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Kennen Sie das Heilkräuter-Paradies Feldis im Domleschg?

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Nein? Dann verpassen Sie möglicherweise ein tolles Naturerlebnis.

Fast überall in Mitteleuropa hat die P?anzenvielfalt dramatisch abgenommen. Doch es gibt immer noch Oasen, die mit einer aussergewöhnlich grossen Zahl von Heilkräutern und Alpenblumen überraschen. Das Bergdorf Feldis im bündnerischen Domleschg gehört ganz bestimmt dazu. Es bewährt sich seit Jahren als Ausgangspunkt für Heilkräuter-Exkursionen und ist doch fast ein Geheimtipp geblieben. Nur schon der “An?ug” mit der Luftseilbahn über die Rhäzünser Rheinauen ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Auf der Sonnenterrasse auf 1500 m ü. M. angekommen zeigt sich rasch: Feldis liegt inmitten der schönsten Alpen?ora. Diese botanische Reichhaltigkeit hat einen ganz handfesten Grund: Das althergebrachte Erbrecht im Kanton Graubünden. Hier wurde das Land traditionellerweise über Generationen unter den Kindern aufgeteilt. So wurden die Grundstücke immer kleiner. Dadurch entstand eine kleinstrukturierte, unterschiedlich genutzte Landschaft – die optimale Basis für eine vielfältige P?anzen- und Tierwelt. Paradieslilien, Pracht-Nelken, Schwefelanemonen, Türkenbundlilien, Akelei, Feuerlilien und zahlreiche wilde Orchideen wachsen in Feldis noch direkt am Dorfrand. Und auf der Mutta-Hochebene auf 2000 m ü. M. geniesst man nicht nur einen tollen Rundblick.

Heilkräuter und Alpenblumen entdecken auf der Mutta-Hochebene

Wer aufmerksam wandert, ?ndet auch viele zum Teil seltene Heilkräuter. So wächst hier zum Beispiel Isländisches Moos (Cetraria islandica) in grossen Mengen. Diese Flechte dient in Nordeuropa den Rentieren als Nahrung und ist eine altbewährte Hustenp?anze. Schwieriger zu entdecken ist die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi). Als Tee getrunken wirkt sie antibakteriell auf die Harnwege und wird darum eingesetzt bei Blasenentzündung. In einem kleinen Bergsee zeigt sich sogar der seltene, attraktive Fieberklee (Menyanthes trifoliata), eine verdauungsfördernde Bitterstoffp?anze. Daneben natürlich noch viele andere Heilkräuter wie Arnika, Baldrian, Augentrost, Bergthymian, Frauenmantel, Silbermantel, Bibernell, Kümmel, Schafgarben etc.

Die blumenreichsten Wiesen ?ndet man aber an den südexponierten Hängen unterhalb des Dorfes. Für Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber ist Feldis jedenfalls immer eine Reise wert.
Wer sich die Heilkräuter und Alpenblumen von Feldis zeigen und erklären lassen möchte, hat dazu Gelegenheit in den Heilkräuter-Exkursionen, die ich jeden Sommer dort leite. Der Kurs findet jeweils an einem Wochenende zwischen Ende Juni und anfangs Juli statt, weil dieser Zeitraum von der Pflanzevielfalt her am besten ist.
Auf www.phytotherapie-seminare.ch ?nden sich im Kurskalender weitere Informationen zu diesen Kursen und in der Bildergalerie Fotos der einzigartigen Landschaft und P?anzenwelt von Feldis.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?

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Der Ingwerwurzelstock ist als Gewürz sehr beliebt, wird jedoch auch in der traditionellen Medizin vieler Länder zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Übelkeit eingesetzt. Der Wurzelstock enthält ätherisches Öl und Substanzen aus der Gruppe der Gingerole und Shoagole, welche für den pikanten Geschmack verantwortlich sind. Ingwer wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen. Diese Wirkung kommt durch die Gingerole zustande, welche als 5-HT3-Rezeptorantagonisten agieren.
Gut dokumentiert ist die Wirkung gegen Reisekrankheit / Seekrankheit.

Zur Anwendung von Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen gibt es nur wenige Angaben. In einzelnen, randomisierten Untersuchungen wurde die Wirksamkeit von Ingwer im Vergleich zu Placebo geprüft: Die Einnahme von jeweils 1g Ingwerpulver während vier Tagen verminderte die Übelkeit im ersten Trimester stärker als ein Placebopräparat. Eine Wirksamkeit gegen das Erbrechen konnte dagegen nicht nachgewiesen werden (eine wichtige Unterscheidung).

Bei den Teilnehmerinnen konnten im Rahmen der Studien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt werden. Bei der Einnahme grösserer Mengen (mehr als 6g täglich) trat Magenbrennen auf. Zudem kam es nach dem Einatmen von Ingwerpulver zu allergischen Reaktionen.

Bis jetzt liegen keine Angaben zu schwerwiegenden, teratogenen Effekten vor (tertogen = Missbildungen auslösend) Die Rate an Spontanaborten war nicht höher als bei Frauen unter Placebo oder Vitamin B6. Angaben zur Langzeitwirkung auf das werdende Kind können allerdings noch nicht gemacht werden. Im Tierversuch zeigte sich jedoch eine androgene Wirkung.

Gemäss Meinung des Experten Prof. K. Hostettmann (Universität Genf) soll im Zweifelsfall auf die Anwendung verzichtet werden.

Quelle: www.pharmavista.net

Kommentar:

Die Situation betreffend Ingwer und Schwangerschaftserbrechen ist komplex. Heilpflanzen-Präparate mit Ingwer gegen Reisekrankheit / Reiseübelkeit sind von der Heilmittelbehörde Swissmedic nicht zugelassen für die Anwendung in der Schwangerschaft, weil die Sicherheit betreffend Missbildung / Fehlgeburt nicht ausreichend belegt ist.
Andererseits wird aber Ingwer weltweit als Gewürz verwendet und dabei natürlich auch von Schwangeren eingenommen. Auch zeigten sich in den Studien keine gravierenden Probleme.
Trotzdem gibt es in der Phytotherapie starke Zurückhaltung mit der Empfehlung von Ingwer gegen Schwangerschaftsübelkeit, nicht zuletzt wohl aus rechtlichen Gründen. Dies schlägt sich auch in der Empfehlung von Prof. Hostettmann nieder.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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US-Studie: Vitaminpräparate sind nutzlos in der 2. Lebenshälfte

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In den USA sind die Resultate der bislang größten Vitaminpillen-Studie in den Archives of internal Medicine publiziert worden.
Diesmal konnten die Wissenschaftler des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle überprüfen, ob nicht wenigstens ältere Menschen von Vitaminzusätzen profitieren. Der Untersuchung erstreckte sich über einen Zeitraum von acht Jahren.

Insgesamt wurden 161 808 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren für die Studie erfasst.
42 Prozent dieser Frauen gaben an, dass sie regelmäßig Multivitaminpräparate einnehmen. Doch im Endeffekt hatte dies keine statistisch signifikante Wirkung auf die Anzahl der beobachteten Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen oder die frühen Todesfälle.
Schon vor dieser Untersuchung kamen mehrere Studien zum Schluss, dass Multivitaminpräparate gesunde Menschen nicht vor Krankheiten schützen können.
Die aktuelle Studie belegt jetzt, dass noch nicht einmal alte Menschen (die in körperlicher Hinsicht häufig geschwächt sind) von den Pillen der Milliardenindustrie Nutzen ziehen.
Marian Neuhouser, die Leadautorin der Studie, fasst ihre Resultate in deutliche Worte: Nährstoffe sollten aus Lebensmitteln stammen. Vollwertige Nahrungsmittel sind besser als Nahrungsergänzungsmittel.

Quelle: www.scienceblogs.de
Originalpublikation:
http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/169/3/294

Kommentar:

Die Studienergebnisse der letzten Jahre sind überdeutlich. Kaum je zeigt sich ein Nutzen von Vitaminpillen bei Menschen, die nicht einen klar definierten Vitaminmangel aufweisen. Findet doch mal eine Studie einen Nutzen solcher Nahrungsergänzungsmittel bei grundsätzlich gesunden Personen, ist der Effekt minimal und meist in Grössenordnungen, die nahe bei Zufallsergebnissen liegen.
Zu denken geben sollte zudem, dass mehrere Studien bei länger dauernder Zufuhr von Vitaminpräparaten gar negative Einflüsse auf Erkrankungsraten und Sterblichkeit zeigten. Was als gesund angepriesen wird, macht möglicherweise sogar krank. Und leert darüber hinaus noch den Geldbeutel.

Erstaunlich ist vor allem, wie wenig Einfluss diese Erkenntnisse bisher auf das Verhalten aller an diesem Vitaminboom beteiligten haben.
– Sie haben wenig Einfluss auf Apotheken und Drogerien, die solche Multivitaminprodukte mehrheitlich nach wie vor massiv propagieren. Das grenzt meiner Ansicht nach oft an Täuschung oder Betrug.
– Sie haben wenig Einfluss auf weite Kreise in der Naturheilkunde-Szene, welche Nahrungsmittelergänzungen im grossen Stil propagieren, obwohl isolierte Vitamine kaum mehr etwas mit Natur zu tun haben.
– Sie haben wenig Einfluss auf die Konsumentinnen und Konsumenten, welche den Boom der Vitaminpillen erst ermöglichen.

Bei letzterem Punkt stellt sich die Frage, warum Konsumentinnen und Konsumenten so stark auf die Versprechungen der Vitaminpropagandisten ansprechen.
Mangelnde oder einseitige Information dürfte dabei eine Rolle spielen. Wir werden fortlaufend berieselt mit wundervollen Versprechungen über die Wirkungen von Vitaminpillen, weil diese Informationen den Herstellern und Verkäufern nützen und darum mit viel Aufwand zu den Verbrauchern transportiert werden. Negative oder gar warnende Hinweise bringen niemandem Gewinn. Sie haben es sehr viel schwieriger, den Weg zu den Konsumentinnen und Konsumenten zu finden.
Es gibt darüber hinaus aber meines Erachtens auch noch tiefer liegende psychologische Gründe, weshalb sich Multivitaminpräparate derart leicht verkaufen lassen.
Die meisten Menschen kennen wohl Zeiten mit diffusen Beschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit oder leichten Verstimmungen. In solchen Situationen sind wir anfällig für ebenso diffuse Versprechungen. Nur schon das Gefühl, etwas dagegen getan zu haben, verschafft Erleichterung. Und weil solche Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selber wieder verschwinden, ist ein “Heilerfolg” garantiert.

Moderner Ablasshandel

Ein grösserer Teil der Vitaminpräparate wird aber wohl eingesetzt, um diffuse Schuldgefühle zu lindern. Uns wird fast rund um die Uhr gepredigt, was wir alles tun müssten / sollten / könnten, damit wir gesund werden oder bleiben. Kein Mensch kann alle diese Regeln auch nur annähernd befolgen. Daraus entsteht leicht ein diffuses Schuldgefühl, verknüpft mit der Vorstellung, nicht genug getan zu haben für die eigene Gesundheit. Vitaminpillen bekommen dann eine ähnliche Funktion wie früher ein Ablass. Sie erleichtern unser Schuldgefühl.

Vitaminpillen schlucken scheint mir da allerdings eine Alibiübung. Meiner Ansicht nach sollten wir viel mehr lernen, mit diffusen Beschwerden und Schuldgefühlen anders umzugehen als mit dem Konsum von Vitaminpräparaten. Nicht-medikamentöse Massnahmen wären sinnvoller, zum Beispiel regelmässige, in den Alltag integrierte Bewegung.

Medikalisierung des Älterwerdens
Speziell an der oben beschriebenen Vitaminstudie ist ja, dass sie vor allem ältere Menschen erfasst hat. Die ältere Generation wird besonders intensiv mit Versprechungen der Vitaminpropagandisten bombardiert. Hier ist ein bedenklicher Trend zu erkennen: Älter werden ist nicht mehr nur eine Lebensphase, in der Beschwerden auftreten, die dann behandelt werden können oder müssen. Älterwerden wird bereits für sich allein zu einem behandlungsbedürftigen Zustand. Wenn das so weiter geht, kann es sich fast niemand mehr leisten, ohne Supradyn & Co. alt zu werden. Wir haben es hier mit einer Medikalisierung des Älterwerdens zu tun.
Diese Entwicklung scheint mir sehr fragwürdig und auch die Naturheilkunde sollte sich meines Erachtens genau damit auseinandersetzen, wo und wie sie bei diesem Trend mitmacht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

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Die Cochrane Collaboration hat eine Übersichtsarbeit veröffentlicht zur Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt bei chronischer venöser Insuffizienz, also bei Venenbeschwerden wie Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl und Hautverdickungen.

Die Cochrane Collaboration fasst in ihren Arbeiten alle zu einem bestimmten Thema relevanten Studien zusammen und zieht daraus entsprechende Schlüsse.

In der Zusammenfassung schreiben die Autoren:

“Wenige unerwünschte Nebenwirkungen werden bei der Einnahme eines Samenextraktes der gemeinen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) berichtet und es hilft möglicherweise bei chronischer venöser Insuffizienz
Chronische venöse Insuffizienz wird durch nicht richtig funktionierende Venen verursacht und kommt häufig vor. Patienten können Schwellungen, Schmerzen, Spannungsgefühl und Hautverdickungen, vor allem in den Beinen, haben. Kompressionstrümpfe werden meist empfohlen, sind aber unbequem und unbeliebt. Ein Samenextrakt der gemeinen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) ist ein pflanzliches Heilmittel, dass bei chronischer venöser Insuffizienz eingesetzt wird. Diese Studienübersicht zeigt, dass wenige unerwünschte Nebenwirkungen bei der Einnahme berichtet werden, und dass Rosskastanienextrakt kurzfristig zur Linderung von Schmerzen und Schwellungen beitragen kann. Jedoch ist mehr wissenschaftlich stringente Forschung notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.”
Quelle:: Pittler MH, Ernst E. Horse chestnut seed extract for chronic venous insufficiency. Art. No.: CD003230. DOI: 10.1002/14651858.CD003230.pub3.

Kommentar:

Von allen Heilpflanzen-Präparaten gilt der Rosskastanien-Extrakt in der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde als das am besten belegte Mittel bei venösen Beschwerden. Sie lindern vor allem die Stauungen (Ödeme) in den Beinen, können aber natürlich Krampfadern oder defekte Venenklappen nicht heilen.
Auch hier kommt es aber sehr darauf an, in welcher Form Rosskastanien zur Anwendung gelangen, weil es auch viele unwirksame Präparate im Markt gibt.
Weitere Heilpflanzen gegen Venenprobleme sind Rotes Weinlaub (Vitis vinifera), Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum), Steinklee (= Honigklee, Melilotus officinalis).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hochdosiertes Ritalin: Kokainähnliche Veränderungen im Mäusegehirn

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Hohe Dosen von Ritalin können laut einer Untersuchung im Gehirn von Mäusen Veränderungen erzeugen, welche jenen bei Kokainabhängigen ähneln. Die Wissenschaftler warnen davor, das Medikament als Aufputschmittel zu missbrauchen.

Die US- amerikanischen Forscher injizierten gesunden Mäusen für zwei Wochen täglich entweder den Ritalin-Inhaltsstoff Methylphenidat oder Kokain. Die durch Ritalin und Kokain ausgelösten Veränderungen im Belohnungszentrum des Gehirns waren teilweise sehr ähnlich.

Ritalin zur Leistungssteigerung

Ritalin wird üblicherweise Kindern mit Aufmerksamkeitsproblemen und Hyperaktivität verordnet. Laut den Forschern rund um Yong Kim von der Rockefeller Universität in New York sind diverse Studien zum Ergebnis gekommen, dass die ärztlich verschriebene Einnahme bei diesem sogenannten ADHS-Syndrom sicher ist.

Ein Bericht stellte vor kurzem jedoch fest, dass in den USA mehr als sieben Millionen Menschen Methylphenidat einnehmen, um sich aufzuputschen und die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Untersuchung zeigt laut Nora Volkow, Direktorin des US-Instituts für Drogenmissbrauch, dass dies gefährlich ist.

Volkow warnte jedoch andererseits davor, Kinder und Jugendliche mit ADHS nicht mehr mit Ritalin oder vergleichbaren Präparaten zu behandeln. Studien hätten gezeigt, dass die Medikamente in vom Arzt verschriebenen Dosen nicht zu Abhängigkeit führten. Im Gegenteil: ADHS-Kinder nähmen später häufiger Drogen, Ritalin könne dieses Risiko reduzieren.

Quelle: www.science.ORF.at

Originalpublikation:
Die Studie „Methylphenidate-induced dendritic spine formation and _FosB expression in nucleus accumbens“ von Yong Kim et al. ist erschienen in „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (3. Februar 2009, DOI:10.1073/pnas.0809579106).

Kommentar:

Dass die Verwendung von Ritalin als Aufputschmittel jenseits ist, scheint mir sehr klar. Komplexer ist die Frage der Anwendung von Ritalin bei ADHS-Kindern. Hier gibt es einerseits einen verhältnismässig hohen Verbrauch, der aufhorchen lässt, und andererseits warnende Stimmen, die jeden Einsatz von Ritalin als Verbrechen an Kindern kriminalisieren. Auch aus der Naturheilkunde gibt es so etwas wie eine Anti-Ritalin-Front. Wenn ein Thema so polarisiert, ist dies meines Erachtens immer eine Aufforderung, sich nicht unbesehen in eine der Fronten einzureihen, sondern so differenziert wie möglich eine eigenständige Position einzunehmen.
Ich bin weder ein Ritalin-Spezialist noch ein ADHS-Experte. Es scheint mir aber wohl klar, dass es Situationen gibt, in denen Ritalin sehr hilfreich ist und sinnvoll eingesetzt werden kann. Zugleich bin ich jedoch sehr überzeugt davon, dass die Diagnose ADHS sehr genau und sorgfältig gestellt werden muss und dass es nicht akzeptabel wäre, jedes irgendwie auffällige Kind mit Ritalin zu behandeln. Es kann nicht um ein generelles Schwarz-Weiss-Denken gehen. Ritalin ist weder ein Wunderheilmittel noch ein teuflisches Gift. Es kann meines Erachtens nur darum gehen, in jedem Einzelfall zu klären, ob die Anwendung dieser Substanz hier zu verantworten ist oder nicht.
Diese differenzierte Haltung ist aber sehr viel anspruchsvoller als blinde Zustimmung oder blinde Ablehnung.

Aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde gibt es einige Ideen zur Behandlung von ADHS, aber keine gesicherten Strategien und Erkenntnisse.
Diskutiert werden unter anderem Extrakte aus Ginkgo biloba. Eine offene Anwendungsbeobachtung in einer Kinderarztpraxis kam zu positiven Schlüssen, reicht aber bei weitem nicht, um eine Wirksamkeit von Ginkgo-Extrakten bei ADHS zu belegen. Ebenfalls im Gespräch sind Johanniskraut und Nachtkerzenöl, doch fehlen hier fundierte Argumente.
Die Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde kennt für viele Beschwerden geeignete Heilpflanzen, bei ADHS kann sie noch keine überzeugende Behandlungsmöglichkeit anbieten. Es scheint mir wichtig, auch solche Grenzen aufzuzeigen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gute Ratschläge für gesundes Leben – eine Plage?

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Wir werden überschwemmt mit guten Ratschlägen für ein gesundes Leben, auch aus dem Reich der Heilpflanzen. In dieser Hinsicht hatten es frühere Generationen bestimmt einfacher. Via Medien erfahren wir heute von jeder noch so absurden Idee, was uns auch noch alles gut tun würde und womit wir uns gesund erhalten oder heilen könnten: Noni, Hoodia, Aloe vera, Grüntee, Ginseng, Spirulina, Schwedenkräuter, Teebaumöl, Mistel , Curcumin und vieles andere mehr. Vor allem Menschen mit chronischen Krankheiten, zum Beispiel Krebspatienten, leiden kaum je an einem Mangel an Ratschlägen, was sie alles noch tun oder lassen sollten.
Auf das Übermass an guten Ratschlägen hat schon der Mediziner Klaus Dörner in seinem Buch “Die Gesundheitsfalle” (Econ 2003) hingewiesen:

“Aufforderungen zum gesunden Leben, uns noch gesünder, noch fitter zu machen, umzingeln uns von allen Seiten. Sie dringen aus Fernsehen, Radio, Internet oder von den Werbeflächen der U-Bahn auf uns ein, und selbst in der Familie oder unter Freunden sind sie das beliebteste Gesprächsthema. Sie klingen plausibel. Aber es sind so verwirrend viele und ganz unterschiedliche Vorschläge. Wir wissen nicht, wo uns der Kopf steht und womit wir anfangen sollen.
In solchen Situationen hat es sich für uns Menschen immer schon bewährt, erst mal drei Schritte zurückzutreten, all diese Appelle und Versprechungen eine Zeit lang dahingestellt zu lassen, sie einzuklammern und uns zu fragen: Was ist denn meine eigene Erfahrung in meiner alltäglichen Lebenswelt mit Gesundheit? Wann und wie bin ich gesund? Fühle ich mich gesund? Philosophen nennen das: die phänomenologische Haltung einnehmen. Insofern haben alle Menschen die Neigung, in verwirrenden Situationen Philosophen zu sein.”
(Klaus Dörner, Die Gesundheitsfalle, Econ 2003)

Wer sich im Dschungel der guten Ratschläge und Heilungsversprechungen zurecht finden will, braucht Wissen darüber, wie man solche Aussagen sorgfältig prüft und sich dazu eine fundierte, eigene Meinung bildet.
Im Bereich Pflanzenheilkunde / Phytotherapie können Sie sich dieses Wissen erwerben in der Phytotherapie-Ausbildung oder im Heilpflanzen-Seminar, zu dem Sie alle genaueren Angaben auf www.phytotherapie-seminare.ch finden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infotexte Phytotherapie & Gynäkologie

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Zum Thema Phytotherapie & Gynäkologie möchte ich auf Fachartikel der Gynäkologin Regina Widmer aufmerksam machen. Regina Widmer ist eine engagierte und sehr kompetente Fachfrau im Bereich Phytotherapie & Gynäkologie / Frauenheilkunde. Sie hat die Phytotherapie-Ausbildung bei mir absolviert und ist auch Mitglied der SMGP (Schweizerische Medizinische Gesellschaft für Phytotherapie).
Regina Widmer hat eine Reihe von informativen Texten in Fachzeitschriften publiziert. Diese Artikel können Sie auf www.frauenpraxis-runa.ch herunterladen (unter: Frauengesundheits-Themen). Die Texte richten sich hauptsächlich an Medizinerinnen und Mediziner, die sich für Phytotherapie interessieren, was aber nicht ausschliesst, dass auch Laien nützliche Informationen daraus gewinnen können.

Hier folgt eine kurze Umschreibung der Texte:

Text 1: Phytotherapie bei Wechseljahrbeschwerden

Dieser Text beschreibt sehr differenziert die Behandlungsmöglichkeiten von Wechseljahrbeschwerden mit Heilpflanzen.

Hauptsächlich beschriebene Heilpflanzen:

Mönchspfeffer (Agnus castus)
Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze)
Discorea villosa (Yamswurzel)

Erwähnte Heilpflanzen:

Rotklee, Soja, Yams, Nachtkerze (Oenothera biennis),
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa),
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus),
Johanniskraut (Hypericum perforatum),
Baldrian (Valeriana), Hopfen (Humulus),
Frauenmantel (Alchemilla), Schafgarben (Achillea millefolium), Weidenrinde, Hirtentäschel (Bursa-pastoris),
Artischocke (Cynara), Sägepalme (Sabal), Preiselbeere, Kapuzinerkresse, Lavendel, Thymian, Teebaum, Eichenrinde, Malve (Chäslichrut).

Weitere Schlüsselwörter, zum Beispiel erwähnte Beschwerden oder Heilpflanzen-Präparate:

Phytotherapie, Wechseljahrbeschwerden, Östrogenrückgang, Wallungen, Prämenstruelles Syndrom, PMS, Gelbkörperinsuffizienz, Menstruation, Zyklen, Schwitzen, Prämenopause, Wechseljahre, Schlafstörungen, Herzklopfen, Corpus-luteum-Insuffizienz, Menstruationsblutung, Hyperöstrogenismus, Hypermenorrhoe, Myome, Klimakterium, Gestagenschwäche, Östrogendominanz, Stimmungstiefs, Gereiztheit, Übersensibilität, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gestagen, Östrogen, Dopaminrezeptoren, Östrogenrezeptoren, Prolaktinspiegel, Hyperprolaktinämie, Sterilität, Dopamin, Serotonin, Dysmenorrhö, Ovulationshemmer, Menstruationsblutung, Mastodynie, Völlegefühl, Phytoöstrogen Isoflavon, Hormonersatztherapie,
Diosgenin, Neurodermitis, Tormentill-Tinktur, Rosengeranien-Öl, Völlegefühl, Blähungen, Reizblase, Dyspareurie, Urethralsyndrom, Pruritus, Soor, Vaginose, Ätherische Öle, Gerbstoffe, Essigwasser, Joghurt, Rosenöl, Infektion, Antimykotika, Urethritis, Zystitis, Antibiotika.
Heilpflanzen-Präparate wie Cimifemin, Climavita, Femicin, Agnolyt, Premens, Opran, Emoton, Assalix.

Text 2: Phytotherapie bei Vulvo-Vaginalbeschwerden

Dieser Text beschreibt Behandlungsmöglichkeiten mit ätherischen Ölen und mit altbewährten Hausmitteln wie Essigspülungen oder Joghurt.

Hauptsächlich beschriebene Heilpflanzen:

Knoblauch, Lavendelöl, Teebaumöl, Niaouli, Thymianöl, Schwarztee, Eichenrinde, im Vordergrund steht aber die präzise Anwendung der Hausmittel.

Weitere Schlüsselwörter:

Vulvo-Vaginalaffektionen, Essigspülungen, Lavendelessenz, Teebaumessenz, Knoblauchkur, Joghurttampons, Teebaumöl-Spülungen, Thymian-Ovula, Brennen, Beissen, Ausfluss, Juckreiz, Soor, Bakterielle Vaginose, Gardnerella vaginalis, Mykose, Candida albicans, Pruritus, Fluor, Candida-Infektionen, Herpes, Human-Papilloma-Virus, Pilzinfektion, Majoran, Niaouli, Vaginalmykosen, HPV-Infekt, Kamille,
ätherische Öle aus Melaleuca alternifolia und Melaleuca quinquinerva.

Text 3: Urethra, Blase und das Intimleben der Frau

Der Artikel beschreibt Diagnostik und Therapie der Beschwerden im Bereich von Blase und Harnröhre.

Erwähnte Heilpflanzen:
Ingwer, Bärentraube, Birkenblätter, Brennnesselkraut, Preiselbeersaft,

Weitere Schlüsselwörter:
Blasenbeschwerden, postkoitales Urethralsyndrom, Blasenentzündung, Reizblase, Harnwegsinfekt, Inkontinenz, Flitterwochenzystitis, Klimakterium, Postmenopause, Urethritis, Geschlechtsverkehr, Zystitis, Sexualberatung, Soor, Herpes genitalis, Antibiotika-Prophylaxe, Ringelblumensalbe, Wildrosenöl, Ingwerwickel, Phytotherapie, Harnwegsbeschwerden

Text 4: Wechseljahr-Heilpflanzen

Dieser Text beschreibt die differenzierte Behandlung von Wechseljahrbeschwerden mit Heilpflanzen-Präparaten.

Erwähnte Heilpflanzen:
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus),
Yamswurzel (Dioscorea villosa)
Nachtkerze (Oenothera biennis)
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Rotklee
Leinsamen (Linum usitatissimum)

Weitere Schlüsselwörter:
Wechseljahre, Wallungen, Prämenstruelles Syndrom (PMS), Schweissausbrüche, Schlafstörungen, Herzklopfen, Atrophie der Schleimhäute, Hypermenorrhoe, Klimakterium, Gereiztheit, Kopfschmerzen Mastodynie, Menstruationsblutung, Dysmenorrhö, Vaginaltrockenheit.

Text 5: Mönchspfeffer beim prämenstruellen Syndrom (PMS)

Dieser Text beschreibt die Behandlung von PMS-Beschwerden mit Heilpflanzen-Präparaten.

Erwähnte Heilpflanzen:

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Yamswurzel ( Dioscorea villosa)
Nachtkerze (Oenothera biennis)

Weitere Schlüsselwörter:
Brustspannen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen, Menstruation, Dysmenorrhö, Corpus-luteum-Insuffizienz, Mastodynie, Diosgenin.

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Hibiskus / Karkade gegen erhöhtes Cholesterin?

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Ein Extrakt aus Hibiskus-Blüten könnte nach Ansicht von taiwanesischen Wissenschaftlern dieselbe positive Wirkung auf den Organismus haben, wie der Genuss von Tee und Wein. Ein Forscherteam der Medical University in Taiwan konnte bereits im Jahre 2004 nachweisen, dass der Pflanzenwirkstoff bei Tieren den Cholesterinspiegel verringern kann. Daraus lässt sich schließen, dass dies auch beim Menschen möglich sein muss, berichteten die Forscher im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture.

Blüte von Karkade / Hibiskus wirkt wie Tee und Wein

Hibiscus sabdariffa, eine ursprünglich in China, Indien und Taiwan heimische Pflanze, ist in der traditionellen asiatischen Medizin als Medikament gegen Bluthochdruck und Leberstörungen bekannt. Die Forscher aus Taiwan konnten zeigen, dass in der Pflanze Antioxidantien vorhanden sind, die gefährliche Fettabbauprodukte in den Arterien vermindern können. Bei Ratten reduzierte der Pflanzenextrakt jedenfalls LDL-Cholesterin deutlich.

„Hibiskus wäre ein neues Heilmittel gegen eine Reihe von Herz-Kreislauferkrankungen, bei denen der Cholesterin-Spiegel eine wesentliche Rolle spielt“, erklärte Forschungsleiter Wang. Experten der Britischen Heart Foundation sind der Meinung, dass es ohnehin zahlreiche natürliche Flavonoide gibt, welche ähnliche Eigenschaften besitzen und LDL-Cholesterin vermindern.

Quelle: http://www.journalmed.de/newsview.php?id=5973

Kommentar:

Auch hier muss einschränkend gesagt werden: Was im Tierexperiment funktioniert, muss nicht unbedingt auch beim Menschen in gleicher Weise wirken.
Aber interessant ist dieser Hinweis auf eine mögliche Wirkung von Hibiskus / Karkade als Cholesterinsenker schon.
Karkade / Hibiskus galt in unseren Breitengraden lange Zeit eher als aromatisch-fruchtiger Genusstee und zählte kaum zu den Heilpflanzen. In letzter Zeit hat sich das geändert, unter anderem auch durch Hinweise auf eine blutdrucksenkende Wirkung.
Zum Thema Karkade / Hibiskus bei Hohem Blutdruck finden Sie nähere Infos hier:
http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/11/29/karkade-tee-senkt-systolischen-blutdruck-um-13-mmhg.html

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Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

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Ein Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt in einem Laborexperiment genauso effektiv wie gebräuchliche Cholesterinsenker, ohne aber deren Nebenwirkungen zu verursachen. Das berichteten Agnes Rimando vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium und ihre Kollegen an einer Konferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Chemie (ACS) in Philadelphia.

Die Forscher hatten in Heidelbeeren verschiedene Inhaltsstoffe identifiziert, die chemisch dem bereits aus Trauben und anderen roten Beeren bekannten Antioxidationsmittel Resveratrol ähnelten. Die gefundenen Substanzen wurden von den Wissenschaftlern auf ihre Fähigkeit getestet, in kultivierten Zellen ein bestimmtes Protein namens PPAR-alpha-Rezeptor zu aktivieren. Dieser Rezeptor spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Cholesterinspiegels und ist auch der Angriffspunkt verschiedener heute verwendeter cholesterinsenkender Arzneimittel.

Besonders effektiv in diesen Experimenten an Rattenleberzellen war das so genannte Pterostilben, ein Stoff, der ebenfalls schon aus roten Trauben bekannt ist: Es aktivierte den Rezeptor ebenso wirksam wie Ciprofibrat, ein kommerziell erhältlicher Wirkstoff gegen zu hohe Cholesterinwerte. Die Heidelbeer-Substanz hatte aber einen entscheidenden Pluspunkt gegenüber dem Vergleichswirkstoff: Sie wirkte ausschließlich auf den Rezeptor ein, während Ciprofibrat daneben auch noch andere Stoffwechselprozesse in den Zellen beeinflusste.

Diese breitere Wirkungsweise sei der Grund, warum Wirkstoffe wie Ciprofibrat einige unangenehme Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen und Übelkeit verursachen, schreiben die Forscher. Pterostilben dagegen wirke viel genauer und sollte demnach wenige bis gar keine unerwünschten Nebeneffekte zeigen. Doch auch wenn die bisherigen Resultate sehr vielversprechend seien, müsse sich erst noch zeigen, ob der Heidelbeer-Inhaltsstoff im Organismus genauso wirke wie im Experiment, dämpfen Rimando und ihre Kollegen verfrühte Erwartungen.

Jedenfalls können die Forscher noch nicht sagen, wie viele Heidelbeeren gegessen werden müssen, um allenfalls den Cholesterinspiegel zu senken.

Quelle: www.wissenschaft.de

Kommentar:

Heidelbeeren gehören zu den vielfältigsten Heilpflanzen.
Wegen ihrem Gehalt an Gerbstoffen wirken getrocknete Heidelbeeren gegen Durchfall.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen heute aber die blauen Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane. Hier wurden Stoffe gefunden, die ausgeprägt als Antioxidantien wirken und möglicherweise entzündungswidrige Effekte im Darm entfalten. Beschrieben wurden auch durchblutungsfördernde Effekte auf die Kapillargefässe, zum Beispiel bei Augenerkrankungen.

Der Bericht über cholesterinsenkende Effekte des Inhaltsstoffes Pterostilben aus der Heidelbeere ist interessant, doch relativieren die Forscher die Erwartungen ja selber. Es ist relativ einfach und vergleichsweise billig, im Labor mit irgendwelchen Pflanzen irgendwelche Reaktionen zu bekommen. Ob die ganze Sache dann auch am lebendigen Menschen noch genauso wirkt, bleibt auch hier ungeklärt.

Darum ist es ausgesprochen wichtig, dass man bei Schlagzeilen über wunderbare neue Forschungsergebnisse immer genau nachfragt, ob die Erkenntnisse aus dem Labor stammen oder aus Untersuchungen mit Patienten. Das gilt auch für Heilungsversprechungen aus dem Umfeld von Naturheilmitteln, bzw. aus Phytotherapie und Pflanzenheilkunde.

Aus dem Bereich der Heilpflanzen gilt übrigens die Artischocke (Cynara scolymus) als bezüglich cholesterinsenkender Wirkung am besten durch Patientenstudien dokumentiert. Dies trifft allerdings nur auf wenige der angebotenen Artischocken-Präparate zu.

Ein gewisser cholesterinsenkender Effekt könnte auch erwartet werden von Haferkleie, Flohsamen, Guar, Bockshornkleesamen und Pektin.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Echinacea gegen Erkältungskrankheiten – Übersichtsarbeit wertet Studien aus

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Die Cochrane Collaboration hat in einer Übersichtsarbeit die wichtigsten Studien zur Wirksamkeit von Echinacea (Sonnenhut) bei Erkältungskrankheiten ausgewertet. In der Zusammenfassung schreiben die Autoren Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D:

“Präparate aus der Pflanze Echinacea werden in einigen Ländern Europas und in Nordamerika zur Behandlung und Vorbeugung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die im Handel erhältlichen Echinacea-Präparate unterscheiden sich deutlich hinsichtlich der Pflanzengattung, der Pflanzenbestandteile (Staude, Wurzel oder beides) oder des Verarbeitungsprozesses (Trocknung, alkoholische Extraktion oder Auspressen der frischen Pflanze). In manchen Fällen werden auch weitere Pflanzen hinzugefügt. In dieser Übersicht wurden 16 Studien eingeschlossen, die die Wirksamkeit verschiedener Echinacea-Präparate zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen untersuchten. Zwei Studien, die untersuchten, ob die Einnahme von Echinacea-Präparaten für 8 bzw. 12 Wochen das Auftreten von Erkältungen verhindern kann, fanden keinen klaren Nutzen. Die Mehrzahl der Studien gingen der Frage nach, ob die Einnahme von Echinacea-Präparaten nach Einsetzen der Erkältung verglichen mit Placebo-Medikamenten die Dauer oder Ausprägung der Krankheit verringen kann. Demnach könnten einige Präparate, die aus der Echinacea-Staude gemacht sind, dieses Ziel erreichen. Keine Wirksamkeit wurde für andere Präparate oder in der Anwendung bei Kindern gefunden. Nebenwirkungen traten selten auf. Eine Studie berichtete Hautausschlag bei Kindern.”

Originalpublikation:
Linde K, Barrett B, Wölkart K, Bauer R, Melchart D. Echinacea for preventing and treating the common cold. Art. No.: CD000530. DOI: 10.1002/14651858.CD000530.pub2.

Kommentar:

Der Cochrane-Text spricht für die Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde ein wichtiges Thema an:
Die verschiedenen Echinacea-Präparate unterscheiden sich zum Teil erheblich. Sie werden zum Beispiel aus der Wurzel oder der oberirdischen Staude gewonnen. Es kann sich um einen Presssaft, um eine alkoholische Tinktur oder um einen Extrakt handeln. Verwendet werden zudem unterschiedliche Echinacea-Arten (nicht unterschiedliche Gattungen, wie der Cochrane-Text irrtümlich aussagt).
Das alles hat zur Folge, dass die verschiedenen Echinacea-Präparate kaum miteinander vergleichbar sind. Studien, welche mit einem bestimmten Präparat durchgeführt wurden, sind dadurch kaum auf andere Präparate übertragbar. Darum kann es entscheidend sein, welches Präparat man verwendet. Echinacea ist in diesem Sinne eben nicht gleich Echinacea.
Das gilt im übrigen auch für alle anderen Heilpflanzen. Es kommt sehr darauf an, wie das jeweilige Heilpflanzen-Präparat gewonnen und hergestellt wurde. Es werden sehr viele Naturheilmittel empfohlen und verkauft, deren Wirkung höchst fraglich ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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