Artikel mit Schlagwort ‘Kopfschmerzen’
Samstag, Mai 19th, 2012
China Kopfwehöl wird gegen Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Welche Bestandteile für die Wirkung verantwortlich sind, ist aber vielen Anwenderinnen und Anwendern nicht bekannt, und der Ausdruck „China“ im Produktenamen ist auch eher irreführend. Was daran besonders chinesisch sein soll, ist mir jedenfalls nicht klar.
China Kopfwehöl besteht aus Pfefferminzöl, Kampfer, Menthol, Eucalyptusöl, Methylsalicylat, Thymol.
Es gibt viele ähnliche Produkte, die vor allem Kälteempfindungen in der Haut auslösen. Diese Sinnesmeldungen überlagern oder verdrängen im Gehirn offenbar die Kopfschmerzempfindungen.
Die Kühlempfindung wird vor allem ausgelöst durch Pfefferminzöl und seinen Hauptinhaltsstoff Menthol.
Siehe auch:
Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen
Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen
Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz
Wahrscheinlich lässt sich die gleiche Wirkung gegen Kopfschmerzen auch erzeugen mit 10 % Pfefferminzöl in Mandelöl.
Eukalyptusöl und Kampfer bewirken ebenfalls eine (leichte) Kälteempfindung.
Thymol ist der Hauptbestandteil von Thymianöl.
Methylsalicylat ist ein heute in der Regel synthetisch hergestellter Wirkstoff aus der Gruppe der Salicylate, der anstelle des natürlichen Wintergrünöls (Gaultheriae aetheroleum) zur Anwendung kommt. Es hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen und ist ein Bestandteil zahlreicher Rheumasalben und Rheumapflastern. Wintergrünöl oder Gaultheriaöl enthält mehr als 98% Methylsalicylat und wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern des Krautes des Wintergrüns (Gaultheria procumbens) oder der in Kanada heimischen Zucker-Birke, (Betula lenta) gewonnen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
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Freitag, Mai 18th, 2012
So betitelt die „Mainpost“ einen kurzen Artikel zum Thema Lavendel.
Lavendelöl eigne sich bestens für Massagen oder zur Schmerzlinderung. Wer es selbst herstellen wolle, müsse dafür keinen großen Aufwand betreiben.
Für die Herstellung von Lavendelöl wird in dem Text empfohlen, „eine Handvoll am frühen Morgen gepflückte echte Lavendelblüten in eine Glasflasche mit weitem Hals zu stecken. Sie werden mit Mandel- oder einem anderen hochwertigen Pflanzenöl bedeckt. Die verschlossene Flasche sollte vier Wochen auf der Fensterbank stehen und immer wieder geschüttelt werden. Anschließend filtert man das Öl und verwendet es zum Beispiel für Massagen bei Rheumaschmerzen oder um bei Kopfschmerzen die Schläfen damit einzureiben.“
Lavendel sei eine Heilpflanze und gelte als beruhigend, entspannend, entkrampfend, wundheilend und schmerzlindernd. Aus den Blüten lasse sich auch ein Tee herstellen. Er eigne sich zum Beispiel gegen Magen-Darm-Beschwerden und lindere Blähungen, Übelkeit und Durchfall.
Quelle:
http://www.mainpost.de/ueberregional/journal/gesundheit/gesundheit/wellnessundfitness/art18065,6781455
Kommentar und Ergänzung:
Gute Idee. Das ätherische Lavendelöl aus den Lavendelblüten löst sich leicht in fetten Ölen wie zum Beispiel Mandelöl. Das Produkt ist dann ein Ölmazerat. Es eignet sich gut als Massageöl für beruhigende Massagen am Abend zur Linderung von Einschlafproblemen.
Ich würde allerdings diesem Lavendel-Ölmazerat nicht Lavendelöl sagen, weil mit „Lavendelöl“ normalerweise das ätherische Öl gemeint ist. Lavendel-Ölauszug wäre ein präziserer Ausdruck.
Die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl sind in der folgenden Broschüre vertieft beschrieben:
Ätherische Öle in der Pflege
Grundlagenwissen über ätherische Öle
Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, April 17th, 2012
Die Aerztezeitung geht in einem Artikel über Behandlungsmöglichkeiten bei Kopfschmerzen und Migräne auch auf Heilpflanzen-Präparate ein:
„Bei Spannungskopfschmerz kann den Patienten dann zum Beispiel empfohlen werden, die Stirn mit Pfefferminzöl einzureiben.
Studiendaten mit einer zehnprozentigen Lösung belegen hier eine eindeutige Wirksamkeit (Z Phytotherapie 2004; 25: 129). Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke, sie können auch auf einem Grünen Rezept verordnet werden. Eine phytotherapeutische Option sind zudem Präparate aus Weidenrinde.
Zur Migräne-Prophylaxe stehen ebenfalls verschreibungsfreie Produkte zur Verfügung. Dazu gehören etwa Pestwurz-Kapseln, die über eine internationale Apotheke aus England bezogen werden können.“
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/kopfschmerzen/article/810225/schnelle-hilfe-haemmern-kopf.html
Kommentar & Ergänzung:
Zum Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen siehe auch:
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/12/phytotherapie-pfefferminzoel-gegen-spannungskopfschmerzen.html
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/04/pfefferminzol-lindert-spannungskopfschmerzen.html
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/18/pfefferminzol-bei-spannungskopfschmerz.html
Zur Weidenrinde:
Untersucht bezüglich Wirksamkeit wurde Weidenrindenextrakt, aber vor allem im Bereich von Rheuma-Beschwerden zur Schmerzlinderung. Die Wirksamkeit bei Spannungskopfschmerzen ist dagegen nicht ausreichend dokumentiert, aufgrund der Inhaltsstoffe (Salicin und verschiedene Polyphenole) aber plausibel. Die Wirkung setzt langsamer ein als bei synthetischen Schmerztabletten wie Aspirin, hält aber dafür länger an. Die Wirksamkeit ist in der Regel schwächer verglichen mit Aspirin oder Paracetamol, dafür ist aber die Verträglichkeit sehr gut.
Weidenrindentee und Weidenrindentinktur wurden bezüglich Wirksamkeit zur Schmerzlinderung bisher nicht untersucht. Weidenrindentee dürfte bezüglich der Menge an zuführbaren Wirkstoffen der Weidenrindentinktur überlegen sein.
Siehe:
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/04/14/weidenrinde-lindert-kopfschmerzen-und-rheumabeschwerden.html
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/29/naturheilmittel-weidenrinde-in-der-schmerztherapie.html
Zur Pestwurz:
Die erwähnte Apotheke in England dürfte identisch sein mit derjenigen hier:
http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/09/13/pestwurz-extrakt-auch-weiterhin-bestellbar.html
In der Schweiz ist Pestwurz nur in Kombinationspräparaten enthalten. Für einen Versuch bei Migräne geeignet wären Zeller Entspannungsdragees (in der kassenzulässigen Form = Relaxane). In Zeller Entpannungsdragees / Relaxane ist Pestwurz-Extrakt kombiniert mit Melissenblätter-Extrakt, Passionsblumenkraut-Extrakt, Baldrian-Extrakt.
Pestwurz nur in solchen Spezialextrakten einnehmen, nicht in Form von Pestwurztee oder Pestwurztinktur. Pestwurz enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide, die bei der Herstellung von Zeller Entspannungsdragees / Relaxane entfernt werden.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, April 14th, 2012
Weidenrinde kann gegen Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden angewendet werden.
Genau wie viele synthetische Schmerzmittel enthalte die Rinde Salizylsäure, die die Bildung von Schmerz-, Entzündungs- und Fieberbotenstoffen im Körper hemme, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.
Im Gegensatz zur synthetisch produzierten Acetyl-Salizylsäure (ASS) greife die Weidenrinde nicht die Magenschleimhaut an. Sie kann gemäss Mayer deshalb über längere Zeit eingenommen werden. Allerdings wirke Weidenrinde nicht so rasch wie ihr chemisches Pendant ASS. Außerdem könne ASS vor Herzinfarkten und Schlaganfall schützen, weil sie die Verklumpung der Blutplättchen verhindere, sagt Mayer. Diese Wirkung habe Weidenrinde nicht.
Quelle:
http://www.aachener-zeitung.de/news/gesundheit-detail-az/2287258
Forschergruppe Klostermedizin
Kommentar & Ergänzung:
Das Glykosid Salicin aus der Weidenrinde ist chemisch zwar ähnlich aufgebaut wie die Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), aber eben nicht identisch. Deshalb sind auch die Wirkungen der beiden Substanzen nicht deckungsgleich.
Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin macht eine wichtige Differenzierung, die sonst oft in Artikeln über die Weidenrinde nicht klar dargestellt wird:
Acetylsalicylsäure (Aspirin Cardio®) hemmt die Verklumpung der Bluttplättchen (Hemmung der Thrombozytenaggregation).
Salicin und damit die Weidenrinde hat diesen Effekt weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung.
Siehe auch:
Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen
Weidenrinde – Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)
Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie
Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen
Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde & Teufelskralle
Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung
Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden
Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen
Weidenrindenextrakte lindern Arthritis
Aspirin schützt offenbar nicht vor (erstem) Herzinfarkt
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, April 10th, 2012
Gundermann (Glechoma hederacea, Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.
Foto auf Wikipedia
Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.
Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).
Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.
Gundelrebe als Heilpflanze
Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.
Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.
Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.
Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.
In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.
In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….
Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.
Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).
In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.
Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.
Gundelrebe als Gewürz
Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).
Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.
Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.
Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, April 5th, 2012
Schmerzmittel mit Koffein-Zusatz waren lange Zeit umstritten. Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben sich nun aufgrund einer Metastudie für solche Kombiarzneien ausgesprochen.
Durch den Zusatz von 100 mg Koffein zu einem Analgetikum in Standarddosierung erhöht sich der Anteil an Patienten, deren akute Schmerzen deutlich nachlassen, um 5 bis 10 Prozent.
Cochrane-Forscher um Dr. Christopher J. Derry von der Uniklinik Oxford haben alle verfügbaren Daten zum Nutzen eines solchen Koffein-Zusatzes zusammengesucht und ausgewertet.
Sie werteten 19 randomisierte Doppelblindstudien mit 7238 Patienten aus, in denen eine Einzeldosis eines Analgetikums ( = Schmerzmittel) und eine Einzeldosis desselben Analgetikums plus Koffein bei akuten Schmerzen direkt verglichen wurden.
In der Mehrzahl der Studien wurde Paracetamol oder Ibuprofen verwendet, in zwei Studien ASS (= Acetylsalicylsäure, Aspirin), in einer ASS plus Paracetamol.
Koffein wurde mehrheitlich in Dosierungen von 100 bis 200 mg zugesetzt.
Anlass für die Therapie waren Kopfschmerzen, postoperative Zahnschmerzen, Schmerzen nach Entbindung, Dysmenorrhoe (Regelschmerzen, Periodenschmerzen, Menstruationskrämpfe) oder Halsschmerzen.
Mit Ausnahme von drei Vergleichspaaren waren die koffeinhaltigen Schmerzmittel den Monopräparaten numerisch überlegen.
Keine schmerzvermindernde Wirkung durch Koffein-Zusatz bei Menstruationsbeschwerden
Die Resultate aller Studien zeigten einen kleinen, jedoch signifikanten Vorteil für die Kombipräparate: Die Chance, dass mindestens die Hälfte der maximal möglichen Schmerzlinderung erreicht wurde, erhöhte sich um 10 Prozent.
Etwa 15 Patienten müssen ein Schmerzmittel plus Koffein bekommen, damit die Schmerzen bei einem Patienten mehr deutlich gemildert werden als mit dem Schmerzmittel allein.
Die schmerzvermindernde Wirkung des Koffeins war sowohl bei Kopfschmerzen wie auch nach Zahn-Operationen und Entbindungen festzustellen, jedoch nicht bei Menstruationsbeschwerden.
Die nötige Mindestmenge an Koffein lag bei 100 mg – ungefähr die Menge, die mit einer Tasse Kaffee zugeführt wird. Schwere unerwünschte Wirkungen in Zusammenhang mit der Behandlung wurden nicht registriert.
Quellen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/809895/koffein-verstaerkt-schmerzmittel.html?sh=6&h=2139941732
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009281.pub2/abstract;jsessionid=428E1290193A3DF3391D56CA2632CAF4.d01t02
Kommentar & Ergänzung:
Am Koffein-Zusatz in Analgetika wird kritisiert, dass die belebende Wirkung des Koffeins dazu führen könne, dass das Mittel länger als nötig eingenommen wird.
Pharmawiki schreibt dazu: „Die Kombination von Schmerzmitteln mit Coffein oder Beruhigungsmitteln kann die Wirksamkeit erhöhen. Diese Präparate sollen aber zurückhaltend eingesetzt werden, da sie eine Abhängigkeit vom Schmerzmittel und einen Schmerzmittel-Kopfschmerz begünstigen können.“
Der Nutzen des Koffein-Zusatzes in diesen Studien war ja offenbar nicht sehr gross, aber messbar.
Vielleicht liesse sich ja, wenn man ein Analgetika ohne Koffein-Zusatz einnimmt, mit einer Tasse Kaffee ausprobieren, ob man zu denjenigen Personen gehört, die vom Koffein-Zusatz profitieren.
Interessant ist, dass Patientinnen mit Dysmenorrhoe vom Koffein-Zusatz nicht profitierten. Beim Prämenstruellen Syndrom (PMS), was natürlich nicht das selbe ist wie Dysmenorrhoe, wird im allgemeinen empfohlen, auf Koffein zu verzichten, weil es die PMS-Symptome verstärken soll.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, April 3rd, 2012
Salbei (Salvia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name (lateinisch salvare ‚heilen‘) bezieht sich jedoch auch auf den für Küche und Medizin wichtigen Küchensalbei oder Heilsalbei (Salvia officinalis).
Die Gattung Salvia ist auf der ganzen Erde verbreitet von tropischen bis in gemäßigte Gebiete. Sie umfasst 800 bis 1100 Arten, davon zum Beispiel etwa 84 Arten in China.
Viele Salbei-Arten zeichnen sich aus durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, was für ihre Verwendung als Heilpflanzen bedeutsam ist. Auch Gerbstoffe sind an der Wirkung von Salbei-Arten oft beteiligt ( sogenannte Lamiaceen-Gerbstoffe).
Zur Verwendung von Salbei schreibt Wikipedia:
„ Der Name Salvia stammt vom lateinischen Wort salvare für heilen und deutet auf dessen Heilkraft hin. Salbei war bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von Mönchen über die Alpen gebracht.
Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Echte Salbei (S. officinalis) einerseits als Küchengewürz und andererseits auch in der Heilkunde verwendet, etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. Außerdem soll der Salbeitee auch bei Magen- und Darmschmerzen Linderung bewirken, beispielsweise nach einer Antibiotika-Therapie. Enthaltene trizyklische Diterpene wie Carnosol und Carnosolsäure besitzen eine antioxidative, antimikrobielle sowie chemoprotektive Wirkung gegen Karzinogene.
Heilend wirken neben den Ölen auch die Gerbstoffe (Tannine). Andere Arten wie Azteken-Salbei (Salvia divinorum) enthalten halluzinogene Stoffe, die teilweise ebenfalls genutzt werden. Bei Räucherungen entsteht ein marihuanaähnlicher Duft. Der in Deutschland verbreitete Wiesensalbei enthält kaum ätherische Öle und wird deswegen nicht genutzt. Eine Heilwirkung von Inhaltsstoffen dieser Pflanze wurde im Jahre 2008 in Untersuchungen am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg an mehreren Tumorzelllinien bestätigt.
Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.“
(Quelle: Wikipedia)
Nachfolgend ein paar wichtige Vertreter aus der Gattung Salbei:
- Echte Salbei (Salvia officinalis, Garten-Salbei) ist im Mittelmeerraum heimisch, wurde von Mönchen über die Alpen in die Klostergärten geholt und gelangte von dort in die Bauerngärten. Salvia officinalis ist diejenige Salbeiart, die bei uns hauptsächlich als Gewürz und Heilpflanze angewendet wird, zum Beispiel gegen Halsschmerzen, Mundschleimhautentzündungen, Aphthen, Zahnfleischentzündungen, sowie innerlich gegen Schwitzen in den Wechseljahren (also bei Wallungen).
Salbeiblüten sind eine hervorragende Bienenweide. Sie übertreffen beim Honigertrag sogar Pflanzen wie den Raps, die als gute Bienenweiden bekannt sind.
- Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) besitzt nicht die Heilwirkungen der Echten Salbei. Sie wird daher in der Pflanzenheilkunde nicht verwendet, ist aber eine Zierde in der Natur, vor allem wenn sie in Wiesen zahlreich wächst. Die Blüten werden vor allem von Hummeln bestäubt.
(Klammerbemerkung: Zur Zeit fliegen wieder die Hummelköniginnen. Woran erkennt man eine Hummelkönigin?)
- Klebriger Salbei (Salvia glutinosa) blüht von Juli bis September im Laubwald und im Mischwald und beeindruckt durch schöne, grosse, gelbe Blüten und citronelligen Duft.
Die Raupe der Messingeule (Noctuidae, Eulenfalter, ein Nachtfalter, ernährt sich (unter anderem) von Klebriger Salbei. Über Heilwirkungen liegt keinerlei gesichertes Wissen vor.
- Weisser Salbei (Indianischer Räuchersalbei, Salvia apiana) kommt vor allem im Südwesten der USA (Nevada, Kalifornien, Mojave-Wüste und Sonora-Wüste) und im Nordwesten von Mexiko vor.
Bereits die Ureinwohner Amerikas brauchten „white sage“ als Räucherwerk. Weisser Salbei ist Bestandteil der so genannten „Smudge sticks“: Kräuterbündel, die an einem Ende angezündet werden; die Flamme wird dann ausgeblasen und der Glut Luft zugefächert.
- Azteken-Salbei (Salvia divinorum, zu deutsch „Göttersalbei“ oder „Wahrsagesalbei“) ist ursprünglich in der Sierra Mazateca im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca beheimatet. Dort wird er von den einheimischen Mazateken seit langer Zeit zu schamanischen Zeremonien genutzt. Von den Curanderos, den mazatekischen Heilern, wird er auf zwei Arten eingesetzt. In niedrigen, nicht-halluzinogenen Dosierungen dient er der Behandlung verschiedener körperlicher Beschwerden. In deutlich höheren Dosierungen dient die Azteken-Salbei der Induktion eines Rauschzustandes mit lebhaften Visionen. Salvia divinorum wird von den Mazateken nur im Rahmen dieser Heil- und Wahrsagerituale verwendet.
In der westlichen Welt ist seit den 1980er Jahren ein deutlicher Anstieg des Interesses an Salvia divinorum festzustellen.
Zu den Inhaltsstoffen und zur Wirkung von Azteken-Salbei schreibt Wikipedia:
„Der Azteken-Salbei enthält terpenoide Salvinorine, von denen sechs Derivate (A-F) bekannt sind. Das Salvinorin A ist ein potentes dissoziatives Halluzinogen, mit einer Wirkdosis ab 0,2 mg.[3][4] Die Pharmakologie des Salvinorin A unterscheidet sich deutlich von LSD-artigen Halluzinogenen: Es wirkt als κ-Opioid-Rezeptor-Agonist.“
In Deutschland ist Salvia divinorum nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) rechtlich ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Zur Rechtslage in anderen Ländern schreibt Wikipedia:
„Zu Salvia divinorum gibt es in Liechtenstein, Österreich und den meisten anderen Ländern der Welt keine strafgesetzliche Reglementierung, somit ist der Besitz legal. Der legale Status wurde eingeschränkt bzw. aufgehoben in Israel (2003), Australien (2004), Italien (2005), Deutschland (2008), Schweiz (2010) und Dänemark. In Norwegen ist Salvia divinorum verschreibungspflichtig.
- Mehlige Salbei (Salvia farinacea, auch Ähriger Salbei, Ähren-Salbei oder Mehl-Salbei) ist beheimatet in Texas und New Mexiko. In den Gemäßigten Breiten wird er als einjährige Pflanze kultiviert und als Zierpflanze in Parks und Gärten besonders in Sommerrabatten angepflanzt.
- Chia (Salvia hispanica) wird wegen seiner Samen kommerziell angebaut, da sie einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und hochwertigem Protein, Vitaminen, Antioxidantien und Mineralien aufweisen. Das Chiaöl wird aus den Samen des Chia gewonnen und besteht aus rund 60 % alpha-Linolensäure, 17 bis 26 % Linolsäure, einfach ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure, Stearinsäure und Palmitinsäure, und Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Die Eigenschaften von Chiaöl ähneln denjenigen von Rapsöl.
- Rotwurzel-Salbei (Salvia miltiorrhiza) Seine auch als Danshen bezeichneten getrockneten Wurzeln finden vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Anwendung.
Zu den Inhaltsstoffen schreibt Wikipedia:
„ In der Wurzel des Rotwurzelsalbeis konnten Flavonoide, Diterpene, Triterpene, Salvianolsäuren, Phenylpropane, Chinone, Lignane, Steroide und Tannine nachgewiesen werden. Von allen biologisch aktiven Inhaltsstoffen gelten die Diterpenoide und die Salvianolsäuren als am besten untersucht. Zu den charakteristischen Diterpenoide des Rotwurzelsalbeis zählen Tanshinone und Isotanshinone, wie beispielsweise Tanshinon I, Tanshinon IIA, Tanshinon IIB und Cyptotanshinon. Darüber hinaus sind in der Wurzel die biologisch aktiven Diterpenoide Miltiron und Salviol enthalten. Die Salvianolsäuren des Rotwurzelsalbeis, wie Salvianolsäure A, Lithospermsäure B und Rosmarinsäure gelten als Abkömmlinge der (R)-a,3,4-Trihydroxyphenylpropionsäure (Danshensu).“
Und zu den Anwendungsgebieten:
„ Die Wurzel des Rotwurzelsalbeis wird in der chinesischen Medizin insbesondere zur Behandlung von Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Durchblutungsstörungen, wie beispielsweise Angina pectoris, Hyperlipidämie und Schlaganfall eingesetzt. Traditionell wird die Wurzel darüber hinaus bei Menstruationsbeschwerden, Husten, Schlafstörungen, stechende Schmerzen im Unterleib und der Brust und Hepatosplenomegalie verwendet. Die Wirksamkeit dieser Droge gilt nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin als nicht ausreichend belegt.“
- Muskatellersalbei (Salvia sclarea, auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlachsalbei oder Scharlei) kommt in Mittel- und Ost-Europa und West-Asien vor. Er wird als Zierpflanze, Heilpflanze und Gewürz genutzt.
„Die Wirkung vom Muskateller-Salbei kommt der des Echten Salbeis gleich. In der griechischen und römischen Antike wurde er bei Kopfschmerzen eingesetzt. Blätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Die Blüten werden zur Aromatisierung von Wermutweinen verwendet, früher wurden sie auch anderen Weinen zugesetzt. Diese Verwendung prägte den Begriff “Muskatellerwein”. Das Öl der Pflanze wird in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verarbeitet.Die Blüten des Muskatellersalbeis sind zugleich eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von 107 bis 174 kg ergeben.“
(Quelle: Wikipedia)
Das ätherische Öl aus der Pflanze – Muskatellersalbeiöl – wird aus den Triebspitzen und Blütenständen gewonnen. Es besteht hauptsächlich aus Linalylacetat (bis zu 75 %), Linalool (bis zu 30 %) und dem Diterpen-Alkohol Sclareol.
Sclareol soll eine dem Östrogen verwandte Molekularstruktur aufweisen. Damit werden in der Aromatherapie Anwendungen von Muskatellersalbei bei Menstruationsbeschwerden, Unfruchtbarkeit und Wechseljahrbeschwerden abgeleitet. Es ist allerdings sehr spekulativ, einzig von der Molekularstruktur auf entsprechende Wirkungen zu schliessen. Zu fragen wäre dabei auch, ob die Substanz in ausreichenden Mengen aufgenommen wird und welche Wirkungen sie im Organismus entfaltet.
Muskatellersalbei soll eine heilige Pflanze der Kelten gewesen sein. Seine berauschende Wirkung wurde offenbar genutzt, um Wein und andere Getränke zu aromatisieren und ihre Wirkung zu verstärken. Um den beliebten Geschmack von mit Muskatellersalbei gewürztem Wein zu gewährleisten, wurde die Muskatellertraube gezüchtet.
Diese Beispiele zeigen, dass es in der Gattung Salbei ausgesprochen interessante Pflanzenarten umfasst – als Heilpflanzen, Gewürzpflanzen, Zierpflanzen, Räucherpflanzen….
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Dienstag, März 6th, 2012
Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten mit Hilfe von 65 Frauen, die nach einer Geburt unter Schlafstörungen litten, ob eine tägliche Fußreflexzonenmassage den Schlaf verbessern kann.
Die Forscher aus Taiwan teilten 65 Frauen, die nach einer Geburt über Schlafstörungen litten, nach dem Zufallsprinzip ( = Randomisierung) in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe erhielt fünf Tage lang täglich eine 30-minütige Fußreflexzonenmassage (FRZM), die andere erhielt keine derartige Behandlung.
Am Ende der Therapie gaben die mit Fussreflexzonen-Behandelten an, besser zu schlafen als die Patientinnen der unbehandelten Kontrollgruppe. Der Unterschied war statistisch signifikant. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die Fussreflexzonenmassage eine bei dieser Indikation effektive Behandlung sei.
Dass eine sanfte Fußmassage angenehm sei, entspanne und so den Schlaf in stressvollen Lebenssituationen fördere, werde wohl kaum jemand bezweifeln, schreibt Prof. Edzard Ernst (Lehrstuhl für Alternativmedizin, Universität Exter) in einem Kommentar zu der Studie: „Anhänger der FRZM gehen jedoch sehr viel weiter. Sie glauben, dass sich auf der Fußsohle Reflexzonen befinden, die direkt mit Organsystemen in Verbindung stehen. So wurde dann auch von den Therapeuten in dieser Studie versucht, durch Druck auf „spezifische“ Punkte, das Schlafzentrum zu beeinflussen.“
Da es keine anatomischen Bahnen gebe, die solche Verbindungen herstellen, zähle die Fussreflexzonenmassage zu den wenig plausiblen Methoden der Alternativmedizin, schreibt Ernst weiter.
Studien hierzu seien Mangelware:
„Daher ist die vorliegende Arbeit es Wert, beachtet zu werden. Leider erlaubt das Studiendesign jedoch keine Aussage über eine spezifische Wirksamkeit der FRZM. Es fehlt jeglicher Versuch, auf unspezifische Therapieeffekte zu kontrollieren. Somit sind die beobachteten Effekte wohl eher durch die wohltuende Entspannung einer Fußmassage zu erklären. Manche werden meinen, das sei letztlich egal, Hauptsache es hilft. Diesem Argument mag ich mich nur teilweise anschließen – denn wenn dem so ist, dann brauchen wir weder den Hokuspokus der Reflexzonen noch speziell ausgebildete FRZM-Therapeuten.“
Quelle:
http://www.springermedizin.de/fussreflexzonenmassage-mehr-als-ein-placebo/882994.html
MMW – Fortschritte der Medizin 2011/41
Kommentar & Ergänzung:
Dass Fussreflexzonenmassage wirksam sein kann, zeigt diese Studie gut. Fraglich ist nur, ob es für dieses Resultat die Behandlung ganz spezifischer Punkte braucht, welche die Fussreflexzonen-Theorie vorsieht.
Ähnliche Phänomene sind bekannt aus Akupunktur-Studien, die zeigten: Akupunktur ist in manchen Fällen eine wirksame Methode, doch ebenso wirksam ist Scheinakupunktur, bei der an falschen Stellen gestochen wird:
Kopfschmerzen & Migräne: Akupunktur und Scheinakupunktur wirksamer als Medikamente
Akupunktur wirkt gegen Übelkeit nach Bestrahlung – Scheinakupunktur aber auch
In-vitro-Fertilisation: Scheinakupunktur besser als echte Akupunktur
Ähnlich auch eine Studie zur Homöopathie bei Rheuma, die zum Schluss kommt, dass Rheumapatienten von einer homöopathischen Behandlung (zusätzlich zur medizinischen Therapie) profitieren, dass es aber nicht die Globuli sind, die wirken:
Wirkt Homöopathie, und wenn ja, wie?
Offenbar ist es nicht selten, dass eine Therapie zwar wirkt, aber nicht aufgrund derjenigen Faktoren, von deren Wirksamkeit ihre VertreterInnen überzeugt sind.
Siehe dazu auch:
Warum wir gesund werden?
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, Februar 25th, 2012
Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zum Fenchel:
„Fenchel
Was bei Säuglingen und Kleinkindern bereits gegen Bauchschmerzen eingesetzt wird, kann bei Erwachsenen nicht verkehrt sein: Fencheltee wirkt beruhigend auf die Verdauung, kann aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne Abhilfe schaffen. Dazu ein Tuch mit Fencheltee tränken und einige Zeit auf der Stirn einwirken lassen.“
Quelle:
http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=38495&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story
Kommentar & Ergänzung:
Fencheltee bewährt sich bei leichten Bauchkrämpfen, Blähungen, Völlegefühl. Die Anwendungsempfehlung vi Kopfschmerzen und Migräne kann ich nicht nachvollziehen. Zur Linderung von Spannungskopfschmerzen würde ich Pfefferminzöl empfehlen. Seine Wirkung konnte in klinischen Studien belegt werden.
Fencheltee wirkt auch schleimlösend bei produktivem Husten. Er ist auch regelmässig Bestandteil von Milchbildungstees (“Stilltee”), wobei seine Wirksamkeit in diesem Bereich nicht geklärt ist.
Siehe auch:
Heilpflanzen: Fencheltee gegen Husten
Phytotherapie: Fencheltee weiterhin empfehlenswert
Zur Anwendung von Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen siehe:
Phytotherapie: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen
Pfefferminzöl lindert Spannungskopfschmerzen
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Freitag, Februar 24th, 2012
Die Bittermelone (= Bittergurke, Momordica charantia) stammt aus China und Indien und zählt zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Hauptsächlich in Indien wird sie als Gemüse genutzt, oft in gebratener Form, da so der bittere Geschmack vermindert werden kann. Neben der Nutzung als Lebensmittel wird die Bittermelone in der Volksmedizin seit langem bei verschiedenen Indikationen verwendet: sie soll gegen Verstopfung, Magenbeschwerden, Leberbeschwerden und virale Infekte wirken. Ein Presssaft aus den Blättern wird äusserlich gegen Insektenstiche, Sonnenbrand und kleinere Wunden eingesetzt. Im Amazonasgebiet wird ein Tee aus den Blättern der Bittermelone gegen Diabetes zur Anwendung.
Neuerdings werden auch in Europa Bittermelonen-Präparate als Alternative und Ergänzung zur herkömmlichen antidiabetischen Behandlung propagiert. Wissenschaftliche Untersuchungen schreiben die blutzuckersenkende Wirkung dem Phytosterolin Charantin zu, einem Gemisch aus zwei Glycosiden. In vier kleineren, nicht-randomisierten und nicht-doppelblinden Studien zeigte die Bittermelone eine moderate hypoglykämische Wirkung, sie senkte also den Blutzuckerspiegel. In vitro – also im Reaganzglas – wurden auch antivirale und antineoplastische Wirkungen nachgewiesen.
Als unerwünschte Wirkungen werden beschrieben: hypoglykämisches Koma, Konvulsionen und Kopfschmerzen. Die chronische Anwendung eines Fruchtextraktes war bei diabetischen Ratten tödlich, bei Mäusen führte ein Extrakt zu Fertilitätsstörungen.
Literatur:
_Schrott; Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin; Springer Verlag 2012; p401
_Hanssen et al.; Biogene Nahrungsergänzungsmittel; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2008; p47
Quelle:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=2008&NMID=2008&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Die Bittermelone / Bittergurke kommt immer wieder ins Gespräch als Heilpflanze gegen Diabetes und es wäre sehr wünschenswert, wenn sich hier eine wirksame Option für die Phytotherapie bei Diabetes ergeben würde. Davon ist die Bittermelone aber noch weit entfernt.
Wenn eine Patientenstudie klein, nicht-randomisiert und nicht doppelblind ist, dann ist sie kaum etwas wert. Auch wenn es vier Studien auf diesem tiefen Qualitätsniveau gibt: daraus lassen sich keine verlässlichen Aussagen über die Wirksamkeit gewinnen.
Und in-vitro Untersuchungen sagen noch sehr wenig aus über eine Wirkung beim Menschen.
Siehe auch:
Bittermelone / Bittergurke gegen Diabetes?
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