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Zitat des Tages von Wayne LaPierre zum Thema Gut und Böse

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«Das einzige, was einen bösen Menschen mit einer Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe»

So begründete der Vizepräsident des Waffenlobbyverbandes NRA den Lösungsvorschlag seiner Organisation, zur Prävention von Amokläufen in jeder Schule bewaffnete Polizisten einzusetzen.

Dieser Vorschlag wirft ein paar Fragen auf.

Wie muss ich mir das konkret vorstellen?

Eine Pistole reicht nicht gegen einen Amokläufer mit einem Schnellfeuergewehr und besonders effektiver Spezialmunition, wie sie der Täter beim Amoklauf in der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown offenbar verwendet hat. Also brauchen die Polizisten mindestens ebenfalls Schnellfeuergewehre. Und ein Polizist reicht für ein weitläufiges Schulgelände nicht. Drei bis vier „Cops“ pro Schule müssten es mindestens sein. Um wirksam zu sein, dürften sich die Polizisten aber nicht in einem Büro verschanzen. Von dort kämen sie im Ernstfall zu spät. Am besten also direkt in die Klassenzimmer mit ihren. Und an den Eingang zur Personenkontrolle, was aber unsicher ist ohne Kontrolle der Taschen und Schultornister. Die Geräte dafür kennen wird schon vom Flughafen. Schwierig wird es in den Pausen. Hier braucht es bauliche Massnahmen, vor allem in Form von Schutzmauern.

Nun bleiben als Einfallstor für „das Böse“ nur noch die Polizisten selbst. Schliesslich betont die NRA (und andere Waffenlobbyisten – auch in der Schweiz), dass nur Menschen töten, nie Waffen. Wie stellt man sicher, dass jeder „Cop“ nicht nur auf der Seite des „Guten“ ist, sondern es in jeder Lebenslage auch bleibt. Manchmal reicht in einer psychischen Krise eine Kränkung bereits für einen „Ausraster“, zum Beispiel wenn eine angehimmelte Lehrerin den Cop abweist. Da bräuchte es eigentlich emotionsresistente Roboter, die über solchen „Menschlichkeiten“ stehen. Als Vorbild könnten die Drohnen der CIA in Afghanistan dienen, doch auch sie werden noch von Piloten gesteuert, aus weiter Ferne allerdings.

Würde mich wirklich interessieren, wie sich die NRA die Umsetzung ihres Vorschlages genau vorstellt.

Das Zitat von Wayne LaPierre ist zudem an zwei Punkten sehr fragwürdig:

Erstens setzt es voraus, dass man eindeutig zwischen dem guten Menschen und dem bösen Menschen unterscheiden kann. So wie wenn das eine vererbbare Eigenschaft wäre wie die Augenfarbe. Die menschliche Geschichte zeigt aber, dass das eine Illusion ist, und dass die Grenzen manchmal zerfliessen.

Zweitens ist die Aussage, dass einzig ein guter Mensch mit einer Waffe einen bösen Menschen mit einer Waffe aufhalten kann, stark manipulativ verengt auf eine alternativlose Lösung.

Die naheliegende Möglichkeit, dass man es den Menschen nicht ganz so einfach macht, an jeder Strassenecke ein Schnellfeuergewehr mit Spezialmunition zu kaufen, bleibt so zum vorneherein ausgeklammert.

Die Waffenlobby argumentiert damit, es seien Menschen die töten, nicht Waffen. Aber leicht verfügbare Waffen vervielfachen die Gelegenheiten zum Töten. Und Waffen – vor allem Schnellfeuergewehre, vervielfachen das Potenzial, in kurzer Zeit zahlreiche Menschen umzubringen.

Wer das nicht einsieht hat meines Erachtens ein ziemlich dickes Brett vor dem Kopf.

Im Übrigen ist es natürlich nicht ganz so einfach, aus der Schweiz mit dem Finger auf die verrückten Amerikaner zu zeigen. In der Schweiz hat immer noch jeder Wehrmann seine Waffe im Schrank und damit ein Schnellfeuergewehr zur Hand.

Diese Regelung wurde noch in den 80er-Jahren damit begründet, dass ganz überraschend die sowjetischen Panzer im Land stehen könnten, und sich der Wehrmann dann mit der Waffe in der Hand zum Mobilisationsplatz durchschlagen muss.

Zwar waren die sowjetischen Angriffspläne gegen die Schweiz sehr konkret. Ein derart überraschender Einmarsch ohne jedes Vorzeichen quasi über Nacht scheint aber doch ziemlich unwahrscheinlich.

Und wer soll heute über Nacht mit Panzern im Land stehen? Das österreichische Bundesheer?  Peer Steinbrück mit seiner Kavallerie?

Immerhin wird nun als Konzession an die Vernunft seit kürzerer Zeit die Munition nicht mehr mit nach Hause gegeben, damit in Trennungsphasen weniger Ehefrauen von ihren Männern mit dem Sturmgewehr umgebracht werden. Das Drohpotenzial der Waffe im Haus bleibt aber und an Munition kommt ein Wehrmann, wenn er will.

Bleibt die Munition im Zeughaus, wie es heute der Fall ist, macht das Gewehr im Haus allerdings auch keinen militärstrategischen Sinn mehr. Über Nacht einmarschierte Österreicher werden sich kaum von schweizerischen Sturmgewehren beeindrucken lassen, wenn sie genau wissen, dass diese mangels Munition nicht geladen sind.

Fazit: Der Umgang mit Waffen in den USA scheint mir sehr bescheuert. Unser eigenes Verhältnis mit Armeewaffen im Haus ist aber genauso immer noch mit Mythen aufgeladen. Die Armeewaffe im Haus ist zwar glücklicherweise noch nie für einen Amoklauf in einer Schule verwendet worden, für Morde und Drohungen im Familienrahmen aber immer wieder. Und das ist nicht akzeptabel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Landeskirche Aargau: Palliative Care statt Beihilfe zum Suizid

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Die reformierte Landeskirche Aargau stellt sich in einem Positionspapier gegen die Beihilfe zum Suizid. Stattdessen soll die Öffentlichkeit für den respektvollen Umgang mit Sterbenden sensibilisiert werden. Die Pallliative Care sieht die Landeskirche in diesem Zusammenhang als eine wichtige öffentliche Aufgabe, die nicht alleine von der Kirche, sondern auch vom Staat unterstützt werden soll.

Die Landeskirche will mit ihrem Einstehen für Palliative Care Sterbenden ein menschenwürdiges Lebensende ermöglichen, das von der Gesellschaft solidarisch mitgetragen wird.

Für Ruth Baumann-Hölzle, Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin und Leiterin des Instituts Dialog Ethik, steht die Frage im Zentrum, wie sich gewährleisten lässt, dass jemand gut sterben kann? «Unsere Gesellschaft orientiert sich zunehmend am Leistungsdruck, der sich in letzter Konsequenz auch auf das Lebensende auswirkt», stellt Baumann fest. Es dürfe nicht sein, «dass jemand die Selbsttötung wählt, weil er keine Leistung mehr erbringt oder meint, seinen Angehörigen zur Last zu fallen», betont sie.

Baumann übt in einem Punkt Kritik am Positionspapier: Palliative Care solle nicht nur das Leben schützen, sondern auch das gute Sterben ermöglichen, was ihrer Ansicht nach im Positionspapier zu wenig konsequent formuliert ist.

Quelle:

http://www.limmattalerzeitung.ch/aargau/die-reformierte-kirche-ist-gegen-die-beihilfe-zum-suizid-125647373

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin nicht fundamental gegen die Möglichkeit zum begleiteten Suizid, wie ihn Organisationen wie „Exit“ oder „Dignitas“ anbieten. Es mag sein, dass dieser Weg in bestimmten Stituationen für einen Menschen adäquat ist.

Allerdings scheint es mit klar, dass in diesem heiklen Bereich staatliche Regeln gesetzt und die entsprechenden Organisationen genau kontrolliert werden müssen.

Ich bin mir nicht sicher, ob die jetzigen Regelungen und Kontrollen genügen.

Ruth Bauman-Hölzle spricht darüber hinaus einen zentralen Punkt an: Es darf nicht sein, dass kranke Menschen unter mehr oder weniger subtilem Kostendruck quasi dazu gedrängt werden, sich das Leben zu nehmen.

Eine gut ausgebaute, professionelle Palliative Care muss als Alternative zum begleiteten Suizid bereit stehen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Novartis-Tochter Sandoz in Italien unter Korruptionsverdacht

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Italienische Mediziner haben gemäss Medienberichten Kindern Wachstumshormone verschrieben, obwohl es dafür keine medizinische Rechtfertigung gab. Grund dafür waren offenbar Geschenke und Geld von Sandoz-Vertretern.

Sandoz gehört zum Pharmakonzerns Novartis und bündelt die Generikaaktivitäten der Novartis-Gruppe.

Von Palermo bis Mailand durchsuchten Carabinieri unter Führung der  Gesundheitspolizei NAS Bologna die Büros von Spitälern.

Gemäss einer Medienmitteilung der NAS sollten die Razzien klären, ob die Wachstumshormone von Sandoz den Patienten zu Recht verschrieben wurden. Unterlagen, welche die Zahlungen an die Ärzte dokumentieren, lägen der NAS schon vor.

Verdächtigt werden 67 Ärzte, die in pädiatrischen und endokrinologischen Abteilungen privater und öffentlicher Spitäler arbeiten.

Pharmavertreter von Sandoz sollen den Ärzten teure Reisen, Designerklamotten oder Bargeld bezahlt haben, damit sie Kindern mehr Wachstumshormone verschrieben.

Mediziner, die entweder höhere Dosen verordneten oder die Hormonpräparate an neue Patienten verschrieben, seien mit Summen zwischen 500 und 1000 Euro pro Patient entschädigt worden, berichten italienische Zeitungen.

Nach Angaben der «Repubblica» sollen die Sandoz-Vertreter die verantwortlichen Ärzte mit Aufmerksamkeiten im Wert von insgesamt 500’000 Euro versorgt haben. Diese Summe hätten die Mitarbeiter kaum aus der eigenen Tasche bezahlt, schreibt die Zeitung – und wirft damit die Frage auf, ob Sandoz in die Zahlungen involviert war.

Erste Hinweise auf die unnötige Verschreibung von Wachstumshormonen zeigten sich gemäss «Repubblica» schon vor einem Jahr. In Rimini wurde damals ein Sportarzt verhaftet, der Kindern und Jugendlichen Hormone verschrieb, um ihre sportlichen Leistungen zu steigern.

Bestürzt über die Vorwürfe zeigte sich im «Corriere della Sera» Alberto Ugazio, Präsident der italienischen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Eigentlich müsse nur Kleinwuchs mit Wachstumshormonen therapiert werden. Dabei handele es sich um eine sehr seltene Krankheit. Die Behandlung mit Wachstumshormonen habe stark zugenommen, kritiserte der Kinderarzt. Amateursportler verwendeten sie, um ihre Leistung zu verbessern. Die Sportler werden dabei offensichtlich von Ärzten unterstützt. In Italien dürfen gemäss Ugazio Hormone nur auf Rezept verkauft werden.

Sandoz bestätigte, dass die Firma gegen Mitarbeiter, die in das Gerichtsverfahren involviert sind, Disziplinarmassnahmen ergriffen habe.

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/SandozVertreter-sollen-italienische-Kinderaerzte-bestochen-haben/story/12647632

Kommentar & Ergänzung:

Noch ist in dieser Angelegenheit niemand schuldig gesprochen. Sollte sich der Verdacht aber bestätigen, wäre dies eine schwerwiegende Angelegenheit.

Wikipedia schreibt zum Wachtumshormon Somatropin:

„Synthetisches Somatropin wird als „Anti-Aging“-Mittel verwendet, wobei es keine Belege für einen Langzeitnutzen gibt. Häufig missbräuchlich angewendet wird es aufgrund seiner muskelbildenden Eigenschaften auch im Bodybuilding und anderen Sportarten. Zu diesem Zweck wird es teilweise auch mit Testosteron, Insulin, Trenbolon und dem Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3) kombiniert. Mittlerweile sind aber auch schon gefährliche Totalfälschungen von angeblich Somatropin-haltigen Arzneimitteln aufgetaucht, die für die Verwendung in der Bodybuilder-Szene bestimmt waren. In der Doping-Szene gilt Somatropin allgemeinhin als teure „Wunderwaffe“. Die Anwendung von Somatropin bei Menschen ohne vorliegenden Mangel führt zu Akromegalie mit schwersten Nebenwirkungen, die oft irreversibel sind.“

Bestätigt sich der Verdacht und ist dieses Schmieren von Ärzten nicht nur ein einzelner krimineller Ausrutscher, sondern eine verbreitetere Praxis – und danach sieht es aus –  wäre ein Rücktritt der verantwortlichen Novartis-Führung meines Erachtens angemessen. Die Situation ist dann nämlich ähnlich wie bei UBS-CEO Oswald Grübel nach dem Betrugsfall des Händlers Kweku Adoboli im Investmentbanking in London.

Oswald Grübel hat vorgemacht, dass man als oberster Chef  auch Mitverantwortung trägt für ungenügende Kontrollmechanismen und manchmal Konsequenzen ziehen muss, selbst wenn man nicht direkt in den Betrugsfall verwickelt ist.

Die schon seit langem kritisierte, unnachvollziehbar überrissene  „Entschädigung“ von Novartis-Chef Daniel Vasella müsste dann nämlich immer im Zusammenhang mit Gewinnen gesehen werden, die der Konzern auf Kosten der Gesundheit von Kindern eingestrichen hat.

Ich zweifele aber daran, dass die Novartis-Verantwortlichen ihre Mitverantwortung hier erkennen. Schliesslich wissen sie schon seit 2011 von den Ermittlungen.

Und es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen dem Betrugsfall Adoboli bei der UBS und dem Schmiergeld, das in Italien von der Sandoz gezahlt worden sein soll:

Adoboli hat sehr viel Geld in den Sand gesetzt. Das muss natürlich Konsequenzen haben.

Die Machenschaften von Sandoz Italien dagegen, sollten sie so stattgefunden haben, brachten der Firma Umsatz und schadeten nur den unnötigerweise behandelten Kindern.

Das ist offenbar nicht so relevant.

Die Finanzbranche hat ihren Ruf über weite Strecken ruiniert. Die Pharmabranche scheint sich in eine ähnliche Richtung zu bewegen. Das pauschale Feindbild der bösen Pharmaindustrie ist mir fremd. Es gibt aber eine ganze Reihe von kritikwürdigen Verhaltensweisen, die meines Erachtens immer wieder auf den Tisch gelegt werden müssen.

Beispiele:

Indien: Menschliche Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie

Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Industriefinanzierte Medizinstudien liefern verzerrte Reaultate

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Wir sind noch da! P.S. zum Weltuntergang

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Wir sind noch da – nicht sehr überraschend.

Interessant an dieser Weltuntergangshysterie scheint mir,

1. wie solche Phänomene zustande kommen und

2. wie Esoteriker und „Lichtarbeiter“, die so inbrünstig auf den Weltuntergang gehofft hatten, sich das Ausbleiben des „Aufstieg“ nun zurechtbiegen.

1. Wie kommt es zu solchen Weltuntergangsphantasien?

Mir ist bewusst, dass es sich hier um ein sehr vielschichtiges Phänomen handelt, welches nicht in Kürze umfassend dargestellt werden kann.  Ich möchte daher nur auf ein paar Aspekte eingehen, die mir bemerkenswert erscheinen:

Man nimmt aus einem Maya-Kalender ein paar Daten und bastelt daraus einen weltumfassenden Zusammenhang. Das ist ein bewährtes Standardverfahren in der Esoterik-Werkstatt. Die Forschungen von Peter Brugger an der Universität Zürich haben gezeigt, dass EsoterikerInnen besonders stark Assoziationen produzieren. Sie sehen Zusammenhänge in der Welt, die eigentlich nur in ihrem Kopf vorhanden sind.

Assoziatives Denken ist nicht grundsätzlich problematisch. Es fördert auch eine Art von Kreativität.

Problematisch wird es nur, wenn die eigenen Assoziationen absolut gesetzt werden und jedes Bewusstsein dafür fehlt, dass es sich bei den in der Welt gesehenen Zusammenhängen auch um Kopfgeburten handeln könnte. Als Folge davon bleibt jede Selbstreflexion und jedes kritische Hinterfragen der eigenen Vorstellungen aus. Sie werden fraglos für real gehalten, genau wie der Weltuntergang am 21. Dezember 2012.

Peter Brugger konnte in seinen Untersuchungen auch zeigen, dass Esoteriker und psychotisch veranlage Menschen ähnlich denken, was die verstärkte Neigung zu Assoziationen angeht. In einer Psychose kann ein Mensch seine Assoziationen nicht oder nur eingeschränkt auf ihren Realitätsgehalt hin überprüfen. Esoteriker sollten dazu eigentlich in der Lage sein, unterlassen es aber oft. Und so werden dann beispielsweise mit höchster Überzeugung Weltuntergangstermine verkündet.

Die interessante Frage ist nun, weshalb bei Esoterikerinnen und Esoterikern der selbstkritische und fremdkritische Faktencheck so oft unterbleibt.

Meinem Eindruck nach spielt dabei eine gewisse Sinnsüchtigkeit eine Rolle. Alles muss bis zum Platzen  mit Sinn und Bedeutung aufgeladen werden.

Wenn das nun jemand still für sich macht, ist wohl wenig dagegen einzuwenden. Wenn aber die fantasierten Zusammenhänge missionarisch in die Welt hinaus posaunt werden, stellt sich bei solchen Weltuntergangspropheten auch die Frage der Verantwortung. Und es stellt sich die Frage der Verantwortung auch bei den Medien, die mit solche Geschichten spielen und sie wenig reflektiert weiterverbreiten – oder auch bei der Werbung, die in vielfältiger Weise auf den bevorstehenden Weltuntergang angespielt hat.

Psychisch labile Menschen werden durch solche Prophezeiungen in Angst und Schrecken versetzt, Leute kündigen ihre Jobs und leeren ihre Bankkonten.

Nun kann man natürlich den Standpunkt vertreten, dass jeder selber Schuld ist, der solchen Stuss glaubt.

Die französische Dichterin Nathalie Sarraute hat diese Position so formuliert:
„So widersinnig es auch klingen mag, der eigentlich Verantwortliche für die Wirkung einer Information ist nicht der, der informiert, sondern derjenige, der informiert wird.“

Ich bin schon auch der Ansicht, dass es am Empfänger einer Information liegt, diese nicht einfach blind zu glauben, sondern kritisch zu prüfen.

Ich bin aber dezidiert auch der Ansicht, dass der Sender dafür Verantwortung trägt, was er oder sie in die Welt setzt.

Eine ganz ähnliche Problematik wie rund um diese Weltuntergangshysterie ist zu beobachten im esoterisch geprägten Teil von Komplementärmedizin und Alternativmedizin.

Auch hier werden am laufenden Band im Kopf Assoziationen produziert und als realer Bestandteil der Welt verkündet (und verkauft).

Esoterikerinnen und Esoteriker sehen an allen Ecken und Enden der Welt Heilenergien – in Steinen, Pflanzen, im Wasser, in Schwingungen und Energien aller Art. Wer da noch krank wird oder krank bleibt, der muss einfach selber schuld und noch nicht bereit für die Heilung sein.

Auch hier fällt eine absolute Grenzenlosigkeit auf und eine völlige Abwesenheit kritischer Selbstüberprüfung der eigenen Vorstellungen.

Und auch hier stellt sich die Frage der Verantwortung, wenn kranken Menschen falsche Hoffnungen verkauft werden und sie dadurch manchmal notwendige Behandlungen verpassen.

Mehr zu diesem Thema hier:

Breusskur gegen Krebs?

Diese Phänomene sind mit ein Grund dafür, dass ich die von mir angebotenen Heilpflanzen-Seminare und die Phytotherapie-Ausbildung als esoterikfrei deklariere (und dass ich es für wichtig finde, auch kritisches Hinterfragen zu vermitteln).

Siehe:

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

2. Wie gehen EsoterikerInnen bzw. „Lichtarbeiter“ mit dem Ausbleiben des Weltuntergangs um?

Der bevorstehende Weltuntergang war bei uns vor allem in der „Lichtarbeiter-Bewegung“ ein grosses Thema.

Ein führender „Lichtarbeiter“ und Buchautor hat angeblich bereits ein Interview mit dem Erzengel Michael geführt und dabei erfahren, dass die Planungen der höheren Mächte sich geändert hätten.

So geht es immer mit den Weltuntergangspropheten: Es werden auf Teufel komm raus Erklärungen und Ausreden gesucht, warum der Weltuntergang (noch) nicht stattgefunden hat. So lässt sich die eigene Kopfgeburt immer retten.

Damit sind die Lichtarbeiter allerdings nicht allein.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 – 1831) glaubte nachgewiesen zu haben, dass es nicht mehr als 7 Planeten geben könne.

Er verteidigte seine These am 27.August 1801 nachdem dummerweise am 1.Januar 1801 ein 8. Planet entdeckt worden war, die Ceres. Als man Hegel darauf aufmerksam machte, daß seine Lehre mit den Tatsachen im Widerspruch stände, soll er geantwortet haben: “Um so schlimmer für die Tatsachen”.

Eines finde ich hier aber schon erstaunlich:

Es sind bereits unzählige Weltuntergangsprophezeiungen „in die Hosen gegangen“ und immer wieder wurden und werden die Fehlschläge uminterpretiert und unter den Tisch geredet.

Da zeigt sich doch ein sehr deutliches Muster. Und ausgerechnet die EsoterikerInnen, die überall Muster sehen, auch dort wo gar keines vorhanden ist, sind offenbar nicht in der Lage, dieses überdeutliche Muster zu erkennen.

Auch stösst offenbar die Grössenphantasie, dass da jemand behauptet, ein persönliches Gespräch mit dem Erzengel Michael geführt zu haben, in der Lichtarbeiter-Szene nicht auf Skepsis. Die Ego-Aufblähung, die mit solchen Aussagen verbunden ist, müsste doch auffallen.

Und die sprunghafte, unzuverlässige Planungsarbeit der höheren Mächte führt bei den Lichtarbeitern keineswegs zu Reklamationen…

Das Bedürfnis nach dem „Gross-Reine-machen“, nach einem radikalen Neuanfang, nach dem „Aufstieg“ in eine höhere Welt….etc. ist offenbar so stark, dass es sich sogleich an den nächstmöglichen Termin klammert.

Vielleicht wäre es ja stattdessen angesagt, statt immer so wahnhaft nach „oben“ zu streben ganz schlicht in der Horizontale anzukommen und sich mit den Menschen und der Gesellschaft hier und jetzt auseinanderzusetzen.

Und zum Schluss noch dies:

Gerade in Esoterikkreisen fühlen sich viele Menschen tief verbunden mit früheren Kulturen (Kelten, Schamanen,  Indianer…). Sie merken aber offenbar nicht, wenn sie mit einem solchen Weltuntergangstheater ihre eigenen Phantasien den Mayas überstülpen oder unterjubeln. Mit den Mayas hat das ganze Theater kaum etwas zu tun.

Auch dies ist ein Phänomen, das in der „Eso-Szene“ vielfältig zu beobachten ist. Alte oder „exotische“ Kulturen werden als Projektionsfläche für eigene Bedürfnisse, Wünsche und Defizite missbraucht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Bohnenkraut – eine Heilpflanze?

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Bohnenkraut stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und den Anrainerländern des Schwarzen Meers.

Bohnenkraut (Satureja hortensis) wird vor allem als Gewürz verwendet – für Fleischgerichte, dann natürlich speziell für Bohnengerichte, für Pizza, Suppen und Sossen. In Bulgarien ist Bohnenkraut Bestandteil der als Tschubritza bezeichneten Würzmittel.

Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist daher verwandt mit „prominenten“ Heilpflanzen wie Salbei, Thymian, Melisse, Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin. Und wie für einen richtigen Lippenblütler typisch, enthält auch Bohnenkraut ein ätherisches Öl (bis etwa 2%). Hauptbestandteil dieses ätherischen Bohnenkrautöls ist Carvacrol, eine Substanz, die auch in den ätherischen Ölen von Thymian und Oregano vorkommt.

Bohnenkraut enthält neben seinem ätherischen Öl noch Gerbstoffe und wenig Schleim.

Bohnenkrauttee dürfte aufgrund seines Gehalts an ätherischem Öl eine leichte Steigerung der Magensaftbildung bewirken und Blähungen lindern, aber durch Carvacrol auch antiseptisch wirken.

In der Volksmedizin wird Bohnenkraut bei leichten Verdauungsstörungen sowie zur unterstützenden Behandlung von Husten und Halsentzündungen  benutzt. Zumindestens für die letzten beiden Anwendungsbereiche ist allerdings Thymian überlegen.

Bohnenkraut hatte aber bereits im Mittelalter quasi eine offizielle Stellung – im Plan des Klostergartens in St. Gallen ist die Pflanze jedenfalls verzeichnet.

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Jahrestagung Palliative Care Solothurn am 17. Januar 2013

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Auf ihrer Jahrestagung will Palliative Solothurn durch verschiedene Workshops einen fachlichen Beitrag zur Weiterentwicklung von Palliative Care leisten.

In der öffentlichen Abendveranstaltung soll zudem die Zielsetzungen der

Nationalen Strategie bei der regionalen Integration ausgeleuchtet und

diskutiert werden.

Der fachliche Teil startet mit einem Inputreferat von Dr. med. Manuel Jungi. Es steht unter dem Thema «Spezialisierte, stationäre Palliative Care im Kanton Solothurn; heute und morgen!»

Die 4 Workshops widmen sich folgenden Themen:

– Spezialisierte Palliative Care – Wenn die Grundversorgung wegen

Komplexität und Instabilität des Patienten an ihre Grenzen stösst.

(Leitung: Dr. med. Manuel Jungi)

– Das neue Erwachsenenschutzgesetz und seine Bedeutung in Palliative Care.

(Leitung: Peter Meier)

– Der Betreuungsplan und seine konkrete Anwendung

(Leitung: Dr. med. Christoph Cina)

– Speis und Trank am Lebensende

(Leitung: Dr. med. Roland Kunz)

An der öffentlichen Veranstaltung am Abend gibt es Einführungsreferate von:

– Lea von Wartburg, Projektleiterin Palliative Care im Bundesamt für Gesundheit BAG;

– Dr. med. Roland Kunz, Präsident palliative ch bis 2012;

– Peter Gomm, Regierungsrat, Gesundheitsdirektor Kanton Solothurn.

Veranstaltungsort: Fachhochschule Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule, 4500 Solothurn

Infos / Anmeldung: http://www.palliativecare-so.ch/ (Rubrik „Aktuelles“)

P. S. Heilpflanzen-Anwendungen stossen in der Palliative Care zunehmend auf Interesse. Am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur findet daher jedes Jahr ein Weiterbildungstag zu diesem Thema statt.

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Phytotherapie: Knoblauch als Naturheilmittel

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 6 / 2012) geht in einem kleinen Abschnitt auf die Heilwirkungen des Knoblauchs ein:

„Nach Zentral- und Nordeuropa gelangte der Knoblauch vermutlich durch die Römer. Die Arzneipflanze wurde dann schon recht bald durch Anbau in Klöstern verbreitet. Der von vielen als unangenehm empfundene Geruch nach dem Genuss von Knoblauch kommt von seinen schwefelhaltigen Inhaltsstoffen. Knoblauch ist auch eine wichtige Selenquelle. Knoblauch wirkt antibakteriell und soll der Bildung von Thromben (Blutpfropfen) vorbeugen, womit die Fließeigenschaft des Blutes unterstützt bzw. gefördert wird. Weiters konnte gezeigt werden, dass die Inhaltsstoffe des Knoblauchs die Blutfettwerte senken und daher vorbeugend gegen Arterienverkalkungen wirken können. Weiters soll Knoblauch die  Cholesterinwerte insgesamt senken. Außerdem wurde und wird ihm in vielen Ländern eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt.“

Kommentar & Ergänzung:

Knoblauch ist wohl eine der ältesten Heilpflanzen. Früher würde der Knoblauch vor allem bei Infektionskrankheiten eingesetzt, inklusive Pest und Cholera, wobei ein Nutzen bei letzteren nicht belegt ist. Im Labor ist die antibakterielle Wirkung aber gut bestätigt, ebenso eine Wirkung gegen Hautpilze.

Heute wird Knoblauch als Heilpflanze eher im Bereich der Kreislauferkrankungen eingesetzt und vor allem auch im Sinne der Prävention empfohlen.

Für messbare Effekte zum Beispiel auf den Cholesterinspiegel und auf Bluthochdruck braucht es relativ hohe Dosen über längere Zeiträume – was wegen dem Knoblauchgeruch zu „sozialen Nebenwirkungen“ führen kann. Die Studienergebnisse sind zum Teil widersprüchlich, wobei es schon ein methodisches Problem bei der Durchführung von Doppelblind-Studien gibt: Wie bitte sehr verblindet man Placebo und Verum (also das Knoblauchpräparat)?

Auch bei einer Knoblauchkapsel wird der Patient und auch der Arzt bei einer höheren Dosierung riechen, ob der Betreffende zur Placebo- oder zur Verumgruppe gehört.

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Phytotherapie bei Halsschmerzen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 3 / 2012) berichtet über die Behandlung von Erkältungskrankheiten. Ein Abschnitt des Beitrages thematisiert Heilpflanzen-Anwendungen bei Halsschmerzen:

„Auch der Bereich der pflanzlichen Medizin bietet für die Behandlung unangenehmer Halsschmerzen vielversprechende Linderung – diverse Pflanzenextrakte stehen in Form von Tinkturen, Tees, Säften oder Dragees zur Verfügung. Je nach enthaltender Heilpflanze verfügen diese Extrakte über entzündungshemmende und adstringierende, d.h. eine zusammenziehende, Wirkung und tragen zur Bildung und Aufrechterhaltung einer intakten Schleimhaut in Mund und Rachenraum bei. Beispielsweise werden Extrakte aus Kamillenblüten mit sanfter und reizlindernder Wirkung, Lindenblüten, sowie Extrakte aus Blättern von Salbei oder Spitzwegerich eingesetzt. Beliebt ist auch die Heilpflanze Isländisch Moos, welche aufgrund ihrer reizlindernden Schleimstoffe rasche Linderung verspricht und vor weiteren Angriffen schützt…..Pflanzliche Arzneimittel gegen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit können auch begleitend zu den bei eitriger Mandelentzündung nötigen Antibiotika angewandt werden.“

Kommentar & Ergänzung:

Den besten Ruf als Halswehmittel hat wohl die Salbei (Salvia officinalis).

Salbeiblätter enthalten als Wirkstoffe ein ätherisches Öl und Gerbstoffe (genauer: Lamiaceen-Gerbstoffe, bzw. Rosmarinsäure).

Siehe:

Was ist Rosmarinsäure?

Antientzündlicher Effekt von Rosmarinsäure belegt

Bei Halsschmerzen empfiehlt es sich mit Salbeitee oder mit verdünntem Salbeiextrakt zu gurgeln – und zwar ausgiebig, mehrmals täglich während etwa zwei Minuten. Man kann Salbeiblätter aber auch direkt kauen und ein paar Minuten im Mund belassen.

Spitzwegerich hat sein Anwendungsgebiet wegen seinem Schleimgehalt eher bei trockenem Reizhusten und enthält zudem antibakterielle Wirkstoffe (Aucubin).

Auch Isländisch Moos wird eher bei Husten eingesetzt. Neben Schleimstoffen enthält die Flechte bittere Flechtensäuren mit antimikrobieller Wirkung.

Lindenblütentee gilt traditionell als schweisstreibendes Mittel bei Fieber, wobei diese Wirkung aber nicht geklärt ist.

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Symposium „Palliative Care in der Zentralschweiz“ – 7. März 2013 am Kantonsspital Luzern

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Veranstalter sind: Palliative Luzern, Palliative Zentralschweiz, Palliative Zug.

In Kurzvorträgen werden aktuelle Themen rund um die Palliative Care angesprochen.

Beispielsweise:

Palliative Care – mehr als ein Trend?

Palliative Care – Handwerk und Kunst.

Schmerztherapie – Fallen und Schwierigkeiten.

Ist Geriatrie gleich Palliative Care?

Praktische Umsetzung von Palliative Care.

Palliative Care – Angebot und Lücken.

Palliative Care aus politischer Sicht.

Nationales Angebot und Strategie Palliative Care.

Ausserdem wird die emeritierte Professorin für Philosophie Annemarie Piper zum Thema sprechen: „Der gute Tod – was ist das?“

Infos und Anmeldung:

http://www.palliative-zentralschweiz.ch/index.asp?navid=0

(zum Anmeldetalon via: Veranstaltungen, Fachtagungen)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Zwei Wissenschaftler stellen Nutzen und Sicherheit von Tierversuchen in Frage

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Tierversuche bringen zu wenig für die Entwicklung von Medikamenten für den Menschen.

Diese Ansicht vertreten die Genetikerin Kathy Archibald und der Pharmakologe Robert Coleman in einem gemeinsamen Beitrag für das Magazin „New Scientist“. Sie halten es für sinnvoller, medizinische Tests gleich am Menschen durchzuführen statt erst am Tier. Gegenwärtig würden in über 90 Prozent der Fälle Medikamente, die bei Tieren erfolgreich getestet wurden, nicht für die Anwendung bei Menschen zugelassen. Häufig seien die Nebenwirkungen bei Mensch und Tier sehr unterschiedlich – zahlreiche Versuchspersonen, beispielsweise in Indien – seien großen Risiken ausgesetzt. Die Wissenschafter verlangen, Forschung und Politik sollten aufhören, weiterhin Tierversuche als nötig und selbstverständlich zu betrachten. Es sei problemlos möglich, sich bei der Forschung nur auf den menschlichen Organismus zu konzentrieren. Experimentieren könnte man beispielsweise auch mit künstlich gezüchteten menschlichen Organen.

Wissenschaftlern der Universität Harvard gelang es vor Kurzem, die menschliche Lunge auf einem Chip nachzubauen. Dort können biologische Reaktionen simuliert werden – und das soll sich bereits als effektiver erwiesen haben als Tierversuche.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=170010

http://www.newscientist.com/article/mg21628950.200-how-human-biology-can-prevent-drug-deaths.html?cmpid=RSS|NSNS|2012-GLOBAL

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, ob sich alle Tierversuche durch Alternativen ersetzen lassen. Menschenversuche als Ersatz wären ja auch nicht gerade wünschenswert.

Archibald & Coleman stellen aber den Nutzen und die Sicherheit der Tierversuche gerade auch für den Menschen in Frage. Zusammen mit den Einwänden der Tierethik gibt das genügend Gründe, um Druck aufrechtzuerhalten, damit ernsthaft nach Alternativen zu Tierversuchen geforscht  wird.

Zu fragwürdigen Medikamentenstudien in Indien siehe auch:

Indien: Menschliche Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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