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Honig gegen Husten wirksam

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Laut einer Empfehlung des American College of Chest Physicians sollten Patienten mit einem erkältungsbedingten Husten vor allem erst einmal abwarten. Oft angewendete medikamentöse Therapien mit ACC, NSAR oder Dextrometorphan kommen für die Wissenschaftlerr bei Erkältungshusten nicht infrage. Zu diesem fazit kommt zumindest ein Forscher-Team um Professor Mark Malesker von der Pharmazeutischen Fakultät der Creighton University. Die Wissenschaftler werteten randomisierte klinische Studien (RCT) aus und bewerteten in der Zusammenschau die aktuell verfügbaren Daten zum Thema Erkältungshusten.

Dabei untersuchten sie auch die Datenlage zur Wirksamkeit von Honig und analysierten RCTs, die sich mit Honig als Hustentherapie bei Kindern beschäftigten. Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass Honig durchaus einen guten Effekt bei akutem Husten erzielen könne, da es vergleichbar gut hustenlindernd wirke wie Dextrometorphan und verglichen mit Placebo sogar wirksamer sei.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/12/12/honig-essen-zink-nehmen-und-auf-acc-verzichten/chapter:1

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine weitere Bestätigung für die Wirksamkeit von Honig bei Husten. Interesssant wäre noch zu wissen, ob es Unterschiede zwischen verschiedenen Honigsorten gibt und ob die Wirksamkeit an spezifischen Inhaltsstoffen hängt oder eher durch die enthaltenen Zuckerarten ausgelöst wird.

Wenn Honig gleich gut hustenreizlindernd wirkt wie Dextrometorphan, dann spricht viel für Honig, weil Dextrometorphan doch einige Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen hat.

Honig soll allerdings nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden (Risiko Botulismus durch Clostridium botulinum Sporen) und den Zähnen schaden kann (Karies).

Siehe auch:

Hausmittel: Heisse Milch mit Honig gegen Husten

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

 

Erkältungsmittel, Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

Heilpflanzen lindern Husten bei Kindern

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

 

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Inhalieren gegen Erkältungen

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Das Magazin „Focus“ gibt Tipps gegen Erkältungen und kommt dabei auch auf Inhalationen zu sprechen. Nicht ganz falsch, aber auch ziemlich ungenau.

Was schreibt „Focus“:

„Salzspülung und Inhalieren

Gegen eine verstopfte Nase kann eine Salzwasserspülung aus der Apotheke oder Drogerie helfen. Das Inhalieren mit Ölen oder Kamillentee löst den Schleim.“

Wenn von „Ölen“ gesprochen wird, dann meint man in der Regel „fette Öle“ wie Mandelöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Hier sind aber zweifellos ätherische Öle gemeint. Fette Öle sind gar nicht flüchtig und würden nicht in den Dampf übergehen. Fette Öle und ätherische Öle sind aber zwei vollkommen unterschiedliche Dinge und deshalb wäre es hier sinnvoll, von „ätherischen Ölen“ zu schreiben.

Und ja, mit Kamillentee kann man inhalieren. Eine Mischung von Kamillenblüten mit Thymiankraut fände ich bei Husten und Schnupfen allerdings noch besser.

Beim direkten Inhalieren mit ätherischen Ölen, also wenn ätherische Öle auf heisses Wasser gegeben und direkt eingeatmet werden, sollte die Dosierung eher tief bleiben. 1 – 2 Topfen genügen in der Regel.

Und was schreibt „Focus“ weiter:

„Heiß Baden

Ein heißes Bad mit Eukalyptus oder ätherischen Ölen beruhigt, der heiße Dampf befreit die Atemwege. Vorsicht: Bei Fieber sollte nicht heiß gebadet werden!“

 

Ja, ein Erkältungsbad ist eine gute Idee. Mit „Eukalyptus“ ist wohl das ätherische Eukalyptusöl gemeint, so dass die Formulierung „Eukalyptus oder ätherische Öle“ etwas schief ist.

Neben Eukalyptusöl wäre auch Thymianöl eine gute Wahl. Allerdings fehlen im „Focus“-Text genauere Angaben zur Zubereitung und Dosierung, was meines Erachtens für eine sichere und verträgliche Anwendung wichtig wäre.

Ätherische Öle mischen sich schlecht mit Wasser und sind leichter, schwimmen also auf der Wasseroberfläche (Ausnahmen sind zum Beispiel Nelkenöl und Zimtöl). In der Badewanne hat das zur Folge, dass zum Beispiel Thymianöl und Eukalyptusöl konzentriert obenauf schwimmen, was beim Kontakt mit der Haut Reizungen verursachen kann.

Daher müssen die ätherischen Öle emulgiert werden, zum Beispiel indem man sie mit etwas Kaffeerahm (Sahne) oder Vollmilch mischt, bevor sie dem Badewasser zugefügt werden.

Auf ein Vollbad würde ich 8 Tropfen Eukalyptusöl oder Thymianöl geben, bei der ersten Anwendung nur 3 – 4 Tropfen, um die Verträglichkeit zu prüfen.

„Focus“ empfiehlt zudem:

„Natürliche Öle

Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl vor dem Schlafen gehen auf der Brust verreiben. Wirkt gegen Husten und hilft beim Durchatmen.“

Auch hier würde es korrekt heissen „Natürliche ätherische Öle“. Meine Empfehlung wäre dabei, Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl nicht pur aufzutragen, sondern wenige Tropfen gemischt mit etwas fettem Öl, zum Beispiel Mandelöl, oder allenfalls auch mit einer fettreichen Bodylotion (W/O-Emulsion).

Grundsätzlich könnte man aber auch von Eukalyptusöl, Thymianöl oder Pfefferminzöl ein paar Tropfen auf ein Papiertaschentuch geben und sie so über Nacht im Schlafzimmer verdunsten lassen.

Quelle der Zitate:

http://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/erkaeltung-schnell-loswerden-die-besten-tipps_id_7761950.html

Als Ergänzung:

Margret Wenigmann empfiehlt im Fachbuch „Phytotherapie“ für die äusserliche Anwendung von Pfefferminzöl:

„Einige Tr. In die betroffenen Hautpartien einreiben, in halbfesten oder öligen Zubereitungen 5 – 20 –prozentig…“

Bei Säuglingen und Kleinkindern rate ich ab von Pfefferminzöl-Anwendungen.

Margret Wenigmann schreibt dazu:

„Bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich des Gesichtes, speziell der Nase, oder grossflächig auf Brust und Rücken anwenden (Gefahr von Glottiskrampf, Kratschmer-Reflex mit Atemdepression bis hin zur Erstickung).“

Solche Warnungen sind ähnlich formuliert in wohl allen Phytotherapie-Fachbüchern zu finden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Erkältung: Welche Therapien wirklich helfen

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Das Angebot an konventionellen und alternativen Präparaten zur Behandlung von Erkältungskrankheiten ist sehr gross. Die Studien zur Wirksamkeit sind aber oft nicht sehr überzeugend.

Erwachsene machen pro Jahr zwei bis vier Erkältungsepisoden durch, Kinder sogar sechs bis acht. Entsprechend umfangreich ist der Umsatz an Präparaten, mit denen Ärzte oder die Patienten selbst versuchen, den Verlauf der meist viralen Infektionen abzuschwächen und zu verkürzen. Von welchen Behandlungen nach derzeitigem Wissensstand wirklich Hilfe zu erwarten ist und von welchen eher nicht, das haben Miriam Croessmann vom Sana Klinikum Offenbach und Professor Markus Rose von der Universität Frankfurt / Main in der Fachzeitschrift „Pneumologe“ zusammengefasst (Pneumologe 2016: 13: 262–273). Dabei steht die Anwendung bei Kindern im Zentrum.

Die „Ärzte Zeitung“ hat den Text zusammengefasst.

Ich greife nachfolgend die pflanzlichen Präparate als Zitate heraus und kommentiere sie stellenweise.

Zu den schleimlösenden Mitteln (Sekretolytika / Mukolytika) steht da:

„Sie sollen bei erkältungsbedingter Bronchitis den Schleim verflüssigen und das Abhusten erleichtern. Unter Acetylcystein kann ein erhöhtes Volumen von verflüssigtem Bronchialsekret auftreten, das unter anderem von jungen Kindern schlecht abgehustet werden kann. Von Efeupräparaten ist dies nicht zu befürchten. Sekretolytika / Mukolytika sollten vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eine strenge Indikationsstellung erfahren.“

Hier werden also das synthetische Acetylcystein und die pflanzlichen Efeupräparate erwähnt. Zur Wirksamkeit wird nichts gesagt, aber die Efeupräparate sind an einem Punkt verträglicher. Das am besten dokumentierte Efeupräparat ist Prospan® (zugelassen für Kinder ab zwei Jahren). Das beste Mukolytikum sei eine gute Befeuchtung der Atemwege und reichlich trinken, heisst es in dem Beitrag.

Dann geht es noch um ätherische Öle als Einreibemittel:

„ Vapor rub mit den Wirkkomponenten Kampfer, Menthol, Eukalytpusöl hat bei Kindern keine Wirkung auf Husten oder Schnupfen, aber Kind und Eltern schlafen besser. Eltern müssen aufgeklärt werden, dass Einreibemittel und Tropfen auf Basis ätherischer Öle zu Atemwegsreizungen bis zum Bronchospasmus führen können.“

Gemeint ist hier wohl „Wick Vaporub“ (D) bzw. „Vicks vaporub“ (CH). Menthol ist der Hauptbestandteil von Pfefferminzöl. Es löst auf der Haut und an der Nasenschleimhaut ein Kältegefühl aus, das nicht physikalisch durch tiefe Temperatur, sondern durch Bindung an einen Kälterezeptor ausgelöst wird. In der Nase wird dadurch der Luftstrom intensiver wahrgenommen, wodurch eine subjektive Empfindung des Besser-durchatmen-könnens entsteht. Sie lässt sich nicht objektivieren, das heisst, man kann nicht durch Messung nachweisen, dass mehr Luft durch die Nase geht. Aber immerhin wirkt das erleichternd auf die Beschwerden der verstopften Nase, so dass nachvollziehbar ist, dass erkältete Kinder besser schlafen. Dass auch die Eltern besser schlafen, ist wohl ein erwünschter Nebeneffekt.

Ich würde allerdings bei Säuglingen und Kleinkindern als Einreibemittel nur mentholfreie Produkte verwenden. Als Regel gilt zudem, dass bei Säuglingen und Kleinkindern ätherische Öle nicht konzentriert in der Nähe der Atemöffnungen eingesetzt werden sollten.

Interessanterweise ist die Wirksamkeit von Honig gegen Hustenreiz recht gut belegt:

„Honig: Bei Kindern im Alter über einem Jahr kann ein Löffel Honig am Abend Husten und Nachtschlaf günstig beeinflussen.“

Siehe:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Hausmittel: Heisse Milch mit Honig gegen Husten

Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

 

Und dann kommt Knoblauch:

„Knoblauch: Laut einer Cochrane-Analyse können Knoblauchtabletten möglicherweise Erkältungen vorbeugen, haben aber keinen Einfluss auf die Dauer von Erkältungen.“

Diese Cochrane-Analyse ist sehr interessant. Sie basiert aber auf nur einer Studie.

Siehe:

Schützt Knoblauch vor Erkältungen?

 

Für Kinder dürfte Knoblauch zur Prophylaxe von Erkältungen geruchlich allerdings wohl etwas schwierig sein.

Dann der Klassiker der pflanzlichen Immunstimulantien: Echinacea / Sonnenhut:

„Echinacea: Es gibt keine überzeugenden Daten für den therapeutischen Einsatz von Echinacea bei Erkältungen, allenfalls für eine leichte prophylaktische Wirkung.“

Diese Einschätzung ist ziemlich ernüchternd. Sie beruht wohl auf dem Cochrane-Review von 2014:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24554461

Meinem Eindruck nach gibt es schon Leute, die von einer Echinacea-Einnahme profitieren. Klar scheint mir aber auch, dass die Erwartungen, die von der Werbung geweckt werden, durch die Studienlage nicht gedeckt sind.

Und dann weiter zu „Umckaloabo“, der alten Zulu-Heilpflanze aus Südafrika:

„Umckaloabo: Der Extrakt aus Pelargonium sidoides soll immunstimulierend, hustenstillend und schleimlösend wirken. In RCTs ist die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Erkältung oder akuter Rhinosinusitis sowie bei Erwachsenen und Kindern mit akuter Bronchitis gezeigt worden. Die Qualität der Evidenz sei niedrig, so Croessmann und Rose.“

„Umckaloabo“ ist auch als „Kapland-Pelargonie“ im Handel. Die relevanten Studien wurden alle mit dem Extrakt bzw. Präparat „Umckaloabo®“ durchgeführt (in der Schweiz nach ärztlicher Verordnung kassenpflichtig als Kaloabo®). Die Ergebnisse können nicht auf andere Produkte mit Kapland-Pelargonie übertragen werden, die zum Beispiel als Hausspezialitäten in Apotheken und Drogerien angeboten werden.

Bei Kindern seien günstige Effekte auf nasale Symptome und auf den Verbrauch von Dekongestiva durch Meerwasser-Spülungen dokumentiert, heisst es im Beitrag weiter (Dekongestiva hier = Abschwellende Nasentropfen).

Ausserdem wird darauf hingewiesen, dass für Vitamin C keine eindeutigen therapeutischen Effekte bei Erkältungen belegt sind. Das konnte für die Normalbevölkerung schon durch eine ganze Reihe von Studien belegt werden. Eine Ausnahme scheinen Sportler darzustellen, bei Ihnen kann die vorbeugende Einnahme die Erkältungshäufigkeit auf rund die Hälfte reduzieren. Siehe dazu auf „Medizin transparent“:

Vitamin C beinahe nutzlos gegen Erkältungen

Zum Nutzen der Luftbefeuchtung seien die Studienergebnisse widersprüchlich, wird im Artikel vermerkt.

Die Originalpublikation in der Zeitschrift „Der Pulmologe“ fasst als Ergebnis für Kinder zusammen:

„Bei Kindern gibt es für häufig als Erkältungsmittel angewandte Substanzen wie Hustensäfte oder Echinaceapräparate keine konsistente Datenlage. Potenziell nützlich sind ätherische Einreibungen (Vapor rub, cave: Reizungen), Zink, Pelargonium sidoides und Honig.“

Quellen

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/922746/erkaeltung-helfen-diese-20-therapien-wirklich.html

Der Pneumologe, Juli 2016, Volume 13, Issue 4, pp 262–273

http://link.springer.com/article/10.1007/s10405-016-0052-3

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pfefferminzöl / Menthol befreit die Nase bei Schnupfen

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Pfefferminzöl oder sein Hauptinhaltsstoff Menthol werden vielfach angewendet zur Befreiung einer verstopften Nase bei Schnupfen.

Und wie kommt diese Wirkung zustande?

Facharzt Dr. Peter Kardos schreibt dazu in einem Statement für das *Komitee Forschung Naturmedizin“:

„Zur Wirkung von Menthol gehört das durch Wirkung auf die Rezeptoren erzielte Gefühl des freien Durchatmens, das die Patienten schätzen, obwohl es objektiv durch Messung des Widerstandes (Rhinomanometrie) nicht zu bestätigen ist! Vielleicht spielt hier die nachweisbare Senkung der Atemfrequenz mit eine wichtige Rolle, die ihrerseits wiederum zu einem weniger turbulenten Atemfluss führt.“

 

Quelle:

http://phytotherapie-komitee.de/#Publish::Page/show/page_id=214

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirkungsweise von Pfefferminzöl / Menthol auf eine verstopfte Nase bei Schnupfen ist tatsächlich interessant.

Es werden bei der Inhalation Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut aktiviert, wodurch der Luftstrom intensiver wahrgenommen wird. Das gibt die Empfindung befreiten Atmens.

Aber wie Dr. Kardos schreibt: Dass wirklich mehr Luft durch die Nase fliesst, konnte mit Messungen nicht bestätigt werden. Pfefferminzöl / Menthol bewirkt also nur die Empfindung einer freieren Nase. Aber das spielt keine Rolle, wenn sich so das Befinden beim Schupfen verbessern lässt.

Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern: Pfefferminzöl und mentholhaltige Präparate dürfen nicht als konzentrierte Dämpfe zur Inhalation verwendet und nicht im Bereich von Mund und Nase eingerieben oder eingeträufelt werden, da es in seltenen Fällen reflektorisch zu Atemstillstand kommen kann.

Pfefferminzöl und Menthol bei Säuglingen und Kleinkindern also besser meiden und auch nicht als Bestandteil von Erkältungssalben einreiben.

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Menthol als problematischer Zusatzstoff in Zigaretten

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Die „Österreichische Apothekerzeitung“ (Nr. 24 / 2013) veröffentlichte einen informativen Artikel über die Wirkmechanismen von Monoterpenen und Sesquiterpenen als Bestandteile ätherischer Öle.

Die Autoren Mag. pharm. Anja Ilic  und Univ.-Prof. i. R. Dr. Gerhard Buchbauer gehen darin auch auf Menthol ein, dem Hauptbestandteil von Pfefferminzöl.

Sehr interessant ist dabei die Beschreibung der Menthol-Wirkung in Mentholzigaretten und mentholisierten Zigaretten:

„Nach Angaben der Tabakindustrie verleiht Menthol dem Tabak einen angenehmen Geschmack und Geruch, nicht nur in ausgewiesenen »Menthol-Zigaretten«, sondern auch in normalen, nicht mentholierten Zigaretten. Tatsächlich hat dies aber einen starken pharmakologischen Effekt. Menthol wirkt nämlich auf die so genannten TRP-Kanäle, Rezeptoren die für die Perzeption von Kälte, Wärme und Schmerz verantwortlich sind. Dadurch wird ein kühlender und schmerzstillender Effekt verursacht, was dem Raucher zunächst ein leichteres und tieferes Einatmen des Rauches ermöglicht, dann aber auch das Abhängigkeitspotenzial und Risiko von Raucherkrankheiten erhöht. Zudem verbessert Menthol die transdermale und transbukale Resorption von Substanzen im Tabak (u.a. auch des Kanzerogens Benzpyren) und unterdrückt so das Hustenbedürfnis. Weiters hemmt es auch die Oxidation von Nikotin zu Cotinin, sodass Nikotin länger im Körper verweilt. Menthol im Tabak ist also definitiv nicht nur ein Geschmacksstoff, sondern beeinflusst auch die sensorische Perzeption, das Rauchverhalten und das Suchtpotenzial.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2013/OAZ-2013-24.pdf

Kommentar und Ergänzung:

Es scheint mir schlicht ungeheuerlich, mit welch raffinierten Zusatzstoffen Zigaretten aufgemotzt werden.

Siehe dazu auch:

Zusatzstoffe im Tabak – Beispiel Johannisbrot

Das EU-Parlament in Strassburg hat im übrigen beschlossen, dass Mentholzigaretten in Europa bis ins Jahr 2022 vom Markt verschwinden müssen. Immerhin. Wobei mir unverständlich bleibt, weshalb es da noch eine neunjährige Schonfrist braucht.

Wenn Menthol tatsächlich das Hustenbedürfnis unterdrückt, dann spricht dieser Effekt für das Einatmen von Menthol oder Pfefferminzöl bei trockenem Hustenreiz. Natürlich nur über begrenzte Zeit und nicht in Form von Mentholzigaretten….

Menthol eignet sich allerdings nicht für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Vortrag in Zürich: Honig – begehrt von Mensch und Tier

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Wer den Film „More than honey“ von Markus Imhoof über Honigbienen gesehen hat, möchte vielleicht mehr wissen über diese faszinierenden Tiere.

Die Entomologische Gesellschaft Zürich veranstaltet am Freitag  22. November 2013 einen interessante Vortag von Hans-Ulrich Thomas. Der Imker und Entomologe berichtet über verschiedene Arten der Honiggewinnung in Europa, Afrika und Asien, und über Tierarten, die den Honig ebenfalls nutzen und schätzen. Vorgestellt werden auch verschiedene Honigquellen in der Natur und deren Urheberinnen.

Zeit: 19.30 Uhr, Ort: ETH-Zentrum Hauptgebäude, Rämistrasse 101, 8006 Zürich,

Eintritt frei.

Kommentar & Ergänzung:

Die Entomologische Gesellschaft Zürich hat auch sonst ein spannendes Vortrags- und Exkursionsprogramm. Wer sich für Libellen, Käfer, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wanzen, Schwebefliegen, Wildbienen, Hummeln und vieles mehr aus der faszinierenden Insektenwelt interessiert, wird hier viele Entdeckungen machen können. Auch die Spinnen, obwohl nicht zu den Insekten gehörend, gehören zu den Themen der Entomologischen Gesellschaft Zürich.

Siehe: http://www.insekten-egz.ch/www/index.htm

P.S. Die Bienen produzieren aber auch eine ganze Reihe von Substanzen, die als Heilmittel genutzt werden – interessante, aber auch fragwürdige. Darum hier noch ein kleiner Exkurs zur „Biene als Apotheke“:

In erster Linie natürlich kommt Honig zur Anwendung:

Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

Honig lindert Erkältungen bei Kleinkindern

Hausmittel: Honig & Joghurt gegen Scheidenpilz

Honig zeigt Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Naturheilmittel: Wundbehandlung mit Manuka-Honig

Honig als Wundheilmittel

Honig bei Mundschleimhautentzündung infolge Chemotherapie

Wundheilmittel: Honig gegen resistente Bakterien

Beruhigt warme Milch mit Honig den Hals?

Honig: Altes Wundheilmittel im Aufwind

Honig verkürzt Wundheilung bei Brandwunden

Dann gibt es noch Bienenkittharz (Propolis), das vor allem antimikrobiell wirkt  :

Kontaktallergien durch Propolis

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Generell zu Bienenprodukten als Naturheilmittel:

Bienenprodukte als Naturheilmittel

Bienen in der Homöopathie:

Die ganze lebende Biene wird zum Homöopathikum Apis mellifica verarbeitet.

Die Biene wird für dieses Mittel allerdings sehr stark verdünnt, oft  zum Beispiel Apis mellifica D12 ( = 1 : 1  000 000 000 000) oder Apis mellifica D 30, bei dem garantiert kein Molekül Biene mehr drin ist, was das Präparat vegetariertauglich macht.

Im Internet wird dieses Mittel für eine wahnsinnig lange Liste von Beschwerden und Krankheiten empfohlen:

„Nagelumlauf,

Sonnenallergie / Sonnenbrand,

Allergien,

Angina ohne Eiterbildung,

Hautausschläge,

Augen – Netzhautablösung,

Klein- und Schulkinder – Fieberkrämpfe – gerötete Mandeln,

Windpocken,

Halsentzündungen,

Augenentzündung,

Fieberbläschen,

Schmerzen,

Bindehautentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenkentzündung,

Fieber,

Verbrennungen – Auch Verbrühungen und Sonnenbrand,

Eierstockschmerzen,

Harnblasenentzündung,

Allergische Reaktionen an Augen Hals und Mund,

Juckreiz,

Gerstenkorn,

Furunkel – Im Anfangsstadium,

Nesselfieber, Nesselsucht,

Ohrenschmerzen – wundes Ohr,

Zahnen bei Kindern,

Insektenstichen,

Jugendliche – Menstruation – schmerzhaft,

Entzündung – Akut,

Allergien – Schwellungen,

Verbrennungen – Rötung der Haut,

Ohrschmerzen ohne Absonderung,

Darm – Blinddarmreiz,

Sonnenstich, Hitzschlag,

Insektenstiche – Bienen – und Wespenstiche,

Scharlach,

Gürtelrose,

Blasenbeschwerden – Harnwegsbeschwerden – Entzündungen der Blase – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Blinddarmbeschwerden,

Hautausschlag – Ekzem,

Augen – Lidschwellung,

Blasenentzündung – Stark brennende Schmerzen beim Wasserlassen,

Röteln,

Atemnot,

Menstruationsbeschwerden,

Lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute,

Lidrandentzündung – akut – Lichtempfindlichkeit – Augenlider und Bindehaut stark geschwollen,

Gelenksbeschwerden – Entzündungen, Rötungen, Schwellungen,

Arthritis – Gelenke sind blass und geschwollen,

Hautausschlag,

Plötzliche Atemnot – Allergie,

Impfreaktionen,

Knochenhautentzündung,

Entzündungen – Stich- oder Bisswunden,

Tierbisse,

Arthritis – Gelenk blassrot,

Schwellungen,

Verbrennungen,

Schlafstörungen,

Venenentzündung,

Sehnenscheidenentzündung, Sehnenverletzung,

Halsschmerzen – Stechend,

Schnittverletzung,

Frauen – Eierstockentzündung,

Sonnenstich – Kopf blassrot,

Abszess – blassrot,

Zahnfleischentzündung,

Insektenstiche,

Kehlkopfentzündung,

Blinddarmreizung,

Halsentzündung,

Gürtelrose – große Bläschen,

Blasenentzündungen,

Nesselsucht,

Mumps,

Frauen – Menstruation – schmerzhaft Dysmenorrhoe,

Kopfschmerzen,

Gelenkbeschwerden,

Arthritis,

Blase – Blasenentzündung,

Heiserkeit – Stimmverlust,

Blasenentzündung,

Stimmverlust“

Quelle:

http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Apis-mellifica.shtml

Nur schon diese inflationär lange Liste sollte skeptisch stimmen. Es ist immer fragwürdig, wenn einem einzelnen Mittel derart viele Indikationen zugeschrieben werden. Und angesichts der Tatsache, dass für Apis mellifica keinerlei Belege für eine Wirksamkeit vorliegen – nicht für eine einzige der aufgeführten Krankheiten –  kann man eigentlich nur den Kopf schütteln ob dieser bodenlosen Aufzählung. Das ist auch ein Beispiel für die fehlende Qualitätssicherung im Internet, wo jeder und jede jeden Stuss publizieren kann.

Blütenpollen:

Dann gibt es bei den Bienenprodukten noch den Blütenpollen, der sehr eiweissreich ist. Die Bienen Nutzen den Pollen als Nahrung für die jungen Bienen.

Im Internet wird Pollen für alles mögliche propagiert: Als Kräftigungsmittel und Aufbaumittel, gegen Rheumatismus, Verstopfung, Krampfadern, Ekzeme, Depressionen, Anämie, Arteriosklerose…..

Auch hier kann man nur feststellen: Grosse Versprechungen, keinerlei Belege.

Gelée Royal:

Gelée Royale ist die dicke, milchig-weiße Substanz, die von Arbeitsbienen abgesondert wird. Sie füttern diesen „Königinnenfuttersaft“ einer Larve, die zur Königin werden soll. Auch hier im Internet grenzenlose Versprechungen: Osteoporose, Gedächtnisprobleme, Schilddrüsenerkrankungen, Arthritis….und natürlich als Anti-Aging-Mittel.

Sparen Sie sich das Geld. Bienenköniginnensaft ist gut für zukünftige Bienenköniginnen. Alles andere ist Spekulation.

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Placebo wirksam gegen Ekel und Angst

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Zahlreiche Menschen leiden an Phobien, also an extremen Ekel- oder Angstreaktionen. Ein Experiment belegt nun: Bereits eine harmlose Pille ohne jeden Wirkstoff kann gegen diese Gefühle wirksam sein. Das Scheinmedikament lindert die negativen Reaktionen deutlich und verändert auch die Wahrnehmung und die Gehirnaktivität. Diese Erkenntnis liefert wertvolle neue Ansätze für Behandlungsmöglichkeiten bei Phobien.

Abwehrreaktionen gegen Fäkalien, Spinnen und Blut – die „Ekel-Top 3“ –  sind bis zu einem gewissen Grad natürlich. Verbindet sich die Abscheu jedoch mit Angst und nimmt exzessive Ausmaße an, kann das zu einer Phobie führen, die das ganze Leben beherrscht.

Das kann die Lebensqualität reduzieren und mitunter auch psychische Störungen auslösen. Anne Schienle von der Karl-Franzens-Universität Graz konnte nun in einer Studie zeigen, dass der Schlüssel dazu im Gehirn sitzt – und das bereits ein Placebo genügt, um Angst und Ekel zu überwinden.

Wirkstofflose Pille vermindert Ekelgefühle

An der Studie beteiligten sich 34 Frauen mit überdurchschnittlicher Ekelempfindlichkeit. Ihnen wurde gesagt, sie erhielten Angostura, ein altes südamerikanisches Heilmittel gegen Ekelsymptome wie Übelkeit und Erbrechen. Tatsächlich bekamen sie aber Pillen mit reiner Kieselerde – und damit ein Placebo. Erstaunlicherweise empfanden alle Teilnehmerinnen in den Tests nur noch halb so viel Abscheu wie vor der vermeintlichen Angostura-Behandlung.

„Wir konnten eindeutige Veränderungen der Gehirnaktivität und des Zusammenspiels einzelner Gehirnareale feststellen“, erläutert die Psychologin. Auch visuelle Verarbeitungsregionen seien von Veränderungen betroffen gewesen. Gemäss Schienle sollen die Probandinnen die vorgeführten Ekel-Bilder tatsächlich anders gesehen haben.

Die Resultate der Untersuchung könnten wichtige Ansätze für neue Therapiemöglichkeiten liefern. Gezielte Placebos könnten zum Beispiel als erster Schritt in Psychotherapien zur Anwendung kommen. Der Effekt könnte dann dazu beitragen, den Patienten nach der entsprechenden Aufklärung ihre Selbstheilungskräfte zu veranschaulichen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-16337-2013-06-28.html

Karl-Franzens-Universität Graz

Kommentar & Ergänzung:

Mit Placebo-Effekten lassen sich selbstverständlich nicht alle Krankheiten heilen, aber es ist immer wieder erstaunlich, welche Wirkungen sie auslösen können.

Placebo-Effekte gibt es im übrigen auch bei Tieren und Kleinkindern und es ist nicht nötig, dass man an einen Mittel glaubt, um einen Placebo-Effekt zu bekommen.

Selbst wenn die Patientinnen und Patienten wissen, dass sie ein Placebo bekommen, ist noch ein Effekt feststellbar.

Siehe dazu:

Placebo wirkt auch wenn man weiss, dass man ein Scheinmedikament nimmt

Placebo auch ohne Täuschung wirksam

Überraschender Placebo-Erfolg bei Schmerztherapie

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Phytotherapie / Aromatherapie: Carvon als Bestandteil von ätherischen Ölen

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Carvon ist ein monocyclisches Monoterpen-Keton und findet sich als Bestandteil von ätherischen Ölen.

Carvon kommt in zwei Varianten vor:

– das (S)-(+)-Carvon

[auch als D-(+)-Carvon oder kurz (+)-Carvon bezeichnet]

Es hat den typischen Geruch nach Kümmel und kommt vor in Kümmelöl, Dillöl und Mandarinenschalenöl.

– das (R)-(−)-Carvon

[auch als L-(−)-Carvon oder kurz (−)-Carvon bezeichnet]

Es riecht nach Krauseminze und ist zu finden im Krauseminzöl und Kuromojiöl. Es ist allergieauslösend.

Ingwergrasöl enthält beide Varianten des Carvons.

Zur Wirkung von Carvon:

Carvon wirkt günstig bei verstärkter Gasbildung und Gasansammlung im Verdauungstrakt. Kümmelöl ist ein Karminativum (= Mittel gegen Blähungen) und hat daher schon lange seinen Platz Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde und Phytotherapie inne. Es wirkt krampflösend und aktiviert die Funktion der Verdauungsdrüsen. Kümmeltee oder Kümmeltinktur können gegen Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen und leichte krampfartige Magen-Darmstörungen eingesetzt werden. Kümmelfrüchte kann man jedoch auch direkt kauen.

Falls Sie mehr erfahren möchten über ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe von Heilpflanzen, bekommen Sie dazu fundierte, gut verständliche Informationen in meinen Ausbildungen, Weiterbildungen und Kursen. Einen Überblick dazu gibt es hier im Kurskalender.

Weitere interessante Infos zu Carvon, Kümmel, Dill und Co.:

Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

Kümmeltee gegen Blähungen

Kümmelöl: Bauchmassagen gegen Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Kleopatrabad bei Neurodermitis und trockener Haut

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Wer an Neurodermitis und/oder trockener Haut leidet, dem wird oft empfohlen, anstelle eines Vollbades eine kurz Dusche zu nehmen, weil diese die Haut weniger entfettet.

Wer trotzdem ein Vollbad nehmen möchte, sollte für eine rückfettende Wirkung sorgen.

Dazu kann man ein Spezialbad für Neurodermitis-Patienten in der Apotheke kaufen oder ein rückfettendes Bad selber herstellen.

Das geht sehr einfach mit einem traditionellen Hausmittel mit dem verheissungsvollen Namen „Kleopatrabad“.

Das Magazin „Stern“ hat kürzlich Alltagstipps für Neurodermitis-Patienten veröffentlicht und dabei auch das Kleopatrabad empfohlen:

„Dafür mischen Sie 40 Milliliter Olivenöl mit 20 Milliliter Milch, schütteln es kräftig, bis eine Emulsion entsteht, und setzen diese nach fünf Minuten dem Badewasser zu. Auf der Haut bildet sich ein dünner Ölfilm, der rückfettend wirkt.“

Nach dem Bad die Haut an der Luft trocknen, sonst landet der Ölfilm im Handtuch, und der Effekt geht verloren.

Quelle:

http://www.stern.de/allergie/vorbeugen/atopisches-ekzem-alltagstipps-fuer-neurodermitis-patienten-585265-e3a97b4519108477.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Mischungsverhältnis gibt es in den Quellen unterschiedliche Angaben. Ich selber empfehle zwei Esslöffel Olivenöl zu mischen mit einer Tasse Milch. Es muss Vollmilch sein, weil Milchdrink zuwenig Fettanteil hat, um eine gute Emulgierungswirkung zu gewährleisten.

Der Ölfilm vermindert die Abdunstung von Wasser aus der Haut und erhöht damit deren Feuchtigkeitsgehalt.

Der Name „Kleopatrabad“ geht natürlich auf die ägyptische Königin Kleopatra (69 – 30 v.u.Z) zurück, die in Eselsmilch gebadet haben soll.

Heute wird natürlich aus praktischen Gründen in der Regel Kuhmilch verwendet, doch hat die Eselsmilch als Badezusatz und Hautpflegemitttel eine lange Geschichte.

„Eselsmilch wird heute in Heilbehandlungen für Hauterkrankungen und Allergien verwendet. In erster Linie soll Eselsmilch von Allergikern getrunken werden. Reine Eselsmilch ist auch ein Kosmetikprodukt. Bereits in der Antike soll Kleopatra in Eselsmilch gebadet haben. Von Kaiserin Elisabeth und Joséphine Bonaparte sind ähnliche hautfreundliche Bäder überliefert.

In der Nähe der Stadt Agrigent in Italien entsteht nun die erste größere europäische Produktionsstätte für Eselsmilch. Da Eselsmilch eine natürliche Alternative für Babys und Kleinkinder mit einer Allergie gegen Kuhmilch darstellt ist die Nachfrage nach diesem teuren Naturprodukt hoch.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Zusammensetzung der Eselsmilch:

„ Eselsmilch ist genau wie Stutenmilch der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich, wobei der Anteil an Lipiden auffällig niedrig und der Lactose-Anteil hoch ist. Sie wurde früher häufig als natürlicher Muttermilchersatz angewendet. Die Molken derselben enthalten viel Milchzucker und schmecken süß.“

(Quelle: Wikipedia)

Noch vor der Kuhmilch, der Ziegenmilch, der Stutenmilch oder der Schafsmilch war Eselsmilch zudem die Ersatzmilch erster Wahl für mütter- und ammenlose Säuglinge.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Husten: Äussere Anwendungsformen – Inhalation, Einreibung, Erkältungsbad

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Charakteristische äußere Anwendungsformen der Phytotherapie bei Husten sind Inhalationen, Brustsalben und Erkältungsbäder. Für Inhalationen verwendet werden Kamillenblüten (Matricariae flos) bzw. Kamillenöl, aber auch Latschenkieferöl, Eukalyptusöl oder Campher. Die drei letztgenannten ätherischen Öle, aber auch Pfefferminzöl, Fichtennadelöl und Kiefernnadelöl sind enthalten in Brustsalben und Erkältungsbalsamen. Dünne Einreibungen mit solchen Präparaten über dem Brustbein und zwischen den Schulterblättern wirken rasch und zuverlässig. Als Nebenwirkungen treten manchmal Hautreizungen auf. Wegen des Kratschmerreflexes sollen bei Kleinkindern bis zwei Jahren ätherische Öle nicht in  Gesichtsnähe eingesetzt werden.

Quelle:

http://www.springermedizin.de/phytotherapie-bei-husten/217038.html

Kommentar & Ergänzung:

Bei Kindern unter sechs Jahren sollte man sicherheitshalber keine Erkältungssalben mit Menthol oder Campher anwenden.

Siehe auch:

Woraus bestehen Erkältungssalben?

Bei Pseudokruppanfall keine Erkältungssalben und ätherischen Öle

Was ist Kampfer? Welche Wirkung hat Kampfer?

Erkältungssalbe hilft Kindern mit Infekten

Erkältung beim Kind nicht mit Eukalyptusöl behandeln

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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