Artikel mit Schlagwort ‘Johanniskraut’

Phytotherapie: Johanniskraut-Extrakt gegen Depressionen

Sonntag, Oktober 30th, 2011

Der Ravensburger Psychiater Prof. Dr. Volker Faust schreibt in seinem

Nachschlagewerk „Psychische Störungen heute“ (ecomed 2011):

„Kein Antidepressivum hat in den letzten Jahren einen solch spektakulären

Aufschwung genommen wie das Johanniskraut (Hypericum perforatum L.).

Inzwischen steht es unter den antidepressiven Substanzen nach Verordnung und

Verwendung sogar an vorderster Stelle (auch wenn es Umsatzeinbrüche gab).

Das Phyto-Antidepressivum Johanniskraut hat inzwischen durch mehr als 40

klinisch-therapeutische Studien belegt, dass sein Behandlungserfolg für leichtere

bis mittelschwere Depressionen mit dem von synthetischen (“chemischen”)

Antidepressiva vergleichbar ist. Außerdem werden noch spezielle Heilanzeigen

diskutiert: zum Beispiel Winterdepression, körperbezogene Störungen,

Trauerreaktion, Burnout-Syndrom, prämenstruelle Störungen, Klimakterium,

Tinnitus (Ohrgeräusche) oder chronischer Schmerz.“

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirkung von Johanniskraut-Extrakt gegen Depressionen ist inzwischen sehr gut untersucht und dokumentiert.

In der Schweiz gibt es einige Johanniskrautpräparate, die von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.

Infos dazu hier:

Johanniskraut: Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha in der Grundversicherung

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Photosensibilisierung durch Johannisöl?

Sonntag, Oktober 23rd, 2011

Johannisöl ist ein altes Hausmittel in der Wundbehandlung, gegen Sonnenbrand, zur Narbenpflege etc.

Wann genau eine Anwendung von Johannisöl sinnvoll ist, müsste noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Oft hört man im Zusammenhang mit Johannisöl, dass es eine photosensibilisierende Wirkung habe, also die Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlung mache.

Beim Johanniskraut ist die Frage einer Photosensibilisierung schon seit längerem ein Thema, doch geht es dabei um die Einnahme von Johanniskraut-Extrakten gegen Depressionen. Verantwortlich für diesen Effekt ist der Inhaltsstoff Hypericin.

Es spricht sehr viel dafür, dass dieses Risiko überschätzt wird.

Siehe:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Johanniskraut & Sonnenlicht

Bei der äusserlichen Anwendung von Johannisöl spricht alles dafür, dass vom Hypericin auf diesem Weg kein Risiko einer Photosensensibilisierung ausgeht. Allenfalls bewirkt der „Brennglaseffekt“ des fetten Öls ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko. Das sieht auch eine Publikation der carstens-stiftung so:

„Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“

Aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf, auf: http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf

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Johanniskraut-Präparate in der Grundversicherung: Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha, Hyperval

Donnerstag, Oktober 13th, 2011

Johanniskraut-Präparate sind gut etabliert bei leichten und mittleren Depressionen.

Johanniskraut-Präparate mit ausreichend belegter Wirkung werden in der Schweiz von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahl, wenn ein ärztlichen Rezept vorliegt.

Weil dieser Umstand wenig bekannt ist, hier die entsprechenden Johanniskraut-Präparate:

Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha, Hyperval

Die Reihenfolge ist nicht als Rangliste bezüglich Wirksamkeit gemeint.

Festzuhalten ist dabei allerdings, dass die verschiedenen Johanniskraut-Präparate unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte enthalten – und zwar mengenmässig (mg), aber auch qualitativ (Konzentration des Extraktes, Zusammensetzung des Extraktes).

Wenn Sie lernen möchten, solche Präparate zu beurteilen um sich eine fundierte Meinung zu bilden, dann können Sie das im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung.

Siehe auch:

Johanniskraut: Wechselwirkungen mit Kontrazeptiva

Zur Therapie der Depression und dem Stellenwert von Johanniskraut

Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut

Johanniskraut-Wirkstoffe und Wirkungsweise

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Phytotherapie: Wirkstoffe im Johanniskraut

Phytotherapie: Johanniskraut nur informiert einnehmen

Phytotherapie: Johanniskraut & Wechselwirkungen

Wirkungsmechanismus von Johanniskraut untersucht

Phytotherapie: Zur Wirksamkeit von Johanniskraut

Phytotherapie: Behandlung von Depressionen mit Johanniskraut

Europäische Pflanzenmonografie: Johanniskraut gegen Depressionen

Johanniskraut & Sonnenlicht

Phytotherapie: Neueste Erkenntnisse zum Johanniskraut

Phytotherapie: Positive Aussagen zu Johanniskraut bei Depressionen

Johanniskraut gegen Depressionen informiert anwenden

Johanniskraut bei Depressionen auch als erste Therapie

Johanniskraut und Antibaby-Pille: Warnungen gerechtfertigt?

Johanniskraut gegen Winterdepressionen

Phytotherapie: Wirkt Johanniskraut auch bei schweren Depressionen?

Johanniskraut: Wissenschaftliche Analyse zeigt Wirksamkeit einzelner Extrakte

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Baldrian, Hopfen und Johanniskraut sind keine Dauerlösung

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

So betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über pflanzliche Beruhigungsmittel. Nachfolgend ein paar Zitate daraus mit dazwischengeschalteten Kommentaren von mir:

„Bei Aufregung oder Anspannung greifen viele Menschen zu pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es freiverkäuflich in jeder Apotheke oder Drogerie gibt. ‚Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollten diese Präparate nicht zur Dauerlösung werden’, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).“

Einverstanden, ich finde auch, dass pflanzliche Beruhigungsmittel keine Dauerlösung sind.

„Ob Hopfen, Melisse, Johanniskraut oder Baldrian: Vielen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Manche erzielen nur einen Placebo-Effekt, manche wirken tatsächlich”, sagt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Die freiverkäuflichen Produkte seien in der Regel so niedrig dosiert, dass keine Probleme zu erwarten seien.“

Stimmt, es gibt grosse Unterschiede, was die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten angeht.

„Problematisch könne die Einnahme jedoch werden, wenn die Pflanzenwirkstoffe dauerhaft geschluckt werden. ‚Auch Naturprodukte können dann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.’“

Einverstanden, auch Naturprodukte können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

„So sei zum Beispiel von Johanniskraut bekannt, dass es zu Leberschäden und einer gefährlichen Lichtempfindlichkeit führen kann. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten unbedingt ernst genommen werden: “Wer bereits regelmäßig Tabletten nimmt, sollte die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Präparaten unbedingt mit seinem Arzt absprechen”, rät die Medizinerin. Generell sei es ratsam, pflanzliche Beruhigungsmittel ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als drei Wochen einzunehmen.“

Sobald es ins Detail geht, werden die Aussagen in diesem Artikel fragwürdig.

Die Phytotherapie-Fachliteratur und auch die von den Arzneimittelbehörden bewilligten Beipackzettel erwähnen für Johanniskraut keine Leberschäden. Solange diese Aussage also nicht begründet und dokumentiert wird, gehe ich von einer falschen Unterstellung aus. Vielleicht entstand diese fragwürdige Aussage, weil Johanniskraut tatsächlich auf die Leber einwirkt. Es beeinflusst ein fremdstoffabbauendes Leberenzym, wodurch gewisse Medikamente schneller abgebaut werden. Das ist die Ursache für viel diskutierte Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Medikamenten. Das ist aber etwas anderes als Leberschäden.

Und von einer „gefährlichen Lichtempfindlichkeit“ durch Johanniskraut zu sprechen, ist ziemlich dramatisiert. Beobachtet wurde diese erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Weidetieren, die Johanniskraut in grossen Mengen frassen.

Ich zitiere aus dem “Leitfaden Phytotherapie“:

„Bisher wurde die aus der Tiermedizin beim Abweiden von grossen Mengen Johanniskraut bekannte Photosensibilisierung beim Menschen nach der Einnahme von Johanniskrautpräparaten sehr selten beobachtet, da die hier zur Anwendung kommende Menge an Gesamthypericin vermutlich zu gering ist. Weder in mehreren Anwendungsbeobachtungen mit hochdosierten Johanniskrauttrockenextrakten (meist 900mg Extrakt als Tagesdosis) noch in zwei gezielt auf eine Photosensibilisierung ausgerichtete Studien mit STW3-Extrakt (Laif® 600) und STW3-VI-Extrakt (Laif® 900) konnte eine signifikant erhöhte Lichtempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht bzw. UVA-Licht beobachtet werden. Die Studiengruppe kam zu dem Ergebnis, dass hypericinhaltige Johanniskrautpräparate in der üblichen Dosierung uneingeschränkt zu jeder Jahreszeit eingenommen werden können…Dennoch als mögliche Vorsichtsmassnahme eine intensive UV-Bestrahlung während der Behandlung vermeiden.“

Johanniskraut wird gegen leichte und mittlere Depressionen angewendet und auf depressive Menschen hat Licht einen günstigen Einfluss. Daher ist es unsinnig, die Gefahr der Photosensibilisierung durch Johanniskraut zu dramatisieren und dadurch Depressive möglicherweise vom Aufenthalt im Freien und an der Sonne abzuhalten.

Den Hinweis, dass bei der Anwendung von Johanniskraut allfällige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden müssen, unterschreibe ich aber wieder gerne.

Fazit 1: Dass Beruhigungsmittel aus Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Baldrian sowie das Antidepressivum Johanniskraut keine Dauerlösung sind, scheint mir offensichtlich. Es sind zwar bei diesen Heilpflanzen-Präparaten keine Schäden oder konkrete Risiken durch Langzeitanwendung bekannt, doch geht es hier auch um eine Grundhaltung. Es ist einfach nicht sinnvoll, sich auf einen medikamentengestützten Lebensstil einzustellen, wenn das nicht aus medizinischen Gründen unumgänglich ist.

Fazit 2: Nicht gerade selten trifft man in Naturheilkunde & Komplementärmedizin eine ziemlich naive, idealisierte Vorstellung der Natur, in der die Heilpflanzen uns nur wunderbarerweise gesund machen und niemals irgendjemandem schaden können. Das ist Unsinn und der Beitrag auf Yahoo-News weißt zurecht darauf hin, dass auch Heilpflanzen unerwünschtem Nebenwirkungen haben können.

Aus anderen Kreisen kommt aber manchmal eine Dramatisierung solcher Nebenwirkungen, die genau so wenig der Realität entspricht – wie eben beispielsweise die „Leberschäden“ und die „gefährliche Lichtempfindlichkeit“ im kommentierten Yahoo-Text. Schön wäre es, wenn Ärztinnen und Ärzte sich via Phytotherapie-Fachliteratur oder Beipackzettel über den Stand des Wissens informieren würden, bevor sie vor unerwünschten Nebenwirkungen von Heilpflanzen-Präparaten warnen.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/baldrian-hopfen-und-johanniskraut-sind-keine-dauerlösung-065447567.html

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Phytotherapie – eine moderne Therapiemethode mit Geschichte

Montag, Oktober 10th, 2011

In der Zeitschrift „Vista“ (2007 / Nr. 1) bin ich auf eine interessante Aussage gestossen von Reinhard Saller, Professor für Naturheilkunde am Universitätsspital Zürich:

„ Die Phytotherapie ist eine der wenigen Therapien mit Geschichte: Diese Tradition ist ein Hausschatz, von dem man profitieren kann. Wenn dann noch die entsprechenden wissenschaftlichen Daten hinzukommen, ist dies ein doppelter Vorteil. Auf der anderen Seite besteht aufgrund der Tradition eine gewisse Gefahr, dass man Heilpflanzen immer nur aus einem einzigen Blickwinkel anschaut – beispielsweise Johanniskraut als Antidepressivum – und so das ganze Potenzial der Pflanze übersieht. Man muss also auch in der Naturheilkunde immer offen sein für Neues und Ungewöhnliches.“

Kommentar & Ergänzung:

Dieses Zitat trifft einen wichtigen Punkt:

Phytotherapie verbindet die Erfahrungen traditioneller Pflanzenheilkunde mit der Ergebnissen moderner Arzneipflanzenforschung. Sie schlägt damit einen Bogen durch alle Zeitepochen der Menschheitsgeschichte. Das ist mit ein Grund dafür, dass Phytotherapie ein derart interessantes, faszinierendes Wissensgebiet ist.

Auch der zweite Teil des Zitates spricht einen wichtigen Aspekt an:

Tatsächlich liegt bei viele Heilpflanzen der Focus in Forschung und Anwendung in einem bestimmten Bereich, für den sie halt bekannt sind: Rosskastanie für die Venen, Weissdorn fürs Herz, Kürbissamen für die Prostata, Teufelskralle gegen Rheuma, Kümmel gegen Blähungen….etc.

Jede dieser Heilpflanzen dürfte aber wahrscheinlich noch weiteres Potenzial in anderen Bereichen haben, das bisher unbeachtet blieb. Das soll natürlich nicht heissen, dass man schlussendlich jede Heilpflanze für fast alles brauchen kann.

Es braucht immer eine genaue Prüfung der Möglichkeiten und Grenzen, verbunden mit der Offenheit für Neues und Ungewöhnliches, die Prof. Saller fordert.

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Antidepressiva bei Demenz nicht wirksamer als Placebo

Donnerstag, September 22nd, 2011

Die Antidepressiva Sertralin und Mirtazapin wirken bei Demenz-Kranken nicht besser als Placebo. Zu diesem Resultat kommen britische Wissenschaftler in einer Studie im Fachjournal »Lancet« (doi: 10.1016/S0140-6736(11) 60830-1). Gemäss den Studienautoren galten die beiden Antidepressiva bisher als Mittel der Wahl. Bei Demenz-Kranken, die bislang noch keine Antidepressiva bekommen hatten, zeigten sie aber in der aktuellen Untersuchung innerhalb von 13 Wochen keine Überlegenheit gegenüber einem Placebo (Scheinmedikament). Bei allen Versuchsgruppen gingen die Symptome etwa gleichermaßen zurück. Die Tageshöchstdosen lagen bei 150 Milligramm für Sertralin und 45 Milligramm für Mirtazapin. Durchschnittlich bekamen die Probanden eine niedrigere Dosis. Auch 39 Wochen nach Behandlungsbeginn zeigte sich keine Differenz. Gegen den Einsatz der beiden Medikamente bei Demenz-Kranken spricht aus Sicht der Autoren nicht nur die fehlende Wirksamkeit, sondern auch das Nebenwirkungsprofil. Während sich unter dem Scheinmedikament bei 29 von 111 Probanden unerwünschte Effekte zeigten (26 Prozent), geschah dies unter Sertralin bei 46 von 107 Patienten (43 Prozent), bei Mirtazapin bei 44 von 108 Patienten (41 Prozent). In jeder Gruppe starben 5 Patienten im Verlaufe der Studie.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38775&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Na ja, das Nebenwirkungsprofil wäre deutlich besser, wenn statt Setralin oder Mirtazapin Johanniskraut-Extrakt zur Anwendung käme. Allerdings ist der Nutzen von Johanniskraut-Präparaten bei Demenz meines Wissens auch nicht belegt.

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Sonnenbrand & Insektenstiche in Phytotherapie & Aromatherapie

Montag, August 15th, 2011

Im Sommer kommt es oft zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phytotherapie und die Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

In Newsletter von pharmavista.net werden einige dieser Möglichkeiten vorgestellt. Hier die wichtigsten Infos als Zitate (kursiv) mit anschliessendem Kommentar:

„Im Sommer kommt es häufig zu Sonnenbrand und Insektenstichen. Die Phyto- und Aromatherapie bieten in beiden Fällen effiziente Behandlungsmöglichkeiten.

Bei Sonnenbrand wird z.B. empfohlen, die betroffenen Körperstellen zuerst gut zu kühlen und anschliessend mehrmals täglich Johanniskrautöl aufzutragen. Aufgrund des Risikos einer Photosensibilisierung ist eine erneute Sonnenexposition erst recht zu vermeiden.“

Kommentar & Ergänzung:

Zur Kühlung eignet sich zum Beispiel eine Mischung von Joghurt und Gurkensaft. Der Hinweis auf das Risiko einer Photosensibilisierung nach Auftragen von Johannisöl ist fragwürdig. Ein geringes und eher überschätztes Risiko für die Entwicklung einer Photosensibilisierung besteht bei der Einnahme von Johanniskraut-Extakten.

Siehe dazu:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Dass es zu Photosensibilisierung bei der äusserlichen Anwendung von Johanniskrautöl kommt, dafür fehlen bisher fundierte Hinweise.

Es gibt eine Untersuchung dieser Frage, veröffentlicht durch die Carstens-Stiftung. Zitat:

„ Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“

Zitat aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf.

http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf

Klar ist aber, dass man bei einem Sonnenbrand nicht Johanniskrautöl auftragen und sich dann der Sonne exponieren soll. Das würde wohl den Sonnenbrand verstärken  - wohl wegen dem “Brennglaseffekt” und nicht wegen einer Photosensibilisierung – wie auch die Autoren der Studie vermuten.

„Im Rahmen der Aromatherapie können je nach Ausdehnung des Erythems mehrmals täglich 2-6 Tropfen ätherischen Öls des Speiklavendels (Lavandula spica) lokal appliziert werden. Speiklavendel fördert die Wundheilung und wirkt schmerzstillend.

Speiklavendelöl eignet sich zudem zur lokalen Behandlung von Insektenstichen (Spinnen, Bienen, Wespen, Mücken, Quallen, Flöhe). Applikation alle 2 Minuten wiederholen. Schmerzen und Schwellungen klingen innerhalb von 10 Minuten ab.“

Kommentar & Ergänzungen:

Speiklavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen aus dem Breitblättrigen Lavendel (Lavandula latifolia), auch Großer Speik, Spanischer Lavendel, Speik-Lavendel (Lavandula spica) oder Gewürz-Lavendel genannt.

Speiklavendelöl wird gern in der Parfümerie eingesetzt. Es hat nicht die beruhigende Wirkung wie Lavendelöl aus Lavandula angustifolia. Aufgrund seines Gehaltes an Kampfer und Cineol eignet es sich gut  zur Behandlung von Erkältungskrankheiten. Äusserlich wirkt Speiklavendelöl antimikrobiell. Persönlich ziehe ich bei Insektenstichen Lavendelöl aus Lavandula angustifolia vor.

„Bei Insektenstichen werden in der Aromatherapie häufig auch Mischungen verschiedener ätherischer Öle verwendet. Dazu gehören Speiklavendel, Kamille, Teebaum sowie bestimmte als Repellens wirksame ätherische Öle wie Zitronell- und Geraniumöl, welche ebenfalls entzündungshemmende und/oder schmerzstillende Eigenschaften haben. Mischungen ätherischer Öle sind eher Erwachsenen vorbehalten.“

Kommentar & Ergänzung:

Repellens = insektenvertreibendes Mittel

Geranienöl stammt von Pelargonium graveolens (Duftgeranie, Rosengeranie, Duftpelargonie).

Literatur:

_Le conseil en phytothérapie, Chantal Ollier, éditions Pro-Officina, 2e édition 2011, p104-107

_L’aromathérapie, Dominique Baudoux, Editions Amyris, 2e édition 2008, p74, 169

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4353&NMID=1792&LANGID=2

Siehe ausserdem:

Zwiebel gegen Juckreiz nach Insektenstichen

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Fazit zur Phytotherapie

Dienstag, August 9th, 2011

In der Zeitschrift „Der Hausarzt“ (2010 / 14: 31 -36) präsentierte Dr. med Berthold Musselmann einen guten Überblick der gegenwärtigen Phytotherapie. Am Schluss des Artikels zieht Musselmann ein interessantes Fazit:

„Gegen (fast) jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, zumindest für die Linderung von Symptomen, zur Einsparung klassischer Medikamente und zur Mitbehandlung.

Die verabreichte Dosis und Qualität der Präparate müssen ausreichend sein, was häufig nicht der Fall ist, vor allem bei Selbstmedikation durch den Patienten.

Grenzen der Therapie mit Heilpflanzen sind schwere, gezielt therapierbare Infektionen mit bekanntem Erreger, Erkrankungen, bei denen Phytopharmaka nicht ausreichend wirken, und Notfälle.

Wenige Phytopharmaka haben es bisher in Leitlinien geschafft (Johanniskraut bei Depressionen, Cineol bei Sinusitis, Cranberry bei rezidivierender Zystitis u. a.). Die vorhandene Evidenz, die hohe Patientencompliance, die geringen Nebenwirkungen und meist niedrigen Kosten werden dabei nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Qualität von Phytotherapeutika ist höchst unterschiedlich. „Gute Präparate“ sind auf bekannte Wirkstoffe standardisiert, das DEV (Droge-Extrakt-Verhältnis) und der Gehalt an Extrakt pro Tablette sind angegeben und die Galenik ist optimiert.“

Quelle:

http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html

Kommentar & Ergänzung:

Unterstreichen möchte ich hier die grossen Unterschiede in der Qualität der Heilpflanzen-Präparate. An diesem Punkt versagt auch sehr oft die Beratung in Apotheken und Drogerien, unter anderem weil häufig aus Gründen der Kundenbindung anstelle von hochwertigen Präparaten Hausspezialitäten mit fragwürdiger Qualität verkauft werden.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Vor allem die Lehrgänge vermitteln das nötige Wissen, damit Sie sich als Konsument oder Konsumentin eine fundierte eigene Meinung zu den angepriesenen Naturheilmitteln bilden können.

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Heilpflanzen: Schafgarbe (Achillea millefolium)

Dienstag, August 2nd, 2011

Die Pharmaceutical Tribune veröffentlichte kürzlich einen interessanten Beitrag zur Schafgarbe. Hier ein paar Auszüge mit dazwischen gesetzten Kommentaren von mir:

„Äußerlich werden Umschläge aus zerquetschtem Kraut als Auflage bei Verletzungen empfohlen. Sitzbäder mit Schafgarbenaufguss können auf Grund der adstringierenden Wirkung Linderung bei Wunden im Anal- oder Dammbereich bringen…….Laut Kneipp entspricht das Potenzial der Schafgarbe dem des Johanniskrauts.“

Schafgarbe (Achillea millefolium) hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde einen soliden Ruf als Wundheilpflanze. Sie wurde auch Soldatenkraut und Zimmermannskraut genannt.

Eine wundheilende Wirkung könnte auf das ätherische Öl mit dem Bestandteil Chamazulen zurückzuführen sein. Schafgarbenöl gleicht an diesem Punkt dem Kamillenöl, das seine tiefblaue Farbe dem Chamazulen verdankt.

Wenn Sebastian Kneipp das Potential der Schafgarbe mit demjenigen des Johanniskrautes vergleicht, meint er das sicherlich bezüglich der wundheilenden Wirkung, und nicht bezogen auf die heute viel bekanntere Wirkung des Johanniskrautes gegen Depressionen.

„Die wirksamen Inhaltsstoffe sind vielfältig. Bis zu 1 % ätherisches Öl ist im Kraut enthalten. Laut Arzneibuch beträgt der geforderte Mindestgehalt der Arzneidroge 0,3 %. Dieses kann je nach Ursprung azulenhaltig (bis zu 40 %) oder azulenfrei sein.“

Bei der Schafgarbe (Achillea millefolium) gibt es mehrere Unterarten, die sich im Wirkstoffgehalt stark unterscheiden. Das drückt sich auch in der grossen Spannweite des Azulen-Gehaltes aus – von Null bis zu 40%.

„Die enthaltenen Sesquiterpenlaktone wirken als Bitterstoffe krampflösend auf den Verdauungstrakt und fördern die Gallensekretion.(1)“

Schafgarbe gehört zu den Amara-Aromatica, das sind Heilpflanzen, die sowohl ätherische Öle als auch Bitterstoffe einthalten.

„Das ätherische Öl ist antibakteriell und fungistatisch.“

Fungistatisch = pilzhemmend

„Untersuchungen belegen die choleretische Wirkung für diese Inhaltstoffgruppe anhand methanolischer Extrakte im Vergleich zu Zynarin. (2)“

Choleretisch = regt die Gallensaftproduktion in der Leber an.

Zynarin meint wohl Cynarin, den Bitterstoff aus den Artischockenblättern.

„In hohen Anteilen sind Flavonoidglykoside vom Luteolin- und Apigenintyp sowie Phenolkarbonsäuren im Schafgarbenkraut enthalten. Sie wirken entzündungshemmend und gefäßstabilisierend. Sowohl als wässriger Aufguss als auch in Form einer Tinktur hat Millefolii herba entzündungshemmende und krampflösende Wirkung.(3)“

Traditionell wird die krampflösende Wirkung von Schafgarbentee angewendet zur Linderung von Menstruationskrämpfen. Das könnte allerdings besser dokumentiert sein – doch würde ich das durchaus mal ausprobieren, wenn ich Menstruationskrämpfe hätte….Für diesen Anwendungsbereich würde ich Schafgarbentee gegenüber der Schafgarbentinktur vorziehen. Als Bittermittel bei Verdauungsschwäche ist Schafgarbentinktur dagegen ebenbürtig.

„Regelmäßige Bäder mit Schafgarbenextrakten bei schlecht heilenden Läsionen am diabetischen Fuß konnten die Wundheilung verbessern. Cave: Korbblütlerallergie!“

Für die Korbblütlerallergie sind die Sesquiterpenlactone verantwortlich. Wer auf sie allergisch ist, wird auch Probleme haben mit den meisten anderen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), zum Beispiel mit Kamille und Arnika.

„Als Apotheker können wir eigene Varianten empfehlen – Schafgarbenextrakt als entzündungshemmenden Zusatz für Sitzbäder gegen Hämorrhoiden und Analfissuren oder einen krampflösenden Tee bei verdauungs- oder menstruationsbedingten Beschwerden im Unterbauch. Auch Kinder ab zwei Jahren profitieren vom Schafgarbentee bei unspezifischen Bauchschmerzen, man sollte ihn nur mit Honig verfeinern.“

Bei Hämorrhoiden und Analfissuren würde ich alllerdings Heilpflanzen mit hohem Gerbstoffgehalt vorziehen, vor allem Eichenrinde oder stark ausgezogenen Schwarztee. Allenfalls liesse sich das aber kombinieren mit den Kamillenblüten / Schafgarbe.

Quelle für die Zitate:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109691&dspaid=946279

1 Z Naturforsch; 2002: 976–982, 2 Phytomed; 2006: 702–706, 3 BS Vet Med J; 2007: 86–92

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Johanniskraut: Wechselwirkung mit Kontrazeptiva

Sonntag, Juli 24th, 2011

Im Phyto-Forum der Ärztezeitung wurden vor kurzem folgende Fragen gestellt:

„Gibt es Interaktionen von Johanniskraut mit Kontrazeptiva und anderen Arzneien?

Macht Johanniskraut sonnenlichtempfindlich?

Gibt es Studien zu Rezeptoreninteraktionen oder Hinweise auf Einflüsse aus Transportproteinen?

Die Antworten darauf verfasste Professor Karen Nieber.

Zur Frage der Interaktionen (Wechselwirkungen) mit Kontrazeptiva („Pille“):

„Die Frage zu Interaktionen von Johanniskraut mit Kontrazeptiva ist nicht mit ja und nein zu beantworten. Nach meinen Recherchen ist die klinische Relevanz der Interaktion mit Kontrazeptiva vom Gehalt des Hypericins abhängig. Unumstritten ist eine Interaktion von Johanniskraut mit dem CYP-System und mit P-Glycoprotein. Diese Interaktionen sind vielfach in vitro nachgewiesen. Die klinischen Studien sind sehr differenziert.

Will Shahab und Mitarbeiter haben keine Interaktion nachgewiesen. Sie verwendeten Ze 117 (0,2  Hypericin) 500 mg/d und Lovella (0,02 mg Ethinylestradiol plus 0,15 mg Desogestrel).

Ausgewertet wurde nach drei Monaten Ethinylestradiol und 3-Ketodesogestrel. Murphy et al. untersuchten Loestin 1/10 (0,02  mg Norethindron / 0,15 mg Ethinylestradiol) und 300 mg Johanniskraut dreimal täglich. Sie fanden eine erhöhte Metabolisierung von Norethindron und Ethinylestradiol.

Auch Pfrunder et al. verwendeten ein Niedrigdosis-Kontrazeptivum wie Will-Shahab. Allerdings höher dosiertes Hypericin (Jarsin 0,3 %). Sie fanden keinen Einfluss auf die Ovulation, aber eine verminderte Serumkonzentration von 3-Ketodesogestrel. Bei den Studien wurden allerdings immer nur 16 bis 18 Personen eingeschlossen, sodass es sich um kleine Studien handelt. Dadurch ist natürlich die Aussagekraft eingeschränkt.“

Kommentar:

Dass es Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut-Präparaten und der „Pille“ gibt, steht ausser Frage. Wie stark diese Interaktionen bei den verschiedenen Johanniskraut-Präparaten ausfallen und wie relevant sie in der konkreten Situation sind, das wird immer noch sehr kontrovers diskutiert. Karin Nieber irrt sich allerdings, wenn sie für die Interaktion zwischen Johanniskraut und Kontrazeptiva den Hypericin-Gehalt als massgebend aufführt.

Die Phytotherapie-Fachliteratur sieht hier Hyperforin als entscheidenden Inhaltsstoff.

„Hyperforin, ein Inhaltsstoff von Johanniskraut, induziert dosisabhängig die Aktivität der Enzyme CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und von P-Glykoprotein. Das bedeutet, dass alle Arzneistoffe, bei deren Metabolismus die genannten Proteine eine Rolle spielen, bei gleichzeitiger Gabe von Johanniskraut-Präparaten beschleunigt abgebaut werden, verminderte Blutspiegel sind das Resultat.“

(Quelle: Praktische Aspekte zur Anwendung von Johanniskrautpräparaten, Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger, PHYTOTherapie Austria 4 / 2010)

Reinhard Länger ist ein Top-Experte für die Wirkungen, Interaktionen und Nebenwirkungen von Johanniskraut, während Karin Nieber schon anderweitig fragwürdig aufgefallen ist.

Siehe: Laborstudie mit negativem Ergebnis für Homöopathie

Ein Professorentitel ist also noch kein Garant für Glaubwürdigkeit.

Zum Thema „Johanniskraut & Pille“ siehe auch:

Johanniskraut und Anti-Baby-Pille – Warnungen gerechtfertigt?

Generell zu Wechselwirkungen von Johanniskraut:

Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut

Phytotherapie: Johanniskraut-Wechselwirkungen

Zur Frage, ob Johanniskraut die Sonnenempfindlichkeit steigert, schreibt Karin Nieber:

„Die zweite Frage ist klar zu beantworten. Johanniskraut hat eine phototoxische Wirkung, Der Angriffspunkt sind wahrscheinlich die Mitochondrien der Zelle.“

Kommentar: Für diese Wirkung ist Hypericin verantwortlich.

Siehe dazu:

Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt

Meiner Ansicht nach sollte man das Thema der Photosensibilisierung durch Johanniskraut weder dramatisieren noch unter den Tisch wischen.

Quelle des Betrages im Phyto-Forum:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hormonstoerungen/article/661761/phyto-forum-interagiert-johanniskraut-kontrazeptiva.html?sh=73&h=-1436656583

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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