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Grüntee zur Gewichtsreduktion

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Der „Tages-Anzeiger hat gerade einen Artikel publiziert mit dem Titel „Was beim Abnehmen wirklich hilft – 10 Methoden im Vergleich.“

Aus phytotherapeutischer Sicht ist dabei der Abschnitt über Grüntee am interesssantesten:

„Grüntee-Extrakte finden sich in vielen Abnehmsupplementen. Etliche Studien haben gezeigt, dass Epigallocatechingallat (EGCG), ein Hauptinhaltsstoff von Grüntee, beim Fettverbrennen helfen kann. Forscher vermuten, dass Grüntee die Aktivität des Hormons Noradrenalin ankurbelt und so zur verstärkten Fettverbrennung beiträgt. Diverse Studien haben gezeigt, dass Grüntee-Extrakte zu einem moderaten Gewichtsverlust beitragen können, vor allem beim Bauchfett.“

Zu den Nebenwirkungen stellt der Autor fest, dass Grüntee in der Regel gut vertragen wird.

Der Abschnitt endet mit folgendem Fazit:

„Grüntee und Grüntee-Extrakte können die Fettverbrennung leicht ankurbeln und möglicherweise mithelfen, Bauchfett zu verlieren.“

Quelle:

https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/was-beim-abnehmen-wirklich-hilft-10-methoden-im-vergleich/story/22217708

Kommentar & Ergänzung:

Als Quellen für seine Auswertung gibt der Autor an:

„National Institutes of Health, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Healthline, The Conversation u.a.“

Das Thema ist interessant. Grüntee wird ja für eine ganze Reihe von Anwendungsbereichen erforscht und empfohlen, darunter auch zur Gewichtsreduktion.

Die Ergebnisse aus Studien sind dabei allerdings oft nicht so eindeutig, wie die Werbung sie uns darstellt.

Das Portal „Medizin Transparent“ verweist auf eine Cochrane-Metaanalyse aus dem Jahr 2012:

„ In einer 2012 publizierte Arbeit der Cochrane Collaboration haben sich Hinweise verdichtet, dass Grüntee-Mittel möglicherweise nicht hilfreich für ein gesundes, langfristiges Abnehmen zur Reduktion von Gesundheitsrisiken sind – dies würde nämlich eine Gewichtsreduktion von mindestens fünf Prozent erforderlich machen.“

Mit anderen Worten:

In den zusammengefassten Studien zeigte sich eine geringe Gewichtsreduktion, die aber unterhalb von 5% lag. Damit ist sie nach Ansicht der Autoren zu klein, um gesundheitlichen Nutzen zu bringen.

Hier gibt’s einen Auszug aus der Cochrane-Studie

 

Ungeklärt ist zudem die Frage, wieviel Grüntee oder Grüntee-Extrakt ich einnehmen muss, damit diese Gewichtsreduktion von weniger als 5 % eintritt.

Von den Erkenntnissen aus anderen Anwendungsbereichen übertragen könnten es ziemlich hohe Mengen sein.

Ich selber trinke gerne ab und zu einen Grüntee, aber nicht als Wundermittel zur Gewichtsreduktion, sondern eher als Bereicherung und Abwechslung in der Ernährung.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Cochrane-Review untersucht Nutzen der Grippeimpfung beim Pflegepersonal für Patienten in Langzeitpflegeeinrichtungen

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In Pflegeheimen und Kliniken gibt es jeden Herbst Kampagnen, mit denen das Pflegepersonal für die Grippeimpfung motiviert werden soll. Dabei wird nicht selten ein moralischer Druck aufgebaut und mit dem Schutz für die Patienten argumentiert.

Ein Cochrane-Review hat nun untersucht, ob die Impfung des Pflegepersonals gegen Grippe das Risiko reduziert, dass ältere Personen in Langzeitpflegeeinrichtungen eine Influenza-Infektion durch das Pflegepersonal bekommen.

Die Symptome von Grippe ähneln denjenigen zahlreicher anderer Atemwegserkrankungen. Darum muss in Studien, die die Wirkung von Grippeimpfungen testen, mit sehr präzisen Labortests geprüft werden, ob die Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen tatsächlich an einer Grippe leiden oder an einer anderen Atemwegserkrankung.

Die Cochrane-Forscher schlossen mit Stand Oktober 2015 insgesamt fünf Studien in ihren Review ein, verwendeten aber nur Daten von drei Studien mit 5896 Bewohnern.

Was sind die Hauptresultate?

Das folgende Zitat fasst die Hauptergebnisse zusammen und liefert auch Angaben zur jeweiligen Qualität der Evidenz ( = Grad der Belegtheit):

„Das Angebot von Grippeimpfungen für das Pflegepersonal, das sich um Personen im Alter von 60 und älter in Langzeitpflegeeinrichtungen kümmert, könnte eine geringe oder keine Wirkung auf im Labor nachgewiesene Grippefälle haben (niedrige Qualität der Evidenz).

Impfprogramme für Mitarbeiter im Pflegedienst haben wahrscheinlich eine geringe Wirkung auf Infektionen der unteren Atemwege (moderate Qualität der Evidenz), könnten aber eine geringe oder keine Wirkung auf die Aufnahme ins Krankenhaus haben (niedrige Qualität der Evidenz).

Es ist unklar, welche Wirkung Impfprogramme auf Tod in Folge einer Infektion der unteren Atemwege (sehr niedrige Qualität der Evidenz) oder auf die allgemeine Sterblichkeit haben (sehr niedrige Qualität der Evidenz).“

Die Cochrane-Forscher fanden in ihrem Review bei den untersuchten Studien keine Angaben zu anderen Maßnahmen, die in Verbindung mit der Impfung des Pflegepersonals angewendet wurden (z.B. Händewaschen, Quarantäne, Mundschutz, Früherkennung von im Labor nachgewiesener Grippe, Vermeidung von Neuaufnahmen, sofortige Anwendung von Virostatika, Aufforderung von Pflegepersonal mit grippeähnlichen Erkrankungen, nicht zur Arbeit zu erscheinen).

Es bestehe Bedarf an qualitativ hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien, welche Kombinationen dieser Maßnahmen untersuchen, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle:

http://www.cochrane.org/de/CD005187/grippeimpfung-fur-pflegepersonal-das-langzeitpflegeeinrichtungen-lebende-personen-im-alter-von-60

Kommentar & Ergänzung:

Eine Metaanalyse der Cochrane-Collaboration – das ist der Goldstandard der evidenzbasierten Medizin.

Und das Ergebnis ist für die Grippeimpfung bei Pflegepersonen nicht gerade überzeugend. Das stellt zu mindestens den moralischen Druck infrage, der jeden Herbst auf Pflegepersonen ausgeübt wird, damit sie die Grippeimpfung machen lassen.

Damit ich bei diesem Thema nicht in die falsche Ecke gestellt werde: Ich bin kein Impfgegner. Die pauschale Diffamierung von Impfungen durch radikale Impfgegner halte ich für absurd. Impfungen sind bei vielen Krankheiten ein grosser Erfolg – beispielsweise bei Kinderlähmung, Diphterie, Starrkrampf, Pocken, Röteln. Das heisst aber natürlich nicht, dass jede Impfung, die gemacht werden kann, bei jedem Menschen und in jeder Situation auch sinnvoll ist.

Für mich selber bin ich überzeugt, dass ich bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Grippeimpfung brauche. Würde ich in einem Pflegeheim arbeiten, würde ich mich aber wahrscheinlich impfen lassen – zum besseren Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner. Und dies obwohl das Cochrane-Review den Nutzen nicht überzeugend zeigen konnte. Ich finde die Grippeimpfung aber auch nicht riskant und könnte sie daher gut akzeptieren.

Es spricht meines Erachtens auch nichts dagegen, dass in Spitälern und Pflegeheimen für die Grippeimpfung bei Pflegepersonen argumentiert wird. Nur der moralische Druck, der dabei oft zur Anwendung kommt – wer sich nicht impfen lässt, bringt Patienten um – der steht wissenschaftlich auf schwachem Boden, wie das Cochrane-Review gezeigt hat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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[Buchtipp] „ Mein Russland “, von Carola Schneider

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Mein-RusslandVerlagsbeschreibung

Begegnungen in einem widersprüchlichen Land

Russland: Land der Mythen, Projektionsfläche, Sehnsuchtsort und immer wieder auch Feindbild. Weltpolitisch stellten in den letzten Jahren die Annexion der Krim sowie Putins Eingreifen in der Syrienkrise auf Seiten Assads das internationale Machtgefüge auf die Probe, innenpolitisch herrschen Repression und eine anhaltende Wirtschaftskrise. Doch was bedeutet das für die Bevölkerung Russlands, die in Putins „gelenkter Demokratie“ lebt? Formiert sich politischer Widerstand, oder nimmt man den Status quo als gegeben hin? Wie unterschiedlich erleben Bewohner des städtischen und ländlichen Raums, im europäischen und im asiatischen Teil Russlands die Situation?
Carola Schneider, seit 2011 Auslandskorrespondentin des ORF in Moskau, zeigt in berührenden Porträts Innenansichten eines faszinierenden und zugleich widersprüchlichen Landes, das dem Westen immer noch fremd ist. Sie spricht mit Menschenrechtsaktivisten, Künstlern und kritischen Journalisten ebenso wie mit innovativen Käsebauern, Putin-treuen Jugendlichen und Befürwortern der Krim-Annexion. Schneiders Reportagen ergeben ein vielstimmiges, fein nuanciertes Bild Russlands, das von Widerstand und Resignation, Aufbruchstimmung und Regierungstreue erzählt. Zum Shop

Zur Autorin Carola Schneider

In Bludenz / Vorarlberg geboren, schloss Carola Schneider 1996 ihr Dolmetsch- und Übersetzerstudium für die Sprachen Französisch und Russisch ab. Bis 2001 arbeitete sie in der Politikredaktion des ORF-Landesstudios Vorarlberg. Nach Stationen als Korrespondentin in Paris und Zürich wurde sie 2011 zur Leiterin des ORF -Korrespondentenbüros in Moskau bestellt. Neben der Tätigkeit für den ORF schreibt Carola Schneider als freie Autorin für mehrere Tageszeitungen, unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung.

Kommentar von Martin Koradi

Über weite Strecken fehlt in Mitteleuropa ein differenziertes Wissen über die Menschen und die Gesellschaft in Russland. Carola Schneider bietet mit ihren Portraits interessante Einblicke.

Sie stellt unter anderen folgende Menschen vor (aus dem Inhaltsverzeichnis):

– Ljudmila Alexejewa, Grand Dame der russischen Menschenrechtsbewegung, Moskau.

Zitat: „Eines Tages wird Russland ein demokratischer Rechtsstaat und zur europäischen Völkerfamilie gehören.“

– Wassilij Slonow, Künstler, Krasnojarsk, Sibirien.               

Zitat: „Eine solche Konzentration an Ungerechtigkeit, Unglück und Lüge, wie es sie in Russland gibt, ist ohne Ironie und Selbstironie nicht zu ertragen.“

– Margarita Siangirowa, Journalistin, Omsk, Sibirien.

Zitat: „Russland ist anders. Hier hat es immer die Peitsche gegeben und das wird weiterhin so sein.“

– Alla und Alexander Rojenko, Bauern in Sibirien.

Zitat: „Es ist schon gut so, wie es ist.“

– Julia und Iwan Marjucha, junges Unternehmerpaar, Moskau.

Zitat: „In unserer Gesellschaft wird schon Kindern abgewöhnt, eine eigene Meinung zu haben.“

– Renat Dawletgildejew, Journalist, Moskau.

Zitat: „Ich möchte eines Tages in einem freien, vielfältigen und strahlenden Russland leben.“

– Makar Wichljanzew, Pro-Putin-Propagandabewegung, Moskau.

Zitat: „Alle haben auf Russland herabgesehen. Dann ist Putin gekommen und hat gesagt: Hier sind wir. Mit uns muss man wieder rechnen.“

– Jewgenij Repenkow, prorussischer Fussball-Manager, Krim.

Zitat: „Die Welt muss den Willen der Krim-Bevölkerung anerkennen. Punkt.“

– Sarina Ametowa, Krimtatarin, Menschenrechtlerin, Krim.

Zitat: „Man darf nicht einfach etwas wegnehmen, das einem nicht gehört. Die Krim gehört weder Russland noch der Ukraine, sondern uns, den Krimtataren.“

– Pavel Schelkow, Putin-Kritiker und Kämpfer gegen Willkür und Gesetzlosigkeit durch Beamte und Politiker, Moskau.

Zitat: „Für die Mächtigen sind wir, das Volk, wie ein Schwarm lästiger Insekten, die man vertreiben muss.“

– Jurij Fidelgolz, Pensionist und ehemaliger Gulag-Häftling.

Zitat: „Nationale Fragen sind bei uns wichtiger als alles andere. Etwas Gutes, Menschliches oder echte Hilfe für die Bevölkerung gibt es nicht.“

Das Buch „Mein Russland“ enthält mehr als diese 11 Stimmen. Mich selber haben die Aussagen der Krimtataren besonders interessiert. Die Krimtataren sind die indigene Bevölkerung auf der Krim. Allein schon ihre Existenz widerlegt die Kreml-Propaganda, wonach die Krim schon immer zu Russland gehört habe.

Carola Schneider schreibt souverän und differenziert. Das lässt sich auch gut beobachten in einem öffentlichen Gespräch, das Sie auf YouTube anschauen können.

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

 

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Ingwer unterstützt Heilungsprozess bei Mandel-Operation

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Die Einnahme von Ingwer-Pulver nach einer Entfernung der Gaumenmandeln kann im Vergleich zu Placebo den Schmerz signifikant lindern und die Epithelisierung im Wundbereich beschleunigen. Das ist das Resultat einer kleinen Studie, die kürzlich im Fachmagazin «Clinical and Experimental Otorhinolaryngology» publiziert wurde.

An der prospektiven Studie beteiligten sich 49 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren. Nach dem Eingriff bekamen sie alle standardmäßig eine antibiotische Behandlung bestehend aus Amoxicillin und Clavulansäure (zweimal täglich 1000 mg) sowie dreimal pro Tag 500 mg Paracetamol zur Schmerzlinderung. 29 Patienten erhielten zusätzlich über sieben Tage zweimal täglich Ingwerwurzel in Kapselform (500 mg Ginger Root, Solgar). Ein Facharzt begutachtete und dokumentierte den Heilungsprozess jeweils nach 1, 4, 7 und 10 Tagen. An denselben Tagen wurde das Schmerzempfinden mittels einer visuellen Analogskala erfasst. Das Schmerzempfinden war unter der Ingwer-Gabe an allen Untersuchungszeitpunkten signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe. Ausserdem war die Epithelisierung (Wundheilung) nach 7 beziehungsweise 10 Tagen in der Ingwer-Gruppe deutlich weiter fortgeschritten als unter der alleinigen Standardbehandlung: Bei 74 Prozent der Patienten mit der Ingwer-Zusatzbehandlung war die Wundfläche schon zu mehr als 75 Prozent mit Epithel bedeckt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 24 Prozent der Fall war. Auch die Nahrungsaufnahme konnte in der Ingwer-Gruppe deutlich früher wieder einsetzen. Bei der Häufigkeit postoperativer Übelkeit und Erbrechen sowie von Blutungen waren zwischen den beiden Gruppen keine relevanten Unterschiede feststellbar.

Die Autoren um Dr. İlker Koçak von der Koç Universität in Instanbul führen die Resultate auf spezifische Wirkungen des Ingwers zurück, insbesondere auf entzündungswidrige und wundheilungsverbessernde Eigenschaften, die bereits experimentell in Studien gezeigt werden konnten. Größere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um den Effekt zu bestätigen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=73567

https://www.e-ceo.org/journal/view.php?doi=10.21053/ceo.2017.00374

DOI: 10.21053/ceo.2017.00374

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema dieser Studie ist für die Phytotherapie sehr interessant.

Wenn es tatsächlich so ist, dass Ingwer in einer Dosis von 1 g / Tag in einer akuten Situation schmerzlindernd wirkt und vor allem auch noch die Wundheilung verbessert, dann ist das sehr bemerkenswert.

Ich habe mir die Originalstudie kurz angeschaut.

Die Patienten wurden randomisiert, das heisst per Zufall auf die zwei Gruppen verteilt. Das ist wichtig, weil es Manipulationsmöglichkeiten reduziert. Die Patienten wussten nicht, dass die Ingwer-Kapsel auf schmerzlindernde Wirkung getestet werden sollte und der Befund-erhebende Hals-Nasen-Ohren-Arzt wurde im unklaren darüber gelassen, zu welcher Gruppe der jeweils untersuchte Patient gehört. Das sind Qualitätsmerkmale für eine Studie. Die Zahl der Studienteilnehmer ist aber sehr klein und reicht nicht, um eine Wirksamkeit einwandfrei zu belegen. Und die Qualität der statistischen Berechnungen kannich nicht beurteilen.

Im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ ist die Rede von standardisiertem Ingwer-Extrakt. Das stimmt nicht. In der Originalarbeit ist von Ingwerpulver die Rede. Das untersuchte Produkt ist ein schlichtes Nahrungsergänzungsmittel. Damit ist es nicht patentierbar und braucht für die Zulassung am Markt auch keine Wirksamkeitbelege zu liefern, wie das bei eiinem Arzneimittel der Fall wäre. Aus diesen zwei Gründen werden wohl die grösseren Untersuchungen, die von den Studienautoren angeregt werden, kaum zustande kommen.

1000 mg Ingwerwurzelpulver entspricht inm Bereich der Phytopharmaka, also der pflanzlichen Arzneimittel, vier Kapseln Zintona pro Tag.

Dass Ingwer entzündungswidrig wirken kann, dafür gibt es schon seit einiger Zeit experimentelle Hinweise aus dem Labor, aber nur wenige konkrete Erkenntnisse bei Patienten. Und in der Ayurvedischen Medizin wird Ingwer mit Erfolg in der Behandlung von Migräne eingesetzt. Das kommt dem Thema Schmerzreduktion zumindestens nahe.

Ingwertherapie zeigte in einer Metaanalyse eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo bei Arthrose. Dabei variierte die Behandlungsdauer aber zwischen drei und zwölf Wochen, während an der besprochen Studie nach Mandel-OP die schon kurzfristig auftretende Wirkung auffällt.

Neu für die Phytotherapie-Fachliteratur ist die mögliche Förderung der Wundheilung durch Ingwer bei peroraler Anwendung. Wenn das bestätigt werden könnte, wäre das sehr interessant. Dann könnte man darüber nachdenken, bei welchen Wunden das sonst noch Sinn macht und das gäbe eine ganze Palette von Einsatzmöglichkeiten. Aber eben: Da hat es noch einige ‚wenn’ und ‚könnte’….

Bemerkenswert ist auch, dass sich keine Abnahme bei der Häufigkeit von postoperativer Übelkeit und Erbrechen zeigte. Ingwer wurde mehrfach zur Linderung von Übelkeit nach Operationen bzw. Narkosen untersucht und zeigte dabei widersprüchliche Ergebnisse. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt dazu:

„Nach einem überblick über die publizierten Doppelblindstudien zur Verhinderung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen besteht zwischen Ingwer und Placebo kein Unterschied, jedoch ein Effekt bei Schwangerschaftserbrechen und der Reisekrankheit. Dennoch wird von verschiedenen Seiten die Anwendung bei Schwangeren wegen fehlender umfangreicher Daten und der unklaren Thromboxan-Synthesehemmung durch Ingwer nicht empfohlen.“

Siehe auch:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als ‚Gut‘ bewertet

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

 

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Ingwer bei Erkältungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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[Buchtipp] “ Stille Machtergreifung “ , von Hans-Henning Scharsach,

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Stille-Macht-ErgreifungVerlagsbeschreibung

Hofer, Strache und die Burschenschaften

Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg. Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.
Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein. Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt. Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen. Zum Shop

Zum Autor Hans-Henning Scharsach

Hans-Henning Scharsach, langjähriger Leiter der Auslandsressorts von „Kurier“ und „News“, ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Der Experte für Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Neonazismus moderierte 15 Jahre die Zeitzeugengespräche zum Jahrestag des Novemberpogroms im Wiener Volkstheater. Zu seinen Büchern zählen die Bestseller „Haiders Kampf“, „Haiders Clan“, „Europas Populisten“ und „Die Ärzte der Nazis“.

Kommentar von Martin Koradi

Hans-Henning Scharsach zeigt auf,  „was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen“, steht in der Verlagsbeschreibung…..

Nun sitzen also diese Burschenschafter wie Heinz-Christian Straches, Norbert Hofers & Co. inzwischen in der Regierung und  an den Schalthebeln der Macht.

Wer das Buch von Hans-Henning Scharsach gelesen hat, wird nicht in Versuchung kommen, diese Machtergreifung zu verharmlosen.

Hans-Henning Scharsach zeigt detailliert und gut belegt, mit welch fragwürdigen Figuren und menschenverachtender Ideologie wir es hier zu tun haben.

Es ist eindrücklich zu lesen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Konsequenz hier Unwahrheiten und Hass als politische Instrumente eingesetzt werden.

Die gesammelten Lügen des Heinz-Christian Straches – in der Zwischenzeit zum Vizekanzler und Bundesminister für Beamte und Sport der Republik Österreich ernannt –  kann man auf der Website FPÖ-Watch nachlesen (samt Widerlegung).

Eindrücklich zeigt das Buch von Hans-Henning Scharsach auch, wie konsequent die FPÖ alle Medien, die ihre Lügen in Frage stellen, mit „Lügenpresse“-Vorwürfen zu diffamieren suchen. In dieser Hinsicht fährt die FPÖ die gleiche Strategie wie der Oberlügner Donald Trump in den USA.

Es muss sehr zu denken geben und sagt viel über eine Gesellschaft aus, wenn solch zwielichtige Figuren trotz ihrer offensichlichen Lügen gewählt werden.

Wer noch nicht davon überzeugt ist, dass Österreich eine starke zivilgesellschaftliche Reaktion auf diesen rechtsextremen Burschenschafter-Sumpf braucht, sollte diese Buch lesen – und wer davon schon überzeugt es auch.

Vernetzen Sie sich mit zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen, zum Beispiel https://www.aufstehn.at oder bei Mitgliedern des Solidaritätspakts der Zivilgesellschaft.

Hans-Henning Scharsach liefert auch eine detaillierte Aufstellung dazu, welche FPÖ-Politiker in welchen Burschenschaften aktiv sind. Selten ein so gut recherchiertes Buch gelesen. Stichworte aus dem Inhaltsverzeichnes unten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

Aus dem Inhaltsverzeichnis

Die stille Machtübernahme: FPÖ im Besitz der Burschenschaften

Geheimhaltung: Wir sollen nicht wissen, wen wir wählen

Traditionen des Nationalsozialismus

Hofers Marko-Germania: Verräterische Festschrift

Deutsches Vaterland: Der Kampf gegen die österreichische Nation

Gegen Gleichheit und Pluralismus

Antisemitismus in den Burschenschaften

Das antisemitische Nazi-Symbol der Kornblume

Feindbild-Austausch: Muslime statt Juden

Antisemitismus-Verleugnung: Hofer und Strache als Judenfreunde

Burschenschaften und Nationalsozialismus

Bücherverbrennung 1933: Burschenschaften und der Anschluss

„Ehrendes Andenken“ für die Massenmörder der Nazis

Hofer und die NS-Traditionen

Gegen NS-Verbot und „Menschenhatz der Linken“

Täter-Opfer-Umkehr: Schlag nach bei Goebbels

Am Beispiel Norbert Hofer: Stille Machtergreifung

Hofers rechtsextreme Weggefährten, Freunde und Mitarbeiter

Väterliche Förderer und junge Geförderte

Hitlers Legitimationstheoretiker als „Vorbild“

Geschönte Biografie für die politische Mitte

Ein Künstler zur ideologischen Standortbestimmung

Ideologische Standortbestimmungen

Rechtsextreme Inhalte im FPÖ-Handbuch

Plebiszit als Waffe gegen Verfassung und Demokratie

Ausschaltung ganzer Wählergruppen durch Ende der Briefwahl?

Ein Handbuch als Kriegserklärung an die Verfassung

Von Wespenlarven, Brutpflegetrieb und militärischen Tugenden

Von der Verachtung für „Eliten“ und den Sorgen des kleinen Mannes

Faktencheck: Das Märchen von der „sozialen Heimatpartei“

„Mut zur Wahrheit“: Einblick in die blaue Sozialpolitik

Kampf gegen Kammern und Interessenverbände

Personen als Programm: Barbara Kolm, Olaf Henkel und Dieter Hundt

Männliche Weltordnung: Frauen als Opfer der „Burschenpartei“

Der Mann auf der Jagd, die Frau im Heim

Ausgeladen: Frauen, die weder schön noch still sind

Identitäre: Eine PR-Aktion rechtsextremer Burschen

Identitäre, Burschenschafter und FPÖ

Rechtsextreme Inhalte in jugendlicher Verpackung

Wahlkampf: Lügen, Hass und Nächstenliebe

Der Wahlkampf der Burschenschafter im Netz

Wie Fake News und Lügen verbreitet werden

Die grausamen Fratzen des Hasses

Überforderte Gerichte, hilfloser Rechtsstaat

Die mediale Parallelwelt der Burschenschafter

Das Zusammenspiel mit der Krone

Strache: Fake News und falsche Fakten

Der Kampf gegen die „Lügenpresse“

Kampf gegen demokratische Grundrechte

Die Printmedien der Burschenschaften

Der Rechtsstaat als Feindbild

Das Spiel mit Gewalt und Bürgerkrieg

Gewalt als Wesensmerkmal der Burschenschaften

Die Anti-Ausländer-Wahlkämpfe der FPÖ

Waffenfreunde: Schon Kinder sollen schießen lernen 162

Die burschenschaftliche Verwurzelung in NS-Traditionen

Strache und die braune Gewaltszene

Am Beispiel Olympia: Bewahrer brauner Traditionen

Sommerlager nach dem Vorbild der Reichsführerschulen

Neonazistische Redner bei Olympia-Veranstaltungen

Arminia Czernowitz: Werbung mit NSDAP-Plakat

Libertas: Ein Preis für junge Neonazis

Cimbria: Gemeinsam mit Nazis gegen die Wehrmachtsausstellung

Silesia im Rotlichtbezirk: Straches Sekretärin holt Gottfried Küssel

Teutonia: Nazi-Schulung „im Einklang mit der Bundlinie“

Wenn Burschenschafter und Neonazis gemeinsame Sache machen

Ein rechtsextremes Milieu und sein freundlicher Darsteller

Wo steht Norbert Hofer politisch?

Ist Norbert Hofer rechtsextrem?

Ist Norbert Hofer Neonazi?

Die Taktik des Populismus: Auf beiden Seiten dabei

Was droht unter einer FPÖ-Regierung?

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Kinderheilkunde: Fencheltee bei „Dreimonatskoliken“

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In der Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 5 / 2017) berichtet Univ.-Doz. DDr. Ulrike Kastner über die Behandlung von Magen-Darmbeschwerden bei Kindern. Dabei kommt auch das Thema „Dreimonatskoliken “ und Fencheltee zur Sprache:

„Die typischen sogenannten ‚Dreimonatskoliken‘, pathogenetisch nicht immer nur auf schmerzhafte Meteorismen zurückzuführen, sind nach wie vor Domäne der Phytotherapie. Zwar haben pharmakologische Studien bezüglich Toxizität von Bestandteilen des ätherischen Öls als Reinsubstanzen (Estragol) Aufsehen erregt und viel Verunsicherung hervorgerufen, doch kann nach dem derzeitigen Wissensstand davon ausgegangen werden, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Fencheltee auch im sehr frühen Säuglingsalter bedenkenlos eingesetzt werden kann.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0517.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Fencheltee ist vor allem in der Kinderheilkunde ein altbewährtes Mittel gegen Blähungen und Darmkrämpfe. Das Zitat spielt auf eine Diskussion vor einigen Jahren an. Das ätherische Fenchelöl enthält Estragol. In Tierexperimenten mit Mäusen zeigte sich damals, dass Estragol krebsfördernde Eigenschaften haben kann. Das führte zu Warnungen vor der Einnahme von Fencheltee, die bis heute herumgeistern. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharma“ schreibt dazu:

„In Tierstudien (Mäuse) über 12 Monate mit reinem Estragol (Methylchavicol) waren Lebertumoren beobachtet worden. Diese Ergebnisse können jedoch nicht auf dieVerabreichung von Fenchelfrüchten bzw. Fenchelöl übertragen werden.“

Und im Fachbuch „Phytopharmakognosie/Phytopharmazie„: „Die bei den entsprechenden Untersuchungen an Nagern verwendete Dosis betrug die 100 – 1000-Fache der beim Menschen als Gewürz oder Arzneimittel infrage kommenden Dosis. Zudem unterscheidet sich der Phenylpropanstoffwechsel beim Menschen zumindest in quantitativer Hinsicht ganz erheblich von dem der Nager. Aufgrund eingehender Studien kam die European Medicines Agency (EMA) zum Schluss, dass die Verwendung von estragolhaltigen phytotherapeutischen Produkten bei angemessener Dosierung und Einnahmedauer beim Menschen kein signifikantes Krebsrisiko darstellt.“

Natürlich ist die Natur nicht immer gesund. Es gibt schliesslich auf Giftpflanzen. Aber manchmal wird durch sehr unrealistische Untersuchungen manchmal schon vor Risiken gewarnt, die sich bei sorgfältiger Betrachtung dann als gegenstandslos erweisen. So kommt es dann unnötigerweise zu Verunsicherung.

Mehr dazu hier:

Phytotherapie: Fencheltee weiterhin empfehlenswert

Mein Rat: Fencheltee bei Säuglingen nicht einfach zur Flüssigkeitszufuhr einnehmen, sondern nur wenn Beschwerden wie Blähungen und Darmkrämpfe vorhanden sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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[Buchtipp] „Zivilisiert streiten“, von Marie-Luisa Frick

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Zivilisiert-streigenVerlagsbeschreibung

Zur Ethik der politischen Gegnerschaft.

Konflikte gehören zum Wesen der Politik, und Strategien erfolgreicher Konfliktlösungen charakterisieren die politische Arbeit. Dabei kann der Zwang zum Konsens das Politische verfehlen. Deshalb fragt eine Ethik des politischen Konfliktes nicht nur danach, wie Konflikte „gelöst“ werden können, sondern wie sie ausgetragen werden sollen. Wie darf man mit einem politischen Gegner umgehen? Wie weit soll Meinungsfreiheit reichen in Zeiten von „Hass im Netz“ und „politischer Korrektheit“? Was heißt es, Demokratie als wehrhaft zu gestalten? Und was schulden demokratische Mehrheiten der Minderheit – oder Gegnern der Demokratie? Fragen, deren Beantwortung für eine zukunftsfähige Gesellschaft lebenswichtig ist. Zum Shop

 

Inhaltsverzeichnis „Zivilisiert streiten“

Vorbemerkung

  1. Einleitung

1.1 Demokratie

1.2 Menschenrechte

1.3 Demokratie und Menschenrechte im Verhältnis zueinander

1.4 Aufbau

  1. Politische Konflikte verstehen

2.1 Grundriss agonistischer Demokratietheorie

2.2 Was ist ein politischer Konflikt?

2.3 Sind politische Konflikte lösbar?

  1. Politische Konflikte im demokratischen Kontext austragen

3.1 Wie soll ich meine Meinung bilden?

3.2 Wie soll ich meine Meinung vertreten?

3.3 Das Recht der Minderheit

3.4 An den Rändern der Gegnerschaft: Wann sollen politische Bewegungen verboten werden?

  1. Exkurs: Ethik der Feindschaft ? Wie darf man Terroristen behandeln?
  2. Ausblick

Zur Autorin Marie-Luisa Frick

Marie-Luisa Frick ist 1983 in Lienz geboren und studierte Philosophie und der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Seit 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie (2006-2010 Univ.-Ass., 2011-2016 Ass.-Prof.).

2016 Habilitation in Philosophie (Priv.-Doz.) und Ernennung zur Assoziierten Professorin. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind Ethik, Rechts- und politische Philosophie, Religionsphilosophie, Ideengeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts und Wissenschaftsphilosophie.

Kommentar von Martin Koradi

Dieses kleine Reclam-Bändchen von Marie-Luisa Frick führt anregend und informativ in die Grundvoraussetzungen demokratischer Auseinandersetzung ein.

Die Autorin erläutert Begriffe wie Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Ziviler Ungehorsam, Politische Korrektheit (Political Correctness, PC) und Populismus, die zwar häufig gebraucht, aber oft nur ungenau verstanden werden.

Marie-Luisa Frick geht dann auf die Frage ein, wie politische Konflikte am besten ausgetragen werden. Denn eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist gar keine, und eine Demokratie, in der nicht zivilisiert gestritten wird, ist zutiefst gefährdet.

Interessant ist auch das Abschlusskapitel, in dem die Autorin untersucht, wie man mit politischen Feinden umgehen darf,  die die Vernichtung demokratischer Ordnungen zum Ziel haben. Hier diskutiert Marie-Luisa Frick das Konzept der „Zivilisierten Verachtung“, das Carlo Stenger beschrieben hat (siehe Buchshop: Zivilisierte Verachtung).

Marie-Luisa Frick erklärt in ihrem Büchlein nicht, was man denken soll, sondern wie man über einige der wichtigsten Fragen unserer Zeit nachdenken kann.

Hier finden Sie einen Text von mir zu einem ähnlichen Thema:

Demokratie braucht eine diskursive Gesprächskultur – verteidigen wir sie!

Eine Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

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Probiotika und Ballaststoffe gegen Verstopfung

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“ veröffentlichte einen Text zum Thema Verstopfung und befragte dazu den Wiener Allgemeinmediziner Gerhard Wallner.

„Der erste Schritt, um einer chronische Verstopfung Herr zu werden, ist in jedem Fall die Änderung des Lebensstils. Das heißt: auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse umsteigen, ausreichend viel trinken und auf genügend Bewegung achten. Das bewirkt, dass der Stuhl weicher wird und die Darmtätigkeit wieder in Gang kommt. Künstliche Ballaststoffe wie Weizenkleie oder Flohsamen können ohne Weiteres zugeführt werden. Die Einnahme von Probiotika oder Inulin (Zichorienwurzel) könne die Darmtätigkeit ebenfalls anregen, so Wallner.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000070695670/Verstopfung-Was-den-Darm-in-Schwung-bringt

 

Kommentar & Ergänzung:

Weizenkleie und Flohsamen als „künstliche Ballaststoffe“ zu bezeichnen ist etwas seltsam, aber sonst sind die Tipps nachvollziehbar.

Flohsamen sind ein Quellmittel. Sie enthalten Schleimstoffe, die in Kontakt mit Wasser ihr Volumen stark vergrössern und durch einen Dehnungsreiz auf die Darmwand mild abführend wirken.

Weizenkleie enthält etwa 10 – 20 % unverdauliche Zellulose, die in den tieferen Darmabschnitten zum Teil von Darmbakterien abgebaut wird. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die positiv für das Darmmillieu sind. Darum kann man die Weizenkleie zu den Präbiotika zählen. Das sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und dadurch die Gesundheit verbessern.

Gegen Verstopfung würde ich Flohsamen der Weizenkleie vorziehen, weil letztere deutlich stärker Blähungen verursachen kann.

Inulin gehört auch zu den Präbiotika. Es ist in den Wurzeln vieler Asteraceen (Korbblütler) vorhanden, neben der Zichorie (Wegwarte) zum Beispiel im Löwenzahn und im Topinambur (Helianthus tuberosus), aber auch in Doldenblütlern wie zum Beispiel der Pastinake.

Inulin besteht hauptsächlich aus einer Kette von Fruchtzuckermolekülen, wird aber im Dünndarm nicht abgebaut und daher wie Weizenkleie im Dickdarm von Bakterien verstoffwechselt. Dabei kann es auch zu Blähungen kommen. Die entstehenden Proprionate wirken möglicherweise als natürlicher Appetithemmer.

Jedenfalls haben wir es hier mit ziemlich interessanten Naturstoffen zu tun.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

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Öko-Test beurteilt Schleimlöser bei Husten: Heilpflanzen-Präparate top

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Öko-Test hat 24 frei verkäufliche Arzneimittel gegen Husten unter die Lupe genommen, davon 9 Hustenreizdämpfer und 15 Schleimlöser.

Die Fachleute halten nur für wenige Produkte eine lindernde Wirkung aus wissenschaftlicher Sicht hinreichend belegt. Darum schneidet die Mehrzahl der Hustenmittel im Test auch nur „ausreichend“ und schlechter ab.

Auffallend und erfreulich ist aber, dass bei den Schleimlösern Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka) am besten abschneiden:

«Bei den Schleimlösern ist die Auswahl an sehr guten Produkten schon etwas größer: „Bronchipret TP, Filmtabletten“ (9,90 Euro/20 Stück), „GeloMyrtol Forte, Weichkapseln“ (10,19 Euro/20 Stück), „Soledum Kapseln Forte“ (9,90 Euro/20 Stück). Für die „Umckaloabo-Tropfen hat es immerhin noch für ein „gut“ gereicht (10,20 Euro/20 ml).»

Quelle:

https://www.n-tv.de/ratgeber/Diese-Mittel-helfen-bei-Husten-article20206388.html

Kommentar & Ergänzung:

Wir haben es hier mit ganz unterschiedlichen Phytopharmaka zu tun, die aber alle gut durch Studien in ihrer Wirksamkeit belegt sind.

– Bronchpret Filmtabletten enthalten Thymiankraut-Trockenextrakt und Primelwurzel-Trockenextrakt.

– GeloMyrtol Forte enthält ein ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl enthält. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: GeloDurat (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

– Soledum Kapseln Forte besteht zu 100% aus Cineol, dem Hauptbestandteil von Eukalyptusöl. Dieses Präparat ist in Deutschland auf dem Markt, nicht jedoch in der Schweiz.

– Umckaloabo (flüssig) ist da einzige mit Studien belegte Präparat aus Kapland-Pelargonie. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: Kaloabo (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

„Mangelhaft“ abgeschnitten haben synthetische Schleimlöser auf der Basis von ACC bzw. NAC (Acetylcystein) – nicht ganz unerwartet, weil ihre Wirksamkeit nur mangelhaft belegt ist.

Wikipedia schreibt zu ACC:

„Die Wirksamkeit hinsichtlich einer schleimverflüssigenden Wirkung von Acetylcystein ist für einfache Atemwegsinfekte nicht belegt. Die therapeutische Wirksamkeit bei Bronchitis ist umstritten, da die aus den 1980er Jahren stammenden Studien heutigen Ansprüchen an ein Studiendesign nicht standhalten. Dementsprechend gibt es nach der DEGAM-Leitlinie auch keine Empfehlung für ACC bei der Behandlung eines grippalen Infektes oder einer akuten Bronchitis, da in randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studien keine signifikanten Effekte auf Lungenfunktion, Bronchialschleim, systemische Oxygenierung und/oder Beatmungsnotwendigkeit nachgewiesen werden konnten. Der Einsatz von ACC als Schleimlöser wird aus medizinischer Sicht deshalb kritisch hinterfragt.“

Das ist bemerkenswert, weil ACC-Präparate sehr oft gegen Husten verkauft werden. Wikipedia führt als Präparate auf:

Monopräparate

ACC (D, A, CH), Acemuc (D), Acemucol (CH), Acetyst (D), Aeromuc (A), Dynamucil (CH), Ecomucyl (CH), Fluimucil (D, A, CH), Helvetussin (CH), Mucobene (A), Mucofluid (CH), Myxofat (D), NAC (D), Secresol (CH), Solmucol (CH), diverse Generika (D, CH)

Kombinationspräparate

Alvesin (D), Aminopäd (D), Aminoplasmal (D), Deltamin (D), Infesol (D), Nephrotec (D), Periplasmal (D, A), Pädamin (A), Rinofluimucil (CH), Salviamin (D), Solmucalm (CH)

 

Bei den Schleimlösern wird also den Phytopharmaka von „Öko-Test“ eine besser belegte Wirksamkeit attestiert als den synthetischen Präparaten. Diese Beurteilungen und Belege gelten allerdings nur für die entsprechenden Produkte und können nicht auf andere Heilpflanzen-Anwendungen übertragen werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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