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Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

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Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Europäische Fachleute warnen vor Antibiotika-Resistenz

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Problematisch sei nicht nur die zu häufige und falsche Verschreibung, sondern auch der intensive Einsatz in der Landwirtschaft.

In Europa sei zwischen 2010 und 2013 der Anteil gegen Antibiotika resistenter Bakterien teilweise gestiegen. Das zeigt der neueste Bericht des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle (ECDC) in Stockholm.

ECDC-Direktor Marc Sprenger unterstrich in diesem Zusammenhang die komplexen Ursachen von Antibiotikaresistenzen. Dazu gehören insbesondere zu viel Verwendung, auch bei „falschen“ Krankheiten (Virusinfektionen), in der Humanmedizin, nicht ausreichende Dosierung und Einnahmedauer richtig verschriebener Antibiotika und die Verwendung in großen Mengen für Humanmedizin-fremde Ziele.

Letzteres betrifft hauptsächlich die Agrarindustrie. Eine spezielle Problematik sind dabei auch Spitalhygiene und sogenannte Spitalkeime, die besonders häufig Resistenzen aufweisen. Obwohl der größte Teil des Antibiotikaverbrauchs außerhalb von Kliniken stattfinde, sei der Antibiotikagebrauch in den Kliniken der hauptsächliche Faktor für die Verbreitung multiresistenter Bakterien, die Infektionen im Gesundheitseinrichtungen selbst auslösen, erläutert Sprenger.

Die Situation sei unterschiedlich von Antibiotikum zu Antibiotikum und von Keimart zu Keimart. Gleichzeitig seien Antibiotikaresistenzen häufig lokaler (nationaler) Natur, weil sie direkt mit der häufig sehr unterschiedlichen Verwendung in Verbindung stehen. Ein Beispiel sei der Anteil der Klebsiella pneumoniae-Keime, die zum Beispiel gegen die häufig verwendeten Fluorchinolone, Cephalosporine der dritten Generation und Aminoglykoside unempfindlich geworden sind.

Die früher als „Wunderantibiotika“ für den Spitalsbereich bezeichneten Carpabeneme sind eine der letzten Möglichkeiten bei sonst resistenten Klebsiella pneumoniae und E. coli-Keimen. Hier zeichnet sich haupsächlich bei den Klebsiellen eine Verschlechterung der Situation ab.

In den vergangenen 20 Jahren sind als Spitalkeime auch die sogenannten methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Bakterien (MSRA) wichtig geworden. Hier haben in den vergangenen Jahren entsprechende Gegenmaßnahmen für eine Reduktion der Problematik gesorgt. Die Verminderung des Anteils der resistenten Erreger zwischen 2010 und 2013 in Europa war jedoch geringer als davor.

ECDC verlangt in diesem Zusammenhang einen vorsichtigen Gebrauch der Arzneimittel von der Versorgung von Patienten mit bakteriellen Infektionen im Akutfall bis hin zur Langzeitpflege sowie entsprechende Hygienemaßnahmen, um Infektionen überhaupt zu vermeiden.

Quelle:

http://derstandard.at/2000008243550/Europaeische-Experten-warnen-vor-Antibiotika-Resistenz

 

Kommentar & Ergänzung:

Eine Massentierhaltung, die auf die flächendeckende, kontinuierliche Antibiotika-Gabe angewiesen ist, ist nicht nachhaltig und gehört in dieser Form abgeschafft. Schärfere Regeln sind nötig. Das gilt allerdings auch für die Medizin, die wider besseres Wissen offensichtlich nicht in der Lage ist, falsche und unnötige Antibiotika-Verschreibungen von sich aus in den Griff zu bekommen. Es braucht hier harte gesetzliche Regelungen, wenn möglich weltweit.

Das schreibe ich nicht aus Feindschaft gegenüber den Antibiotika, sondern weil ich den unschätzbaren Wert dieser Medikamente anerkenne. Und dass sich Antibiotika nicht einfach durch Heilpflanzen ersetzen lassen, braucht gar nicht erst speziell betont zu werden.

In ganz bestimmten Teilbereichen könnten Heilpflanzen allerdings schon zur Reduktion des Antibiotika-Verbrauchs beitragen. Jedenfalls kommen mir dazu einige Möglichkeiten in den Sinn. So könnte beispielsweise die gute antimikrobielle Wirkung vieler ätherischer Öle bei örtlicher Einwirkung besser genutzt werden (z. B. Korianderöl, Lavendelöl, Teebaumöl).

Senfölglykoside (Glukosinolate) aus Meerrettich, Kapuzinerkresse und Brunnenkresse entfalten antibakterielle Wirkungen bei Infektionen der Harnwege (Blasenentzündung) und der Atemwege (akute Bronchitis) und lassen sich gut einsetzen, wenn man auch ihre Grenzen kennt. Und die Kapland-Pelargonie (Umckaloabo®) ist ein bewährtes Mittel bei unkomplizierter, viraler Bronchitis, einem Krankheitsbild, bei dem immer noch Antibiotika eingesetzt werden, obwohl diese bei viralen Erkrankungen gar nicht wirksam sind.

Eine weitere Option ist Myrtol / Eukalyptusöl in Kapselform (Gelomyrtol®) – vor allem bei Infektionen der Atemwege (Bronchitis, Sinusitis).

Siehe auch:

Jedes dritte Antibiotikum unnötig verordne

Phytotherapie: Infektabwehr aus der Natur (Pelargonium-Extrakt) 

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit 

Kinderärzte warnen vor Antibiotikaresistenz 

Akute Bronchitis – Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika 

Myrtol / Gelomyrtol bei Husten und Bronchitis

Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte 

Senfölglycoside gegen Infektionen

Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger

Meerrettich – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Kapuzinerkresse – Breitbandantibiotikum aus der Natur 

Myrtol bei Bronchitis und Sinusitis

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte

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Ein Extrakt aus Pelargonium sidoides (Umckaloabo) ist ein geeignetes Arzneimittel bei akuten Atemwegsinfekten. Zu diesem Schluss kommt eine Metaanalyse, die an der 29. Schweizerischen Jahrestagung für Phytotherapie in Winterthur vorgestellt wurde.

Bei akuten Atemwegsinfekten ist der Einsatz von Antibiotika in der Regel nicht sachgerecht. Darum sind pflanzliche Alternativen wie der Extrakt aus der Kapland-Pelargonie (Umckaloabo) interessant.

Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Umckaloabo-Extraktes wurden nun erneut in einer Metaanalyse untersucht. Die Resultate dieser Metanalyse wurden bei der 29. Schweizerischen Jahrestagung für Phytotherapie in Winterthur vorgestellt.

Für die Metaanalyse wurde in der Datenbank Medline nach Placebo-kontrollierten, randomisierten klinischen Studien gesucht, in denen der Pelargonium-Extrakt (Umckaloabo®) bei Patienten mit akuter Bronchitis, akuter Rhinosinusitis oder akuter Tonsillopharyngitis angewendet wurde.

13 Studien, sechs davon mit Kindern, mit total annähernd 3400 Teilnehmern wurden gefunden. In die Metaanalyse konnten zehn Untersuchungen einbezogen werden. In allen drei Indikationen war der Pelargonium-Extrakt gegenüber Placebo deutlich überlegen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/?sid=868088

Kommentar & Ergänzung:

Für eine Metaanalyse werden geeignete Studien zu einem bestimmten Thema zusammengefasst und ausgewertet. Dadurch soll gegenüber einzelnen Studien eine Aussage mit grösserer Relevanz gewonnen werden. Metaanalysen haben daher bei der Bewertung von Evidenz grosses Gewicht. Aber auch Metaanalysen sind nicht über jeden Zweifel erhaben. So ist es zum Beispiel entscheidend, nach welchen Kriterien Studien in die Metaanalyse eingeschlossen oder ausgeschlossen werden.

Die Qualität der beschriebenen Metaanalyse kann ich nicht beurteilen. Die Beschreibung in der Aerztezeitung liefert dazu auch kaum brauchbare Informationen. Wer hat die Metaanalyse durchgeführt? Wurde sie in einer Fachzeitschrift vollständig veröffentlicht und wenn ja, wo und wann?

Unabhängig davon spricht aber viel dafür, dass Umckaloabo bei akuten Atemwegsinfekten tatsächlich eine interessante Alternative zu den bei dieser Indikation in der Regel unnötigen Antibiotika ist.

Siehe auch:

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Kontaktekzem

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Im „Phyto-Forum“ der „Aerzte-Zeitung“ wurde vor kurzem folgende Frage gestellt: „Welche Möglichkeiten gibt es, bei einem Kontaktekzem mit pflanzlichen Wirkstoffen etwas auszurichten?“

Beantwortet hat die Frage Professor Jürgen Reichling. Er führte zuerst aus, dass Kontaktekzeme durch Allergene (allergisches Kontaktekzem) oder durch Haut irritierende Stoffe (toxisches Kontaktekzem) hervorgerufen werden. Im Vordergrund stehe daher zunächst die Erkennung und Meidung der infrage kommenden Allergene oder irritierenden Stoffe.

Phyto-Dermatika zur äußeren Anwendung können durchaus eine sinnvolle Ergänzung zu einer Therapie mit Glukokortikoiden sein, schreibt Reichling. Die Therapie richte sich dabei nicht nach den Ursachen des Ekzems, sondern im Wesentlichen nach der Verlaufsform oder nach den symptomatischen Beschwerden.

„Da die Behandlung des Ekzems stadiengerecht erfolgen sollte, kommt der jeweiligen Darreichungsform große Bedeutung zu. Hier ist der Rat eines erfahrenen Dermatologen oder Apothekers unerlässlich.

Wässrige und wässrig-alkoholische Zubereitungen aus Heilpflanzen werden bevorzugt in Form von Bädern, Teilbädern, Umschlägen, Salben, Cremes und Pasten eingesetzt. Die infrage kommenden Heilpflanzen zeichnen sich durch ein breites Wirkungsprofil aus.“

Kommentar M.K.: Im Bereich der „Phyto-Dermatologie“ ist es tatsächlich entscheidend, dass die Behandlung dem jeweiligen Ekzemstadium angepasst wird. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl einer geeigneten Heilpflanze an. Genauso wichtig ist die passende Darreichungsform. Konkret: Akute, nässende Ekzeme werden nass behandelt (Wässrige Umschläge oder Teilbäder zum Beispiel mit Eichenrinde), je chronisch-trockener das Ekzem ist, desto fetter die Darreichungsform.

„Sie besitzen zumeist entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle, granulations- und wundheilungsfördernde sowie sekretionshemmende Eigenschaften. Gerbstoffhaltige Pflanzendrogen werden hierbei bevorzugt eingesetzt, wie zum Beispiel Zubereitungen aus Eichenrinde, Odermennigkraut, schwarzen und grünen Teeblättern, Walnussblättern sowie Hamamelisrinde und Hamamelisblättern.“

Kommentar M.K.:

Das Wort „Pflanzendrogen“ ist etwas irreführend. Unter „Drogen“ versteht man in der Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.

Gerbstoffreiche Heilpflanzen werden vor allem bei nässenden Ekzemen als Umschläge oder Teilbäder eingesetzt. Einen sehr hohen Gerbstoffanteil hat die Eichenrinde. Aber auch Grüntee oder Schwarztee können äusserlich als Gerbstoff-Anwendung eingesetzt werden, sofern man den Tee lange ziehen lässt.

„Bewährt haben sich auch Zubereitungen aus Spitzwegerichkraut, die eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen sowie Zubereitungen aus Kamillenblüten, die sowohl entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle als auch granulations- und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen.“

Kommentar M.K.: Spitzwegerichkraut ist für die Ekzembehandlung eher unüblich. Die Tradition spicht dem Spitzwegerich eher wundheilende und entzündungswidrige Wirkung zu. Ausserdem enthält der Spitzwegerich antimikrobielle Wirkstoffe.

„Von Hamamelisrinde und -blättern sowie Kamillenblüten gibt es Fertigarzneimittel in Form von Cremes und Salben sowie von Extrakten für Bäder, Teilbäder und Umschläge. Vom Ballonrebenkraut sind Salben und Cremes verfügbar, die eine 10-prozentige homöopathische Urtinktur als Wirkstoff enthalten.

In klinischen Beobachtungsstudien konnte eine gute Verträglichkeit und eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden.“

Kommentar M.K.:

Bei Hamamelis (Zaubernuss) ist das im Vergleich zu Kamille sehr geringe Allergiepotenzial bemerkenswert.

Ballonrebe (Cardiospermum) gehört zu den vergleichsweise wenigen Heilpflanzen der Phytotherapie, die aus Afrika stammen. Weitere Beispiele sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Perargonie).

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/683811/welche-phyto-dermatika-helfen-kontaktekzemen.html

Vertiefte Informationen im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/

Schmerzen? Chronische Erkrankungen?

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Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

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Die Wurzel der südafrikanischen Kapland-Pelargonie (Umckaloabo, Pelargonium sidoides), einer Geranienart, und wird schon lange von afrikanischen Heilern verwendet. Die Inhaltsstoffe des Umckaloabo-Extrakts sind inzwischen bekannt, doch bisher konnte nicht „die eine Wirksubstanz“ gefunden werden. Die Kapland-Pelargonie soll die Immunabwehr stärken, schleimlösend wirken und vorhandene Bakterien hemmen.

Seit Ende 2005 ist der Wurzelextrakt in Deutschland zur Behandlung der akuten Bronchitis bei Kindern ab einem Jahr und bei Erwachsenen zugelassen (inzwischen auch in der Schweiz). Ein neues Review, das unter Leitung von Antje Timmer am Deutschen Cochrane-Zentrum entstand, hat die Wirksamkeit von Umckaloabo erneut untersucht. In der Cochrane-Arbeit sind sechs Umckaloabo-Studien zu akuter Bronchitis bei Erwachsenen und Kindern sowie je eine Studie zu Nasennebenhöhlenentzündung und Erkältung berücksichtigt worden. Prophylaktische Effekte von Umckaloabo sind klinisch bisher nicht untersucht worden.

Nach einer kritischen Betrachtung der vorliegenden Studien kamen die Cochrane-Forscher zu Schluss, dass Umckaloabo wirkt. Es reduziert sowohl bei akuter Bronchitis als auch bei einer Erkältung und Sinusitis die Wahrscheinlichkeit, nach sieben Tagen noch krank zu sein. Doch stellt sich die Frage, wie aussagekräftig die ausgewerteten Studien sind. „Basis unseres Ergebnisses sind Studien zu Umckaloabo, die alle vom aktuellen Hersteller oder von Vorgängerfirmen finanziert und in Osteuropa durchgeführt wurden“, erklärt Timmer, „es gibt also einen deutlichen Interessenkonflikt.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article2212663/Die_Heilkraft_der_Kraeuter_und_was_dahinter_steckt.html

Kommentar & Ergänzung:

Ein positives Resultat in einem Cochrane-Review ist aus wissenschaftlicher Sicht viel wert.

Und was genau ist Cochrane?

„Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites Netz von Wissenschaftlern und Ärzten. Ziel ist, systematische Übersichtsarbeiten (systematic reviews) zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen, aktuell zu halten und zu verbreiten.

Als Basis gelten alle zur Verfügung stehenden Daten zu einer Fragestellung, damit ein objektives Bild zu einer Therapie gezeichnet werden kann. Die Reviews werden von Review-Gruppen verfasst, die problemorientiert (zum Beispiel Brustkrebs), therapiebasiert (zum Beispiel Ernährung) oder an Bereichen der medizinischen Versorgung (zum Beispiel hausärztliche Versorgung) orientiert sein können. Die Review-Gruppen sind meist international zusammengesetzt. Jede Gruppe wird von einem redaktionellen Team betreut, das für die Begutachtung und Veröffentlichung der erarbeiteten Übersichten als Teil der periodisch aktualisierten Cochrane Library systematischer Reviews verantwortlich ist. Die Cochrane Collaboration arbeitet nach strengen methodischen Regeln, um eine Verzerrung (Bias oder systematischer Fehler) der Ergebnisse auszuschließen.

Für Koordination, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit sowie Aus- und Fortbildung sind die dreizehn weltweit verteilten Cochrane-Zentren zuständig. Sie unterstützen und fördern die Bildung neuer Review-Gruppen. Cochrane-Zentren existieren heute (März 2009) in Amsterdam (Niederlande), Baltimore (USA), Barcelona (Spanien), Chengdu (China), Freiburg (Deutschland), Kapstadt (Südafrika), Kopenhagen (Dänemark), Mailand (Italien), Melbourne (Australien), Ottawa (Kanada), Oxford (England), Sao Paulo (Brasilien) und Vellore (Indien).

Die Zentren sind zudem für die Länder ihrer geographischen beziehungsweise sprachlichen Region zuständig, die über kein eigenes Zentrum verfügen. So ist beispielsweise das Kopenhagener Cochrane Zentrum für alle skandinavischen Länder zuständig und betreut weitere Länder wie Polen. Zu diesem Zweck existieren Ableger (sogenannte „Branches“), zum Beispiel in Finnland oder Norwegen.

Die Cochrane Collaboration ist eine gemeinnützige Organisation. Die Mitarbeit ist freiwillig. Die Cochrane-Zentren werden von Gesundheitsbehörden, Universitäten oder von wissenschaftlichen Fonds unterstützt. Die Rechte der erstellten Reviews bleiben bei den Autoren. Die Datenbanken sind kollektives Eigentum der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie werden vom Wiley-Verlag vermarktet.“

Quelle: Wikipedia

Zu Umckaloabo siehe auch:

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Umckaloabo-Produzent verzichtet auf Patente

Umckaloabo: Europäisches Patentamt widerruft Patent

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit

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Heilpflanzen bei Erkältung

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In der Fachzeitschrift „Der Hausarzt“ (2010/14:  31-36) erschien ein Artikel von Dr. med. Berthold Musselmann,  Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren, unter dem Titel „ABC der klassischen Phytotherapie“.

Ein Abschnitt darin handelte von Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältung:

„Die Heilpflanze Pelargonium sidoides hat es wegen ihrer Wirkung bei akuten Atemwegsinfektionen bereits in ein Cochrane-Review geschafft. Rechtzeitig eingesetzt, kann sie die mittlere Zeit der Arbeitsunfähigkeit um etwa zwei Tage verkürzen. Die toxischste Giftpflanze Europas, der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der das Alkaloid Aconitin enthält, hat selbst in homöopathischer Verdünnung (z.B. D3, also ein Tausendstel des Frischpflanzenpresssaftes) pharmakologische Wirkung gegen Fieber und Gliederschmerzen (persönliche Mitteilung von Prof. Wink, Heidelberg). Die Pflanze steht als Risiko für kleine Kinder nicht selten in deutschen Vorgärten und ist erkennbar an ihren ästhetischen, helmförmigen, blauen Blüten.

Echinacea-Extrakte (Sonnenhut, insbesondere Echinacea purpurea und pallida) für maximal 14 Tage in ausreichender Dosis und Qualität sind präventiv bei Infektanfälligkeit wirksam. In höherer Dosis können sie auch ganz früh bei Beginn einer Erkältung gute Dienste leisten. Qualitativ hochwertige Propolis-Präparate sind ebenso wie Spitzwegerichkraut und Salbei  als Therapie im Frühstadium eines grippalen Infekts zu empfehlen.“

Quelle:

http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html

Kommentar & Ergänzung:

Pelargonium sidoides ist auch bekannt unter dem Namen „Umckaloabo“ (Kapland-Pelargonie). Sie gehört zu den Heilpflanzen mit schleimlösender Wirkung bei Bronchitis.

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) ist eine der gefährlichsten Giftpflanzen:

„Typische Vergiftungserscheinungen sind die Taubheit der Körperstellen, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind, bei Einnahme auch Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, nervöse Erregung, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe sowie in schweren Fällen Lähmungen und Kreislauflähmung bis hin zum Tod.“ (Quelle: Wikipedia)

Kein Wunder, dass sie noch in der niedrigen Verdünnung von D3 (1:1000) Wirkungen entfaltet.  In der klassischen Homöpathie wird sie allerdings so stark verdünnt, bis keine pharmakologische Wirkung mehr auftritt. Zum Beispiel:

Aconitum napellus D 6  (1: 1 000 000)

Aconitum napellus D12 (1: 1 000 000 000 000)

Aconitum napellus D 30

(1: 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000)

Aconitum napellus C30

Aconitum napellus D 200

Propolis ist Bienenkittharz. Und was ist genau Propolis?

„Propolis (gr. προ pro „vor“ und πόλις pólis „Stadt“, wegen des häufigen Vorkommens an den Fluglöchern von Bienenstöcken), auch Bienenharz, Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer und antimykotischer Wirkung. Propolis ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung stark variieren kann. Fälschlicherweise wird das Wort Propolis meist mit dem sächlichen Artikel versehen. Es ist jedoch weiblich und heißt die Propolis. Weitere Erzeugnisse der Bienen sind Honig, Wachs, Blütenpollen und Gelée Royale.

Da in einem Bienenstock die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient Propolis den Bienen zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden verschiedenste Oberflächen, wie beispielsweise das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden ebenfalls mit diesem Stoff abgekapselt.“ (Quelle: Wikipedia)

Zusammensetzung von Propolis:

„Der Grundstoff wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam). Weiterverarbeitet, mit etwa 30 % Wachs, etwa 5 % Pollenanteilen, etwa 10 % ätherischen Ölen aus den Blütenknospen und Speichelsekret (Fermenten) angereichert, handelt es sich um ein bei Stocktemperatur klebriges Baumaterial, das oft noch mit Bienenteilen und kleinsten Holzstücken verunreinigt ist.

Harz und Pollenbalsam der Propolis sind reich an Flavonoiden wie beispielsweise Chrysin, Galangin, Pinocembrin, Pinobanksinacetat, Prenylflavonoid, Isonymphaeol-B, Nymphaeol-A, Nymphaeol-B und Nymphaeol-C. Auch Gummi, Phenole (Zimtsäure, Cumarsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure, Isoferulasäure) und deren Ester sowie Polysaccharide sind in Propolis enthalten.

Propolis wird am häufigsten im Herbst von den Bienen in den Bienenstock eingebracht, dies ist vom örtlichen Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Ein Bienenvolk kann zwischen 50 und 500 g Propolis pro Jahr einbringen.“ (Quelle Wikipedia)

Zur Wirkung von Propolis:

„Propolis soll oxidativem Stress entgegenwirken. Im Tierversuch wurde an Ratten die Bindung reaktiver Sauerstoffspezies („Radikalfänger“) durch Propolis gezeigt. Hierfür werden antioxidativ wirksame prenylierte Flavonoide verantwortlich gemacht.

Die antibiotischen Wirkungen von wässrigen und alkoholischen Propolis-Extrakten sowie einzelner Propolis-Inhaltsstoffe wurden im Agar-Dilutionstest und Agar-Diffusionstest gegenüber gram-positiven und gram-negativen Keimen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde eine antivirale Wirkung gegenüber Rhinoviren und Herpesviren im Plaque-Reduktionstest festgestellt. Propolis wirkt wachstumshemmend auf Candida albicans und Hautpilze (Dermatophyten).

Propolis zeigte im Tierversuch an Mäusen bakterizide, antimykotische und virostatische Wirkung. Einige der Wirkungen werden mit denen der Flavonoide für vergleichbar gehalten. Die antibakterielle Wirkung wird Pinocembrin und Galangin, die antimykotische Wirkung Pinocembrin und Kaffeesäureester zugeschrieben.

Propolis soll die Wundheilung fördern. Für die Granulationsförderung werden Apigenin und Luteolin verantwortlich gemacht.

Propolis zeigt cytotoxische Wirkungen, die im Tierversuch an Mäusen, bei denen künstlich Krebstumore eingepflanzt wurden, das Wachstum dieser Tumore zu hemmen vermochten.“

Anwendung von Propolis:

„Propolis wird volks- und alternativmedizinisch in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten genutzt, wozu verschiedenste Darreichungsformen wie etwa Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten und Kapseln zum Einsatz kommen.

Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, Ekzeme, medizinische Fußpflege) und Schleimhaut (medizinische Zahn- und Mundhygiene, kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen, Entzündungen der Analschleimhaut) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.

Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung der Immunabwehr und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet.

Bei Tieren findet Propolis als biogenes Mittel zur Vorbeugung von Wurmbefall Anwendung, u. a. bei Hunden, Katzen, Ziervögeln etc.

Problematisch ist das Risiko für die Ausbildung einer Allergie. Insbesondere Kontaktdermatitiden wurden berichtet.“

(Quelle: Wikipedia)

Propolis ist zweifellos ein interessanter Naturstoff. Die antimikrobielle Wirkung ist gut belegt, allerdings ist sie meines Erachtens nur bei lokaler Anwendung überzeugend. Propolis im Frühstadium eines grippalen Infektes zu empfehlen, wie es der Autor des Artikels im „Hausarzt“  tut, setzt eine systemisch-antivirale Wirkung voraus, die sehr unwahrscheinlich ist. Auch für die Wirksamkeit von Spitzwegerichkraut und Salbei im Frühstadium eines grippalen Infektes gibt es keine überzeugenden Hinweise. Spitzwegerich zählt in der Phytotherapie zu den Heilpflanzen gegen Husten, Salbei wird zum Gurgeln gegen Halsschmerzen empfohlen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

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Die Österreichische Apothekerzeitung (22 / 2010) veröffentlichte Ende 2010 einen Artikel zum Thema „Stärkung des Immunsystems mit Phytopharmaka – Pflanzliche Immunmodulatoren und Adaptogene“.

Ein interessanter Abschnitt darin handelt von Pelargonium sidoides (Umckaloabo, Kapland-Pelargonie):

„Pelargonium sidoides DC. (Geraniaceae) ist eine südafrikanische Arzneipflanze, deren Wurzeln für die Herstellung des Spezialextraktes EPs®7630 (Umckaloabo® in Deutschland und Kaloba® in Österreich) verwendet wird. Der Extrakt enthält als charakteristische Inhaltsstoffe Polyphenole, Proteide, Purine, Mineralstoffe, Zucker und in geringer Konzentration 7-Hydroxycumarinderivate. Wie für Phytopharmaka typisch, ist ein Teil der Inhaltsstoffe bis heute unbekannt. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass der Extrakt zytoprotektiv wirkt und potente antivirale Eigenschaften hat, was gemäß der fast ausschließlich viralen Ätiologie der Atemwegsinfektionen von hoher therapeutischer Relevanz ist. Es wird die Interferonsynthese gesteigert und die Funktion der Phagozyten verbessert. Außerdem wurden antibakterielle und sekretomotorische Eigenschaften beschrieben. Der Extrakt besitzt daher komplementäre antiinfektive Eigenschaften. Er hemmt nicht nur die Adhäsion und die Internalisierung von Bakterien und verhindert damit deren Invasion in die Submucosa, sondern sorgt auch für eine Verminderung der Erregerlast. Das alles trägt dazu bei, den Körper vor bakterieller Kolonisation, vor Infektion, Superinfektion und Rezidiv zu schützen. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von EPs®7630 wurde an über 3.800 Patienten in kontrollierten Doppelblindstudien und über 5.400 Patienten in offenen Studien und Anwendungsbeobachtungen geprüft. Die Theorie, Umckaloabo® bzw. Kaloba® könnte eine verstärkte Wirkung gerinnungshemmender Medikamente vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) und Warfarin bei gleichzeitiger Einnahme auslösen, konnte bisher nicht bestätigt werden. Bei Co-Medikation mit 0,05 mg/kg KG Warfarin war keine Verstärkung der antikoagulativen Wirkung zu verzeichnen.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-22.pdf

Österreichische Apothekerzeitung 22 / 2010

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Zitat ist wohl ohne Kenntnis medizinischer Fachbegriffe nicht so leicht verständlich.

Beschrieben wird die Wirkung von Umckaloabo (Kapland-Pelargonie). Im Vordergrund stehen dabei antivirale, schleimlösende und immunstimulierende Wirkungen, die sich bei Erkältungskrankheiten gut ergänzen.

Weil Umckaloabo Cumarin-Derivate enthält, wird oft vor einer Verstärkung der Wirkung blutgerinnungshemmender Medikamente gewarnt. Dabei wird aber übersehen, dass es sehr unterschiedlich gebaute Cumarin-Derivate gibt, die sich auch in ihrer Wirkung unterscheiden. Die Cumarine im Umckaloabo sind sehr speziell und anders gebaut als die dimeren Cumarinen mit blutgerinnungshemmendem Effekt. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Autoren zum Schluss kommen, die Verstärkung der Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sei bisher nicht belegt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Erkältungen natürlich behandeln

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Infektionen der oberen Atemwege haben nun Hochsaison. Fachleute empfehlen, solche hauptsächlich durch Viren ausgelöste Erkrankungen mit natürlichen Mitteln zu behandeln. Auf eine Antibiotika-Therapie sprechen Patienten, welche an Schnupfen und Husten bis hin zu Bronchitis laborieren, nämlich gar nicht an.

Durch falsche bzw. unnötige Anwendung werden jedoch Resistenzen gegen die oft lebensrettenden Antibiotika weltweit gefördert – wodurch diese wichtigen Medikamente zunehmend unwirksam werden. Auf diese Problematik wiesen Fachleute im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages (18. November) hin.

„Eine akute Bronchitis mit Antibiotika zu behandeln ist ein Kunstfehler und sollte bestraft werden“, erklärte Christoph Wenisch, Vorstand an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Wiener SMZ Süd, bei einer Pressekonferenz in Wien. „Die meisten Atemwegsinfektionen – bis zu 90 Prozent – sind von Viren (meist Rhinoviren, Anm.) verursacht“, hielt Christian Plaue fest, der Leiter des Referats für Komplementärmedizin der Wiener Ärztekammer. „Antibiotika haben dagegen keinen Effekt.“ Auch bei akuter Bronchitis habe der Antibiotika-Einsatz keine wesentliche Verbesserung gebracht: Die Patienten waren im Durchschnitt nur einen halben Tag von total drei Wochen weniger lang krank.

Der Schaden in Rachen und Darm bleibe auch bei kurzzeitiger antibiotischer Therapie bis zu vier Jahre bestehen, erklärte Wenisch. Und das mache den Patienten wieder anfälliger für erneute Infektionen. Bei Kindern führe die häufige Gabe darüber hinaus „zu einem erhöhten Asthma- und Allergierisiko. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, an Neurodermitis zu erkranken“, erklärte die auf Heilpflanzenkunde spezialisierte Ärztin Petra Zizenbacher.

Ursachen für die Zunahme von Atemwegserkrankungen seien die belastete Luft in den Städten, überhitzte Innenräume, wenig Bewegung an der frischen Luft, einseitige Ernährung und fehlende Abhärtung, sagte Zizenbacher. Als Gegenstrategie empfahlt sie: gesünder essen und ausreichend trinken, das Immunsystem durch Abhärtung stärken und viel Bewegung im Freien. Erwachsene und Kinder gehören hinaus – bei jedem Wetter, empfahl Zizenbacher.

Im Krankheitsfall können Hausmittel angewendet werden: Bei Husten helfe Thymian, Spitzwegerich oder Efeu, gegen Halsschmerzen Gurgeln mit Salzwasser. Durch Inhalieren mit Kamillen- oder Salbeisud lasse sich die Nase freibekommen, erklärte Zizenbacher. Sie empfiehlt hauptsächlich „Bettruhe und Entschleunigung des Lebens“.

„Pflanzliche Arzneimittel sind für die Behandlung von Atemwegserkrankungen besonders geeignet“, stellte Wolfang Kubelka fest, der Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie. „Die Inhaltsstoffe wirken nicht wie eine Einzelsubstanz wie z.B. Aspirin, sondern in ihrer Mischung wie ein Arzneistoff-Cocktail.“ Neu in den Apotheken sei ein Extrakt aus den Wurzeln der Kapland-Pelargonie, die Wirksamkeit sei in Studien mit 10.000 Erwachsenen und 4.000 Kindern belegt worden.

Quelle:

http://relevant.at/life/gesundheit/53655/schnupfenzeit-erkaeltungen-natuerlich-behandeln.story

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema Antibiotika verlangt nach differenziertem Denken. Es gibt Situationen, in denen Antibiotika nötig und sinnvoll sind. Und es gibt Situationen, in denen Antibiotika schädlich und unsinnig sind. Die Verteufelung von Antibiotika ist daher genauso fragwürdig wie die unkritische und unnötige Verwendung.

In Situationen, in denen Antibiotika zur Behandlung von Erkältungskrankheiten unnötig sind, können Heilpflanzen-Präparate eine gute Alternative sein.

Falls Sie sich Kompetenz im Bereich der Selbstbehandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen erwerben möchten:

Einen guten Überblick über die Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen bietet das Tagesseminar zu diesem Thema.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie: Infektabwehr aus der Natur

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Während sich Fachleute darüber uneins sind, ob chemisch-synthetische Expektoranzien (= auswurffördernde, schleimlösende Hustenmittel) tatsächlich wirksam sind, ist der Wurzelextrakt der südafrikanischen Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides, Umckaloabo) mit dem höchsten Evidenzgrad geadelt worden. Eine Metaanalyse der renommierten Cochrane Collaboration von 2008 kommt zum Ergebnis, dass der Einsatz des Extraktes bei Patienten mit akuter Bronchitis auf höchster Evidenz gründet. Gemäss dieser Metastudie war der Spezialextrakt (Umckaloabo®) bei Erwachsenen und Kindern signifikant wirksam, was die Linderung krankheitsspezifischer Symptome wie Sputumproduktion und Husten betrifft.

Allerdings ist bisher wenig darüber bekannt, wie die Wirkung sowohl auf zellulärer als auch auf molekularer Ebene überhaupt zustande kommt. Typische Inhaltsstoffe des Umckaloabo-Extraktes sind Cumarine, einfach phenolische Verbindungen wie Gallussäure und ihre Methylester sowie Gerbstoffe vom Typ der Proanthocyanidine. Das Cumarin Umckalin kommt nur in Pelargonium sidoides vor und ermöglicht damit eine sichere Unterscheidung zu Pelargonium reniforme.

Der Pelargonium-Extrakt soll sekretomotorisch (= auswurffördernd), antibakteriell und antiviral wirken können. In-vitro-Prüfmodelle belegen in der Tat eine Frequenzsteigerung der Zilien (= Flimmerhärchen), was den Abtransport von Schleim und Erregern aus den Atemwegen ankurbelt. In-vitro-Modelle zeigen auch, dass der Umckaloabo-Extrakt die bakterielle Erregerlast reduziert; jedoch ist sein bakteriostatischer Effekt bei Weitem nicht so stark wie der von Antibiotika. Die indirekte antibakterielle Wirkung dürfte wichtiger sein: Der Umckaloabo-Extrakt hemmt nämlich nicht nur die Adhäsion (= Anheftung), sondern auch die Internalisierung von Bakterien und verhindert somit zu einem gewissen Grad deren Invasion in die Submukosa. Zudem scheint der Pelargoniumwurzelextrakt immunmodulierende Eigenschaften zu besitzen. Er ist in der Lage, in vitro (= im Reagenzglas, im Labor) die Interferonsynthese zu steigern und die Funktion der Phagozyten zu verbessern. Wichtig: Trotz dieser Effekte auf das Immunsystem besitzt Umckaloabo® keine Zulassung als Immunstimulanz oder zur vorbeugenden Einnahme von grippalen Infekten.

Der Pelargonium-Wurzelextrakt ist in Form von Tropfen und Filmtabletten im Handel. Die Tropfen sind wegen ihrer guten Verträglichkeit schon für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Patienten mit verstärkter Blutungsneigung und schweren Leber- und Nierenerkrankungen sollten den Umckaloabo-Extrakt nicht einnehmen. Dabei handelt es sich allerdings um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die sich nicht mit den Inhaltsstoffen von Pelargonium sidoides begründen lässt.

Der Extrakt enthält zwar Cumarine und in dieser Stoffklasse gibt es auch Vertreter mit lebertoxischer Wirkung und mit Einfluss auf die Blutgerinnung.

Die Cumarine mit lebertoxischer und auch die mit antikoagulativer (blutgerinnungshemmender) Wirkung unterscheiden sich strukturell von den im Umckaloabo-Spezialextrakt enthaltenen 7-Hydroxycumarinen.

Quellen:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35352&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Wichtig ist an diesem Punkt als Ergänzung: Im Internet, aber auch in Apotheken und Drogerien, werden sehr oft Umckaloabo-Präparate angeboten, deren Wirksamkeit in keiner Weise geklärt ist. Die Cochrane-Untersuchung bezieht sich nicht auf solche „wilden“ Trittbrettfahrer. Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmitteln müssten einiges an Wissen mitbringen, damit sie fundierte, seriöse Produkte von „Schrott“ unterscheiden könnten.

Wer sich ein solches Grundwissen aneignen will, kann das umfassend in meinem Heilpflanzen-Seminar,

oder in den Tagesseminaren:

Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten

Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden

Phytotherapie im Überblick

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Phytotherapie bei Erkältungskrankheiten – was hilft?

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Heilpflanzen-Anwendungen sind bei Erkältungskrankheiten / Atemwegserkrankungen beliebt und wirksam. In der „Grünen Apotheke“ wird der Stellenwert der Phytotherapie in diesem Bereich wie folgt umschrieben:

„Die Behandlung von Atemwegserkrankungen ist eine Domäne der Phytotherapie. Da die meisten dieser Krankheiten durch Viren hervorgerufen werden, ist keine kausale Therapie möglich. Im Vordergrund steht folglich die Linderung der Symptome, wofür pflanzliche Heilmittel besonders gut geeignet sind. Es existiert ein grosses Spektrum wirksamer Pflanzen, die nicht nur die Beschwerden bessern, sondern auch die körpereigenen Reinigungsmechanismen unterstützt und die natürliche Immunabwehr anregen. Dabei sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten, so dass auch eine Langzeitanwendung bei chronischen Entzündungen möglich ist.“

Es geht in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie zum Beispiel um Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Bronchitis,  Reizhusten, Asthma bzw. Bronchialasthma,  Fieber, Rachenentzündung, Mandelentzündung, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung.

Die wichtigsten Heilpflanzen beim Thema Atemwegserkrankung / Erkältung sind laut der „Grünen Apotheke“:

Anis, Arnika, Efeu, Eibisch, Eukalyptus, Fenchel, Fichte, Gewürznelke, Heidelbeere, Holunder, Kamille,  Kampfer, Kapland-Pelargonie / Umckaloabo, Kiefer, Linde, Mädesüss, Myrrhe, Primel (Primelwurzel, Primelblüten, bzw. Schlüsselblumenwurzel, Schlüsselblumenblüten), Salbei, Sonnentau, Spitzwegerich, Süssholz, Thymian, Tormentill / Blutwurz, Malvenblüten, Sonnenhut.

Das Buch „Grüne Apotheke“ können Sie anschauen und kaufen im Buchshop. Dieses Heilpflanzen-Buch ist fachlich fundiert und verständlich geschrieben auch für Menschen ohne medizinischen Grundberuf.

Wer sich umfassender über die erwähnten Heilpflanzen informieren will,  kann sich dazu aktuelles Phytotherapie—Wissen erwerben im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten und grippale Infekte“.

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