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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Antitussiva (Hustenstiller / Hustenblocker) bei trockenem Husten

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Was hilft bei trockenem Husten?

„Trockener Husten ist meist das erste Symptom eines Virusinfekts der oberen Luftwege oder tritt in Kombination mit anderen Erkältungssymptomen auf. Diese Art des Hustens erfolgt manchmal nur als Hüsteln oder Räuspern gemeinsam mit Heiserkeit, vor allem in den ersten Tagen einer Erkältung. So genannte Antitussiva – Hustenstiller – dienen zur Unterdrückung des Hustenreizes und werden bei trockenem Husten eingesetzt. Sie werden in der Regel 2 bis 3 Tage lang eingenommen. Zu den pflanzlichen Antitussiva zählen Spitzwegerich, Eibischwurzel, Königskerze, Isländisch Moos, während die Wirkstoffe Pentoxyverin, Benproperin oder Dextromethorphan zu den chemischen Antitussiva zählen. Ebenso können Lutschtabletten zur Minderung des Hustenreizes herangezogen werden, wie etwa pflanzliche Pastillen oder Lokalanästethika. Generell sollten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten – feuchte Handtücher auf der Heizung können helfen – sowie auf das Sprechen mit normaler, nicht lauter aber auch nicht flüsternder Stimme.“

Quelle: „Die Apotheke“ Nr. 9 / 2012

Kommentar & Ergänzung:

Zu den pflanzlichen Antitussiva würde ich noch die Malvenblüten (von Malva silvestris) hinzufügen.

Ein bewährtes Hausmittel sind zudem Inhalationen mit Kamillenblüten und Thymiankraut 1 : 1 gemischt oder mit Kochsalz.

Dazu zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Entweder eine Handvoll der Mischung von Kamilleblüten und Thymiankraut oder drei gehäufte Esslöffel Kochsalz dazugeben. Gesicht über die Schüssel halten, mit Handtuch abdecken und zehn Minuten inhalieren. Die Kamille wirkt desinfizierend und dämpft Entzündungen. Kochsalz wirkt schleimlösend.

Von den erwähnten synthetischen Wirkstoffen kommt in der Schweiz als Hustenblocker häufig Dextromethorphan zur Anwendung. Beispielsweise in Bexin®, Bexomed®, Calmperphan®, Clemesin®, Dextro-Med®, Pretuval® Pulmofor®, Vicks Medinait®.

Bei starkem Reizhusten kann Dextromethorphan temporär Sinn machen, die Anwendung in einem Kombipräparat wie Pretuval oder Vicks Medinait ist allerdings fragwürdig.

Siehe:

Erkältungsmittel: Hände weg von Kombipräparaten

Dextromethorphan kann allerdings problematische Nebenwirkungen haben, die zu wenig bekannt sind:

„ Nebenwirkungen treten unter Dextromethorphan in geringer Dosierung relativ selten auf. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung (je nach Quelle 1 %-10 %) findet sich jedoch eine pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom P450 Enzyms CYP2D6, so dass bereits bei therapeutischer Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Gelegentlich sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Bei einigen Personen kann auch eine niedrige Dosis Juckreiz auslösen. Bei einer Überdosierung kann es zu Halluzinationen und psychotischen Episoden kommen.“

Quelle: Wikipedia

Infolge der erwähnten pharmakogenetischen Schwäche des Cytochrom P450 Enzyms CYP2D6 gibt es einen geringen Prozentsatz von Menschen, die den Wirkstoff Dextromethorphan sehr langsam abbauen. Dadurch verlängert sich die Plasmahalbwertszeit von Dextromethorphan, so dass schon bei therapeutischen Dosen ein starker Rauschzustand ausgelöst werden kann, der einer Psychose ähnelt.

Der Missbrauch von Dextromethorphan kann eine Drogenpsychose zur Folge haben, wobei unkontrolliertes Verhalten kann zur Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung führen kann. Bei regelmäßiger, missbräuchlicher Einnahme kann sich eine Suchterkrankung entwickeln, unter Umständen muss auch mit Hirnschäden gerechnet werden.

Dextromethorphan sollte nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, da es in Verdacht steht, die fetale Hirnentwicklung negativ zu beeinflussen.

Für ein rezeptfrei verkauftes Arzneimittel sind das ziemlich happige Risiken, die zur Vorsicht mahnen.

Möglichst zu meiden sind synthetische Hustenblocker bei produktivem Husten (= Husten mit Auswurf), weil sie das Abhusten des Schleims behindern.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pestizide schaden Hummeln

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Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hummel-Kolonien durch bestimmte Pestizide erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Für ihre Untersuchung setzten sie die Hummeln vier Wochen lang gleichzeitig zwei verschiedenen Chemikalien aus – und zwar in Konzentrationen, die auf landwirtschaftlichen Flächen üblich sind. Laut Beipackzettel waren die Pestizide (Neonikotinoide und Pyrethroide) dazu geeignet, Heuschrecken und Blattläuse zu vertilgen.

Tatsächlich belasteten sie jedoch auch die Hummeln: Die belasteten Hummel-Kolonien waren nur halb so erfolgreich im Sammeln von Blütenstaub wie unbelastete Vergleichsgruppen. Darum stellten sie für den „Sammeldienst“ mehr Tiere ab und hatten in der Folge weniger Ressourcen für die Aufzucht der Larven frei. Die pestizidbelasteteten Kolonien litten zudem unter einer höheren Sterblichkeitsrate.

Die Wissenschaftler ziehen daraus das Fazit, dass Pestizide vor ihrer Zulassung strenger getestet werden müssen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=149906

http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11585.html

Kommentar & Ergänzung:

Und vielleicht müsste ja auch bei bereits zugelassenen Pestiziden geprüft werden, welche Auswirkungen sie über die zu bekämpfenden Insekten hinaus auf die Tierwelt haben.

Dass  Hummeln durch Pestizide die Hälfte ihrer „Einnahmen“ verlieren, ist sehr einschneidend.

Ob Produkte aus Biologischem Anbau in relevantem Ausmass gesünder sind, ist immer noch nicht zweifelsfrei belegt. Dass aber der Biolandbau durch die Senkung des Pestizideintrags in die Umwelt vielen Insektenarten  mehr Schutz bietet, steht ausser Frage.

Davon profitieren unter anderem Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, Schmetterlinge etc.

Vor allem im Sommer gibt es für Hummeln in vielen Regionen einen Mangel an geeigneten Nahrungsquellen. Dem kann man auch als Einzelperson entgegenwirken durch Förderung von Hummel-Blumen wie zum Beispiel:

Lavendel, Taubnesseln, Thymian,

Rot-Klee (Trifolium pratense), Beinwell (Symphytum officinale), Salbei,

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris),

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata),

Mariendistel (Silybum marianum), Silberdistel (Carlina acaulis), Eselsdistel (Onopordum acanthium)

Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus, kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden), Natternkopf (Echium vulgare),

Dost  (= Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz, auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge), Borretsch (Borago officinalis), Königskerze (Wollblume, Verbascum spec.).

Im Frühling bspw.: Löwenzahn (Taraxacum sp.), Salweide (Salix caprea)

Mehr zu den sympathischen Hummeln siehe auch:

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute (mit einer Auflösung des „Hummel-Paradoxons“)

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hungersnot bei Hummeln im Sommer

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Viele Hummeln fallen im Sommer vom Nahrungsangebot her in ein „Sommerloch“.

Im Frühling geht es den Hummeln in dieser Hinsicht oft gut und sie haben genug Nahrung. Denn im Frühjahr blühen die Weiden und kurz darauf Schlehen und zahlreiche andere Rosengewächse (z. B. Apfelbäume, Kirschbäume). Auch in den Städten blüht es im Frühling in den Gärten und Parks.

Zudem leben im Frühjahr nur wenige Hummeln, die Staaten sind so früh im Jahr noch klein. Ihr Nahrungsbedarf lässt sich dadurch in der Regel decken.

Im Sommer kann dagegen für die Hummeln rasch eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Bienen- wie Hummelvölker sind nun groß  und bei den Hummeln steht zudem die sensible Phase der Vermehrung an, in der Jungköniginnen und Hummel-Männchen produziert werden.

Gegenüber dem Frühjahr steigt also der Nahrungsbedarf drastisch an.

Gleichzeitig ist aber das Kulturland über weite Strecken abgeerntet, so dass Blüten zur Mangelware werden.

Gärten und Parkanlagen können nun wichtige Nothilfe für Hummeln anbieten, wenn sie passende Sommerblumen beherbergen.

Hier ein paar Tipps für einen hummelfreundlichen Garten:

1. Auch Sommerblumen berücksichtigen

Achten Sie beim Pflanzenkauf auf die Blühzeit und setzen Sie auch Pflanzen, die im Juni, Juli, August und September blühen.

2. Keine gefüllten Blüten

Gefüllte Blüten sehen zwar schön aus, sind aber insektenfeindlich. Biologisch gesehen bestehen Blüten aus umgestalteten Blättern. Deshalb spricht man bespielsweise von Staubblättern. Durch Züchtung gelingt es, die Staubblätter in Blütenblätter umzuwandeln. Die Blüte wirkt dadurch größer und üppiger, sie ist “gefüllt”. Leider bietet sie nun jedoch keinen Blütenstaub mehr,weil die Staubblätter ja umgewandelt wurden.

3. Hummelblumen pflanzen.

Es gibt Blütenpflanzen, die sich speziell als Nahrungsquelle für Hummeln eignen. Idealerweise pflanzt man nicht nur ein einzelnes Exemplar, sondern mindestens drei Exemplare der gleichen Pflanzenart.

Hier ein paar Beispiele für Hummelblumen mit Blühzeit noch im Sommer:

– Alle Lamiaceae (Lippenblütler) sind Hummel-Pflanzen, weil sie wegen ihrer Blütenform perfekt auf Hummeln abgestimmt sind.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

Lavendel

Taubnessel

Salbei

Thymian

Dost  ( = Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz), auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

– Rot-Klee (Trifolium pratense)

– Beinwell (Symphytum officinale)

– Borretsch (Borago officinalis)

– Natternkopf (Echium vulgare)

– Königskerze (Verbascum spec.)

– Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus), kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden.

Quelle: http://aktion-hummelschutz.de/

Zum Thema „Hummeln“ siehe auch:

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

P. S. Wenn Sie mehr über die Natur und die Zusammenhänge zwischen Pflanzenwelt und Tierwelt erfahren wollen, finden Sie entsprechende Naturexkursionen im Kurskalender.

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[Buchtipp] Blütenpflanzen und ihre Gäste, Band 1, Hrsg. v. Bayer. Landesverband f. Gartenbau u. Landespflege — von Helmut und Margrit Hintermeier

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Verlagsbeschreibung

Vergriffen! Nur noch antiquarisch erhältlich. Suchauftrag möglich.

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Kommentar:

Blütenpflanzen und ihre Gäste

Wer sich für die faszinierenden Zusammenhänge zwischen Blütenpflanzen und Insekten interessiert, wird durch dieses Buch eine Fülle von Anregungen erhalten. In einleitenden Abschnitten werden die Blüten und Insekten als Partner beschrieben, genauer: Honigbienen als Blütengäste, Hummeln als Blütengäste, Wildbienen als Blütengäste, Wespen als Blütengäste, Schwebfliegen als Blütengäste, Schmetterlinge als Blütengäste und Käfer als Blütengäste. Dann werden 60 Pflanzenarten mit ihren Beziehungen zur Insektenwelt genauer vorgestellt. Darunter auch die Heilpflanzen Weide, Huflattich, Bärlauch, Schlüsselblume, Stiefmütterchen, Löwenzahn, Linde, Königskerze, Nachtkerze, Eibisch, Boretsch, Rosskastanie, Wacholder und Birke. Wer besucht die Blüten? Welche Schmetterlingsraupen finden hier Nahrung?

Über die Beziehungen zwischen Blüten und Insekten hinaus gehen die Pflanzenportraits auch ein auf die Bedeutung der jeweiligen Pflanze in der Volksmedizin und ihre Rolle in Brauchtum, Aberglaube und Mythologie.

37 Zeichnungen und 307 Fotos illustrieren die beschriebenen Pflanzen und Tiere

Ich empfehle allen, die sich mit Pflanzenheilkunde befassen, einmal einen Blick in ein solches Buch zu werfen. Es gibt in der Pflanzenheilkunde nämlich eine meines Erachtens hoch fragwürdige Strömung, die glaubt aus den Farben und Formen der Blüten auf bestimmte Heilwirkungen schliessen zu können. Wer aber um das enge Zusammenspiel zwischen Blüten und Insekten weiss, sieht auch, dass die Blüten mit ihren Farben und Formen vollkommen auf die Insekten ausgerichtet sind. Und das bewahrt vor der Täuschung, dass die Farben und Formen der Blüten für uns gemacht sind, auf uns ausgerichtet, um uns zu sagen, wozu sie für uns gut seien. Mit dieser Idee von den Signaturen der Heilpflanzen ist eine sehr anthropozentrische Sicht auf die Natur verbunden: Der Mensch steht im Zentrum der Veranstaltung und die Pflanzen sind auf ihn ausgerichtet und für ihn da. Das Wissen um das vollkommene Zusammenwirken von Blüten und Insekten bringt diesen Anthropozentrismus ins Wanken. Wir können uns zwar an den Blüten erfreuen, doch sind wir unwichtig für sie. Ihre Botschaft ist an die Insekten gerichtet.

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Erkältung: Heilpflanzen sind wirksam

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Bei Erkältungen sind Hausmittel oder Heilpflanzen-Anwendungen oft ausreichend, um die Symptome zu lindern.
Auf Bayern 1 erklärte die Biologin Martina kürzlich die unterschiedlichen Wirkungen von Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten.

Es wird im Internet und generell in den Medien sehr viel Unsinn und sehr viel Fragwürdiges geschrieben in den Bereichen Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde.
Der Text auf Bayern 1 ist hier eine löbliche Ausnahme, weil er dem Stand des Wissens in der Phytotherapie entspricht……..und hier darum eine kurze, modifizierte Zusammenfassung:

„Es gibt Studien, die zeigen, dass pflanzliche Mittel wirksam sind. Sie lindern die Symptome und helfen bei der Heilung“, sagt Martina Rüffer, Biologin am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Münchner Universität.

Immunstimulation

Die meisten Erkältungskrankheiten kündigen sich durch unangenehmes Halskratzen an. Dagegen wirkt Echinacea, auch bekannt als Sonnenhut. „Die Echinacea wirkt als Immunstimulanz. So werden die Abwehrkräfte gestärkt.“ Ebenfalls günstig für die Abwehrkräfte: ein heißes Bad mit Kiefernnadelöl oder Eukalyptusöl. Das Bad wirkt erweiternd auf die Poren. Dadurch können die ätherischen Öle besser aufgenommen werden.

Husten

Bei Husten lassen sich zwei Arten unterscheiden: Es gibt trockenen Reizhusten und den sogenannten produktiven Husten, bei welchem Schleim abgehustet wird. Gegen trockenen Reizhusten helfen Heilpflanzen, die Schleim enthalten, wie Eibisch, Wollblumen (Königskerze), Malvenblüten, Huflattichblätter oder Spitzwegerichkraut. „Man nimmt an, dass ihre Schleime die trockenen Schleimhäute überziehen und so den Hustenreiz lindern“, erläutert die Biologin.
Hustentees mit Anis, Thymian oder Fenchel eignen sich für produktiven Husten. Sie vermehren die Sekretproduktion, dadurch löst sich der Schleim besser und das Abhusten wird erleichtert.

Schnupfen

Trockene, angeschwollene Schleimhäute zu bekämpfen ist das Ziel bei der Anwendung von Nasensprays. Allerdings tritt hier rasch ein Gewöhnungseffekt ein. Die Schleimhäute lassen sich auch auf natürliche Art befeuchten – durch Inhalieren.
Dazu werden Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergossen. Zum Inhalieren der Kamillendämpfe beugt man sich über die Schüssel und legt sich ein Handtuch über den Kopf. Geeignet für Inhalationen sind auch Eukalyptusöl oder Kampferöl sowie Menthol. „Auch wenn Sie die Erkältung damit nicht verkürzen können, werden die Symptome gelindert“, empfiehlt die Expertin. „Gerade der Kamille sind heilende und entzündungshemmende Effekte bescheinigt.“

Quelle:
http://www.br-online.de

Kommentar & Ergänzung:

Trotz der guten Qualität des Bayern-1-Textes hier noch ein paar Ergänzungen:

– Bei Bädern mit ätherischen Ölen, hier empfohlen Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl, unbedingt das ätherische Öl mit Kafferahm oder Vollmilch emulgieren. Andernfalls schwimmt eine konzentrierte Schicht der ätherischen Öle in der Badewanne auf der Wasseroberfläche und kann Hautreizungen verursachen.

– Mit Huflattichblättern wäre ich vorsichtig, weil sie Pyrrolizidinalkaloide enthalten können , welche u. a. die Leber schädigen. Huflattichtee darum nicht länger als 6 Wochen pro Jahr einnehmen und während Schwangerschaft und Stillzeit ganz meiden. Am besten ersetzen durch Malvenblütentee oder Eibischwurzeltee.

– Eibischwurzeltee kalt ansetzen, also nicht erhitzen.

– Inhalationen mit Eukalyptusöl, Kampferöl oder Menthol nicht für Kleinkinder.

– Als altes Hausmittel bei Schnupfen bewährt sich immer wieder die Zwiebel (aufschneiden und im Raum aufstellen), bei Husten Zwiebelsirup oder Zwiebelwickel.

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Grossblütige Königskerze hilft bei Husten

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Eine Heilpflanze gegen Husten und Bronchitis ist die Großblütige Königskerze. Eingesetzt werden bei Katarrhen der oberen Atemwege ausschließlich die Königskerzen-Blüten, erklärt der Klostermedizinforscher Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg.

Königskerzen-Blüten enthalten Schleimstoffe, Flavonoide, Saponine und Iridoide sowie kleinere Mengen an ätherischem Öl. «Für die Verwendung bei Erkältungskrankheiten und Husten sind vor allem die Schleimstoffe und die Saponine von Bedeutung», sagt der Wissenschaftler. Die Schleimstoffe schützen die Schleimhäute und lindern dadurch die Reizung – die Saponine lösen den Erkältungsschleim und fördern so den Auswurf. «Hinzu kommt noch eine entzündungshemmende Wirkung der Inhaltsstoffe.»

In der «Erfahrungsheilkunde» werden die Blüten ausserdem gegen Hämorrhoiden und Durchfall, gegen Ohrenschmerzen und rheumatische Schmerzen verwendet. Ein Bad mit dem Auszug aus den Königskerzen-Blüten soll bei juckenden Hautproblemen hilfreich sein, erklärt Mayer. In der Medizin wird die Heilpflanze, die auch Wollblume heißt, bereits seit der Antike verwendet.

Die Klostermedizinerin und Äbtissin Hildegard von Bingen beschrieb als erste die auch heute noch aktuellen Anwendungsbereiche: «Sie empfiehlt Königskerze zusammen mit Fenchel bei heiserer Kehle und Brustschmerzen, also gegen Bronchitis», erklärt Mayer. Welche Pflanzenteile verwendet werden sollen, erwähnte Hildegard allerdings nicht.

Quelle:
http://de.news.yahoo.com

Kommentar & Ergänzung:
Königskerze (= Wollblume) gehört zu den traditionellen Heilpflanzen gegen Husten. Königskerzen-Blüten sind häufig Bestandteil von Hustentee-Mischungen.
Den Gehalt an Schleimstoffen teilt die Königskerze mit vielen anderen Heilpflanzen wie Malvenblüten, Spitzwegerichblatt, Eibischwurzel, Isländisch Moos.

Die als “Erfahrungsheilkunde” beschriebenen Anwendungsbereiche Durchfall, Ohrenschmerzen, Hämorrhoiden, Rheuma und Hautprobleme sind eher fraglich.
Die gegenwärtige Anwendung bei Husten umreisst Professor Mayer präzis: Der Königskerze wird sowohl eine reizlindernde als auch eine auswurffördernde Wirkung zugeschrieben.
Im Garten ist die Königskerze eine gute Futterquelle für Vögel und Insekten.

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Phytotherapie bei Erkrankungen der Atemwege – ein Überblick

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Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde hat bei Erkrankungen der Atemwege eine große Bedeutung. Die Heilpflanzen können in diesem Bereich schleimhautschützend, reizlindernd, expektorationsfördernd, sekretolytisch, entzündungshemmend, keimhemmend und durchblutungssteigernd wirken. Die Anwendung kann oral, per inhalationem (vor allem Ätherisch-Öl-haltigen Heilpflanzen), als Einreibung oder in hydrothermotherapeutischen Massnahmen geschehen.

Hier eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen für Erkrankungen der Atemwege, vor allem gegen Husten:

Viele Heilpflanzen mit ätherischen Ölen erleichtern das Durchatmen und Abhusten, sie hemmen zum Teil auch das Keimwachstum und Entzündungsvorgänge. Hierzu gehören:
– Anis-, Fenchel-, Sternanisfrüchte
– Campher
– Eukalyptus
– Fichtennadelöl und Kiefernnadelöl
– Kamille
– Lärchenterpentin, gereinigtes Terpentinöl
– Pfefferminzöl
– Thymiankraut
– Myrtol (Monoterpen-Gemisch)

Bei Säuglingen dürfen keine stark aromatischen Substanzen wie ätherische Öle im Gesicht angewandt werden (Gefahr des Bronchospasmus bzw.Glottiskrampfes). Vorsicht mit Inhalationen bei Asthma-Erkrankungen.

Schleimreiche Heilpflanzen wirken beruhigend auf die Schleimhaut und sind darum hauptsächlich bei trockenem Husten geeignet:
– Eibischwurzel und Eibischblätter
– Huflattichblätter
– Isländisch Moos
– Malvenblätter
– Spitzwegerichkraut
– Wollblumen (Königskerze), besonders für Kinder geeignet

Heilpflanzen mit Saponinen “lösen” durch ihre seifenartige Wirkung festsitzenden Schleim, reizen aber auch den Vagus, verflüssigen dadurch reflektorisch den Schleim und regen die
Ziliartätigkeit an (Aktivitätssteigerung der Flimmerhäärchen), sodass das Abhusten zähen Schleims gefördert wird.
– Efeublätter
– Primel- und Schlüsselblumenwurzel und Schlüsselblumenblüten
– Süßholzwurzel

Antimikrobielle Wirkung entfalten ganz unterschiedliche Heilpflanzen:
– Kamillenblüten
– Thymiankraut
– Brunnenkressekraut
– Kapuzinerkresse
– Rettichwurzel
– Tolubalsam

Entzündungshemmend durch Salicylsäure und damit gegen die Grippesymptome gerichtet
wirken als Heilpflanzen
– Mädesüß (Spirea, deshalb der Name Aspirin!)
– Weidenrinde (phytotherapeutische Grundform des ASS)

Schweißtreibend und damit gegen Fieber sind
– Lindenblüten
– Holunderblüten

Tendenziell immunmodulierend wirken, besonders bei prophylaktischer Anwendung:
– Sonnenhutwurzel (Echinacea pallida), Sonnenhutkraut (Echinacea purpurea)

Krampflösend in den Bronchien, zum Beispiel bei Pertussis (Keuchhusten) oder Asthma bronchiale, wirken als Heilpflanzen oder Heilpflanzen-Präparate
– Thymiankraut (Thymi herba)
– Sonnentaukraut (Droserae herba)
– Efeublätter (Hederae helicis folium)

Kommentar:

– Huflattich enthält Pyrrolizidinalkaloide, die unter anderem für die Leber schädlich sein könnten. Es ist zwar ungeklärt, wie relevant dies vor allem bei kurzfristiger Anwendung für den Menschen ist, doch würde ich die Huflattichblätter und Huflattichblüten sicherheitshalber durch Malvenblüten ersetzen.

– Als schleimreiche Heilpflanze würde ich Malvenblüten empfehlen, nicht Malvenblätter, wie es im Überblick der Uni Duisburg-Essen steht.

– Bei der Weidenrinde steht: “Phytotherapeutische Grundform der ASS”.
Gemeint ist hier das Salicin als wichtigster Inhaltsstoff der Weidenrinde. Salicin ist tatsächlich im Aufbau und in der Wirkung ähnlich – aber nicht identisch! – mit der Acetylsalicylsäure (ASS), dem Wirkstoff im Aspirin.

– Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen kann nicht genug betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

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Heisse Getränke lindern Erkältungen besser als kalte

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Ein altes, einfaches Hausmittel findet wissenschaftliche Bestätigung: Heiße Getränke lindern Erkältungssymptome tatsächlich besser als kalte. Das zeigte jetzt eine Studie der Universität Cardiff.
Im Rahmen der Untersuchung am „Common Cold Centre“ der Universität Cardiff unter Leitung von Prof. Ron Eccles bekamen 30 an einem grippalen Infekt erkrankte Personen einen Apfel-Johannisbeer-Drink, den sie heiß oder kühl (Zimmertemperatur) tranken.

Eine objektiv messbare Wirkung auf die Nasenatmung war in keinem Fall feststellbar. Dennoch berichteten die Patienten, dass sich ihre Nase nach Trinken des heißen Getränks deutlich freier anfühle.
Das Heißgetränk bewirkte eine rasche, anhaltende Besserung von Erkältungssymptomen wie laufender Nase, Husten, Halsschmerz, Niesen, Frösteln und Abgeschlagenheit. Das gleiche Getränk, auf Zimmertemperatur abgekühlt, war nur gegen Husten, Niesen und laufende Nase wirksam.
Als Erklärung für diese Unterschiede werden Placebo-Effekte ebenso diskutiert wie physiologische Einflüsse auf Speichelfluss und Sekretbildung.

Quelle: www.aerztlichepraxis.de, 22. 1. 2009
Originalpublikation: Rhinology 46 (2008) 271-275

Kommentar:
Für den Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ist diese Studie insofern interessant, weil ihre Ergebnisse bezüglich der Behandlung von Erkältungskrankheiten für die Anwendung von Kräutertee sprechen. Heute werden oft Heilpflanzen-Präparate als Sirup, Tropfen oder Dragees vorgezogen, weil sie praktisch einzunehmen sind, auch für unterwegs. Auch gibt es bei vielen Heilpflanzen wissenschaftliche Studien nur von Extraktpräparaten, die vor allem als Dragees oder Tabletten erhältlich sind. Für Kräutertees dagegen fehlen in den meisten Fällen entsprechende Untersuchungen zu ihrer Wirksamkeit.

Diese Studie aus Cardiff zeigt aber, dass das Trinken von heissem Kräutertee durchaus gute Effekte haben kann, noch über die Wirkungen der angewendeten Heilpflanzen hinaus. Das langsame, schluckweise Trinken eines Kräutertees hat schon seine Qualitäten als Ritual, mit dem man sich etwas Gutes tut. Wenn nun die Wärme des Getränkes und die Wirkungen der verwendeten Heilkräuter noch dazu kommt, ergibt das ein sinnvolles Ganzes. Bei Erkältungskrankheiten sollte der Kräutertee deshalb auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Ob dann in der einzelnen Situation Thymian, Spitzwegerich, Malvenblüten, Schlüsselblume, Königskerze, Eibischwurzel, Lindenblüte, Holunderblüte oder was auch immer zur Anwendung kommt, hängt dann von der jeweiligen Art der Erkältung ab.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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