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[Buchtipp] „Cannabis“ von Klaus Häussermann, Franjo Grotenhermen, Eva Milz

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CannabisVerlagsbeschreibung

Cannabis auf Rezept!
1976 pries der Song „Legalize it!“ Cannabis als Medizin – und landete auf dem Index. 2016 lindert Vater Beimer in der „Lindenstraße“ seine Parkinsonsymptome mit Gras und hat die Nation auf seiner Seite. Ein weiter Weg – doch jetzt ist es so weit: Cannabis auf Rezept aus der Apotheke! Dieses Szenario ist brandneu und wirft ungewohnte Fragen auf:
Welche Sorten und Darreichungsformen von Cannabis sind verfügbar?
Wem wird was auf welcher rechtlichen Grundlage verschrieben?
Welche Indikationen sprechen auf Cannabis an?
Wie sind Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen für den Patienten?
Wie gestaltet sich Beschaffung, Lagerung und Prüfung in der Apotheke?
Die Autoren, ausgewiesene Experten für BtM und cannabisbasierte Arzneimittel, liefern Ihnen eine kompakte Arbeitshilfe für die Apotheke. Profitieren Sie von diesem Wissen!

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Zum Autor Klaus Häußermann

Dr. Klaus Häußermann studierte Biologie an der Universität Stuttgart. Die Promotion folgte am Dr. Margarete-Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart. Nach 20-jähriger Industrietätigkeit als Leiter Betäubungsmittel (BtM-Verantwortlicher, zuvor Leiter Med-Wiss. BtM & ZNS, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenausschuss BtM beim BfArM) sind Schwerpunkte seiner freiberuflichen Tätigkeit Fortbildung (LAV Baden-Württemberg, verschiedene bundesweit auftretende Seminaranbieter) und Beratung im Betäubungsmittelwesen in Apotheke, Arztpraxis und Industrie. Er ist Autor von Fachartikeln in der Zeitschrift PTAheute und des BtM-Teils von „Das große PTAheute Handbuch“. Dr. Häußermann ist Mitglied der ACM/IACM und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Kommentar von Martin Koradi

Die Möglichkeiten für den legalen Einsatz von Cannabis als Arzneimittel waren lange Zeit aus ideologischen Gründen komplet verschlossen. Das ändert sich seit einigen jahren Schritt für Schritt.

In der Schweiz  sind unter gewissen Umständen pharmazeutische Präparate wie Dronabinol, Sativex, Cannabistinktur und Ölauszuge (Sativa Öl) mit einer Bewilligung des BAG legal erhältlich. In Deutschland hat der Bundestag im Januar 2017 das „Cannabisgesetz“ angenommen.  Damit können Ärzte und Ärztinnen Cannabisblüten verschreiben, wenn sie begründet eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf oder vorhandene Symptome erwarten. Die Krankenkassen müssen diese Therapie in solchen Fällen bezahlen. Der Anbau des medizinischen Cannabis wird in Zukunft Sache des Staates sein.

Diese veränderte gesetzliche Situation stellt Ärzte und Apotheker vor neue Herausforderungen und verlangt vertieftes Wissen über Wirkungen, Nebenwirkungen, Interaktionen, Anwendungsformen, Dosierungen etc.

Diese A4-Broschüre mit 51 Seiten liefert das nötige Know-how.

Die rechtlichen Erläuterungen beziehen sich natürlich auf die Situation in Deutschland und lassen sich nicht auf die Schweiz übertragen.

Von den fachlichen Ausführungen profitieren jedoch alle, die sich mit der medizinischen Anwendung von Cannabis befassen.

Die Wirkungen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen, Risiken und Anwendungsformen (Präparate, Canabisblüten) werden detailliert und auf dem aktuellen Wissensstand beschrieben.

Als etablierte Indikationen für cannabisbasierte Medikamente führen die Autoren auf:

Übelkeit und Erbrechen bei Krebs-Chemotherapie

Appetitlosigkeit und Kachexie (Auszehrung) bei Krebs- oder HIV/Aids-Patienten

Neuropathische und chronische Schmerzen

Spastik bei multipler Sklerose.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

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[Buchtipp] Homöopathie neu gedacht von Natalie Grams

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homoeopathie-neu-gedacht

Verlagsbeschreibung

Die Homöopathie ist über 200 Jahre alt und erfährt auch heute noch einen ungebrochenen Zustrom. Viele Patienten und Therapeuten schwören auf die alternative Heilmethode, die mittlerweile auch von vielen Krankenkassen erstattet wird. Kritikern erscheint dies völlig unverständlich ist für sie doch längst klar, dass die Homöopathie hoffnungslos unwissenschaftlich ist und allenfalls einen Placebo-Effekt zu bieten hat. Schon seit ihrer Geburtsstunde sieht sich die Homöopathie äusserst kontroversen Diskussionen ausgesetzt. Die Positionen von Befürwortern und Gegnern scheinen dabei ebenso unverrückbar wie unvereinbar. Natalie Grams zugleich naturwissenschaftliche Ärztin und offene Homöopathin geht in diesem authentischen Buch über das bisher Gesagte hinaus. Sie beantwortet spannende Fragen: Was bleibt in einer Medizin des 21. Jahrhunderts übrig von dem Gedankengebäude der Homöopathie? Wie wirkt sie wirklich? Welche Teile von Hahnemanns Theorien können wir auch heute noch guten Gewissens anwenden und zum Nutzen von Patienten und Gesundheitssystem einsetzen? Wo aber hat die Homöopathie Grenzen und muss in der Tat kritisch betrachtet und bewertet werden? Die Autorin hat sich über Jahre mit den Kritikpunkten an der Homoöpathie auseinandergesetzt, nimmt aber gleichzeitig auch die Wünsche und Sorgen ihrer Patienten ernst, die sich in der konventionellen Medizin oft nur unzureichend versorgt fühlen. Ihr Buch versucht einen (überfalligen) Brückenschlag zwischen den zwei traditionell verfeindeten Lagern.

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Zur Autorin Natalie Grams

Die Ärztin Dr. med. Natalie Grams, Jahrgang 1978, führte eine erfolgreiche homöopathische Privatpraxis in Heidelberg. Im Laufe ihrer Tätigkeit kamen ihr als Naturwissenschaftlerin jedoch Zweifel darüber, wie die Homöopathie auch heute noch guten Gewissens angewendet werden kann. Ihr Medizinstudium hat Grams in München begonnen und in Heidelberg beendet, wo sie seither mit ihrem Mann und drei Kindern lebt.

Inhaltsverzeichnis des Buches „Homöopathie neu gedacht“:

Vorwort.

1. Wie und auf welcher Grundlage behandelt die Homöopathie?

2. Wovon ist die Rede, wenn wir von Homöopathie sprechen?- Gibt es die Homöopathie?- Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie.- In welcher Zeit entstand die Homöopathie?- Die homöopathische Methode – was ist anders?- Die homöopathischen Repertorien und die Materia medica.- Die homöopathische Anamnese.- Die homöopathischen Medikamente (Potenzierung).- Die homöopathische Diagnose, das Prinzip Ähnlichkeit und die homöopathische Arzneimittel-Prüfung.- Die Empfindungsmethode in der Homöopathie.

3. Ist die Homöopathie Teil der heutigen Medizin?- Wozu brauchen wir die Wissenschaft überhaupt?- Zur persönlichen Situation: Im Konflikt mit der Naturwissenschaft.- Geistartige Energie und fehlender Wirkstoff – das Problem der potenzierten Medikamente in der Homöopathie.- Der problematische Begriff Lebenskraft.- Die homöopathische Arzneimittelprüfung.- Ist die Homöopathie Medizin?

4. Warum wenden sich Patienten der Homöopathie zu?…

Kommentar von Martin Koradi

Das Buch „Homöopathie neu gedacht“ von Natalie Grams ist sehr lesenswert für alle, die sich für Homöopathie im speziellen oder für Komplementärmedizin im weiteren Sinn interessieren. Doch auch wer wissenschaftlich-medizinisch denkt, wird aus dem Buch interessante Anregungen mitnehmen können. Denn die Frage, der Natalie Grams auf den Grund geht, ist sehr relevant: Wenn homöopathische Globuli keine spezifische arzneiliche Wirkung haben – und dafür sprechen die vorliegenden Erkenntnisse aus Studien mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit – wie kommt es dann, dass viele Menschen bei verschiedensten Beschwerden durch Homöopathie Linderung erfahren? – Die Antworten auf diese Frage sind auch lehrreich für andere therapeutische Methoden und für die Medizin. Kritiker und Anhänger der Homöopathie können aus „Homöopathie neu gedacht“ interessante Erkenntnisse gewinnen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen und Kräuterkursen.

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Nordrhein-Westfalen will Pflegeberufe deutlich aufwerten

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Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will einem Bericht zufolge die Rolle von Pflegekräften im Gesundheitswesen stärken. Wo über Pflege entschieden werde, sitze «oftmals keiner von der Pflege mit am Tisch», sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dem «Kölner Stadt-Anzeiger».

Pflegerichtlinien würden demnach hauptsächlich von Vertretern der Ärzte, Krankenkassen und Kliniken gemacht. «Das Berufsbild muss als eine eigene Profession im Gesundheitswesen aufgewertet werden, auch damit der Beruf für mehr Abiturienten attraktiv wird», erklärte Laumann der Zeitung. Er kündigte dem Bericht zufolge eine eigene Interessenvertretung der Pflegenden in Nordrhein-Westfalen an.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71449

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Aufwertung der Pflege ist ein wichtiges politisches Anliegen. In der Schweiz geht die Pflegeinitiative in eine ähnliche Richtung:

Pflegeinitiative

Die Pflegeinitiative ist vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) lanciert worden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Phytotherapie-Ausbildung – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier entsteht ein Text mit FAQ (Frequently Asked Questions) zur Phytotherapie-Ausbildung am Seminar für Integrative Phytotherapie (SIP) in Winterthur (Schweiz). Der Text wird im Laufe der Zeit mit weiteren Fragen und Antworten erweitert.

Brauche ich Vorkenntnisse im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde? Wie stark muss ich mich mit Heilpflanzen schon auskennen?

Für diesen Lehrgang brauchen Sie weder phytotherapeutische noch botanische Vorkenntnisse. Wir bauen das Wissen von den Grundlagen her systematisch und sorgfältig auf. Wenn Sie aber schon Vorkenntnisse haben, ist das schön, nützlich und keineswegs störend.

Wieviele Teilnehmende hat es pro Klasse?

Maximal 16 Teilnehmende.

Ich arbeite in der Pflege, aber an meinem derzeitigen Arbeitsplatz kann ich Heilpflanzen-Anwendungen nicht einsetzen. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Das geht problemlos. Wir haben in der Phytotherapie-Ausbildung neben Teilnehmenden, die mit einem Auftrag ihrer Pflegeinstitution kommen, immer auch Pflegende, die den Lehrgang erst einmal für sich machen. Manchmal zeigt sich dann im Verlaufe des Lehrgangs eine Möglichkeit im bisherigen Team oder an einer anderen Arbeitsstelle.

Ich arbeite in der Pflege. Kann ich damit rechnen, dass mein Arbeitgeber sich an den Kosten der Phytotherapie-Ausbildung beteiligt?

Das ist sehr unterschiedlich. Wir haben Teilnehmende, die den Lehrgang selber bezahlen und die Kurstage in ihrer Freizeit besuchen. Wir haben aber auch Pflegende, bei denen der Arbeitgeber die Kosten ganz oder teilweise übernimmt und/oder die Kurstage als Arbeitszeit angerechnet werden.Es lohnt sich meiner Erfahrung nach in vielen Fällen, bezüglich einer Beteiligung der Institution mit den Vorgesetzten das Gespräch zu suchen.

Es gibt gute Argumente für Phytotherapie in der Pflege. Unterstützung für die Gespräche mit Vorgesetzten finden Sie in den folgenden Unterlagen:

– Phytotherapie in der Pflege (PDF). Argumente für Phytotherapie in der Pflege. Aussagen von Pflegedienstleitungen aus Institutionen, die Phytotherapie integriert haben.

– Phytotherapie in der Pflege. Kurztext mit Argumenten für Phytotherapie in der Pflege.

– Phytotherapie in der Palliative Care. Artikel von Martin Koradi in der Zeitschrift palliative.ch mit Infos und Argumenten für Phytotherapie in der Palliative Care.

Ich strebe eine EMR-Anerkennung an. In der Ausschreibung steht, dass es für die dazu nötigen 300 Stunden zwei Zusatzmodule braucht. Was sind das für Module, und was bedeutet überhaupt EMR?

Das Erfahrungsmedizinische Register (EMR) entscheidet für Krankenkassen, wer als NaturheilkpraktikerIn über Zusatzversicherung abrechnen kann und stellt dazu Kriterien auf.

Bei den Zusatzmodulen handelt es sich um die beiden Kurse in Lenk und Mürren. Wer diese Kräuterwanderungen zusätzlich zum normalen Lehrgang absolviert und die Abschlussprüfung der Phytotheerapie-Ausbildung besteht, bekommt von mir ein 300-Stunden-Zertifikat. Beachten Sie aber bitte, dass Sie allein mit einem solchen 300-Stunden-Zertifikat noch nicht über Zusatzversicherung abrechnen können, weil es dazu zusätzlich Nachweise über andere Methoden und medizinische Grundlagen braucht. Informationen dazu finden Sie auf der Website des EMR.

Falls Sie ein solches EMR-kompatibles 300-Stunden-Zertifikat ins Auge fassen, können wir gerne am Telefon besprechen, ob das in Ihrer Situation Sinn macht oder eher nicht.

Im Lehrgang hat es zwei Exkursionsteile mit Kräuterwanderungen. Wie fit muss ich dazu sein?

Die Exkursionen in Feldis und Trin setzen Wanderfähigkeit und eine normale Trittsicherheit voraus. Sie können an bestimmten Punkten bei Bedarf auch individuell abgekürzt werden, zum Beispiel, indem anstelle eines Abstiegs der Bus benützt wird. Falls Sie unsicher sind bezüglich dieser Frage, rufen Sie mich an. Telefonisch lässt sich das besser klären.

Ich habe keinen medizinischen Grundberuf. Komme ich mit im Unterricht und was kann ich nachher mit dem erworbenen Wissen anfangen?

Im Unterricht drücke ich mich als Dozent verständlich aus. In den Kursunterlagen kommen aber auch medizinische Fachausdrücke vor. Wenn Sie damit nicht vertraut sind, müssen sie mit einem gewissen Mehraufwand rechnen, um mal das eine oder andere nachzuschlagen oder nachzulesen. Ansonsten ist es meiner Erfahrung nach vor allem eine Motivationsfrage: Wer interessiert und motiviert ist, kann sich das vermittelte Phytotherapie-Wissen auch ohne medizinischen Grundberuf aneignen. Ich habe schon exzellente Abschlüsse von Leuten ohne medizinischen Hintergrund erlebt.

Beachten Sie aber unbedingt, dass dieser Lehrgang allein nicht dazu qualifiziert, in einer Praxis Patienten zu behandeln. Dazu fehlt Ihnen ohne medizinische Ausbildung die Diagnostik. Für Pflegefachleute, die zum Beispiel in Pflegeheimen oder in der Spitex Heilpflanzen-Anwendungen einfliessen lassen, ist die Situation anders, weil dort die medizinische Diagnostik sichergestellt ist und dazu Dokumentationen vorhanden sind.

Für Teilnehmende ohne medizinischen Hintergrund gibt es allenfalls seriöse Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Bildung (Kurse, Exkursionen). Es gibt aber auch Teilnehmende ohne medizinischen Grundberuf, die Phytotherapie-Wissen einfach für sich so fundiert wie möglich erwerben möchten. Um solche Fragen zu klären setze ich für Interessierte ohne medizinischen Grundberuf ein telefonisches Vorgespräch voraus. Rufen Sie mich also gegebenenfalls an.

Kann ich auch einzelne Themenblöcke aus der Phytotherapie-Ausbildung buchen?

Nein. Das wäre für mich zwar lukrativ, weil ich immer wieder solche Anfragen habe und viele Einzelmodule verkaufen könnte. Ich will aber mit einer Klasse arbeiten und Schritt für Schritt aufbauen den Stoff vermitteln. Für die Klasse wäre es hinderlich, wenn bei jedem Thema Teilnehmende reinkommen, die mit den Grundlagen und mit dem vorhergehenden Stoff nicht vertraut sind. Aus diesem Grund bin ich kein Anhänger des Modulsystems.

Der Lehrgang vermittle eine „Integrative Phytotherapie“, heisst es in der Kursausschreibung. Was ist gemeint mit „Integrativ“?

Integrative Phytotherapie versteht sich als Brücke zwischen Naturheilkunde und Medizin. Damit verbunden ist Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit im Verhältnis zur Medizin, das Bestreben nach fundierter Begründung von Aussagen, eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen phytotherapeutischer Anwendungen und die Absage an Heilslehren und Dogmen aller Art. Die Grundhaltung der „Integrativen Phytotherapie“, wie sie am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur vermittelt wird, schafft optimale Voraussetzungen für die Integration von professionellen Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Pflegeheime und Kliniken.

Siehe dazu auch: Integrative Phytotherapie verbindet Medizin und Naturheilkunde.

(Dieser FAQ-Text wird bei Gelegenheit mit weiteren Fragen und Antworten ergänzt)

Hier gehts zur Kursausschreibung der Phytotherapie-Ausbildung.

 

 

 

 

 

 

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Cannabis-Medikamente bereichern Schmerztherapie und Palliativmedizin / Palliative Care

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Dr. Thomas Nolte (59) leitet als Facharzt für Anästhesiologie das Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden. Bis 2009 war er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und ist auch im Hospiz- und Palliativverband Hessen aktiv.

Im Gespräch mit „dpa“ kommt Nolte auf Dronabinol zu reden, ein Präparat auf der Basis von halbsynthetischem THC.

Die Anwendung sei äußerst selten – er verordne diesen Wirkstoff vielleicht einem von 200 Schmerzpatienten pro Woche. Die Verordnung sei auf bestimmte Patientengruppen beschränkt, zum Beispiel mit Multipler Sklerose, schwerem Tumorschmerz oder Spastiken. Der Vorteil sei die gute Verträglichkeit, auch in der Langzeitanwendung. Wegen des speziellen Wirkmechanismus könne man damit Effekte erzielen, die mit anderen Pharmaka nicht erreichbar seien.

Auf die Frage, wieso dieses Mittel so selten eingesetzt werde, antwortet Nolte:

„Der Zugang ist extrem limitiert: Es muss über ein Betäubungsmittel-Rezept verordnet werden und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in seltenen Fällen. Aus meiner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass Dronabinol einen anderen Status hat. Es ist eine effektive, gut verträgliche Substanz und eine Bereicherung im Spektrum eines Schmerztherapeuten und Palliativmediziners. Es gibt keinen Grund, dass wir darüber nicht genauso verfügen können wie über Opioide, Antiepileptika oder Antidepressiva.“

Quelle:

https://de.nachrichten.yahoo.com/schmerztherapeut-cannabis-medikamente-eine-bereicherung-100802269.html

Kommentar & Ergänzung:

Es ist sehr zu begrüssen, wenn es zunehmend sichere, legale Anwendungsformen für den medizinischen Einsatz von Cannabispräparaten gibt.

Zur Situation in der Schweiz:

Neues Cannabis-Medikament in der Schweiz

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich?

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Cannabis ist für manche Patientinnen und Patienten ein wirksames und wichtiges Heilmittel – vor allem bei Spastik (Muskelverspannungen) infolge von Multipler Sklerose und bei Schmerzen aufgrund von Krebserkrankungen, Fibromyalgie etc.

Doch wo und wie bekommt man in der Schweiz als Patientin oder Patient Cannabis-Produkte legal?

Wer in der Schweiz Cannabis legal beziehen will, hat nur eine Option: Die Bahnhof-Apotheke in Langnau im Emmental.

Inhaber Dr. Manfred Fankhauser ist der einzige Apotheker in der Schweiz, der Cannabis verarbeiten und verkaufen darf. Schon seit 2007 gibt er Dronabinol-Tropfen (Tetrahydrocannabinol, THC) ab, seit 2011 verarbeitet er auch natürliches Hanf zu einer Cannabistinktur.

Im Juli 2011 wurden in der Schweiz die Regeln für die Nutzung von Hanf als Medikament gelockert – der Einsatz von Cannabis als Heilmittel wurde erlaubt, ebenso wie der Anbau und die Verarbeitung zu diesem Zweck. 14 Tage nach Inkrafttreten der Lockerung reichte Fankhauser den notwendigen Antrag beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon jahrzehntelange Erfahrungen mit der medizinischen Anwendung von Hanf.

Schon im Jahr 2007 erhielt Fankhauser vom BAG eine Ausnahmebewilligung für Dronabinol. Zwar war laut Gesetz alles untersagt, was aus der Hanfpflanze hervorgeht, doch THC kann für die Produktion von Dronabinol synthetisch gewonnen werden.

Ganz so einfach, wie das nun aussehen mag, ist der legale Bezug von Cannabis für Patientinnen und Patienten allerdings nicht.

Jeder Patient und jede Patientin braucht eine Bewilligung des BAG, damit ein Arzt Cannabis – entweder als Dronabinol oder seit 2011 als Cannabistinktur – verschreiben kann. Das Cannabis-Kraut darf nicht verordnet werden.

Jede Schweizer Apotheke könne grundsätzlich die Genehmigung beantragen, erklärt Fankhauser, doch seien sie die Einzigen, die die administrativen Hürden genommen haben.

Seit 2007 hat Fankhauser rund 1000 Patienten mit den beiden Produkten versorgt, allein mit der Cannabis-Tinktur seit 2011 etwa 400. Gegenwärtig versorge er rund 300 Patienten regelmäßig. Davon seien zwei Drittel Schmerzpatienten. Die beiden Hauptindikationen seien Schmerzen und Spastiken. Darunter seien viele Patienten mit Multipler Sklerose (MS), aber auch Patienten mit Tumoren, Glaukomen, neuropathischen Schmerzen, neurologischen Ticks oder Tremoren.

Fankhauser darf mit seinen Cannabis- bzw. THC-Produkten ausschließlich Kunden in der Schweiz beliefern. Ein typischer Patient, zum Beispiel ein MS-Kranker mit Spastik, muss etwa 10 bis 20 Franken pro Tag für die Behandlung ausgeben. Die Krankenkassen zahlen die Behandlungskosten nicht.

Zum Teil seien die Erwartungen an Cannabis zu hoch, vermutet Fankhauser, denn immer wieder seien Patienten enttäuscht. Hanf könne viel, aber es sei kein Wundermittel.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/schweiz-die-hanf-apotheke/

Kommentar & Ergänzung:

Cannabis ist für bestimmte Anwendungsbereiche wie gewisse Schmerzzustände und Spastiken ein bedeutendes Heilmittel. Darum ist es sehr wichtig, dass für entsprechende Patientinnen und Patienten ein legaler Weg für die Anwendung gangbar ist.

Und es ist sehr wertvoll, dass sich hier ein Apotheker intensiv in die Materie eingearbeitet hat. Dieses Spezialwissen ist entscheidend für die Wirksamkeit und für die Sicherheit der Anwendung, aber auch für den Umgang mit den nötigen Bewilligungen.

Verschont den Mann jedoch mit „Kiffer-Anfragen“ und ähnlichem. Er soll sich um die Beratung von Patientinnen und Patienten kümmern können, die Cannabis als Medikament nötig haben.

Website Bahnhof-Apotheke Langnau:

http://www.panakeia.ch/dronabinolcannabis.html

Weitere Beiträge zur medizinischen Anwendung von Cannabis im Suchfeld oben rechts unter dem Suchwort „Cannabis“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Welche Bedeutung hat Cannabis für die Medizin?

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Vor kurzem hat das Verwaltungsgericht in Köln entschieden, dass in begründeten Einzelfällen der Eigenanbau von Cannabis zu therapeutischen Zwecken erlaubt ist.

Näheres siehe dazu hier:

Gericht erlaubt Schmerzpatienten Eigenanbau von Cannabis  (auch mit Informationen zur arzneimittelrechtlichen Situation in der Schweiz).

In der „Deutschen Apothekerzeitung“ publizierte Prof. Dr. Thomas Herdegen daraufhin eine Einschätzung bezüglich der Bedeutung von Cannabis in der Medizin:

„Auch wenn, insbesondere aus den USA, immer wieder neue Anwendungsgebiete für Cannabis propagiert werden, beschränken sich die Indikationen, für die es Hinweise auf einen belegbaren Nutzen gibt, auf Schmerzhemmung, Schmerzen und Spastik bei multipler Sklerose, Anti-Emesis und Appetitsteigerung bei Kachexie.“

Grundsätzlich seien Cannabinoid-haltige Arzneimittel zwar in der Regel gut verträglich, doch zeigten sie große individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit. Je nach Indikation würden sie oft in ihrer Wirkung von Arzneistoffen der ersten Wahl übertroffen.

Obwohl in manchen Studien nur gering verbesserte Mittelwerte oder schwache klinische Effekte gezeigt werden konnten, sei nicht auszuschließen, dass gewisse Subgruppen der Patientinnen und Patienten von Cannabinoiden profitieren.

Nach Prof. Herdegen stellen sie daher in der Hand von erfahrenen, im Umgang mit Cannabinoiden vertrauten Therapeuten für einige Erkrankungen eine sinnvolle Therapieoption dar, wobei sie aber meist 2. Wahl seien.

Prof. Herdegen geht auch auf Risiken und Nebenwirkungen ein:

„Die gefürchteten psychogenen Wirkungen mit Missbrauch, Einschränkung kognitiver Fähigkeiten und Entzug beim Absetzen treten, ausgenommen von Einzelfällen, weit jenseits der therapeutischen Dosierungen auf. Beim medizinisch indizierten Einsatz kommt es vor allem zu folgenden, nicht-psychogenen Nebenwirkungen: Müdigkeit, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Hypotension, Mundtrockenheit, vermindertem Tränenfluss sowie gastrointestinalen Irritationen. Generell unterliegen die Nebenwirkungen aber einer mehr oder weniger raschen Toleranz (Beginn nach Tagen bis Wochen), was den Verdacht nahelegt, dass das auch bei den Wirkungen der Fall sein könnte.“

Zusammenfassend hält der Experte fest, „dass aus medizinischer Sicht die Cannabinoide zum ‚therapeutischen Arsenal’ gehören, wenn auch als Mittel der zweiten Wahl.“

Gerade in der Schmerztherapie könne dieses Arsenal aber nicht groß genug sein und auch die Standard-Therapeutika wie COX-Inhibitoren und Opioide seien im Umgang nicht weniger problematisch.

Die Kosten für standardisierte Cannabinoid-Arzneimittel sollten daher von den Krankenkassen übernommen werden, wenn ihre Anwendung medizinisch begründet ist, schreibt Herdegen.

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/08/01/wann-cannabis-helfen-kann/13472.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Ich teile die Stossrichtung dieser Einschätzung voll.

Cannabis sollte klar zum „therapeutischen Arsenal“ der Medizin gehören.

Und der medizinische Einsatz von Cannabis sollte kritisch diskutiert werden und auf Indikationen begrenzt, für welche ausreichend dokumentierte Wirksamkeit vorliegt. Fragwürdig ist es jedenfalls, Cannabis als Heilmittel für alle möglichen Beschwerden zu propagieren.

Schmerzkranke und Menschen mit Spastik, zum Beispiel bei Multipler Sklerose, sollten aber einen legalen Zugang zu Cannabis als Arznei haben, wenn sie damit ihre Beschwerden lindern können.

Dasselbe gilt für Krebspatienten zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen, die als Begleiterscheinung von Chemotherapien auftreten können, sowie zur Linderung von Appetitlosigkeit.

Zum Urteil des Verwaltungsgerichts siehe auch:

Cannabis-Eigenanbau: Pharmazeutische Bedenken 

Und weiteres zur medizinischen Anwendung von Cannabis:

Cannabis als Arznei 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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„Chemie“ oder Pflanzenheilkunde?

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Die „Welt“ interviewt Michael Keusgen. Professor für Pharmazeutische Chemie von der Philipps-Universität Marburg, der auf Expeditionen in Afghanistan nach Heilpflanzen sucht.

Hier ein Ausschnitt zum Thema „Pflanzenheilkunde“:

„Frage: Setzen wir in Deutschland zu viel auf Chemie und zu wenig auf Hausmittel und Pflanzenheilkunde?

Keusgen: 70 Prozent unserer Bevölkerung sind pflanzlichen Arzneimitteln gegenüber aufgeschlossen. Durch das Erstattungssystem der Krankenkassen werden aber große Teile pflanzlicher Mittel ausgeschlossen. Ich halte pflanzliche Arzneien aber für viele Bagatellerkrankungen für angebracht. Unser Erstattungssystem ist deutlich zu chemielastig.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article123629130/Marburger-erforscht-die-afghanische-Hausapotheke.html

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz ist die Lage der Phytopharmaka meinem Eindruck nach besser als in Deutschland. Bei uns haben pflanzliche Arzneimittel, die ihre Wirksamkeit in Studien plausibel machen können, durchaus eine Chance, von den Krankenkassen via Grundversicherung erstattet zu werden, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Allerdings wissen viele Patientinnen und Patienten nichts von diesen Möglichkeiten, weil für die entsprechenden Präparate wie generell für kassenpflichtige Medikamenten keine Publikumswerbung zugelassen ist. Ärzte und Ärztinnen können zudem über die Magistralrezeptur viele pflanzlichen Arzneimitttel verschreiben, die via Grundversicherung abgerechnet werden – sie wissen das aber oft nicht.

Die nötigen Informationen dazu zu vermitteln gehört zu den Zielen in meinen Lehrgängen (Phytotherapie-Ausbildung, Heilpflanzen-Seminar).

Sehr unterschreiben kann ich natürlich den Satz:

„Ich halte pflanzliche Arzneien aber für viele Bagatellerkrankungen für angebracht.“

Ob man Medikamente gegen „Bagatellerkrankungen“ über die Grundversicherung abrechnen können soll, finde ich allerdings eher fraglich – egal ob es sich dabei um „chemische“ oder pflanzliche Präparate handelt.

Viele Bagatellerkrankungen heilen auch von selbst und brauchen gar keine Arznei – und sie lassen sich oft lindern mit nichtmedikamentösen Massnahmen oder einfachen Hausmitteln.

Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, auch bei Bagatellerkrankungen wie beispielsweise einem Schnupfen die Symptome zu lindern.

Gerade bei Bagatellerkrankungen beobachte ich aber manchmal auch eine Therapieversessenheit, die mit Boden-Luft-Raketen auf Mehlschwalben schiesst.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tschechien: Cannabis bald in Apotheken erlaubt

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In Tschechien sollen Patienten künftig Cannabis auch in Apotheken erhalten.

Das meldet das Tschechische Radio und verweist dabei auf Gesundheitsminister Leos Heger. Vorgängig war ein Gesetz in Kraft getreten, wonach Mediziner Cannabis in gewissen Fällen als Medikament verschreiben dürfen. Die Menge darf jedoch 80 Dollar monatlich nicht überschreiten. Auch wird Cannabis nicht von den Krankenkassen übernommen.

Zu den Krankheiten, bei denen Cannabis zur Behandlung angewendet wird, zählen unter anderem Multiple Sklerose, Parkinson, Krebs und Aids.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=191657

Kommentar & Ergänzung:

Es ist überfällig, dass Patienten mit Multipler Sklerose, Parkinson, Krebs und Aids Cannabis legal nutzen können, falls ihnen dieses Mittel gegen ihre Beschwerden hilft. Die Schweiz hinkt hier offenbar Tschechien hinten drein.

Legal kann Cannabis bei uns bisher nur mit grossen Hürden eingesetzt werden:

– Es gibt das THC-Produkt Dronabinol, bei dem der verschreibende Arzt aber eine Bewilligung durch das Bundesamt für Gesundheit in Bern beantragen muss.

Zu Dronabinol siehe:

Cannabis als Heilmittel zulassen

– Die Bahnhof-Apotheke in Langnau im Emmental hat eine Bewilligung für den Verkauf einer Cannabistinktur. Auch für dieses Medikament braucht es aber eine Ausnahmebewilligung des BAG.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Resultate

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Studien zu Medizinprodukten und Arzneimitteln fallen positiver aus, wenn sie mit Geld von Industrie-Unternehmen finanziert werden.

Ausserdem stimmen die Schlussfolgerungen der Studien seltener mit den tatsächlichen Befunden überein. .

Das berichten Mediziner um Andreas Lundh vom Cochrane Center in Kopenhagen im Fachblatt „Cochrane Library“. Sie haben 48 Medizinprodukte und Medikamente unter die Lupe genommen. Studien, die von den Herstellern finanziert wurden, berichteten demnach von positiveren Wirkungen und weniger schädlichen Nebenwirkungen als Studien mit anderen Geldquellen.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass industriefinanzierte Studien häufiger die Produkte des Sponsors favorisieren“, erklärte Forschungsleiter Lundh.

Für ihn unterstützen diese Ergebnisse aktuelle Forderungen nach besserem Zugang zur Methodik und den Rohdaten von klinischen Studien.

Denn die Resultate klinischer Studien beeinflussen, welche Medikamente auf den Markt kommen und ob sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Pharma-Unternehmen und die medizintechnische Industrie haben natürlich ein Interesse daran, ihre Produkte zu verkaufen.

Klinische Studien beeinflussen, welche Medikamente auf den Markt kommen und ob sie von den Krankenkassen bezahlt werden. Pharma-Unternehmen und die medizintechnische Industrie haben natürlich ein Interesse daran, ihre Produkte zu verkaufen.

Die „Cochrane Collaboration“ ist eine allgemeinnützige Organisation mit dem Ziel, medizinische Sachverhalte unverzerrt darzustellen. Sie hatte zuvor schon für einzelne Medikamente gezeigt, dass positive Ergebnisse selektiert wurden, wenn Unternehmen die Tests sponserten.

Quellen:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=168227

http://science.orf.at/stories/1709307/

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.MR000033.pub2/abstract;jsessionid=0B85DD3CFE9A112086F241A467D87E65.d01t02?systemMessage=Wiley+Online+Library+will+be+disrupted+on+15+December+from+10%3A00-13%3A00+GMT+%2805%3A00-08%3A00+EST%29+for+essential+maintenance

Kommentar & Ergänzungen:

1. Die Cochrane Collaboration fordert schon seit Jahren vom Pharmakonzern Roche die Herausgabe von geheim gehaltenen Daten aus Studien zum Roche-Präparat Tamiflu.

Siehe dazu:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu®: Roche  verheimlicht weiterhin Studiendaten

2. Die Gefahr, dass Hersteller-finanzierte Studien verzerrt-positivere Resultate bringen, besteht natürlich nicht nur bei „normalen“ Pharmakonzernen, sondern auch bei Herstellern aus Komplementärmedizin, Naturheilkunde und Phytotherapie.

3. Es wäre meines Erachtens falsch, aufgrund dieser Resultate den Verzicht auf die Durchführung von Studien zu fordern.

Für viele Fragen bezüglich Wirksamkeit gibt es nichts besseres als die klinische Doppelblind-Studie. Aber man muss die Anfälligkeit solcher Studien für Fehler und Verzerrungen kennen, damit man sie nicht unkritisch bewertet. Und es braucht schärfere Regeln, um solchen Verzerrungen vorzubeugen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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