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Studie testet Salbei-Extrakt zum Abstillen

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Salbei-Zubereitungen bewähren sich hauptsächlich bei Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischentzündungen und Rachenentzündungen (Halsschmerzen). Zu diesem Zweck wird mit Salbei (Salvia officinalis) gegurgelt oder gespült.

Traditionell werden Salbei-Zubereitungen auch gegen vermehrtes Schwitzen eingesetzt, zum Beispiel in den Wechseljahren. Salbei hat zudem schon seit längerem einen Ruf als Abstillmittel. Fassbare Studien zu diesem Anwendungsbereich tauchen aber in der Phytotherapie-Fachliteratur kaum auf.

Nun hat eine aktuelle Untersuchung versucht, die Wirksamkeit einer Salbei-Zubereitung als Abstillmittel zu überprüfen.

Wenn junge Mütter in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung abstillen müssen, ist Cabergolin derzeit ein oft verordnetes Medikament. Dabei handelt es sich um ein vom Mutterkorn abgeleitetes Alkaloid, das bei längerer Einnahme schwere unerwünschte Nebenwirkungen auslösen kann. Auch bei kurzer Anwendung, wie sie beim Abstillen üblich ist, kommt es bei etwa jeder zehnten Patientin zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder sogar Nervenstörungen. Aus diesem Grund suchen Geburtsmediziner laufend nach Alternativen, die das Einschießen der Milch effektiv zu hemmen vermögen. Salbei-Zubereitungen könnten da eine Option sein.

Um die Wirksamkeit des pflanzlichen Präparates zu prüfen, führte ein Team von den Hochtaunus-Kliniken, Bad Homburg, eine prospektive, kontrollierte Studie mit 32 Wöchnerinnen durch – 18 Patientinnen bekamen Cabergolin, 14 die Salbei-Zubereitung (Gynecol Obstet (2012) 286 (Suppl 1): S 49 – S 279).

Die Auswertung der Resultate zeigte, dass nach der Einnahme von Cabergolin bei allen Frauen der Milcheinschuss ausgeblieben ist, acht von ihnen jedoch über Nebenwirkungen wie Schwindel und Kopfschmerzen klagten. Trotz der pflanzlichen Arznei kam es in der Salbei-Gruppe bei 12 Probandinnen zum Milcheinschuss, wobei vier von diesen Frauen unter damit verbundenen Beschwerden litten.

Drei Wochen später zeigte sich allerdings ein etwas anderes Bild. Aus der Cabergolin-Gruppe bekamen sechs Frauen zu Hause nachträglich doch noch einen Milcheinschuss, der bei vier Frauen mit Beschwerden verbunden war. Auch in der Salbei-Gruppe zeigte sich bei acht Frauen noch gelegentlich ein Milchfluss, wovon aber nur eine deshalb über Beschwerden klagte.

Die Beurteilung durch die Patientinnen fiel eindeutig zugunsten der Salbei-Gruppe aus. Nur eine Patientin war mit der pflanzlichen Arznei eingeschränkt oder nicht zufrieden, in der Cabergolin-Gruppe waren es dagegen acht Patientinnen. Die Differenz war statistisch signifikant.

Quelle:

http://www.phytotherapie-komitee.de/#Publish::Page/show/page_id=213

Kommentar & Ergänzung:

Welches Fazit ist aus dieser kleinen Studie zu ziehen?

Salbei ist kurzfristig gesehen Cabergolin deutlich unterlegen, wird aber von den Patientinnen längerfristig mehrheitlich vorgezogen, was mit den fehlenden Nebenwirkungen zusammenhängen dürfte.

Die Pressemitteilung lässt verschiedene Fragen offen.

So wäre es zum Beispiel interessant zu wissen, über welchen Zeitraum Salbei und Cabergolin verarbreicht wurden.

Wussten die Patientinnen, ob sie Cabergolin oder Salbeiextrakt bekommen haben? Wurden die Patientinnen per Zufall in die Cabergolin- oder Salbei-Gruppe eingeteilt (= Randomisierung)? Wenn nein, nach welchen Kriterien?

Zudem weiss man bei dieser Art von Vergleichsstudie nie, wie der normale Verlauf ohne Medikation gewesen wäre. Um einen allfälligen Unterschied zum normalen Verlauf festzustellen, wäre eine Placebogruppe nötig.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch

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Sind Kreuzkümmel und Kümmel verwandt?

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Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Echter Kümmel (Carum carvi) sind insofern verwandt, als sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, zu den Doldenblütlern (Apiaceen).

Allerdings umfasst diese Pflanzenfamilie rund 3780 Pflanzenarten, so dass die Verwandtschaft nicht so eng sein wird.

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum, Bild auf Wikipedia) wird seit langem als Gewürz verwendet. Wobei die getrockneten Früchte der Pflanze verwendet werden. Die Bezeichnung „Kreuzkümmel“ kommt vom kreuzförmigen Blattstand der Pflanze und dem kümmelähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte. Der Geschmack von Kümmel und Kreuzkümmel ist allerdings sehr unterschiedlich, obwohl beide zur Familie der Doldenblütler gehören.

Kreuzkümmel war im Alten Ägypten und im Römischen Reich  als Gewürz- und Heilpflanze beliebt. In Europa wurde er hauptsächlich zu Heilzwecken bis ins Mittelalter kultiviert. Heute wird er vor allem angebaut  in Indien, Iran, Indonesien, China und im südlichen Mittelmeerraum.

Kreuzkümmel besitzt einen intensiven, charakteristischen Geschmack, der von dem im ätherischen Öl enthaltenen Cuminal (p-Isopropylbenzaldehyd) stammt und sich durch die Hitze beim Braten oder Kochen deutlich verändert.

Eine wichtige Rolle spielt Kreuzkümmel in den Küchen Nordafrikas, der Türkei, Griechenlands und des Nahen Ostens, Irans, Indiens, Brasiliens und Mexikos. In Bulgarien und der Türkei wird er als Gewürz für Grillfleischspezialitäten, oder Dauerwürsten wie bspw. Sucuk oder Pastırma verwendet.

In den Niederlanden und in Flandern wird  Kreuzkümmelkäse als bekannte Spezialität geschätzt.

Ein charakteristisches Gericht mit intensivem Kreuzkümmelaroma ist Falafel. Das indische Garam masala enthält immer Kreuzkümmel, oft auch das daraus abgeleitete Currypulver. Auch handelsübliche Gewürzmischungen für Chili con Carne enthalten Kreuzkümmel in bedeutenden Mengen. Der Kreuzkümmel wird besonders häufig mit Koriander kombiniert.

(Quelle: Wikipedia)

Die Heilwirkungen des Kreuzkümmels sind nicht fundiert geklärt.

Das ätherische Öl dürfte wohl ähnlich wie das  echte Kümmel Blähungen lindern. Im Labor zeigt Kreuzkümmel eine Wirkung gegen verschiedene Pilze.

In der Volksheilkunde wurde die Pflanze vor allem gegen Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall und Koliken eingesetzt. In der indischen Medizin als Abortivum (Abtreibungsmittel), bei Nierensteinen und Blasensteinen, chronischem Durchfall, Lepra und Augenerkrankungen.

Echter Kümmel (Carum carvi)

Der Echte Kümmel (Bild auf Wikipedia) wächst bei uns als einheimische Wildpflanze. Vor allem auf Bergwiesen und Weiden findet man die Pflanze häufig. Kümmelfrüchte enthalten ein ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Carvon.

Kümmel wird verwendet bei Blähungen, Völlegefühl und krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt. Im Labor wirkt Carvon bzw. Kümmelöl gegen Bakterien und Hautpilze.

Kümmelöl kann daher gegen Fusspilz verwendet werden.

Und natürlich ist auch der Echte Kümmel ein bedeutendes Gewürz:

„ Kümmel ist ein klassisches Gewürz zu schweren Speisen, Brot wie der Schwäbischen Seele und zu Pellkartoffeln. Die Blätter des Kümmels haben einen milden Petersilien-Dill-Geschmack, der gut zu Suppen und Salaten passt. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Die Früchte (Doppelachänen) sind besonders in der jüdischen, nord- und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Kohl, Käse, geschmorte Äpfel und Spirituosen verwendet. Der Kimmicher, ein Traditionsgebäck aus Reutlingen, ist ein Brötchen aus einem Teig mit viel Kümmel. Ganzer Kümmel verliert bei sorgfältiger Lagerung über einen Zeitraum bis zu vier Jahren kaum an Aroma und Qualität.

Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Likör (z. B. Allasch) hergestellt. Kümmellikör wird vor allem stark gekühlt als Digestif getrunken. In Norddeutschland trinkt man einen Kümmelschnaps, plattdeutsch Köm genannt. Im hessischen Schlitzerland wird der 35%ige Schlitzer Burgenkümmel getrunken. Bekannter Hersteller war J. A. Gilka, der den „Kaiser-Kümmel“ brannte, welcher am Wiener Hof getrunken wurde.“

Quelle: Wikipedia

Fazit: Kreuzkümmel und Kümmel sind sehr unterschiedlich ind er Zusamensetzung, berühren sich aber punkto Wirkung im Bereich Blähungen und Völlegefühl.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Ein schlechtes Jahr für Elefanten und Nashörner in Afrika – auch wegen traditioneller Medizin

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2012 war ein schlechtes Jahr für Elefanten und Nashörner in Afrika,
schreibt die südafrikanische Zeitung „Business Day“. Sie beruft sich dabei auf Statistiken der Organisation Traffic, die den Handel mit Wildtieren untersucht. Traffic zufolge wurden in Südafrika in diesem Jahr so viele Nashörner erlegt wie noch nie – nämlich 633. In Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo würden dagegen hauptsächlich Elefanten gewildert. Sowohl bei der illegalen Jagd von Elefanten als auch bei den Nashörnern geht es um die begehrten Hörner der Tiere. Nashorn-Hörner werden überwiegend nach China und Vietnam verkauft und dort zu traditioneller Medizin verarbeitet. Auch das Elfenbein der Elefanten geht hauptsächlich nach Asien.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=174583

Kommentar & Ergänzung:

Diese unsägliche Nashorn-Wilderei zur Herstellung von traditioneller chinesischer Medizin zeigt, dass Tradition nicht immer Recht hat.

Es gibt in weiten Teilen der Alternativmedizin eine Traditionsgläubigkeit, die allem, was an Heilmethoden traditionell daher kommt, fraglos höhere Weihen zuspricht.

Traditionelle Heilkunde ist aber nicht per se gut. Tradition hat sich auch hundert Mal geirrt.

Es braucht daher eine interessierte, kritische, fachkundige Auseinandersetzung mit „Traditioneller Medizin“, um zu klären, was wir von ihr lernen können.

Wer diesen Aufwand scheut, sollte meines Erachtens lieber die Finger lassen von „Traditionellen Heilmethoden“.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

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Zitat des Tages von Richard Sennett zum Thema „Scheitern“

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Am 1. Januar 2013 feiert der Sozialtheoretiker und Bestsellerautor Richard Sennett seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass hier ein Zitat von Richard Sennett zum Thema „Scheitern“:

„Das Scheitern ist das grosse moderne Tabu. Es gibt jede Menge populärer Sachbücher über den Weg zum Erfolg, aber kaum eines zum Umgang mit dem Scheitern. Wie wir mit dem Scheitern zurechtkommen, wie wir ihm Gestalt und einen Platz iin unserem Leben geben, mag uns innerlich verfolgen, aber wir diskutieren es selten mit anderen…………………………………………

Wie bei allem, das man sich auszusprechen weigert, werden sowohl die innere Besessenheit als auch die Scham dadurch nur grösser. Unbehandelt bleibt der harte innere Satz: ‚Ich bin nicht gut genug’.

Das Scheitern ist nicht länger nur eine Aussicht der sehr Armen und Unterprivilegierten; es ist zu einem häufigen Phänomen im Leben auch der Mittelschicht geworden. Die schrumpfende Grösse der Elite macht die Lebensleistung immer schwieriger. Der Markt, auf dem der Gewinner alles bekommt, wird von einer Konkurrenz beherrscht, die eine grosse Zahl von Verlierern erzwingt. Betriebsverschlankungen und Umstrukturierungen setzen die Mittelschicht plötzlich Katastrophen aus, die im früheren Kapitalismus sehr viel stärker auf die Arbeiterklasse begrenzt waren. Kommt man aber den Forderungen nach Flexibilität und Mobilität nach, verfolgt einen auf subtilere, aber ebenso mächtige Weise das Gefühl, als Familienvater oder –mutter zu scheitern…..

Der Gegensatz von Erfolg und Scheitern ist eine Art, sich der Auseinandersetzung mit dem Scheitern zu entziehen. Diese einfache Entgegensetzung bedeutet, dass wir, wenn wir nur genug materielle Nachweise unserer Leistung anhäufen, von Gefühlen des Versagens verschont bleiben………

Einer der Gründe, warum es so schwer ist, Versagensgefühle durch Dollars zu beschwichtigen, ist die Tatsache, dass das Gefühl, gescheitert zu sein, aus tieferen Motiven aufsteigen kann – zum Beispiel, weil es einem nicht gelingt, das eigene Leben vor dem Auseinanderfallen zu bewahren, etwas Wertvolles in sich selbst zu entdecken, zu leben, statt einfach nur zu existieren.“

Aus: Richard Sennett, Der flexible Mensch, Siedler Taschenbuch, 2000

Mehr zu Richard Sennett auf Wikipedia

Scheitern passt als Thema natürlich speziell zum 1. Januar, weil an diesem Tag viele Menschen grosse Vorsätze fassen, von denen meistens die Mehrzahl von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist……..

Aber darum geht es mir jetzt nicht.

Scheitern scheint tatsächlich so etwas wie ein Tabu zu sein.

Schaut man sich all die Erfolgsratgeber, Erfolgsseminare und Erfolgstrainer an, die den einfachen, direkten und sicheren Weg zu Erfolg versprechen, dann stellt sich schon die Frage, wie es denn gehen soll, dass alle erfolgreich sind. Wo bleiben die anderen?

Kommt dazu, dass Erfolge gern weiter erzählt, das Scheitern aber  oft schamvoll für sich behalten wird.

Und so halten es auch die Medien: Erfolge  – zum Beispiel im Sport – verkaufen sich viel besser als Misserfolgen bzw. Scheitern. Sportliche Misserfolge beispielweise sind medial nur interessant als kurzes emotionales Drama. Der Sturz des Skifahrers, die Enttäuschung des Verlierers…aber dann wendet sich die Kamera den Siegern zu.

Wir leben dadurch in einer ziemlich verzerrten Lebenswelt, sind quasi umzingelt von Erfolgsmeldungen und Erfolgsversprechungen, während das Scheitern möglichst unsichtbar bleibt. Das Tabu zu durchbrechen und dem Scheitern einen angemessenen Platz zu geben, das ist ganz offensichtlich nicht leicht – in der Gesellschaft nicht, in der Wirtschaft nicht, in Beziehungen nicht und auch im Inneren des einzelnen Menschen nicht.

Scheitern hängt unter anderem ab von den Kriterien für Erfolg, die festgelegt werden durch die Gesellschaft oder durch das einzelne Individuum.

Richard Sennett  fokussiert in seinem Buch überwiegend auf das Scheitern im wirtschaftlichen Kontext.

Scheitern können aber auch Beziehungen (Paarbeziehungen, Eltern-Kindbeziehungen, Freundschaftsbeziehungen).

Scheitern kann man aber auch in verschiedenster Hinsicht mit und an sich selbst. Neujahrsvorsätze sind dazu ein gutes und meistens noch eher harmloses Beispiel.

Scheitern kann man auch mit dem Versuch gesund zu werden.

In diesem Bereich, das steht fest, werden wir letztendlich alle scheitern. Den Umgang mit chronischen Krankheiten und mit dem Älterwerden könnte man gar als eine Schule des Scheiterns bezeichnen. Mit einem Scheitern, das zunehmend ins Leben eingebaut ist und Hoffnungen, Wünsche und Ansprüche hartnäckig in Frage stellt.

Es spricht viel dafür, dass uns ein positiverer, gelassenerer und offenerer Umgang mit dem Scheitern gut tun würde.

Gut tun würde dies sowohl der Gesellschaft als Ganzem als auch den einzelnen Individuen.

Sennett schreibt dazu – ich wiederhole diesen Satz:

„Wie bei allem, das man sich auszusprechen weigert, werden sowohl die innere Besessenheit als auch die Scham dadurch nur grösser. Unbehandelt bleibt der harte innere Satz: ‚Ich bin nicht gut genug’.“

P.S. Wenn Sie dem Scheitern in einem guten Rahmen als Thema Raum geben wollen, dann sind die „Eidberger Gedankengänge“ eine Möglichkeit dazu. Manchmal ist es nämlich nicht einfach, über das Tabuthema des Scheiterns mit Menschen zu sprechen, mit denen man zusammen lebt oder die sogar in der einen oder anderen Form am Scheitern beteiligt sind. Ich sehe mich auf den Eidberger Gedankengängen als zwar engagierten und interessierten, aber aussenstehenden Begleiter. Als unabhängiger Dialogpartner stelle ich mich für die gemeinsame Reflexion zur Verfügung.

Zum Buch „Der flexible Mensch“ von Richard Sennett:

„In seinem Werk Der flexible Mensch (The Corrosion of Character), 1998, beschreibt Sennett die Auswirkungen des neuen Flexiblen Kapitalismus auf den Charakter. Durch die Flexibilisierung der Arbeitswelt verlieren Wertvorstellungen und Tugenden an Bedeutung: z.B. Treue, Verantwortungsbewusstsein und Arbeitsethos ebenso wie die Fähigkeit, auf sofortige Befriedigung von Wünschen zu verzichten und Ziele langfristig zu verfolgen. Gründe für diese Entwicklung sind die Beschleunigung der Arbeitsorganisation, die stetig wachsenden Leistungsanforderungen, die zunehmende Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse sowie die Notwendigkeit, jederzeit aus beruflichen Gründen den Wohnort zu wechseln.

Auch auf der Makroebene konstatiert Sennett einen tiefgehenden Wandel. Er untersucht, nachdem er sich mit der Geschichte der Industriearbeit auseinandergesetzt hat, den Übergang vom ausgebildeten Industriekapitalismus, dem Fordismus, zu einem System der Flexiblen Spezialisierung. Beispielsweise wurde in der Automobilindustrie die Fließbandproduktion in einer Fabrik abgelöst von spezialisierten Produktions- und Zuliefererbetrieben, die ihren Standort und ihre Arbeitsabläufe ständig flexibel den Notwendigkeiten der globalisierten Wirtschaft anpassen. Strenge Hierarchien sind teilweise durch kleine ‚selbstverantwortliche Gruppen’ mit hohem Risiko abgelöst worden. Der Druck auf den Einzelnen, der sich auch in einem gewandelten Verständnis des Zeitbegriffs zeigt, steigt immens. Hinzu kommt eine engmaschige Überwachung der gesamten Produktionsprozesse – einschließlich der Arbeitenden – durch den Einsatz moderner Kommunikationsmittel. Zudem beschreibt Sennett einen Konflikt zwischen Werten, die Eltern ihren Kindern weitergeben möchten und solchen, die deren Berufsleben bestimmen.

All dies trage zu einer Atmosphäre von Angst, Hilflosigkeit, Instabilität und Verunsicherung in weiten Teilen der Gesellschaft bei. Diese Instabilität und Verunsicherung lassen nach Sennett eine Ellenbogengesellschaft entstehen. Die Schere zwischen Arm und Reich werde größer. Die Mittelschichten werden ausgedünnt. Dort sei eine Polarisierung zwischen einer kleineren Gruppe von Profiteuren und einer großen Anzahl von Verlierern des neuen Systems zu beobachten.“

Quelle: Wikipedia

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Silvesterfeuerwerk: Feinstaub belastet Lungenkranke besonders stark

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Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit bleiben in der Silvesternacht besser zu Hause hinter verschlossenen Fenstern.

Sie können dadurch die Aufnahme von Feinstaub aus abgeschossenen Feuerwerksraketen vermindern und damit ihre Lunge schützen. Das empfiehlt die Deutsche Lungenstiftung in Hannover.

Will jemanden mit Asthma oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) dennoch ins Freie, sollte er sich nicht direkt in die Windrichtung des Raketenqualms stellen. Einen Neujahrsspaziergang sollten Betroffene besser erst dann machen, wenn der Rauch ganz abgezogen ist.

Dem Schwarzpulver von Feuerwerkskörpern sind diverse Metallverbindungen beigemischt, welche für die Farbeffekte verantwortlich sind. Die bei der Explosion freigesetzten Feinstoffpartikel können der Stiftung zufolge beim Einatmen tief in die Lunge eindringen und dort zu Entzündungen auslösen. Das kann bei Lungenkrankheiten eine deutliche Verschlechterung bewirken.

Quelle:

http://www.berliner-zeitung.de/gesundheit/lungenkranke-bleiben-bei-silvesterfeuerwerk-besser-im-haus,10839396,21324504,view,asTicker.html

Kommentar & Ergänzung:

Ich will ja kein Spielverderber sein.

Und ein kunstvoll komponiertes Feuerwerk gefällt mir oft ausgezeichnet. Aber das wilde Herumgeknalle könnte man von mir aus reduzieren oder abschaffen. Es leiden dabei nicht nur kranke und auch gesunde Lungen unter dem enormen Feinstaub-Ausstoss. Auch für geräuchempfindliche Tiere wie Hunde oder Vögel ist die Knallerei eine Zumutung.

Siehe  auch:

„Prosit Neujahr“ – mit Nerventee

Viele Hundebesitzer behandeln ihre Tiere gegen die Angst während der Knallerei mit Homöopathie (Globuli) oder mit Notfalltropfen (Bachblüten) und sind von einer positiven Wirkung überzeugt. Überprüft man diesen Effekt in einer Doppelblindstudie durch Vergleich mit einem Placebo, sind die Halter allerdings genauso von der Wirkung des Placebos überzeugt:

„Eine beeindruckende und methodisch sehr überzeugende Studie stammt von den britischen Tierverhaltensforschern Nina R. Cracknell und Daniel Mills. Sie berichteten vor zwei Jahren im Veterinary Journal von einem Versuch mit Hunden, die Angst vor Silvesterknallern hatten. Per Zufall wurden zwei Präparate auf die Tiere verteilt: 35 Hunde bekamen Tropfen mit fünf Wirkstoffen in homöopathischer Verdünnung und 20 Prozent Alkohol, 40 Tiere erhielten Tropfen mit reinem Wasser und ebenfalls 20 Prozent Alkohol.

In beiden Behandlungsgruppen gab später die Mehrzahl der Tierbesitzer an, dass ihre Hunde mit dem Medikament weniger ängstlich auf die Böller reagiert hätten – die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren nicht signifikant. Eine Reihe weiterer Studien sind zu demselben Ergebnis gekommen: Homöopathika wirken bei Tieren nicht besser als Scheinpräparate.“

Quelle:

http://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere?page=1

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Schmutzige Schokolade – Kindersklaverei in der Kakaoproduktion

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Schokolade ist zwar eine Kalorienbombe, aber mit Mass konsumiert ein eher harmloses Genussmittel, wenn man danach die Zähne putzt…. Habe ich bisher gedacht. Aber vielleicht täusche ich mich da.

Die Ankündigung des Films „Schmutzige Schokolade II“ im ARD-Fernsehen hat mich jedenfalls sehr überrascht. In der Kakaoproduktion in Westafrika soll Kindersklaverei ein verbreitetes Phänomen sein. Hoppla – davon habe ich bisher nichts gewusst, obwohl „fairtrade“ und „bio“ für mich schon lange ein Thema sind.

Worum geht’s also?

Hilfsorganisationen verdächtigen die Schokoladenindustrie schon seit längerer Zeit, von Kinderhandel und ausbeuterischer Kinderarbeit in Afrika zu profitieren und damit Straftaten zu verschleiern. Der Journalist und Filmemacher Miki Mistrati ist diesem Verdacht nachgegangen und mit seinem Kameramann nach Mali gereist und von dort weiter in die Elfenbeinküste, dem weltgrößten Produzenten von Kakaobohnen. Im Interview mit NDR.de sagt Mistrati, dass allein in der Elfenbeinküste 100.000 Kinder illegal arbeiten.

Mistrati hat seine Recherchen mit einem Film dokumentiert, der im Oktober 2010 erstmal ausgestrahlt wurde.

Den Film können Sie hier sehen (drei Möglichkeiten):

http://vimeo.com/19848128

http://www.youtube.com/watch?v=V4tc-PT3FXI

http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/schmutzige-schokolade?documentId=8577084

Der Film zeigt das System der Kinderhändler auf den Kakaofarmen.

Seitdem bekannt wurde, dass Kindersklaverei zum Alltag auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste gehört, kämpfen die großen Schokoladenhersteller wie Nestlé, Mars oder Cargill um das Vertrauen der Verbraucher. Sie versprachen Schulen, medizinische Versorgung, Bildungsprogramme für Kinder und Kakaobauern. Dadurch soll das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit die Konsumenten Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können.

Miki Mistrati wollte sich ein eigenes Bild machen von all diesen versprochenen Hilfsprojekten der Schokoladenindustrie an der Elfenbeinküste. Doch er durfte nicht einreisen. Denn die Botschaft wollte das Visum nur erteilen, wenn eine Einladung der Schokoladenindustrie vorliegt. Doch alle Schokoladenfirmen und Verbände verweigerten dem Journalisten diese Einladung. Das allein schon lässt vermuten, dass die Schokoladenindustrie etwas zu verstecken hat. Mistrati kann aber ein Team zu verschiedenen Projekten schicken, das dort recherchiert und Aufnahmen macht.

Daraus ist der Film „Schmutzige Schokolade II“ entstanden.

Diesen Film können Sie hier sehen:

http://vimeo.com/55819713

Der Film zeigt: Die Schokoladeindustrie macht viele leere Versprechungen. Projekte werden zur Imagepflege in den Konsumentenländern schön präsentiert, die Situation in der Elfenbeinküste sieht aber ganz anders aus. Kindersklaverei und Kinderarbeit sind immer noch anzutreffen.

Sehr ernüchternd und schockierend.

Was nachhaltig für eine Verbesserung der Situation sorgen könnte:

– Druck der Konsumentinnen und Konsumenten auf die Schokoladehersteller; und vor allem

– Ein fairer Kakaopreis, der die Kakaobauern aus der Armut holen würde.

Mir ist nach diesem Film fürs erste die Lust auf Schokolade vergangen.

Im Migrosgestell habe ich gesehen, dass die meisten Schokoladen von Chocolat Frey zentrifiziert sind mit dem UTZ-Label. Schön, aber auch auf UTZ-Plantagen fand das Filmteam arbeitende Kinder, die nicht aus der Gegend stammten.

Muss ich auch bei UTZ-zertifizierter Migrosschokolade damit rechnen, dass bei der Kakaoernte Kindersklaverei involviert ist? – Das halte ich für unakzeptabel.

Mein Entscheid nach diesem Schokoladen-Schock: Ich esse nur noch Schokolade mit Fairtrade-Label (Max Havelaar, Claro Fairtrade). Die 100%ige Garantie wird es da auch nicht geben, aber es kommt nur noch das schärfste Label in Frage.

Weitere Infos:

Die NDR-Dokumentation zum Thema:

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/schmutzigeschokolade137.html

Kontinuierlich mit dem Thema Schokolade und Kindersklaverei setzt sich die Erklärung von Bern (EvB) auseinander. Die EvB hat alle Schweizer Schokolade-Hersteller unter die Lupe genommen und mit einem Fragebogen konfrontiert. Die Ergebnisse wurden von der Erklärung von Bern in informativen Firmenporträts zusammengefasst, die Aufschluss geben über den Stellenwert, den der Hersteller den Themen Kindersklaverei und faire Produktionsbedingungen gibt.

Sehr erhellend, aber auch ernüchternd.

Porträtiert werden folgende Schokolade-Hersteller:

Barry Callebaut

Chocolat Alprose SA

Chocolat Bernrain

Chocolats Camille Bloch SA

Chocolats & Cacaos Favarger SA

Chocolat Frey AG

Chocolats Halba

Chocolat Stella SA

Confiserie Sprüngli AG

Confiseur Läderach AG

Gysi AG Chocolatier Suisse

Kraft Foods

Lindt & Sprüngli AG

Maestrani

Max Felchlin AG

Nestlé SA – Cailler

Pfister Chocolatier

Villars Maître Chocolatier

Tja dann, tschüss „Lindt & Sprüngli“, tschüss „Ragusa“ und tschüss „Mars“ sowieso……

Hier der Link zur EvB-Schokolade-Kampagne und zu diesen Porträits:

http://www.evb.ch/p15939.html

– Auf Infosperber hat Urs P. Gasche einen Artikel zum Thema veröffentlicht „Für Nestle arbeiten weiterhin verschleppte Kinder“.

Über den ARD-Film hinaus ist hier interessant die fragwürdige Begründung des „Schweizer Fernsehens“, weshalb es den Film von Miki Mistrati nicht zeigt. Angst vor der Schoggi-Industrie?

Wo kommen wir denn da hin, wenn nach Swissair-Pleite und UBS-Debakel auch noch die Schweizer Schoggi in den Schmutz gezogen wird? – Da bleiben ja nur noch Swatch, Rolex und das Schweizer Armeesackmesser Victorinox unbefleckt…..ach ja, und Roger Federer, aber der ist momentan auch nicht mehr so überzeugend wie früher.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tagesseminar: Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression

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Am Donnerstag 28. Februar 2013 im Kulturzentrum „Alte Kaserne“ in Winterthur.

Bei Schlafstörungen, Angst und Depression können Heilpflanzen-Anwendungen eine gute Wahl sein. Schlafpflanzen wie Baldrian, Lavendel, Melisse, Passionsblume, Orangenblüten oder Hopfen helfen nicht in jedem Fall – aber häufig. Und sie tun das ohne Hang-over, Sturzgefahr oder Abhängigkeitsrisiko. Deshalb ist es lohnend, sich mit fundierten Anwendungsformen dieser Heilpflanzen vertraut zu machen – auch für die Krankenpflege. Johanniskraut beispielsweise ist bei leichten und mittleren Depressionen gut etabliert. Für eine wirksame und sichere Anwendung sind jedoch einige wichtige Punkte zu beachten (Nebenwirkungen, Interaktionen). Dieses Tagesseminar vermittelt dazu kompakt aktuelles Phytotherapie-Wissen.

Als Ergänzung zu den Heilpflanzen werden wir zudem wesentliche Aspekte anschauen, die im Umgang mit Schlafproblemen, Angst und Depression auf der nichtmedikamentösen Ebene zu beachten sind – beispielsweise bezüglich Erkennen, Differenzieren, Informieren und Beraten.

Dieses Tagesseminar richtet sich zum einen an Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Spital, Psychiatrischer Klinik, Palliative Care usw. Der Inhalt wird jedoch gut verständlich vermittelt, so dass auch Interessierte ohne medizinischen Grundberuf eingeladen sind. Ebenso willkommen sind selbstverständlich Fachleute aus Medizin, Naturheilkunde oder andern therapeutischen Berufen.

Die Kurskosten für dieses Tagesseminar betragen Fr. 120.-

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression.

P. S. Für Pflegeinstitutionen (z. B. Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Spital) unterrichte ich dieses Thema auch gerne als interne Weiterbildung.

Falls Sie in der Pflege arbeiten: Geben Sie diesen Tipp doch einfach ihrer Pflegedienstleitung weiter.

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Kalorienbomben Cola, Fanta, Sprite….

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Zuckerhaltige Softdrinks tragen erheblich zur globalen Fettsucht bei. Dies zeigen mehrere aktuelle Studien.

Zuckerhaltige Softdrinks machen in manchen Bevölkerungsgruppen beinahe 15 % der täglichen Kalorienaufnahme aus. So nehmen männliche amerikanische Teenager durchschnittlich 357 kcal pro Tag in Form von Getränken zu sich. Diese flüssigen Kalorien sättigen jedoch nicht und werden beim Essen nicht wieder eingespart, erläutert Sonia Caprio vom Department of Pediatrics der Yale School of Medicine, New Haven, im „New England Journal of Medicine“.

Wie stark zuckerhaltige Softdrinks die Entwicklung einer Adipositas (Fettsucht) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fördern, zeigen drei aktuell veröffentlichte Studien. So kam die Arbeitsgruppe um Quibin Qi von der Harvard Medical School in Boston zum Schluss, dass Menschen mit einem genetisch erhöhten Adipositasrisiko für die „Limo-Fettsucht“ anfälliger sind.

Vor allem für diese Personengruppe könnte der Verzicht auf zuckrige Softdrinks besonders effektiv sein.

Die anderen beiden Studien kamen zum Schluss, dass sich die Gewichtssteigerung bei Kindern und Jugendlichen bremsen lässt, wenn die gewohnten Getränke durch zuckerfreie ersetzt werden. In einer niederländischen Doppelblindstudie, die unter der Leitung von Janne C. de Ruyter, Universität Amsterdam, durchgeführt wurde, erhielten 641 normalgewichtige Kinder im Kindergarten- und Schulalter täglich entweder einen Viertelliter eines zuckerfreien Getränks oder einen zuckerhaltigen Drink, der 104 kcal enthielt.

Kinder, die in dieser Studie das zuckerfreie Getränk bekamen, nahmen weniger rasch an Gewicht und Fett zu als ihre Altersgenossen, die den täglichen Zucker-Kick konsumierten. Dass diese „Gewichtsbremse“ auch bei dicken Teenagern funktioniert, konnte das Team um Cara B. Ebbeling vom Boston Children’s Hospital in ihrer Studie mit 224 übergewichtigen und adipösen Jugendlichen zeigen.

Die experimentelle Gruppe erhielt ein Jahr lang regelmäßig kalorienfreie Getränke nach Hause geliefert, während die Kontrollgruppe unverändert zuckerhaltige Drinks zu sich nahm. Nach einem Jahr fiel die BMI-Zunahme in der experimentellen Gruppe kleiner aus als in der Kontrollgruppe.

Diese Studien zeigen, dass Zucker in Getränken das Adipositas-Problem drastisch verschlimmert. Allerdings genügen Anti-Limo-Kampagnen nicht, Es braucht weitere Strategien – beispielsweise mehr Bewegung –  um die Adipositas-Epidemie in den Griff zu bekommen.

Quelle:

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/cola-und-fanta-den-kampf-ansagen.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Kalorienzufuhr durch Süssgetränke wird tatsächlich oft unterschätzt. Dazu kommt noch, dass der Zucker aus Softdrinks sehr rasch ins Blut übergeht und der Blutzuckerspiegel dadurch rasant ansteigt. Das führt zu einer starken Insulinausschüttung, wodurch der Blutzuckerspiegel wieder absackt, was Hungergefühle verstärken kann.

Cola, Fanta, Sprite & Co. sind aus gesundheitlicher Sicht also tatsächlich problematisch.

Der hohe Zuckerkonsum – beziehungsweise ein hoher glykämischer Index – spielt aber auch eine wichtige Rolle bei der Akne.

Siehe dazu:

Akne & Ernährung – neue Erkenntnisse

Akne -spielt die Ernährung doch eine Rolle?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Dillfrüchte (Anethum graveolens)

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Dill (Anethum graveolens) zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien, wird heute aber weltweit angebaut. Dill ist im deutschsprachigen Gebiet eines der meistkultiverten Gewürze.

In der Phytotherapie wird Dill selten genutzt. Die Pflanze ist aber verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis.

Dillfrüchte (und auch Dillkraut) enthalten ein ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Carvon enthält. Carvon ist ebenfalls Hauptbestandteil im Kümmelöl.

Aus dieser Verwandtschaft kann man schliessen, dass Dillfrüchte ähnlich wie Kümmelfrüchte und Fenchelfrüchte bei Blähungen und Völlegefühl nützlich sind.

Dillfrüchte kommen daher manchmal in Verdauungstees vor.

Als Gewürzpflanze ist Dill vielseitig anwendbar und beliebt. Er wird für Salate genutzt. In Saucen auf Grundlage von Salatöl, Joghurt, Quark und in Gewürzbutter wird er gerne verwendet und eignet sich als Brotaufstrich. Ausserdem dient Dill auch zum Würzen von Fisch- und Fleischspeisen. Durch Destillation lässt sich Dillöl gewinnen, auch für die Likörindustrie. Frisch und getrocknet kann es auch für Konserven und für Kräuteressenzen eingesetzt werden. Dillblätter und Dill-Blütendolden sind ein bedeutendes Gewürz für Gewürzgurken, hauptsächlich für Salz-Dill-Gurken. Meist werden die Dillspitzen in frischem, getrocknetem, tiefgefrorenem oder gefriergetrocknetem Zustand genutzt. Seltener wird das Dillkraut (das junge Kraut) oder die ganze oberirdische Pflanze eingesetzt. Das frische Dillkraut hat den besten Geschmack und kann auch auf gegarte Kartoffeln gestreut werden.

In der Phytotherapie / Pflanzenheilkunde verwendet man allerdings nicht Dillkraut, sondern Dillfrüchte.

Dill hatte früher wohl grössere Bedeutung als Heilpflanzen im Vergleich zur Gegenwart. Bereits im alten Ägypten wurde die Pflanze  als Küchenkraut und Arzneipflanze angebaut. Griechische und römische Autoren der Antike erwähnen ihn vielfach. Dioskurides schrieb, eine Abkochung der Früchte fördere die Milchbildung, lindere Leibschmerzen, vertreibe Blähungen, stille Erbrechen und treibe den Harn, schwäche jedoch bei andauerndem Gebrauch die Sehkraft. Dill ist auch im Klosterplan des Klosters St. Gallen verzeichnet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Ausbildung für Heilpflanzen-Anwendungen in Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Spital und Psychiatrischer Klinik

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Am 27. Mai 2013 beginnt die nächste Phytotherapie-Ausbildung am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur. Der Lehrgang richtet sich vor allem an Pflegefachpersonen aus Spitex, Pflegeheim, Psychiatrischer Klinik und Spital. Es können auch gerne Personen aus anderen Gesundheitsberufen teilnehmen. Eine begrenzte Zahl an Plätzen ist auch reserviert für Interessierte ohne medizinischen Grundberuf, wobei dann jedoch in einem Vorgespräch geklärt werden muss, welche Vorstellungen diese Personen mit der Teilnahme verbinden (dieser Lehrgang allein kann kein Weg zu einem therapeutischen Beruf sein).

Die Ausbildung eignet sich gut zur Integration von Heilpflanzen-Anwendungen in Pflegefelder wie Palliative Care, Spitex und Pflegeheim.

Phytotherapie verbindet die Erfahrungen der traditionellen Pflanzenheilkunde mit den Ergebnissen moderner Arzneipflanzenforschung. Sie eignet sich daher ausgezeichnet als Brücke zwischen Naturheilkunde und Medizin.

Phytotherapie nimmt aber auch das weit verbreitete Bedürfnis nach sanften Alternativen auf und beantwortet es mit einem fundierten, professionellen Angebot.

In der Pflege gibt es viele Beschwerden, die sich oft mit Heilpflanzen-Anwendungen lindern lassen, beispielsweise Mundschleimhautentzündungen, Hautreizungen, Juckreiz, Pilzerkrankungen, Schlafstörungen, Hand-Fuss-Syndrom, Übelkeit, Appetitlosigkeit……

Eine Weiterbildung oder Ausbildung im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde kann daher die Handlungsmöglichkeiten der Pflegenden erweitern.

Hier die Detailausschreibung zur Phytotherapie-Ausbildung.

Tagesseminare:

Am 7. Mai 2013 findet zudem ein Tagesseminar statt zum Thema „Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care“.

Weitere Tagesseminare für Pflegende finden Sie auf www.info-phytotherapie.ch unter „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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