Artikel mit Schlagwort ‘Kamille’

Weiterbildung für Spitex & Pflegeheim: Wundbehandlung mit Heilpflanzen

Freitag, Dezember 30th, 2011

Die Behandlung von Hautproblemen und Wunden – aber auch generell die Gesunderhaltung der Haut – ist ein zentrales Thema in der Krankenpflege. Heilpflanzen können dabei in vielen Bereichen ausgesprochen wirksam sein. Zum Beispiel Ringelblume, Arnika, “Chäslichrut”, Beinwell, Hamamelis, Aloe, Kamille, Stiefmütterchen, Cardiospermum, Mahonia, Eichenrinde, Schwarztee, Nachtkerzenöl und Borretschöl, Teebaumöl und Lavendelöl.

An diesem Seminartag am 14. März 2012 lernen Teilnehmende aus Pflegeberufen präzis und gut verständlich Anwendungsmöglichkeiten dieser Heilpflanzen kennen. Es geht also beispielsweise um Ekzeme, Allergien, Hautreizungen und Wunden aller Art.

Kursleitung:

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie

Kursort

Kulturzentrum “Alte Kaserne” in Winterthur. Die “Alte Kaserne” liegt 15 Fussminunten vom HB Winterthur.

Kurszeiten

10.00 – 12.30 Uhr und 13.40 -17.10 Uhr, die Kurszeiten sind abgestimmt auf die Zugverbindungen von Zürich, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen

Kurskosten Fr. 120.-

Detailangaben zu diesem Weiterbildungsangebot für Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Klinik:

Tagesseminar Wundbehandlung mit Heilpflanzen

Ausserdem:

Interessiert an fundierten Heilpflanzen-Anwendungen für Spitex, Pflegeheim, Klinik?

Professionelle Phytotherapie-Ausbildung  für Pflegepersonen in Winterthur (Kanton Zürich, Schweiz).

Infos: Seminar für Integrative Phytotherapie

Interessengemeinschaft Phytotherapie & Pflege: www.ig-pp.c

Dokument Phytotherapie in der Pflege

(Argumente und Beispiele für Phytotherapie in der Krankenpflege)

Teamweiterbildungen für Spitex, Pflegeheim, Klinik:

Martin Koradi, Tel. 052 202 20 29, www.phytotherapie-seminare.ch

Heilpflanzen-Anwendungen bei Hämorrhoiden

Freitag, Dezember 30th, 2011

Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Gefässpolster im Analkanal, die zu Blutungen, Schmerzen und Entzündungen führen können. Zu den möglichen Auslösern zählen ein starkes Pressen bei der Defäkation (Stuhlentleerung), eine Verstopfung und eine Schwangerschaft. Eine ärztliche Diagnose ist nötig, um andere Ursachen auszuschliessen und eine adäquate Behandlung einzuleiten. Zur medikamentösen Therapie werden Ballaststoffe, Venenmittel, Salben und Zäpfchen angewendet. Neben synthetischen Wirkstoffen kommen bei Hämorrhoidenleiden auch Heilpflanzen-Präparate zur Anwendung.

Je nach Ausprägung und Symptomatik kann auch ein kleiner oder grösserer medizinischer Eingriff nötig werden; Hämorrhoiden können jedoch auch von alleine wieder zurückgehen.

Symptome bei Hämorrhoidenleiden

Zu den möglichen Symptomen von Hämorrhoiden zählen:

Blutungen, Blut am Toilettenpapier

Druckbeschwerden, Schmerzen, Brennen

Unangenehmes Gefühl

Entzündungen, Schwellungen, perianale Dermatitis

Juckreiz im Analbereich

Abgang von Schleim, Nässen

Vorfall, Ausstülpungen ausserhalb des Anus (Prolaps)

Hämorrhoiden können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Geläufig ist die Klassifikation nach dem anatomischen Ursprung in innere und äussere Hämorrhoiden. Innere Hämorrhoiden haben ihren Ursprung oberhalb der Grenze zwischen Rektum und Analkanal (Linea dentata), äussere Hämorrhoiden unterhalb. Entsprechend dem Schweregrad des Vorfalls werden Hämorrhoiden in vier Stadien unterteilt.

Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen zählen Stuhlinkontinenz, Thrombosen, Nekrosen und Ulzerationen, die mit starken akuten Schmerzen einhergehen. Eine längerfristige Blutung kann Eisenmangel und Blutarmut zur Folge haben.

Ursachen

Zu den Ursachen von Hämorrhoiden zählen eine Schwächung des Bindegewebes mit zunehmendem Alter, Scherkräfte bei der Passage von hartem Stuhl, starkes Pressen, Stauung des Bluts und unzureichender venöser Blutabfluss sowie ein zu hoher Druck in den Gefässen. Als auslösende Faktoren können dazu kommen eine ballaststoffarme Ernährung und Verstopfung, Übergewicht, eine Schwangerschaft, Bewegungsmangel, langer Aufenthalt auf der Toilette und einige Medikamente wie beispielsweise Phosphodiesterase-5-Hemmer (Viagra), Mittel gegen Durchfall, Abführmittel und Pegvisomant. Nicht-steroidale Entzündungshemmer können Blutungen auslösen.

Diagnose

Die ärztliche Diagnose soll andere Ursachen ausschliessen. Zu den möglichen Differentialdiagnosen zählen Tumore, Analfissuren, Fisteln, Infektionen, Abszesse, Hautfalten, Polypen, Papillen, perianale Thrombosen, Warzen, Trauma und weitere Erkrankungen. Es wird vermutet, dass viele Patienten für sich selbst eine Fehldiagnose machen, weil andere Ursachen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen, kaum bekannt sind.

Nicht-medikamentöse Behandlung der Hämorrhoiden

Zentral ist die Regulation des Stuhls durch Ernährungs- und Lebensstilveränderungen. Der Stuhl sollte weder zu flüssig noch zu fest sein. Zu den Empfehlungen zählen:

Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Während der Defäkation nicht pressen und keine schweren Gegenstände anheben

Ergänzend Ballaststoffe zu sich nehmen

Warme und reizarme Sitzbäder ohne Seife

NSAID wenn möglich absetzen

Reizende Gewürze meiden

Ausreichend körperliche Bewegung, nicht zu lange sitzen

Harte Sitzunterlage

Feuchtes Toilettenpapier

Kalte Auflagen zur Schmerzlinderung

Je nach Stadium und Symptomen werden Hämorrhoiden mit kleineren und grösseren Eingriffen therapiert: Sklerosierungstherapie, Infrarottherapie, Ligatur, Operation, Hämorrhoidektomie.

Schlussendlich gehen Hämorrhoiden innert Tagen oder Wochen oft auch wieder von alleine zurück – können jedoch wiederkehrend auftreten.

Orale Therapie mit Heilpflanzen-Präparaten

Innerlich kommen zur Behandlung von Hämorrhoiden oft Heilpflanzen zu Anwendung. Einzig zur Linderung stärkerer Schmerzen werden synthetische Schmerzmittel eingesetzt.

Zur innerlichen Hämorrhoiden-Therapie werden hauptsächlich gut verträgliche Ballaststoffe und Abführmittel bei Verstopfung zur Steigerung des Stuhlvolumens und Erweichung des Stuhls eingesetzt, zum beispielsweise Flohsamen, Indische Flohsamenschalen, Leinsamen und Sterculia.

Einige Venenpräparate mit pflanzlichen oder teilsynthetischen Wirkstoffen sind zur Behandlung von Hämorrhoiden zugelassen, bspw. Flavonoide wie Oxerutin (Venoruton®), Troxerutin (Venutabs®) und Diosmin (Daflon®) sowie Anthocyanoside aus der Heidelbeere (Myrtaven®) und Mäusedornextrakte (Phlebodril®). Auch Rosskastanien-Extrakte kommen zum Einsatz.

Solche Venenpräparate sollen die Kapillaren stärken und ihre Durchlässigkeit reduzieren und entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Ihre Wirksamkeit für die Hämorrhoiden-Therapie ist umstritten.

Orale Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können kurzfristig zur Schmerzerleichterung angewendet werden.

Lokale medikamentöse Therapie

Hämorrhoidenmittel kommen äusserlich in Form von Salben, Zäpfchen und Tamponaden zur Anwendung. Sie sollen die Symptome wie Juckreiz und Schmerzen lindern, sowie hautpflegend und schmierend wirken. Sie beeinflussen jedoch nicht den Krankheitsverlauf. Die Behandlungsdauer ist für die Selbstmedikation auf 1-2 Wochen begrenzt. Falls die Beschwerden unter der Selbstbehandlung innert 1 – 2 Wochen nicht zurückgehen, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen lokaler Hämorrhoidenmittel zählen allergische Reaktionen. Zahlreiche Komponenten von Hämorrhoidenmitteln sind bekannte Allergene wie zum Beispiel Kamille, Lokalanäthetika und Perubalsam.

Welche Stoffe oder Heilpflanzen kommen für die lokale Therapie zur Anwendung?

- Mittel gegen Juckreiz wie Menthol (Hauptbestandteil im Pfefferminzöl) und Kampfer sind angenehm kühlend, juckreizlindernd und schmerzlindernd.

- Synthetische Lokalanästhetika wie Benzocain, Cinchocain, Quinisocain und Lidocain betäuben den Schmerz und hemmen möglicherweise den Juckreiz. Allergische Reaktionen auf diese Stoffe werden allerdings immer wieder beobachtet.

- Sitzbäder mit Kamille sind entzündungshemmend, wobei Kamille allerdings ebenfalls ein bekanntes Allergen ist.

- Glucocorticoide wie Prednisolon, Hydrocortison, Dexamethason und Fluocinolon wirken entzündungshemmend und sekundär gegen Juckreiz. Gemäss der Fachinformation haben diese „chemischen“ Medikamente einen Einfluss auf die Gefässerweiterung und sollen Gefässneubildungen hemmen. Sie sollten nur kurzfristig eingesetzt werden, weil sie die Perianalhaut schädigen können und möglicherweise die Anfälligkeit für Infekte steigern.

- Venenmittel wie zum Beispiel Rosskastanienextrate werden nicht nur systemisch, sondern auch lokal angewandt in Form von Venengelen und Venensalben. Ihr Nutzen in diesem Anwendungsbereich ist unklar.

- Gerbstoffe wie Policresulen, Hamamelis und Eichenrinde wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Bei entzündeten Hämorrhoiden bewährend sich Sitzbäder mit Eichenrinde immer wieder.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hämorrhoiden

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie bei Kontaktekzem

Donnerstag, Dezember 22nd, 2011

Im „Phyto-Forum“ der „Aerzte-Zeitung“ wurde vor kurzem folgende Frage gestellt: „Welche Möglichkeiten gibt es, bei einem Kontaktekzem mit pflanzlichen Wirkstoffen etwas auszurichten?“

Beantwortet hat die Frage Professor Jürgen Reichling. Er führte zuerst aus, dass Kontaktekzeme durch Allergene (allergisches Kontaktekzem) oder durch Haut irritierende Stoffe (toxisches Kontaktekzem) hervorgerufen werden. Im Vordergrund stehe daher zunächst die Erkennung und Meidung der infrage kommenden Allergene oder irritierenden Stoffe.

Phyto-Dermatika zur äußeren Anwendung können durchaus eine sinnvolle Ergänzung zu einer Therapie mit Glukokortikoiden sein, schreibt Reichling. Die Therapie richte sich dabei nicht nach den Ursachen des Ekzems, sondern im Wesentlichen nach der Verlaufsform oder nach den symptomatischen Beschwerden.

„Da die Behandlung des Ekzems stadiengerecht erfolgen sollte, kommt der jeweiligen Darreichungsform große Bedeutung zu. Hier ist der Rat eines erfahrenen Dermatologen oder Apothekers unerlässlich.

Wässrige und wässrig-alkoholische Zubereitungen aus Heilpflanzen werden bevorzugt in Form von Bädern, Teilbädern, Umschlägen, Salben, Cremes und Pasten eingesetzt. Die infrage kommenden Heilpflanzen zeichnen sich durch ein breites Wirkungsprofil aus.“

Kommentar M.K.: Im Bereich der „Phyto-Dermatologie“ ist es tatsächlich entscheidend, dass die Behandlung dem jeweiligen Ekzemstadium angepasst wird. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl einer geeigneten Heilpflanze an. Genauso wichtig ist die passende Darreichungsform. Konkret: Akute, nässende Ekzeme werden nass behandelt (Wässrige Umschläge oder Teilbäder zum Beispiel mit Eichenrinde), je chronisch-trockener das Ekzem ist, desto fetter die Darreichungsform.

„Sie besitzen zumeist entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle, granulations- und wundheilungsfördernde sowie sekretionshemmende Eigenschaften. Gerbstoffhaltige Pflanzendrogen werden hierbei bevorzugt eingesetzt, wie zum Beispiel Zubereitungen aus Eichenrinde, Odermennigkraut, schwarzen und grünen Teeblättern, Walnussblättern sowie Hamamelisrinde und Hamamelisblättern.“

Kommentar M.K.:

Das Wort „Pflanzendrogen“ ist etwas irreführend. Unter „Drogen“ versteht man in der Phytotherapie „getrocknete Heilpflanze“.

Gerbstoffreiche Heilpflanzen werden vor allem bei nässenden Ekzemen als Umschläge oder Teilbäder eingesetzt. Einen sehr hohen Gerbstoffanteil hat die Eichenrinde. Aber auch Grüntee oder Schwarztee können äusserlich als Gerbstoff-Anwendung eingesetzt werden, sofern man den Tee lange ziehen lässt.

„Bewährt haben sich auch Zubereitungen aus Spitzwegerichkraut, die eine entzündungshemmende Wirkung aufweisen sowie Zubereitungen aus Kamillenblüten, die sowohl entzündungshemmende, juckreizstillende, antimikrobielle als auch granulations- und wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen.“

Kommentar M.K.: Spitzwegerichkraut ist für die Ekzembehandlung eher unüblich. Die Tradition spicht dem Spitzwegerich eher wundheilende und entzündungswidrige Wirkung zu. Ausserdem enthält der Spitzwegerich antimikrobielle Wirkstoffe.

„Von Hamamelisrinde und -blättern sowie Kamillenblüten gibt es Fertigarzneimittel in Form von Cremes und Salben sowie von Extrakten für Bäder, Teilbäder und Umschläge. Vom Ballonrebenkraut sind Salben und Cremes verfügbar, die eine 10-prozentige homöopathische Urtinktur als Wirkstoff enthalten.

In klinischen Beobachtungsstudien konnte eine gute Verträglichkeit und eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden.“

Kommentar M.K.:

Bei Hamamelis (Zaubernuss) ist das im Vergleich zu Kamille sehr geringe Allergiepotenzial bemerkenswert.

Ballonrebe (Cardiospermum) gehört zu den vergleichsweise wenigen Heilpflanzen der Phytotherapie, die aus Afrika stammen. Weitere Beispiele sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Perargonie).

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/683811/welche-phyto-dermatika-helfen-kontaktekzemen.html

Vertiefte Informationen im Tagesseminar „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“.

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Hausmittel gegen Erkältung: Halsschmerzen

Samstag, Dezember 17th, 2011

Hauptsächlich bei Infekten der oberen Atemwege, einer Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung schmerzt der Hals. Meistens sind dafür Viren verantwortlich, manchmal auch Bakterien. Die Schleimhäute werden dadurch gereizt und entzünden sich: Der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt.

In solchen Fällen muss man aber nicht gleich teure Medikamente schlucken, auch alte Hausmittel wie etwa Quarkwickel oder Inhalieren haben sich bewährt.

Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlimmer, sollten man besser zum Arzt gehen.

„Viel Kräutertee trinken“, empfiehlt die „BZ“ ihren Leserinnen und Lesern:

„Möglichst viel trinken. Das hält die Schleimhäute feucht, Erkältungsviren können sich nicht so gut vermehren. Heilpflanzen wirken keimhemmend, entzündungsdämmend, abschwellend und eigen sich deshalb besonders gut als Tee. Gut sind Salbei, Thymian, Kamille oder eine „heiße Zitrone“. Ob die Getränke aber heiß oder kalt sind, ist nicht entscheidend. Wichtig ist die Menge: mindestens zwei Liter am Tag.“

„Mit warmer Kamille gurgeln“, lautet der zweite Rat:

„Gurgeln Sie mehrmals täglich. Dadurch werden Krankheitserreger im Rachen weggespült. Gut bei Halsschmerzen ist Kamillentee (lang gezogen). Die Heilpflanze hat eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Schmerzen. Der Tee sollte lauwarm sein. Achtung: Nicht mit hochprozentigem Schnaps gurgeln. Dadurch werden die entzündeten Schleimhäute zusätzlich gereizt.“

Bei Halsschmerzen würde ich allerdings zum Gurgeln anstelle von Kamillentee den Salbeitee vorziehen. Salbei enthält neben antimikrobiell wirkenden ätherischen Ölen (gegen Viren, Bakterien, Pilze) noch Lamiaceen-Gerbstoff (Rosmarinsäure), der gut entzündungswidrig wirkt.

„Mit Salzwasser inhalieren“, lautet der dritte Rat:

„Um den Schleim in der Nase und den Nebenhöhlen zu lösen, ist das Inhalieren von Salzwasser besonders wirksam. Die Dämpfe erreichen auch den Kehlkopf gut und lindern Heiserkeit. Einfach einen Liter Wasser erhitzen, drei Teelöffel Salz dazu geben und den aufsteigenden Wasserdampf unter einem Handtuch durch die Nase einatmen.“

Inhalieren mit Salzwasser ist tatsächlich ein einfaches, aber oft wirksames Hausmittel.

Schliesslich empfiehlt die „BZ“ noch den Halswickel:

„Bei Dauerkratzen kann auch ein Halswickel helfen. Dazu wird ein Küchenhandtuch mit kühlen bis warmem (je nach Bedürfnis) Wasser getränkt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber ein trockenes Tuch oder einen Wollschal wickeln. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte der Wickel einwirken. Oder: Quark auf das Handtuch streichen und um den Hals legen.“

Insbesondere der Quarkwickel hat eine kühlende und dadurch abschwellende Wirkung. Völlig unsinnig sind allerdings immer noch herumgeisternde Geschichten, wonach der Quarkwickel „Giftstoffe“ herausziehen soll.

Niemand kann nämlich genau erklären, um was für „Giftstoffe“ es sind da handeln soll. Viren und Bakterien jedenfalls zieht man nicht einfach so durch die Haut. Ausserdem ist völlig unklar, wie der Quark wissen kann, welche Stoffe er als Giftstoffe herausziehen muss, und welche Stoffe unbedingt drin bleiben müssen. Und wenn man dann noch hört, der Quarkwickel ziehe die „Giftstoffe“ „osmotisch“ heraus, dann bleibt nur noch das grosse Staunen. Osmose funktioniert nämlich nur über eine halbdurchlässige Membran. Wäre die Haut eine solche halbdurchlässige (semipermeable) Membran, dann würde ich in der Badewanne aufgehen wie ein Kuchen im Backofen und schliesslich wohl platzen.

Das ist aber – damit wir uns nicht missverstehen – kein Quarkwickel-feindliches Statement. Quarkwickel sind oft sehr wirksam, wohl einfach aufgrund der intensiven, langanhaltenden Kühlwirkung. Dafür gebührt dem Quarkwickel meine Anerkennung. Ich bin nur gegen abstruse Konstrukte wie die „Giftstoff-herauszieh-Theorie“ (GHT).

Quelle der „BZ“-Zitate:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/gesundheit/die-besten-hausmittel-gegen-erkaeltung-article1342725.html#bzRSS

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http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15

Kräutertees für jede Gelegenheit: Kamille

Dienstag, November 29th, 2011

Die „Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von bekannten Heilpflanzen und ihren Wirkungen. Hier der Abschnitt zur Kamille:

„Der Klassiker und bekanntester aller Heiltees: Wirksam ist die Kamille bei Entzündungs- und Reizzuständen der Atemwege oder aber auch bei allgemeinen Magen-Darm Beschwerden wie Aufstoßen, Völlegefühl oder Sodbrennen.“

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=38495&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine eher magere Beschreibung der vielfältigen Kamille. Eine detailliertere Beschreibung findet sich bei Wikipedia:

„Die Kamillenblüten werden eingesetzt als Entzündungshemmer, zur Krampflösung, gegen Blähungen und als Magenmittel. Sie haben auch eine wundheilungsfördernde, desodorierende und antibakterielle Wirkung. Hauptanwendungsgebiete sind bei innerlicher Anwendung Magen- und Darmbeschwerden wie Gastritis, Enteritis, Colitis, Blähungen, krampfartige Beschwerden im Verdauungstrakt und Menstruationsbeschwerden. Äußerliche Anwendung findet die Echte Kamille bei Haut- und Schleimhautentzündungen, bei bakteriellen Hauterkrankungen, auch der Mundhöhle und des Zahnfleisches. Bei entzündlichen Erkrankungen der Luftwege werden Inhalationen vorgenommen. Bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich werden Bäder und Spülungen vorgenommen. Von einer Anwendung des Aufgusses im Augenbereich wird abgeraten.

Im Bereich der Volksmedizin wird Kamillentee besonders in romanischen Ländern als Schlaftee und als Beruhigungsmittel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Interessantes zu Hopfen und Hopfenzapfen (Lupuli strobulus)

Dienstag, November 15th, 2011

Die Pharmaceutical Tribune publizierte vor kurzem einen informativen Beitrag zum Hopfen. Hier ein paar interessante Zitat

Zur Botanik des Hopfens (Humulus lupulus):

„Der wilde Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist eine typische zweihäusige Pflanze. Hopfenzapfen sind die Fruchtstände der weiblichen Pflanzen und können Ende August geerntet werden. Die Triebe sind einjährig, die Verbreitung erfolgt über das Rhizom. Man findet wilden Hopfen auf stickstoffreichen und feuchten Böden.“

Wer zum Beispiel mit offenen Augen durch die Rheinschlucht zwischen Valendas und Castrisch (Graubünden) wandert, kann unzählige wunderschöne Hopfenexemplare entdecken.

Zu den Inhaltsstoffen des Hopfens:

„Entscheidend für die Wirkung sind die Inhaltstoffe der Drüsenschuppen an der Innenseite der Deckblätter des Hopfenzapfens. Hauptkomponenten des petroletherlöslichen Weichharzes sind die Bitterstoffe Humulon und Lupulon. Bei längerer Lagerung kommt es zum Umbau dieser labilen Stoffe zu Alkoholen wie dem 2-Methylbutenol, das für die sedierende Wirkung verantwortlich ist. In weiterer Folge bilden sich unlösliche so genannte Hartharze. Weiters finden sich in Lupuli strobulus ätherisches Öl (bis zu 1 %) mit den Bestandteilen Myrcen, Humulen, Farnesen und β-Caryophyllen sowie Flavonoide, die bemessen als Rutinosid mit einem Mindestgehalt von 0,25 % zur Standardisierung für die Qualität der Droge herangezogen werden. Die entsprechende Monographie für Lupuli flos ist im Europäischen Arzneibuch enthalten.“

Die Bitterstoffe im Hopfen dominieren den Geschmack des Hopfentees total. Daher sind Hopfentee und auch Hopfentinktur keine attraktiven Zubereitungsformen.

„In der volksmedizinischen Behandlung wird Hopfenextrakt auch zur Spülung infizierter Wunden empfohlen. Wässriger Hopfenextrakt wirkt nachgewiesen bakteriostatisch und hat auch bedingte Wirkung gegen Protozoen.“

In der Wundbehandlung spielt Hopfen heute keine Rolle mehr. Ringelblume, Hamamelis, Kamille, Aloe vera stehen stehen in diesem Bereich der Phytotherapie im Vordergrund. Aus der traditionellen Pflanzenheilkunde kommen dazu noch Sanikel (Sanicula europaea) und Chäslichrut (Malva silvestris oder Malva neglecta). Die bakteriostatische Wirkung des Hopfens dürfte im Bier eine Rolle spielen.

Protozoen sind tierische Einzeller. Durch Protozoen ausgelöst werden beispielsweise Malaria, Amöbenruhr, Trichomoniasis, Toxoplasmose, Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit.

Hopfen hat keine Bedeutung in der Behandlung von Protozoen-Erkrankungen.

„Der sedative Effekt ist dennoch Haupteinsatzgebiet von Humulus lupulus. Aktuelle Studien verzeichnen sogar Erfolge beim Einsatz von Hopfenextrakt in der Behandlung autistischer Personen zur Entspannung und Steigerung der Wahrnehmung.“

Das Thema Hopfen & Autismus tönt interessant, ich habe dazu allerdings noch nirgends greifbare Unterlagen gesehen. Als Quellenangabe für diese Aussagen ist erwähnt:

J Nat Prod 2009: 1220–1230

„Zur therapeutischen Anwendung im herkömmlichen Sinn kommt Humulus lupulus als Sedativum und bei Unruhezuständen in Form von beruhigenden Teezubereitungen in Kombination mit Orangenblüten, Johanniskraut oder Lavendelblüten. Auf Grund einfacher Handhabung werden bevorzugt die im Handel befindlichen Fertigpräparate mit hochkonzentrierten Extrakten der Hopfenzapfen in Kombination mit Passiflora, Baldrian und Melisse empfohlen.“

Am häufigsten wird die Kombination von Baldrianextrakt und Hopfenextrakt verwendet.

„In der Praxis haben sich diese Präparate besonders als Tagessedativum nach familiären Schicksalsschlägen oder bei stressbedingter Unruhe bewährt. Auch als Mittel zur Förderung der Schlafbereitschaft können (nicht alkoholische) Zubereitungen aus Humulus lupulus kurz vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Sie erzielen gute Wirkung ohne Gewöhnungseffekt und sind auch für schwangere Frauen ab dem dritten Monat geeignet.“

Beim Hopfen fehlen klare Angaben dazu, wie schnell die Wirkung eintritt.

„In der Volksmedizin ist auch das Schlafen auf mit Hopfen befüllten Kissen als Einschlafhilfe empfohlen. Die phytoöstrogene Wirkung von Hopfenblüten wird diskutiert, aber das ist wiedereinmal eine andere Geschichte … Ein Bierchen in Ehren – sollt jedenfalls niemand verwehren!“

Das Hopfenkissen ist eine interessante Hopfen-Anwendung und eine Alternative zum Lavendelkissen.

Zum Thema Phytoöstrogene und Hopfen siehe auch:

Hopfen & Phytoöstrogene

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=108767&dspaid=929379

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Heilpflanzen für Wundheilung und bei Hautproblemen

Samstag, Oktober 22nd, 2011

Verschiedene Heilpflanzen verbessern die Wundheilung, lindern Hautentzündungen oder wirken abschwellend. Es sollten jedoch nur Heilpflanzen verwendet werden, deren Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Eine Fachperson erläutert, welche Kräuter das sind und welche Wirkung sie haben.

Ob Kamille, Fenchel oder Salbei: Viele Heilpflanzen eignen sich als Kräutertee für die Selbstbehandlung.

«Die klassische Kräutermedizin – in der Natur selbst Pflanzen sammeln und daraus zum Beispiel einen Tee kochen -, hat den Nachteil, dass die Inhaltsstoffe oft unterdosiert sind», sagt Andreas Kiefer, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer in Berlin.

Außerdem sei beim Selbstsammeln die Gefahr von Allergien höher, denn viele Wildpflanzen enthalten allergieauslösende Substanzen. Eine gute Alternative seien daher moderne pflanzliche Arzneimittel. Diese Heilpflanzen-Präparate leiten sich von der traditionellen Kräutermedizin ab. Industriell produzierte, standardisierte Extrakte werden als Salben, Cremes oder Tinkturen eingesetzt.

Eine der bekanntesten Heilpflanzen ist die Kamille bzw. die Kamillenblüte. Äußerlich angewendet wirken ihre Extrakte entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Im klassischen Kamillentee sind allerdings nur die wasserlöslichen Inhaltsstoffe zu finden. Alkoholische Kamillenextrakte enthalten weitere entzündungshemmende Inhaltsstoffe. «Deshalb sind diese bei medizinischen Anwendungen einem Tee überlegen», erklärt Kiefer.
Eichenrinde: gute Wirkung bei entzündeter Haut

Gerbstoffe entfalten eine zusammenziehende Wirkung auf entzündete Haut. Arzneipflanzen mit Gerbstoffen sind beispielsweise Eichenrinde oder die Zaubernuss (Hamamelis). Die feinen Gefäße in der Haut werden weniger durchlässig, wodurch Entzündungen und Juckreiz gemildert werden. Gerbstoff-Umschläge oder Bäder sind wirksam gegen Ekzeme, Schweißfüße oder Hämorrhoiden. Zaubernuss-Extrakte wirken auch bei leichten Hautverletzungen.

Breiumschläge mit Bockshornklee- oder Leinsamen erweichen die Haut. Um sie herzustellen, werden die pulverisierten Samen mit Wasser verrührt und aufgekocht. Solche Breiumschläge aus Leinsamen oder Bockshornkleesamen machen die Haut geschmeidig und helfen gegen lokale Entzündungen wie Furunkel.

Bei Hautkrankheiten ist nicht nur der Inhaltsstoff wichtig, auch die Hilfsstoffe und die Zubereitung der Präparate spielen eine große Rolle. Bei akuten Hauterkrankungen wie nässenden Entzündungen wirken die Pflanzenextrakte besser, wenn sie in eher wässrige Grundlagen eingearbeitet sind. Bei chronischen Ekzemen hingegen sind fettreiche Zubereitungen besser wirksam.

Grüntee beziehungsweise Schwarztee ist zwar keine Heilpflanze. Er wird dennoch wegen seines Gehalts an Gerbstoffen gegen nässende Ekzeme angewendet: aus dem im Handel erhältlichen Grüntee oder Schwarztee einen starken Tee kochen und zehn Minuten ziehen lassen. Umschläge mit Grüntee oder Schwarztee sollten mehrmals täglich erneuert werden.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/leben/gesundheit_und_wellness/gesundheit/Pflanzen-koennen-der-Haut-helfen;art364,1434760

Kommentar & Ergänzung:

Die Aussagen im Text auf ruhrnachrichten.de sind erfreulich fundiert.

Einzig die Aussage, dass beim Sammeln von Heilpflanzen in der Natur ein höheres Allergierisiko besteht, weil „viele Wildpflanzen….allergieauslösende Substanzen“ enthalten, kann ich nicht nachvollziehen. Ob ich zum Beispiel Schafgarbe oder Malvenblüten in der Natur sammle oder in der Apotheke oder Drogerie kaufe, macht meines Erachtens keinen eindeutigen Unterschied bei allergieauslösenden Stoffen in dem Sinne, dass Apothekenware grundsätzlich weniger Allergene enthalten würde. Vielleicht spricht aus dieser Aussage eher der Apotheker, der die Heilpflanzen gerne verkauft.

Am heikelsten beim Selbersammeln von Heilpflanzen scheint mir, dass man die Pflanzenwelt gut kennen muss, um Verwechslungen auszuschliessen.

Wichtig in diesem Text ist der Hinweis, dass bei der Behandlung von Hauterkrankungen  nicht nur die Inhaltsstoffe wichtig sind, sondern auch die Zubereitungsform (wässrig / fetthaltig).

Gefreut hat mich, dass Schwarztee und Grüntee als Gerbstoffpflanzen erwähnt werden. Sie gelten oft nur als Genusstee und ihre Qualitäten als Heilpflanzen gehen daher leicht vergessen. Das ist schade, weil Schwarztee oder Grüntee oft im Haushalt greifbar sind und wenig kosten.

Zum Thema „Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden“ gibt es ein kompaktes, informatives Tagesseminar.

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Ätherische Öle

Donnerstag, Oktober 20th, 2011

„Ätherische Öle sind Gemische aus leicht flüchtigen Pflanzeninhaltsstoffen, darunter Alkoholen, Aldehyden, Ketonen und Äthern. Sie sind es, die vielen Pflanzen ihren charakteristischen Geruch geben. Eucalyptus, Kamille, Pfefferminze, Lavendel, Fichte und Kiefer enthalten sie in größeren Mengen. Der Name Öle ist allerdings irreführend: Ein Tropfen, auf ein Filterpapier gebracht, verdunstet, ohne einen Fettfleck zu hinterlassen.

Viele ätherische Öle wirken desinfizierend, sie töten Bakterien ab oder erschweren eine Ansiedlung von Mikroben. Auf die Haut aufgebracht, sorgen die meisten von ihnen zudem für eine vermehrte Durchblutung. Dies wird zum Beispiel in vielen „Rheumasalben” genutzt.“

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist natürlich eine sehr kurz geratene Beschreibung der ätherischen Öle, eine Wirkstoffgruppe, über die es noch viel mehr zu sagen gibt.

Wichtig scheint mir in erster Linie festzuhalten, dass ätherische Öle und fette Öle (zum Beispiel Mandelöl, Olivenöl) von ihrem Aufbau her total unterschiedlich sind.

Ätherische Öle werden in der Aromatherapie und in der Phytotherapie eingesetzt, zum Teil mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

In der Phytotherapie kommen ätherische Öle nicht nur in isolierter Form zu Anwendung, sondern auch quasi eingebettet in Kräutertees, Pflanzentinkturen oder Pflanzenextrakten.

In der Phytotherapie auch in reiner, isolierter Form verwendete ätherische Öle sind beispielsweise:

Pfefferminzöl, Lavendelöl, Nelkenöl (= Gewürznelkenöl), Melissenöl, Teebaumöl, Kümmelöl, Fenchelöl, Thymianöl, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl, Rosmarinöl, Kamillenöl, Anisöl, Wacholderöl, Korianderöl, Cajeputöl, Niauliöl, Kiefernnadelöl, Minzöl, Zimtöl und Zimtblätteröl, Rosenöl (vor allem als Aromatikum), Citronellöl ( als Ersatz für Melissenöl), Zitronenöl ( vor allem als Aromatikum)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Bewährte Heilpflanze für die Haut: Hamamelis – die Zaubernuss

Dienstag, Oktober 4th, 2011

Die Pharmaceutical Tribune publizierte einen Text über Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Hamamelis / Zaubernuss (Hamamelis virginiana).

Hier ein paar interessante Zitate mit anschliessendem Kommentar:

Zu den Wirkstoffen in Hamamelisblatt bzw, Hamamelisrinde:

„Wirksames Prinzip sind die enthaltenen Gerbstoffe, die im Arzneibuch mit einem Mindestgehalt von 3 % als Qualitätsanforderung für die Blattdroge gelten. Ein Gesamtgehalt von über 10 % in der Rinde ist möglich. In den Blättern liegen Katechingerbstoffe, Gallotannine und Procyanidine vor. Die Rinde enthält vorwiegend Katechine und Hamamelitannine. Weiters finden sich noch freie phenolische Säuren (z.B. Gallussäure), Flavonoide und wenig ätherisches Öl. Aqua Hamamelidis, gewonnen durch wässrige Destillation der frischen Zweige, und Tinctura Hamamelidis, ein alkoholischer Auszug, werden in der Dermatologie häufig eingesetzt.“

Kommentar:

Hamamelis gilt als Gerbstoffpflanze. Zu beachten ist aber, dass in den meisten Präparaten Hamamelis-Destillat verwendet wird. Im Destillat sind aber die Gerbstoffe nicht vorhanden.

Zur Wirkung von Hamamelis / Zaubernuss:

„Die Wirkung ist adstringierend, blutstillend und entzündungshemmend. Die gefäßprotektive und antihämorrhagische Wirkung von Auszügen aus Hamamelis durch Hemmung des Tumornekrosefaktors TNF-α wurden bereits nachgewiesen. Es kommt zur Verminderung der Entzündungsmediatoren im Arachidonsäurestoffwechsel. Für Rindenextrakte aus Hamamelis virginiana konnte eine positive Wirkung auf die Proliferation von Keratinozyten und die gesteigerte Regeneration geschädigter Hautareale bestätigt werden. Die antimikrobielle Wirkung wird den in der Droge enthaltenen Lignanen zugesprochen.

Kommentar:

In Vordergrund steht eine entzündungswidrige und wundheilende Wirkung.

„Hamameliswasser eignet sich als Bestandteil von Gesichtswässern bei lokalen Entzündungen der Haut. Es wirkt verfeinernd auf vergrößerte Poren, entfettend und ist als Bestandteil kosmetischer Gesichtstonika gegen Hautunreinheiten oder Akne geeignet. Pinselungen mit der Tinktur oder Spülungen mit wässrigen Extrakten der Blattdroge werden bei Schleimhautläsionen im Mundbereich und bei Parodontitis empfohlen.“

Kommentar:

Hamameliswasser wäre dann also genau diese gerbstofffreie Zubereitung. Das mag den Vorteil haben, dass der austrocknende Effekt der Gerbstoffe fehlt. Unklar bleibt aber, welche relevanten Inhaltsstoffe vorhanden sind.

“Als Sitzbad bei Hämorrhoiden empfiehlt sich das Wurzelextrakt als Badezusatz. Bei Neurodermitispatienten hat die Anwendung von Cremen und Lotionen mit Hamamelisextrakt einen positiven Effekt auf die Symptomatik. Die Arzneidroge Hamamelidis folium weist kein allergenes Potenzial auf und kann als Bestandteil topischer Arzneimittel für sensible Haut empfohlen werden. Fertigpräparate mit Extrakten sind im Handel erhältlich.“

Kommentar:

Bei entzündeten Hämorrhoiden, Perianalekzem, Analfissuren etc. würde ich eine gerbstoffreiche Zubereitung vorziehen und eher auf ein Eichenrinden-Sitzbad setzen.

Bei Neurodermitis haben sich Salben mit Hamamelis-Destillat bewährt.

Der Hinweis auf das fehlende allergene Potenzial von Hamamelis scheint mir wichtig. Zwar ist nicht mit Sicherheit auszuschliessen, dass es auch auf Hamamelis Allergien geben kann.

Das müsste aber ein sehr seltenes Geschehen sein, von dem ich bisher weder gehört noch in der Fachliteratur gelesen habe, während beispielsweise Allergien auf Kamille, Ringelblume oder Arnika gut bekannt sind.

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109287&dspaid=942742

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Kräutertees aus dem Garten

Freitag, September 23rd, 2011

Zu diesem Thema veröffentlichte die „Kleine Zeitung“ einen kleineren Artikel.

Viele Heilpflanzen aus dem Garten lassen sich in Form von gesundheitsfördernden Kräutertees verwenden. Dazu sei allerdings etwas Fachwissen nötig, schreibt zu recht die „Kleine Zeitung“.

Hier ein paar Zitate mit Kommentaren von mir:

„’Es lohnt sich, mit offenen Augen durch den Garten zu gehen: Dort gibt es manch eine unbehandelte Zutat für einen gesunden Tee’, sagt Sven Görlitz, Gartenfachberater vom Verband Wohneigentum in Karlsruhe.“

Genau. Aber es braucht einiges an Wissen darüber, wofür genau welche Heilpflanze eingesetzt werden kann.

Minzen / Pfefferminze

„Ganz oben auf der Liste stehen Minzen. Doch angesichts der vielen Sorten ist Vorsicht geboten: ‚Darunter sind auch giftige Arten, sowie einige mit sehr hohem Menthol-Gehalt, was Magenreizungen verursachen kann’, warnt Manfred Fischer von den Kneipp-Werken in Bad Wörishofen. Auf der sicheren Seite ist man mit einer Mentha x piperita vom Gärtner. ‚Bei ihr ist untersucht: Die ätherischen Öle lindern Magen-Darm-Beschwerden und steigern Gallenproduktion und -abfluss.’“

Mentha piperita, die Pfefferminze, ist jedenfalls vo allen Minzenarten am besten in ihren Wirkungen dokumentiert und wird deshalb von den staatlichen Arzneibüchern als Heilpflanze anerkannt.

Brennnessel

„Ähnlich weit verbreitet ist die Brennnessel. ‚Sie wird von manch einem Gartenbesitzer gar nicht gerne gesehen, weil sie stark wuchert’, sagt Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern in München. ‚Aber wenn man die Triebe ausmerzt, kann man sie prima als Tee verwerten.’ Gerade die ersten frischen Triebe enthalten viele wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. ‚Gleichzeitig steigert Brennnesseltee die Filtrationsleistung der Niere’, erklärt Fischer.”

Brennessel ist zudem wertvoll als Futterpflanze für die Raupen einiger Schmetterlingsarten (Kleiner Fuchs,  Admiral, Tagpfauenauge, Landkärtchen, Silbergraue Nessel-Höckereule, Dunkelgraue Nessel-Höckereule, Brennessel-Zünslereule). Diese Schmetterlingsraupen fressen ausschliesslich Brennnesseln, während der Distelfalter neben Brennnesseln auch andere Pflanzen verspeist.

Kamille

„Auch die echte Kamille wächst in vielen Gärten. ‚Als Tee wirkt sie stark entzündungshemmend und krampflösend zum Beispiel bei gereizten Schleimhäuten oder Gastritis, auf einen Umschlag gegeben fördert sie die Wundheilung, und die aufsteigenden Dämpfe von mit heißem Wasser übergossenen Blüten helfen bei Erkältungsbeschwerden’, erläutert Fischer.“

Häufiger im Garten wachsend findet man aber die Strahlenlose Kamille. Nicht mit Echter Kamille verwechseln!

Schafgarbe

„Noch stärker krampflösend wirken übrigens die Blüten der Schafgarbe.“

Ob Schafgarbe oder Kamille stärker ist in der krampflösenden Wirkung, ist nicht geklärt. Schafgarbe gehört aber im Gegensatz zur Kamile zu den Bitterstoffpflanzen. Sie fördert daher die Magensaftproduktion und den Gallenfluss.

Spitzwegerich

„Die Blätter des Spitzwegerich helfen ebenfalls bei Erkältungen: Ihre Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm über die durch Husten oder Räuspern gereizten Schleimhäute.“

Okay, aber Malvenblüten (von Malva silvestris) sind für diesen Zweck meines Erachtens wirksamer.

Thymian

„Dann sind da noch die Küchenkräuter. ‚Als Heilkraut gerne unterschätzt ist Thymian’, urteilt Danitschek. Dank seiner antimikrobiellen Wirkung trägt Thymiantee dazu bei, bei einer Erkältung die Schleimhautbereiche bakterienarm zu halten.“

Das ist fraglich, weil bei Erkältungskrankheiten in der Regel Viren als Auslöser vorliegen. Und weil das ätherische Thymianöl schlecht wasserlöslich ist, dürfte eine antimikrobielle Wirkung von Thymiantee eher zu schwach sein.

Man kann den Gehalt an ätherischem Öl im Thymiantee aber erhöhen, indem man während dem Ausziehen etwas Honig beifügt.

Salbei

„Ein guter Partner ist Salbei: Dieser wirkt entzündungshemmend in Mund und Rachen bei Erkältungen und Druckstellen von Prothesen. Hierzu wird in der Regel mit einem Aufguss gegurgelt. ‚Salbei-Tee kommt vor allem bei gereizter Magen-Darm-Schleimhaut zum Einsatz’, ergänzt Fischer. Außerdem hemme Salbei die Schweißsekretion und werde deshalb gern bei verstärkter Schweißneigung oder in den Wechseljahren getrunken.“

Medizinisch verwendet wird in der Phytotherapie ausschliesslich der Garten-Salbei (Salvia officinalis).

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) gilt als unwirksam.

Fachkenntnisse nötig

„Voraussetzung dafür, dass das Kraut, die Blätter oder Blüten ihre heilsame Wirkung entfalten können, ist, dass die richtige Pflanze gewählt wird. ‚Das erfordert Fachkenntnisse’, warnt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. So sei der echte Spitzwegerich kaum vom Breitwegerich zu unterscheiden. ‚Man sollte auf keinen Fall durch Wald und Wiesen streifen und Pflanzenteile abrupfen. Dazu ist die Verwechslungsgefahr zu groß. Zudem stehen viele Pflanzen unter Naturschutz.’ Ein guter Weg ist stattdessen der gezielte Erwerb und Anbau von echten Heilkräutern im eigenen Garten.“

Einverstanden, was die nötigen Fachkenntnisse angeht.

Diese können Sie sich übrigens in meinem Heilpflanzen-Seminar, in der Phytotherapie-Ausbildung, auf Heilkräuter-Exkursionen oder in Tagesseminaren erwerben (siehe unter „Kurse“ in der obigen Menü-Liste).

Dass Spitzwegerich und Breitwegerich kaum zu unterscheiden sind, wie das oben formuliert wird, finde ich allerdings ziemlich übertrieben.

Quelle:

http://www.kleinezeitung.at/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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