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Marathonvorbereitung: Alkoholfreies Bier vermindert Infekte

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Ihr Risiko von Entzündungsreaktionen und Infekten der oberen Atemwege können Marathonläufer mit alkoholfreiem Bier deutlich vermindern. Zu diesem Resultat kam eine Untersuchung der Technischen Universität München bei 277 männlichen Marathonläufern. Wie die „Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin“ meldet, reduzierte sich die Infektionsrate deutlich, wenn drei Wochen vor und zwei Wochen nach einem Marathonlauf täglich ein bis anderthalb Liter alkoholfreies Bier getrunken wurden. Das soll an den zahlreichen Polyphenolen liegen, die im alkoholfreien Bier enthalten sind. Polyphenole sind aromatische Verbindungen und gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Anstrengende körperliche Aktivitäten wie der über 40 Kilometer lange Marathonlauf schwächen das Immunsystem und führen darum oft zu Infekten hauptsächlich der oberen Atemwege.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/alkoholfreies-bier-zur-marathonvorbereitung-095019896.html

Kommentar & Ergänzung:

Grundsätzlich ist dieses Resultat schon spannend. Es stellt sich allerdings die Frage, bei welchen Biersorten solche Wirkungen zu erwarten sind.

Die Studie wurde mit Erdinger alkoholfreiem Weißbier durchgeführt. Die Brauerei hat die Studie auch teilweise finanziert.

Im „Münchner Merkur“ erklärten die beteiligten Wissenschaftler, dass das polyphenolhaltige alkoholfreie Weißbier die Entzündungsparameter im Blut senke.

Die Infektanfälligkeit der Läufer vermindere sich soweit, dass ihr Risiko eine Erkältung zu bekommen sich auf ein Drittel reduziere.

Quelle:

http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/sportmediziner-alkoholfreies-weissbier-gesund-1279155.html

Polyphenole, müsste man dazu jedoch noch sagen, sind in vielen Lebensmitteln und auch in vielen Heilpflanzen verbreitet – zum Beispiel in Äpfeln, Zwiebeln, Grüntee, Rotwein, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren.

Zu fragen wäre also, ob speziell wirksame Polyphenole im alkoholfreien Bier für diesen Effekt verantwortlich sind, oder ob andere Polyphenole und damit auch andere Quellen ähnliche Resultate ergeben würden. Für Holunderbeeren bzw. Holunderbeersaft gibt es beispielsweise ebenfalls Hinweise aus Studien, die eine günstige Wirkung gegen Erkältungen zeigen. In den schwarzen Holunderbeeren sind es Polyphenole aus der Gruppe der Anthocyane (blaue Farbstoffe), von welchen die günstige Wirkung ausgehen soll.

Siehe:

Schwarzer Holunder / Holundersaft gegen Grippe & Erkältung

Holunderbeeren gesund & fein

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Nachtrag zu den Wahlen 2011: Vertrag mit dem Volk?

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Da sagt heute am Fernsehen eine neugewählte SVP-Nationalrätin,  sie habe einen „Vertrag mit dem Volk“ unterschrieben.  Das habe ich schon mehrere Male gehört, die SVP habe einen „Vertrag mit dem Volk“ unterschrieben. Kann man Verträge einseitig unterschreiben?

Was meint denn die SVP eigentlich genau, wenn sie sagt, sie habe einen „Vertrag mit dem Volk?“

Hat man denn das „Volk“ gefragt, ob es diesen Vertrag  so möchte?

Und wer gehört denn nach Ansicht der SVP zum „Volk“? Ich jedenfalls offenbar nicht, denn ich kann mich nicht erinnern, dass ich  gefragt worden wäre.

Ich staune einfach über diese Anmassung. Kann man so wirr Politik betreiben?

P.S.:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

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Inserat:

Martin Koradi, Winterthur, Kanton Zürich, Schweiz

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Bei Aphthen – Tormentill, Rathania, Myrrhe, Salbei, Rhabarberwurzel….

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Die Pharmazeutische Zeitung publizierte einen fundierten Beitrag zum Thema Aphthen.

Darin werden auch Heilpflanzen-Anwendungen erwähnt:

„Tormentillwurzelstock, Rathania, Myrrhe, Salbei…..Rhabarberwurzel (etwa Repha-OS®, Pyralvex®, Salviathymol®) haben sich durch ihren adstringierenden und entzündungshemmenden Effekt bewährt. Zudem ist Propolis-Urtinktur ein möglicher Beratungstipp. Bevor das jeweilige Präparat aufgetragen wird, empfiehlt es sich, die betroffene Region mit einem Wattestäbchen oder Papiertuch trocken zu tupfen. Dann erst das Gel oder die Tinktur mit einem frischen Wattestäbchen entnehmen und dünn auf die Wunde aufstreichen.“

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=39008&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Alle im Artikel der Pharmazeutischen Zeitung erwähnten Heilpflanzen sind für die Behandlung von Aphthen geeignet. Die erwähnten Heilpflanzen-Präparate stammen aus Deutschland und sind – ausser Pyralvex – in der Schweiz nicht im Handel.

Man kann aber auch gut Tormentilltinktur, Rathaniatinktur, Myrrhentinktur oder Salbeitinktur auftragen, wobei Pflanzentinkturen aus getrockneten Heilpflanzen meist einen höheren Wirkstoffgehalt haben als Frischpflanzentinkturen.

Wegen des hohen Alkoholgehalts können unverdünnte Pflanzentinkturen auf der Mundschleimhaut brennen (allenfalls 1 : 2 mit Wasser verdünnen).

Propolis ist Bienenkittharz.

Propolis wirkt antimikrobiell. Der Grundstoff für die Herstellung von Propolis wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam).

Und was genau sind Aphthen?

„Eine Aphthe…..ist eine schmerzhafte, von einem entzündlichen Randsaum umgebene Schädigung der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle, der Tonsillen oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute, z. B. im Genitalbereich. Es handelt sich dabei um ein Ulcus mit weißlichem Fibrinbelag.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was sind die Ursachen von Aphthen?

„ Ursachen (Ätiologie) und Entstehungsmechanismus (Pathogenese) der rezidivierenden Aphthose sind weitgehend unklar. Eine multifaktorielle Entstehung mit genetischer Komponente wird angenommen.

Mögliche assoziierte Faktoren sind Verletzungen der Mundschleimhaut, Zusammenhänge mit verschiedenen Nahrungsmitteln, Nahrungsdefiziten (Vitamin B12-, Eisen- oder Folsäuremangel) sowie Veränderungen des Hormonhaushaltes. In schweren Fällen können Systemerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Morbus Behçet oder HIV-Infektionen zu Grunde liegen.

Es wird keine Verbindung zu Menstruationszyklus, Schwangerschaft oder Menopause gesehen. Eine Assoziation mit Stress wird diskutiert, ist aber nicht nachgewiesen.

Chemische Irritation durch Inhaltsstoffe wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat (SLS), das häufig in Zahnpasta enthalten ist, wird als möglicher Auslöser diskutiert.

Raucher sind seltener betroffen als Nichtraucher. Rauchverzicht kann das Auftreten von Aphthen negativ beeinflussen. Als Ursache wird die Hyperkeratose der Schleimhaut bei Rauchern vermutet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Phytotherapie für Herz & Kreislauf: Steinklee, Ginkgo biloba, Rotes Weinlaub, Rosskastanie, Mäusedorn, Weissdorn….

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„Die Presse“ berichtete von einer Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden. Im Zentrum des Artikels stehen Ausführungen von Univ.-Prof. Dr. Theo Dingermann (Institut für Pharmazeutische Biologie, Goethe-Universität Frankfurt) zur Wirksamkeit von Heilpflanzen:

„Positive Wirkungen von Phytopharmaka sind unter anderem bei Durchblutungsstörungen, Venenleiden und Herzschwäche nachgewiesen. Zu den durchblutungsfördernden Heilpflanzen zählen der echte Steinklee und der echte Waldmeister, die in unseren heimischen Wäldern wachsen.

Das beim Trocknen freigesetzte Cumarin sowie Flavonoide und Saponine verbessern die Blut- und Lymphströmung. Cumarin wird auch für die Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Ginkgo verbessert ebenso die Fließeigenschaften des Blutes und fördert vor allem die Gehirndurchblutung.
Als venenstärkend gelten vor allem Präparate aus roten Weinblättern, es wird eine gefäßstärkende Wirkung beschrieben. Die Rosskastanie und der stechende Mäusedorn lösen ähnliche venenstimulierende Reaktionen aus, sie werden auch bei angeschwollenen Beinen verschrieben.
Zu den herzstärkenden Arzneipflanzen zählt an erster Stelle der Weißdorn. Präparate aus Weißdornblättern und -blüten werden zur Behandlung leichter Formen von Herzinsuffizienz oder bei altersbedingtem Nachlassen der Herzleistung verwendet. ‚Allerdings muss man gerade bei Herzschwäche besonders vorsichtig mit einer Selbstmedikation umgehen. Eine positive Wirkung auf die Herztätigkeit ist zwar nachgewiesen, aber gerade in diesen Fällen muss ärztlicher Rat eingeholt werden’, betonte Dingermann.“

Quelle:

http://diepresse.com/home/gesundheit/666480/Viele-Irrtuemer-rund-um-Heilkraeuter?from=suche.intern.portal

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Theo Dingermann ist ein fundierter Kenner der Phytopharmaka und der Phytotherapie. Die Universität Frankfurt besitzt zudem einen ausgezeichneten Arzneipflanzengarten.

Zum Thema „Cumarine“ wäre noch zu ergänzen: Steinklee und Waldmeister enthalten einfache Cumarine, die den venösen Rückfluss fördern und dadurch venöse Ödeme vermindern. Dimere Cumarine werden in Medikamenten wie Phenprocoumon (A, CH:Marcoumar; D: Marcumar) als Blutgerinnungshemmer zur Thrombose-Prophylaxe eingesetzt (Vitamin-K-Antagonist).

Diese beiden Wirkungen sind strikt auseinanderzuhalten.

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Pistazien als Hilfe zur Gewichtskontrolle?

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Nüsse und nussähnliche Früchte gelten zwar als gesund, doch nicht gerade als Schlankheitsmittel. Pistazien allerdings besitzen nicht nur ein hochwertiges Nährstoffprofil. Sie können sich offenbar auch günstig auf das Essverhalten auswirken. Dies legen jedenfalls einige aktuelle Studien nahe.

So haben US-Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles über zwölf Wochen 52 übergewichtige Erwachsene mit unterschiedlichen Reduktionsdiät-Konzepten untersucht. In der randomisierten Studie bekam ein Teil der Probanden als täglichen Snack 75 Pistazien (240 kcal, ca. 45 g), ein anderer Teil Salzbrezel (220 kcal, ca. 60 g).

Die Auswertung zeigte, dass die Pistazien-Gruppe ihre BMI-Ziele besser erreichte und tiefere Triglyzerid-Werte aufwies als die Brezel-Gruppe (J Am College Nutrition, 2011, Vol. 29, 3, 198).

Eine jüngst im British Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung hat gezeigt, dass immerhin ein Teil der in Pistazien enthaltenen Energie – immerhin fünf Prozent – offenbar unverdaut wieder ausgeschieden wird (British J Nutrition, 2011, 28, 1).

Studienleiter Dr. David Baer vom Beltsville Human Nutrition Research Center (USA) folgerte aus den Daten seiner Untersuchung, dass Pistazien im Zuge einer Gewichtsreduktion nicht vorschnell vom Diätplan gestrichen werden sollten.

Und noch einen besonderen Vorteil für die Hüften soll es geben: Pistazien werden langsamer und bewusster verzehrt als schon geschälte Nüsse, weil sie erst aus der harten Hülle herausgeholt werden müssen. Das haben zumindest kürzlich Verhaltens- und Ernährungsforscher der Eastern Illinois Universität (USA) herausgefunden.

Die Probanden der Pistazien-Gruppe nahmen insgesamt 41 Prozent weniger Kalorien auf als die Personen der Vergleichsgruppe, die geschälte Nüsse bekam.

Die Pistazien-Gruppe fühlte sich aber genauso gesättigt und zufrieden. Die Autoren entdeckten zudem, dass es offenbar der Anblick der leeren Schalen ist, der bewirkt, dass weniger gegessen wird.

Denn andere Probanden nahmen wiederum 22 Prozent weniger Energie auf, wenn die Schale liegen geblieben ist, im Vergleich zu jenen, bei denen die Schalenreste gleich entfernt wurden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/allgemeinmedizin/article/664566/schlank-pistazien.html?sh=1&h=1385878286

http://www.jacn.org/content/29/3/198.abstract

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21733319

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311001553

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311004855

Kommentar & Ergänzung:

Und was sind eigentlich genauer Pistazien?

„ Die Pistazie ist die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes (Pistacia vera, „Echte Pistazie“), zur Unterscheidung von den anderen Arten der Pistazien daher Echte Pistazie genannt, aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Die Pistazie ist keine Nussfrucht im botanischen Sinne.

Die Pistazie ist ein Laubbaum, wird bis zu 12 m hoch und bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln der Bäume können sich bis in eine Tiefe von 15 m erstrecken. Die Kerne sind oval und besitzen eine dünne, harte Schale; der Pistaziensamen hat eine bräunliche Haut und ein hellgrünes Inneres (die Keimblätter). Die Ernte der Samen erfolgt in einem zweijährigen Turnus, was neben den Schwankungen der Witterung zu unterschiedlichen Erträgen führt. Von den Mastix-Pistazienbäumen wird im Juni das Harz gewonnen und als Würzmittel, Klebstoff oder Räuchermittel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu den Wirkungen der Pistazien auf die Gesundheit schreibt Wikipedia:

„ Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).

Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.

Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.

Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

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Das traditionsreiche Naturheilmittel Klosterfrau Melissengeist besteht zu 79 % aus Alkohol. Das ist bedeutend mehr als für Spirituosen zugelassen ist. Kein Wunder, wird Melissengeist oft von Menschen mit Alkoholabhängigkeit im grossen Stil konsumiert.

In einer Sendung des Deutschlandfunks zum Thema „Sucht im Alter“ sagte die Psychologin Professor Irmgard Vogt:

„Und dann gibt es bei den Frauen einen typischen Tröster, der heißt Klosterfrau Melissengeist. Das ist ein 80-prozentiger Alkohol. Das ist der Einstieg in den Alkoholismus, wird verkauft als Aufbaumittel. 80 Prozent Alkohol, das ist natürlich ein Hammer, und man braucht nicht so sehr viel, um auf diese Weise einzusteigen und dann doch im Alkoholismus zu landen.“

Quelle:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1066382/

Kommentar & Ergänzung:

Als ehemaliger Drogist kann ich die Aussage von Irmgard Vogt nur bestätigen. Klosterfrau Melissengeist wird nicht wenigen Kunden überwiegend weiblichen Geschlechts regelmässig in so grossen Mengen gekauft, dass ein Alkoholproblem als Hintergrund angenommen werden muss.

Keine Spirituose würde mit einem auch nur annähernd so hohen Alkoholgehalt zum Verkauf zugelassen.

Klosterfrau Melissengeist enthält neben dem Alkohol:

Melissenblättern, Alantwurzelstock, Angelikawurzel, Ingwerwurzelstock, Gewürznelken, Galgantwurzelstock, Schwarze Pfefferfrüchte, Enzianwurzel, Muskatsamen, Pomeranzenschalen, Zimtrinde, Zimtblüten, Kardamomensamen.

Melissenblätter wirken beruhigend, entspannend und einschlaffördernd. Die restlichen Heilpflanzen wirken vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie zum Beispiel Blähungen und  Völlegefühl.

Angepriesen wird Klosterfrau Melissengeist aber so:

„Traditionell angewendet: Innerlich: Zur Besserung des Allgemeinbefindens (bzw. zur Stärkung oder Kräftigung) bei Belastung von Nerven und Herz- Kreislauf mit innerer Unruhe und Nervosität. Zur Förderung der Schlafbereitschaft. Bei Wetterfühligkeit. Zur Besserung des Befindens bei Unwohlsein, zur Förderung der Funktion von Magen und Darm, insbesondere bei Neigung zu Völlegefühl und Blähungen. Als mild wirksames Arzneimittel zur Besserung des Befindens bei unkomplizierten Erkältungen und zur Stärkung. Äußerlich: Zur Unterstützung der Hautdurchblutung z. B. bei Muskelkater und Muskelverspannungen.“

Nachvollziehbar ist aufgrund des Melissenanteils die „innere Unruhe“, die „Nervosität“ und die „Förderung der Schlafbereitschaft“.

Bei diesen Anwendungsbereichen würde aber eine alkoholfrei Form der Melisse vorziehen (Melissentee, Melissenöl inhalativ, Melissenextrakt).

Aufgrund der anderen Heilpflanzen erscheint auch die Anwendung „zur Förderung der Funktion von Magen und Darm, insbesondere bei Neigungen zu Völlegefühl und Blähungen“ plausibel.

Die Empfehlung „Zur Besserung des Allgemeinbefinden (bzw. zur Stärkung und Kräftigung)“ ist aber völlig wischiwaschi und es braucht schon eine Portion Unverfrorenheit, einen hochprozentigen Schnaps wie den Klosterfrau Melissengeist zur Stärkung und Kräftigung zu empfehlen. Von den Heilpflanzen her lässt sich eine solche Wirkung jedenfalls nicht ableiten.

Dasselbe gilt für die Empfehlung bei „Wetterfühligkeit“ und „zur Besserung des Befindens bei unkomplizierten Erkältungen und zur Stärkung“. Auch hier dürfte ein „Schnaps“ eine ebenbürtige Wirkung haben bei tieferem Alkoholgehalt.

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Kampf gegen die Regenwald-Zerstörung

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Die Staaten der Amazonas-Region wollen in Zukunft enger kooperieren, um illegale Rodungen im Regenwald einzudämmen.

Die acht Länder, über die sich die größte Urwaldfläche der Welt erstreckt, wollen unter anderem ihre Messmethoden aufeinander abstimmen, um eine globale Einschätzung der Abholzung zu ermöglichen.

Die regionale Organisation des Amazonas-Abkommens (OTCA) gab in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito einen gemeinsamen Plan bekannt, um die über 6 Millionen Quadratkilometer des Regenwaldgebiets gegen den zunehmenden Druck von Landwirtschaft und Bergbau zu schützen.

Die Amazonasregion sei nicht nur ein bedeutendes Schutzgebiet für die Artenvielfalt, sondern auch „ein Gebiet von großem kulturellem Reichtum, in dem etwa 420 indigene Bevölkerungsgruppen leben“, sagte OTCA-Sekretär Mauricio Dorfler.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1685216/

Kommentar & Ergänzung:

In der Organisation des Amazonas-Abkommens (OTCA) sind Bolivien, Brasilien, Venezuela, Equador, Kolumbien, Guyana, Peru und Surinam zusammengeschlossen.

Für Schutzbemühungen zugunsten der Regenwälder in der Amazonas-Region ist es allerhöchste Zeit. Es bleibt zu hoffen, dass es sich hier nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt. In erster Linie geht es um den Schutz der Lebensgrundlagen für die indigenen Bevölkerungsgruppen und um den wichtigen Beitrag der Regenwälder zum globalen Klimaschutz.

Im übrigen sind die Regenwälder der Amazonas-Region auch eine Fundgrube für Heilpflanzen, von denen wohl erst ein kleiner Teil überhaupt entdeckt wurde.

Zum Thema „Artenvielfalt im Regenwald – die Apotheke der Welt“ heisst es in einem SWR-Bericht:

„Egal ob’s um Schmerzen, Husten oder Wundheilung geht: Weltweit haben bis zu drei Viertel aller Medikamente zumindest einen pflanzlichen Ursprung, auch wenn die Stoffe später im Labor nachgebaut werden……. Immer wieder wird Neues gefunden, wenn Wissenschaftler neue Pflanzen aus den Urwäldern genauer untersuchen. Und es gibt noch viel mehr zu entdecken, erklärt der Biologe und langjährige Pharmaexperte Prof. Frank Petersen: ‚Wir wissen, dass etwa zehn Prozent aller Pflanzen, die wir heute auf der Erde kennen, chemisch untersucht worden sind. Nur ein kleinerer Teil davon wurde wirklich systematisch in der Wirkstoffforschung in der pharmazeutischen Industrie überhaupt untersucht. Was wir vermuten ist, dass wir in den Regenwäldern auf weitere Arten stoßen können, die ein medizinisches Potential haben werden. Davon bin ich wissenschaftlich überzeugt.’ Auch Wirkstoffe gegen Krankheiten, die wir heute noch nicht behandeln können, dürften hier zu finden sein: ‚Die Natur kann uns den Weg weisen, wie man in der Zukunft solche Erkrankungen effizient behandeln kann.’ Vorausgesetzt freilich, die Wälder bleiben erhalten.“

(Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/uni/bzf/Presse/Lehre/SWR-Heilpflanzen-Okt-2010.pdf)

In diesem Zusammenhang wäre dann allerdings auch die Biopiraterie-Thematik zu beachten.

Heilpflanzen: Deutschland unterzeichnet Abkommen gegen Biopiraterie

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Baldrian nützlich für Schmetterlinge

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Baldrian (Valeriana officinalis) ist eine der ältesten Arzneipflanzen und dazu noch ein Magnet für Schmetterlinge. Die Heilpflanze  bereichert den Garten und die Hausapotheke gleichermaßen. Jetzt ist die Blütezeit des Baldrians.

Baldrian ist im Garten absolut unkompliziert, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Die mehrjährige Staude gedeiht auch an halbschattigen Orten und braucht kaum Pflege.

Wer die bekannte nervenberuhigende Wirkung von Baldrian nutzen will, muss sich über die Wurzel hermachen. Der einschläfernde Wirkstoff entsteht aber erst beim Trocknen – und dabei macht sich auch ein unangenehmer Geruch breit. Die hübschen weißen Baldrian-Blüten duften dagegen sehr viel angenehmer. Das schätzen offenbar auch verschiedene Schmetterlinge.

Der BDG empfiehlt Baldrian deshalb allen, die mehr von den hübschen und nützlichen Insekten in den Garten locken wollen. Mit etwas Glück hat man dann auch den seltenen Baldrian-Scheckenfalter im Garten zu Gast. Seine Raupen ernähren sich ausschließlich von dem beruhigenden Kraut – sie nagen an den Blättern, die nützlichen Wurzeln meiden sie jedoch.

Quelle:

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12118962/7250011/Ein-Magnet-fuer-Schmetterlinge-Der-Baldrian.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass Baldrian bei Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität hilft, ist ziemlich vielen Menschen bekannt.

Fragt man aber genau nach, wo denn der Baldrian wächst, bekommt man eher selten eine richtige Antwort.

Dabei wächst die Heilpflanze gar nicht so selten am Rand von Dörfern oder Städten, am Waldrand, gerne an Bächen oder anderen feuchten Stellen.

Fotos von Baldrian in meiner Bildergalerie von Lenk und Flims / Trin

Der erwähnte Baldrian-Scheckenfalter frisst auch an anderen Baldrianarten.

Nur Valeriana officinalis frisst offenbar die Raupe des Baldrian-Blütenspanners (ein Nachtfalter).

Daneben ist der Baldrian eine wichtige Nektarpflanze für den Pflaumen-Zipfelfalter, den Nierenfleck-Zipfelfalter, den Spätsommer-Zipfelfalter und das Ungeringte Kronwicken-Widderchen. Von den Tagfaltern zeigen sich auf Baldrian gerne der Kleine Fuchs, das Grosse Ochenauge, und der Braune Waldvogel.

Vor allem an warmen Tagen, wenn der Baldrian seinen Duft voll entfalten kann, zeigt sich auf seinen Blütenständen fast alles, was Flügel hat. Am Pollenangebot bedient sich die Honigbiene sowie zwei Arten von Sandbienen und drei Arten von Furchenbienen.

Nektar saugend wurden viele Schwebefliegen beobachtet und auch zwei Tanzfliegenarten.

Zur Anwendung von Baldrian als Heilpflanze:

Die Anwendung als Baldriantee ist eher unüblich, weil er vom Geruch und Geschmack her eher gewöhnungsbedürftig ist.

Dagegen wird Baldriantinktur oft eingesetzt. Die Tinktur aus getrockneter Baldrianwurzel dürfte dabei mehr Wirkstoffe enthalten als die Frischpflanzentinktur.

Auf ausreichende Dosierung achten: ½ bis 1 Teelöffel 1 bis mehrmals täglich.

Die heute oft empfohlenen 3 – 4 Tropfen Pflanzentinktur pro Einzelgabe sind in den allermeisten Fällen unsinnig tief.

Baldrian-Extrakte eignen sich auch zur Verarbeitung in Dragee-Form und sind dann geruchlich und geschmacklich einigermassen neutral. Wissenschaftliche Studien mit Belegen für die Wirksamkeit gibt es nur von Baldrian-Extrakten, nicht aber von Baldriantee und Baldriantinktur.

Die verschiedenen Baldrianarten können Sie auf meinen Heilkräuterexkursionen kennen lernen – und viele Schmetterlinge an den Natur-Seminaren.

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Ökotest beurteilt Heilpflanzen-Präparate

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Das Magazin Ökotest hat erneut Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) untersucht. Diesmal wurden Hustenmittel, Johanniskrautpräparate, Prostata- und Venenmittel unter die Lupe genommen. Die Resultate sind unterschiedlich: Bei den Johanniskrautpräparaten schnitten alle getesteten Produkte mit der Schulnote „sehr gut“ oder „gut“ ab, bei den Venenmitteln gab es mit „mangelhaft“ einen einzigen negativen Ausreißer. Gemischt waren die Resultate dagegen bei Husten- und Prostatamitteln.

Mit „Sehr gut“ bewerteten die Tester wegen der klinisch nachgewiesenen Wirksamkeit die Johanniskrautpräparate Jarsin 450mg (Cassella med), Laif 900 Balance (Steigerwald) und Neuroplant Aktiv 600mg (Dr. Willmar Schwabe). Bei den übrigen Johanniskraut-Präparaten fehlten produktspezifische Wirksamkeitsnachweise. Bei Cesradyston 425mg (Cesra) kritisiert Ökotest die Verwendung des Farbstoffs Gelborange S (E 110). Allgemein empfehlen die Tester den Kauf apothekenpflichtiger Präparate, da freiverkäufliche Johanniskraut-Produkte häufig zu wenig Wirkstoff enthielten.
Bei den Venenmitteln vergaben die Tester zehnmal die Note „sehr gut“, darunter Aescorin forte (Steigerwald), Noricaven (Bionorica) und Venentabs-Ratiopharm. Mit „Gut“ wurden die Antistax Venenkapseln (Boehringer Ingelheim) bewertet. Laut Ökotest ist die Wirksamkeit dieses Präparats, das nicht wie die anderen 13 auf Rosskastaniensamen-Extrakt, sondern auf roten Weinrebenblätternextrakt basiert, nicht so gut belegt. Bei den Präparaten Plissamur (Ardeypharm) und Venostasin retard (Astellas) gab es wegen des Farbstoffs Chinolingelb (E 104) ebenfalls Punktabzug und somit die Schulnote „gut“. Die Note „Mangelhaft“ bekam Aescuven forte (Cesra). Hier vermissten die Tester Angaben zum Droge-Extrakt-Verhältnis und zum Extraktionsmittel. Zudem sei der von der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestufter Weichmacher Dibuthylphthalat enthalten, kritisiert Ökotest.

Von den Hustenmitteln erhielt keines die Note „sehr gut“, weil Hustenmittel laut Ökotest unabhängig vom Wirkstoff bestenfalls unterstützend wirken. Um das Abhusten zu erleichtern, sei hauptsächlich ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Neunmal vergaben die Tester die Schulnote „gut“, zum Beispiel für Aspecton DS Hustensaft (Krewel Meuselbach), Bronchostad Hustenlöser Sirup (Stada) und Sinuc Akut (Hexal). Minuspunkte gab es für Husten-Präparate mit Alkoholkonzentrationen von mehr als 1 Volumenprozent. „Befriedigend“ schnitten darum unter anderem Bronchipret Saft TE (Bionorica) und Umckaloabo (W. Spitzner) ab. Als „ausreichend“ wurden Bronchicum Elixir und Melrosum Hustensirup (beide Cassella med) und Phytohustil Hustenreizstiller (Steigerwald) benotett.
Auch bei den Prostatamitteln wurde die Bestnote nicht vergeben. Keins der untersuchten Prostata-Präparate könne eine vergrößerte Prostata rückgängig machen, kritisierten die Tester. Für die Heilpflanzen-Präparate, deren Wirksamkeit bei der Linderung der Symptome klinisch belegt sind, gab es jeweils die Schulnote „gut“; unter anderem für Bazoton Uno 459mg (Abbott) und Talso uno N 320mg (Sanofi-Aventis). Prostata Fink forte 500mg (GlaxoSmithKline) bekam wie fünf weitere Präparate „befriedigend“ – hier sahen die Tester die Wirksamkeit nur zum Teil belegt. Utk Uno 460mg (TAD Pharma) wurde zusammen mit drei weiteren Präparaten als „ausreichend“ bewertet. Mit „Mangelhaft“ benotete Ökotest Pollstimol (Strathmann) wegen nicht ausreichend belegter Wirksamkeit. GranuFink Prosta (GlaxoSmithKline) bekam wegen zusätzlicher Deklarationsmängel ein „ungenügend“.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Wissenschaft+und+Forschung/15342.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Resultate sind nur zum kleinen Teil auf die Schweiz übertragbar, weil die meisten der untersuchten Heilpflanzen-Präparate bei uns nicht erhältlich sind.

Und auch für Deutschland gilt die Einschränkung, dass nur eine Auswahl von Produkten untersucht wurde. Zudem kann man über die angewandten Kriterien geteilter Meinung sein.

Positiv an solchen Untersuchungen ist, dass sie das Bewusstsein schärfen für Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten.

Genau genommen kann man nämlich nicht sagen, „Johanniskraut hilft gegen Depressionen“, oder „Thymian lindert den Husten“. Genauso wichtig ist nämlich, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze zur Anwendung kommt. Und hier gibt es sehr grosse Qualitätsunterschiede.

Auffallend ist im übrigen, dass bei den pflanzlichen Prostatamitteln grosse Pharmakonzerne als Hersteller auftauchen: Abbott, GlaxoSmithKline, Sanofi-Aventis.

Viele Pharmakonzerne haben schon lange eine „Phyto-Tochter“.

Das hat durchaus Vorteile, denn dadurch fliesst Geld und Know-how in die Heilpflanzen-Forschung, wobei allerdings die Resultate überwiegend den eigenen Produkten zugute kommen.

Aus Komplementärmedizin und Naturheilkunde hört man immer wieder Befürchtungen oder gar Verschwörungstheorien, wonach die Pharmaindustrie die Naturheilmittel eliminieren will.

So simpel ist die Realität allerdings nicht. Die Hersteller von Komplementärheilmitteln und Phytopharmaka sind längst ein Teil der Pharmaindustrie und die Pharmaindustrie investiert längst in den boomenden Bereich der Komplementärheilmittel und Phytopharmaka.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Anzeichen für Quacksalberei

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Die Zeitschrift „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ (GPSP) veröffentlichte eine Liste mit Anzeichen für Quacksalberei.  Sie soll dabei helfen, falsche Versprechungen besser zu erkennen.

Wir werden überschwemmt mit Propaganda für Produkte, die uns gesund machen oder gesund erhalten sollen, und mit Heilungsversprechungen aller Art. Auch im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde.

Lange nicht alles, was in Werbung, im Internet, aber auch in Zeitschriften und Gesundheitssendungen propagiert wird, ist wirklich wirksam. Vieles ist von fragwürdigem Nutzen oder manches sogar riskant, überzeugende wissenschaftliche Nachweise fehlen häufig. Menschen, die mit Heilwissen prahlen, das sie gar nicht haben, werden seit jeher Quacksalber genannt. Dementsprechend fallen zahlreiche angebliche „Medikamente“ unter den Begriff „Quacksalberei“. Häufig handelt es sich dabei in Wirklichkeit gar nicht um Arzneimittel, sondern um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkungen nicht routinemäßig geprüft werden.

GPSP schreibt:

„Vitamine gegen Schwerhörigkeit? Weiter essen wie bisher und dennoch abnehmen? Manchmal klingt Werbung zu gut, um wahr zu sein. Schenken Sie Werbebotschaften keinen Glauben, seien Sie skeptisch.“

Hier neun Punkte von dieser Liste und dazwischen ein paar Zeilen mit ergänzenden Bemerkungen von mir (kursiv):

Keine Nebenwirkungen

Die Jahrhunderte alte Erfahrung der Medizin lehrt, dass es in der Medizin keine Wirksamkeit gibt ohne das Risiko von Nebenwirkungen. Ein Mittel, das mit dem Hinweis ‚ohne Risiken’ beworben wird, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Wirkung.“

Ja, der Hinweis ‚nebenwirkungsfrei’ müsste tatsächlich ein Grund sein, besonders genau nachzufragen, ob eine Wirkung vorhanden ist. Es gibt auch Heilpflanzen-Präparate mit unerwünschten Nebenwirkungen.

Erfolgsgarantie

Versprochen wird vieles – wird es auch eingehalten? Bei Medikamenten kann es keine Erfolgsgarantie geben. Das gilt erst recht für oft dürftig belegte Alternativmethoden. Häufig werden angeblich ‚sanfte Erfolgsmittel‘ mit der Behauptung angepriesen, sie würden besser wirken als ‚normale‘ Arzneimittel. Das kann dazu führen, dass eine bewährte Therapie zu Gunsten von Quacksalber-Methoden abgesetzt wird.“

Erfolgsgarantien sind in der Heilkunde immer ein Grund, um besonders kritisch nachzufragen. Insbesondere wenn sich die Garantien auf schwer behandelbare Krankheiten beziehen wie beispielsweise Krebs, Polyarthritis, Neurodermitis, Multiple Sklerose.

Vielseitig wirksam

Besondere Vorsicht ist ratsam, wenn ein Mittel gegen viele verschiedene Leiden mit völlig unterschiedlichen Ursachen helfen soll, beispielsweise gegen Bluthochdruck, AIDS und Krebs. Eine solche Allround-Pille ist leider ein Wunschtraum.“

Die Medizingeschichte ist voll mit solchen Panazeen, Heilmitteln also, die gegen (fast) alle Krankheiten helfen sollen. Ein solches Wundermittel entspricht wohl einfach den Bedürfnissen vieler Menschen zu allen Zeiten.

Wird ein Heilmittel gegen sehr viele unterschiedliche Krankheiten propagiert, so spricht man auch von „Indikationslyrik“.

Ein Beispiel für Indikationslyrik ist der Schwedenbitter (= Schwedenkräuter), welcher von der Österreicherin Maria Treben als Universalheilmittel propagiert wurde.

„Exotische Herkunft

Algen aus Hawaii oder Kristallsalz aus dem Himalaja? Ein Produkt wird nicht durch die Herkunft geadelt. Die Anbieter versuchen, ihre Präparate aufzuwerten und den Glanz ferner Naturparadiese für ihr Angebot zu nutzen. In der Regel gibt es keinen Beleg für einen besonderen Nutzen dieser exotischen Heilmittel und die hohen Preise sind durch nichts zu rechtfertigen.“

Auch dafür gibt es in der Medizingeschichte unzählige Beispiele. Als die Kartoffel nach Europa kam, galt sie zuerst als wertvolle Arznei. Auch heute noch gibt es den „Exoten-Bonus“.

Hoch geschätzt wird beispielsweise Teebaumöl aus Australien, welches angeblich schon seit Urzeiten von den Aborigines verwendet wurde. Die Aborigines nutzen jedoch die Blätter von Melaleuca alternifolia als Tee, nicht das isolierte ätherische Teebaumöl. Und dass auch viele weniger exotische ätherische Öle ähnliche Wirkungen wie Teebaumöl zeigen, geht leicht vergessen.

Besser als die Schulmedizin

Die Anbieter mancher Mittel versprechen Heilung selbst dann, wenn alle Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft sind. Derartige Heilversprechen werden in der Regel leider nicht von einer neutralen, verlässlichen Stelle überprüft. Quacksalber geben dennoch solch ein Versprechen, um in ausweglosen Situationen, z.B. bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, zweifelhafte Produkte zu verkaufen. Für diese als „letzter Strohhalm“ feilgebotenen Präparate muss meist viel Geld bezahlt werden.“

Die ‚Komplementärmedizin’ verspricht oft Heilung in Situationen, in denen die ‚Schulmedizin’ an Grenzen kommt. Dabei wird oft verwischt, dass es auch tatsächliche Grenzen der Heilbarkeit geben kann. So unangenehm oder unakzeptabel uns das auch manchmal erscheinen mag. Das Risiko von Krankheiten gehört zum Leben und der Anspruch auf totale Gesundheit ist wohl einfach nicht einlösbar.

Sie dazu auch:

Tagesseminar: Chronische Krankheiten besser verstehen und damit umgehen

Tagesseminar: Komplementärmedizin – Basiswissen zur Orientierung im überquellenden Angebot

„Erfahrungsberichte als ‚Wirksamkeitsbelege’

Gerade wenn nachvollziehbare Daten aus wissenschaftlichen Studien fehlen, verweisen die Hersteller gerne auf umfangreiche Erfahrungen mit den Mitteln. Seien Sie auf der Hut bei Behauptungen, die mit begeisterten Erfolgsberichten angeblicher Patienten begründet werden. Diese sagen ebenso wenig über den tatsächlichen Nutzen und die Risiken eines Arzneimittels oder einer Nahrungsergänzung aus wie Behauptungen, die auf Weltanschauungen basieren.“

Positive „Erfahrungen“  im Stil von Akekdoten reichen tatsächlich nicht als Begründung.

Siehe:

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde – Erfahrung genügt nicht als Begründung

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

„Personenkult um den Behandler

Wenn das Funktionieren einer Behandlung an eine bestimmte Person oder eine Einrichtung gebunden wird, ist größte Vorsicht angebracht. Warum kann sie nicht auch von anderen eingesetzt werden? Oder geht es hier vor allem um Geld? Personengebundene Methoden, die den Nimbus eines bestimmten Menschen nutzen, werden in der Regel nicht durch Dritte überprüft. Eine unabhängige Kontrolle von Nutzen und Risiken fehlt.“

Guru-fixierte Heilmethoden gibt es im Bereich der Komplementärmedizin leider zuhauf.

Siehe:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde warum?

„Seit Jahrzehnten bewährt

Statt ‚seit Jahrzehnten bewährt’ müsste es eher heißen ‚seit Jahrzehnten beworben und verkauft’. Aber nicht alles, was häufig verkauft wird, ist auch wirksam und unbedenklich.“

Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde haben eine lange und faszinierende Tradition, von der wir auch heute noch lernen können. Das heisst aber nicht, dass Tradition immer Recht hat. Tradition allein reicht daher nicht als Begründung.

Siehe:

Komplementärmedizin – hat Tradition recht?

„Wirksam – und doch nicht als Arzneimittel zugelassen

Wenn ein Mittel belegbar gut wirksam und verträglich ist, warum wird dann nicht die Zulassung als Arzneimittel beantragt? Das hätte doch den Vorteil, dass das Produkt von Ärzten verordnet werden könnte und von Krankenkassen bezahlt würde. Aber so mancher Anbieter scheut das Urteil neutraler Fachleute, die durchschauen könnten, dass die Wirksamkeitsbelege mangelhaft sind oder sogar fehlen.“

Auch das ist ein wichtiger Kritikpunkt. Viele Heilpflanzen-Präparate werden nur als Nahrungsergänzung auf den Markt gebracht und müssen daher keinerlei Wirksamkeit belegen. Ich würde pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich und pauschal schlecht machen, doch ist es für Konsumentinnen und Konsumenten meist nicht klar,  ob ein Heilpflanzen-Präparat seine Wirksamkeit belegt hat oder nicht.

Noch intransparenter wird die Situation dadurch, dass es auch zugelassene Arzneimittel gibt, die vom Nachweis der Wirksamkeit befreit sind (Präparate der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin, aufgrund von „Tradition“ zugelassene Heilpflanzen-Präparate, sogenannte Hausspezialitäten von Apotheken und Drogerien).

„Betonung auf ‚Ausgleich von Mängeln in der Ernährung’

Angeblich sollen unserem Essen wichtige Stoffe fehlen. Diese Mängel sollen sich nicht durch die tägliche Nahrungsaufnahme ausgleichen lassen. Dabei war die Versorgung mit Nahrungsmitteln in unseren Breiten noch nie so vielfältig und lückenlos wie heutzutage. Bestehen diätbedingte Versorgungsmängel, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden. Für Gesunde sind Vitamin- und Mineralstoffpräparate in der Regel überflüssig und manchmal sogar schädlich. Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts hat gezeigt, dass die Menschen in Deutschland grundsätzlich ausreichend Vitamine und Mineralien zu sich nehmen. Mangelzustände sind selten und werden meist durch Erkrankungen verursacht. Diese müssen ärztlich behandelt werden.“

Ja, uns wird ständig eingeredet, dass man sich heute nicht mehr ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und was weiss ich nicht noch allem ernähren kann. Und dann werden entsprechende Produkte als Ergänzungsmittel propagiert. Man muss den Leuten einen Mangel einreden, damit sie ausgleichende Produkte kaufen. Das ist ein ausgesprochen lukratives Geschäft und sehr ähnlich einem Ablasshandel. Zuerst müssen die Menschen von ihrer Sündhaftigkeit überzeugt werden, damit sie Erlösung kaufen. Nicht umsonst wohl spricht man sogar von Ernährungssünden.

Quelle:

http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2006/nr.-6-dez.-2006/indizien-fuer-quacksalberei.php

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema Qualitätssicherung in der Komplementärmedizin:

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Und zu Kriterien der Qualitätssicherung in der Phytotherapie-Ausbildung:

Phytotherapie-Ausbildung: Gedanken zur Qualitätssicherung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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