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Phytotherapie bei Venenleiden

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Auch in der modernen Venentherapie haben Heilpflanzen-Präparate einen festen Platz. Die Behandlung mit Arzneimitteln, die ausschließlich aus Pflanzen gewonnen werden, heißt Phytotherapie. Die bekanntesten Phytotherapeutika zur Behandlung von Venenleiden sind die Extrakte aus rotem Weinlaub und Rosskastanien.

Ihre Wirkstoffe dichten die Venenwände ab und wirken so der Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe entgegen (Ödembildung). Sie lindern so die „schweren Beine“, stabilisieren das Venengerüst, wirken zusammenziehend, straffend, entzündungshemmend und steigern die Durchblutung. Darum raten Phlebologen – so die Bezeichnung der Fachärzte für Venenleiden – vor einem Langstreckenflug Heilpflanzen-Präparate aus rotem Weinlaub oder Rosskastanien einzunehmen.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass gesunde Versuchspersonen auf einer 14-stündigen Flugreise erkennbar vor dem Anschwellen ihrer Beine geschützt waren. Sie hatten mit der Einnahme der pflanzlichen Medikamente zehn Tage vor Reisebeginn angefangen. Das ist ein wichtiger Punkt, weil Phytotherapeutika ihre heilende Wirkung erst nach längerer Einnahme entfalten.

Quelle:

http://www.express.de/medizin-spezial/gegen–schwere-beine–pflanzen–die-den-kranken-venen-helfen,3464074,16302078.html

Kommentar & Ergänzung:

Ödeme bei Krampfadern / Venenschwäche sind ein beliebtes Anwendungsgebiet von Heilpflanzen-Präparaten.

Für die Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt und Extrakt aus Rotem Weinlaub sprechen die Resultate von klinischen Studien. Das gilt aber nur für Extrakt-Präparate zum Einnehmen in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Dagegen ist die Wirksamkeit der Einnahme von Rosskastanientinktur nur ungenügend belegt.

Ungeklärt ist auch die Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt und Weinlaub-Extrakt bei äusserlicher Anwendung (Venensalbe, Venengel).

Als weitere pflanzliche Venenmittel für die innerliche Anwendung erwähnenswert sind noch das Buchweizenkraut und der Mäusedorn-Extrakt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Arnika – welche Anwendungen sind medizinisch anerkannt?

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Arnika (Arnica montana) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Sie wird vor allem eingesetzt als Arnikagel / Arnikasalbe oder als (verdünnte) Arnikatinktur.

Folgende Anwendungsbereiche gelten in der Phytotherapie als anerkannt:

„Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).“

Quelle: http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/arnika.php

Kommentar & Ergänzung:

Arnika gehört zu den bekanntesten Alpenpflanzen und wächst auf sauren Böden.

Eine gute Übersicht zu den Wirkungen von Arnika gibt Wikipedia:

„Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als „Wolfsgelegena“ bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt.

Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Die Anwendung ist dabei zugelassen und klinisch belegt.

Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Arnika-Salben bzw. Arnika-Gele können auch bei Veneninsuffizienz einen therapeutischen Effekt erzielen.

Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.

Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate feststellen.“

(Quelle: Wikipedia)

Mit „Arnika-Potenzen“ sind homöopathische Globuli gemeint. Erkennbar sind diese Produkte an den Verdünnungsstufen, die dem Namen “Arnica” folgen. Also zum Beispiel Arnica D6, Arnica C30, Arnica C200.

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Krampfadern: Hochlagern der Beine entlastet die Venen

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Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland leiden an Veränderungen der Venen, erklärt Lutz Schimmelpfennig, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Ein Risikofaktor, der Krampfadern fördere, sei mangelnde Bewegung. Er rät deshalb, die Venen durch möglichst wenig Sitzen und viel Bewegung zu unterstützen.

Entlastung für die Venen bringe zudem das Hochlagern der Beine, weil dadurch der Rückfluss des Blutes zum Herzen hin gefördert wird.

Wann immer sich im Laufe des Tages die Möglichkeit biete, sollte man die Füße für ein paar Minuten auf einen Stuhl oder eine Tischkante legen, empfiehlt der Experte. Bewegungsübungen wie Radfahren in der Luft könne man auch gut zwischendurch in den Alltag integrieren

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/das-hochlegen-der-beine-entlastet-die-venen-072428443.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass bei Venenbeschwerden das Hochlagern der Beine positiv wirken kann, ist eine ziemlich bekannte Empfehlung.

Entscheidend scheint mir eher, ob man im Alltag genügend oft daran denkt.

Vielleicht wäre es da nützlich, passende Möbelstücke im Umfeld zu platzieren.

Und dass Bewegung wichtig ist für die Vorbeugung und Behandlung von Venenbeschwerden, steht ausser Frage.

In der Phytotherapie werden bei Venenbeschwerden (Krampfadern, venöse Ödeme) zum Beispiel Rosskastanien-Extrake, Buchweizenkrauttee, Mäusedorn und Rotes Weinlaub verwendet.

Siehe auch:

Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

Phytotherapie bei chronisch-venöser Insuffizienz

Heilpflanzen-Präparate lindern Venenbeschwerden

Heilpflanzen bei Venenbeschwerden

Weinlaub-Extrakt gegen schwere Beine

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

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Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee

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Ein Beispiel dafür, wie auch renommierte Firmen ihre Kundschaft mit falschen Versprechungen eindecken, ist der Sidroga Wellness Entschlackungstee.

Sidroga schreibt dazu:

„Sidroga Wellness Entschlackungstee ist eine wohlschmeckende Kräuterteemischung, abgerundet mit einem feinen Blutorangenaroma und einem Hauch von Zimt. Durch seine entschlackende Wirkung trägt er zur Erhöhung des körperlichen Wohlgefühls bei.“

Soso.

Welche „Schlacken“ soll der Entschlackungstee denn genau austreiben?

„Schlacken“ sind nämlich ein Phantom, welches man den Konsumentinnen und Konsumenten zuerst einreden muss. Dann kann man die Leute von den angeblichen Schlacken wieder reinigen – und dazu eben einen Entschlackungstee verkaufen.

Und was hat es denn drin in diesem Kräutertee, der angeblich „Schlacken“ austreiben soll?

Die Zutaten: Mateblätter, Brennnesselblätter, Birkenblätter, Zimtrinde, natürliches Blutorangenaroma, Fenchel, Kamillenblüten, Süßholzwurzel.

Quelle:

http://www.sidroga.com/at_de/tee/wellnesstee/sidroga-entschlackungstee.html

Diese Kräutermischung dürfte angenehm im Aroma sein – aber entschlackend?

Brennesselblätter und Birkenblätter wirken mild aquaretisch, das heisst: Sie steigern die Wasserausscheidung aus dem Organismus.

Das wär’s dann schon mit Wirkungen im Sinne einer gesteigerten Ausscheidung – aber von Wasser, nicht von „Schlacken“.

Mit einer seriösen Phytotherapie hat dieses Produkt jedenfalls nichts zu tun.

Positiv anzumerken wäre höchstens, dass im Sidroga Entschlackungstee neben Aroma-gebenden Heilpfanzen und entwässernden Heilpflanzen wenigstens keine Abführmittel enthalten sind. Viele Entschlackungstees / Entschlackungskuren enthalten Abführpflanzen wie Sennesblätter, wodurch dann noch unerwünschte Nebenwirkungen (z. B. Darmkoliken) auftreten können.

Diese Gefahr besteht bei dieser Kräutertee-Mischung nicht. Sie ist nach heutigem Wissen ohne Risiko.

Die Zeitschrift „Beobachter“ berichtet über Schlacken unter dem Titel „Medizinische Märchenstunde“:

„Medizinische Märchenstunde: Schlacken sind Gift für den Körper

Manche Anhänger der Alternativmedizin glauben, dass sich Abfallprodukte des Stoffwechsels als sogenannte «Schlacken» im Körper ablagern und gesundheitliche Prob­leme verursachen. Verschlackung führe zu Cellulite, Falten, spröden Haaren, Krampfadern, Bandscheibenproblemen und einer ganzen Palette weiterer Beschwerden. Deshalb müsse man diesen Stoffen mit Tee, Hungerkuren oder Einläufen zu Leibe rücken. Bloss: Bisher ist es niemandem gelungen, die Existenz dieser Schlacken nachzuweisen. Kein Wunder, denn der Organismus scheidet die Endprodukte des Stoffwechsels über Niere, Darm, Lunge oder Haut aus – da bleiben keine «Abfälle» zurück.

Quelle:

http://www.beobachter.ch/natur/forschung-wissen/gesundheit-medizin/artikel/doktor-volksmund_medizinische-maerchenstunde/

Schön jedenfalls, dass hier für einmal eine Zeitschrift auf Seiten der Konsumenten steht und nicht auf dieser blödsinnigen Entschlackungswelle mitreitet.

Sidroga hat für mich den Glaubwürdigkeitsvorsprung, den die Firma einmal hatte, eingebüsst.

Wer mir „Entschlackung“ andrehen will,  den oder die kann ich nicht mehr ganz ernst nehmen.

Wer sich mit Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde / Komplementärmedizin befasst, sollte meiner Erfahrung nach nicht einfach gut gläubig alles schlucken, was da so angepriesen wird, sondern sich angewöhnen, kritische Fragen zu stellen. Lernen Sie das in meinem Heilpflanzen-Seminar oder in der Phytotherapie-Ausbildung.

Sieh auch:

Entschlackung – was ist das?

Fasten & entschlacken

Entschlackung – unnötig und ungesund

Entgiften und entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

Entschlackung: Illusionäre Hoffnung auf Gewichtsreduktion

Prinz Charles wegen Entschlackungsmittel kritisiert

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Heraufziehende Erkältung mit warmem Fussbad eindämmen

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Die Erkältungszeit hat angefangen. Wenn die Nase läuft, muss jedoch nicht immer direkt zum Medikament gegriffen werden. Ein warmes Fußbad kann die Erkältung oft ebenso gut eindämmen. Wie das funktioniert, wird hier erläutert.

Eine heraufziehende Erkältung lässt sich häufig mit Hausmitteln eindämmen. Bei einer so unkomplizierten Erkrankung sollte man nicht allzu raschl zu Medikamenten greifen, sondern zuerst versuchen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken, empfiehlt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Infrage komme hierfür beispielsweise ein Fußbad.

Benötigt werden für ein solches Fussbad zwei Fußwannen oder -schüsseln. Zuerst werden die Füße etwa während 8 bis 12 Minuten in einer Wanne mit 39 Grad heißem Wasser gebadet. Danach werden die Füße einige Sekunden lang in der zweiten Wanne in kaltes Wasser getaucht. Danach trocknet man die Haut gut ab, zieht Wollsocken an und legt sich für 20 Minuten ins warme Bett.

Quelle:

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Ratgeber/Gesundheit/467885/Heraufziehende-Erkaeltung-mit-Fussbad-eindaemmen.html

Kommentar & Ergänzung:

Aus Sicht der Phytotherapie könnte man das warme Fussbad gegen Erkältungen noch verstärken durch Zugabe von 1 – 2 Tropfen Eukalyptusöl oder Thymianöl, wobei diese ätherischen Öle zuerst mit etwas Kaffeerahm (Kaffeesahne) oder Vollmilch gemischt und dann dem Fussbad beigegeben wird.

Eine intensivere Variante ist das Senfmehl-Fussbad.

Senfmehl enthält Glucosinolate ( = Senfölglykoside) mit hyperämisierender (= durchblutungssteigernder) Wirkung.

Siehe dazu:

Senf als Heilpflanze

Senfmehl stammt vom Schwarzen Senf (Brassica nigra).

Wikipedia schreibt zum Senfmehl:

„ In der Naturheilkunde gilt Senfmehl (gemahlene Samen des Schwarzen Senfs) in lauwarmem Wasser angerührt oder Senfspiritus bei äußerlicher Anwendung als „altes Hausmittel“. Es wirkt entzündungshemmend, krampflösend und schmerzstillend, sollte jedoch nicht lange mit der Haut in Berührung bleiben (Gefahr von Hautreizungen bis hin zu Blasen- oder gar Geschwürbildung; Wirkung mit zeitlicher Verzögerung). Während der Schwangerschaft oder der Stillzeit sowie bei Kindern sollte Schwarzer Senf nicht angewandt werden. Tabu ist er auch bei Kreislaufstörungen, Venenleiden (Krampfadern) sowie bei Asthmatikern (wegen des ausströmenden Geruchs).“

Das Wikipedia-Zitat bezieht sich aber auf die Anwendung von Senfmehl als Senfwickel / Senfmehlauflage / Senfkompresse.

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Pharmawiki: Rosskastanien-Extrakt bei Venenleiden

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Im „Pharmawiki“ ist in der Rubrik Heilpflanzen ein neuer Beitrag über Rosskastanien erschienen. Hier ein paar Zitate aus dem informativen und fundierten Text (kursiv), jeweils mit Ergänzungen und Anmerkungen von mir:

„ Extrakte aus den Samen der Rosskastanie Aesculus hippocastanum haben gefässabdichtende und venenstärkende Eigenschaften. Die Arzneimittel werden hauptsächlich zur innerlichen und äusserlichen Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Hämorrhoiden, Sportverletzungen und Wadenkrämpfe“

Rosskastanien-Extrakt sorgt durch die gefässabdichtende Wirkung vor allem für den Abbau von venösen Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe).

„ Rosskastanien-Extrakte sind in Form von topischen Zubereitungen wie Gelen und Salben sowie als orale Formen wie Tabletten, Dragées, Kapseln, Tinkturen und Tropfen erhältlich…. Neben den Extrakten wird auch der Inhaltsstoff Aescin zu Arzneimitteln verarbeitet.“

Belegt ist die Wirkung gegen venöse Ödeme allerdings nur bei Rosskastanien-Präparaten, die eingenommen werden, nicht jedoch bei topischer Anwendung, also bei Venensalben und Venengelen aus Rosskastanien bzw. Aescin.

Venenpräparate ausschliesslich mit dem reinen Wirkstoffgemisch Aescin sind unter dem Namen Reparil im Handel.

„Als relevanter Inhaltsstoff wird vor allem das Triterpensaponin-Gemisch Aescin angesehen. Daneben enthalten die Samen unter anderem Flavonoide, Cumarine, Gerbstoffe und Nährstoffe.“

Bisher wurde bei den Rosskastaniensamen ausschliesslich Aescin als Wirkstoff gründlich untersucht.

„ In Untersuchungen mit Rosskastanien-Extrakten wurden antiexsudative, gefässabdichtende, venentonisierende, ödemprotektive, entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen nachgewiesen. Zur tatsächlichen Wirksamkeit können wir keine Aussage machen. Pittler und Ernst kommen in ihrer umfangreichen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2006 zum Schluss, dass Rosskastanien-Extrakte wahrscheinlich für die Kurzzeitbehandlung der chronisch-venösen Insuffizienz geeignet sind.“

Der Ausdruck Kurzzeitbehandlung könnte etwas irreführend sein.

Eine Sofortwirkung ist vom Rosskastanienextrakt jedenfalls nicht zu erwarten. Klinische Studien, welche die Wirkung belegen, wurden über 4 Wochen durchgeführt. Das scheint mir eine empfehlenswerte Mindestanwendungsdauer. Hört man mit der Einnahme des Rosskastanien-Präparates auf, geht auch die Wirkung wieder weg.

„Rosskastanien-Extrakte werden heute vorwiegend zur Behandlung von Venenbeschwerden eingesetzt, also bei Krampfadern, Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen und müden Beinen. Weitere Anwendungsgebiete sind Wadenkrämpfe, Blutergüsse, Sportverletzungen, Hämorrhoiden und Hauterkrankungen.“

Bei Blutergüssen und Sportverletzungen würde ich äusserlich Arnikagel, Arnikasalbe oder verdünnte Arnikatinktur empfehlen, weil der Rosskastanien-Wirkstoff Aescin durch die Haut nicht aufgenommen wird.

Für Sportverletzungen eignet sich auch Beinwell (Wallwurz) in Form von Beinwellsalbe / Beinwellgel.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Rosskastanie

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Venenschwäche: Hilft Rosskastanien-Salbe?

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Die Österreichische Apotheker-Zeitung ( Nr. 16 / 2011) publizierte einen Beitrag über die Behandlung von Veneninsuffizienz (Venenschwäche, CVI). Ein Abschnitt drehte sich dabei um die Frage, ob die äusserliche Anwendung in Form von Venensalbe oder Venengel eine günstige Wirkung zeigt:

„Bei Schmerzen im Bewegungsapparat hat die Lokalbehandlung mit Externa einen traditionell hohen Stellenwert. Das gilt auch für die Varikosis. Während die Kunden beim Einreiben Erleichterung empfinden, steht für die Pharmakologen die Hautbarriere und die Molekülgröße einer perkutanen Aufnahme der Flavonoide und Triterpensaponine im Wege. Dies gilt nicht für Heparin und Heparinoide, die zur Behandlung oberflächiger Venenentzündungen eingesetzt werden. Man kann als Apotheker den Expertenstreit nicht entscheiden und überlässt das Urteil am besten den Kunden. Wenn sie eine Linderung verspüren, werden sie das Medikament nachkaufen. Ältere Venenpatienten leiden sehr oft an trockener Haut. Ist dies der Fall, sollte man eher zu Salben als zu alkoholhältigen Gelen greifen. Bei jüngeren fällt dieser Vorbehalt weg und die kühlende Wirkung verschafft bei Hitze wohltuende Linderung.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2011/OAZ-2011-16.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Das bestätigt mir eine Skepsis, die ich schon seit längerem äussere:

Dass nämlich bei Venensalben und Venengelen sehr fraglich ist, ob die Wirkstoffe durch die Haut in den Körper aufgenommen werden. Vor allem bei den Rosskastanien-Salben mit dem Triterpensaponin Aescin und dem Salben aus Rotem Weinlaub mit ihren Flavonoiden. Eine lindernde Wirkung dieser Salben und Gele dürfte auf den Massageeffekt zurückzuführen sein.

Unsinnig sind Versprechungen, dass man mit solchen Salben oder Gelen Krampfadern zum Verschwinden bringe.

Belegt ist die Wirksamkeit von Rosskastanien-Extrakt und von Extrakten aus Rotem Weinlaub bei innerlicher Anwendung.

Interessant ist zudem, dass Heparin und Heparinoide offenbar durch die Haut aufgenommen werden.

Dass man bei trockener Haut zu Venensalben rät und wenn mehr ein kühlender Effekt erwünscht ist zu Venengelen, halte ich für sinnvoll.

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Phytotherapie: Mariendistel unterstützend bei Lebererkrankungen

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Die Österreichische Apothekerzeitung publizierte vor einiger Zeit eine gute Zusammenfassung der Wirkung von Mariendistel (Silybum marianum) bzw. deren Wirkstoffe Silymarin / Silibinin:

„Lebererkrankungen können mit Ausnahme bestimmter viraler Hepatitiden nicht kausal, sondern nur symptomatisch behandelt werden, darüber sollte auch die große Zahl auf dem Markt befindlicher Leberpräparate nicht hinwegtäuschen. Prominentester Vertreter in dieser Sparte sind Silymarin-Präparate, deren Wirkstoff aus Mariendisteln gewonnen wird. Sie werden sowohl bei toxischen Leberschäden als auch als Adjuvans bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen angewendet. Silymarin scheint die RNA-Polymerase in den Leberzellen zu stimulieren und damit die Eiweißproduktion zu steigern. Der Wirkmechanismus ist jedoch nicht vollständig geklärt. Ferner wird angenommen, dass Silibinin, der Hauptbestandteil des Silymarin, die Zellmembran der Leberzellen stabilisiert, sodass Gifte diese schlechter durchdringen können. In einer klinischen Doppelblind-Studie konnte die Überlebensrate von Patienten mit alkoholbedingter Leberzirrhose durch die Gabe von Silymarin deutlich erhöht werden.“

Quelle:

Oe Apo 7 / 2011

http://www3.apoverlag.at/dynasite.cfm?dsmid=103020&j=8&a=1138

Kommentar & Ergänzung:

Mariendistel gehört zu den gut verträglichen Heilpflanzen, die sich auch für Langzeitanwendung eignen. Um eine Wirkung zu erreichen, braucht es aber ausreichende Mengen an Silymarin / Silibinin.

Das ist nicht zu erreichen mit Mariendisteltee (Silimarin / Silibinin ist schlecht wasserlöslich) oder Mariendisteltinktur (zu tiefer Gehalt an Silimarin / Silibinin).

Woher stammt die Mariendistel?

Mariendistel ist in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika heimisch. Sie ist in Nordamerika und Südamerika sowie in Südaustralien eingebürgert und kommt in Mitteleuropa verwildert auf Schuttunkrautfluren und Viehweiden vor. Mariendistel wird auch als Zierpflanze in Gärten kultiviert und als Arzneipflanze angebaut.

Wikipedia umschreibt die medizinische Anwendung der Mariendistel so:

„ Der Wirkstoffkomplex Silibinin soll leberschützend (hepatoprotektiv)[1], leberstärkend, entgiftend und den Gallenfluss sowie die Zirkulation anregend wirken.“

(Quelle: Wikipedia)

Begriffe wie „leberstärkend“, „entgiftend“ und „Zirkulation anregend“ sind zu nebulös und zu vage, um eine nützliche Aussage zu machen.

Ob Mariendistel wirklich den Gallenfluss anregt, ist ungeklärt.

„Lebervergiftungen (beispielsweise durch den Verzehr von Knollenblätterpilzen hervorgerufen) sowie Hirnödeme können mit Silybin (synonym Silibinin, Silymarin I), das aus den Früchten der Distel gewonnen wird, behandelt werden. Silymarin soll die Struktur der äußeren Zellmembran der Hepatozyten derart verändern, dass Lebergifte nicht in das Zellinnere eindringen können. Sie wirken als Radikalfänger stabilisierend und schützen die Hepatozyten durch das Verhindern der Membranlipid-Oxidation. Weiterhin hemmt Silychristin (syn. Silymarin II) die Peroxidase und Lipogenase. Silymarin soll die Aktivität der nukleolären Polymerase A stimulieren, so dass es zur gesteigerten ribosomalen Proteinsynthese kommt. Dadurch soll die Regeneration der Leber erhöht werden.

Weitere Wirkstoffe der Pflanze sind: Bitterstoffe, Biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoffe, in geringem Anteil auch ätherische Öle, unbekannte scharfe Substanzen und Harze.“

(Quelle: wikipedia)

Das ist soweit nachvollziehbar.

„Weitere Anwendungen: Gallenbeschwerden, dyspeptische Beschwerden, Migräne, Reisekrankheit, evtl. Trigeminusneuralgie, Krampfadern, Pfortaderstauung.“

Diese Angeben sind ungeklärt und sehr spekulativ.

„Mariendistelfrüchte werden auch im Bereich der Nutztierfütterung eingesetzt, wobei hier vor allem die lebertherapeutische Wirkung im Vordergrund steht.“

(Quelle: Wikipedia)

Das schadet den Tieren ganz bestimmt nicht, aber warum haben die das nötig?

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Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

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Im Phyto-Forum der Ärzte-Zeitung wurde vor kurzem folgende Frage gestellt:

„Blaue Beeren wie Heidelbeeren sollen blutdrucksenkend wirken. Ist etwas über den Mechanismus bekannt? Nachfrage: Muss bei Hypertonikern die Blutdruckmedikation angepasst werden, wenn sie in der Saison gerne zu blauen Früchten greifen? Wenn ja, gibt es eine Richtschnur zur Orientierung?“

Darauf antwortete der Experte Dr. Rainer C. Görne:

„Die charakteristischen Bestandteile von Blaubeeren, mancherorts auch Heidelbeeren genannt, sind vor allem Anthocyane, die den Beeren ihre tiefblaue Farbe verleihen. Die eigentliche Aufgabe dieser Farbstoffe ist es, die Pflanzenfrüchte vor der UV-Strahlung zu schützen.

In verschiedenen Laboruntersuchungen hat man seit den siebziger Jahren zeigen können, dass Extrakte aus Blaubeeren über antioxidative und gefäßschützende Eigenschaften verfügen. Vor diesem Hintergrund ist auch eine gewisse blutdrucksenkende Wirkung denkbar, die bislang jedoch klinisch noch nicht belegt ist.

Ebenso existieren keinerlei Untersuchungen darüber, ob und inwieweit der Genuss von Blaubeeren oder anderen Anthocyan-haltigen Früchten wie Auberginen, blauen Weintrauben, Kirschen und Rotkohl zu Wechselwirkungen mit Blutdruckmedikamenten führt.“

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656850/phyto-forum-blaubeeren-bluthochdruck.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Anthocyane“ gibt es eine rege Forschungstätigkeit.

Beispiele dazu hier:

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Wenig bekannt ist, dass es ein rezeptpflichtiges Fertigarzneimittel (Myrtaven®) gibt auf der Basis von Heidelbeer-Anthocyanen.

Es handelt sich dabei um ein Kapillarschutzmittel. Der Wirkstoff von Myrtaven ist ein Komplex von Anthocyanosiden / Anthocyanen, die aus der schwarzen Heidelbeere gewonnen werden. Myrtaven wird für die Therapie von verschiedenen Krankheiten der Blutgefässe angewendet: Kapillarbrüchigkeit, Blutgefässkrankheiten (Venenentzündung, Krampfadern, usw.), Mikroangiopathien (z.B. Diabetes mellitus, Venenleiden), Hämorrhoiden.
In der Augenheilkunde: Netzhauterkrankung und Nachtblindheit.

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Phytotherapie: Krampfadern und Ödeme

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Basistherapie zur Vorbeugung und bei manifester Venenschwäche ist die Kompression. Gerade bei störenden Symptomen wie Beinschwellungen und Juckreiz können Patienten häufig auch von Venenmitteln als Begleitmaßnahme profitieren.

Im Mittelpunkt der Behandlung bei venösen Erkrankungen steht nach wie vor die konsequente Kompressionsbehandlung mittels Verbänden oder Strümpfen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, dass die Kompressionsstrümpfe regelmäßig getragen werden, was allerdings nur etwa die Hälfte der Betroffenen befolgt.

Hauptsächlich Patienten in niedrigen Stadien der CVI (Chronisch-venöse Insuffizienz, Venenschwäche) mit wenig Beschwerden weisen eine geringe Compliance auf. Eine Ergänzung der Behandlung mit systemischen Venenmitteln (Ödemprotektiva), deren Wirksamkeit nachgewiesen ist, kann daher sinnvoll sein.

Gerade im Anfangsstadium und in den CVI-Stadien I und II lassen sich oft Beschwerden wie geschwollene, schwere Beine und Juckreiz mit den zumeist pflanzlichen Präparaten bessern. Damit kann auch dem Wunsch zahlreicher Patienten, selbst noch etwas zu tun, nachgekommen werden.

Für die interne Anwendung stehen dabei grundsätzlich Substanzen zur Verfügung, welche ödemprotektive, vasoaktiv/venentonisierende, ödemausschwemmende und gerinnungshemmende Wirkungen haben. Gute Studiendaten gibt es dabei für Rosskastaniensamenextrakte (standardisiert auf Aescin), Rutoside (z.B. Oxerutin), flavonoidreiches rotes Weinlaub und saponinhaltige Mäusedornwurzelstocktrockenextrakte (standardisiert auf Gesamtruscogenine) bei CVI, wenn Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen in den Beinen, Juckreiz und nächtliche Wadenkrämpfe vorliegen.

In einer aktuellen kontrollierten Multicenterstudie wurde beispielsweise die Wirksamkeit des roten Weinlaubextraktes an 248 Probanden mit CVI untersuch (Eur J Vasc & Endovasc Surg 2011, 4, 41, 540). Nach drei Monaten hatte sich mit Verum – also dem Roten Weinlaubextrakt – im Vergleich zu Placebo das Unterschenkelvolumen signifikant vermindert. Auch die Schmerzen in den Beinen gingen zurück.

Für nachweisbare Effekte ist es ratsam, orale Zubereitungen über mindestens drei Monate zu verordnen. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass die volle Wirkung erst nach etwa vier bis sechs Wochen eintritt. Um die Verträglichkeit steigern, hilft zudem der Tipp, die Präparate am besten vor oder zu den Mahlzeiten und bei aufrechter Körperhaltung einzunehmen.

Externa (Venensalbe, Venengel) mit den gerinnungshemmenden Substanzen Heparin und Hirudin sind nur bei oberflächlicher Venenentzündung indiziert. Sie können durch den Kühl- und Massageeffekt jedoch ebenfalls eine subjektive Linderung bewirken. Zur perkutanen Permeation (Durchdringung der Haut) und zur Wirksamkeit liegen allerdings nur ungenügende Kenntnisse vor.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/special-otc/article/648283/krampfadern-oedemen-paroli-bieten.html?sh=310&h=-1436656583

http://www.ejves.com/article/S1078-5884(10)00755-0/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Der Beitrag erwähnt und empfiehlt die wichtigsten Heilpflanzen-Präparate gegen Venenleiden:

Rosskastaniensamen-Extrakt, Mäusedorn-Extrakt, Rotes Weinlaub und Rutoside, wobei bei letzterem noch als konkretes Beispiel Buchweizenkraut aufgeführt werden könnte.

Die günstige Wirkung dieser Heilpflanzen-Präparate bei Venenschwäche ist gut dokumentiert, allerdings wie erwähnt bei längerdauernder  und peroraler Anwendung, also bei Einnahme.

Viel unklarer ist die Situation bei äusserlichen Anwendungen als  Venensalbe oder Venengel. Solche äusserlichen Anwendungen sind zwar bei Patientinnen und Patienten sehr beliebt, wobei der kühlende Effekt zumindestens bei Gelen eine Rolle spielen dürfte.

Im Beitrag wird denn auch zurecht zumindestens für Heparin und Hirudin festgestellt, dass bezüglich einer Wirksamkeit durch die Haut nur ungenügende Kenntnisse vorliegen. Das dürfte auch für pflanzliche Venensalben / Venengele gelten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Abschnitt aus den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie:

„3.6. Lokale medikamentöse Therapie:

Patienten mit chronischer venöser Insuffizienz sind in Abhängigkeit von der Dauer und dem Schweregrad ihrer Erkrankung in bis zu 80% gegen Bestandteile der zuvor lokal angewendeten Substanzen sensibilisiert. Das kann auch Kortikosteroide und Wundauflagen betreffen. Zusätzlich können nichtallergische Unverträglichkeitsreaktionen auftreten. Aus diesem Grund soll die Indikation zur Anwendung von Externa streng gestellt werden.“

Quelle:

http://www.phlebology.de/Deutsche-Gesellschaft-fur-Phlebologie/leitlinie-diagnostik-und-therapie-der-chronischen-venoesen-insuffizienz-cvi.html

Hier wir also empfohlen, wegen hoher Allergisierungstendenzen bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz zurückhaltend zu sein mit der Anwendung von Venensalben / Venengele.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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