Beiträge

Tiger sterben immer noch für traditionelle Medizin

Diesen Artikel teilen:

Tiger sind vom Aussterben bedroht.

Nur noch etwa 3000 Tiger leben in freier Wildbahn. Und obwohl der Handel mit Tigerprodukten untersagt ist, blüht das Geschäft mit den majestätischen Tieren. Die Organisation „Traffic“ berichtet, dass Wilderer jedes Jahr 110 Tiger töten. „Traffic“ kämpft gegen Tier- und Menschenschmuggel. Seit dem Jahr 2000 seien in Asien über 1400 Produkte beschlagnahmt worden, die aus getöteten Tigern hergestellt wurden: Knochen, Zähne, Felle, Krallen. In Asien gilt Paste aus Tigerknochen als Heilmittel der traditionellen Medizin.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=198357

Den Bericht von „Traffic“ finden Sie hier:

http://www.traffic.org/species-reports/traffic_species_mammals73.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Es gibt keinerlei ernstzunehmende Hinweise dafür, dass „Tiger-Heilmittel“ über den Placebo-Effekt hinaus eine spezifische Wirkung haben.

Wir haben es hier mit einem eindrücklichen Beispiel dafür zu tun, dass Irrtümer sich in der traditionellen Medizin über Jahrhunderte oder  gar Jahrtausende halten können – auch in der traditionellen europäischen Medizin selbstverständlich.

Die Beschäftigung mit traditionellen Heilmethoden kann sehr faszinierend und lehrreich sein. Nötig ist dabei allerdings eine sorgfältige und kritische Auseinandersetzung, die zu unterscheiden versucht, welche Teile der Tradition wertvoll sind und welche irrtümlich und überholt.

Siehe dazu auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Wildbienen unerwartet wichtig für die Bestäubung

Diesen Artikel teilen:

Die Honigbienen sind durch verschiedene Einflüsse gefährdet, vor allem durch Pestizide und Parasiten wie die Varroa-Milbe. Der Honigbienen-Bestand schrumpft daher. Ein internationales Wissenschaftlerteam konnte nun zeigen, dass die Honigbienen nicht alle Arbeit allein machen müssen. Es gibt nämlich noch andere wichtige Bestäuber in der Natur. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“ schreiben, scheinen wild lebende Bienen und andere Insekten bei der Bestäubung von Pflanzen eine weitaus größere Bedeutung zu haben als bisher vermutet wurde. Den Forschern zufolge sichern viele verschiedene Bestäuberarten eine höhere Ernte. Außerdem arbeiteten die Wildbienen erfolgreicher, da sie für die Bestäubung effizienter seien.

Ihr Lebensraum sei allerdings nicht mehr genügend vorhanden – er sollte darum besser geschützt werden. Wildbienen nisten vor allem in Totholz in Hecken, Waldrändern oder auch im Boden.

Die Forscher hatten weltweit etwa 600 Anbauflächen entweder selbst untersucht oder bereits vorliegende Studien darüber ausgewertet.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=196217

http://www.sciencemag.org/content/early/2013/02/27/science.1230200

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Honigbienen bedroht sind, hat der Film „More than Honey“ von Markus Imhoof eindrücklich gezeigt.

Dass es neben den Honigbienen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber auch noch rund 730 Wildbienenarten gibt, es den meisten Menschen in Mitteleuropa gar nicht bekannt. Sie sterben natürlich ebenfalls oft beim Einsatz von Pestiziden und werden von Parasiten befallen, beispielsweise von den Goldwespen, die zu den „beauties“ in der Insektenwelt gehören (Foto auf Wikipedia).

Die meisten Wildbienen bilden allerdings keine Staaten, sondern leben einzeln. Das dürfte den Parasiten ihre Verbreitung erschweren.

Da Wildbienen so wenig bekannt sind,  braucht es immer wieder mal ein bisschen „Wildbienen–Lobbying“.

Im Frühling kann man Wildbienen übrigens oft ganz einfach auf Löwenzahn entdecken.

Siehe:

Naturkunde: Löwenzahn und Wildbienen

Ausserdem zum Thema Wildbienen:

Klimaerwärmung bedroht Wildbienen im Hochgebirge

Buchtipp: Nisthilfen für Wildbienen / Das Insektenhotel

Buchtipp: Bienen – Wespen – Ameisen, Kosmos Naturführer Hautflügler Mitteleuropas von Heiko Bellmann

Lust auf Naturerlebnisse? Daten und Orte für Kräuterwanderungen unter „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Heilpflanzen und Alpenblumen auf Sunnbüel ob Kandersteg – Kräuterexkursion am 13. Juli 2013

Diesen Artikel teilen:

Das Hochtal auf Sunnbüel ist landschaftlich sehr eindrücklich. Geografisch ist es der Zugang zum Gemmipass, der ins Wallis führt.

Am 13. Juli 2013 können Sie auf einer Kräuterexkursion auf Sunnbüel ob Kandersteg Heilpflanzen und Alpenblumen kennenlernen.

Wir machen eine botanische Rundwanderung durch die imposante Berglandschaft –  und dies ohne grössere Auf- oder Abstiege. Wir besuchen den Arvenwald im hinteren Teil des Hochtals und treffen unterwegs viele Kräuter und Alpenblumen. Dann bringt uns die Luftseilbahn wieder ins Tal zurück und wir erkunden die tiefer liegende Pflanzenwelt im Talboden auf dem Weg zurück zum Bahnhof Kandersteg (Berner Oberland). Weil wir uns auf verschiedenen Höhenstufen bewegen, können wir auf dieser Kräuterwanderung auch eine grosse Vielfalt an Pflanzenarten kennenlernen.

Die Details zu diesem Kurs finden Sie via Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Psychopharmaka-Rückstände beeinflussen Fische

Diesen Artikel teilen:

Psychopharmaka im Abwasser beeinflussen das Verhalten von Fischen. Rückstände des Medikaments Diazepam (Valium®) etwa machen Flussbarsche mutiger, sodass sie sich eher aus ihren Verstecken wagen und sich von ihren Artgenossen entfernen, schreiben schwedische Wissenschaftler im US-Fachblatt «Science». Solche Verhaltensänderungen könnten weitreichende ökologische Konsequenzen haben und das empfindliche Gleichgewicht im Ökosystem stören. Die Wissenschaftler um Tomas Brodin von der Umea-Universität in Schweden hatten Flussbarsche (Perca fluviatilis) in Laborexperimenten unterschiedlichen Dosen von Diazepam ausgesetzt. Mit den Ausscheidungen von Patienten gelangen Rückstände des Medikaments ins Abwasser. Weil es in Kläranlagen nicht aus dem Wasser eliminiert wird, gelangt es schlussendlich in Flüsse und andere Gewässer. Dort reichert es sich auch im Muskelgewebe der Fische an. Die Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass die Fische bereits bei einer geringen Versuchsdosis nach einer Woche eine Medikamenten-Konzentration im Gewebe erreichten, die auch bei Fischen im Freiland festgestellt wurde. Als Folge davon wurden die Fische aktiver, mutiger und gleichzeitiger weniger sozial als die Fische einer Kontrollgruppe. Sie verließen ihre Verstecke und getrauten sich allein in neue, potenziell gefährliche Regionen. Das sei für Flussbarsche ungewöhnlich, schreiben die Forscher. Üblicherweise seien die Flussbarsche eher scheu. Sie bevorzugten sichere Verstecke und gingen in der Gruppe auf Beutefang. Zudem frassen die Fische unter Medikamenteneinwirkung schneller.

Die Verhaltensänderungen könnten nach Ansicht der Wissenschaftler ernste ökologische Folgen haben. Erstens sei vorstellbar, dass die Flussbarsche selbst öfter gefressen werden, wenn sie ihre Verstecke verlassen. Zweitens könnten die Barsche möglicherweise winzige Tierchen in den Flüssen schneller wegfressen. Dieses Zooplankton hält das Algenwachstum in Schach. Seine Dezimierung könnte eine Algenblüte zur Folge haben.

Die Lösung bestehtehe nicht darin, kranken Menschen keine Medikamente mehr zu verabreichen, sondern zu versuchen, Abwasserbehandlungsverfahren zu entwickeln, die umweltschädliche Medikamente eliminieren, erklärte Jerker Fick, einer der beteiligten Wissenschaftler.

Nach Informationen des Umweltbundesamts (UBA) in Dessau gelangen in Deutschland täglich mehrere Tonnen Arzneimittelwirkstoffe in Gewässer und Böden. Wie sich der Arzneimittel-Cocktail auf das Verhalten von Tieren auswirke, sei wegen der Komplexität der notwendigen Studien gegenwärtig noch nicht gut erforscht. Speziell problematisch seien beispielsweise Hormone wegen ihrer starken Wirksamkeit und Schmerzmittel, die in großen Mengen eingenommen würden.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=45278&Nachricht_Title=Nachrichten_R%FCckst%E4nde%3A+Psychopharmaka+beeinflussen+Fische&type=0

http://www.sciencemag.org/content/339/6121/814

Kommentar & Ergänzung:

Die Meldungen über Arzneimittelrückstände in den Gewässern und ihre Wirkungen auf die Tierwelt sind besorgniserregend.

Ich teile die Ansicht, dass daraus nicht die Konsequenz gezogen werden soll,  Patientinnen und Patienten notwendige Medikamente vorzuenthalten.

Die Meinung, dass die einzige Lösung in der Entwicklung neuer Abwasserbehandlungsmethoden liegt. Teile ich allerdings nicht.

Benzodiazepine wie Valium werden schlicht und einfach auch viel zu häufig unnötigerweise verschrieben und konsumiert. Das müsste aufhören – aus ökologischen Gründen und wegen dem Risiko von Medikamentenabhängigkeit.

Oder anders gesagt: Es gibt Situationen, in denen Medikamente wie Valium nötig sind und sinnvoll eingesetzt werden, und Situationen, in denen sie unnötig und unsinnig sind.

Phytopharmaka (Pflanzliche Arzneimittel) können Benzodiazepine nicht in jedem Fall ersetzten. In manchen Fällen aber schon. Diese Option sollte vermehrt geprüft werden, weil Phytopharmaka nicht abhängig machen und ökologisch unbedenklich sind. Zudem konnte bei einigen dieser Präparate die Wirksamkeit auch in klinischen Studien belegt werden. Das gilt zu Beispiel für Kombinationspräparate mit Extrakten aus Baldrian und Hopfen gegen Schlafstörungen, auf Johanniskraut-Extrakte bei leichten bis mittleren Depressionen und auf Lavendelöl-Kapseln (Lasea) zur Linderung von leichteren Angststörungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Hummeln sind Transportkünstlerinnen

Diesen Artikel teilen:

Hummeln besitzen ein Flügelgelenk, das ihre Tragfähigkeit enorm vergrössert. Dadurch kann eine Hummel das Zweifache ihres Körpergewichts nicht nur stemmen, sondern damit auch nach Hause in den Stock fliegen.

Und dies obwohl ihre Flügel bezogen auf das Körpervolumen verhältnismässig klein sind.

Der US-amerikanische Forscher Andrew Mountcastle hat nun die Flügel der Hummeln im Detail untersucht und ist dabei auf eine anatomische Besonderheit gestoßen, die die ausserordentliche Transportleistung dieser Insekten erklären könnte. Bei seinen Untersuchungen unter dem Mikroskop entdeckte er eine bislang unbekannte Art von Gelenk, das bei allen Hummeln vorkommt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/entomologie-hummeln-sind-fliegende-packesel.35.de.html?dram:article_id=231683

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind sehr faszinierende Tiere. Jetzt kommt dann die Jahreszeit, in der man Hummelköniginnen auf ihrem Erkundungsflug beobachten kann.

Siehe dazu:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Und weitere Infos über Hummeln:

Pestizide schaden Hummeln

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

In obenstehendem Beitrag finden Sie auch eine Auflösung des sogenannten „Hummel-Paradoxons“, wonach Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamik gar nicht fliegen könnten, aber glücklicherweise davon nichts wissen……

Übrigens:

Auf meinen Kräuterexkursionen achten wir auch auf die übrige Natur, beispielsweise eben auf herumfliegende Hummelköniginnen. Wer sich in der Natur bewegt und nur beachtenswert findet, was uns etwas nützt – also was essbar ist oder Heilkräfte hat – der verpasst viele kleine Wunder am Wegrand,  die vielleicht einfach „nur“ schön und faszinierend sind.

Wer Lust auf Naturentdeckungen hat, findet dazu Daten und Orte unter „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Übersinnliche Fähigkeiten im Test

Diesen Artikel teilen:

Die Skeptiker-Vereinigung  überprüft jedes Jahr Kandidaten, die sich selbst übersinnliche Fähigkeiten zuschreiben. Begabte Hellseher, Astrologen, Wünschelrutengänger können eine Million Euro gewinnen.

Hellseher sind davon überzeugt, in die Zukunft sehen zu können, Astrologen wollen das Schicksal der Menschen aus den Sternen erkennen können.

Und manche suchen mit Pendeln oder Wünschelruten nach Wasseradern oder Erdstrahlen.

Andererseits gibt es aber auch Zweifel daran, dass es solche Fähigkeiten überhaupt gibt. In vielen europäischen Ländern haben sich Skeptiker in Verbänden organisiert, um sich für kritisches Denken und eine wissenschaftliche Herangehensweise an solche Phänomene einzusetzen. Skeptiker in Deutschland haben sich in der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)“ zusammengeschlossen.

Die GWUP testet jedes Jahr Kandidaten darauf, ob ihre paranormale Fähigkeiten einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

Seit 2005 haben viele Wünschelrutengänger, Pendler und Hellseher sich für diese Tests gemeldet und versucht, ihr Können unter Beweis zu stellen und die von der GWUP ausgesetzten 10 000 Euro abzuholen – ohne den geringsten Erfolg.

Dank eines anonymen Spenders setzt die belgische Skeptiker-Vereinigung SKEPP nun sogar ein Preisgeld von 1 Million Euro für einen bestandenen Test aus – allerdings nur bis zum 30. September 2013.

Yvonne Koch hat für dRadio Wissen einen Mann begleitet, der in einem solchen Test seine übersinnlichen Fähigkeiten nachweisen wollte und überzeugt davon war, dank einer schamanistischen Ausbildung in der Lage zu sein, ein mit Insektenspray vergiftetes Apfelstück unter unvergifteten Apfelstücken mit seinen Händen heraus spüren zu können.

In der sorgfältig aufgebauten Überprüfung versagte der Mann allerdings vollständig.

Quelle:

Die Radiosendung lässt sich hier nachhören:

http://wissen.dradio.de/uebersinnlich-voll-normal.35.de.html?dram:article_id=239720

Kommentar & Ergänzung:

Am eindrücklichsten bei diesen Tests ist für mich das Ausmass an Selbsttäuschung, dem die Kandidatinnen und Kandidaten unterliegen. Praktisch immer handelt es sich um Menschen, die zutiefst von ihren heilerischen und/oder hellseherischen Fähigkeiten überzeugt sind.  Ihre Erfahrungen scheinen ihnen diese Fähigkeiten zu bestätigen, aber es sind sehr selektiv aufgenommene und interpretierte Erfahrungen. Erfahrung täuscht uns auch oft. Darum kommt es darauf an, wie sorgfältig wir mit unseren Erfahrungen umgehen. Dazu im Folgenden zwei Texte zum Umgang mit Erfahrung in der Naturheilkunde, wobei das aber für alle anderen Themenbereiche genauso gilt:

Naturheilkunde: Erfahrung genügt nicht als Begründung

Naturheilkunde braucht sorgfältigeren Umgang mit Erfahrung

Jedenfalls scheitern diese Überzeugungen regelmässig, wenn sie in kontrollierten Tests überprüft werden, mit denen die Kandidatinnen und Kandidaten sich vorher einverstanden erklärt haben.

Mit eingebildeten übersinnlichen Fähigkeiten geht oft ein Risiko für Machtmissbrauch einher. Wer angeblich mehr weiss als alle anderen, kann dieses „Wissen“ leicht zu Manipulationszwecken verwenden.  Vor allem wenn es um angeblich übersinnliche heilerische Fähigkeiten geht, sind verzweifelte Patientinnen und  Patienten oft eine leichte Beute. Allerdings bin ich überzeugt davon, dass die überwiegende Mehrheit dieser angeblichen Heilerinnen und Heiler nicht bewusst betrügt, sondern höchst überzeugt vom Wert ihrer Arbeit ist. Die Vorstellung, mit besonderen, aussergewöhnlichen Heilkräften ausgestattet zu sein, gibt allerdings einen grossen Sinngewinn, einen nicht geringen Schub für’s Selbstwertgefühl und manchmal gar ein veritables Auserwähltheitsfeeling. Dieser Bonus macht es schwierig, die Selbsttäuschung zu durchschauen.

Meinem Eindruck nach trieft diese Szene vor Selbstüberschätzung und die Tests der GWUP bestätigen diese Ansicht durchgängig.

Es scheint mir sehr ratsam, dass Patientinnen und Patienten sich von grossartigen übersinnlich-medialen Heilungsversprechungen nicht beeindrucken lassen, sondern die Selbstüberschätzung und Selbstinszenierung erkennen, die sehr oft in solchen Auftritten steckt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Renaturierung der Moore dient auch dem Klimaschutz

Diesen Artikel teilen:

Die Renaturierung von Mooren ist nicht nur wichtig zum Schutz der Pflanzen und Tiere, die diese Lebensräume besiedeln.

Mit ihr kann auch kostengünstig CO2 einsparen werden. Zu diesem Resultat kam eine Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)  gefördert wurde.

Die Renaturierung von Mooren ist hauptsächlich eine Naturschutzmaßnahme und zielt nicht direkt darauf ab, die Klimaerwärmung zu vermindern. Trotzdem wirke die Renaturierung von Mooren auch im Bereich des Klimaschutzes und das erstaunlicherweise sogar kostengünstiger als Maßnahmen, die explizit das Klima verbessern sollen, wie beispielsweise Biodiesel- oder Biogaserzeugung, erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Die Forscher hatten untersucht, inwieweit Geld, das eigentlich für Naturschutzprojekte eingesetzt wird, gleichzeitig auch dem Klimaschutz zugute kommt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=200233

Kommentar & Ergänzung:

Moore sind durch Entwässerung, Intensivlandwirtschaft und  Torfabbau bedroht. So wurde der allergrösste Teil der Moore in der Vergangenheit zerstört.

Glücklicherweise hat die Schweizer Stimmbevölkerung am 6. Dezember 1987 Ja gesagt zum Moorschutzartikel (Rothenturm-Initiative). Die Schweizer Moore und Moorlandschaften werden seither von der Verfassung und vom Gesetz geschützt. Drainagen, fehlende Pufferzonen zur umgebenden Landwirtschaft und illegale Bauten wie Wege und Häuser sind allerdings nach wie vor Alltag in den geschützten Moorlandschaften. Das bedroht diese einzigartigen Lebensgemeinschaften, die aus Pflanzen und Tieren bestehen, die genau an dieses Biotop angepasst ist. Zu diesen Moorspezialisten gehört im übrigen auch der Sonnentau (Drosera rotundifolia), der in der Phytotherapie als krampflösendes Hustenmittel eingesetzt wird, zum Beispiel als Sonnentautinktur oder als Bestandteil von Hustensirup. Sonnentau darf aus Naturschutz-Gründen aber nicht selber gesammelt werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Prostatakrebs: PSA-Test zur Früherkennung oft problematisch

Diesen Artikel teilen:

Die PSA-Früherkennung findet häufig Krebsgewebe, das nie Beschwerden ausgelöst hätte

Die Zahl der Männer, bei denen Prostatakrebs gefunden wird, hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Hauptursache dafür sei die Früherkennung durch den sogenannten PSA-Test, erklärt Dr. Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Die Früherkennung soll das Risiko reduzieren, an Prostatakrebs zu sterben. Dazu kann der PSA-Test beitragen, bei dem im Blut die Menge des prostataspezifischen Eiweiß gemessen wird. Ein Nachteil des PSA-Tests ist jedoch, dass er auch Krebsgewebe entdeckt, das nie Beschwerden ausgelöst hätte. Wird dank PSA-Test etwas gefunden, macht das nicht nur Angst, sondern zieht häufig auch belastende Behandlungen nach sich. Solche sogenannten Überdiagnosen werden so häufig gestellt, dass Prostatakrebs heute die verbreitetste Krebsart bei Männern ist.

Wer sich überlegt einen PSA-Test zu machen, sollte deshalb nicht nur die Vorteile kennen. Die Nachteile können ebenso gewichtig sein. Zum Nutzen und Schaden des Tests hat das IQWiG auf Gesundheitsinformation.de umfangreiche Informationen publiziert.

Der PSA-Test führt zu mehr Krebsdiagnosen

Ziel jeder Früherkennungs-Untersuchung ist, Krebs zu entdecken, bevor er Beschwerden auslöst. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass Früherkennung zunächst zu mehr Krebsdiagnosen führt. Krebs kann sich jedoch sehr unterschiedlich verhalten und entwickeln.

Das gilt auch für Prostatakrebs. Es gibt aggressive Formen des Prostatakrebses, die schnell wachsen und das Leben verkürzen können. Doch Studien zeigen, dass zahlreiche ältere Männer einen kleinen Tumor in der Prostata haben, der entweder gar nicht wächst oder nur so langsam, dass er nie Beschwerden auslösen würde.

Zeigt  der PSA-Test einen auffälligen Befund, werden bei einer Biopsie Gewebeproben entnommen. Durch diese Früherkennungsuntersuchung bekommen heute jährlich mehrere 10.000 Männer die Diagnose „Prostatakrebs“, ohne zunächst zu wissen, was das für sie heisst. Im besten Fall wird ein Tumor gefunden, der sich durch die frühe Entdeckung besser behandeln lässt oder sogar geheilt werden kann. Andere Männer profitieren nicht in dieser Art und haben nur Nachteile: Bei ihnen wird ein Prostatakrebs entdeckt, der langsam oder gar nicht wächst. Diese Männer hätten sich ohne die PSA-Früherkennung zeitlebens nicht mit dem Thema Prostatakrebs befassen müssen.

Wie viele Männer einen Nutzen und wie viele einen Schaden haben, lasse sich heute abschätzen, schreibt das IQWiG: Studienresultate zeigen, dass der PSA-Test innerhalb von elf Jahren 1 von 1000 älteren Männern davor bewahren kann, an Prostatakrebs zu sterben. Dem steht als bedeutendster Schaden gegenüber, dass 36 von 1000 Männern eine Krebsdiagnose bekommen, ohne von der frühen Entdeckung zu profitieren.

Die Krebsdiagnose und mögliche Therapien sind belastend

Medizinerinnen und Mediziner versuchen den Schaden in Grenzen zu halten, indem sie bei der Diagnose die Aggressivität eines Prostatakrebs abschätzen. Männern mit einem wahrscheinlich nicht aggressiven Prostatatumor bieten sie dann an, vorerst einmal abzuwarten und den Tumor nicht direkt zu therapieren.

Es gibt tatsächlich gute Gründe, sich bei einem nicht aggressiven Prostatakrebs vorerst gegen eine Operation oder Bestrahlung zu entscheiden. Eine Bestrahlung oder operative Entfernung der Prostata ist eine Belastung für den Organismus und häufig kommt es zu Nebenwirkungen wie Impotenz und ungewolltem Harnverlust (Inkontinenz). Die Entscheidung für einen PSA-Test könne also einiges nach sich ziehen, sagt Koch. Es sei daher gut, Für und Wider in Ruhe abzuwägen und nichts zu überstürzen.
Quelle:

https://www.iqwig.de/index.1533.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Diskussion um Sinn und Unsinn des PSA-Tests ist sehr nötig. Es ist ein Verdienst des IQWiG, solche heissen Eisen aufzugreifen.

Die IQWiG-Website Gesundheitsinformation.de informiert allgemeinverständlich und aktuell über wichtige gesundheitliche Fragen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Wirkstoffkunde: Theaflavine aus Schwarztee

Diesen Artikel teilen:

Theaflavine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Polyphenolen gehören. Sie entstehen hauptsächlich bei der Fermentation von Grüntee zu Schwarztee aus den im Teeblatt enthaltenen Catechinen sowie bei der Verstoffwechselung von Catechinen in der Leber.

Aufgrund des vermuteten günstigen Einflusses von Theaflavinen auf die menschliche Gesundheit rückt diese Stoffgruppe zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Viele Polyphenole zeigen im Labor anitvirale Effekte

Manche Polyphenole können die Vermehrung von HIV-1 hemmen. In Experimenten mit Zellkulturen zeigten Theaflavine dahingehend ein höheres Potenzial als die ebenfalls für diesen Effekt bekannten Catechine, eine Stoffklasse, die für Grüntee charakteristisch ist (im Grüntee vor allem Epigallocatechingallat, EGCG). Theaflavine wie auch Catechine verhindern die Vermehrung des Virus, indem sie an dessen Oberflächenmolekül gp41 binden, welches das Virus braucht, um über den CD4-Rezeptor in seine Wirtszelle einzudringen.

Den Resultaten klinischer Studien zufolge können Theaflavine ausserdem sowohl den Cholesterinspiegel als auch die Menge des Low Density Lipoprotein im menschlichen Körper reduzieren.

Theaflavine scheinen zudem eine starke antibakterielle Wirkung zu besitzen. In Laboruntersuchungen an den Bakterien Stenotrophomonas maltophilia und Acinetobacter baumannii, welche inzwischen gegen viele Antibiotika Resistenzen entwickelt haben, zeigten sie sich sehr effektiv.

Quelle: Wikipedia

Kommentar & Ergänzung:

Theaflavine sind orangerot gefärbt und tragen zur Farbe des Schwarztees bei.

Zitronensaft hellt Schwarzen Tee auf, weil Theaflavine sich wie ein chemischer Indikator verhalten: Bei einem anderen pH-Wert der Umgebung absorbieren sie Licht anders und verleihen dadurch der Teefüssigkeit eine andere Farbe.

Theaflavine kommen nur in Schwarzem Tee vor und nicht in Grüntee Ihr Gehalt liegt meist bei 1-2 %.

Während Grüntee seit Jahren intensiv erforscht wird und ein hochgradig gesundes Image hat, wurde der Schwarztee meinem Eindruck nach vielleicht zu Unrecht viel weniger beachtet.

Siehe auch:

Grüntee oder Schwarztee?

Grüntee und Schwarztee – Schutz vor Schlaganfall?

Schwarztee senkt Blutdruck

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kritik an neuer Einteilung von psychischen Störungen (DSM-5) reisst nicht ab

Diesen Artikel teilen:

Nach 14jähriger Vorbereitung soll im Mai die fünfte Neufassung der Diagnostik-Richtschnur DSM veröffentlicht werden, das DSM-5. Die Abkürzung DSM bedeutet „Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen“. Darin wird definiert, was als psychische Störung gilt und was nicht.

In der Zeitschrift „Psychologie heute“ übt der US-amerikanische Psychiater Allen Frances Kritik an der Neufassung. Er warnt vor dem Trend, dass immer mehr schwierige Verhaltensweisen und Empfindungen als psychische Krankheiten eingestuft werden. Als Beispiel nennt er die neue „Disruptive Mood Dysregulation Disorder“, vorgesehen für Kinder, die zu Wutausbrüchen neigen. Auch die Aufnahme von Fressanfällen – auch „Binge Eating“ genannt – in den Katalog der psychischen Störungen hält Allen Francis für fragwürdig. Nicht jedes problematische Verhalten sei automatisch eine Störung, betont Allen Frances.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=200135

Kommentar & Ergänzung:

Diese Erweiterung des Kataloges psychischer Störungen ist tatsächlich fragwürdig, weil sie einer zunehmenden Pathologisierung von Lebenssituationen und nachfolgend einer Medikalisierung aller Lebensphasen Vorschub leistet.

Ich habe in diesem Blog schon einmal auf die Problematik der zunehmenden Pathologisierung der Trauer im neuen DSM-5 hingewiesen.

Siehe dazu:

Medikalisierung der Trauer

Kaum ein Thema ist bisher allerdings der Beitrag, den Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin zur Medikalisierung aller Lebenslagen leisten.

Einsamkeit, Nervosität beim Schulanfang, Liebeskummer, Entscheidungsschwierigkeiten, Schüchternheit……Es gibt keine Lebenssituation mehr, bei der nicht eine ganze Palette von Globuli, Schüssler Salzen, Bachblüten, Pflanzentinkturen, Kinesiologie-Übungen, Bioresonanz-Applikationen, Aura-Reinigungsmittel, Edelstein-Anwendungen und vieles andere mehr angepriesen werden.

Und ich kenne nicht wenige Menschen, die immer mehrere dieser Mittel konsumieren, weil schliesslich immer „etwas“ ist.

Das halte ich für eine völlig gestörte Entwicklung.

So wird nämlich eine Überzeugung gefördert – oft schon von Kindheit an – dass wir ohne all diese Präparate unseren Alltag gar nicht bewältigen können.

So wird das Vertrauen in den eigenen Organismus unterminiert und eine psychische Abhängigkeit gezüchtet, welche vor allem die Kassen der komplementärmedizinischen Pharmaindustrie füllt.

Was dagegen wichtig wäre ist eine sorgfältige Abwägung, ob ein Präparat wirklich nötig ist oder nicht. Bei leichteren Befindlichkeitsstörungen sind oft nichtmedikamentöse Massnahmen sehr viel sinnvoller (Spazierengehen, Massage…).

Es geht mir also auch nicht darum, nie ein Präparat zu nehmen. Das wäre einfach das gegenteilige Extrem.

Skeptisch macht mich nur dieses Überhandnehmen therapeutisch gemeinter Eingriff in Situationen, die eigentlich normale Geschehnisse des Lebens sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: