Jahre Schlafmittel verordnet bekamen, in die Studie ein.</p>
<p>Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 54 Jahren. Zum Vergleich beobachteten die Forscher auch 23 500 Menschen, die im gleichen Zeitraum keine solchen Arzneimittel einnahmen. Faktoren wie Geschlecht, Alter, Lebensstil und eventuelle gesundheitliche Probleme berücksichtigte die Wissenschaftler ebenfalls.</p>
<p>&#8220;Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Schlaftabletten und einem erhöhten Sterberisiko&#8221;, erklären die Autoren. Das Risiko zu sterben, steige mit der Höhe der Schlafmittel-Dosis.</p>
<p>Bei den Patienten, die bis zu 18 Dosen im Jahr konsumierten, war die Gefahr zu sterben demnach 3,5-fach höher als bei denen, die keine Schlafmittel nahmen. Bei jenen Probanden, die zwischen 18 und 132 Mal im Jahr zur Schlaftablette griffen, war das Sterberisiko vierfach, bei jenen, die jährlich mehr als 132 Dosen nahmen, sogar fünffach erhöht.</p>
<p>&#8220;Diese Zusammenhänge betrafen alle Altersgruppen, am stärksten waren sie aber bei denjenigen zwischen 18 und 55 Jahren&#8221;, schreiben die Wissenschaftler. Sie betonen zudem, dass die Studie nicht zwingend Ursache und Wirkung aufzeigt &#8211; aber die Resultate bestätigten ältere Studien, dass Schlaftabletten das Sterberisiko steigern.</p>
<p>Auch das Risiko an Krebs zu erkranken erhöht sich der Studie zufolge mit der Einnahme von Schlafmitteln: Bei denjenigen, die besonders häufig Pillen schluckten, steigerte sich die Gefahr einer Krebsdiagnose demnach um 35 Prozent.</p>
<p>&#8220;Obwohl die Autoren nicht beweisen konnten, dass Schlafmittel einen vorzeitigen Tod verursachen, haben ihre Analysen viele andere mögliche Gründe ausgeschlossen. Deshalb werfen diese Ergebnisse wichtige Bedenken und Fragen über die Sicherheit von Beruhigungsmitteln und Schlaftabletten auf&#8221;, schreibt die Chefredakteurin von &#8220;BMJ open&#8221;, Trish Groves, in ihrem Kommentar zu der Studie.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://science.orf.at/stories/1695177/</p>
<p>http://bmjopen.bmj.com/content/2/1/e000850.full?sid=2d5fb123-d2db-4735-a64d-fc8f46ffed9f</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Diese Studie lässt aufhorchen, doch wird sie in den meisten Medien verzerrt und mit voreiligen Schlussfolgerungen dargestellt.</p>
<p>Die Studienautoren betonen in ihrer Arbeit, dass sich aus den Resultaten  kein Beleg für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schlafmittelkonsum und Sterberisiko / Krebsrisiko ableiten lasse. Schon in einer Pressemeldung zur Studie heisst es aber:</p>
<p>„«Unsere Studie zeigt, dass Schlafmittel die Gesundheit gefährden und zum Tod führen können, indem sie zum Auftreten von Krebs, Herzerkrankungen und anderen Krankheiten beitragen», so Studienleiter Kripke in einer Pressemitteilung seines Instituts.“</p>
<p>(Quelle: Pharmazeutische Zeitung)</p>
<p>Mit diesem Zitat – sofern er es so gesagt hat – stellt Kripke genau den ursächlichen Zusammenhang her, den er anderen Ortes als nicht belegt darstellt.</p>
<p>Die meisten Medien setzten prompt Titel wie :“Schlaftabletten erhöhen Krebsrisiko“ (Spiegel online) oder „Früher Tod durch Schlafmittel“ (Süddeutsche) – und behaupten dadurch den ursächlichen Zusammenhang.</p>
<p>Einen solchen ursächlichen Zusammenhang kann diese Art von Studie aber gar nie zweifelsfrei belegen. Sie zeigt nur, dass Leute mit hohem Schlafmittelkonsum auch ein hohes Sterblichkeits- und Krebsrisiko haben. Es könnte aber beispielsweise einen oder mehrere bisher unbekannte Faktoren geben, die  das Sterblichkeits- und Krebsrisiko steigern und gleichzeitig mit hohem Schlafmittelkonsum verbunden sind.</p>
<p>In diesem Sinne differenziert dargestellt wurde die Studie im „Ärzteblatt“:</p>
<p>„Trotz der Vielzahl denkbarer Gründe ist die Studie nicht beweisend. Es könnte auch eine reverse Kausalität vorliegen, da Schlafstörungen ein Symptom vieler schwerer Erkrankungen sind. Auffällig an Kripkes Daten ist, dass die Anwender von Hypnotika deutlich häufiger an Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder koronarer Herzkrankheit, an chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Diabetes oder Herzinsuffizienz litten. Alle diese Erkrankungen gehen für sich genommen mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Eine Kohortenstudie kann hier nicht zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden.“</p>
<p>Das „Aerzteblatt“ weist auch auf einen möglichen Interessenskonflikt hin:</p>
<p>Daniel Kripke arbeitete am Scripps Clinic Sleep Center in La Jolla / Kalifornien. Dort wird bei Schlafstörungen eine kognitive Therapie angeboten, „&#8230;für die die jetzige Studie sicherlich Werbung machen soll.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49298</p>
<p>Das „Aerzteblatt“ stellt aber auch fest, dass kein Zweifel daran besteht, „ &#8230;dass Hypnotika zu häufig eingesetzt werden.“</p>
<p>Dem kann ich mich nur anschliessen und ergänzen, dass oft auch Heilpflanzen-Präparate ein gute Option zur Linderung von Schlafstörungen sind. Ihre Wirkungsstärke reicht zwar in schweren Fällen häufig nicht aus, doch sind sie dafür ausgesprochen risikoarm (keine Abhängigkeitsgefahr, kein erhöhtes Sturzrisiko). Beispiele für gebräuchliche Heilpflanzen in diesem Bereich sind</p>
<p>- Baldriantinktur / Baldriantee / Baldrianextrakt</p>
<p>- Hopfen / Hopfenzapfen / Hopfenextrakt    (im Bier nicht wirksam)</p>
<p>- Melissentee oder Melissenöl,</p>
<p>- Lavendelblüten oder Lavendelöl</p>
<p>- Passionsblumenkraut / Passionsblumenextrakt</p>
<p>- Kamillentee</p>
<p>- Orangenblütentee</p>
<p>- Goldmelissentee</p>
<p>Diese Heilpflanzen sind in ihrer Wirkung unterschiedlich gut dokumentiert. Am besten belegt sind Kombinationspräparate Baldrian / Hopfen. Passionsblumen-Extrakte und ausserdem die ätherischen Öle Melissenöl und Lavendelöl.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin &amp; Krebs: Schwarze Schafe erkennen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 15:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Komplementärmedizin &#038; Krebs: Schwarze Schafe erkennen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Bereichen Komplementärmedizin und Alternativmedizin fehlt eine Qualitätssicherung, die diesen Namen verdienen würde. Das hat unter anderem zur Folge, dass nicht wenige Heilerinnen und Heiler mit haltlosen Heilungsversprechungen die Hoffnungen von Krebspatientinnen und Krebspatienten ausnützen. Auf www.darmkrebs.de fand ich vor kurzem neben nützlichen Informationen zum Thema Darmkrebs ein paar Kriterien, die zum Erkennen von Schwarzen Schafen beitragen können:</p>
<p>„Seien Sie besonders kritisch, wenn Ihnen jemand eine neue Therapie empfiehlt, die angeblich keinerlei Nebenwirkung hat und große Erfolge verspricht. Stutzig sollten Sie werden, wenn z.B. behauptet wird,</p>
<p>Krebs sei eine Krankheit mit einer einzigen Ursache, daher könne es auch nur eine einzige erfolgversprechende Behandlung geben.</p>
<p>die Behandlung wirke besser als die &#8220;Schulmedizin&#8221; und Behandlungserfolge seien bei Krebs die Regel, Misserfolge dagegen die große Ausnahme.</p>
<p>die angebotene Methode böte auch sicheren Schutz davor, an Krebs zu erkranken.</p>
<p>die Behandlung sei kompliziert, geheimnisvoll oder an gewisse Personen gebunden und sei insgesamt schwer zu begreifen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.darmkrebs.de/ergaenzende-therapien/</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Krebspatientinnen und Krebspatienten werden oft überschwemmt mit guten bzw. gut gemeinten Ratschlägen, die ihnen teilweise ziemlich aggressiv aufgedrängt werden.</p>
<p>Darum sind Kriterien wichtig, die dabei helfen, überzogene und unseriöse Versprechungen zu erkennen.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/komplementarmedizin-woran-erkennen-sie-fragwurdige-aussagen.html">Komplementärmedizin &#8211; woran erkennen sie fragwürdige Aussagen? </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Zitrusfrüchte gegen Schlaganfall</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/03/05/zitrusfruchte-gegen-schlaganfall.html</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 20:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Zitrusfrüchte gegen Schlaganfall. Grapefruitsaft und Orangensaft enthalten Flavonoide.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Konsum von Zitrusfrüchten kann bei der Prävention von Schlaganfällen mitwirken. Das haben Forscher der Norwich Medical School an der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien, entdeckt. Die in den Zitrusfrüchten vorkommenden Flavonoide reduzieren demnach das Schlaganfallrisiko um bis zu 19 Prozent.</p>
<p>Die britischen Forscher haben den Zusammenhang zwischen der Einnahme von hohen Mengen an Flavonoiden und dem Schlaganfallrisiko genauer untersucht. Die Studie stützte sich auf Daten der sogenannten Nurse’s Health Study, in der fast 70.000 Frauen über 14 Jahre lang beobachtet wurden. Die teilnehmenden Frauen wurden regelmäßig zu ihrem Obst- und Gemüseverzehr befragt. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Frauen, die eine große Menge Zitrusfrüchte wie etwa Orangen oder Grapefruits konsumierten, ein um 19 Prozent tieferes Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden.</p>
<p>Flavonoide sind Pflanzenstoffe, die nicht nur in Zitrusfrüchten enthalten sind, sondern auch in anderen Früchten, in Gemüse, dunkler Schokolade und Rotwein vorkommen. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse sowie von Vitamin C mit einem reduzierten Schlaganfallrisiko verbunden ist. Für diesen Effekt werden hauptsächlich die Flavonoide verantwortlich gemacht, da sie die Blutgefäße schützen und eine Wirkung gegen Entzündungen entfalten.</p>
<p>Die britischen Wissenschaftler haben nun die einzelnen Flavonoide genauer unter die Lupe genommen. Die Gesamtmenge der konsumierten Flavonoide verminderte dabei das Schlaganfallrisiko nicht wesentlich. Allerdings reduzierte ein hoher Konsum von Flavanonen, einer Untergruppe der Flavonoide, das Schlaganfallrisiko bei den Frauen um 19 Prozent. In dieser Studie stammten die Flavanone vor allem aus Orangen und Orangensaft (82 Prozent) oder Grapefruits und Grapefruitsaft (14 Prozent). Die Wissenschaftler empfehlen dennoch, dass Verbraucher eher ihren Früchtekonsum steigern sollten, als dass sie zu Fruchtsäften greifen, da diese oft auch Zucker in allzu grossen Mengen enthalten. Generell seien jedoch noch weitere Studien nötig, um den Zusammenhang zwischen Früchtekonsum und vermindertem Schlaganfallrisiko zu bestätigen.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-02-orangen-gegen-schlaganfall.html</p>
<p>„Dietary Flavonoids and Risk of Stroke in Women“, Aedín Cassidy et al.; Stroke, DOI: 10.1161/STROKEAHA.111.637835</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Flavonoide sind eine wichtige und interessante Wirkstoffgruppe in Heilpflanzen. Sie haben grosse Bedeutung in der Ernährung und in der Phytotherapie. Es handelt sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, zu denen ein grosser Teil der Blütenfarbstoffe gehört.</p>
<p>Zum Stellenwert der Flavonoide in der Ernährung schreibt Wikipedia:</p>
<p>„ Der Mensch nimmt Flavonoide mit der Nahrung in größeren Mengen auf. Rund zwei Drittel der rund ein Gramm umfassenden phenolischen Substanzen, die der Mensch zu sich nimmt, sind Flavonoide. ‚Es wird angenommen, das sie dank ihrer antioxidativen Wirkung, die in vitro z. T. stärker ist als diejenige von bekannten Antioxidanzien wie Vitamin E, einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben.’</p>
<p>Epidemiologische Studien zeigten ein geringeres Risiko für verschiedene Krankheiten bei höherer Flavonoidaufnahme, darunter etwa Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Flavonoide wirken auf den Arachidonsäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Für Krebs zeigten die epidemiologischen Studien keinen Zusammenhang, mit Ausnahme von Lungenkrebs, dessen Risiko vor allem durch Flavonoidaufnahme über Äpfel verringert wird.</p>
<p>Für einige Verbindungen wurde in in vitro-Tests eine mutagene oder genotoxische Wirkung gezeigt. Es gibt aber keine Hinweise auf eine Toxizität beim Menschen, Tierversuche zeigten keine kanzerogene Wirkung von Flavonoiden. Bestimmte Flavonoide führen zu einer starken Hemmung der Cytochrom P450-abhängigen Monooxygenasen (Phase-I-Enzyme), andere wiederum zu einer Aktivierung. Es kann auch eine dosisabhängige Aktivierung von Phase-II-Enzymen kommen. All dies kann zu Wechselwirkungen mit Arzneistoffen führen, etwa bei Grapefruit.“</p>
<p>In Früchten wie beispielsweise im Apfel sind die Flavonoide vor allem in den Schalen konzentriert.</p>
<p>Zu den Wechselwirkungen von Grapefruitsaft mit Medikamenten siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/18/grapefruitsaft-und-andere-fruchtsaefte-koennen-medikamenten-wirkungen-beeinflussen.html  ">Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen </a></p>
<p>Zur medizinischen Wirkung der Flavonoide:</p>
<p>„Etliche flavonoidhaltige Arzneidrogen werden therapeutisch genutzt, daneben auch einige Reinstoffe. Sie werden als Venenmittel eingesetzt aufgrund ihrer gefäßschützenden, ödemprotektiven Wirkung, als Herz-Kreislaufmittel wegen ihrer positiv inotropen, antihypertensiven Wirkung, als Diuretika, als Spasmolytika bei Magen-Darm-Beschwerden sowie als Lebertherapeutika. Ihre Wirkung wird hauptsächlich auf ihre antioxidativen Eigenschaften sowie die Hemmung von Enzymen zurückgeführt.</p>
<p>Epidemiologische, wie auch die meisten in vivo-Studien deuten an, dass Flavonoide einen positiven Einfluss auf verschiedene Herz-Kreislauferkrankungen haben. Traditionell wurden diese Effekte nur ihren antioxidativen Aktivitäten zugeschrieben. Jedoch gibt es neben der unmittelbaren Bindung Reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) eine Vielzahl anderer Effekte, die in pharmakologisch erreichbaren Konzentrationen auch für den positiven kardiovaskulären Einfluss der Flavonoide wie z.B. Taxifolin verantwortlich sein kann. Dazu gehören insbesondere die Hemmung der ROS-bildenden Enzyme, Hemmung der Thrombozytenfunktion, Hemmung der Leukozyten-Aktivierung und gefäßerweiternde Eigenschaften.</p>
<p>Unter den zahlreichen Wirkungen von Flavonoiden, die in in vitro- und in vivo-Versuchen nachgewiesen wurden, sind die wichtigsten:</p>
<p>antiallergische und antiphlogistische Wirkung</p>
<p>antivirale und antimikrobielle Wirkung</p>
<p>antioxidative Wirkung</p>
<p>antiproliferative und antikanzerogene Wirkung</p>
<p>Flavonoide wirken über mehrere Wirkungsmechanismen. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung von verschiedenen Signaltransduktionswegen in den Zellen (NF-κB, MAPK). Flavonoide hemmen über dreißig Enzyme im menschlichen Körper. Sie aktivieren verschiedenste Zelltypen des Immunsystems. Die beiden letzten Eigenschaften sind etwa für die entzündungshemmende Wirkung von Flavonoiden verantwortlich.</p>
<p>Folgende Flavonoide werden als Reinstoffe als Venenmittel genutzt:</p>
<p>Citrusbioflavonoide, Hesperidin</p>
<p>Diosmin</p>
<p>Rutin und Hydroxymethylrutinoside</p>
<p>Unter den Arzneidrogen überwiegen solche, die Flavonolglykoside und Glykosylflavone enthalten. Wichtige Arzneidrogen, die größere Mengen an Flavonoiden enthalten, sind:</p>
<p>Arnikablüten (Arnika)</p>
<p>Birkenblätter (Hänge-Birke, Moor-Birke)</p>
<p>Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum)</p>
<p>Ginkgoblätter (Ginkgo)</p>
<p>Goldrutenkraut (aus Solidago virgaurea, Solidago gigantea und Solidago canadensis)</p>
<p>Holunderblüten (Schwarzer Holunder)</p>
<p>Hopfenzapfen (Echter Hopfen)</p>
<p>Kamillenblüten (Kamille)</p>
<p>Katzenpfötchenblüten (Gewöhnliches Katzenpfötchen)</p>
<p>Lärchenextrakt (Taxifolin)</p>
<p>Mädesüßkraut und -blüten (Mädesüß)</p>
<p>Mariendistelfrüchte (Mariendistel)</p>
<p>Passionsblumenkraut (aus Passiflora incarnata)</p>
<p>Bitterorangenschale (Bitterorange)</p>
<p>Ringelblumenblüten (Ringelblume)</p>
<p>Römische Kamille</p>
<p>Rotes Weinlaub (Vitis vinifera)</p>
<p>Saflorblüten (Saflor)</p>
<p>Stiefmütterchenkraut (Viola arvensis und Viola tricolor)</p>
<p>Süßholzwurzel (Süßholz)</p>
<p>Weißdornblätter mit Blüten (mehrere Weißdorn-Arten)“</p>
<p>Quelle: Wikipedia</p>
<p>Wenn Wikipedia von „Arzneidrogen“ schreibt, sind damit getrocknete Heilpflanzen gemeint. Der Begriff „Droge“ bezieht sich also in der Pflanzenheilkunde nicht auf Drogen im Sinne von Betäubungsmitteln.</p>
<p>Flavonoide sind in der Regel gut verträgliche Wirkstoffe, die sich auch für längere Anwendung eignen. Es muss aber auf ausreichende Dosierungen geachtet werden, was insbesondere bei Pflanzentinkturen aus Frischpflanzen (Urtinkturen) oft nicht gewährleistet ist, wenn zum Beispiel von Weissdorntinktur oder Mariendisteltinktur nur 3 mal täglich 3 &#8211; 5 Tropfen empfohlen werden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  "> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Zum Frittieren Olivenöl vorziehen</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 23:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital.  Zum Frittieren Olivenöl vorziehen - und Distelöl, Sonnenblumenöl oder Walnussöl meiden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind gesund – aber nur, wenn sie nicht zu stark erhitzt werden. Setzt man sie zum Frittieren ein, entwickeln sich Verbindungen, die unter anderem Krebs verursachen können.</p>
<p>Dass gewisse gesundheitsschädliche Substanzen, die beim Erhitzen verschiedener Speiseöle entstehen, in die Luft gelangen und möglicherweise eingeatmet werden, war Forschern schon seit Längerem bekannt. Nun hat eine Wisssenschaftlergruppe untersucht, ob diese Aldehyde genannten Abbauprodukte teilweise auch im Öl verbleiben und mit der Nahrung in den menschlichen Organismus gelangen können. &#8220;Und das tun sie&#8221;, erklärt Maria Dolores Guillén, Dozentin für Pharmazie und Lebensmitteltechnologie an der Universität von Valencia (Spanien).</p>
<p>Bisher habe man diese Stoffe nur aus biomedizinischen Studien gekannt, in denen sie mit verschiedenen Krebsarten sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Morbus Parkinson in Verbindung gebracht werden. Die toxischen Aldehyde entstehen beim Abbau von Fettsäuren. Manche von ihnen gehen in die Raumluft über, sind also flüchtig. Andere können nach dem Frittieren im Lebensmittel verbleiben. Weil sie sehr reaktionsfreudig sind, reagieren sie im Körper beispielsweise mit Eiweißen, Hormonen und Enzymen und stören deren Funktion.</p>
<p>Für ihre Untersuchung haben die Forscher drei verschiedene Öle vunter die Lupe genommen: Olivenöl, Sonnenblumenöl und Leinöl, wobei letzteres hierzulande üblicherweise nicht zum Braten eingesetzt wird. Leinöl wurde aber aufgrund seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren in die Untersuchung einbezogen. Die Öle wurden fünf Tage lang je acht Stunden auf 190 °C erhitzt und danach auf ihre Zersetzungsprodukte hin analysiert. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Sonnenblumenöl und Leinöl den höchsten Anteil an giftigen Abbauprodukten gebildet hatten, Olivenöl am wenigsten. Ursache dafür ist ein hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Sonnenblumenöl und in Leinöl. Im Gegensatz dazu enthält Olivenöl einfach ungesättigte Fettsäuren, die in der Hitze stabiler sind.</p>
<p>Sie habe nicht die Absicht, die Bevölkerung in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen, betonte Guillén. Es seien jedoch weitere Untersuchungen nötig, um beispielsweise Grenzwerte für die giftigen Abbauprodukte festzulegen. Für den heimischen Herd bewährt sich eine sehr einfache Regel: Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie Färberdistelöl, Walnussöl oder Sonnenblumenöl kommen in die Salatsoße, einfach ungesättigte wie Olivenöl gehören in die Pfanne (oder auch an den Salat).</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-02-zum-frittieren-lieber-olivenoel-nehmen.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Beim Frittieren mit Pflanzenölen geht es auch um den sogenannten Rauchpunkt:</p>
<p>„Der Rauchpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der über einem erhitzten Öl oder Fett die deutlich sichtbare Rauchentwicklung beginnt. Entgegen der Anweisung zum definierten Vorheizen der Pfanne oder des Fettes in vielen Kochrezepten, sollten Fette und Öle aus gesundheitlichen Gründen nicht so weit erhitzt werden, dass sie zu rauchen beginnen, weil dabei Acrolein freigesetzt werden kann.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Acrolein ist sehr giftig und gilt als krebserregend.</p>
<p>Olivenöl hat einen hohen Rauchpunkt (natives Olivenöl 190 °C, raffiniertes 220 °C), Walnussöl unraffiniert 160°C, Sonnenblumenöl unraffiniert 107°C, Distelöl 150°C.</p>
<p>Geeignet zum Frittieren sind neben Olivenöl auch Erdnussöl, Rapsöl und raffiniertes Sonnenblumenöl.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/22/distelol-und-leinol-nicht-zum-braten-benutzen.html">Distelöl und Leinöl nicht zum Braten benutzen</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/02/23/kaffee-kein-erhohtes-risiko-fur-chronische-erkrankungen.html</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 18:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen.
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Resultate der EPIC-Deutschland-Studie, an der mehr als 42.600 erwachsene Frauen und Männer aus Potsdam und Heidelberg teilnehmen, weisen darauf hin, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen steigert, sondern sogar mit einem reduzierten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Personen, die täglich mehr als vier Tassen (über 600 ml) koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten verglichen mit Personen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse konsumierten, ein um 23 Prozent tieferes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich in der Studie auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an.</p>
<p>Die Forscher um Heiner Boeing und Anna Flögel, beide Ernährungs-Epidemiologen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), publizierten nun ihre Studiendaten in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition. Neben Mitarbeitern des DIfE arbeiteten auch Rudolf Kaaks und Birgit Teucher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Tobias Pischon vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch an der Studie mit.</p>
<p>Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten alkoholfreien Getränke und besteht aus einer Mixtur verschiedener Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen Koffein, Chlorogensäure sowie weitere Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe – also Substanzen, die den menschlichen Stoffwechsel durchaus beeinflussen und zum Teil mit positiven und teilweise mit negativen Gesundheitseffekten in Verbindung stehen. Die gesundheitlichen Wirkungen des Kaffeekonsums stehen deshalb immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei in den meisten Studien häufig nur die Beziehung zwischen Kaffeegenuss und einer Erkrankungsart untersucht wurde. Das deutsche Wisssenschaftlerteam analysierte nun die Langzeiteffekte des Kaffeekonsums nicht nur bezüglich einer Erkrankung, sondern hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig. Prospektive (= verausschauende) Langzeit-Bevölkerungsstudien wie die EPIC-Deutschland-Studie sind hierzu speziell gut geeignet.</p>
<p>Neben den Ernährungs- und Lebensstildaten erfassten und analysierten die Forscher auch die medizinischen Daten der Studienteilnehmer/innen. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten erstmals 1.432 Studienteilnehmer/innen an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 erlitten einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer erkrankten an Krebs. Verglichen die Wissenschaftler die Daten von Personen, die sehr viel Kaffee konsumierten, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikosteigerung für die in den westlichen Industrienationen häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee tranken, beobachteten sie sogar ein reduziertes Typ-2-Diabetes-Risiko.</p>
<p>„Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, erklärt Erstautorin Anna Flögel. Wer Kaffee also gut vertrage und ihn gerne trinkt, sollte dies somit auch weiterhin tun, sagt die Epidemiologin. Andersherum sollten sich Menschen jedoch aufgrund der Resultate nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. „Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, stellt Studienleiter Heiner Boeing fest. Für die Flüssigkeitszufuhr bieten sich neben dem Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt an, beispielsweise Tee und Wasser.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke</p>
<p>Anna Floegel et al.; 2012, 95:1-8; doi:10.3945/ajcn.111.023648; Link zur Publikation: http://www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36718</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Kaffee hat in den letzten Jahren eine deutliche Imageaufbesserung erfahren, was seine Auswirkungen auf die Gesundheit angeht. Dass dürfte auch daran liegen, dass die Kaffeeindustrie Geld für die Forschung zu Verfügung stellt. Es gibt aber neben positiven Wirkungen auf die Gesundheit auch einige kritische Punkte.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/01/hohe-koffein-mengen-im-espresso-bergen-risiko-in-der-schwangerschaft.html  ">Hohe Koffeinmengen im Espresso bergen Risiko in der Schwangerschaft </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/30/beugt-kaffee-depressionen-vor.html">Beugt Kaffee Depressionen vor? </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/21/kaffee-schutz-gegen-demenz-durch-wachstumsfaktor-gcsf.html">Kaffee: Schutz gegen Demenz durch Wachstumsfaktor gcsf </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/22/parkinson-koffein-als-neuroprotektivum.html">Parkinson: Koffein als Neuroprotektivum?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/15/kaffee-unerfullter-kinderwunsch.html">Kaffee &amp; unerfüllter Kinderwunsch </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/11/kaffee-konnte-fruchtbarkeit-bei-frauen-reduzieren.html  ">Kaffee könnte Fruchtbarkeit bei Frauen reduzieren</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/28/hepatitis-c-kaffee.html  ">Hepatitis C &amp; Kaffee </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/30/koffein-gibt-auch-den-muskeln-einen-kick.html  ">Koffein gibt auch den Muskeln einen Kick </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/18/studie-koffein-ungeeignet-fur-kinder.html">Studie: Koffein ungeeignet für Kinder </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/08/kaffee-kann-angst-auslosen.html">Kaffee kann Angst auslösen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/kopfschmerzen-nach-koffein-entzug.html">Kopfschmerzen nach Koffeinentzug</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/27/forscher-warnen-vor-koffein-in-der-schwangerschaft.html   ">Forscher warnen vor Koffein in der Schwangerschaft</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Ukrain: Bedenkliches und illegales Krebsmittel</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/02/19/ukrain-bedenkliches-und-illegales-krebsmittel.html</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 12:39:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Ukrain: Bedenkliches und illegales Krebsmittel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft das Medikament Ukrain als bedenkliches Arzneimittel ein. Ukrain wird als Wundermittel gegen Krebs propagiert. Nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besteht gemäss BfArM der begründete Verdacht, dass die Anwendung schädliche Wirkungen über das medizinisch vertretbare Maß hinaus zeigt, auch bei vorgesehenem Gebrauch nach Herstellerangaben. Der Import nach Deutschland sei eine Straftat.</p>
<p>Nach Informationen des BfArM ist Ukrain wahrscheinlich ein semisynthetisches Mischpräparat aus dem Zytostatikum Thiotepa und Alkaloiden des Schöllkrauts (Chelidonium majus L.). Bezüglich der Zusammensetzung mache der Vertreiber selbst unterschiedliche Angaben, warnt die Arzneimittelbehörde. Hersteller von Ukrain ist die Firma Nowicky Pharma mit wechselndem Geschäftssitz in der Ukraine, Österreich oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.</p>
<p>Im Internet wird Ukrain als Universalmittel gegen Krebs und als probater Ersatz für Chemotherapie propagiert. Sogar die Behauptung, der Krebs könne rückgängig gemacht werden, ist zu finden. Wissenschaftliche Belege für diese Aussagen gibt es laut BfArM nicht, ebenso wenig wie für die Sicherheit des Präparates.</p>
<p>2001 hat die Ukrainische Arzneimittelbehörde Ukrain eine Zulassung erteilt, die aber seit November 2011 ruht. Die Herstellerfirma hatte wiederholt erfolglos bei der Europäischen Arzneimittelagentur eine Zulassung als Orphan Drug mit Indikation Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) beantragt und sogar gegen die Ablehnung der Anträge vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklagt. Die Klage hat der EuGH im September 2010 in allen Punkten abgewiesen. Ukrain ist dadurch in der ganzen Europäischen Union nicht verkehrsfähig.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4194&amp;Nachricht_ID=40869&amp;Nachricht_Title=Nachrichten_Ukrain%3A+Bedenkliche+und+illegale+Krebstherapie&amp;type=0&amp;folder_id=40789</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Mit den durchaus begreiflichen Hoffnungen von Krebspatientinnen und Krebspatienten wird schamlos Profit gemacht. Ukrain ist hier nur eines der bekanntesten Beispiele.</p>
<p>Oft geht es dabei aber nicht einfach nur um Geld. Heilerinnen und Heiler profilieren sich mit überzogenen Heilungsversprechungen auch oft als Retter. Das ist vor allem gut für das eigene Ego.</p>
<p>Bezüglich Ukrain ist lässt sich feststellen, dass nur schon widersprüchliche Angaben des Herstellers zur Zusammensetzung des Produktes nicht gerade vertrauenserweckend sind,  genauso wenig wie ein immer wieder wechselnder Firmensitz.</p>
<p>Im <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/23/heilpflanzen-lexikon-ein-leitfaden-auf-wissenschaftlicher-grundlage-–-von-dietrich-frohne.html">Heilpflanzenlexikon</a> von Dietrich Frohne (2006) wird zur Zusammensetzung von Ukrain folgende Angabe gemacht:</p>
<p>„Das ‚Krebsmittel’ Ukrain ist ein semisynthetisches Mischpräparat aus Schöllkraut-Alkaloiden und dem Zytostatikum Thiotepa. 3 Moleküle Chelidonin sind über den Alkaloidstickstoff mit Ethylgruppen des Thiophosphorsäurederivats (unter Öffnung der 3-Aziridinringe) verbunden. Das Präparat enthält aber mehrere Alkaloide;&#8230;.“</p>
<p>In der Phytotherapie-Fachliteratur gibt es keine dokumentierten Hinweise auf eine krebshemmende Wirkung von Schöllkraut.</p>
<p>Zur Wirksamkeit von Ukrain stehen nur die Versprechungen des Herstellers im Raum.</p>
<p>Frohne schreibt dazu:</p>
<p>„&#8230;die bisher vorliegenden klinischen Berichte  erlauben wegen fehlender objektiver Kriterien keine Beurteilung der Wirksamkeit. Vom Einsatz des seit längerem – jetzt auch im Internet – beworbenen Mittels wir sowohl von der AMKdÄ und der Dtsch. Krebsgesellschaft als auch von der Schweiz. Krebsliga und der Schweizerischen Gesellschaft für Onkologie abgeraten.“</p>
<p>Eine fundierte Bewertung von Heilpflanzen-Präparaten für die Begleittherapie bei Krebserkrankungen hat Jutta Hübner publiziert:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html   ">Jutta Hübner: Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co.</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15   ">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Milch und Chlorophyll gegen Knoblauch-Geruch?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/29/milch-und-chlorophyll-gegen-knoblauch-geruch.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/29/milch-und-chlorophyll-gegen-knoblauch-geruch.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 14:43:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Milch und Chlorophyll gegen Knoblauch-Geruch?
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt gute Tipps und gutgemeinte Tipps.</p>
<p>Gutgemeinte Tipps gegen den Knoblauch-Geruch gibt das Internetportal „madonna“.</p>
<p>Zuerst wird der Knoblauch als eines der universellsten Heilmittel gelobt. Er halte Herz- und Kreislauf jung, bekämpfe Viren, Bakterien und Entzündungen, beuge Herzkreislauferkrankungen vor, unterstütze die Verdauung und schütze vor Krebs.</p>
<p>Sein einziges Manko sei der strenge Geruch. Nicht nur via Atemluft mache er sich bemerkbar, er finde auch den Ausgang über die Drüsen der Haut.</p>
<p>Dann geht der Text auf „madonna“ konkreter auf den Knoblauch-Geruch ein:</p>
<p>„Verantwortlich für den penetranten Geruch ist das Allicin im Knoblauch. Es enthält Schwefel, der unseren Geruchssinn reizt. Das Allicin wandert über den Blutkreislauf in den ganzen Körper.“</p>
<p>Milch neutralisiere den Knoblauch-Geruch, schreibt „madonna“:</p>
<p>„Milch soll einer US-Studie der Ohio State University zufolge, das beste Mittel gegen die Knoblauchfahne sein. Sie neutralisiert 50 Prozent der Schwefelverbindungen im Atem. Trinken Sie ein Glas Milch beim Essen oder danach.“</p>
<p>So wie Milch binde auch Chlorophyll Geruchsstoffe. Wer beides miteinander kombinieren wolle, solle einen halben Bund gehackte Petersilie in die Milch geben und alles gemeinsam pürieren.</p>
<p>Als Tipps für kurzfristige Abhilfe nennt „madonna“ noch: Schokolade lutschen, Kaffeebohnen zerkauen und die Finger nach dem Knoblauchschneiden an einem Chromstahlstein reiben.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://madonna.oe24.at/gesund/Knoblauch-Geruch-wegmachen-Das-hilft/53344090?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+oe24-Gesund+%28oe24+-+Gesund%29</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Milch und Chlorophyll binden also schwefelhaltige Inhaltsstoffe, die für den Knoblauch-Geruch verantwortlich sind. Schön und gut. Erwähnen müsste man in diesem Zusammenhang allerdings auch, dass die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe des Knoblauchs nach gegenwärtigem Wissensstand auch zum grössten Teil für die therapeutischen Wirkungen dieser Heilpflanze verantwortlich sind.</p>
<p>Wer auf diese Art den Knoblauch-Geruch vermindert, reduziert wahrscheinlich auch die Wirkung. Wenn man Knoblauch in der Küche als Gewürz verwendet, spielt das keine Rolle, wenn man ihn als Heilpflanze einsetzt allerdings schon. Für diesen Fall ist der „Madonna-Tipp“ wohl eher gutgemeint.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/18/phytotherapie-knoblauch-kann-zur-blutdruck-senkung-beitragen.html">Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/10/knoblauch-barlauch-zwiebel-co.html">Knoblauch &#8211; Bärlauch &#8211; Zwiebel &amp; Co. </a></p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/06/knoblauch-gegen-erkaeltungen.html  ">Knoblauch gegen Erkältungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/09/13/knoblauch-entspannt-blutgefaesse-dank-schwefelwasserstoff.html  ">Knoblauch entspannt Blutgefässe dank Schwefelwasserstoff</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/30/studien-bestaetigen-guenstige-wirkungen-von-knoblauch-extrakt-auf-herz-und-gefaesse.html">Studien bestätigen günstige Wirkungen von Knoblauch-Extrakt auf Herz und Gefässe</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/05/knoblauch-studien-bestaetigen-guenstige-einfluesse-auf-herz-und-gefaesse.html">Knoblauch: Studien bestätigen günstige Einflüsse auf Herz und Gefässe </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Weltuntergang 2012 nach dem Mayakalender &#8211; Kommentar zu einem irren Phänomen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/06/der-weltuntergang-2012-nach-dem-mayakalender-kommentar-zu-einem-irren-phanomen.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/06/der-weltuntergang-2012-nach-dem-mayakalender-kommentar-zu-einem-irren-phanomen.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 22:44:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ätzend, dieser Hype um den angeblichen Weltuntergang am 21. Dezember 2012 aufgrund angeblicher Vorhersagen eines Mayakalenders. Ich habe mich gefragt, ob ich auch noch etwas dazu schreiben soll, oder ob es besser wäre, diesen esoterischen Blödsinn gar nicht zu beachten. Interessant ist nicht die Frage, ob diese bescheuerte Prophezeiung wahr ist oder nicht – die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ätzend, dieser Hype um den angeblichen Weltuntergang am 21. Dezember 2012 aufgrund angeblicher Vorhersagen eines Mayakalenders.</p>
<p>Ich habe mich gefragt, ob ich auch noch etwas dazu schreiben soll, oder ob es besser wäre, diesen esoterischen Blödsinn gar nicht zu beachten.</p>
<p>Interessant ist nicht die Frage, ob diese bescheuerte Prophezeiung wahr ist oder nicht – die Welt wird am 21. Dezember 2012 nicht untergehen.</p>
<p>Interessant ist vielmehr das Phänomen, wie solche Prophezeiungen konstruiert werden.</p>
<p>Unser Gehirn ist, wenn es auf „Welt“ trifft, ständig auf der Suche nach Ordnung und Zusammenhängen. Das ist auch bei vielen Tierarten schon so.</p>
<p>Besonders in unübersichtlichen Situationen neigt unser Gehirn dazu, auch dort Ordnung und Zusammenhänge zu sehen, wo gar keine sind.  Offenbar ziehen wir notfalls selbst konstruierte Ordnungen dem Chaos vor. Menschen,  die stark zu selbst konstruierten Zusammenhängen neigen, finden sich besonders häufig in den Bereichen der Esoterik und der Verschwörungstheorien. Das hat ganz einfach damit zu tun, dass diese Bereiche auf solchen Konstrukten basieren.</p>
<p>Stärker werden solche Konstrukte beispielsweise, wenn viele Menschen die selbst geschaffenen Ordnungen und Zusammenhänge einer passenden Führerperson übernehmen. Auf dieser Basis entstehen Sekten, Gurusysteme, fundamentalistische Ideologien, Verschwörungstheorien. Sie alle interpretieren die Welt entlang von forciert konstruierten Zusammenhängen und setzen ihre Interpretation absolut.</p>
<p>Rupert Lay hat dieses Phänomen prägnant beschrieben:</p>
<p>„In Situationen objektiver oder subjektiver Orientierungslosigkeit basteln wir Menschen oft die phantastischsten Theorien zusammen. Sie sind um so phantastischer, als sich der Grund oder die Erklärung eines Sachverhaltes oder einer Beziehung zwischen zwei oder mehreren Sachverhalten nicht gleich aus dem Repertoire des eigenen oder sozialvermittelten Lernens anbietet. Unser Vertrauen in die Richtigkeit dieser selbsterstellten Theorie ist nahezu unerschütterlich, und das um so mehr, je grösser der Aufwand bei ihrer Erstellung war und je sonderbarer sie ist. Informationen, die dieser Theorie widersprechen, führen in der Regel nicht zu Korrekturen, sondern zur weiteren Ausarbeitung und Verfeinerung der absurden Erklärung.“</p>
<p>(aus: Philosophie für Manager, Econ Verlag 1991)</p>
<p>Verschwörungstheorien, Weltuntergangs-Prophezeiungen und esoterische Konstrukte sind offenbar Phänomene, die ziemlich stark im menschlichen Hirn verwurzelt sind. Katzen produzieren wohl kaum solche Geschichten (wer weiss&#8230;?).</p>
<p>Erstaunlich ist es aber schon, dass  fast ohne reale Fakten, nur basierend auf konstruierten Zusammenhängen, ein solcher weltweiter Hype wie diese Weltuntergangs-Prophezeiung nach dem Mayakalender entstehen kann. „Maya“ genügt offenbar vielen Menschen als Qualitätslabel, das den Wahrheitsgehalt einer Behauptung bestätigt.</p>
<p>Für das Qualitätslabel „Maya“ spricht der Traditions-Bonus (Tradition hat bekanntlich immer Recht) und der Exoten-Bonus (Je exotischer, desto überzeugender – was man nicht kennt, eignet sich besser als weisse Leinwand für die Projektion eigener Wünsche und Bedürfnisse)&#8230;..</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/18/komplementarmedizin-hat-tradition-recht.html">Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht? </a></p>
<p>Und schwup, schon übernehmen offenbar ganze Heerscharen ein irres Konstrukt, das nichts enthält als erhitzte Luft. Dabei ist diese Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung ja noch vergleichsweise harmlos. Gut, einige Leute verdienen sich daran wohl eine goldene Nase, wie das im Esoterikmarkt mit seinen überrissenen Margen halt so üblich ist. Und einige Leute steigern ihren Eso-Kultstatus, indem sie sich durch Einsicht in diese tiefen Zusammenhänge und in uralte Weisheiten von der breiten, unerleuchteten Masse abheben. Heikler wird es, wenn Menschen im Hinblick auf den bevorstehenden Weltuntergang ihr Haus verkaufen, den Job kündigen, ihre Beziehung aufgeben oder sich und ihre Kinder umbringen, um den Horror eines Weltuntergangs nicht miterleben zu müssen. Das sind alles ganz reale Begleiterscheinungen bisheriger Weltuntergangsszenarien. Wer solche Prophezeiungen weiterverbreitet, trägt dafür Mitverantwortung.</p>
<p>Wer sich detailliert für die Fakten rund um diese angeblichen Wahrsagungen des Mayakalenders zum Weltuntergang interessiert, findet alles dazu hier:</p>
<p><a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/weltuntergang-2012-fragen-und-antworten.php">http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/weltuntergang-2012-fragen-und-antworten.php</a></p>
<p>Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), den ich sehr schätze, hat zur Wahrsagerei geschrieben:</p>
<p><strong>„Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen.“</strong></p>
<p>Wobei er aber wohl nicht eine absolute, zweifelsfreie Wahrheit gemeint hat, schreibt er doch auch:</p>
<p><strong>„Wir irren allesamt, nur irret jeder anders.“</strong></p>
<p><strong>Faktenferne Konstrukte in der Politik</strong></p>
<p>Richtig beunruhigend finde ich aber, dass vergleichbare Phänomene auch auf der politischen Ebene zu beobachten sind.  Bei Silvio Berlusconi beispielsweise – einem „exzellenten“ Verschwörungstheoretiker – liess sich sehr gut beobachten, dass seine Fantasien über hintergründige feindliche Einflüsse immer verstiegener wurden, je mehr er in Bedrängnis kam.</p>
<p>Konstruierte Zusammenhänge, die kollektive Bedeutung erlangten, waren aber auch zentral beteiligt am Hexenwahn (rund um den „Schadenzauber“) und im Sündenbocksystem der Nationalsozialisten (die Juden als Ursache für alles Übel). Wenn ich sehe, wie leicht und massenhaft Menschen auf diese Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung abfahren – ein leeres Konstrukt ohne Faktenbasis – dann scheint mir das vor allem aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich..</p>
<p>Für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaftsform ist es unabdingbar, dass Bürgerinnen und Bürger den Willen und die Fähigkeit haben, angebotene Konstrukte auf ihren Faktengehalt hin abzuklopfen.</p>
<p>Die Überschwemmung mit esoterischen Konstrukten &#8211; wie beispielsweise dieser Mayakalender-Weltuntergangs-Prophezeiung – unterminiert meines Erachtens diese Fähigkeit und ist darum gesellschaftspolitisch schädlich.</p>
<p><strong>Faktenferne oder faktenwidrige Konstrukte in der Komplementärmedizin</strong></p>
<p>Faktenferne oder faktenwidrige Konstrukte spielen auch in der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> eine grosse Rolle und werden vom Markt bestens aufgenommen. Faktenfreiheit ist dafür vielleicht sogar vorteilhaft. Ein gewisser Realitätsgehalt könnte auch dazu betragen, dass Konstrukte an der Erfahrung scheitern.</p>
<p>Dazu zwei Beispiele:</p>
<p><strong>Borreliose-Behandlung mit Kardentinktur</strong></p>
<p>Borreliose ist eine schwierig zu diagnostizierende und –  jedenfalls in späteren Stadien &#8211; schwer behandelbare Krankheit. Bei den späten Stadien der Borreliose kommt die Medizin an Grenzen (sie kommt immer wieder an Grenzen, weil selbstverständlich nicht alles machbar ist).</p>
<p>Jedenfalls kann Medizin in solchen Fällen meist keine Heilung versprechen, sondern allenfalls die Beschwerden lindern.</p>
<p>Wo die ganze Wissenschaft und Medizin weltweit an Grenzen stösst, weiss ein Buchautor die Lösung: Kardentinktur heilt Borreliose. Antibiotika sind unnötig und unwirksam. Unzählige Borreliosepatienten setzen ihre Hoffnung (vergeblich) auf Kardentinktur.</p>
<p>Endlich frei von <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">&#8220;Schulmedizin&#8221;</a>. Kultstatus für Wolf-Dieter Storl als Entdecker dieser natürlichen Behandlung. Schöne Umsätze für den AT-Buchverlag, der keine Skrupel hat, solche fahrlässigen Heilungsversprechungen zu vermarkten.</p>
<p>Wolf-Dieter Storl beschreibt, dass er vor vielen Jahren eine Wanderröte hatte (d. h.: er hatte offenbar Kontakt mit Borreliose-Erregern), sich mit Kardetinktur behandelte und immer noch gesund ist. Was Wolf-Dieter Storl verschweigt: Bei der grossen Mehrheit der Menschen, die Kontakt mit Borrelien haben, entwickelt sich auch ohne Behandlung keine Borreliose. Die Chance ist ausgesprochen gross, dass Storl zu dieser glücklichen Gruppe gehört. Nur eine kleine Minderheit erkrankt an Borreliose, sofern nicht im Frühstadium mit Antibiotika behandelt wird. Für diese kleine Minderheit ist die Antibiotika-Behandlung aber wichtig und die Behandlung mit Kardentinktur anstelle von Antibiotika fatal. Verpasst man nämlich die Antibiotika-Behandlung im Frühstadium, und die Krankheit entwickelt sich weiter, lassen sich die Borreliose-Erreger nur noch  schwer oder gar nicht mehr durch Antibiotika bekämpfen.</p>
<p>Die ganze Geschichte mit der Borreliosetherapie durch Kardentinktur basiert offensichtlich auf einer Fehlinterpretation der Storl’schen „Eigenheilung“  (ein Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss, siehe unten) und auf wunschbasiertem Denken.</p>
<p>Es handelt sich um ein faktenfernes Konstrukt mit hohem Risiko, wenn sich Menschen mit Wanderröte einzig darauf verlassen.</p>
<p>Mehr Details dazu hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/25/karde-borreliose-therapie-nach-storl-beitraege-zur-debatte-4.html">Karde &amp; Borreliosetherapie nach Storl</a></p>
<p><strong>Miracle Mineral Supplement (MMS)</strong></p>
<p>Ein Oxidations- und Reinigungsmittel, das in manchen Gegenden auch zur Trinkwasserchlorierung verwendet wir, soll gegen Malaria, Tuberkulose, Diabetes, Krebs, AIDS und vieles andere mehr helfen. Interessant ist hier, dass MMS auch gerne verwendet wird von Menschen, die aus Überzeugung Antioxidantien („Radikalfänger“) schlucken gegen freie Radikale. MMS entwickelt aber freie Radikale (Chlordioxid).</p>
<p>Auch hier haben wir es meines Erachtens mit einem faktenfreien Konstrukt zu tun.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/27/warnung-miracle-mineral-  supplement-mms.html">Warnung: Miracle Mineral Supplement (MMS)</a></p>
<p>Faktenferne Konstrukte wie die Borreliose-Kardentinktur-Story und das Miracle Mineral Supplement werden jeweils gestützt durch zahlreiche Heilungsanekdoten. Dabei wird aber der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss nicht beachtet.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/06/komplementarmedizin-der-post-hoc-ergo-propter-hoc-fehlschluss-als-haufige-irrtumsquelle.html  ">Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-procter-hoc-Fehlschluss </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/28/komplementarmedizin-wer-heilt-hat-recht.html  ">Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht? </a></p>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/docs_db/115540_Natuerlich-warum-wir-gesund-werden.pdf">Warum wir gesund werden</a></p>
<p>Jede Besserung wird also vorschnell und ungeprüft dem angewandten Mittel zugeschrieben. Placeboeffekt, Selbstheilung, temporäre Besserung im Verlauf chronischer Krankheit und andere mögliche Einflüsse werden ausgeblendet.</p>
<p>Es gibt einen ziemlich egozentrischen „Erfahrungsfundamentalismus“, der die eigene Erfahrung als Massstab unbezweifelbarer Wahrheit betrachtet. Dass die Interpretation der eigenen Erfahrung sehr komplex und mit vielfältigen Selbsttäuschungsmöglichkeiten behaftet ist, geht dabei völlig unter.</p>
<p>Wer um diese Selbsttäuschungsmöglichkeiten weiss wird bescheidener, setzt seine eigenen Erfahrung nicht mehr absolut und wird auch im Bereich Komplementärmedizin genau hinzuschauen und Heilungsversprechungen kritisch hinterfragen.</p>
<p>Und zu guter letzt:</p>
<p>Sollten dereinst Argumente auftauchen, die für eine Wirksamkeit von Kardentinktur bei Borreliose oder von Miracle Mineral Supplement sprechen (äusserst unwahrscheinlich, aber aus grundsätzlichen Überlegungen nicht mit letzter Gewissheit auszuschliessen), werde ich sie genau prüfen und nötigenfalls meine Ansichten modifizieren. Aber mit grossspurigen Geschichten allein kann man mich nicht überzeugen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Artischocke und Gelbwurzel zur Lipidsenkung</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 12:51:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Artischockenblätter und Gelbwurzel-Extrakt als Lipidsenker.
Auch Leinsamen, Bockshornklee, Haferkleie, Grüntee, Hibiskus / Karkade, Rooibostee zeigen Wirkungen als Cholesterinsenker.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie veröffentlichte Prof. Dr. Volker Schulz einen sehr informativen Beitrag über „Pflanzliche Arzneimittel für Herz und Kreislauf“.</p>
<p>Nachfolgend kommentierte Zitate zum Thema Lipidsenkung durch Artischocke und Gelbwurzel (Curcuma):</p>
<p><em>„Extrakte aus Artischockenblättern (Cynarae folium) und Gelbwurzel (Curcumae longae rhizoma) haben choleretische Wirkungen, die für beide Drogen sowohl in Tierversuchen als auch am Menschen nachgewiesen wurden.“</em></p>
<p>Kommentar:</p>
<p>„choleretisch“ = fördert die Gallenproduktion in der Leber.</p>
<p>„Droge“ bedeutet im Bereich Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.</p>
<p><em>„Verstärkter Gallefluss kann mit einer vermehrten Elimination von Cholesterin aus dem Körper verbunden sein. Bei hyperlipidämischen Ratten wurden tatsächlich nach mehrmaligen intraperitonealen Gaben wässriger oder alkoholischer Extrakte aus Artischockenblättern Senkungen der Triglyceridwerte um 30 Prozent und der Cholesterinwerte um bis zu 50 Prozent beobachtet. Bei Versuchen an Leberzellen in vitro wurde darüber hinaus festgestellt, dass nicht nur die Ausscheidung des Cholesterins verstärkt, sondern auch dessen Biosynthese gehemmt wurde. Lipidsenkende Wirkungen mit Artischockenblätter-Extrakten wurden am Menschen in einer Doppelblindstudie und bei  5 Anwendungs-Beobachtungen nachgewiesen.“</em></p>
<p>Kommentar: Tierexperimente und Laboruntersuchungen ( = in-vitro) sind nur sehr begrenzt aussagekräftig in Bezug auf Wirkungen am Menschen.  Aber es gibt inzwischen auch einige Studien mit Patienten, die auf eine lipidsenkende Wirkung der Artischockenblätter hinweisen.</p>
<p><em>„Mit Kurkumawurzel-Extrakten liegen vorwiegend nur tierexperimentelle Befunde in diesem Sinne vor. Gemessen an der Wirkstärke heute verfügbarer synthetischer Lipidsenker, wie auch in Bezug auf die mehrheitlich bei den Synthetica mittels großer Human-Studien gesicherten Erfolge bei der Prävention von Arteriosklerose-Folgekrankheiten, sind die Wirksamkeits-Belege in diesem Indikationsbereich bei den Phytopharmaka dennoch eher als bescheiden einzustufen. Die Anwendung dieser pflanzlichen Mittel ist andererseits nicht mit ernsthaften Risiken verbunden. Im Rahmen naturheilkundlicher Behandlungen hat deshalb deren unterstützende Anwendung auch weiterhin ihre Berechtigung.“</em></p>
<p>Kommentar: Die Curcuma (Gelbwurzel) ist Bestandteil von Curry-Mischungen. Der Inhaltsstoff Curcumin wird intensiv erforscht für eine mögliche Anwendung in der Krebstherapie. Obwohl bis zu einer erfolgsversprechenden  Anwendung beim Menschen noch sehr viele Fragen offen sind, wird Curcumin zum Teil vorschnell als Wunderheilmittel für die Krebsheilung angepriesen. Ein Problem ist unter anderem die schlechte Wasserlöslichkeit von Curcumin, wodurch die Substanz aus den Verdauungstrakt nur in sehr geringem Mass in den Organismus aufgenommen werden kann.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/14/forschung-curcumin-gegen-alzheimer-krebs.html">Forschung: Curcumin gegen Alzheimer &amp; Krebs?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/15/kurkuma-als-leberschutz-untersucht.html  ">Kurkuma als Leberschutz untersucht</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/27/curcumin-aus-gelbwurz-antibiotikum-und-schutzfaktor-gegen-darmkrebs.html  ">Curcumin aus Gelbwurz: Antibiotikum und Schutzfaktor gegen Darmkrebs?</a></p>
<p>C<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/31/curcumin-curry-inhaltsstoff-zeigt-antikrebswirkung-im-labortest.html  ">urcumin: Curry-Inhaltsstoff zeigt Antikrebswirkung im Labortest</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/07/16/curcumin-gegen-krebs.html">Curcumin gegen Krebs? </a></p>
<p>Zum Thema Cholesterinsenkung werden noch andere interessante Heilpflanzen-Anwendungen diskutiert:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/11/bockshornklee-interessant-als-heilpflanze-und-gewurz.html">Bockshornklee: Interessant als Heilpflanze und Gewürz</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/05/haferkleie-reduziert-den-cholesterinspiegel.html  ">Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/22/gruntee-reduziert-cholesterin-aber-nur-wenig.html">Grüntee reduziert Cholesterin (aber nur wenig) </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/20/was-ist-johannisbrotkernmehl.html   ">Was ist Johannisbrotkernmehl? </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/19/aepfel-sind-gute-cholesterinsenker.html  ">Äpfel sind gute Cholesterinsenker </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/29/polyphenole-aus-rooibos-tee-schutzen-vor-arteriosklerose.html">Polyphenole aus Rooibostee schützen vor Arteriosklerose </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/05/01/leinsamen-reduziert-cholesterinspiegel-bei-maennern.html">Leinsamen reduziert Cholesterinspiegel bei Männern</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/09/hibiskus-karkade-gegen-erhoehtes-cholesterin.html">Hibiscus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/09/inhaltsstoff-aus-heidelbeeren-wirkt-wie-cholesterinsenker.html">Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker</a></p>
<p>Auch für diese pflanzlichen Cholesterinsenker gilt, dass ihre Wirkung nur gering ist, bei zugleich aber optimaler Verträglichkeit bzw. fehlendem Risiko.</p>
<p>Quelle der Zitate: PHYTO Therapie  1|10</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
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		<title>Alternativmedizin &amp; Krebs</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/15/alternativmedizin-krebs.html</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 22:54:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Krebstherapien: Alternativmedizin / Komplementärmedizin / Pflanzenheilkunde können zur Linderung von Nebenwirkungen bei Chemotherapie &#038; Bestrahlung betragen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Alternative Heilmethoden können mittlerweile auch bei der Bekämpfung von Krebs eine Rolle spielen. Laut Prof. Gustav Dobos können zum Beispiel bestimme Meditationsformen Patienten beim Umgang mit der Krankheit helfen.“</p>
<p>Das meldet dpa / Yahoo-News.</p>
<p>Es gebe Studien die zeigen, dass sich mit solchen Meditationsformen Ängste abbauen lassen, sagte der Direktor der Klink für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen.</p>
<p>Auch Akupunktur sei inzwischen als Methode zur Bekämpfung von Nebenwirkungen wie Schmerzen anerkannt. Die alten Grabenkämpfe zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin gebe es nicht mehr. Ziel der Forschung muss es nach Ansicht von Dobos sein, eine sogenannte integrative Medizin zu entwickeln, die alternative und schulmedizinische Ansätze vereint.</p>
<p>Eine Schwierigkeit dabei sei jedoch noch die Unterscheidung zwischen wirksamen und wirkungslosen Heilmethoden. «Die Patienten werden aus dem Internet oder von Bekannten mit einer Informationsflut überschüttet», erklärte Dobos. Hier brauche es gut ausgebildete Ärzte. Patienten empfahl er, angebotene Therapien immer auf ihre erwiesene Wirksamkeit  zu hinterfragen. Falsch eingesetzte Therapien könnten unter Umständen auch schaden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.news.yahoo.com/26/20101203/thl-alternative-medizin-kann-auch-bei-kr-b930478.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die erwähnten Grabenkämpfe könnte man meines Erachtens am ehesten überwinden, wenn man auf irreführende und polarisierende Begriffe wie <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html ">Schulmedizin</a>, <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html ">Komplementärmedizin</a> oder Alternativmedizin verzichten würde.</p>
<p>Und für Patientinnen und Patienten ist es oft ziemlich schwierig, angebotene Therapien auf ihre Wirksamkeit zu hinterfragen. Aber es ist sehr wichtig, solche Fragen zu stellen.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/komplementarmedizin-woran-erkennen-sie-fragwurdige-aussagen.html  ">Komplementärmedizin &#8211; woran erkennen Sie fragwürdige Ausssagen?</a></p>
<p>Wenn in der dpa-Meldung die Rede davon ist, dass alternative Heilmethoden mittlerweile auch in der Bekämpfung von Krebs eine Rolle spielen, dann ist das etwas irreführend. Dadurch wird nahegelegt, dass der Krebs selbst mit solchen alternativen Heilmethoden bekämpft wird. In diesem Bereich sind alternative Heilmethoden aber leider bisher kaum überzeugend. Interessant sind einige Methoden für die Linderung von Nebenwirkungen der Krebstherapien.</p>
<p>Auch die Phytotherapie, die allerdings nicht zur Alternativmedizin oder Komplementärmedizin, sondern zur Naturheilkunde zählt, eignet sich zur Linderung verschiedener Nebenwirkungen von Krebstherapien.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/13/vorbeugung-mukositis-chemotherapie.html  ">Vorbeugung gegen Mukositis bei Chemotherapie </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/31/honig-mundschleimhautentzuendung-chemotherapie.html  ">Honig gegen Mundschleimhautentzündung bei Chemotherapie</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html  ">Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/30/phytotherapie-lindert-nebenwirkungen-bei-chemotherapie-bestrahlung.html">Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie &amp; Bestrahlung </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/02/phytotherapie-appetitmangel-bei-chemotherapie.html">Phytotherapie gegen Appetitmangel bei Chemotherapie</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/26/phytotherapie-ingwer-gegen-ubelkeit-und-erbrechen.html  ">Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/17/heilpflanzen-anwendungen-bei-krebs.html  ">Heilpflanzen-Anwendungen bei Krebs </a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Selbstbehandlung mit Heilpflanzen-Anwendungen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/13/selbstbehandlung-mit-heilpflanzen-anwendungen.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/13/selbstbehandlung-mit-heilpflanzen-anwendungen.html#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 22:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie bietet gute Möglichkeiten zur Selbstbehandlung mit Heilpflanzen-Anwendungen.
Eine fundierte Phytotherapie setzt sich dabei ab von angeblichen Wundermitteln wie Miracle Mineral Supplement (MMS), das angeblich gegen Krebs, Tuberkulose, Lungenentzündung, Diabetes, Malaria, Herpes und vieles andere mehr helfen soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema Selbstbehandlung mit Heilpflanzen brachte die „Sprechstunde“ auf dradio eine interessante Aussage von Andreas Michalsen,  Internist und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité:</p>
<p>„Pflanzliche Arzneien, wie der Lavendel, werden in der Regel genutzt, ohne den Arzt oder Apotheker zu fragen. Diese ‚Selbstmedikation’ ist immer ein bisschen ambivalent, sagt Professor Michalsen, der auch Chefarzt am Zentrum für Naturheilkunde des Berliner Immanuel-Krankenhauses ist:</p>
<p>’Natürlich achten wir als Ärzte immer darauf zu sagen, man sollte, wann auch immer ein warnendes Symptom oder eine Beschwerde ausgeprägt ist, zum Arzt gehen, damit Schlimmeres nicht übersehen wird und damit kein Zeitverzug entsteht. Andererseits haben wir in Deutschland inzwischen ein anderes Problem, nämlich dass wir quasi überhaupt nicht mehr in der Lage sind, auch kleinere Befindlichkeitsstörungen ohne Arzt auszuhalten, und da ist die Pflanzentherapie sicherlich so: Die ist geeignet für die Selbstbehandlung, und da wird einfach der Mittelweg, der Königsweg noch ein bisschen zu beschreiben sein.’&#8221;</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1599331/</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Tatsächlich sind heute viele Menschen nicht mehr in der Lage, kleinere Befindlichkeitsstörungen ohne Arzt auszuhalten oder sie mit einfachen Hausmitteln zu behandeln. Das trägt zur Überlastung des Gesundheitssystems bei und macht zudem abhängig vom Gesundheitssystem.</p>
<p>Andererseits gibt es auch zunehmend Menschen, die glauben, mit irgendeinem simplen Wundermittel alle Krankheiten heilen zu können. Ein Beispiel dafür ist <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/27/warnung-miracle-mineral-supplement-mms.html  ">Miracle Mineral Supplement (MMS)</a>, das angeblich gegen AIDS, HIV, Krebs, Diabetes, Malaria, Lungenentzündung, Herpes, Tuberkulose und alles Mögliche mehr helfen soll.</p>
<p>Phytotherapie kann hier ein gutes Angebot machen. Fundierte Heilpflanzen-Anwendungen fördern die Kompetenz, einfachere Beschwerden selber zu behandeln. Eine sorgfältige Phytotherapie weist aber auch wo nötig auf die Grenzen der Selbstbehandlung hin und vermeidet überrissene und grossspurige Heilungsversprechungen.</p>
<p>Wenn Sie sich aktuelles und fundiertes Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben wollen, können Sie das im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=813b575ee31c&amp;file=300">Heilpflanzenseminar</a></p>
<p>oder in der <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=813b575ee31c  ">Phytotherapieausbildung.</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Für Zimtsterne Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt verwenden</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/10/fur-zimtsterne-ceylon-zimt-statt-cassia-zimt-verwenden.html</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 10:12:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt für Zimtsterne, Lebkuchen, Punsch, Glühwein &#038; Co.
Ceylon-Zimt enthält wesentlich geringere Mengen an Cumarin, das Leberschäden, Kopfschmerzen und Krebs auslösen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zimtsterne, Lebkuchen und Punsch sind in der Weihnachtszeit beliebt. Doch Vorsicht: Mit dem falschen Zimt könnte die Weihnachtsleckerei zur Gefahr für die Gesundheit werden.</p>
<p>Seit 2006 warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor,  zu viel Zimt zu konsumieren. Erwachsenen rät das BfR zu maximal acht Zimtsterne pro Tag, Kleinkindern sogar nur zu vier.</p>
<p>Wer sehr viel Zimt isst, dem sollen Kopfschmerzen und Leberschäden drohen. Auch das Krebsrisiko steige dadurch vermutlich an. Das liege am Cumarin.</p>
<p>Zimt findet sich jedoch nicht nur in den Zimtsternen, sondern auch in Lebkuchen oder Weihnachtstees. So fällt es gerade im Advent schwer, den Überblick über die tägliche Zimtdosis zu behalten. Sehr viel einfacher und besser ist es, die „richtige“ Zimtsorte zu verwenden &#8211; den Ceylon-Zimt. Im Gegensatz zur handelsüblicheren Sorte Cassia enthält die Sorte Ceylon sehr wenig schädliches Cumarin. Von Zimtsternen mit Ceylon-Zimt könnte ein Erwachsener zirka 800 Stück pro Tag essen, wenn man den tiefen Cumarin-Gehalt berücksichtigt &#8211; ganz ohne Risiko für die Gesundheit – zumindest was den Zimt betrifft.</p>
<p>Trotz der bekannten Risiken, müssen Hersteller bisher nicht deklarieren, welche Zimtsorte sie einsetzten. Hauptsächlich Fertigprodukte und Gewürzmischungen enthalten meist Cassia-Zimt. Dieser ist billiger und, so behaupten zahlreiche Hersteller, schmecke intensiver. Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten dagegen den unbedenklichen Ceylon-Zimt an.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheken.de/news/article/zimt-ist-nicht-gleich-zimt/</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es ist tatsächlich ärgerlich, wenn pauschal vor „Zimt“ und „Zimtsternen“ gewarnt wird, ohne dass die Unterschiede im Cumarin-Gehalt von Cassia-Zimt (= Chinesischer Zimt, = Cinnamomum cassia, = Cinnamomum aromaticum) und Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) berücksichtigt werden.</p>
<p>Die gesundheitlichen Risiken rund um den Zimt fasst Wikipedia so zusammen:</p>
<p>„ In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.</p>
<p>Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.</p>
<p>Bei Untersuchungen wurden, erstmals im Januar 2006, in Deutschland (Nordrhein-Westfalen) Zimtprodukte entdeckt, die den Höchstwert des Cumarinanteils, entsprechend der gültigen Aromenverordnung, um das 37-fache überschritten hatten. Im Juni 2006 warnte erstmals dann auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme vor dem Verzehr großer Mengen von Zimt und zimthaltigen Produkten: Schon bei Verzehr von 20 Gramm der höchstbelasteten Zimtsterne täglich (das entspricht bei vielen Marken einer Menge von drei Stück) über einen längeren Zeitraum werde die maximal tolerierbare Aufnahme bei Kleinkindern erreicht. Eine zweite Stellungnahme des BfR bezieht sich auf Zimtkapseln, die zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ II verkauft werden. Weitere Kontrollen wurden im Oktober 2006 vom Verbraucherministerium angekündigt. Hierbei wurden in Rheinland-Pfalz Zimtprodukte entdeckt, die 103 mg Cumarin pro Kilogramm aufwiesen, während der Höchstwert der Aromenverordnung nur 2 mg/kg beträgt (bis 1. November 2006 jedoch 67 mg/kg).</p>
<p>Nach einer Empfehlung des BfR sollten demnach „kleinere Kinder“ nicht mehr als 4 Zimtsterne, „größere Kinder“ nicht mehr als 6 Zimtsterne und Erwachsene maximal 8 Zimtsterne pro Tag zu sich nehmen. Zu beachten ist aber ferner, dass auch in vielen anderen Produkten, wie in Frühstücksprodukten, Lebkuchen, Puddings, Glühwein, diversen Teesorten, Gewürzmischungen (z. B. Curry) und sogar in Kosmetika Zimt enthalten sein kann. Dadurch sollte die Tagesration, entsprechend dem persönlichem Konsum derartig „belasteter“ Produkte, noch deutlich unter den Empfehlungen des BfR liegen.</p>
<p>Im häuslichen Bereich wird empfohlen, den teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, der in Asia-Shops (hier bes. Tamil-Shops), Reformhäusern, Apotheken oder Drogeriemärkten bezogen werden kann und aufgrund des geringen Cumarin-Gehalts als unbedenklich gilt.</p>
<p>Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wirft der Lebensmittelindustrie vor, aus Kostengründen den billigeren Cassia-Zimt anstelle des teureren Ceylon-Zimts einzusetzen. Die Lebensmittelindustrie bestreitet jedoch den Vorwurf mit dem Argument, dass Cassia-Zimt vor allem wegen seines hervorragenden Geschmacks eingesetzt werde. Auch überstehe das typische Zimtaroma den Backprozess besser. Weiterhin sei es schon aus mengenmäßigen Gründen nicht möglich, den Ceylon-Zimt zu verwenden, da dieser dafür zu selten sei.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<item>
		<title>Oxidativer Stress: weniger schädlich als gedacht?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/06/oxidativer-stress-weniger-schadlich-als-gedacht.html</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 21:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oxidativer Stress ist möglicherweise weniger schädlich als gedacht. Dadurch wird die Wirkung von Antioxidantien in Frage gestellt, die gegen Herzkrankheiten und Krebs vorbeugend wirken sollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oxidativer Stress gilt als Mitverursacher zahlreicher krankhafter Prozesse und wird auch mit Alterungserscheinungen in Zusammenhang gebracht.</p>
<p>Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln wie zum Beispiel „Burgerstein“ bieten eine reiche Palette von sogenannten „Antioxidantien“ an, die dem oxidativen Stress durch „freie Radikale“ entgegenwirken sollen.</p>
<p>In den letzten Jahren sind allerdings zunehmend Studien erschienen, welche der einseitig negative Darstellung der „freien Radikale“ ebenso widersprechen wie der einseitig positiven Propaganda für Antioxidantien.</p>
<p>Hier ein weiterer Hinweis in diese Richtung:</p>
<p>Forschern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum gelang es zum ersten Mal, oxidative Veränderungen in einem lebenden Organismus direkt zu beobachten. Ihre an Fruchtfliegen erzielten Resultate lassen Zweifel an der Gültigkeit gängiger Thesen aufkommen: Die Wissenschaftler fanden keine Hinweise darauf, dass die Lebensspanne durch die Bildung schädlicher Oxidantien begrenzt wird.</p>
<p>Arterienverkalkung und koronare Herzleiden, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer, Krebs oder sogar das Altern selbst sollen durch oxidativen Stress mitverursacht oder beschleunigt werden. Oxidativer Stress entsteht in Zellen oder Geweben, wenn ein Übermaß an so genannten reaktiven Sauerstoffverbindungen vorhanden ist. „Bislang konnte aber niemand oxidative Veränderungen oder gar deren Zusammenhang mit krankhaften Prozessen in einem lebenden Organismus direkt verfolgen“, schildert Privatdozent Dr. Tobias Dick aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. „Es waren nur relativ unspezifische oder indirekte Nachweise darüber möglich, welche oxidativen Prozesse in einem intakten Organismus tatsächlich ablaufen.“</p>
<p>Tobias Dick und seinen Mitarbeitern ist es nun zum ersten Mal gelungen, diese Vorgänge an einem lebenden Tier zu beobachten. Zusammen mit Dr. Aurelio Teleman (ebenfalls am DKFZ) schleusten sie Gene für Biosensoren in das Erbgut von Fruchtfliegen ein. Die verwendeten Biosensoren sind spezifisch für unterschiedliche Oxidantien. Sie zeigen durch ein Lichtsignal den oxidativen Status jeder einzelnen Zelle an – in Echtzeit, im gesamten Organismus und über die ganze Lebensspanne.</p>
<p>Schon in den Fliegenlarven entdeckten die Wissenschaftler, dass Oxidantien in den verschiedenen Gewebetypen sehr ungleichmäßig produziert werden. So bilden die Blutzellen in ihren Energiefabriken, den Mitochondrien, wesentlich mehr Oxidantien als zum Beispiel Darmzellen oder Muskelzellen. Auch spiegelt sich das Verhalten der Larve in der Bildung von Oxidantien in einzelnen Geweben wider – die Wissenschaftler konnten am oxidativen Zustand des Fettgewebes unterscheiden, ob die Larven gerade fraßen oder sich fortbewegten.</p>
<p>Bislang gingen zahlreiche Forscher davon aus, dass es mit dem Altern zu einer generellen Zunahme an Oxidantien im ganzen Organismus kommt. Genau dies konnten die DKFZ-Wissenschaftler jedoch nicht bestätigen, als sie die erwachsenen Tiere über ihre gesamte Lebensspanne verfolgten: Einen alternsabhängigen Anstieg von Oxidantien fand sich überraschenderweise fast ausschließlich im Darm der Fliege. Beim Vergleich von Fliegen mit unterschiedlicher Lebensspanne stellten die Wissenschaftler überdies fest, dass sich die Ansammlung der Oxidantien im Darmgewebe bei einer längeren Lebensdauer sogar beschleunigte. Die Wissenschaftler fanden demnach keine Unterstützung für die häufig geäußerte Vermutung, dass die Lebensspanne eines Organismus durch die Bildung schädlicher Oxidantien begrenzt wird.</p>
<p>Obwohl umfangreiche Studien bis heute einen Nachweis dafür schuldig bleiben, werden Antioxidantien häufig als Schutz vor oxidativem Stress und damit als gesundheitsfördernd propagiert. Dick und Kollegen fütterten ihre Fliegen mit N-Acetyl-Cystein (NAC), einer Substanz der eine antioxidative Wirkung zugeschrieben wird und manchen Forschern als geeignet erscheint, den menschlichen Organismus vor mutmaßlich gefährlichen Oxidantien zu schützen. Interessanterweise zeigten sich bei den NAC-gefütterten Fliegen jedoch keine Hinweise auf eine Reduktion der Oxidantien. Im Gegenteil, zur Überraschung der Wissenschaftler veranlasste NAC die Energiefabriken verschiedener Gewebe zu einer deutlich erhöhten Oxidantien-Produktion.</p>
<p>„Vieles, was wir mit Hilfe der Biosensoren an den Fliegen beobachtet haben, war für uns überraschend. Offenbar sind viele Ergebnisse, die an isolierten Zellen gewonnen wurden, nicht ohne weiteres auf die Situation in einem lebenden Organismus übertragbar“, stellt Tobias Dick fest. „Das Beispiel NAC zeigt uns auch, dass wir derzeit nicht in der Lage sind, oxidative Prozesse im lebenden Organismus auf vorhersagbare Weise pharmakologisch zu beeinflussen.“ Und er fügt an: „Natürlich lassen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres von der Fliege auf den Menschen übertragen. Unser nächstes Ziel ist es, mit den Biosensoren oxidative Prozesse in Säugetieren zu beobachten, vor allem bei Entzündungsreaktionen und bei der Entwicklung von Tumoren.&#8221;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Simone C. Albrecht, Ana Gomes Barata, Jörg Großhans, Aurelio A. Teleman und Tobias P. Dick: In vivo mapping of hydrogen peroxide and oxidized glutathione reveals chemical and regional specificity of redox homeostasis. Cell Metabolism 2011, DOI:10.1016/j.cmet.2011.10.010.</p>
<p>Deutsches Krebsforschungszentrum</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36048</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Antioxidantien werden massiv propagiert. Sie sollen gegen Krebs, Herzkrankheiten und das Älterwerden schützen. Dabei ist in den meisten Fällen völlig ungeklärt, ob neben den Herstellern und Verkäufern auch die Konsumentinnen und Konsumenten dieser Produkte einen Nutzen davon haben. Im Gegenteil: Es gibt sogar deutliche Hinweise darauf, dass Antioxidantien – vor allem wenn sie in hohen Dosen konsumiert werden – in manchen Situationen auch schaden können. Die „Antioxidantien-Welle“ wird nicht nur durch Experimente im Labor in Frage gestellt – wie hier durch die Studie am DKFZ – sondern auch durch Untersuchungen am Menschen.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/21/schwaechen-antioxidantien-die-muskelfunktion.html">Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/16/antioxidanzien-foerdern-moeglicherweise-diabetes.html  ">Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Misteltherapie: Verzerrte Darstellung in der Boulevardzeitung &#8220;Blick&#8221;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/03/misteltherapie-verzerrte-darstellung-in-der-boulevardzeitung-blick.html</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 23:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Boulevardzeitung "Blick" publizierte eine idealisierte Darstellung der Misteltherapie. Komplementärmedizin wird oft in den Medien verzerrt dargestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Medienberichte zum Thema Komplementärmedizin sind irreführend und verzerrt. Ein Beispiel dafür liefert die Boulevardzeitung „Blick“ in einem Beitrag zur Misteltherapie („Blick“-Zitate <em>kursiv</em>).</p>
<p>Zitat:</p>
<p><em>„ Was bewirkt das Präparat?</em></p>
<p><em>Das Mistelextrakt enthält Eiweissstoffe, die im Körper des Kranken die Produktion von Endorphinen anregen. Das sind Stoffe, die unsere Schmerzen lindern und die Stimmung aufhellen. Zudem stärkt das Heilmittel die körpereigenen Abwehrkräfte, indem es die Produktion der weissen Blutkörperchen anregt. Mit der Misteltherapie lässt sich das Immunsystem so gut stimulieren, dass es auch zur Unterstützung von Chemo- und Strahlentherapie oder Krebsoperationen verwendet wird. In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“</em></p>
<p>Der entscheidende Satz ist dieser:</p>
<p><em>„In hoher Dosierung tötet das Mittel Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem – im Gegensatz zur Chemotherapie, die Krebszellen tötet und als Nebenwirkung das Immunsystem schwächt.“</em></p>
<p>Mistel tötet also in hoher Konzentration Krebszellen und stärkt dabei das Immunsystem.</p>
<p>Chemotherapie tötet Krebszellen und schwächt dabei das Immunsystem.</p>
<p>Keine Frage: Gemäss dieser Darstellung ist die Misteltherapie der Chemotherapie vorzuziehen.</p>
<p>Was der Satz verschweigt:</p>
<p>Misteltherapie tötet in hoher Konzentration Krebszellen<em> im Labor</em> an isolierten Geweben oder Zellen. Beim lebenden Menschen ist eine solche Wirkung leider nicht belegt.</p>
<p>Chemotherapie dagegen tötet Krebszellen beim Patienten, schädigt aber leider dabei auch das Immunsystem und andere gesunde Zellen.</p>
<p>Im Labor an isolierten Geweben und Zellen kann man Mistel tatsächlich in sehr hoher Konzentration einwirken lassen. Solche Ergebnisse lassen sich aber nicht einfach auf die Anwendung bei Krebspatienten übertragen.</p>
<p>Wenn man die Angabe „im Labor“ weglässt, erweckt man einen geschönten Eindruck und führt Krebspatientinnen und –patienten in die Irre.</p>
<p>Im weiteren schreibt „Blick“:</p>
<p><em>„Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?</em></p>
<p><em>Die Behandlung ist risikoarm. Selten gibt es allergische Reaktionen: Rötung und Schwellung bei der Einstichstelle sind positive Reaktionen, die zur idealen Dosierung des Präparates beitragen.“</em></p>
<p>Eine sehr geschönte Darstellung.</p>
<p>Hier die andere, vom &#8220;blick&#8221; ausgeklammerte Seite:</p>
<p>„In niedriger, nichttoxischer Dosierung dominiert die immunstimulierende Wirkung der Mistellektine, aus der nicht auf eine Hemmung des Tumorwachstums geschlossen werden darf. Erst in höheren Konzentrationen, die bereits deutliche unerwünschte Wirkungen hervorrufen, zerstören Lektine und Viscotoxine&#8230;&#8230;..Lektine und Viscotoxine sind nach parenteraler Applikation extrem giftig. Die akute Toxizität ist möglicherweise nicht nur auf die direkte Cytotoxizität der Lektine und Viscotoxine, sondern auch auf die provozierte Ausschüttung von Mediatoren des Immunsystems zurückzuführen.“</p>
<p>(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Mistelkraut.html)</p>
<p>Oder bei Wikipedia:</p>
<p>„Unerwünschte Wirkungen der Misteltherapie betreffen das Herz-Kreislauf-System (Blutdruckabfall oder -anstieg, Verlangsamung des Herzschlags), den Magen-Darm-Trakt (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dehydratation), das zentrale Nervensystem (Verwirrtheit, Halluzinationen, epileptische Anfälle) sowie das Immunsystem (Fieber, Anstieg der weißen Blutkörperchen im Blut). In der bisher einzigen randomisierten kontrollierten Studie zur Wirksamkeit des Mistelpräparates Iscador wurde ein beunruhigendes Ausmaß an Toxizität beobachtet. Vor allem fiel eine Zunahme von Gehirnmetastasen beim Iscador-Patientenkollektiv im Vergleich zur Kontrolle auf. Lokale Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung, Schwellung, Schmerzen) sind häufig. Schwerwiegende Komplikationen sind selten, jedoch wurden einige Todesfälle berichtet. Ursache hierfür können allergische Reaktionen sein, die zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Nicht angezeigt ist die Misteltherapie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit.“  (Quelle: wikipedia)</p>
<p>Solche Nebenwirkungen scheinen allerdings selten von schwerwiegender Natur zu sein.</p>
<p>Problematischer sind Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass eine Misteltherapie bei bestimmten Tumorarten das Wachstum des Tumors steigern könnte.</p>
<p>„Konsequente Grundlagenforschung in den letzten Jahren zeigte, dass die durch Mistellektin I (besser: Viscum album Agglutinin I = VAA I) vermehrt freigesetzten Zytokine in vitro und in vivo (Tiermodelle) die Proliferation von Zellen verschiedener Tumore, Leukämien und Lymphome stimulieren können. In der Literatur finden sich Berichte über negative Effekte von Mistelextrakten bzw. Lektin in der Zellkultur, in Tumorexplantaten, in Tierversuchen und bei klinischer Anwendung. Experimentelle Befunde verweisen auf die realistische Möglichkeit einer Gefährdung zumindestens einzelner Patienten bei bestimmten Tumorarten und/oder -stadien durch lektinbezogene) Mistelanwendung. Die Annahme, dass eine Erhöhung der Serumspiegel dieser Botenstoffe zumindestens bei einzelnen Tumorpatienten negativ mit einer kürzeren Lebenserwartung korreliert ist, hat sich für verschiedene Malignome bestätigt.“</p>
<p>(Quelle: Barbara Burkhard, Anthroposophische Medizin, Pharmazeutische Zeitung, Govi-Verlag 2000).</p>
<p>Ähnlich schreibt Dr. med Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft:</p>
<p>„ Die direkte Wirkung auf den Tumor wurde leider noch nicht bewiesen. Unklar ist, ob eine Beeinflussung des Tumorwachstums stattfindet. Mistelextrakt kann das Absterben von Tumorzellen im Reagenzglas fördern. In Tierexperimenten konnte durch die Gabe von Mistel die Ausbreitung von Tumoren vermindert werden. Es liegen aber auch Untersuchungen vor, die für einige Tumorarten im Laborexperiment eine wachstumsfördernde Wirkung zeigten. Auch bei Untersuchungen an Patienten ergaben sich zum Teil ungünstige Ergebnisse&#8230;&#8230;.Bei bestimmten Tumoren wie Melanom, Nierenkarzinom, Lymphom und Leukämien sollte die Mistel auf keinen Fall eingesetzt werden“</p>
<p>(aus: Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co., Schattauer 2009)</p>
<p>Im weiteren schreibt „Blick“:</p>
<p><em>„ Was ist das stärkste Argument gegen die Mistelanwendung?</em></p>
<p><em>Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde. So lange diese wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweise fehlen, gelten Mistelpräparate nicht als Heilmittel gegen Krebs.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Der Satz: <em>„Die Schulmedizin kritisiert, dass die Therapie nie in Doppelblindstudien untersucht wurde“</em>, ist eine einzige Lüge. Die Misteltherapie wurde in einer ganzen Reihe von Doppelblindstudien untersucht. Die „Schulmedizin“ kritisiert, dass die Qualität der meisten Studien schlecht ist und die Ergebnisse insgesamt nicht überzeugen. Und diese Einschätzung dominiert nicht einfach nur  in der &#8220;Schulmedizin&#8221;. Man findet sie auch in der Phytotherapie-Fachliteratur und bei Jutta Hübner.</p>
<p>„Blick“ verbiegt das „stärkste Argument gegen die Mistelanwendung“.</p>
<p>Sie auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html">Misteltherapie gegen Krebs wirksam?</a></p>
<p>Weshalb stellt „Blick“ die Misteltherapie derart verzerrt dar?</p>
<p>Zu vermuten ist, dass sich die Zeitung einseitig auf die Angaben der Mistel-Propagandisten stützt. Ausserdem schreibt „Blick“ wohl einfach, was die Leserinnen und Leser gerne hören. Heilungsversprechungen kommen immer gut an. Sie lindern die Angst vor Krebs.</p>
<p>Wer Heilungsversprechungen in Frage stellt, hat da zum vorneherein einen schwereren Stand.</p>
<p>Quelle der „Blick“-Zitate:</p>
<p>http://www.blick.ch/life/ratgeber/das-muessen-sie-ueber-die-therapie-wissen-186039</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>BfArM: Warnung vor Ukrain als angeblichem Krebsmittel</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/29/bfarm-warnung-vor-ukrain-als-angeblichem-krebsmittel.html</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 19:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ukrain ist als Krebsmittel untauglich. Wie prüft man Versprechungen in Komplementärmedizin und Alternativmedizin auf ihre Glaubwürdigkeit? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert über das vermeintliche Krebsarzneimittel „Ukrain“, dass derzeit in Deutschland und in anderen EU-Staaten ungesetzlich in den Verkehr gebracht wird.</p>
<p>Nach dem BfArM vorliegenden Informationen werden gegenwärtig große Mengen des vermeintlichen Krebsarzneimittels „Ukrain“ in Deutschland und in anderen EU-Staaten illegal in den Verkehr gebracht. Zusätzlich wird dieses Produkt im Internet mit verschiedenen Heilversprechen propagiert. Hier findet man zum Beispiel folgende Aussagen: „Ukrain could replace chemotherapy in treating almost all cancers“ (Ukrain kann die Chemotherapie bei fast allen Krebsarten ersetzen) oder „Cancer can be reversed“ (Krebs kann rückgängig gemacht werden). Für solche und ähnliche Aussagen sind keine Belege bekannt, die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.</p>
<p>Das BfArM warnt dringend vor der Anwendung von Ukrain.<br />
Das Produkt Ukrain stammt von der Firma Nowicky Pharma (mit wechselndem Geschäftssitz, gegenwärtig Lviv, Ukraine oder Vereinigte Arabische Emirate). Bei Ukrain handelt es sich offenbar um ein semisynthetisches Mischpräparat aus dem Zytostatikum Thiotepa und aus Alkaloiden des Schöllkrauts (Chelidonium majus L.). Bezüglich der Zusammensetzung von Ukrain existieren allerdings auch abweichende Angaben.</p>
<p>Ukrain ist weder in Deutschland noch in der übrigen Europäischen Union zugelassen und es gibt gegenwärtig auch keine Zulassungsanträge. Frühere Zulassungsanträge im EU-Ausland scheiterten. Eine Zulassung wurde im Jahr 2001 von der Ukraine erteilt, diese wurde allerdings am 14. November 2011 widerrufen.<br />
Belege für eine angemessene oder genügende Prüfung der Wirksamkeit und Sicherheit von Ukrain bei Krebserkrankungen sind nicht bekannt. Bei den zugänglichen Publikationen über klinische Untersuchungen mit Ukrain handelt es sich überwiegend um Einzelfallberichte oder um Untersuchungen, die ohne einen Vergleich mit einer Standardtherapie durchgeführt wurden und/oder die andere erhebliche Mängel aufweisen und deren Resultate wegen dieser Mängel nicht beurteilbar sind.</p>
<p>Seit 2002 gibt es Bemühungen in mehreren Verfahren, Ukrain durch die Europäische Kommission als Arzneimittel für seltene Erkrankungen („Orphan Drug“) zu Therapie des Pankreaskarzinoms ausweisen zu lassen. Der für derartige Anträge zuständige „Ausschuss für Arzneimittel für seltene Leiden“ (COMP) der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA) lehnte diese Anträge regelmäßig ab, da es der Antragsteller nicht schaffte, die für derartige Anträge nötigen wissenschaftlich bewertbaren und belastbaren Belege zu liefern.</p>
<p>Gegen diese Entscheidungen wurde Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) erhoben. Diese Klage wurde zwischenzeitlich vom EuGH in allen Punkten abgewiesen (Urteil vom 9.9.2010 T-74/08). Durch diesen Entscheid hat der EuGH bestätigt, dass die Sicht des COMP’s über das fehlen relevanter Belege zur Bewertung von Ukrain korrekt ist.<br />
Aus Sicht des BfArM muß vor dem Einsatz von Ukrain als Krebsmittel dringend gewarnt werden. Krebspatienten sollten sich nur mit zugelassenen Arzneimitteln therapieren lassen, deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität nachvollziehbar belegt und bei deren ein günstiges Nutzen-Risiko Verhältnis in einem Zulassungsverfahren geprüft und für akzeptabel befunden wurde.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bfarm.de/DE/Pharmakovigilanz/risikoinfo/2011/ukrain.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin gibt es eine riesige Menge an Versprechungen. Natürlich kann man sich im Modus der Beliebigkeit durch diesen Dschungel wuseln und ungeprüft konsumieren, was einem über den Weg läuft. Ein mündiger Konsument oder eine mündige Konsumentin sehen aber anders aus.</p>
<p>Gegen die Beliebigkeit hilft es, wenn wir lernen, kritische Fragen zu stellen: Wie genau? Wann? Warum? Wo? Wer?</p>
<p>Im Bereich Komplementärmedizin /Alternativmedizin besteht meiner Erfahrung nach ein grosses Manko an kritischen Fragen. Sie werden sehr oft als Bedrohung empfunden, statt als Chance erlebt. Ohne kritische Fragen unterbleibt aber die Weiterentwicklung.</p>
<p>Ohne gesunde Zweifel und mit fragloser Gläubigkeit bleiben wir aber  an der Oberfläche.</p>
<p>Wer lernen will, wie man Heilungsversprechungen auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft, kann das in der <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=813b575ee31c  ">Phytotherapie-Ausbildung</a>, im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=813b575ee31c&amp;file=300">Heilpflanzen-Seminar</a> oder im Tagesseminar <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=d294246058c1&amp;file=1840">Komplementärmedizin</a>.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/  ">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Absurde Blutgruppendiät</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/25/absurde-blutgruppendiat.html</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 21:08:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Blutgruppendiät von Peter D'Adamo ist untauglich als Ernährungsform. Sie ist auch nicht nützlich gegen Übergewicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Blutgruppe ihre eigene Ernährungsweise, so empfiehlt es die Blutgruppendiät und verspricht dadurch Gesundheit und Gewichtsabnahme.</p>
<p>Ich bin Blutgruppe 0 und besitze laut Peter D&#8217;Adamo den Stoffwechsel eines Steinzeit-Jägers. Folge ich seinen Ernährungsempfehlungen, dann bin ich von nun ab Fleischfresser in Reinkultur.</p>
<p>Der Amerikaner Peter D&#8217;Adamo ist der Erfinder der sogenannten Blutgruppendiät, ein Ernährungsprinzip das nicht nur der Gewichtsabnahme, sondern vor allem auch der Gesundheit dienen soll. Der Naturheilmediziner ist überzeugt davon, dass jede Blutgruppe nach ihrem eigenen Ernährungsverhalten verlangt und glaubt die Basis für seine Theorien in der Evolutionsgeschichte des Menschen gefunden zu haben.</p>
<p>Aus seiner Annahme, dass der Neandertaler zum Beispiel Träger der Blutgruppe 0 war, folgt seine Ernährungsempfehlung für Menschen derselbigen Blutgruppe 40.000 Jahre später: Viel tierische Fette, keine Milchprodukte und wenig Weizen &#8211; ganz nach dem Ernährungsplan unserer Vorfahren &#8211; zum Schutz vor chronischen Krankheiten und Übergewicht.</p>
<p>Wer seine Blutgruppe nicht kennt und isst was ihm gerade in den Sinn kommt, der hat Glück solange er Träger der Blutgruppe AB ist.</p>
<p>Oder aber er darf sich nicht wundern, wenn der Organismus sich dagegen wehrt. Die Ursache für zahlreiche Zivilisationskrankheiten glaubt D&#8217;Adamo in den sogenannten Lectinen gefunden zu haben. Diese Proteine besitzen Ähnlichkeiten mit spezifischen Blutgruppenmerkmalen und erreichen über die Nahrung das menschliche Blut.</p>
<p>Je nach Blutgruppentyp sollen diese Lebensmittel-Lectine verträglich sein oder eben auch nicht. Bei Unverträglichkeit komme es zu einer Reaktion, die einem Transfusionszwischenfall ähnelt: Rote Blutkörperchen agglutinieren (verklumpen), Zellen sterben ab und die Gesundheit wird dadurch erheblich beeinträchtigt.</p>
<p>D&#8217;Adamos Theorien geraten allerdings schon mit der Blutgruppe 0 stark ins Wanken, behaupten doch Humangenetiker, dass der Urzeitmensch zwar Fleischfresser war, jedoch Träger der Blutgruppe A. Was die Lectine angeht, liegt D&#8217;Adamo dagegen offenbar nicht ganz so falsch. „Lectine besitzen tatsächlich schädlichen Einfluss auf den Körper. Allerdings verlieren sie diese Wirkung, sobald man diese erhitzt&#8221;, erklärt Birgit Beck, Projektleiterin für Ernährung beim Verein für Konsumenteninformation in Wien.</p>
<p>Vor der vermeintlich schädlichen Wirkung der Lectine, braucht sich niemand zu fürchten. Große Wunder, wie die Abheilung von Magengeschwüren oder das Verhindern einer Metastasierung bei Krebs ist von einer Blutgruppendiät auch nicht zu erwarten. Wissenschaftliche Beweise für eine günstige gesundheitliche Wirkung fehlen und Fachleute gehen sogar davon aus, dass die Blutgruppendiät der Gesundheit des Menschen eher abträglich als zuträglich ist. „Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist bei dieser Diät nicht gegeben&#8221;, erklärt Birgit Beck und fügt an, dass für sämtliche Blutgruppen der vorgesehene Speiseplan zu fett- und eiweißreich gestaltet ist. Dass diese Diät eine Unterversorgung mit verschiedenen Mikronährstoffen mit sich bringen kann, ist offenbar auch dem Begründer D&#8217;Adamo nicht entgangen. Darum rät er zur zusätzlichen Einnahme diverser Nahrungsergänzungsmittel &#8211; selbstverständlich blutgruppenspezifisch. Bereits dadurch werden die Grenzen der Blutgruppendiät sichtbar.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at/1263705442258/Genauer-Betrachet&#8212;Skurrile-Diaeten-Zweifelhafte-Blutgruppendiaet</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Übersichtlich zusammengefasst sind die Empfehlungen der Blutgruppendiät bei Esowatch:</p>
<p>„ Nach D&#8217;Adamo richtet sich die Ernährungsempfehlung nach der Blutgruppe.</p>
<p>Blutgruppe 0: Die Träger dieser Blutgruppe sollen täglich Fleisch essen und stattdessen auf Getreide und Milch verzichten. Begründet wird dies damit, dass die Blutgruppe 0 die älteste menschliche Blutgruppe sei.</p>
<p>Blutgruppe A: Träger der Blutgruppe A sollen sich vor allem von Getreide und Gemüse ernähren und auf Fleisch und Milch verzichten.</p>
<p>Blutgruppe B: Träger der Blutgruppe B können nach D&#8217;Adamo als „Nomaden-Typ“ Milch, Fleisch und Getreide vertragen.</p>
<p>Blutgruppe AB: Träg er dieser Blutgruppe sollten vor allem Obst und Gemüse essen.“</p>
<p>Und hier weitere Widersprüche und Fehler in der Blutgruppendiät:</p>
<p>„ Abgesehen von einigen exotischen, nur in Ausnahmefällen zur Ernährung gehörenden Pflanzen wie Stechginster, Goldregen und Malven ist kein Lebensmittel bekannt, bei dem je irgendeine negative Wirkung von Lektinen auf den menschlichen Organismus nachgewiesen wurde. Lektine in Lebensmitteln werden zum größten Teil beim Kochen zerstört und gelangen gar nicht in den Darm. Nur im Reagenzglas binden Lektine an Antigene des Blutes.</p>
<p>Welche Blutgruppe die älteste „Urblutgruppe“ ist, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. In der Diskussion sind sowohl Blutgruppe A als auch Blutgruppe 0. Da Menschenaffen ebenfalls die Blutgruppen 0, A und B haben, gilt es als gesichert, dass die Blutgruppen nichts mit menschlichen Wirtschaftsformen zu tun haben.</p>
<p>Manche der Empfehlungen und Verbote sind absolut zufällig oder beruhen auf Fehlern. So ist zum Beispiel die angebliche Milchunverträglichkeit der Blutgruppen 0 und A nur die Folge einer Namensverwechselung. Zur Blutgruppe B gehört die Alpha-N-D-Galaktose, in Milch ist hingegen Beta-N-D-Galaktose enthalten. Die Moleküle dieser Galaktosearten sind zwar ähnlich (daher der ähnliche Name), die Wirkung im Organismus ist aber völlig unterschiedlich. Selbst wenn die Lektin-Theorie richtig wäre, wäre eine negative Wirkung von Milch auf Menschen mit Blutgruppe 0 oder A also völlig ausgeschlossen.</p>
<p>D’Adamo rät den Blutgruppen 0, A und AB, Milch zu meiden. In Deutschland wären das 80 Prozent der Bevölkerung. Nur in Asien ist die Blutgruppe B am stärksten vertreten. Die regionale Verteilung von Laktoseintoleranz widerspricht jedoch seiner Theorie, denn sie ist in Asien weit häufiger als im europäischen Raum. Primäre Laktoseintoleranz ist keine Allergie, sondern eine fehlende Mutation auf dem Chromosom 2.</p>
<p>Es ist nicht verständlich, warum Menschen mit Blutgruppe A, die besonders häufig in Europa ist (in manchen Ländern die Häufigste), die meisten Fleischsorten, Weizen und Milchprodukte nicht konsumieren sollten, die ja schon seit Längerem die Basis der Ernährung darstellen. Stattdessen wird zu vermehrtem Soja-Konsum geraten, was eher zu Trägern der Blutgruppe B passen würde: Diese Blutgruppe tritt am Häufigsten in Asien auf, nur dort ist Soja ein typischer Bestandteil der regionalen Küche. Das Ganze widerspricht auch der Theorie der Abfolge und regionalen Entstehung der Blutgruppen, weil nach D’Adamo die Blutgruppe A in der Kaukasus-Region, B in der Himalaya-Region entstanden ist. Warum dann ausgerechnet Menschen mit Blutgruppe A vermehrt Soja konsumieren und Milch bzw. Milchprodukte (gerade Menschen in der Kaukasus-Region sind für ihren Kefir-Konsum bekannt, Kefir wird für Blutgruppe A als neutral, für B und AB als bekömmlich eingestuft), Fleisch und Weizen vermeiden sollten, entbehrt jeder Logik.</p>
<p>Je nach Blutgruppe ist der Eiweißanteil der Kost teilweise überhöht, was Gicht oder die Bildung von Harnsteinen zur Folge haben kann. Die Gruppe der „Jäger“ erhält zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe.</p>
<p>Teuer ist auch der empfohlene Sekretor-Status (ca. 55€), der zur Verfeinerung des Konzeptes dient. Des Weiteren bietet D’Adamo zahlreiche speziell für Blutgruppen designte Nahrungsergänzungsmittel, die nur über bestimmte Online-Shops bezogen werden können. Abgesehen von den relativ hohen Kosten ist der Nutzen nicht belegt.</p>
<p>Bewertung der Diät durch die Stiftung Warentest: &#8220;Da wir trotz jahrhundertelanger Verstöße gegen diese Regeln immer noch am Leben sind, stellt sich die Frage nach dem Sinn und Unsinn der Diät. [...] Eine Verklumpung von Blutzellen (durch Lektine, erg.) wurde bisher in keinem einzigen Fall festgestellt. Und Belege dafür, dass Erkrankungen durch die Blutgruppendiät positiv beeinflusst werden, fehlen ebenfalls.&#8221;</p>
<p>Aus einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): &#8220;In keinem Fall ist wissenschaftlich dokumentiert, dass Lectine aus Lebensmitteln im Blut zu Verklumpungen (Agglutinationen) führen. [...] D’Adamo verwendet ungesicherte, verführerisch einfach klingende Annahmen als Fakten und stellt Lectine in Nahrungsmitteln als eine generelle Gefahr dar. [...] Die meisten pflanzlichen Lectine sind unschädlich. (…) Zudem zerstört Erhitzen die Lectinaktivität in fast allen Nahrungsmitteln mit Ausnahme von gerösteten Erdnüssen [...].&#8221;</p>
<p>Quelle: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Blutgruppendi%C3%A4t#ixzz1dQBj7geu</p>
<p>Ich bin immer wieder erstaunt, wie man mit völlig willkürlichen, widersprüchlichen, fehlerhaften Behauptungen und Ernährungstheorien einen Bestseller landen kann, nur weil man damit verbreitete Bedürfnisse nach Rat und Orientierung bedient.</p>
<p>Ähnliche Phänomene kann man im übrigen auch in der Pflanzenheilkunde beobachten, zum Beispiel mit den hoch fragwürdigen Fantasien über „Wesen und Signatur der Pflanzen“.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/08/15/pflanzenheilkunde-nebuloese-aussagen-vom-wesen-der-pflanzen.html">Pflanzenheilkunde &#8211; Nebulöse Aussagen vom Wesen der Pflanzen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/24/zum-wesen-der-heilpflanzen-storchenschnabel-gegen-schock.html">Zum Wesen der Heilpflanzen &#8211; Storchenschnabel gegen Schock</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/06/die-fragwurdige-rede-vom-wesen-der-pflanzen.html">Die fragwürdige Rede vom Wesen der Pflanzen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/15/pflanzenheilkunde-john-ray-zur-signaturenlehre.html">Pflanzenheilkunde: John Ray zur Signaturenlehre</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/02/wilde-moehre-leberbluemchen-und-die-signaturen-der-heilpflanzen.html">Wilde Möhre, Leberblümchen und die Signaturen der Heilpflanzen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/05/von-schopenhauers-feldblume-zu-den-signaturen-der-pflanzen.html"> Von Schopenhauers Feldblume zu den Signaturen der Pflanzen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/29/wesenhafte-urtinkturen-genau-nachfragen-statt-blind-glauben.html  ">Wesenhafte Urtinkturen: Genau nachfragen statt blind glauben </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/07/27/signaturen-der-pflanzen-fragwuerdiger-neuaufguss-der-signaturenlehre.html">Signaturen der Pflanzen: Fragwürdiger Neuaufguss der Signaturenlehre</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/24/naturheilkunde-hoch-fragwuerdige-theorie-von-der-signatur-der-pflanzen.html">Naturheilkunde: Hoch fragwürdige Theorie von der Signatur der Pflanzen</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		<title>Selen: Kein Schutz vor Lungenkrebs</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 12:39:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Selen wird häufig als Schutz vor Krebs propagiert (zum Beispiel von Burgerstein), hält aber diese Versprechungen nicht. Untersuchungen gibt es zur Wirkung auf Prostatakrebs und Brustkrebs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selen wird immer wieder propagiert als Schutz gegen Krebs.  Bei Lungenkrebs konnte ein krebsschützender Effekt in einer Studie allerdings nicht belegt werden. Bei Rauchern gab es sogar gegenteilige Resultate.</p>
<p>Dem Spurenelement Selen werden antikarzinogene Effekte zugeschrieben.</p>
<p>Männer mit hohen Serumspiegeln sterben einer Studie aus Dänemark zufolge aber nicht seltener an Lungenkrebs als Männer mit tiefen Selenspiegeln.</p>
<p>Bei starken Rauchern scheint sogar eine gegenteilige Wirkung aufzutreten. An der Studie beteiligten sich 3333 Männer im Alter von 53 bis 74 Jahren (ERJ 2011; online 27. Oktober).</p>
<p>965 Männer hatten tiefere Selen-Serumspiegel (0,4-1,0 µmol/l), 1141 mittlere (1,1,-1,2 µmol/l) und 1227 hohe (1,3-3,0 µmol/l).</p>
<p>Innert 16 Jahren starben 167 der Probanden an Lungenkrebs. Der Anteil dieser Todesfälle lag in allen drei Gruppen ähnlich hoch (5,0 bis 5,1 Prozent).</p>
<p>Auch wenn Risikofaktoren für Lungenkrebs berücksichtigt wurden (Alter, Rauchen, Alkoholkonsum, COPD) hatten Männer mit hohen Selen-Spiegeln kein tieferes Sterberisiko durch Lungenkrebs.</p>
<p>Tendenziell war Lungenkrebs als Todesursache bei ihnen sogar häufiger als in der Gruppe mit niedrigen Selenwerten (HR 1,43).</p>
<p>Bei starken Rauchern, charakterisiert durch hohe Cotinin-Serumspiegel, zeigte sich sogar ein signifikant erhöhtes Risiko für Tod durch Lungenkrebs, wenn sie hohe Selen-Serumwerte aufwiesen (HR 2,26 im Vergleich zu tiefen Selenwerten).</p>
<p>Die bei starken Rauchern gemachte Beobachtung sei &#8220;überraschend&#8221;, erklärten die Studienautoren. Eine plausible Begründung dafür habe man nicht.</p>
<p>Die Wissenschaftler hatten diesen Effekt nicht erwartet.</p>
<p>Das Spurenelement Selen ist nämlich ein Bestandteil der Glutathion-Peroxidase, die freie Radikale innerhalb der Zelle inaktiviert.</p>
<p>&#8220;Theoretisch sollte sie daher krebsprotektiv wirken bei Rauchern, die ihre Lunge heftigem oxidativem Stress aussetzen&#8221;, erklären die Wissenschaftler.</p>
<p>Sie sehen eine mögliche Parallele zu einer Krebspräventionsstudie mit ähnlich unerwartetem Resultat: Hier hatten Raucher, die das Antioxidans Beta-Carotin (Provitamin A) in der höchsten Dosis einnahmen, auch das höchste Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/679312/selen-schuetzt-nicht-lungenkrebs.html</p>
<p>http://erj.ersjournals.com/content/early/2011/10/26/09031936.00102711.abstract</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Das Spurenelement Selen wird von Nahrungsergänzungsmittel-Verkäufern wie Burgerstein immer wieder als Schutz vor Krebs angepriesen. Burgerstein schreibt auf der Website neben dem Selen-Produkt:</p>
<p>„In Regionen mit selenreichen Böden kommen gewisse Krebsformen weniger vor.“</p>
<p>Das ist geschickt formuliert. Damit verspricht man nicht, dieses Produkt schütze vor Krebs. Man legt aber genau eine solche Wirkung nahe.</p>
<p>Eine Cochrane-Übersichtsstudie spricht dem Spurenelement Selen eine krebsschützende Wirkung ab. Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/12/cochrane-review-kein-schutz-vor-krebs-durch-selen.html">Cochrane-review: Kein Schutz vor Krebs durch Selen </a></p>
<p>Dass Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wichtig sind als Bestandteil unserer Ernährung, steht ausser Frage. Bei den hochtrabenden Versprechungen der Verkäufer von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln ist aber eine grosse Portion Skepsis angebracht.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf: <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		<title>&#8220;Granatapfel &#8211; Jungbrunnen und Sex-Booster&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 21:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Granatapfel wird untersucht als Mittel bei Prostatakrebs und Brustkrebs. Und er wird vermarktet als Anti-Aging-Mittel. Granatapfelsaft senkt LDL-Cholesterin und steigert die Herzmuskeldurchblutung,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So betitelt die Bild-Zeitung eine Meldung, die Chancen hätte auf einen Preis für desinformativen Gesundheitsjournalismus. Nur schon die reisserischen Schlagworte „Jungbrunnen“ und „Sexbooster“ sind völlig überzogen. Es geht weiter mit:</p>
<p>„Granatapfel könnte Jugend-Elixir sein“</p>
<p>Dieser ganze Anti-Aging-Jargon ist total unglaubwürdig. Die Hoffnung, mit irgendwelchen Mittelchen das Altern aufhalten zu können, wird von der Anti-Aging-Industrie clever ausgenutzt.</p>
<p>Wie geht die Meldung weiter:</p>
<p>„Ein tägliches Glas Granatapfelsaft (Extrakt aus Kernen, Fruchtfleisch und Schale) kann laut einer aktuellen Studie den Alterungs-Prozess der DNA verlangsamen. Ein spanisches Forscher-Team um Dr. Sergio Streitenberger entdeckte den auffälligen Rückgang eines Markers (8-Oxo-DG), der mit der Zell-Alterung in Zusammenhang steht. Konkret: Durch eine stete Granatapfel-Zufuhr wird die Oxidation der DNA verlangsamt.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/medizin/medizin-ticker-granatapfel-haelt-jung-20952164.bild.html</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Granatapfel ist fraglos gesund. Es gibt eine ganze Reihe von interessanten Laborexperimenten und einige Patientenstudien. Die Pflanze wird aber meines Erachtens auch hochgeschrieben. So auch in dieser Meldung.</p>
<p>Der Rückgang eines Markers in einem Laborexperiment sagt noch nicht viel aus darüber, was genau im lebenden Organismus geschieht.</p>
<p>Ob und wo diese Studie publiziert wurde ist unklar. Und von Dr. Sergio Streitenberger findet man via Google vor allem Hinweise auf ein Patent zur Herstellung von Granatapfel-Extrakt. Der untersuchende Forscher hat also ein direktes Interesse an der Propagierung des Granatapfel-Extraktes, doch wird diese Interessenbindung im Text nicht offengelegt.</p>
<p>Und was soll der Granatapfel-Extrakt bringen:</p>
<p>„Die Folge: Hautalterung wird verlangsamt, ebenso wie die Alterung anderer Organe (Leber, Gehirn, Nieren). Das berichtet ‚The Times of India’. Bisher war bekannt, dass Granatapfel vor Herzinfarkten schützt, Stress reduziert und sogar das Sexual-Leben verbessern kann.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/medizin/medizin-ticker-granatapfel-haelt-jung-20952164.bild.html</p>
<p>Kommentar M.K.:</p>
<p>Hautalterung verlangsamt? – Wie wurde das gemessen?</p>
<p>Alterung von Leber, Gehirn, Nieren verlangsamt? Wie misst man das Alter der Leber, des Gehirns, der Nieren?</p>
<p>Meines Wissens gibt es keinerlei Belege dafür, dass Granatapfel vor Herzinfarkt schützt. Plausibel belegt ist eine antioxidative Wirkung. Klinischen Studien zufolge senkt Granatapfel LDL-Cholesterin, wirkt antiarteriosklerotisch und fördert die Durchblutung des Herzmuskels.</p>
<p>Wikipedia schreibt zu dieser Herz-Kreislauf-Wirkung:</p>
<p>„In einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie an 45 Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte die tägliche Gabe von 240 ml des Saftes des Granatapfels die Herzmuskeldurchblutung signifikant. Positive Effekte zeichneten sich auch bei einer Studie mit Patienten mit verengter Halsschlagader ab: Nach einem Jahr Granatapfelverzehr verminderten sich die Ablagerungen an der Halsschlagader um 35 %, während sie in der Kontrollgruppe deutlich zunahmen.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Zu anderen Bereichen schreibt Wikipedia:</p>
<p>„ Über 250 wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Granatapfel eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Arthritis haben könnte. Allerdings sind die meisten Studien nur auf Versuche mit Zellkulturen oder Tieren beschränkt. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bleibt deshalb bis jetzt oft fraglich und muss in entsprechenden Studien belegt werden. Bisher wurden sieben klinische Studien (zum Teil randomisierte Doppelblind-Studien) zur Wirkung des Granatapfelsafts veröffentlicht, und eine Phase-3-Studie mit 250 Patienten mit Prostatakrebs ist noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Die gesundheitsfördenden Wirkungen des Granatapfels sind auf die Antioxidantien zurückzuführen, vor allem die Polyphenole. Zu denen zählen Phenolcarbonsäuren (Ellagsäure, Gallussäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure), Ellagitannine (z.B. Punicalagin) und Flavonoide (z.B. Catechin, Quercetin, Rutin, Kaempferol, Luteolin sowie sechs Anthocyane). Granatapfelprodukte weisen allerdings große Unterschiede in der Qualität und im Gehalt an wirksamen Polyphenolen auf. Dies betrifft nicht nur die Säfte (897 bis 4265 mg/l Polyphenole, Median 2288 mg/l nach Folin-Ciocalteu-Methode), sondern auch Granatapfel-Extrakte.</p>
<p>Granatapfelsaft verfügt über besonders viele Polyphenole und übertrifft sogar herausragende Antioxidantien wie Rotwein, Blaubeersaft und Cranberrysaft bei weitem. Er hat die 3-4 fache antioxidative Kraft von Rotwein oder Grüntee. Schon nach einwöchigem Verzehr von 250 ml Granatapfelsaft verbessert sich der antioxidative Schutz um 9 %, so das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung. Und eine andere Studie ergab, dass der antioxidative Schutz im Blut nach einem Jahr Verzehr von täglich einem Glas Granatapfelsaft um 130 % steigt.</p>
<p>In einer In-Vitro-Studie konnte eine Schutzwirkung durch Granatapfelsaft vor Brustkrebszellen festgestellt werden. Sie hemmen die Bildung von körpereigenen Östrogenen und führen bei östrogenrezeptor-positiven Brustkrebszellen zu einer Wachstumshemmung von 80 Prozent – ohne das Wachstum der gesunden Zellen zu beeinträchtigen. Fermentierter Granatapfelsaft ist dabei doppelt so wirksam wie frischer Saft. Auch auf Leukämiezellen wirken die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft: Die Zellen bilden sich entweder zu gesunden Zellen zurück (Redifferenzierung) oder werden in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben. Außerdem verhindern die Polyphenole, dass sich neue Blutgefäße bilden (Neoangiogenese) – das erschwert die Ausbreitung des Tumors.</p>
<p>Auch gegen Prostatakrebs scheinen die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft besonders wirkungsvoll zu sein, wie eine Reihe von präklinischen Studien zeigten. In einer Studie konnten Prostatakrebs-Patienten durch den täglichen Konsum von Granatapfelsaft (570 mg Polyphenole) ihren PSA-Wert, den zentralen Biomarker bei Prostatakrebs, viermal länger konstant halten als vor der Behandlung: In der sechsjährigen Nachbeobachtungsphase stieg die PSA-Verdopplungszeit von 15,4 auf 60 Monate. Nach diesem Erfolg wird die Studie nun ausgeweitet. In einer doppelblinden und randomisierten Studie wurde 104 Prostatakrebspatienten nach erfolgloser Primärtherapie (PSA-Rezidiv) Granatapfel-Extrakt verabreicht und der PSA-Verdopplungszeitraum beobachtet. Je langsamer der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen, der wichtigste Tumor- und Verlaufsmarker bei Prostatakrebs) ansteigt, desto länger ist in der Regel die Lebenserwartung. In der Studie hatten die Teilnehmer im Schnitt einen Prostatakrebs von mittlerer Aggressivität mit Gleason-Score 7. Ergebnis der Studie: Durch die tägliche Aufnahme von Granatapfel-Extrakt über sechs Monate konnte der Verdopplungszeitraum des PSA-Wertes von 11,9 auf 18,5 Monate verlängert werden. Und bei 50 % der Teilnehmer konnte diese Zeitspanne im Vergleich zum Ausgangswert zu Beginn der Studie sogar verdoppelt werden. In einer Zellkultur-Studie aus dem Jahr 2008 konnte außerdem gezeigt werden, dass auch im Spätstadium des Prostatakrebses Granatapfelsaft noch einen positiven Effekt auf die Zellstruktur haben kann &#8211; die Übertragung der Ergebnisse auf den Krankheitsverlauf eines Menschen ist allerdings ohne weitere Untersuchungen nicht möglich. Ähnliche positive Effekte mit hormonunabhängigem Prostatakrebs traten in Tierstudien auf.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Dazu ist allerdings festzuhalten: Viele dieser Wirkungen tönen eindrücklich. Doch es muss immer wieder betont werden, dass eine Wirkung an isolierten Zellen oder Geweben im Reagenzglas (In-vitro) oder im Tierversuch nicht einfach 1:1 auf den lebenden Organismus eines Patienten übertragen werden kann.</p>
<p>Auch die Angabe, dass Granatapfel den Stress reduziert, ist in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht  belegt und es fragt sich auch hier, wie dieser Effekt festgestellt wurde. Und die in Aussicht gestellte Verbesserung des Sexual-Lebens ist so vage, dass wohl jeder und jede davon profitieren kann. Was heisst denn das genau? Was wird konkret verbessert? – Solche Wischiwaschi-Angaben sind nichts als Werbung.</p>
<p>Weitere Informationen zum Granatapfel:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/27/pflanzenheilkunde-granatapfel.html  ">Pflanzenheilkunde &#8211; Granatapfel</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/20/granatapfel-extrakt-als-natuerlicher-wehenfoerderer.html">Granatapfel-Extrakt als natürlicher Wehenförderer?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/13/ellagsaeure-aus-granatapfel-hemmt-brustkrebs-im-labor.html">Ellagsäure aus Granatapfel hemmt Brustkrebs im Labor</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		</item>
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		<title>Heilpflanzen-Präparate können Krebstherapie gefährden</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/16/heilpflanzen-praparate-konnen-krebstherapie-gefahrden.html</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 21:28:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Johanniskraut, Schisandra &#038; Co können durch Interaktionen die Krebstherapie beeinträchtigen, zum Beispiel die Wirkung von Tamoxifen, Irinotecan und Imatinib.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heilpflanzen-Präparate aus der Phytotherapie oder aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sind bei Krebspatienten beliebt. Doch manche Mittel können die Wirkung der üblichen Tumortherapie außer Kraft setzten.</p>
<p>Wer an einem bösartigen Tumorleiden erkrankt, muss meist eine Chemotherapie oder Bestrahlung über sich ergehen lassen und Nebenwirkungen wie Erbrechen, Durchfall, Haarausfall und Kachexie in Kauf nehmen – von der psychischen Belastung durch die Krebsdiagnose einmal ganz abgesehen. Da ist es nicht überraschend, dass Tumorpatienten gerne und häufig in Eigenregie zu pflanzlichen Mitteln greifen, um die Nebenwirkungen der Krebstherapie zu reduzieren. Tatsächlich bietet die Phytotherapie in diesem Bereich einige interessante Möglichkeiten.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/17/heilpflanzen-anwendungen-bei-krebs.html     ">Heilpflanzen-Anwendungen bei Krebs </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/30/phytotherapie-lindert-nebenwirkungen-bei-chemotherapie-bestrahlung.html">Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie und Bestrahlung</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html">Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern </a></p>
<p>Allerdings sind Heilpflanzen-Präparate nicht immer harmlos und nebenwirkungsfrei. Einige können Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Krebstherapeutika erheblich beeinflussen, indem sie auf das Cytochrom-P450-System oder auf Effluxtransporter wie das P-Glykoprotein einwirken. Doch welche klinisch bedeutsamen Interaktionen (Wechselwirkungen) zwischen Tumortherapeutika und pflanzlichen Präparaten sind bisher bekannt?</p>
<p>Priv.-Doz. Dr. Matthias Unger vom Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universität Würzburg hat dazu in der Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ einen informativen Beitrag veröffentlicht.</p>
<p>Dr. Unger nennt als Beispiel die erheblich reduzierte Bioverfügbarkeit der Zytostatika Irinotecan und Imatinib bei Anwendung von Johanniskraut. So wurde in klinischen Untersuchungen die Bioverfügbarkeit von Imatinib um durchschnittlich 30 Prozent und diejenige von Irinotecan sogar um 41 Prozent vermindert, wenn gleichzeitig hyperforinhaltige Johanniskrautpräparate gegeben wurden. Denn diese Pflanzenextrakte steigern die Expression von CYP3A4 und P-Glykoprotein.</p>
<p>Die Inhaltsstoffe von Schisandra-Spezies bewirken das Gegenteil: Sie vermindern die Expression von CYP3A4 und P-Glykoprotein und erhöhen damit die Bioverfügbarkeit von CYP3A4- und P-Glykoprotein-Substraten. So steigerte ein Extrakt aus den Früchten von Schisandra sphenanthera die AUC des Kurzhypnotikums Midazolam um 119 Prozent und die maximale Plasmakonzentration um 86 Prozent.</p>
<p>Bei dem Immunsuppressivum Tacrolimus wird die Bioverfügbarkeit durch Schisandra-Inhaltsstoffe sogar um 164 Prozent gesteigert. Ein weiteres Phytotherapeutikum, das auf CYP-Enzyme einwirkt, ist die Kanadische Gelbwurz (Hydrastis canadensis), die häufig kombinert mit Echinacea bei grippalen Infekten angewendet wird. Zubereitungen aus der Wurzel der Kanadischen Gelbwurz steigern die Toxizität von CYP3A4-Substraten wie Irinotecan und Imatinib und können die Wirkung von Tamoxifen fast gänzlich aufheben.</p>
<p>Interaktionen zwischen Krebsmedikamenten und Heilpflanzen-Präparaten lassen sich nur vermeiden, wenn Ärzte und Apotheker über die beschriebenen Mechanismen Bescheid wissen. Sie sollten Patienten über mögliche Risiken umfassend aufzuklären, fasst Dr. Unger zusammen.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Matthias Unger, Forschende Komplementärmedizin 2011; 18: DOI 10.1159/000330937</p>
<p>http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=110983&amp;dspaid=960953</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Beitrag zeigt, wie wichtig es ist, dass Patientinnen und Patienten den behandelnden Ärztinnen und Ärzten mitteilen, welche Heilpflanzen-Präparate sie einnehmen.</p>
<p>Dieser Beitrag über Interaktionen zwischen Phytopharmaka und synthetischen Medikamenten ist sehr viel präziser und fundierter als der Beitrag, den ich hier kritisch unter die Lupe genommen habe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/04/phytopharmaka-wechselwirkungen-bei-operationen.html">Phytopharmaka: Wechselwirkungen bei Operationen</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
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		<title>&#8220;Naturheilkunde sieht Erfolge im Kampf gegen Krebs&#8221;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/31/naturheilkunde-sieht-erfolge-im-kampf-gegen-krebs.html</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 10:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kommentar zu einem manipulativen Text über Naturheilkunde &#038; Krebstherapie. 
Fragwürdiger Beitrag im Bild-Zeitung / DPA mit Aussagen von Ralph Moss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So betitelt Bild-Zeitung / DPA eine Meldung vom 28. Oktober.</p>
<p>Die Nachricht tönt gut. Naturheilkunde kann meiner Ansicht nach durchaus einen sinnvollen Platz haben in der Krebstherapie.</p>
<p>Die Meldung von Bild / DPA ist aber voll von Nebelschwaden, Manipulation und Täuschung. Es lohnt sich daher, sie genauer unter die Lupe zu nehmen, weil man daraus für viele ähnliche Meldungen etwas lernen kann.</p>
<p>Hier der Originaltext am Stück:</p>
<p>„<strong>Naturheilkunde sieht Erfolge im Kampf gegen Krebs</strong></p>
<p>Eine Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde kann aus Sicht von Naturheilkundlern in der Krebstherapie erfolgreich sein. Der amerikanische Krebsforscher Ralph Moss sagte am Freitag zum Auftakt der Medizinischen Woche in Baden-Baden, Studien aus drei Jahrzehnten hätten gezeigt, dass eine konventionelle Therapie die besten Resultate erziele, wenn sie mit einer individuell abgestimmten Behandlung aus dem breiten Spektrum der Komplementärmedizin ergänzt werde. Er begründete dies mit der Stabilisierung und Stärkung der körpereigenen Kräfte gegen die Belastung durch aggressive Therapien.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bild.de/regional/stuttgart/stuttgart-regional/naturheilkunde-sieht-erfolge-im-kampf-gegen-20705946.bild.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Schauen wir uns die Meldung nun Schritt für Schritt an (Kommentare von mir <em>kursiv</em>):</p>
<p>„Naturheilkunde sieht Erfolge im Kampf gegen Krebs“</p>
<p><em> Kommentar M.K.:</em></p>
<p><em>Schon der Titel wirft einige Fragen auf:</em></p>
<p><em>- Was genau ist gemeint mit „Naturheilkunde“? Dieser Begriff wird heute oft irreführend und unpräzis verwendet.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></em></p>
<p>- &#8220;Naturheilkunde sieht Erfolge&#8230;.&#8221;</p>
<p><em>So? Naturheilkunde ist vorerst einmal ein Begriff und der sieht gar nichts. Darüber hinaus kann man die &#8220;Naturheilkunde&#8221; auch als eine sehr heterogene &#8220;Szene&#8221; sehen, deren Vertreter  man aber zuerst fragen müsste, ob sie mit den Aussagen im Text einverstanden sind. &#8220;Naturheilkunde sieht&#8230;.&#8221; tönt aber gewichtiger als &#8220;Ralf Moss sagt&#8230;&#8221;. Die &#8220;Naturheilkunde&#8221; wird hier vereinnahmt zur Stärkung der eigenen Position.</em></p>
<p><em>- Was ist gemeint mit „Erfolg“ im Kampf gegen Krebs? „Erfolg“ müsste klarer definiert werden.</em></p>
<p><em>Die Formulierung legt nahe, dass mit „Erfolg“ Krebsheilung gemeint ist.</em></p>
<p><em>Diese Interpretation wird natürlich von Krebspatienten und von einer Öffentlichkeit, die verständlicherweise Angst vor Krebs hat, sehr gerne gehört.</em></p>
<p><em>Viel weniger gerne wird gehört, dass von missionarischen Heilbringern geschürte Hoffnungen leider weitestgehend illusorisch ist.</em></p>
<p><em>Naturheilkunde – und das sage ich als Naturheilkundler – kennt meines Erachtens keine überzeugenden Heilmittel gegen Krebs. Selbst für die oft angewendete Misteltherapie  gibt es trotz unzähliger Untersuchungen keine wasserdichten Belege für eine lebensverlängernde Wirkung.</em></p>
<p><em>Siehe dazu:</em></p>
<p><em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html">Misteltherapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</a></em></p>
<p><em> Soll man die Leute mit illusorischen Hoffnungen abfüllen? Das kommt immer gut an und man wird als (vermeintlicher) Retter in der Not hoch geschätzt. Oder soll man die bescheidenen Möglichkeiten bescheiden darstellen auf das Risiko hin, damit im Heer der Heilstrompeter übersehen zu werden?</em></p>
<p><em>Ralf Moss gehört meinem Eindruck nach zur ersten Gruppe.</em></p>
<p><em>Der „Erfolg“ der Naturheilkunde in der Onkologie kann in der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten liegen oder in der Linderung von Beschwerden, die durch Chemotherapie oder Bestrahlung verursacht werden. Für Patientinnen und Patienten ist das oft wertvoll, aber es ist nicht die erhoffte Heilung.</em></p>
<p><em>Diese Begrenzung und Präzisierung macht die Schlagzeile von Bild / DPA aber nicht.</em></p>
<p><em>Den Heilstrompetern reicht diese Begrenzung nicht. Nur Symptome zu lindern, das ist nicht genug für ihr grosses Ego. Mehr Bescheidenheit und weniger Allmachtphantasien wären meines Erachtens hier angebracht.</em></p>
<p>„Eine Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde kann aus Sicht von Naturheilkundlern in der Krebstherapie erfolgreich sein.“</p>
<p><em>Kommentar M.K.: </em></p>
<p><em>- Der Begriff „Schulmedizin“ ist ein ideologisch aufgeladener, negativ gefärbter Kampfbegriff und damit manipulativ. Die Medizin soll kritisiert werden. Sie hat Kritik nötig genauso wie die sogenannte „Komplementärmedizin“. Die Kritik soll aber auf Argumenten aufbauen und konkrete Missstände benennen und sich nicht hinter negativ aufgeladenen Begriffen verstecken.</em></p>
<p><em>Siehe dazu:</em></p>
<p><em><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck</a></em></p>
<p><em>- Auch hier wieder: Was meint „in der Krebstherapie erfolgreich sein“?</em></p>
<p>„Der amerikanische Krebsforscher Ralph Moss sagte am Freitag zum Auftakt der Medizinischen Woche in Baden-Baden..“</p>
<p><em>Kommentar M.K.: </em></p>
<p><em>-Was verstehen Sie unter einem „Krebsforscher“? Ich würde mir einen Wissenschaftler vorstellen, einen Biologen vielleicht oder einen Arzt.</em></p>
<p><em>Das dürfte wohl den meisten Leserinnen und Lesern so gehen. „Krebsforscher“ Ralph Moss ist ein Buchautor, Journalist und Filmemacher. Er hat weder in der Krebsforschung gearbeitet noch ist er Arzt. Ralph Moss promovierte 1974 an der Stanford University (Ph.D. in &#8220;Classical Languages and Literature&#8221;). Er propagiert zahlreiche unwirksame Krebstherpien wie zum Beispiel Amygdalin (Laetrile).</em></p>
<p><em>Zu Amygdalin siehe:</em></p>
<p><em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/20/amygdalin-vitamin-b17-als-angebliches-krebsmittel-alt-unwirksam-und-wieder-aktuell.html  ">Amygdalin / Vitamin B17 als angebliches Krebsmittel</a></em></p>
<p><em>Aber Bild / DPA schreibt von „Krebsforscher“&#8230;</em></p>
<p><em>Weitere Info zu <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Ralph_W._Moss">Ralph Moss</a>:</em></p>
<p><em>- Zur „Medizinischen Woche“ in Baden-Baden&#8230;&#8230;..</em></p>
<p><em>Tönt anerkannt, neutral, umfassend, die „Medizinische Woche“&#8230;..</em></p>
<p><em>Es handelt sich um einen Kongress zur Propagierung von unbelegten Krebstherapien. Das ist selbstverständlich legal in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit. Legal (und nötig) ist aber auch, solche Ansichten kritisch unter die Lupe zu nehmen.</em></p>
<p><em>Warum wird im Titel der Veranstaltung der Inhalt „alternative Krebstherapien“ nicht genannt, sondern ein neutraler „medizinischer“ Inhalt (&#8220;Medizinische Woche) vorgegaukelt?</em></p>
<p><em>Der Kongress steht unter dem Motto:</em></p>
<p><em> &#8220;</em><em>Mit der Natur im Einklang &#8211; Krebs vorbeugen und behandeln&#8221;</em></p>
<p><em>Nur schon dieses Motto ist ausgesprochen fragwürdig und irreführend. Zu fragen wäre etwa, ob das überhaupt möglich ist, den Krebs im Einklang mit der Natur zu bekämpfen.</em></p>
<p><em>Im Einklang mit der Natur müsste man den Krebs nämlich wachsen lassen. Schliesslich gehört der Krebs unzweifelhaft auch zur Natur.</em></p>
<p><em>Das Motto tönt aber so schön&#8230;..</em></p>
<p><em>Leere, aber mit positiven Emotionen verknüpfte Ausdrücke sind ein Baustein für Manipulation.</em></p>
<p><em>Veranstaltet wird die „Medizinische Woche“  von der „Deutschen Gesellschaft für Onkologie e. V“ (DGO). Das tönt nach der offiziellen Fachorganisation der Onkologinnen und Onkologen in Deutschland.</em></p>
<p><em>In Wirklichkeit handelt es sich um einen Verein mit sehr beschränkter Mitgliederzahl, vor allem um Ärzte, die Krebstherapien propagieren, deren Wirksamkeit nicht belegt ist. Es ist legal, dass solche Ärzte sich organisieren und ihre Interessen vertreten. Aber warum muss dazu ein Vereinsname her, der eine nicht vorhandene Reputation und Bedeutung vorspiegelt? Das ist unseriös bis in die Knochen. Ralph Moss ist Ehrenmitglied der DGO. Präsident der DGO ist der Arzt Friedrich Douwes, der unter anderem das angebliche Krebswunderheilmittel Miracle Mineral Supplement (MMS) propagiert.</em></p>
<p><em>Eine schöne &#8220;Gesellschaft zur Ausbeutung der Hoffnung schwerkranker Patienten&#8221; (GAHSP) haben wir da.</em></p>
<p><em>Weitere Infos zur <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Deutsche_Gesellschaft_für_Onkologie_e.V.">DGO</a>:</em></p>
<p><em>Weitere Infos zu <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Friedrich_Douwes">Friedrich Douwes</a></em></p>
<p><em>Eine seriöse Organisation im Bereich Krebs / Onkologie ist die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): <a href="http://www.krebsgesellschaft.de/  ">http://www.krebsgesellschaft.de/</a></em></p>
<p><em>und in der Schweiz die <a href="http://www.krebsliga.ch/de/">Krebsliga</a>.</em></p>
<p>„Studien aus drei Jahrzehnten hätten gezeigt, dass eine konventionelle Therapie die besten Resultate erziele, wenn sie mit einer individuell abgestimmten Behandlung aus dem breiten Spektrum der Komplementärmedizin ergänzt werde.“</p>
<p><em>Kommentar M.K.: </em></p>
<p><em>- Was heisst genau: Studien aus drei Jahrzehnten&#8230;..?</em></p>
<p><em>Welche Studien, mit welchen Verfahren oder Stoffen?</em></p>
<p><em>Es gibt Studien mit sehr unterschiedlicher Qualität. Das Wort „Studien“ sagt über die Relevanz von Ergebnissen nichts aus.</em></p>
<p><em>Bei Laborstudien zum Beispiel ist sehr fraglich, ob die Effekte aus Zellkulturen auch beim Menschen auftreten würden.</em></p>
<p><em>Und alle „Studien aus drei Jahrzehnten“ scheinen sich einig zu sein? Das ist äusserst unwahrscheinlich. Es ist geradezu charakteristisch für die Wissenschaft, dass es zu einem Thema Studien mit positiven und negativen Ergebnissen gibt, und dass man erst aus einer Vielzahl von zum Teil widersprüchlichen Studien relevante Schlüsse ziehen kann.</em></p>
<p><em>Warum werden negative Studien, die es beim Thema Krebsbehandlung durch Naturstoffe in grosser Zahl gibt, nicht erwähnt. Das sieht nach Manipulation durch einseitige Selektion aus.</em></p>
<p><em>- Und wie schon beim Begriff „Erfolg“: Was genau meint, die besten „Resultate“? Krebsheilung? Verlängerte Lebenszeit? Verbesserung der Lebensqualität?</em></p>
<p><em>- Was genau ist gemeint mit „aus dem breiten Spektrum der Komplementärmedizin“?</em></p>
<p><em>„Komplementärmedizin“ ist ein positiv gefärbter Lobbying-Begriff, der an sich noch nichts aussagt. „Komplementär“ bedeutet ergänzend. Darin steckt eine Vorstellung vom Ganzen. Natürlich ist das „Ganze“ zu haben immer attraktiver als nur einen Teil, vor allem auch für leidende Patienten.</em></p>
<p><em>Aber was ist den genau das Ganze, zu dem Komplementärmedizin die Medizin ergänzt? Körper, Seele und Geist? Und wie sieht das dann konkret in der Behandlung aus? Kann überhaupt jemand ganzheitlich behandeln? Um jemand ganzheitlich zu behandeln müsste man ihn oder sie ganzheitlich wahrnehmen. Wir nehmen aber wohl nur einen beschränkten Teil unseres Gegenübers und auch nur einen kleinen Teil von uns selbst wahr. Wie also soll Ganzheitlichkeit erreichbar sein?</em></p>
<p><em>Mehr dazu hier:</em></p>
<p><em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/15/fragwurdige-ganzheitliche-medizin.html">Fragwürdige Ganzheitliche Medizin </a></em></p>
<p><em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  "> Komplementörmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></em></p>
<p>„Er begründete dies mit der Stabilisierung und Stärkung der körpereigenen Kräfte gegen die Belastung durch aggressive Therapien.“</p>
<p><em>Kommentar M.K.:</em></p>
<p><em>Gegen das Ziel „der Stabilisierung  und Stärkung der körpereigenen Kräfte gegen die Belastung durch aggressive Therapien“ ist nichts einzuwenden.</em></p>
<p><em>Die Aussage ist einfach so vage, dass wohl niemand dagegen Einwände haben kann. Die Kehrseite davon ist aber, dass damit auch nichts Greifbares ausgesagt wird. So „leer“ spricht der Satz einfach Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse an, zum Beispiel das Bedürfnis nach Schutz vor aggressiven Therapien, das Gefühl der Angst etc.</em></p>
<p><em>Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse ansprechen, ohne greifbare Aussagen zu machen (an denen jemand anecken könnte) – ist ein Vorgehen mit manipulativem Potenzial.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Fazit: Der in „Bild“ bzw. DPA veröffentlichte Text ist hoch tendenziös und täuscht Leserinnen und Leser.</em></p>
<p><em>Dabei ist aber festzuhalten, dass dies kein Einzelfall ist. Die Berichterstattung über Themen aus Naturheilkunde / Komplementärmedizin / Alternativmedizin ist in hohem Mass unkritisch und irreführend. Im vorliegenden Text hat „Bild“ wohl einfach eine DPA-Meldung abgedruckt, die wiederum vermutlich auf einer Pressemitteilung der Kongressveranstalter basieren dürfte. Fragen wurden da offensichtlich keine gestellt.</em></p>
<p><em>Leserinnen und Lesern kann man eigentlich nur raten, entweder solchen Schrott gar nicht zu lesen, oder sich ein Vergnügen draus zu machen, die Inhalte kritisch unter die Lupe zu nehmen.</em></p>
<p><em>Ungeprüft blind glauben, was da alles geschrieben wird, ist jedenfalls eine ungesunde und unwürdige Option.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>P.S.: Vor allem Menschen mit chronischen und / oder lebensbedrohenden Krankheiten werden oft überschwemmt mit gut gemeinten Ratschlägen aus dem Bereich Komplementärmedizin.</p>
<p>Das wird für Patientinnen und Patienten nicht selten anstrengend.</p>
<p>Wie kann man sich orientieren in diesem unübersichtlichen Angebot?</p>
<p>Wie bildet man sich eine fundierte, eigene Meinung?</p>
<p>Infos und Anregungen dazu gibt es im Tagesseminar</p>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=5c6b16e73196&amp;file=1930">Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Verwirrend Studienlage zur Wirkung von Grüntee</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/28/verwirrend-studienlage-zur-wirkung-von-gruntee.html</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 21:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grüntee-Wirkungen werden diskutiert bei Alzheimer und Parkinson, Chorea Huntington, multipler Sklerose, Duchenne Muskeldystrophie, Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Entzündungen wie Atherosklerose sowie Krebs. Ein Hauptwirkstoff im Grüntee ist Epigallocatechin-3-gallat (EGCG).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr als 100 klinische Studien prüfen die These, dass Grüntee günstig bei verschiedenen Krankheiten wirkt. Darauf haben Forscher heute auf einer Tagung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hingewiesen.</p>
<p>Heilende Wirkungen soll der Grüntee unter anderem haben bei Alzheimer und Parkinson, Chorea Huntington, multipler Sklerose, Duchenne Muskeldystrophie, Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Entzündungen wie Atherosklerose sowie Krebs.</p>
<p>&#8220;Wir erwarten nicht, dass Grüner Tee eine solche Erkrankung tatsächlich heilen kann. Aber es ist unter Umständen möglich, ihr Fortschreiten aufzuhalten oder der Krankheit vorzubeugen&#8221;, sagt der Neurologe Paul. Er rechnet für Ende 2012 mit ersten verlässlichen Resultaten aus einer MS-Studie, von denen derzeit drei an der Charité laufen.</p>
<p>Übergewichtigen könnte Grüner Tee möglicherweise ebenfalls helfen. &#8220;Menschen mit mäßigem Übergewicht und einer Störung im Energiestoffwechsel oder im Fettumsatz nahmen in einer Studie deutlich ab&#8221;, erklärt der Pharmakologe Michael Boschmann, der am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité forscht.</p>
<p>Normalgewichtige oder Adipöse hingegen profitierten in dieser Hinsicht nicht von den Grüntee-Extrakten. &#8220;Hier ist die Datenlage bislang widersprüchlich. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird es aber konkrete Ergebnisse geben&#8221;, kündigt Boschmann an. Auch könnten die Resultate aus großen Untersuchungen etwa aus Japan nicht eins zu eins auf Europa übertragen werden. &#8220;Dort wird ja nicht nur Grüner Tee getrunken, sondern die Menschen haben auch eine andere genetische Disposition und ernähren sich anders &#8211; fast ohne Milch, dafür mit viel mehr Fisch&#8221;, ergänzt der Neurologe Paul.</p>
<p>Bis mehr Klarheit gewonnen ist, raten die Experten davon ab, ohne Absprache mit dem Arzt präventiv große Mengen Grüntee-Extrakt zu schlucken. &#8220;Da macht jemand einfach Kasse dran, und es kann immense Nebenwirkungen geben&#8221;, warnt Paul. Ein bis drei Liter Grüntee pro Tag hingegen könnten nicht Schaden.</p>
<p><strong>Epigallocatechin-3-gallat (EGCG) – ein Hauptwirkstoff im Grüntee</strong></p>
<p>Bei den klinischen Studien mit Grüntee geht es hauptsächlich um eine Substanz namens Epigallocatechin-3-gallat, kurz EGCG. Die Studien sind jedoch offenbar schwer miteinander vergleichenbar.</p>
<p>„Die dabei eingesetzten Präparate sind nicht standardisiert. Es gibt Teeaufgüsse und Kapseln, die unterschiedliche Konzentrationen von EGCG enthalten und zum Teil mit Zusatzstoffen, wie etwa Koffein, angereichert sind“, erklärte der Neurologe Friedemann Paul vom Exzellenzcluster NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.</p>
<p>Das erschwere eine Bewertung der Resultate. So gebe es keine klaren Aussagen über die Bioverfügbarkeit der Substanz EGCG und auch keine klaren Aussagen darüber, wie viel von der Substanz gegeben werden müsse, um eine günstige Wirkung zu erzielen, sagte er.</p>
<p>Die Forschungen mit EGCG aus Grüntee ins Rollen gebracht hatte der Neurowissenschaftler Erich Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hatte er 2006 in Laborversuchen die günstige Wirkung der Grüntee-Substanz EGCG bei Chorea Huntington entdeckt. Im Jahr 2008 konnten sie außerdem belegen, dass durch die Substanz die Protein-Fehlfaltungsprozesse bei Parkinson und Alzheimer beeinflusst werden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47843/Studienlage_zu_Nutzen_von_gruenem_Tee_verwirrend.htm</p>
<p>http://www.n-tv.de/wissen/Gruener-Tee-schadet-nicht-article4633256.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zu Grüntee gibt es tatsächlich sehr viele interessante  Studien, aus denen aber oft vorschnell Schlüsse gezogen werden.</p>
<p>Betont werden müsste meines Erachtens auch, dass bei den meisten Grüntee-Studien Effekte mit relativ grossen Grüntee-Mengen erzielt wurden, die für europäische Verhältnisse nicht so selbstverständlich sind (z. B. 8 – 10 japanische Teetassen pro Tag).</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Vitaminguru Dr. Matthias Rath mit seiner &#8220;Zellularmedizin&#8221; auf Propagandatour&#8230;.</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/16/vitaminguru-dr-matthias-rath-mit-seiner-zellularmedizin-auf-propagandatour.html</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 12:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die "Zellularmedizin" von Matthias Rath - ein Spiel mit den Hoffnungen todkranker Menschen."Dominik" und sein Knochenkrebs. Ryke Geerd Hamer und Matthias Rath, zwei perfekte Bewirtschafter der Feindbildhaltung gegenüber der "Schulmedizin".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Esowatch und die Kronenzeitung warnen vor dem Vitaminguru Matthias Rath, der gerade wieder einmal auf Tournee ist.</p>
<p>Esowatch schreibt:</p>
<p><em>„Dr. Rath, ein skrupelloser Geschäftsmann, wie er im Buche steht, ist ab Montag auf Tour um seine wirkungslosen Präparate an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Um Patientenvertreter zu zitieren, um ein &#8216;Geschäft mit der Hoffnung todkranker Leute&#8217; zu machen. Die Vortragsreihe beginnt in der Wiener Hofburg und dann geht es im Laufe der Woche weiter mit Zürich, Stuttgart und schließlich Berlin.“</em></p>
<p>Weitere Infos zu Matthias Rath:</p>
<p><a href="http://esowatch.com/ge/index.php?title=Matthias_Rath  ">http://esowatch.com/ge/index.php?title=Matthias_Rath</a></p>
<p>Esowatch weiter:</p>
<p><em>„Die österreichische Kronenzeitung berichtet in der heutigen Auflage bereits mit einer Warnung (&#8216;Dr. Krebs lockt mit Wunderpillen&#8217;) und berichtet dabei auch vom neunjährigen Dominik, der an Knochenkrebs erkrankt eine Chemotherapie abgebrochen hatte und dessen Eltern stattdessen auf die Rath’sche Zellularmedizin gesetzt hatte. Rath hatte den Jungen als geheilt zu diversen Vorträgen geschleppt und dort als Erfolg präsentiert. Der Junge starb kurz darauf in einer &#8216;Spezialklinik&#8217; in Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Rath schaltete sofort großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern am &#8216;Pfusch der Schulmedizin&#8217; gestorben&#8230;&#8230;..</em></p>
<p><em>In Südafrika hat Rath die selben Vitamine, die jetzt gegen Krebs helfen sollen, auch gegen HIV angepriesen. Anzeigen, Verurteilungen, Warnungen der WHO und weitere Anzeigen(inklusive Beschlagnahme seiner Wunderpillen) folgten. Südafrika leidet noch heute unter den Folgen der Aids-Leugnung, die unter Präsident Thabo Mbeki Aids-Kranke mit Roter Beete, Olivenöl oder eben Raths Vitaminen &#8216;bekämpft&#8217; hatte.“</em></p>
<p>Quelle:</p>
<p><a href="http://blog.esowatch.com/?p=4510">http://blog.esowatch.com/?p=4510</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Das Wort „skrupellos“ trifft für Matthias Rath zweifellos zu und auch, dass der Mann Geschäfte mit der Hoffnung todkranker Menschen macht.</p>
<p>„Geschäftemacherei“ allein erklärt das Phänomen aber nicht. Rath ist – wie viele andere Heilspropheten – offenbar ohne jede Spur von Selbstkritik von seinen Grössenphantasien überzeugt. Nur so lässt erklären, dass derart fragwürdige Behauptungen und Heilsversprechungen auf so starke Resonanz stossen.</p>
<p>Zu fragen ist aber auch nach dem Boden, auf welchem solche Allheilphantasien gedeihen. Meines Erachtens wächst eine Heilslehre wie das Rath’sche System nur auf der Basis von massiven Feindbildhaltungen gegenüber der „Schulmedizin“ und der „Pharmaindustrie“. Matthias Rath bewirtschaftet solche Feindbilder perfekt.</p>
<p>Fazit:</p>
<p>1. Die Unterschiede zwischen (unverzichtbarer) argumentgestützter Kritik an Medizin und Pharmaindustrie einerseits  &#8211; und einer undifferenzierten Feindbildhaltung andererseits &#8211; müssen immer wieder erklärt und thematisiert werden.</p>
<p>2. Pauschalisierende Feindbildhaltungen sind in Frage zu stellen, wo immer sie sich zeigen. Das ist meines Erachtens schon der Fall, wenn ein negativ konnotierter Begriff wie „Schulmedizin“ verwendet wird.  Bereits dieser unsägliche Begriff trägt zu Frontenbildung bei und stützt Typen wie Matthias Rath oder <a href="http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Ryke_Geerd_Hamer">Ryke Geerd Hamer</a>, die auf diesem Boden ihr Süppchen kochen können.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">Schulmedizin &#8211; ein fragwürdiger Ausdruck</a></p>
<p>Unakzeptabel ist ausserdem, dass Matthias Rath fortlaufend den Begriff <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html  ">„Naturheilkunde“ </a>für sein Gurusystem vereinnahmt. Das verlangt nach einer klaren Distanzierung.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Mit Nahrungsergänzungsmitteln höheres Sterberisiko</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/15/mit-nahrungserganzungsmitteln-hoheres-sterberisiko.html</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 13:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine weitere Studie zieht kritische Schlüsse über Nahrungsergänzungsmittel. Gewisse Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente scheinen das Sterblichkeitsrisiko zu steigern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erneut kommt eine Studie zu dem Resultat, dass die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen Menschen ohne Mangelzustände mehr schadet als nutzt.</p>
<p>Eine Auswertung der Iowa Women&#8217;s Health Study zeigt in den Archives of Internal Medicine (2011; 171: 1625-1633) für mehrere Nahrungsergänzungsmittel sogar eine Steigerung der Sterblichkeit.</p>
<p>Einzige Ausnahme war Kalzium, deren Einnahme mit einem reduzierten Sterberisiko älterer Frauen verbunden war.</p>
<p>Die Iowa Women&#8217;s Health Study (IWHS) startete im Jahr 1986. Die Kohorte umfasst 41.836 postmenopausale Frauen, die beim Start der Studie 55 bis 69 Jahre alt waren. Die prospektive Beobachtungsstudie will den Einfluss von Ernährung und Lebensgewohnheiten auf chronische Erkrankungen untersuchen.</p>
<p>Zum gegenwärtigen American Way of Life zählt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, von denen sich die Bevölkerung gesundheitliche Vorteile verspricht. Hauptsächlich ältere Frauen greifen gerne zu den Produkten aus Drogerie oder Supermarkt. Beim Start der IWHS hatten 66 Prozent der Teilnehmerinnen der Women’s Health Study wenigstens ein Präparat eingenommen. Bis ins Jahr 2004 erhöhte sich der Anteil auf 85 Prozent. Jede vierte Teilnehmerin konsumierte vier oder mehr Mittelchen, in der Regel ohne dass ein Arzt einen Mangel diagnostiziert hatte.</p>
<p>Doch das zugrunde liegende Motto „Mehr hilft mehr“ gilt für die lebenswichtigen Vitamine ebenso wenig wie für die im Organismus nur in Spuren enthaltenen Mineralien. Im Gegenteil: Jaakko Mursu von der Universität von Minnesota in Minneapolis ermittelte gleich für mehrere Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel) ein signifikant höheres Sterberisiko von durchaus bedeutsamem Ausmaß.</p>
<p>Die Einnahme von Multivitaminen steigerte das Sterberisiko absolut um 2,4 Prozentpunkte. Für Vitamin B6 fanden die Forscher einen Anstieg um 4,1 Prozentpunkte. Bei Folsäure zeigte sich ein Anstieg um 5,9 Prozentpunkte, beim Magnesium um 3,6 Prozentpunkte und beim Zink um 3,0 Prozentpunkte. Für Eisen wurde ein Anstieg um 3,9 Prozentpunkte festgestellt. Der Anstieg war dosisabhängig, was eine mögliche Kausalität unterstreicht.</p>
<p>Einen endgültigen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang kann eine prospektive Beobachtungsstudie allerdings nicht liefern. Der wichtigste und auch plausible Kritikpunkt lautet, dass die Teilnehmerinnen im Fall einer Krankheit eher zu den Präparaten greifen als bei völliger Gesundheit.</p>
<p>Klarheit können hier nur randomisierte klinische Studien bringen: Studien also mit zufallbestimmten ( = Randomisierung) Verteilung der Teilnehmenden auf zwei Gruppen, wovon die eine Nahrungsergänzungsmittel bekommt und die andere ein Placebopräparat. Es hat allerdings in den letzten Jahren gleich mehrere derartige Studien gegeben, die ein steigendes Sterberisiko bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln feststellten. Dazu zählt die Alpha-Tocopherol, Beta-Carotene Cancer Prevention oder ATBC-Studie, in der Raucher nach der regelmässigen Einnahme von Beta-Carotin häufiger an Lungenkrebs erkrankten.</p>
<p>Im Norwegian Vitamin Trial und dem Western Norway B Vitamin Intervention Trial erkrankten Koronarpatienten öfter an Krebs, wenn sie mit Folsäure oder Vitamin B12 behandelt worden waren. Schließlich ergab eine Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien ein erhöhtes Sterberisiko für Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E. Diese Aufzählung ließe sich noch fortsetzen. Andererseits existieren jedoch auch klinische Studien, die eine Schutzwirkung einzelner Vitamine oder Spurenelemente zeigten.</p>
<p>Dies war auch in der aktuellen Beobachtungsstudie der Universität Minnesota der Fall. Die Einnahme von Kalzium-Supplementen war mit einer Reduktion des Sterberisikos um 3,8 Prozentpunkte verbunden. Da es sich bei den Teilnehmerinnen um ältere Frauen handelt, die ein höheres Osteoporoserisiko haben, ist dieses Resultat nachvollziehbar.</p>
<p>Der Editorialist Goran Bjelakovic von der Universität Kopenhagen verweist allerdings auf eine jüngst im Britischen Ärzteblatt veröffentlichte Meta-Analyse, die auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko nach Kalziumsubstitution hingewiesen hatte. Die alleinige und unkritische Kalziumsubstitution steht seither im Verdacht, die Einlagerung von Kalk in den Gefäßwänden und damit die Atherosklerose zu begünstigen.</p>
<p>Die meisten Fachleute raten daher, Kalzium nicht ohne medizinische Indikation einzunehmen und im Bedarfsfall mit Vitamin D zu kombinieren, damit das Mineral seinen Bestimmungsort Knochen auch wirklich erreicht.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47640/Vitamine_und_Eisen_verkuerzen_das_Leben_aelterer_Frauen.htm</p>
<p>http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/171/18/1625</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Ich bin sehr skeptisch, was den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln anbelangt. Wir werden von einer ganzen „Gesundheitsindustrie“ krank geredet. Uns wird auf allen Kanälen suggeriert, dass wir ohne zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Schüssler Salze, Heilpflanzen und was weiss ich nicht noch alles unmöglich gesund bleiben oder gesund werden können.</p>
<p>Diese Studie bestärkt mich grundsätzlich in meiner Skepsis.</p>
<p>Aber:</p>
<p>Die Einwände gegen die Studie sind sehr bedenkenswert: Es ist nahe liegend, dass Teilnehmerinnen, die krank sind, verstärkt zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen und zugleich ein höheres Sterberisiko haben. Damit wird möglicherweise eine ursächliche Beziehung zwischen dem Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln und dem erhöhten Sterberisiko suggeriert, die gar nicht vorhanden ist.</p>
<p>Das „Aerzteblatt“ weißt zu Recht darauf hin, dass sich durch diese Art von Studien kein ursächlicher Zusammenhang belegen lässt und dass dazu randomisierte Studien mit Kontrollgruppe nötig wären. Sehr zu Recht wird aber auch darauf hingewiesen, dass mehrere wichtige randomisierte Studien ein erhöhtes Sterberisiko bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln aufgezeigt haben. Die Steigerung war dabei zwar nicht dramatisch hoch, aber „heinomol“ – wer ein Nahrungsergänzungmittel schluckt in der Erwartung, damit etwas Gutes für seine Gesundheit zu tun, dabei aber seine Sterblichkeit erhöht, wird doch verarscht (Tschuldigung). Es müsste ein klarer Nutzen belegt sein und das ohne Risiko. Der Haken ist hier aber, dass Nahrungsergänzungsmittel im Gegensatz zu den meisten Medikamenten ihre Wirksamkeit nicht belegen müssen. Das öffnet der Propaganda alle Tore.</p>
<p>Gesundheitsversprechungen kritisch unter die Lupe zu nehmen ist daher unumgänglich, wenn man nicht über den Tisch gezogen werden will.</p>
<p>Wie man solche Aussagen prüft und sich eine eigene fundierte Meinung dazu bildet können Sie lernen bei mir im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=813b575ee31c&amp;file=300">Heilpflanzen-Seminar</a>, in der <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=813b575ee31c">Phytotherapie-Ausbildung</a> oder im Tagesseminar <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=813b575ee31c&amp;file=1930  ">„Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot“</a>.</p>
<p>Wer sich unbedingt mit Nahrungsergänzungsmitteln beruhigen muss, soll doch die vorgeschlagene Dosierung halbieren (sofern nicht ein Mangelzustand eindeutig diagnostiziert ist). Das halbiert dann die Kosten und vielleicht auch das Risiko.</p>
<p>Noch raffinierter wäre es, auf Schüssler-Salze umzustellen. Sie bestehen aus Laktose (Milchzucker) oder einer anderen Substanz, die in den verwendeten Dosierungen garantiert keine spezifischen Wirkungen zeigt. Und was keine spezifischen Wirkungen hat, wird auch keine spezifischen Nebenwirkungen oder Risiken haben. Wer also unbedingt das Ritual der täglichen Pilleneinnahme braucht, ist mit den Schüssler-Salzen auf der sichereren Seite als mit vitamin- und mineralstoffhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln. Allerdings ist die Laktose in den Schüssler-Salzen massiv überteuert. Und zum täglichen Ritual der Pilleneinnahme gäbe es auch noch einige Fragen zu stellen. Irgendwie scheint es ja viele Leute zu geben, die um synthetische Pillen der „Pharmaindustrie“ einen weiten Bogen machen (manchmal zu Recht), aber offenbar stark am Ritual der Pilleneinnahme hängen. Die schlucken dann Vitaminpillen oder Schüssler-Salze, sind überzeugt davon, dass sie sich damit etwas Gutes tun und unterstützten damit genauso die „Pharmaindustrie“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Ringelblumensalbe / Ringelblumentinktur zur Wundheilung</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 14:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Ringelblume wird als Ringelblumensalbe oder Ringelblumentinktur zur Wundheilung eingesetzt. Ringelblume zählt zu den wichtigen Heilpflanzen für die Behandlung von Wunden und Verletzungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ringelblume ist ein altes Hausmittel bei Wunden und Verletzungen.</p>
<p>Hier eine kurze Beschreibung der wundheilenden Wirkung von Ringelblumensalbe (Calendulasalbe) und Ringelblumentinktur (Calendulatinktur):</p>
<p><em>„Wundheilende Wirkung: Eine Salbe mit 5 % Calendulaextrakt förderte im Tierversuch die physiologische Regeneration und Epithelisierung von Wunden. Ringelblumensalbe bewirkt eine Steigerung der Phagozytoseaktivität, Differenzierung der Makrophagen und eine Verstärkung der Fibrinbildung (rascherer Wundverschluß und gute Granulatbildung). Außerdem sollen Calendulaextrakte das zelluläre Hydratationsgleichgewicht der Haut verbessern, Granulation und Epithelisierung fördern, die Zellneubildung stimulieren sowie Blutzirkulation und Hauttonus verbessern. Bei infizierten Wunden war Calendula-Salbe anderen Therapien überlegen. Calendula-Gel erwies sich als wirksam und gut verträglich bei Verbrennungen ersten und zweiten Grades.“</em></p>
<p>(Quelle: http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Ringelblume.html)</p>
<h2>Ringelblumensalbe &amp; Maria Treben</h2>
<p>Ringelblumensalbe wurde stark propagiert durch die österreichische Kräuterfrau Maria Treben (1907 – 1991). Sie war überzeugt, dass sich durch Heilkräuter alle Krankheiten heilen lassen. Das ist allerdings eine sehr fragwürdige Vorstellung. Sie blendet ganz einfach Grenzen des Möglichen aus und kann riskant werden.</p>
<p>So empfahl Maria Treben beispielsweise Ringelblumensalbe auch gegen Krebs. Diese „Kräuter-heilen-alles“-Pose weckt nicht nur unerfüllbare Hoffnungen, so kann auch dazu führen, dass Patientinnen oder Patienten dringend nötige wirksame Behandlungen verpassen. Die Ringelblume gehört zu den interessanten und wirksamen Heilpflanzen, doch muss man in der Phytotherapie immer die Möglichkeiten<em> und </em>Grenzen einer Heilpflanze ernst nehmen.</p>
<p>Maria Treben empfahl für die Herstellung von Ringelblumensalbe ein Rezept mit Schweineschmalz als Basis. Schweineschmalz hat aber eine geringe Haltbarkeit. Durch oxidativ veränderte Fettsäuren kann es zu Hautreizungen kommen (v.a. bei Neurodermitis-Patienten). Eine gute Alternative ist Kokosfett.</p>
<p>Die Wundbehandlung mit Salben wird allerdings schon seit längerem generell eher negativ beurteilt.</p>
<p>Wird Ringelblume in der Wundbehandlung eingesetzt, spricht viel dafür, die Ringelblumentinktur gegenüber der Ringelblumensalbe vorzuziehen.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		<title>Weniger Tote durch Brustkrebs dank Phytoöstrogenen?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/04/weniger-tote-durch-brustkrebs-dank-phytoostrogenen.html</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 09:43:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytoöstrogene: Lignane aus Roggenkleie / Vollkornroggen oder Leinsamen sollen bei Brustkrebs günstige Wirkungen zeigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zahlreiche Untersuchungen schreiben den Phytoöstrogenen, also Pflanzeninhaltsstoffen mit hormonähnlicher Wirkung, krebshemmende Eigenschaften zu. Forscher im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) konnten nun erstmals belegen, dass Phytoöstrogene bei Brustkrebs nach den Wechseljahren auch das Sterberisiko sowie das Risiko, Metastasen oder Zweittumoren zu entwickeln, um bis zu 40 Prozent senken.</p>
<p>Die wichtigste Klasse von Phytoöstrogenen in der westlichen Ernährung sind die Lignane, die in Saaten, besonders in Leinsamen, jedoch auch in Getreide und Gemüse vorkommen. Im Darm werden diese Stoffe zu Enterolakton umgewandelt, das von der Schleimhaut absorbiert wird.</p>
<p>Zwischen 2002 und 2005 nahmen die DKFZ-Wissenschaftler im Rahmen der MARIE-Studie Blutproben von 1140 Frauen, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs erkrankt waren. Nach Ablauf einer mittleren Beobachtungszeit von sechs Jahren setzten die Forscher den Enterolakton-Spiegel in Bezug zum klinischen Verlauf der Erkrankung.</p>
<p>Das Resultat: Verglichen mit den Teilnehmerinnen mit dem tiefsten Enterolakton-Spiegel hatten die Frauen mit den höchsten Blutwerten ein etwa 40 Prozent geringeres Sterberisiko.</p>
<p>Berücksichtigten die Wissenschaftler zusätzlich das Auftreten von Metastasen und Zweittumoren, kamen sie zu einem ähnlichen Resultat: Frauen mit den höchsten Enterolakton-Werten hatten ein tieferes Risiko für einen solchen ungünstigen Krankheitsverlauf.</p>
<p>Signifikant war das Resultat jedoch nur für die Gruppe der Östrogenrezeptor-negativen Tumoren (JCO 2011, online 6. September).</p>
<p>Das legt die Vermutung nahe, dass Enterolakton den Schutz vor Krebs nicht ausschliesslich über seine hormonartige Wirkung entfaltet. Um herauszufinden, ob Enterolakton auch die Aggressivität von Östrogenrezeptor-positiven Tumoren hemmt, müsste diese Studie allerdings noch auf wesentlich größere Gruppen von Frauen ausgedehnt werden, erklären die Heidelberger Forscher.</p>
<p>Mit einer Kost reich an Vollkornprodukten, Saaten und Gemüse, die ohnehin als gesundheitsfördernd gilt, kann sich jeder Mensch ausreichend mit Lignanen versorgen, schreibt das DKFZ in einer Mitteilung.</p>
<p>Von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln raten die Forscher zum jetzigen Zeitpunkt allerdings ab.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/mamma-karzinom/article/669579/pflanzen-oestrogen-weniger-tote-durch-brustkrebs.html?sh=92&amp;h=-1654632450</p>
<p>http://hwmaint.jco.ascopubs.org/cgi/content/abstract/JCO.2011.34.6478v1</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>So interessant diese Resultate auch sind: Es gilt festzuhalten, dass diese Art von Studie nur Zusammenhänge nahelegen, sie aber nie zweifelsfrei belegen kann. Es ist nämlich nicht mit Sicherheit auszuschliessen, dass den Frauen mit hohen Enterolacton-Werten ein  anderer Faktor gemeinsam ist, der die geringere Sterblichkeit bewirkt.</p>
<p>Wenn daher die „Aerztezeitung“ im Originaltext titelt: „Mit Pflanzen-Östrogen weniger Tote durch Brustkrebs“, ist das eine überzogene Aussage. Es fehlt das Fragezeichen.</p>
<p>In der  Zusammenfassung der Originalstudie wir jedenfalls vorsichtiger formuliert:</p>
<p>&#8220;Postmenopausale Mammakarzinom-Patientinnen mit hohem Serumspiegel an Enterolacton könnten ein besseres Überleben aufweisen.&#8221;</p>
<p>Leinsamen sind eine gute Quelle für Lignane, höchstwahrscheinlich allerdings nur, wenn sie geschrotet werden. Aus ganzen Leinsamen wird kaum etwas in den Organismus aufgenommen.</p>
<p>Bezüglich Lignan-Zufuhr wird in der Forschung immer wieder als gute Quelle Roggenkleie / Vollkornroggen genannt.</p>
<p>Dass die Forscher zum jetzigen Zeitpunkt von der Einnahme zusätzlicher Nahrungsergänzungsmittel auf Phytoöstrogenbasis abraten, ist gut nachvollziehbar.</p>
<p>Es ist noch zuwenig  geklärt, ob Phytoöstrogene in deutlich höheren Dosen – wie sie mit solchen Präparaten über die normale Ernährung hinaus zugeführt werden können -  für die Tumorprävention Sinn machen. Oder ob dabei gar unerwünschte Effekte auftreten. Jedenfalls ist es nicht immer so, dass mehr auch besser bzw. gesünder ist.</p>
<p>Es gibt sehr interessante Forschungsergebnisse zu den Wirkungen der Phytoöstrogene.</p>
<p>Es handelt sich bei den Phytoöstrogenen aber um eine sehr heterogene Gruppe von Substanzen. Ihre Wirkungen sind viel komplexer, als uns das die Werbung für entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einreden will.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Beugt Kaffee Depressionen vor?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/30/beugt-kaffee-depressionen-vor.html</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 11:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaffee scheint das Risiko für Depressionen zu senken. Kaffee ohne Koffein zeigt diese Wirkung jedoch nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein erhöhter Kaffeekonsum könnte ältere Frauen vor Depressionen schützen, schreiben Forscher um Michel Lucas von der Harvard School of Public Health in Boston. In einer prospektiven Studie untersuchten die Wissenschaftler von 1980 bis 2004 über 50 000 US-amerikanische Frauen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die zu Beginn nicht unter einer Depression litten.</p>
<p>Frauen, die täglich mindestens drei Tassen Kaffee konsumierten, hatten ein um 15 Prozent tieferes relatives Risiko an einer Depression zu erkranken als diejenigen, die nur maximal ein koffeinhaltiges Getränk pro Woche tranken (weniger als 100 Milligramm Coffein täglich). Bei vier oder mehr Tassen Kaffee am Tag, also mindestens 550 Milligramm Coffein täglich, verminderte sich das relative Risiko um 20 Prozent. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee hatte auf das Erkrankungsrisiko keinen Einfluss. Das schreiben die Forscher im Fachjournal «Archives of Internal Medicine».</p>
<p>Coffein ist weltweit das am häufigsten angewandte zentralnervöse Stimulans. Etwa 80 % des Konsums erfolgt in Form von Kaffee. Die Autoren der Studie sehen in ihren Resultaten keinen eindeutigen Beweis dafür, dass Coffein tatsächlich das Depressionsrisiko reduziert. Es lassen sich aus ihrer Sicht jedoch protektive Eigenschaften vermuten. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob der regelmäßige Konsum von coffeinhaltigem Kaffee einer Depression vorbeugen kann.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&amp;Nachricht_ID=39504&amp;Nachricht_Title=Nachrichten_Kaffee+sch%FCtzt+im+Alter+vor+Depressionen&amp;type=0</p>
<p>http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/171/17/1571</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Epidemiologische Studien wie die vorliegende können einen Zusammenhang nahe legen, ihn aber nie zweifelsfrei belegen. Es kann jedenfalls nicht mit letzter Gewissheit ausgeschlossen werden, dass Kaffeetrinkerinnen einen anderen Faktor gemeinsam haben, der für den Schutzeffekt gegen Depressionen verantwortlich ist.</p>
<p>Es handelt sich bei dieser Untersuchung um die Nurses Health Study.</p>
<p>Je mehr Kaffee die Krankenschwestern konsumiert hatten, desto seltener wurde bei ihnen später eine Depression diagnostiziert.</p>
<p>Diese Dosis-Wirkungsbeziehung sowie die Feststellung, dass der Zusammenhang nur für koffeinhaltigen Kaffee gefunden wurde, sprechen dafür, dass koffeinhaltiger Kaffee tatsächlich das Depressionsrisiko beeinflusst. Entkoffeinisierte Getränke zeigten wie erwähnt keinerlei Schutzwirkung.<br />
Die Effekte von Koffein waren allerdings nicht besonders stark, wie die Resultate der Multivariat-Analyse zeigen. Sie berücksichtigt andere potentielle Einflüsse, zum Beispiel, dass Kaffeetrinkerinnen häufiger rauchen und Alkohol trinken und seltener in kirchliche und andere Gemeinschaften eingebunden sind, die die Psyche stützen können.</p>
<p>Eine Therapieempfehlung lässt sich aus dieser Studie natürlich ablesen. Sie könnte jedoch das positive Image fördern, welches Kaffee bei Epidemiologen derzeit genießt. Anders als bei anderen „Drogen“ hat der maßvolle Kaffee-Konsum keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit: Wer Kaffee trinkt erkrankt und stirbt nicht häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.</p>
<p>Der Einfluss auf Entzündungsmarker, die bei der Pathogenese der Atherosklerose eine Rolle spielen, ist sogar positiv. Ebenso haben jüngere Studien ein reduziertes Typ-2-Diabetesrisiko aufgezeigt. Stets handelte es sich aber um prospektive Beobachtungsstudien oder Fall-Kontroll-Studien, deren Aussagekraft nicht überbewertet werden sollte.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Bluthochdruck &#8211; Reduktion durch Rotwein?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/27/bluthochdruck-reduktion-durch-rotwein.html</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 22:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kann Rotwein den Bluthochdruck senken? Welche Wirkungen hat Rotwein auf die Gesundheit?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rotwein wirkt günstig auf Herz und Gefäße. Und wofür genauer? Forscher haben nun die Wirkung von Rotwein auf Bluthochdruck untersucht. Ihre Resultate sind deutlich und ernüchternd.</p>
<p>Regelmäßiger moderater Konsum von Rotwein stehe bekanntlich im guten Ruf, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu senken, schreibt die Ärzte-Zeitung.</p>
<p>Die gefäßprotektive Wirkung des Rebensafts wird hauptsächlich auf die in Rotwein enthaltenen Polyphenole zurückgeführt. Polyphenole wie Tannine oder Flavonoide sind aromatische Verbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden.</p>
<p>Tierexperimentell Untersuchungen haben gezeigt, dass Polyphenole die Funktion des Gefäßendothels verbessern und den Blutdruck reduzieren können.</p>
<p>Ob sich diese Effekte auch beim Menschen zeigen, hat eine niederländische Wissenschaftlergruppe um Dr. Ilse Botden aus Rotterdam jetzt in einer placebokontrollierten Crossover-Studie bei 61 Probanden mit hochnormalen Blutdruckwerten oder leichter Hypertonie (mittlerer Blutdruckwert: 145,0/85,8 mmHg) untersucht.</p>
<p>Die Resultate hat Botden beim Hypertonie-Kongress 2011 der American Heart Association (AHA) in Orlando präsentiert.</p>
<p>Aufgeteilt auf drei Gruppen bekamen die Testpersonen im Wechsel jeweils vier Wochen lang in einem Getränk entweder Placebo oder Rotwein-Polyphenole als alkoholfreien Trockenextrakt in einer Dosierung von 280 mg oder 560 mg pro Tag.</p>
<p>Die Extraktion des Alkohols begründete Botden damit, dass Alkohol selbst eine blutdrucksteigernde Wirkung haben kann.</p>
<p>Am Schluss jeder Behandlungsperiode wurde der Blutdruck in üblicher Art in der Praxis sowie per ambulanter 24-Stunden-Aufzeichnung gemessen. Auch Parameter der zentralen Hämodynamik wie Augmentationsindex und Pulswellen-Reflexion wurden aufgezeichnet.</p>
<p>Abgesehen von einer leichten und nicht signifikanten Reduktion des 24-Stunden-Blutdrucks unter Einnahme der höher dosierten Polyphenole zeigten diese Rotwein-Inhaltsstoffe keine relevante Wirkung auf den peripheren Blutdruck.</p>
<p>Zudem zeigten die Messungen von Parametern der zentralen Hämodynamik für keine der beiden Polyphenol-Dosierungen Effekte auf den zentralen Blutdruck.</p>
<p>Eine Blutdrucksenkung durch Polyphenole kann nach diesen Resultaten als Mechanismus für eine kardioprotektive Wirkung des Rotweins wohl ausgeschlossen werden.</p>
<p>Allerdings halten Botden und ihre Kollegen es für durchaus möglich, dass etwa antioxidative Eigenschaften der Polyphenole Wirkungen im Sinne einer Kardioprotektion entfalten können.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/671667/rotwein-blutdruck-senken.html?sh=8&amp;h=-2102624591</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Rotwein und vor allem der Inhaltsstoff Resveratrol sind immer wieder Gegenstand von Forschungen. Wikipedia fasst die gesundheitlichen Wirkungen von Rotwein so zusammen:</p>
<p>„Weit verbreitet ist die Auffassung, dass ein moderater Genuss von Rotwein förderlich für die Gesundheit sei. Dies liegt unter anderem an der als Französisches Paradox bezeichneten Beobachtung, dass Franzosen, denen ein höherer Weinkonsum unterstellt wird, eine höhere Lebenserwartung haben als Bewohner anderer Länder. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt den Körper auf vielfältige Weise. Ab einer gewissen Blutalkoholkonzentration tritt eine Alkoholvergiftung ein. Der Schweregrad reicht von leichten Rauschzuständen (0,5 bis 1,0 Promille) bis zum alkoholischen Koma.</p>
<p>Insbesondere einigen Arten von Krebs soll durch Rotwein vorgebeugt werden können. Dieser Effekt wird hauptsächlich dem pflanzlichen Antioxidans Resveratrol zugeschrieben, welches einen Mechanismus einleitet, an dessen Ende entsprechende Krebszellen zerstört werden. Beachtet werden sollte allerdings, dass Alkoholgenuss die Erkrankungswahrscheinlichkeit zu verschiedenen anderen Krankheiten, wie z. B. Kehlkopfkrebs, stark vergrößert. Der möglicherweise gesundheitsfördernde Aspekt moderater Alkoholmengen sollte somit kritisch bewertet werden.</p>
<p>Nach neueren Forschungen haben die hohen Polyphenolgehalte bei einigen wenigen Rotweinen einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. So liefert die Sorte Tannat bei traditioneller Verarbeitung, das heißt bei längerer Gärung mit Schalen und Kernen (drei bis vier Wochen), von allen Rebsorten die höchsten Werte an Polyphenolen, die sich als vorbeugend bei Herz- und Kreislauferkrankungen erwiesen haben. Wegen des hohen natürlichen Gehalts verbunden mit der restlosen Extraktion in den beiden kleinen Anbaugebieten in Frankreich und Sardinien enthält dieser Wein gut viermal soviel Polyphenole wie alle anderen getesteten Rotweine. Als hauptwirksamer Bestandteil wurde Procyanidin identifiziert.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Und zu Resveratrol:</p>
<p>„Resveratrol ist ein Phytoalexin mit antioxidativen Eigenschaften, das zu den Polyphenolen zählt. 1963 wurde die Verbindung erstmals aus dem Japanischen Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum) isoliert und identifiziert. 1976 gelang der Nachweis in Weinbeeren&#8230;&#8230;&#8230;</p>
<p>In-vitro-Studien haben Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen erbracht. Versuche am lebenden Organismus stehen jedoch noch aus. Andere Studien haben positive Effekte der Substanz bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Alzheimer-Krankheit, Arthritis und manchen Autoimmunkrankheiten zeigen können.</p>
<p>- Resveratrol fördert, genauso wie eine kalorienarme Ernährung (Kalorienrestriktion), die Expression der Sirtuin-Gene wie Sir2. Dadurch wurde bei verschiedenen Versuchstieren eine lebensverlängernde Wirkung beobachtet.</p>
<p>- In einer Tierversuchsstudie bekamen Mäuse eine besonders fettreiche Diät. Die gleichzeitige Gabe von Resveratrol verringerte dabei deutlich die Gewichtszunahme. Unter besonders hohen Resveratrol-Dosen konnte eine Verdoppelung der Ausdauerleistung beobachtet werden.</p>
<p>- Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen, indem es hemmend auf ein Protein einwirkt, welches für das Überleben von Krebszellen entscheidend ist. Dieses als NF-κB (Nukleärer Faktor kappa B) bezeichnete Schlüsselprotein findet sich in den Kernen aller Zellen. Dort ist es verantwortlich für die Aktivierung von Genen, die für das Überleben der Zellen verantwortlich sind. Resveratrol wirkt so auf NF-κB ein, dass dieses seine überlebensfördernde Wirkung nicht mehr entfalten kann. Dies wiederum leitet bei den betroffenen Krebszellen die Apoptose, d. h. Selbstzerstörung ein. Forscher hoffen, dass der Einsatz von NF-κB-Inhibitoren wie Resveratrol die Wirksamkeit bereits etablierter Therapieansätze gegen Krebs deutlich steigern kann. Allerdings könnte die Wasserunlöslichkeit von Resveratrol noch ein Problem darstellen: Möglicherweise kann es vom Körper nicht in ausreichender Menge resorbiert werden und so seine Wirkung gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ausreichend entfalten.</p>
<p>- Die Aktivierung von NF-κB spielt auch im Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose eine Rolle. NF-κB-Inhibitoren könnten deshalb auch hier in Zukunft eine therapeutische Option darstellen.</p>
<p>- Resveratrol hat eine neuroprotektive Wirkung beim Glaukom. Ein erhöhter Augeninnendruck erhöht den oxidativen Stress an der Netzhaut und Trabekelmaschenwerk. Dieser führt zu erhöhten Entzündungsmarkern wie Interleukin-1α, Interleukin-6, Interleukin-8 und zur schnelleren Zellalterung durch oxidative Spezies wie Lipofuscin in den Zellen des Trabekelmaschenwerkes und des Sehnerves. Resveratrol verringert die Expression dieser Stoffe und wirkt daher antioxidativ und antiapoptotisch im Trabekelmaschenwerk und in den Neuronen des Sehnerves.“</p>
<p>(Quelle: Wkipedia)</p>
<p>Diese Zusammenstellung von Resveratrol-Wirkungen macht den Eindruck einer Wundersubstanz. Relativierend muss aber gesagt werden, dass es sich bei vielen Forschungsergebnissen um Laborversuche handelt, deren Übertragbarkeit auf den Menschen fraglich ist. Und einige Angaben sind zudem sehr fragwürdig. So zum Beispiel die Förderung der Expression der Sirtuin-Gene („Methusalem-Gen“), die angeblich lebensverlängernd wirken soll. Neuere Forschungen haben grosse Zweifel geweckt an der Wirksamkeit der Sirtuin-Therapie und damit auch an der entsprechenden Wirkung von Resveratrol</p>
<p>(siehe dazu: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47438/Methusalem-Gen_Zweifel_an_Lebensverlaengerung_durch_Sirtuin.htm)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Senf schützt vor krebserregenden Nahrungsbestandteilen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/20/senf-schutzt-vor-krebserregenden-nahrungsbestandteilen.html</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 20:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Scharfer Senf hemmt Kanzerogene (PAK) und schützt dadurch ein Stück weit vor Krebs. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Scharfer Senf schützt offenbar vor krebsauslösenden Stoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Das haben Forscher des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg zeigen können. &#8220;Der Konsum von scharfem Senf schützt beispielsweise vor den erbgutschädigenden Wirkungen der beim Grillen und Braten von Fleisch entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK&#8221;, erklärt Institutsleiter Professor Volker Mersch-Sundermann. PAK gehören zu den krebsauslösenden Stoffen, sind also Kanzerogene.</p>
<p>In ihrer Untersuchung ließen die Wissenschaftler die Probanden ein paar Tage lang täglich 20 Gramm unterschiedlich scharfen oder gar keinen Senf zu sich nehmen, und versetzen anschließend ihr abgenommenes Blut mit krebsauslösenden Stoffen. Es zeigte sich, dass die weißen Blutkörperchen von Studienteilnehmern, die scharfen Senf konsumiert hatten, viel besser mit solchen gefährlichen Substanzen umgehen können. Die Werte bei den Probanden ohne Senfkonsum waren weitaus schlechter. Ein abgeschwächter Schutzeffekt zeigte sich nach dem Konsum von süßem Senf, was belegt, dass die Schärfe entscheidend ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass die schützende Wirkung auch nach dem Senfkonsum einige Zeit anhält. Deswegen gehen die Freiburger Forscher davon aus, dass ein regelmäßiger Genuss von scharfem Senf dazu beitragen könnte, das Krebsrisiko nachhaltig zu senken. Am besten geeignet ist Senf mit einem grossen Anteil an der schärferen, braunen Senfsaat, der lediglich daraus sowie aus Wasser, Essig und Salz besteht.</p>
<p>Die krebshemmende Wirkung von Senf ist teilweise auf sekundäre Pflanzenstoffe zurückzuführen, speziell auf die Senföle. Unklar ist bisher jedoch noch, welche Mindestkonzentrationen der &#8220;scharfen&#8221; sekundären Pflanzenstoffe es braucht, damit der Senf seine vor krebsauslösenden Stoffen schützende (chemopräventive) Wirkung entfalten kann. Daher wollen die Forscher nun unter anderem die zellulären Mechanismen erforschen, die dem Schutzeffekt zugrunde liegen.<br />
Insgesamt entfalten nur ganz bestimmte Obst- und Gemüsesorten beziehungsweise deren Inhaltsstoffe vor Krebs schützende Effekte. Eine solche chemopräventive Wirkung besitzen zum Beispiel Kohlsorten aus der Familie der Kreuzblütler wie Brokkoli,  Kohlrabi, Weißkohl, aber auch Radieschen und eben Senf.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.nachrichten.yahoo.com/senf-schützt-vor-krebserregenden-stoffen-der-nahrung-135431879.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zu den Inhaltsstoffen des Senfs gibt es eine gute Beschreibung bei Wikipedia:</p>
<p>„ Senfsamen enthalten neben etwa 20 bis 36 % nussig-mildem Senföl und 28 % Eiweiß die Glykoside Sinalbin (weißer Senf) bzw. Sinigrin (brauner und schwarzer Senf), die für den scharfen Geschmack und damit auch für die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung verantwortlich sind. Diese Glykoside sind allerdings selbst nicht scharf. Erst durch das Schroten oder Mahlen der Samen und Kontakt mit Flüssigkeit wird das ebenfalls im Senfsamen enthaltene Enzym Myrosinase aktiv und verwandelt die Glykoside in Traubenzucker, Schwefelsäure und scharfe, tränenreizende Isothiocyanate (die häufig ebenfalls wie das fette Senföl auch ätherisches „Senföl“ genannt werden). Deshalb haben Senfkörner erst einen milden, nussartigen Geschmack, der nur nach längerem Kauen etwas an Schärfe gewinnt, und auch trockenes Senfpulver hat zunächst einen faden, leicht bitteren, aber nicht scharfen Geschmack. Bei Tafelsenf dagegen hat sich durch Mahlen und die Zugabe von Wasser und anderen Zutaten bereits Isothiocyanat bilden können, so dass sich das scharfe Aroma von vornherein entfalten kann.</p>
<p>Neben den unterschiedlichen Farben der Samen zeichnen sich weißer, brauner und schwarzer Senf auch durch unterschiedliche Schärfe aus: Weißer Senf mit dem Glykosid Sinalbin ist milder, brauner und schwarzer Senf mit dem Glykosid Sinigrin sind deutlich schärfer. Durch das Mischungsverhältnis aus weißem und braunem bzw. schwarzem Senf kann daher die Schärfe einer Senfpaste nach Wunsch bestimmt werden. Da schwarzer Senf (Brassica nigra) maschinell schwerer zu ernten ist, werden heute im wesentlichen nur noch weißer Senf (Sinapis alba) und brauner Senf (Brassica juncea) verwendet.“</p>
<p>Zur Wirkung von Senf heisst es im PTA-Forum:</p>
<p>„ Die Kommission E nennt in ihrer Monographie die äußere Verwendung von weißen Senfsamen in Form von Pflastern oder Wickeln bei Katarrhen der Atemwege sowie chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen und Weichteilrheumatismus. Die Tagesdosis beträgt 60 bis 240 g Droge. Zur Herstellung eines Senfwickels werden etwa 100 g Senfmehl mit lauwarmem Wasser angerührt, in ein Leinentuch gepackt und auf die Brust gelegt. PTA oder Apotheker sollten die Patienten darauf hinweisen, dass sie bei der Anwendung unbedingt die Augen und das Gesicht schützen müssen. Erwachsene können die Breiumschläge bis zu 15 Minuten einwirken lassen, sollten aber nach etwa 5 Minuten die Hautreaktion überprüfen. Auf keinen Fall dürfen sie die Anwendungsdauer erhöhen, denn sonst könnten sich Blasen, Geschwüre oder sogar Nekrosen bilden. Insgesamt sollten die Wickel maximal eine Woche angewendet werden, um Haut- und Nervenschäden zu vermeiden. Nicht geeignet sind Senfwickel bei Kindern sowie bei Patienten mit Hauterkrankungen. Selten sind allergische Reaktionen beobachtet worden.</p>
<p>Die Volksheilkunde nutzt Senfsamen äußerlich in Form von Senfpflastern und Breiumschlägen zur Durchblutungsförderung. Fußbäder mit Senfmehl sind traditionell üblich zur ‚Ableitung von Blut und Gewebsflüssigkeit vom Kopf in die Beine’. Hebammen setzen sie außerdem bei Wöchnerinnen zum Stoppen des Wochenflusses nach einer Geburt ein. Für ein Fußbad zur Durchblutungsanregung reichen 20 bis 30 Gramm Senfmehl pro Liter Wasser, für ein Vollbad 150 Gramm, in einem Stoffbeutel verpackt. Fußbad und Vollbad sollten nicht länger als 10 Minuten dauern. Bei Venenleiden der Beine wird von einer Anwendung abgeraten. Patienten mit einer Herz- oder Lungenerkrankung sollten vor der Behandlung mit ihrem Arzt Rücksprache halten.</p>
<p>Innerlich angewandt regt Senf die Magensaftproduktion an. Wissenschaftler vermuten, dass Senf auch im Darmtrakt antimikrobiell wirkt und möglicherweise der Entstehung von Krebs vorbeugt. Das ist allerdings nicht belegt. Wegen der schleimhautreizenden Effekte sollten PTA oder Apotheker Patienten mit Nierenerkrankungen oder Magen- und Darmbeschwerden von der innerlichen Anwendung von Weißem Senf abraten. Die innerliche Anwendung von Schwarzem Senf wird heute grundsätzlich nicht mehr empfohlen.“</p>
<p>Quelle: http://www.pta-forum.de/index.php?id=35</p>
<p>Ergänzt werden sollte meines Erachtens noch, dass bei der Zubereitung von Senfbädern und Senfwickeln das verwendete Wasser beim Kontakt mit dem Senfpulver nicht heisser als 40°C sein sollte, weil sonst das Enzym Myrosinase zerstört wird, wodurch die Wirkung weitgehend ausbleibt.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Bekommen Haie wirklich keinen Krebs?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/17/bekommen-haie-wirklich-keinen-krebs.html</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 12:59:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Irreführender Artikel in der "Bild"-Zeitung über Haie, Krebs und Psychoimmunologie, Stress usw.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bild-Zeitung veröffentlich in der Rubrik „Medizin-Geheimnisse aus der Tierwelt“ einen Beitrag unter dem Titel „Warum Haie keinen Krebs bekommen“</p>
<p>„Bild“ schlägt vor: „Machen Sie es doch mal wie die Tiere! Fitness-Papst und Autor Dr. Ulrich Strunz stellt in seinem neuen Buch tierische Verhaltensweisen vor, die auch wir nutzen können, um gesünder, fitter und fröhlicher durchs Leben zu gehen.“</p>
<p>Und wie sieht das konkret aus?</p>
<p>„Haie können, im Gegensatz zu anderen Fischen, nicht an Krebs erkranken. Die Erklärung: Psychoneuroimmunologie. Das ist die Erkenntnis, dass wir mit unserer Psyche das Immunsystem beeinflussen können. Eigentlich ist es schon länger bekannt: Wenn wir gut gelaunt sind, haben wir ein gutes Immunsystem, wenn wir schlecht gelaunt sind, ein schlechtes. Der Hai lebt im Meer, hat keine natürlichen Feinde, keine Angst, ist quasi unverwundbar. Dadurch hat er ein positives Lebensgefühl.“</p>
<p>Und was können wir nach Ansicht des Fitnesspapstes von den Haien lernen?</p>
<p>„Das können wir daraus lernen: Nicht ständig Angst haben! Nicht ständig über das Alter, Krankheiten, mögliche Arbeitslosigkeit oder über den Tod grübeln. Weniger Angst und Sorgen mindern das Krebs-Risiko. 70 Prozent aller Krankheiten werden durch Stress mitverursacht, also durch negative Gedanken und Ängste. Zu diesem Schluss kam das größte medizinische Forschungsinstitut der Welt, das National Institut of Health (USA). Versuchen Sie, positive Botschaften an Ihr Unterbewusstsein zu senden. So haben Sie ein gutes Lebensgefühl und bleiben gesund.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/krebs/von-tieren-lernen-adler-hai-panther-krebs-19301062.bild.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der Beitrag in der Bild-Zeitung ist eine einzige Irreführung.</p>
<p>1. Haie können sehr wohl an Krebs erkranken.</p>
<p>„Tatsache ist, dass auch Haie Krebs bekommen. Belegt wird dies von John C. Harshberger, Direktor der «Registry of tumors in lower animals» der Smithonian Institution in Washington D.C. In diesem Register sind mehrere Dutzend Reporte über Krebs bei Haien dokumentiert.“</p>
<p>Quelle: http://www.sharkinfo.ch/SI1_96d/knorpel.html</p>
<p>Das Gerücht, wonach Haie immun seien gegen Krebs, wird vor allem verbreitet durch die Hersteller von Haifischknorpel-Pulver, welches als Krebsheilmittel propagiert wird.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/09/lungenkrebs-haifischknorpel-extrakt-ohne-wirkung.html  ">Lungenkrebs: Haifischknorpel-Extrakt ohne Wirkung</a></p>
<p>2. Haie haben sehr wohl natürliche Feinde.</p>
<p>„Außer dem Menschen, der die meisten Haie tötet, haben Haie auch andere Feinde. Insbesondere kleinere Haiarten werden regelmäßig vor allem von größeren Fischen, Rochen und größeren Haien gejagt. In Küstennähe werden kleine Haie zudem von Seevögeln oder Robben gefangen.</p>
<p>Größere Haie werden dagegen ausschließlich von Schwertwalen und Pottwalen sowie großen Haiarten erbeutet.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>3. Wenn der Hai „quasi unverwundbar“ ist, wie „Bild“ schreibt, weshalb stehen dann viele Hai-Arten infolge menschlicher Einflüsse kurz vor der Ausrottung?</p>
<p>„Hai-Gefährdung durch Menschen</p>
<p>Jährlich werden nach Angaben der FAO etwa 700.000 bis 800.000 t Knorpelfische gefangen, davon ein großer Teil als Beifang der großindustriellen Fangflotten. Diese Menge entspricht 70 bis 100 Mio. Einzeltieren, etwa 60 % davon sind Haie und 40 % Rochen.[12] Nach Compagno et al. 2005 sind diese Zahlen allerdings deutlich zu niedrig eingestuft, da eine Vielzahl von Staaten zu niedrige Fangzahlen angibt, er geht mindestens von der doppelten Menge aus.</p>
<p>Die wirtschaftliche Nutzung des Haies hat letztendlich dazu geführt, dass über 70 Arten bereits vom Aussterben bedroht sind. Die meisten dieser Arten werden bereits als nicht mehr überlebensfähig bezeichnet.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>4. Haie haben also, weil sie so völlig ungefährdet im Meer herumschwimmen, ein „positives Lebensgefühl“.</p>
<p>Wieviele Haie wurden denn zu dieser für sie bestimmt existenziellen Frage interviewt?</p>
<p>Ich hoffe doch, dass die Ergebnisse repräsentativ sind bezüglich Geschlecht und Alter der Tiere und auch für die verschiedenen Hai-Arten.</p>
<p>5. Die Empfehlung, wir sollten es einfach wie die Haie machen, ist reichlich naiv.</p>
<p>Haie grübeln wohl mit grösster Wahrscheinlichkeit tatsächlich nicht ständig nach über „ Alter, Krankheiten, mögliche Arbeitslosigkeit oder über den Tod“.</p>
<p>Das dürfte aber damit zu tun haben, dass ihnen diese Risiken nicht oder jedenfalls weniger bewusst sind.</p>
<p>Es gibt offenbar einfach menschenspezifische Ängste, die damit zusammenhängen, dass wir solche Risiken erkennen und auf uns zukommen sehen.</p>
<p>Haie machen sich wohl auch nicht grosse Sorgen darüber, wie sie sich als Hai richtig verhalten sollen. Haiisches Verhalten dürfte ihnen genetisch bzw. instinkgesteuert implementiert sein. Wir Menschen haben durch unsere geringere Instinktsteuerung offenbar grössere Spielräume im Verhalten und damit mehr Freiheiten, damit aber auch mehr Entscheidungsschwierigkeiten, Versagensängste etc.</p>
<p>6. Dass Stress krank machen kann, würde ich nicht grundsätzlich bestreiten. Aber dass man umgekehrt nur ein gutes Lebensgefühl kreieren muss, und dann gesund bleibt,  ist eine ziemlich simple Vorstellung von Gesundheit und Krankheit. Wer krank ist, hat es also einfach nicht geschafft, ein gutes Lebensgefühl zu produzieren. So einfach&#8230;..</p>
<p>Und wie genau schickt man „positive Botschaften“ ans Unterbewusstsein, damit sie dort auch sicher ankommen? Per Mail?</p>
<p>Zudem ist die Überzeugung, dass Stress ein Risikofaktor ist für körperliche Krankheit zwar sehr verbreitet, doch sind die biologischen und psychologischen Tatsachen viel komplexer. Stress ist jedenfalls nicht nur „böse“ und schädlich, wie uns das dieser „Bild“-Artikel einreden will.</p>
<p>Fazit:</p>
<p>Wenn „Bild“ uns gegen Stress und für ein gutes Immunsystem rät, wir sollen es  doch einfach machen wie die Tiere, dann heisst das:</p>
<p>Hört auf, euch mit Themen wie Alter, Krankheit, Tod oder Arbeitslosigkeit auseinanderzusetzen. Die Tiere machen sich diese Gedanken ja auch nicht. Hört überhaupt auf nachzudenken und verlasst euch wieder ganz auf eure Instinkte (wie wenn man Instinkte einfach wieder einschalten könnte&#8230;.).</p>
<p>Dieser Ratschlag ist einfach bodenlos dumm.</p>
<p>P.S.</p>
<p>Lust auf oder Bedarf nach Reflexion – zum Beispiel über Alter, Krankheit, Tod?</p>
<p>Dann schauen Sie mal in den Bereich „<a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=40&amp;lang=de&amp;ses=9af8100eeb13  ">Naturheilkunde &amp; Philosophie</a>“ oder in den Bereich „<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/23/eidberger-gedankengange.html">Eidberger Gedankengänge</a>“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		</item>
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		<title>Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie &amp; Bestrahlung</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/30/phytotherapie-lindert-nebenwirkungen-bei-chemotherapie-bestrahlung.html</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 11:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heilpflanzen-Anwendungen bei Nebenwirkungen von Chemotherapie &#038; Bestrahlung, zum Beispiel Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Mundschleimhautentzündung, Müdigkeit.
Eine günstige Wirkung zeigen zum Beispiel Kamille, Salbei, Flohsamen, Tormentill ( Blutwurz), Ratanhia, Schwarztee, Ingwer, Pfefferminztee, Ginseng, Taiga.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sendung „Hauptsache gesund“ auf MDR fasst einige Tipps zusammen zur Linderung der Nebenwirkungen bei Chemotherapie / Strahlentherapie:</p>
<p>„Chemotherapie und Bestrahlung sind die bislang wirksamsten Waffen gegen Krebs. Sie lassen sich jedoch nicht so ausrichten, dass ausschließlich Tumorgewebe zerstört wird. Deshalb kommt es zu typischen Nebenwirkungen.“</p>
<p>Doch dagegen gebe es natürliche Hilfe:</p>
<p>„- Entzündungen der Mundschleimhaut lassen sich mit Spülungen mit Kamille oder Salbei behandeln</p>
<p>- Gegen Durchfälle ist geriebener Apfel empfehlenswert</p>
<p>- Übelkeit ist ein häufiges Problem. Ein Tee aus kleinen Ingwerstücken, der morgens aufgebrüht und über den Tag hinweg getrunken wird, kann helfen. Auch Akupressur hat sich bewährt.</p>
<p>- Appetitlosigkeit lässt sich mit Bittermitteln wie Enzian bekämpfen.</p>
<p>- Erschöpfungsgefühle können mit Ginseng, Ginkgo oder Taiga-Wurzel gemildert werden. Auch Bewegung ist hilfreich.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/aktuelle-sendung/artikel14662.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>- Kamille und Salbei gegen Mundschleimhautentzündungen sind als Tipp in Ordnung. Es fehlen hier allerdings die Schleimstoffe (Leinsamen, Eibischwurzel), die sich sehr bewährt haben. Kurzfristig und eher lokal sind auch Gerbstoff-Pflanzen wie Tormentill (Blutwurz) Ratanhia, Schwarztee oder „Chäslichrut“ (Malvenblätter) geeignet.</p>
<p>Vorbeugend oder heilend helfen oft gefrorene Ananasstückchen</p>
<p>Siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html">Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern</a></p>
<p>- Gegen Durchfall helfen kurzfristig ebenfalls Gerbstoffpflanzen wie Schwarztee (lang ziehen lassen) oder Tormentill (Blutwurz).  Schleimstoffe ( Flohsamen / Flohsamenschalen) könnten bei Durchfall ebenfalls hilfreich sein.</p>
<p>- Neben Ingwer helfen bei Übelkeit manchmal Eiswürfel aus Pfefferminztee.</p>
<p>- Enzianwurzel gehört zu den stärksten Bitterstoffpflanzen. Ich würde gegen Appetitlosigkeit ausprobieren, welche Bitterstoffpflanze am besten „ankommt“, zum Beispiel Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Wermutkraut, Engelwurz,  Kardobenediktenkraut, Bitterklee.</p>
<p>- Bei Erschöpfungsgefühlen / Müdigkeit ist Ginkgo als Empfehlung nicht ganz nachvollziehbar, Ginsengwurzel und Taigawurzel aber schon, wobei beide eine längere Anwendungsdauer brauchen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<item>
		<title>Amygdalin / Vitamin B17: Als angebliches Krebsmittel alt, unwirksam und wieder aktuell</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/20/amygdalin-vitamin-b17-als-angebliches-krebsmittel-alt-unwirksam-und-wieder-aktuell.html</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 09:39:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bittere Aprikosenkerne / Vitamin B17 / Amygdalin / Laetrile werden sein Jahren als unsinnige Krebsheilmittel progagiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pharmavista-Newsletter geht in seiner neusten Ausgabe auf ein wieder aufkommendes Thema ein: Das angebliche Krebsheilmittel Aprikosenkerne / Amygdalin / Laetrile / Vitamin B17.</p>
<p>Hier eine modifizierte Zusammenfassung des Textes mit anschliessendem Kommentar:</p>
<p>Amygdalin, auch Laetrile oder Vitamin B17 genannt, war vor allem in den 70er Jahren populär und wird gegenwärtig wieder als alternatives oder natürliches Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen oder deren Symptomen propagiert.</p>
<p>Das cyanogene Glykosid Amygdalin  ist als toxischer sekundärer Pflanzeninhaltsstoff bekannt und findet sich zum Beispiel in Aprikosenkernen oder bitteren Mandeln, wie sie beispielsweise in Reformhäusern oder im Internet angeboten werden. Durch enzymatischen Abbau wird im menschlichen Organismus Cyanid / Blausäure freigesetzt. Cyanidionen binden mit hoher Affinität an dreiwertiges Eisen, wodurch die Zellatmung im gesamten Körper geschädigt werden kann. Kleinere Mengen Cyanid können zwar mit Hilfe des Rhodanidsynthetasesystems, das vor allem in der Leber vorhanden ist, in das relativ ungiftige Thiocyanat (Rhodanid) umgewandelt werden. Trotzdem wirken schon 50mg Cyanid-freisetzende Blausäure (HCN) tödlich. Fachleute empfehlen deshalb, maximal 1-2 Aprikosenkerne pro Tag zu verzehren oder vorsorglich ganz auf solche Produkte zu verzichten.</p>
<p>Es wurde behauptet, dass Amygdalin durch die in Krebszellen gehäuft vorhandene β–Glukosidase zu Benzaldehyd und HCN hydrolysiert würde und so selektiv wirken sollte. Sowohl physiologische als auch bösartig entartete Zellen enthalten aber allenfalls Spuren der β–Glukosidase.</p>
<p>Ebenfalls spekuliert wird, dass aufgrund des in Krebszellen fehlenden Enzyms Rhodanase eine Entgiftung in diesem Gewebe unmöglich sein soll. Das Glykosid Amygdalin wird auch als Vitamin B17 bezeichnet, da ein Mangel zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen würde.</p>
<p>Für all diese Hypothesen gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Das Glykosid Amygdalin ist weder als Arzneimittel zugelassen, noch spielt es in der menschlichen Ernährung als Vitamin eine Rolle.</p>
<p>Literatur:</p>
<p>_Deutsche Apotheker Zeitung, 30/2007/p50</p>
<p>_Pharmazeutische Zeitung 24/2003/p32</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4311&amp;NMID=1372&amp;LANGID=2</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Bittere Aprikosenkerne / Amygdalin / Laetrile / Vitamin B17 – unter diesen Bezeichnungen wird seit Jahren mit den Ängsten und  Hoffnungen von Krebspatienten gespielt, ohne dass bisher auch nur ansatzweise eine Wirkung dieser Produkte gegen Krebs plausibel geworden ist.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/02/unsinnige-krebstherapie-bittere-aprikosenkerne.html">Unsinnige Krebstherapie: Bittere Aprikosenkerne</a></p>
<p>Leider gibt es im Bereich alternativer Krebstherapien unzählige fragwürdige Versprechungen,  die sehr einfache Lösungen für das komplexe Problem Krebs anpreisen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Anzeichen für Quacksalberei</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/12/anzeichen-fuer-quacksalberei.html</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 15:06:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie erkennt man Quacksalberei in Komplementärmedizin, Naturheilkunde, Medizin....]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ (GPSP) veröffentlichte eine Liste mit Anzeichen für Quacksalberei.  Sie soll dabei helfen, falsche Versprechungen besser zu erkennen.</p>
<p>Wir werden überschwemmt mit Propaganda für Produkte, die uns gesund machen oder gesund erhalten sollen, und mit Heilungsversprechungen aller Art. Auch im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> / Naturheilkunde.</p>
<p>Lange nicht alles, was in Werbung, im Internet, aber auch in Zeitschriften und Gesundheitssendungen propagiert wird, ist wirklich wirksam. Vieles ist von fragwürdigem Nutzen oder manches sogar riskant, überzeugende wissenschaftliche Nachweise fehlen häufig. Menschen, die mit Heilwissen prahlen, das sie gar nicht haben, werden seit jeher Quacksalber genannt. Dementsprechend fallen zahlreiche angebliche „Medikamente“ unter den Begriff „Quacksalberei“. Häufig handelt es sich dabei in Wirklichkeit gar nicht um Arzneimittel, sondern um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkungen nicht routinemäßig geprüft werden.</p>
<p>GPSP schreibt:</p>
<p>„Vitamine gegen Schwerhörigkeit? Weiter essen wie bisher und dennoch abnehmen? Manchmal klingt Werbung zu gut, um wahr zu sein. Schenken Sie Werbebotschaften keinen Glauben, seien Sie skeptisch.“</p>
<p>Hier neun Punkte von dieser Liste und dazwischen ein paar Zeilen mit ergänzenden Bemerkungen von mir (kursiv):</p>
<p>„<strong>Keine Nebenwirkungen</strong></p>
<p>Die Jahrhunderte alte Erfahrung der Medizin lehrt, dass es in der Medizin keine Wirksamkeit gibt ohne das Risiko von Nebenwirkungen. Ein Mittel, das mit dem Hinweis ‚ohne Risiken’ beworben wird, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Wirkung.“</p>
<p><em>Ja, der Hinweis ‚nebenwirkungsfrei’ müsste tatsächlich ein Grund sein, besonders genau nachzufragen, ob eine Wirkung vorhanden ist. Es gibt auch Heilpflanzen-Präparate mit unerwünschten Nebenwirkungen.</em></p>
<p>„<strong>Erfolgsgarantie</strong></p>
<p>Versprochen wird vieles – wird es auch eingehalten? Bei Medikamenten kann es keine Erfolgsgarantie geben. Das gilt erst recht für oft dürftig belegte Alternativmethoden. Häufig werden angeblich &#8216;sanfte Erfolgsmittel&#8217; mit der Behauptung angepriesen, sie würden besser wirken als &#8216;normale&#8217; Arzneimittel. Das kann dazu führen, dass eine bewährte Therapie zu Gunsten von Quacksalber-Methoden abgesetzt wird.“</p>
<p><em>Erfolgsgarantien sind in der Heilkunde immer ein Grund, um besonders kritisch nachzufragen. Insbesondere wenn sich die Garantien auf schwer behandelbare Krankheiten beziehen wie beispielsweise Krebs, Polyarthritis, Neurodermitis, Multiple Sklerose.</em></p>
<p>„<strong>Vielseitig wirksam</strong></p>
<p>Besondere Vorsicht ist ratsam, wenn ein Mittel gegen viele verschiedene Leiden mit völlig unterschiedlichen Ursachen helfen soll, beispielsweise gegen Bluthochdruck, AIDS und Krebs. Eine solche Allround-Pille ist leider ein Wunschtraum.“</p>
<p><em>Die Medizingeschichte ist voll mit solchen Panazeen, Heilmitteln also, die gegen (fast) alle Krankheiten helfen sollen. Ein solches Wundermittel entspricht wohl einfach den Bedürfnissen vieler Menschen zu allen Zeiten.</em></p>
<p><em>Wird ein Heilmittel gegen sehr viele unterschiedliche Krankheiten propagiert, so spricht man auch von <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/15/komplementarmedizin-indikationslyrik-unter-die-lupe-nehmen.html  ">„Indikationslyrik“</a>.</em></p>
<p><em>Ein Beispiel für Indikationslyrik ist der </em><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/03/schwedenkrauter-schwedenbitter-kein-wundermittel.html"><em>Schwedenbitter (= Schwedenkräuter)</em></a><em>, welcher von der Österreicherin Maria Treben als Universalheilmittel propagiert wurde.</em></p>
<p><strong>„Exotische Herkunft</strong></p>
<p>Algen aus Hawaii oder Kristallsalz aus dem Himalaja? Ein Produkt wird nicht durch die Herkunft geadelt. Die Anbieter versuchen, ihre Präparate aufzuwerten und den Glanz ferner Naturparadiese für ihr Angebot zu nutzen. In der Regel gibt es keinen Beleg für einen besonderen Nutzen dieser exotischen Heilmittel und die hohen Preise sind durch nichts zu rechtfertigen.“</p>
<p><em>Auch dafür gibt es in der Medizingeschichte unzählige Beispiele. Als die Kartoffel nach Europa kam, galt sie zuerst als wertvolle Arznei. Auch heute noch gibt es den „Exoten-Bonus“.</em></p>
<p><em>Hoch geschätzt wird beispielsweise Teebaumöl aus Australien, welches angeblich schon seit Urzeiten von den Aborigines verwendet wurde. Die Aborigines nutzen jedoch die Blätter von Melaleuca alternifolia als Tee, nicht das isolierte ätherische Teebaumöl. Und dass auch viele weniger exotische ätherische Öle ähnliche Wirkungen wie Teebaumöl zeigen, geht leicht vergessen.</em></p>
<p>„<strong>Besser als die Schulmedizin</strong></p>
<p>Die Anbieter mancher Mittel versprechen Heilung selbst dann, wenn alle Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft sind. Derartige Heilversprechen werden in der Regel leider nicht von einer neutralen, verlässlichen Stelle überprüft. Quacksalber geben dennoch solch ein Versprechen, um in ausweglosen Situationen, z.B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, zweifelhafte Produkte zu verkaufen. Für diese als „letzter Strohhalm“ feilgebotenen Präparate muss meist viel Geld bezahlt werden.“</p>
<p><em>Die <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">‚Komplementärmedizin’</a> verspricht oft Heilung in Situationen, in denen die <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/schulmedizin-ein-fragwuerdiger-ausdruck.html">‚Schulmedizin’ </a> an Grenzen kommt. Dabei wird oft verwischt, dass es auch tatsächliche Grenzen der Heilbarkeit geben kann. So unangenehm oder unakzeptabel uns das auch manchmal erscheinen mag. Das Risiko von Krankheiten gehört zum Leben und der Anspruch auf totale Gesundheit ist wohl einfach nicht einlösbar.</em></p>
<p><em>Sie dazu auch:</em></p>
<p><em>Tagesseminar: </em><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=1840&amp;lang=de&amp;ses=2eb3b187be66"><em>Chronische Krankheiten besser verstehen und damit umgehen</em></a></p>
<p><em>Tagesseminar: </em><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=1930&amp;lang=de&amp;ses=2eb3b187be66"><em>Komplementärmedizin &#8211; Basiswissen zur Orientierung im überquellenden Angebot</em></a></p>
<p><strong>„Erfahrungsberichte als ‚Wirksamkeitsbelege’</strong></p>
<p>Gerade wenn nachvollziehbare Daten aus wissenschaftlichen Studien fehlen, verweisen die Hersteller gerne auf umfangreiche Erfahrungen mit den Mitteln. Seien Sie auf der Hut bei Behauptungen, die mit begeisterten Erfolgsberichten angeblicher Patienten begründet werden. Diese sagen ebenso wenig über den tatsächlichen Nutzen und die Risiken eines Arzneimittels oder einer Nahrungsergänzung aus wie Behauptungen, die auf Weltanschauungen basieren.“</p>
<p><em>Positive „Erfahrungen“  im Stil von Akekdoten reichen tatsächlich nicht als Begründung.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/23/naturheilkunde-braucht-sorgfaeltigeren-umgangn-mit-erfahrung.html"><em>Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung</em></a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/02/naturheilkunde-erfahrung-genugt-nicht-als-begrundung.html  "><em>Naturheilkunde &#8211; Erfahrung genügt nicht als Begründung</em></a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/02/naturheilkunde-erfahrung-genugt-nicht-als-begrundung.html  "><em>Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung</em></a></p>
<p><strong>„Personenkult um den Behandler</strong></p>
<p>Wenn das Funktionieren einer Behandlung an eine bestimmte Person oder eine Einrichtung gebunden wird, ist größte Vorsicht angebracht. Warum kann sie nicht auch von anderen eingesetzt werden? Oder geht es hier vor allem um Geld? Personengebundene Methoden, die den Nimbus eines bestimmten Menschen nutzen, werden in der Regel nicht durch Dritte überprüft. Eine unabhängige Kontrolle von Nutzen und Risiken fehlt.“</p>
<p><em>Guru-fixierte Heilmethoden gibt es im Bereich der Komplementärmedizin leider zuhauf.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/23/esoterikfreie-pflanzenheilkunde-warum.html"><em>Esoterikfreie Pflanzenheilkunde warum?</em></a></p>
<p><strong>„Seit Jahrzehnten bewährt</strong></p>
<p>Statt ‚seit Jahrzehnten bewährt’ müsste es eher heißen ‚seit Jahrzehnten beworben und verkauft’. Aber nicht alles, was häufig verkauft wird, ist auch wirksam und unbedenklich.“</p>
<p><em>Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde haben eine lange und faszinierende Tradition, von der wir auch heute noch lernen können. Das heisst aber nicht, dass Tradition immer Recht hat. Tradition allein reicht daher nicht als Begründung.</em></p>
<p><em>Siehe:</em></p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/23/esoterikfreie-pflanzenheilkunde-warum.html">Komplementärmedizin &#8211; hat Tradition recht? </a></p>
<p><strong>„Wirksam &#8211; und doch nicht als Arzneimittel zugelassen</strong></p>
<p>Wenn ein Mittel belegbar gut wirksam und verträglich ist, warum wird dann nicht die Zulassung als Arzneimittel beantragt? Das hätte doch den Vorteil, dass das Produkt von Ärzten verordnet werden könnte und von Krankenkassen bezahlt würde. Aber so mancher Anbieter scheut das Urteil neutraler Fachleute, die durchschauen könnten, dass die Wirksamkeitsbelege mangelhaft sind oder sogar fehlen.“</p>
<p><em>Auch das ist ein wichtiger Kritikpunkt. Viele Heilpflanzen-Präparate werden nur als Nahrungsergänzung auf den Markt gebracht und müssen daher keinerlei Wirksamkeit belegen. Ich würde pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich und pauschal schlecht machen, doch ist es für Konsumentinnen und Konsumenten meist nicht klar,  ob ein Heilpflanzen-Präparat seine Wirksamkeit belegt hat oder nicht.</em></p>
<p><em>Noch intransparenter wird die Situation dadurch, dass es auch zugelassene Arzneimittel gibt, die vom Nachweis der Wirksamkeit befreit sind (Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin, aufgrund von „Tradition“ zugelassene Heilpflanzen-Präparate, sogenannte Hausspezialitäten von Apotheken und Drogerien).</em></p>
<p><strong>„Betonung auf ‚Ausgleich von Mängeln in der Ernährung’</strong></p>
<p>Angeblich sollen unserem Essen wichtige Stoffe fehlen. Diese Mängel sollen sich nicht durch die tägliche Nahrungsaufnahme ausgleichen lassen. Dabei war die Versorgung mit Nahrungsmitteln in unseren Breiten noch nie so vielfältig und lückenlos wie heutzutage. Bestehen diätbedingte Versorgungsmängel, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden. Für Gesunde sind Vitamin- und Mineralstoffpräparate in der Regel überflüssig und manchmal sogar schädlich. Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts hat gezeigt, dass die Menschen in Deutschland grundsätzlich ausreichend Vitamine und Mineralien zu sich nehmen. Mangelzustände sind selten und werden meist durch Erkrankungen verursacht. Diese müssen ärztlich behandelt werden.“</p>
<p><em>Ja, uns wird ständig eingeredet, dass man sich heute nicht mehr ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und was weiss ich nicht noch allem ernähren kann. Und dann werden entsprechende Produkte als Ergänzungsmittel propagiert. Man muss den Leuten einen Mangel einreden, damit sie ausgleichende Produkte kaufen. Das ist ein ausgesprochen lukratives Geschäft und sehr ähnlich einem Ablasshandel. Zuerst müssen die Menschen von ihrer Sündhaftigkeit überzeugt werden, damit sie Erlösung kaufen. Nicht umsonst wohl spricht man sogar von Ernährungssünden.</em></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2006/nr.-6-dez.-2006/indizien-fuer-quacksalberei.php</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zum Thema Qualitätssicherung in der Komplementärmedizin:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/komplementarmedizin-woran-erkennen-sie-fragwurdige-aussagen.html">Komplementärmedizin &#8211; woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?</a></p>
<p>Und zu Kriterien der Qualitätssicherung in der Phytotherapie-Ausbildung:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/01/phytotherapie-ausbildung-gedanken-zur-qualitaetssicherung.html">Phytotherapie-Ausbildung: Gedanken zur Qualitätssicherung</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Äpfel sind gute Cholesterinsenker</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/19/aepfel-sind-gute-cholesterinsenker.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/19/aepfel-sind-gute-cholesterinsenker.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 07:56:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Äpfel senken LDL-Cholesterin. Obwohl Äpfel zahlreiche Effekte auf die Gesundheit haben, zählen sie nicht zu den Heilpflanzen im engeren Sinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>US-Wissenschaftler konnten belegen, dass Äpfel das Cholesterin senken. Die Forscher ließen 160 Frauen jeden Tag 75 Gramm Trockenfrüchte &#8211; entweder Äpfel oder Pflaumen &#8211; essen.</p>
<p>Nach drei, sechs und zwölf Monaten wurde das Blut der Teilnehmerinnen untersucht. Resultat: Bei Apfelesserinnen war bereits nach sechs Monaten das LDL-Cholesterin um 23 Prozent gesunken, berichtet die Florida State University.</p>
<p>Erwünschte Nebenwirkung: Trotz 240 Kilokalorien in der täglichen Apfelportion hätten die Frauen durchschnittlich 1,5 Kilogramm verloren. Grund dafür könnten die Pektine in der Frucht sein, die dem Körper ein Sättigungsgefühl verschaffen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/fettstoffwechsel-stoerungen/article/649539/aepfel-starke-cholesterinsenker.html?sh=245&amp;h=-1436656583</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Wenn ein alltägliches, preisgünstiges, ganz und gar unexotisches Lebensmittel wie der Apfel sind als gesund erweist, ist sehr zu begrüssen, wenn das auch bekannt gemacht wird. Propaganda für teure &#8220;Exoten&#8221; gibt es jedenfalls mehr als genug.</p>
<p>Den Apfel rechnet man ja eher zu den gesunden Obstsorten und zählt ihn nicht zu den Heilpflanzen im engeren Sinn.</p>
<p>Wikipedia beschreibt aber unter der Überschrift &#8220;Heilpflanze&#8221; viele Wirkungen auf die Gesundheit:</p>
<p>&#8220;Als Heilpflanze taucht der Apfel bereits in einer alten babylonischen Schrift aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert auf, die die Pflanzen des Heilkräutergartens des Königs Mardukapaliddina aufzählt. Auch die mittelalterliche Medizin schrieb dem Apfel allerlei heilkräftige Wirkungen zu. Die Mehrzahl der Früchte der damaligen Apfelsorten dürfte für den heutigen Geschmack noch reichlich sauer, gerbstoffhaltig und holzig gewesen sein. Vieles liegt noch im Dunkeln, wie, wann und welche Teile der Apfelpflanze genutzt wurden.</p>
<p>Der Verzehr von Früchten mit Schale hat im Allgemeinen eine adstringierende und eine abführende und keimtötende Wirkung.</p>
<p>Apfel ist auch gut für den Magen.</p>
<p>Apfelfaser ist ein Ballaststoff, der durch ein schonendes Produktionsverfahren aus entsafteten und getrockneten Äpfeln gewonnen wird. Er enthält einen hohen Anteil an Pektinen.</p>
<p>Der regelmäßige Verzehr von Äpfeln reduziert das Risiko an Herz- und Gefäßerkrankungen, Asthma und Lungenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus und Krebs zu erkranken. Bei den Krebserkrankungen sind dies insbesondere Darm- und Lungenkrebs. Mehrere Studien, Tierversuche und epidemiologische Daten kommen zu dem Schluss, dass der regelmäßige Verzehr von Äpfeln eine krebsvorbeugende Wirkung hat. Dafür sind vermutlich die in Äpfeln enthaltenen Pektine und Polyphenole, wie beispielsweise Quercetin, verantwortlich. Auch im Tierversuche konnten die epidemiologische Daten bestätigt werden. Mäuse und Ratten mit einer Nahrungsergänzung aus Äpfeln entwickelten bis zu 50% weniger Tumoren. Auch waren die Tumoren kleiner und die Metastatisierung schwächer ausgeprägt, als bei den Tieren, die keine Äpfel in der Nahrung hatten. Der gleiche Effekt stellte sich bei Apfelsaft ein, wobei hier der trübe Apfelsaft wirksamer war. Vermutlich sind hier die Procyanidine, die in trüben Apfelsaft in hoher Konzentration vorliegen, die Ursache.&#8221;</p>
<p>(Quelle: Wikipedia, Literaturangaben siehe dort)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		</item>
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		<title>Açai, Goji und Maqui  &#8211; die neuen „Wunderbeeren&#8221;?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/17/acai-goji-und-maqui-die-neuen-wunderbeeren.html</link>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 09:32:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Açai-Beeren, Goji-Beeren, Maqui-Beeren enthalten Anthocyane - Heidelbeeren, Schwarze Johanisbeeren und Holunderbeeren jedoch auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neue &#8220;Wunderfrüchte&#8221; sollen vor zahlreichen Krankheiten schützen und sogar beim Abnehmen helfen. Doch sind Açai, Goji Maqui &amp; Co. sie tatsächlich gesünder als Beeren aus unseren Gärten?</p>
<p>Die „Welt“ schreibt dazu:</p>
<p>„Anthocyane schützen uns vor Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz. Als Antioxidanz fangen sie freie Radikale ein und entschärfen sie. Diese reaktiven Teilchen entstehen auch in unserem Körper. Sie können das Erbmaterial schädigen und dadurch indirekt Krebs auslösen.“</p>
<p>Mit einem hohen Anthocyan-Gehalt werben die Anbieter der neuen &#8220;Wunderbeeren&#8221; Açai, Goji und Maqui. Sie sollen uns ein langes, gesundes Leben bescheren sollen. Und das Beste: Die neuen Wunderbeeren helfen angeblich auch beim Abnehmen.</p>
<p>Dabei sind Anthocyane keine exotischen Heilmittel: Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also Substanzen, welche die Pflanze nicht unbedingt zum Überleben benötigt. Unter den vielen Tausend sekundären Pflanzenstoffen findet man auch zahlreiche Farb-, Geruchs- und Geschmackstoffe.</p>
<p>Auch Anthocyane geben den Pflanzen Farbe: Sie sind für rote bis violette Farben verantwortlich und in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten zu finden.</p>
<p>Neben den Anthocyanen enthalten die exotischen Gesundheitsbeeren laut Anbieter noch zahlreiche Vitamine, aber auch das ist nichts Spezielles: Obst ist allgemein für seinen Reichtum an Vitaminen bekannt.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.welt.de/gesundheit/article13370424/So-gesund-sind-die-neuen-Wunderbeeren-wirklich.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Wie wahr. Anthocyane sind in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Insbesondere blaue Früchte wie Heidelbeeren oder Schwarze Johannisbeeren sind gute Quellen. Aber was exotisch daher kommt, verkauft sich offenbar immer besser als das Altbekannte.</p>
<p>Und wenn das Präparat dann auch noch recht teuer ist, dann muss es ja super wirksam sein&#8230;.</p>
<p>Açai-Beeren, Goji-Beeren und Maqui-Beeren passen genau in diesen Trend. Womit ich nicht bestreiten will, dass sie wohl gesund sind. Sie sind nur nicht so einzigartig, wie die Propaganda es darstellt.</p>
<p>Hier weitere Informationen zu Anthocyanen:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/09/farbstoffe-auch-heidelbeeren-hemmen-entzuendungen.html"> Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/09/inhaltsstoff-aus-heidelbeeren-wirkt-wie-cholesterinsenker.html  "> Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/anthocyane-aus-beeren-mit-mao-hemmer-effekt.html  ">Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/31/anthocyane-als-entzuendungshemmer.html">Anthocyane als Entzündungshemmer </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/04/polyphenole-aus-beeren-gegen-degenerative-gehirnerkrankungen.html">Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/25/acai-beere-als-schlankheitsmittel-und-power-frucht.html  ">Açai-Beere als Schlankheitsmittel und Power-Frucht?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/26/parkinson-vorbeugen-durch-holunderbeeren-heidelbeeren-kirschen-auberginen.html">Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
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		<title>Auch Wein fördert &#8220;Bierbauch&#8221;</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/17/auch-wein-foerdert-bierbauch.html</link>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 07:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für den "Bierbauch" ist wohl eher das Essverhalten verantwortlich. Auch Wein trägt dazu bei.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regelmäßiger Alkoholkonsum vergrößert den Taillenumfang und damit die Gefahr für Herzkreislauf-Leiden und Diabetes.</p>
<p>Bei Männern und Frauen hängen jahrelanger erhöhter Alkoholkonsum und zunehmende Stammfettsucht zusammen, berichten Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Die Forscher haben Daten der EPIC*-Studie mit über 250.000 erwachsenen Europäern ausgewertet (J Clin Nutrit online 11. Mai).</p>
<p>Die EPIC-Studie heisst ausgeschrieben: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition.</p>
<p>Dabei zeigte sich: Männer, die im Schnitt über Jahre täglich mehr als zwei Gläser alkoholhaltiger Getränke wie Wein, Bier oder Schnaps tranken, hatten im Vergleich zu Männern mit durchschnittlich nur sehr geringem Alkoholkonsum einen um 1,1 cm größeren Bauchumfang. Auch das Körpergewicht der Männer stieg mit dem Alkoholkonsum.</p>
<p>So lag der Body-Mass-Index (BMI) bei Vieltrinkern im Schnitt bei 28,3, während Wenigtrinker durchschnittlich einen BMI von 27,3 hatten. Bei einer 1,80 Meter großen Person entspricht dies einer durchschnittlichen Gewichtsdifferenz von mehr als drei Kilogramm.</p>
<p>Bei Frauen war die Differenz im Bauchumfang sogar noch deutlicher ausgeprägt. Frauen, die über einen sehr langen Zeitraum täglich mehr als zwei Gläser tranken, hatten im Schnitt einen um etwa 1,5 cm größeren Taillenumfang als Frauen, die nur sehr wenig oder gar keinen Alkohol zu sich nahmen.</p>
<p>Dagegen unterschied sich der durchschnittliche BMI von viel und sehr wenig trinkenden Frauen nicht wesentlich.</p>
<p>Dies weist darauf hin, dass ein hoher Alkoholkonsum vor allem bei Frauen die Körperfettverteilung ungünstig beeinflusst, weil die Ansammlung von Körperfett im Oberbauch gefördert wird. Nimmt der Taillenumfang zu, erhöht sich auch das Erkrankungsrisiko für Typ-2-Diabetes sowie für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.</p>
<p>&#8220;Die Unterschiede im Bauchumfang sind nicht extrem groß. Dennoch sind sie eindeutig und könnten für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung eine Rolle spielen&#8221;, lautet die Schlussfolgerung von Dr. Manuela Bergmann aus der DIfE-Forschergruppe.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/654383/wein-laesst-krankmachenden-bierbwachsen.html</p>
<p>http://www.nature.com/ejcn/journal/vaop/ncurrent/full/ejcn201170a.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zum Thema „Bierbauch“ schreibt Wikipedia:</p>
<p>„Bierbauch</p>
<p>Verbreitet ist die Annahme, dass ein dicker Bauch auf einen erhöhten Konsum von Bier zurückzuführen ist, angeblich weil Bier so viele Kalorien habe. Eine Studie des Londoner University College mit Daten von 891 Männern und 1.098 Frauen aus Tschechien, von denen ein Teil gar keinen Alkohol trank, der andere ausschließlich Bier, konnte diesen Mythos jedoch widerlegen. Gemessen wurden Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) und Body-Mass-Index (BMI). Diesen Daten wurde der jeweilige Bierkonsum gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass bei Männern der Bierkonsum und der BMI in keinem Zusammenhang stehen; Frauen mit moderatem Bierkonsum sind sogar dünner als Frauen ohne Bierkonsum. Bier hat im Vergleich zu anderen Getränken sogar sehr wenig Kalorien. Der bekannte Satz „Ein Bier ersetzt eine Mahlzeit“ stimmt somit ebenfalls nicht. Tatsächlich ist ein dicker Bauch zumeist auf das Essverhalten zurückzuführen, falls Erkrankungen dafür nicht infrage kommen.“[1]</p>
<p>[1] Bobak, Skodova, Marmot (2003): Beer and Obesity: A cross-sectional Study. European Journal of Clinical Nutrition. Vol. 57, pp. 1250–1253</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Cochrane-Review: Kein Schutz vor Krebs durch Selen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/12/cochrane-review-kein-schutz-vor-krebs-durch-selen.html</link>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 21:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selen wirkt nicht präventiv gegen Krebs - zu diesem Schluss kommt eine Cochrane-Studie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einnahme von Selen beugt Krebserkrankungen nicht vor. Zu diesem Resultat kommt eine Übersicht im Cochrane Database of Systematic Reviews (2011, Issue 5. Art. No.: CD005195. DOI: 10.1002/14651858.CD005195.pub2). Die unkritische Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Selen könne sogar schaden.</p>
<p>Selen ist Bestandteil verschiedener Proteine (Eiweisse). Einige davon haben antioxidative Wirkungen und könnten damit eine krebspräventive Wirkung haben. Tatsächlich waren eine Reihe von prospektiven Beobachtungsstudien zu dem Resultat gekommen, dass Menschen, die zu wenig Selen mit der Nahrung aufnehmen, mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs erkranken.</p>
<p>Gabriele Dennert vom Institut für transdisziplinäre Gesundheitsforschung in Berlin ermittelt in ihrer Meta-Analyse eine um 31 Prozent verminderte Krebsinzidenz (Odds Ratio OR 0,69; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,53-0,91) und eine um 45 Prozent reduzierte Sterblichkeit (OR 0,55; 0,36-0,83) für Personen mit der höchsten Aufnahme von Selen, wobei die Inzidenz bei Männern (OR 0,66; 0,42-1,05) stärker vermindert war als bei Frauen (OR 0,90; 0,45-1,77).</p>
<p>Wie auch bereits bei einer Reihe anderer Vitamine und Spurenelemente kamen die randomisierten klinischen Studien zu einem negativen Ergebnis. Dennert nennt total sechs Therapiestudien, die weder für Hautkrebs noch für das Prostatakarzinom Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung des Selens fanden.</p>
<p>Die Studienresultate zum Leberkrebs seien noch unklar, fügt die Wissenschaftlerin hinzu. Gegen eine unkritische Einnahme von Selenpräparaten sprechen ihrer Ansicht nach die Resultate des Nutritional Prevention of Cancer Trial und des Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial. Beide Studien hätten auf mögliche langfristige Schäden durch die Einnahme von Selenpräparaten hingewiesen. Die britische Cancer Research UK schloss sich in einer Stellungnahme den Schlussfolgerungen der Autorin an. Die bisherigen Studien hätten gezeigt, dass die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen das Krebsrisiko nicht reduzieren.</p>
<p>Die aktuelle Meta-Analyse bestätige diesen Eindruck. Gleichzeitig ist jedoch klar, dass auf Selen als Spurenelement nicht verzichtet werden kann. Der Bedarf lässt sich nach Ansicht der meisten Experten aber durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung decken.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45822/Cochrane_Selen_nicht_krebspraeventiv.htm</p>
<p>http://onlinelibrary.wiley.com/o/cochrane/clsysrev/articles/CD005195/frame.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Viele Hersteller und Verkäufer von Selenpräparaten machen seit Jahren Geschäfte mit der Angst der Menschen vor Krebs. In der Werbung wird – wen wundert’s – der Nutzen von Selen sehr betont und die allfälligen Risiken verschwiegen. Daher ist es wichtig, dieser Propaganda auch kritischere Informationen entgegenzusetzen.</p>
<p>Hier ergänzend noch ein Zitat zu Selen aus Wikipedia:</p>
<p>„Selen als Nahrungsergänzungsmittel</p>
<p>In einer kritischen Bewertung der Pharmainformation vom Juni 2005 wird festgestellt, dass die bislang verfügbaren Studien keine Hinweise für einen Nutzen einer zusätzlichen Gabe von Selen in irgendeinem Zusammenhang erbringen konnten. Zwar scheint eine positive Beeinflussung verschiedener Krebsarten möglich, andererseits die Begünstigung anderer Karzinome nicht unwahrscheinlich. Die ‚SELECT’-Studie (‚Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial’) sollte diesbezüglich Auskunft geben und 2013 abgeschlossen werden. Allerdings wurde diese im Oktober 2008 abgebrochen, da während der Studie nachgewiesen werden konnte, dass es keine verbesserte Schutzwirkung im Vergleich zum Placebo gibt und ein Nutzen ausgeschlossen werden konnte. In dieser Studie wurde zwar sogar eine erhöhte Prostatakrebshäufigkeit unter der Gabe von Vitamin E und eine erhöhte Diabetesentstehung unter der Selengabe festgestellt, beides war aber nicht statistisch signifikant.</p>
<p>Im Rahmen der neuerlichen Auswertung von Daten einer Studie kam Saverio Stranges von der Universität in Buffalo  zu dem Ergebnis, dass von den 600 Patienten, die Selen einnahmen (tägl. 200 µg) nach fast acht Jahren etwa zehn Prozent an Typ 2 Diabetes erkrankt waren. Bei der Placebo-Kontrollgruppe waren es lediglich sechs Prozent. Bis dato wurde noch keine potentielle Ursache für das erhöhte Diabetes-Risiko gefunden. Hohe Selenkonzentrationen im Blut korrelieren mit dem Risiko, an Diabetes zu erkranken. Somit kommt auch die Pharmainformation vom Februar 2008 zum Schluss: ‚Eine kritische Haltung gegenüber wenig belegten Konzepten, hinter denen natürlich ein großes finanzielles Interesse steht, hat sich wieder einmal bestätigt.’ Die Studienlage ist diesbezüglich jedoch nicht eindeutig. So werden der Studie von Stranges et. al. methodische Fehler unterstellt, etwa das Fehlen einer vorherigen Familienamnese, die eine erhöhte familiäre Prävalenz von Diabetes mellitus innerhalb der Selengruppe hätte ausschließen müssen, sowie die Tatsache, dass die untersuchten Probanden Personen waren, die in hohem Maße Sonnenstrahlung und Chemikalien ausgesetzt waren, weswegen sich die Ergebnisse schlecht auf ‚durchschnittliche’ Probanden übertragen ließen. Zudem liege das Diabetes-Risiko sowohl in der Placebo- als auch in der Selengruppe unter dem amerikanischen Durchschnittswert. Andere Studien legen weiterhin einen hemmenden Effekt von Selen auf die Entwicklung von Diabetes mellitus nahe, darunter eine jüngst veröffentlichte von Tasnime Akbaraly (Universität Montpellier) durchgeführte Untersuchung an 1162 Männern und Frauen.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia, Literaturangaben dort)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Lungenkrebs: Haifischknorpel-Extrakt ohne Wirkung</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/09/lungenkrebs-haifischknorpel-extrakt-ohne-wirkung.html</link>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 14:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Haifischknorpel-Extrakt kann Versprechungen bezüglich Krebsbehandlung nicht erfüllen. Studien finden keine Wirkung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Extrakt aus Haifischknorpel hat in der Therapie des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) enttäuscht. Die Kombination von Haifischknorpel mit einer konventionellen Chemoradiotherapie hat in einer Phase-III-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2010; doi:10.1093/jnci/djq179) die Prognose der Patienten nicht verbessert. Die Resultate wurde auch auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago präsentiert.</p>
<p>Haifischknorpel geniesst in weiten Kreisen der Bevölkerung seit längerem den Ruf, bei Krebserkrankungen wahre Wunder zu wirken. Die entwicklungsgeschichtlich sehr alten Fische würden niemals an Krebs erkranken, wird immer wieder behauptet, und diese Eigenschaften könnten durch die Einnahme der Haifisch-Kapseln auf den Krebspatienten übergehen. Auch Forscher konnten sich für den Gedanken erwärmen, dass Extrakte des nicht durchbluteten Gewebes eine anti-angiogenetische Wirkung haben könnten – also die Neubildung von Gefässen im Tumorgewebe hemmen könnten, vergleichbar mit Bevacizumab oder anderer moderner Krebsmedikamenten. Der kanadischen Firma Aeterna Zentaris kommt laut einer Pressemitteilung des M. D. Anderson Cancer Center das Verdienst zu, ihr Haifischknorpel-Präparat Neovastat® nicht einfach wie andere Hersteller über Drogerien zu vertreiben, sondern in klinischen Studien zu prüfen.</p>
<p>Den Abschluss dieser Forschungen für Neovastat® bildete eine Studie an 379 Patienten mit neu diagnostiziertem NSCLC im Stadium III. Die vom US-National Cancer Center unterstützten Studie wurde an 53 Zentren in den USA und in Kanada durchgeführt.<br />
Alle Patienten bekamen eine Standardtherapie bestehend aus einer Induktionschemotherapie gefolgt von einer Chemo-Radiatio. Zusätzlich wurden die Patienten auf die Einnahme von Neovastat® oder Placebo randomisiert ( = durch Zufallentscheid verteilt).</p>
<p>Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben der Patienten. Es war in beiden Gruppen identisch. Im Neovastat-Arm überlebten die Krebspatienten im Mittel 14,4 Monate, im Placebo-Arm dagegen 15,6 Monate. Auch im progressionsfreien Überleben (11,3 vs. 10,7 Monate) gab es keine signifikanten Differenzen. Für Charles Lu vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston und Mitarbeitern gibt es keine Hinweise, dass Neovastat oder die zahlreichen anderen wissenschaftlich nicht untersuchten Haifischknorpelextrakte eine Wirkung besitzen.</p>
<p>Der Editorialist Jeffrey White vom National Cancer Institute in Bethesda äussert sich etwas milder (JNCI 2010; doi: 10.10J9N3/jCncIi/dJjqo1u96). Er hält die unter Neovastat etwas, wenn auch statistisch nicht signifikante reduzierte Toxizität für einen Ansatzpunkt für weitere Studien.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41377/Lungenkrebs_Haifischknorpel_ohne_Wirkung.htm</p>
<p>http://jnci.oxfordjournals.org/content/102/12/859.abstract</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Auch Dr. Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre onkologische Medizin in der Deutschen Krebsgesellschaft und Leiterin der Komplementären Onkologie an der Universitätsklinik Frankfurt, rät von der Einnahme des Haifischknorpelextraktes ab</p>
<p>(in ihrem Buch: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html">Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co.</a> Ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung)</p>
<p>Hier ausgewählte weitere Informationen zum Thema Haifischknorpel (Quelle: Wikipedia):</p>
<p>Was ist Haifischknorpel?</p>
<p>„Bei Haifischknorpel handelt es sich um Knorpel von Haien, der in getrockneter und pulverisierter Form als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich ist. Die Präparate werden als Mittel zur „Stärkung der Gelenke“ für Menschen mit Verschleißerscheinungen der Gelenke, Osteoporose und Arthritis beworben. Da sie nicht als Arzneimittel zugelassen sind, dürfen von den Herstellern keine Heilungsversprechen gemacht werden. Seit den 1980er Jahren wird in Publikationen jedoch auch behauptet, Präparate mit Haifischknorpel seien geeignet, Krebs vorzubeugen oder sogar zu heilen. Das bekannteste Mittel dieser Art in Deutschland und in der Schweiz heißt Haifit.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Herstellung von Haifischknorpel</p>
<p>„Um ein Kilogramm Haiextrakt herzustellen, werden 50 Kilogramm Hai benötigt. Verwendet werden alle Teile des Tieres. Der weltweit größte Lieferant von Haiknorpel ist die Firma Shark Technology in Costa Rica, die von William Lane gegründet wurde. In den 1990er Jahren verarbeitete sie nach eigenen Angaben täglich 200 Tiere. Aus Costa Rica wird das Pulver in die USA exportiert und dort für den europäischen Markt verarbeitet. Haiextrakt wird auch Kosmetika zugesetzt. Die Hersteller der Haiknorpel-Präparate erklären, dass für die Produkte nicht eigens Haie gefangen werden, sondern es handele sich um „Beifang“, beispielsweise aus der Tunfisch-Fischerei.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Forschung und Publikationen zu Haifischknorpel</p>
<p>„ 1983 stellten zwei Forscher in Massachusetts bei Laborversuchen fest, dass Knorpelextrakte von Kälbern und auch von Haien in vitro das Wachstum von neuen Blutgefäßen verhindern. Bei Mäusen und Ratten ließ sich durch das Einpflanzen von Haiknorpel das Wachstum von Tumorzellen nicht verhindern, aber verlangsamen. Tumore benötigen ein eigenes Netz von Blutgefäßen, um zu wachsen. Eine abtötende Wirkung auf bereits vorhandene Tumorzellen hatte der Extrakt bei diesen Versuchen nicht. Welche Substanz im Haiknorpel für den beobachteten Effekt verantwortlich ist, ist bislang unbekannt.</p>
<p>Nach der Publikation dieser Ergebnisse begann der Biochemiker William Lane, damals Präsident der amerikanischen Fishmeal Trade Association, sich für die Erforschung von Haiknorpel und deren Nutzung zu interessieren. Als Regierungsbeauftragter der US-Regierung war es seine Aufgabe, nach neuen Investitionsmöglichkeiten für die Fischindustrie zu suchen.</p>
<p>1992 veröffentlichte Lane ein Buch unter dem Titel Sharks don&#8217;t get cancer, das 1994 mit dem Titel Warum Haie gegen Krebs immun sind auf Deutsch erschien. Darin verweist er vor allem auf die Ergebnisse aus Massachusetts; unabhängige klinische Studien liegen nicht vor. Lane empfiehlt Haiknorpel jedoch auch bei Psoriasis, diabetischer Retinopathie, Glaukom, Enteritis und Arthritis.</p>
<p>Lane nennt als tägliche Dosis für einen Erwachsenen 80 Gramm Pulver, wenn es oral eingenommen wird. Er empfiehlt jedoch die rectale Aufnahme als Einlauf; dafür seien 20 Gramm ausreichend.“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Prozesse rund um Haifischknorpel</p>
<p>„Ende 1999 klagte die amerikanische Food and Drug administration (FDA) als Kontrollbehörde für Arzneimittel gegen die Konzerne Lane Labs und Cartilage Consultants wegen unlauterer Werbung mit falschen Aussagen für das Haiknorpelpräparat BeneFin und eine Sonnencreme. Eigentümer von Cartilage ist William Lane, Präsident von Lane Labs sein Sohn Andrew Lane. Am 30. Juni 2000 untersagte die zuständige amerikanische Handelskommission FTC die Werbeaussage, es handele sich um „klinisch getestete“ Krebsmittel und verurteilte Lane Labs zur Zahlung von 1 Million US-Dollar als Strafe.</p>
<p>1994 verklagte der Haifit-Hersteller Medisana den Marburger Apotheker Gregor Huesmann, weil dieser das Präparat im Schaufenster als „Scheiß des Monats“ angeprangert und als unwirksam und völlig überteuert bezeichnet hatte. Nach Medienberichten über die Aktion war der Umsatz des Präparats deutlich zurückgegangen. Medisana klagte auf Unterlassung und 300.000 Mark Schadenersatz. 1998 untersagte das Oberlandesgericht München als letzte Instanz Huesmann zwar einige Formulierungen. Er durfte jedoch weiterhin behaupten, den Verbrauchern sei durch entsprechende Form“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Bewertung von und Kritik an Haifischknorpel</p>
<p>„- Die Behauptung, dass Haie keinen Krebs bekommen, ist falsch. In einem Tumorregister der amerikanischen George Washington University und in wissenschaftlichen Publikationen sind über 20 Krebsarten bei Haien registriert worden.</p>
<p>- Es gibt keine unabhängige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung von Haiknorpel bei menschlichen Krebserkrankungen belegt. Im Gegenteil: Wissenschaftler der Mayo-Klinik konnten in einer Studie keine positiven Effekte von Haiextrakt bei Brustkrebs und bei Darmkrebs feststellen. Ein Großteil der ausgewählten Patienten brach die Teilnahme an der Studie ab. Der physische und psychische Zustand der Patienten der Haiknorpelgruppe verschlechterte sich signifikant im Unterschied zur Placebo-Gruppe. Es wird von gastrointestinalen Nebenwirkungen berichtet.</p>
<p>- Die Einnahme von Haiknorpel wird von mehreren Wissenschaftlern als völlig wirkungslos bezeichnet, da er im Magen von der Magensäure zersetzt werde und mögliche Wirksubstanzen bei der Verdauung zerstört würden.</p>
<p>- Das Deutsche Krebsforschungszentrum sieht nach derzeitigem Forschungsstand keine Belege für eine tumorspezifische Wirkung von Haiknorpel.</p>
<p>- Dr. Gerd Büschel von der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie am Institut für Medizinische Onkologie in Nürnberg hat erklärt: ‚Was behauptet wird und was wirklich nachgewiesen ist, klafft weit auseinander. Es handelt sich hier einfach um überzogene Interpretationen.’“</p>
<p>(Quelle: Wikipedia, Literaturangaben siehe dort)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Zeolith &#8211; ein angeblicher Wunderheiler gegen Krebs</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 19:09:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zeolith und Krebs - grosse Versprechungen, fehlende Belege.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Vulkanmineral Zeolith wird seit einiger Zeit als Wundermittel gegen Krebs propagiert. Und wie das für Wundermittel  typisch ist, soll Zeolith unzählige schwere und gefährliche Krankheiten heilen. Das allen ist schon Grund zu kritischem Nachfragen.</p>
<p>Siehe: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/15/komplementarmedizin-indikationslyrik-unter-die-lupe-nehmen.html">Komplementärmedizin: Indikationslyrik unter die Lupe nehmen</a></p>
<p>Sehr unkritisch beteiligte sich kürzlich die Boulevard-Zeitung „Kurier“ an der Zeolith-Propaganda.</p>
<p>Zitat:</p>
<p>„Das Geheimnis des Vulkanminerals wird erklärt mit dem präzisen, mikroporösen Aufbau, durch den sich pro Gramm eine unglaubliche innere Oberfläche von etwa 1000 Quadratmetern ergibt. Dadurch ließen sich viele Schadstoffe auffangen, sind manche Mediziner überzeugt. Der Körper werde damit rasch entgiftet, wird berichtet.“</p>
<p>Da stellen sich gleich mehrere Fragen:</p>
<p>1. „Wird berichtet“ ist eine sehr schwache „Argumentation“. Quellen? Wer? Wo?</p>
<p>2.  Aktivkohle hat auch einen mikroporösen Aufbau mit einer enormen inneren Oberfläche. Wirkt also auch Aktivkohle?</p>
<p>Wikipedia zu Aktivkohle: „Die innere Oberfläche beträgt zwischen 300 und 2000 m²/g Kohle“.</p>
<p>3. Wie „weiss“ Zeolith, welche Stoffe es als Schadstoffe eliminieren soll, und welche Stoffe für den Organismus lebenswichtig sind? Von Aktivkohle ist nämlich bekannt, dass sie auch nützliche Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Medikamente etc. binden kann.</p>
<p>Ganz abgesehen davon gibt es bis heute keinen einzigen Beleg dafür, dass Zeolith bei Tumorerkrankungen wirksam ist. Hunderte von Substanzen werden als ultimative Heilmittel gegen Krebs propagiert und als der grosse Durchbruch bejubelt. Allein schon diese Tatsache sollte eigentlich zu denken geben. Wenn gegen eine Krankheit unzählige Wundermittel empfohlen werden, spricht dies nicht für diese Wundermittel sondern eher dafür, dass die Krankheit bedrohlich und / oder schwierig zu behandeln ist.</p>
<p>Wunderversprechungen sind dann eher ein Mittel gegen Ohnmacht. Sie lenken ab von der Fragilität und Bedrohtheit der menschlichen Existenz. Mit dieser Fragilität und Bedrohtheit umgehen zu lernen, wäre die eigentliche Aufgabe für das einzelne Individuum und für die Gesellschaft.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Schlankheitsmittel CLA könnte Diabetes begünstigen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 10:56:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Konjugierte Linolsäuren (CLA) als Schlankheitsmittel: Vorsicht wegen möglicher Begünstigung von Diabetes. Forscherin thematisiert ungeklärte Risiken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fachleute warnen vor Einnahme von konjugierten Linolsäuren wegen unklarem Diabetes-Risiko.</p>
<p>Konjugierte Linolsäuren, vielgepriesene Schlankheitsmittel, regen in der Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung von Insulin an, haben Wissenschaftler der Universität Bonn in Kooperation mit Tübinger Kollegen herausgefunden. Was geschieht, wenn jemand konjugierte Linolsäuren über viele Jahre einnimmt, ist nicht voraussehbar, denn solide Langzeitstudien am Menschen fehlen bisher. Eine mögliche Folge: Diabetes. Die Studie erschien in dem Fachmagazin Journal of Biological Chemistry (doi: 10.1074/jbc.C110.200477).</p>
<p>„Viele Leute schlucken große Mengen dieser Substanzen, weil sie glauben, dass sie ihnen gut tun&#8221;, erklärt Evi Kostenis. „Aber wie wir jetzt gesehen haben, beeinflussen konjugierte Linolsäuren auch die Bauchspeicheldrüse. Es ist gut möglich, dass die Zellen dadurch auf Dauer Schaden nehmen.&#8221;</p>
<p>Konjugierte Linolsäuren, CLA abgekürzt, sind bestimmte Arten von Fettsäuren, die natürlicherweise in der Milch und dem Fleisch von Wiederkäuern vorhanden sind. Hochdosierte Kapseln dieser CLA-Verbindungen stehen als Nahrungsergänzungsmittel in den Regalen von Drogerien und Supermärkten und können auch im Internet bestellen. „Sie werden quasi als Allheilmittel angepriesen&#8221;, sagt Prof. Kostenis. „Sie sollen Fett verbrennen, Muskelmasse aufbauen, schön machen, gegen Entzündungen helfen, sogar Krebs vorbeugen.&#8221; Die Werbung verspricht viel, doch endgültig bewiesen ist bislang keine dieser Wirkungen.</p>
<p>Einige klinische Studien haben dagegen schon gezeigt, dass Menschen unter hohen CLA-Dosen entweder mehr oder weniger Insulin ausschütten und unter Umständen eine Insulinresistenz entwickeln. „Jetzt kennen wir auch den Mechanismus, mit dem die Substanzen auf die Bauchspeicheldrüsenzellen einwirken&#8221;, erklärt die Forscherin. Konjugierte Linolsäuren greifen an einem ganz bestimmten Rezeptor an &#8211; ist der Blutzuckerspiegel hoch, schütten die Zellen daraufhin innerhalb von Sekunden verstärkt Insulin aus. Das haben die Wissenschaftler an Mäuse- und an Menschenzellen festgestellt, und zwar mit CLA-Mengen, die auch im Blut vorliegen können, wenn der betreffende Mensch konjugierte Linolsäuren in Kapselform zu sich nimmt. Milch und Fleisch dagegen sind in dieser Hinsicht unbedenklich, weil sie keine so hohen Mengen an CLA enthalten.</p>
<p>„Wir wissen nicht, ob Menschen, die regelmäßig mehrere Gramm der Substanzen schlucken, dadurch irgendwann Diabetes entwickeln&#8221;, stellt Kostenis fest. Denkbar ist jedoch auch das Gegenteil: Mglicherweise tut den Bauchspeicheldrüsenzellen die wiederholte Stimulation gut. Vielleicht eignen sich CLA damit auch als Arzneimittel gegen Diabetes Typ II. Das alles müssen zukünftige Studien erst klären.</p>
<p>„Bisher wollen wir nur sagen: Leute, passt auf!&#8221; betont Evi Kostenis. „Diese Substanzen wirken wie ein Arzneimittel und sind damit nicht ungefährlich.&#8221; Die Forscherin fordert endlich seriöse Langzeitstudien am Menschen. Bislang gab es mit CLA keine einzige Langzeitstudie. Das Wissenschaftlerteam hat nun eine Langzeitstudie mit Mäusen initiiert. Sie soll wertvolle Hinweise liefern, welche Langzeitwirkungen von CLA beim Menschen zu erwarten sind.</p>
<p>Natürlich bedeutet nicht harmlos</p>
<p>Konjugierte Linolsäuren werden als natürliche Substanzen propagiert. Aber natürlich heißt nicht automatisch harmlos, warnt die Wissenschaftlerin: „Die Natur macht auch viele schöne Gifte &#8211; denken Sie nur an Knollenblätterpilze!&#8221; Ihre Schlussfolgerung: „Man sollte nicht alles unbesehen glauben, was die Werbung verspricht.&#8221;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://derstandard.at/1297822036805/Konjugierte-Linolsaeuren-Schlankheitsmittel-koennte-Diabetes-zur-Folge-haben</p>
<p>http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21339298</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es fällt jedenfalls auf, wie unklar und widersprüchlich die Daten zu Wirkungen und Nebenwirkungen der Konjugierten Linolsäuren (CLA) sind. Das spiegelt sich meinem Eindruck nach sogar im Text auf Wikipedia zur den Wirkungen der CLA:</p>
<p>„Studien an Menschen weisen darauf hin, dass CLA den Körperfettanteil reduziert, während gleichzeitig der Muskelanteil erhöht wird. Außerdem verbessert es die Cholesterinwerte. Die Wirksamkeit künstlich hergestellter Derivate der Linolsäure ist noch Gegenstand der Forschung und lässt sich noch nicht beurteilen.</p>
<p>Nach Einschätzung der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. besteht keine ausreichender Beweis für die Wirksamkeit einer Supplementation mit CLA und das Auftreten von Nebenwirkungen kann nicht ausgeschlossen werden. Das Bundesamt für Gesundheit (CH) empfiehlt, dass generell die Aufnahme von TFA, egal welcher Herkunft, möglichst gering sein sollte. Es wird keine Empfehlung zum Konsum von CLA gegeben. In einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden die Ergebnisse bisherigen Untersuchungen bezüglich CLA als nicht einheitlich bewertet und auf Anhaltspunkte für unerwünschte Nebenwirkungen hingewiesen.</p>
<p>Zu den potentiellen positiven Effekten von CLA wird eine reduzierte Anfälligkeit für ernährungsbedingte Allergien gezählt. Auf der Gegenseite besteht die Annahme, dass CLA möglicherweise Insulinresistenz hervorruft, was ein erhöhtes Risiko zur Erkrankung an Diabetes bedeuten würde. Dennoch erfreuen sich CLA-Präparate insgesamt einer zunehmenden Beliebtheit in der Bevölkerung. Bereits vor Jahren hatten diese natürlichen Substanzen, hinter denen sich genau genommen acht verschiedene Verbindungen identischer chemischer Zusammensetzung mit jeweils abweichender geometrischer Struktur – und deshalb auch unterschiedlichen biochemischen Effekten – verbergen, die Aufmerksamkeit internationaler Forschergruppen geweckt. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass einige CLA antikarzinoge Wirkungen entfalten, der Arteriosklerose entgegenwirken, die Blutfettwerte verbessern, das Immunsystem stärken und den Insulinhaushalt günstig beeinflussen. In Deutschland nehmen Frauen täglich etwa 350 Milligramm CLA mit der Nahrung zu sich, Männer 430 Milligramm. Die erwähnten vorteilhaften Wirkungen kommen in der Regel aber erst bei Dosen im Grammbereich zum Tragen.</p>
<p>Vermehrter Fettabbau durch CLA</p>
<p>Vor allem für Personen, die eine Gewichtsreduktion anstreben, kann sich eine Nahrungsergänzung mit CLA auszahlen. Umfangreiche Studien hatten belegt, dass eine langfristige Nahrungsergänzung mit CLA die Körperfettmasse reduziert. Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass dafür drei Wirkmechanismen verantwortlich sind: CLA verringern die nach der Nahrungsaufnahme gespeicherte Fettmenge, beschleunigen den Fettstoffwechsel und fördern die Fettspaltung in den Fettzellen. Zudem erhöhen sie die Apoptose (programmierter Zelltod) der Adipozyten (Fettzellen) und reduzieren so deren Anzahl. Mit CLA lässt sich darüber hinaus der Leptin-Spiegel senken. Leptin ist ein Eiweißhormon, das im Fettgewebe gebildet wird und eine Schlüsselrolle bei der Zunahme des Körpergewichtes spielt.</p>
<p>Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie dokumentierte die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit der Nahrungsergänzung mit CLA. Andere Studien belegten, dass CLA weder einen Einfluss auf die Blutgerinnung hat, noch die Funktion der Blutplättchen beeinträchtigt. Ferner wurden keine negativen Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel gesehen.“</p>
<p>Quelle: Wikipedia</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Wichtig scheint mir im Wikipedia-Text, dass offenbar die experimentell gefundenen positiven Wirkungen der CLA erst bei unrealistisch hohen Dosen auftreten. Das ist ein Phänomen, welches bei Nahrungsergänzungsmittel nicht selten anzutreffen ist.</p>
<p>Erstaunlich, dass ein bezüglich Risiken so ungeklärtes Produkt auf breiter Basis als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden kann.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz &amp; Co. &#8211; Was sind Adaptogene?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/03/taigawurzel-ginseng-rosenwurz-co-was-sind-adaptogene.html</link>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 19:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz, Chinesische Beerentraube (Schisandra chinensis) - Adaptogene Heilpflanzen der Phytotherapie. Was sind Adaptogene?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz &amp; Co. wird in der Phytotherapie eine Gruppe von Heilpflanzen eingesetzt, die als Adaptogene bezeichnet werden.</p>
<p>Was genau unter Adaptogenen zu verstehen ist, bleibt aber dabei oft unklar.</p>
<p>Univ. Doz. Reinhard Länger gibt in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie eine gute Beschreibung der Adaptogene:</p>
<p>„Das Herbal Committee der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) publizierte ein Dokument, in dem Adaptogene näher charakterisiert werden:</p>
<p>Adaptogene sollen die Fähigkeit besitzen, durch Stress beeinträchtigte Körperfunktionen zu normalisieren und zu stärken. Adaptogene sind im Allgemeinen nicht toxisch und weisen eher unspezifische pharmakologische</p>
<p>Eigenschaften auf. Sie sollen die Resistenz des Organismus gegen ein breites Spektrum an widrigen biologischen, chemischen und physikalischen Faktoren steigern. Im Gegensatz zu Tonika und Stimulantien soll eine durch Adaptogene gesteigerte Arbeitskapazität nach Absetzen nicht wieder abfallen. Obwohl zahlreiche Versuche unternommen wurden, dies mit klinischen Studien zu belegen, ist der Begriff Adaptogen nach wie vor in der wissenschaftlichen Phytotherapie nicht generell akzeptiert und wird daher im Bereich der traditionellen pflanzlichen Arzneimittel verwendet. Als Beispiele für Arzneipflanzen, auf die diese Definition zutrifft, werden</p>
<p>Ginseng (Panax ginseng), Chinesische Beerentraube (Schisandra chinensis), Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) genannt. Außer Rhodiola rosea, die auch in unseren Alpen heimisch ist, kommen die anderen genannten Arten ausschließlich in Asien natürlich vor.“</p>
<p>Quelle: http://www.phytotherapie.co.at/PHYTO-Therapie_1-11_web.pdf</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/30/rosenwurz-rhodiola-rosea-orpin-rose-gegen-stress-mudigkeit.html"> Rosenwurz (Rhodiola rosea, orpin rose) gegen Stress &amp; Müdigkeit</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/08/ginseng-als-aphrodisiakum.html"> Ginseng als Aphrodisiakum</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/07/13/ginseng-als-adaptogen.html">Ginseng als Adaptogen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/02/ginseng-lindert-fatigue-bei-krebskranken.html  ">Ginseng lindert Fatique bei Krebskranken </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/02/phytotherapie-eleutherococcus-senticosus-taigawurzel.html  ">Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus &#8211; Taigawurzel </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 23:01:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ingwer zählt zu den vielfältigsten Heilpflanzen der Phytotherapie, beispielsweise gegen Verdauungsstörungen, Erkältungskrankheiten, Übelkeit &#038; Erbrechen während Chemotherapie. Kontrovers diskutiert wird die Anwendung von Ingwer bei Schwangerschaftserbrechen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema Ingwer &amp; Reiseübelkeit nimmt Professor Eugen Verspohl in einem Interview Stellung. Der Pharmakologe arbeitet am Pharmazeutischen Institut der Universität Münster und beschäftigt sich seit nunmehr acht Jahren mit Zingiber officinale, wie sich das fernöstliche Gewächs in der Fachsprache nennt:</p>
<p><em>„’Wir haben herausgefunden, dass die Wirkstoffe an Serotonin-Rezeptor-Ionenkanälen angreifen, die am Erbrechen beteiligt sind’, sagt er. Allerdings profitieren nur diejenigen von Ingwer, denen es in Flugzeug, Zug oder Auto schlecht wird. &#8216;Tritt die Reiseübelkeit während einer Schiffsreise auf, eignet sich Ingwer weniger gut&#8217;, meint der Experte.“</em></p>
<p>Sogar während einer Chemotherapie soll sich Ingwer bewähren:</p>
<p><em>„Studien zeigen, dass es Krebspatienten weniger stark übel wird, wenn sie neben chemischen Brechreizhemmern Ingwer einnehmen. So berichten Forscher der Universität von Rochester (USA), dass Ingwer-Extrakt die Beschwerden um 40 Prozent senke, wenn Patienten diesen drei Tage vor und nach der Chemotherapie anwenden.“</em></p>
<p>Weitere Informationen zur Wirkung von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen während Chemotherapie:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/15/ingwer-kann-uebelkeit-bei-chemotherapie-reduzieren.html">Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/17/phytotherapie-ingwer-lindert-uebelkeit-bei-chemotherapie.html  ">Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie</a></p>
<p>Und zur kontrovers diskutierten Frage der Anwendung von Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen:</p>
<p><em>„Schwangere, denen Übelkeit zu schaffen macht, sollten Ingwer dagegen nicht einsetzen. ‚Denn bestimmte Inhaltsstoffe können die Wehen auslösen’, warnt Verspohl.“</em></p>
<p>Weitere Informationen zur Wirkung von Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/phytotherapie-ingwer-gegen-schwangerschaftserbrechen.html  ">Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/14/ingwer-gegen-schwangerschaftserbrechen.html">Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen</a></p>
<p>Der Artikel mit dem Interview geht dann noch auf Nebenwirkungen von Ingwer ein:</p>
<p><em>„Wer einen empfindlichen Magen hat, verzichtet auf das Gewürz unter Umständen auch besser. Denn der Scharfmacher bewirkt, dass mehr Magensäure gebildet wird. Tabu ist Ingwer außerdem für Menschen, die zu hohen Blutdruck haben oder an Gallensteinen leiden. Sonst gilt Ingwer als sehr gut verträglich.“</em></p>
<p>Und weiter:</p>
<p><em>„Wem es an Appetit mangelt oder das Essen einen Blähbauch bereitet, dem kommt der schon seit langem bekannte verdauungsfördernde Effekt zugute. Ob Ingwer allerdings einer Erkältung vorbeugen kann, das Abnehmen erleichtert oder gar vor Krebs schützt, müssen wissenschaftliche Studien erst beweisen.“</em></p>
<p>Im diesem Abschnitt werden Anwendungsbereiche des Ingwers erwähnt, für welche eine wissenschaftliche Bestätigung aussteht.</p>
<p>Die Wirkung von Ingwer bei Verdauungsstörungen verschiedenster Art wird allerdings in vielen Ländern genutzt. Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftproduktion und den Gallenfluss. Ausserdem steigert er den Tonus und die Peristaltik des Darmes.</p>
<p>Auch gegen Erkältungskrankheiten gehört Ingwer zu den beliebten Heilpflanzen. Dass Ingwer als Schlankheitsmittel das Abnehmen erleichtern soll, ist aber mehr als fraglich. Ebenso eine Wirkung gegen Krebs.</p>
<p><em>„Wer einem flauen Gefühl im Bauch vorbeugen möchte, kann Ingwer – entweder als Tablette, Kapsel oder Tropfen – eine halbe Stunde vor der Reise einnehmen. Dauert der Flug zum Beispiel länger als vier Stunden, empfiehlt sich unterwegs eine erneute Dosis Ingwer. Auch durch Ingwertee oder entsprechende Zuckerbonbons gelangen die Scharfstoffe in den Körper.“</em></p>
<p>Wie viel davon allerdings am Wirkort kommt, ist laut Verspohl nicht bekannt. Ingwer-Tee und Zuckerstückchen sollten Ingwer-Liebhaber deshalb eher als aromatische Köstlichkeit betrachten.</p>
<p>Daneben kann man gegen Übelkeit auch einfach ein frisch geschältes Ingwerstückchen kauen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Warum-Ingwer-so-gesund-ist-106499.html</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		</item>
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		<title>Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/11/pflanzenheilkunde-kritische-reflexion-statt-missionarismus.html</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Mar 2011 18:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie-Fachleute sollen mithelfen, bei Aussagen über die Wirkungen von Heilkräutern die Spreu vom Weizen zu trennen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich sprach mich ein Heilpraktiker auf die Misteltherapie an. Auf meine eher zurückhaltend-skeptische Antwort reagierte er prompt:</p>
<p>„Das überrascht mich, Sie als Phytotherapie-Experte&#8230;&#8230;&#8230;“</p>
<p>Es passiert mir immer wieder, dass Leute völlig perplex oder gar irritiert sind, wenn ich mich kritisch zu bestimmten Heilpflanzen-Wirkungen äussere. „Aber Sie glauben doch an die Heilkräuter&#8230;.?“ ist dann oft die nächste Frage.</p>
<p>Natürlich bin ich überzeugt davon, dass Heilpflanzen in vielen Situationen gute Wirkungen zeigen können. Das heisst doch aber nicht, alles und jedes toll zu finden, was mit Heilpflanzen angestellt oder über Heilpflanzen gedacht oder verkündet wird.</p>
<p>Phytotherapie-Experten zeichnen sich meinem Verständnis nach nicht dadurch aus, dass sie in jeder Situation und für alle Krankheiten und Beschwerden mit einer Heilpflanze wedeln. Eine solche Grundhaltung würde ich als Missionarismus bezeichnen.</p>
<p>Phytotherapie-Experten sollten sich meines Erachtens vielmehr durch den Versuch auszeichnen, möglichst sorgfältig die Spreu vom Weizen zu trennen. Phytotherapie-Experte ist meiner Ansicht nach nicht, wer möglichst viele wunderbare Heilungsgeschichten von Heilpflanzen sammelt und sie weiterposaunt.</p>
<p>Wir werden ja überschwemmt mit Ratschlägen und Heilungsversprechungen aller Art. Nötig ist daher eine fundierte, transparente Urteilsbildung, damit zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Aussagen unterschieden werden kann. Dazu sollen Phytotherapie-Experten in ihrem Bereich beitragen.</p>
<p>P. S. zur Misteltherapie:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html">Misteltherapie gegen Krebs – wirksam</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Weltwoche &amp; Anthroposophische Medizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/08/weltwoche-anthroposophische-medizin.html</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 11:10:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftliches]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Weltwoche veröffentlichte zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner einen Beitrag von Maurus Federspiel mit fragwürdigen Aussagen zur Anthroposophischen Medizin.


Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Weltwoche“ ( Nr. 8 / 2011) brachte zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner einen Beitrag von Maurus Federspiel, der einige ausgesprochen merkwürdige Stellen enthält.</p>
<p>Besonders fragwürdig scheint mir der Abschnitt zur Anthroposophischen Medizin:</p>
<p><em>„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden. Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt. Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag&#8230;&#8230;“</em></p>
<p>Schauen wir uns diese Aussagen Schritt für Schritt an:</p>
<p><em>„Die einschlägigen Medikamente werden in zahllosen Apotheken Deutschlands und der Schweiz verkauft, ihre Wirksamkeit scheint durch die Verkaufsbilanzen bestätigt zu werden.“</em></p>
<p>Sehen wir mal davon ab, dass hier betreffend „Verkaufsbilanzen“ einfach eine Behauptung aufgestellt wird.</p>
<p>Das Krankenversicherungsgesetz verlangt, dass ein Medikament wirksam sein muss, wenn es von der Grundversicherung bezahlt werden soll. Und das Bundesgericht verlangt, dass diese Wirksamkeit wissenschaftlich belegt sein muss. Offenbar hat jetzt aber Maurus Federspiel eine neue und einfachere Methode entdeckt, mit der Wirksamkeit festgestellt werden kann: Wirksam ist, was sich gut verkauft.  Ich würde diese Methode der Wirksamkeitsprüfung noch etwas verfeinern und schlage vor, einfach die 1000 meistverkauften Medikamente über die Grundversicherung abzurechnen. Ein Blick in die Verkaufsbilanz genügt dann, um diese Liste zu erstellen. Spart viel Aufwand für sinnlose Studien etc.</p>
<p>Im Ernst: Schon mal was gehört davon, dass Verkaufserfolg auch etwas mit Marketing und Lobbying zu tun hat und dass sich etwas auch gut verkaufen kann, weil es diverse Bedürfnisse der Konsumenten erfüllt? Tolle Verkaufsbilanzen haben auch Mike Shiva oder Scientology. Ist Umsatz wirklich ein Qualitätszeichen?</p>
<p>Präparate der Anthroposophischen Medizin werden übrigens entgegen den gesetzlichen Vorschriften von der Grundversicherung vergütet, ohne dass ihre Wirksamkeit geprüft wird. Das Bundesamt für Gesundheit kann jedenfalls nicht annähernd plausibel erklären, wie eine solche Prüfung stattfindet.</p>
<p><em>„Die Anfeindungen der anthroposophischen Medizin liegen vor allem in einer methodologischen Begrenztheit begründet, welche die materialistische geprägte Schulmedizin bestimmt.“</em></p>
<p>Warum wird Kritik als „Anfeindungen“ dargestellt? Was soll diese Opferrolle?</p>
<p>Und die „Anfeindungen“ kommen nur durch die “methodologische Begrenztheit“ von Materialisten zustande, die in der Anthroposophischen Medizin ihren Feind sehen?   &#8211; So einfach kann man es sich machen. Von derart methodologisch begrenzten Materialisten kann man ja nichts anderes als Anfeindungen erwarten. Auf solch feindlich gesinnte Anwürfe muss man natürlich nicht eingehen.</p>
<p>Wer die Behauptungen der Anthroposophischen Medizin nicht fraglos glaubt, sondern kritische Fragen stellt, macht also materialistisch motivierte „Anfeindungen“.</p>
<p>Das scheint mir eine sehr durchsichtige Immunisierungsstrategie. So wird eine Methode vorbeugend gegen Kritik und In-Frage-Stellung immunisiert.</p>
<p>Selbstverständlich ist zum Beispiel die Forschung nach Wirkstoffen in der Mistel insofern materialistisch, dass sie nach Wirkstoffen in Form von Molekülen sucht.  Aber was soll zum Beispiel eine klinische Studie mit Krebspatienten, denen Mistelextrakt verabreicht wird, mit Materialismus zu tun haben? Hier wird ganz schlicht zu klären versucht, ob Krebspatienten mit Mistelextrakt länger leben als ohne. Und hier schneidet die Anthroposophische Medizin nicht gerade überzeugend ab. Also selbst bei ihrem mit Abstand am meisten untersuchten Paradepferd, der Misteltherapie.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html      ">Misteltherapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</a></p>
<p>Meine Kritik an der Anthroposophischen Medizin bezieht sich darauf dass sie Krankheit und Behinderung als Folge von moralischem Versagen in einem früheren Leben auffasst.</p>
<p>Ich halte es für einen grossen Fortschritt der Moderne, dass diese Verknüpfung von Krankheit und Behinderung mit moralischer Schuld überwunden ist. Die Remoralisierung von Krankheit und Behinderung – wie sie die Anthroposophische Medizin verkörpert &#8211; ist meiner Ansicht nach diffamierend für Betroffene und nicht wünschenswert.</p>
<p>Anthroposophische Medizin sieht Krankheit und Behinderung im Zusammenhang mit dem Wirken der anthroposophischen Widersachermächte Ahriman und Luzifer. Eine solche Geistermedizin scheint mir nicht erstrebenswert – vor allem nicht, wenn sie über die Grundversicherung abgerechnet wird.</p>
<p>Diese Einwände haben meines Erachtens nichts zu tun mit einem methodologisch begrenztem Materialismus, wie ihn Maurus Federspiel den Kritikern der Anthroposophischen Medizin pauschal unterstellt.</p>
<p>Details hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Anmerkungen zu Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html">Kritische Fragen zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/archive/2010/03/01/anthroposophische-medizin-ins-medizinstudium-offene-fragen-1.html">Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html  "> Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p><em>„Der ständige Verweis auf den Placeboeffekt trägt allerdings kaum zur Klärung von Heilerfolgen gerade in der Tiermedizin bei. Mindestens ist auch einem anthroposophischen Arzt nicht zuzutrauen, dass er einen Ochsen oder eine Hauskatze durch blosse Suggestion zu heilen vermag&#8230;&#8230;“</em></p>
<p>Ach, die alte Leiher. Hundert mal gehört in Diskussionen mit unkritischen und gutgläubigen Anhängern der Komplementärmedizin „Sogar bei Tieren wirkt es doch&#8230;.dann kann es nicht nur Placebo sein!“</p>
<p>1. Placebo-Effekte bei Tieren sind schon seit einigen Jahrzehnten gut belegt. Man müsste das nur endlich zur Kenntnis nehmen und weniger dumme Argumente ins Feld führen.</p>
<p>Und wer beurteilt denn Heilerfolge bei Tieren? Die können ja nicht selber Auskunft geben.</p>
<p>Fünf Minuten Internetrecherche hätten genügt, um klar zu machen, dass Placebo—Effekte in der Tiermedizin ein bekanntes Phänomen sind.</p>
<p>Mehr Infos dazu hier:</p>
<p>Artikel „Tierhomöopathie: Alles für die Katz?“:</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1">http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1</a></p>
<p>Artikel: „Tierischer Placeboeffekt“:</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html  ">http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html</a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,743592,00.html  "> </a></p>
<p>2. Schon mal was gehört davon, dass auch Tiere Selbstheilungskräfte haben oder bei chronischen Erkrankungen einen schwankenden Verlauf mit besseren und schlechteren Phasen?</p>
<p>Tiere werden wohl nie von selbst gesund?</p>
<p>Was legitimiert denn Autor Maurus Federspiel zu solch apodiktischen Urteilen.  Die Auseinandersetzung mit dem Thema kann es ja wohl nicht sein – die ist nämlich nicht ansatzweise erkennbar.</p>
<p>Grundsätzlich finde ich es sehr erstaunlich, wie rasch sich viele Menschen im Bereich von Medizin und <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> abschliessende Urteile zutrauen, ohne sich vorgängig mit den entsprechenden Fragen auch nur einigermassen vertraut zu machen. Wer ein Haus baut, wird ja wohl auch die Berechnungen von Statik-Fachleuten zu Rate ziehen und sich nicht nur auf die eigenen Ideen dazu stützen. Der Mensch mit seinen Gesundheiten und Krankheiten ist aber noch viel komplexer als ein Haus.</p>
<p>Ich selber jedenfalls befasse mich zwar intensiv mit Fragen rund um Medizin und Komplementärmedizin. Dabei muss ich aber in vielen Fällen auf Aussagen von Fachleuten zurückgreifen und mir bewusst bleiben,  dass auch ein sorgfältiges Urteil nur vorläufigen Charakter hat.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Zur &#8220;Karriere&#8221; der Phytoöstrogene</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/04/zur-karriere-der-phytoostrogene.html</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 10:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytoöstrogene wie Isovlavone aus Soja und Rotklee werden intensiv erforscht. Ebenso die Lignane aus Leinsamen. Diskutiert wird ihre Anwendung bei Wechseljahresbeschwerden. Bei Soja wird untersucht, ob hoher Soja-Konsum eine gewisse Schutzwirkung gegen Brustkrebs haben könnte, wobei eine solche Wirkung aber bisher nicht belegt ist.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeitschrift für Phytotherapie (Nr. 6 / 2010) beschreibt Prof. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock sehr anschaulich die „Entwicklungsgeschichte“ der Phytoöstrogen-Thematik:</p>
<p><em>„Der isoflavonhaltige Tofu wurde schon vor 1000 Jahren als diätetisches Mittel und wichtiger Ernährungsbestandteil in der chinesischen Medizin erwähnt; sie empfiehlt ihn bei Kraftlosigkeit, chronischem Husten und Blasenentzündungen. Mit den epidemiologischen Untersuchungen Anfang des letzten Jahrzehnts brach dann ein richtiggehender »Hype« aus. Denn die Ergebnisse zeigten, dass bei in Asien lebenden Frauen nicht nur weniger Wechseljahressymptome auftraten, sondern auch die Inzidenz von Brustkrebs deutlich geringer war. Man vermutete, dass der reichliche Genuss von isoflavonhaltigen Produkten dafür verantwortlich sein könnte. Diese Erkenntnisse kamen genau zu dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass die Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren erhebliche Risiken mit sich bringt.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Dass die Unterschiede im Auftreten von Brustkrebs zwischen Frauen in Europa und Asien zur Forschungen nach den zugrunde liegenden Ursachen motivierte liegt auf der Hand.</p>
<p>Interessanterweise werden diese Differenzen in der Soja-Literatur mit dem unterschiedlichen Soja-Konsum, in der Grüntee-Literatur dagegen mit dem unterschiedlichen Grüntee-Konsum erklärt.</p>
<p>Die Debatte um die Hormonersatztherapie führte dann tatsächlich zur intensiven Suche nach Alternativen auf der Basis von Phytoöstrogenen. Dabei stehen hauptsächlich die Isoflavone (aus Soja, Rotklee) und die Lignane (aus Leinsamen) im Zentrum.</p>
<p>Karin Kraft fährt weiter:</p>
<p><em>„Damit gerieten als Phytoöstrogene wirkende Inhaltsstoffe aus den unterschiedlichsten Pflanzen in den Fokus. Noch bevor entsprechende klinische Studien vorlagen, wurden bereits unzählige Produkte aus Phytoöstrogenen verschiedenster Provenienz mit Arzneimittel- oder Nahrungsergänzungsmittelstatus vermarktet, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern oder z.B. einer Gewichtszunahme, der Arteriosklerose, Demenz, Osteoporose und Krebs vorzubeugen. Zudem stieg der Verbrauch von Nahrungsmitteln auf Sojabasis beispielsweise in den USA in den vergangenen Jahren deutlich an. Mittlerweile ist eine unüberschaubare Menge an Publikationen entstanden. Allein in der Datenbank Pubmed sind gegenwärtig unter dem Stichwort »phytoestrogen« 847 Reviews und 323 klinische Studien verfügbar &#8211; mit teilweise widersprüchlichen Ergebnissen.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Aus dieser Schilderung geht sehr deutlich hervor, wie ein Mittel wie Soja für immer mehr Anwendungsbereiche propagiert wird (<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/15/komplementarmedizin-indikationslyrik-unter-die-lupe-nehmen.html  ">Indikationslyrik</a>). Aufgabe von Fachleuten ist es in solchen Fällen, im kritischen Diskurs zu unterscheiden, was „Hand-und-Fuss“ hat und was nicht.</p>
<p>Beim Thema „Soja“ gibt es beispielsweise Hinweise darauf, dass für den Schutz vor Brustkrebs die Soja-Einnahme während der Kindheit relevant ist – wovon man in Asien ausgehen kann. Das würde aber heissen, dass eine Prävention durch Soja-Konsum einer Europäerin im Alter von 40 nichts mehr bringen würde.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Fasten &amp; Entschlacken</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/02/fasten-entschlacken.html</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 17:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fasten belastet den Organismus, Entschlackung ist unnötig und manchmal sogar ungesund.
"Schlacken" ist ein Phantombegriff.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kann man mit einer Fastenkur den Körper entschlacken und abnehmen?</p>
<p>Gerade im Frühling möchten viele Menschen mit einer Fastenkur den Körper von Schlacke reinigen. Aus medizinischer Sicht ist eine Entschlackung und Entgiftung des Körpers unnötig. Der Körper reinigt sich selbst und sammelt keine Schlacken und Abfallprodukte des Stoffwechsels an. Wer fastet, um sein Gewicht zu vermindern, wird enttäuscht sein, denn die verlorenen Kilos kommen später mit Gewissheit wieder zurück. Zudem ist Fasten auch mit Risiken verbunden: Der Verzicht auf feste Nahrung stresst den Organismus, erhöht durch den Jo-Jo-Effekt langfristig das Gewicht und steigert das Risiko von Gallensteinen und Gichtanfällen. Bei Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen raten zahlreiche Ärzte mit Nachdruck vom Fasten ab. Ein absolutes Verbot gilt bei Untergewicht, Magersucht, Schilddrüsenüberfunktion, schweren Leber- und Nierenstörungen sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch Kinder sollten keinesfalls fasten.</p>
<p>Fasten zur spirituellen Erfahrung oder als Auszeit vom Alltag sollte nur mit fachkundiger Begleitung durchgeführt werden, und dies auch nur, falls aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht.</p>
<p>Quelle: Informationsdienst NUTRINFO®</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dem ist meines Erachtens vorbehaltlos zuzustimmen. Schlacken sind ein „Phantom“. Wenn Ihnen jemand einreden will, Sie seien verschlackt und bräuchten dringend eine Entschlackungskur, dann fragen Sie doch genau nach, um welche Art von Schlacken es sich dabei genau handelt. Fragen Sie nach den Namen dieser Schlacken. Unsinnig ist auch die Vorstellung, dass wir über den Winter besonders viele Schlacken anreichern und dass diese im Frühjahr durch Entschlackung eliminiert werden müssen.</p>
<p>Mit dem Thema „Schlacken“ und „Entschlacken“ wird meines Erachtens den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen.</p>
<p>Viele Apotheken und Drogerien surfen im Frühjahr auf der Entschlackungswelle. Und für zahlreiche NaturheilpraktikerInnen ist Entschlackung ein beliebtes Thema.</p>
<p>Egal ob Apotheke, Drogerie oder NaturheilpraktikerIn – wer Ihnen Entschlackung andrehen will, versucht Ihnen ein Phantom aufzuschwatzen und ist meines Erachtens nicht seriös. Mein Tipp:</p>
<p>Einen grossen Bogen um solche Geschäfte oder Praxen machen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Unsinnige Krebstherapie: Bittere Aprikosenkerne</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/02/unsinnige-krebstherapie-bittere-aprikosenkerne.html</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 12:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bittere Aprikosenkerne sind eines unter zahlreichen unseriösen Wundermittel gegen Krebs. Das propagierte "Vitamin B17" ist eine Phantasiebezeichung für Amygdalin. Es gibt zahllose unseriöse Heilungsversprechungen für die Krebstherapie. 
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gelegentlich werde ich an Kursen oder Vorträgen über Heilpflanzen auf die Wirkung von Bitteren Aprikosenkernen gegen Krebs angesprochen.</p>
<p>Es ist manchmal geradezu erschütternd, wie viele völlig haltlosen Heilungsversprechungen zum Thema Krebs herumgeistern.</p>
<p>Zu den Bitteren Aprikosenkernen hat kürzlich sogar die „Bild“-Zeitung Stellung genommen – ein Presseerzeugnis, dem ich sonst nicht immer traue&#8230;&#8230;</p>
<p>„Oft werden bittere Aprikosenkerne beworben, die mit einem Inhaltsstoff namens Amygdalin, Laetrile oder Vitamin B17 angeblich Tumorzellen zerstören können. Eine Studie ergab, dass diese sogenannte Blausäureverbindung einem Tumor überhaupt nichts tut. Sie kann aber zu Vergiftungserscheinungen führen! Von einer Einnahme ist dringend abzuraten.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2011/02/24/naturmedizin-gegen-krebs-serie/diese-krebs-wundermittel-helfen-ihnen-garantiert-nicht.html</p>
<p>Und Wikipedia schreibt zum Thema Bittere Aprikosenkerne &amp; Krebs:</p>
<p>„In der Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz heißt es: ‚Die Nachfrage nach Bitteren Aprikosenkernen ist gestiegen, seit in verschiedenen Medien der Verzehr als alternativmedizinische Maßnahme zur Krebsbehandlung empfohlen wurde. Diese Empfehlungen zielen auf nicht wissenschaftlich anerkannte, therapeutische Wirkungen ab und lassen die für ein Lebensmittel anzuwendenden Sicherheitsaspekte in gefährlicher Weise außer Acht.’</p>
<p>Auch die Apothekerkammer Westfalen warnt vor dem Verzehr von bitteren Aprikosenkernen wegen der Gesundheitsrisiken. In einer Stellungnahme heißt es: ‚In verschiedenen Medien wurden sie als Alternativmedizin gegen Krebs empfohlen – wissenschaftlich ist dies nicht gesichert. Aprikosenkerne sind nach jetzigem Wissensstand als gesundheitsgefährdende Lebensmittel einzustufen und nicht als medizinisch wirksame Arzneimittel.’</p>
<p>Die Substanz Amygdalin, die aus Aprikosenkernen isoliert werden kann, hat weder in Tierversuchen noch in einer klinischen Studie mit Krebspatienten irgendeine Wirkung auf die Entwicklung des Tumors gehabt. ‚Im Rahmen einer im renommierten Medizinjournal New England Journal of Medicine publizierten klinischen Studie wurden 178 Krebspatienten mit Amygdalin behandelt. Ein Drittel der Patienten hatte zuvor keine Chemotherapie erhalten. Die Patienten befanden sich in einem guten klinischen Zustand. Es wurden verschiedene in praxi eingesetzte Dosierungsregime von Amygdalin untersucht. Es wurde kein Benefit in Bezug auf Heilungsraten, Verbesserung oder Stabilisierung der Krebserkrankung, Verbesserung der mit der Krebserkrankung korrelierten Symptomatik oder eine Ausdehnung der Lebensspanne beobachtet. Jedoch wurden bei verschiedenen Patienten Symptome einer Cyanidintoxikation festgestellt oder Blutspiegel gemessen, die annähernd letal-toxische Werte annahmen. Die Autoren resümieren als Ergebnis ihrer klinischen Untersuchung: Amygdalin sei eine toxische Substanz ohne Effekte bei der Krebstherapie.’</p>
<p>Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung verweist darauf, dass schon Ende der 1980er Jahre in wissenschaftlichen Untersuchungen über Vergiftungen und Todesfälle durch Blausäure berichtet wurde.“</p>
<p>Quelle: Wikipedia</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Bezeichung Vitamin B17 ist eine Phantasie-Bezeichnung für Amagdalin. Es existiert kein Vitamin B17.</p>
<p>Es gibt hunderte von völlig unseriösen Heilungsversprechungen im Umfeld von Krebserkrankungen.</p>
<p>Deshalb ist es so wichtig, Kriterien zu entwickeln, mit denen fragwürdige aussagen und Behauptungen erkannt werden können.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/09/komplementarmedizin-woran-erkennen-sie-fragwurdige-aussagen.html   ">Komplementärmedizin &#8211; woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?</a></p>
<p>Zum Thema Bittere Aprikosenkerne / Amygdalin siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/20/amygdalin-vitamin-b17-als-angebliches-krebsmittel-alt-unwirksam-und-wieder-aktuell.html">Amygdalin / Vitamin B17 als angebliches Krebsmittel alt, unwirksam und wieder aktuell</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/   "> </a></p>
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		<title>Pflanzenheilkunde: Granatapfel</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 17:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Granatapfel gehört inzwischen auch bei uns zu den Heilpflanzen und wird intensiv erforscht. Im Fokus des Interesses steht eine allfällige Wirkung bei Prostatakarzinom (Prostatakrebs). Kontrovers beurteilt wird die Anwendung bei Brustkrebs, da hier die Sicherheit nicht sicher geklärt ist.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Granatapfel oder Grenadine gehört zum Obst. Bis vor wenigen Jahren zählte er bei uns noch nicht zu den Heilpflanzen. Inzwischen wird Granatapfel aber zunehmend erforscht und zeigt interessante Wirkungen.</p>
<p>Hier eine Zusammenfassung zum Granatapfel aus Wikipedia mit anschliessendem Kommentar.</p>
<p><strong>Granatapfel botanisch:</strong></p>
<p>„Der Granatapfel oder Grenadine (Punica granatum) ist eine Pflanzenart, die heute bei weiter Fassung der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) zugerechnet wird. Die aus zwei Arten bestehende Gattung Punica bildet alleine die Unterfamilie Punicoideae (Horan.) S.A.Graham, Thorne &amp; Reveal, manche Autoren führen sie auch noch als eigene monotypische Familie Punicaceae Horan. Ihre rote Frucht wird als Obst gegessen. Die Heimat des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien; heute wird er unter anderem im Mittelmeerraum angebaut.“</p>
<p><strong>Granatapfel etymologisch:</strong></p>
<p>„Die Bezeichnung des Granatapfels ist in vielen Sprachen auf das lateinische Wort für Kerne oder Körner, granae, bzw auf deren große Zahl (lat. granatus = körnig, kernreich) zurückzuführen. Den lateinischen Namen Punica bekam er im Römischen Reich, da die Phönizier (auch Punier genannt) diese Pflanze, zum Teil aus religiösen Gründen, verbreiteten.“</p>
<p><strong>Granatapfel und seine Inhaltsstoffe:</strong></p>
<p>„Granatäpfel zeichnen sich durch einen hohen Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe aus. Der Granatapfel enthält größere Mengen Flavonoide wie Anthocyane und Quercetin, Polyphenole vor allem Ellagitannine wie Punicalagin sowie Phenolsäuren wie Ellagsäure und Gallussäure. Er ist reich an Kalium und enthält unter anderem Vitamin C, Calcium und Eisen. Die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach, sie zählen zu den nichtklimakterischen Früchten.“</p>
<p><strong>Granatapfel und seine medizinische Bedeutung</strong></p>
<p>Über 250 wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Granatapfel eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Arthritis haben könnte. Allerdings sind die meisten Studien nur auf Versuche mit Zellkulturen oder Tieren beschränkt. Die Übertragbarkeit auf den Menschen bleibt deshalb bis jetzt oft fraglich und muss in entsprechenden Studien belegt werden. Bisher wurden sieben klinische Studien (zum Teil randomisierte Doppelblind-Studien) zur Wirkung des Granatapfelsafts veröffentlicht, und eine Phase-3-Studie mit 250 Patienten mit Prostatakrebs ist noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Der Granatapfel verfügt, selbst im Vergleich zu Rotwein und Blaubeeren, über besonders viele und stark wirksame Polyphenole, welche vermutlich für die positiven gesundheitlichen Effekte verantwortlich sind. Bei Granatapfelprodukten gibt es beträchtliche Unterschiede bezüglich Qualität und Gehalt an wirksamen Polyphenolen.</p>
<p>In einer In-Vitro-Studie konnte eine Schutzwirkung durch Granatapfelsaft vor Brustkrebszellen festgestellt werden. Sie hemmen die Bildung von körpereigenen Östrogenen und führen bei östrogenrezeptor-positiven Brustkrebszellen zu einer Wachstumshemmung von 80 Prozent – ohne das Wachstum der gesunden Zellen zu beeinträchtigen. Fermentierter Granatapfelsaft ist dabei doppelt so wirksam wie frischer Saft. Auch auf Leukämiezellen wirken die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft: Die Zellen bilden sich entweder zu gesunden Zellen zurück (Redifferenzierung) oder werden in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben. Außerdem verhindern die Polyphenole, dass sich neue Blutgefäße bilden (Neoangiogenese) – das erschwert die Ausbreitung des Tumors.</p>
<p>Auch gegen Prostatakrebs scheinen die Polyphenole aus fermentiertem Granatapfelsaft besonders wirkungsvoll zu sein, wie eine Reihe von präklinischen Studien zeigen. In einer Studie konnten Prostatakrebs-Patienten durch den täglichen Konsum von Granatapfelsaft (570 mg Polyphenole) ihren PSA-Wert, den zentralen Biomarker bei Prostatakrebs, viermal länger konstant halten als vor der Behandlung: In der sechsjährigen Nachbeobachtungsphase stieg die PSA-Verdopplungszeit von 15,4 auf 60 Monate. Nach diesem Erfolg wird die Studie nun ausgeweitet. In einer Zellkultur-Studie aus dem Jahr 2008 konnte außerdem gezeigt werden, dass auch im Spätstadium des Prostatakrebses Granatapfelsaft noch einen positiven Effekt auf die Zellstruktur haben kann &#8211; die Übertragung der Ergebnisse auf den Krankheitsverlauf eines Menschen ist allerdings ohne weitere Untersuchungen nicht möglich. Ähnliche positive Effekte mit hormonunabhängigem Prostatakrebs traten in Tierstudien auf.</p>
<p>In einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie an 45 Patienten mit koronarer Herzkrankheit erhöhte die tägliche Gabe von 240 ml des Saftes des Granatapfels die Herzmuskeldurchblutung signifikant.  Positive Effekte zeichneten sich auch bei einer Studie mit Patienten mit verengter Halsschlagader ab: Nach einem Jahr Granatapfelverzehr verminderten sich die Ablagerungen an der Halsschlagader um 35 %, während sie in der Kontrollgruppe deutlich zunahmen.“</p>
<p>Quelle: Wikipedia (Literaturangaben dort)</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Eine interessante Stellungnahme zum Granatapfel kommt von Dr. med. Jutta Hübner, Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft:</p>
<p>„In verschiedenen Laborexperimenten konnten Extrakt und Öl des Granatapfels das Wachstum von Tumorzellen vermindern. Dies wurde auch in einem Tierversuch bestätigt. Eine erste Untersuchung an Patienten mit Prostatakarzinom zeigte bei fortgeschrittenen Tumoren einen verlangsamten Anstieg des Tumormarkers PSA.“</p>
<p>Auch wenn diese Ergebnisse beachtenswert erscheinen, bleibt zu berücksichtigen, dass Laborexperimente und Tierversuche nicht ohne weiteres auf die Situation im krebskranken Menschen übertragen werden können. Ebenso beim PSA-Wert: Ein verlangsamter Anstieg kann als günstiger Einfluss des Granatapfels interpretiert werden. Die Veränderung eines Messwertes ist aber noch kein Beleg dafür, dass  Patienten mit Prostatakrebs von einer Granatapfel-Behandlung real profitieren. Um dies zu Belegen bräuchte es „härtere“ Kriterien, vor allem eine Verlängerung der Überlebenszeit.</p>
<p>Jutta Hübner weiter:</p>
<p>„Aufgrund des Phytoöstrogengehaltes ist der Einsatz von Granatapfelextrakten bei Patientinnen mit hormonsensitiven Tumoren nicht unproblematisch, da es zu einer Stimulation von Tumorzellen kommen könnte. Diese Vermutung wurde erst in einem Laborexperiment überprüft, das kein vermehrtes Wachstum von Tumoren zeigte. Trotzdem brauchen wir bei dieser wichtigen Frage erst weitere Untersuchungen, bevor wir die Einnahme von Extrakten als sicher einstufen können. Der gelegentliche Genuss eines Granatapfels ist sicherlich ungefährlich.“</p>
<p>Abschliessend schreibt Jutta Hübner zum Granatapfel:</p>
<p>„Zusammenfassend kann Granatapfel ein positiver Teil der gesunden Ernährung sein. Für die Einnahme eines Extraktes gibt es keine ausreichende Begründung. Bei Brustkrebs sind sogar negative Folgen nicht auszuschliessen; aber Granatapfelextrakt könnte günstig für eine Therapie bei Prostatakarzinomen sein.“</p>
<p>(Quelle: Jutta Hübner, Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co, Schattauer Verlag 2009, anschauen im <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html">Buchshop</a>)</p>
<p>Anzufügen wäre noch: Granatapfel gehört zu den Antioxidantien. Hochdosierte Antioxidantien können möglicherweise während Chemotherapie und Strahlentherapie die Wirkung der Behandlung beeinträchtigen. Daher gilt als Grundsatz: Keine hochdosierte Einnahme von Antioxidantien während Chemotherapie / Strahlentherapie ohne Information der behandelnden Onkologin, des behandelnden Onkologen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Komplementärmedizin: Gut, wenns wirkt?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/24/komplementarmedizin-gut-wenns-wirkt.html</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 17:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Diskussion um Komplementärmedizin und um die Kriterien für ihr Aufnahme in die Grundversicherung. Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie und Phytotherapie sollen in die Grundversicherung der Krankenkassen aufgenommen werden, Umstritten sind die Kriterien zur Bewertung der Wirksamkeit.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Komplementärmedizin: Gut, wenns wirkt“ berichtet die Sendung „Kontext“ auf Radio DRS 2 über das Thema „Komplementärmedizin und Placebo“.</p>
<p>Quelle: http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/top/kontext/5005.sh10168514.html</p>
<p>Ich habe mir den dazu publizierten Text auf der DRS2-Website genauer angeschaut.</p>
<p>„Kontext“ – eine Sendung, die ich sehr schätze – stellt darin wichtige Fragen, lässt meines Erachtens aber auch entscheidende Fragen weg.</p>
<p>Eingangs stellt „Kontext“ fest:</p>
<p><em>„Die Diskussion in der Schweiz rund um die Komplementärmedizin ist gross. Alternative Behandlungen wirkten nicht besser als ein Placebo, wird oft bestätigt. Was wäre denn so schlimm daran?“</em></p>
<p>Eine interessante Frage. „Kontext“ schlägt auch den Bogen zur aktuellen Auseinandersetzung um die Aufnahme der Komplementärmedizin-Verfahren in die Grundversicherung:</p>
<p><em>„Vielleicht sollte die Diskussion um Sinn und Unsinn von medizinischen Therapien auch in der Schweiz stärker auf den Nutzen für den Patienten fokussieren, Placebo-Kontrolle hin oder her. Anders wird sich der Zwist um die Vergütung und Bewertung komplementärmedizinischer Verfahren wohl nicht lösen lassen.“</em></p>
<p>Heisst das nun, dass der Zwist um die Vergütung von <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> sich lösen lässt, wenn auch der reine Placebo-Effekt bezahlt wird?</p>
<p>Schauen wir uns die Argumentation Schritt für Schritt an. Den Kontext-Text von der Radio-DRS-Website setze ich kursiv, anschliessend folgt jeweils mein Kommentar.</p>
<p><em>„&#8217;Wer heilt hat recht&#8217;, sagt der Volksmund. Doch was genau heisst «heilen»? Wie kann man wissen, ob ein Medikament, eine Therapie, ein medizinischer Eingriff tatsächlich wirkt &#8211; sei er nun schul- oder komplementärmedizinisch?“</em></p>
<p>Kommentar: Wichtiger Punkt. Wer heilt hat nur Recht, wenn er oder sie wirklich heilt und es nicht nur behauptet. Therapeutinnen und Therapeuten jeder Couleur neigen dazu, auch die Wirkung der Selbstheilungskräfte der eigenen Methode gut zu schreiben.</p>
<p><em>“In der wissenschaftlich begründeten Medizin, der so genannten «evidence based medicine», hat man dazu eine einfache Antwort gefunden: Das Medikament, die Therapie, der medizinische Eingriff muss in einer placebokontrollierten Studie getestet werden, muss also besser wirken als eine Scheinbehandlung, als ein Placebo.“</em></p>
<p>Kommentar: Das ist allerdings alles andere als eine einfache Antwort. Es gibt Studien unterschiedlicher Qualität und mit widersprüchlichen Ergebnissen. Im Bereich der Phytotherapie ist das gut ersichtlich bei Heilpflanzen wie Echinacea oder Ginkgo. Die „evidence based medicine“ wertet deshalb mehrere Studien zum gleichen Thema in Metastudien aus, und versucht daraus Schlussfolgerungen mit grösserer Plausibiliät zu ziehen. Und es gibt sogar widersprüchliche Ergebnisse bei Metastudien zum gleichen Thema. Einfache Antworten zur Wirksamkeit gibt es dagegen in der Komplementärmedizin zuhauf. So behauptet beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit, es beurteile die Wirksamkeit von Präparaten aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin nicht einzeln, wenn es um die Zulassung zur Grundversicherung geht, sondern in Arzneimittelgruppen. Wie das genau abläuft, kann das BAG aber nicht darlegen. Eine vollkommen intransparente Pseudowirksamkeitsprüfung. Wenn also jemand eine (allzu) „einfache Antwort“ auf die Frage nach der Wirksamkeit gefunden hat, dann das BAG beim Thema Komplementärmedizin. Die Wirksamkeit als Arzneimittelgruppe zu beurteilen, das ist einfach eine Verarschung und zudem wohl kaum konform mit den Anforderungen des Krankenversicherungsgesetzes.</p>
<p><em>„Bedeutet das zwangsläufig, dass die komplementärmedizinischen Verfahren wie Homöopathie, Akupunktur oder traditionelle chinesische Medizin wertlos sind? «Das mag zwar manchmal Sinn machen. Aus Labor- und klinischen Studien wissen wir aber auch, dass der Placebo-Effekt selber durchaus heilsam sein kann», sagt der Placebo-Spezialist Frank Miller vom National Institute of Health in den USA.“</em></p>
<p>Kommentar: Ja, keine Frage. Auch der Placebo-Effekt ist wertvoll. Das bestreitet aber wohl niemand im Ernst.</p>
<p><em>„In der Tat zeigen komplementärmedizinische Verfahren meist keine bessere Wirkung als Placebo. Zum Beispiel kam eine Studie, bei der Anwendung von Akupunktur gegen Kopfschmerzen untersucht wurde, zum Schluss, dass gegenüber der Schein-Akupunktur, bei der die Nadeln an beliebigen Orten in den Körper geführt werden, kein Wirkungsunterschied besteht. Aber: Akupunktur wirkte gegen Kopfschmerzen tendenziell besser als Medikamente, so Klaus Linde, Mediziner und Epidemiologe an der technischen Universität München und langjähriger Erforscher der Komplementärmedizin.“</em></p>
<p>Kommentar: Dazu ist vorerst einmal festzuhalten, dass Akupunktur schon bisher von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt wird. Darum kann es also nicht gehen.</p>
<p>Wenn Akupunktur gleich gut oder besser ist als Medikamente, dann soll Akupunktur bezahlt werden. Eigenartigerweise beruft sich „Kontext“ hier aber auf eine Vergleichsstudie, obwohl der Text sonst die Relevanz von Studien in Frage stellt.</p>
<p>Ich bin für klare, gerechte, transparente Regeln. Auf grund der Vergleichsstudie, aber auch wenn der Nutzen für den Patienten zum entscheidenden Kriterium wird, wie „Kontext“ das vorschlägt, dann muss Scheinakupunktur genauso bezahlt werden wie Akupunktur nach TCM-Lehre. Dann ist nicht einzusehen, weshalb man für teures Geld ein TCM-System mit Energiebahnen, Meridianen etc. lernen muss, wenn der Nutzen mit Scheinakupunktur genauso gross ist. Warum fordert niemand die Vergütung von Scheinakupunktur via Grundversicherung?</p>
<p>Nun zu den meines Erachtens entscheidenden Fragen, die „Kontext“ nicht stellt.</p>
<p>Wenn für die Aufnahme in die Grundversicherung das Kriterium „besser als Placebo“ fallen gelassen wird, und der „Nutzen für den Patienten“ zum Kriterium wird, stellen sich folgende Fragen bzw. Probleme:</p>
<p>1. Die Krankenkasse zahlt aus der Grundversicherung dann also auch den reinen Placeboeffekt. Für den Patienten ist dieser selbstverständlich fraglos wertvoll. Allerdings hat praktisch jede Heilmethode einen Placeboeffekt. Gerechterweise muss dann die Krankenkasse jede Methode zahlen.</p>
<p>2. Der „Nutzen für den Patienten“ ist ein nicht ganz einfach zu fassendes Phänomen. Wer den Nutzen als Kriterium propagiert, müsste auch klar darlegen, wie dieser Nutzen bestimmt werden soll. Mir hilft Pilates. Ich werde unter den Pilates-Übenden locker ein paar Tausend Leute finden, die den Nutzen dieser Bewegungsmethode bestätigen.  Im übrigen wäre es vor ein paar hundert Jahren auch ein leichtes gewesen, mit einer Umfrage den Nutzen der Aderlass-Methode darzulegen. Denn alle, die diese Intervention über sich ergehen liessen, waren von ihrem Nutzen wohl überzeugt. Für mich sehe ich keinen Nutzen in Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin, in Pilates aber schon. Wenn also der Nutzen als Kriterium entscheidet: Warum wollen mir Politikerinnen und Politiker vorschreiben, dass ich komplementär Homöopathie, Neuraltherapie, Traditionelle chinesische Medizin, Anthroposophische Medizin oder Phytotherapie (die gar nicht zur Komplementärmedizin gehört) via Grundversicherung nutzen darf, Pilates aber nicht?</p>
<p>3. Das Kriterium „Nutzen“ ist etwa ähnlich schwammig und nebulös wie das Kriterium „Alltagswirksamkeit“. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat angekündigt, sich vermehrt am Kriterium „Alltagswirksamkeit“ zu orientieren, nachdem das Kriterium „wirksamer als Placebo“ durch populistische Politikerinnen und Politiker unter Druck geraten ist.</p>
<p>Quelle: http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=32878</p>
<p>„Nutzen“ und „Alltagswirksamkeit“ sind Beliebigkeitskriterien. Zum Kriterium „Alltagswirksamkeit“ findet sich auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte (SGV) ein prägnantes Zitat:</p>
<p>„Im Sumpf methodischer Ungewissheiten pflegen seltsame Pflanzen Blüten zu treiben. In deren ästhetischer Hitliste darf zweifelsohne der neue Begriff der ‚Alltagswirksamkeit’ aus dem Hause BAG den ersten Platz beanspruchen. Abgesehen davon, dass er zu sarkastischen Fragen wie ‚Fallen Sonntage und allgemeine Feiertage auch unter den Begriff?’ oder ‚Sind Tage mit extremen klimatischen Bedingungen auch als Alltag einzustufen?’ provoziert, wird hier irreversibel der Abstieg des Diskurses in die massenmediale Blödelei vollzogen, wo sich nicht wenige Gesundheitspolitiker wohlig tummeln. Womit angedeutet ist, welcher faktische Schaden durch solches Nebelgranatenschiessen bewirkt werden kann.“</p>
<p>Quelle: http://www.vertrauensaerzte.ch/manual/chapter41.html</p>
<p>Das Kriterium „Nutzen“ scheint mir eine vergleichbare Nebelgranate wie „Alltagswirksamkeit“.</p>
<p>4. Der Placebo-Effekt ist wertvoll. Es gibt aber viele Krankheiten, bei denen ein Placebo-Effekt allein nicht reicht. Beispielsweise Krebs, Diabetes, AIDS, Borreliose, Parkinson, Malaria. Bei solchen Krankheiten ist es meines Erachtens entscheidend Medikamente zu finden, die besser wirken als Placebo. Und das geht nur durch den Vergleich mit Placebo. Dieser Aspekt geht leicht verloren, wenn man den „Kontext“-Text liest, der die positive Wirkung des Placebo-Effekts ins Zentrum stellt. Studien, in denen die Wirkung eines Heilmittels mit der Wirkung eines Placebos verglichen wird, werden von manchen Kreisen aus Komplementärmedizin und Alternativmedizin diffamiert, weil sie dadurch ihre Methoden und Überzeugungen bedroht sehen. Das ist ein Immunisierungsstrategie, die gegen Kritik schützen soll. „Kontext“ fährt meines Erachtens auf diesem „Diffamierungszug“ mit. Das halte ich für falsch, weil es kein besseres Mittel gibt für Fortschritte in der Medizin wie gut gemachte Doppelblind-Studien.</p>
<p>5. Wenn alle Heilmethoden und Heilmittel einen Placebo-Effekt enthalten: Was spricht dann dagegen, trotzdem für die Vergütung via Grundversicherung daran festzuhalten, dass ein Mittel besser wirken soll als Placebo? Es ist doch die Alternative: „Placebo“ oder „Placebo plus spezifische Wirkung“, die zur Wahl steht. Also warum nicht ein Mittel, das beides bietet? Weshalb plädiert „Kontext“ – wenn ich das richtig versteht – für die verstärkte Berücksichtigung von „Nur Placebo“ statt für „Placebo plus spezifische Wirkung“? Das würde meiner Ansicht nach nämlich bedeuten: Wenn Firma XY behauptet, ihr Heilmittel Z. wirke gegen Krebs, dann müsste die Grundversicherung Z. bezahlen, wenn Z. (wie jedes Mittel) einen Placebo-Effekt hat und (wie jedes Mittel, das einen Placebo-Effekt hat) einen Nutzen darlegen kann. Auf die Forderung nach einer Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus wird somit verzichtet.</p>
<p>Der Kern dieser fraglichen Punkte ist meines Erachtens:</p>
<p>Wer für die Abrechnung via Grundversicherung auf die Forderung verzichten will, dass ein Heilmittel oder eine Heilmethode zusätzlich zum Placebo-Effekt noch eine spezifische Wirkung hat, wer also auch nur den reinen Placebo-Effekt aus der Grundversicherung zahlen will, wenn ein „Nutzen“ gegeben ist, der muss sehr genau darlegen, was er oder sie genau unter „Nutzen“ versteht und wie dieser „Nutzen“ erfasst und bewertet wird. Denn weil jedes Heilmittel und jede Heilmethode einen Placebo-Effekt hat, hat auch jedes Heilmittel und jede Heilmethode einen Nutzen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Komplementärmedizin: Anmassende Ratschläge in Frage stellen!</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/23/komplementarmedizin-anmassende-ratschlage-in-frage-stellen.html</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 20:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Komplementärmedizin &#038; Alternativmedizin trifft man nicht selten auf anmassende Ratschläge gegenüber von Kranken. Solche Auswüchse sollten in Frage gestellt und kritisiert werden. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem durfte ich an den Tumortagen in Winterthur einen Workshop leiten über Heilpflanzen zur Linderung von Beschwerden, die durch Chemotherapie, Strahlentherapie oder durch die Krebserkrankung selber ausgelöst werden. Phytotherapie bietet hier interessante Möglichkeiten zum Beispiel gegen Übelkeit, Mundschleimhautentzündungen, Durchfall, Müdigkeit etc.</p>
<p>Am Schluss des Workshops kam eine Teilnehmerin zu mir und fragte, was ich von Schüssler-Salzen halte. Ihr Mann leide an Krebs und ihnen seien Schüssler-Salze dringend empfohlen worden.  Und als sie diese Empfehlung nicht aufgenommen hätten, sei eine Reaktion im Sinne von „selber schuld“ die Folge gewesen.</p>
<p>Ich behaupte ja nicht, dass diese meines Erachtens total arrogante Reaktion in der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> die Regel ist. Eine Ausnahme ist sie aber auch nicht. Mir begegnet sie nämlich immer wieder – bei Laien, Therapeutinnen und Therapeuten, in Ausbildungen etc.</p>
<p>Störend finde ich vor allem, dass hier Arroganz hinter einer hilfreichen, menschenfreundlichen Fassade daher kommt.</p>
<p>Mir scheint es sehr wichtig, dass solche Anmassungen in Komplementärmedizin und Alternativmedizin radikal in Frage gestellt und kritisiert werden.</p>
<p>P. S.:</p>
<p>Mehr Informationen zu den Schüssler-Salzen siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/26/schusslersalze-mineralwasser-wirksamer-gunstiger-zahnschonender.html"> Schüsslersalze: Mineralwasser wirksamer, günstiger, zahnschonender</a></p>
<p><a href="http://http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/27/schussler-salze-wirksam.html">Schüssler-Salze wirksam?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/12/das-scharlatan-o-meter.html">Das Scharlatan-O-Meter</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/22/schussler-salz-kalium-chloratum-d6-ein-wunderheiler.html   ">Schüssler-Salz Kalium chloratum D6 &#8211; ein Wunderheiler</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Soja: Keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 21:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Soja wirke nicht gegen Hitzewallungen und eigne sich auch nicht zur Prävention von Brustkrebs, erklärt die Toxikologin Helga Stopper von der Universität Würzburg. Bei den Heilpflanzen wird in der Phytotherapie die Traubensilberkerze gegen Hitzewallungen empfohlen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nahrungsergänzungsmittel mit Soja lindern dem gegenwärtigen Forschungsstand zufolge Hitzewallungen in den Wechseljahren nicht. Das erklärte die Toxikologin Prof. Helga Stopper von der Universität Würzburg.</p>
<p><span style="font-size: 13.3333px;">Wenn diese Soja-Produkte wirken, liege das meist an den positiven Erwartungen der Frau &#8211; dem Placebo-Effekt. Verstärkt werde dieser dadurch, dass die Hitzewallungen mit der Zeit von allein schwächer werden. Ebenfalls wissenschaftlich nicht belegt ist laut Helga Stopper die Annahme, dass Soja präventiv gegen Brustkrebs wirkt. Die Wissenschaftlerin äußerte sich zu diesem Thema auf einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Davos.</span></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.news.yahoo.com/26/20110211/thl-soja-lindert-hitzewallungen-nicht-b930478.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Leider wird aus dem Text nicht klar, auf welchen Fakten die Beurteilung basiert. Für die Wirksamkeit von Soja gegen Hitzewallungen waren die Belege allerdings schon bisher sehr schwach. In der Phytotherapie steht bei Hitzewallungen in den Wechseljahren die Traubensilberkerze im Vordergrund.</p>
<p>Die Frage, ob Soja-Konsum vorbeugend gegen Brustkebs wirken kann ist sehr komplex. Zwar ist in Japan offenbar das Brustkrebsrisiko tiefer als in Europa und diese Differenz wird gern mit dem höheren Sojakonsum in Japan erklärt. Doch gibt es zahlreiche andere Faktoren, die ebenfalls für diesen Unterschied verantwortlich sein könnten. Ausserdem gibt es Hinweise dafür, dass für eine vorbeugende Wirkung von Soja der Sojakonsum in der Kindheit und in der Jugend entscheidend sein könnte. Gut zusammengefasst wird dieses Phänomen hier:</p>
<p>„Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass die Brustkrebsrate bei Asiatinnen deutlich niedriger ist als bei Europäerinnen. Dieser Unterschied wird ebenfalls mit dem hohen Sojaverzehr in Verbindung gebracht. Aktuellen Untersuchungen zufolge ist eine hohe Aufnahme von Isoflavonen in der Kindheit und Jugend nötig, um einen protektiven Effekt zu erzielen. »Isoflavone fördern die Ausdifferenzierung des Brustgewebes in der Pubertät, und eine gut ausdifferenzierte Brust ist besser gegen Krebs geschützt«, erklärte die Referentin. Eine Einnahme nach der Pubertät scheint diesen Effekt nicht zu bewirken.“</p>
<p>Mit der erwähnten Referentin ist ebenfalls Helga Stopper gemeint.</p>
<p>Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=36879</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Algenpräparate: Schlechte Noten für Spirulina, Chlorella &amp; Co.</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/27/algenpraparate-schlechte-noten-fur-spirulina-chlorella-co.html</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 16:52:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nutzlos bis riskant - so bewertet die Stiftung Warentest Algenpräparate wie Spirulina, Chlorella &#038; Co.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Glaubt man der Werbung, sind Algenpräparate gesunde Vitalstoffpakete.</p>
<p>Auf Nahrungsergänzungsmittel aus Algen kann jedoch verzichtet werden. Teilweise sind sie  sogar gefährlich. Das schreibt die Stiftung Warentest. Bei einer Untersuchung hat sie in einigen Algenpräparaten gar Gifte gefunden, die Krebs auslösen können.</p>
<p>Wer die Nährungsergänzungsmittel den Herstellerempfehlungen gemäß verzehrt, nehme nur eine geringe Nährstoffmenge auf, stellt die Zeitschrift «test» fest. Außerdem sei ihr Nutzen nicht genügend durch klinische Studien belegt.</p>
<p>Drei der getesteten Algenpräparate enthalten riskante Substanzen, so genannte Microcystine. Diese Giftstoffe können Leber, Nieren und Gehirn schädigen. Ausserdem stuft sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als mögliche Krebsauslöser ein. Darum gelten selbst Spuren bei langfristiger Einnahme als gefährlich – vom Konsum dieser drei Produkte raten die Tester also ab.</p>
<p>Auch die anderen Algenpräparaate – Tabletten und Kapseln mit den Süßwasseralgen Chlorella und Spirulina – sind nach Beurteilung der Stiftung Warentest meist „wenig geeignet“ um die auf der Packung geweckten Erwartungen zu erfüllen.</p>
<p>Besser als Algen-Nahrungsergänzungen sei eine abwechslungsreiche Ernährung, hält die Stiftung Warentest fest. Kalzium erhält der Organismus durch Milchprodukte, wertvolle Fettsäuren durch fetten Seefisch, Eisen durch mageres Fleisch. Auch viel Obst, Gemüse, Kartoffeln und Vollkornprodukte sollten zum Speiseplan gehören.</p>
<p>Getestete Algenpräparate:</p>
<p>Alsiroyal Bio-Spirulina Mikroalgen, Bluegreen Chlorella, Dr. Dünner Bio-Spirulina, Mikro-Algen-Tabletten, greenvalley Chlorella, greenvalley Spirulina, GSE Afa-Alge, Hannes Pharma Blue Green Alge, Ivarsson´s Hawaiian Spirulina, Sanatur Spirulina, Wilco Blaugrüne Afa-Algen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.news.yahoo.com/26/20110127/thl-nutzen-von-algen-nahrungsergnzung-fr-b930478.html</p>
<p>www.test.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Stiftung Warentest bringt den Algen-Test unter der Schlagzeile:</p>
<p>„Algenpräparate – die grüne Gefahr“.</p>
<p>Das scheint mir etwas gar reisserisch. Aber grundsätzlich ist diese vernichtende Kritik meines Erachtens schon berechtigt.</p>
<p>Die Propagandisten von Spirulina, Chlorella &amp; Co. versprechen sehr viel und erwecken manchmal fast den Eindruck, dass von diesen Algenpräparaten die Rettung der Welt abhängt. Einen ähnlichen Missionarismus gibt es rund um Aloe vera. Solche Heilsbringer befriedigen offensichtlich die Bedürfnisse vieler Menschen.</p>
<p>Während bei Aloe vera immerhin noch ein konkreter Nutzen zur Förderung der Wundheilung plausibel ist, bleibt der Nutzen bei den Algenpräparaten immer noch im Nebel. Zu vermuten ist allerdings, dass so hoch mit Gesundheitserwartungen aufgeladene Produkte wie Aloe vera, Spirulina, Chlorella &amp; Co. das schlechte Gewissen beruhigen. Schliesslich wird uns ja ständig eingeredet, dass wir zuwenig für unsere Gesundheit tun. Da hilft eine mit Gesundheitserwartungen aufgeladene Tablette ziemlich sicher, auch wenn dies nicht in Doppelblindstudien nachgewiesen ist.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Fundierte Informationen über Krebserkrankungen für Patientinnen und Patienten</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/14/fundierte-informationen-uber-krebserkrankungen-fur-patientinnen-und-patienten.html</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 13:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Broschüren der Deutschen Krebshilfe bieten fundierte Informationen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie zahlreicher Krebsarten, aber auch zu Themen wie Krebs und Kinderwunsch, Ernährung und Krebs, Sport und Krebs etc.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Krebshilfe stellt zu vielen Tumorarten seriöse und zugleich verständlich geschriebene Broschüren zur Verfügung. Betroffene aus der Schweiz können die Informationen kostenlos  als PDF herunterladen.</p>
<p>Die Ratgeber informieren über verschiedene Krebsarten, deren Früherkennung, Diagnose und Therapie sowie über die Nachsorge. Darüber hinaus werden übergreifende Themen erklärt, wie Wege zu Sozialleistungen (auf Deutschland bezogen) und Hilfen für Angehörige.</p>
<p>Folgende PDFs sind vorhanden:</p>
<h3><strong>- Ihr Krebsrisiko</strong></h3>
<h3><strong>- Brustkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Krebs im Kindesalter</strong></h3>
<h3><strong>- Hautkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Darmkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Magenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Gehirntumoren</strong></h3>
<h3><strong>- Schilddrüsenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Lungenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Rachenkrebs und Kehlkopfkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Mundkrebs, Kieferkrebs, Gesichtskrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Speiseröhrenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Bauchspeicheldrüsenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Leberkrebs, Gallenwegskrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Hodenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Prostatakrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Blasenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Nierenkrebs</strong></h3>
<h3><strong>- Leukämie</strong></h3>
<h3><strong>- Hodgkin Lymphom</strong></h3>
<h3><strong>- Plasmozytom / Multiples Myelom</strong></h3>
<h3><strong>- Wegweiser zu Sozialleistungen (auf Deutschland bezogen)</strong></h3>
<h3><strong>- Krebs-Wörterbuch (Fachwörter aus der Onkologie erklärt)</strong></h3>
<h3><strong>- Hilfen für Angehörige</strong></h3>
<h3><strong>- Patienten und Ärzte als Partner</strong></h3>
<h3><strong>- TEAMWORK – Arzt-Exemplar (für Ärztinnen und Ärzte)</strong></h3>
<h3><strong>- Ernährung bei Krebs</strong></h3>
<h3><strong>- Bewegung und Sport bei Krebs</strong></h3>
<h3><strong>- Kinderwunsch und Krebs</strong></h3>
<h3><strong>- Krebsschmerzen wirksam bekämpfen</strong></h3>
<h3><strong>- Fatigue – Chronische Müdigkeit bei Krebs</strong></h3>
<h3><strong>- Strahlentherapie</strong></h3>
<h3><strong>- Palliativmedizin</strong></h3>
<h3><strong>- Klinische Studien</strong></h3>
<h3><strong> </strong></h3>
<p>Download:<a href=" http://www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html  "> http://www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Phytotherapie hat im Kernbereich der Onkologie – wenn es um die Bekämpfung des Krebses oder von Metastasen geht – keine Bedeutung.</p>
<p>Phytotherapie kann aber viele Beschwerden lindern, die als Folge der Krebserkrankung oder als Folge der Krebstherapie auftreten, zum Beispiel Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schleimhautentzündungen im Mundraum, Verstopfung, Durchfall.</p>
<p>Manchmal geht es aber nicht in erster Linie darum, Heilpflanzen oder sonstige Naturheilmittel zu empfehlen.</p>
<p>Etwas von wichtigsten für Krebspatientinnen und Krebspatienten sowie für Angehörige ist fundierte und gut verständliche Information. Deshalb weise ich gerne auf dieses sehr umfangreiche Download-Angebot der Deutschen Krebshilfe hin.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Resveratrol aus Weintrauben als Diabestes-Heilmittel?</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 13:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resveratrol ist eine intensiv erforschte Substanz aus Weintrauben. Forschungen aus Texas deuten auf eine günstige Wirkung bei Diabetes hin.Noch bleiben aber viele Fragen offen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über günstige Wirkungen von Resveratrol, einer Substanz aus Weintrauben, wurde schon häufig berichtet. Wissenschaftler des Barshop Institute of Longevity and Aging Studies der Universität von Texas konnten jetzt zeigen, das Resveratrol die Expression von Adiponektin anregt.</p>
<p>Dieses Hormon habe eine Reihe positiver Effekte auf medizinische Komplikationen, die mit Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit, starkes Übergewicht) verbunden sind, teilt die Universität mit.</p>
<p>Sowohl Adiponektin als auch Resveratrol spielten eine Rolle gegen Übergewicht und gegen Insulinresistenz, heisst es in der Mitteilung. Zudem hätten die beiden Substanzen auch Anti-Aging-Eigenschaften.</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/635669/kommt-diabetes-arznei-weintrauben.html?sh=10&amp;h=826480834</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Resveratrol ist eine interessante Substanz, die intensiv erforscht wird. Allerdings tritt dabei ein Phänomen auf, das häufig im Bereich der Forschung anzutreffen ist. Je mehr man über Resveratrol weiss, desto mehr neue Fragen treten auf. Wozu Resveratrol wirklich nützlich ist, wird dabei nicht so einfach klarer.</p>
<p>Hier ein paar Infos zu Resveratrol aus Wikipedia:</p>
<p>Was ist Resveratrol, wann und wo wurde es entdeckt:</p>
<p>„Resveratrol ist ein Phytoalexin mit antioxidativen Eigenschaften, das zu den Polyphenolen zählt. 1963 wurde die Verbindung erstmals aus dem Japanischen Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum) isoliert und identifiziert. 1976 gelang der Nachweis in Weinbeeren.“</p>
<p>Physikalische und chemische Eigenschaften von Resveratrol:</p>
<p>„Resveratrol ist ein in Alkohol und Ölen gut und in Wasser gering löslicher weißer Feststoff. Chemisch gesehen ist Resveratrol ein Stilbenoid, ein Derivat des Stilben. In Pflanzen wird es unter der katalytischen Einwirkung des Enzyms Stilbensynthase produziert.</p>
<p>Resveratrol kommt als trans- und cis-Isomer vor. Die trans-Form kann unter Einwirkung von UV-Strahlung in die cis-Form umgewandelt werden. trans-Resveratrol ist die stabilere Form der beiden Isomeren. In der Haut von Trauben beziehungsweise von Trester übersteht Resveratrol den Gärungsprozess und lange Lagerzeiten.“</p>
<p>Vorkommen von Resveratrol:</p>
<p>„Resveratrol findet sich in einer Anzahl von Pflanzen beziehungsweise pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen, Erdnüssen, und im Japanischen Staudenknöterich. Im Rahmen eines Screening-Programms des National Cancer Institute, bei dem mehrere tausend Pflanzen auf antikarzinogene Inhaltsstoffe untersucht wurden, hat man Resveratrol in 72 Pflanzenarten gefunden. Besonders vorherrschend ist es in der Haut von roten Weintrauben. In frischem weißen Traubensaft hat man bis zu 200 µg/l, in frischem roten bis zu 1100 µg/l der Substanz nachweisen können. In Rotwein ist die Konzentration wesentlich höher und liegt bei etwa 30 bis 50 mg/l. Weißwein und Rosé enthalten niedrigere Konzentrationen an Resveratrol.</p>
<p>In seiner Funktion als Phytoalexin schützt es Pflanzen in feuchten Perioden vor Parasiten und Pilzinfektionen. So wird es von den Rebstöcken hauptsächlich in den Blättern und Beerenschalen bei Befall durch falschen Mehltau oder Botrytis gebildet. Stress, wie beispielsweise ultraviolettes Licht, führt ebenfalls zu erhöhter Resveratrolbildung.</p>
<p>In der Natur existieren beide Isomere der Substanz – wobei die trans-Form weitaus häufiger vorkommt – sowie die abgeleiteten Glucoside, die auch als Piceide bezeichnet werden.“</p>
<p>Wirkung von Resveratrol:</p>
<p>In-vitro-Studien haben Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen erbracht. Versuche am lebenden Organismus stehen jedoch noch aus. Andere Studien haben positive Effekte der Substanz bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Alzheimer-Krankheit, Arthritis und manchen Autoimmunkrankheiten zeigen können.</p>
<p>- Resveratrol fördert, genauso wie eine kalorienarme Ernährung (Kalorienrestriktion), die Expression der Sirtuin-Gene wie Sir2. Dadurch wurde bei verschiedenen Versuchstieren eine lebensverlängernde Wirkung beobachtet.</p>
<p>- In einer Tierversuchsstudie bekamen Mäuse eine besonders fettreiche Diät. Die gleichzeitige Gabe von Resveratrol verringerte dabei deutlich die Gewichtszunahme. Unter besonders hohen Resveratrol-Dosen konnte eine Verdoppelung der Ausdauerleistung beobachtet werden.</p>
<p>- Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen, indem es hemmend auf ein Protein einwirkt, welches für das Überleben von Krebszellen entscheidend ist. Dieses als NF-κB (Nukleärer Faktor kappa B) bezeichnete Schlüsselprotein findet sich in den Kernen aller Zellen. Dort ist es verantwortlich für die Aktivierung von Genen, die für das Überleben der Zellen verantwortlich sind. Resveratrol wirkt so auf NF-kB ein, dass dieses seine überlebensfördernde Wirkung nicht mehr entfalten kann. Dies wiederum leitet bei den betroffenen Krebszellen die Apoptose, d. h. Selbstzerstörung ein. Forscher hoffen, dass der Einsatz von NF-kB-Inhibitoren wie Resveratrol die Wirksamkeit bereits etablierter Therapieansätze gegen Krebs deutlich steigern kann. Allerdings könnte die Wasserunlöslichkeit von Resveratrol noch ein Problem darstellen: Möglicherweise kann es vom Körper nicht in ausreichender Menge resorbiert werden und so seine Wirkung gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ausreichend entfalten.</p>
<p>- Die Aktivierung von NF-kB spielt auch im Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose eine Rolle. NF-kB-Inhibitoren könnten deshalb auch hier in Zukunft eine therapeutische Option darstellen.</p>
<p>- Resveratrol hat eine neuroprotektive Wirkung beim Glaukom. Ein erhöhter Augeninnendruck erhöht den oxidativen Stress an der Netzhaut und Trabekelmaschenwerk. Dieser führt zu erhöhten Entzündungsmarkern wie Interleukin-1α, Interleukin-6, Interleukin-8 und zur schnelleren Zellalterung durch oxidative Spezies wie Lipofuscin in den Zellen des Trabekelmaschenwerkes und des Sehnerves. Resveratrol verringert die Expression dieser Stoffe und wirkt daher antioxidativ und antiapoptotisch im Trabekelmaschenwerk und in den Neuronen des Sehnerves.“</p>
<p>Quelle: Wikipedia</p>
<p>Zwei Schlussbemerkungen:</p>
<p>- Wie so oft gibt es zur Wirkung von Resveratrol viele interessante Laborergebnisse, die aber nicht so einfach auf den Menschen übertragen werden können, beispielsweise weil die Resobierbarkeit von Resveratrol aus dem Verdauungstrakt offenbar sehr eingeschränkt ist.</p>
<p>- Die Universität von Texas schreibt dem Resveratrol Anti-Aging-Eigenschaften zu. Anti-Aging ist meines Erachtens ein fragwürdiger Wischi-Waschi-Begriff. Es gibt Substanzen – auch aus Heilpflanzen – die bestimmte Strukturen oder Funktionen im menschlichen Organismus günstig beeinflussen. Zum Beispiel im Herz-Kreislauf-Bereich. Wenn darüber etwas konkret bekannt ist, dann lassen sich die Ansatzpunkte auch konkret benennen. Im Gegensatz dazu bringt der Begriff Anti-Aging keine konkrete Information. Das Älterwerden selbst lässt sich ja nicht real verhindern. Darum transportiert der Begriff Anti-Aging vor allem ein (unerfüllbares) Versprechen.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/03/resveratrol-aus-rotwein-als-entzuendungshemmer.html  ">Resveratrol aus Rotwein als Entzündungshemmer</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15</a></p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  "> </a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Fördert Cannabis-Konsum Infektionen und Krebs?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/10/fordert-cannabis-konsum-infektionen-und-krebs.html</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 23:26:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cannabis fördert myeloische Suppressorzellen, was möglicherweise das Risiko für Infektionen und Krebs steigern könnte.

Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Konsum von Cannabis beim Rauchen von Marihuana schwäche das Immunsystem deutlich und mache damit das Auftreten von bestimmten Infektionen und Krebsarten wahrscheinlicher. Das fanden Forscher der University of South Carolina heraus und veröffentlichten die Studie im European Journal of Immunology (doi: 10.1002/eji.201040667).</p>
<p>Verantwortlich dafür ist ein spezieller Typ von Abwehrzellen, die sogenannten myeloischen Suppressorzellen. Deren Aktivität wird bei Cannabis-Konsumenten gefördert, was das Immunsystem schwächt.</p>
<p>Im Gegensatz zu den meisten myeloischen Zellen des Körpers unterdrücken diese Suppressorzellen als unreife Zellen das Abwehrsystem unseres Organismus. Wissenschaftler wissen bereits, dass eine verstärkte Aktivität dieser Zellen bei an Krebs erkrankten Menschen zu beobachten ist.</p>
<p>Erst-Autor Prakash Nargakatti und seine Kollegen haben nun mit ihren Experimenten zeigen können, dass Cannabinoide über ihre Wirkung an cannabinoiden Rezeptoren die Anzahl und Aktivität der myeloischen Suppressorzellen triggern.</p>
<p>Cannabinoide, wie das bekannte Marihuana mit dem Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol, sind eine der weltweit am weitesten verbreiteten und konsumierten Drogen. Das Wissen um die möglichen Gesundheitsrisiken des Rauschmittels sei durch ihre Erkenntnisse nun entscheidend erweitert worden, erklären die Autoren. Allerdings hätten die Cannabinoide auch positive Effekte. Die immunsuppressive Wirkung der Cannabinoide könne in bestimmten Fällen auch erwünscht und in zahlreichen klinischen Fällen nützlich sein.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/43699/Cannabis-Konsum_foerdert_Infektionen_und_Krebs.htm</p>
<p>http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/eji.201040667/abstract;jsessionid=D216FB494E7DD3884D195AAF707D9114.d01t02?systemMessage=There+will+be+a+release+of+Wiley+Online+Library+scheduled+for+Saturday+27th+November+2010.+Access+to+the+website+will+be+disrupted+as+follows%3A+New+York+0630+EDT+to+0830+EDT%3B+London+1130+GMT+to+1330+GMT%3B+Singapore+1930+SGT+to+2130+SGT</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Cannabis ist ein wichtiges Heilmittel, zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Chemotherapien. Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/04/us-studie-hasch-wirksam-gegen-spastik-bei-multipler-sklerose.html"> US-Studie: Hasch wirksam gegen Spastik bei Multiper Sklerose</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/06/cannabis-extrakt-hilft-multiple-sklerose-kranken.html  ">Cannabis-Extrakt hilft Multiple-Sklerose-Kranken</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/16/cannabis-als-heilpflanze-es-tut-sich-was.html  "> Cannabis als Heilpflanze &#8211; es tut sich was</a></p>
<p>Es ist aber auch wichtig, allfällige Risiken von Cannabis im Auge zu behalten.</p>
<p>Zum Beispiel:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/29/cannabis-psychose-risiko-nicht-unterschatzen.html">Cannabis: Psychose-Risiko nicht unterschätzen</a></p>
<p>Die Studie von Prakash Nargakatti belegt natürlich nicht, dass Cannabis-Konsum Infektionen und Krebserkrankungen tatsächlich fördert. Sie gibt nur Hinweise, auf welchem Weg solches geschehen könnte.</p>
<p>Die Möglichkeit einer Immunsuppression durch Cannabis wirft jedenfalls ernsthafte Fragen auf, die geklärt werden sollten.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Grüntee oder Schwarztee?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/21/gruntee-oder-schwarztee.html</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 18:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grüntee wird intensiver untersucht, insbesondere EGCG, doch Schwarztee ist wohl genauso wertvoll. Jedenfalls enthalten Grüntee und Schwarztee antioxidative Polyphenole in vergleichbarer Menge.
Schwarztee gehört zu den bewährten Heilpflanzen gegen Durchfall.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte vor kurzem einen Artikel über die Unterschiede zwischen Kräutertee, Früchtetee, Schwarztee, und Grüntee:</p>
<p>Hier ein interesantes Zitat daraus:</p>
<p>„Im Gegensatz zu Früchte- und Kräutertee ist ‚echter’ Tee ‚ein Genussmittel und somit für den täglichen Bedarf geeignet’, informiert Masselter. Grüner Tee gilt seit Jahren als Gesundheitsquelle und Jungbrunnen. Dass er als gesünder sein soll als schwarzer Tee, liege aber hauptsächlich ‚an der schiefen Datenlage’, klärt Marlies Gruber auf. Das Epigallocatechingallat im grünen Tee rücke deshalb öfter ins Rampenlicht weil es das am besten untersuchte Tee-Polyphenol ist. Gruber: ‚Sowohl Grün- als auch Schwarztee enthalten antioxidative Polyphenole in nahezu gleicher Menge.’</p>
<p>Laut Gruber geben Studien an Zellkulturen, Tierversuche, klinische sowie epidemiologische Studien deutliche Hinweise darauf, dass sie das Risiko für und den Krankheitsverlauf von einigen chronischen Erkrankungen, besonders Herz-/ Kreislauferkrankungen und Krebs, positiv beeinflussen können. Grüntee wegen der Katechine, Schwarztee durch die enthaltenen Theaflavine und Thearubigine.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at/1291455115400/Tea-Time-Kraeutertees-sind-keine-Alltagsgetraenke</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>1. Zu den zitierten Personen:</p>
<p>Sonja Masselter ist Leiterin des Institutes für Lebensmitteluntersuchung Innsbruck der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)</p>
<p>Marlies Gruber ist wissenschaftliche Leiterin vom Forum Ernährung Heute.</p>
<p>2. Grüntee wird tatsächlich viel intensiver untersucht (und vermarktet) – vor allem der erwähnte Inhaltsstoff  Epigallocatechingallat (EGCG). Grüntee und Schwarztee unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe, doch ist im Grossen und Ganzen ihr Gehalt an antioxidativen Polyphenolen vergleichbar. Zu den Polyphenolen gehören auch die Gerbstoffe, welche dem Schwarztee seine Wirksamkeit gegen Durchfall verleihen. Ob sich Grüntee und Schwarztee in ihrem Gehalt an gerbenden und daher stopfenden Polyphenolen (Gerbstoffen) wesentlich unterscheiden, darüber habe ich bisher noch keine verlässlichen Angaben gesehen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Forschung: Curcumin gegen Alzheimer &amp; Krebs</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/14/forschung-curcumin-gegen-alzheimer-krebs.html</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 17:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Curcumin wirkt im Labor gegen Krebszellen, wird jedoch nur in kleinsten Mengen in den Organismus aufgenommen. Ein Forschungsprojekt sucht nach Möglichkeiten, die Aufnahme zu verbessern und damit günstige Effekte gegen Alzheimer und Krebs nutzbar zu machen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurkuma: Die Inder schwören auf das gelbe Gewürz und schreiben ihm heilende Kräfte zu. Kurkuma soll vor Krebs schützen und auch dafür sorgen, dass die Alzheimer-Krankheit in Indien weniger verbreitet ist. Wie sich seine Wirkung noch optimieren lässt, das untersucht Dr. Jan Frank von der Universität Hohenheim in Kooperation mit vier weiteren Forschern und fünf Industriepartnern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Verbundforschung mit rund 1,5 Mio. Euro.</p>
<p>Sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Farbe, den Geschmack und den Duft einer Pflanze sorgen, machen sie für den Menschen erst ansehnlich und schmackhaft. Sie sind aber nicht das Wichtigste für uns Menschen. Denn pflanzliche Nahrung liefert dem Körper in erster Linie Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine. Im Gegensatz zu diesen primären Stoffen nimmt unser Organismus sekundäre Pflanzenstoffe nur zu einem kleinen Teil auf und scheidet sie rasch wieder aus.</p>
<p>Nicht selten haben jedoch gerade diese Substanzen &#8211; neudeutsch Nutraceuticals &#8211; eine gesundheitsfördernde Wirkung. &#8220;Der Organismus erkennt sie aber als körperfremd und versucht sie gleich wieder loszuwerden&#8221;, erläutert Dr. Jan Frank vom Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim. &#8220;Daher arbeiten wir an Strategien, wie wir den Körper überlisten können, damit er die Stoffe stärker aufnimmt oder weniger schnell wieder ausscheidet.&#8221;</p>
<p>Das Kurkuma-Gewürz ist ein wichtiger Bestandteil von Curry-Mischungen. Ihm werden gleich fünf gesunde Wirkungen zugeschrieben: Es reduziert den Cholesterinspiegel, wirkt antioxidativ und ist gut gegen Entzündungen. Außerdem soll Kurkuma Krebserkrankungen hemmen. Und weil es altersbedingte Veränderungen im Gehirn verlangsamt, könnte es das Risiko vermindern, an Alzheimer zu erkranken.</p>
<p>Genau diese Eigenschaften des Curcumins (gelber Farbstoff aus dem Kurkuma-Gewürz) überprüfen Dr. Frank und vier Forscher zusammen mit fünf Industriepartnern. Das Thema &#8220;Gesundes Altern und Prävention altersabhängiger Demenzen&#8221; untersucht PD Dr. Gunter Eckert von der Universität Frankfurt und die Professoren Gerald Rimbach und Tilman Grune an den Universitäten Kiel und Jena.</p>
<p>Dr. Eckert erforscht, inwiefern sich durch Curcumin altersbedingte Veränderungen von Gehirnzellen bremsen lassen. Prof. Dr. Rimbach bearbeitet die Frage, ob die schützende Wirkung des Curcumins von der persönlichen genetischen Ausstattung abhängig ist. Prof. Dr. Grune untersucht, wie Fresszellen im Gehirn durch Curcumin aktiviert werden und an der Beseitigung von beschädigten Zellbestandteilen mitwirken können. Den vierten Wissenschaftler, Dr. Jakob Weißenberger von der Uniklinik Frankfurt, beschäftigt die Frage, wie Curcumin das Wachstum von Gehirntumoren vermindert.</p>
<p>Dr. Frank untersucht die Transportwege in den Organismus hinein. Die Frage sei,  wie wir wertvolle Nutraceuticals in den Organismus bringen und dafür sorgen können, dass sie dort lange genug verbleiben, um sich günstig auf die Gesundheit auszuwirken. Curcumin ist dabei die Modellsubstanz, denn es ist für seine geringe Bioverfügbarkeit bekannt. Bei Menschen, sagt Dr. Frank, fand man selbst nach der Einnahme von 12 Gramm Curcumin in Kapselform keine messbaren Mengen des Stoffes im Blut.</p>
<p>Dr. Frank koordiniert das Gesamtprojekt und verfolgt zwei grundlegende Strategien: Tarnen oder Ablenken. Beim Tarnen werden die Nutraceuticals verpackt. Dabei werden zwei Verpackungsmethoden erforscht: mit Mizellen und Mikrosinaten.</p>
<p>Mizellen befinden sich im Darm und dienen als Transportvehikel für die Aufnahme fettlöslicher Nährstoffe. Deren Funktion lassen sich mit künstlichen, sogenannten Produktmizellen imitieren.</p>
<p>Die andere Verpackungsmethode, Mikrosinate, sind poröse Trägerstoffe. Werden Nutraceuticals auf sie aufgebracht, steigert das ihre Löslichkeit und sie gelangen leichter in den Organismus.</p>
<p>Bei der zweiten Strategie geht es um Ablenkung: Dem Körper werden andere Stoffe angeboten, die er verstoffwechseln muss. Er wird quasi mit anderen Stoffen beschäftigt, was den Abbau und die Ausscheidung der Zielsubstanz Curcumin hemmen soll.</p>
<p>Forschungsziel: Nahrung mit Gesundheitswirkung</p>
<p>Die neuen Trägersysteme sollen im Verlauf des Projektes noch entwickelt werden. Führen sie zu einer verbesserten Bioverfügbarkeit der enthaltenen Wirkstoffe, sollen sie schließlich in Getränken, Fruchtsmoothies und Backwaren zur Anwendung kommen.</p>
<p>Ziel des Projektes ist es, Nahrung mit Mehrwert zu produzieren &#8211; funktionelle Lebensmittel mit einem zusätzlichen Gesundheitsnutzen für Konsumentinnen und Konsumenten. Bis zur Marktreife solcher funktionellen Lebensmittel ist aber noch viel Arbeit nötig. Zu testen ist noch, ob die Bioverfügbarkeit von Nutraceuticals bei jungen und alten Menschen, aber auch zwischen Männern und Frauen unterschiedlich ist. Die optimierte Wirkung der neuen funktionellen Lebensmittel im Vergleich zu herkömmlichen Curcumin-haltigen Lebensmitteln soll in einer Humanstudie untersucht werden.</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=32438</p>
<p>Zum Projekt: http://www.nutrition-research.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Curcumin ist ein sehr interessanter Naturstoff aus der Gelbwurzel (Kurkuma, Curcuma domestica) und der Javanischen Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza). Curcumin wird intensiv erforscht und zeigt im Labor Effekte gegen Krebszellen. Seither wird Curcumin als Wundermittel gegen Krebs propagiert und vermarktet. Dabei wird aber wie so oft ausgeblendet, dass Wirkungen aus dem Labor nicht einfach auf einen lebendigen Organismus übertragen werden können. Von Curcumin ist jedenfalls schon lange bekannt, dass es nur in geringen Mengen in den Körper aufgenommen wird. Das bestätigt Dr. Frank mit der Angabe, dass auch nach der Einnahme von 12 g Curcumin keine messbare Menge der Substanz im Blut gefunden wurde.</p>
<p>Ich weiss noch nicht so recht, was ich von dem Projekt halten soll, Curcumin in einer besser resorbierbaren Form Lebensmitteln beizumischen. Vielleicht hat der Organismus ja auch gute „Gründe“ dafür, dass er die Substanz nicht aufnimmt.</p>
<p>Und ausserdem bin ich ziemlich skeptisch, wenn Lebensmittel allzu penetrant mit Gesundheit und Heilungsversprechungen aufgeladen werden.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href=" http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/15/kurkuma-als-leberschutz-untersucht.html  ">Kurkuma als Leberschutz untersucht</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/27/curcumin-aus-gelbwurz-antibiotikum-und-schutzfaktor-gegen-darmkrebs.html">Curcumin aus Gelbwurz: Antibiotikum und Schutzfaktor gegen Darmkrebs?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/31/curcumin-curry-inhaltsstoff-zeigt-antikrebswirkung-im-labortest.html">Curcumin: Curry-Inhaltsstoff zeigt Antikrebswirkung im Labortest</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/07/16/curcumin-gegen-krebs.html">Curcumin gegen Krebs?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/28/komplementarmedizin-wer-heilt-hat-recht.html</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 12:34:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zahlreiche Täuschungsquellen legen Vorsicht bei der Beurteilung von Heilverfahren nahe - auch in Komplementärmedizin und Naturheilkunde.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Wer heilt hat Recht!“ – Dieses Schlagwort beendet oft jede Diskussion, wenn es um Methoden der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> geht. Der Satz wird als ultimatives Killerargument eingesetzt, welches jede weitere Auseinandersetzung zu erübrigen scheint. Der Satz ist perfid, weil er auf den ersten Blick und als Ganzes betrachtet kaum zu widerlegen ist. Natürlich spricht viel dafür, dass wer heilt auch Recht hat. Fragwürdig ist allerdings der erste Teil des Satzes – „wer heilt“. Hier wird nämlich von den Verwendern dieses Satzes in aller Regel sehr vorschnell festgelegt, wer oder was heilt.</p>
<p>Ähnliches geschieht bei den häufig zu hörenden anekdotischen Heilungsberichten, wenn beispielsweise jemand sagt, dass ein bestimmtes Heilverfahren “bei mir wirklich wirkt”. Diese Personen verstehen nicht, dass sie keinen Grund haben zu behaupten, dass es “wirkt”. Alles was sie sagen können ist, dass sie nach der Behandlung eine Besserung festgestellt haben. Das kann eine echte Wirkung anzeigen. Genauso gut kann es sich aber auch eine ungenaue Beobachtung handeln. Oder um einen “post hoc ergo propter hoc” Fehler, die falsche Annahme, dass zeitliche Nähe einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bedingt.</p>
<p>Wir sehen einen Patienten, dem es nach der Behandlung besser geht – und wir interpretieren, dass die Behandlung die Besserung verursacht hat. Diese Interpretation kann richtig sein kann, doch sehr oft wird es sich dabei um eine Fehlinterpretation handeln, um eine falsche Zuordnung.</p>
<p>Denn wir täuschen uns oft. Die Medizingeschichte ist voll von Fehlinterpretationen, die sich über Jahrhunderte gehalten haben, wie zum Beispiel der Aderlass. Mag schon sein, dass wir heute mehr wissen, doch unsere gegenwärtigen Fehlinterpretationen sind einfach noch nicht bekannt.</p>
<p>Wie können sich Menschen so irren? Sie? Ich? Generationen von Ärzten und HeilerInnen aller Art? Wie konnten sie glauben, dass etwas heilt,  wenn es ihnen in Wirklichkeit vielleicht sogar mehr schadet als nützt?</p>
<p>Es gibt zahlreiche Gründe, die uns zu Fehlinterpretationen verleiten und an Behandlungen glauben lassen, die eigentlich unwirksam sind.</p>
<p><strong>1. Natürlicher Krankheitsverlauf.</strong></p>
<p>Zahlreiche Krankheiten sind selbst-limitierend; Die körpereigenen Selbstheilungskräfte stellen nach einer gewissen Zeit die Gesundheit wieder her. Ein Schnupfen verschwindet nach einer Woche von alleine. Um beurteilen zu können, ob eine Schnupfenmedizin wirkt, muss man Erfolge und Fehlschläge bei einer großen Zahl von Patienten aufzeichnen, um herauszufinden ob sie mit dem Mittel schneller wieder gesund werden als ohne.</p>
<p><strong>2. Viele Krankheiten verlaufen zyklisch.</strong></p>
<p>Die Symptome jeder Krankheit verändern sich mit der Zeit. Uns allen ist wohl bekannt, dass Menschen mit Arthritis gute und schlechte Tage erleben. Die Schmerzen verschlimmern sich eine Zeit lan, dann werden sie wieder besser. Wenn Sie ein Heilmittel einnehmen, wenn die Schmerzen stark sind, wären sie vermutlich sowieso bald besser geworden. Doch wir neigen in solchen Fällen dazu, die Besserung dem Heilmittel zuzuschreiben, obwohl es damit nichts zu tun hat.<br />
<strong> 3. Alle Menschen sind beeinflussbar.</strong></p>
<p>Sagt man jemandem, etwas tut weh, dann tut es vermutlich auch weh. Sagt man jemandem, etwas macht es besser, dann wird es das wohl auch tun. Das wissen wir und deshalb pusten wir die Schrammen und blauen Flecke unserer Kinder. Alles was uns von unseren Symptomen ablenkt wird uns vermutlich helfen. In wissenschaftlichen Studien, die eine echte Therapie mit einem Placebo vergleichen, sagen im Schnitt 35% der Leute, dass es ihnen nach dem Placebo besser geht. Die echte Therapie muss mehr leisten, wenn wir sie für wirksam erachten sollen.</p>
<p><strong>4. Möglicherweise gab es zwei Behandlungen, und der falschen wurde das Verdienst der Heilung zugeschrieben.</strong></p>
<p>Wer eine Pille einnimmt und zugleich ein Hausmittel anwendet, schreibt nicht selten das Verdienst dem Hausmittel zu. Oder vielleicht ändert sich sonst irgendwas im Leben des Patienten und diese Veränderung ist der wahre Grund der Besserung, die dem Medikament gut geschrieben wird.</p>
<p><strong>5. Die ursprüngliche Diagnose war möglicherweise falsch.</strong></p>
<p>Zahlreiche Menschen sind angeblich von Krebs geheilt worden, die daran nie erkrankt waren. Mediziner,  die einem Patienten noch sechs Monate geben, schätzen das nur und können sich irren. Bestenfalls können sie voraussagen, dass der durchschnittliche Patient in diesem Zustand noch sechs Monate lebt – ein Durchschnittswert bedeutet aber auch, dass ein Teil der Patienten länger lebt.</p>
<p><strong>6. Vorübergehende Stimmungsschwankungen werden manchmal mit Heilung verwechselt.</strong></p>
<p>Wenn ein Arzt oder eine neue Heilmethode Optimismus vermittelt  und Hoffnung gibt, denkt eine kranker Mensch vielleicht seine Krankheit habe sich gebessert wenn sie in Wirklichkeit unverändert ist.</p>
<p><strong>7. Psychische Bedürfnisse beeinflussen unser Verhalten und unsere Wahrnehmung.</strong></p>
<p>Wenn jemand unbedingt daran glauben will, kann er sich selbst überreden, ihm wäre geholfen worden. Zum Beispiel wenn man für eine Behandlung viel Geld ausgegeben hat.</p>
<p>Manche Menschen leugnen ganz offensichtliche Fakten. Sie weigern sich anzuerkennen, dass der Tumor weiter wächst, weil diese Erkenntnis zu bedrohlich wäre.  Wir sehen in hohem Masse, was wir sehen wollen; Wir erinnern uns häufig so, wie wir wünschen es wäre geschehen. Wenn ein Arzt oder eine Ärztin sich aufrichtig bemüht, jemandem zu helfen, dann fühlt derjenige sich verpflichtet, sich auch besser zu fühlen.</p>
<p><strong>8. Verwechslung zeitlicher Abfolge mit der Ursache.</strong></p>
<p>Nur weil eine Wirkung auf eine Handlung folgt, heisst das nicht, dass die Handlung die Wirkung ausgelöst hat. Wenn der Hahn kräht und die Sonne geht auf, ist uns klar, dass es nicht das Krähen war, welches die Sonne aufgehen lässt. Aber wenn wir ein Medikament nehmen und wir fühlen uns danach besser, dann schliessen wir fast automatisch daraus, dass die Besserung von diesem Medikament kommt. Wir denken nicht daran, dass es einen andere Gründe für die Besserung geben könnte – zum Beispiel unsere Selbstheilungskräfte. Wir ziehen überstürzte Schlussfolgerungen wie der Mann, der Flöhe abrichtet zu tanzen, wenn sie Musik hören und ihnen dann die Beine eins nach dem anderen abzwickt bis sie nicht mehr tanzen können und daraus schliesst, dass die Hörorgane der Flöhe in ihren Beinen sitzen.</p>
<p>Es gibt also zahlreiche Wege, wie wir etwas falsch verstehen können. Wissenschaftliche Untersuchungen dienen dem Versuch, solche Fehlinterpretationen zu erkennen und auszuschliessen. Es handelt sich um eine Sammlung von Methoden, mit denen Aussagen getestet werden können. Um ein Medikament zu prüfen kann man eine große Gruppe von Patienten in zwei gleiche Gruppen aufteilen und einer Gruppe den zu überprüfenden Wirkstoff geben und der anderen ein Placebo, also beispielsweise eine Zuckerpille. Wenn es der Gruppe mit dem echten Medikament deutlich besser geht, dann wirkt die Behandlung vermutlich.</p>
<p>Allerdings ergibt einen einzige Studie kaum je ein endgültiges Ergebnis und es gibt auch widersprüchliche Resultate von Studien zum gleichen Medikament. Die Studien müssen daher immer auch interpretiert und  verbessert werden, damit die Resultate der Wahrheit näher kommen.</p>
<p>Das nächste Mal wenn Ihnen ein Freund begeistert von einer neuen Therapie erzählt, dann halten Sie doch einen Moment inne und denken Sie daran, dass er sich auch täuschen könnte. Täuschungen sind bei solchen Anekdoten möglicherweise eher die Regel als die Ausnahmen. Manchmal verstehen wir etwas falsch.</p>
<p>Quelle:</p>
<p><a href="http://blog.esowatch.com/?p=271&amp;cpage=1#comment-11271">http://blog.esowatch.com/?p=271&amp;cpage=1#comment-11271</a></p>
<p>Der Originalbeitrag stammt von Harriet Hall</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser von mir stark gekürzte und leicht modifizierte Beitrag aus dem Esowatch-Blog fasst die häufigsten Selbsttäuschungsvarianten gut zusammen. Es scheint mir sehr wichtig, dass wir uns bewusst darüber sind, wie gross das menschliche Täuschungspotential ist. Das ist auch der Grund, weshalb Heilungsanekdoten nicht einfach so verlässlich sind. „Wer heilt hat Recht!“ – dieses Schlagwort übersieht meistens die beschriebenen Täuschungsmöglichkeiten.</p>
<p>Vor allem der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ unterläuft uns fast ständig. Gerade im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde,  wo zu vielen Fragestellungen Studien fehlen, braucht es ein waches Bewusstsein für diese bedeutsame Fehlerquelle.</p>
<p>Hier zum Abschluss noch eine detailliertere Erklärung dieses interessanten Phänomens:</p>
<p><em>„Bei post hoc Argumenten (oder korrekt bei post-hoc-ergo-propter-hoc (“Danach und daher deshalb“-Argumente)) wird aus einer zeitlichen Aufeinanderfolge (oder auch Gleichzeitigkeit) unzulässigerweise auf eine kausale Beziehung zwischen zwei Ereignissen oder Fakten geschlossen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass Ereignisse aus unterschiedlichen Gründen nacheinander oder gleichzeitig auftreten können (auch aus Zufall) und dass speziell in der Wissenschaft Ursache-Wirkungsbeziehungen meist im Rahmen eines theoretischen Ansatzes formuliert werden müssen, der einen derartigen Trugschluss eigentlich vermeiden sollte. Post-hoc Argumente treten deshalb häufig bei der vorschnellen und theoretisch zu wenig reflektierten Interpretation eigener Daten auf, die im Rahmen explorativer Fallstudien erhoben wurden.</em></p>
<p><em>Ein bei Statistikern beliebtes Beispiel für einen solchen Fehlschluss ist das zeitliche Zusammenfallen des Eintreffens der Störche mit einer erhöhten Geburtenrate im Frühjahr in vielen Gegenden Österreichs. Naive Gemüter könnten daraus den Schluss ziehen, dass diese Korrelation tatsächlich ein empirisches Argument dafür sei, dass Störche die kleinen Kinder bringen. Tatsächlich führt die erhöhte sexuelle Aktivität vieler Paare im Sommerurlaub zu einer erhöhten Geburtenrate im darauf folgenden Frühjahr. Damit zeigt dieses Beispiel auch, dass post-hoc Fehlschlüsse oft auch dann auftreten, wenn intervenierende Faktoren (Variable), die von den Untersuchenden nicht oder nicht ausreichend in Betracht gezogen werden, einen Einfluss auf Ereignisse haben.“</em></p>
<p><em>Quelle: http://www.univie.ac.at/linguistics/schreibprojekt/Grundlagen/6_4.htm</em></p>
<p><strong>Zusammengefasst nochmals für die Heilkunde: Wenn wir krank sind, ein Medikament einnehmen und danach eine Besserung verspüren, ziehen wir daraus oft vorschnell den Schluss, dass es das Medikament war, welches die Besserung bewirkte. Dabei werden andere mögliche Faktoren (z. B. Selbstheilungskräfte, natürliche Schwankungen im Krankheitsverlauf, Placebo-Effekt, Änderung der Lebensumstände) übersehen.</strong></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Mistel-Therapie gegen Krebs &#8211; wirksam?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/24/mistel-therapie-gegen-krebs-wirksam.html</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 20:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Mistelbehandlung bei Krebs ist in der Komplementärmedizin beliebt, doch ist ihre Wirksamkeit nicht belegt. Die Mistel in die Krebstherapie eingeführt hat Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie. Mistelextrakte sind die bekanntesten Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Krebsbehandlung mit Mistelpräparaten ist beliebt. Fachleute sind allerdings skeptisch: Die Wirksamkeit der Misteltherapie ist nicht belegt.</p>
<p>Den Anstoß zur Therapie von Krebserkrankungen mit Mistelpräparaten gab der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, im Jahr 1916.</p>
<p>1917 entwickelte die Ärztin Ita Wegman das erste Mistelpräparat &#8211; seitdem hat sich die Mistelbehandlung zur häufigsten alternativen Krebsbehandlungsmethode im deutschsprachigen Raum entwickelt.</p>
<p>In der Schweiz liegen dem Bundesamt für Gesundheit zurzeit Gesuche von fünf Methoden der Komplementärmedizin vor, in denen es um deren Aufnahme in die Grundversicherung der Krankenkassen geht.</p>
<p>Laut Krankenversicherungsgesetz müssen die Methoden wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein, um in die Grundversicherung aufgenommen zu werden (WZW-Kritierien).</p>
<p>Für die Anthroposophische Medizin ist dabei die Misteltherapie zentral, weil zu dieser viele Studien vorliegen, die nach Ansicht der Anthroposophen die Wirksamkeit belegen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Anthroposophischen Medizin sind jedenfalls überzeugt, dass ihr Gesuch die  WZW-Kriterien belegt. So schreibt zum Beispiel Danielle Lemann, Fachärztin FMH für Allgemeine und Anthroposophische Medizin, in einem Leserbrief im Tages-Anzeiger vom 13. 10. 2010:</p>
<p>„Der neue Antrag ans Bundesamt für Gesundheit (BAG) enthält einen fundierten Wirksamkeitsnachweis, selbst der von den Schulmedizinern geforderte Doppelblindversuch ist gebührlich berücksichtigt.“</p>
<p>Das scheint mir Wunschdenken zu sein. Bezüglich der Misteltherapie jedenfalls fällt die Bewertung durch Fachleute nicht so eindeutig aus.</p>
<p>Aus Studien lassen sich Hinweise darauf finden, wonach Misteltherapie das Immunsystem stärken und die Lebensqualität verbessern kann.</p>
<p>„In der Regel wird dem Patienten während oder nach einer konventionellen Krebstherapie täglich ein Mistelpräparat unter die Haut gespritzt. Dabei finden Mistelpräparate unterschiedlicher Wirtsbäume Verwendung“(1), erklärt Gunver Kienle, Ärztin am Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie (IFAEMM) in Freiburg.</p>
<p>„Die Behandlung kann über einige Wochen, aber auch über Jahre erfolgen &#8211; häufig mit dem Ziel, den Organismus und das Immunsystem zu stärken und möglicherweise auch das Tumorwachstum zu reduzieren.“(1)</p>
<p>Paradoxerweise gehört die Mistelbehandlung zwar zu den am besten erforschten Behandlungsansätzen der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a>, eine eindeutige Aussage über ihre Wirksamkeit lässt sich aber bis heute nicht treffen. „Nach streng wissenschaftlichen Kriterien, die man auch bei der Überprüfung neuer Medikamente anlegen würde, lässt sich bisher keine verlässliche Wirkung auf das Tumorwachstum oder die Überlebenszeit bei Krebspatienten nachweisen“(1), stellt Markus Horneber fest, Leiter der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie am Klinikum Nürnberg.</p>
<p>Gemeinsam mit Forschern aus Berlin, Freiburg und München hat der Mediziner im Jahr 2008 Studien zur Misteltherapie aus den letzten 30 Jahren analysiert. Gerade einmal 21 zuverlässige Untersuchungen spürten die Wissenschaftler auf. Sie deuten allerdings auf eine Verbesserung der Lebensqualität und eine generell gute Verträglichkeit der Mistelbehandlung hin.</p>
<p>„Insgesamt ist es schwierig, eine Gesamtaussage über die Wirksamkeit von Mistelextrakten zu treffen, denn die Studien zu diesem Thema unterscheiden sich stark in ihrer Methodik, den verwendeten Mistelextrakten und der Art der Anwendung“(1), erläutert Horneber. „Allerdings zeigen vielfache ärztliche Erfahrungen, dass Mistelextrakte durchaus Wirkungen haben, zum Beispiel auf das Immunsystem.“(1)</p>
<p>Dies zeigten auch die Untersuchungen von Gunver Kienle, die sich seit 1994 wissenschaftlich mit der Mistelbehandlung beschäftigt. „Aus tierexperimentellen Studien wissen wir, dass Mistelextrakte Immunprozesse stimulieren, was eine Relevanz für die Tumorabwehr hat“, berichtet Kienle. „Weiterhin wurde auch ein direkter hemmender Einfluss auf das Wachstum von Krebszellen dokumentiert.“(1)</p>
<p>Für eine längere Überlebenszeit von Krebspatienten oder eine Rückbildung von Tumoren hat aber auch Kienle keine definitiven Belege gefunden. „Allerdings zeigt sich in vielen Studien, dass die Therapie die Lebensqualität der Patienten verbessern kann: Sie fühlen sich kräftiger und weniger müde, haben weniger Infekte und berichten über weniger Übelkeit, Angst und niedergeschlagene Stimmung&#8221;(1), sagt die Forscherin.</p>
<p>In einigen Studien haben Wissenschaftler die Mistelextrakte auch direkt in oder um den Tumor gespritzt und dabei offenbar eine Verkleinerung beobachtet. „Allerdings sind Mistelpräparate für diese Applikation nicht zugelassen, so dass sie nur in sorgfältig kontrollierten Untersuchungen eingesetzt werden sollten“, erklärt Kienle. „Um die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Anwendung zu überprüfen, sind wesentlich mehr Untersuchungen notwendig.“(1)</p>
<p>In einem Interview äusserte sich kürzlich auch Dr. med. Jutta Hübner zur Misteltherapie. Sie leitet die Palliativmedizin, die komplementäre und supportive Onkologie am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Auf die Frage, was sie von der umstrittenen Misteltherapie halte, antwortet die Expertin:</p>
<p>„Ich empfehle sie nicht, weil mir die im Moment vorhandenen Daten nicht ausreichen. Möchte eine Patientin gerne Mistel nehmen, kann ich sie über die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Leukämien und Lymphomen, sollte eine Misteltherapie nicht angewendet werden. Bei Patientinnen, die nach einer Chemotherapie dann einen Versuch mit einer Misteltherapie machen möchten, um ihre Lebensqualität zu verbessern, spricht meist nichts dagegen.“ (2)</p>
<p>In der Zeitschrift „Der Hausarzt“ schreibt Dr. med. Berthold Musselmann,</p>
<p>Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren:</p>
<p>„ Der subkutane, seltener der intravenöse Einsatz bei Krebs als komplementäre und palliative Therapie wirkt leistungssteigernd, stimmungsverbessernd und immunstimulierend.  Eine Lebensverlängerung bei Krebserkrankungen durch Mistel konnte in Studien allerdings nicht nachgewiesen werden.“ (3)</p>
<p>Die Cochrane Collaboration erstellt systematische Übersichtsarbeiten (systematic reviews) zur Bewertung von medizinischen Therapien.</p>
<p>Zur Misteltherapie existiert ein Cochrane Database of Systematic Reviews 2008:</p>
<p>„Studien zeigen verbesserte Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen während der Chemotherapie durch standardisierte Mistelextrakttherapie. Diese Daten müssen bestätigt werden!” (4)</p>
<p>Selbst die Verbesserung der Lebensqualität ist also noch ungenügend gesichert.</p>
<p>Und hier die Zusammenfassung einer neueren Cochrane Übersichtsstudie von 2010 aus der Österreichischen Apothekerzeitung:</p>
<p>„Ein Cochrane Review (Horneber M, 2010) analysierte Studien zu Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Mistelpräparaten bei Krebspatienten. Die betrachteten Endpunkte der eingeschlossenen Studien (21; 3484 Patienten) waren u.a. Gesamtüberleben, Tumoransprechen, Lebensqualität und diverse psychologische Outcome-Parameter. Die Autoren schlussfolgern, dass die vorliegende Evidenz schwach ist, um die Annahme zu unterstützen, dass Mistelextrakte einen Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit haben, die Fähigkeit, den Krebs zu bekämpfen, erhöhen und die Verträglichkeit konventioneller Krebstherapien verbessern. Es gibt Evidenz zu einem positiven Einfluss standardisierter Mistelpräparate auf die Lebensqualität von Patientinnen mit Mammakarzinom und Chemotherapie. Die meisten Studien hatten jedoch methodische Schwachstellen, die laut amerikanischem National Cancer Institute (NCI), Zweifel an der Richtigkeit und Verallgemeinerbarkeit aufkommen lassen: geringe Patientenzahlen, hohe Therapieabbruch-Raten, inadäquate Kontrollgruppen und Randomisierung, Unklarheiten zur Dosierung und Anwendungsart sowie häufige Subgruppenanalysen. Aufgrund der vorliegenden Evidenz empfiehlt das NCI die Anwendung von Mistelpräparaten nur im Rahmen kontrollierter klinischer Studien (NCI PDQ Mistletoe extracts).“ (5)</p>
<p>Quellenangaben:</p>
<p>(1) http://www.welt.de/gesundheit/article10529435/Misteln-gegen-Krebs-Humbug-oder-Heilsbringer.html</p>
<p>(2) http://www.apotheken-umschau.de/Brustkrebs/Brustkrebs-Was-kann-ich-selbst-tun-77401.html</p>
<p>(3) Der Hausarzt, 2010/14:  31-36, http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html</p>
<p>(4) Quelle: http://www.tumorzentrum.uk-erlangen.de/e1846/e3928/e4113/inhalt4749/Sinnvolletherapiebegleitende_20100707.pdf</p>
<p>(5) Quelle: http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-25.pdf,  Österreichische Apothekerzeitung 25 / 2010,   Autor:   Mag. pharm. Gunar Stemer</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Rudolf Steiner prophezeite, dass die Mistel das Messer des Chirurgen einst ersetzen würde. Schaut man sich die Bewertungen der Studienlage durch die zitierten Fachleute an, scheint dieser Anspruch doch sehr überzogen. Und es handelt sich dabei nicht um Experten, die der Komplementärmedizin feindlich gesinnt sind. Das IFAEMM in Freiburg, an dem Gunver Kienle arbeitet, ist gar ein anthroposophisches Institut.</p>
<p>Für den Entscheid, ob man als Tumorpatientin oder Tumorpatient eine Misteltherapie nutzen will oder nicht, scheint mir die Kenntnis dieser Bewertungen wichtig.</p>
<p>Kennen sollte man mögliche Stärken bezüglich Verbesserung der Lebensqualität, aber auch die deutliche Schwäche wenn es um den Nachweis einer  Verlängerung der Lebenszeit geht. Informiert werden sollten Krebspatienten auch über die von Jutta Hübner, erwähnte Einschränkung, dass Mistelpräparate bei einigen Tumorarten wie zum Beispiel Leukämien und Lymphomen nicht angewendet werden sollten.</p>
<p>Wichtig zu wissen ist auch: Wenn Gunver Kienle von einem dokumentierten, direkten hemmenden Einfluss der Mistel auf das Wachstum von Krebszellen spricht, dann handelt es sich dabei um Laborexperimente an isoliertem Gewebe. Ob ein solcher Effekt auch im krebskranken Menschen stattfindet, ist damit keineswegs klar. Im Labor lassen sich sehr oft Wirkungen beobachten, die im lebenden Organismus nicht zu erzielen sind.</p>
<p>Dass Krebspatienten jede mögliche Therapieoption prüfen, ist sehr gut verständlich. Eine Stärke der Misteltherapie scheint mir darin zu liegen, dass sie ein Gefühl der Unterstützung vermittelt. Chemotherapien sind sehr einschneidend, aggressiv und von vielfältigen Nebenwirkungen begleitet. Sie als positive, hilfreiche Heilmittel zu erleben, dürfte dadurch vielen Betroffenen nicht leicht fallen. Die Misteltherapie bietet hier ein ganz anderes Konzept. Hier wird ein Mittel angeboten, das als gut verträglicher, unterstützender Helfer erlebt werden kann. Dass dieser zusätzliche positive Support wertvoll für Krebspatienten sein kann, scheint mir auf der Hand zu liegen.</p>
<p>Die Misteltherapie wird von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahlt, auch wenn dafür eine gesetzliche Grundlage nicht ersichtlich ist und der Wirksamkeitsnachweis nie erbracht wurde. Präparate der Anthroposophischen Medizin sind genauso wie Präparate der Homöopathie vom Wirksamkeitsnachweis pauschal befreit.</p>
<p>Ob Heilmittel der Komplementärmedizin aus der Grundversicherung bezahlt werden oder nicht, ist ein Entscheid, der unabhängig bleibt vom jetzt bevorstehenden BAG-Entscheid, welche Komplementärmedizin-Methoden von der Grundversicherung bezahlt werden sollen.</p>
<p>Hoch problematisch ist meines Erachtens, dass die Anthroposophische Medizin regelmäßig &#8220;Präkanzerosen&#8221; (= Vorstadium eines Krebses) als Ergebnis eines “Blutkristallisationstests” diagnostiziert, von dem völlig ungeklärt ist, ob er überhaupt etwas relevantes aussagt. Konkret besteht hier ein Risiko, dass nicht existierende Krebskrankheiten „entdeckt“ werden. Als Folge dieser angsterzeugenden Diagnose wird den Patienten in der Regel und rein vorsorglich zu Mistelinjektionen geraten. Mit den dabei meisteingesetzten Mistel-Präparaten “Iscador” (Weleda) und “Iscucin” (Wala), werden Millionenumsätze erzielt. Es besteht hier die Gefahr, dass Menschen durch die Anthroposophische Medizin medikalisiert werden: Es wird ihnen ein (real nicht vorliegender) Krankheitsbefund unterschoben, der anschliessend therapiert wird.</p>
<p>Wer sich für eine Misteltherapie interessiert, sollte meines Erachtens auch wissen, dass die Anthroposophische Medizin Krebserkrankungen mit Deutungen belegt, die durchaus fragwürdig sind.</p>
<p>Rudolf Steiner sprach nach Aussagen von Johannes Hoffmann, dem früheren ärztlichen Leiter der „Lukas Klinik zur Behandlung Geschwulstkranker auf anthroposophischer Erkenntnisbasis“, in den späteren Jahren vom Krebs immer als von einer ahrimanischen Erkrankung. Und die Mistel „mit ihrer Fähigkeit, Entzündungen hervorzurufen, hat mindestens ebenso viele luziferische wie ahrimanische Anteile, wenn man das überhaupt so formulieren will.“</p>
<p>(Quelle: http://www.windstosser.ch/museum/manuskript/allgem_u_historisch/6_1.pdf).</p>
<p>Ahriman (6) und Luzifer sind zwei anthroposophische Widersachermächte.</p>
<p>Rudolf Steiner in einem Vortrag zum Thema Ahriman und Karzinombildung:</p>
<p>&#8220;Denn nehmen Sie einmal an, es gelingt den ahrimanischen Mächten, im menschlichen</p>
<p>physischen Körper einen Sieg zu erringen über die luziferischen Mächte, über diejenigen Mächte, die den Menschen ganz durchsetzen wollen mit dem, was nur an der Oberfläche in den Sinnen sein soll, dann verfällt der Mensch durch diesen Sieg der ahrimanischen Mächte in solche Erkrankungen, wie Geschwulstbildungen, Karzinombildungen oder Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes, Zuckerkrankheit.</p>
<p>Wenn irgendwo in einer physichen Menschennatur diese Krankheiten auftreten, dann hat Ahriman gegen Luzifer einen Sieg errungen, der aber damit verknüpft ist, dass die physische Natur des Menschen zeitweilig ruiniert ist. Dann taugt diese physische Natur dem Ahriman nicht dazu, die Instinkte, Triebe herauszureissen und sein eigenes Geschlecht daraus zu bilden. Daraus bekommen Sie eine vielleicht paradoxe, aber richtige Ansicht von der Krankheit. Sie ist in vielen Fällen das einzige Mittel der guten Mächte, den Menschen vor den Fängen von Ahriman zu retten.&#8221;</p>
<p>(GA 218, Vortrag 16. 11. 1922))</p>
<p>Es steht jedem Menschen frei, solche Geistergeschichten zu glauben, doch wäre es meines Erachtens aus Gründen der Transparenz wünschenswert, wenn die Anthroposophische Medizin die Voraussetzungen, von denen aus sie operiert, offen legen würde. Das gilt auch für einen zweiten zentralen Glaubenssatz der Anthroposophischen Medizin, der Überzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht werden. Diese Aspekte der Anthroposophischen Medizin müssten in der Öffentlichkeit diskutiert werden, wenn es um die Frage geht, ob dieser Ansatz von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt werden soll.</p>
<p>Weiter Info:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html"> Abstimmung Komplementärmedizin &#8211; kritische Fragen an Simonetta Sommaruga zur Förderung der Anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/komplementaermedizin-abstimmung-kritische-anmerkungen-zur-anthroposophischen-medizin.html">Komplementärmedizin-Abstimmung: Kritische Fragen zur anthroposophischen Medizin</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/05/anthroposophische-pflege-offene-fragen.html  ">Anthroposophische Pflege &#8211; offene Fragen</a></p>
<p>(6) Die Anthroposophie sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen Luzifer bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christi Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.</p>
<p>Ahriman sei ein Geist, begabt mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewusstsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.</p>
<p>(Quelle: Wikipedia)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Heilpflanzen-Anwendungen bei Krebs</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/17/heilpflanzen-anwendungen-bei-krebs.html</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 17:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heilpflanzen-Anwendungen der Phytotherapie bei Krebs: Ingwertee gegen Übelkeit, GeschroteterLeinsamen zur Linderung des Hand-Fuss-Syndroms, Ananas gegen Mukositis (Mundschleimhautentzündung) Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Josef Beuth vom Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität Köln sprach am 6. Iserlohner Gesundheitstag über „Alternative Heilmethoden bei Krebs“.</p>
<p>Diagnose Krebs: Oft trifft sie den Patienten völlig unerwartet und ist mit Schrecken verbunden. Nicht selten greifen betroffene Menschen nach jedem Strohhalm, der Heilung verspricht. „Es gibt eine ganze Menge Mist auf dem Markt“, sagt Prof. Josef Beuth. Er gründete 1999 das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren nach amerikanischem Vorbild an der Universität Köln.</p>
<p>Beuth war Präsident der deutschen Gesellschaft für Onkologie.</p>
<p>Er arbeitet mit drei Säulen: zum einen die Verringerung von Nebenwirkungen durch Krebs-Therapien, dann die Intensivierung der Therapie und zum Dritten die Vorbeugung.</p>
<p>Prof. Beuth kam auch auf Heilpflanzen-Anwendungen zu sprechen, welche Nebenwirkungen von Chemotherapien lindern können:</p>
<p>- Ananas enthält das Enzym Bromelain, welches Mundschleimhautentzündungen (Mukositis) lindert. Details dazu hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html">Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern</a></p>
<p>- Die häufig bei Chemotherapien auftretende Übelkeit behandelt Prof. Beuth mit Ingwerwasser. Weitere Infos siehe hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/15/ingwer-kann-uebelkeit-bei-chemotherapie-reduzieren.html">Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren</a></p>
<p>- „Die neuen Chemos haben andere Nebenwirkungen &#8211; also nicht mehr den Haarausfall &#8211; dafür aber das Hand-Fuß-Syndrom, wobei es zu Rissen, Entzündungen und höllischen Schmerzen kommen kann. Standardtherapien helfen hier nicht weiter“, erklärt Beuth. Er rät dann zu einem Bad der betroffenen Stellen in geschrotetem Leinsamen.</p>
<p>Zubereitungshinweise siehe hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html">Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern</a></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.derwesten.de/ikz/aktionen/Krebs-ganzheitlich-behandeln-id3874172.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Zur Zubereitung von Ingwertee / Ingwerwasser:</p>
<p>5-10 Scheiben frischen Ingwer (1 –1.5 Gramm) in kochendes Wasser geben und etwa 5 -10 Min. ziehen lassen. Täglich mehrere Tassen trinken.</p>
<p>Die Aussage von Prof. Beuth, dass es „eine ganze Menge Mist auf dem Markt“ gebe, ist leider nur allzu wahr. Es geistern unzählige durchgeknallte Heilerinnen und Heiler in der Gegend herum, die behaupten, Krebs heilen zu können, und das selbstverständlich sanft und ohne Nebenwirkungen&#8230;&#8230;</p>
<p>Hier werden im Bereich Alternativmedizin / <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> massiv Ängste und Hoffnungen ausgenutzt – nicht von allen, aber auch nicht von wenigen.</p>
<p>Meiner Ansicht nach braucht es mehr kritische Auseinandersetzung mit dieser grössenwahnsinnigen und menschenverachtenden „Szene“ &#8211; und weniger blinde Wundergläubigkeit.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
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		<title>Tomatenmark schützt vor Sonnenschäden</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/09/tomatenmark-schutzt-vor-sonnenschaden.html</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 17:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Tomate wird zwar in der Regel nicht zu den Heilpflanzen gezählt, hat jedoch trotzdem Heilwirkungen. Lycopin als Inhaltsstoff von Tomatenmark gehört zu den Antioxidantien.
Es wirkt vorbeugend gegen Sonnenschäden.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tomaten enthalten in hohen Konzentrationen Lycopin, ein antioxidativ wirkendes Karotinoid, das vor Schäden durch UV-Licht schützt. Wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben, bewahrt Tomatenmark jedoch auch menschliche Haut in gewissem Umfang vor UV-Schäden. Man braucht das Mark dafür allerdings nicht etwa äusserlich aufzutragen – es genügt der Verzehr.</p>
<p>„Unsere Studie zeigt, dass Lycopin-reiches Tomatenmark signifikant vor UV-Licht-induzierten Erythemen schützt“, erklären die Wissenschaftler um den Dermatologen Lesley Rhodes von der Universität Manchester. Auch die Indikatoren für lichtbedingte Hautschäden sprächen für den schützenden Effekt.</p>
<p>An den Versuchen hatten 20 gesunde Freiwillige teilgenommen. Sie bekamen über einen Zeitraum von drei Monaten täglich 55 g Tomatenmark (entsprechend 16 mg Lycopin) in Olivenöl auf Weißbrot serviert. Die Kontrollgruppe bekam nur Olivenöl auf’s Brot. Am Start und am Ende des Versuchszeitraums wurde die Haut am Gesäß mit einem standardisierten Bestrahlungsgerät UV-Licht ausgesetzt und der Erythemindex (Erythem = Röte, Entzündung) gemessen. Zudem entnahm man den Teilnehmenden Hautbiopsien.</p>
<p>Die Forscher stellten fest, dass die Tomatenmark-Esser zum einen höhere UV-Dosen vertrugen, bevor sie mit einer Hautrötung reagierten. Zum anderen fiel die Expression dermaler Matrix-Metalloproteinase-1 (MMP-1) bei ihnen schwächer aus. MMP-1 ist ein kollagenolytisches Enzym, das bei der Lichtalterung der Haut eine Rolle spielt.</p>
<p>Auch die UV-Licht-bedingte Reduktion von Fibrillin-1 war reduziert. Zudem wurde die mitochondriale DNA durch UV-Licht weniger geschädigt. „Lycopin, ein starkes Antioxidans, schützt vor UV-Licht-induzierten Schäden, indem es reaktive Sauerstoffspezies und oxidativen Stress bekämpft“, erläutern die Forscher. Zudem beeinflusse Lycopin möglicherweise die Zellkommunikation und aktiviere antioxidativ wirksame Gene.</p>
<p>Allerdings, so geben Rhodes und Kollegen zu, reiche dies alles noch nicht für eine klinisch relevante Vorbeugung gegen Sonnenbrand aus. Nahrungsvermittelte Lichtprotektion sei jedoch durchaus ein vielversprechendes Forschungsgebiet.</p>
<p>Die wissenschaftliche Bezeichnung der Tomate, „Solanum lycopersicum“, deutet schon darauf hin, dass Lycopin zu den Hauptinhaltsstoffen der Frucht gehört.</p>
<p>Reife Tomaten haben einen Lycopinanteil von knapp 4 bis gut 5 mg pro 100 g Frucht. Wesentlich mehr Lycopin enthalten Dosentomaten – etwa 10 mg pro 100 Gramm –, wel sie meist erst in reifem Zustand geerntet werden. Sehr hohe Lycopinkonzentrationen von bis zu 60 mg Lycopin pro 100 Gramm enthält konzentriertes Tomatenmark.</p>
<p>Quelle: SpringerMedizin.de,</p>
<p>basierend auf: Rhodes LE et al. Br J Dermatol 2010 (online first)</p>
<p>http://www.springermedizin.de/tomatenmark-schuetzt-vor-sonnenschaeden/299136.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der Tomaten-Inhaltsstoff Lycopin zeigt interessante Eigenschaften. Hier eine gekürzte Zusammenfassung zu Lycopin aus Wikipedia:</p>
<p>„Lycopin, auch Lycopen oder Leukopin gehört zur Klasse der Carotinoide und wird in hohen Konzentrationen in Tomaten &#8211; von deren wissenschaftlichem Namen Solanum lycopersicum auch die Bezeichnung des Stoffes herrührt &#8211; und Hagebutten gefunden. Der Stoff besitzt aufgrund seiner Polyen-Struktur eine rote Farbe, welche auch den Tomaten ihre charakteristische Färbung verleiht. Es ist als Lebensmittelfarbstoff E 160d in der EU zugelassen. Lycopin zählt zu den Antioxidantien und gilt als Radikalfänger, d.h., es kann bestimmte reaktionsfreudige Moleküle im menschlichen Körper unschädlich machen.“</p>
<p>Zum Vorkommen und zur Gewinnung von Lycopin schreibt Wikipedia:</p>
<p>„Reife Tomaten haben einen Lycopinanteil von ca. 3,9–5,6 mg pro 100 g Frucht. Auch Wassermelonen können etwa diese Konzentration an Lycopin (bis zu 1000 ppm der Trockenmasse) enthalten. Wesentlich mehr Lycopin enthalten Dosentomaten mit ca. 10 mg pro 100 Gramm. Dosentomaten werden meist erst in reifem Zustand geerntet und weisen deshalb mehr Lycopin auf. Konzentriertes Tomatenmark enthält sehr hohe Lycopinkonzentrationen (ca. 62 mg Lycopin pro 100 Gramm).</p>
<p>Die Verfügbarkeit von Lycopin ist bei verarbeiteten und erhitzten Produkten (z. B. Tomatensaft) höher als bei rohen, da beim Erhitzen die pflanzlichen Zellstrukturen aufgebrochen werden und das Lycopin herausgelöst wird. Eine deutliche Resorptionssteigerung wird durch die Kombination mit Fett erreicht.</p>
<p>Großtechnisch wird Lycopin mit organischen Lösungsmitteln (Hexan, Dichlormethan, Methanol) aus Tomatenkonzentraten extrahiert.“</p>
<p>Und zur Verwendung von Lycopin:</p>
<p>„Lycopin wird als rote Lebensmittelfarbe als Carotinoid deklariert (siehe auch Carotine (E 160a–160f)) und zur Koloration von Lebensmitteln verwendet. Es wird vor allem zur Färbung von herzhaften Produkten, Suppen und Soßen eingesetzt.“</p>
<p>Zur biologischen Wirkung von Lycopin schreibt Wikipedia unter anderem:</p>
<p>„Es gab Hinweise, dass der Konsum von Lycopin zu einem reduzierten Risiko führt, an Herz-Kreislauf-Erkrankung, Krebs (vor allem Prostatakrebs), Diabetes mellitus, Osteoporose und Unfruchtbarkeit zu leiden. Eine neuere, große Studie mit ca. 28.000 Probanden lässt jedoch vermuten, dass kein Zusammenhang zwischen Lycopin und Krebsrisiko besteht. Vielmehr zeigte sich, dass das verwandte Antioxidant β-Carotin das Risiko für Prostatakrebs erhöht. Eine schützende Wirkung bei Belastungs-Asthma konnte nicht gezeigt werden.</p>
<p>Im Menschen wird Lycopin mithilfe der β-Carotin-Dioxygenase 2 abgebaut. Die Abbauprodukte sind Pseudojonon, Geranial und 2-Methyl-2-hepten-6-on.“</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Auffallend und interessant ist in diesem Wikipedia-Eintrag der Hinweis, dass auch die Hagebutte Lycopin enthält.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Grüntee: Kein Schutz vor Brustkrebs</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/28/gruntee-kein-schutz-vor-brustkrebs.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/28/gruntee-kein-schutz-vor-brustkrebs.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 22:37:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Grüntee wirkt nicht vorbeugend gegen Brustkrebs, senkt aber möglicherweise das Rückfallrisiko bei bestehenden Brustkrebserkrankungen. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wirkstoffe aus Grüntee zeigten in Labor- und Tierversuchen eine gute anti-kanzerogene Wirkung. Durch trinken von Grüntee lässt sich aber das Brustkrebsrisiko nicht senken. Das zeigte eine japanische Studie mit knapp 54 000 Frauen, deren Lebensgewohnheiten über 13,6 Jahre erfasst wurden.</p>
<p>Insgesamt kam es in diesem Zeitraum zu 581 Brustkrebs-Neudiagnosen. Dabei war die Brustkrebsinzidenz bei Frauen, die täglich mehr als fünf oder sogar mehr als zehn Tassen Grüntee tranken, nicht tiefer als bei Frauen, die wenig oder keinen Grüntee tranken.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/bronchial-karzinom/article/626414/gruener-tee-schuetzt-nicht-brustkrebs.html?sh=8&amp;h=1519966852</p>
<p>http://breast-cancer-research.com/imedia/2113150999395802_article.pdf?random=472472</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Wieder einmal ein Hinweis darauf, dass von Labor- und Tierversuchen nicht einfach direkt auf eine identische Wirkung im menschlichen Organismus geschlossen werden kann.</p>
<p>In asiatischen Ländern erkranken Frauen allgemein seltener an Brustkrebs als in westlichen Industrieländern. Als möglicher Ursache dafür wurde auch ein erhöhter Konsum von Grüntee diskutiert, der einen besonders hohen Gehalt an dem Catechin Epigallocatechingallat (EGCG) aufweist. Vor allem aus Laboruntersuchungen ist bekannt, dass dieses Catechin hemmend auf diverse Prozesse der Krebsentwicklung wirkt.</p>
<p>Aus diesen Gründen wurde eine Schutzwirkung von Grüntee gegen Brustkrebs immer wieder postuliert, was jetzt mit dieser Studie aus Japan in Frage gestellt wird. Für die Unterschiede zwischen asiatischen und westlichen Frauen bezüglich Brustkrebserkrankung könnten noch verschiedene andere Faktoren verantwortlich sein.</p>
<p>Offen bleibt die Frage, ob Grüntee die Rückfallquote von Frauen senken kann, die an Brustkrebs bereits erkrankt sind. Offenbar gibt es Studien, die eine solche Wirkung nahe legen.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/22/gruntee-gegen-krebs-was-ist-davon-zu-halten.html  ">Grüntee gegen Krebs &#8211; was ist davon zu halten?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Warnung: Miracle Mineral Supplement (MMS)</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/27/warnung-miracle-mineral-supplement-mms.html</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 18:59:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Miracle Mineral Supplement (MMS) ist riskant und wird mit vielen leeren Versprechungen propagiert. In Komplementärmedizin, Naturheilkunde und Alternativmedizin wird das Wundermittel von zahlreichen Leuten unkritisch vermarktet. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät dringend von der Einnahme des Produktes „Miracle Mineral Supplement“ („MMS“) ab. Die im Internet von diversen Händlern angebotenen Produkte können gemäss Meldungen aus dem In- und Ausland nach dem Konsum zu gastrointestinalen Störungen (Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall) oder bei direktem Hautkontakt der unverdünnten Lösungen zu Verätzungen führen.</p>
<p>Seit 2008 wird „Miracle Mineral Supplement“ von diversen Anbietern aus dem In- und Ausland über das Internet angepriesen. Je nach Anbieter soll „MMS“ zur Wasserdesinfektion eingesetzt werden oder es wird als „Nahrungsergänzungsmittel mit heilenden oder vorbeugenden Wirkungen gegen pathogene Keime“ propagiert. Vereinzelt wurde es sogar zur Krebsbehandlung oder als AIDS-Therapie angeboten. Der Name des Produktes ist irreführend, d.h. es werden beim Konsum von „MMS“ dem menschlichen Organismus keine Mineralstoffe im ursprünglichen Sinn zugeführt.</p>
<p>„MMS“ wird in der Regel in 2 Fläschchen angeboten: In einem der Fläschchen ist eine etwa 30 %M Natriumhypochlorit-Lösung enthalten, im zweiten Fläschchen entweder eine wässerige Lösung von Weinsäure oder Zitronensäure oder verdünnte Salzsäure als sogenannter „Aktivator“. Von beiden Lösungen sollen einige Tropfen in etwas Wasser gegeben und in dieser Form konsumiert werden. Beim Zusammengeben beider „MMS“-Lösungen entwickelt sich elementares Chlor, ein sehr aggressives und toxisches Gas, das zum Teil im Wasser gelöst bleibt. Die Angaben auf den Produkten entsprechen gemäss erhaltenen Informationen der Lebensmittelvollzugsbehörden weder dem schweizerischen Lebensmittel- noch dem Chemikalienrecht.</p>
<p>Gesundheitsbehörden der Vereinigten Staaten (FDA), Kanada (Health Canada), von Grossbritannien (Food Standards Agency) und zuletzt von Frankreich (L’Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé, Afssaps) haben schon vor der Verwendung von „MMS“ gewarnt. Der Konsum von „MMS“ kann gastrointestinale Störungen unterschiedlichen Schweregrades auslösen bis hin zu Hospitalisation wegen lebensbedrohlichen Zuständen. In der Schweiz hat das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) ebenfalls verschiedene Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von „MMS“ erhalten.</p>
<p>Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät darum vom Konsum von „MMS“ dringend ab. Allfällige noch bei Konsumentinnen und Konsumenten vorhandene Warenbestände sollten der Vernichtung in einer Alt-Chemikaliensammelstelle zugeführt werden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Alle Jahre wieder kommt irgendein Wundermittel auf und heilt alle Krankheiten der Welt. Jedes mal wird der absolute Durchbruch versprochen gegen Krebs, Aids und alles, woran Menschen sterben können. Seit einiger Zeit also das Miracle Mineral Supplement (MMS). Erschütternd ist, wie unkritisch viele Leute auf solche angeblichen Wundermittel fliegen. Was unter dem Label <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> oder Alternativmedizin segelt, gilt offenbar ohne jede Nachfrage als heilsam.</p>
<p>Noch erschütternder ist, wie leichtfertig das Wundermittel MMS von vielen Therapeutinnen und Therapeuten aus Naturheilkunde, Komplementärmedizin und Alternativmedizin propagiert wurde, von Naturärzten und Naturärztinnen, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern. Es fehlt hier über weite Strecken jedes kritische Denken – und es fehlt seit Jahren an einer soliden Qualitätssicherung.</p>
<p><em>„Naiv und leicht täuschbar zu sein, ist unverantwortlich, besonders heute, wo Lügen zu einer Katastrophe führen können, weil sie für echte Gefahren wie auch für reale Möglichkeiten blind machen.“</em></p>
<p>Zitat aus: Erich Fromm, Vom Haben zum Sein, Band 1, Beltz Verlag 1989</p>
<p>Erich Fromm, 1900 – 1980, deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialphilosoph.</p>
<p>Nicht genug, dass das Miracle Mineral Supplement (MMS) riskant ist. Es fehlt auch jeder auch nur ansatzweise handfeste Hinweis auf eine heilende Wirkung. Aber natürlich gibt es schon zahllose Wunderberichte von Leuten, die dem Produkt sagenhafte Heilwirkungen zuschreiben, und dabei wieder einmal den Placeboeffekt, die Selbstheilungskräfte des Organismus oder die natürlichen Schwankungen im Verlauf  von chronischen Erkrankungen ausblenden.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<p>Artikel „<a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/docs_db/115540_Natuerlich-warum-wir-gesund-werden.pdf">Warum wir gesund werden</a>“ in der Zeitschrift „Natürlich“.</p>
<p>Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund? – ein Buch von Asmus Finzen im <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/08/buchtipp-warum-werden-unsere-kranken-eigentlich-wieder-gesund-rasonieren-uber-das-heilen-—-von-asmus-finzen.html">Buchshop.</a></p>
<p>Und was bitte sehr hat Chlorgas mit Naturheilkunde zu tun?</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  "> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/23/phytotherapie-kann-bei-krebs-manche-beschwerden-lindern.html</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 12:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Onkologie / Palliativmedizin stossen Verfahren der Komplementärmedizin zunehmend auf Interesse. Heilpflanzen aus der Phytotherapie vermindern manche Beschwerden durch Chemotherapie und Strahlentherapie. Beispiele dafür sind Ananassaft bei Mundschleimhautentzündung (Mukositis) und Leinsamen bei Hand-Mund-Syndrom. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl immer wieder entsprechende Hoffnungen geweckt werden, kennen wir bisher keine Heilpflanzen, welche bei bösartigen Tumoren ohne unerwünschte Nebenwirkungen effiziente Heilung bringen. Heilpflanzen-Anwendungen können aber viele Beschwerden lindern, die als Folge von Chemotherapie oder Strahlentherapie auftreten. Vom 9. – 11. September 2010 fand in Dresden der 8. Kongress der Gesellschaft für Palliativmedizin statt. Dabei kam auch das Thema Onkologie &amp; <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>zur Sprache und die Medical Tribune widmete dem einen Artikel.</p>
<p>Darin gibt es zwei Passagen, die aus Sicht der Phytotherapie interessant sind:</p>
<p><strong>1. Zum Hand-Fuss-Syndrom: Leinsamen-Bäder</strong></p>
<p>„So macht das Hand-Fuß-Syndrom vielen Krebspatienten sehr zu schaffen. Die Haut an Handflächen und Fußsohlen wird immer dünner, ist gerötet und tut so höllisch weh, dass der Kranke oft nicht einmal eine Gabel halten kann, berichtete Prof. Beuth. Hier hilft ein warmes Leinsamen- Hand/Fuß-Bad. Dazu werden zirka fünf Esslöffel geschrotete Leinsamen fünf Minuten gekocht, man lässt das Ganze abkühlen und badet dann Hände und Füße fünf bis zehn Minuten lang darin. Die Schmerzen lassen nach und die Abheilung wird gefördert, so die Erfahrung des Experten.“</p>
<p><strong>2. Mukositis (Mundschleimhautentzündung): gefrorene Ananas-Stückchen</strong></p>
<p>„Bei quälender Mukositis empfiehlt Prof. Beuth den Patienten, gefrorene Ananasstückchen zu lutschen. Die Frucht, die durch ihre Säuren in aufgetautem Zustand auf der Schleimhaut unerträglich brennen würde, bringt gefroren Linderung, und die direkte Enzymwirkung verkürzt die Krankheitsdauer.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=106321&amp;dspaid=902164</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>- Leinsamen-Schleim wird auch für Spülungen zur Vorbeugung und Linderung von Mukositis (Mundschleimhautentzündung) empfohlen.</p>
<p>- Ananas enthält Bromelain, ein Enzym mit eiweisspaltender Wirkung. Ananas wird beim Thema Mukositis auch erwähnt im Buch „Klinische Ernährungsmedizin“ (Hrsg. Maximilian Ledochowski, Springer 2009):</p>
<p>„Ungezuckerter Ananassaft zu runden Eiswürfeln gefroren kann prophylaktisch gegen Mukositis eingesetzt werden. Dabei wirkt das Ananas-Enzym Bromelain antiinflammatorisch und abschwellend und das Eis im Sinne einer Kryotherapie.“</p>
<p>(antiinflammatorisch = entzündungswidrig, Kryotherapie = Kältetherapie)</p>
<p>- Der Experte Prof. Dr. Josef Beuth ist Direktor am Institut für wissenschaftliche Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Medizinischen Fakultät der Universität Köln.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Grüntee gegen Krebs &#8211; was ist davon zu halten?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/22/gruntee-gegen-krebs-was-ist-davon-zu-halten.html</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 21:51:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grüntee wird seit Jahren intensiv erforscht bezüglich allfälliger Wirkungen gegen Krebs. Die Suche nach ergänzenden Verfahren aus der Komplementärmedizin für den Bereich der Onkologie braucht viel Sorgfalt, damit nicht unerfüllbare Hoffnungen geweckt werden Jutta Hübner bewertet den aktuellen Stand des Wissens zum Thema Grüntee &#038; Krebs. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage, ob man mit Grüntee tatsächlich Krebs verhindern kann, ist nach wie vor umstritten. Dies erklärte Jutta Hübner,  Ärztliche Leiterin der Komplementären Onkologie des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen in Frankfurt auf einem Praxis Update. So erlaubt ein Cochrane-Review, das 951 Veröffentlichungen mit über 1,6 Millionen Teilnehmern auswertete, nur die folgenden Aussagen:</p>
<p>- Die Studienresultate zum Risiko für Karzinome des Verdauungstraktes sind hochgradig widersprüchlich.</p>
<p>- Grüntee reduziert wahrscheinlich nicht die Sterberate beim Magenkarzinoms (Magenkrebs).</p>
<p>- Studien mit höherer Methodenqualität und die einzige randomisierte kontrollierte Studie sprechen für ein reduziertes Prostatakarzinomrisiko.</p>
<p>- Für das Harnblasenkarzinom besteht möglicherweise ein höheres Risiko.</p>
<p>In einer ganz aktuellen Grüntee-Studie zeigte sich ein deutlicher vorbeugender Effekt, wenn der Tee nicht heiß, sondern mit moderater Temperatur getrunken wurde. Zudem hat eine andere Untersuchung von 2010 gezeigt, dass der Genuss von mehr als drei Tassen Grüntee pro Tag das relative Risiko für ein Rezidiv (Rückfall) bei Mammakarzinom (Brustkrebs) auf 0,73 reduziert. Insgesamt bestehe für den Grüntee eine „brauchbare“ Evidenz, erklärte Jutta Hübner.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Medical Tribune, MTD, Ausgabe 24 / 2010 S.17,</p>
<p>http://www.medical-tribune.de/patienten/news/26512/</p>
<p>Kommentare &amp; Ergänzung:</p>
<p>Schade, dass die Quelle für die Studie aus dem Jahr 2010 zum Rezidivrisiko bei Brustkrebs in der Medical Tribune nicht aufgeführt ist. Jutta Hübner ist aber eine sehr fundierte Expertin im Bereich der komplementären Onkologie. Es gibt im Bereich der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>nicht wenige „Experten“, denen es an selbstkritischer Distanz zu den eigenen Methoden mangelt. Dann wird plötzlich alles toll, was an Komplementärmedizin angeboten wird, Grenzen und Schwachpunkte werden ausgeblendet. Jutta Hübner gehört nicht zu diesen einseitigen „Komplementärmedizin-Aposteln“. Was ich bisher von ihr gelesen habe zum Thema „Krebs &amp; Komplementärmedizin“, ist sehr sorgfältig und differenziert.</p>
<p>Von Jutta Hübner ist ein informatives Buch erschienen, das sich mit ergänzenden Massnahmen im Bereich Komplementärmedizin &amp; Krebs befasst:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html">Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/04/polyphenole-aus-beeren-gegen-degenerative-gehirnerkrankungen.html</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 15:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Polyphenole sind bedeutende Inhaltsstoffe von Heilpflanzen. In der Phytotherapie wochtig sind die Flavonoide und die Anthocyane. Polyphenole in Beeren werden intensiv erforscht. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer oft Heidelbeeren, Erdbeeren und Brombeeren konsumiert, sorgt damit für ein gutes Gedächtnis im Alter vor. Denn gewisse Inhaltsstoffe solcher Beeren helfen dem Gehirn dabei, giftige Eiweiße zu zerstören. Das berichten Wissenschaftler beim Treffen der American Chemical Society. Sie erforschten die Wirkung von Polyphenolen, die dem oxidativen Stress bei degenerativen Gehirnerkrankungen, Herzproblemen, Krebs und anderen Alterskrankheiten entgegenwirken.</p>
<p>Dass Beeren den Nervenverfall im Alter verlangsamen und dabei die Lern- und Erinnerungsfähigkeit aufrecht erhalten, wurde schon früher an Ratten gezeigt. Nun untersuchten die Wissenschaftler die sogenannten Mikroglia-Zellen. Vergleichbar mit einer Müllabfuhr entfernen diese den biochemischen Abfall im Gehirn, welcher sonst die Funktion der Neuronen verschlechtert, und rezyklieren ihn. Dieser als &#8220;Autophagie&#8221; bezeichnete Vorgang funktioniert im Alter immer schlechter, obwohl hier erhöhter Entsorgungsbedarf besteht.</p>
<p>Am Gehirnmodell einer Maus konnte nun gezeigt werden, dass Extrakte aus Heidelbeeren, Erdbeeren und Brombeeren die Aktivität von jenem Eiweiss unterbinden, das im Alter die Autophagie unterbricht. Damit unterstützen die Beeren die Arbeit der &#8220;Müllabfuhr-Zellen&#8221;. &#8220;Unsere Forschung ist die erste, die diesen Effekt bei Beeren nachweisen kann&#8221;, erklärt die Studienleiterin Shibu Poulose.</p>
<p>&#8220;Die antioxidant wirkenden Inhaltsstoffe stecken vor allem in den Bestandteilen, die beim Pressen als Reststoffe zurückbleiben. Also in der Haut und in den Kernen&#8221;, berichtet die Lebensmitteltechnologin Marie Bildstein vom Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven gegenüber pressetext. Selbst gefrorene Beeren enthalten Polyphenole und ebenso zu Marmelade verarbeitete Beeren, sofern die Einkochtemperatur nicht zu hoch war. &#8220;Allerdings sind antioxidante Wirkstoffe empfindlich auf Licht und Temperatur und gehen auch bei zu langer Lagerung verloren.&#8221;</p>
<p>Das Interesse der beerenverarbeitenden Industrie an Polyphenolen ist gross. Bildstein arbeitet in einem EU-Projekt, welches neben der Wirkung dieser gesundheitsfördernden Stoffe auch deren Integration in Produkten untersucht. &#8220;Safthersteller brauchen etwa die Möglichkeit, Rückstände aus der Presse zu verwenden. Der klassische Weg dazu sind Lösungsmittel, wir wollen es jedoch mit Enzymen schaffen. Das ist schonender.&#8221; Die Expertin rechnet damit, dass Resultate dazu noch bis Jahresende vorliegen werden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=31300</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der gesundheitliche Nutzen von Beeren wird in den letzten Jahren intensiv erforscht, was zu sehr interessanten Resultaten geführt hat. Allerdings handelt es sich sehr oft um Laboruntersuchungen, deren Übertragbarkeit auf den lebendigen Organismus ungeklärt bleibt. Wenn Beereninhaltsstoffe am „Gehirnmodell einer Maus“ als „Müllabfuhr“ dienen, heisst das noch lange nicht, dass sie diese Funktion auch im älter werdenden Gehirn von Menschen erfüllen.</p>
<p>Zur Diskrepanz zwischen Laborergebnissen und fehlenden Langzeitstudien mit Menschen siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/03/polyphenole-fur-herz-kreislauf-schwache-datenlage.html">Polyphenole für Herz &amp; Kreislauf &#8211; schwache Datenlage</a></p>
<p>Interessant ist die Aussage, dass die wertvollen Inhaltsstoffe vor allem in denjenigen Bestandteilen stecken, die beim Pressen als Reststoffe zurückbleiben. In der Haut und in den Kernen also. Und dass selbst gefrorene Beeren Polyphenole enthalten und ebenso zu Marmelade verarbeitete Beeren, sofern die Einkochtemperatur nicht zu hoch war.</p>
<p>Es gibt verschiedene Gruppen von Polyphenolen, die in der Phytotherapie als Bestandteile von Heilpflanzen bedeutsam sind, Flavonoide beispielsweise oder die blau-violetten Anthocyane, die auch in Beeren vorkommen (Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren u.a.).</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>[Buchtipp] Aloe, Ginkgo Mistel &amp; Co, von Jutta Hübner</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 12:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. [Buchtipp] Aloe, Ginkgo Mistel &#038; Co, von Jutta Hübner.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>
<div><strong><a href="http://ad.zanox.com/ppc/?9057643C1140316293T&amp;ULP=[[3794526910]]" target="_blank"><img class="alignleft" title="aloe_ginkgo_mistel_co" src="http://heilpflanzen-info.ch/cms/wp-content/uploads/2010/05/aloe_ginkgo_mistel_co.jpg" alt="" width="129" height="180" /></a>Verlagsbeschreibung</strong></div>
</h1>
<p><strong>Enzyme gegen Krebs, helfen die wirklich? Sind ergänzende Wirkstoffe auch für mich und meine Krebserkrankung geeignet? Woher bekomme ich verlässliche Informationen?</strong></p>
<div><strong> </strong>Dies sind Fragen, die sich krebskranke Patienten und ihre Angehörigen sehr oft stellen. Unbehagen gegenüber einer hochtechnisierten Medizin, gleichzeitig die Hoffnung auf sanfte, aber wirkungsvolle Hilfe aus der Natur sind Anlass, um nach Alternativen Ausschau zu halten.</div>
<p>In den Medien findet sich eine unüberschaubare Informationsflut zu oft plakativ angepriesenen ergänzenden, sogenannten ‘komplementären’ Wirkstoffen in der Krebsbehandlung. Je nach Seriosität des Anbieters versprechen diese zum Teil wahre Wunderdinge und wecken so überzogene Hoffnungen bei den Betroffenen. Auf der anderen Seite gibt es bei Schulmedizinern gelegentlich auch eine von Vorurteilen bestimmte Skepsis gegenüber komplementären Ansätzen, die Patienten in ihrem Kampf gegen die Krankheit durchaus entmutigen kann.</p>
<p>Verlässliche Informationen und fundierten Rat erhalten Sie hier.</p>
<p>Die erfahrene, auf Krebsbehandlung spezialisierte Ärztin Dr. med. Jutta Hübner gibt kompetent Auskunft zu allen wichtigen Fragestellungen rund um die komplementärmedizinischen Wirkstoffe. Besonders berücksichtigt sie dabei die Frage, bei welchen Krebserkrankungen und Behandlungsfolgen eine ergänzende Behandlung sinnvoll ist.</p>
<p>117 gängige Wirkstoffe von A(loe) bis Z(itrusflavonoide) werden erstmals im Überblick dargestellt, nach klinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen beurteilt und mit klaren, verständlichen Empfehlungen versehen. Was taugen diese Wirkstoffe wirklich? Wann und in welcher Form lassen sie sich am effektivsten einsetzen? Wovon sollten Patienten besser die Finger lassen?</p>
<p>Ein hilfreicher und zuverlässiger Ratgeber für eine sinnvolle ergänzende Krebstherapie im Angebotsdschungel der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin.</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/wp-content/uploads/2010/05/aloe_ginkgo_mistel_co.jpg"></a>Mehr zum Werk:</p>
<p>Wie kommt es zu einer Krebserkrankung?</p>
<p>Tumortherapie, was bewirken ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung?</p>
<p>Wissenschaftliche Studien und was Sie dazu wissen müssen</p>
<p>Wann sind Medikamente erstattungsfähig?</p>
<p>Ernährung, welche Rolle spielt sie bei der Vorbeugung einer Krebserkrankung?</p>
<p>Ernährung und Bewegung, wie wichtig sind sie während einer Strahlen- und/oder Chemotherapie?</p>
<p>Bei welchen Krebs- und Therapiefolgeerkrankungen ist eine komplementärmedizinische Behandlung sinnvoll?</p>
<p>Die 117 ergänzenden Wirkstoffe: alphabetisch von A(loe) bis Z(itrusflavonoide) <a href="http://ad.zanox.com/ppc/?9057643C1140316293T&amp;ULP=[[3794526910]]" target="_blank"><strong>Zum Shop</strong></a></p>
<p><a href="http://ad.zanox.com/ppc/?9057643C1140316293T&amp;ULP=[[3794526910]]" target="_blank"><img class="size-full wp-image-629 alignnone" title="Einkaufskorb" src="http://heilpflanzen-info.ch/cms/wp-content/uploads/2010/05/Einkaufskorb.gif" alt="" width="29" height="21" /></a></p>
<h1><a href="http://ad.zanox.com/ppc/?9057643C1140316293T&amp;ULP=[[3794526910]]" target="_blank"></a>Kommentar:</h1>
<h2>Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co</h2>
<div>Unzählige Wirkstoffe aus Heilpflanzen werden zur Vorbeugung oder zur ergänzenden Behandlung von Krebs propagiert. Zum grossen Teil handelt es sich dabei um unsinnige Versprechungen, doch gibt es auch interessante Wirkstoffe. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen ist keine leichte Aufgabe.</div>
<p>Dr. med. Jutta Hübner ist Sprecherin des Arbeitskreises komplementäre onkologische Medizin in der Deutschen Krebsgesellschaft und zudem Chefärztin einer onkologischen Klinik. Sie ist eine qualifizierte Expertin und damit bestens geeignet als Autorin dieses Buches. Vor allem trennt sie sauber zwischen Forschungsergebnissen, die im Labor gewonnen wurden, und den Resultaten von Studien mit Patienten. Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum, vorschnell von positiven Laborresultaten auf entsprechende Wirkungen bei Krebskranken zu schliessen.</p>
<p>Aus phytotherapeutischer Sicht hat das Buch Schwächen im Bereich Wirkstoffkunde, beispielsweise wenn Thymian, Sonnentau und Süssholz zu den schleimhaltigen Heilpflanzen gezählt werden. In dieser Hinsicht würde ich dem Buch nicht trauen. Allerdings habe ich keinen wirkstoffkundlichen Irrtum gefunden, der für die Therapie relevant wäre. Das sind eher „Schönheitsfehler“. Das gilt auch für die Illustration im Abschnitt „Teufelskralle“, wo anstelle der südafrikanischen Harpagophytum procumbens, die als Heilpflanze verwendet wird, unsere einheimische Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) abgebildet ist. Eine Verwechslung, die ziemlich häufig geschieht.</p>
<p>Das Buch „Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co“ eignet sich gut zur Orientierung für den Bereich pflanzlicher Wirkstoffe im Umfeld der Onkologie.</p>
<p>Besprochen werden unter anderem folgende Wirkstoffe / Heilpflanzen:</p>
<p>Aloe, Amygdalin, Anamu (Petiveria alliacea), Anthocyane, Apigenin, Arganöl, Arginin, Avemar®, Ballonerbse (Sutherlandia frutescens), Beifuss (Artemisia annua anamed), Biobran®, Brennessel, Cannabis (Hanf, Cannabis sativa), Canthaxanthin, Capsaicin, Carnitin, Carnesol, Chinesischer Engelwurz (Angelica sinensis), Chlorogensäure, Cimetidin, Coenzym Q10 / Ubichinon, Cumarin, Curcumin, Ellagsäure, Emodin, Eugenol, Faktor AF 2, Ferulasäure, Flor Essence® / Essiac®, Folsäure, Galactose, Galavit®, Geraniol, Ginkgo (Ginkgo biloba), Ginseng (Panax ginseng), Glucarat, Glutamin, Gluthathion, Granatapfel (Punica granatum), Grüntee (Camellia sinensis), Haifischknorpelextrakt, Honig, Honokiol (Magnolia officinalis), Hydrazinsulfat, Indol-3-Carbinol, Ingwer (Zingiber officinale), Inositol-Hexaphosphat, Isoflavone, Isothiocyanate, Kaempherol, Kaffeesäureester, Katzenkralle (Uncaria tormentosa), Knoblauch, Allium sativum, Kombucha, Lapacho Leinsamen, Leinöl, Lignane Limonen, Lutein, Lycopin, Mariendistel (Silybum marianum) Melatonin, Melittin, Mistel (Viscum album), Zitruspektin, Moosbeere, Cranberry (Vaccinium macrocarpon, Myrobalanen (Terminalia), N-Acetylcystein, Noni (Morinda citrifolia), Oleanolsäure, Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren, Oridonin, PC-SPES / Prostasol®, Perillylalkohol, Polyerga®, Probiotika, Propolis, Proteaseinhibitoren, Quercetin, Resveratrol, Rooibos (Aspalathus linearis), Rutin, Saikosaponine, Schlafbeere (Withania somnifera), Scutellaria (Scutellaria baicalensis), Selen, Sojasaponine, Spirulina, Squalen, Süssholrwurzel (Glycyrrhiza glabra), Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Theanin, Thymus, Tragant (Astragalus), Traubenkernöl, Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), Ukrain, Ursolsäure, Weidenrinde, Weihrauch (Boswellia), Zeaxanthin, Zeolithe, Zink, Zitrusflavonoide,</p>
<p>Und es werden folgende Krebs- und Therapiefolgeerkrankungen besprochen. Bei denen Massnahmen aus Naturheilkunde / Komplementärmedizin sinnvoll sein können:</p>
<p>Appetitlosigkeit, Depression, Diarrhoe (Durchfall), Erschöpfung, Hustenreiz, Leberschädigung, Lymphödem, Magenschleimhautentzündung, Meteorismus (Blähungen) Mundschleimhautentzündung, Obstipation (Verstopfung), Schädigung des Herzmuskels, Schädigung des Immunsystems, Schlafstörungen, Schmerzen, Strahlentherapiefolgeschäden, Übelkeit, Wechseljahrbeschwerden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe</h2>
<h2>Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse</h2>
<h2>Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Deutschland: Verschreibung von Cannabis soll vereinfacht werden</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 08:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cannabis-Medikamente sollen in Deutschland zugelassen werden, zum Beispiel bei Krebs (Linderung von Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie), bei AIDS (Appetitlosigkeit), bei Multiple Sklerose (Linderung von Spastik).
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland sollen künftig Cannabis-Medikamente leichter auf Rezept zu erhalten sein. Nach FDP-Angaben haben die Koalitionsfraktionen grundsätzlich Einigung erzielt über eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelrechts. Die Gesetzesänderung solle ermöglichen, Cannabis-Medikamente in Deutschland herzustellen und für eine Behandlung zu verschreiben. Auch die Versorgung sterbender Menschen will die Koalition verbessern, um in der letzten Lebensphase deren Schmerzen zu lindern. Heime und Hospize dürften dann über Notfallvorräte an Betäubungsmitteln verfügen. «Damit stehen schwerstkranken Menschen jederzeit schmerzlindernde Mittel zur Verfügung», sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagfraktion, Ulrike Flach.</p>
<p>Bislang müssen Betroffene oft langwierig mit Behörden, Ärzten und Kassen um die Nutzung von Cannabis-Arznei kämpfen. Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft «Cannabis als Medizin» (ACM) dürfen derzeit bundesweit nur 40 Patienten derartige Medikamente aus der Apotheke beziehen. Vor knapp zwei Jahren hatten Union, SPD und FDP im Bundestag noch gegen die erleichterte Verwendung von Cannabis in der Medizin votiert. Die Kritiker warnten damals hauptsächlich vor dem Suchtpotenzial und zweifelten am medizinischen Nutzen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&amp;Nachricht_ID=34892&amp;Nachricht_Title=Nachrichten_Cannabis%3A+Verschreibung+wird+vereinfacht&amp;type=0</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Interessante Ankündigung, doch ist bleibt im Moment noch offen, ob den Worten auch Taten folgen.</p>
<p>Die Entkriminalisierung der medizinischen Anwendung von Cannabis &#8211; zum Beispiel zu Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatienten unter Chemotherapie, gegen Appetitlosigkeit bei AIDS und Krebs, zur Linderung der Spastik bei Multiple Sklerose – ist überfällig.</p>
<p>Schwerkranken ein Heilmittel vorzuenthalten, das ihre Beschwerden lindert (und zudem sehr wenig kostet), ist unverantwortlich. Die Warnung vor dem „Suchtpotenzial“ als Gegenargument ist im Kontext medizinischer Anwendung sehr schwach. In der Medizin werden zahlreiche Substanzen als Arznei eingesetzt, deren Suchtpotenzial wesentlich klarer auf der Hand liegt als bei Cannabis. Im Rahmen der medizinischen Anwendung bei Schwerkranken kann dies meines Erachtens kein ernsthaftes Argument sein.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Anti-Aging mit Salbei?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/17/anti-aging-mit-salbei.html</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 18:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grosse Versprechungen bezüglich Anti-Aging mit Salbei, Rosmarin, Thymian, Olivenöl etc. 
Heilpflanzen und Anti-Aging.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Salbei: Hervorragende Anti-Aging-Substanz“, so titelt die österreichische Zeitung „Die Presse“.</p>
<p>Schauen wir uns doch einmal genauer an, was sich hinter diesem etwas gar  reisserischen Titel versteckt.</p>
<p>Hier zuerst eine bearbeitete Zusammenfassung und anschliessend einen Kommentar:</p>
<p>„Rosmarin, Thymian und Co bekämpfen freie Radikale und Entzündungen. Reichlicher und regelmäßiger Gebrauch ist aber Voraussetzung. Auch Tee und Olivenöl haben viele positive Wirkungen“, so beginnt der Text, und fährt dann fort:</p>
<p>„’Wie kann ein Mann sterben, der Salbei in seinem Garten hat?’, fragte sich einst Avicenna, einer der größten persischen Ärzte, um das Jahr 1000. Salbei ist in der Tat ein wahrer Gesundheitsstar unter den Gewürzen, weiß die heutige Wissenschaft, die immer mehr Pflanzen immer öfter mit modernen Methoden analysiert.“</p>
<p>„Salbei ist wirklich eine hervorragende Anti-Aging-Substanz“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Markus Metka. „Wahrscheinlich“, ergänzt der Präsident der Anti-Aging-Gesellschaft Österreichs, „liegt das Geheimnis der Langlebigkeit von Kretern nicht nur in Olivenöl, Fisch, Gemüse und Rotwein; die gesunden Wirkungen von Gewürzen wurden bisher viel zu wenig beachtet.“</p>
<p>Auch Schutz vor Krebs?</p>
<p>Neben Salbei sollen auch noch Rosmarin, Thymian und Knoblauch besonders wertvolle gesundheitliche Vorteile für uns Menschen aufweisen. Aber auch die meisten anderen Gewürze haben günstige Effekte. Die beruhen, grob gesagt, auf drei Wirkmechanismen: Ihre sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind antioxidativ, bekämpfen also schädliche freie Radikale, und wirken antientzündlich. Metka sagt dazu: „Erst in den letzten Jahren ist bewusst geworden, dass permanente stille, schleichende Entzündungen im Körper mit den Jahren fatale Folgen haben können, von Diabetes und Herzinfarkt über Schlaganfall bis zu Alzheimer und Krebs.“ Aus der antioxidativen und antiinflammatorischen (=entzündungshemmenden) Wirkung heraus folge auch ein Schutz vor Krebserkrankungen (Chemoprävention).</p>
<p>Antidiabetikum Oregano</p>
<p>Grundsätzlich sollen mehr oder weniger alle Gewürze diese dreifache Gesundheitswirkung aufweisen, die einen mehr, die anderen weniger, Salbei etwas viel mehr. Allerdings: „Mit einer Prise ist&#8217;s nicht getan, diese Menge ist medizinisch absolut wirkungslos. Erst der reichliche und regelmäßige Gebrauch von Gewürzen bringt einen Nutzen hinsichtlich Anti-Aging und Krankheitsvorbeugung“, hält Metka fest.</p>
<p>Zu den kraftvollen Gewürzen gehören auch Zimt und Oregano, „die sind quasi Antidiabetika und beeinflussen den Glukosestoffwechsel äußerst positiv.“ Aber auch indische Gewürze wie etwa Kurkuma zählen zur Kategorie „Würzmedizin“ (Kurkuma kann bis zu einem gewissen Grad Darmkrebs und Morbus Alzheimer vorbeugen).</p>
<p>Und beim Grüntee-Inhaltsstoff Epigallat kommt Metka fast ins Schwärmen: „Unglaublich antioxidativ, großartig antiinflammatorisch, stark in der Chemoprävention.“ Wobei – so der Fachmann – der Schwarztee „nicht schlecht ist“, der Grüne Tee „schon sehr gut“ und der Matcha (der hochwertigste Tee Japans, zu Pulver gemahlener Grüntee) „der absolute Star“ sei. Matcha soll in seiner antioxidativen und antientzündlichen Wirkung zehnmal stärker als der normale Grüntee sein. Matcha, in Japan traditionell für die Teezeremonie eingesetzt, sei wahrscheinlich einer der wesentlichen Gründe, weshalb die Japaner die höchste Lebenserwartung haben.</p>
<p>Olivenöl gegen Schmerzen</p>
<p>In der Riege der gesunden Pflanzen dürfe freilich die Olive, respektive das Olivenöl, nicht fehlen. „Sein Inhaltsstoff Hydroxityrosol bekämpft freie Radikale 100-mal stärker als etwa Vitamin C. Außerdem ist diese Substanz enorm entzündungshemmend, kann sogar als Schmerzmittel verwendet werden“, erklärt Metka. Allerdings könne das nur ein qualitativ wirklich hochwertiges Öl mit reichlich Polyphenolen. Woran jedoch erkennt man die gesundheitsfördernde Qualität?</p>
<p>„Eine neue Dimension in Bezug auf Qualität und gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sind die nach der Veronelli-Methode produzierten sortenreinen Jahrgangs-Olivenöle“, sagt Metka. Das Entscheidende an dieser Methode sei aber, dass die Oliven vor der Pressung entkernt werden. „Diese aufwendige Methode wurde bereits in der Antike wegen der wesentlich längeren Haltbarkeit des Olivenöls angewendet. Heute gilt als wissenschaftlich bewiesen, dass Olivenöl von entkernten Oliven wesentlich höhere Anteile an gesundheitsfördernden Polyphenolen aufweist als konventionell produziertes Olivenöl, bis zum zehnfachen Wert allein an Hydroxytyrosolen. Es gilt als gesichert, dass der Kern der Olive Enzyme beinhaltet, die sich negativ auf den Polyphenolgehalt auswirken.“</p>
<p>Auch am Preis könne man gute Öle erkennen, betont Metka: Unter 15,20 Euro pro Liter sei ein gesundheitlich hochwertiges Olivenöl nicht zu bekommen. Außerdem sei bei guten Ölen der Gehalt von Polyphenolen angegeben.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://diepresse.com/home/gesundheit/545008/index.do?_vl_backlink=/home/gesundheit/index.do</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Artikel scheint mir erstens ziemlich reisserisch und zweitens auch noch völlig „wischiwaschi“.</p>
<p>Es ist nur schon sehr fraglich, ob man einfach so allgemein sagen kann, Rosmarin, Thymian, Salbei und Co. seien gesund. Grundsätzlich, generell gesund. Sie sind allenfalls gesund in einem bestimmten Bereich, bezogen auf bestimmte Beschwerden. Thymian beispielsweise bei produktivem Husten, Salbei bei Schleimhautentzündungen im Mund oder bei Halsschmerzen.</p>
<p>Und dass nun auch noch die Heilpflanzen und die unschuldige Salbei für das unsägliche Anti-Aging-Theater herhalten müssen, das musste ja so kommen.</p>
<p>Mit Salbei kann man sich also gegen das Älterwerden stemmen? Wie denn genau? Dreimal täglich gurgeln? Oder sich überwiegend von Salbei ernähren?</p>
<p>Und wie genau vertreibt Salbei das Alter?</p>
<p>Im Text wird vor allem auf antioxidative Eigenschaften hingewiesen (Radikalfänger).</p>
<p>Nun sind die Radikalfänger seit einigen Jahren der Renner im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Ihnen wird alles zugetraut. Sie sollen gegen Krebs und  viele andere Krankheiten schützen und halt auch allgemein vor dem Alterungsprozess. Die Forschungsergebnisse sind da wesentlich weniger eindeutig als die Versprechungen. Inzwischen weiss man, dass die vielgescholtenen freien Radikale auch positive Eigenschaften haben und dass allzu hohe Dosen von Antioxidantien  schädlich wirken können.</p>
<p>Ausserdem strotzen Früchte und Gemüse vor Antioxidantien und am gesündesten ist wohl einfach die Vielfalt, wenn man es schon so pauschal ausdrücken will.</p>
<p>Reisserisch ist auch der Abschnitt über Antidiabetika. Bei Zimt gibt es positive Hinweise auf eine günstige Wirkung bei Altersdiabetes, was aber noch weiterer Prüfung bedarf. Die Empfehlung von Oregano schwebt irgendwo in der Luft ohne fundierte Belege.</p>
<p>Skeptisch machen sollten in diesem Artikel die vielen Superlative:</p>
<p>Hervorragende Anti-Aging-Substanz, äusserst positiv, unglaublich antioxidativ, großartig antiinflammatorisch, stark in der Chemoprävention, enorm entzündungshemmend, der absolute Star.</p>
<p>So reden Verkäufer, Propagandisten, allenfalls Missionare. Täusche ich mich, oder ist der Artikel ein Werbetext für ein bestimmtes Olivenöl?</p>
<p>Dieser Text ist meines Erachtens ein Beispiel dafür, wie kritisch man Gesundheitsinformationen lesen sollte, weil in den meisten Medien jede Qualitätskontrolle fehlt.</p>
<p>Übrigens: Meines Wissens folgt in einem alten Kräuterbuch auf den beliebten Satz: „Warum soll der Mensch sterben, wenn doch Salbei in seinem Garten wächst“, der Nachsatz: „Gegen den Tod ist kein Kräutchen gewachsen.“ Womit die Sache wieder in die richtige –menschliche – Relation gerückt wird. Quelle habe ich allerdings nicht mehr gefunden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Vom Umgang mit Krankheit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/14/vom-umgang-mit-krankheit.html</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 12:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ehemalige Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer spricht über die Genesung von ihrer Krebserkrankung und darüber, welche Äusserungen ihr gut getan haben, und welche nicht.Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der „Tages-Anzeiger“ veröffentlichte am 11. August 2010 ein Interview mit der ehemaligen Regierungsrätin Rita Fuhrer, die nach einer Krebserkrankung auf dem Weg der Genesung ist. In diesem Gespräch gibt es eine Passage, die mir für den Umgang mit Krankheit sehr bedenkenswert scheint. Der Interviewer fragt:</p>
<p>„Gibt es auch Reaktionen, die Sie stören?“ – Darauf Rita Fuhrer: „Anfangs schon. Viele sagten mir: Du schaffst das. Sie bekommen das in den Griff, Frau Fuhrer. Ich hätte wohl früher auch so reagiert. Aber jetzt, wo ich selber krank bin, haben mir solche ‚Aufmunterungen’ das Gefühl gegeben, allein für meine Genesung verantwortlich zu sein. Ich war sehr verunsichert und hoffte auf Hilfe von meinen Bekannten und natürlich von der Medizin. Ich fand es viel wohltuender, wenn mir jemand sagte, Frau Fuhrer, ich denke an Sie.“</p>
<p>Diese Aussage zeigt deutlich den heiklen Punkt solcher gut gemeinter „Aufmunterungen“. Sie kommen oft eher als Distanzierung an. Ich glaube, dass sich die „Aufmunterer“ damit ein Stück weit den Schrecken einer schlimmen Krankheit wie Krebs vom Leibe halten. Die Aussage, „Sie bekommen das in den Griff, Frau Fuhrer“, impliziert ja auch, dass man das in den Griff bekommen kann, also auch der „Aufmunterer“ selber, sollte es ihn oder sie ebenfalls treffen. Das ist eine Illusion, weil Menschen fragile Wesen sind und krankheitsanfällig. Manches gesundheitliche Problem bekommen wir zwar in den Griff, andere aber leider ganz und gar nicht. Das macht Angst. Und es sind Ohnmachtserfahrungen, wenn wir plötzlich wie aus heiterem Himmel von einer schweren Krankheit befallen zu werden. Mit Aussagen wie „Sie bekommen das in den Griff, Frau Fuhrer“, wehrt man solche eigenen Ängste und Ohnmachtsgefühle ab. Damit verbunden ist meines Erachtens auch eine subtile Verabschiedung aus der mitmenschlichen Solidarität mit den Kranken, die auf der Basis einer gemeinsamen Fragilität und Gefährdung aller Menschen steht. Krebs zum Beispiel könnte Jeden und Jede treffen – das macht nicht nur Angst, es verbindet auch.</p>
<p>„Frau Fuhrer, ich denke an Sie“ – diese Aussage schafft dagegen Kontakt und  verbindet die beteiligten Menschen.</p>
<p>Es scheint mir sehr wichtig, dass wir im Umgang mit Krankheit und kranken Menschen auf solche mehr oder weniger subtilen Distanzierungen achten – und wo immer möglich statt dessen kontaktreich reagieren.</p>
<p>Auf mehr oder weniger subtile Distanzierungen treffe ich auch immer wieder im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin.</a> Zum Beispiel in Form der Vorstellung, dass alle Krankheiten psychisch bedingt sind, und dass wer gesund werden will, es nur wollen muss. Dem zugrunde liegt die Vorstellung, dass wir das Steuer betreffend Gesundheit und Krankheit in uns selber tragen in Form der richtigen Einstellung, dem richtigen Willen etc.</p>
<p>Auch diese Vorstellung verschliesst die Augen vor der menschlichen Fragilität und lindert Angst und Ohnmacht, die mit dem Ausgeliefert sein an unkontrollierbare Krankheitsprozesse verbunden sind. Diese Verdrängung kostet aber ihren Preis. Zwar werden möglicherweise Angst und Ohnmachtsgefühle vermindert, doch steht dafür oft das Thema Schuld im Raum. Wer krank bleibt, weil er es nicht schafft, richtig zu denken und gesund werden zu wollen, macht etwas falsch. An diesem Punkt kippt diese Vorstellung nicht selten ins Menschenverachtende und in eine nur schwer erträgliche Arroganz gegenüber chronisch kranken Menschen. Aber die illusionäre Vorstellung, man könne jede Krankheit mit der richtigen Einstellung besiegen, ist halt zu verlockend. Wichtig scheint mir jedoch vor allem, dass wir die damit verbundene Distanzierung von chronisch Kranken und die Entsolidarisierung sehen. Dass solche höchst einseitigen Vorstellungen dann manchmal gar noch als „ganzheitlich“ dargestellt werden, ist sehr skurril. Wenn alle Ursachen von Krankheiten ausschliesslich in der Psyche gesehen werden, dann ist dies ausgesprochen reduktionistisch: Die körperliche Basis des Menschen als Quelle von Krankheit? Ausgeblendet! Kommt nicht vor. Hier zeigt sich die altüberlieferte Körperfeindlichkeit in „neu-esoterischem“ Gewand. Aber ja, mit unserer materiell-körperlichen Seite sind wir unzähligen Gefahren ausgesetzt, während man sich vormachen kann, dass Geist und Psyche alle körperlich-materiellen Hindernisse und Einschränkungen überwinden.</p>
<p>Umweltfaktoren als Ursachen von Krankheiten? Feinstaub? Dieselabgase? – Offenbar kein Thema.</p>
<p>Gene als Ursache für gewisse Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten? Offenbar kein Thema.</p>
<p>Soziale Bedingungen als Ursache für Krankheiten? Mangelnde Bildung?  Desolate Arbeitsbedingungen? Kein Thema!</p>
<p>Nur deine Psyche, dein Bewusstsein, dein Wille entscheidet über Gesundheit und Krankheit. Mehr Reduktionismus scheint mir kaum möglich.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  "> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/01/grosse-qualitatsunterschiede-bei-heilpflanzen-praparaten.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 20:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für die Phytotherapie ist es nicht nur wichtig, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit optimal eingesetzt wird. Genauso wichtig ist, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze zur Anwendung kommen soll. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift „Viamedici“ spricht ein wichtiges Thema an: Die Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten:</p>
<p>„ Johanniskraut gegen Depressionen, Mistel bei Krebs, Weißdorn bei Herzinsuffizienz &#8230; &#8211; so oder ähnlich lauten die Headlines in naturheilkundlichen Ärztezeitschriften. &#8220;Gesundheitssendungen&#8221; im Fernsehen schüren das Interesse der Patienten und erwecken oft ungerechtfertigte Hoffnungen. Gerade im Bereich der Phytotherapie die Spreu vom Weizen trennen zu können, ist keine leichte Aufgabe für Ärztin oder Arzt. Es gibt durchaus Phytotherapeutika, deren klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit weitgehend nach schulmedizinischen Kriterien nachgewiesen sind. Ein Problem bei der Bewertung von Pflanzenpräparaten ist jedoch die Standardisierung. Denn die Pflanzenextrakte sind Vielstoffgemische, die von Präparat zu Präparat variieren &#8211; je nach Zusammensetzung, Konzentration und Extraktionsverfahren. Johanniskrautpräparat ist also nicht gleich Johanniskrautpräparat. Auf einen standardisierten Extrakt, eine klare Deklaration der Inhaltsstoffe und eine exakte Dosierung kommt es an.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.thieme.de/viamedici/medizin/alternativ/phytotherapie1.html#anker2</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Hinweis ist für die Phytotherapie sehr wesentlich. Genau genommen kann man also nicht sagen:</p>
<p>Johanniskraut wirkt gegen Depressionen</p>
<p>Weissdorn lindert Herzschwäche</p>
<p>Echinacea steigert die Aktivität des Immunsystems</p>
<p>Mariendistel schützt die Leber</p>
<p>Etc&#8230;&#8230;.</p>
<p>Man müsste sagen: Weissdorn in dieser bestimmten Form (Tinktur, Extrakt, Tee), dieser bestimmten Konzentration und Dosierung, verbessert die Arbeit des Herzmuskels.</p>
<p>Das heisst: Es geht in der Phytotherapie nicht nur darum zu lernen, welche Heilpflanze gegen welches Leiden wirksam ist. Wir müssen (oder dürfen) uns auch sehr genau damit auseinandersetzen, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze optimal zur Anwendung kommen soll. Die Wichtigkeit dieser Frage ist aber vielen Leuten nicht klar. Daher werden auch zahlreiche Heilpflanzen-Präparate entwickelt, verkauft und konsumiert, die in ihrer Wirksamkeit sehr fraglich sind.</p>
<p>Falls Sie lernen wollen, wie sich die Spreu vom Weizen unterscheiden lässt, empfehle ich meine Lehrgänge <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=300&amp;lang=de&amp;ses=ec8da73d784c">„Heilpflanzen-Seminar“</a> oder <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=ec8da73d784c">„Integrative Phytotherapie“</a>.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15   ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Mistel-Wirkstoffe können Tumorwachtum hemmen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/05/18/mistel-wirkstoffe-koennen-tumorwachtum-hemmen.html</link>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 21:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Mistel-Wirkstoffe können Tumorwachtum hemmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Palliativtherapie und bei der Behandlung bösartiger Tumore kommen oft Mistelpräparate zum Einsatz. Denn die Mistel enthält als bedeutende Wirkstoffe unter anderem sogenannte Lektine.</p>
<p>Die Lektine lösen eine Reaktion des Immunsystems aus, die Krebszellen beseitigt, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin in Würzburg. Durch diese Wirkung könne das Tumorwachstum gehemmt werden. Nicht eingesetzt werden sollten Mistelpräparate allerdings bei einer Eiweißüberempfindlichkeit und chronischen Infektionen wie TBC.<br />
Die Mistel fand laut Johannes Gottfried Mayer zwar bereits im Jahr 400 vor Christus als Heilpflanze bei dem griechischen Arzt Hippokrates Erwähnung. Doch im 19. Jahrhundert sei sie fast vollständig aus der Medizin verschwunden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Mistel als Mittel gegen Krebs und gegen Bluthochdruck wieder ins Gespräch. Eine in Tierversuchen beobachtete Reduzierung des Blutdrucks konnte beim Menschen bislang klinisch nicht belegt werden.</p>
<p>Die botanisch Viscum album genannte Schmarotzerpflanze wächst auf nahezu allen Laubbäumen. Die Mistel kann ihr Wurzelwerk in alle Richtungen entwickeln. An günstigen Standorten bildet die immergrüne Mistel ein kugelförmiges Geäst aus.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.news.yahoo.com/26/20100511/thl-wirkstoffe-aus-der-mistel-knnen-tumo-b930478.html</p>
<p>www.klostermedizin.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:<br />
Ich schätze die Arbeit der „Forschergruppe Klostermedizin“ sehr. Hier lehnt sich Johannes Gottfried Mayer mit seinen Aussagen meines Erachtens aber ziemlich weit zum Fenster hinaus.<br />
Mistelextrakte bzw. Lektine haben zwar an Krebszellen im Labor tumorhemmende Eigenschaften gezeigt. Dass aber in Krebspatienten Krebszellen beseitigt und das Tumorwachstum gehemmt wird, das ist alles andere als klar. Je besser die Qualität der Studien, desto weniger lässt sich ein solcher Effekt der Mistelbehandlung feststellen. Ein Überlebensvorteil durch die Misteltherapie liess sich bisher jedenfalls nicht annähernd klar belegen. Es gibt Hinweise auf eine gewisse Verbesserung der Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen mit Mistelbehandlung, wobei unklar bleibt, wodurch dieser Effekt bewirkt wurde.<br />
Mir ist natürlich klar, dass viele Krebspatientinnen und Krebspatienten Hoffnungen in die Misteltherapie setzen. Vielleicht würde ich dies auch tun, wenn ich betroffen wäre.</p>
<p>Wenn Tumorpatientinnen und Tumorpatienten berichten, dass ihnen die Mistelbehandlung gut tut, dann ist diese Erfahrung ernst zu nehmen. Für die Interpretation einer solchen Erfahrung ist aber viel Sorgfalt nötig. Eine Besserung des Befindens – so wertvoll sie für Betroffene sein mag – ist noch keine Tumorheilung. Und eine Besserung des Befindens muss nicht unbedingt direkt mit dem Mistelextrakt oder den Lektinen zusammenhängen. Eine Misteltherapie kann möglicherweise auch als Ritual die Ohnmacht lindern, die eine Krebserkrankung bei Betroffenen und Angehörigen oft auslöst.  Und auch das kann wertvoll sein. Es entbindet aber nicht von einer differenzierten Interpretation allfälliger Wirkungen des Mistelextraktes bzw. der Lektine.</p>
<p>Mistelextrakte zeigen eine Wirkung auf das Immunsystem, aber dass Lektine Krebszellen beseitigen, ist ein Laboreffekt, der sich nicht einfach auf Krebspatienten übertragen lässt. Der Schluss auf eine tumorhemmende Wirkung im Organismus von Krebspatienten wäre daher ziemlich gewagt. Es ist sehr wichtig, zwischen Laborexperimenten und einer allfälligen Wirkung im lebendigen Organismus zu unterscheiden.</p>
<p>Ergänzt werden sollte noch, dass Misteltherapien bei Krebserkrankungen als Injektion vorgenommen werden. Lektine werden im Verdauungstrakt nicht unverändert aufgenommen, so dass bei Anwendungen in Form von Misteltee, Misteltinktur oder sonstigen peroralen Präparaten eine Wirksamkeit auf Tumorerkrankungen zum vorneherein ausgeschlossen ist.<br />
Für die Botanik ist die Mistel übrigens nur ein Halbschmarotzer. Sie nimmt von ihrem Wirtsbaum, was dieser über die Wurzeln aus dem Boden holt (Wasser, Mineralstoffe). Die Mistel ist aber grün, enthät daher Chlorophyll (Blattgrün) und kann daher selber mit Hilfe des Sonnenlichts Glukose produzieren.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/05/01/pflanzenheilkunde-zimt-gegen-diabetes-kontrovers-beurteilt.html</link>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 02:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Pflanzenheilkunde: Zimt gegen Diabetes kontrovers beurteilt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zimt wird seit einiger Zeit als Heilmittel gegen Diabetes („Zuckerkrankheit“) empfohlen, gleichzeitig aber auch sehr  kontrovers beurteilt. Dabei fällt auf, dass sowohl Befürworter als auch Skeptiker der Zimt-Anwendung ziemlich undifferenziert  Stellung nehmen.</p>
<p>Im Internet und in Kreisen der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> wird Zimt zum Teil ohne jede Einschränkung als Diabetes-Heilmittel propagiert. Absurderweise wird sogar Einlagesohlen mit Zimt eine Wirksamkeit gegen Diabetes zugeschrieben.<br />
Andererseits ist auch die Kritik an der Verwendung von Zimt gegen Diabetes meist ziemlich undifferenziert.</p>
<p>In der „Welt“ (online 28. April 2010) kommt Prof. Rüdiger Landgraf von der Deutschen Diabetes-Stiftung in Düsseldorf zu Wort.</p>
<p>„In Online-Foren wird heiß diskutiert, welche Wundermittel gegen Diabetes die Natur bereithält. Ob Zimt, Grüner Tee oder spezielle japanische Heilpilze: ‚Es gibt bis heute noch keine Studien, die die positiven Wirkungen belegen’, sagt Landgraf. Er warnt besonders vor der Dauereinnahme von Zimt: ‚Es gibt keine Dosierungsempfehlung. Außerdem kann Zimt auf Dauer die Leber schädigen und sogar das Krebsrisiko erhöhen.’“</p>
<p>Zu präzisieren wäre da: Es gibt durchaus positive Zimt-Studien, doch ist die Wirksamkeit gegen Diabetes nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin tatsächlich nicht belegt.<br />
Eine gute Zusammenfassung findet sich bei Wikipedia im Artikel über ZImt (Literaturangaben dort):</p>
<p>„Eine mögliche blutzuckersenkende Wirkung von Zimt in frühen Stadien des Diabetes mellitus wird in der modernen Medizin kontrovers diskutiert. In einer ersten Pilotstudie wurde die Wirksamkeit größerer Dosen Zimt (1–6 Gramm) auf Blutzucker- und Blutfettwerte untersucht. Hier konnte eine mögliche Senkung des Nüchternblutzuckers, der Triglyceride, des Gesamt- und des LDL-Cholesterins beobachtet werden. In einer weiteren Studie an 79 Patienten konnte eine Senkung des Blutzuckerspiegels, aber nicht des als &#8220;Langzeitblutzuckerspiegel&#8221; geltenden HbA1c-Werts und der Blutfettwerte beobachtet werden. Ein Wirksamkeitsnachweis der Anwendung von Zimt bei Diabetes mellitus nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin steht noch aus.“</p>
<p>Es gibt experimentelle und klinische Hinweise auf eine Wirksamkeit von Zimt, aber keine eindeutigen Belege.<br />
Zur Diskussion steht aufgrund des gegenwärtigen Wissensstand nur der Diabetes-Typ-2, nicht der Diabetes-Typ1.</p>
<p>Die Warnung vor Langzeiteinnahme müsste differenziert werden. Heikel ist aufgrund des hohen Cumaringehalts der chinesische Zimt. Wikipedia dazu:</p>
<p>„In Zimt – vor allem im billigeren Cassia-Zimt (auch: chinesischer Zimt) – ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.<br />
Cumarin kann bei Einnahme in den Blutkreislauf Kopfschmerzen, Leberschäden, Leberentzündungen und, wie in wahrscheinlich nur bedingt auf den Menschen übertragbaren Tierversuchen mit Ratten festgestellt wurde, in sehr hohen Dosierungen sogar Krebs verursachen.“</p>
<p>Im „Leitfaden Phytotherapie“ (2007) schreiben Heinz Schilcher / Susanne Kammerer / Tankred Wegener:<br />
„Der Ceylonzimt besitzt gegenüber dem chinesischen Zimt ein runderes Aroma, enthält keine oder nur in Spuren Cumarine und ist daher auch die verwendete Arzneibuchzimtrinde. Mit Ceylonzimt werden die erlaubten 0,1 mg Cumarin / kgKG nicht überschritten. Als Nahrungsergänzungsmittel zur begleiteten Diät bei Diabetes mellitus sollten nur wässrige Extrakte des Ceylonzimts verwendet werden.“</p>
<p>Im „Leitfaden Phytotherapie“ gibt es eine vorsichtige Empfehlung von Zimt zur unterstützenden Behandlung bei Diabetes.<br />
Andere Phytotherapie-Fachautoren sind aber skeptischer, zum Beispiel Karl Hiller &amp; Dieter Löw (in Max Wichtl, Teedrogen und Phytopharmaka, 2009):</p>
<p>„Eine blutzuckersenkende Wirkung von wasserlöslichen Inhaltsstoffen der Zimtrinde ist zwar wahrscheinlich, doch reichen die bisherigen Befunde <em>nicht</em> aus, die Anwendung als Antidiabetikum zu empfehlen, hierzu bedarf es noch wesentlich umfangreicherer klinischer Studien, sowohl bezüglich der Patientenzahlen als auch der untersuchten Parameter.“</p>
<p>Es gibt also noch viele offene Fragen zur Anwendung von Zimt bei Diabetes. Unkritische Zimt-Propaganda scheint mir daher genauso wenig angebracht wie fundamental-undifferenzierte Verdammung.</p>
<p>Sehr wichtig im Beitrag auf www.welt.de scheint mir folgender Hinweis:</p>
<p>„Statt auf die Rettung durch Nahrungsergänzungsmittel zu hoffen, sollten Diabetiker regelmäßig in die Sportschuhe schlüpfen. Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen.“</p>
<p>Die Hoffnung auf irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel aus Zimt, Grüntee oder anderem kann die notwendigen Umstellungen im Lebensstil nicht ersetzen.<br />
Professor Thomas Haak vom Diabetes Zentrum Mergentheim erklärt dazu: „Bewegung ist neben der Ernährung die wichtigste Säule der Therapie.“<br />
Je nach Konstitution und Gewicht solle unter ärztlicher Anleitung ein Trainingsplan erstellt werden. „Stark übergewichtige Menschen müssen natürlich langsam anfangen.“</p>
<p>Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article7373687/Diabetes-auch-ohne-Medikamente-behandelbar.html</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Zwiebel als wirksames Konservierungsmittel</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/04/25/zwiebel-als-wirksames-konservierungsmittel.html</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 00:07:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Zwiebel als wirksames Konservierungsmittel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwiebel macht haltbarer, hemmt Bakterien, welche Nahrungsmittel zersetzen und  hat zudem Vorteile auch für die Gesundheit</p>
<p>Rohe Zwiebeln sind gesund und eignen sich ausgezeichnet dazu, Nahrung länger haltbar zu machen. Zu diesem Resultat kommen spanische Wissenschaftler im &#8220;International Journal of Food Science and Technology&#8221;. Sie suchten in Extrakten von drei verschiedenen Zwiebelsorten nach antioxidativ sowie antimikrobiell wirkenden Inhaltsstoffen. Mehrere der gefundenen Substanzen erwiesen sich als wirkungsvolle Gegenmittel für Bakterien, die Lebensmittel vergiften oder zersetzen.</p>
<p>Fündig wurden die Wissenschaftler hauptsächlich in den Essigester-Lösungen einer gelben Zwiebelart. Hier entdeckten sie Quercetin und Kaempferol, zwei auch &#8220;Flavonoide&#8221; genannte wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die vor allem gute antibakterielle Wirkung haben. So bremsen sie etwa das Wachstum der Erreger Bacillus cereus, Staphylococcus aureus, Micrococcus luteus und Listeria monocytogenes. Bei Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa wirken die Inhaltsstoffe der Zwiebel allerdings weniger, bei Candida albicans überhaupt nicht.</p>
<p>Vorteile der Zwiebel auch für die Gesundheit</p>
<p>&#8220;Dank dieser Eigenschaften ist die Zwiebel eine natürliche Alternative zu künstlichen Konservierungsmitteln, die sonst in der Nahrungsindustrie verbreitet sind&#8221;, erklärt Studienleiter Jonathan Santas, Ernährungswissenschaftler an der Universität Barcelona.</p>
<p>Darüber hinaus dürfte Zwiebel auch die gesündere Alternative zu künstlichen Konservierungsstoffen sein. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Flavonoide wegen ihrer antioxidativen Fähigkeiten besonders günstige Auswirkungen auf den Körper haben. So vermindern sie Entzündungen, schützen das Herz, erweitern die Gefäße und wirken auch dem Krebs entgegen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dass die Küchenzwiebel einen hohen Gehalt an antioxidativ wirkenden Flavonoiden wie Quercetin und Kaempferol  besitzt, ist an sich keine neue Erkenntnis.<br />
Interessant ist aber, dass den Flavonoiden von den Forschern gute Wirksamkeit gegen Bakterien  zugeschrieben wird, welche Lebensmittel verderben. Die schon seit längerem bekannten antimikrobiellen Eigenschaften der Zwiebel werden nämlich in der Regel dem Allicin zugeschrieben.</p>
<p>In der traditionellen Pflanzenheilkunde  wird der Zwiebel eine gute Wirkung bei Erkältungskrankheiten (Schnupfen, Husten) zugeschrieben. Es existieren daher eine ganze Anzahl von bewährten Hausmitteln wie Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Komplementärmedizin &amp; Onkologie: Deutsche Krebsgesellschaft erarbeitet Leitlinie</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 19:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin &#038; Onkologie: Deutsche Krebsgesellschaft erarbeitet Leitlinie. Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vier von fünf Krebspatienten wenden Therapieverfahren aus dem Bereich Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin an, oft ohne dass ihr behandelnder Arzt darüber informiert ist. Komplementärmedizin ist deshalb mittlerweile auch ein Thema bei Krebskongressen. Viele Onkologen meinen heute, dass Komplementärmedizin zur wissenschaftlichen Medizin gehören sollte.</p>
<p>Bisher taten viele Mediziner die meist nicht auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüften Verfahren der Komplementärmedizin als Unfug ab. Doch gegenwärtig findet offenbar ein Umdenken statt: Beim 29. Deutschen Krebskongress in Berlin waren bei einer TED-Abstimmung jedenfalls 73 Prozent der Medizinerinnen und Mediziner im voll besetzten Kongresssaal der Ansicht, dass Komplementärverfahren zur wissenschaftlichen Medizin gehören sollten. 61 Prozent wenden sie in ihrer Praxis auch an, hauptsächlich Verfahren aus Naturheilkunde, Phytotherapie und Ernährungsmedizin. Das Resultat dieser Befragung beim Kongress gibt zumindest einen Einblick in die derzeitige Stimmung unter den Onkologen in Deutschland.</p>
<p>Diese Entwicklung registriert auch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Sie erarbeitet gegenwärtig die &#8220;Leitlinie Komplementärmedizin&#8221;, wie Professor Matthias Beckmann von der DKG erläuterte. Als Direktor der Universitätsfrauenklinik Erlangen habe er täglich hauptsächlich mit Brustkrebspatientinnen zu tun, die über die Schulmedizin hinaus etwas für ihre Heilung tun wollen. Welche Methoden empfohlen werden können, sei jedoch noch unklar; Mistelextrakte beispielsweise oder Vitaminkuren seien in ihrer Wirkung nicht ausreichend geprüft, so Professor Beckmann.<br />
Viele Phytotherapeutika und Antioxidantien sind stoffwechselaktiv und verstärken oder mindern die Wirkung tumorwirksamer Medikamente. &#8220;Wir wissen zum Beispiel nicht, wie die ,small molecules’ in Kombination mit Immunstimulanzien reagieren. Deshalb raten wir unseren Patientinnen dringend davon ab, Mistelextrakte begleitend etwa auch zu Trastuzumab einzunehmen&#8221;, so Beckmann. Er wies zudem darauf hin, dass auch nach einer Brustimplantation auf immunanregende Wirkstoffe verzichtet werden solle, weil diese Abstoßungsreaktionen auslösen könnten. Und die Einnahme von Vitaminen begleitend zu einer Chemotherapie verschlechtere häufig die Prognose von Patientinnen mit Brustkrebs.</p>
<p>Auf dem Krebskongress sprach sich auch Dr. Jutta Hübner vom Universitären Tumorcentrum in Frankfurt/Main für ein &#8220;kritisches Herangehen&#8221; an Komplementärmedizin aus. &#8220;Sie unterliegt wie Schulmedizin den Kriterien der Evidenz-basierten Medizin.&#8221; Wirksamkeitsnachweise stünden jedoch häufig noch aus. Aus Sicht der Patienten könne sie die Hinwendung zu begleitenden Therapieverfahren jedoch nachvollziehen, erklärte Jutta Hübner. &#8220;Da ist der Wunsch nach Heilung, nach weniger Nebenwirkungen, nach Stärkung der körpereigenen Kräfte und ganz einfach der Wunsch, selbst etwas zu tun.&#8221; Solche Wünsche müsse man respektieren und Patienten auf ihrem Weg begleiten und beraten, hielt die Spezialistin für komplementäre Onkologie fest.</p>
<p>Ähnliche Argumente äusserte Professor Walter Jungi aus Wittenbach in der Schweiz, : &#8220;Es geht nicht um Alternativen, sondern um Ergänzungen zur Schulmedizin. Patienten erhoffen sich dadurch eine bessere Lebensqualität und ein längeres Überleben.&#8221;<br />
Das sei völlig legitim, sagte Professor Jungi. Häufig würden aber unerfüllbare Hoffnungen geweckt und dadurch auch Chancen, die die Schulmedizin bietet, nicht genutzt. Auch Jutta Hübner warnte davor, auf Heilsversprechen einzugehen, welche suggerieren, dass beispielsweise eine Operation oder eine Chemotherapie unnötig seien, wenn stattdessen alternative Methoden angewendet werden: &#8220;Das ist Scharlatanerie.&#8221;</p>
<p>Schaut man auf die Kosten, sind Komplementärverfahren längst Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Nach Angaben von Professor Beckmann haben die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland 2008 über 600 Millionen Euro für alternative Medikamente und 1,4 Milliarden Euro für entsprechende Behandlungsmethoden erstattet, deren Evidenz nicht belegt ist. Das sei kaum nachvollziehbar angesichts der Tatsache, &#8220;dass ich mich mit den Kassen über die Kosten streiten muss, wenn ich eine operierte Brustkrebspatientin einen Tag länger stationär versorgen will&#8221;, hielt Beckmann fest.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der Bericht in der Ärztezeitung online weckt meines Erachtens (wohl unabsichtlich) falsche Vorstellungen. Es scheint nämlich so, als sei das Thema Komplementärmedizin &amp; Krebs ein zentrales Thema beim Deutschen Krebskongress gewesen. Der Originalbeitrag steht denn auch unter dem Titel: “Komplementärmedizin bei Krebs &#8211; Onkologen denken jetzt um”.</p>
<p>Real sieht es aber so aus: Der Deutsche Krebskongress 2010 dauerte vier Tage und umfasste 322 Veranstaltungen zu allen möglichen Bereichen der Onkologie (siehe: www.dkk2010.de). Eine dieser Veranstaltungen von rund einer Stunde Dauer stand unter dem Thema “Komplementärmedizin in der Onkologie”. Dabei stand ein Pro-Referat von Jutta Hübner (“Komplementärmedizin ist Teil der wissenschaftlichen Medizin”) einem Contra-Referat von Prof. Beckmann gegenüber (“Komplementärmedizin in der Grauzone”).</p>
<p>Irreführend ist die Berichterstattung über die TED-Abstimmung. Sie zeigt die Problematik solcher Erhebungen.<br />
73 % der Mediziner am Onkologie-Kongress sehen Komplementärverfahren als Teil der wissenschaftlichen Medizin und 61 % wenden solche Methoden in ihrer Praxis an?<br />
Das gibt “ Einblick in die derzeitige Stimmung unter den Onkologen in Deutschland”?<br />
In einem anderen Beitrag schreibt die Ärztezeitung online noch deutlicher: “73 Prozent der Onkologen befürworten komplementäre Heilverfahren, begleitend zur Schulmedizin.”</p>
<p>Mein erster Eindruck war: Hier wurden alle Kongressteilnehmenden befragt. Das stimmt aber nicht. Die TED-Abstimmung wurde in der Veranstaltung “Komplementärmedizin in der Onkologie” erhoben. Wer sich unter 322 Veranstaltungen für dieses Thema anmeldet, ist aber mit grosser Gewissheit überdurchschnittlich an der Komplementärmedizin interessiert. Befragt wurde also eine sehr selektierte Gruppe, während die Darstellung des Ergebnisses nahelegt, dass die Abstimmung unter den Kongressteilnehmenden durchgeführt wurde.</p>
<p>Ein gutes Beispiel für Manipulation via “Abstimmungen”, ohne dass ich damit jemandem böse Absichten unterstellen will (unsorgfältige Formulierung aber schon). Diese Art verzerrter Darstellung ist in den Medien permanent festzustellen, auch bei anderen Themen selbstverständlich.</p>
<p>Abgesehen davon ist es natürlich zu begrüssen, wenn die Onkologinnen und Onkologen sich sorgfältig mit Komplementärmedizin in der Krebstherapie befassen. Keine Frage ist für mich dabei aber auch, dass dies kritisch geschehen muss. Es gibt in kaum einem anderen Bereich so grosse Heilsversprechungen aus dem Bereich der Komplementärmedizin wie bei der Behandlung oder Vorbeugung von Krebs. Nötig ist eine klare Qualitätsprüfung bei solchen Versprechungen, damit nicht mit Hoffnungen von Patientinnen und Patienten gespielt wird.</p>
<p>Jutta Hübner hat ein Buch publiziert mit dem Titel:<br />
“Aloe, Ginkgo &amp; Co &#8211; Ergänzende Wirkstoffe in der Krebsbehandlung”<br />
Mehr dazu im <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/naturheilkunde/">Buchshop</a>.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<item>
		<title>Rotwein und Schokolade &#8211; gegen Krebs wirksamer als Chemotherapie?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/23/rotwein-und-schokolade-gegen-krebs-wirksamer-als-chemotherapie.html</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 00:25:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Rotwein und Schokolade - gegen Krebs wirksamer als Chemotherapie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Meldung wurde von den Nachrichtenagenturen AFP und SDA verbreitet und in zahlreichen Medien völlig unkritisch abgedruckt:</p>
<p>Rotwein, Schokolade, Knoblauch, Petersilie, Rote Trauben, Heidelbeeren und Soja wirken gegen Krebs gleich gut oder gar noch besser als Chemotherapie.</p>
<p>Die Meldung wirft zahlreiche Fragen auf und ist meines Erachtens eine totale Verarschung der Leserinnen und Leser. Doch schauen wir uns den Text (<em>kursiv</em> gesetzt) Schritt für Schritt an (Quelle: Tages-Anzeiger online):</p>
<p>Der “Tages-Anzeiger” bringt die Meldung unter dem Titel<br />
<em>“Die tägliche Chemotherapie”</em>.</p>
<p>Das lässt aufhorchen: Rotwein, Schokolade; Heidelbeeren Co ersetzen also eine Chemotherapie?<br />
Die Fortsetzung ist in zahlreichen Online-Medien praktisch identisch publiziert worden:</p>
<p><em>“Rotwein und Schokolade können neuen Forschungen zufolge Krebszellen regelrecht bekämpfen. Rote Trauben, dunkle Schokolade und Heidelbeeren, Knoblauch und Soja können Krebszellen «aushungern».”</em></p>
<p>Was bedeutet “neue Forschungen”? Wer hat was genau, wo und wann erforscht? In welcher Fachzeitschrift wurde diese Forschung veröffentlicht (falls überhaupt)?<br />
Komisch auch, dass wir Schweizer als Weltmeister im Schokoladekonsum überhaupt noch an Krebs erkranken. Und die Franzosen mit dem Wein erst, und die Japaner mit ihrem Sojakonsum. Eigenartig, dass es überhaupt noch Krebs gibt auf dieser Welt. Oder wieviel Schokolade muss ich essen, um eine Chemotherapie zu ersetzen?</p>
<p><em>“‘Wir bewerten Lebensmittel nach ihrer Fähigkeit, Krebs zu bekämpfen‘, sagte der Forscher William Li auf einer Konferenz in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien. ,Unser Essen ist unsere dreimal tägliche Chemotherapie.‘”</em></p>
<p>“Forscher” kann sich jeder nennen. Bei tatsächlichen oder angeblichen Experten ist immer zu prüfen, ob sie auch wirklich kompetent sind für die Frage, zu der sie gerade Stellung nehmen.</p>
<p>Um welche Art von Konferenz handelt es sich da? Eine Pressekonferenz oder eine Konferenz von Wissenschaftlern &#8211; das macht schon einen Unterschied punkto Glaubwürdigkeit. Unter welchem Thema stand die Konferenz? Wer hat sie organisiert und gesponsert? Sollte Forscher William Li tatsächlich gesagt haben, dass unser Essen unsere dreimal tägliche Chemotherapie ist, spricht das nicht gerade für seine Seriosität.<br />
Glaubt der Mann wirklich, dass man Chemotherapie gegen Krebs einfach durch Essen ersetzen kann? Wir essen doch alle und viele von uns zudem die aufgeführten Nahrungsmittel gar nicht zu knapp. Warum also gibt es überhaupt noch Krebs?<br />
Auf Tages-Anzeiger online hat ein Leser den Bericht treffend kommentiert:</p>
<p>“ Wer glaubt wird selig. Meine Frau und ich essen und trinken seit Jahrzehnten unbewusst dieser ,Studie‘ genau auch diese Lebensmittel täglich. Wir beide sind seit 2 resp.5 Jahren an Krebs erkrankt. Solche ungesicherte Daten geben nur falsche Hoffnungen .Wer hat die Studie bezahlt ? Wahrscheinlich die Hersteller dieser Ware- wie so oft.”</p>
<p><em>“Die Angiogenesis Foundation aus Massachusetts habe Lebensmittel ermittelt, die chemische Substanzen enthalten, mit denen die Blutversorgung von Tumoren geradezu abgeschnitten werde. Als Beispiel nannte Li auch eine Studie der Harvard Medical School, wonach Männer, die mehrmals pro Woche gegarte Tomaten essen, 30 bis 50 Prozent weniger unter Prostatakrebs litten.”</em></p>
<p>Was ist die “Angiogenesis Foundation”?</p>
<p>Als Angiogenese bezeichnet man das Wachstum von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren). Tumore sind abhängig von einem mitwachsenden Kapillarnetz, das den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Entsprechend versuchen anti-angiogenetische Therapieansätze (Antiangiogenese), die Gefäßversorgung und damit die Durchblutung eines Tumors zu vermindern oder zu blockieren.</p>
<p>Laut ihrer Website http://www.angio.org/ beschäftigt sich die “Angiogenesis Foundation” mit diesem Thema. Begriffe wie Rotwein, Schokolade, Petersilie, Soja, Heidelbeeren oder Knoblauch finde ich dort allerdings nicht, dafür jedoch zahlreiche Medikamente.</p>
<p>Der Hinweis von William Li auf die Wirkung gegarter Tomaten gegen Prostatakrebs stellt die Situation einseitig dar.<br />
Es gibt zwar eine Untersuchung von Giovannuci, E. et al. (2002), die einen positiven Effekt nahelegten (A Prospective Study of Tomato Products, Lycopene and Prostate Cancer Risk. In: J. Natl. Cancer. Inst. Bd. 94, S. 391-398).</p>
<p>Wikipedia schreibt dazu:</p>
<p>“Es gab Hinweise, dass der Konsum von Lycopin zu einem reduzierten Risiko führt, an Herz-Kreislauf-Erkrankung, Krebs (vor allem Prostatakrebs), Diabetes mellitus, Osteoporose und Unfruchtbarkeit zu leiden.”</p>
<p>Wikipedia fährt aber fort:<br />
“Eine neuere, große Studie mit ca. 28.000 Probanden lässt jedoch vermuten, dass kein Zusammenhang zwischen Lycopin und Krebsrisiko besteht. Vielmehr zeigte sich, dass das verwandte Antioxidant ?-Carotin das Risiko für Prostatakrebs erhöht.”<br />
(American Association for Cancer Research. No Magic Tomato? Study Breaks Link between Lycopene and Prostate Cancer Prevention , Science Daily, May 17, 2007.</p>
<p>http://www.sciencedaily.com/releases/2007/05/070517063011.htm)</p>
<p>Davon sagt William Li offenbar nichts.</p>
<p><em> “‘Überall geschieht eine medizinische Revolution‘, sagte Li. ,Wenn wir recht haben, dann wird das Auswirkungen auf Konsumentenfortbildung, Lebensmittelherstellung, die Volksgesundheit und sogar auf die Versicherungen haben.‘”</em></p>
<p>Da scheinen Heilsvorstellungen herumzugeistern. Mein Eindruck &#8211; auch von der Website der “Angiogenesis Foundation”: Da wird sehr viel aufgehängt am Thema “Angiogenese”. Wenn für so viele Probleme eine einzige Lösung propagiert wird &#8211; wie hier das Thema “Angiogenese” &#8211; ist Skepsis immer angebracht.</p>
<p><strong><em>“Besser als Medikamente”</em></strong></p>
<p>Dieser Titel des “Tages-Anzeigers” ist ziemlich gewagt.</p>
<p><em>“In Test verglichen Forscher der Foundation die Wirkung zugelassener Medikamente mit der von Petersilie, Weintrauben, Beeren und anderen Lebensmitteln. Dabei stellten sie fest, dass die Lebensmittel genauso gut oder besser gegen Krebszellen wirkten.”</em></p>
<p>Da fragt sich erstens, mit welchen Medikamenten denn verglichen wurde. Chemotherapeutika?<br />
Da wurde offenbar etwas im Labor untersucht, aber man kann ja nicht einfach Petersilie und Krebszellen vermanschen und dann schauen, ob Krebszellen zugrunde gehen und das schlussendlich auf Krebspatienten übertragen. Völlig wirr.</p>
<p>Auch ist <em>“und andere Lebensmittel”</em> keine sehr präzise Angabe. Wenn so viele Lebensmittel besser gegen Krebszellen wirken wie Krebsmedikamente, warum brauchen wir dann eigentlich noch Chemotherapien und Onkologie-Abteilungen an  Spitälern. Alles überflüssig?</p>
<p><em>“‘Für viele Menschen kann die ernährungsmässige Behandlung von Krebs die einzige Lösung sein, denn nicht jeder kann sich Krebsmedikamente leisten.‘”</em></p>
<p>Na super, essen müssen wir ja sowieso. Billiger kann eine Behandlung wirklich nicht sein. Endlich die Lösung für die explodierenden Gesundheitskosten. Krebstherapien nur noch für Privatpatienten! Die Allgemeinversicherten und auch Patienten in Afrika oder so sollen sich doch mit Rotwein und Schokolade heilen. Letzteres gibt für die Schweiz unerwartete Exportmöglichkeiten in alle Welt. Schokolade auf Rezept und auf Kosten der Krankenkasse! Ich fasse es kaum.</p>
<p><em>“Die krebsbekämpfenden Eigenschaften der Lebensmittel könnten auch dazu dienen, Körperfett schmelzen zu lassen, fügte Li hinzu. Denn auch Fett sei auf den Blutstrom angewiesen, den die Bestandteile dieser Lebensmittel beeinflussen.”</em></p>
<p>Das fehlt gerade noch. Besser kann es gar nicht mehr kommen! Auch gegen Übergewicht wirksam! Körperfett lässt sich mit Schokolade oder Rotwein wegschmelzen! Ganz einfach durch Hemmung der Angiogenese! Super!</p>
<p>Dringende Anfrage: Wieviel Schokolade muss ich essen oder wieviel Rotwein trinken, um meine Fettpölsterchen wegzuschmelzen? Und wie finde ich eine Schokolade, die intelligent genug ist, damit sie weiss, welche Partien meines Körpers sie aushungern soll? Wenn da nur nichts schief läuft und die falschen Regionen weggeschmolzen werden! Vielleicht sicherheitshalber mal bei Lindt Sprüngli nachfragen&#8230;..</p>
<p>Und der Satz: <em>“Die krebsbekämpfenden Eigenschaften der Lebensmittel könnten auch dazu dienen, Körperfett schmelzen zu lassen”</em>, ist ein Unding.<br />
Oder liegt der Grund für diesen von A bis Z verunglückten Text einfach in einer miserablen Übersetzung?</p>
<p>Ich verwende nur selten solch harte Ausdrücke, aber dass Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, Blick, Thurgauer Zeitung, 20 Minuten, Schweizerbauer und Berner Zeitung solchen Bullshit veröffentlichen, ist ausgesprochen peinlich.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Granatapfel-Extrakt als natürlicher Wehenförderer?</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 23:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Granatapfel-Extrakt als natürlicher Wehenförderer?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Extrakt aus Granatäpfeln soll die Gebärmutter von Schwangeren dazu bringen, sich zusammenzuziehen. Verantwortlich dafür sei ein Inhaltsstoff namens Beta-Sitosterin, der die Muskelzellen im weiblichen Fortpflanzungsorgan beeinflusst. Zu diesem Resultat sei Professor Sue Wray von der Universität im britischen Liverpool im Tierversuch gekommen.<br />
Diese Nachricht wurde  auf dem Newsportal von Yahoo verbreitet.<br />
Hier eine Zusammenfassung der Meldung und anschliessend ein Kommentar dazu:</p>
<p>Zieht sich während der Wehen die Gebärmutter einer Schwangeren nicht genügend zusammen, können Ärzte das Hormon Oxytozin anwenden, um die Muskelkontraktionen herbeizuführen. Allerdings wirkt Oxytozin nicht bei allen Frauen, so dass häufig ein Kaiserschnitt nötig wird. Nun hoffen die britischen Forscher, aus dem Granatapfel-Extrakt, der aus den Kernen gewonnen wird, in Zukunft möglicherweise wirksame Medikamente herstellen zu können.<br />
In der Vergangenheit haben sich viele Wissenschaftler intensiv mit dem Granatapfel und der medizinischen Bedeutung seiner Inhaltsstoffe beschäftigt. Diverse Untersuchungen haben bestätigt, dass Granatapfel-Extrakte bei Erkrankungen wie Zum Beispiel Krebs oder Arthritis eine günstige Wirkung auf die Gesundheit der Patienten haben können.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.news.yahoo.com</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Meldung scheint sensationeller als sie ist. Beta-Sitosterol ( = Beta-Sitosterin) kommt in der Pflanzenwelt ziemlich verbreitet vor und ist keineswegs ein spezifischer Inhaltsstoff  in Granatapfel-Kernen (Punica granatum).</p>
<p>Beta-Sitosterin, ( = Beta-Sitosterol) gehört zur Gruppe der Phytosterine, deren chemische Strukturen Ähnlichkeit mit der von Cholesterin aufweisen.<br />
Sitosterin wurde erstmals 1897 aus Weizenkeimöl isoliert.</p>
<p>In den folgenden Jahren wurde Beta-Sitosterin dann auch in zahlreichem anderen Pflanzenölen gefunden (z. B. in Maiskeimöl, Roggenkeimöl, Baumwollsamenöl, Avocadoöl, Olivenöl, Kürbissamenöl, Sojaöl). Es kommt aber auch vor in Tallöl, Calabarbohnen, Cinchonawachs und Cinchonarinde, in Pekannüssen, der Sägepalme (Serenoa repens), in Avocado (Persea americana), Kürbissamen (Curcurbita pepo), Prunus africana (Pygeum africanum), Cashewnüssen, Reiskleie, Sanddorn und Bocksdornfrüchten bzw. Gojifrüchten.</p>
<p>Im Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie spielt Beta-Sitosterol eine Rolle als Inhaltsstoff von Heilpflanzen gegen die Beschwerden bei gutartiger Prostatavergösserung (Benigne Prostatahyperplasie). Im Vordergrund stehen dabei Brennesselwurzel, Sägepalmenfrüchte, Hypoxis-rooperi-Rhizom, Pygeum afrikanum.<br />
Wikipedia führt eine Liste der Pflanzenteile mit den höchsten Konzentrationen an Beta-Sitosterol (Angabe in parts per million):<br />
Cherimoya-Samen (Annona cherimola MILL.): 10000-14000 ppm<br />
Zweigriffliger Weißdorn-Blüten und Weissdorn-Blätter (Crataegus laevigata (POIR.) DC): 6500-7800 ppm in den Blüten; 5100-6200 ppm in den Blättern<br />
Echter Schwarzkümmel-Samen (Nigella sativa L.): 3218 ppm<br />
Gemeine Nachtkerzen-Samen (Oenothera biennis L.): 1186-2528 ppm<br />
Salbei-Blätter (Salvia officinalis L.): 5-2450 ppm<br />
Weiße Maulbeere (Morus alba L.): 2000 ppm in den Blättern<br />
Senna obtusifolia (L.) H.IRWIN &amp; BARNEBY: 1000-2000 ppm in den Samen<br />
Buchweizen-Samen (Fagopyrum esculentum MOENCH.): 1880 ppm<br />
Basilikum-Blätter (Ocimum basilicum L.): 896-1705 ppm<br />
Mais (Zea mays L.): 1300 ppm in Maisgriffel, in Narbe/Stylus (Maisgriffel)<br />
Salbei-Stiel (Salvia officinalis L.): 1214 ppm<br />
Basilikum-Blüte (Ocimum basilicum L.): 1051 ppm<br />
Sanddorn-Samen (Hippophae rhamnoides L.): 550-970 ppm<br />
Sojabohne (Glycine max (L.) MERR.): 900 ppm in den Samen<br />
Süßholz-Wurzel (Glycyrrhiza glabra L.): 500 ppm in Radix Liquiritiae<br />
Basilikum-Wurzel (Ocimum basilicum L.): 408 ppm<br />
Duftveilchen (Viola odorata L.): 330 ppm in der Pflanze<br />
Basilikum-Sprossen (Ocimum basilicum L.): 230 ppm im Stiel des Keimlings<br />
Ashwaganda-Wurzel, Schlafbeeren-Wurzel (Withania somnifera (L.) DUNAL): 200 ppm<br />
Sägepalme-Früchte, Sabalpalme (Serenoa repens (W. BARTRAM) SMALL): 189 ppm</p>
<p>Zur pharmakologieschen Wirkung von Beta-Sitosterol</p>
<p>Die normale Aufnahme von Beta-Sitosterin durch die Nahrung beträgt etwa 250-300 mg pro täglich. Dabei werden im Magen-Darmtrakt etwa 5 % des aufgenommenen Beta-Sitosterins resorbiert.<br />
Allein oder in Kombination mit ähnlichen Phytosterinen vermag Beta-Sitosterin in höheren Dosen (1-3 g pro Tag) den Cholesterinspiegel des Blutes zu reduzieren und wird daher manchmal als Mittel gegen Hypercholesterinämie eingesetzt, da es die Cholesterinaufnahme bremst.<br />
Beta-Sitosterin wird in der Pflanzenheilkunde in niedrigeren Dosierungen (mg-Bereich) zur symptomatischen Behandlung einer beginnenden Benignen Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt.<br />
Auch zur unterstützenden Behandlung von Prostatakarzinom und Brustkrebs wird es verwendet. Die Wirkprinzipien sind noch weitgehend unbekannt. Solide Studien fehlen. Diskutiert werden hormonartige Effekte (estrogenartig) und die Hemmung der Prostaglandinsynthese.</p>
<p>Auf welchem Weg Beta-Sitosterol wehenfördernd wirken soll, bleibt unklar. Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese würde sich wohl eher negativ auswirken, da Prostaglandin E2 eine wichtige Rolle bei den Wehen spielt.<br />
Den Artikel auf Yahoo-News kann man meines Erachtens zusammenfassen mit: Viel Wind, aber wenig Substanz.<br />
Aber wer weiss, vielleicht zeigen ja zukünftige Forschungen, dass&#8230;&#8230;..<br />
Weitere Infos über Granatapfel:<br />
Ellagsäure aus Granatapfel hemmt Brustkrebs im Labor<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/13/ellagsaeure-aus-granatapfel-hemmt-brustkrebs-im-labor.html">http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/13/ellagsaeure-aus-granatapfel-hemmt-brustkrebs-im-labor.html<br />
</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/15/ingwer-kann-uebelkeit-bei-chemotherapie-reduzieren.html</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 17:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zubereitungen aus Ingwer verminderten in einer amerikanischen Untersuchung die Übelkeit bei Krebs-Patienten, die als häufige Begleiterscheinung bei einer Chemotherapie auftritt. Die Resultate der Studie teilte die University of Rochester in einer Pressemeldung mit. Übelkeit und Erbrechen entstehen bei Krebs-Patienten durch die Auswirkungen der Chemotherapeutika (Zytostatika) auf die Zellen der Darmschleimhaut.<br />
An der Studie am James P. Wilmot Cancer Centre in Rochester im US-Staat New York beteiligten sich 644 Krebspatienten, die im Rahmen ihrer Krebsbehandlung mindestens drei Zytostatika erhalten sollten. Die Studienteilnehmer erhielten je drei Tage vor und drei Tage nach den Behandlungen Ingwer (0,5, 1 oder 1,5 Gramm) und parallel ein gängiges Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen. Um die Auswirkung erfassen zu können, wurde eine Vergleichsgruppe betrachtet, die neben dem Standardmedikament ein Placebo bekam.<br />
Die Versuchspersonen beschreiben, dass sie mehrmals am Tag an unterschiedlich starker Übelkeit gelitten hatten. Bei denjenigen, die Ingwer zu sich genommen hatten, waren die Beschwerden um 40% geringer.  Die Forscher vermuten, dass die entzündungshemmende Wirkung des Ingwers einen günstigen Effekt auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes hat. Die Substanzen der Heilpflanze konnten vom Organismus noch im Vorfeld der giftigen Wirkung der Medikamente aufgenommen werden.<br />
Ingwer ist schon seit längerem für die Behandlung von Bauchschmerzen im Gespräch. Auch Segler nutzen zuweilen Ingwer gegen Seekrankheit.<br />
Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Bestätigungen für eine günstige Wirkung von Ingwer (Zingiber officinale) gegenl Übelkeit während einer Chemotherapie häufen sich.<br />
Schon seit längerem ist Ingwer in der Phytotherapie die wichtigste Heilpflanze gegen Seekrankheit und andere Formen der Reisekrankheit (Kinetosen). Auch für diesen Anwendungsbereich gibt es Belege aus Studien.<br />
Experimentelle Ergebnisse deuten auf eine entzündungswidrige Wirkung von Ingwer.<br />
Ausserdem wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde vieler Länder Ingwer zum Beispiel als verdauungsförderndes Gewürz oder gegen Erkältungskrankheiten genutzt. Für die äusserliche Anwendung kennt die Naturheilkunde durchblutungsfördernden wärmende Ingwerwickel / Ingwerkompressen, zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. Ingwer gehört jedenfallsl zu den interessantesten Heilpflanzen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>US-Regierung genehmigt Marihuana als Heilmittel</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/20/us-regierung-genehmigt-marihuana-als-heilmittel.html</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 02:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. US-Regierung genehmigt Marihuana als Heilmittel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die US-Regierung hat grünes Licht für die medizinische Anwendung von Marihuana gegeben, sofern dies von Gesetzen in den Bundesstaaten gedeckt ist. «Es hat für uns keinen Vorrang, Ressourcen des Bundes für die strafrechtliche Verfolgung von Patienten oder ihren Betreuern einzusetzen, wenn dies den Gesetzen der Staaten entspricht», erklärte US-Justizminister Eric Holder. Gleichzeitig werde die Regierung jedoch nicht dulden, dass sich Drogenschmuggler hinter solchen Richtlinien versteckten. 14 US-Bundesstaaten haben die Anwendung von Marihuana für medizinische Zwecke in der einen oder anderen Form legalisiert. Die Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush lehnte dies aber strikt ab. Mit der Erklärung des Justizministers wurde nun die unter Nachfolger Barack Obama eingeführte Praxis, keine strafrechtlichen Ermittlungen einzuleiten, offiziell festgeschrieben. Gleichzeitig gingen entsprechende Richtlinien an die Bundesstaatsanwälte.</p>
<p>Quelle:<br />
www.pharmazeutische-zeitung.de  / dpa</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Ich kann selber mit Marihuana / Cannabis nichts anfangen. Es kann aber nicht genug oft gesagt werden: Dass man Menschen mit Multiple Sklerose oder Krebs, denen Cannabis / Marihuana oft Beschwerden wie Spastik, Übelkeit oder Appetitlosigkeit lindert, immer noch kriminalisiert, ist ein Skandal. Jeder Schritt in Richtung einer Entkriminalisierung und Entkrampfung dieser unsäglichen Thematik ist daher zu begrüssen. Eine Legalisierung &#8211; und entsprechende Regulierung &#8211; von Cannabis als Heilpflanze ist überfällig. Wenn in den USA nun die Vernunft gegenüber der Ideologie die Oberhand gewinnt, kann man nur hoffen, dass dies in Europa Nachahmung findet.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15   ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Cannabis als Heilpflanze &#8211; es tut sich was</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/16/cannabis-als-heilpflanze-es-tut-sich-was.html</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 15:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Cannabis als Heilpflanze - es tut sich was.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Depressionen sind nur ein Teil der Beschwerden, welche bei Krankheiten wie Krebs, Aids oder Multipler Sklerose (MS) auftreten können. &#8220;Das muss man nicht erleiden&#8221;, erklärt Dr. Franjo Grotenhermen von der &#8220;Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin&#8221;. Täglich erhalte er Hilferufe von Patienten, die mehr über die Möglichkeit einer Cannabis-Behandlung wissen wollten.<br />
Eine Heilung verspricht die Cannabis-Anwendung nicht. Nach den Erfahrungen des Mediziners aus dem sauerländischen Rüthen lindert Cannabis bei zahlreichen schweren und meist unheilbaren Krankheiten wie Krebs, Aids, MS aber einen Teil der Beschwerden.<br />
&#8220;Schmerzen werden erträglicher, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen gehören bei vielen der Vergangenheit an. Und auch die depressive Stimmung vieler Kranker wird deutlich aufgehellt&#8221;, stellt Grotenhermen fest. Diese Erfahrung bestätigt auch Professor Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. &#8220;MS- und Tumor-Patienten profitieren deutlich davon und gewinnen mehr Lebensqualität.&#8221;<br />
Gegenwärtig ist Cannabis im Arzneikästchen allerdings noch die Ausnahme: In Deutschland gibt es nach Auskunft der Bonner Bundesopiumstelle nur 30 Patienten, die Cannabis-Blüten oder Cannabis-Extrakt zur Therapie nutzen dürfen, die Zahl der Anträge habe jedoch deutlich zugenommen. Grundsätzlich sind Medikamente mit Cannabis-Bestandteilen in Deutschland als &#8220;nicht-verschreibungsfähige Betäubungsmittel&#8221; verboten. Es gebe jedoch viele subjektive Berichte von Patienten, denen Cannabis helfe, bestätigt Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.<br />
Medizin aus Hanfextrakt werde immer noch als Droge verteufelt, aber das scheint so langsam aufzuweichen, erklärt Grotenhermen: &#8220;Die Bundesopiumstelle hat die Hürde für eine Medikation mit Cannabis-Medikamenten deutlich abgebaut.&#8221; Seit kurzem würden Ärzte nicht mehr durch die Forderung nach einem Gutachten abgeschreckt, eine Cannabis-Behandlung für ihre Patienten zu beantragen. &#8220;Jetzt wird nur noch ein normaler Arztbericht erwartet.&#8221;<br />
Doch zahlreiche Ärzte wüssten nichts von der Möglichkeit, ihren Patienten mit Cannabis zu helfen, erklärt Nadstawek. &#8220;Die denken sofort an Drogensüchtige.&#8221; Zudem gebe es immer noch Mediziner, die selbst eine Verschreibung des synthetisch hergestellten und erlaubten Cannabiswirkstoffs Dronabinol grundsätzlich ablehnen, kritisiert Grotenhermen. Auch dies werde viel zu selten eingesetzt. &#8220;Die Kassen erstatten die Kosten nicht&#8221;, stellt er fest.<br />
Im Durchschnitt müssten die Patienten 400 Euro monatlich für Dronabinol aufwenden, falls ihr Arzt den Wirkstoff verschreibe. Darum versuchten Patienten, eine Ausnahme-Genehmigung für den preiswerteren Cannabis-Extrakt zu bekommen. Zudem gebe es Einzelfälle, in denen Dronabinol im Gegensatz zu Cannabis-Extrakt oder Cannabis-Blüten keine Wirkung zeige, sagt Grotenhermen.<br />
Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle vermutet: &#8220;In Sachen Cannabis wird sich etwas tun&#8221;. Es gebe mehrere Medikamente, für welche eine Kassenzulassung beantragt werden soll. Laut Schmerztherapeut Nadstawek existieren bei MS- und Tumorerkrankungen bereits eindeutige Studien. Cannabis-Präparate seien eine Alternative zu anderen starken Schmerzmitteln, die zum Teil schwere Nebenwirkungen aufweisen.<br />
Die von der Politik angeführte Suchtgefahr ist für Nadstawek nebensächlich. &#8220;Bei Tumorpatienten geht es darum, die Lebensqualität in der letzten Phase zu verbessern&#8221;, erklärt er. Zudem hätten die derzeit genutzten Opiate ebenfalls ein erhebliches Suchtpotenzial. Außerdem bricht der Schmerztherapeut eine andere Lanze für die Cannabis-Therapie: &#8220;Die Kassen würden sparen, weil man zum Teil auf teure Opiate und Medikamente zur Behandlung der Nebenwirkungen verzichten kann.&#8221;<br />
Nach Einschätzung Grotenhermens könnte eine aktuelle Studie zur Wirkung eines Cannabis-Präparates auf die MS-Symptome einen Damm für die Cannabis-Behandlung brechen. 3 von 10 MS-Patienten fühlten sich mit Cannabis besser, also 30%. In der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) bekam, waren es lediglich 15 Prozent.<br />
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) sieht die Anwendung von Cannabis-Produkten allerdings kritisch. Der Cannabis-Einsatz sei nur im Einzelfall &#8220;nach Versagen zugelassener Medikamente und anderer denkbar wirksamer Arzneimittel&#8221; zu vertreten. Zur aktuellen Studie existiert noch keine Stellungnahme der DMSG.<br />
Quelle: www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es gibt sehr gute Argumente dafür, Cannabis zu den wirksamen Heilpflanzen zu zählen und seine therapeutische Anwendung  möglich zu machen, vor allem für Multiple-Sklerose-Kranke und Tumorpatienten. Dass dies bis heute noch immer nicht legal möglich ist, lässt sich meines Erachtens weder mit wissenschaftlichen noch mit medizinischen Gründen rechtfertigen. Die Blockade in dieser Frage hat wohl eher politisch-ideologische Wurzeln.<br />
Bemühungen zur Entkrampfung dieser für Patientinnen und Patienten unsäglichen Situation sind deshalb zu begrüssen.<br />
Zum Thema “Dronabinol” und seine Anwendung in der Schweiz siehe:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/09/21/cannabis-als-heilmittel-zulassen.html">Cannabis als Heilmittel zulassen!</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Bundesgerichtshof bestätigt Schuldspruch gegen Galavit-Krebsheilerbande</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/05/bundesgerichtshof-bestaetigt-schuldspruch-gegen-galavit-krebsheilerbande.html</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 17:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Bundesgerichtshof bestätigt Schuldspruch gegen Galavit-Krebsheilerbande.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Schuldsprüche im Kasseler Galavit-Prozess bestätigt. Die Höhe der Strafen gegen die &#8220;Krebsheilerbande&#8221; muss das Kasseler Landgericht allerdings neu festsetzen.<br />
Damit wurden ein Arzt sowie vier weitere Angeklagte rechtsmäßig wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt. Sie hatten in den Jahren 2000 und 2001 in gemieteten Räumen des Klinikums Carbolineum in Bad Karlshafen an Krebspatienten Spritzkuren mit dem in Deutschland nicht zugelassenen Mittel Galavit durchgeführt. Das angebliche Wundermittel hatte das Quintett für 322 Euro aus Russland bezogen. Die meist verzweifelten Patienten im Endstadium ihrer Krebs-Erkrankung dagegen mussten für die 15 Ampullen umgerechnet 8590 Euro bezahlen. Dabei wurde wahrheitswidrig behauptet, das Mittel sei nicht billiger zu bekommen, die Wirksamkeit jedoch durch russische Studien nachgewiesen.<br />
Vom Landgericht Kassel waren die Angeklagten wegen Bandenbetrugs in 132 Fällen zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, darunter der Arzt zu fünf Jahren und acht Monaten sowie der Drahtzieher zu sieben Jahren und drei Monaten. Der BGH hat nun jeweils den Schuldspruch bestätigt. Das Strafmaß habe das Landgericht jedoch nicht fehlerfrei begründet.<br />
Beschluss des Bundesgerichtshofs Az.: 2 StR 91/09</p>
<p>Quelle: www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:<br />
Im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> tummeln sich eine ganze Reihe von Betrügern, die den Patientinnen und Patienten nur das Geld aus der Tasche ziehen und sich auf Kosten der Hoffnungen von Schwerkranken bereichern.<br />
Die Galavit-Krebsheilerbande ist hier nur ein Beispiel unter vielen.</p>
<p>Und es gibt eine ganze Anzahl von Leuten mit Grössenphantasien, die überzeugt sind davon, alle Krankheiten der Welt heilen zu können. Diese Leute glauben felsenfest an ihre Mission und sind gerade deshalb oft sehr überzeugend.</p>
<p>Darum ist es unumgänglich, einen geschärften Blick für solche Phänomene zu entwickeln und nicht naiv jede noch so absurde Behauptung und Versprechung zu glauben.</p>
<p>Es gibt aber auch Wertvolles, Interessantes und Wirksames in den Bereichen Komplementärmedizin &amp; Naturheilkunde. Deshalb ist es genauso wichtig, bei aller kritischen Prüfung das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Es ist auch nicht alles Schrott. Gefragt ist vielmehr sorgfältige Differenzierung.</p>
<p>Im Bereich von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde gibt es zum Beispiel viele Heilpflanzen, welche bei Krebsleiden Beschwerden lindern können, welche durch die Krankheit oder die Therapie ausgelöst werden, zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Erbrechen, Blasenentzündungen, Verdauungsstörungen, Depressionen, Schleimhautentzündungen etc.</p>
<p>Es ist aber leider keine Heilpflanze bekannt, welche sanft den Krebs zerstört und die gesunden Gewebe dabei schont. Es gibt Wirkstoffe in Pflanzen, die eine starke Wirkung auf Krebszellen ausüben können, zum Beispiel die Vinca-Alkaloide (Vinblastin, Vincristin) aus dem Tropischen Immergrün (Vinca rosea) oder Paclitaxel (Präparat Taxol) aus der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia). Diese Substanzen werden isoliert eingesetzt und zeigen ähnliche Nebenwirkungen wie synthetische Zytostatika.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Resveratrol aus Rotwein als Entzündungshemmer</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 02:12:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Resveratrol aus Rotwein als Entzündungshemmer.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Konsum von Rotwein kann entzündungshemmend wirken, wie Wissenschaftler der schottischen Universität Glasgow herausfanden. Der Grund für diesen Effekt ist demnach das in Rotwein enthaltene Antioxidans Resveratrol, das zwei wichtige entzündungsauslösende Proteine hemmt. Das berichten die Wissenschaftler im Fachblatt des Verbandes der US-amerikanischen Gesellschaften für Experimentelle Biologie (FASEB Journal. 2009;23:2412-2424).??</p>
<p>Sie behandelten einige Mäuse im Tierversuch präventiv mit Resveratrol, weshalb ihnen die Gabe eines stark entzündungsauslösenden Stoffes nichts anhaben konnte. Andere Mäuse, welche kein Resveratrol bekommen hatten, reagierten dagegen mit Symptomen wie sie bei einer Sepsis auftreten.   ?</p>
<p>Der Forscher Alirio Melendez von der Universität Glasgow erklärte, Ziel der Untersuchung sei es gewesen, neue Behandlungsmöglichkeiten für schwere akute Entzündungskrankheiten zu finden. Solche Krankheiten &#8211; wie etwa die Sepsis &#8211; seien “sehr schwer zu behandeln, und wegen mangelnder Behandlung sterben jeden Tag viele Menschen”. Darüber hinaus hätten Sepsis-Überlebende “oft nur eine sehr geringe Lebensqualität wegen der Schäden, die die Entzündung an mehreren inneren Organen anrichtet”, sagt der Wissenschaftler.??</p>
<p>Resveratrol hat in Medizin und Pharmazie ohnehin schon einen guten Ruf, dem Antioxidans wird eine günstige Wirkung von Anti-Aging bis zur Verstärkung von antiviralen Behandlungen zugesprochen. Frühere Studien kamen zum Schluss, dass Resveratrol die Bildung von Blutgerinnseln verhindern helfen und den Kampf gegen Krebs unterstützen kann. Resveratrol findet sich in der Schale von Weintrauben, kommt jedoch in Rotwein in größeren Mengen vor als in Weißwein.</p>
<p>Quelle: www.aerzteblatt.de</p>
<p>Originalpublikation:</p>
<p>http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/23/8/2412</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Resveratrol ist zweifellos eine interessante Substanz, doch wird hier wieder einmal sehr schnell von Experimenten mit einem isolierten Stoff an Mäusen auf eine Wirkung via Rotwein auf die menschliche Gesundheit geschlossen. Der Originaltitel des “Ärzteblattes” lautet: “Rotwein kann entzündungshemmend wirken.”<br />
Vom “Ärzteblatt” bin ich mir eigentlich eine zurückhaltendere Interpretation gewohnt.</p>
<p>Was weiss man denn bisher über Resveratrol?<br />
Hier eine gekürzte und modifizierte Zusammenfassung aus Wikipedia:</p>
<p>Resveratrol ist ein Antioxidans, das zu den Polyphenolen zählt und 1963 erstmals in Knöterich-Pflanzen (Polygonum cuspidatum) isoliert und identifiziert wurde. 1976 wurde die Substanz in Weintrauben nachgewiesen.</p>
<h2>Vorkommen von Resveratrol</h2>
<p>Resveratrol findet sich in einer Anzahl von Pflanzen bzw. pflanzlichen Lebensmitteln, hauptsächlich in Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Erdnüssen, und im japanischen Staudenknöterich. Im Rahmen eines Screening-Programms des National Cancer Institute, bei welchem mehrere tausend Pflanzen auf krebshemmende Inhaltsstoffe untersucht wurden, hat man Resveratrol in 72 Pflanzenarten gefunden. Besonders reichlich kommt es vor in der Haut von roten Weintrauben. In frischem weißen Traubensaft hat man bis zu 200 µg/l, in frischem roten bis zu 1100 µg/l Resveratrol nachweisen können. In Rotwein ist die Konzentration bedeutend höher und liegt bei ca. 30 bis 50 mg/l. Weißwein und Rosé enthalten geringere Konzentrationen an Resveratrol.</p>
<p>In seiner Funktion als Phytoalexin schützt es Pflanzen in feuchten Perioden gegen Parasiten und Pilzinfektionen. So wird es von den Rebstöcken vor allem in den Blättern und Beerenschalen bei Befall durch falschen Mehltau oder Botrytis gebildet. Stress, wie zum Beispiel ultraviolettes Licht, führt ebenfalls zu erhöhter Resveratrol-Bildung.</p>
<h2>Zur Wirkung von Resveratrol</h2>
<p>Aus In-vitro-Studien gibt es Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit gegen Krebszellen. Versuche am lebenden Organismus stehen aber noch aus. Andere Studien haben günstige Effekte der Substanz bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Arthritis und manchen Autoimmunkrankheiten zeigen können.</p>
<p>Resveratrol erhöht, genauso wie eine kalorienarme Diät, die Expression der Sirtuin-Gene wie Sir2. Dadurch wurde bei verschiedenen Versuchstieren ein lebensverlängernder Effekt beobachtet.</p>
<p>In einer Tierversuchsstudie erhielten Mäuse eine besonders fettreiche Diät. Die gleichzeitige Gabe von Resveratrol reduzierte dabei deutlich die Gewichtszunahme.</p>
<p>Unter speziell hohen Resveratrol-Dosen konnte eine Verdoppelung der Ausdauerleistung beobachtet werden.</p>
<p>Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen, weil es hemmend auf ein Protein einwirkt, welches für das Überleben von Krebszellen entscheidend ist. Dieses als NF-?B (Nukleärer Faktor kappa B) bezeichnete Schlüsselprotein ist ein Bestandteil der Kerne aller Zellen. Dort ist es verantwortlich für die Aktivierung von Genen, die für das Überleben der Zellen wichtig sind. Resveratrol wirkt so auf NF-kB ein, dass diese ihren überlebensfördernden Effekt nicht mehr entfalten können. Dies wiederum leitet bei den betroffenen Krebszellen die Apoptose, das heisst ihre Selbstzerstörung ein. Wissenschaftler hoffen, dass der Einsatz von NF-kB-Inhibitoren wie Resveratrol die Wirksamkeit bereits etablierter Behandlungsansätze gegen Krebs deutlich steigern kann.</p>
<p>Allerdings könnte die Wasserunlöslichkeit von Resveratrol noch eine Schwierigkeit darstellen: Möglicherweise kann es vom Körper nicht in genügender Menge aufgenommen werden und so seine Wirkung gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ausreichend entfalten.</p>
<p>Die Aktivierung von NF-kB ist auch im Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose bedeutsam &#8211; NF-kB-Inhibitoren könnten darum auch hier in Zukunft eine therapeutische Option darstellen. Allerdings wurden bisher noch keine Bemühungen unternommen, um die Wirksamkeit von Resveratrol bei MS zu überprüfen.</p>
<p>Resveratrol hat eine neuroprotektive Wirkung beim Glaukom (Grüner Star). Ein erhöhter Augeninnendruck steigert den oxidativen Stress an Netzhaut und Trabekelmaschenwerk. Dieser führt zu vermehrter Bildung von Entzündungsmarkern wie Interleukin-1?, Interleukin-6, Interleukin-8 und zur schnelleren Zellalterung durch oxidative Spezies wie Lipofuscin in den Zellen des Trabekelmaschenwerkes und des Sehnerves. Resveratrol senkt die Expression dieser Stoffe und wirkt daher antioxidativ und antiapoptotisch im Trabekelmaschenwerk und in den Neuronen des Sehnerves.</p>
<p>Soweit die nicht ganz in allen Passagen leicht verständliche Beschreibung bei Wikipedia.</p>
<p>Auch hier aber stammen viele beschriebene Wirkungen aus Laborexperimenten und es wäre vorschnell, sie 1 : 1 auf die Situation bei kranken Menschen zu übertragen. Das gilt insbesondere auch für die krebshemmenden Wirkungen, so gern wir natürlich glauben würden, dass Rotwein uns vor Krebs schützen kann&#8230;..</p>
<p>Der Wikipedia-Text spricht einen der wichtigsten Kritikpunkte selber an: Es ist nicht so klar, ob Resveratrol über den Verdauungstrakt in ausreichenden Mengen resorbiert wird. Wenn dies aber nicht geschieht, nützen die schönsten Wirkungen aus Laborexperimenten nichts.</p>
<p>Ich würde nicht daran zweifeln, dass Rotwein regelmässig in moderaten Mengen genossen zur Gesundheit beitragen kann. Es scheint mir aber nicht angemessen, alles gesundheitliche Heil von einer einzigen Substanz zu erwarten, wie es uns die Werbung für gewisse Produkte einreden will. Auch Resveratrol wird sich wohl kaum als eine solche Wundersubstanz erweisen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
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		<title>Naturheilkunde: Spirulina als Quelle von Vitamin B12?</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 21:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naturheilkunde: Spirulina als Quelle von Vitamin B12?
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spirulina wird als Nahrungsergänzungsmittel immer wieder in höchsten Tönen gelobt.</p>
<p>So beschreibt beispielsweise ein Anbieter im Internet die “einzigartige Power-Alge” sei “sicherlich eine der bedeutendsten Nahrungspflanzen und wichtigsten (Über-) Lebensmittel unserer Zeit”.<br />
Das sind etwas gar grosse Worte.</p>
<p>Empfohlen wird Spirulina aber auch als ideale Quelle für Vitamin B12 bei vegetarischer Ernährung.<br />
Diese Anpreisung ist sehr fragwürdig. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg haben nämlich Studien “gezeigt, dass das enthaltene Vitamin B12 in einer für den Menschen nicht nutzbaren Form vorliegt”.</p>
<p>Und in “Wikipedia” heisst es zu diesem Punkt:<br />
“Spirulina enthält praktisch ausschließlich eine unwirksame Form des Vitamins (,Pseudovitamin B12‘, ,Vitamin B12 Analoge‘), das die Aufnahme und den Stoffwechsel des physiologischen Vitamin B12 blockieren kann.”</p>
<p>Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält zudem fest:</p>
<p>“Spirulina Algen (Süßwasser-Mikroalgen) bestehen zu 60% aus Eiweiß und enthalten auch Vitamine und Mineralstoffe. Die Dosis, die als Ergänzung aufgenommen wird, ist jedoch so gering, dass sich die ergänzende Eiweißzufuhr in der Regel kaum bemerkbar macht. Darüber hinaus kommt ein Eiweißmangel in westlichen Industrieländern bei einer vielseitigen und ausgewogenen Ernährung kaum noch vor. In der Regel tritt ein Eiweißmangel als Folge extrem einseitiger Diäten oder chronischer Erkrankungen auf. Den Eiweißbedarf können Sie über tierische (Fleisch, Eier, Milch- und Milchprodukte) und pflanzliche Lebensmittel (Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln) decken. Eine Kombination beider, wie z.B. Kartoffeln und Ei, erhöht zudem die Wertigkeit. Wissenschaftliche Belege zum Nutzen von Spirulina fehlen.”</p>
<p>Diese Einschätzung wird auch geteilt von Hanssen / Koch / Richter im Buch “Biogene Nahrungsergänzungsmittel”:</p>
<p>“Dosierung meist zu gering zur Aufnahme ernährungsphysiologisch relevanter Mengen.”</p>
<p>Völlig aus dem Ruder läuft die Spirulina-Geschichte mit Anpreisungen gegen Aids und Krebs, die jeder seriösen Grundlage entbehren.</p>
<p>Die grossen Heilungsversprechungen, die in manchen Kreisen der Naturheilkunde mit der Spirulina-Propaganda verbunden werden, sind meines Erachtens sehr fragwürdig und kommen einer Täuschung von Konsumentinnen und Konsumenten nahe. In diesen eher esoterisch angehauchten Bereichen der Naturheilkunde gibt es meiner Erfahrung nach ein starkes Tabu bezüglich dem Stellen kritischer Fragen. So etwas Wunderbares wie Spirulina darf nicht mit kritischen Fragen in den Schmutz gezogen werden. Solche Denk- und Frage-Tabus sind ein guter Boden für Heilslehren aller Art.</p>
<p>Der grosse Boom, den Spirulina-Produkte und andere Nahrungsergänzungsmittel erleben, dürfte wohl hauptsächlich mit dem schlechten Gewissen zu tun haben, das viele Menschen bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens plagt. Uns wird ja ständig eingeredet, was wir alles für unsere Gesundheit tun oder lassen sollten. Kein Mensch kann alle diese Ratschläge auch nur ansatzweise umsetzen.<br />
Daraus entsteht dann leicht ein schlechtes Gewissen, welches sich mit dem Konsum von angeblich ganz besonders gesunden Produkten wie Spirulina immer wieder besänftigen lässt.</p>
<p>Das Buch “Biogene Nahrungsergänzungsmittel” von Hanssen / Koch / Richter” können Sie in unserem <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/ernaehrung/">Buchshop</a> näher anschauen und beziehen. Neben Spirulina liefert es für über 100 pflanzliche und tierische Nahrungsergänzungsmittel Informationen zu Herkunft, Beschreibung, Inhaltsstoffe, Verwendung und Verzehrempfehlung, gefolgt von einer kritischen Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses jedes Präparates.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Prostatakrebs: Grüntee-Extrakt reduziert PSA</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 23:18:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prostatakrebs: Grüntee-Extrakt reduziert PSA.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein aus Grüntee-Blättern hergestelltes Arzneimittel hat in einer offenen Studie, die in Cancer Prevention Research (2009; doi: 10.1158/1940-6207.CAPR-08-0167) publiziert wurde, bei Patienten mit Prostatakrebs vor einer geplanten Operation mehrere Tumormarker vermindert.??Grüntee ist reich an Polyphenolen, denen &#8211; neben einer Reihe weiterer gesundheitsfördernder Eigenschaften &#8211;  eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben wird.</p>
<p>Die Hinweise stammen zumeist aus experimentellen Untersuchungen oder aus epidemiologischen Beobachtungen, die eine geringe medizinische Aussagekraft besitzen. ??Inzwischen liegen aber erste Resultate aus klinischen Studien vor.</p>
<p>Vor drei Jahren berichteten Saverio Bettuzzi und Mitarbeiter der Universität Parma, dass Patienten, bei denen in einer Prostatabiopsie eine intra-epitheliale Neoplasie (eine Präkanzerose) entdeckt worden war, seltener an einem Prostatakrebs erkranken, wenn sie täglich drei Kapseln eines Extraktes einnahmen, das reich an Grüntee-Epigallocatechinen war: Nach einem Jahr erkrankten nur einer von 30 Teilnehmern im Vergleich zu neun von 30 in der Kontrollgruppe (Cancer Research 2006; 66: 1234-40). Eine Auswirkung auf den PSA-Wert wurde aber nicht erzielt.??</p>
<p>Anders war dies in der Studie der Forschungsgruppe um James Cardelli vom Feist-Weiller Cancer Center in Shreveport im US-Staat Louisiana. Hier waren die Patienten allerdings schon an einem Prostatakrebs erkrankt, die PSA-Werte darum höher. ??Die 27 Teilnehmer im Alter zwischen 41 und 72 Jahren befanden sich nach einer positiven Biopsie auf der Warteliste für eine radikale Prostatektomie (Entfernung der Prostata). Während diesem Zeitraum nahmen sie täglich 4 Kapseln eines Extraktes ein, die laut Cardelli zusammen so viele Polyphenole enthielten wie 12 Tassen Grüntee.</p>
<p>In den median 34,5 Tagen bis zur Operation zeigte sich ein signifikanter Rückgang beim prostataspezifischen Antigen (PSA). Bei einigen Patienten soll sich der Wert um mehr als 30 Prozent vermindert haben. Zu einem signifikanten Rückgang kam es auch bei zwei Krebswachstumsfaktoren, dem hepatocyte growth factor (HGF) und dem vascular endothelial growth factor (VEGF). Die positiven Effekte auf HGF und VEGF wurden später im Labor auch an Fibroblasten aus den Präparaten nachgewiesen.??Von diesen beiden Studien auf eine krebshemmende Wirkung zu schließen, wäre verfrüht, zumal die US-Studie noch nicht einmal eine Vergleichsgruppe hatte. Offen bleibt auch, welche klinischen Auswirkungen eine präoperative Reduktion der Tumormarker haben könnte.</p>
<p>Immerhin zeigen beide Studien, dass die Grüntee-Extrakte sicher zu sein scheinen. Die italienischen Forscher berichteten über zwei Durchfallerkrankungen, die sich jedoch spontan besserten, die US-Kollegen haben auch die Leberwerte analysiert und hier eher Verbesserungen gefunden als Hinweise auf eine Hepatotoxizität (Giftwirkung auf die Leber). ??Wie William Nelson von der Johns Hopkins Universität in Baltimore, der Herausgeber von Cancer Prevention Research, in der Pressemitteilung berichtet, hat inzwischen eine ähnliche Untersuchung beim Mammakarzinom (Brustkrebs) begonnen.</p>
<p>Quelle:<br />
www.aerzteblatt.de</p>
<p>Originalpublikation:</p>
<p>http://cancerpreventionresearch.aacrjournals.org/cgi/content/abstract/1940-6207.CAPR-08-0167v1</p>
<p>Kommentar:<br />
Das “Aerzteblatt” stellt meines Erachtens sehr zu Recht fest, dass noch offen ist, welche Auswirkungen die präoperative Verminderung von Tumormarkern auf den Krankheitsverlauf  haben könnte. Mit anderen Worten: Aus der Veränderung von Laborwerten kann noch nicht auf eine günstige Wirkung auf den Prostatakrebs geschlossen werden. Es besteht bei solchen Studien immer die Gefahr, dass sie in dieser Richtung überinterpretiert werden. Das kommt nämlich allen Beteiligten entgegen:</p>
<p>Wir Leserinnen und Leser wünschen uns ja sehnlichst einfache, natürliche Schutzmittel gegen Krebs. Die Medien bekommen mehr Aufmerksamkeit mit reisserischen Aussagen, während differenziertere, leisere Töne untergehen. Und selbst die Forschenden profitieren oft von einer möglichst erfolgversprechenden Darstellung ihrer Arbeiten, geht es doch nicht selten auch um die Sicherung oder Erschliessung weiterer Geldquellen.</p>
<p>Nichtsdestotrotz ist es natürlich begrüssenswert, dass in letzter Zeit so viele wissenschaftliche Studien sich mit Grüntee und seinen gesundheitlichen Wirkungen beschäftigt haben.</p>
<p>Aus diesen Forschungen scheint mir zu mindestens ein Aspekt klar: Es braucht, um fassbare Effekte auf die Gesundheit zu erzielen, ziemlich hohe Grüntee-Dosen konstant über den Tag verteilt und über längere Zeiträume eingenommen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Krebsvorbeugung: Karotten am Stück gekocht enthalten mehr Falcarinol</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 18:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Krebsvorbeugung: Karotten am Stück gekocht enthalten mehr Falcarinol.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. 
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Inhaltsstoff der Karotte soll günstig gegen Krebs wirken. Allerdings entfaltet sich dieser Effekt um einiges besser, wenn man das Gemüse am Stück statt klein geschnitten kocht.</p>
<p>Gewöhnlich landet Karottengemüse in Scheiben, Würfeln oder Streifen in der Pfanne. Genau davon raten Wissenschaftler der Universität Newcastle ab. Sie haben herausgefunden, dass der Krebsschutz aus dem Gemüse um 25 Prozent höher ist, wenn man es am Stück zubereitet und erst gekocht weiterverarbeitet.</p>
<p>Eine zentrale Rolle spielt hier der natürliche Pflanzenschutzstoff Falcarinol, den Wissenschaftler der britischen Universität gemeinsam mit Kollegen der Universität Dänemark vor vier Jahren entdeckten. In Versuchen an Ratten zeigte sich, dass die Tiere, die Karotten bzw. Falcarinol erhielten, um ein Drittel seltener Krebs entwickelten als die Ratten der Kontrollgruppe.</p>
<p>Größere Oberfläche bewirkt Nährstoffverlust</p>
<p>Die Forscher haben daraufhin untersucht, was mit Karotten während des Kochens geschieht. Durch das Erhitzen sterben Zellen. Diese verlieren dadurch die Fähigkeit, Wasser zu speichern und geben es ab. Durch den reduzierten Flüssigkeitsanteil der Karotte erhöht sich die Falcarinol-Konzentration im Gemüse.</p>
<p>Wird die Karotte geschnitten gekocht, bekommt sie allerdings eine größere Oberfläche. Dadurch verliert sie mehr wasserlösliche Inhaltsstoffe wie Zucker und Vitamin C &#8211; Falcarinol inklusive. “Wenn man die Karotten ganz belässt und erst später schneidet, bleiben die Nähr- und Geschmacksstoffe im Gemüse”, erklärt Kirsten Brandt, Hauptautorin der Studie.</p>
<p>Besser im Geschmack</p>
<p>Ein Blindversuch mit zehn Testpersonen zeigte, dass acht von zehn Testern die am Stück gekochten Karotten zudem besser schmeckten. Das liegt daran, dass der Zuckergehalt, der ihnen ihren charakteristischen Geschmack verleiht, in ganzen Karotten höher war als in geschnittenen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.focus.de</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Karotten sind wohl wirklich ein gesundes Gemüse. Die Übergänge zwischen Heilpflanzen und Nahrungsmitteln sind sowieso fliessend.<br />
Und die Argumente dafür, Karotten am Stück zu kochen, scheinen mir überzeugend.<br />
Allerdings muss auch bei dieser Meldung festgehalten werden:<br />
Die Erkenntnis, dass Falcarinol bei Ratten im Labor künstlich erzeugten Tumoren vorbeugt, heisst noch längst nicht, dass damit auch bei Menschen ein Schutzeffekt erwartet werden kann.</p>
<p>Solche Meldungen bzw. Interpretationen sind daher immer etwas vorschnell. Sie erwecken den Eindruck, dass man sich mit Karottenessen gegen Krebs schützen kann.<br />
Und dieser Eindruck kommt wohl unserem Bedürfnis nach Schutz vor  dieser Bedrohung entgegen. Vielleicht wirken solche Meldungen daher vor allem als Anxiolytika, als angstlösende Mittel also.<br />
Viele Meldungen aus der Wissenschaft, aber auch aus der Naturheilkunde, werden auf diese Art letztlich psychologisch aufgeladen und bekommen dadurch viel mehr Gewicht und Bedeutung, als sie eigentlich hätten.</p>
<p>Diese Einwände richten sich also gegen vorschnelle Meldungen mit weitreichenden Schlüssen, die auf dünnem Eis stehen. Sie richten sich ganz und gar nicht gegen den gesundheitlichen und kulinarischen Wert von Karotten. Guten Appetit!</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Antioxidanzien fördern möglicherweise Diabetes</title>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 01:36:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Antioxidanzien fördern möglicherweise Diabetes.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag fasst Informationen zusammen über problematische Wirkungen von Antioxidanzien (Vitamin C, Vitamin E) auf Sportler und auf die Insulinsensitivität. Er macht am Schluss einem Abstecher zur Hormesis-Vorstellung, die auf Paracelsus gründet  und für die Phytotherapie und die Toxikologie interessant ist</p>
<p>Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel reduzieren einer neuen Untersuchung zufolge die Empfindlichkeit des Organismus gegenüber Insulin. Damit können sie die günstige Wirkung von Sport zunichte machen. Bei ausgewogener Ernährung gibt es deshalb weiterhin aus medizinischer Sicht keinen Grund, Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, hält der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) fest. Der Schaden durch solche Nahrungsergänzungsmittel könnte größer sein als der Nutzen.</p>
<p>Antioxidanzien sind ausgesprochen beliebte Nahrungsergänzungen. Sie sollen die durch Stoffwechselvorgänge im Körper entstehenden so genannten freien Radikale abfangen. Dazu gehören zum Beispiel Vitamin C und E. Freie Radikale sind chemisch speziell aggressive Moleküle, die in den letzten Jahren immer wieder für Alterungsprozesse und verschiedene Erkrankungen verantwortlich gemacht wurden. Deutsche Forscher der Universität Jena und US-amerikanische Wissenschaftler machen zusätzlich in Form von Tabletten aufgenommene Antioxidanzien für eine wachsende Unempfindlichkeit gegenüber Insulin verantwortlich, die oft am Anfang eines Diabetes steht (PNAS 2009, online vorab veröffentlicht).</p>
<p>In ihrer Untersuchung konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass trotz eines 4-wöchentlichen Sportprogramms die Insulin-Empfindlichkeit des Organismus bei gleichzeitiger Einnahme von zusätzlichen 1.000 Milligramm Vitamin C und 400 Milligramm Vitamin E unverändert blieb. Vergleichspersonen, welche keine Vitamine in Tablettenform schluckten, waren dagegen deutlich empfindlicher für Insulin und konnten so Glukose im Blut besser verwerten.</p>
<p><strong>Freie Radikale beeinflussen Glukose-Verwertung<br />
</strong><br />
Dieser Resultate bestätigen, dass Diabetiker von regelmäßiger körperlicher Aktivität erheblich profitieren. Kurzes intensives Intervall-Training kann den Blutzucker-Spiegel von Diabetikern noch etwas wirkungsvoller senken als reines Ausdauer-Training (BMC Endocrine Disorders 2009, Band 9: Seite 3). “Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Sport Übergewicht verhindert bzw. verringert und so indirekt die Insulinsensitivität erhöht. Heute wissen wir, dass Bewegung auch direkt die Empfindlichkeit für Insulin steigert. Interessanterweise entstehen bei körperlicher Aktivität freie Radikale in der Muskulatur&#8221;, erläutert Dr. Thorsten Siegmund vom BDI.</p>
<p>Die freien Radikale scheinen nach diesen Studien relevant für eine optimale Verwertung von Glukose zu sein. Parallel dazu werden bei körperlicher Betätigung jedoch auch Schutzmechanismen aktiviert, um die Radikale wieder abbauen zu können, nachdem die günstigen Effekte erreicht sind. Hohe Dosen an Vitamin C und E in Form von Tabletten schwächen diesen positiven Effekt einer verbesserten Insulinempfindlichkeit offensichtlich ab.</p>
<p><strong>Natürliche Nahrungsmittel sind gesünder</strong></p>
<p>Der Nutzen von Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel ist seit längerem umstritten. Jüngste Studien deuten darauf hin, dass sie möglicherweise die Lebenserwartung sogar verkürzen können. “In der Regel ist es völlig unnötig, Vitamin-Tabletten einzunehmen. Wer sich gesund ernährt, nimmt ausreichend Mineralstoffe und Vitamine auf, so dass künstliche Nahrungsergänzungsmittel nur selten erforderlich sind&#8221;, erklärt Dr. Siegmund. So enthalten zum Beispiel Obst und Gemüse Vitamine und Antioxidanzien in ausreichender Menge.</p>
<p>“Nach allem, was wir bisher wissen, wirken sich die einzelnen Substanzen in natürlichen Nahrungsmitteln positiver auf die Gesundheit aus als einzelne, in hoher Dosierung verabreichte Vitamine oder Mineralstoffe. So ist zum Beispiel auch zu erklären, dass Obst und Gemüse zwar viele Antioxidanzien enthalten, aber &#8211; wahrscheinlich durch die Anwesenheit andere Substanzen &#8211; trotzdem einer entstehenden Insulin-Unempfindlichkeit entgegen wirken können&#8221;, so der Ernährungsmediziner vom Klinikum München-Bogenhausen.</p>
<p>(Quelle: http://www.internisten-im-netz.de)</p>
<p><strong>Hormesis &#8211; eine Idee, die auf Paracelsus zurückgeht</strong></p>
<p>Wer nach dem Freizeitsport Vitamine einnimmt, um sein Immunsystem zu stärken, erreicht also nach der beschriebenen Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2009; doi: 10.1073/pnas.0903485106) genau das Gegenteil.<br />
Er verhindert, dass die Bildung von freien Radikalen die Insulinsensitivität erhöht, die eine wesentliche Voraussetzung für die präventive Wirkung von Sport ist. ??</p>
<p>Michael Ristow vom Institut für Ernährungswissenschaften an der Universität Jena versucht durch diese Untersuchung seine Theorie der “Mitohormesis” zu beweisen. Hormesis ist eine auf Paracelsus (1493 &#8211; 1541) zurückgehende Idee, nach der kleine Mengen einer schädlichen oder giftigen Substanz günstige Wirkungen auf den Organismus haben. ??Bei der Mitohormesis sind die schädlichen Stoffe die durch sportliche Betätigung aus den Mitochondrien freigesetzten freien Radikale (reactive oxygen species, kurz: ROS). Sie sollen dazu fähig sein, die Insulinsensitivität zu verbessern, wofür es laut Ristow eine Reihe von tierexperimentellen Hinweisen gibt. ??</p>
<p>Um seine Theorie auch beim Menschen zu belegen, bat Ristow 39 junge Männer, ein vierwöchiges Fitnessprogramm zu absolvieren. An fünf Tagen der Woche sollten sie jeweils über 85 Minuten sportlichen Aktivitäten nachgehen. Die Hälfte der Teilnehmer schluckte begleitend Vitamine (1.000 mg/die Vitamin C plus 400 IU/die Vitamin E). Nach Ablauf der vier Wochen wurden Muskelbiopsien entnommen. ??Sie zeigten, dass die antioxidativen Vitamine tatsächlich die Fähigkeit hatten, die Bildung von ROS zu unterdrücken. Die Konzentration von TBARS (Thiobarbitursäure-reaktiver Substanzen), ein Marker für die Bildung von ROS, war jedenfalls bei den Sportlern, die keine Vitamine eingenommen hatten, doppelt so hoch.?</p>
<p>Der Sport erhöhte die Expression von Genen, welche regulierend auf die Insulinempfindlichkeit einwirken. Dieser Effekt wurde ebenfalls nur bei den Versuchpersonen gefunden, die keine Vitaminpräparate eingenommen hatten. Mehr noch und das ist aus diabetologischer Sicht bedeutsam: Die sportliche Aktivität verbesserte die Insulinsensitivität (gemessen in einem Clamp-Versuch und anhand des Markers Adiponectin) ebenfalls nur bei den Sportlern, die keine Vitamine einnahmen. ?Die Vitamine könnten darum, sofern andere Wissenschaftler zu gleichen Resultaten kommen, die positiven Effekte des Sports auf die Gesundheit aufheben. Man müsse sogar davon ausgehen, dass Antioxidantien das Diabetes-Risiko eventuell steigern, indem sie die Bildung von ROS verhindern, wird der Ernährungswissenschaftler in der Pressemitteilung zitiert. ??</p>
<p>Das ist eine weitreichende Spekulation, welche in einer randomisierten Untersuchung noch zu prüfen wäre. Die im letzten Jahr im Britischen Ärzteblatt publizierte POPADAD-Studie hatte gezeigt, dass die Einnahme von Vitaminen bei Diabetikern keinen günstigen, aber auch keinen ungünstigen Einfluss auf das Fortschreiten der arteriellen Verschlusskrankheit hatte (BMJ 2008; 337; a1840). ??Diese Untersuchung reihte sich ein in eine Serie von Studien, die einstmals angenommene positive Auswirkungen von antioxidativen Vitaminen auf Krebs und Herzkreislauferkrankungen widerlegten, ohne aber ein ernstzunehmendes Diabetesrisiko durch die Einnahme solcher Vitamine aufzudecken.??</p>
<p>Gegen eine vitaminreiche Ernährung erhebt Ristow keine Einwände. Die gesundheitsfördernde Wirkung von frischem Obst und Gemüse bleibe unbestritten und außerdem könnten Vitamintabletten den Verzehr von Obst und Gemüse keinesfalls ersetzen &#8211; denn diese wären offenbar gesund, obwohl sie Antioxidantien enthielten.</p>
<p>Quelle: www.aerzteblatt.de</p>
<p>Kommentar und Ergänzung:</p>
<p>Als Hormesis (griech.: &#8220;Anregung, Anstoß&#8221;, englisch: Adaptive Response) wird der schon von Paracelsus formulierte biologische Effekt bezeichnet, dass geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen eine günstige Wirkung auf den Organismus haben können.<br />
Es ist denkbar, dass verschiedene durch Heilpflanzen ausgelöste therapeutische Effekte aus diesem Prinzip zu erklären sind.</p>
<p>Für einige stark wirkende Einzelsubstanzen aus Pflanzen (Forte-Phytotherapeutika nach Rudolf Fritz Weiss) ist ein solcher dosisabhängiger Umkehreffekt gut nachweisbar (z. B. Digitalis, Colchicin, Opium).</p>
<p>Hormetische Effekte werden oft auch dadurch erklärt, dass niedrige Dosen von schädlichen Substanzen die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Das lässt sich in gewisser Weise als eine Form der Abhärtung auffassen. Hier gibt es Verbindungen zu Konzepten der Naturheilkunde (zum Beispiel zu Hydrotherapie nach Sebastian Kneipp).</p>
<p>Im Sinne einer Hormesis lässt sich auch die pflanzliche Immunstimulation deuten (z. B. bei Echinacea-Produkten) Sie sollen &#8211; ohne im Sinn einer Impfung zu wirken &#8211; das Immunsystem des Körpers unspezifisch ankurbeln, um so Infektionen abzuwehren.</p>
<p>Mitohormesis wird nun also ein biochemischer Vorgang genannt, bei welchem die Aktivierung von Mitochondrien zu einer Vermehrung von freien Radikalen in der Zelle führt, welche letztlich zu einer Aktivierung der zelleigenen Abwehr gegen Sauerstoffradikale führt. Dieses Konzept der Mitohormesis versucht Michael Ristow unter anderem mit der beschriebenen Studie zu beweisen.</p>
<p>Die Hormesis-Vorstellungen werden zunehmend auch in der Toxikologie diskutiert. Dazu noch ein paar Informationen aus einem Beitrag auf http://science.orf.at:</p>
<p><strong>Die Toxikologie überdenkt ihre Grundlagen</strong></p>
<p>Die Verbindung zwischen Dosis und Wirkung einer Substanz gilt als grundlegendes Konzept der Toxikologie. Nach Meinung eines US-Wissenschaftlers hat man sich in dieser Disziplin jahrzehntelang an falschen Vorstellungen orientiert. Ihm zufolge gilt in weiten Teilen der Toxikologie ein alternatives Modell. Das Neue daran: Schädliche Substanzen können in geringen Konzentrationen auch positive Wirkungen entfalten.</p>
<p>Wie Edward J. Calabrese von der University of Massachusetts in einem Überblicksartikel berichtet, hat das von ihm bevorzugte, so genannte Hormese-Modell auch praktische Folgen, etwa für die Abschätzung von Krebsrisiken.</p>
<p>&#8220;Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist&#8221;, wusste schon Theophrast von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus. Der Ausspruch des Arztes und Chemikers ist auch heute noch gültig, allerdings war damit nicht gesagt, auf welche Art eine Substanz bei zunehmender Konzentration zum Gift wird.<br />
Antwort darauf geben die grundlegenden toxikologischen Modelle, die den Dosis-Wirkungs-Zusammenhang beschreiben. Seit Anfang des konzeptuellen Denkens in der Toxikologie in den 1930er Jahren habe das so genannte Schwellenwertmodell (&#8220;threshold model&#8221;) die Vorstellungen der Fachwelt bestimmt, schreibt Edward J. Calabrese in seinem Beitrag.</p>
<p>Dieses geht davon aus, dass eine Substanz eine bestimmte Konzentration überschreiten muss, um toxische Effekte zu bewirken. Unter diesem Grenzwert seien hingegen keine nachteiligen Effekte anzunehmen.</p>
<p><strong>Zwei traditionelle Vorstellungen</strong></p>
<p>Dieses Modell wurde bisher herangezogen, um die Risiken für die öffentliche Gesundheit abzuschätzen &#8211; beispielsweise den Schwermetallen Cadmium, Blei und Quecksilber. Nur im Fall von Karzinogenen, also Krebs auslösenden Substanzen, sieht die Sache anders aus.</p>
<p>Hier stützt man sich auf das so genannte lineare Modell, bei dem es keinen &#8220;sicheren&#8221; Konzentrationsbereich gibt. Mit anderen Worten: Wie gering die Dosis eines Kanzerogens auch sein mag, sie trägt auf jeden Fall zur Vergrösserung des Krebsrisikos bei.</p>
<p><strong>Der Gegenentwurf: Hormese</strong></p>
<p>Die US-Gesundheitsbehörde FDA und zahlreiche weitere Institutionen im Gesundheitswesen seien diesen beiden Modellen mehr oder weniger blind gefolgt, kritisiert Calabrese in seinem Artikel.</p>
<p>Es sei aber auch ein anderer Wirkungsverlauf bekannt, der als Hormese-Modell bezeichnet wird. Beispielsweise sei an dem &#8211; mittlerweile verbotenen &#8211; Insektizid DDT gezeigt worden, dass es bei Ratten in hohen Dosen als Karzinogen wirkt, das Tumorrisiko bei geringen Konzentrationen hingegen reduziert.</p>
<p><strong>Paradigmenwechsel für die Biowissenschaft?<br />
</strong><br />
Dieses Verhalten sei aber nicht die Ausnahme in der Toxikologie, sondern die Regel, betont Calabrese &#8211; und beruft sich dabei auf eine an der University of Massachusetts aufgebaute Datenbank.</p>
<p>Dementsprechend sieht er im Prinzip der Hormese einen Paradigmenwechsel, der die gesamten Biowissenschaften erfasst: &#8220;Dies verändert unser Verständnis davon, wie biologische Systeme mit niedrigen Dosen chemischer oder physikalischer Einflüsse umgehen.&#8221;</p>
<p><strong>Nicht mit Homöopathie zu verwechseln</strong></p>
<p>Dies habe eine Reihe von Konsequenzen, etwa für das Design toxikologischer Studien, gesundheitliche Risikoabschätzungen und nicht zuletzt für die optimale Anwendung von Medikamenten. Die Regel &#8220;Stimulation bei niedrigen Dosen, Schädigung bei hohen Dosen&#8221; erinnert oberflächlich betrachtet auch an das Prinzip der Homöopathie, dürfe jedoch auf keinen Fall mit ihr gleichgesetzt werden, hält der US-Wissenschaftler fest.</p>
<p>Denn hormetische Effekte entfalten sich in einem Konzentrationsbereich von 10-4 bis 10-9 molaren Lösungen. Homöopathie hingegen wird im Bereich unter 10-18 Mol/Liter betrieben, deren Wirkstoffe sind also mitunter billiardenfach stärker verdünnt.</p>
<p>Quelle: http://science.orf.at/science/news/132681, 15.2.05</p>
<p>Der Artikel &#8220;Challenging Dose-Response Dogma&#8221; von Edward J. Calabrese erschien im Wissenschaftsmagazin &#8220;The Scientist&#8221; (Band 19, Ausgabe vom 14.2.05).</p>
<p>Ich bin nicht im Bild darüber, wie die toxikologische Diskussion um die Hormese weitergegangen ist und wo sie heute steht.<br />
Es scheint mir aber lohnend, über dieses Thema aus Sicht der Phytotherapie genauer nachzudenken. Denn wir haben in Heilpflanzen-Präparaten  Vielstoffgemische in Konzentrationen, in denen hormetische Vorgänge durchaus eine Rolle spielen könnten.</p>
<p>Interessant ist auch, dass sowohl Thorsten Siegmund vom BDI als auch Michael Ristow die Antioxidanzien im Gesamtverbund von Obst und Gemüse positiv sehen, als isolierte und hochdosierte Einzelstoffe aber weit skeptischer beurteilen.<br />
Auch das kommt dem Vielstoffgemisch-Konzept der Phytotherapie entgegen, welches quasi von einem Orchester an Wirkstoffen ausgeht.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Heilpflanzen-Forschung gegen Schlafkrankheit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/16/heilpflanzen-forschung-gegen-schlafkrankheit.html</link>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 00:49:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heilpflanzen-Forschung gegen Schlafkrankheit
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Krankheiten, welche für die Forschung und die Medizin interessant sind. Herzinfarkt, Krebs, Alzheimer, auch Rheuma oder Grippe: In diesen Bereichen werden Medikamente entwickelt, die Forschung lohnt sich für die Pharmafirmen. Es gibt jedoch auch bedeutende Krankheiten, welche Millionen von Menschen bedrohen und an deren Behandlung trotzdem weltweit nur wenige Wissenschaftler arbeiten. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Thomas Schmidt vom Institut für Phytochemie der Universität Münster.</p>
<p>Schmidt ist ein Kenner der sogenannten “Neglected Diseases”, der vernachlässigten Krankheiten, die in Afrika, Lateinamerika oder Asien nach Schätzungen von Gesundheitsexperten eine Milliarde Menschen bedrohen, und für die keine wirksamen Medikamente existieren.</p>
<p>Ein Beispiel dafür ist die Schlafkrankheit, an der in Afrika jährlich schätzungsweise 50 000 Menschen sterben, erklärt Schmidt. Die Schlafkrankheit wird von einzelligen Lebewesen über die Tse-Tse-Fliege als Wirt übertragen. Vor 80 Jahren, als zahlreiche der heutigen afrikanischen Staaten noch von Kolonialmächten beherrscht wurden, seien noch sehr einfache Medikamente produziert worden, sagt Schmidt. Inzwischen interessiere sich für die Schlafkrankheit und etwa 13 weitere Krankheiten, welche von Einzellern übertragen werden, aber kaum noch jemand.</p>
<p>Wer von der Schlafkrankheit infiziert wird, dessen Gehirn wird durch die Infektion angegriffen. Mit der Zeit fallen die Patienten in einen Dämmerzustand, der meistens zum Tod führt. Mangelnde Hygiene in bitter armen Regionen führe zur Ausbreitung dieser und anderer Krankheiten, sagt Schmidt &#8211; Medikamente zu entwickeln, sei für die Pharmaindustrie in der Regel aber nicht lukrativ genug.</p>
<p>Schmidt ist unabhängig, und die Suche nach Wirkstoffen gegen die vernachlässigten Krankheiten ist bereits seit Jahren eines seiner Spezialthemen. Weil bekannt ist, dass Arnika im 19. Jahrhundert auch gegen Malaria in Deutschland angewendet wurde, testete Schmidt zuerst diese Heilpflanze als potenzielles Gegenmittel zur Schlafkrankheit. Später wurden Korbblütler wie Gänseblümchen oder Sonnenblume untersucht. Für die Experimente arbeitet der Forscher mit dem Schweizer Tropeninstitut zusammen.</p>
<p>Als eine sudanesische Kollegin am münsterischen Institut arbeitete, brachte sie Korbblütler aus ihrer Heimat mit. Schmidt testete diese ebenfalls gegen die Erreger der Schlafkrankheit. Sie zeigten eine speziell starke Wirkung. Für eine dieser Pflanzen hat der Münsteraner in der Zwischenzeit den Wirkstoff, der den Erreger vernichtet, isoliert.</p>
<p>“Eine grundlegende Erkenntnis, aber nur ein kleiner Schritt, bis zur Entwicklung eine Medikaments”, erklärt der Heilpflanzen-Experte. Denn über die Nebenwirkungen einer solchen Phytomedizin ist noch so gut wie nichts bekannt. Fest steht allerdings, dass der Wirkstoff auch gesunde Zellen zerstört, beispielsweise an Schleimhäuten.</p>
<p>Der Weg bis zum wirksamen Arzneimittel ist noch weit. Schmidt ist jedoch optimistisch. “Das Wichtigste wissen wir jetzt: Es gibt Gegenmittel.” Weitere Untersuchungen sind in Vorbereitung. Schmidt wird weitermachen: “Es gibt noch viele vernachlässigte Krankheiten.”</p>
<p>Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung, www.ivz-online.de</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Diese Heilpflanzen-Forschung an der Universität in Münster ist natürlich sehr weit weg von einer Anwendung in der Phytotherapie.</p>
<p>Es ist aber einer der spannendsten Aspekte der neuzeitlichen Phytotherapie, dass sie in einem grossen Bogen die Erfahrungen der traditionellen Pflanzenheilkunde mit den Ergebnissen moderner Arzneipflanzenforschung verbindet.<br />
Seriöse, sorgfältige Phytotherapie kann meiner Ansicht nach auf keinen dieser beiden Bereiche verzichten.</p>
<p>Das heisst: Nicht einfach nur auf alte Tradition “abfahren”, weil Tradition sich auch oft geirrt hat, und sich in vielen Fällen  nicht einfach 1 :1 in die Gegenwart übertragen lässt.<br />
Aber auch nicht nur isolierte Forschungsergebnisse sammeln abgetrennt von Kultur und Geschichte der Heilpflanzen. Sondern beides in Verbindung bringen &#8211; wach und interessiert die alten Überlieferungen aufnehmen und mit neuen Forschungen vergleichen und überprüfen.</p>
<p>Die Experimente in Münster zeigen zudem, dass sich die wissenschaftliche Phytotherapie-Forschung für Heilpflanzen aus aller Welt interessiert. Genutzt wird schliesslich, was sich als wirksam und zweckmässig erweist. Zahlreiche Heilpflanzen aus Afrika, Asien, Amerika und Austalien haben so unsere mitteleuropäische traditionelle Pflanzenheilkunde bereichert.</p>
<p>Erinnert sei hier beispielsweise an Ginkgo biloba (bei Demenz und peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen), Ginseng (Stress, Rekonvaleszenz),  Teufelskralle (Rheuma, Arthrose), Ballonrebe (Ekzeme, Allergien), Kapland-Pelargonie ( = Umckaloabo, Bronchitis, Sinusitis, Erkältungskrankheiten, als Immunstimulans), Echinacea ( = Sonnenhut, als Immunstimulans), Traubensilberkerze (Wechseljahrbeschwerden wie zum Beispiel Wallungen), Ingwer (Reisekrankheit, Übelkeit), Aloe (Wundheilung), Weihrauch (Polyarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).</p>
<p>Es gibt aber auch bei den einheimischen Heilpflanzen immer wieder Überraschungen durch neue Forschungsergebnisse, zum Beispiel die entzündungshemmenden Effekte der Hagebutte bei Arthrose, die allerdings noch nicht ausreichend geklärt und belegt sind.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes &#8211; zweifelhafte Versprechen</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 00:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin: Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes - zweifelhafte Versprechen.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fragen an Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP, BE), Präsidiumsmitglied des JA-Komitees.</p>
<p>Sehr geehrte Frau Sommaruga</p>
<p>Die Befürworterinnen und Befürworter der Abstimmungsvorlage vom 17. Mai zur Förderung der Komplementärmedizin versprechen bei einem JA bessere Bedingungen für sogenannt traditionelle Heilmittel. Sie beklagen sich über unnötige und harte Schikanen durch die Heilmittelbehörde SWISSMEDIC, hohe Kosten und bürokratische Hindernisse.<br />
“Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes” &#8211; das tönt sehr sympathisch, blendet aber meines Erachtens einen grossen Teil der Realität vollkommen aus.</p>
<p>Die Darstellung jedenfalls scheint mir sehr einseitig und irreführend. Es mag durchaus zutreffen, dass es an manchen Punkten übertriebene Kosten oder allzu hohe bürokratische Hürden gibt.<br />
Unterschlagen wird bei diesem einseitigen Gejammer aber dreierlei:</p>
<p>1. Die Bevorzugung von Homöopathica und Anthroposophica durch Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis.</p>
<p>Viele Heilmittel der Komplementärmedizin werden von der Heilmittelbehörde SWISSMEDIC aufgrund von politischen Vorgaben bevorzugt behandelt.<br />
Grundsätzlich ist es schon mal so, dass Medikamente der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin bei SWISSMEDIC von jedem Nachweis einer Wirksamkeit befreit sind, während dies von “normalen” Medikamenten und auch von neuen Heilmitteln aus der Phytotherapie selbstverständlich verlangt wird.</p>
<p>Homöopathische und anthroposophische Medikamente müssen keinerlei Belege für ihre Wirksamkeit einreichen, es reicht der Nachweis, dass es sich um ein Medikament nach homöopathischen Grundregeln oder anthroposophischen Angaben handelt.</p>
<p>Homöopathika und Anthroposophika werden ohne auf ihre Wirksamkeit geprüft zu werden von der Krankenkasse aus der Grundversicherung bezahlt (BAG-Spezialitätenliste 70.01 Homöopathica und Anthroposophica) Das wissen allerdings die meisten Leute im “Volk” nicht, die im Glauben gelassen werden, es gehe in der Abstimmung vom 17. Mai um das Bezahlen homöopathischer oder anthroposophischer Medikamente. Die aber sind schon längst in der Grundversicherung, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.</p>
<p>Frau Sommaruga, wie lässt sich Ihrer Meinung nach diese Bevorzugung der Homöopathika und Anthroposophika rechtfertigen? Sie sagen doch, die Wirksamkeit der Therapiemethoden Homöopathie und Anthroposophie sei durch alle wissenschaftlichen Studien belegt (Tagesschau vom 9. April). Wie rechtfertigt sich dann diese Ungleichbehandlung?  Die Bevölkerung weiss nichts von diesem ungleichen Status und dieser Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis.<br />
Finden Sie das als profilierte Konsumentenschützerin nicht stossend? Wäre nicht Transparenz (Produktedeklaration) das absolute Minimum?</p>
<p>Die Bevorzugung von Heilmitteln der Homöopathie und Anthroposophie durch Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis hat jedenfalls Konsequenzen, die Ihnen als Konsumentenschützerin meiner Ansicht nach gar nicht gefallen können.</p>
<p>Ein Beispiel:</p>
<p>Verschiedene Johanniskraut-Extrakte aus der Phytotherapie sind als Heilmittel bei leichten und mittleren Depressionen gut belegt mit Dutzenden von Patientenstudien.<br />
Verschreibt sie ein Arzt oder eine Ärztin, werden sie darum von der Krankenkasse über die Grundversicherung bezahlt. Phytotherapeutika erreichen diesen Status im Gegensatz zu Homöopathika und Anthroposophika allerdings nur,  wenn sie diese Belege wirklich liefern.</p>
<p>Johanniskraut-Extrakte werden jedoch seit Jahren nicht nur über die Grundversicherung abgerechnet, sondern auch direkt in Apotheken und Drogerien gekauft und selber bezahlt. Nun zeigte sich, dass einige dieser Heilpflanzen-Präparate mit gewissen Medikamenten Wechselwirkungen machen können, indem sie deren Abbau in der Leber beschleunigen. Daraufhin wurde der Verkauf von solchen gut belegten  Johanniskraut-Extrakten auf Apotheken beschränkt. Und was machen nun die Drogerien? Sie weichen aus auf homöopathische Johanniskraut-Präparate zum Beispiel von Similasan. Hier ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum) sehr stark verdünnt (D12/D15/D30, D 12 = 1 : 1 000 000 000 000).</p>
<p>Klar ist: Hier sind Wirkstoffe nur noch in allerkleinsten Spuren vorhanden und Wechselwirkungen daher ausgeschlossen. Darf die Drogerie also verkaufen.</p>
<p>Nur stellt sich dann zwangsläufig die Frage: Lassen sich die wechselwirkenden Inhaltsstoffe herausverdünnen, aber die Wirkung bleibt trotzdem dieselbe?  Kaum denkbar. Diese Frage wird allerdings nicht geklärt, weil ja eben Homöopathika keinerlei Wirksamkeitsnachweis bringen müssen. Ganz nebenbei spart  der Hersteller durch diese Bevorzugung auch alle Forschungs- und Entwicklungskosten. Er übernimmt einfach den Ruf, den sich die Johanniskraut-Extrakt-Präparate durch seriöse Forschung aufgebaut haben, und das ohne Eigenleistung. Zudem entspricht der Verkauf dieses homöopathischen Hypericum-Produktes auch nicht den Regeln der klassischen Homöopathie. Aber was soll‘s&#8230;<br />
Geht es um solche Trittbrettfahrer, wenn Sie von der Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes reden?<br />
Die Konsumentinnen und Konsumenten wissen kaum über diese Unterschiede Bescheid und werden meines Erachtens oft getäuscht.</p>
<p>Und was halten Sie von Pflanzentinkturen, die nach Vorschrift des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt werden, und daher bequemerweise (kein Wirksamkeitsnachweis) und viel billiger bei SWISSMEDIC als Homöopathika angemeldet werden, aber beim Patienten als Phytotherapeutika propagiert werden und auch so zum Einsatz kommen?  Sind es solche etwas eigenartigen Grauzonen, für die Sie sich einsetzen?</p>
<p>2. Hausspezialitäten von Apotheken und Drogerien</p>
<p>Vor allem Ständerat Rolf Büttiker hat auf SF 1 (Arena) und  Radio DRS 1 vage angedeutet, worum es beim “Bewahren des traditionellen Heilmittelschatzes” auch gehen könnte. Er hat gefährdete Heilmittelabgabemöglichkeiten der Drogerien und Apotheken angedeutet.</p>
<p><em>Zwischenbemerkung: Rolf Büttiker hat in beiden Sendungen die achtjährige Ausbildung der Drogisten herausgestrichen, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ein Drogist oder eine Drogistin absolviert eine gute, seriöse 4jährige Ausbildung. Die meisten Mitarbeitenden in einer Drogerie haben diesen Abschluss. Wer als Geschäftsführer eine eigene Drogerie leiten möchte, geht noch für zwei anspruchsvolle Jahre Vollzeit an die Drogistenschule in Neuenburg, nachdem er oder sie zwei Jahre als Angestellter in einer Drogerie gearbeitet hat. Ein solcher Drogist HF (früher dipl. Drogist) hat also sechs Jahre Ausbildung. Auf eine 8jährige Ausbildung kommt nur, wer die zwei Jahre als Angestellter zur Ausbildung zählt. Ich bin selber ursprünglich dipl Drogist und finde es unredlich, von einer achtjährigen Ausbildung “der Drogisten” zu sprechen. Es ist dieses immer wieder anzutreffende aufplustern und sich grösser und kompetenter machen, das mich in der komplementärmedizinischen “Szene” zunehmend stört.<br />
</em><br />
Rolf Büttiker hat in der Arena und auf DRS 1 wohl auf die sogenannten Hausspezialitäten angespielt, welche Apotheken und Drogerien ohne Wirksamkeitsnachweis verkaufen dürfen.<br />
Dazu würden dann zum Beispiel all die Entschlackungskuren und Schlankheitsmittel gehören, welche von Apotheken und Drogerien jeden Frühling vor der Badesaison vor allem den Frauen angedreht werden. Aus fachlicher Sicht in der Regel vollkommener Schrott, allenfalls noch mit Gewöhnungsgefahr und mit Nebenwirkungen (Darmkrämpfe), weil oft starke Abführmittel enthaltend.</p>
<p>Der “Wunderfigurtee” zum Beispiel, den ich in einer Apotheke in Bern gekauft habe: Enthält als wirksame Bestandteile nur Abführpflanzen und entwässernde Heilpflanzen. Verspricht im Beipackzettel: “Beim Trinken von 1 Liter täglich kommen Sie Ihrer Traumfigur 2 &#8211; 3 Kilogramm pro Woche näher!” Kein Einzelfall!<br />
So nimmt niemand ab, allenfalls gibt es einen Wasserverlust und eine Annäherung ans Traumfigurziel “Dörrfrucht”. Betrug an den Konsumentinnen, würde ich sagen.<br />
Offenbar geht es um solche “Perlen” bei der Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes, für welche Sie sich einsetzen.<br />
Was sagen Sie dazu als profilierte Konsumentenschützerin?<br />
Auch hier scheint mir: Die Apotheken und Drogerien sollten ihre Hausaufgaben machen und weniger Schrott verkaufen, statt nach (noch mehr) staatlichen Schonräumen zu rufen.</p>
<p>3. Appenzeller Heilmittel-Liste</p>
<p>Oder geht es um die über dreitausend Heilmittel, die nur durch die Heilmittelkontrolle des Kantons Appenzell zugelassen und durch das neue Heilmittelgesetz in ihrer Existenz gefährdet sind? Der Kanton Appenzell verlangt ja generell keinerlei Wirksamkeitsbelege für “seine” Heilmittel, im Gegensatz zur SWISSMEDIC, die  nur bei Homöopathika und Anthroposophika darauf verzichtet.</p>
<p>Auch auf dieser Appenzeller-Heilmittelliste gibt es vielleicht ein paar wertvolle Produkte, aber auch sehr viel Schrott und Konsumententäuschung. Darunter wieder viele Entschlackungskuren und Abmagerungsmittel. Ist das wirklich der traditionelle Heilmittelschatz, den es zu erhalten gilt?<br />
Finden Sie, dass Sie etwas Gutes tun für die Naturheilkunde, wenn Sie auch den Schrott unter Heimatschutz stellen? &#8211; Ich finde ganz und gar nicht, dass ein solches Vorgehen für die Entwicklung einer fundierten und seriösen Naturheilkunde sinnvoll wäre.</p>
<p>Oder finden Sie, dass der Staat generell Heilmittel zulassen sollte, ohne Ansprüche zu erheben bezüglich Wirksamkeitsbelege oder nur schon fachlich fundierte Zusammensetzungen?  Aber dann könnte man ja auf eine Heilmittelkontrolle ganz verzichten und müsste der Bevölkerung keine Qualitätssicherung vorgaukeln.</p>
<p>Wie viele dieser “Naturheilmittel”, die Sie unter dem Begriff des “traditionellen Heilmittelschatzes” unter Heimatschutz stellen wollen, können wirklich “Tradition” in Anspruch nehmen? Nicht sehr viele, würde ich vermuten.</p>
<p>Und ist Tradition wirklich schon Legitimation genug?</p>
<p>Maria Treben hat in ihren Schriften in den 1980er Jahren die Ringelblume pauschal gegen allerlei Krebsarten empfohlen. Das lässt sich traditionell aus alten Schriften begründen. Ringelblume wurde früher sogar “Herba canceri” genannt. Dieser “traditionelle” Therapievorschlag hat einigen Kindern mit Leukämie das Leben gekostet. Die Zeitschrift “Stern” hat dies damals recherchiert. Das Recht auf freie Meinungsäusserung erlaubt es Autorinnen wie Maria Treben, solche fahrlässigen Behandlungsvorschläge in ihren Schriften zu verbreiten. Obwohl das höchst problematische ist, stelle ich dieses Recht aufgrund von demokratischen Gründen nicht in Frage.</p>
<p>Kann ich aber nun aufgrund dieser Tradition ein Heilmittel aus Ringelblume gegen Krebs herstellen und propagieren? &#8211; Reicht auch hier die Tradition als Legitimation?<br />
Oder gibt es hier dann doch wieder über die Tradition hinausgehend Kriterien, vielleicht sogar medizinische, die ein solches Heilmittel verhindern?</p>
<p>Und warum dann nicht auch bei den Entschlackungsmitteln und Schlankheitskuren?<br />
Würden Sie dort einfach sagen, wenn die Leute dran glauben, ist das Qualitätsbeweis genug?  Aber warum kümmern Sie sich dann als Konsumentenschützerin zum Beispiel um kritische Bewertungen von Kosmetika, Waschmitteln, Ferienkatalogen, Versicherungen usw.? Dort könnte man ja auch sagen, wenn die Leute dran glauben und es ihnen gut tut&#8230;</p>
<p>Aber ausgerechnet beim Thema Naturheilmittel / Komplementärmedizin befürworten Sie offenbar unter dem Begriff “traditioneller Heilmittelschatz” einen Schonraum für Schrott und Konsumententäuschung? Ich finde diese “positive Diskriminierung” verfehlt und wäre sehr interessiert daran von Ihnen zu hören, was sie genau unter “Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes” verstehen. Bisher habe ich im Vorfeld der Abstimmung vom 17. Mai dazu nur vage Andeutungen mitbekommen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Bienenprodukte als Naturheilmittel</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/07/bienenprodukte-als-naturheilmittel.html</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 00:19:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bienenprodukte als Naturheilmittel
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Medizin rund um die Biene &#8211; diesem Thema widmete sich die Erste Österreichische Apitherapie-Tagung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.</p>
<p>So vielfältig wie die Bienenprodukte sind auch deren therapeutische Einsatzmöglichkeiten.</p>
<p>Dass Bienenprodukte pharmakologisch wirksam sind, ist schon sehr lange bekannt.<br />
Dazu sagte Dr. Stefan Stangaciu, Arzt für Allgemeinmedizin und Präsident des Deutschen Apitherapie Bundes:<br />
“Apitherapie gilt als die älteste Medizin. Archäologische und historische Belege zeigen, dass der Mensch seit über 6000 Jahren Bienenprodukte nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel verwendet. Besonders Honig zur Wundheilung, Propolis als natürliches Antibiotikum, aber auch Bienenstiche als älteste Form der ,Bio-Akupunktur’ oder als ,Injektionskuren’ sind uralte apitherapeutische Anwendungen.”</p>
<p>In der heutigen Zeit betrachtet sich die Apitherapie als wissenschaftlich fundierte Sparte der Medizin. Und tatsächlich liefert eine laufend steigende Zahl von Veröffentlichungen immer bessere Belege für die medizinische Anwendung von Bienenprodukten.</p>
<p>Dr. Stangaciu erklärte der Medical Tribune:<br />
“Unzählige Studien, die in Laboratorien und Kliniken in der ganzen Welt durchgeführt werden, haben die medizinische Wirkung von Bienenprodukten zum Inhalt. In fast allen medizinischen Disziplinen, insbesondere, Kardiologie, Neurologie, Chirurgie, Dermatologie, Rheumatologie, Gynäkologie und anderen kommen Bienenprodukte komplementär zur Vorbeugung oder als Heilmittel zum Einsatz.” Stangaciu hielt zudem fest, dass die Apitherapie “in wirtschaftlich angespannten Zeiten und Regionen der Erde” eine kostengünstige Alternative zu moderner pharmakologischer Behandlung darstellen könne.</p>
<p>Zu den wichtigsten anstehenden Forschungsaufgaben gehöre nun, “das über die ganze Welt verstreute Wissen &#8211; Erfahrungswissen, traditionelle Anwendungen, wissenschaftliche Studien etc. &#8211; zu sammeln, auszuwerten und darauf aufbauend neue klinische Studien zur weiteren Entwicklung der Apitherapie durchzuführen.”</p>
<h2><strong>Honig und seine Wirkungen</strong></h2>
<p>Medizinisch als wertvoll erweist sich schon das bekannteste aller Bienenprodukte: der Honig. Er enthält neben Fruktose und Glukose als weitere Inhaltsstoffe die Vitamine B1, B2, B6 und C, die Aminosäuren Cholin, Prolin u. Tryptophan, eine Reihe von Enzymen (Glukoseoxidase und Katalase), die Mineralstoffe Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium, die Spurenelemente Eisen, Zink, Mangan, Kupfer und Chrom sowie Flavonoide. Nicht geklärt ist bislang allerdings, wie sich diese Inhaltsstoffe in den Mengen, in denen sie im Honig vorkommen, auf den Organismus auswirken.</p>
<p>Dr. Johann Puttinger, Arzt für Allgemeinmedizin aus Uttendorf, verwies an der Tagung auf eine von der EU geförderte österreichische Ernährungsstudie, welche “die Wirkung von Honig auf das Immunsystem, das Gewicht, das Essverhalten und auf das Wohlbefinden des Menschen” untersucht. Die Studienteilnehmer erhalten für ihre tägliche Ernährung keine Einschränkungen oder Vorgaben. Die einzige Bedingung ist, dass über einen Zeitraum von acht Wochen täglich mindesten zwei Esslöffel Honig gegessen werden sollten.</p>
<p>Dr. Puttinger sieht die bisherigen Resultate als vollen Erfolg:<br />
“Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Einnahme von mindesten zwei Esslöffeln Honig am Tag zu einer deutlichen Absenkung der Belastung mit freien Radikalen und zu einer Verbesserung des Immunstatus führt. Darüber hinaus verringerte Honig den Appetit auf Süßigkeiten und ermöglichte bei 46 % der Probanden eine Gewichtsabnahme ohne Diät. Positive Wirkungen hatte Honig auch auf verschiedene Befindlichkeiten wie Schlafverhalten, Leistungsfähigkeit, Verdauung, Häufigkeit von Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen. Auf Cholesterin-, Triglyzerid-, Harnsäure- und Ferritin-Werte im Blut hatte Honig keinen Einfluss.”<br />
Die Schwächen dieser Untersuchung liegen im offenen Design sowie in der geringen Zahl an Teilnehmern.</p>
<h2><strong>Bienengift gegen Fibromyalgie??</strong></h2>
<p>Ein weiteres Bienenprodukt, das in der Medizin zum Einsatz kommt, ist das Bienengift. Dr. Peter Daryai, Arzt für Allgemeinmedizin aus Wien, hat die Behandlung mit Apitoxin in Brasilien kennen gelernt. Dort kommt Bienengift unter anderem bei akuten Schmerzen der Knochen und des Gelenksystems zum Anwendung.<br />
Dr. Daryai sagte dazu: “Diese beinhalten Schmerzen die auf Grund von entzündlichen Veränderungen sowie Verletzungen des Kapsel-Ligament-Systems hervorgerufen werden, und Schmerzen muskulärer Natur unabhängig von der Genese.”<br />
Auch das Fibromyalgie-Syndrom soll in Südamerika oft und erfolgreich mit Bienengift behandelt werden. Darüber hinaus wird dem Bienengift eine immunstimulierende Wirkung nachgesagt.</p>
<p>Die Anwendung des Bienengiftes kann direkt durch einen Bienenstich oder als subkutane Injektion durchgeführt werden. Als strenge Kontraindikationen gelten Allergie gegen Bienengift und Schwangerschaft. Die Allergie muss vor Behandlungsbeginn durch entsprechende Testung ausgeschlossen werden.</p>
<h2><strong>Propolis zeigt im Labor Antitumorwirkung?</strong></h2>
<p>Neue Resultate aus Laborexperimenten weisen auf eine mögliche Wirksamkeit von Propolis bei onkologischen Erkrankungen hin. Aus In-vitro-Studien ergaben sich Antitumorwirkungen durch Induktion von Apoptose  und Hemmung der Angiogenese.<br />
Im Tierexperiment konnte durch Zugabe von Propolis eine Verbesserung der Wirksamkeit diverser Chemotherapie-Regime nachgewiesen werden. Wie weit sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist allerdings noch offen.</p>
<p>Quelle: Medical Tribune 14 / 2009</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Apitherapie ist ein interessantes Fachgebiet, allerdings mit vielen offenen Fragen. Bienenprodukte werden zum Teil als wahre Wundermittel propagiert, was oft völlig überzogen ist.</p>
<p>Daneben gibt es aber auch handfeste Wirkungen:</p>
<p><strong>Honig </strong>wurde in den letzten Jahren intensiv als Wundheilmittel untersucht und hat sich als wirksam erwiesen.<br />
<strong>Propolis (Bienenkittharz) </strong>wirkt antimikrobiell, hat aber ein gewisses Allergiepotenzial.<br />
Zu den Laborexperimenten mit Propolis ein paar Ergänzungen:</p>
<p>Die erwähnte <strong>Apoptose </strong>ist eine Form des programmierten Zelltods. Es ist quasi ein “Selbstmordprogramm” einzelner biologischer Zellen. Dieses kann von außen angeregt werden (etwa durch Immunzellen) oder durch zellinterne Prozesse ausgelöst werden (etwa nach starker Schädigung der Erbinformation). Im Unterschied zum anderen bedeutenden Mechanismus des Zelltodes, der Nekrose, wird die Apoptose von der betreffenden Zelle selbst aktiv durchgeführt, ist Teil des Stoffwechsels der Zelle. Wenn Propolis Apoptose auslöst, wird dies als Antitumor-Effekt gedeutet.</p>
<p>Als <strong>Angiogenese </strong>bezeichnet man das Wachstum von kleinen Blutgefäßen (Kapillaren), vor allem durch Sprossung aus einem vorgebildeten Kapillarsystem.<br />
Auch die Hemmung der Angiogenese gilt als antitumorale Wirkung.</p>
<p>Allerdings ist es immer ausgesprochen heikel, wenn von Laborergebnissen und Tierexperimenten auf eine antitumorale Wirkung bei Krebspatienten geschlossen wird. Der Text in der Medical Tribune weißt zwar auf diese Gefahr hin. Doch geschieht dies immer sehr schnell, weil wir uns natürlich alle wünschen, ein sanftes, wirksames Naturheilmittel gegen Krebs zu haben. Es braucht also einerseits Vorsicht bei der Interpretation solcher Ergebnisse, doch andererseits sind Propolis und diese Studien es durchaus wert, genauer beachtet zu werden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Naturheilmittel gegen Heuschnupfen &#8211; was ist wirksam?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/03/31/naturheilmittel-gegen-heuschnupfen-was-ist-wirksam.html</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 02:57:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naturheilmittel gegen Heuschnupfen - was ist wirksam?
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heuschnupfen beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.<br />
Kein Wunder, dass es viele Therapie-Angebote gibt, auch im Bereich von Naturheilkunde bzw. Komplementärmedizin.</p>
<p>Bei Heuschnupfen ist es allerdings generell sehr schwierig, die Wirksamkeit einer Behandlung einzuschätzen.</p>
<p>Nicht nur weil bei jeder Behandlung ein Placeboeffekt mit beteiligt ist. Auch Schwankungen im auslösenden Pollenflug und in der Reaktion des Organismus beeinflussen den Verlauf.</p>
<p>Wer während einer Behandlung eine Besserung verspürt, kann daher noch nicht davon ausgehen, dass diese Besserung auch von der Therapie bewirkt wurde.</p>
<p>Diese Schwierigkeit in der Beurteilung der Wirksamkeit hat zur Folge, dass sich im Bereich der Naturheilkunde neben wirksamen Therapien auch sehr fragwürdige Produkte halten können.<br />
Wie also kann man den Nutzen einer Heuschnupfen-Therapie beurteilen?</p>
<p>Drei Fragen stehen dabei im Vordergrund:</p>
<p>1. Existiert ein plausibler, dokumentierter Wirkungsmechanismus?</p>
<p>2. Hält die zu prüfende Heuschnupfen-Therapie dem Vergleich mit einer Standard-Behandlung stand?</p>
<p>3. Wirkt die zu prüfende Heuschnupfen-Therapie  in einer sorgfältigen Vergleichsstudie besser als ein Scheinmedikament (Placebo)?</p>
<p>Das einzige Naturheilmittel, das bei diesen drei Punkten überzeugt, kommt aus dem Bereich der Phytotherapie. Es handelt sich um einen Pestwurz-Extrakt, der von der Firma Zeller in Romanshorn entwickelt wurde.</p>
<p>1. Zum Wirkungsmechanismus</p>
<p>Die antiallergische Wirkung der Pestwurz basiert auf den so genannten Petasinen, welche die Produktion von Leukotrienen reduzieren. Leukotriene sind Botenstoffen, die bei der Entzündungsreaktion gegen Allergene eine große Rolle spielen.</p>
<p>2. Vergleich mit einer Standardbehandlung<br />
Pestwurz-Extrakt hat sich in Studien als ebenbürtig wirksam gezeigt im Vergleich mit den Heuschnupfen-Mitteln Fexofenadin und Cetirizin (Zyrtec®).<br />
In der Vergleichsstudie mit dem häufig verwendeten Antihistaminikum Fexofenadin untersuchten die Forscher an insgesamt 330 Patienten aus 11 Gesundheitszentren die Auswirkungen der Medikamente auf Symptome wie eine laufende Nase, Niesen sowie Juckreiz in Augen und Nase. Das Resultat: Der aus den Blättern der Pestwurz gewonnene Extrakt war nicht nur genauso wirksam wie das Antihistaminikum. Er führte im Gegensatz zum althergebrachten Medikament auch nicht zu Benommenheit und Müdigkeit.</p>
<p>3. Vergleich mit Placebo<br />
Ebenso hat sich der Pestwurz-Extrakt in mehreren Studien im Vergleich zu Placebo als wirksamer gezeigt.</p>
<p>Quelle: Schilcher / Kammerer / Wegener; Leitfaden Phytotherapie, Urban &amp; Fischer Verlag 2007<br />
(dieses Fachbuch können Sie anschauen im <a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/phytotherapie-fachbuecher/">Buchshop)</a></p>
<p>Kommentar:<br />
1. Der Pestwurz-Extrakt ist das einzige pflanzliche Heilmittel, welches alle drei Prüfpunkte erfüllt. Er ist zurzeit noch rezeptpflichtig, weil es sich um eine Neuentwicklung handelt, und als Tesalin® im Handel.<br />
2. Pestwurz enthält in Blättern und Wurzeln Pyrrolizidinalkaloide, welchen aufgrund von Erkenntnissen aus Tierversuchen eine potentiell Krebs fördernde Wirkung zugeschrieben wird. Deshalb soll Pestwurz nicht als Tee oder Tinktur angewendet werden. Für den Extrakt im Tesalin® wird eine speziell gezüchtete, petasinreiche und sehr pyrrolizidinarme Pestwurzsorte verwendet. Ein spezielles Extraktionsverfahren eliminiert zudem allfällige Reste an Pyrrolizidinalkaloiden bis auf minimalste, unbedenkliche Spuren.</p>
<p>Die Entwicklung und Erforschung von Pestwurz-Extrakt gegen Heuschnupfen ist eine Innovation im Bereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), weil für diesen Anwendungsbereich bisher keine überzeugenden Heilpflanzen-Präparate zu Verfügung standen. Auch im Vergleich mit den verschiedensten Empfehlungen aus Naturheilkunde bzw. <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>zur Behandlung von Heuschnupfen ist der Pestwurz-Extrakt mit Abstand die am besten belegte Therapiemöglichkeit.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Grüntee: Unerwünschte Wechselwirkung mit Krebsmedikament</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/04/gruentee-unerwuenschte-wechselwirkung-mit-krebsmedikament.html</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 20:41:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Grüntee: Unerwünschte Wechselwirkung mit Krebsmedikament.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grüntee wird intensiv erforscht. Aus diesem Grund erscheinen immer wieder Meldungen in den Medien über vermutete, bestätigte oder widerlegte Grüntee-Wirkungen.<br />
Grüntee &#8211; eine neue Waffe gegen Krebs?<br />
Unterstützt Grüntee die Tumorbehandlung?<br />
So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen, wobei es oft alles andere als einfach ist, die zugrunde liegenden Studien zu interpretieren.<br />
Gerade weil Grüntee immer wieder im Umfeld der Onkologie / Krebstherapie auftaucht oder gar als Krebsheilmittel propagiert wird, scheint mir die folgende Meldung wichtig:</p>
<p>Ein Inhaltsstoff aus Grüntee hebt den Effekt des Zytostatikums Bortezomib vollständig auf. Zu diesem Resultat kommen Forscher der University of Southern California (USC). Wie sie in der Fachzeitschrift «Blood» (Doi: 10.1182/blood-2008-07-171389) darlegen, geht die Substanz Epigallocatechin-3-gallat (EGCG) eine chemische Bindung mit Bortezomib (Velcade®) ein. Dadurch kann der Proteasom-Inhibitor, der beim Multiplen Myleom zum Einsatz kommt, nicht mehr an seine Zielstruktur im Inneren der Tumorzelle andocken. Die publizierten Resultate basieren auf Untersuchungen in-vitro (= im Reagenzglas) und auf Tierversuchen mit krebskranken Mäusen. Klinische Studien, welche die Ergebnisse beim krebskranken Menschen verifizieren würden,  wären wegen des vorhersehbaren negativen Effekts in der Grüntee-Gruppe unethisch.</p>
<p>Auch für die US-Forscher waren die Resultate ihrer Untersuchung überraschend. Ihre Hypothese war nämlich, dass das Polyphenol EGCG die Antitumor-Wirkung des Zytostatikums verstärkt. Es zeigte sich aber das Gegenteil. Daher rät Professor Dr. Axel H. Schönthal von der USC Bortezomib-Patienten, Grünen Tee oder Präparate mit Grüntee-Extrakt zu meiden. Diese Information müsse sich nicht nur bei Patienten, sondern auch bei den Heilberuflern herumsprechen. Der Studienleiter betont ausserdem, dass Patienten Grünen Tee beziehungsweise Extrakte daraus oft einnehmen, um die Nebenwirkungen der Krebstherapie zu vermindern. «Wenn Bortezomib nicht mehr an die Zellen herankommt, dann löst es auch keine Nebenwirkungen mehr aus», hält Schönthal fest. Die Patienten fühlen sich dadurch besser. Das liege jedoch nicht daran, dass der Grüntee gegen die Nebenwirkungen wirkt, sondern daran, dass Bortezomib nicht wirkt.</p>
<p>Quelle: www. pharmazeutische-zeitung.de, 04.02.2009</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Dieses Ergebnis zeigt, dass man auch Heilpflanzen sehr differenziert betrachten muss. Zwar kann man von Tierversuchen nicht direkt auf eine identische Wirkung beim Menschen schliessen. Die Krebstherapie ist aber ein zu ernstes Terrain, als dass man eine solche mögliche Wechselwirkung (Interaktion) einfach negieren könnte.</p>
<p>Leider wird es aber nun in der Naturheilkunde mit Sicherheit genug blinde Grüntee-Verteidiger geben, die mit dem Argument ins Feld ziehen, dass Grüntee in seiner Ganzheit angewendet so ausbalanciert ist, dass er niemals schaden kann. Und dass es Probleme nur gibt mit isolierten Einzelsubstanzen in hohen Dosen am Tier. So läuft die Verteidigung in solchen Fällen in der Regel, ohne dass aber nur im Ansatz geklärt ist, ob die Argumentation auch stimmt. Es ist dies eine ziemlich blinde Argumentation von Leuten, für welche Heilpflanzen immer und ausschliesslich heil und gut sein müssten.</p>
<p>Wir haben es hier mit einer leider weit verbreiteten Blindheit des Schwarz-Weiss-Denkens zu tun. Hier die heilenden, uns wohlgesinnten Heilpflanzen, dort die böse “Chemie”.<br />
Es ist diese hoch einseitige Haltung, die mir in über 25jähriger Lehrtätigkeit im Bereich der Naturheilkunde immer wieder begegnet ist, und die in mir einen zunehmend kritischeren Blick geschärft hat gegenüber dieser “Szene”.</p>
<p>Meiner Ansicht nach braucht die Naturheilkunde mehr Ambivalenz-Toleranz.<br />
Das würde heissen: Es gibt nicht nur Gut und Bös. Und was Heilwirkungen hat, kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben und in bestimmten Fällen auch schaden. Dass ein Mittel nur und ausschliesslich heilt, aber niemals Probleme macht, das scheint mir dagegen eine hochgradige Idealisierung.</p>
<p>Also befassen wir uns doch weiterhin mit Grüntee (und anderen Heilpflanzen).<br />
Wann, bei wem und in welcher Form ist Grüntee heilsam &#8211; und wann nicht.</p>
<p>Dieser Ambivalenz, diesen Widersprüchlichkeiten muss sich meines Erachtens stellen, wer verantwortungsbewusst Pflanzenheilkunde betreiben will. Das ist allerdings viel anspruchsvoller als das einseitige Schwarz-Weiss-Denken, welches Heilpflanzen ohne weiter darüber nachzudenken idealisiert oder diffamiert (blinde Diffamierung gibt es natürlich auch).</p>
<p>Ambivalenz-Toleranz setzt eine ernsthafte, sorgfältige Auseinandersetzung voraus. Die chronischen Schwarz-Weiss-Denker dagegen können sich jede seriöse Auseinandersetzung sparen, weil sie immer schon im vorneherein wissen, was gut und was schlecht ist. Das reicht ihnen dann.</p>
<p>Immerhin: Wer sich differenziert mit den Heilpflanzen und ihren Wirkungen auseinandersetzt, lernt mehr dabei und hält sich dabei geistig wach.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Ballaststoff Pektin &#8211; Schutz gegen Darmkrebs?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/23/ballaststoff-pektin-schutz-gegen-darmkrebs.html</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Dec 2008 00:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pektine sind Polysacharide (hochmolekulare Kohlenhydrate), die in Zellwänden von Pflanzen weit verbreitet vorkommen. Sie übernehmen dort festigende und wasserregulierende Funktionen. Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Pektine für den Menschen Ballaststoffe, weil sie für uns unverdaulich sind. Viele Mikroorganismen dagegen können Pektine verwerten. Obst und Gemüse sind gute Pektinquellen, wobei allerdings weiche Früchte wie zum Beispiel Erdbeeren pektinarm sind.<br />
Wissenschaftler konnten nun erstmals zeigen, dass Pektin Eiweiße an sich bindet, die bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen. Sie vermuten damit einen Mechanismus entdeckt zu haben, durch den Obst und Gemüse vor Krebs schützen könnten.<br />
Dies sei eine der ersten Studien, welche den Schutzeffekt von Obst und Gemüse gegen Krebs auf molekularer Ebene erklären könne, schreiben die Forscher um Victor Morris vom Institute of Food Research in Norwich.<br />
Bisher wurde der Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und Krebs vor allem in Bevölkerungsstudien untersucht. So zeigte die großangelegte Studie &#8220;European Prospective Investigation of Cancer&#8221; (EPIC) einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer ballaststoffreichen Ernährung und einem geringeren Magen- und Darmkrebsrisiko. Wie dieser Wirkung genau zustande kommt, war aber bisher unklar.</p>
<p>Mit Hilfe verschiedener mikroskopischer Methoden konnten die britischen Biowissenschaftler nun zeigen, dass ein Bestandteil des Pektins sich an das Eiweiß Galectin 3 (Gal3) bindet, welches bei allen Stadien der Krebsentwicklung eine Rolle spielt. Die Forscher nehmen an, dass Pektin dadurch diesen Eiweißbaustein Gal3 hemmt und somit der Krebsentstehung entgegenwirkt.<br />
Hinweise auf eine ähnliche Schutzwirkung gegen Krebs gibt es bei den Beta-Glukanen. Das sind lösliche Ballaststoffe, die in Getreide enthalten sind. “Wenn man eine Reihe positiver Effekte für die Gesundheit erzielen will, ist es also am besten, regelmäßig verschiedenes Obst und Gemüse und ballaststoffreiche Nahrung zu sich zu nehmen”, ist Victor Morris überzeugt. “Man muss dabei gar nicht auf eine besonders ausgeklügelte Ernährung achten.”</p>
<p>Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/296470<br />
Originalarbeit:<br />
Victor Morris (Institute of Food Research, Norwich) et al.: The FASEB Journal, DOI: 10.1096/fj.08-106617</p>
<p>Kommentar:<br />
Pektin spielt auch eine Rolle in traditionellen Hausmitteln der Naturheilkunde wie zum Beispiel in der Apfeldiät und der Karottensuppe, die beide bei akuten Durchfällen eingesetzt werden. Hier sind wir im Übergangsbereich zwischen Diätetik und Pflanzenheilkunde, obwohl natürlich Äpfel und Rüebli nicht zu den eigentlichen Heilpflanzen gerechnet werden.<br />
Damit nicht falsche Hoffnungen geschürt werden, muss meines Erachtens zur tumorvorbeugenden Wirkung der Pektine noch ergänzt werden,  dass sich ein allfälliger positiver Effekt auf den  Magen-Darmtrakt beschränken dürfte. Pektine als Polysacharide sind nämlich kaum resorbierbar. So ist es äusserst unwahrscheinlich, dass sie Fernwirkungen im Organismus entfalten können.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Akupunktur wirkt gegen Übelkeit nach Bestrahlung &#8211; Scheinakupunktur aber auch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 03:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Akupunktur lindert Übelkeit bei Krebspatienten &#8211; auch wenn gar nicht zugestochen wird. Zu diesem Schluss kommt eine  schwedische Studie an der Universität Linköping. Sowohl eine Akupunktur nach den Grundsätzen der traditionellen chinesischen Medizin als auch eine Scheinakupunktur reduziert bei 95 von 100 Patienten die Übelkeit.<br />
An der Studie nahmen 215 Patienten teil, die als Folge einer Strahlentherapie an Brechreiz litten. Bei der Scheinakupunktur wurden stumpfe, zusammenschiebbare Nadeln verwendet, die nicht in die Haut eindrangen, sondern sie nur berührten.<br />
Die üblichen medizinische Maßnahmen verschafften nur jedem vierten Patienten Erleichterung, wie die Wissenschaftlerin Anna Enblom für ihre Doktorarbeit herausfand. Enblom folgert aus ihrer Untersuchung, dass der Erfolg der Akupunktur offensichtlich nicht auf die traditionelle Methode an sich zurück geht. Stattdessen wirke die verstärkte Zuwendung, welche eine Akupunkturbehandlung mit sich bringe: Patienten führten Gespräche mit dem Akupunkteur, sie würden berührt und hätten mehr Zeit für sich und mehr Entspannung.<br />
Nun gehe es als nächstes darum herausfinden, welcher Teil der Prozedur rund um die Akupunktur den Brechreiz lindert, sagte Enblom. Dann könne diese Komponente gezielt für die Behandlung von Patienten mit Krebs unter Strahlentherapie genutzt werden.<br />
Quelle: www.aerztezeitung.de, 1. 12. 2008</p>
<p>Kommentar: Es ist sehr häufig der Fall, dass eine Besserung durch bestimmte therapeutische Massnahmen gar nicht auf die Faktoren zurückzuführen ist, die wir uns vorstellen. Das Ritual und der Kontext einer Behandlung sind zum Beispiel oft sehr viel wichtiger als uns bewusst ist. Das ist durchaus ein Aspekt, den zu berücksichtigen sich auch im Umgang mit Heilpflanzen lohnt.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Verlangsamt Leinsamen das Wachstum von Prostatakrebs?</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 13:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Verlangsamt Leinsamen das Wachstum von Prostatakrebs? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Jahreskongress 2007 der US-amerikanischen Krebsgesellschaft ASCO in Chicago wurden auch Studien aus dem Bereich der Komplementärmedizin vorgestellt. Ermutigende Ergebnisse brachten zum Beispiel eine Untersuchung, in der es um den Effekt von Leinsamen auf das Wachstum von Prostata-Krebs ging.?<br />
In die Studie wurden 161 noch nicht operierte Tumorpatienten aufgenommen und in vier Gruppen aufgeteilt. Patienten der Gruppe 1 nahmen täglich 30 Gramm Leinsamen ein, Gruppe 2 verminderte die tägliche Kalorienaufnahme um 20 Prozent, Gruppe 3 wendete beide Strategien an und Gruppe 4 diente als Kontrolle. Primärer Endpunkt der Untersuchung war das Tumorzellwachstum in den operativ entfernten Prostatadrüsen. Operiert wurde nach durchschnittlich 30 Tagen.</p>
<p>Patienten beider Leinsamen-Gruppen zeigten ein um etwa 40 Prozent reduziertes Tumorzellwachstum im Vergleich zu Männern, die Placebo erhielten oder mit alleiniger kalorienreduzierter Diät. Am wirksamsten war offenbar die Kombination aus Leinsamen plus Diät.?Das Wissenschaftlerteam von der Duke University in Durham im US-Staat North Carolina will nun prüfen, ob Leinsamen mit oder ohne Diät das Rückfallrisiko von Männern mit operiertem Prostata-Karzinom verringern kann. Leinsamen ist reich an Omega-3-Fettsäuren und zeigt antioxidative und proliferationshemmende Effekte.</p>
<p>Quelle: Aerzte Woche Nr. 24 /2007</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Die Studie scheint mir sehr interessant. Leinsamen wird bisher wie andere schleimhaltige Heilpflanzen vor allem als mildes und unschädliches Abführmittel verwendet.  Mit dem Thema Prostatakrebs zeigt sich hier möglicherweise ein neues Anwendungsfeld. Allerdings braucht es zu den Informationen aus der “Aerzte Woche” noch ein paar Ergänzungen:</p>
<p>1. Ich würde davon ausgehen, dass die Leinsamen geschrotet eingenommen worden sind. Aus ganzen Leinsamen werden nämlich keine Inhaltsstoffe in den Organismus aufgenommen.</p>
<p>2. Leinsamen enthalten relativ hohe Mengen an Phytoöstrogenen. Das macht die Beurteilung einer Leinsamen-Therapie bei Prostatakrebs ziemlich komplex. Es gibt zum Beispiel einige Hinweise dafür, dass ein hoher Gehalt an Phytoöstrogenen in der Nahrung einen gewissen vorbeugenden Effekt auf die Entstehung von Prostatakrebs hat &#8211; allerdings langfristig gesehen. Es gibt aber auch Hinweise darauf, dass Östrogene bei aggressiven Formen von Prostatakrebs wachstumsfördernd wirken könnten (http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/prostatakrebs-oestrogen-foerdert-aggressive-tumore_aid_304767.html).<br />
Ich selber würde wohl bei einem nicht-aggressiven Prostatakrebs Leinsamen einnehmen. Aber es wäre wohl klug, dies mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin zu besprechen, damit die jeweilige Situation berücksichtigt werden kann.</p>
<p>3. Das in den Leinsamen enthaltene Leinöl ist tatsächlich reich an Omega-3-Fettsäuren, denen ein positiver Effekt bei Prostatakrebs zugeschrieben wird.</p>
<p>4. Die Studie aus Durham ist klein und in ihrer Qualität nicht zu beurteilen, solange sie nur an einem Kongress vorgestellt wurde. Sie müsste dazu vollumfänglich in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Ob das inzwischen geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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