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Phytotherapie / Aromatherapie: Kiefernnadelöl

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Kiefernnadelöl stammt von Pinus sylvestris (Gemeine Kiefer, Waldkiefer, Föhre), einem bis zu 40m hohen Baum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Kiefernnadelöl ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Latschenkiefernöl.

Die Gewinnung erfolgt durch Wasserdampfdestillation der frischen Nadeln oder Zweigspitzen (Aetheroleum Pini sylvestris).

Als Hauptkomponente enthält Kiefernnadelöl (+)-alpha-Pinen (bis 50 %), daneben 3-Caren (bis 20 %), Camphen, beta-Pinen, Limonen, Bornylacetat und andere Substanzen.

Kiefernnadelöl besitzt antimikrobielle und schleimlösende Wirkung bei Husten. Es wird angewendet als bewährtes Mittel bei Katarrhen der Atemwege. Ähnlich wie Pfefferminzöl oder Kamillenblüten eignet sich Kiefernnadelöl ausgezeichnet für die Dampfinhalation. Dafür werden wenige Tropfen Kiefernnadelöl in heißes Wasser gegeben und mehrmals täglich einige Minuten lang inhaliert.

Kiefernnadelöl entfaltet auch als Zusatz im Vollbad eine angenehm befreiende Wirkung auf die Atemwege. Dazu werden ein bis zwei Teelöffel Kiefernnadelöl auf ein Vollbad gegeben, wobei das ätherische Öl zuvor mit Kaffeerahm emulgiert werden sollte.

In der Apotheke oder Drogerie sind fertige Erkältungssalben mit Kiefernnadelöl erhältlich, die man ebenfalls zum Inhalieren oder zum Einreiben auf Brust und Rücken nutzen kann. Nach dem Eincremen verflüchtigen sich die ätherischen Öle mit der Zeit und erreichen auf diesem Weg die Atemwege. Kiefernnadelöl ist vor allem enthalten in Rheumasalben, Sportgels und in Mittel gegen Erkältungskrankheiten (bspw. Perskindol®, Pinimenthol®, Inhalant®, Carmol Sportgel®).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Ätherische Öle

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„Ätherische Öle sind Gemische aus leicht flüchtigen Pflanzeninhaltsstoffen, darunter Alkoholen, Aldehyden, Ketonen und Äthern. Sie sind es, die vielen Pflanzen ihren charakteristischen Geruch geben. Eucalyptus, Kamille, Pfefferminze, Lavendel, Fichte und Kiefer enthalten sie in größeren Mengen. Der Name Öle ist allerdings irreführend: Ein Tropfen, auf ein Filterpapier gebracht, verdunstet, ohne einen Fettfleck zu hinterlassen.

Viele ätherische Öle wirken desinfizierend, sie töten Bakterien ab oder erschweren eine Ansiedlung von Mikroben. Auf die Haut aufgebracht, sorgen die meisten von ihnen zudem für eine vermehrte Durchblutung. Dies wird zum Beispiel in vielen „Rheumasalben“ genutzt.“

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist natürlich eine sehr kurz geratene Beschreibung der ätherischen Öle, eine Wirkstoffgruppe, über die es noch viel mehr zu sagen gibt.

Wichtig scheint mir in erster Linie festzuhalten, dass ätherische Öle und fette Öle (zum Beispiel Mandelöl, Olivenöl) von ihrem Aufbau her total unterschiedlich sind.

Ätherische Öle werden in der Aromatherapie und in der Phytotherapie eingesetzt, zum Teil mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

In der Phytotherapie kommen ätherische Öle nicht nur in isolierter Form zu Anwendung, sondern auch quasi eingebettet in Kräutertees, Pflanzentinkturen oder Pflanzenextrakten.

In der Phytotherapie auch in reiner, isolierter Form verwendete ätherische Öle sind beispielsweise:

Pfefferminzöl, Lavendelöl, Nelkenöl (= Gewürznelkenöl), Melissenöl, Teebaumöl, Kümmelöl, Fenchelöl, Thymianöl, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl, Rosmarinöl, Kamillenöl, Anisöl, Wacholderöl, Korianderöl, Cajeputöl, Niauliöl, Kiefernnadelöl, Minzöl, Zimtöl und Zimtblätteröl, Rosenöl (vor allem als Aromatikum), Citronellöl ( als Ersatz für Melissenöl), Zitronenöl ( vor allem als Aromatikum)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Keltischer Baumkreis / Keltisches Baumhoroskop – eine ziemlich neue Erfindung

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Es gibt eine ganze Anzahl von Bäumen, die in der Pflanzenheilkunde verwendet werden – zum Beispiel als Eichenrinde,  Birkenblätter, Weidenrinde, Lindenblüte.

Gelegentlich werde ich bei der Besprechung solcher Heilpflanzen darauf angesprochen, dass zum Beispiel die Weide im „Keltischen Baumkreis“ vorkomme und dort mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen verbunden werde.

Deshalb hier ein paar Anmerkungen zum „Keltischen Baumkreis“.

Das sogenannte „Keltische Baumhoroskop“ umfasst:

Apfelbaum, Tanne, Ulme, Zypresse, Pappel, Zürgelbaum, Kiefer, Weide, Linde, Eiche, Ölbaum, Haselstrauch, Eberesche, Ahorn, Nussbaum, Kastanie, Esche, Hainbuche, Feigenbaum, Birke, Buche.

Festgehalten werden muss dazu aber: Das Keltische Baumhoroskop (Keltischer Baumkreis) ist eine freie Erfindung des 20. Jahrhunderts und hat mit den Kelten rein gar nichts zu tun.

Zur Entstehung des „Keltischen Baumkreises“:

„ Das sogenannte keltische Baumhoroskop geht auf das Buch The White Goddess (1946) (Die weiße Göttin, 1948) des britischen Schriftstellers und Dichters Robert Graves zurück, in dem der Autor durch eine meist willkürliche Zuordnung von Ogham-Zeichen zu einzelnen Bäumen einen keltischen Baumkalender entwickelte. Dabei kommen bei der Bezeichnung der einzelnen Schriftzeichen zwar auch einige Baumnamen vor, aber ein Großteil der Bezeichnungen ist deutlich anderen Ursprungs. Ein keltisches Baumhoroskop lässt sich weder durch antike noch durch mittelalterliche Quellen über keltische Religion und Bräuche belegen. Vor allem aber fällt auf, dass in den altirischen und altwalisischen Quellen zur Astrologie niemals Bäume vorkommen.

Die heute besonders im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Form geht ihrerseits auf eine Artikelserie der französischen Journalistin Paule Delsol zurück, die 1971 im Auftrag des Mode- und Lifestyle-Magazins Marie Claire eine Reihe von Horoskopsystemen erfand, die ‚alten‘ Kulturen nachempfunden waren. Unter anderem entwickelte Delsol ein mittlerweile auch auf Deutsch erhältliches ‚arabisches‘ Horoskop (Horoscopes Arabes), ein ebenso frei erfundenes ‚tibetisches‘ Horoskop (Horoscopes Tibetains) und ein offenbar Robert Graves nachempfundenes ‚keltisches‘ Baumhoroskop (Horoscopes Gauloise).

1984 erschien dieses Baumhoroskop unter dem Titel „Bäume Lügen nicht. Das keltische Horoskop“ (herausgegeben von Annemarie Mütsch-Engel im Verlag Bert Schlender, Göttingen) zum ersten Mal im deutschen Sprachraum und fand schnell lebhafte Aufnahme. Die erste Ausgabe des Buches berief sich vorerst auf eine ‚uralte‘, tatsächlich jedoch frei erfundene Texttradition. In später erschienenen Lizenzausgaben anderer Verlage wurde gar von einer alten Handschrift in einem polnischen Kloster berichtet, von deren Abschrift im vorliegenden Buch eine Übersetzung vorliege.“

(Quelle: Wikipedia)

Gerichtliche Auseinandersetzungen um das „Keltische Baumhoroskop“:

„ In einem sich durch drei Instanzen bis zum deutschen Bundesgerichtshof hinziehenden Streit um Fragen des Urheberrechts und das Recht zur Weitergabe der Verwertungslizenzen (Urteil vom 27. Juni 1991, 1. Zivilsenat, Aktenzeichen I ZR 7/90) musste die eigentliche Geschichte des ‚keltischen‘ Horoskops offengelegt werden. Hierbei stellte sich heraus, dass die deutschsprachige Form aus einer Übersetzung des französischen Artikels für einen polnischen Gartenkalender entstanden war. Indiz hierfür war unter anderem auch ein Übertragungsfehler, der den in Polen unbekannten, im Frankreich aber weit verbreiteten Zürgelbaum (lateinischer Name Celtis australis aus der Familie der Hanfgewächse) zur Zeder machte, die den Kelten unbekannt war und erst im 17. Jahrhundert in England angepflanzt wurde. Aufgrund dieses Übertragungsfehlers ist die Zeder heute Bestandteil der meisten keltischen Baumhoroskope im deutschsprachigen Raum.“

(Quelle: Wikipedia)

Zur Bedeutung des „Keltischen Baumkreises“ heute:

„ Obwohl das ‚keltische Baumhoroskop’ eine freie Erfindung des 20. Jahrhunderts ist und mit den alten Kelten nichts zu tun hat, hat es eine weite Verbreitung gefunden und wird von einigen Teilen der Neuheiden als ein Bestandteil ihrer Lebensauffassung angesehen. Ähnlich eines modernen Mythos hat sich der verbreitete Irrtum vom angeblich keltischen Horoskop mittlerweile so fest im Alltagswissen des deutschen Sprachraumes etabliert, dass selbst die ehemalige österreichische Justizministerin Miklautsch in einer Rede auf den keltischen Baumkreis mit seinen Baumbotschaften einging und das Bundesministerium für Justiz in einer Aussendung darauf hinwies, dass drei ehemalige österreichische Justizminister im Zeichen der Linde geboren worden seien. Diese, so die Aussendung, würden sich daher ‚durch besonderen Gerechtigkeitssinn und eine ausgeprägte Harmoniefähigkeit’ auszeichnen und verstünden es, ‚sich in die Lage ihrer Mitmenschen zu versetzen, um eine akzeptable Lösung für jede Situation zu entdecken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Kommentar & Ergänzung:

Das „Keltische Baumhoroskop“ bzw. der „Keltische Baumkreis“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie freie Erfindungen als altes, ursprüngliches Wissen verkauft werden. Offenbar wird hier einfach das Bedürfnis nach Tradition & Ursprünglichkeit, nach einer (angeblich) heilen Urzeit ausgenützt.

Solche „freien Erfindungen“ gibt es auch im Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde.

Es fehlt in diesen Bereichen nicht nur an Qualitätskontrolle, es fehlt auch weitgehend an einer kritischen Auseinandersetzung mit Heilungsvorstellungen und Heilungsversprechungen.

In vielen Bereichen vorherrschend ist eine blinde Gläubigkeit, die alles Wunderbare dankbar und nicht selten sogar fast süchtig entgegen nimmt.

Das halte ich für ausgesprochen bedenklich, vor allem aus gesellschaftspolitischer Sicht.

Wo kommen wir hin, wenn die Fähigkeit und der Wille, sich ein sorgfältiges Urteil zu bilden, mehr und mehr abhanden kommt,

wenn politische oder heilkundliche Ideen und Versprechungen völlig ungeprüft übernommen werden, wenn sie nur wunderbar genug daher kommen?

Was Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde angeht:

In meiner Phytotherapie-Ausbildung oder in meinem Heilpflanzen-Seminar lernen Sie nicht nur die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen kennen. Sie können darüber hinaus lernen, welche Fragen Sie stellen können, um Aussagen und Versprechungen zu überprüfen. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man sich eine eigenständige, fundierte Meinung bilden will.

Siehe oben in der Menü-Liste unter „Kurse“.

Qualitätskriterien für den Bereich Komplementärmedizin / Naturheilkunde sind Thema  im Tagesseminar

„Komplementärmedizin – Kriterien zur Orientierung im überquellenden Angebot“

Ausserdem:

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin – Naturheilkunde – Pflanzenheilkunde

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen gegen Prostatabeschwerden

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Zu Beginn eines Benignen Prostatasyndroms (BPS) genügen häufig Maßnahmen wie Blasentraining oder Abnehmen. Heilpflanzen-Präparate können unterstützend wirken.

Typisch für das Benigne Prostatasyndrom (BPS) ist eine Trias aus Prostatavergrößerung, Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) und Blasenauslass-Obstruktion. Zwischen ihnen bestehe kein fester Zusammenhang, erklärte Professor Klaus Höfner beim Uro Update in Düsseldorf.

So könne bei einem Patienten eine Veränderung allein auftreten, bei anderen zwei oder auch alle drei, wobei die Symptome von milde bis stark reichen.

Über die einzuleitenden Maßnahmen entscheiden Arzt und Patient gemeinsam, empfehlen Fachgesellschaften Deutscher Urologen in ihren Leitlinien zum BPS und stellen dafür einen Algorithmus bereit (Der Urologe A. 2009; 48: 1503). Als Hauptkriterien für die Behandlung haben sich herauskristallisiert: Wie stark ist die Blasenauslass-Obstruktion? Schreitet die Krankheit fort, und wie gross ist das Risiko von Komplikationen?

Für die Indikation zu einer Behandlung sei die individuelle Progression einzuschätzen, empfahl der Urologe aus Oberhausen. Im ersten Stadium sind Medikamente häufig nicht unbedingt nötig („Watchful Waiting“). Dabei ist es gut zu wissen, dass sich die Prognose der Prostata-Obstruktion sich durch dieses kontrollierte Zuwarten nicht verschlechert.

Es eignet sich für Patienten mit leichten Beschwerden, kaum eingeschränkter Lebensqualität, kleiner Prostata, niedrigem PSA, wenig Restharn und gutem Harnfluss. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind Bestandteil dieses Konzepts, genauso wie Änderungen des Lebensstils: Regulieren der Flüssigkeitszufuhr, wenig Alkohol und Kaffee, Blasentraining und für Übergewichtige Abnehmen, weil das die Beschwerden verringert.

Eine Option bei milden BPS-Symptomen sind pflanzliche Präparate (Phytopharmaka), in Deutschland hauptsächlich Extrakte aus Sägezahnpalmenfrüchten (Serenoa repens, Sabal serrulata), Brennnesselwurzeln (Urtica dioica), Kürbissamen (Cucurbita pepo), Roggenpollen (Secale cereale) sowie Phytosterole aus der afrikanischen Wurzel Hypoxis rooperi, aus Kiefer und Fichte (Pinus und Picea).

Für einige Phytotherapeutika (Harzol®, Azuprostat®, ProstaFink®, Permixon® und Prostagutt®) ergeben sich aus randomisierten Studien Hinweise auf Wirksamkeit.

Eine Übersicht der Cochrane Collaboration zu β-Sitosterol-haltigen Präparaten haltigen Präparaten zeigt: Sie werden gut vertragen, die Beschwerden bessern sich, der Harnstrahl wird kräftiger.

Seit 2004 müssen Patienten diese Phytotherapeutika in Deutschland selbst bezahlen. Die Konsultation in der Praxis ist jedoch über EBM abzurechnen.

Die Präparate bestehen aus einer Arzneipflanze oder aus mehreren. Die Hersteller verwenden unterschiedliche Extraktionsverfahren, so dass die Heilpflanzen-Präparate in ihrer Zusammensetzung variieren, selbst wenn sie aus derselben Pflanze stammen, erklärte Höfner. Resultate aus Grundlagenforschung und klinischen Studien zu Wirkung, Bioverfügbarkeit und Pharmakodynamik sind nicht von einem Präparat auf ein anderes übertragbar, auch wenn beide aus der gleichen Heilpflanze produziert werden.

Zudem sei noch nicht erforscht, ob die Heilpflanzen-Präparate langfristig wirken, ob sie das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und Harnverhalt oder Operation vorbeugen. Dennoch erscheine der Ansatz interessant und solle weiter beobachtet werden, sagte Höfner.

Er stellte eine neue Studie zu einer Serenoa-repens-Zubereitung vor: Im Tiermodell hemmte sie, additiv verstärkt durch Selen und das in Tomaten vorkommende Lycopin, die Entzündung und Hyperplasie, die mit der Obstruktion einhergehen (Urology 2011; 77: 248).

Ein Naturprodukt, das bereits bei Harnwegsinfekten getestet wurde, schlagen Wissenschaftler jetzt für die BPS-Behandlung vor: ein Pulver aus Cranberries. Teilnehmer einer Studie waren 42 Männer mit LUTS, erhöhtem PSA und chronischer, nicht-bakterieller Prostatitis. 21 nahmen sechs Monate täglich 1500 mg des Pulvers.

Danach hatten sich die Werte auf dem Internationalen Prostata Symptomen-Score IPSS, Lebensqualität, Uroflow und Restharn signifikant stärker gebessert als bei den 21 nicht-behandelten Prostata-Patienten (Br J Nutr 2010; 104: 1181).

Quellen:

http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=7912891&fulltextType=RA&fileId=S0007114510002059

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/656555/pflanzen-prostatabeschwerden.html

Kommentar & Ergänzung:

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz einige Phytopharmaka zur Linderung der Beschwerden bei Gutartiger Prostatavergrösserung (Benigne Prostatahyperplasie) die von den Krankenkassen via Grundversicherung bezahlt werden, wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie verschreibt.

Wichtig ist bei allen Heilpflanzen-Präparaten in diesem Bereich, dass sie langfristig eingenommen werden sollten, idealerweise mindestens über sechs Monate.

Die erwähnte Anwendung von Cranberries bei Prostatabeschwerden (nicht-bakterielle Prostatitis) ist eine ziemlich neue Idee. Die beschriebene Studien ist zwar interessant, ihre Aussagekraft allerdings nur schon wegen der kleinen Zahl der Teilnehmer sehr begrenzt.

Ansonsten erwähnt der Bericht die wichtigsten Prostatapflanzen: Sabalfrüchte, Kürbissamen, Brennnesselwurzel, Roggenpollen.

Erstaunen mag, dass der in der traditionellen Pflanzenheilkunde  häufig angewendete Weidenröschentee nicht erwähnt wird. Das hat damit zu tun, dass zur Wirkung des „Kleinblütigen Weidenröschens“ gegen Prostatabeschwerden im Gegensatz zu den aufgeführten Heilpflanzen keine fundierte Dokumentation vorliegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ätherische Öle gegen Bakterien

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Viele ätherischen Öle hemmen das Wachstum von Bakterien. Sie könnten in manchen Fällen eine Alternative zu Antibiotika sein.

Patrick Warnke, Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, hatte als Student in Australien beobachtet, dass unangenehm riechende Klimaanlagen durch Einsprühen von Eukalyptusöl geruchfrei wurden.

Daran erinnerte er sich an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel und probierte die gleiche Strategie bei Patienten mit übel riechenden Tumoren im Gesichts- und Halsbereich.

„Zweimal täglich wurden die Geschwüre mit einer Mischung aus ätherischen Ölen gespült, die überwiegend Eukalyptus enthielt. Schon am dritten oder vierten Tag war der faulige Geruch verschwunden. Auch die Entzündungen gingen zurück.

Die Kranken mussten nicht mehr isoliert werden und konnten wieder nach Hause zu ihren Angehörigen. Für die Patienten war dies ein großer Gewinn an Lebensqualität.
Der Kieferchirurg entschloss sich dazu, der Sache auf den Grund zu gehen. Am Kieler Institut für Infektionsmedizin ließ er verschiedene ätherische Öle auf ihre antimikrobielle Wirksamkeit untersuchen und mit herkömmlichen Antiseptika wie Chlorhexidin und Polyvidon-(PVP-)Jod (z. B. Betadine) sowie mit 70-prozentigem Alkohol vergleichen.
Die Tests zeigten, dass manche ätherische Öle das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen, erläutert der Kieler Mikrobiologe Professor Rainer Podschun. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie berichten, zeigen die ätherischen Öle von Eukalyptus, Teebaum, Thymian, Zitronen, Zitronengras und Nelken deutliche Hemmeffekte bei Staphylokokken, Streptokokken und Candida-Pilze.
Ätherische Öle wirksam gegen Problemkeime
Professor Warnke, sieht seine Vermutung bestätigt, dass die geruchsstoppende Wirkung der ätherischen Öle auf ihren antimikrobiellen Eigenschaften basiert. Besonders beeindruckend sei die intensive Wirkung gegen klinische Problemkeime wie den Methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA), die auf herkömmliche Antibiotika nicht mehr ansprechen. Diese Keime verursachen häufig gefährliche Wundinfektionen. Auch der Pilz Candida krusei, der bei immungeschwächten Patienten zu lebensbedrohlichen Infektionen führen kann, wurde im Laborexperiment gehemmt.

Mit ihrer Studie bestätigen die Kieler Wissenschaftler naturheilkundliche Erfahrungen:

Die Ureinwohner Australiens etwa verwenden Teebaumöl seit Jahrhunderten als Wundheilungsmittel, Nelkenöl nutzten bereits unsere Vorfahren als Hausmittel bei Zahnschmerzen und Entzündungen der Mundschleimhaut.

Ätherische Öle können aber noch mehr,  erklärt Professor Hildebert Wagner vom Zentrum für Pharmaforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Sie wirken nicht nur antimikrobiell, sondern auch entzündungshemmend und krampflösend“. Daher eignen sie sich ausgezeichnet zur Behandlung von Atemwegsinfekten und können eine Antibiotikatherapie sinnvoll unterstützen.
Gegen Erkältungskrankheiten existieren viele Fertigpräparate mit ätherischen Ölen zum Einnehmen, Gurgeln, Inhalieren und Einreiben. „Für viele ätherische Öle, beispielsweise aus Eukalyptus und Thymian, liegen umfassende wissenschaftliche Daten vor“, erklärt Heilpflanzen-Experte Wagner.

Die Wirksamkeit von Teebaumöl dagegen wurde längere Zeit kontrovers beurteilt. „Mit unserer Studie konnten wir aber zeigen, dass es tatsächlich wirkt“, erklärt Warnke. „Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten der Wundbehandlung.“
Ätherische Öle – interessant für die Zahnmedizin
Hauptsächlich ihre Effizienz gegen Problemkeime macht die ätherischen Öle als Alternative zu herkömmlichen Antibiotika therapeutisch interessant. Allerdings eignen sich ätherische Öle bisher ausschliesslich zur lokalen Anwendung.

„Äußerlich angewandt, könnten sie zur Therapie von oberflächlichen Wundinfektionen dienen oder die Zahl der Problemkeime auf Schleimhäuten reduzieren“, erklärt Mikrobiologe Rainer Podschun.

Er sieht aber noch viel Forschungsbedarf: „Bisher haben wir nur die Wirkung auf bestimmte grampositive Bakterien getestet, aber nicht auf gramnegative und anaerobe Keime“, stellt Podschun fest. Aus Laborversuchen könne zudem nicht abgeleitet werden, wie ätherische Öle wirken, wenn sie beim Menschen zur Anwendung kommen.

Auch für die Zahnmedizin ergeben sich interessante Perspektiven. Ätherische Öle könnten zur Desinfektion eingesetzt werden – zum Beispiel, wenn bei Zahnimplantaten Infektionen an der Kontaktfläche auftreten. Weil zunehmend mehr Implantate gesetzt werden, treten auch solche Infektionen häufiger auf, sagt Kieferchirurg Warnke. Bisher gebe es dafür noch keine überzeugende Therapie.

Zahnmediziner suchen darum nach Alternativen. Sollten sich die antimikrobiellen Wirkungen bei den entsprechenden Keimen bestätigen, könnten die ätherischen Öle für ein neues Therapiekonzept zur lokalen Behandlung implantatbedingter Entzündungen zur Anwendung kommen. Problematisch bei der Anwendung in der Mundhöhle sei allerdings der starke, oft bittere Eigengeschmack.

Fertigpräparate mit ätherischen Ölen für die Wundbehandlung wird es so rasch nicht geben, weil das teure und aufwendige Studien erfordern würde, die gegenwärtig niemand finanzieren möchte. Für die traditionellen Anwendungsgebiete, wie Erkältungen, Zahnschmerzen, kleinere Wunden, oder auch nur als Wohlfühlduft sind in der Apotheke hochwertige ätherische Öle und Mischungen erhältlich.

„In seltenen Fällen verursachen sie jedoch Allergien und Hautreizungen“, sagt der pharmazeutische Biologe Wagner. Stark riechende Substanzen wie Eukalyptusöl und Pfefferminzöl können bei Säuglingen und Kleinkindern zudem lebensbedrohlichen Atemstörungen führen auslösen. Auch Zahnarzt Warnke rät: „Lassen Sie sich vor der Anwendung ätherischer Öle in Ihrer Apotheke beraten.“

Zur Qualität der ätherischen Öle:

Bei handelsüblichen ätherischen Ölen sind große qualitative Unterschiede festzustellen: „Duftmischungen enthalten oft synthetische Aromastoffe und zeigten in unserer Studie keine antibakterielle Wirksamkeit“, erklärt Kieferchirurg Professor Patrick Warnke. In der Apotheke werden ätherische Öle angeboten, welche die strengen Anforderungen des Deutschen Arzneibuchs erfüllen.

Quelle:

http://www.apotheken-umschau.de/Alternative-Medizin/Aetherische-Oele-gegen-Bakterien-106113.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass sehr viele ätherische Öle gute antimikrobielle Eigenschaften haben ist schon seit langem bekannt.

Trotzdem braucht es noch viel Forschung, um offene Fragen zu klären, beispielsweise bezüglich der Verträglichkeit und der optimalen Konzentration der Anwendungen.

Für den Entscheid, welches ätherische Öl in einer bestimmten Situation vorzuziehen ist,  ist neben der Wirksamkeit gegen die vorliegenden Keime auch die Verträglichkeit bedeutsam.

Zu begrüssen ist meines Erachtens, wenn man dabei nicht immer nur auf dem trendigen Teebaumöl verharrt, sondern auch andere antimikrobielle ätherische Öle einbezieht wie Thymianöl oder Eukalyptusöl.

Das ist in den beschriebenen Untersuchungen geschehen.

Der Text wird am Schluss etwas gar stark zu Apothekenpropaganda – nicht besonders erstaunlich für eine Apothekenkundenzeitschrift. Ich würde jedenfalls nicht so weit gehen zu sagen, dass man nur in der Apotheke ätherische Öle in guter Qualität kaufen kann – und ebenso wenig, dass man in der Apotheke ausnahmslos gute Qualität bekommt.

Tatsache ist aber: In Apotheken und Drogerien (ich Rede von der Schweiz) kann man ätherische Öle in Arzneibuchqualität kaufen – wenn man dies verlangt. Viele Apotheken und Drogerien verkaufen aber auch ätherische Öle, die nicht den Vorschriften des Arzneibuches für Arzneimittel entsprechen.

Die Vorschriften des Arzneibuches kann man tatsächlich als eine Qualitätssicherung betrachten. Sie sagen allerdings nichts über die Anbaubedingungen aus (Bio oder nicht) und leider gibt es nur eine relativ beschränkte Zahl von ätherischen Ölen nach den Vorschriften des Arzneibuches. Aber zum Beispiel bei Thymianöl, Pfefferminzöl, Eukalyptusöl und Lavendelöl ziehe ich Arzneibuchqualität vor.

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Phytotherapie bei Erkältungskrankheiten – was hilft?

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Heilpflanzen-Anwendungen sind bei Erkältungskrankheiten / Atemwegserkrankungen beliebt und wirksam. In der „Grünen Apotheke“ wird der Stellenwert der Phytotherapie in diesem Bereich wie folgt umschrieben:

„Die Behandlung von Atemwegserkrankungen ist eine Domäne der Phytotherapie. Da die meisten dieser Krankheiten durch Viren hervorgerufen werden, ist keine kausale Therapie möglich. Im Vordergrund steht folglich die Linderung der Symptome, wofür pflanzliche Heilmittel besonders gut geeignet sind. Es existiert ein grosses Spektrum wirksamer Pflanzen, die nicht nur die Beschwerden bessern, sondern auch die körpereigenen Reinigungsmechanismen unterstützt und die natürliche Immunabwehr anregen. Dabei sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten, so dass auch eine Langzeitanwendung bei chronischen Entzündungen möglich ist.“

Es geht in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie zum Beispiel um Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Bronchitis,  Reizhusten, Asthma bzw. Bronchialasthma,  Fieber, Rachenentzündung, Mandelentzündung, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung.

Die wichtigsten Heilpflanzen beim Thema Atemwegserkrankung / Erkältung sind laut der „Grünen Apotheke“:

Anis, Arnika, Efeu, Eibisch, Eukalyptus, Fenchel, Fichte, Gewürznelke, Heidelbeere, Holunder, Kamille,  Kampfer, Kapland-Pelargonie / Umckaloabo, Kiefer, Linde, Mädesüss, Myrrhe, Primel (Primelwurzel, Primelblüten, bzw. Schlüsselblumenwurzel, Schlüsselblumenblüten), Salbei, Sonnentau, Spitzwegerich, Süssholz, Thymian, Tormentill / Blutwurz, Malvenblüten, Sonnenhut.

Das Buch „Grüne Apotheke“ können Sie anschauen und kaufen im Buchshop. Dieses Heilpflanzen-Buch ist fachlich fundiert und verständlich geschrieben auch für Menschen ohne medizinischen Grundberuf.

Wer sich umfassender über die erwähnten Heilpflanzen informieren will,  kann sich dazu aktuelles Phytotherapie—Wissen erwerben im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten und grippale Infekte“.

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Phytotherapie im Überblick: Dermatologie

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Im Bereich Hauterkrankungen / Dermatologie werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.

Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Ekzemen, Wunden, Warzen und Fieberbläschen.

Entzündlich-nässende Dermatosen (Nässende Ekzeme)
Verwendet werden Heilpflanzen mit Gerbstoffen:
– Eichenrinde (Quercus robur, Quercus cortex)
– Hamamelisblätter und Hamamelisrinde (Hamamelis virginiana)

Ekzematöse Dermatosen
Bewährt haben sich Heilpflanzen mit Schleimstoffen oder Saponinen zur äußerlichen Anwendung
– Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
– Spitzwegerichkraut (Plantaginis herba, Plantago lanceolata)
– Holzteerpräparate (gewonnen aus Kiefer, Buche, Birke oder Wacholder)
– Mahonia aquifolia (Mahonie, Zierberberitze)
Innerlich kann das Öl aus den Samen der Nachtkerze oder aus Borretschsamen eingesetzt werden (Nachtkerzenöl = Oenotherae oleum, Borretschsamenöl = Boraginis oleum)
Wirksam in Nachtkerzenöl und Borretschöl ist der Gehalt an Gamma-Linolensäure.

Leichte Hautverletzungen, Wundheilungsstörungen
– Ringelblume (Calendula officinalis, Calendulae flos)
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)

Warzen (erfahrungsmedizinisch)
– Schöllkrautsaft (aus Chelidonium majus)
– Zitronensaft
– Zwiebelsaft
– Umckaloabo (Pelargonium sidoides, Kapland-Pelargonie)
– Knoblauchsaft
– Efeublätter (Hedera helix)
Herpes labialis (Fieberbläschen)
– Melissenblätter (Melissa officinalis, Melisae folium)
– Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea), zur äußeren Anwendung als Salbe

Verbrennungen I. und II.Grades:
– Johanniskrautöl (Hyperici oleum)
– Ringelblume (Calendula officinalis) als Salbenverband

Kommentar & Ergänzung:

Bei nässenden Ekzemen kommen neben Eichenrinde und Hamamelis (Virginische Zaubernuss) auch andere gerbstoffreiche Heilpflanzen in Frage wie Schwarztee, Tormentill (Blutwurz) oder Walnussblätter.
Im Abschnitt Ekzematöse Dermatosen fehlt die Ballonrebe (Cardiospermum) und bei Mahonia müsste das Anwendungsgebiet präzisiert werden auf Psoriasis (Schuppenflechte) und allenfalls Akne.
Nachtkerzenöl und Borretschöl sind vor allem bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) zu empfehlen.
Bei leichten Hautverletzungen und Wunden wären noch zu erwähnen Chäslichrut (Malva silvestris / Malva neglecta), Hamamelis, Aloe vera und Kamille.
Im Bereich “Warzen” gibt es zahlreiche Hausrezepte, die aber kaum geklärt oder in ihrer Wirksamkeit dokumentiert sind. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird der Schöllkrautsaft sehr geschätzt (äusserlich aufgetragen).
Bei Fieberbläschen zeigen Salbei-Extrakt und Rhabarberwurzel-Extrakt Wirksamkeit gegen Herpes-Viren, in Salben ähnlich wie Zovirax.
Bei leichten Verbrennungen eignet sich Gel aus Aloe vera.

Ausführliche Informationen zu Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden bekommen Sie in meinem Tagesseminar zu diesem Thema.
Siehe dazu:
www.phytotherapie-seminare.ch/index.php

Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben – neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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