Artikel mit Schlagwort ‘Kamille’

Heilpflanzen bei Depression, Angst und Schlafstörungen

Samstag, Mai 12th, 2012

Unter dem Titel „Phytosedativa – Schlaftherapie ohne Risiko?“ publizierte das Komitee  Forschung Naturmedizin (KFN) einen Beitrag von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Martin E. Keck.

Darin findet sich eine interessante Übersicht von Heilpflanzen, die in den Bereichen Depression, Angst und Schlafstörungen eingesetzt werden. Hier die Übersicht (Darstellung leicht verändert, Schreibfehler bei den Pflanzennamen korrigiert, Inhalt unverändert):

„Arzneipflanzen, die bei depressiven Störungen, Angst- und Schlafstörungen

eingesetzt werden:

Pflanze / Deutscher Name: Anwendung

Bacopa monnieri / Brahmi: Depression, Angst, Schlaf

Centella asiatica / Indischer Wassernabel: Depression, Angst

Crocus sativus / Safran: Depression, Angst

Echinum amoenum / Borage:  Depression, Angst

Ginkgo biloba / Ginkgo: Depression, Angst

Hypericum perforatum / Johanniskraut:  Depression, Angst, Schlaf

Lavandula spp / Lavendel: Depression, Angst, Schlaf

Matricaria recutita / Kamille: Angststörungen

Melissa officinalis / Melisse: Depression, Angst, Schlaf

Panax ginseng / Ginseng: Depression, Angst, Schlaf

Papaver somniferum / Mohn: Sedation, Euphorie

Passiflora incarnata / Passionsblume: Angst, Schlaf

Piper methysticum / Kava-Kava: Depression, Angst, Schlaf

Rhodiola rosea/ Rosenwurz: Depression, Angst, Erschöpfung

Scutellaria lateriflora / Helmkraut: Angst, nervöse Erschöpfung, Schlaf

Eschscholzia californica / Kalifornischer Mohn: Angst, Schlaf

Valeriana spp. / Baldrian:  Depression, Angst, Schlaf

Vitex agnus-castus / Mönchspfeffer: (menstruelle) Dysphorie, Schlaf

Withania somnifera / Schlafbeere:  Angst, Schlaf, nervöse Erschöpfung

fett = basierend auf Humanstudien

(nach Sarris et al. A systematic review of insomnia and complementary

medicine.SleepMedRev 15, 99-106, 2011)“

Quelle: http://www.phytotherapie-komitee.de/News/pk_18_04_12/Prof-Keck-Statement.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Diese Aufstellung enthält gute Anregungen und Ideen. Die Wirksamkeit der einzelnen Heilpflanzen bei den aufgeführten Indikationen ist aber sehr unterschiedlich gut belegt. Für die Wirksamkeit von Johanniskraut-Extrakten bei leichten und mittleren Depressionen gibt es beispielsweise gute klinische Studien, bei Mönchspfeffer gegen Schlafstörungen oder bei Kamille gegen Angststörungen ist das nicht der Fall.

Beim Thema Schlaf fehlt mir in dieser Aufstellung der Hopfen, welcher vor allem als Hopfenextrakt zusammen mit Baldrianextrakt angewendet wird.  Für solche Kombinationspräparate gibt es ebenfalls guten klinische Studien.

Beliebt als Abendtee bzw. Schlaftee sind zudem Orangenblüten und Goldmelissenblüten, obwohl für beide keine Belege für die Wirksamkeit vorliegen.

Von Kava-Kava gibt es leider zur Zeit keine wirksamen Präparate im Handel. Kava-Extrakte zeigen in klinischen Studien Wirksamkeit bei generalisierten Angststörungen. Die entsprechenden Fertigpräparate wurden vor einigen Jahren wegen Verdachtsmeldungen auf Leberschäden aus dem Handel genommen (wobei ein ursächlicher Zusammenhang mit der Kava-Einnahme nur mangelhaft geklärt ist).

Siehe auch:

Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte

Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände

Anstelle der vom Markt genommen wirksamen Kava-Extrakte werden nun Similasan Kava-Kava Tabletten oder spagyrische Kava-Tinktur verkauft, die beide bei der Heilmittelbehörde als Homöopathika angemeldet sind, deshalb keinen Wirksamkeitsbeleg vorlegen müssen und die Wirksamkeit entsprechend auch nicht belegt haben. Die Präparate haben nichts mit den ursprünglichen Kava-Extrakten zu tun, beanspruchen aber dieselbe Wirkung. Meiner Ansicht nach werden hier die Konsumentinnen und Konsumenten hinters Licht geführt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Linktipp: Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch

Freitag, März 30th, 2012

Das Museum für Verhütung & Schwangerschaftsabbruch (MUVS) ist weltweit das einzige Museum, das sich ausschließlich den Schwerpunkten Empfängnisverhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch widmet.

Das Museum befindet sich in Wien, ist aber auch mit einer informativen Website im Internet präsent.

Seine Zielsetzung beschreibt das MUVS so:

„ Aufgabe ist es, jederfrau / jedermann wissenschaftlich korrekte Informationen über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Verhütung, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbruch anzubieten. Damit soll die ‚Wucht der Fruchtbarkeit’ greifbar gemacht werden: Durchschnittlich 15 Schwangerschaften pro Frauenleben sind ‚natürlich’, ‚naturgewollt’. Von den etwa 10 Geburten haben früher rund sieben Kinder überlebt. Das ist den meisten Menschen aus wirtschaftlichen, sozialen oder anderen Gründen aber zu viel, früher wie heute. Die Beschränkung der Kinderzahl war und ist daher für alle Generationen und die meisten Kulturen ein wichtiges Thema.“

Im Abschnitt „Kräutergarten der Natur“ werden Pflanzen beschrieben, die als Abtreibungsmittel gebraucht wurden und zum Teil mit grossen Risiken verbunden waren (das sind aber keine Anleitungen für Experimente):

Aloe vera

Alraune

Beifuss

Eibe

Haselwurz

Lorbeer

Mutterkorn

Mutterkraut

Petersilie

Poleiminze

Rainfarn

Römische Kamille

Rosmarin

Safran

Tollkirsche

Sadebaum

Weinraute

Wermut

Die historischen Beschreibungen zu diesen Abtreibungs-Pflanzen sind interessant, wobei ich noch nicht alle im Detail gelesen habe. Ein Irrtum ist mir allerdings aufgefallen: Wacholder und Sadebaum werden quasi gleichgesetzt. Wacholder (Juniperus communis) und Sadebaum (Sefi, Juniperus sabina) gehören zwar der gleichen Gattung Juniperus an, doch unterscheiden sie sich in ihren Inhaltsstoffen sehr deutlich.

Der Sadebaum enthält ein ätherisches Öl mit Sabinen, Sabinylacetat, Thujon und weiteren Monoterpenen, ferner das zytotoxische Podophyllotoxin, ein Lignan, das als Mitosehemmer wirkt.

Wacholder dagegen enthält vor allem Wacholderöl mit alpha-Pinen, beta-Pinen, beta-Myrcen, Sabinen, Limonen, Terpinen-4-ol.

Mit Wacholderöl muss man selbstverständlich auch sorgfältig umgehen. Wacholder hat aber nicht im Ansatz das gleiche Giftpotenzial wie die Inhaltsstoffe des Sadebaums. Mir ist bisher auch kein Hinweis unter die Augen gekommen, dass Wacholder als Abtreibungsmittel Bedeutung gehabt hätte.

Link zum Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch: http://de.muvs.org/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zitrusfrüchte gegen Schlaganfall

Montag, März 5th, 2012

Der Konsum von Zitrusfrüchten kann bei der Prävention von Schlaganfällen mitwirken. Das haben Forscher der Norwich Medical School an der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien, entdeckt. Die in den Zitrusfrüchten vorkommenden Flavonoide reduzieren demnach das Schlaganfallrisiko um bis zu 19 Prozent.

Die britischen Forscher haben den Zusammenhang zwischen der Einnahme von hohen Mengen an Flavonoiden und dem Schlaganfallrisiko genauer untersucht. Die Studie stützte sich auf Daten der sogenannten Nurse’s Health Study, in der fast 70.000 Frauen über 14 Jahre lang beobachtet wurden. Die teilnehmenden Frauen wurden regelmäßig zu ihrem Obst- und Gemüseverzehr befragt. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass Frauen, die eine große Menge Zitrusfrüchte wie etwa Orangen oder Grapefruits konsumierten, ein um 19 Prozent tieferes Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden.

Flavonoide sind Pflanzenstoffe, die nicht nur in Zitrusfrüchten enthalten sind, sondern auch in anderen Früchten, in Gemüse, dunkler Schokolade und Rotwein vorkommen. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse sowie von Vitamin C mit einem reduzierten Schlaganfallrisiko verbunden ist. Für diesen Effekt werden hauptsächlich die Flavonoide verantwortlich gemacht, da sie die Blutgefäße schützen und eine Wirkung gegen Entzündungen entfalten.

Die britischen Wissenschaftler haben nun die einzelnen Flavonoide genauer unter die Lupe genommen. Die Gesamtmenge der konsumierten Flavonoide verminderte dabei das Schlaganfallrisiko nicht wesentlich. Allerdings reduzierte ein hoher Konsum von Flavanonen, einer Untergruppe der Flavonoide, das Schlaganfallrisiko bei den Frauen um 19 Prozent. In dieser Studie stammten die Flavanone vor allem aus Orangen und Orangensaft (82 Prozent) oder Grapefruits und Grapefruitsaft (14 Prozent). Die Wissenschaftler empfehlen dennoch, dass Verbraucher eher ihren Früchtekonsum steigern sollten, als dass sie zu Fruchtsäften greifen, da diese oft auch Zucker in allzu grossen Mengen enthalten. Generell seien jedoch noch weitere Studien nötig, um den Zusammenhang zwischen Früchtekonsum und vermindertem Schlaganfallrisiko zu bestätigen.

Quellen:

http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-02-orangen-gegen-schlaganfall.html

„Dietary Flavonoids and Risk of Stroke in Women“, Aedín Cassidy et al.; Stroke, DOI: 10.1161/STROKEAHA.111.637835

Kommentar & Ergänzung:

Flavonoide sind eine wichtige und interessante Wirkstoffgruppe in Heilpflanzen. Sie haben grosse Bedeutung in der Ernährung und in der Phytotherapie. Es handelt sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, zu denen ein grosser Teil der Blütenfarbstoffe gehört.

Zum Stellenwert der Flavonoide in der Ernährung schreibt Wikipedia:

„ Der Mensch nimmt Flavonoide mit der Nahrung in größeren Mengen auf. Rund zwei Drittel der rund ein Gramm umfassenden phenolischen Substanzen, die der Mensch zu sich nimmt, sind Flavonoide. ‚Es wird angenommen, das sie dank ihrer antioxidativen Wirkung, die in vitro z. T. stärker ist als diejenige von bekannten Antioxidanzien wie Vitamin E, einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben.’

Epidemiologische Studien zeigten ein geringeres Risiko für verschiedene Krankheiten bei höherer Flavonoidaufnahme, darunter etwa Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Flavonoide wirken auf den Arachidonsäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Für Krebs zeigten die epidemiologischen Studien keinen Zusammenhang, mit Ausnahme von Lungenkrebs, dessen Risiko vor allem durch Flavonoidaufnahme über Äpfel verringert wird.

Für einige Verbindungen wurde in in vitro-Tests eine mutagene oder genotoxische Wirkung gezeigt. Es gibt aber keine Hinweise auf eine Toxizität beim Menschen, Tierversuche zeigten keine kanzerogene Wirkung von Flavonoiden. Bestimmte Flavonoide führen zu einer starken Hemmung der Cytochrom P450-abhängigen Monooxygenasen (Phase-I-Enzyme), andere wiederum zu einer Aktivierung. Es kann auch eine dosisabhängige Aktivierung von Phase-II-Enzymen kommen. All dies kann zu Wechselwirkungen mit Arzneistoffen führen, etwa bei Grapefruit.“

In Früchten wie beispielsweise im Apfel sind die Flavonoide vor allem in den Schalen konzentriert.

Zu den Wechselwirkungen von Grapefruitsaft mit Medikamenten siehe:

Grapefruitsaft und andere Fruchtsäfte können Medikamenten-Wirkungen beeinflussen

Zur medizinischen Wirkung der Flavonoide:

„Etliche flavonoidhaltige Arzneidrogen werden therapeutisch genutzt, daneben auch einige Reinstoffe. Sie werden als Venenmittel eingesetzt aufgrund ihrer gefäßschützenden, ödemprotektiven Wirkung, als Herz-Kreislaufmittel wegen ihrer positiv inotropen, antihypertensiven Wirkung, als Diuretika, als Spasmolytika bei Magen-Darm-Beschwerden sowie als Lebertherapeutika. Ihre Wirkung wird hauptsächlich auf ihre antioxidativen Eigenschaften sowie die Hemmung von Enzymen zurückgeführt.

Epidemiologische, wie auch die meisten in vivo-Studien deuten an, dass Flavonoide einen positiven Einfluss auf verschiedene Herz-Kreislauferkrankungen haben. Traditionell wurden diese Effekte nur ihren antioxidativen Aktivitäten zugeschrieben. Jedoch gibt es neben der unmittelbaren Bindung Reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) eine Vielzahl anderer Effekte, die in pharmakologisch erreichbaren Konzentrationen auch für den positiven kardiovaskulären Einfluss der Flavonoide wie z.B. Taxifolin verantwortlich sein kann. Dazu gehören insbesondere die Hemmung der ROS-bildenden Enzyme, Hemmung der Thrombozytenfunktion, Hemmung der Leukozyten-Aktivierung und gefäßerweiternde Eigenschaften.

Unter den zahlreichen Wirkungen von Flavonoiden, die in in vitro- und in vivo-Versuchen nachgewiesen wurden, sind die wichtigsten:

antiallergische und antiphlogistische Wirkung

antivirale und antimikrobielle Wirkung

antioxidative Wirkung

antiproliferative und antikanzerogene Wirkung

Flavonoide wirken über mehrere Wirkungsmechanismen. Im Vordergrund stehen dabei die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen, ihre Eigenschaft als Radikalfänger, sowie die Beeinflussung von verschiedenen Signaltransduktionswegen in den Zellen (NF-κB, MAPK). Flavonoide hemmen über dreißig Enzyme im menschlichen Körper. Sie aktivieren verschiedenste Zelltypen des Immunsystems. Die beiden letzten Eigenschaften sind etwa für die entzündungshemmende Wirkung von Flavonoiden verantwortlich.

Folgende Flavonoide werden als Reinstoffe als Venenmittel genutzt:

Citrusbioflavonoide, Hesperidin

Diosmin

Rutin und Hydroxymethylrutinoside

Unter den Arzneidrogen überwiegen solche, die Flavonolglykoside und Glykosylflavone enthalten. Wichtige Arzneidrogen, die größere Mengen an Flavonoiden enthalten, sind:

Arnikablüten (Arnika)

Birkenblätter (Hänge-Birke, Moor-Birke)

Buchweizenkraut (Fagopyrum esculentum)

Ginkgoblätter (Ginkgo)

Goldrutenkraut (aus Solidago virgaurea, Solidago gigantea und Solidago canadensis)

Holunderblüten (Schwarzer Holunder)

Hopfenzapfen (Echter Hopfen)

Kamillenblüten (Kamille)

Katzenpfötchenblüten (Gewöhnliches Katzenpfötchen)

Lärchenextrakt (Taxifolin)

Mädesüßkraut und -blüten (Mädesüß)

Mariendistelfrüchte (Mariendistel)

Passionsblumenkraut (aus Passiflora incarnata)

Bitterorangenschale (Bitterorange)

Ringelblumenblüten (Ringelblume)

Römische Kamille

Rotes Weinlaub (Vitis vinifera)

Saflorblüten (Saflor)

Stiefmütterchenkraut (Viola arvensis und Viola tricolor)

Süßholzwurzel (Süßholz)

Weißdornblätter mit Blüten (mehrere Weißdorn-Arten)“

Quelle: Wikipedia

Wenn Wikipedia von „Arzneidrogen“ schreibt, sind damit getrocknete Heilpflanzen gemeint. Der Begriff „Droge“ bezieht sich also in der Pflanzenheilkunde nicht auf Drogen im Sinne von Betäubungsmitteln.

Flavonoide sind in der Regel gut verträgliche Wirkstoffe, die sich auch für längere Anwendung eignen. Es muss aber auf ausreichende Dosierungen geachtet werden, was insbesondere bei Pflanzentinkturen aus Frischpflanzen (Urtinkturen) oft nicht gewährleistet ist, wenn zum Beispiel von Weissdorntinktur oder Mariendisteltinktur nur 3 mal täglich 3 – 5 Tropfen empfohlen werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Weiterbildung für Spitex & Pflegeheim: Wundbehandlung mit Heilpflanzen

Freitag, Dezember 30th, 2011

Die Behandlung von Hautproblemen und Wunden – aber auch generell die Gesunderhaltung der Haut – ist ein zentrales Thema in der Krankenpflege. Heilpflanzen können dabei in vielen Bereichen ausgesprochen wirksam sein. Zum Beispiel Ringelblume, Arnika, “Chäslichrut”, Beinwell, Hamamelis, Aloe, Kamille, Stiefmütterchen, Cardiospermum, Mahonia, Eichenrinde, Schwarztee, Nachtkerzenöl und Borretschöl, Teebaumöl und Lavendelöl.

An diesem Seminartag am 14. März 2012 lernen Teilnehmende aus Pflegeberufen präzis und gut verständlich Anwendungsmöglichkeiten dieser Heilpflanzen kennen. Es geht also beispielsweise um Ekzeme, Allergien, Hautreizungen und Wunden aller Art.

Kursleitung:

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie

Kursort

Kulturzentrum “Alte Kaserne” in Winterthur. Die “Alte Kaserne” liegt 15 Fussminunten vom HB Winterthur.

Kurszeiten

10.00 – 12.30 Uhr und 13.40 -17.10 Uhr, die Kurszeiten sind abgestimmt auf die Zugverbindungen von Zürich, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen

Kurskosten Fr. 120.-

Detailangaben zu diesem Weiterbildungsangebot für Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Klinik:

Tagesseminar Wundbehandlung mit Heilpflanzen

Ausserdem:

Interessiert an fundierten Heilpflanzen-Anwendungen für Spitex, Pflegeheim, Klinik?

Professionelle Phytotherapie-Ausbildung  für Pflegepersonen in Winterthur (Kanton Zürich, Schweiz).

Infos: Seminar für Integrative Phytotherapie

Interessengemeinschaft Phytotherapie & Pflege: www.ig-pp.c

Dokument Phytotherapie in der Pflege

(Argumente und Beispiele für Phytotherapie in der Krankenpflege)

Teamweiterbildungen für Spitex, Pflegeheim, Klinik:

Martin Koradi, Tel. 052 202 20 29, www.phytotherapie-seminare.ch

Heilpflanzen-Anwendungen bei Hämorrhoiden

Freitag, Dezember 30th, 2011

Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Gefässpolster im Analkanal, die zu Blutungen, Schmerzen und Entzündungen führen können. Zu den möglichen Auslösern zählen ein starkes Pressen bei der Defäkation (Stuhlentleerung), eine Verstopfung und eine Schwangerschaft. Eine ärztliche Diagnose ist nötig, um andere Ursachen auszuschliessen und eine adäquate Behandlung einzuleiten. Zur medikamentösen Therapie werden Ballaststoffe, Venenmittel, Salben und Zäpfchen angewendet. Neben synthetischen Wirkstoffen kommen bei Hämorrhoidenleiden auch Heilpflanzen-Präparate zur Anwendung.

Je nach Ausprägung und Symptomatik kann auch ein kleiner oder grösserer medizinischer Eingriff nötig werden; Hämorrhoiden können jedoch auch von alleine wieder zurückgehen.

Symptome bei Hämorrhoidenleiden

Zu den möglichen Symptomen von Hämorrhoiden zählen:

Blutungen, Blut am Toilettenpapier

Druckbeschwerden, Schmerzen, Brennen

Unangenehmes Gefühl

Entzündungen, Schwellungen, perianale Dermatitis

Juckreiz im Analbereich

Abgang von Schleim, Nässen

Vorfall, Ausstülpungen ausserhalb des Anus (Prolaps)

Hämorrhoiden können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Geläufig ist die Klassifikation nach dem anatomischen Ursprung in innere und äussere Hämorrhoiden. Innere Hämorrhoiden haben ihren Ursprung oberhalb der Grenze zwischen Rektum und Analkanal (Linea dentata), äussere Hämorrhoiden unterhalb. Entsprechend dem Schweregrad des Vorfalls werden Hämorrhoiden in vier Stadien unterteilt.

Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen zählen Stuhlinkontinenz, Thrombosen, Nekrosen und Ulzerationen, die mit starken akuten Schmerzen einhergehen. Eine längerfristige Blutung kann Eisenmangel und Blutarmut zur Folge haben.

Ursachen

Zu den Ursachen von Hämorrhoiden zählen eine Schwächung des Bindegewebes mit zunehmendem Alter, Scherkräfte bei der Passage von hartem Stuhl, starkes Pressen, Stauung des Bluts und unzureichender venöser Blutabfluss sowie ein zu hoher Druck in den Gefässen. Als auslösende Faktoren können dazu kommen eine ballaststoffarme Ernährung und Verstopfung, Übergewicht, eine Schwangerschaft, Bewegungsmangel, langer Aufenthalt auf der Toilette und einige Medikamente wie beispielsweise Phosphodiesterase-5-Hemmer (Viagra), Mittel gegen Durchfall, Abführmittel und Pegvisomant. Nicht-steroidale Entzündungshemmer können Blutungen auslösen.

Diagnose

Die ärztliche Diagnose soll andere Ursachen ausschliessen. Zu den möglichen Differentialdiagnosen zählen Tumore, Analfissuren, Fisteln, Infektionen, Abszesse, Hautfalten, Polypen, Papillen, perianale Thrombosen, Warzen, Trauma und weitere Erkrankungen. Es wird vermutet, dass viele Patienten für sich selbst eine Fehldiagnose machen, weil andere Ursachen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen, kaum bekannt sind.

Nicht-medikamentöse Behandlung der Hämorrhoiden

Zentral ist die Regulation des Stuhls durch Ernährungs- und Lebensstilveränderungen. Der Stuhl sollte weder zu flüssig noch zu fest sein. Zu den Empfehlungen zählen:

Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Während der Defäkation nicht pressen und keine schweren Gegenstände anheben

Ergänzend Ballaststoffe zu sich nehmen

Warme und reizarme Sitzbäder ohne Seife

NSAID wenn möglich absetzen

Reizende Gewürze meiden

Ausreichend körperliche Bewegung, nicht zu lange sitzen

Harte Sitzunterlage

Feuchtes Toilettenpapier

Kalte Auflagen zur Schmerzlinderung

Je nach Stadium und Symptomen werden Hämorrhoiden mit kleineren und grösseren Eingriffen therapiert: Sklerosierungstherapie, Infrarottherapie, Ligatur, Operation, Hämorrhoidektomie.

Schlussendlich gehen Hämorrhoiden innert Tagen oder Wochen oft auch wieder von alleine zurück – können jedoch wiederkehrend auftreten.

Orale Therapie mit Heilpflanzen-Präparaten

Innerlich kommen zur Behandlung von Hämorrhoiden oft Heilpflanzen zu Anwendung. Einzig zur Linderung stärkerer Schmerzen werden synthetische Schmerzmittel eingesetzt.

Zur innerlichen Hämorrhoiden-Therapie werden hauptsächlich gut verträgliche Ballaststoffe und Abführmittel bei Verstopfung zur Steigerung des Stuhlvolumens und Erweichung des Stuhls eingesetzt, zum beispielsweise Flohsamen, Indische Flohsamenschalen, Leinsamen und Sterculia.

Einige Venenpräparate mit pflanzlichen oder teilsynthetischen Wirkstoffen sind zur Behandlung von Hämorrhoiden zugelassen, bspw. Flavonoide wie Oxerutin (Venoruton®), Troxerutin (Venutabs®) und Diosmin (Daflon®) sowie Anthocyanoside aus der Heidelbeere (Myrtaven®) und Mäusedornextrakte (Phlebodril®). Auch Rosskastanien-Extrakte kommen zum Einsatz.

Solche Venenpräparate sollen die Kapillaren stärken und ihre Durchlässigkeit reduzieren und entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Ihre Wirksamkeit für die Hämorrhoiden-Therapie ist umstritten.

Orale Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können kurzfristig zur Schmerzerleichterung angewendet werden.

Lokale medikamentöse Therapie

Hämorrhoidenmittel kommen äusserlich in Form von Salben, Zäpfchen und Tamponaden zur Anwendung. Sie sollen die Symptome wie Juckreiz und Schmerzen lindern, sowie hautpflegend und schmierend wirken. Sie beeinflussen jedoch nicht den Krankheitsverlauf. Die Behandlungsdauer ist für die Selbstmedikation auf 1-2 Wochen begrenzt. Falls die Beschwerden unter der Selbstbehandlung innert 1 – 2 Wochen nicht zurückgehen, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen lokaler Hämorrhoidenmittel zählen allergische Reaktionen. Zahlreiche Komponenten von Hämorrhoidenmitteln sind bekannte Allergene wie zum Beispiel Kamille, Lokalanäthetika und Perubalsam.

Welche Stoffe oder Heilpflanzen kommen für die lokale Therapie zur Anwendung?

- Mittel gegen Juckreiz wie Menthol (Hauptbestandteil im Pfefferminzöl) und Kampfer sind angenehm kühlend, juckreizlindernd und schmerzlindernd.

- Synthetische Lokalanästhetika wie Benzocain, Cinchocain, Quinisocain und Lidocain betäuben den Schmerz und hemmen möglicherweise den Juckreiz. Allergische Reaktionen auf diese Stoffe werden allerdings immer wieder beobachtet.

- Sitzbäder mit Kamille sind entzündungshemmend, wobei Kamille allerdings ebenfalls ein bekanntes Allergen ist.

- Glucocorticoide wie Prednisolon, Hydrocortison, Dexamethason und Fluocinolon wirken entzündungshemmend und sekundär gegen Juckreiz. Gemäss der Fachinformation haben diese „chemischen“ Medikamente einen Einfluss auf die Gefässerweiterung und sollen Gefässneubildungen hemmen. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, weil sie die Perianalhaut schädigen können und möglicherweise die Anfälligkeit für Infekte steigern.

- Venenmittel wie zum Beispiel Rosskastanienextrate werden nicht nur systemisch, sondern auch lokal angewandt in Form von Venengelen und Venensalben. Ihr Nutzen in diesem Anwendungsbereich ist unklar.

- Gerbstoffe wie Policresulen, Hamamelis und Eichenrinde wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Bei entzündeten Hämorrhoiden bewährend sich Sitzbäder mit Eichenrinde immer wieder.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hämorrhoiden

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Kontaktekzem

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

Im „Phyto-Forum“ der „Aerzte-Zeitung“ wurde vor kurzem folgende Frage gestellt: „Welche Möglichkeiten gibt es, bei einem Kontaktekzem mit pflanzlichen Wirkstoffen etwas auszurichten?“

Beantwortet hat die Frage Professor Jürgen Reichling. Er führte zuerst aus, dass Kontaktekzeme durch Allergene (allergisches Kontaktekzem) oder durch Haut irritierende Stoffe (toxisches Kontaktekzem) hervorgerufen werden. Im Vordergrund stehe daher zunächst die Erkennung und Meidung der infrage kommenden Allergene oder irritierenden Stoffe.

Phyto-Dermatika zur äußeren Anwendung können durchaus eine sinnvolle Ergänzung zu einer Therapie mit Glukokortikoiden sein, schreibt Reichling. Die Therapie richte sich dabei nicht nach den Ursachen des Ekzems, sondern im Wesentlichen nach der Verlaufsform oder nach den symptomatischen Beschwerden.

„Da die Behandlung des Ekzems stadiengerecht erfolgen sollte, kommt der jeweiligen Darreichungsform große Bedeutung zu. Hier ist der Rat eines erfahrenen Dermatologen oder Apothekers unerlässlich.

Wässrige und wässrig-alkoholische Zubereitungen aus Heilpflanzen werden bevorzugt in Form von Bädern, Teilbädern, Umschlägen, Salben, Cremes und Pasten eingesetzt. Die infrage kommenden Heilpflanzen zeichnen sich durch ein breites Wirkungsprofil aus.“

Kommentar M.K.: Im Bereich der „Phyto-Dermatologie“ ist es tatsächlich entscheidend, dass die Behandlung dem jeweiligen Ekzemstadium angepasst wird. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl einer geeigneten Heilpflanze an. Genauso wichtig ist die passende Darreichungsform. Konkret: Akute, nässende Ekzeme werden nass behandelt (Wässrige Umschläge oder Teilbäder zum Beispiel mit Eichenrinde), je chronisch-trockener das Ekzem ist, desto fetter die Darreichungsform.

„Sie besitzen zumeist entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle, granulations- und wundheilungsfördernde sowie sekretionshemmende Eigenschaften. Gerbstoffhaltige Pflanzendrogen werden hierbei bevorzugt eingesetzt, wie zum Beispiel Zubereitungen aus Eichenrinde, Odermennigkraut, schwarzen und grünen Teeblättern, Walnussblättern sowie Hamamelisrinde und Hamamelisblättern.“

Kommentar M.K.:

Das Wort „Pflanzendrogen“ ist etwas irreführend. Unter „Drogen“ versteht man in der Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.

Gerbstoffreiche Heilpflanzen werden vor allem bei nässenden Ekzemen als Umschläge oder Teilbäder eingesetzt. Einen sehr hohen Gerbstoffanteil hat die Eichenrinde. Aber auch Grüntee oder Schwarztee können äusserlich als Gerbstoff-Anwendung eingesetzt werden, sofern man den Tee lange ziehen lässt.

„Bewährt haben sich auch Zubereitungen aus Spitzwegerichkraut, die eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen sowie Zubereitungen aus Kamillenblüten, die sowohl entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle als auch granulations- und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen.“

Kommentar M.K.: Spitzwegerichkraut ist für die Ekzembehandlung eher unüblich. Die Tradition spicht dem Spitzwegerich eher wundheilende und entzündungswidrige Wirkung zu. Ausserdem enthält der Spitzwegerich antimikrobielle Wirkstoffe.

„Von Hamamelisrinde und -blättern sowie Kamillenblüten gibt es Fertigarzneimittel in Form von Cremes und Salben sowie von Extrakten für Bäder, Teilbäder und Umschläge. Vom Ballonrebenkraut sind Salben und Cremes verfügbar, die eine 10-prozentige homöopathische Urtinktur als Wirkstoff enthalten.

In klinischen Beobachtungsstudien konnte eine gute Verträglichkeit und eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden.“

Kommentar M.K.:

Bei Hamamelis (Zaubernuss) ist das im Vergleich zu Kamille sehr geringe Allergiepotenzial bemerkenswert.

Ballonrebe (Cardiospermum) gehört zu den vergleichsweise wenigen Heilpflanzen der Phytotherapie, die aus Afrika stammen. Weitere Beispiele sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Perargonie).

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/683811/welche-phyto-dermatika-helfen-kontaktekzemen.html

Vertiefte Informationen im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hausmittel gegen Erkältung: Halsschmerzen

Samstag, Dezember 17th, 2011

Hauptsächlich bei Infekten der oberen Atemwege, einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung schmerzt der Hals. Meistens sind dafür Viren verantwortlich, manchmal auch Bakterien. Die Schleimhäute werden dadurch gereizt und entzünden sich: Der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt.

In solchen Fällen muss man aber nicht gleich teure Medikamente schlucken, auch alte Hausmittel wie etwa Quarkwickel oder Inhalieren haben sich bewährt.

Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlimmer, sollten man besser zum Arzt gehen.

„Viel Kräutertee trinken“, empfiehlt die „BZ“ ihren Leserinnen und Lesern:

„Möglichst viel trinken. Das hält die Schleimhäute feucht, Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Heilpflanzen wirken keimhemmend, entzündungsdämmend, abschwellend und eigen sich deshalb besonders gut als Tee. Gut sind Salbei, Thymian, Kamille oder eine „heiße Zitrone“. Ob die Getränke aber heiß oder kalt sind, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Menge: mindestens zwei Liter am Tag.“

„Mit warmer Kamille gurgeln“, lautet der zweite Rat:

„Gurgeln Sie mehrmals täglich. Dadurch werden Krankheitserreger im Rachen weggespült. Gut bei Halsschmerzen ist Kamillentee (lang gezogen). Die Heilpflanze hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Schmerzen. Der Tee sollte lauwarm sein. Achtung: Nicht mit hochprozentigem Schnaps gurgeln. Dadurch werden die entzündeten Schleimhäute zusätzlich gereizt.“

Bei Halsschmerzen würde ich allerdings zum Gurgeln anstelle von Kamillentee den Salbeitee vorziehen. Salbei enthält neben antimikrobiell wirkenden ätherischen Ölen (gegen Viren, Bakterien, Pilze) noch Lamiaceen-Gerbstoff (Rosmarinsäure), der gut entzündungswidrig wirkt.

„Mit Salzwasser inhalieren“, lautet der dritte Rat:

„Um den Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, ist das Inhalieren von Salzwasser besonders wirksam. Die Dämpfe erreichen auch den Kehlkopf gut und lindern Heiserkeit. Einfach einen Liter Wasser erhitzen, drei Teelöffel Salz dazu geben und den aufsteigenden Wasserdampf unter einem Handtuch durch die Nase einatmen.“

Inhalieren mit Salzwasser ist tatsächlich ein einfaches, aber oft wirksames Hausmittel.

Schliesslich empfiehlt die „BZ“ noch den Halswickel:

„Bei Dauerkratzen kann auch ein Halswickel helfen. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit kühlen bis warmem (je nach Bedürfnis) Wasser getränkt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte der Wickel einwirken. Oder: Quark auf das Handtuch streichen und um den Hals legen.“

Insbesondere der Quarkwickel hat eine kühlende und dadurch abschwellende Wirkung. Völlig unsinnig sind allerdings immer noch herumgeisternde Geschichten, wonach der Quarkwickel „Giftstoffe“ herausziehen soll.

Niemand kann nämlich genau erklären, um was für „Giftstoffe“ es sind da handeln soll. Viren und Bakterien jedenfalls zieht man nicht einfach so durch die Haut. Ausserdem ist völlig unklar, wie der Quark wissen kann, welche Stoffe er als Giftstoffe herausziehen muss, und welche Stoffe unbedingt drin bleiben müssen. Und wenn man dann noch hört, der Quarkwickel ziehe die „Giftstoffe“ „osmotisch“ heraus, dann bleibt nur noch das grosse Staunen. Osmose funktioniert nämlich nur über eine halbdurchlässige Membran. Wäre die Haut eine solche halbdurchlässige (semipermeable) Membran, dann würde ich in der Badewanne aufgehen wie ein Kuchen im Backofen und schliesslich wohl platzen.

Das ist aber – damit wir uns nicht missverstehen – kein Quarkwickel-feindliches Statement. Quarkwickel sind oft sehr wirksam, wohl einfach aufgrund der intensiven, langanhaltenden Kühlwirkung. Dafür gebührt dem Quarkwickel meine Anerkennung. Ich bin nur gegen abstruse Konstrukte wie die „Giftstoff-herauszieh-Theorie“ (GHT).

Quelle der „BZ“-Zitate:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-hausmittel-gegen-erkaeltung-article1342725.html#bzRSS

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Kräutertees für jede Gelegenheit: Kamille

Dienstag, November 29th, 2011

Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zur Kamille:

„Der Klassiker und bekanntester aller Heiltees: Wirksam ist die Kamille bei Entzündungs- und Reizzuständen der Atemwege oder aber auch bei allgemeinen Magen-Darm Beschwerden wie Aufstoßen, Völlegefühl oder Sodbrennen.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=38495&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine eher magere Beschreibung der vielfältigen Kamille. Eine detailliertere Beschreibung findet sich bei Wikipedia:

„Die Kamillenblüten werden eingesetzt als Entzündungshemmer, zur Krampflösung, gegen Blähungen und als Magenmittel. Sie haben auch eine wundheilungsfördernde, desodorierende und antibakterielle Wirkung. Hauptanwendungsgebiete sind bei innerlicher Anwendung Magen- und Darmbeschwerden wie Gastritis, Enteritis, Colitis, Blähungen, krampfartige Beschwerden im Verdauungstrakt und Menstruationsbeschwerden. Äußerliche Anwendung findet die Echte Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen, bei bakteriellen Hauterkrankungen, auch der Mundhöhle und des Zahnfleisches. Bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege werden Inhalationen vorgenommen. Bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich werden Bäder und Spülungen vorgenommen. Von einer Anwendung des Aufgusses im Augenbereich wird abgeraten.

Im Bereich der Volksmedizin wird Kamillentee besonders in romanischen Ländern als Schlaftee und als Beruhigungsmittel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Interessantes zu Hopfen und Hopfenzapfen (Lupuli strobulus)

Dienstag, November 15th, 2011

Die Pharmaceutical Tribune publizierte vor kurzem einen informativen Beitrag zum Hopfen. Hier ein paar interessante Zitat

Zur Botanik des Hopfens (Humulus lupulus):

„Der wilde Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist eine typische zweihäusige Pflanze. Hopfenzapfen sind die Fruchtstände der weiblichen Pflanzen und können Ende August geerntet werden. Die Triebe sind einjährig, die Verbreitung erfolgt über das Rhizom. Man findet wilden Hopfen auf stickstoffreichen und feuchten Böden.“

Wer zum Beispiel mit offenen Augen durch die Rheinschlucht zwischen Valendas und Castrisch (Graubünden) wandert, kann unzählige wunderschöne Hopfenexemplare entdecken.

Zu den Inhaltsstoffen des Hopfens:

„Entscheidend für die Wirkung sind die Inhaltstoffe der Drüsenschuppen an der Innenseite der Deckblätter des Hopfenzapfens. Hauptkomponenten des petroletherlöslichen Weichharzes sind die Bitterstoffe Humulon und Lupulon. Bei längerer Lagerung kommt es zum Umbau dieser labilen Stoffe zu Alkoholen wie dem 2-Methylbutenol, das für die sedierende Wirkung verantwortlich ist. In weiterer Folge bilden sich unlösliche so genannte Hartharze. Weiters finden sich in Lupuli strobulus ätherisches Öl (bis zu 1 %) mit den Bestandteilen Myrcen, Humulen, Farnesen und β-Caryophyllen sowie Flavonoide, die bemessen als Rutinosid mit einem Mindestgehalt von 0,25 % zur Standardisierung für die Qualität der Droge herangezogen werden. Die entsprechende Monographie für Lupuli flos ist im Europäischen Arzneibuch enthalten.“

Die Bitterstoffe im Hopfen dominieren den Geschmack des Hopfentees total. Daher sind Hopfentee und auch Hopfentinktur keine attraktiven Zubereitungsformen.

„In der volksmedizinischen Behandlung wird Hopfenextrakt auch zur Spülung infizierter Wunden empfohlen. Wässriger Hopfenextrakt wirkt nachgewiesen bakteriostatisch und hat auch bedingte Wirkung gegen Protozoen.“

In der Wundbehandlung spielt Hopfen heute keine Rolle mehr. Ringelblume, Hamamelis, Kamille, Aloe vera stehen stehen in diesem Bereich der Phytotherapie im Vordergrund. Aus der traditionellen Pflanzenheilkunde kommen dazu noch Sanikel (Sanicula europaea) und Chäslichrut (Malva silvestris oder Malva neglecta). Die bakteriostatische Wirkung des Hopfens dürfte im Bier eine Rolle spielen.

Protozoen sind tierische Einzeller. Durch Protozoen ausgelöst werden beispielsweise Malaria, Amöbenruhr, Trichomoniasis, Toxoplasmose, Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit.

Hopfen hat keine Bedeutung in der Behandlung von Protozoen-Erkrankungen.

„Der sedative Effekt ist dennoch Haupteinsatzgebiet von Humulus lupulus. Aktuelle Studien verzeichnen sogar Erfolge beim Einsatz von Hopfenextrakt in der Behandlung autistischer Personen zur Entspannung und Steigerung der Wahrnehmung.“

Das Thema Hopfen & Autismus tönt interessant, ich habe dazu allerdings noch nirgends greifbare Unterlagen gesehen. Als Quellenangabe für diese Aussagen ist erwähnt:

J Nat Prod 2009: 1220–1230

„Zur therapeutischen Anwendung im herkömmlichen Sinn kommt Humulus lupulus als Sedativum und bei Unruhezuständen in Form von beruhigenden Teezubereitungen in Kombination mit Orangenblüten, Johanniskraut oder Lavendelblüten. Auf Grund einfacher Handhabung werden bevorzugt die im Handel befindlichen Fertigpräparate mit hochkonzentrierten Extrakten der Hopfenzapfen in Kombination mit Passiflora, Baldrian und Melisse empfohlen.“

Am häufigsten wird die Kombination von Baldrianextrakt und Hopfenextrakt verwendet.

„In der Praxis haben sich diese Präparate besonders als Tagessedativum nach familiären Schicksalsschlägen oder bei stressbedingter Unruhe bewährt. Auch als Mittel zur Förderung der Schlafbereitschaft können (nicht alkoholische) Zubereitungen aus Humulus lupulus kurz vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Sie erzielen gute Wirkung ohne Gewöhnungseffekt und sind auch für schwangere Frauen ab dem dritten Monat geeignet.“

Beim Hopfen fehlen klare Angaben dazu, wie schnell die Wirkung eintritt.

„In der Volksmedizin ist auch das Schlafen auf mit Hopfen befüllten Kissen als Einschlafhilfe empfohlen. Die phytoöstrogene Wirkung von Hopfenblüten wird diskutiert, aber das ist wiedereinmal eine andere Geschichte … Ein Bierchen in Ehren – sollt jedenfalls niemand verwehren!“

Das Hopfenkissen ist eine interessante Hopfen-Anwendung und eine Alternative zum Lavendelkissen.

Zum Thema Phytoöstrogene und Hopfen siehe auch:

Hopfen & Phytoöstrogene

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=108767&dspaid=929379

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Heilpflanzen für Wundheilung und bei Hautproblemen

Samstag, Oktober 22nd, 2011

Verschiedene Heilpflanzen verbessern die Wundheilung, lindern Hautentzündungen oder wirken abschwellend. Es sollten jedoch nur Heilpflanzen verwendet werden, deren Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Eine Fachperson erläutert, welche Kräuter das sind und welche Wirkung sie haben.

Ob Kamille, Fenchel oder Salbei: Viele Heilpflanzen eignen sich als Kräutertee für die Selbstbehandlung.

«Die klassische Kräutermedizin – in der Natur selbst Pflanzen sammeln und daraus zum Beispiel einen Tee kochen -, hat den Nachteil, dass die Inhaltsstoffe oft unterdosiert sind», sagt Andreas Kiefer, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer in Berlin.

Außerdem sei beim Selbstsammeln die Gefahr von Allergien höher, denn viele Wildpflanzen enthalten allergieauslösende Substanzen. Eine gute Alternative seien daher moderne pflanzliche Arzneimittel. Diese Heilpflanzen-Präparate leiten sich von der traditionellen Kräutermedizin ab. Industriell produzierte, standardisierte Extrakte werden als Salben, Cremes oder Tinkturen eingesetzt.

Eine der bekanntesten Heilpflanzen ist die Kamille bzw. die Kamillenblüte. Äußerlich angewendet wirken ihre Extrakte entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Im klassischen Kamillentee sind allerdings nur die wasserlöslichen Inhaltsstoffe zu finden. Alkoholische Kamillenextrakte enthalten weitere entzündungshemmende Inhaltsstoffe. «Deshalb sind diese bei medizinischen Anwendungen einem Tee überlegen», erklärt Kiefer.
Eichenrinde: gute Wirkung bei entzündeter Haut

Gerbstoffe entfalten eine zusammenziehende Wirkung auf entzündete Haut. Arzneipflanzen mit Gerbstoffen sind beispielsweise Eichenrinde oder die Zaubernuss (Hamamelis). Die feinen Gefäße in der Haut werden weniger durchlässig, wodurch Entzündungen und Juckreiz gemildert werden. Gerbstoff-Umschläge oder Bäder sind wirksam gegen Ekzeme, Schweißfüße oder Hämorrhoiden. Zaubernuss-Extrakte wirken auch bei leichten Hautverletzungen.

Breiumschläge mit Bockshornklee- oder Leinsamen erweichen die Haut. Um sie herzustellen, werden die pulverisierten Samen mit Wasser verrührt und aufgekocht. Solche Breiumschläge aus Leinsamen oder Bockshornkleesamen machen die Haut geschmeidig und helfen gegen lokale Entzündungen wie Furunkel.

Bei Hautkrankheiten ist nicht nur der Inhaltsstoff wichtig, auch die Hilfsstoffe und die Zubereitung der Präparate spielen eine große Rolle. Bei akuten Hauterkrankungen wie nässenden Entzündungen wirken die Pflanzenextrakte besser, wenn sie in eher wässrige Grundlagen eingearbeitet sind. Bei chronischen Ekzemen hingegen sind fettreiche Zubereitungen besser wirksam.

Grüntee beziehungsweise Schwarztee ist zwar keine Heilpflanze. Er wird dennoch wegen seines Gehalts an Gerbstoffen gegen nässende Ekzeme angewendet: aus dem im Handel erhältlichen Grüntee oder Schwarztee einen starken Tee kochen und zehn Minuten ziehen lassen. Umschläge mit Grüntee oder Schwarztee sollten mehrmals täglich erneuert werden.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/gesundheit_und_wellness/gesundheit/Pflanzen-koennen-der-Haut-helfen;art364,1434760

Kommentar & Ergänzung:

Die Aussagen im Text auf ruhrnachrichten.de sind erfreulich fundiert.

Einzig die Aussage, dass beim Sammeln von Heilpflanzen in der Natur ein höheres Allergierisiko besteht, weil „viele Wildpflanzen….allergieauslösende Substanzen“ enthalten, kann ich nicht nachvollziehen. Ob ich zum Beispiel Schafgarbe oder Malvenblüten in der Natur sammle oder in der Apotheke oder Drogerie kaufe, macht meines Erachtens keinen eindeutigen Unterschied bei allergieauslösenden Stoffen in dem Sinne, dass Apothekenware grundsätzlich weniger Allergene enthalten würde. Vielleicht spricht aus dieser Aussage eher der Apotheker, der die Heilpflanzen gerne verkauft.

Am heikelsten beim Selbersammeln von Heilpflanzen scheint mir, dass man die Pflanzenwelt gut kennen muss, um Verwechslungen auszuschliessen.

Wichtig in diesem Text ist der Hinweis, dass bei der Behandlung von Hauterkrankungen  nicht nur die Inhaltsstoffe wichtig sind, sondern auch die Zubereitungsform (wässrig / fetthaltig).

Gefreut hat mich, dass Schwarztee und Grüntee als Gerbstoffpflanzen erwähnt werden. Sie gelten oft nur als Genusstee und ihre Qualitäten als Heilpflanzen gehen daher leicht vergessen. Das ist schade, weil Schwarztee oder Grüntee oft im Haushalt greifbar sind und wenig kosten.

Zum Thema „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“ gibt es ein kompaktes, informatives Tagesseminar.

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