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Psychiater kritisieren übermässige Medikamenten-Verschreibung an ADHS-Kinder

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Medikamente allein sind keine Lösung.

Fachärzte sind der Meinung, dass Kindern und Jugendlichen viel zu häufig Arzneimittel gegen die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung ADHS verschrieben werden. Am Jahreskongress der Gesellschaft der Kinder- und Jugendpsychiater in Rostock wurde der Vorwurf geäussert, dass die Hälfte der Rezepte von Kinderärzten und Hausärzten stammten, die nicht immer gründliche Diagnosen stellten.

Es gebe keine Zweifel, dass die Arzneien für die richtigen Patienten eine positive Wirkung hätten, erklärte Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Ulm. Er forderte jedoch alle Ärztinnen und Ärzte auf, bei der Verschreibung die Leitlinien streng zu beachten. Manche Mediziner würden Medikamente nur verschreiben, um zu prüfen, ob sie etwas bringen. Nach den Vorstellungen der Psychiater müsste die medikamentöse Therapie jedoch in ein mehrstufiges Behandlungskonzept gegen ADHS eingebunden sein.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=199134

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem um das Präparat Ritalin tobt eine heftige Auseinandersetzung, die manchmal fast Züge eines Glaubenskrieges annimmt.

Die stark gestiegene Zahl der Ritalin-Verschreibungen bei Kindern wirft meinem Eindruck nach zu Recht kritische Fragen auf. Gleichzeitig finde ich es aber falsch, Ritalin pauschal zu verteufeln, wie es zum Teil in der Komplementärmedizin geschieht. Es mag  nämlich durchaus Situationen geben, in denen Ritalin eine adäquate Hilfe ist. Aber die Indikation muss sehr sorgfältig und eng gestellt werden. Ein solches Medikament darf nicht so locker verschrieben werden,  dass es  quasi einfach zur besseren Alltagsbewältigung bei schwierigen Kindern zur Anwendung kommt.

Die stark gestiegenen Verschreibungszahlen deuten aber darauf hin, dass solche Fälle wohl nicht selten vorkommen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Hirndoping an Universitäten verbreitet

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Hirndoping boomt und ist an Universitäten offenbar viel weiter verbreitet als gedacht.  Durchschnittlich schluckt jeder fünfte Student  zumindest phasenweise Pillen,  die dafür sorgen sollen, dass er sich besser konzentrieren kann oder beim Lernen nachts länger durchhält.  Am stärksten gedopt wird unter Sportstudenten.

Zu diesem Resultat kommt die bisher größte und aussagekräftigste Studie von Mainzer Wissenschaftlern und Medizinern.

Zu den verwendeten Substanzen zählen Koffein-Tabletten zum Aufputschen, jedoch grundsätzlich auch harte verschreibungspflichtige Mittel wie zum Beispiel  Stimmungsaufheller und Arzneien zur Behandlung  seelischer Leiden wie Ritalin gegen das  ADHS-Hyperaktivitätssyndrom, Modafinil gegen Schläfrigkeit, Alzheimer-Medikamente sowie  Amphetamine wie Mephedron oder illegale  Drogen.

In der Fachzeitschrift „Pharmacotherapy“ (Bd.33, S.44) publizieren Mainzer Wissenschaftler die Resultate der bisher umfangreichsten und aussagekräftigsten Hochschulstudie zum Thema  Leistungssteigerung durch „Neuro-Enhancement“.

Quelle:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/jeder-fuenfte-student-nimmt-pillen-hirndoping-boomt-an-universitaeten-12045969.html

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/phar.1166/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Diese Erkenntnisse werfen viele Fragen auf:

– Wie gross ist das Abhängigkeitsrisiko bei den einzelnen Substanzen?

– Bringen die verwendeten Substanzen wirklich die erhoffte Leistungssteigerung, oder haben wir es ausschliesslich mit einem Placeboeffekt zu tun?  Falls letzteres der Fall ist: Könnte man diesen Effekt vielleicht mit harmloseren Mitteln ebenso erreichen?

– Falls tatsächlich eine effektive und nebenwirkungsarme Variante des Hirndopings gefunden würde, könnte das fragwürdige Folgen haben – nämlich zunehmenden Druck auf diejenigen, die kein Hirndoping machen. Um nicht abzufallen, müssten sie ebenfalls zu leistungssteigernden Mitteln greifen.

– Hirndoping ist ein weiterer Schritt in die Medikalisierung aller Lebenslagen und damit Teil einer sehr fragwürdigen Entwicklung. Es scheint mir daher sehr wichtig, alle Angebote von Medizin und Pharmaindustrie, die solche Medikalisierung fördern könnten, kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Leider segeln aber auch Komplementärmedizin und Alternativmedizin voll in diesem Trend: Es gibt kaum eine Lebenssituation, für die nicht eine ganze Reihe von Bachblüten, Schüssler Salzen, homöopathischen Globuli, Pflanzentinkturen….. angeboten werden.

Komplementärmedizin und Alternativmedizin begleiten so die Menschen von der Wiege bis zur Bahre. Das ist meiner Ansicht nach eine sehr fragwürdige Entwicklung. Schon ein paar Mal bin ich gefragt worden, was ich als Heilpflanzenspezialist denn nehme.

Die Frage irritiert mich, weil sie unabhängig von allfälligen Beschwerden gestellt wird. Anscheinend gehört es in manchen Kreisen bereits zum Lifestil, „etwas zu nehmen“.

Man sollte aber meines Erachtens auch Präparate aus Naturheilkunde oder „Komplementärmedizin“ bei bestimmten Beschwerden nehmen und gut überlegen, ob sie sinnvoll und nötig sind. Die Rundumversorgung, mit Globuli, Bachblütentropfen, Schüssler-Salzen, Pflanzentinkturen etc. halte ich für problematisch, weil damit die Überzeugung gezüchtet wird, dass man sie braucht und ohne sie nicht leben kann.

Ich kenne einige Leute, von denen ich den Eindruck habe, dass sie von ihren Globuli, Schüssler-Tabletten und Bachblütentropfen psychisch ganz unschön abhängig sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Nasenduschen mit Salzwasser günstig bei chronischen Rhinosinusitiden

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Als  Rhinosinusitis bezeichnet wird eine gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“) und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen („Sinusitis“). Unterschieden wird dabei zwischen  der akuten Rhinosinusitis und der chronischen Rhinosinusitis (CRS).

Vor allem bei chronischen Rhinosinusitiden sind Nasenduschen mit Salzwasser eine sinnvolle Ergänzung der symptomatischen Behandlung. Zu diesem Schluss kommen Experten der Universität Köln. Weniger überzeugend ist das Giesskännchen bei der akuten „Triefnase“

Viele Anhänger fernöstlicher Yoga-Traditionen verwenden den Neti Pot (der Sanskrit-Ausdruck „Jala Neti“ steht für „Nasendusche mit Salzwasser“) zur täglichen Körperhygiene. Die Wirkung der Salzwasserdusche (SNI = saline nasal irrigation) auf akute und chronische Rhinosinusitiden wurde in vielen Studien untersucht, mit teilweise widersprüchlichen Resultaten. Trotzdem sehen mittlerweile auch Experten in der Verwendung der Gießkännchen für die Nase einen Nutzen, wenn auch kaum für den Alltagsgebrauch.

Der HNO-Facharzt und Medizininformatiker Dr. Ralph Mösges und sein Kollege Dr. Nils Achilles vom Universitätsklinikum Köln haben die internationale Fachliteratur zum Thema durchforstet und ausgewertet. Demnach empfiehlt sich die Verwendung der Nasendusche hauptsächlich bei chronischer Rhinosinusitis (CRS). Die Kölner Experten begründen ihre Empfehlung vor allem mit drei Quellen:

– Eine Metaanalyse des Cochrane-Instituts aus dem Jahr 2007, in der von einem Nutzen für die Mehrheit der (CRS-)Patienten die Rede ist, trotz „selten beobachteter Nebenwirkungen“;

-Ein Europäisches Positionspapier zur Rhinosinusitis und nasalen Polyposis aus dem Jahr 2012 (EPOS);

– Die S2-Leitlinie „Rhinosinusitis“ der Deutschen Gesellschaft für Otorhinolaryngologie aus dem Jahr 2011.

Wie die Leitlinienautoren zusammenfassen, führen Nasenduschen oder Sprays mit hypertonen gepufferten Kochsalzlösungen bei dieser Indikation „zumindest zu einer symptomatischen Besserung“. Die SNI, darin sind sich alle europäischen Fachgesellschaften einig, sei „eine nützliche Ergänzung in der symptomatischen Behandlung der CRS“. Im Gegensatz zu den akuten Rhinosinusitiden: Hier sei die Datenlage nicht einheitlich und die Experten sprechen der Nasenspülung bei dieser Indikation allenfalls eine begrenzte Wirksamkeit zu.

Quelle:

Ärzte Zeitung

http://www.springer-gup.de/de/gesundheit/news/7372-Salzwasser_gegen_verstopfte_Nasen/

Kommentar & Ergänzung:

Wir haben es hier jedenfalls mit einer ausgesprochen kostengünstigen und in der Regel gut verträglichen Therapie zu tun, auch wenn das Nasenduschen für manche Menschen schon etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Es gibt auch Hinweise auf einen vorbeugenden Effekt gegen Erkältungen, wobei auch Inhalationen angewendet werden:

Hypertone Salzlösungen bei Schnupfen

Inhalation mit Salzlösung – die ideale Begleittherapie bei Husten

Salzwasser-Inhalationen als Mittel gegen Erkältungen, Schweinegrippe & Co.

Akuter Schnupfen bei Kindern: Nasenspülungen sind wirksam

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Peer Steinbrück nennt Berlusconi einen Clown – Roncalli-Direktor wehrt sich gegen Vergleich

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Zirkusdirektor Bernhard Paul, Chef des Zirkus Roncalli in Köln, hat kein Verständnis für den Clown-Vergleich von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Steinbrück hatte angesichts des Wahlausgangs in Italien gesagt: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Mit dieser Aussage bezog er sich auf den ehemaligen TV-Komiker Beppe Grillo und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Über diese Bemerkung des Spitzenpolitikers ist der Zirkusdirektor empört. Ein Zirkusclown sei kein Depp, den man auf eine Stufe mit Berlusconi stellte. Clown sei ein ehrenwerter, ganz schwieriger, sensibler, künstlerischer Beruf.

Für das Publikum sei der Clown eine tröstliche Figur, die in der Tradition der Commedia dell‘ Arte die Menschen zum Lachen bringe, ohne sie dabei zu einem Opfer zu machen.

Die Lage der Zirkusse sei nicht rosig, sagte der Roncalli-Direktor. Die Zahl der Zirkusse gehe zurück, und der Zirkusclown sterbe aus, weil alles Comedy sei.

Quelle:

http://www.n-tv.de/panorama/Echte-Clowns-sind-beleidigt-article10217901.html

Kommentar & Ergänzung:

Man mag von Steinbrück halten was man will.  Silvio Berlusconi als Clown zu bezeichnen, das löst bei echten Clowns berechtigte Kritik aus.

Ich hoffe inständig, dass dieser Schaumschläger, Illusionskünstler und politische Scharlatan endlich für den Rest seines Lebens in den Knast wandert, wo er wohl schon seit längeren wäre, hätte er nicht auf sich selber zugeschnittene Gesetze eingeführt, die ihn vor der Justiz retteten.

Immerhin besteht eine gewisse Hoffnung:

N-TV: „Die neuen Korruptionsvorwürfe gegen Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi konkretisieren sich: Wie „La Repubblica“ berichtet, hat der ehemalige Senator Sergio De Gregorio gegenüber der Staatsanwaltschaft Neapel gestanden, von Berlusconi bestochen worden zu sein. Im Jahr 2006 habe er drei Millionen Euro erhalten, im Gegenzug habe er Mitglied der Berlusconi-Partei PDL werden müssen.

Der Wechsel von De Gregorio schwächte damals die Regierung von Romano Prodi entscheidend. In der Folge brach sie zusammen. Berlusconi gewann die Wahlen 2008, De Gregorio wurde PDL-Senator. De Gregorio war bei den jüngsten Parlamentswahlen nicht mehr PDL-Kandidat.“

Berlusconi als gewiefter Demagoge kann es allerdings nicht lassen. Er rief seine Fans zu Protesten gegen die Gerichte auf, und zwar für den 23. März, wenn das Urteil gegen ihn in einem Berufungsprozess wegen Steuerbetrugs erwartet wird.

Die italienische Richtervereinigung bezeichnete seinen Aufruf zu Protesten, um die Arbeit der Gerichte zu beeinflussen, in einer Stellungnahme als inakzeptabel.

Berlusconi stehen in drei laufenden Gerichtsverfahren im März Urteile bevor. Darunter ist auch der sogenannte „Ruby“-Prozess um mutmaßlichen Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch.

Quelle:

http://www.n-tv.de/politik/Es-wird-eng-fuer-Berlusconi-article10223476.html

Was ist ein Clown? (Text auf Wikipedia)

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

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Schüssler Salze gegen Schwangerschaftsstreifen?

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Gestern erzählte mir eine Kursteilnehmerin, dass sie in der Apotheke ein Pflegeöl gekauft habe zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen. Von der Apothekenmitarbeiterin wurde sie darauf hingewiesen, dass dieses Produkt nur zusammen mit Schüssler-Salzen gut wirksam sei. Worauf sie also zusätzlich noch drei verschiedene Schüssler-Salze kaufte.

Es gibt keinerlei auch nur ansatzweise plausible Hinweise dafür, dass Schüssler Salze gegen Schwangerschaftsstreifen wirksam sind.

Apotheken, die solch haltlose Behauptungen machen, betrügen meines Erachtens ihre Kundinnen und Kunden. Das ist nicht Beratung, sondern Abzocke.  Und ich sehe keinen Unterschied zwischen einer solchen Apotheke und einem Verkäufer von Nashornpulver gegen Potenzschwäche.

Kundinnen und Kunden sollten wissen, dass die Heilmittelbehörde Swissmedic die Wirksamkeit von Schüssler Salzen grundsätzlich nicht überprüft und die sehr grenzenlosen Heilungsversprechungen, mit denen diese Präparate vermarktet werden, keiner Qualitätskontrolle unterliegen.

Den Versprechungen der Pharmaindustrie sollte man generell mit einer gesunden Portion Skepsis begegnen. Das gilt für synthetische Präparate und genauso für Produkte der Komplementärmedizin.

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Grippeviren: tiefere Ansteckungsgefahr bei höherer Luftfeuchtigkeit

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Laut den Resultaten von US-Wissenschaftlern, die im Fachmagazin „PLOS ONE“ publiziert wurden, sind Grippeviren ab einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent deutlich weniger ansteckend.

Die Wissenschaftler setzten eine hustende und eine atmende Modellpuppe zwei Metern voneinander entfernt in einen rund neun Quadratmeter großen Raum. Anschliessend maßen sie die Größe der Luftpartikel, die bei der atmenden Puppe ankamen und die Menge der Grippeviren, die daran hingen.

Außerdem überprüften sie, wie ansteckend die Viren waren. Die Untersuchung wurde für Luftfeuchten zwischen sieben und 73 Prozent durchgeführt.

Das Resultat: Mit steigender Luftfeuchtigkeit reduzierte sich die Ansteckungskraft der Viren in allen Luftpartikeln. Bei 45 Prozent Feuchtigkeit war nach 15 Minuten nur noch etwa die Hälfte der Grippeviren ansteckend. Die Wissenschaftler schließen aus ihren Resultaten, dass Krankenhäuser und Arztpraxen so konzipiert werden sollten, dass hohe Luftfeuchtigkeit möglich wird. Dadurch könnten Patienten und Angestellte wirksamer vor Viren geschützt werden.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=195875$$ http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0057485

Kommentar & Ergänzung:

Ziemlich ausgefallene Versuchsanordnung mit diesen beiden Modellpuppen.

Einen Beitrag zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit können auch Zimmerpflanzen leisten.

Siehe dazu:

Zimmerpflanzen vorbeugend gegen Erkältung

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Fastenmythen: Entschlacken durch Fasten?

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Jeden Frühling kommt sie wieder – die dringliche Empfehlung, dass nun die Zeit gekommen sei, um mit einer Fastenkur Körper, Geist und Seele zu entschlacken.

Den weitverbreiteten Entschlackungs-Irrtum kann man in einem Satz zusammenfassen:

„Giftstoffe und Ablagerungen, welche sich über das Jahr hinweg im Körper angesammelt haben, können beim „Entschlacken“ entfernt werden.“

Tatsache ist jedoch: Beim Stoffwechsel fallen zwar in der Tat als Teil eines natürlichen Vorganges nicht verwertbare chemische Endprodukte an. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) speichert ein gesunder Organismus diese überflüssigen Stoffe jedoch nicht etwa ab, sondern scheidet sie bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über Nieren und Darm wieder aus.

Diese „Kläranlagen-Funktion“ des Organismus kann durch Fasten nicht effizienter werden, als sie ohnehin schon ist. Wissenschaftliche Belege für günstige Wirkungen des „Entschlackens“ gibt es übrigens kaum. „Der im Zusammenhang mit dem Heilfasten immer wieder genannte Begriff ‚Entschlacken‘ ist wissenschaftlich nicht begründbar“, erklärt die DGE.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/in-form/fasten-kein-zuckerschlecken-für-die-gesundheit-145934893.html

Kommentar & Ergänzung:

Man muss unseren Organismus vor den „Entschlackungsaposteln“ quasi in Schutz nehmen. Sie sprechen ihm nämlich ziemlich grundlegend die Kompetenz ab, mit Stoffwechselprodukten angemessen und „professionell“ umzugehen. Und dann verkaufen sie uns Fastenkuren, Entschlackungstees, Detox-Fussbäder und andere Fragwürdigkeiten. Die Entschlackungsbranche lebt von einem Phantom. Um welche Stoffe es sich bei diesen „Schlacken“ und „Giftstoffen“ genau handeln soll – diese Angabe bleibt sie nämlich in der Regel schuldig.

Am heikelsten finde ich aber, dass durch die ständige Rede von Schlacken und Entschlackungskuren das Vertrauen in die Fähigkeiten unseres Organismus untergraben wird. Und wer an diesem Punkt genug verunsichert ist, wird ein guter Konsument für Mittelchen aller Art, die dieses Kompetenzdefizit beheben sollen. Davon lebt neben der Entschlackungsbranche auch die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie.

Wer Ihnen einredet, Sie seien verschlackt, unterstellt Ihnen Problem und will Ihnen möglicherweise eine Lösung für das eingeredete Problem verkaufen.

Sparen Sie sich das Geld dafür und tun Sie sich damit sonst etwas Gutes.

Siehe auch:

Entgiftungsdiäten / Detox-Diäten – bodenlose Versprechungen

Unsinnig und irreführend: Sidroga® Wellness Entschlackungstee

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Entgiften und Entschlacken – höchst fragwürdige Versprechungen

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Roche will Studiendaten zu Tamiflu nun publizieren

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Der Pharmakonzern Roche wurde in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, weil er Studiendaten nicht vollständig veröffentlicht hatte.  Nun will Roche Wissenschaftlern den Zugang zu klinischen Studienberichten gewähren. Die neue Transparenz ist allerdings begrenzt auf das Grippemittel Tamiflu.

Die Kontroverse um das Grippemittel Tamiflu (Oseltamivir) dauert nun schon geraume Zeit an. Roche wurde von mehreren Organisationen wie der Cochrane Collaboration und der Transparency International aufgefordert, alle Studiendaten betreffend Tamiflu zu publizieren. Bereits seit dem Jahr 2009 bezweifelt die Cochrane Collaboration die Wirksamkeit des Grippemittels Tamiflu.

Roche verspricht nun, dass alle Gesundheitsbehörden alle nötigen Informationen zu dem Präparat bekommen. 71 der 74 abgeschlossenen und von Roche gesponserten Studien sollen online über das Studienportal rochetrials.com veröffentlicht werden. Die drei fehlenden Studien würden derzeit noch für die Publikation vorbereitet.

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/nachricht-detail-wissenschaft/datenfreigabe-roche-studiendaten-zu-tamiflu-sind-oeffentlich/

Kommentar & Ergänzung:

Uf, das hat aber sehr lange gedauert und sehr viel Druck gebraucht, bis Roche sich in dieser Frage bewegt hat – falls es denn wahr ist.

Und es ist ein halbherziger Schritt. Die vollständige Publikation aller Studiendaten müsste selbstverständlicher Standard sein. Nicht nur betreffend Tamiflu, sondern für alle Roche-Präparate, und natürlich auch für andere Hersteller.

Davon sind wir noch weit entfernt.

Zur Kontroverse siehe auch:

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Tamiflu®: Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Roche mauert weiterhin mit Tamiflu-Studiendaten

GlaxoSmithKline will transparenter mit Studien umgehen

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Zitat des Tages von Edzard Ernst zum Thema „Gute Medizin“

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„Gute Medizin besteht aus zwei wesentlichen Elementen. Das eine ist die Kunst der Medizin, das andere die Wissenschaft der Medizin. Moderne Medizin ist vielleicht zu sehr fokussiert auf das wissenschaftliche Element. Alternativmediziner wie die Homöopathen konzentrieren sich dagegen fast ausschließlich auf die Kunst der Medizin. Die können mit den Patienten sehr gut umgehen. Wenn eines der beiden Elemente fehlt, ist es keine gute Medizin. Das ist eine Kritik an der sogenannten Schulmedizin als auch an den sogenannten Alternativmedizinern.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/alternative-heilverfahren-kritiker-werden-als-extreme-skeptiker-abgestempelt-1.1530591

Kommentar & Ergänzung:

Edzard Ernst (* 30. Januar 1948 in Wiesbaden) ist emeritierter Professor für Alternativmedizin an der Universität Exeter (Großbritannien).

Das Zitat in der „Süddeutschen“ drückt aus, was mir ebenfalls ein Anliegen ist:

Man soll problematische Aspekte sowohl bei der „Schulmedizin“ als auch bei der „Alternativmedizin“ bzw. „Komplementärmedizin“ in Frage stellen.

Wer ausschliesslich der „Schulmedizin“ oder der „Alternativmedizin / Komplementärmedizin“  gegenüber kritisch ist, ist eben nicht wirklich kritisch, sondern einäugig.

Im übrigen sind schon die Begriffe „Schulmedizin“ und „Komplementärmedizin“ fragwürdig.

Siehe dazu:

Schulmedizin – ein fragwürdiger Ausdruck

Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff

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Kümmelöl für Bauchmassagen gegen Krämpfe und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

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Bei Krämpfen und Blähungen von Säuglingen und Kleinkindern wird häufig Fencheltee oder Kamillentee angewendet. Eine Alternative oder Ergänzung ist die Bauchmassage mit Kümmelöl:

10 bis 15 Tropfen einer zehnprozentigen Lösung des Kümmelöls in einem fetten Öl, beispielsweise in Olivenöl, lindern bei Kleinkindern und Säuglingen Blähungen und Krämpfe, wenn sie mit kreisenden Bewegungen in der Nabelgegend einmassiert werden.

Woraus besteht Kümmelöl?

Kümmelöl stammt aus den Früchten des Wiesen-Kümmels (Carum carvi). Die altbewährte Gewürz- und Heilpflanze wächst bei uns in den Bergen recht häufig.

Wer Kümmel in Natura kennenlernen möchte, kann das auf vielen meiner Bergexkursionen.

Kümmelöl enthält als Hauptbestandteile Carvon (40-66 %) und Limonen (bis 50 %).

Carvon kommt auch vor im Dillöl, im Krauseminzenöl und im Mandarinenöl.

Limonen ist das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen und ist neben dem Kümmelöl zum Beispiel auch zu finden in Pomeranzenschalenöl, in Dillöl, in Korianderöl, in Zitronenöl und in Orangenöl.

Limonen dient in der Industrie als preiswerter Duftstoff und wird auch verwendet als Ausgangsstoff für die Synthese von Dronabinol (synthetisches THC).

Zu Dronabinol siehe:

Cannabis als Heilmittel zulassen

Dronabinol (THC) vermindert Dickdarmbewegungen bei Reizdarmpatienten

Tschechien: Cannabis bald in Apotheken erlaubt

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www.info-phytotherapie.ch/index.php/phytotherapie-infothek/was-ist-phytotherapie

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6

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moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15

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