Artikel mit Schlagwort ‘Kamille’

Wirkstoffe der Heilpflanzen: Ätherische Öle

Donnerstag, Oktober 20th, 2011

„Ätherische Öle sind Gemische aus leicht flüchtigen Pflanzeninhaltsstoffen, darunter Alkoholen, Aldehyden, Ketonen und Äthern. Sie sind es, die vielen Pflanzen ihren charakteristischen Geruch geben. Eucalyptus, Kamille, Pfefferminze, Lavendel, Fichte und Kiefer enthalten sie in größeren Mengen. Der Name Öle ist allerdings irreführend: Ein Tropfen, auf ein Filterpapier gebracht, verdunstet, ohne einen Fettfleck zu hinterlassen.

Viele ätherische Öle wirken desinfizierend, sie töten Bakterien ab oder erschweren eine Ansiedlung von Mikroben. Auf die Haut aufgebracht, sorgen die meisten von ihnen zudem für eine vermehrte Durchblutung. Dies wird zum Beispiel in vielen „Rheumasalben” genutzt.“

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist natürlich eine sehr kurz geratene Beschreibung der ätherischen Öle, eine Wirkstoffgruppe, über die es noch viel mehr zu sagen gibt.

Wichtig scheint mir in erster Linie festzuhalten, dass ätherische Öle und fette Öle (zum Beispiel Mandelöl, Olivenöl) von ihrem Aufbau her total unterschiedlich sind.

Ätherische Öle werden in der Aromatherapie und in der Phytotherapie eingesetzt, zum Teil mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

In der Phytotherapie kommen ätherische Öle nicht nur in isolierter Form zu Anwendung, sondern auch quasi eingebettet in Kräutertees, Pflanzentinkturen oder Pflanzenextrakten.

In der Phytotherapie auch in reiner, isolierter Form verwendete ätherische Öle sind beispielsweise:

Pfefferminzöl, Lavendelöl, Nelkenöl (= Gewürznelkenöl), Melissenöl, Teebaumöl, Kümmelöl, Fenchelöl, Thymianöl, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl, Rosmarinöl, Kamillenöl, Anisöl, Wacholderöl, Korianderöl, Cajeputöl, Niauliöl, Kiefernnadelöl, Minzöl, Zimtöl und Zimtblätteröl, Rosenöl (vor allem als Aromatikum), Citronellöl ( als Ersatz für Melissenöl), Zitronenöl ( vor allem als Aromatikum)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Bewährte Heilpflanze für die Haut: Hamamelis – die Zaubernuss

Dienstag, Oktober 4th, 2011

Die Pharmaceutical Tribune publizierte einen Text über Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Hamamelis / Zaubernuss (Hamamelis virginiana).

Hier ein paar interessante Zitate mit anschliessendem Kommentar:

Zu den Wirkstoffen in Hamamelisblatt bzw, Hamamelisrinde:

„Wirksames Prinzip sind die enthaltenen Gerbstoffe, die im Arzneibuch mit einem Mindestgehalt von 3 % als Qualitätsanforderung für die Blattdroge gelten. Ein Gesamtgehalt von über 10 % in der Rinde ist möglich. In den Blättern liegen Katechingerbstoffe, Gallotannine und Procyanidine vor. Die Rinde enthält vorwiegend Katechine und Hamamelitannine. Weiters finden sich noch freie phenolische Säuren (z.B. Gallussäure), Flavonoide und wenig ätherisches Öl. Aqua Hamamelidis, gewonnen durch wässrige Destillation der frischen Zweige, und Tinctura Hamamelidis, ein alkoholischer Auszug, werden in der Dermatologie häufig eingesetzt.“

Kommentar:

Hamamelis gilt als Gerbstoffpflanze. Zu beachten ist aber, dass in den meisten Präparaten Hamamelis-Destillat verwendet wird. Im Destillat sind aber die Gerbstoffe nicht vorhanden.

Zur Wirkung von Hamamelis / Zaubernuss:

„Die Wirkung ist adstringierend, blutstillend und entzündungshemmend. Die gefäßprotektive und antihämorrhagische Wirkung von Auszügen aus Hamamelis durch Hemmung des Tumornekrosefaktors TNF-α wurden bereits nachgewiesen. Es kommt zur Verminderung der Entzündungsmediatoren im Arachidonsäurestoffwechsel. Für Rindenextrakte aus Hamamelis virginiana konnte eine positive Wirkung auf die Proliferation von Keratinozyten und die gesteigerte Regeneration geschädigter Hautareale bestätigt werden. Die antimikrobielle Wirkung wird den in der Droge enthaltenen Lignanen zugesprochen.

Kommentar:

In Vordergrund steht eine entzündungswidrige und wundheilende Wirkung.

„Hamameliswasser eignet sich als Bestandteil von Gesichtswässern bei lokalen Entzündungen der Haut. Es wirkt verfeinernd auf vergrößerte Poren, entfettend und ist als Bestandteil kosmetischer Gesichtstonika gegen Hautunreinheiten oder Akne geeignet. Pinselungen mit der Tinktur oder Spülungen mit wässrigen Extrakten der Blattdroge werden bei Schleimhautläsionen im Mundbereich und bei Parodontitis empfohlen.“

Kommentar:

Hamameliswasser wäre dann also genau diese gerbstofffreie Zubereitung. Das mag den Vorteil haben, dass der austrocknende Effekt der Gerbstoffe fehlt. Unklar bleibt aber, welche relevanten Inhaltsstoffe vorhanden sind.

“Als Sitzbad bei Hämorrhoiden empfiehlt sich das Wurzelextrakt als Badezusatz. Bei Neurodermitispatienten hat die Anwendung von Cremen und Lotionen mit Hamamelisextrakt einen positiven Effekt auf die Symptomatik. Die Arzneidroge Hamamelidis folium weist kein allergenes Potenzial auf und kann als Bestandteil topischer Arzneimittel für sensible Haut empfohlen werden. Fertigpräparate mit Extrakten sind im Handel erhältlich.“

Kommentar:

Bei entzündeten Hämorrhoiden, Perianalekzem, Analfissuren etc. würde ich eine gerbstoffreiche Zubereitung vorziehen und eher auf ein Eichenrinden-Sitzbad setzen.

Bei Neurodermitis haben sich Salben mit Hamamelis-Destillat bewährt.

Der Hinweis auf das fehlende allergene Potenzial von Hamamelis scheint mir wichtig. Zwar ist nicht mit Sicherheit auszuschliessen, dass es auch auf Hamamelis Allergien geben kann.

Das müsste aber ein sehr seltenes Geschehen sein, von dem ich bisher weder gehört noch in der Fachliteratur gelesen habe, während beispielsweise Allergien auf Kamille, Ringelblume oder Arnika gut bekannt sind.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109287&dspaid=942742

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Kräutertees aus dem Garten

Freitag, September 23rd, 2011

Zu diesem Thema veröffentlichte die „Kleine Zeitung“ einen kleineren Artikel.

Viele Heilpflanzen aus dem Garten lassen sich in Form von gesundheitsfördernden Kräutertees verwenden. Dazu sei allerdings etwas Fachwissen nötig, schreibt zu recht die „Kleine Zeitung“.

Hier ein paar Zitate mit Kommentaren von mir:

„’Es lohnt sich, mit offenen Augen durch den Garten zu gehen: Dort gibt es manch eine unbehandelte Zutat für einen gesunden Tee’, sagt Sven Görlitz, Gartenfachberater vom Verband Wohneigentum in Karlsruhe.“

Genau. Aber es braucht einiges an Wissen darüber, wofür genau welche Heilpflanze eingesetzt werden kann.

Minzen / Pfefferminze

„Ganz oben auf der Liste stehen Minzen. Doch angesichts der vielen Sorten ist Vorsicht geboten: ‚Darunter sind auch giftige Arten, sowie einige mit sehr hohem Menthol-Gehalt, was Magenreizungen verursachen kann’, warnt Manfred Fischer von den Kneipp-Werken in Bad Wörishofen. Auf der sicheren Seite ist man mit einer Mentha x piperita vom Gärtner. ‚Bei ihr ist untersucht: Die ätherischen Öle lindern Magen-Darm-Beschwerden und steigern Gallenproduktion und -abfluss.’“

Mentha piperita, die Pfefferminze, ist jedenfalls vo allen Minzenarten am besten in ihren Wirkungen dokumentiert und wird deshalb von den staatlichen Arzneibüchern als Heilpflanze anerkannt.

Brennnessel

„Ähnlich weit verbreitet ist die Brennnessel. ‚Sie wird von manch einem Gartenbesitzer gar nicht gerne gesehen, weil sie stark wuchert’, sagt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern in München. ‚Aber wenn man die Triebe ausmerzt, kann man sie prima als Tee verwerten.’ Gerade die ersten frischen Triebe enthalten viele wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. ‚Gleichzeitig steigert Brennnesseltee die Filtrationsleistung der Niere’, erklärt Fischer.”

Brennessel ist zudem wertvoll als Futterpflanze für die Raupen einiger Schmetterlingsarten (Kleiner Fuchs,  Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen, Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennessel-Zünslereule). Diese Schmetterlingsraupen fressen ausschliesslich Brennnesseln, während der Distelfalter neben Brennnesseln auch andere Pflanzen verspeist.

Kamille

„Auch die echte Kamille wächst in vielen Gärten. ‚Als Tee wirkt sie stark entzündungshemmend und krampflösend zum Beispiel bei gereizten Schleimhäuten oder Gastritis, auf einen Umschlag gegeben fördert sie die Wundheilung, und die aufsteigenden Dämpfe von mit heißem Wasser übergossenen Blüten helfen bei Erkältungsbeschwerden’, erläutert Fischer.“

Häufiger im Garten wachsend findet man aber die Strahlenlose Kamille. Nicht mit Echter Kamille verwechseln!

Schafgarbe

„Noch stärker krampflösend wirken übrigens die Blüten der Schafgarbe.“

Ob Schafgarbe oder Kamille stärker ist in der krampflösenden Wirkung, ist nicht geklärt. Schafgarbe gehört aber im Gegensatz zur Kamile zu den Bitterstoffpflanzen. Sie fördert daher die Magensaftproduktion und den Gallenfluss.

Spitzwegerich

„Die Blätter des Spitzwegerich helfen ebenfalls bei Erkältungen: Ihre Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm über die durch Husten oder Räuspern gereizten Schleimhäute.“

Okay, aber Malvenblüten (von Malva silvestris) sind für diesen Zweck meines Erachtens wirksamer.

Thymian

„Dann sind da noch die Küchenkräuter. ‚Als Heilkraut gerne unterschätzt ist Thymian’, urteilt Danitschek. Dank seiner antimikrobiellen Wirkung trägt Thymiantee dazu bei, bei einer Erkältung die Schleimhautbereiche bakterienarm zu halten.“

Das ist fraglich, weil bei Erkältungskrankheiten in der Regel Viren als Auslöser vorliegen. Und weil das ätherische Thymianöl schlecht wasserlöslich ist, dürfte eine antimikrobielle Wirkung von Thymiantee eher zu schwach sein.

Man kann den Gehalt an ätherischem Öl im Thymiantee aber erhöhen, indem man während dem Ausziehen etwas Honig beifügt.

Salbei

„Ein guter Partner ist Salbei: Dieser wirkt entzündungshemmend in Mund und Rachen bei Erkältungen und Druckstellen von Prothesen. Hierzu wird in der Regel mit einem Aufguss gegurgelt. ‚Salbei-Tee kommt vor allem bei gereizter Magen-Darm-Schleimhaut zum Einsatz’, ergänzt Fischer. Außerdem hemme Salbei die Schweißsekretion und werde deshalb gern bei verstärkter Schweißneigung oder in den Wechseljahren getrunken.“

Medizinisch verwendet wird in der Phytotherapie ausschliesslich der Garten-Salbei (Salvia officinalis).

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) gilt als unwirksam.

Fachkenntnisse nötig

„Voraussetzung dafür, dass das Kraut, die Blätter oder Blüten ihre heilsame Wirkung entfalten können, ist, dass die richtige Pflanze gewählt wird. ‚Das erfordert Fachkenntnisse’, warnt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. So sei der echte Spitzwegerich kaum vom Breitwegerich zu unterscheiden. ‚Man sollte auf keinen Fall durch Wald und Wiesen streifen und Pflanzenteile abrupfen. Dazu ist die Verwechslungsgefahr zu groß. Zudem stehen viele Pflanzen unter Naturschutz.’ Ein guter Weg ist stattdessen der gezielte Erwerb und Anbau von echten Heilkräutern im eigenen Garten.“

Einverstanden, was die nötigen Fachkenntnisse angeht.

Diese können Sie sich übrigens in meinem Heilpflanzen-Seminar, in der Phytotherapie-Ausbildung, auf Heilkräuter-Exkursionen oder in Tagesseminaren erwerben (siehe unter „Kurse“ in der obigen Menü-Liste).

Dass Spitzwegerich und Breitwegerich kaum zu unterscheiden sind, wie das oben formuliert wird, finde ich allerdings ziemlich übertrieben.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sonnenbrand & Insektenstiche in Phytotherapie & Aromatherapie

Montag, August 15th, 2011

Im Sommer kommt es oft zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phytotherapie und die Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

In Newsletter von pharmavista.net werden einige dieser Möglichkeiten vorgestellt. Hier die wichtigsten Infos als Zitate (kursiv) mit anschliessendem Kommentar:

„Im Sommer kommt es häufig zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phyto- und Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

Bei Sonnenbrand wird z.B. empfohlen, die betroffenen Körperstellen zuerst gut zu kühlen und anschliessend mehrmals täglich Johanniskrautöl aufzutragen. Aufgrund des Risikos einer Photosensibilisierung ist eine erneute Sonnenexposition erst recht zu vermeiden.“

Kommentar & Ergänzung:

Zur Kühlung eignet sich zum Beispiel eine Mischung von Joghurt und Gurkensaft. Der Hinweis auf das Risiko einer Photosensibilisierung nach Auftragen von Johannisöl ist fragwürdig. Ein geringes und eher überschätztes Risiko für die Entwicklung einer Photosensibilisierung besteht bei der Einnahme von Johanniskraut-Extakten.

Siehe dazu:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Dass es zu Photosensibilisierung bei der äusserlichen Anwendung von Johanniskrautöl kommt, dafür fehlen bisher fundierte Hinweise.

Es gibt eine Untersuchung dieser Frage, veröffentlicht durch die Carstens-Stiftung. Zitat:

„ Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“

Zitat aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf.

http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf

Klar ist aber, dass man bei einem Sonnenbrand nicht Johanniskrautöl auftragen und sich dann der Sonne exponieren soll. Das würde wohl den Sonnenbrand verstärken  - wohl wegen dem “Brennglaseffekt” und nicht wegen einer Photosensibilisierung – wie auch die Autoren der Studie vermuten.

„Im Rahmen der Aromatherapie können je nach Ausdehnung des Erythems mehrmals täglich 2-6 Tropfen ätherischen Öls des Speiklavendels (Lavandula spica) lokal appliziert werden. Speiklavendel fördert die Wundheilung und wirkt schmerzstillend.

Speiklavendelöl eignet sich zudem zur lokalen Behandlung von Insektenstichen (Spinnen, Bienen, Wespen, Mücken, Quallen, Flöhe). Applikation alle 2 Minuten wiederholen. Schmerzen und Schwellungen klingen innerhalb von 10 Minuten ab.“

Kommentar & Ergänzungen:

Speiklavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen aus dem Breitblättrigen Lavendel (Lavandula latifolia), auch Großer Speik, Spanischer Lavendel, Speik-Lavendel (Lavandula spica) oder Gewürz-Lavendel genannt.

Speiklavendelöl wird gern in der Parfümerie eingesetzt. Es hat nicht die beruhigende Wirkung wie Lavendelöl aus Lavandula angustifolia. Aufgrund seines Gehaltes an Kampfer und Cineol eignet es sich gut  zur Behandlung von Erkältungskrankheiten. Äusserlich wirkt Speiklavendelöl antimikrobiell. Persönlich ziehe ich bei Insektenstichen Lavendelöl aus Lavandula angustifolia vor.

„Bei Insektenstichen werden in der Aromatherapie häufig auch Mischungen verschiedener ätherischer Öle verwendet. Dazu gehören Speiklavendel, Kamille, Teebaum sowie bestimmte als Repellens wirksame ätherische Öle wie Zitronell- und Geraniumöl, welche ebenfalls entzündungshemmende und/oder schmerzstillende Eigenschaften haben. Mischungen ätherischer Öle sind eher Erwachsenen vorbehalten.“

Kommentar & Ergänzung:

Repellens = insektenvertreibendes Mittel

Geranienöl stammt von Pelargonium graveolens (Duftgeranie, Rosengeranie, Duftpelargonie).

Literatur:

_Le conseil en phytothérapie, Chantal Ollier, éditions Pro-Officina, 2e édition 2011, p104-107

_L’aromathérapie, Dominique Baudoux, Editions Amyris, 2e édition 2008, p74, 169

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4353&NMID=1792&LANGID=2

Siehe ausserdem:

Zwiebel gegen Juckreiz nach Insektenstichen

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Heilpflanzen bei Mundschleimhautentzündung

Montag, August 8th, 2011

In einem Zeitschriftenbeitrag beschreibt die Apothekerin Grit Zahn, welche Heilpflanzen sich zur Behandlung von Mundschleimhautentzündung eignen:

„Schleimdrogen wie Malve und Eibisch bilden einen Schutzfilm auf der Mundschleimhaut. Als Kaltwasserauszug eignen sie sich zum Spülen und Gurgeln. Gerbstoffhaltige Extrakte aus Myrrhe, Ratanhia- oder Rhabarberwurzel werden oft als Tinktur auf die betroffenen Stellen gepinselt. Sie hemmen Entzündungen und fördern die Wundheilung, können jedoch anfangs  verstärkt brennen. Ätherische Öle aus Kamille, Salbei, Thymian und Gewürznelken wirken antimikrobiell.“

Quelle:

http://www.apotheken-umschau.de/Mund/Mundschleimhautentzuendung-Spuelen-und-gurgeln–114287_2.html

Kommentar & Ergänzung:

Wenn hier von „Schleimdrogen“ die Rede ist, dann sind mit „Droge“ getrocknete Heilpflanzen gemeint, nicht etwa Rauschmittel oder Betäubungsmittel.

Malvenblätter und Eibischwurzeln sind gut geeignet zur Linderung von Mundschleimhautentzündung. Eibischwurzel sollte tatsächlich kalt angesetzt werden, Malvenblätter ( = Chäslichrut) können auch mit heissem Wasser aufgegossen werden. Myrrhe ist ein Harz und enthält keine Gerbstoffe, wirkt aber trotzdem günstig bei Mundschleimhautentzündung. Anstelle von Ratanhiawurzel könnte auch die gleichwertige, aber einheimische Tormentillwurzel ( = Blutwurz, Aufrechtes Fingerkraut) eingesetzt werden.

Rhabarberwurzel ist auch Bestandteil des Präparates Pyralvex (Rhabarberextrakt & Salicylsäure).

Kamillenöl, Salbeiöl, Thymianöl und Nelkenöl würde ich als Bestandteil von Heilpflanzen-Präparaten anwenden, nicht pur.

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Heilpflanzen: Schafgarbe (Achillea millefolium)

Dienstag, August 2nd, 2011

Die Pharmaceutical Tribune veröffentlichte kürzlich einen interessanten Beitrag zur Schafgarbe. Hier ein paar Auszüge mit dazwischen gesetzten Kommentaren von mir:

„Äußerlich werden Umschläge aus zerquetschtem Kraut als Auflage bei Verletzungen empfohlen. Sitzbäder mit Schafgarbenaufguss können auf Grund der adstringierenden Wirkung Linderung bei Wunden im Anal- oder Dammbereich bringen…….Laut Kneipp entspricht das Potenzial der Schafgarbe dem des Johanniskrauts.“

Schafgarbe (Achillea millefolium) hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde einen soliden Ruf als Wundheilpflanze. Sie wurde auch Soldatenkraut und Zimmermannskraut genannt.

Eine wundheilende Wirkung könnte auf das ätherische Öl mit dem Bestandteil Chamazulen zurückzuführen sein. Schafgarbenöl gleicht an diesem Punkt dem Kamillenöl, das seine tiefblaue Farbe dem Chamazulen verdankt.

Wenn Sebastian Kneipp das Potential der Schafgarbe mit demjenigen des Johanniskrautes vergleicht, meint er das sicherlich bezüglich der wundheilenden Wirkung, und nicht bezogen auf die heute viel bekanntere Wirkung des Johanniskrautes gegen Depressionen.

„Die wirksamen Inhaltsstoffe sind vielfältig. Bis zu 1 % ätherisches Öl ist im Kraut enthalten. Laut Arzneibuch beträgt der geforderte Mindestgehalt der Arzneidroge 0,3 %. Dieses kann je nach Ursprung azulenhaltig (bis zu 40 %) oder azulenfrei sein.“

Bei der Schafgarbe (Achillea millefolium) gibt es mehrere Unterarten, die sich im Wirkstoffgehalt stark unterscheiden. Das drückt sich auch in der grossen Spannweite des Azulen-Gehaltes aus – von Null bis zu 40%.

„Die enthaltenen Sesquiterpenlaktone wirken als Bitterstoffe krampflösend auf den Verdauungstrakt und fördern die Gallensekretion.(1)“

Schafgarbe gehört zu den Amara-Aromatica, das sind Heilpflanzen, die sowohl ätherische Öle als auch Bitterstoffe einthalten.

„Das ätherische Öl ist antibakteriell und fungistatisch.“

Fungistatisch = pilzhemmend

„Untersuchungen belegen die choleretische Wirkung für diese Inhaltstoffgruppe anhand methanolischer Extrakte im Vergleich zu Zynarin. (2)“

Choleretisch = regt die Gallensaftproduktion in der Leber an.

Zynarin meint wohl Cynarin, den Bitterstoff aus den Artischockenblättern.

„In hohen Anteilen sind Flavonoidglykoside vom Luteolin- und Apigenintyp sowie Phenolkarbonsäuren im Schafgarbenkraut enthalten. Sie wirken entzündungshemmend und gefäßstabilisierend. Sowohl als wässriger Aufguss als auch in Form einer Tinktur hat Millefolii herba entzündungshemmende und krampflösende Wirkung.(3)“

Traditionell wird die krampflösende Wirkung von Schafgarbentee angewendet zur Linderung von Menstruationskrämpfen. Das könnte allerdings besser dokumentiert sein – doch würde ich das durchaus mal ausprobieren, wenn ich Menstruationskrämpfe hätte….Für diesen Anwendungsbereich würde ich Schafgarbentee gegenüber der Schafgarbentinktur vorziehen. Als Bittermittel bei Verdauungsschwäche ist Schafgarbentinktur dagegen ebenbürtig.

„Regelmäßige Bäder mit Schafgarbenextrakten bei schlecht heilenden Läsionen am diabetischen Fuß konnten die Wundheilung verbessern. Cave: Korbblütlerallergie!“

Für die Korbblütlerallergie sind die Sesquiterpenlactone verantwortlich. Wer auf sie allergisch ist, wird auch Probleme haben mit den meisten anderen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), zum Beispiel mit Kamille und Arnika.

„Als Apotheker können wir eigene Varianten empfehlen – Schafgarbenextrakt als entzündungshemmenden Zusatz für Sitzbäder gegen Hämorrhoiden und Analfissuren oder einen krampflösenden Tee bei verdauungs- oder menstruationsbedingten Beschwerden im Unterbauch. Auch Kinder ab zwei Jahren profitieren vom Schafgarbentee bei unspezifischen Bauchschmerzen, man sollte ihn nur mit Honig verfeinern.“

Bei Hämorrhoiden und Analfissuren würde ich alllerdings Heilpflanzen mit hohem Gerbstoffgehalt vorziehen, vor allem Eichenrinde oder stark ausgezogenen Schwarztee. Allenfalls liesse sich das aber kombinieren mit den Kamillenblüten / Schafgarbe.

Quelle für die Zitate:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109691&dspaid=946279

1 Z Naturforsch; 2002: 976–982, 2 Phytomed; 2006: 702–706, 3 BS Vet Med J; 2007: 86–92

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Oekotest verteilt Babytees schlechte Noten

Freitag, Juli 29th, 2011

Zahlreiche Babytees enthalten nicht nur Zucker, sondern auch Mineralöl. Das ist das Resultat eines Tests, den die Zeitschrift Ökotest (Ausgabe August 2011) publiziert hat.

„Für Eltern ist nicht immer sofort ersichtlich, ob ein Babytee Zucker enthält“, kritisierten die Tester. Mancher Stoff muss laut Ökotest nicht als Zucker deklariert werden, obwohl es sich chemisch betrachtet um etwas ganz Ähnliches handelt. Das betrifft etwa Maltodextrin, ein Stoff, der aus Stärke gewonnen wird.

„Diese Zuckerart kann bei Kindern, ebenso wie Haushaltszucker, Karies verursachen“, schreibt Ökotest.

Ökotest kritisiert zudem, dass in Babytees überhaupt Zuckerarten stecken. „Vom Gewicht machen die enthaltenen Kohlenhydrate so viel aus wie bis zu 16 Würfelzucker pro Liter“, hält der Bericht fest.

Doch der hohe Zuckeranteil ist nicht der einzige Kritikpunkt. Bei fast allen Beuteltees fand das untersuchende Labor Mineralöl. Die Tester vermuten, dass diese Rückstände höchstwahrscheinlich von den Druckfarben der Verpackung stammen, die auf Lebensmittel übergehen können. Mineralöl wird laut Ökotest vom menschlichen Organismus kaum ausgeschieden, sondern reichert sich an.

Fachleute schätzen, dass jeder Mensch ein paar Gramm Mineralöl in sich herumträgt. „Wie gefährlich das ist, kann derzeit niemand genau beurteilen“, stellt der Bericht fest. Gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung können jedoch bestimmte Mineralölbestandteile in der Leber, in den Herzklappen oder in den Lymphknoten Schäden verursachen.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46797/Schlechte_Noten_fuer_Babytees.htm

Kommentar & Ergänzung:

Solche Resultate geben zu denken. Babytees leben schliesslich vom Image des gesunden Kräutertees und enthalten auch oft Heilpflanzen wie Fenchel, Kümmel, Kamille.

Der hohe Zuckergehalt vieler Babytees ist seit Jahrzehnten ein Kritikpunkt. Neben der hohen Kalorienzufuhr und dem Risiko vermehrter Kariesbildung kommt hier noch als Negativpunkt hinzu, dass Säuglinge und Kleinkinder schon früh an stark gesüsste Getränke gewöhnt werden.

Das Problem mit dem hohen Zuckergehalt kenne ich schon aus meiner früheren Berufswelt als Drogist. Überrascht haben mich jedoch die Mineralöl-Rückstände.

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Phytotherapie lindert Nebenwirkungen bei Chemotherapie & Bestrahlung

Donnerstag, Juni 30th, 2011

Die Sendung „Hauptsache gesund“ auf MDR fasst einige Tipps zusammen zur Linderung der Nebenwirkungen bei Chemotherapie / Strahlentherapie:

„Chemotherapie und Bestrahlung sind die bislang wirksamsten Waffen gegen Krebs. Sie lassen sich jedoch nicht so ausrichten, dass ausschließlich Tumorgewebe zerstört wird. Deshalb kommt es zu typischen Nebenwirkungen.“

Doch dagegen gebe es natürliche Hilfe:

„- Entzündungen der Mundschleimhaut lassen sich mit Spülungen mit Kamille oder Salbei behandeln

- Gegen Durchfälle ist geriebener Apfel empfehlenswert

- Übelkeit ist ein häufiges Problem. Ein Tee aus kleinen Ingwerstücken, der morgens aufgebrüht und über den Tag hinweg getrunken wird, kann helfen. Auch Akupressur hat sich bewährt.

- Appetitlosigkeit lässt sich mit Bittermitteln wie Enzian bekämpfen.

- Erschöpfungsgefühle können mit Ginseng, Ginkgo oder Taiga-Wurzel gemildert werden. Auch Bewegung ist hilfreich.“

Quelle:

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/aktuelle-sendung/artikel14662.html

Kommentar & Ergänzung:

- Kamille und Salbei gegen Mundschleimhautentzündungen sind als Tipp in Ordnung. Es fehlen hier allerdings die Schleimstoffe (Leinsamen, Eibischwurzel), die sich sehr bewährt haben. Kurzfristig und eher lokal sind auch Gerbstoff-Pflanzen wie Tormentill (Blutwurz) Ratanhia, Schwarztee oder „Chäslichrut“ (Malvenblätter) geeignet.

Vorbeugend oder heilend helfen oft gefrorene Ananasstückchen

Siehe dazu: Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

- Gegen Durchfall helfen kurzfristig ebenfalls Gerbstoffpflanzen wie Schwarztee (lang ziehen lassen) oder Tormentill (Blutwurz).  Schleimstoffe ( Flohsamen / Flohsamenschalen) könnten bei Durchfall ebenfalls hilfreich sein.

- Neben Ingwer helfen bei Übelkeit manchmal Eiswürfel aus Pfefferminztee.

- Enzianwurzel gehört zu den stärksten Bitterstoffpflanzen. Ich würde gegen Appetitlosigkeit ausprobieren, welche Bitterstoffpflanze am besten „ankommt“, zum Beispiel Tausendgüldenkraut, Schafgarbe, Wermutkraut, Engelwurz,  Kardobenediktenkraut, Bitterklee.

- Bei Erschöpfungsgefühlen / Müdigkeit ist Ginkgo als Empfehlung nicht ganz nachvollziehbar, Ginsengwurzel und Taigawurzel aber schon, wobei beide eine längere Anwendungsdauer brauchen.

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Heilpflanzen bei Pilzerkrankungen (Mykosen)

Montag, Juni 13th, 2011

Im „Phyto-Forum“ der Aerztezeitung wurde vor kurzem folgende Frage gestellt:

„Gibt es Pflanzenextrakte gegen Hautpilze? Ich habe vor einiger Zeit etwas von Lavendelöl gehört. In welcher Form oder Zubereitung bei welchen Mykosen wäre das denn geeignet – falls ich mich recht erinnere.“

Auf diese Frage antwortete Professor Jürgen Reichling. Hier die wichtigsten Aussagen und dazu kurze Zwischenbemerkungen von mir.

Wer verursacht die Mykosen?

„Pilzinfektionen der Haut können durch Dermatophyten (Fadenpilze), Hefepilze (zum Beispiel Candida-Arten) und Schimmelpilze (zum Beispiel Aspergillus niger) verursacht werden. In den Zehenzwischenräumen und an den Nägeln der Finger und Zehen treten bevorzugt Fadenpilzerkrankungen hervor.“

Und wie zeigen sich die Pilzerkrankungen der Haut?

„Typisch für den Pilzbefall der Haut sind umschriebene, scharf begrenzte, leicht schuppende und randständig gerötete Herde, die leicht jucken.“

Wie steht es mit Untersuchungen zur Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten bei Pilzerkrankungen?

„Bisher gibt es keine zugelassenen pflanzlichen Antimykotika. Andererseits haben in experimentellen In-vitro-Studien vor allem verschiedene ätherische Öle fungizide Eigenschaften gezeigt. Sie waren besonders gegen Fadenpilze und Hefepilze wirksam.“

Tatsächlich zeigen sehr viele ätherische Öle pilzhemmende oder pilztötende Wirkungen. Beispiele sind Teebaumöl, Lavendelöl, Eukalyptusöl, Kümmelöl, Thymianöl.

„Bisher konnte allerdings die Wirksamkeit von pflanzlichen Antimykotika nur in wenigen standardisierten klinischen Studien belegt werden. In einer Beobachtungsstudie konnte etwa für Teebaumöl gezeigt werden, dass das ätherische Öl die Symptome einer Nagelpilzinfektion an Fingern und Zehen signifikant reduziert. Die Patienten berichteten übereinstimmend, dass vor allem die Hautrötungen und der Juckreiz stark gemildert wurden. Der Nagelpilz selbst konnte allerdings nicht abgetötet werden.“

Das entspricht meinen eigenen Beobachtungen bei Nagelpilz-Erkrankungen. Der Pilz ist hier für die ätherischen Öle schwer erreichbar und daher kaum wirksam zu bekämpfen.

„Die Symptomlinderungen lassen sich mit der Beobachtung erklären, dass viele ätherische Öle neben hautregenerierenden auch entzündungshemmende und juckreizstillende Eigenschaften aufweisen.“

Einverstanden. Im Gegensatz zum Nagelpilz kann aber bei Fusspilz oder Vaginalpilz mit ätherischen Ölen durchaus eine wirksame pilzhemmende oder pilztötende Wirkung erreicht werden.

„Aus der Erfahrungsheilkunde weiß man, dass bei Fußpilz- und Nagelpilzerkrankungen zum Beispiel Bäder und Einreibungen mit ätherischen Ölen von Teebaum, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Nelke, Kümmel, Kamille und Myrrhe fungizid wirken.“

Hier wird die Differenzierung zwischen Nagelpilz (kaum erfolgreich mit ätherischen Ölen behandelbar) und Fusspilz (mit ätherischen Ölen oft gut behandelbar) wieder verwischt. Ausserdem scheinen mir Bäder – also ätherische Öle in Wasser gemischt – nur beschränkt fungizid (pilztötend) wirksam. Einreibungen von ätherischem Öl gemischt mit fettem Öl dürften wirksamer sein.

„Im Handel gibt es antimykotische Nagelprotektor-Stifte, die verschiedene ätherische Öle (etwa Lavendel- und Teebaumöl) und pflanzliche Extrakte (etwa Niembaumextrakte) enthalten und die gut zur Pflege eingesetzt werden können. Ätherische Öle können auch in Form von Lösungen, Cremes und Gelen auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. In jedem Fall muss beachtet werden, dass ätherische Öle nur verdünnt (1-3 Prozent) verwendet werden sollten, da sie prinzipiell hautreizend sind. Menschen mit bekannter Duftstoffallergie ist von der Verwendung ätherischer Öle abzuraten.“

Grundsätzlich finde ich auch, dass man mit ätherischen Ölen sorgfältig umgehen soll und dass daher eine Verdünnung empfehlenswert ist. Für eine vergleichsweise gut verträgliches ätherisches Öl wie Lavendelöl scheint mir aber eine 1 – 3 %ige Konzentration sehr tief. In manchen Situationen kann man Lavendelöl auch pur verwenden.

„Außer den oben genannten ätherischen Ölen haben sich auch Bäder mit Eichenrinde oder auch Einreibungen mit Propoliszubereitungen bewährt. Generell ist allerdings zu beachten, dass die antimykotische Wirksamkeit von pflanzlichen Zubereitungen eher als begrenzt anzusehen ist.“

Bei Fusspilz eignet sich ein Fussbad mit Eichenrinde vor allem in einem nässenden Stadium und wenn die betroffenen Hautstellen offen sind. Erst anschliessend würde ich ätherische Öle empfehlen.

Das Bienenkittharz Propolis wirkt gut fungizid, doch muss auch hier auf die Verträglichkeit geachtet werden, da es zu Allergien führen kann.

„Pflanzliche Pilzmittel stellen daher immer nur eine begleitende therapeutische Maßnahme dar, nie eine alleinige.“

Das würde ich so absolut nicht sagen. In leichten Fällen sind ätherische Öle bei Mykosen durchaus erfolgreich. Wichtig ist es allerdings, dass die Behandlung genügend lange fortgesetzt wird, weil bei zu frühzeitigen Therapie-Ende ein Rückfall droht.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/647854/pflanzliche-pilzmittel-immer-nur-zusaetzlich.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema Lavendelöl & Pilzerkrankungen siehe auch:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturheilmittel bei Schnupfen

Montag, Mai 16th, 2011

Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte Naturheilkunde-Tipps gegen Schnupfen, basierend auf Empfehlungen der „TV-Ärztin“ Franziska Rubin:

„• Rettich-Apfel-Brei: Eine Mischung aus frisch geriebenem Rettich (enthält scharfe Senföle), Äpfeln und Zucker befreit die Nase, sorgt für einen klaren Kopf. Zwei- bis dreimal täglich einige Esslöffel essen.“

Gute Idee. Senföle wirken zudem antimikrobiell.

„• Inhalation: Der Klassiker – eine Handvoll Kräuter (z. B. Kamille oder Salbei) oder einige Tropfen ätherisches Öl in einen Topf mit kochendem Wasser geben. Kopf mit einem Handtuch bedecken, drüberhalten, tief ein- und ausatmen. Vorsicht: nicht zu nah mit dem Gesicht an das heiße Wasser gehen!“

Als ätherisches Öl bei Schnupfen würde ich Thymianöl oder Eukalyptsöl vorschlagen. Und wenn direkt am Topf inhaliert wird, scheint mir ein Tropfen des jeweiligen ätherischen Öls ausreichend.

„• Nasendusche: Ein Gramm Salz in 0,1 Liter lauwarmem Wasser auflösen und mit einer Nasendusche (gibt’s in der Apotheke) jedes Nasenloch spülen. Die Nasenflügel kurz andrücken. Befeuchtet die Schleimhäute, wirkt abschwellend.“

Physiologische Kochsalzlösung  ist ein sehr mildes Schnupfenmittel.

„• Duschbad: Alternative zur Nasendusche – nehmen Sie vor dem Zubettgehen eine Dusche und lassen Sie dabei heißes Wasser auf und in die Nase laufen. So spülen Sie schon einen Großteil der Viren heraus.“

Das kann man ja mal ausprobieren.

Und zum Schluss noch eine Warnung:

„Achtung: Wird das Nasensekret dick und gelblich, liegt möglicherweise eine Nasennebenhöhlenentzündung vor, die vom Arzt behandelt werden sollte.“

Ein altbewährtes Hausmittel ist zudem das Ausstellen einer aufgeschnittenen Zwiebel über Nacht im Raum.

Quelle:

http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2011/01/29/die-besten-hausmittel-teil-2/ohne-medikamente-gesund-werden.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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