Artikel mit Schlagwort ‘Krankheit’
Samstag, Mai 19th, 2012
Fatigue ist eines der häufigsten und zugleich das am stärksten belastende Begleitsymptom von Krebserkrankungen und Krebstherapien. Viele Patienten leiden stärker unter der extremen Erschöpfung als unter Schmerzen. Dennoch bleibt die Fatigue oft unerkannt und untherapiert.
Fatigue zeigt sich als eine quälende Form der Erschöpfung bei Krebspatienten. Sie äussert sich durch außerordentliche Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder ein massiv erhöhtes Ruhebedürfnis, das in keinem Verhältnis steht zur vorausgegangenen Aktivität. Charakteristisch sind auch Leistungsschwäche und Depression. Die körperliche Erschöpfung macht die Betroffenen unfähig, ihren gewohnten täglichen Aktivitäten nachzugehen; durch die mentale Erschöpfung ist es ihnen fast unmöglich, sich zu konzentrieren und klar zu denken, und emotional fehlen Antrieb und Kreativität.
Im Gegensatz zur Erschöpfung nach einer körperlichen, geistigen oder seelischen Anstrengung beim gesunden Menschen kann selbst eine Erholungsphase oder ausreichender Schlaf diese quälenden Symptome nicht lindern.
Auch Patienten mit anderen Erkrankungen leiden an diesem Gefühl, unendlich müde zu sein. Ärzte reden dann meist von einem chronischen Erschöpfungssyndrom (engl. Chronic Fatigue Syndrome, CFS). Das ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das von der Tumor-assoziierten Fatigue unterschieden werden muss.
Fatigue ist auch keine Depression, wobei die Abgrenzung bei chronischer tumorbedingter Erschöpfung teilweise schwierig sein kann.
Zeitweise leiden fast alle Krebspatienten unter einer Fatigue. Häufiger betroffen sind Menschen mit Leukämie, Magentumoren, Darmtumoren sowie Mammakarzinom (Brustkrebs). Während und nach einer Therapie steigt die Zahl der Betroffenen.
Hauptsächlich junge Menschen sind von Fatigue beeinträchtigt. Die Ursache dafür ist noch unklar. Möglicherweise nehmen jüngere Menschen den Unterschied zwischen ihren bisherigen Energiereserven und der durch die Krankheit verminderten Kraft deutlich stärker wahr als Ältere.
Vielfältige Triggerfaktoren
Trotz vieler Untersuchungen gibt es bislang offenbar noch kein überzeugendes pathophysiologisches Modell zur Erklärung der Fatigue. Unbestritten sei aber, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt.
Zu den wichtigen Triggerfaktoren zählen hauptsächlich die Chemotherapie und die Bestrahlung. So können die Nebenwirkungen jeder Zytostatikatherapie eine allgemeine Schwäche begünstigen. Wichtige Einflussfaktoren sind Intensität und Dauer der Therapie. Bei einer Strahlentherapie beeinflussen die Strahlendosis, die Größe der bestrahlten Region und der Ort der Behandlung die Ausprägung einer Fatigue.
Für die Betroffenen ist die Information wichtig, dass es Fälle gibt, bei denen die Ursache der Fatigue ermittelt und kausal behandelt werden kann. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass die Symptome einer Fatigue in der Regel erst drei bis vier Tage nach Ende der Chemotherapie beginnen.
Das Fatigue-Syndrom braucht wegen seiner physischen, psychischen und sozialen Dimension einen multidisziplinären Behandlungsansatz. Wegen der schlechten Datenlage und der nicht geklärten Ursachen des Fatigue-Syndroms steht die nichtmedikamentöse Behandlung der Fatigue im Vordergrund.
Hauptsächlich die körperliche Aktivität der Patienten gilt heute als einer der wichtigsten Pfeiler der Behandlung. Viele Studien belegen die Wirksamkeit eines moderaten, dosierten, an das Krankheitsstadium angepasstes Ausdauertraining.
Untrainierte Menschen sollten immer mit leichter Aktivität anfangen.
Symptomatische Behandlung der Fatigue
Zur symptomatischen Therapie einer tumorassoziierten Fatigue gibt es derzeit keine Standardbehandlung und keine zugelassenen Arzneimittel. Zum Repertoire der oft diskutierten Behandlungsansätze zählen Psychostimulanzien wie Methylphenidat (Ritalin®), der Mikronährstoff L-Carnitin sowie Roter Ginseng. Aufgrund der Studienlage empfiehlt die Deutsche Fatigue Gesellschaft gegenwärtig lediglich den Einsatz von Methylphenidat und Rotem Ginseng.
Methylphenidat aus der Gruppe der Weckamine soll die Konzentration fördern und die Entscheidungs- und Leistungsbereitschaft steigern. Zudem soll Methylphenidat körperliche Abgeschlagenheit und Müdigkeit unterdrücken. Mehrere kleine Phase-II-Studien belegen günstige Effekte bei Patienten mit Fatigue. In einer auf dem Deutschen Krebskongress 2012 publizierten und von der Deutschen Fatigue Gesellschaft unterstützten Studie ergab sich allerdings kein signifikanter Unterschied zu Placebo. Trotzdem befürwortet die Fachgesellschaft weiterhin die Anwendung von Methylphenidat, weil einzelne Patienten-Gruppen davon profitieren könnten. Hierzu soll vor allem die Untergruppe der Patienten zählen, die seit mehr als drei Jahren unter Fatigue leiden.
Schwere Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. Auch das Risiko einer Abhängigkeit schätzt die Fachgesellschaft als sehr gering ein. Hauptsächlich jedoch zeige sich schon nach sehr kurzer Zeit, ob ein Patient auf die Behandlung anspricht.
Das schnelle Ansprechen auf die Methylphenidat-Therapie sei sehr vorteilhaft. Dagegen müsse man bei einer Therapie mit Rotem Ginseng drei bis fünf Monate warten, bevor sich die ersten Effekte zeigen. In Untersuchungen bewirkte Panax ginseng eine Verbesserung der tumorassoziierten Fatigue bei sehr guter Verträglichkeit. Auch für Panax quinquefolius (Amerikanischer Ginseng) weisen Studien auf günstige Effekte bei Patienten mit unterschiedlichen Tumorerkrankungen und Fatigue-Symptomatik hin. So ergab zum Beispiel eine Studie mit 282 Patienten, dass 1000 mg und 2000 mg Ginsengwurzelextrakt pro Tag Müdigkeit und Erschöpfung deutlich bessern konnten. Für Krebspatientinnen und -patienten, die eine naturheilkundliche Behandlung bevorzugen, kann Roter Ginseng daher eine Alternative bieten.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41683&type=0
(Dieser ausgesprochen ergiebige Artikel enthält noch zusätzliche Informationen)
Kommentar & Ergänzung:
Der Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung enthält noch zusätzliche Informationen zu Diagnostik und Therapie der Fatique.
Roter Ginseng ist natürlich nur ein kleines Puzzleteil in einer umfassenden, multidisziplinären Behandlung der Fatigue.
Was genau ist Roter Ginseng?
Siehe dazu:
Zur Wirksamkeit von Ginseng: Weisser Ginseng oder Roter Ginseng?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
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Donnerstag, Mai 17th, 2012
Die Psyche wirkt nicht als Auslöser für eine Tumorerkrankung und psychologische Betreuung kann Krebs auch nicht heilen. Sie kann aber zu mehr Lebensqualität der Betroffenen beitragen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch zum Thema “Psychoonkologie” in Wien.
Erste Hinweise, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen würden, haben sich laut dem Klinischen Psychologen Georg Fraberger, von der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität in Wien nie bestätigen lassen. Die Existenz einer sogenannten Krebspersönlichkeit ist demnach nichts weiter als ein Mythos.
Zur Frage einer allfälligen Krebspersönlichkeit existieren inzwischen viele Studien. Die meisten davon wurden jedoch retrospektiv durchgeführt. Das heisst: Schon an Krebs Erkrankte wurden untersucht und anhand gefundener Persönlichkeitsmerkmale wurden Rückschlüsse gezogen, welche “Menschentypen” die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung waren. Das ist jedoch nicht zulässig, weil die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Einfluss auf die Persönlichkeit und Interpretation der eigenen Lebensgeschichte hat.
In den wenigen prospektiven Studien, die durchgeführt wurden, haben Forscher Personen über Jahre hinweg beobachtet und untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine spätere Krebserkrankung prognostizierbar machen. Überzeugende Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler dabei aber nicht. Vielmehr häufen sich inzwischen die Hinweise, dass die hohen Depressivitätsraten unter Krebskranken auch als Folge der Erkrankung und der Behandlung verstanden werden können und den Verlauf der Krebserkrankung möglicherweise beeinflussen.
Eine Krebsdiagnose verändert das Leben eines Menschen von einer Sekunde auf die andere fundamental.
Der Erkrankung ausgeliefert, wollen Patientinnen und Patienten das Unbegreifbare verstehen. Beim Krebs umso mehr, als seine Ursache anders als zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwer fassbar ist. Auf der Suche nach einer Erklärung für das eigene Leid tauchen dabei oft Schuldfragen auf. Die Vermutung, dass gewisse Charakterzüge ursächlich für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, wird von zahlreichen betroffenen Menschen ganz spontan assoziiert. Solche Selbstanklagen erfüllen insofern ihren Zweck, als sie die Hoffnung mit sich bringen, dass durch Änderung bestimmter Wesenszüge die Genesung gefördert wird. Der Hämatologe und Psychoonkologe Alexander Gaiger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH in Wien betrachtet die Auseinandersetzung mit dem Mythos Krebspersönlichkeit und dem vermeintlich schuldhaften Verhalten als vergeudete Energie.
Trauma keine Krebsursache
Nicht immer wird das seelische Ungleichgewicht als Auslöser einer Krebserkrankung mit einer eventuell vorhandenen Krebspersönlichkeit begründet. “Eine Überlegung, bezogen auf den Einfluss psychischer Faktoren, war auch, dass massive Traumata in der Vergangenheit zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen könnten”, erklärt Gaiger. Eine Theorie, die der Psychoonkologe allerdings sofort widerlegt: “Das mittlere Alter von Krebspatienten liegt zwischen 57 und 60 Jahren. Und so traurig es ist, aber in diesem Alter hat bereits fast jeder eine traumatische Erfahrung hinter sich.”
Wäre die „Trauma-Theorie“ für die Krebsentstehung relevant, müsste nicht nur praktisch jeder 60-Jährige unter einer Krebserkrankung leiden, sondern auch sämtliche Menschen, die in Kriegsgebieten leben beziehungsweise Opfer von Naturkatastrophen sind. “Das ist aber keineswegs der Fall”, stellt Gaiger klar und bezeichnet Krebs nach dem heutigen Verständnis selbst als Naturkatastrophe.
Ebenso wie Tsunamis und Erdbeben werden nämlich auch Krebserkrankungen multifaktoriell verursacht. Typischerweise werde psychischen Faktoren, die für die Entstehung einer schweren Erkrankung eigentlich irrelevant seien, eine sehr große Bedeutung beigemessen, während hochrelevante Umstände für die Entstehung oder den Verlauf einer Krankheit völlig ignoriert würden, betont der Psychoonkologe und nimmt hier Bezug auf den sozioökonomischen Status und Lebensstil.
Armut, Bildungsmangel, hoher BMI, ungesunde Ernährung und wenig körperliche Bewegung macht der Experte im Wesentlichen für den Umgang und die Bewältigung einer Krebserkrankung verantwortlich. Geld ändere zwar nichts am menschlichen Leid, erleichtere aber den finanziellen Druck und sei neben einem Informationsmangel ein gravierender Faktor in der Entwicklung von Depressionen.
Zum Wert psychologischer Hilfe
Einstellungen, emotionale Faktoren und psychologische Hilfen beim Bewältigen einer solchen Krise können die Lebensqualität erhöhen. Sie machen zudem oft belastende Therapien besser ertragbar und somit wirksamer.
Das Ziel besteht darin, die Betroffenen möglichst unbeschadet über die einzelnen Phasen der psychischen Bewältigung der Krebserkrankung hinüber zu bringen: vom ersten Schock über die Abwehr beziehungsweise die Verdrängung hin zur Verarbeitung. Der Krebspatient soll dazu in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben fortführen zu können, ohne dauernd durch Gedanken an den Krebs gestört zu sein.
Quelle:
http://derstandard.at/1336563054564/Psychoonkologie-Die-Psyche-macht-keinen-Krebs
http://derstandard.at/1328507286338/Mythos-Krebspersoenlichkeit-Vermeintlich-schuld-am-Krebs
Kommentar & Ergänzung:
Eine interessante Frage ist in diesem Zusammenhang, weshalb die Theorie vom der Krebs auslösenden Psyche so gut ankommt. Meines Erachtens hängt das vor allem damit zusammen, dass diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ den Bedürfnissen und Ängsten vieler Menschen entgegen kommt.
Mit dem Mythos der “Krebspersönlichkeit” halten sich die (noch) nicht Betroffenen meines Erachtens den schwer zu ertragenden Gedanken vom Leibe, dass der Ausbruch dieser Krankheit vielleicht doch zu einem sehr grossen Teil zufälligen/ genetisch bedingten/ sonstigen nicht einfach so steuerbaren Faktoren zuzuschreiben ist. Die Annahme, dass Krebs in der Psyche entsteht, ermöglicht die angstvermindernde Illusion, dass Krebs durch Einfluss auf die Psyche vermeidbar oder heilbar ist. Das lindert Ohnmachtgefühle, aber wenn man es nicht schafft und trotzdem an Krebs erkrankt, ist man nach dieser Theorie selber schuld.
Das macht diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ so problematisch und führt nicht selten zu menschenverachtenden Schuldzuweisungen an Krebspatientinnen und –patienten.
Statt sich in Unverwundbarkeits-Fantasien zu flüchten wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir die grundlegende Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Existenz anerkennen würden. Wenn es jeden und jede treffen kann, ist das auch Basis für zwischenmenschliche Solidarität.
Siehe auch: www.patienten-seminare.ch
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Donnerstag, April 26th, 2012
Millionen Menschen auf der ganzen Erde sind betroffen von Demenzkrankheiten. Wie eine Studie aus den USA nun zeigt, vermindern tägliche körperliche Übungen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken: Dies gilt sogar noch bei Menschen über 80 Jahre, und es genügen bereits einfache Tätigkeiten.
In ihrer Studie erfassten die Wissenschaftler des Rush University Medical Center in Chicago zehn Tage pausenlos die körperlichen Aktivitäten von 716 Senioren im Durchschnittsalter von 82 Jahren mit einem speziellen Gerät am Handgelenk.
Keiner der Probanden litt zu diesem Zeitpunkt an einer Demenzerkrankung. Zudem gaben die Teilnehmenden regelmäßig selbst Auskunft über ihre körperlichen und sozialen Aktivitäten.
Bereits Kochen und Waschen wirken günstig
In den folgenden dreieinhalb Jahren erkrankten 71 Probanden an Alzheimer. Diejenigen zehn Prozent der Studienteilnehmer, die körperlich am inaktivsten waren, erkrankten der Studie zufolge 2,3-mal häufiger als die aktivsten zehn Prozent. Und unter denjenigen Teilnehmenden, deren Bewegungsintensität am niedrigsten war, lag das Alzheimer-Risiko 2,8-mal so hoch wie in der Spitzengruppe der bewegungsintensivsten Probanden.
Die Studie zeige, dass nicht nur Übungen, sondern auch Aktivitäten wie Kochen, Waschen und Putzen mit einem geringeren Alzheimerrisiko in Zusammenhang stehen, erklärte Studienautor Aron S. Buchman in einer Mitteilung.
Auch ältere Menschen, die nicht mehr zu sportlichen Übungen fähig sind, können daher von einem aktiven Lebensstil profitieren. Publiziert wurde die Studie in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift “Neurology” der American Academy of Neurology.
Quelle:
http://science.orf.at/stories/1697529/
Kommentar & Ergänzung:
Mit völliger Sicherheit lässt sich mit dieser Art von Studie ein Zusammenhang nicht belegen.
Es könnte auch ein unbekannter Faktor für die Resultate verantwortlich sein.
Beispielsweise wäre es auch möglich, dass nachmalige Alzheimer-Patienten sich im Vorstadium der Krankheit wegen der sich anbahnenden (aber noch nicht diagnostizierten) Krankheit weniger bewegen. Dann wäre der Zusammenhang nicht so wie in diesem Beitrag dargestellt (Bewegungsmangel fördert Alzheimer) sondern umgekehrt (Sich anbahnende Alzheimer-Erkrankung fördert Bewegungsmangel).
Ich will damit nur festhalten, dass man Studien dieser Art nie als beweisend für bestimmte Zusammenhänge betrachten sollte.
Dass Bewegung im Frühstadium von Alzheimer eine günstige Wirkung hat, halte ich für plausibel.
Siehe:
Naturheilkunde: Spazierengehen bessert Gedächtnisschwäche
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, April 17th, 2012
Früher auf dem Dorf wurde von einer Witwe erwartet, dass sie für mindestens ein Jahr schwarze Kleidung trug.
Inzwischen hat sich diese Konvention stark gelockert, doch wie lange dauert eine Trauerzeit jenseits der Konvention?
Wann wird aus einer Trauer, die zum Leben gehört, eine Depression, die ärztlicher Behandlung bedarf?
Um diese Fragen wird in den USA eine heftige Debatte geführt.
Auslöser ist die Neufassung des Krankheitskataloges der American Psychiatric Association, der ab dem nächsten Jahr in Kraft treten soll. Gemäss diesem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz DSM 5, ist bereits nach zwei Trauerwochen eine Grenze erreicht, bei der man an eine Depression denken muss : Wenn Traurigkeit, Apathie, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit und Appetitmangel dann noch andauern, könnten sie Symptome einer Depression sein. Der Vorläufer, das DSM 4, gab den Trauernden nach dem Tod eines nahen Angehörigen noch mindestens zwei Monate Zeit. In der vorangegangenen Fassung war es sogar ein ganzes Trauerjahr. In der medizinischen Fachzeitchrift „Lancet“ wurden angesichts der nochmals verkürzten Zeitspanne Einwände geäussert: „Trauer ist keine Krankheit; sie sollte als Teil des menschlichen Leben und als normale Antwort auf den Tod eines geliebten Menschen betrachtet werden“. Für diese natürliche Reaktion enge zeitliche Grenzziehungen vorzusehen sei unangemessen, heisst es in „Lancet“: „Die meisten, die einen Menschen verlieren, den sie lieben, brauchen keine Behandlung durch einen Psychiater oder einen anderen Arzt.“ Eine echte Hilfe in solchen Situationen sei mitmenschliche Empathie, nicht Pillen.
Parallel zu der Neufassung des DSM überlegen sich auch Fachleute bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die International Classification of Disorders ICD 11 um eine Störung mit der Bezeichnung „verlängerte Trauer“ zu erweitern.
Der Psychiater Allen Frances von der amerikanischen Duke University warnte auf der Tagung „Graduelle Annäherungen an Gesundheit und Krankheit“ in Berlin vor derart tief angesetzten Krankheitsschwellen: Werde Trauer zu schnell pathologisiert, dann sei das „ein Angriff auf die Würde von etwas, das zur Liebe gehört“. Das gelte auch für andere schwerwiegende Lebensereignisse wie eine Trennung oder den Verlust des langjährigen Arbeitsplatzes, hielt der Psychiater fest und kritisierte die neuen Grenzziehungen in dem Bewusstsein, dass Grenzen zwischen gesund und krank in zahlreichen Fällen schwer zu ziehen sind – nicht nur in der Psychiatrie.
Quelle:
http://www.tagesspiegel.de/wissen/medizin-eine-krankheit-namens-diagnose/6444260.html
Kommentar & Ergänzung:
Die zunehmende Pathologisierung der Trauer ist ausgesprochen fragwürdig und ich teile die Einwände aus „Lancet“ und von dieser Tagung in Berlin voll und ganz. Das heisst nicht, dass es in Trauerphasen nicht auch Situationen geben kann, in denen ärztliche Behandlung und gegebenenfalls medikamentöse Therapie angemessen ist. Das sollte aber nicht zum Standard werden.
Trauer ist in erster Linie eine menschliche Reaktion, die Zeit braucht und mitmenschliche Unterstützung.
Das hat auch Konsequenzen für die Behandlung mit Johanniskraut. Die vorschnelle Empfehlung von Johanniskrautextrakt in Trauerphasen halte ich nicht für angebracht. Auch bei temporären, kürzeren Verstimmungen braucht es wohl in den seltensten Fällen schon ein Johanniskraut-Präparat oder ein synthetisches Antidepressivum.
Die Anwendung von Johanniskraut bei temporären, kürzeren Verstimmungen ist auch deshalb unsinnig, weil es bis zum Wirkungseintritt etwas 14 Tage dauert.
Es gehört auch zum Leben, dass man gelegentlich für ein paar Tage nicht so gut „drauf“ ist. Für solche Situationen ist es sinnvoll, wenn man ein paar passende nichtmedikamentöse Bewältigungsstrategien zur Verfügung hat (Spazierengehen, eine Massage, ein Gespräch…).
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Sonntag, April 15th, 2012
Der Tages-Anzeiger publizierte ein Gespräch mit der Schriftstellerin Juli Zeh. Eine interessante Passage dreht sich um das Thema „Zurück zur Natur“.
Frage Tages-Anzeiger:
„Der Trend zurück zur Natur äussert sich auch in einer gesteigerten Impf-Skepsis – und zwar vor allem bei gut ausgebildeten Eltern.“
Antwort Juli Zeh:
„Das ist komplett reaktionär. Und ganz simpel gesagt, ist dieses übersteigerte Natur-Denken auch rechts. Konsequent müsste man doch sagen: Wenn die Natur immer recht hat, ist Selektion ein angemessenes Mittel, über die Lebenstauglichkeit zu befinden. Der äussere Rand der Öko-Bewegung ist rechts, obschon sich diese Leute politisch nach wie vor dem linken Spektrum zuordnen und sich als sehr fortschrittlich begreifen. Ich empfinde die neue Natur-Hörigkeit oft als degeneriert und dekadent und undankbar. Man muss ja nur ein Buch über die Pest lesen oder über die Zustände, die herrschten, bevor es Penicillin gab, dann kann man sich noch mal fragen, ob die Natur wirklich alles so toll eingerichtet hat. Ich kämpfe zwar gegen überbordende Gesundheitssysteme, aber auch hier geht es wieder darum, dass andere zu wissen meinen, was gut für mich sei. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich hab nichts dagegen, wenn jemand persönlich nicht impft. Was mich an diesem ganzen Thema stört, ist, dass es so religiös daherkommt, so missionarisch.“
Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Es-gibt-nichts-Teureres-als-ein-langes-Leben/story/10144823
Kommentar:
Zum Thema „Impfungen“: Ich finde eine kritische Haltung gegenüber Impfempfehlungen durchaus angebracht (genauso wie auch in allen anderen Bereichen kritisches Nachhaken nötig ist). Eine kritische Haltung sollte sich aber auf Argumente stützen. Und an diesem Punkt teile ich die Kritik von Juli Zeh voll und ganz. Es gibt eine missionarisch gefärbte Impfgegner-Szene, die sich nicht auf Argumente, sondern auf Verschwörungstheorien stützt. Das führt manchmal zu sehr drastischen Aussagen wie „Jede Impfung ist eine Kindsmisshandlung“.
Solche fundamentalistischen Positionen sind meines Erachtens ziemlich bescheuert, borniert und ignorant.
Zum Thema „Natur-Hörigkeit“:
Obwohl (oder vielleicht gerade weil) ich ein leidenschaftlicher Naturliebhaber bin, teile ich die Kritik von Juli Zeh hier voll und ganz.
Es gibt heute eine Idealisierung der Natur, die nur möglich ist aus grosser Naturferne.
Als Städter kann man die Natur in den Bergen leicht romantisch verklären. Ein Bergbauer, der das ganze Jahr auch mit Naturgefahren lebt, sich täglich mit „Natur“ auseinandersetzt und ihr den Lebensunterhalt abringen muss, sieht das wohl etwas anders.
“Wer eins mit der Natur werden will, beginnt damit am besten während einer Naturkatastrophe.”
Bertrand Russel (Brit. Philosoph u. Mathematiker, 1872 – 1970)
Die Idealisierung der Natur schlägt sich auch nieder im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde, nämlich dort, wo der „Natur“ (was ist da genau gemeint?) die Heilung jeder Krankheit zugetraut wird.
Das zeigt sich zum Beispiel in Aussagen wie:
„Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“
Siehe dazu:
Ist wirklich gegen jedes Übel ein Kraut gewachsen?
Pflanzenheilkunde: Ist gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen?
Fragwürdig sind auch Aussagen wie: Die Natur hat immer Recht (Maurice Mességué). Recht haben oder Unrecht haben – das sind menschliche Kategorien, die auf die Natur nicht so einfach angewendet werden können. Und zudem müsste man entgegnen, dass ein Tumor oder ein Malariaerreger auch Natur sind und dann genauso Recht hätten, wenn sie den Menschen umbringen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, April 9th, 2012
Immer noch geistern Vorstellungen herum, im Kampf gegen Krebs sei positives Denken Voraussetzung für eine Heilung. Krebspatienten, denen dieses positive Denken nicht so leicht fällt, bekommen oft mehr oder weniger deutlich zu hören, dass sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und dadurch nicht ganz unschuldig sind, wenn die Heilung auf sich warten lässt.
Es ist Zeit, diesen alten Zopf abzuschneiden.
Klar Stellung genommen zu dieser Frage hat vor kurzem Christian Zniva, Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz (Oberösterreich):
« “Patienten erwarten oft von uns, dass wir ihnen helfen, positiv zu denken – damit sie den ,Kampf gegen den Krebs’ aufnehmen können“. Dabei sei das überholt. „Wissenschaftliche Studien haben längst widerlegt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Psyche und dem Krankheitsverlauf gibt“, sagt Zniva. „Diese Information kann Patienten entlasten.“ Denn es sei gar nicht nötig, ständig gut gelaunt gegen den Krebs zu kämpfen. „Das führt oft nur zu einem verkrampften Umgang und kostet außerdem viel zu viel Kraft.“
Heute würde man mit anderen Bildern arbeiten. „Ich beschreibe Krebs gerne als einen Weg mit Stolpersteinen, auf dem man – einen nach dem anderen – wegräumt.“»
Quelle:
http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/art114,782756
Kommentar & Ergänzung:
Fazit: Wer positiv gestimmt ist soll sich davon nicht abbringen lassen. Aber auch angeblich negative Gefühle wie Wut, Ohnmacht, Trauer etc. haben quasi ein Existenzrecht. Und kein Krebspatient, keine Krebspatientin muss sich vorwerfen (lassen), das schade dem Kampf gegen die Krankheit, wenn er oder sie mal nicht so gut „drauf ist“.
Angestrengt positives Denken ist nämlich ziemlich bescheuert.
Ein noch heiklerer Punkt beim Thema Krebs & Psyche ist eine fürchterlich oberflächliche, oft esoterisch angehauchte Populär-Psychosomatik, die mit leichtfertig hingeworfenen psychologischen oder esoterischen Deutungen um sich wirft („Du musst deine Konflikte bearbeiten, damit du gesund wirst“).
Die Durchsetzung von Deutungen ist eine Machtfrage und es ist oft eine Form von Übergriff, wie in dieser „Szene“ Patientinnen und Patienten Deutungen aufgedrängt oder aufgedrückt werden.
Solche Schuldzuweisungen dienen der Kontingenzbewältigung. Mit Kontingenz ist hier gemeint, dass wir als Menschen Krankheit und Gesundheit nicht im Griff haben. Diese ohnmachtsträchtige Situation lässt sich lindern durch Theorien, welche Kranken Schuld und Verantwortung zuschieben.
Multiple Sklerose oder Krebs sind dann nicht Widerfahrnisse, die Menschen zustossen können, weil Krankheit auch zur menschlichen Existenz gehört. Sie sind Folge von Versäumnissen. So kann man sich dann zurechtphantasieren, dass man von solchen Krankheiten verschont wird, wenn man sich richtig verhält – genug an sich arbeitet, sich spirituell höher entwickelt, viel Vitamine konsumiert, nur moderat sündigt……
Konstruktiver wäre meines Erachtens, dass wir Kontingenz als Bestandteil menschlicher Existenz anerkennen und dass wir lernen, mit diesem manchmal bedrohlichen Faktum umzugehen.
Kontingenz-Kompetenz wäre dann also quasi gefragt, aber wo lernt man das schon?
Falls Sie sich vertiefter mit diesen Fragen auseinandersetzen wollen, empfehle ich einen Blick auf www.patienten-seminare.ch und auf Eidberger Gedankengänge.
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Mittwoch, April 4th, 2012
An einem wissenschaftlichen Seminar zum Thema Phytotherapie im Hamburg resümierte Professor Dr. Matthias Melzig von der Freien Universität Berlin den Stand des Wissens zum Wirksamkeit von Heilpflanzen in der Diabetes-Therapie.
Dabei kam auch Guar zur Sprache. Die Wirksamkeit und Sicherheit eines Guar-Präparates seien durch klinische Studien belegt.
Guar wird aus den Samen der Guarbohne (auch Büschelbohne, Cyamopsis tetragonolobus) gewonnen, eine Pflanzenart aus der Familie der Fabaceen.
Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Polysaccharide, welche die Transitzeit der Nahrung verlängern. Sie sollen das zuckerspaltende Enzym α-Amylase hemmen und dadurch die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten vermindern.
Die Einnahme von Guar wirkt sich aber auch positiv auf das Gesamtcholesterol und den LDL-Spiegel aus. Allerdings kann Guar auch den Insulineffekt verstärken. Wie bei alle anderen pflanzlichen Antidiabetika aus der Selbstmedikation ist es wichtig, dass der Patient den Arzt über die Einnahme informiert. Darüber hinaus sollte der diabeteskranke Mensch seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig messen.
Widersprüchliche Ergebnisse gebe es zur Gartenbohne (Phaseolus vulgaris, ebenfalls eine Fabaceae) in Bezug auf die Samenschalen. Die Bohnensamen können sich aber günstig auf den postprandialen Blutzucker auswirken. Für eine ausdrückliche Empfehlung fehlen aber gemäss Melzig noch Daten. Ähnliches gelte für frische Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus, Ericaceae). Vermutlich müssen große Mengen Beeren oder Bohnen gegessen werden, um deutlich spürbare Effekte zu erzielen.
Positiv beurteilte Melzig die Bockshornkleesamen (Trigonella foenum-graecum, Fabaceae). In China und Indien wird Bockshornklee seit Jahrtausenden bei Stoffwechselerkrankungen angewendet, auch bei Diabetes. Er reduziert den Nüchternblutzucker und den postprandialen Blutzucker. Allerdings sind dafür 25 Gramm Bockshornkleesamen pro Tag nötig, was speziell zu Beginn der Behandlung zu Durchfall und Flatulenz führen kann. Genau wie bei Guar sollte auch bei Bockshornkleesamen ein zeitlicher Abstand von mindestens 30 Minuten zur vorherigen Medikamenteneinnahme eingehalten werden, damit diese anderen Arzneimittel gut resorbiert werden können.
Von anderen Heilpflanzen riet Melzig vorerst ab wegen fehlender Wirksamkeitsnachweise oder mangelnder Sicherheitsdaten.
So enthalte beispielsweise der Samen der Geißraute (Galega officinalis, Fabaceae) große Mengen Guanidin-Derivate, also Metformin-ähnliche Substanzen. Allerdings seien die Extrakte schwer standardisierbar.
Unter der Bittergurke (Momordica charantia, Cucurbitaceae) könne es sogar zu hypoglykämischem Koma und Lebertoxizität kommen.
Siehe auch:
Bittermelone / Bittergurke (Momordica charantia) gegen Diabetes?
Ein anderes Kürbisgewächs, die Scharlachranke (Coccinia grandis) aus der indischen Heilkunde, zeigte in klinischen Studien mäßiger Evidenz eine beträchtliche blutzuckersenkende Wirkung. Melzig riet trotzdem von der Scharlachranke ab, da nicht genügend toxikologische Daten vorlägen.
Wegen des vermutlich hohen Alkaloid-Gehalts sollte man auch besser auf die Anwendung des sogenannten »Zuckerzerstörers« bzw. der »Wunderfrucht« Gymnema sylvestre (Apocynaceae) aus der Aryuveda-Medizin verzichten.
Zwar nicht bedenklich, jedoch bislang ohne überzeugenden Wirksamkeitsnachweis bei Diabetes mellitus sind gemäss Melzig folgende Phytopharmaka einzustufen:
Ginseng (Panax Ginseng, Araliaceae)
Knoblauch (Allium sativum, Alliaceae)
Aloe vera (Aloe barbadensis, Alooideae)
Süßkartoffeln (Ipomoea batatas, Convolvulaceae)
Wachs-Jambuse oder Rosenapfel (Syzygium cumini, Myrtaceae)
Mariendistel (Silybum marianum, Asteraceae)
Russischer Estragon (Artemisia dracunculus, Asteraceae)
Nopal (Opuntia streptacantha, Cactaceae)
Wer die Diskussion der vergangenen Jahre verfolgt habe wisse zudem, dass Zimt (Cinnamomum verum, Lauraceae) laut neueren Studien nicht besser als Placebo wirke. Noch fehle für die meisten Phytopharmaka die klinische Evidenz, um sie Diabetikern adjuvant empfehlen zu können, zum Beispiel den Russischen Estragon.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169
Kommentar & Ergänzung:
Die Diabetes-Therapie ist keine Stärke der Phytotherapie. Die Aussagen von Prof. Melzig stimmen sehr mit der Phytotherapie-Fachliteratur überein. Sinn machen können gewisse Polysaccharide vor allem aus Guar und Bockshornkleesamen, weil sie Blutzuckerspitzen abfangen. Darüber hinaus haben wir nicht viel Überzeugendes aus der Pflanzenwelt zur Verfügung.
Von den Heidelbeeren wurden früher gegen Diabetes die Blätter verwendet, nicht die Beeren, wie der Ausdruck „frische Heidelbeeren“ suggeriert. Heidelbeerblätter sind aber klarerweise ungeeignet zur Diabetestherapie.
Und bei Ginseng, Knoblauch, Aloe vera oder Mariendistel wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, sie gegen Diabetes zu empfehlen, Diese Heilpflanzen haben ganz andere Anwendungsbereiche, für welche ihre Wirksamkeit dokumentiert ist.
Zimt gegen Diabetes war vor einigen Jahren die grosse Entdeckung in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde. Laboruntersuchungen an isolierten Geweben oder Zellen lassen eine günstige Wirkung plausibel erscheinen. Leider konnten die positiven Resultate einer ersten klinischen Patientenstudie aus Pakistan bisher nicht bestätigt werden, was die Wirksamkeit in Frage stellt.
Ernüchternd?
Möglicherweise schon.
Aber es scheint mir wichtig, nicht nur von tollen Erfolgen und grossartigen Heilungschancen zu berichten, sondern auch von Misserfolgen und Grenzen der Phytotherapie.
Meines Erachtens kann man diesen Punkt als Qualitätskriterium nehmen um Fachleute, Heilmethoden, Gesundheitszeitschriften etc. zu beurteilen:
Ist immer nur von Heilerfolgen die Rede und nie von Grenzen oder Misserfolgen, dann ist dies ein Hinweis für sehr selektive Wahrnehmung oder selektive Berichterstattung. Alle Heilmethoden und Heilmittel haben Grenzen und Misserfolge. Wäre das nicht so, gäbe es keine Krankheiten mehr.
Wenn nur von Heilerfolgen oder gar von sicheren Heilerfolgen berichtet wird, dann haben wir es wahrscheinlich mit einer Form von Missionarismus zu tun. Und diesem Phänomen begegnet man leider nicht selten im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin: Alles was die eigene Überzeugung zu stützen scheint, wird sofort kundgetan, während Fakten, welche die eigene Überzeugung in Frage stellen könnten, ignoriert oder sofort und ungeprüft vom Tisch gefegt werden (zum Beispiel indem jede Kritik als Verschwörung der bösen Pharmaindustrie diffamiert wird).
Das Leben besteht aber selten nur aus Schwarz und Weiss, auch nicht, wenn es um Gesundheit, Krankheit und Heilung geht.
Seriös wäre es meines Erachtens beispielsweise, wenn in Gesundheitszeitschriften neben Erfolgsmeldungen und Heilungsversprechungen ebenso viel auch von Grenzen und Misserfolgen berichtet würde. Aber wer will so etwas schon lesen? Die Mehrzahl der Leserinnen und Leser will offenbar ausschliesslich wissen, was nützt. Grenzen und Misserfolge –Kritik also – interessieren viel weniger. Wer so denkt nimmt allerdings in Kauf, einseitig informiert zu sein.
Grenzen und Misserfolge von Heilmitteln und Heilmethoden aufzuzeigen, ist zudem für die meisten Gesundheitszeitschriften nicht lukrativ, weil dadurch ein „negatives Werbeumfeld“ für Inserenten geschaffen wird. Die meisten Gesundheitszeitschriften sind aber vollständig abhängig von den Inserenten – wie sollen sie da differenziert – also auch kritisch – berichten können.
Siehe auch:
Pflanzenheilkunde & Komplementärmedizin – Vom Wert des Zweifels
Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde
Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus
Naturheilkunde: Kritische Fragen unerwünscht?
Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, März 11th, 2012
Schlimme Nachricht für alle Weltuntergangs-Junkies. Der Weltuntergang am 21. Mai 2011 blieb bekanntlich aus. Das hat nun auch der amerikanische Prediger Harold Camping eingesehen, der die Apokalypse letztes Jahr auf dieses Datum vorausgesagt hatte. In einem Brief an seine Gemeinde auf seiner Website erklärte der 90-jährige nun, es gebe auch keine Hinweise auf ein Ende der Welt in nächster Zeit und er werde keine weiteren Daten prüfen.
Der Mann scheint tatsächlich lernfähig.
Allerdings sollte die Welt laut seiner ursprünglichen Berechnung nach bereits 1988 ihren Betrieb einstellen, schreibt Spiegel online. Und Florian Freistetter erzählt die Geschichte weiter auf scienceblogs.de:
„Harold Camping hat übrigens im Jahr 1992 ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel “1994?”. Darin erklärt er, dass im Jahr 1994 die “Entrückung” stattfinden wird und die Gläubigen direkt in den Himmel auffahren während der Rest der Menschheit sterben muss. Klingt bekannt, oder? Camping hat das damals ganz genau “berechnet” (unter anderem aus der Anzahl der Fische die die Jünger am See Genezareth gefangen haben).“
Als dann seine nächste Weltuntergangs-Prophezeihung auf den 21. Mai 2011 auch wieder in die Hosen ging, hatte der Mann eine plausible Erklärung parat:
„Das Ausbleiben der Entrückung zum angekündigten Datum erklärte er mit einer Fehlinterpretation: Am 21. Mai habe nicht die Entrückung stattgefunden, sondern Jesus habe an diesem Tag sein endgültiges Urteil über alle Menschen gefällt. Am zuvor ebenfalls angekündigten Weltuntergang am 21. Oktober 2011 hielt er fest.“ (Quelle: Wikipedia)
Erschreckend an dieser Geschichte ist ja nicht dieser Spinner, der sich in eine Propheten-Position fantasiert, sondern der Umstand, dass er nach all diesen Fehlprognosen immer noch Gläubige findet, die angesichts des Weltuntergangs ihren Job aufgeben und ihr Vermögen dieser Sekte überweisen, damit sie in grossen Plakaten die Welt vor der bevorstehenden Katastrophe warnen kann.
Für diejenigen, die regelmässig einen Weltuntergangskick brauchen und jetzt von Harold Camping schmählich im Stich gelassen wurden, gibt es ja nun inzwischen Gottseidank ein Ersatzprogramm mit dem Weltuntergang nach dem Maya-Kalender auf den 21. Dezember 2012.
Ich sehe hier im Übrigen durchaus ähnliche Phänomene in den Bereichen Komplementärmedizin / Alternativmedizin. Auch hier gibt es eine ganze Reihe von durchgeknallten Heilerinnen und Heiler, die sich in eine egomanische Retterposition fantasieren und überzeugt sind, jede Krankheit heilen zu können. Und es gibt viel zu viel kritiklose Anhängerschaft, die dankbar an solche Rettungsphantasien glaubt.
Ich finde es wirklich erschütternd, dass vor allem in esoterisch eingefärbten Bereichen von Komplementärmedizin und Alternativmedizin eine Theorie umso glaubwürdiger zu sein scheint, je absurder sie ist.
Hier scheint zu gelten: „Credo quia absurdum est!“, zu übersetzen etwa mit: „Ich glaube, gerade weil es widersinnig ist“, ein Satz, der auf den Kirchenvater Tertullian zurück gehen soll, und der später zum Motto von Martin Luther wurde.
P.S. Wer Kritik an solchen Fragwürdigkeiten im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin äussert, wird von sich betroffen fühlenden Kreisen sofort verdächtigt, im Solde der bösen Pharmaindustrie zu stehen. Ich erkläre hiermit feierlich, keinerlei Zahlungen zu erhalten von Novartis, Hoffmann-La Roche, Pfizer, Merck, Bayer, Boehringer, GlaxoSmithKline……
Mir liegt eine engagierte, aber auch kritische Pflanzenheilkunde am Herzen, und nicht blinde Gläubigkeit.
Siehe dazu:
Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?
Zum Thema Weltuntergang / Apokalypse gibt es im Übrigen ein sehenswertes Video von Jörg Wipplinger auf diewahrheit.at
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Januar 6th, 2012
Wir Menschen neigen dazu, zeitlich zusammen fallende Ereignisse in einen ursächlichen Zusammenhang zu stellen, der gar nicht vorhanden sein muss.
Man nennt dies etwas umständlich den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlsschluss“.
Zu diesem Fehlschluss neigen wir häufig auch bei der Beurteilung von Heilwirkungen:
Ich leide an Krankheit Z
Ich nehme Präparat XY
Mir geht es besser
Schlussfolgerung: XY ist wirksam gegen Krankheit Z
Alle anderen Einflüsse, die zu meiner Gesundung beigetragen haben könnten, werden mit diesem Kurzschluss ausgeklammert (besipielsweise Selbstheilungskräfte, Veränderungen in den Lebensumständen, andere therapeutische Massnahmen, Placebo-Effekte).
Und genauso gibt es den „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ bezüglich unerwünschter Nebenwirkungen:
Ich nehme Arzneimittel X
Ich bekomme Beschwerden Z
Schlussfolgerung: Arzneimittel X ist Auslöser der Beschwerden Z
Alle anderen Einflüsse, die zu den Beschwerden Z geführt haben könnten, werden ausgeklammert (beispielsweise andere Medikamente, Veränderungen in den Lebensumständen, Infektionen, Nocebo-Effekte).
Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist der wichtigste Grund dafür, dass die Beurteilung von Heilwirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln so komplex ist, und dafür, dass einzelne Erfahrungen in dieser Hinsicht meistens wenig aussagen. Vor allem in der Komplementärmedizin hört man oft das Schlagwort „Wer heilt hat Recht!“. Dass die Realität nicht so simpel ist, dafür sorgt der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“. Wer heilt hat nämlich nur Recht, wenn das entsprechende Heilmittel tatsächlich für die Besserung oder Heilung verantwortlich ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Komplementärmedizin.
Es gilt für synthetische Medikamente, Phytotherapeutika, Präparate aus Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin etc.
Siehe auch:
Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?
Der „Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss“ ist ein starkes Argument für das Bestreben, Wirkungen von Arzneimitteln mittels systematischeren Untersuchungen zu klären, zum Beispiel in Form von Doppelblind-Studien.
Aber selbst Doppelblind-Studien können zu unterschiedlichen und widersprüchlichen Resultaten kommen.
Daher fasst man dann mehrere Doppelblind-Studien zu einer Metastudie zusammen, um auf diese Art und Weise fundiertere Schlüsse ziehen zu können. Das macht zum Beispiel die renommierte Cochrane Collaboration.
Aber selbst Metastudien können sich widersprechen….
zum Beispiel weil die Studien, welche man zur Auswertung in eine Metastudie einschliesst, mittels unterschiedlicher Kriterien ausgewählt wurden.
So müssen wir wohl oder übel auf die endgültige und umfassende Gewissheit in den allermeisten Fällen verzichten, denn die Beurteilung von therapeutischen Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen ist eben sehr komplex. Was uns aber nicht davon abhalten sollte, nach vorläufiger und notgedrungen bruchstückhafter Erkenntnis zu streben. Suchen ist manchmal wichtiger als Finden.
Keine kritischen Fragen stellen und jede Behauptung und Heilungsversprechung unbesehen für bare Münze zu nehmen ist jedenfalls keine Alternative.
Entscheidend scheint mir dabei ein sorgfältiger Umgang mit dem Begriff „Erfahrung“.
Siehe dazu:
Naturheilkunde – vom sorgfältigen Umgang mit Erfahrung
Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung
Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung
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Dienstag, Dezember 27th, 2011
Wer Schicht arbeitet und auch nachts Dienst tut, hat offenbar ein besonders hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Zwei US-Studien mit Krankenschwestern zeigten, dass auch die Zahl der Dienstjahre eine Rolle spielt.
Nach drei bis neun Jahren Wechselschicht hatten Krankenschwestern – verglichen mit nur tagsüber arbeitenden Schwestern – ein um 20 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes, wie Wissenschaftler um Dr. An Pan von der Harvard School of Public Health berichten (PLoS Medicine 2011; 8(12): e1001141).
Nach zehn bis 19 Jahren erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent und nach mehr als 20 Jahren sogar um 58 Prozent.
Die Wissenschaftler hatten Daten zweier prospektiver Kohortenstudien ausgewertet, der Nurses Health Studien (NHS) I und II. Die Krankenschwestern – in der Schweiz sagt man heute Pflegefachfrauen - hatten mindestens dreimal pro Monat im wechselnden Turnus Nachtdienst geschoben.
Risikosteigerung betrifft nicht nur ältere Frauen
Der Zusammenhang zwischen Nachtschicht und Typ-2-Diabetes ließ sich dabei nur zum Teil auf den Body-Mass-Index (BMI) zurückführen: Rechnete man den BMI heraus, verminderte sich der Risikoanstieg zwar auf sechs Prozent nach drei bis neun Jahren, zehn Prozent nach zehn bis 19 Jahren und 24 Prozent nach 20 und mehr Jahren, die Steigerung blieb immer noch statistisch signifikant.
Die 69.269 am NHS I teilnehmenden Frauen waren zu Studienbeginn 42 bis 67 Jahre alt. 6.165 von ihnen erkrankten innerhalb von 20 Jahren an Typ-2-Diabetes.
Die 107.915 Teilnehmerinnen von NHS II waren 25 bis 42 Jahre alt, von diesen Pflegepersonen erkrankten 3.961 binnen 18 Jahren. Die Risikoerhöhung zeigte sich also nicht nur bei älteren Frauen.
Die Wechselschichten machten die Frauen tatsächlich dicker, das ergab eine separate Subanalyse, für die nur die Daten der 25- bis 42-jährigen Krankenschwestern herangezogen wurden. Dabei erhöhte sich das Risiko, Pfunde zuzulegen, in Abhängigkeit von den in Nachtschicht gearbeiteten Jahren.
Diabetesrisiko durch mehrere Faktoren erhöht
Ob die Frauen Sport trieben, Kontrazeptiva einnahmen oder Übergewicht in der Familienanamnese aufwiesen, war dabei nicht relevant.
Mehrere Faktoren begünstigen offenbar das erhöhte Diabetesrisiko bei Nachtarbeit, vermuten die Wissenschaftler. So führen wechselnde zirkadiane Rhythmen zur Abnahme des Leptinspiegels, lassen Blutzucker, Insulin und Blutdruck steigen und führen oft zu Schlafstörungen.
Pflegende mit Nachtschichten rauchten zudem über die Jahre mehr als Schwestern ohne Nachtschichten. Pflegende mit Nachtschichten mussten zudem zwangsläufig ihre Mahlzeiten den Schichten anpassen.
Ständiges Verschieben von Essenszeiten hatte man schon in anderen Untersuchungen mit einem Anstieg von postprandialen Glukosewerten, Insulinspiegel und BMI in Zusammenhang gebracht.
Quellen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/683717/nachtschichten-foerdern-diabetes.html?sh=19&h=1618356173
http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1001141
Kommentar & Ergänzung:
Diese Studie ist ein Hinweis darauf, wie wichtig der Lebens- und Arbeitskontext für die Gesundheit ist. Man kann Gesundheit und Krankheit nicht immer nur am individuellen Verhalten festmachen. Wir sind immer auch eingebettet in Strukturen, die Einfluss nehmen auf unsere Gesundheit. Und diese Strukturen lassen sich vom Einzelnen nur beschränkt beeinflussen. Also müssen wir als Gesellschaft für gesundheitsfördernde Strukturen sorgen. Weil es Menschen braucht, die Nachtschicht arbeiten, muss die Gesellschaft dafür sorgen, dass diese Arbeit so gesundheitsfreundlich wie mögliche getan werden kann. Beispielsweise, indem ausreichend Erholungsphasen ermöglicht werden.
Phytotherapeutisch könnten bei Nachtschicht-Arbeit möglicherweise Adaptogene sinnvoll sein. Die wichtigsten Adaptogene in der Phytotherapie sind Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz.
Siehe dazu:
Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?
Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel
Ginseng als Adaptogen
Rosenwurz (Rhodiola rosea) gegen Stress und Müdigkeit
Adaptogene helfen dem Organismus bei der Bewältigung belastender Situationen.
Allerdings sollten solche Heilpflanzen-Präparate nicht als Alibi-Übung dienen und anstelle einer Verbesserung der Verhältnisse konsumiert werden.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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