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Metaanalyse zeigt: Umckaloabo lindert Atemwegsinfekte

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Ein Extrakt aus Pelargonium sidoides (Umckaloabo) ist ein geeignetes Arzneimittel bei akuten Atemwegsinfekten. Zu diesem Schluss kommt eine Metaanalyse, die an der 29. Schweizerischen Jahrestagung für Phytotherapie in Winterthur vorgestellt wurde.

Bei akuten Atemwegsinfekten ist der Einsatz von Antibiotika in der Regel nicht sachgerecht. Darum sind pflanzliche Alternativen wie der Extrakt aus der Kapland-Pelargonie (Umckaloabo) interessant.

Wirksamkeit und Verträglichkeit eines Umckaloabo-Extraktes wurden nun erneut in einer Metaanalyse untersucht. Die Resultate dieser Metanalyse wurden bei der 29. Schweizerischen Jahrestagung für Phytotherapie in Winterthur vorgestellt.

Für die Metaanalyse wurde in der Datenbank Medline nach Placebo-kontrollierten, randomisierten klinischen Studien gesucht, in denen der Pelargonium-Extrakt (Umckaloabo®) bei Patienten mit akuter Bronchitis, akuter Rhinosinusitis oder akuter Tonsillopharyngitis angewendet wurde.

13 Studien, sechs davon mit Kindern, mit total annähernd 3400 Teilnehmern wurden gefunden. In die Metaanalyse konnten zehn Untersuchungen einbezogen werden. In allen drei Indikationen war der Pelargonium-Extrakt gegenüber Placebo deutlich überlegen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/?sid=868088

Kommentar & Ergänzung:

Für eine Metaanalyse werden geeignete Studien zu einem bestimmten Thema zusammengefasst und ausgewertet. Dadurch soll gegenüber einzelnen Studien eine Aussage mit grösserer Relevanz gewonnen werden. Metaanalysen haben daher bei der Bewertung von Evidenz grosses Gewicht. Aber auch Metaanalysen sind nicht über jeden Zweifel erhaben. So ist es zum Beispiel entscheidend, nach welchen Kriterien Studien in die Metaanalyse eingeschlossen oder ausgeschlossen werden.

Die Qualität der beschriebenen Metaanalyse kann ich nicht beurteilen. Die Beschreibung in der Aerztezeitung liefert dazu auch kaum brauchbare Informationen. Wer hat die Metaanalyse durchgeführt? Wurde sie in einer Fachzeitschrift vollständig veröffentlicht und wenn ja, wo und wann?

Unabhängig davon spricht aber viel dafür, dass Umckaloabo bei akuten Atemwegsinfekten tatsächlich eine interessante Alternative zu den bei dieser Indikation in der Regel unnötigen Antibiotika ist.

Siehe auch:

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung (Fatigue)

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Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie steigert die Lebensqualität und reduziert die Fatigue-Symptome von Brustkrebs-Patientinnen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Der Frage, ob Sport und körperliche Aktivität die Lebensqualität von Krebspatienten steigern können, widmen sich gegenwärtig zahlreicher Untersuchungen. Dabei steht auch die Fatigue im Fokus, jene bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, die vielen Krebspatienten zum Teil auch noch Jahre nach Abschluss der Therapie das Leben schwer macht.

Die Möglichkeiten, diese schwerwiegende Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen zu lindern, sind zur Zeit noch sehr beschränkt.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Karen Steindorf im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg untersuchten nun, ob Krafttraining bereits im Verlaufe der Strahlentherapie Brustkrebs-Patientinnen helfen kann, Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu mildern. Sportangebote haben häufig schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt für die Patientinnen. Die Forscher in Heidelberg wollten mit ihrer Studie deshalb untersuchen, ob es neben diesen psychosozialen Effekten auch weitergehende positive Auswirkungen eines Sporttrainings auf die Fatigue und auf die allgemeine Lebensqualität gibt. Deshalb wählten sie ein spezielles Studiendesign und verglich das Krafttraining mit einem ebenfalls gruppenbasierten Entspannungstraining. Die insgesamt 160 teilnehmenden Brustkrebspatientinnen wurden per Zufallsentscheid der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Sie trainierten jeweils zweimal wöchentlich je eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben die Patientinnen in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Zudem wurde ihre Fitness getestet.

 

Krafttraining vermindert Erschöpfungssymptome

Die Studie ergab, dass Brustkrebspatientinnen der Sport-Gruppe signifikant weniger unter Erschöpfungssymptomen litten, zudem verbesserten sich wichtige Teilaspekte der Lebensqualität, sowie – was zu erwarten war – die Körperkraft. In Bezug auf emotionale und kognitive Parameter zeigten sich dagegen keine Differenzen zwischen Krafttrainingsgruppe und Entspannungsgruppe. Das überraschte die Wissenschaftler kaum, denn auch die Entspannungsübungen verbessern das psychische Wohlergehen der Patientinnen, so dass die Forscher keinen großen Unterschied zwischen beiden Gruppen in diesem Bereich erwartet hatten. In der Gesamtauswertung ergab das Sporttraining jedoch viel bessere Resultate. Krafttraining sei offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen bei Brustkrebspatientinnen vorzubeugen oder sie zu lindern, schliessen die Forscher aus ihren Resultaten. Die Patientinnen profitieren zudem auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Daten der Studie sind offenbar so überzeugend, dass die Forscher empfehlen, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Brustkrebspatientinnen aufzunehmen. Sie vermuten zudem, dass die Patientinnen gleich doppelt profitieren: von den eigentlichen Kraftübungen ebenso wie von den psychosozialen Effekten eines Trainings in der Gruppe.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43855

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

K. Steindorf, M. E. Schmidt, O. Klassen et al. 
Randomized Controlled Trial of Resistance Training in Breast Cancer Patients Receiving Adjuvant Radiotherapy: Results on Cancer-related Fatigue and Quality of Life. 
Annals of Oncology 2014, DOI: 10.1093/annonc/mdu374

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Forscher in dieser Studie direkt Krafttraining mit Entspannungstraining verglichen, scheint mir sehr aufschlussreich.

Fatigue ist ein schwierig zu beeinflussendes Phänomen, so dass jeder Klärungsschritt zu begrüssen ist.

Auch in der Phytotherapie gibt es keinen „Knüller“, also keinen Tipp, mit dem sich die Fatigue sicher und deutlich bessern lässt. Immer wieder diskutiert und auch untersucht hinsichtlich Fatigue wird vor allem Ginseng.

Hier zum Thema ein paar weitere Beiträge:

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue? 

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen 

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken 

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelöl-Kapseln reduzieren Angst bei Depressionen (Fallstudie)

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Lavendelöl-Kapseln vermindern Angst, Erregung und Schlaflosigkeit bei schwer depressiven Patienten. Zu diesem Schluss kommt nun eine aktuelle Fallstudie mit acht Patienten, die sich in psychiatrischer Behandlung befanden.

Patienten mit schwerer Depression leiden häufig auch unter Angst, Erregung und Schlaflosigkeit.

Diese Symptome können schwere Agonie und Leid auslösen und sind oft mit Suizidgedanken verbunden. Ein Teil dieser Patienten befürchtet aber Nebenwirkungen einer umfassenden Pharmakotherapie, hat in der Vorgeschichte bereits Abhängigkeiten von Sedativa oder wünscht gezielt pflanzliche Arzneimitteln.

In solchen Situationen könnten Lavendelöl-Kapseln (Lasea®) eine therapeutische Alternative zu Benzodiazepinen sein. Das Präparat zeigte in Studien eine vergleichbare angstlösende Wirkung wie Lorazepam (z. B. „Temesta®“, diverse Generika).

Nun wurden Falldaten von acht Patienten, die in der Psychiatrie der Charité Berlin wegen schwerer Depressionen behandelt wurden, rückblickend ausgewertet. Die Patienten bekamen zusätzlich zu Antidepressiva pro Tag 80 mg des Lavendelöl-Präparates in den drei Wochen der Akuttherapie.

Der Erfolg der Behandlung wurde mit der Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17) gemessen. Die Resultate der Fallstudie: Bei sechs der acht Patienten reduzierte sich die Schwere der Depression deutlich. Bei sechs Patienten sanken die Symptome von Unruhe und Erregung während der Akuttherapie. Darüber hinaus reduzierten sich bei fünf Patienten die psychischen und bei vier Patienten die körperlichen Angstsymptome.

Bei drei der Patienten besserte sich zudem das Einschlafen und das Durchschlafen. Die Autoren ziehen den Schluss, dass das Lavendelöl-Präparat eine vielversprechende – zusätzliche – Behandlungsoption bei schwer Depressiven mit Angst- und Unruhezuständen ist. Das gelte hauptsächlich für Situationen, wenn Patienten eine Behandlung mit Benzodiazepinen ablehnen oder Abhängigkeiten in der Vorgeschichte vorhanden sind.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/depressionen/article/868278/depression-lavendeloel-mindert-angst.html?sh=13&h=945182341

(Complement Ther Med. 2014; 22: 63-69)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=quante+a+[au]+fißler+[au]

 

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl kommt in Aromatherapie und Phytotherapie inhalativ zur Anwendung. In der Phytoherapie gibt es zusätzlich die Anwendung peroral, also via Verdauungstrakt.

Lavendelöl-Kaseln zur Linderung von leichteren generalisierten Angststörungen sind schon in Doppelblindstudien untersucht worden.

Siehe beispielsweise hier:

Studie bestätigt Wirksamkeit, von Lavendelöl-Kapseln (Lasea) bei Angststörungen

Dass Lavendelöl-Kapseln nun auch bei Angst im Kontext einer Depression untersucht wird, ist ein interessanter Ansatz. Allerdings ist eine Fallstudie, wie sie hier berichtet wird, nicht annähernd so aussagestark wie eine Doppelblindstudie.

Ohne Kontrollgruppe (Placebo-Gruppe) ist nie zweifelsfrei klar, ob eine Besserung wirklich vom untersuchten Präparat ausgelöst wurde. Es könnte sich bei der beobachteten Besserung auch um einen natürlichen Krankheitsverlauf handeln oder um Einflüsse der Begleitmedikation oder der Lebensumstände.

So interessant diese Ergebnisse aus der Charité Berlin also auch sind. Über die Wirksamkeit von Lasea zur Angstlinderung bei Depressionen sagen sie noch wenig Greifbares aus.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pflanzenheilkunde-Infotreff Winterthur: Heilpflanzen bei Blasenentzündung

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Die Veranstaltungsreihe Pflanzenheilkunde-Infotreff bietet Kräuterkurse im Miniformat: An Abendveranstaltungen im Kulturzentrum „Alte Kaserne“ wird ein Thema aus der Pflanzenheilkunde vorgestellt. Der zweite Teil des Abends ist Reserviert für die Beantwortung von Fragen aus dem Publikum zu allen Bereichen von Pflanzenheilkunde / Phytotherapie / Naturheilkunde.

Am 29. September 2014 steht das Thema „Heilpflanzen bei Blasenentzündungen“ auf dem Programm. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung mit Heilpflanzen aufgezeigt.

Es geht also um Heilpflanzen wie Bärentraube, Preiselbeersaft, Meerretich.

Genauere Info dazu finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Veranstaltungstipp: Denkfest vom 11. – 14. September 2014 im Volkshaus Zürich

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Vom 11. – 14. September findet in Zürich wiederum das “Denkfest“ statt.

Die Veranstaltung hat wie schon in den Vorjahren zum Ziel, gesellschaftlich relevante wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Während tagsüber Vorträge und Podiumsdiskussionen angeboten werden, gibt es an den Abenden ein Rahmenprogramm mit Kabarett, Musik, Speis und Trank etc.

Auszug aus dem Programm:

Freitag:

– Livestudie: Ein theatralischer Crash-Kurs zu Design und Auswertung klinischer Studien – nie war es vergnüglicher, Versuchsperson zu sein.

– Roger Stupp:
Erfolge und Misserfolge bei der Behandlung von Krebs.

– Robert S. Van Howe:
Medizinische Prüfung des Nutzens und der Risiken der männlichen Beschneidung.

– Robert S. Van Howe und Peter Jüni
Ist: Massenbeschneidung ein sinnvolle Intervention zur HIV-Bekämpfung in Afrika – zwei Sichtweisen.

– Hannu Luomajoki:
Vom Placebo-Effekt bei Operationen und ein Vergleich der Wirksamkeit von operativen Eingriffen und Physiotherapie.

– Maria Wertli:
Grenzen der Evidenz basierten Medizin – das Beispiel Evidenz basierte Therapie von Rückenschmerzen.

– Ian Bushfield:
Wieso die internationale AllTrials-Kampagne fordert, dass alle klinischen Studien registriert und Untersuchungsmethoden und Ergebnisse offengelegt werden.

Samstag:

– Gespräch mit dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins.

– Suzana Herculano-Houzel:
 Die Evolution des Gehirns in verschiedenen Arten.

– Natalie Uomini:
Die Evolution von (Links- und Rechts-)Händigkeit.

– Dina Dechmann
Wieso leben einige Arten in Gruppen – über die Evolution von sozialen Strukturen.

– Frank Rühli: 
Evolutionäre Medizin: Bedeutung von Mumien und Skeletten für die moderne Medizin.

Sonntag:

– Colin Goldner:
 Grundrechte für Menschenaffen? – The Great Ape Project und seine Ziele.

– Podiumsdiskussion: 
Wie speziell sind wir Menschen eigentlich? Was unterscheidet uns von anderen Primaten? Dürfen wir an unseren evolutionären Cousins Versuche durchführen? Und wenn ja, welche?

– Nina Scherrer: 
Die «Verbesserung» des Menschen: eine Übersicht über die Verheissungen des «Virtue Engineering».

– Boaz Heller: 
Exponentielle technische Entwicklungen: was kommt in Sachen Computerleistungen, Nano- und Biotech auf uns zu?

– Zürich Salon-Debatte:
 Welche Auswirkungen haben neue Technologien auf unsere Gesellschaft und uns als Individuen? Sollen wir alles zulassen oder müssen wir der technologischen Entwicklung Grenzen setzen?
Mit Andy Miah, Professor an der School of Creative and Cultural Industries der Uni Westschottland, Susanne Brauer Studienleiterin bei der Paulus-Akademie und 2010 bis 2012 Geschäftsleitungsmitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin sowie der Journalistin und Wissenschaftskabarettistin Timandra Harkness. Moderation: Rob Lyons, Kolumnist und Mitherausgeber der Online-Plattform spiked.

Alles in allem ein vielfältiges, anregendes Programm.

Die Veranstaltungen werden simultan englisch – deutsch und umgekehrt übersetzt.

Info & Karten: www.denkfest.ch  

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Zitat des Tages von Eckart von Hirschhausen

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Eckart von Hirschhausen ist Arzt und Kabarettist. Vor kurzem hat er dem „Tagesspiegel“ ein Interview gegeben. Zitat:

„Der Gedanke, dass die Menschen nur die nötigen Informationen brauchen, um sich nach dem aktuellen Stand des Wissens richtig zu entscheiden, der ist auf eine erschreckende Art und Weise schiefgegangen. Und das sieht man nicht nur im Bereich Medizin, aber da kenne ich mich am besten aus. Wenn wir krank sind, sind wir viel zu schnell bereit, alles, was wir über geprüftes Wissen und gute Entscheidungen gelernt haben, über Bord zu schmeißen und dubiosen Ideen zu folgen. Kristall, Kügelchen, Bachblüten sind ein Beispiel dafür. Das ist eine Ersatzreligion, das sind Glaubensinhalte geworden, das merkt man an der Vehemenz und Dogmatik, mit der beispielsweise Impf-Gegner ihren Standpunkt verteidigen. Dabei ist das eine der besten und wirksamsten Präventionsmaßnahmen, die in der Medizingeschichte entwickelt wurden. Dass wir in Deutschland wieder Kinder haben, die an Masern sterben, ist so unnötig, dass mir dafür die Worte fehlen. Wenn wir also mit Vernunft alleine offenbar nicht weiterkommen, müssen wir in der Medizin wieder mehr Magie wagen und näher ran an die irrationalen Bedürfnisse. Die Heilkunst ist durch die Jahrtausende immer auch Unterhaltungskunst gewesen, wenn man an Medizinmänner und Jahrmarktsheiler denkt. Wir brauchen heilsamen Zauber, aber wir müssen die Leute trotzdem warnen, dass sie nicht auf Scharlatane reinfallen, die ihre Sehnsucht nach Magie nutzen, um ihnen jeden Scheiß zu verkaufen. Man kann Krebs nicht mit Aprikosenkernen behandeln.“

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/dr-eckart-von-hirschhausen-verglichen-mit-van-gogh-geht-es-mir-blendend/10370898.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Damit bin ich grösstenteils einverstanden.

Die Gratwanderung zwischen „vor Scharlatanerie warnen“ einerseits und „mehr Magie“ beziehungsweise „näher ran an die irrationalen Bedürfnisse“ andererseits, scheint mir allerdings nicht gerade einfach.

Zudem müsste noch geklärt werden, was genau mit „Magie“ gemeint ist. An diesem Punkt kann man leicht aneinander vorbeireden, wenn der Begriff nicht konkretisiert wird.

Meiner Ansicht nach braucht es allerdings nicht „mehr Magie“ und auch kein „näher ran an irrationale Bedürfnisse“.

Ernstnehmen und genügend Zeit haben bringen schon sehr viel.

„Magische“ Geschichten kommen oft dann ins Spiel, wenn die Medizin an Grenzen kommt. Und die Medizin kommt zwangsläufig an vielen Punkten immer wieder an Grenzen, weil nicht alles heilbar und machbar ist.

Das ist oft nicht einfach zu akzeptieren, vor allem wenn man selber der Betroffene ist. Wir haben weit verbreitet ein Gesundheitsideal, das Störungen und Beschwerden nicht mehr als Teil des Lebens verstehen kann. Beschwerdefreiheit und Schmerzfreiheit werden dann als Anrecht eingefordert. Natürlich ist es jedem Mensch zu gönnen, wenn er oder sie lebenslang ohne Schmerzen und sonstige Beschwerden bleibt.

Realistisch ist es in den meisten Fällen aber wohl nicht.

„Magische“ Verfahren kommen oft dann zum Zug, wenn die Medizin diesen Anspruch auf Beschwerdefreiheit und Schmerzfreiheit nicht einlösen kann. Im weiten Feld von Komplementärmedizin und Alternativmedizin kann man lange nach immer wieder neuen Angeboten suchen. Das sind dann allerdings oft eher „Plomben“, die eine Lücke stopfen

Ernst nehmen und Zeithaben würden da oft genauso gut helfen. Genauso wie ein paar Rituale, die Zeit und Zuwendung vermitteln – ein Kräutertee etwa, eine Einreibung, ein Wickel.

Das kann noch ganz und gar „unmagisch“ bleiben, hat aber oft doch eine sehr günstige Wirkung.

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Malaria-Forschung mit Heilpflanzen

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Klinische Studien lohnen sich auch für Heilpflanzen, sie sind sogar nötig, weil sich nur mit wissenschaftlichen Daten zuverlässige Dosierungen und Nebenwirkungen feststellen lassen. Und nur geprüfte Mittel schaffen es in offizielle Empfehlungen und Leitlinien, erklärte Professor Dr. Merlin Willcox von der Universität Oxford beim Kongress der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung im portugiesischen Guimarães.

Gerade in Anbetracht vernachlässigter Krankheiten in Entwicklungsländern bräuchte man kostengünstige, zuverlässige Alternativen aus der Natur, betonte der Arzt und Wissenschaftler.

Dabei stellt sich aber die Frage, für welche Pflanze sich der Aufwand lohnt? Gegen Malaria zum Beispiel kommen weltweit rund 1200 verschiedene Pflanzenarten zur Anwendung. Allein in Mali fanden Willcox und sein Team 66 Pflanzenarten in 166 Rezepturen. Die Forscher schauten deshalb zunächst retrospektiv, welche traditionelle Behandlung bei leichter Malaria scheinbar geholfen hatte und wählten zur genaueren Untersuchung die Pflanze Argemone mexicana aus, den Mexikanischen Stachelmohn.

Dann ließen die Wissenschaftler den örtlichen Heiler die Pflanze in drei verschiedenen Dosierungen verordnen.

Dem Großteil der Kinder mit mittlerer bis hoher Dosis ging es nach sieben Tagen besser und die Parasitenlast im Blut hatte sich deutlich vermindert.

Bei der höchsten Dosierung traten allerdings Auffälligkeiten im EKG auf. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Samen der Mohnpflanze giftig wirken können und deshalb vor der Zubereitung eines Tees entfernt werden sollten.

Im nächsten Schritt führten die Forscher eine randomisierte, kontrollierte Studie durch. Die Kinder bekamen entweder eine Artemisinin-kombinierte Standardtherapie (ACT) oder zweimal täglich eine Tasse Tee aus der Mohnpflanze. Bei 89 Prozent der Kinder trat eine klinische Verbesserung ein gegenüber 95 Prozent unter ACT, wobei aber der Tee bessere Verträglichkeit zeigte.

Im nächsten Schritt suchten die Wissenschaftler nach den aktiven Substanzen der Pflanze und stiessen dabei auf die Alkaloide Berberin, Protopin und Allocryptopin.

Allerdings sind diese Alkaloide schlecht bioverfügbar und ließen sich kaum im Blut nachweisen, so dass die Forscher nicht wissen, wie die Pflanze wirkt.

Den Wirkungsmechanismus zu kennen wäre aber nützlich für einen möglichst standardisierten Eigenanbau. Die Wissenschaftler wollen nämlich kein neues, patentgeschütztes Arzneimittel entwickeln, sondern ein zuverlässiges, erschwingliches, verbessertes Phytopharmakon für die Menschen in armen Regionen. Der ganze Vorgang habe sechs Jahre gedauert und etwa 400 Millionen Euro gekostet – ein Bruchteil der üblichen Entwicklungskosten für Medikamente in der Pharmaindustrie. Die Nutzung der Pflanze sei inzwischen gestiegen – als Ergänzung der üblichen Malariatherapeutika, nicht als Ersatz.

Wissenschaftler sollten ihre Vorurteile gegenüber traditioneller Pflanzen überdenken und mehr wissenschaftliche Evidenz schaffen, fordert Willcox. Die Forschungsinitiative für traditionelle Malaria-Methoden setzt sich deshalb dafür ein, dass mehr solcher Studien durchgeführt werden.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=53948

Forschungsinitiative für traditionelle Malaria-Methoden (Ritam):

http://giftsofhealth.org/ritam/

Kommentar & Ergänzung.

Da die Resistenzen gegen bisherige Malariamittel zunehmen, ist solche Forschung sehr erwünscht.

Siehe auch:

Malaria-Forschung: Afrikanische Heilpflanzen im Fokus 

Die Forschung rund um Argemone mexicanae ist allerdings nicht völlig neu.

Siehe:

Antenna erforscht traditionelles Heilpflanzen-Wissen

Ein bisschen irritierend finde ich die 400 Mio. Euro, die der ganze Prozess gekostet haben soll. Diese horrende Summe kann sich kaum nur auf das beziehen, was hier beschrieben wird an Forschung bezüglich Argemone mexicana. So teuer wird das nicht gewesen sein. Vielleicht bezieht sich die Zahl auf die gesamte Forschung des Ritam.

Und im übrigen sind die Informationen über die Studien in dieser Meldung sehr spärlich und daher wenig aussagekräftig. So wird zum Beispiel nicht einmal klar, wie viele Probanden teilgenommen haben. Verlassen würde ich mich auf solche Angaben jedenfalls nicht.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schutzeffekt von Wein nur bei sportlichen Menschen?

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Die günstigen Effekte von Wein gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen sich nur bei regelmäßigem Training. Ob Rotwein oder Weisswein getrunken wird, spielt offensichtlich keine Rolle.

Vor allem dem Rotwein wird nachgesagt, dass er schon in geringen Mengen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen soll.

Jetzt weist aber eine Studie darauf hin, dass dieser positive Effekt offenbar nur sportlichen Menschen zugute kommt.

Denn nur bei diesen Personen steigerte der gemäßigte Weingenuss das gefäßschützende HDL-Cholesterin im Blut, schreiben tschechische Wissenschaftler. Die Farbe des Weins fällt dabei nicht ins Gewicht.

Seit Jahrzehnten wird über eine mögliche gesundheitsfördernde Wirkung von Wein diskutiert, wobei insbesondere Rotwein in Fokus steht.

Dass übermäßiger Alkoholkonsum schädlich ist, steht ausser Frage. Einem täglichen Glas Rotwein dagegen schreiben Wissenschaftler und Weintrinker durchaus positive Effekte für die Blutgefäße zu: Die Werte an HDL, also an „gutem“ Cholesterol im Blut, sollen durch regelmäßigem Weinkonsum steigen. Dadurch sollen Krankheiten wie Arteriosklerose, deren Folgen bis hin zum Herzinfarkt reichen können, seltener auftreten. Aussagekräftige Langzeitstudien über den Einfluss von Wein auf diese Werte und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose gibt es bisher allerdings nicht.

Forscher um Milos Taborsky von der Universitätsklinik im tschechischen Olomouc haben darum ein Jahr lang die Effekte von Rotwein und Weisswein bei 146 Versuchspersonen miteinander verglichen. Die Probanden hatten gemäss medizinischen Voruntersuchungen ein leichtes bis mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für die Zeit der Studie erhielten die Studienteilnehmer entweder einen roten Pinot Noir oder einen weißen Chardonnay-Pinot zu trinken. Bei den Mengen hielten sich die Forscher an die Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, die für Frauen 0,2 Liter und für Männer 0,3 Liter Wein am Tag an nicht mehr als fünf Tagen in der Woche als „moderat“ bezeichnet. Die Wissenschaftler verglichen die Cholesterinwerte der Versuchspersonen am Anfang der Studie mit den Werten nach einem Jahr. Dies sei die erste Studie, die den Langzeiteffekt von Rotwein und Weisswein auf HDL-Cholesterin und anderen Biomarker der Arteriosklerose vergleicht, erklärt Taborsky.

Das Resultat: Weder Rotwein noch Weisswein steigerte die Werte des „guten“ HDL-Cholesterins merkbar. Das „schädliche“ Cholesterin in Form von LDL lag allerdings in beiden Gruppen tiefer. Nur bei der Rotwein-trinkenden Gruppe reduzierte sich auch der Gesamtgehalt an Cholesterin. Diese Resultate bestätigen jedoch keine schützende Wirkung des Weins für die Blutgefäße, schreibt Taborsky. Ein Anstieg von HDL sei das wesentliche Zeichen eines schützenden Effektes gegen Herz-Kreislauferkrankungen. Deshalb könne man schließen, dass weder Rotwein noch Weisswein einen Effekt auf die Studienteilnehmer insgesamt hatte.

Bei den Laborwerten fanden die Wissenschaftler keinen klinisch signifikanten Einfluss von moderatem Rotwein- oder Weissweinkonsum auf Parameter wie Lipidwerte, C-reaktives Protein, Nüchtern-Glukose, andere Marker für das Arteriosklerose-Risiko oder Leberwerte.

Allerdings entdeckten die Forscher einen gesundheitsfördernden Effekt bei sportlichen Versuchspersonen. Das einzige positive und anhaltende Resultat lag bei der Untergruppe von Probanden, die regelmäßig mindestens zweimal pro Woche Sport trieben, zusätzlich zum Weinkonsum. Bei diesen Versuchspersonen erhöhte sich das HDL-Cholesterin, während sich LDL- und Gesamtcholesterin im Blut merklich verminderten – sowohl bei Rotwein als auch bei Weisswein. Die Wissenschaftler spekulieren deshalb darüber, ob ein Zusammenspiel von niedrigen Alkoholmengen und körperlichem Training gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützten könnte.

Die Forscher wollen deshalb in zukünftigen Studien diesen möglichen Effekt von Wein und regelmäßigem Training näher untersuchen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17962-2014-09-01.html

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59952/Studie-Weintrinken-vermindert-Atherosklerose-Risiko-nicht

(Bratislava Medical Journal; 2014; doi: 10.4149/BLL_2012_037)

http://www.elis.sk/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=2748&category_id=90&option=com_virtuemart&vmcchk=1&Itemid=1

Kommentar & Ergänzung:

Die Meldungen von gesunden Rotwein wurden natürlich über Jahren von Rotwein-Konsumenten und Rotwein-Produzenten gerne gelesen und darum wohl auch gerne gedruckt. Meistens waren sie verknüpft mit dem Inhaltsstoff Resveratrol, der als verantwortlich für die gesundheitlichen Effekte angesehen wurde beziehungsweise wird.

Siehe:

Mythos vom gesunden Rotwein bröckelt

Interessant ist, dass in dieser Studie kein Unterschied zwischen Rotwein und Weisswein festzustellen war, während doch Rotwein sonst immer im Vordergrund stand.

Dass Wein nur zusammen mit sportlicher Aktivität einen positiven Einfluss haben soll, das scheint mir noch ziemlich nebulös. Haben die Teilnehmenden während der Studie gewusst, dass die sportliche Aktivität einer der beobachteten Faktoren ist? Dann wäre es möglich, dass die Sporttreibenden ihre sportlichen Aktivitäten während dieser Zeit ernster nahmen und dass die positiven Effekte nur auf den vermehrten Sport zurückzuführen sind.

Mit 146 Versuchspersonen ist die Studie sowieso ziemlich klein und in ihrer Aussagekraft begrenzt. Weinkonsumierende und weinproduzierende Menschen können daher hoffen, dass doch noch irgendwann eine besondere gesundheitliche Wirkung dieses besonderen Getränks festgestellt wird. Und sonst bleibt es halt mit Mass konsumiert ein Genussmittel.

 

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Chapeau: Mutige Russinnen und Russen

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Dass die dreisten Lügen des emeritierten KGB-Agenten Wladimir Putin und seines Aussen- und Progagandaministers Sergei Lawrow entlarvt werden ist auch das Verdienst von mutigen Russinnen und Russen, die trotz aller Repression über in der Ukraine gefallene russische Soldaten berichten. Chapeau!

Die NZZ hat darüber gerate einen eindrücklichen Artikel publiziert:

„Der russische Fernsehsender Doschd hat eine eigene Website mit dem Titel «Unsere Soldaten» aufgeschaltet, um die Namen der in der Ostukraine gefallenen, gefangengenommenen oder vermissten russischen Soldaten aufzulisten. Die bis anhin aufgeführten Soldaten gehören sieben verschiedenen Kampfverbänden an. Auch dies deutet darauf hin, dass die russische Armee mit beachtlichen Kräften in der Ostukraine agiert.“

Der Lokaljournalist und Politiker Lew Schlosberg erfuhr über Soziale Medien von der Beerdigung der gefallenen Fallschirmjäger Leonid Kitschatkin und Aleksandr Osipow, fotografierte die Gräber, schrieb einen Artikel darüber und wurde wenige Tage später auf dem Heimweg von Unbekannten brutal zusammengeschlagen. Auch auf andere Journalisten, die in diesem Zusammenhang recherchierten, gab es Angriffe. Ein Kamerateam von Doschd wurde auf der Suche nach weiteren Gräbern in der Gegend von kräftigen jungen Männern attackiert.

Zum ganzen Artikel der NZZ: Russlands totgeschwiegener Krieg

Ebenso mutig: Die Vereinigungen der Soldatenmütter und ihre Vorsitzenden wie Ella Poljakowa und Valentina Melnikowa. Vor denen hat Putin so viel Schiss, dass sie vom Justizdepartement als „ausländische Agenten“ eingestuft wurden, damit ihr Zugang zu Armeeinformationen eingeschränkt werden kann.

Tages-Anzeiger: „Bis zu 15 000 russische Soldaten wurden in die Ukraine geschickt“

Und wie konnte es in Russland so weit kommen?

Einen sehr informativen Hintergrundtext dazu hat Sergej Lebedew geschrieben. Der Autor und Journalist gehört ebenfalls zu den mutigen Russen. Der Text ist publiziert worden in der Süddeutschen und im sehr interessanten Osteuropamagazin Ostpol

Mich beschäftigt zur Zeit, wie man diese mutigen Russinnen und Russen unterstützen könnte. Bei Sergej Lebedew könnte man seinen ersten Roman kaufen: „Der Himmel auf ihren Schultern“, über den Umgang mit der Stalinzeit in Russland. Hier die Besprechung auf Spiegel online.

Und was sagt eigentlich Putin-Freund Gerhard Schröder zum Feldzug seines Spezis? Lange nichts mehr gehört. Ist der abgetaucht?

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Mammografie – wie sieht die aktuelle Evidenz aus?

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Thema Mammografie gibt es – wie bei einigen anderen Vorsorgeuntersuchungen auch – in letzter Zeit kontroverse Diskussionen in der Wissenschaft. Offensichtlich ist es nicht immer einfach, Nutzen und Risiko genau zu erfassen und zu bewerten.

Der „Standard“ veröffentlichte ein Interview mit Gerald Gartlehner, Experte für Evidenzbasierte Medizin (EBM).

Im Interview kann auch die Frage nach der Evidenz der Mammografie auf den Tisch.

Gartlehner:

„Laut derzeitiger Evidenz sollten Frauen zwischen 50 und 70 Jahren alle zwei bis drei Jahren zur Mammografie. Unter 50 könnte der Schaden durch Überdiagnosen und nicht notwendige Behandlungen sogar größer sein als der Nutzen. Die WHO wird demnächst eine Empfehlung herausgeben, die sich explizit gegen Brustkrebsscreenings bei Frauen unter 50 Jahren ausspricht. Zwischen 50 und 70 ist der Nutzen größer, aber nicht viel. Das wird von den Frauen aber um ein Vielfaches überschätzt.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000004271664/Evidenzbasierte-Medizin-Den-Wohlfuehlfaktor-erhoehen

Kommentar & Ergänzung:

Vorsorgen gilt ja grundsätzlich als positiv. Dass Vorsorgeuntersuchungen auch Risiken und Nachteile haben können, liegt nicht einfach so auf der Hand und war daher auch lange kein Thema. Die nun laufenden Diskussionen um Vor- und Nachteile können zwar verunsichern, sind aber wohl wichtig, damit fundierte, bestmögliche Entscheide getroffen werden können.

Allfällige Risiken von Vorsorgeuntersuchungen (Überdiagnosen, unnötige Behandlungen) müssen transparent auf dem Tisch liegen, ohne dass damit alle Vorsorgeuntersuchungen diffamiert werden.

Es geht nicht um Entweder-Oder, sondern darum, in jeder konkreten Einzelsituation die beste Lösung nach gegenwärtigem Kenntnisstand zu wählen. Dabei ist die EBM ein wertvolles Werkzeug.l

Was ist Evidenzbasierte Medizin (EBM)?

Die EBM strebt nach eine medizinischen Versorgung, welche die Erkrankung eines Patienten auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden Wissensquellen bzw. Daten behandelt.

Dazu wertet und klassifiziert die Evidenzbasierte Medizin klinische Studien – also Patientenstudien – nach ihrer Aussagekraft.

Die Studien werden in verschiedene Evidenzklassen eingeteilt von Ia bis V. Je höher die Evidenzklasse, desto besser die wissenschaftliche Begründbarkeit für eine Therapieempfehlung:

„Evidenzklasse ist ein Begriff der evidenzbasierten Medizin, der die formale und inhaltliche Qualität einer klinischen Studie beschreibt und kategorisiert. Sie beschreibt eine Hierarchie der Evidenz.

Dabei unterscheidet man nach den Empfehlungen des AHRQ (Agency for Healthcare Research and Quality) die Evidenzklassen I bis IV. Studien der Klasse Ia haben die höchste Evidenzklasse, Studien der Klasse IV die geringste. Je höher die Evidenzklasse, desto besser ist die wissenschaftliche Begründbarkeit für eine daraus abgeleitete Therapieempfehlung.

– Stufe Ia: Wenigstens eine Metaanalyse auf der Basis methodisch hochwertiger randomisierter, kontrollierter Studien (RCT)

– Stufe Ib: wenigstens ein ausreichend großer, methodisch hochwertiger RCT

– Stufe IIa: wenigstens eine hochwertige Studie ohne Randomisierung

– Stufe IIb: wenigstens eine hochwertige Studie eines anderen Typs, quasi-experimenteller Studie

– Stufe III: mehr als eine methodisch hochwertige nichtexperimentelle Studie wie etwa Vergleichsstudien, Korrelationsstudien oder Fall-Kontroll-Studien

– Stufe IV: Meinungen und Überzeugungen von angesehenen Autoritäten (aus klinischer Erfahrung); Expertenkommissionen; beschreibende Studien

– Stufe V: Fallserie oder eine oder mehrere Expertenmeinungen“

Quelle: Wikipedia

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, wie wenig Gewicht die EBM den Expertenmeinungen gibt.

Wir werden ja in den Medien überschwemmt mit tatsächlichen oder angeblichen Expertinnen und Experten, auch zu Gesundheitsthemen.

Eine gesunde Portion Skepsis ist da immer angebracht, unter anderem auch, weil Experten in den Medien oft gezielt von PR-Firmen aufgebaut und platziert werden und Meinungen nicht ganz unabhängig einbringen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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