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Ginseng lindert „Fatigue“ bei Krebskranken

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Heilpflanzen-Präparate bewähren sich auch begleitend zu Tumortherapien.
Beim Jahreskongress der US-amerikanischen Krebsgesellschaft ASCO in Chicago wurden 2007 auch Studien aus dem Bereich der Komplementärmedizin vorgestellt. Ermutigende Ergebnisse brachten zum Beispiel Untersuchungen, in denen es um die Wirksamkeit von Ginseng-Extrakt bei Fatigue geht.?Unter “Fatigue” versteht man in der Onkologie Erschöpfung und Müdigkeit, die bei Krebskranken auftreten können. In eine vierarmige Ginseng-Studie an der Mayo-Klinik in Rochester im US-Staat Minnesota wurden 282 Krebspatienten mit tumor- oder therapiebedingter Fatigue aufgenommen. Sie wurden für zwei Monate mit einem standardisierten Extrakt aus amerikanischem Ginseng in Dosierungen von 750, 1.000 oder 2.000 Milligramm pro Tag behandelt oder erhielten ein Scheinpräparat (Placebo).
In den Gruppen mit den beiden höheren Ginseng-Tagesdosen wurden die Fatigue-Beschwerden bei 25 und 27 Prozent der Studienteilnehmer mäßig bis stark bis deutlich gelindert. Die 750 Milligramm Dosierung von Ginseng sowie Placebo linderten nur bei jeweils zehn Prozent der Patienten die Fatigue-Beschwerden.
Dr. Debra Barton von der Mayo-Klinik sagte, dass der Stellenwert von Ginseng bei Zeichen von Erschöpfung und Abgeschlagenheit nun genauer untersucht werden sollte. Allerdings könne sie derzeit die Einnahme von Ginseng bei Fatigue nicht generell empfehlen, weil es Ginseng-Präparate von unterschiedlicher Qualität gebe.

Quelle: http://www.aerztewoche.at/viewArticleDetails.do?articleId=6218

Kommentar: Phytotherapie / Pflanzenheilkunde kann im Umfeld der Onkologie wertvolle Wirkungen zeigen bei der Linderung vieler krankheits- oder therapiebedingten Beschwerden. Zur beschriebenen Ginseng-Studie bei Fatigue muss noch präzisiert werden, dass es sich beim amerikanischen Ginseng um Panax quinquefolius handelt, der in den feuchten Wäldern Nordamerikas wächst. Bei uns dagegen ist unter “Ginseng” in der Regel Panax ginseng im Handel, der in den Gebirgswäldern Ostasiens heimisch ist. Er wird in China, Korea, Japan und Russland kultiviert. Panax-Arten enthalten verschiedene Ginsenoside, die als Hauptwirkstoffe gelten. Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Panax-Arten zum Teil stark in ihrem Ginsenosid-Spektrum. Darum ist es unklar, ob sich die Ergebnisse aus der Mayo-Klinik mit amerikanischem Ginseng auf den bei uns üblicheren Panax ginseng übertragen lassen.
Auch lässt sich die Qualität der Studien kaum beurteilen, solange sie nur an einem Kongress vorgestellt wurde. Dazu müsste sie vollständig in einer Fachzeitschrift publiziert werden. Ob dies inzwischen geschehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Ginkgo-Tee nicht ohne Risiko

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Ginkgo-Extrakte zählen zu den am besten untersuchten und belegten Heilpflanzen-Präparaten in der Phytotherapie.
Seit einiger Zeit werden nun in zunehmendem Maße auch Teemischungen angeboten, die in unterschiedlichen Mengen Ginkgoblätter enthalten. Dabei wird suggeriert, dass das Trinken dieser Tees ähnlich wie Ginkgoextrakt-haltige Arzneimittel, positive Wirkungen auf die mentale Leistungsfähigkeit hat. Untersuchungen des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) zeigen jedoch, dass damit Gesundheitsrisiken verbunden sein können.

Ginkgo-Extrakte gehören seit Jahren zu den meist eingenommenen Heilpflanzen-Präparaten in Europa. Der Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern enthält als wirksamkeitsrelevante Inhaltsstoffe im Vergleich zum Gehalt der Blätter auf circa das 50-Fache angereicherte Ginkgoflavonglykoside und Terpenlactone (Ginkgolide, Bilobalid). Wie in zahlreichen Studien gezeigt wurde, sind diese pharmakologisch aktiven neuroprotektiven Inhaltsstoffe unter anderem wirksam bei nachlassender Konzentrations- und Gedächtnisleistung. Weil Ginkgo-Präparate wegen ihrer guten Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Bevölkerung einen guten Ruf haben, versuchen Internethändler und Lebensmittelhersteller zunehmend intensiver, unter Vermeidung der hohen Hürden einer Arzneimittelzulassung an dem guten Ruf von Ginkgo-Präparaten zu partizipieren, indem sie Ginkgoblätter in Teemischungen und als Nahrungsergänzungsmittel anbieten. Im Unterschied zu Ginkgo-Arzneimitteln liegen aber für Ginkgoblätter-haltige Teemischungen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über deren Wirkungen im Organismus vor, auch nicht über deren Lebensmittelsicherheit.

Das Deutsche und das Europäische Arzneibuch schreiben aus Gründen der Arzneimittelsicherheit vor, dass die in Ginkgoblättern mit bis zu 2 Prozent vorkommenden potenziell gesundheitsschädlichen Ginkgolsäuren bei der Herstellung von arzneilich verwendeten Ginkgoextrakten auf das technisch Machbare zu reduzieren sind. Angesichts der vermehrt auf den Markt kommenden Teeprodukte mit Ginkgoblättern hat das ZL deren Gehalte an Ginkgolsäuren untersucht.

Ginkgolsäuren gehören zu den Alkyl- und Alkenylphenolcarbonsäuren. Sie besitzen ein hohes allergenes Potenzial und zeigen in pharmakologisch-toxikologischen Untersuchungen auch cytotoxische, neurotoxische und mutagene Wirkungen. Daher wurde im Europäischen und Deutschen Arzneibuch der zulässige Gehalt an Ginkgolsäuren in arzneilich verwendeten Ginkgo-Trockenextrakten auf 5 ppm (parts per million) limitiert. Weil von der zuständigen Bundesbehörde (BfArM) Ginkgo-Arzneimittel ab einer unteren therapeutisch wirksamen Tagesdosis von 120 mg bis zu einer oberen Tagesdosis von 240 mg Ginkgo-Trockenextrakt bewilligt werden, entspricht der Grenzwert für Ginkgolsäuren von 5 ppm im Rahmen einer Arzneimittel-Einnahme von 120 bis 240 mg Extrakt einer maximalen Menge von 0,6 bis 1,2 µg Ginkgolsäuren pro Tag.

Das ZL untersuchte nun neun verschiedene Ginkgoblätter-haltige Teeprodukte auf den Gehalt an Ginkgolsäuren.
Alle im Rahmen der Studie untersuchten Teeaufgüsse enthielten unter Berücksichtigung einer für Ginkgoextrakt-haltige Arzneimittel zulässigen maximalen Tagesdosis von 1,2 µg (entsprechend dem Grenzwert der Arzneibücher von 5 ppm) unzulässig hohe und gesundheitsbedenkliche Gehaltswerte an Ginkgolsäuren und dies in nur einer einzigen Tasse Tee. Der Gehalt an Ginkgolsäuren schwankte in den Teemischungen sehr stark. Neben den unterschiedlichen, vielfach jedoch nicht deklarierten Mengen an zugesetzten Ginkgoblättern spielte dabei wohl das jeweilige Anbaugebiet eine Rolle sowie die Verarbeitung der Blätter nach der Ernte.

Ginkgolsäuren zeigen eine verhältnismässig schlechte Wasserlöslichkeit. Die Untersuchung des ZL zeigt jedoch, dass sie trotzdem in unzulässig hohen Mengen in den Teeaufguss übergehen.
Dabei spielte es keine wesentliche Rolle, welche Ausgangskonzentration der Ginkgolsäuren in der Teemischung vorlag oder wie lange die Ziehzeit des Tees war.

Bei allen untersuchten Teeprodukten wurde im wässrigen Teeaufguss die für Arzneimittel zulässige höchste Tagesdosis an Ginkgolsäuren von 1,2 µg überschritten. Im Extremfall wird beim Trinken von nur einer Tasse Teeaufguss die für Arzneimittel zulässige Tageshöchstdosis um mehr als das 80-Fache überschritten. Eine gesundheitliche Unbedenklichkeit, wie sie für Lebensmittel verlangt werden muss, ist bei der Einnahme von solch hohen Mengen an Ginkgolsäuren nicht gegeben, dies erst recht nicht, wenn täglich mehrere Tassen Teeaufguss getrunken werden. Die Autoren der Studie beurteilen deshalb den Konsum von Teeaufgüssen mit solchen Mengen an Ginkgolsäuren als kritisch, zumal ein ernährungsphysiologischer oder therapeutischer Nutzen nicht belegt ist.
Quelle: Pharmazeutische Zeitung 46/2008

Kommentar: Die Apothekerschaft hat natürlich ein Interesse daran, die Verwendung von Ginkgo-Tee aus dem Lebensmittelhandel kritisch unter die Lupe zu nehmen. Das ist schliesslich eine Konkurrenz zu den verhältnismässig teureren Ginkgo-Extrakten aus der Apotheke. Mit diesem Argument könnte man den Ginkgo-Tee nun “retten”. Andererseits wäre es aber naiv zu glauben, Heilpflanzen seien grundsätzlich ohne Risiko. Ginkgolsäuren scheinen tatsächlich nicht gerade bekömmlich zu sein und weil sie für die therapeutische Wirkung offenbar bedeutungslos sind, scheint es jedenfalls vernünftig, sie bei der Herstellung von Ginkgo-Extrakten zu minimieren.
Mit Ginkgoblätter-Tee gibt es nicht nur keine Untersuchungen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit, sondern auch keine langjährigen Erfahrungen aus der traditionellen Medizin. So spricht einiges dafür, auf die Einnahme von Ginkgoblätter-Tee zu verzichten – zumindestens auf eine Einnahme über längere Zeit.
Freuen wir uns doch einfach ästhetisch an den schönen und faszinierenden Ginkgo-Blättern.

Liegen ernsthafte Krankheiten vor zum Beispiel im Bereich von Demenz oder PAVK (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit), kommt sowieso nur noch Ginkgo in Form von Extrakten in Frage, weil nur diese in ihrer Wirksamkeit belegt sind.
Weil die Ginkgolsäuren lipophil sind, dürften sie sich übrigens gut lösen in den alkoholischen Tinkturen. Das müsste meines Erachtens auch noch diskutiert und berücksichtigt werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Phytotherapie-Ausbildung – Gedanken zur Qualitätssicherung

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Sie interessieren sich für eine Phytotherapie-Ausbildung?
Phytotherapie – die Anwendung von Heilpflanzen – ist ein faszinierendes Fachgebiet, doch müssen Sie wissen: Phytotherapie ist kein geschützter Begriff. Jede und jeder kann eine Phytotherapie-Ausbildung anbieten, weil es dafür keine Qualitätskontrollen gibt. Weder bei den Ausbildungs-Instituten noch bei den Dozentinnen und Dozenten. Daher ist es empfehlenswert, dass Sie sich vertieft mit Fragen der Qualität auseinandersetzen, wenn Sie Interesse an einer Phytotherapie-Ausbildung haben. Dieser Text soll dazu Anregungen vermitteln. Er dürfte auch nützlich sein für Ausbildungen in anderen Verfahren der Naturheilkunde oder  in komplementärmedizinischen Methoden.

Phytotherapie als Begriff stammt ursprünglich aus der ärztlichen Anwendung von Heilpflanzen gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Als Pionier der Phytotherapie in diesem Sinne gilt im deutschsprachigen Raum der Internist Dr. med. Rudolf Fritz Weiss (1895-1991). Er prägte mit seinem “Lehrbuch der Phytotherapie” und mit Heilpflanzenkursen für die ärztliche Weiterbildung über Jahrzehnte dieses Fach.
Weil Phytotherapie aber kein geschützter Begriff ist wird zunehmend jede Behandlung mit Heilpflanzen so bezeichnet. Dadurch wird der Begriff allerdings verwässert und verschwommen, weil nun verschiedenste Theorien und Überzeugungssysteme damit verbunden sein können. Daraus folgt:
Wer eine Phytotherapie-Ausbildung machen will, müsste eigentlich genau nachfragen, auf welchen Grundlagen das vermittelte Wissen basiert. Wo kommt dieses Wissen her? Wer hat es zusammen getragen? Wer hat es überprüft? Wie wurde es überprüft?
Dabei wird man dann oft hören, dass dieses Wissen auf Jahrtausende alten Erfahrungen beruht. Eine solche Antwort ist zwar wohltönend, aber nichts sagend. Erfahrungen können sich auch über Jahrtausende irren – sie taten das jedenfalls oft. Fragen Sie also genauer nach, wenn Sie mit nebulösen Antworten abgespiesen werden.

Fehlende Qualitätskontrollen bei Phytotherapie-Ausbildungen

Mir scheint, dass sich die “normale” Bevölkerung wohl kaum eine Vorstellung davon machen kann, wie fundamental der Mangel an Qualitätskontrolle im Bereich von Naturheilkunde – Pflanzenheilkunde – Komplementärmedizin ist. Irgendwie schliesst man ja aus den Erfahrungen mit anderen Schulen, dass es genauer definierte Stoffpläne gibt, dass Dozierende gewisse fachliche Bedingungen erfüllen und Prüfungsfragen ein kontrolliertes Niveau haben. Davon sind wir im Bereich der Phytotherapie-Ausbildung meilenweit entfernt (das gilt aber auch für andere Bereiche der Naturheilkunde / Komplementärmedizin).
Meine eigene Grundlage im Bereich Heilpflanzenkunde / Phytotherapie basiert auf der vierjährigen Drogistenlehre und dem Studium an der Höheren Drogistenschule in Neuenburg. Ich bin seit 1983 spezialisiert auf Phytotherapie und habe das ganze Fachwissen in diesem Gebiet intensiv recherchiert für mein Buch “Heilpflanzen-Therapie” (2. Aufl. 1984, vergriffen). Während meiner Tätigkeit als Dozent für Phytotherapie an der Akademie für Naturheilkunde in Basel von 1994-2005 arbeitete ich acht Jahre lang zu 50% nur für die Erstellung von fundierten Kursunterlagen.
Ich glaube daher, dass ich einen guten Boden habe im Bereich Phytotherapie. Ich schreibe das nicht, um mich hochzujubeln. Doch im nachhinein erschüttert es mich ziemlich, wie ungeprüft ich zu diesem Lehrauftrag als Dozent an der Akademie gekommen bin. Während über zehn Jahren als Phytotherapie-Dozent innerhalb dieser Naturheilkunde-Ausbildung hat sich eigentlich nie eine Schulleitung oder eine andere Kontrollinstanz ernsthafter dafür interessiert, was ich da im Unterricht genau vermittle. Mit einer solchen Kontrolle wären die Schulleitungen auch fachlich überfordert gewesen. Als einzige Kontrolle könnte noch gelten, dass die Studentinnen und Studenten nach diesem 4jährigen Vollzeitstudium kantonale Prüfungen bei der Sanitätsdirektion ablegten, doch waren die Prüfungsexpertinnen und -experten dort in der Regel deutlich schlechter ausgebildet als die Prüflinge. Und meine Beobachtungen zeigten mir über viele Jahre eine mangelhafte bis fehlende Qualitätskontrolle bei Dozentinnen und Dozenten in den Bereichen Naturheilkunde, Komplementärmedizin und Pflanzenheilkunde. Ich habe in dieser Zeit fundierte, aber auch total fragwürdige Dozentinnen und Dozenten getroffen.
Das alles ist eigentlich aus der Perspektive von Qualitätssicherung ein Desaster. Immerhin geht es doch um die Gesundheit von Patientinnen und Patienten.

Dann gibt es im Bereich der Naturheilkunde ja noch das Erfahrungsmedizinische Register (EMR), das im Auftrag von einigen grösseren Krankenkassen festlegt, wer von den Praktizierenden im Gebiet Naturheilkunde Leistungen über die Zusatzversicherung abrechnen darf und wer nicht. Das EMR erweckt den Eindruck, dass es diese Unterscheidung macht, indem es sich auf Qualitätskriterien stützt. Das ist irreführend, weil das EMR eigentlich hauptsächlich die konsumierten (und bezahlten) Ausbildungsstunden zusammenzählt. Die Qualität dessen, was in diesen Stunden vermittelt wird oder gar das Prüfungsniveau interessieren das EMR nicht.
Diese Art von Qualitätskontrolle ist eine reine Farce.
Zusammenfassend gilt für Phytotherapie-Ausbildungen (aber auch für andere Ausbildungen im Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin):
Sie haben keinerlei Gewähr für Qualität beim vermittelten Inhalt und bei den Dozierenden. Sie können die Qualität letztlich nur selber prüfen, was aber nicht einfach ist, wenn man sich in einem Fachgebiet nicht auskennt. Fragen Sie deshalb kritisch nach. Wenn Sie auf kritische Fragen von Schulleitungen oder Dozierenden genervte oder ausweichende Antworten bekommen, dann sollte ein Warnlämpchen aufleuchten.
Eine Checkliste mit Anregungen zur Überprüfung der Qualität finden Sie hier:

Heilpflanzen-Kurse: Die Checkliste – so prüfen Sie die Qualität!

Pflanzenheilkunde: Woran Sie fragwürdige Aussagen erkennen können

Meines Erachtens braucht es bezüglich der Ausbildungen im Bereich von Naturheilkunde – Pflanzenheilkunde – Komplementärmedizin eine intensive Auseinandersetzung um die Frage von Qualität und Qualitätssicherung.

Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema:
Naturheilkunde-Ausbildung: Mehr kritisches Denken – weniger blinden Dogmatismus

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Mit Pflanzenheilkunde gegen Grippe?

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Die Möglichkeiten der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) beschränken sich nicht nur auf “banale” Erkältungen. Offenbar kann man sogar Grippeviren mit Heilpflanzen bekämpfen.

Influenzaviren werden mit synthetischen Neuraminidase-Hemmern bekämpft, mit Zanamivir oder Oseltamivir. Das bekannteste Produkt auf der Basis von Oseltamivir ist “Tamiflu®” von Roche.
Es gibt aber auch Heilpflanzen-Extrakte, welche das Enzym Neuraminidase in den Grippeviren wirksam hemmen. Das berichteten Wissenschaftler des Instituts für Pharmazeutische Biologie der FU Berlin auf dem Kongress “Phytopharmaka und Phytotherapie 2008”.
Ginkgo biloba hemmt Influenzaviren
Bei der Untersuchung von 25 in der Volksheilkunde beschriebenen Heilpflanzen fanden die Phytotherapeutika-Experten gut wirksame pflanzliche Auszüge. So zeigten methanolische Extrakte des bereits von den Aborigines verwendeten Eucalyptus globulus Labill., vom in der bulgarischen Volksheilkunde genutzten Geranium sanguineum (Blutroter Storchenschnabel) und von Ginkgo biloba L. eine starke Hemmaktivität gegenüber der Neuraminidase. Von den ethanolischen Auszügen hatten Extrakte aus der nepalesischen Pflanze Bergenia ligulata (Wall) Engl. sowie aus der Kapland-Pelargonie Pelargonium sidoides Dc. diese starke antivirale Eigenschaft. Unter den wässrigen Extrakten schließlich hemmte besonders stark die chinesische Arzneibuch-Pflanze Scutellaria baicalensis Georgi die Neuraminidase. Im Ganzen zeigten 23 % der untersuchten Extrakte sogar eine stärkere Neuraminidase-Hemmung als die Vergleichssubstanz Zanamivir.
Quelle: http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23190/

Kommentar: Diese Ergebnisse sind sehr interessant, insbesondere was den Blutroten Storchenschnabel betrifft, welcher in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde bisher kaum eine Rolle gespielt hat. Auch betreffend Ginkgo biloba bringen die Untersuchungen der FU Berlin neue Erkenntnisse. Ginkgo gehört zwar bereits seit gut 20 Jahren zu den bedeutendsten Heilpflanzen in der Phytotherapie. Seine Hauptanwendungsgebiete sind aber Demenz und Periphere Arterielle Durchblutungsstörungen (PAVK). Darum sind die gefundenen antiviralen Effekte von Ginkgo-Extrakten eine echte Überraschung.
Erwähnt werden muss aber noch, dass es sich bei den beschriebenen Untersuchungen um Laborexperimente handelt (Enzymtest). Damit bleibt die Frage noch offen, ob die verwendeten Pflanzenextrakte auch im Organismus von Grippekranken eine vergleichbare Wirkung zeigen. Diese Präzisierung ist nötig, um nicht vorschnell überzogene Versprechungen in die Welt zu setzen.
Schwache Hemmeffekte erzielten im übrigen die Extrakte von Echinacea angustifolia (Sopnnenhut), Eleuterococcus senticosus (Taigawurzel) und Zingiber officinale (Ingwer). Diese Ergänzung fand ich in der Zeitschrift für Phytotherapie (2008; 29: 65-70).

Dieser Bericht der Medical Tribune ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Phytotherapie eben kein statisches Lehrgebäude ist, sondern sich dynamisch und vielfältig entwickelt, nicht zuletzt dank aktiver wissenschaftlicher Forschung. Neues kommt und Überholtes geht – diese kontinuierliche Erneuerung hält geistig fit und wirkt immer wieder faszinierend.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Vom Umgang mit Erfahrung in der Pflanzenheilkunde

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Wer sich für Heilpflanzen interessiert und sich über diesen faszinierenden Wissensbereich informieren will, stösst rasch auf eine Flut von Empfehlungen und Versprechungen. Da stellt sich sofort die Frage, wie ich denn wissen kann, ob eine bestimmte Heilpflanze die in Aussicht gestellte Wirkung auch tatsächlich entfalten kann. “Du musst es halt ausprobieren – die Erfahrung zeigt dann schon, ob es hilft” – so oder ähnlich fallen meistens die Antworten aus, wenn man dieses Thema in Kreisen von Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde aufwirft. Im ganzen Bereich der Komplementärmedizin wird gern auf “Erfahrungen” verwiesen, wenn nach Begründungen für bestimmte Therapieempfehlungen gefragt wird.
Meiner Ansicht nach brauchen wir in weiten Bereichen von Komplementärmedizin, Naturheilkunde oder Pflanzenheilkunde einen viel sorgfältigeren Umgang mit dem Begriff “Erfahrung”. Wie schnell kommt doch als Begründung für bestimmte Heilmethoden oder Heilmittel, dass es halt “Erfahrungen” seien, die dafür sprächen. Wie komplex dieser Begriff der “Erfahrung” in Wirklichkeit ist, zeigt zum Beispiel Wilhelm Schmid in folgendem Text:

“ Die Bereicherung des Erfahrungsschatzes hängt nicht etwa nur von der Vielzahl der Erfahrungen, sondern von deren Reflexion ab, um Erkenntnisse aus den gemachten Erfahrungen zu ziehen, vorschnelle Schlüsse aber zurückzuhalten. Die Reflexion erfordert eine Distanznahme zu dem, was dem Selbst widerfahren ist, um die Erfahrung, die gemacht worden ist, gleichsam von Aussen charakterisieren zu können als einzigartige oder aber anderen Erfahrungen ähnliche, als zufallsabhängige oder aber allgemeine Erfahrung, bedingt von Strukturen und eingebunden in bestimmte Zusammenhänge; was sich aus der Reflexion ergibt, ist als “Bestätigung, Korrektur oder Widerlegung” auf die Lebensführung zurückzubeziehen.
Der Reflexion förderlich ist der Erfahrungsaustausch mit Anderen; ohnehin erweisen sich wenige Sujets als so ergiebig für Gespräche wie das narrative Aufbereiten, das Vergleichen und Interpretieren von Erfahrungen. Zu deuten ist auch hier, ob die verschiedenen gemachten Erfahrungen dieselben oder ähnliche oder unterschiedliche sind, welche Gründe und Hintergründe sie haben könnten und welche Bedeutung ihnen zukommt. Kaum etwas verbindet Individuen so sehr wie gleiche oder ähnliche Erfahrungen, die der Selbstvergewisserung dienlich sind; kaum etwas hält sie nachhaltiger zueinander auf Distanz als die Unterschiedlichkeit von Erfahrungen, die verunsichernd wirkt und doch der wechselseitigen Bereicherung dienen könnte. Zur Annahme aber, dass es “authentische” Erfahrungen seien, die der eigenen Wissensproduktion Impulse verleihen, besteht kein Anlass: Erfahrungen sind in hohem Masse strukturell bedingt, und sie sind mithilfe von Vorstrukturierungen manipulierbar, sodass sie in dieser oder jener Form möglich oder unmöglich, wahrscheinlich oder unwahrscheinlich gemacht werden können. Die Art und Weise der Erfahrung und selbst ihrer Reflexion kann von Strukturen einer Kultur und von Gewohnheiten des Fühlens und Denkens vorgeprägt sein.

(Wilhelm Schmid, Philosophie der Lebenskunst, Suhrkamp 2000, S. 301)

Es gibt nicht diese reine Erfahrung, die uns direkt zeigt, wie es wirklich ist. Jede Erfahrung wird durch Theorien schon vorstrukturiert (nach Karl Popper). Jede Erfahrung, mit der wir zu tun bekommen, ist schon eine interpretierte Erfahrung. Darum braucht es einen aufwendigen Prozess der Auseinandersetzung, bis wir aus “Erfahrungen” Erkenntnisse gewinnen können. Es braucht unter anderem die von Schmid beschriebene Distanzierung von den eigenen “Erfahrungen”, damit sie reflektiert, eingeordnet, bewertet und mit “Erfahrungen” anderer Menschen verglichen werden können.
Beruft sich jemand zur Begründung für die Anwendung einer Heilmethode oder eines Heilmittels einfach auf “Erfahrung”, müsste daher sehr genau nachgefragt werden, wie sorgfältig und selbstkritisch sich diese Person mit ihren sogenannten Erfahrungen auseinandergesetzt hat. Denn “Erfahrung” allein lehrt uns noch nichts.

Das Buch “Philosophie der Lebenskunst” von Wilhelm Schmid können Sie im Buchshop anschauen und kaufen.

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Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmHg

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Drei Tassen Karkade-Tee (Hibiscus sabdariffa) pro Tag lässt den Blutdruck fallen – vor allem, wenn er zu Beginn schon etwas erhöht ist. Für die Pflanzenheilkunde ist das eine interessante Neuigkeit. Karkade, auch Hibiskus genannt und ein beliebter Genusstee, rückt damit immer mehr in den Kreis der Heilpflanzen
US-Forscher stellten fest, dass offenbar antioxydative Bestandteile im Karkade-Tee eine blutdrucksenkende Wirkung haben.

Diesen Effekt des Kräutertees glauben Wissenschaftler der Tufts-Universität in Boston in den USA nun belegen zu können. Dr. Diane McKay und ihre Mitarbeiter haben eine Studie durchgeführt mit 65 Männer und Frauen mit systolischen Blutdruckwerten zwischen 120 und 150 mmHg und diastolischen Werten niedriger als 95 mmHg.

Eine Gruppe trank sechs Wochen lang täglich drei Tassen frisch aufgebrühten Karkade-Tee, die andere ein Placebo-Getränk. Die Wirkung nach sechs Wochen: Der regelmäßige Genuss von Karkade-Tee ließ den systolischen Blutdruck im Schnitt um 7,2 mmHg sinken, das Placebo-Getränk dagegen nur um 1,3 mmHg. Auch beim diastolischen Blutdruck gab es einen – wenngleich weniger starken – Unterschied zugunsten der Teetrinker.

Besonders gut sprachen Studienteilnehmer mit hochnormalen oder schon leicht hypertensiven Blutdruckausgangswerten (129 mmHg oder höher) auf das rote Tee-Getränk an: In dieser Untergruppe sank der systolische Wert sogar im Schnitt um 13,2 mmHg (Placebo: 1,3 mmHg).

Die Herz-Forscher aus Boston vermuten, dass ein in Hibiscus sabdariffa enthaltener Bestandteil, der bereits in früheren Untersuchungen eine antioxidative Wirkung gezeigt hatte, der Grund für die blutdrucksenkende Wirkung sein könnte.

Quelle: www.aerztezeitung.de, 11. 11. 2008

Kommentar: Karkade wird hauptsächlich verwendet als rotfärbender Bestandteil in Hagebutten-Portionen-Teebeuteln. Für sich getrunken ist der Karkadetee ein erfrischend-säuerliches Getränk. Oft spricht man auch einfach von Hibiskus-Tee. Der Karkadetee gilt bisher eher als Genusstee und zählt weniger zu den Heilpflanzen. Wenn nun ein blutdrucksenkender Effekt gezeigt werden konnte, so ist das bemerkenswert, auch wenn die Wirkung im Grossen und Ganzen ja nicht sehr stark ist. Für einen markant erhöhten Blutdruck reicht Karkade-Tee allein jedenfalls nicht aus.

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Ernährungstipps bei Reizdarmsyndrom

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– Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) sollen Speisen mit fermentierbaren Sacchariden meiden. Das bedeutet konkret: Verzicht auf Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Lauch, Erbsen, Bohnen, Kohl und Pilze. Auch Weizen, Roggen und Gerste enthalten solche Saccharide.

– Ausserdem bessern sich bei 70 Prozent der Patienten und Patienten die Beschwerden durch eine fruktosearme Kost. Angesagt ist also Zurückhaltung bei Getränken, denen Fruktose (Fruchtzucker) zugesetzt ist und die als „zuckerfrei“ deklariert sind.

– Ungünstig wirken sich auch Äpfel, Birnen, Trauben, Honig und Datteln aus. Glukose (Traubenzucker) dagegen erleichtert die Aufnahme von Fruktose im Darm, weshalb Obst mit hohem Glukosegehalt auf dem Diätplan stehen darf, also Bananen, Pflaumen oder Erdbeeren.

Quelle: www.aerztezeitung.de, 27. 11. 2008

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Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

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Flohsamen und Pfefferminzöl können beim Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) die Beschwerden lindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2008; 337: a2313). Zwischen 5 und 20 Prozent aller Erwachsenen, vor allem Frauen, sollen an Beschwerden leiden, die mit Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs einhergehen und als Reizdarmsyndrom bezeichnet werden. Das Reizdarmsyndrom gilt als funktionelle Störung. Nachdem Medikamente, die gezielt Serotonin-Rezeptoren blockieren, sich als problematisch gezeigt haben, sind die Patienten auf traditionelle Mittel angewiesen, denen ärztlicherseits aber oft keine Wirkung zugestanden wird. Zu Unrecht meint der Gastroenterologe Alexander Fort von der McGill Universität in Hamilton/Ontario. Er machte in medizinischen Datenbanken 35 randomisierte kontrollierte Studien ausfindig, deren Ergebnisse er in einer Meta-Analyse zusammenfasste.??
Ein häufiger Ratschlag an Patienten mit Reizdarmsyndrom besteht darin, sich ballaststoffreicher zu ernähren. Reformhäuser, Drogerien und Apotheken bieten hierfür eine Reihe von Präparaten an.
In zwölf Studien wurden Ballaststoffprodukte mit Placebo verglichen. Die regelmäßige Einnahme senkte das Risiko auf ein Andauern der Symptome um 13 Prozent. Die Anzahl der Patienten, die therapiert werden müssen, um einen von seinen Reizdarmbeschwerden zu befreien (Number Needed to Treat, NNT), beträgt 11. Die günstige Wirkung wurde in den Studien nur für Flohsamen (Isphaghula) belegt (NNT 6). Weizenkleie dagegen scheint nicht besser abzuschneiden als Placebo.??
Die besten Ergebnisse zeigten sich in der Meta-Analyse von Alexander Fort für Pfefferminzöl. Diese Präparate senken das Risiko auf andauernde Symptome um 57 Prozent, und um einen Patienten schmerzfrei zu bekommen, müssen nur 2,5 behandelt werden.??Pfefferminzöl wird in dünndarmlöslichen Kapseln verabreicht und lindert vor allem krampfartige Beschwerden beim Reizdarmsyndrom.
Quelle: www.aerzteblatt.de
Originalarbeit: http://www.bmj.com/cgi/reprint/337/nov13_2/a2313.pdf

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Fundierte Heilpflanzen-Bücher für Laien & Fachleute

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In unserem Online-Buchshop finden Sie eine sorgfältige Auswahl an Büchern zu den Themen Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Naturheilkunde, Heilpflanzen, Natur (Pflanzen & Tiere), Gesundheit und Philosophie. Zu jedem Buch habe ich einen Kommentar geschrieben, der seine Stärken aufzeigt und auch darlegt, für welche Bedürfnisse es geeignet ist.

Heilpflanzen-Bücher gibt es wie Sand am Meer. Die meisten Buchverlage drucken aber einfach, was sich gut verkaufen lässt, ohne dass sie den Inhalt auf seine Seriosität prüfen. Es fehlt über weite Strecken an Qualitätskontrolle. Viele Heilpflanzen-Bücher müssten daher eigentlich eher zur Kategorie „fantasy“ gerechnet werden. Beim Thema „Heilpflanzen“ geht es aber um Ihre Gesundheit. Vertrauen Sie daher nicht nur den schönen Versprechungen der Buchverlage. Wir stellen Ihnen die Heilpflanzen-Bücher kritisch vor, mit ihren Vor- und Nachteilen. Die zahlreichen fachlich unseriösen Pflanzenheilkunde-Bücher finden Sie bei uns allerdings gar nicht. Wir verkaufen lieber weniger Bücher, dafür aber nur solche, zu denen wir stehen können. Besuchen Sie doch mal unseren Heilpflanzen-Buchshop.

Eine Checkliste zur Prüfung von Heilpflanzen-Büchern finden Sie hier:
Heilpflanzen-Bücher: Qualität prüfen – aber wie?

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Multivitamin-Tabletten ersetzen nicht Obst und Gemüse!

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Millionen von Menschen weltweit nehmen Antioxydantien wie die Vitamine A, C , E, Beta-Karotin und Selen in der Hoffnung, mit dieser Maßnahme ihre Gesundheit zu verbessern, bzw. ihr Leben zu verlängern. Eine in Dänemark und Italien erarbeitete und im Fachblatt Journal of the American Medical Association (JAMA) publizierte Studie zeigt allerdings, dass diese Hoffnungen kaum realistisch sind. Ganz im Gegenteil:
Obst und Gemüse sind nicht durch Tabletten zu ersetzen: Multivitamin-Tabletten können offenbar sogar das Sterberisiko erhöhen.
Für die Vitamine A, Betakarotin und E zeigten die Forscher anhand der Auswertung der Daten von 47 der 68 Studien, die bis zum Oktober 2005 beendet waren, dass diese Vitamin-Zugaben die Sterblichkeit erhöhten. An den ausgewerteten Untersuchungen nahmen insgesamt 232 606 Menschen teil. Die Studienergebnisse wurden weltweit in 385 Publikationen dargestellt und analysiert. Damit baut diese Untersuchung auf einer ganz ungewöhnlich breiten Datenbasis auf.
Die Autoren wählten 47 Studien aus, weil diese hohen wissenschaftlichen Anforderungen genügen und daher das höchste Vertrauen verdienen. Es zeigte sich anhand der statistischen Analysen, dass die Einnahme von Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E in Tablettenform wahrscheinlich das Sterberisiko individueller Menschen erhöht hatte. Vitamin C zeigte sich in Bezug auf die Wirkung auf die Sterblichkeit als „neutral“ und nur für Selen konnten die Wissenschaftler einen schwachen Überlebensvorteil nachweisen.?

Quelle: http://www.online-hausarzt.de
Originalarbeit: http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/297/8/842

Kommentar:
Auch diese Studie kann uns nicht die endgültige Wahrheit über Vitaminpillen liefern. Wissenschaft bietet selten so eindeutige Ergebnisse. Jedenfalls ist nicht auszuschliessen, dass es für die erhöhte Sterblichkeit in der “Vitamingruppe” noch andere Gründe gibt.
Trotzdem: Dass die mit grossem Aufwand als besonders gesund propagierten Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise sogar schaden, ist eigentlich ein Hammer. Dass pauschale Vitamincocktails in der Regel nutzlos sind, haben schon viele andere Studien gezeigt. Wer trotzdem Geld ausgeben will für solche Produkte, kann die Dosierung problemlos halbieren, ist dann im sichereren Bereich und schont zudem den Geldbeutel.
Es ist meines Erachtens grundsätzlich heikel, wenn uns dauernd suggeriert wird, dass wir in allen möglichen Lebenslagen irgendwelche Mittelchen brauchen. Das gilt nicht nur für Nahrungsergänzungsmittel sondern auch für Naturheilmittel aller Art und somit auch für Heilpflanzen-Anwendungen. Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde sollten aufpassen, dass sie nicht mitmachen in einer grandiosen Medikalisierungs-Welle, die darauf hinaus läuft, dass jeder Mensch behandlungsbedürftig ist. Wenn das nämlich so weiter geht, brauchen wir bald alle in grossen Stil Tabletten, Tropfen, Globuli, Tees, Spritzen oder gar Operationen. Selbst wenn uns eigentlich gesundheitlich gar nichts fehlt.
Für mich steht ausser Frage, dass Heilpflanzen bei vielen Beschwerden sinnvoll angewendet werden können. Und dass Vitamine, Mineralsalze oder Spurenelemente in den eher seltenen Fällen eines klar festgestellten Mangels nützlich sind.
Nur diese pauschale Behandlung breiter Bevölkerungskreise ohne triftige Gründe dafür – das gibt mir zu denken.

Kritische Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie auch im Buch “Pillen, Pulver, Powerstoffe”, dass Sie im Buchshop anschauen und bestellen können.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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