Artikel mit Schlagwort ‘Kräuter’

Ungesunde TCM-Kräuter

Montag, April 16th, 2012

Zwei Studien zeigen Risiken bei manchen Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Krebserkrankungen des Harntrakts kommen in Taiwan ungewöhnlich oft vor. Eine neue Studie kommt zu Schluss, dass höchstwahrscheinlich Pflanzenzubereitungen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei zahlreichen Betroffenen die Tumoren ausgelöst haben dürften.

Ein internationales Forscherteam um Chung-Hsin Chen vom National Taiwan University Hospital in Taipeh hat mithilfe von Genanalysen 151 Krebserkrankungen der oberen Harnwege untersucht. Eine besondere Gensignatur ist charakteristisch für Tumoren, die unter der Einwirkung von sogenannter Aristolochiasäure entstanden sind. Diese Signatur entdeckten die Forscher bei 60 Prozent der Fälle.

In der Fachzeitschrift PNAS berichten die Wissenschaftler, dass zwischen 1997 und 2003 ein Drittel der taiwanischen Bevölkerung Aristolochia-Präparate einnahm. Sie basieren auf der sogenannten Gewöhnlichen Osterluzei (Aristolochia clematitis) und verwandten Pflanzen, die  in der TCM über lange Zeit als Heilmittel galten.

Dass zahlreiche Taiwanesen durch Aristolochia-Präparate an Harnwegstumoren erkrankten, erkläre auch, weshalb sich die Verteilung dieser Krebsformen dort von der in anderen Staaten unterscheide, meinen die Wissenschaftler. Bei 35 Prozent der Patienten in Taiwan entwickeeln sich die Tumore nicht in der Blase, sondern in Harnleiter oder Nierenbecken. Weltweit sei dies bei weniger als zehn Prozent der Patienten der Fall. Auch erkrankten Frauen in Taiwan überdurchschnittlich häufig an diesen Tumorformen – und sie bekamen auch häufiger Aristolochia-Präparate verordnet als Männer.

Aristolochiasäure schädigt auch die Nieren, was im schlimmsten Fall zu Nierenversagen führen kann. In Belgien erkrankten in den neunziger Jahren mehrere Frauen an Nierenversagen, die die Präparate im Rahmen von Diätkuren eingenommen hatten.

Hierzulande sind Präparate, die Aristolochia-Säure enthalten, bereits länger untersagt. Auch in China und Taiwan wurden sie m Jahr 2003 verboten.

Während also das  Problem mit den Aristolochia-Präparate mittlerweile auch in China vom Tisch ist, geben andere TCM-Präparate, die weiterhin im Handel sind und nun von australischen Wissenschaftlern untersucht wurden, Anlass zu berechtigter Sorge. Die Forscher fanden in den vom Zoll beschlagnahmten Präparaten Extrakte von total 68 verschiedenen Pflanzenfamilien, und einige davon sind alles andere als risikolos.

Einige der Mixturen enthielten beispielsweise Pflanzenbestandteile der Gattung Ephedra (Meerträubel) und Asarum (Haselwurz), die bei falscher Dosierung toxisch sind. In den Packungsbeilagen fehlte der Hinweis auf diese heiklen Inhaltsstoffe und die potenzielle Gefährlichkeit.

In ihrem Artikel im Fachplan PLoS Genetics weisen die australischen Wissenschaftler jedoch noch auf ein weiteres Problem hin: In einigen der analysierten TCM-Proben fanden sie Spuren von Tieren, die gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht sind, wie der Kragenbär oder die asiatische Huftierart Saiga.

Quelle:

http://derstandard.at/1334132463824/Giftig-und-krebserregend-Ungesunde-TCM-Inhaltsstoffe

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,826636,00.html

http://www.pnas.org/content/early/2012/04/03/1119920109

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Beispiel zeigt, dass Tradition nicht immer Recht hat. In diesem Sinn kann man auch für die westliche Pflanzenheilkunde viel daraus lernen.

Siehe:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Erfahrung allein zeigt Irrtümer und Risiken nur sehr unzulänglich.

Siehe:

Naturheilkunde: Vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Daher reicht es nicht zu sagen, diese Heilpflanze ist seit Tausenden von Jahren im Gebrauch, ergo ist sie wirksam und harmlos.

Manche Zusammenhänge sieht man erst, wenn man systematisch danach sucht. Dem sagt man dann Wissenschaft.

Aus diesem Grund verknüpft eine seriöse Phytotherapie die Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde mit den Erkenntnissen moderner Arzneipflanzenforschung.

Diese Kombination ist unverzichtbar zum Schutz von Patientinnen und Patienten.

Leider ist der Begriff „Phytotherapie“ nicht geschützt und deshalb laufen unter diesem Begriff inzwischen auch Vorstellungen mit, welche die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit und Sicherheit  von Heilpflanzen-Präparaten ablehnen, und sich statt dessen lieber an ihren eigenen Überzeugungen von der ausschliesslich heilenden und sanften Natur festhalten. Das ist meines Erachtens aber eine zu einseitige und riskante Betrachtungsweise.

Eine fundierte, seriöse Phytotherapie verbindet Tradition und Wissenschaft. Sie verlässt sich nicht einfach auf die Fantasien irgendeines Kräutergurus (wie heisst eigentlich die weibliche Form von Guru? Guresse?).

Das Beispiel mit den ungesunden TCM-Kräutern zeigt auch, wie wichtig eine staatliche Kontrolle des Heilmittelmarktes ist. Vor ein paar Monaten gab es einen Wirbel im Internet über ein angebliches Verbot der Heilpflanzen durch die EU, dabei ging es nur um ein Registrierungsverfahren für pflanzliche Arzneimittel.

Dazu ein Zitat von Reinhold Rathscheck:

„Der Nachweis der Wirksamkeit ist von jedem neuen Mittel zu fordern, das den Anspruch erhebt, ein Arzneimittel zu sein. Hiervon wird man nicht die Mittel ausnehmen dürfen, deren Unschädlichkeit  zwar keineswegs bezweifelt wird, deren Wirkung aber einzig und allein auf dem Glauben beruht. Sonst müsste auch ein Placebo, ein Scheinarzneimittel, das keinen arzneilich wirksamen Stoff enthält, beim Bundesgesundheitsamt registrierbar sein, fehlen ihm doch toxische Effekte mit Sicherheit, wogegen psychische Wirkungen durchaus nachweisbar sein können.

Hier trägt der Staat eine Mitverantwortung: Ein Staat, der einerseits mit Recht Arzneimittelsicherheit fordert, hat seine Bürger andererseits vor Arzneimitteln zu schützen, die keine sind. Er hat kranke Menschen davor zu bewahren, dass Gutgläubigkeit oder Verzweiflung dank staatlicher Mithilfe ummünzbar werden in Profit, ohne dass eine wirkliche Aussicht auf Heilerfolg besteht.“

(aus: Konfliktstoff Arzneimittel, Suhrkamp 1974)

Klar ist aber auch, dass solche Registrierungsverfahren und Kontrollen verhältnismässig sein müssen und dass Entscheide der Arzneimittelbehörden aus fachlicher Sicht auch kritisiert werden dürfen und sollen (z. B. im Fall Kava-Kava)

Das Aristolochiasäure-Problem scheint zumindestens in Europa durch das Verbot entsprechender Bestandteile in Arzneimittel unter Kontrolle zu sein. Bei TCM-Kräutern, die unkontrolliert im Internet gehandelt werden, wäre ich da nicht so sicher.

Und zudem sind die generellen Qualitätsprobleme bei TCM-Kräutern nicht vom Tisch. Anbaubedingungen und Verarbeitungsbedingungen sind oft alles andere als einfach zu kontrollieren. Und ob in den entsprechenden Kräutermischungen auch drin ist, was drauf steht, bleibt oft fraglich – sofern überhaupt etwas draufsteht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Lavendelöl als Appetithemmer?

Samstag, März 10th, 2012

Lavendelöl zeigt eine gute Wirkung als Beruhigungsmittel und als Einschlafhilfe.

In einem Interview mit dem ORF macht die Ernährungswissenschaftlerin Veronika Somoza von der Universität Wien eine interessante Anmerkung zum Lavendel. Sie erwähnt dabei eine Untersuchung mit Ratten:

„Tiere, auf deren Käfige ein mit Lavendel getränktes Stück Stoff gelegt wurde, fraßen messbar weniger.“

Quelle: http://science.orf.at/stories/1695533/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar nur ein (wahrscheinlich verhältnismässig tierfreundlicher) Tierversuch. Dabei bleibt offen, ob eine ähnliche Wirkung auch beim Menschen zu erwarten ist. Obwohl der Hinweis kaum Infos enthält, ist er natürlich interessant und ich habe versucht, mehr über diese mögliche Lavendel-Wirkung herauszufinden.

In einem „Standard“-Interview vom Februar beschreibt Veronika Somoza den Versuch etwas genauer:

„Man konnte die Wirkung von Linalool, eine Verbindung, die im Lavendel, in schwarzem Pfeffer und Ingwer vorkommt, nachweisen, allerdings nur in Tierstudien. Ratten, denen über ein Monat täglich eine Viertelstunde ein mit Lavendelöl getränktes Stück Stoff auf den Käfig gelegt wurde, fraßen weniger als die Kontrollgruppe. Das heißt aber nicht, dass man das Schnuppern an einem Lavendeltaschentuch als neue Diätmaßnahme proklamieren kann, so weit sind wir noch nicht.“

Quelle: http://derstandard.at/1329703280417/Saettigungsgefuehle-Es-ist-die-Nadel-im-Heuhaufen-die-wir-suchen

Der Hinweis auf eine appetithemmende Wirkung des Lavendelöls findet sich auch in einem „Welt“-Artikel von 2008:

„Auch innerlich entfaltet das blaue Kraut seine wohltuende Wirkung. Als Tee hilft es gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden und soll – im Gegensatz zu Lavendelöl, dem man eine appetithemmende Wirkung zuspricht – den Appetit fördern. Abends vorm Schlafengehen ist ein heißer Lavendeltee mit Honig der optimale Schlummertrunk. Und selbst in der Küche kommt Lavendel zur Anwendung: es ist Bestandteil vieler Kräuter-der-Provence-Gewürzmischungen und auch Eintöpfe, Fischsuppen und Hammelfleischgerichte werden mit Lavendel gewürzt. Kreationen wie Lavendelkekse, -schokolade und -eis sind eher ein Phänomen jüngerer Zeit.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Der „Welt“-Text bringt aber auch gute Informationen zur äusserlichen Anwendung von Lavendel bzw. Lavendelöl:

„Lavendel ist eines der vielseitigsten ätherischen Öle, das bei kleinen Verbrennungen, Hautabschürfungen, Schnittwunden, Prellungen, Entzündungen oder Insektenstichen hilft. Auf die betroffene Stelle geträufelt sorgt Lavendel für eine schnelle Heilung. In der Duftlampe angewendet verbreitet das Lavendelöl einen Wohlfühlduft, der ausgleichend und stimmungsaufhellend wirkt. Gibt man einige Tropfen Lavendelöl aufs Kopfkissen, schläft man besser. Unter Fernreisenden, die sich an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen müssen, gilt er als Geheimtipp. Und ein paar Lavendelblüten zwischen den Bettlaken sollen dafür sorgen, dass sich ein Paar nie streitet.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Ergänzend noch als Indikation für die äusserliche Anwendung von Lavendelöl: Fusspilz.

Und zum Lavendelbad:

„Ein Lavendelbad hilft gegen Erschöpfung, Nervosität und Muskelkater. Wer nicht auf einen der zahlreichen Badezusätze in Form von Öl, Milch, Sprudeltabletten oder Schaumbad zurückgreifen will, kann eine Tasse Lavendelblüten in einem Liter Wasser aufkochen, durchsieben und dem warmen Badewasser zugeben. Bei unreiner Haut kann eine selbst gemachte Lavendeltinktur klärend wirken. Dafür werden Lavendelblüten mit Alkohol angesetzt.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Lavendelöl eignet sich gut als Entpannungsbad und als Abendbad zur Schlafförderung. Am einfachsten mischt man dazu etwa 8 Tropfen Lavendelöl mit etwas Kaffeerahm oder mit einer Tasse Vollmilch. Die Mischung gibt man dann ins Badewasser.

Zu Lavendelöl siehe auch:

Lavendelöl: Grosse Qualitätsunterschiede

Orangenöl & Lavendelöl bei Zahnarztangst

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Lavendel belebt in der  dunklen Jahreszeit

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Lavendelöl-Bestandteil Linalool dämpft Stressreaktion

Wer sich vertieft für Wirkung und Anwendungsbereiche von Lavendelöl interessiert, findet dazu Informationen in meiner Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Präparate bei Rheuma

Sonntag, März 4th, 2012

In der „Pharmazeutischen Zeitung“ publizierte Professor Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena einen informativen Beitrag zur Rheumabehandlung mit Phytopharmaka.

Zur Bedeutung dieser Heilpflanzen-Präparate schreibt er einleitend:

„ Zur (Begleit-)Therapie rheumatischer Erkrankungen inklusive degenerativer Gelenkerkrankungen und milder bis mittelstarker Muskel- und Rückenschmerzen stehen ausgewählte Phytopharmaka zur Verfügung.

Diese sind insbesondere als alternative oder komplementäre Therapie-Optionen zur klassischen medikamentösen Behandlung mit steroidalen und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) von Bedeutung.

Ob Teufelskralle, Weidenrinde, Brennnessel oder Weihrauch, ob Cannabis, Hagebutte oder Mutterkraut: Nahezu jeder Rheuma-Patient bedient sich pflanzlicher Antiphlogistika, nicht zuletzt, da er die Nebenwirkungen chemisch definierter Arzneimittel und hier insbesondere der Glucocorticoide fürchtet.

Für ihre Effektivität spricht auch und gerade die Tatsache, dass Zubereitungen entzündungshemmender Kräuter seit Jahrtausenden in der Volksmedizin angewandt werden.

Für zahlreiche Pflanzen(-präparationen), die als Interna zur Entzündungs- und auch Schmerzhemmung bei diversen Krankheitsbildern wie Rheumatoide Arthritis oder Osteoarthrose genutzt werden, liegen, wie bei chemisch definierten Arzneistoffen, wissenschaftliche Daten sowie Hinweise auf Wirkmechanismen und Targets in der menschlichen Entzündungspathogenese vor.

Dennoch wird ihre Effektivität von einigen Fachleuten in Frage gestellt, gilt die klinische Wirksamkeit dieser Phytopharmaka als umstritten. Durch die mangelnde Anerkennung und wenig konsequente Weiterverfolgung der hier bereits vorliegenden Erkenntnisse zu Forschungs- und Therapie-Potenzialen werden große Chancen vertan.“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?type=0&id=40814

Kommentar & Ergänzung:

Heilpflanzen-Präparate können in vielen Situationen für die Behandlung von Arthritis und Arthrose von Nutzen sein. Heikel ist es allerdings, wenn bei schweren Entzündungen ausschliesslich auf Phytoparmaka oder andere Naturheilmittel gesetzt wird. In solchen Fällen braucht es oft starke Entzündungshemmer (z. B. Glucocorticoide, NSAR), um Schaden von den betroffenen Gelenken abzuwenden und die Schmerzen erträglich zu machen. Diese starken Entzündunghemmer sind bei langdauerndem Gebrauch und bei hohen Dosierungen aber mit einigen ernsthaften Risiken verbunden. Bei abklingenden Entzündungen und in Zwischenphasen können Phytopharmaka wie Weihrauch, Teufelskralle, Weidenrinde, Hagebutte oder Brennessel mithelfen, die Dosierungen von Glucocorticoiden oder NSAR herunterzufahren. Es geht also nicht um ein Gegeneinander von synthetischen Medikamenten und Naturheilmitteln, sondern um eine stadiengerechte Behandlung mit der jeweils besten Option.

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Kräuter und ihre Wirkung: Stockrose

Mittwoch, Dezember 21st, 2011

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Stockrose steht dort:

„Chinesische Stockrose (Alcea rosea)

Die getrockneten Blüten der chinesischen Stockrose, die auch unter dem Namen “Bauernrose” bekannt ist, werden in der Heilkunde als Tee gegen Husten, sowie Rachen- und Halsentzündungen eingesetzt. Besondere Heilkraft hat die Sorte “Nigra”, die beinahe schwarze Blüten trägt. Halb- und dichtgefüllte Sorten eignen sich nur als Gartenzierde oder zum Garnieren von Süßspeisen.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Die Stockrose (Alcea rosea, Syn.: Althaea rosea (L.) Cav., A. sinensis Cav.), die auch als Stockmalve, Pappelrose oder Garten-Stockrose bezeichnet wird, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Die Stockrose stammt möglicherweise aus dem Balkan oder aus Süditalien. Sie ist wahrscheinlich eine Kulturhybride.

Wie wird die Stockrose genutzt?

Es gibt viele Sorten der Stockrose mit einfachen und gefüllten Blüten in unterschiedlichen Farben. Die Stockrose wird verbreitet als Zierpflanze für Staudenbeete und Bauerngärten genutzt.

Selten wird sie auch als Heil- und Färbepflanze kultivert. Für die Gewinnung von Farbstoffen werden nur schwarz-rote Varianten genutzt, da deren Kronblätter Anthocyan (Malvidin) in großen Mengen enthalten. Früher wurden mit diesem Farbstoff zum Beispiel Wein oder Süßspeisen gefärbt, heute hat diese Verwendung ihre Bedeutung verloren. Aufgrund der in der Stockrose enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe ist sie in Vielen Hustentee-Mischungen enthalten.

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar & Ergänzung:

Ich werde an Kräuterkursen immer wieder einmal gefragt, ob man die Stockrose bzw. Stockmalve auch als Heilpflanze verwenden könnte.

In Apotheken und Drogerien werden aus der Familie der Malvengewächse gegen trockenen Reizhusten die Malvenblüten aus Malva silvestris (Wilde Malve, Grosses Chäslichrut) verkauft. Über die Wirkung von Stockrosenblüten liegen keine gesicherten Angaben vor. Da sie aber wie die Malvenblüten aus der Wilden Malve Schleimstoffe enthalten, ist eine Anwendung bei trockenem Reizhusten plausibel. Auch für Spülungen bei Mundschleimhautentzündung könnte die Stockmalve verwendet werden. Manchmal dient sie auch zur Verschönerung von Teemischungen.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Heilkräuter gegen Verdauungsprobleme

Sonntag, Dezember 18th, 2011

Die ZDF-Sendung „Volle Kanne“ kümmerte sich vor einiger Zeit um menschliche Verdauungsprobleme:

„Vor allem über die Festtage kann der reguläre Essensrhythmus schnell aus dem Tritt geraten. Völlegefühl, Magendrücken und allgemeines Unwohlsein sind meist die Folge. Ein Schnäpschen nach dem Essen ist aber nicht die beste Möglichkeit, sich Erleichterung zu verschaffen.“

Das wohlige Brennen in der Kehle und die Wärme komme nur von der besseren Durchblutung des Magens nach dem Schnapsgenuss, erklärte die Ernährungsexpertin Dr. Brigitte Bäuerlein.

„Tatsächlich reize der Alkohol die Magenschleimhaut, hemme den Stoffwechsel und setze den Körper einem zusätzlichen Verdauungsstress aus. ‚Besser ist es, vor dem Essen einen Kräuter-Aperitif zu sich zu nehmen. Der bereitet die Verdauung vor und regt die Produktion der Gallensalze und Magensäure an.’

Auch ein Espresso, Mokka oder Kaffee nach dem Essen kann eine Wohltat sein. Kaffee wirkt in der Tat leicht abführend. Gibt man noch etwas Kardamom hinzu, regt er sogar die Fettverdauung an und wirkt entkrampfend. Noch besser eignen sich Kräuter zur Verdauung: Muskat, Ingwer, Anis, Gewürznelken, Zitronenmelisse, Kardamom, Thymian, Kümmel, Fenchel. Gibt man sie den Speisen hinzu, wird die Verdauung schon beim Verzehr positiv beeinflusst. So kann man etwa Fleisch mit einem Thymianzweig anbraten oder Fenchelgemüse als Beilage servieren. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Dessert-Garnitur oder aufgebrüht als verdauungsfördernder Tee.“

Quelle:

http://vollekanne.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,8169111,00.html?dr=1

Kommentar & Ergänzung:

Das sind durchwegs vernünftige Tipps. Viele Gewürze wirken gegen Verdauungsbeschwerden.

Interessant finde ich in dieser Aufzählung der Gewürze den Kardamom:

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. Kardamom ist außerdem ein typischer Bestandteil süßer schwedischer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und des schwedischen Glühweines (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz des selben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zum Kardamom in Medizin und Volksmedizin:

„Kardamom wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und blähungstreibend. Er ist außerdem Bestandteil einiger Arzneimittel aus der Gruppe der Magen-Darm-Mittel. Des Weiteren gilt er als allgemeines Anregungsmittel (Aphrodisiakum) für Körper und Geist. Das Kardamomöl hat geringes Allergiepotenzial. Besonders in den arabischen und asiatischen Kulturen erfährt Kardamom eine hohe Wertschätzung.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Kardamom?

„Kardamom stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein großes Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.“

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Kräuter und ihre Wirkung: Wermut

Freitag, Dezember 16th, 2011

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zum Wermut steht dort:

„Wermut (Artemisia absinthium)

Die bewusstseinerweiternde Wirkung des Absinth kennt man schon seit Alters her. Was viele vielleicht nicht wissen: Wermut passt auch gut zu fettem Fleisch und Eintöpfen. Der Aufguss des sogenannten Wurmkrauts hilft bei Appetitlosigkeit, Gallen- und Verdauungsbeschwerden. Schädliche Insekten nehmen nach einem “Wermut-Bad” aus dem Garten reißaus.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Wermutkraut enthält ätherisches Öl mit Thujon und zahlreichen anderen Monoterpenen, Bitterstoffe vom Sesquiterpenlacton-Typ, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren.

Bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden (Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen-Darm-Bereich) gilt die Wirkung von Wermutkraut als medizinisch anerkannt. Wermut gehört zu den Amara aromatica, zu den Heilpflanzen also, die zugleich Bitterstoffe und ätherisches Öl enthalten.

Zum „Absinth“ schreibt die Kooperation Phytopharmaka:

„Alkoholische Wermutauszüge und Lösungen des ätherischen Öls in Alkohol (Absinth-Liköre, „Grüne Fee“ u.a.) waren wegen ihrer schädlichen Wirkungen (gastrointestinale Probleme, nervenschädigende Wirkung, psychische Erkrankungen – bis hin zum Suizid) insbesondere bei Dauerkonsum in vielen Staaten verboten. Man macht dafür das in der Droge enthaltene Thujon verantwortlich, das bei Überdosierung u.a. zu einer erhöhten Krampfneigung führt. Heute sind Absinth-Getränke wieder zugelassen, aber mit oberen Grenzwerten für Thujon (höchstens 35 mg pro Liter). Man verwendet für deren Herstellung eine Thujon-arme Artemisia-Art.“

Quelle: http://koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/wermut.php

Weitere Informationen zum „Absinth“:

Absinth – was ist das genau?

Und zu den Artemisia-Arten:

Blick ins Pflanzenlexikon: Artemisia

Wermut hat eine interessante Kulturgeschichte:

„Wermut ist ein westgermanisches Wort unbekannter Herkunft: *wermoda-; ahd. wer(i)muota, wer(i)muot, ae. wermod as. wermoda.

Der englische Name wormwood (wörtl. ‚Wurmholz‘) ist eine volksetymologische Umdeutung des altenglischen Namens wermod und deutet darauf hin, dass man dem Wermut anti-parasitäre Eigenschaften zuschrieb. Andere [Namens-]Formen wiederum sind an ‚warm‘ angelehnt wegen der ‚wärmenden‘ Eigenschaft des Wermutabsudes.

Der lateinische Name Artemisia absinthium deutet auf die Namensgeberschaft der antiken Göttin Artemis (griechischer Name der Diana) hin. Pseudo-Apuleius, Autor eines Kräuterbuchs aus dem 5. Jahrhundert – und nicht zu verwechseln mit dem Autor Apuleius des 2. Jahrhundert – schreibt (de virtutibus herbarum 10): ‘eines der Kräuter, das wir als Artemisia bezeichnen und von denen gesagt wird, dass Diana sie fand und dem Zentauren Chiron verabreichte, der sie wiederum Diana zu Ehren nach ihr benannte’.

Mehrfach wird Wermut in der Bibel erwähnt, einer Version nach entsprang er auf dem Weg, den die Schlange bei der Vertreibung aus dem Paradies nahm.“

(Quelle: Wikipedia)

In symbolischer oder poetischer Sprache steht der Name Wermut häufig auch für Bitterkeit und Trauer.

Und was ist gemeint mit dem „Wermutstropfen“?

„Der Ausdruck ‘Wermutstropfen’ spielt auf die Bitterkeit des Wermuts an und beschreibt Dinge oder Erfahrungen, die eine Spur von Bitterkeit (als Synonym für Schmerz oder Unangenehmes) in an sich Schönes bringen, so wie ein Tropfen Wermut auch einem süßen Getränk eine Spur Bitterkeit verleiht.“

(Quelle: Wikipedia)

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Kräuter und ihre Wirkung: Zitronenmelisse

Sonntag, Dezember 4th, 2011

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Zitronenmelisse steht dort:

„ Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Der Duft der Zitronenmelisse entfaltet sich, wenn man die Blätter leicht zerreibt. Am besten werden die jungen Blätter und Triebspitzen vor der Blüte geerntet. Sie schmecken frisch oder getrocknet zu Salaten, Saucen, Obstsalat oder Fisch (nur kurz mitkochen). Sehr erfrischend im Sommer ist angesetzter Melissensirup verdünnt mit Wasser.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Die Heilwirkung der Zitronenmelisse kommt hier  zu kurz.

Hier eine Ergänzung dazu:

Die Melisse (Melissa officinalis, = Zitronenmelisse) gehört zu den Lippenblütlern. Melissenblätter enthalten ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Citral und Citronellal, die für das zitronenartige Aroma verantwortlich sind. Zudem Lamiaceen-Gerbstoffe (Hauptvertreter: Rosmarinsäure) und Flavonoide.

Als medizinisch anerkannt gelten folgende Anwendungsbereiche:

Innerlich bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden sowie bei nervös bedingten Einschlafbeschwerden. Äußerlich gegen Herpesinfektionen (Lippenbläschen durch Herpes simplex). Bei Fieberbläschen wirkt der Melissenextrakt mit dem Lamiaceen-Gerbstoff (in Salbenform angewendet), aber auch das Melissenöl. Echtes Melissenöl ist allerdings sehr teuer.

Gegen Einschlafstörungen wird Melissentee, Melissenöl (inhalativ, als Einreibung) oder Melissenextrakt eingesetzt.

Melissenextrakt wird oft kombiniert mit anderen Pflanzenextrakten, die beruhigende und einschlaffördernde Wirkungen zeigen: Hopfenextrakt, Passionsblumenextrakt, Baldrianextrakt.

Ein traditionelles Melissen-Präparat ist der „Melissengeist“.

Es handelt sich dabei um ein alkoholisches Mischdestillat. Melissenblätter, Orangenschalen, Ingwerwurzel, Nelken, Zimtrinde, Angelikawurzel und andere Heilpflanzen werden gemeinsam in Alkohol angesetzt und dann destilliert. „Karmelitergeist“ (Spiritus Melissae compositus) ist eine Mischung verschiedener ätherischer Öle, unter anderem Melissenöl (häufig ausgetauscht gegen das billigere Citronellöl), in Alkohol gelöst.

Zum „Melissengeist“ siehe auch:

Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

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Kapuzinerkresse: Breitbandantibiotikum aus der Natur

Samstag, November 26th, 2011

Das Magazin „focus“ brachte eine Serie zum Thema „ Mit Hausmitteln Erkältungen lindern“.

Ein Abschnitt daraus war der Kapuzinerkresse gewidmet, wobei der Ausdruck „Breitbandantibiotika“ im Titel etwas gar stark aufgetragen ist. Kapuzinerkresse ist aber tatsächlich eine sehr interessante Heilpflanze gegen Infektionen.

Zitat:

„ Kapuzinerkresse

Die Pflanze mit den runden saftigen Blättern und den leuchtenden Blüten steht dem Meerrettich in nichts nach. Ihre antibiotische Wirkung macht sie zu einem hervorragenden Mittel gegen Husten, Bronchitis, Fieber, Hals- und Rachenentzündungen. Wer die Pflanze isst, nimmt die stark antibiotisch wirkenden Öle auf und scheidet sie anschließend über die Harn- und Atemwege wieder aus. Auf diese Weise gelangen die Wirkstoffe in einer hohen Konzentration in den Nasen- und Rachenraum und hemmen dort die Vermehrung der Keime.“

Kapuzinerkresse enthält wie die Meerrettichwurzel Glukosinolate (Senfölglykoside) mit antibakterieller Wirkung. Kapuzinerkresse wirkt auch hemmend auf Viren.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Kapuzinerkresse ist die unterstützende Behandlung bei Blasenentzündung.

Zur Anwendung der Kapuzinerkresse wird empfohlen:

„Die Blüten und Blätter kleinhacken und beispielsweise zum Würzen von Salaten, Quark oder Kartoffeln verwenden. Die leicht scharfen Blätter schmecken auch auf Brot.“

Eine weitere Anwendungsform ist die Kapuzinerkressentinktur (1:10, Tagesdosis 90 – 250 Tropfen, am besten in mehreren Portionen über den Tag verteilt, da die Senfölglykoside rasch ausgeschieden werden. In Deutschland gibt es auch ein Kombi-Präparat mit Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel (Angocin).

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Kapuzinerkresse:

„Nicht zu viel essen. In großen Mengen kann Kapuzinerkresse Magen und Darm reizen.“

Ja, die Senfölglykoside können in grösseren Mengen Magenreizungen auslösen.

Eine Kapuzinerkressenbehandlung soll nicht länger dauern als 4 – 6 Wochen.

Wegen der möglichen Schleimhautreizung nicht einnehmen bei akutem Magengeschwür, akutem Darmgeschwür, akuter Nierenentzündung.

Während der Therapie keinen Alkohol trinken, weil die Alkoholtoleranz durch Benzylsenföl reduziert wird.

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-breitbandantibiotika-aus-der-natur_aid_348263.html

Siehe auch:

Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse

Phytotherapie: Senföle aus Meerrettich  und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie: Thymian & Eibisch bei Husten

Montag, November 7th, 2011

Thymian hilft gegen Erkältungen. Bei trockenem Husten wirkt er am besten kombiniert mit der Eibischwurzel. Gegen Schnupfen ist das Inhalieren mit Thymianöl ratsam. Dafür genügen bereits zwei Tropfen Thymianöl auf eine Schüssel Wasser.

Wer seine Erkältung mit Naturheilmitteln in den Griff bekommen will, sollte zu Thymian greifen. Die Heilpflanze sei geeignet, verschiedene Stadien und Beschwerden einer Erkältung zu behandeln, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg. “Bei trockenem Husten sollte er zusammen mit einer Pflanze genommen werden, die viele sogenannte Schleimstoffe besitzt, die die angegriffenen Schleimhäute schützen.” Die Eibischwurzel beispielsweise sei dafür geeignet. Der Thymian zeige in diesem Stadium krampflösende und antivirale Wirkung.

Bei Husten mit Auswurf dagegen unterstütze Thymian den Abtransport des Hustensekrets. “Außerdem wirkt er einer bakteriellen Infektion entgegen, die zum viralen Infekt einer Erkältung hinzukommen kann”, sagt der Wissenschaftler. Bei Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung empfiehlt er die Inhalation mit Thymianöl. “Auf ein Liter heißes Wasser werden zwei Tropfen Öl in eine Schüssel gegeben und mit einem Handtuch zugedeckt inhaliert.” Anschliessend sollte man Zugluft meiden.

Thymian steckt in zahlreichen Heilpflanzen-Präparaten gegen Erkältungen, ist jedoch auch einzeln etwa in Hustenmitteln zu bekommen. Die Pflanze enthält laut Johannes Gottfried Mayer hochwirksames ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide. Thymian-Extrakte und das ätherische Öl sind wirksam gegen Bakterien, Viren und Pilze. Thymianöl und die Flavonoide sind zudem krampflösend. “Außerdem ist eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen”, erklärt Mayer.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/2867626/erkaeltungen-thymian-loswerden.story

Forschergruppe Klostermedizin

Kommentar & Ergänzung:

Der Beitrag enthält gute Informationen zu Thymian und Eibischwurzel, beides wichtige Hustenpflanzen.

Zu Eibisch siehe auch:

Phytotherapie: Eibischwurzel gegen Sodbrennen

Kräuter und ihre Wirkungen: Eibisch / Althaea officinalis

Eibisch-Extrakt lindert Reizhusten

Husten ohne Ende soll abgeklärt werden – kurzfristig hilft Eibischtee

Hustentee aus Isländisch Moos und Eibischwurzel kalt ansetzen

Phytotherapie: Eibischwurzel-Extrakt schützt Epithelzellen

Zum Thymianöl:

Thymianöl ist in der Phytotherapie und in der Aromatherapie eines der wichtigsten ätherischen Öle.

Hier die wichtigsten Informationen zu Thymianöl aus Wikipedia:

„Thymianöl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus Pflanzenteilen des Thymians gewonnen wird. Zur Herstellung werden frische, blühende, oberirdische Pflanzenteile verschiedener Thymianarten verwendet. Thymianöl ist ein Gemisch verschiedener Substanzen, dessen Zusammensetzung je nach Chemotyp erheblich schwankt. Der Gehalt an Thymianöl ist ausschlaggebend für die Verwendung von Thymian als Heilpflanze und als Küchenkraut, da es für den Geschmack und den Geruch der Pflanze entscheidend ist. Von Bedeutung für den Menschen sind hier vor allem die beiden offizinellen (arzneilichen) Arten Echter Thymian (Thymus vulgaris) und Joch-Thymian (Thymus zygis).“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Gewinnung von Thymianöl:

„Thymianöl wird durch achtstündige Wasserdampfdestillation aus den getrockneten oberirdischen Teilen der Pflanzen gewonnen, die zur Blütezeit geerntet wurden. Herkunftsländer sind vor allem Frankreich, Spanien, die Türkei und Nordafrika.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Zusammensetzung von Thymianöl:

„ Standardisiertes Thymianöl, Aetheroleum Thymi, enthält als Hauptwirkstoff Thymol.

Es gibt sieben definierte Chemotypen des Echten Thymians, sie werden nach ihrem jeweiligen Hauptbestandteil benannt. Die Verteilung und Häufigkeit der Chemotypen innerhalb eines Bestands hängt insbesondere von genetischen und klimatischen Bedingungen ab. Die Zusammensetzung der ätherischen Öle der Chemotypen ist jeweils verschieden.

- Der Geraniol-Chemotyp enthält bis zu 90 % Geraniol und Geraniol-Acetat, das Verhältnis der beiden Substanzen zueinander wird jahreszeitlich beeinflusst, der Esteranteil ist während des Hochsommers besonders groß.

- Der Linalool-Chemotyp besteht zu 95 % aus Linalool, mit einem geringen Anteil Linalylacetat, der nur selten bis zu 30 % beträgt. Das Verhältnis von Alkohol zu Ester unterliegt nur geringen jahreszeitlichen Schwankungen.

- Der Chemotyp α-Terpineol enthält bis zu 96 % α-Terpineol. Hier beträgt das Verhältnis von Ester zu Alkohol stets 2:1.

- Der Chemotyp trans-Thuyanol-4-terpineol-4 besteht aus bis zu 56 % Thujanol. Terpineol ist mit bis zu 43 % enthalten, ein weiterer Bestandteil ist cis-Myrcenol mit einem Gehalt von 10 bis 20 %.

- Der Carvacrol-Chemotyp besteht aus bis zu 85 % aus Carvacrol, nur rund 0,5 % sind Thymol.

- Der Thymol-Chemotyp enthält im Sommer bis zu 65 % Thymol und einen Anteil von 5 bis 10 % Carvacrol.

- Ein 1,8-Cineol-Chemotyp wurde aus Spanien beschrieben, er fehlt in Frankreich.

Wichtige weitere Komponenten sind p-Cymol, über zwanzig verschiedene Flavone, Gerbstoffe, Triterpene, Phenolcarbonsäuren und Biphenyle.“

(Quelle: Wikipedia)

Eigenschaften und Anwendungsbereiche von Thymianöl:

„Thymianöl ist je nach Herkunft der Thymiane, aus denen es gewonnen wird, eine farblose bis gelbliche, gelegentlich auch rötlich gefärbte ölige Flüssigkeit. Die Relative Dichte schwankt zwischen 0,895 und 0,937. In Wasser ist es praktisch unlöslich, mit vielen organischen Lösungsmitteln wie Ethanol, Ether oder Chloroform ist es in beliebigen Verhältnissen mischbar.

Thymianöl wirkt im Laborversuch nachweislich antibakteriell und antiviral, klinische Untersuchungen zu seiner Wirksamkeit fehlen jedoch. Als wertgebender Inhaltsstoff ist der medizinische Einsatz von Thymianöl durch die Kommission E gegen Katarrhe der oberen Luftwege, bei Bronchitis und Keuchhusten anerkannt worden. Alle anderen Anwendungen, zum Beispiel gegen Halsentzündungen, Darm- und Harnwegsinfektionen, Rheuma, Desinfektion von Wunden, zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten sowie gegen unerwünschte Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze wurden von ihr verworfen und gelten als unbelegt.

In der Aromatherapie wird es gegen ähnliche Symptome angewandt, auch zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten sowie gegen unerwünschte Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze. Wie bei allen aromatherapeutischen Methoden gibt es hier aber bisher keinen Nachweis der Wirksamkeit.“

(Quelle: Wikipedia)

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Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse

Freitag, Oktober 28th, 2011

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Kapuzinerkresse steht dort:

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Die Blüten und Blätter der großen Kapuzinerkresse schmecken frisch zu Salaten, Quark oder aufs Butterbrot. Sie wirken blutreinigend und aktivieren die Abwehrkräfte. Die Blütenknospen und weichen Samen werden als Kapernersatz verwendet.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Was heisst „blutreinigend“? Wovon soll die Kapuzinerkresse denn das Blut reinigen?

Blutreinigung ist im Zusammenhang mit Heilpflanzen ein unsinniger Begriff. Er passt allenfalls zur Dialyse, nicht aber zu Kräutertees aller Art.

Siehe:

Naturheilmittel: Ärgernis Blutreinigungstee

Pflanzenheilkunde: Fragwürdige Blutreinigungstees

Auch die Angabe, dass Kapuzinerkresse die Abwehrkräfte aktiviert, ist irreführend.

Kapuzinerkresse enthält (wie Brunnenkresse, Meerrettich, Rettich) Senfölglykoside (Glukosinolate) mit bakterientötender Wirkung. Das ist etwas ganz anderes als eine Aktivierung der Abwehrkräfte (Immunstimulation).

Genauer beschrieben wird die Wirkungsweise hier:

„Der deutsche Name Kapuzinerkresse gibt bereits einen ersten Hinweis auf das wirksame Prinzip. Tropaeolum enthält ähnlich der Gartenkresse, dem Meerrettich und anderen Brassicaceen ein Senföl-Glykosid, aus dem ein scharf schmeckendes und stechend riechendes Öl, das Benzylsenföl enzymatisch freigesetzt werden kann. Das Öl wird im Darm fast vollständig resorbiert, eine Schädigung der physiologischen Flora in tieferen Darmabschnitten ist nicht zu befürchten – im Unterschied zu vielen Antibiotika. Die Ausscheidung erfolgt zum Teil unverändert über die Lunge mit der Atemluft, der instabile Mercaptursäure-Metabolit des Benzylsenföles erscheint im Harn. In bakteriologischen Versuchen zeigte das Öl eine breite Wirksamkeit gegen grampositive und -negative Bakterien sowie gegen Candida-Pilze. Zu den Benzylsenföl-empfindlichen Keimen gehören auch die typischen Erreger von unkomplizierten Harnwegsinfekten wie Escherichia coli und Enterokokken.“

(Quelle: http://www.pta-forum.de/index.php?id=73)

Harnwegsinfekte (Blasenentzündung) und Atemwegsinfektionen(Bronchitis) sind die zwei wichtigsten Anwendungsbereiche der Kapuzinerkresse.

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