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Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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Naturkunde: Weidenkätzchen von der Salweide

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Die Salweide (Salix caprea) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) innerhalb der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Wegen ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Sal-Weide eine bedeutende erste Futterpflanze für Insekten wie zum Beispiel Honigbienen und verschiedene Wildbienenarten.

Als Kätzchen man meist den männlichen Blütenstand mancher Bäume und Sträucher. Die Bezeichnung geht auf sein fühlbar weiches Äußeres zurück, das mit einem weichen Katzenfell vergleichbar ist.

Foto auf Wikipedia.

Früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge schätzen den nahrhaften Nektar der Weidenkätzchen. Zusammen mit der Eiche ist die Salweide die wichtigste Pflanze für die einheimische Schmetterlingsfauna.

Sehr wichtig ist die Salweide aber auch als Pollenspender. Bereits eine einzige männliche Blüte produziert bis zu 5 Millionen Pollenkörner. Dazu kommt noch, dass dieser erste in wesentlichen Mengen angebotene Pollen des Jahres auch der eiweissreichste ist (der Eiweissgehalt wird mit 15 – 22 % angegeben.

Die Honigbienen beginnen in ihrem Stock Ende Februar mit der Bruterzeugung und haben dafür im Herbst einen Pollenvorrat angelegt. Ist dieser wegen ungünstiger Witterung nur gering ausgefallen, muss das Brutgeschäft solange stocken, bis die Pflanzenwelt neuen Pollen liefert. Dieser für eine verstärkte Legetätigkeit der Bienenkönigin und für die Aufzucht der Brut als Eiweissquelle so wichtige Blütenstaub wird von den Kätzchen der Salweide in so reichem Mass angeboten wie es in dieser Jahreszeit bei keiner anderen Pflanze der Fall ist.

Bei Hummeln und sozialen Wespen überwintern nur die Jungköniginnen. Sie profitieren für die Aufzucht einer ersten Generation von Arbeiterinnen ebenfalls stark vom Pollenangebot der Weidenkätzchen.

Siehe auch:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Bei den Wildbienen gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen zu den frühesten Pollensammlerinnen. Nach einer bereits 1913 durchgeführten Untersuchung werden Weiden von 78 Bienenarten beflogen. Vor allem bei den Sandbienen gibt es Arten, die auf Salweide spezialisiert sind, und deren Aktivitätszeit mit der Blütezeit der Salweide zusammenfällt. Die gleiche Wärmemenge, welche die Weidenkätzchen zum erblühen bringt, lässt auch diese Wildbienenarten aus ihrer Kammer ausschlüpfen.

Am Blütenstaub der Weidenkätzchen interessiert sind zudem viele Schwebfliegenarten. Zum Beispiel die Gemeine Winterschwebfliege (Episyrphus balteatus) oder die als „Mistbiene“ bezeichnete Eristalis tenax. Die Eierstöcke dieser Schwebfliegen-Weibchen können nur bei reichlicher Aufnahme von Pollennahrung zur vollen Funktionsfähigkeit heranreifen.

Weidenkätzchen werden aber auch als Nahrungsquelle von Käfern, zum Beispiel dem Rosenkäfer, und sogar von Vögeln, besonders von Meisen.

Dieser ausgesprochen grosse Nutzen der Weidenkätzchen legt nahe, dass man sie in der Natur schonen sollte.

Im übrigen ist die Salweide nicht nur wegen den Weidenkätzchen als Pollenlieferant und Nektarquelle interessant, sondern auch als Futterpflanze für sehr viele Schmetterlingsarten, die an den Blättern fressen.

Hier ein paar Beispiele (nach Wikipedia):

Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

Achateule (Phlogophora meticulosa)

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris)

Alpenspanner (Lycia alpina)

Ampfer-Rindeneule (Acromicta rumicis)

Birkenspanner (Biston betularius)

Bleich-Gelbeule (Xanthia icterica)

Brauner Bär (Arctia caja)

Buchenmotte (Diurnea fagella)

Buchen-Streckfuß (Callitheara pudibunda)

C-Falter (Nymphalis c-album)

Dromedar-Zahnspinner (Notodonta dromedarius)

Erlen-Rindeneule (Acronicta alni)

Erpelschwanz-Rauhfußspinner (Clostera curtula)

Federspanner (Colotois pennaria)

Frühlings-Wollafter (Eriogaster lanestris)

Gelbe Bandeule (Noctua fimbriata)

Gelbspanner (Opisthograptis luteolata)

Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Großer Gabelschwanz (Cerura vinula)

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Großkopf-Rindeneule (Acronicta megacephala)

Hausmutter (Noctua pronuba)

Hermelinspinner (Cerura erminea)

Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

Kamel-Zahnspinner (Ptilodon capucina)

Kleine Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia)

Kleiner Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Maivogel (Euphydryas maturna)

Violettbrauner Mondfleckspanner (Selenia tetralunaria)

Mondvogel (Phalera bucephala)

Nagelfleck (Aglia tau)

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata)

Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina)

Pappel-Porzellanspinner (Pheosia tremula)

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

Pappelspanner (Biston stratarius)

Pappelspinner (Leucoma salicis)

Pfeileule (Acronicta psi)

Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Ringelspinner (Malacosoma neustria)

Rundflügel-Kätzcheneule (Orthosia cerasi)

Schneespanner (Apocheima pilosaria)

Schönbär (Callimorpha dominula)

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwan (Euproctis similis)

Schwarzes L (Actornis L-nigrum)

Silberblatt (Campaea margaritata)

Sphinxeule (Asteroscopus sphinx)

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Violett-Gelbeule (Xanthia togata)

Weidenbohrer (Cossus cossus)

Weißstirn-Weißspanner (Cabera pusaria)

Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)

Zickzackspinner (Notodonta ziczac)

Insgesamt ernähren sich fast 100 Schmetterlingsarten von der Salweide, entweder als Futterpflanze für die Raupen oder als Nektarquelle für den fliegenden Schmetterling.

Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tiere in der Natur erfahren und viele kleine Wunder am Wegrand entdecken möchten, dann schauen Sie sich einmal die Daten und Orte meiner Heilpflanzenexkursionen und Kräuterwanderungen im Kurskalender an.

In der Phytotherapie werden Extrakte aus verschiedenen Weidenarten gegen Schmerzen angewendet, zum Beispiel bei Arthrose. Als Hauptwirkstoff gilt dabei das Salicin aus der Weidenrinde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Heilpflanzenkunde: Was blüht gerade? – Huflattich (Zytröseli, Märzeblüemli, Teeblüemli)

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Der Huflattich (Tussilago farfara) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine der ersten Frühjahrsblumen. Seine gelben Blüten kommen vor der Entwicklung der Laubblätter.

Foto auf Wikipedia.

Zytröseli, Märzeblüemli und Teeblüemli sind verbreitete Volksnamen für den Huflattich in der Schweiz.

Die Blütezeit des Huflattich erstreckt sich von Februar bis April. Die Blüten werden von Bienen, Käfern und Schwebfliegen bestäubt und sind in dieser frühen Jahreszeit eine wichtige Nahrungsquelle für die Insekten.

Die Blätter des Huflattich werden oft mit den sehr ähnlichen Blättern der Weißen Pestwurz (Petasites albus) verwechselt.

In der Phänologie fällt die Blüte des Huflattichs in den Vorfrühling.

Was ist Phänologie?

Der Huflattich dient einigen in ihrem Bestand gefährdeten Schmetterlingsarten als Futterpflanze, darunter den Raupen des Alpen-Würfeldickkopffalters (Pyrgus cacaliae), der Großen Bodeneule (Rhyacia lucipeta) und der Gelblichen Alpen-Erdeule (Xestia ochreago).

Huflattich ist eine Pionierpflanze auf mindestens wechselfeuchten, lehmigen oder tonigen Rohböden. Durch menschliches Zutun wächst er gerne an Straßenböschungen, Sandgruben, Baustellen, Erdablagerungen und Steinbrüchen und findet dort manchmal Bedingungen, die zu Massenbeständen führen. An solchen Standorten, die aufgrund menschlicher Tätigkeiten entstanden sind, wird der Huflattich in der Regel bald von anderen Pflanzengesellschaften verdrängt. Nur an natürlichen Standorten wie Bach- und Flussufern hält sich der Huflattich länger.

Im Gebirge wächst er bis in Höhenlagen von etwa 2300 Metern.

Inhaltsstoffe des Huflattich

Huflattich enthält unter anderem Polysaccharide, Schleimstoffe, Sterole, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

Heilwirkung

Huflattich ist eine Heilpflanze mit langer Tradition gegen Husten. Wegen dem Schleimgehalt wirkt er vor allem lindernd bei trockenem Reizhusten.

Allerdings enthält der Huflattich Pyrrolizidinalkaloide in geringen Mengen (vor allem Senkirkin und Senecionin). Diese Substanzen sind lebertoxisch und zeigten in Experimenten krebsfördernde Effekte. Deshalb wird empfohlen Huflattich, nicht länger als vier bis sechs Wochen pro Jahr und nicht während Schwangerschaft und Stillzeit einzunehmen.

Ich selber empfehle anstelle des Huflattich den Malvenblütentee gegen trockenen Reizhusten (von Malva silvestris). Am Huflattich freue ich mich einfach als Frühlingsboten.

Wenn Sie vertrauter werden möchten mit der Pflanzenwelt, dann schauen Sie sich im Kurskalender mal die Daten und Orte für meine Kräuterwanderungen und Heilpflanzenexkursionen an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hummeln sind Transportkünstlerinnen

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Hummeln besitzen ein Flügelgelenk, das ihre Tragfähigkeit enorm vergrössert. Dadurch kann eine Hummel das Zweifache ihres Körpergewichts nicht nur stemmen, sondern damit auch nach Hause in den Stock fliegen.

Und dies obwohl ihre Flügel bezogen auf das Körpervolumen verhältnismässig klein sind.

Der US-amerikanische Forscher Andrew Mountcastle hat nun die Flügel der Hummeln im Detail untersucht und ist dabei auf eine anatomische Besonderheit gestoßen, die die ausserordentliche Transportleistung dieser Insekten erklären könnte. Bei seinen Untersuchungen unter dem Mikroskop entdeckte er eine bislang unbekannte Art von Gelenk, das bei allen Hummeln vorkommt.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/entomologie-hummeln-sind-fliegende-packesel.35.de.html?dram:article_id=231683

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind sehr faszinierende Tiere. Jetzt kommt dann die Jahreszeit, in der man Hummelköniginnen auf ihrem Erkundungsflug beobachten kann.

Siehe dazu:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Und weitere Infos über Hummeln:

Pestizide schaden Hummeln

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

In obenstehendem Beitrag finden Sie auch eine Auflösung des sogenannten „Hummel-Paradoxons“, wonach Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamik gar nicht fliegen könnten, aber glücklicherweise davon nichts wissen……

Übrigens:

Auf meinen Kräuterexkursionen achten wir auch auf die übrige Natur, beispielsweise eben auf herumfliegende Hummelköniginnen. Wer sich in der Natur bewegt und nur beachtenswert findet, was uns etwas nützt – also was essbar ist oder Heilkräfte hat – der verpasst viele kleine Wunder am Wegrand,  die vielleicht einfach „nur“ schön und faszinierend sind.

Wer Lust auf Naturentdeckungen hat, findet dazu Daten und Orte unter „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelöl als Appetithemmer?

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Lavendelöl zeigt eine gute Wirkung als Beruhigungsmittel und als Einschlafhilfe.

In einem Interview mit dem ORF macht die Ernährungswissenschaftlerin Veronika Somoza von der Universität Wien eine interessante Anmerkung zum Lavendel. Sie erwähnt dabei eine Untersuchung mit Ratten:

„Tiere, auf deren Käfige ein mit Lavendel getränktes Stück Stoff gelegt wurde, fraßen messbar weniger.“

Quelle: http://science.orf.at/stories/1695533/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist zwar nur ein (wahrscheinlich verhältnismässig tierfreundlicher) Tierversuch. Dabei bleibt offen, ob eine ähnliche Wirkung auch beim Menschen zu erwarten ist. Obwohl der Hinweis kaum Infos enthält, ist er natürlich interessant und ich habe versucht, mehr über diese mögliche Lavendel-Wirkung herauszufinden.

In einem „Standard“-Interview vom Februar beschreibt Veronika Somoza den Versuch etwas genauer:

„Man konnte die Wirkung von Linalool, eine Verbindung, die im Lavendel, in schwarzem Pfeffer und Ingwer vorkommt, nachweisen, allerdings nur in Tierstudien. Ratten, denen über ein Monat täglich eine Viertelstunde ein mit Lavendelöl getränktes Stück Stoff auf den Käfig gelegt wurde, fraßen weniger als die Kontrollgruppe. Das heißt aber nicht, dass man das Schnuppern an einem Lavendeltaschentuch als neue Diätmaßnahme proklamieren kann, so weit sind wir noch nicht.“

Quelle: http://derstandard.at/1329703280417/Saettigungsgefuehle-Es-ist-die-Nadel-im-Heuhaufen-die-wir-suchen

Der Hinweis auf eine appetithemmende Wirkung des Lavendelöls findet sich auch in einem „Welt“-Artikel von 2008:

„Auch innerlich entfaltet das blaue Kraut seine wohltuende Wirkung. Als Tee hilft es gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden und soll – im Gegensatz zu Lavendelöl, dem man eine appetithemmende Wirkung zuspricht – den Appetit fördern. Abends vorm Schlafengehen ist ein heißer Lavendeltee mit Honig der optimale Schlummertrunk. Und selbst in der Küche kommt Lavendel zur Anwendung: es ist Bestandteil vieler Kräuter-der-Provence-Gewürzmischungen und auch Eintöpfe, Fischsuppen und Hammelfleischgerichte werden mit Lavendel gewürzt. Kreationen wie Lavendelkekse, -schokolade und -eis sind eher ein Phänomen jüngerer Zeit.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Der „Welt“-Text bringt aber auch gute Informationen zur äusserlichen Anwendung von Lavendel bzw. Lavendelöl:

„Lavendel ist eines der vielseitigsten ätherischen Öle, das bei kleinen Verbrennungen, Hautabschürfungen, Schnittwunden, Prellungen, Entzündungen oder Insektenstichen hilft. Auf die betroffene Stelle geträufelt sorgt Lavendel für eine schnelle Heilung. In der Duftlampe angewendet verbreitet das Lavendelöl einen Wohlfühlduft, der ausgleichend und stimmungsaufhellend wirkt. Gibt man einige Tropfen Lavendelöl aufs Kopfkissen, schläft man besser. Unter Fernreisenden, die sich an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen müssen, gilt er als Geheimtipp. Und ein paar Lavendelblüten zwischen den Bettlaken sollen dafür sorgen, dass sich ein Paar nie streitet.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Ergänzend noch als Indikation für die äusserliche Anwendung von Lavendelöl: Fusspilz.

Und zum Lavendelbad:

„Ein Lavendelbad hilft gegen Erschöpfung, Nervosität und Muskelkater. Wer nicht auf einen der zahlreichen Badezusätze in Form von Öl, Milch, Sprudeltabletten oder Schaumbad zurückgreifen will, kann eine Tasse Lavendelblüten in einem Liter Wasser aufkochen, durchsieben und dem warmen Badewasser zugeben. Bei unreiner Haut kann eine selbst gemachte Lavendeltinktur klärend wirken. Dafür werden Lavendelblüten mit Alkohol angesetzt.“

Quelle: http://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was_gewoehnlicher_Lavendel_alles_kann.html

Lavendelöl eignet sich gut als Entpannungsbad und als Abendbad zur Schlafförderung. Am einfachsten mischt man dazu etwa 8 Tropfen Lavendelöl mit etwas Kaffeerahm oder mit einer Tasse Vollmilch. Die Mischung gibt man dann ins Badewasser.

Zu Lavendelöl siehe auch:

Lavendelöl: Grosse Qualitätsunterschiede

Orangenöl & Lavendelöl bei Zahnarztangst

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Lavendel belebt in der  dunklen Jahreszeit

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Lavendelöl-Bestandteil Linalool dämpft Stressreaktion

Wer sich vertieft für Wirkung und Anwendungsbereiche von Lavendelöl interessiert, findet dazu Informationen in meiner Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Baldrian, Hopfen und Johanniskraut sind keine Dauerlösung

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So betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über pflanzliche Beruhigungsmittel. Nachfolgend ein paar Zitate daraus mit dazwischengeschalteten Kommentaren von mir:

„Bei Aufregung oder Anspannung greifen viele Menschen zu pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es freiverkäuflich in jeder Apotheke oder Drogerie gibt. ‚Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollten diese Präparate nicht zur Dauerlösung werden’, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).“

Einverstanden, ich finde auch, dass pflanzliche Beruhigungsmittel keine Dauerlösung sind.

„Ob Hopfen, Melisse, Johanniskraut oder Baldrian: Vielen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Manche erzielen nur einen Placebo-Effekt, manche wirken tatsächlich“, sagt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Die freiverkäuflichen Produkte seien in der Regel so niedrig dosiert, dass keine Probleme zu erwarten seien.“

Stimmt, es gibt grosse Unterschiede, was die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten angeht.

„Problematisch könne die Einnahme jedoch werden, wenn die Pflanzenwirkstoffe dauerhaft geschluckt werden. ‚Auch Naturprodukte können dann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.’“

Einverstanden, auch Naturprodukte können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

„So sei zum Beispiel von Johanniskraut bekannt, dass es zu Leberschäden und einer gefährlichen Lichtempfindlichkeit führen kann. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten unbedingt ernst genommen werden: „Wer bereits regelmäßig Tabletten nimmt, sollte die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Präparaten unbedingt mit seinem Arzt absprechen“, rät die Medizinerin. Generell sei es ratsam, pflanzliche Beruhigungsmittel ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als drei Wochen einzunehmen.“

Sobald es ins Detail geht, werden die Aussagen in diesem Artikel fragwürdig.

Die Phytotherapie-Fachliteratur und auch die von den Arzneimittelbehörden bewilligten Beipackzettel erwähnen für Johanniskraut keine Leberschäden. Solange diese Aussage also nicht begründet und dokumentiert wird, gehe ich von einer falschen Unterstellung aus. Vielleicht entstand diese fragwürdige Aussage, weil Johanniskraut tatsächlich auf die Leber einwirkt. Es beeinflusst ein fremdstoffabbauendes Leberenzym, wodurch gewisse Medikamente schneller abgebaut werden. Das ist die Ursache für viel diskutierte Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Medikamenten. Das ist aber etwas anderes als Leberschäden.

Und von einer „gefährlichen Lichtempfindlichkeit“ durch Johanniskraut zu sprechen, ist ziemlich dramatisiert. Beobachtet wurde diese erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Weidetieren, die Johanniskraut in grossen Mengen frassen.

Ich zitiere aus dem “Leitfaden Phytotherapie“:

„Bisher wurde die aus der Tiermedizin beim Abweiden von grossen Mengen Johanniskraut bekannte Photosensibilisierung beim Menschen nach der Einnahme von Johanniskrautpräparaten sehr selten beobachtet, da die hier zur Anwendung kommende Menge an Gesamthypericin vermutlich zu gering ist. Weder in mehreren Anwendungsbeobachtungen mit hochdosierten Johanniskrauttrockenextrakten (meist 900mg Extrakt als Tagesdosis) noch in zwei gezielt auf eine Photosensibilisierung ausgerichtete Studien mit STW3-Extrakt (Laif® 600) und STW3-VI-Extrakt (Laif® 900) konnte eine signifikant erhöhte Lichtempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht bzw. UVA-Licht beobachtet werden. Die Studiengruppe kam zu dem Ergebnis, dass hypericinhaltige Johanniskrautpräparate in der üblichen Dosierung uneingeschränkt zu jeder Jahreszeit eingenommen werden können…Dennoch als mögliche Vorsichtsmassnahme eine intensive UV-Bestrahlung während der Behandlung vermeiden.“

Johanniskraut wird gegen leichte und mittlere Depressionen angewendet und auf depressive Menschen hat Licht einen günstigen Einfluss. Daher ist es unsinnig, die Gefahr der Photosensibilisierung durch Johanniskraut zu dramatisieren und dadurch Depressive möglicherweise vom Aufenthalt im Freien und an der Sonne abzuhalten.

Den Hinweis, dass bei der Anwendung von Johanniskraut allfällige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden müssen, unterschreibe ich aber wieder gerne.

Fazit 1: Dass Beruhigungsmittel aus Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Baldrian sowie das Antidepressivum Johanniskraut keine Dauerlösung sind, scheint mir offensichtlich. Es sind zwar bei diesen Heilpflanzen-Präparaten keine Schäden oder konkrete Risiken durch Langzeitanwendung bekannt, doch geht es hier auch um eine Grundhaltung. Es ist einfach nicht sinnvoll, sich auf einen medikamentengestützten Lebensstil einzustellen, wenn das nicht aus medizinischen Gründen unumgänglich ist.

Fazit 2: Nicht gerade selten trifft man in Naturheilkunde & Komplementärmedizin eine ziemlich naive, idealisierte Vorstellung der Natur, in der die Heilpflanzen uns nur wunderbarerweise gesund machen und niemals irgendjemandem schaden können. Das ist Unsinn und der Beitrag auf Yahoo-News weißt zurecht darauf hin, dass auch Heilpflanzen unerwünschtem Nebenwirkungen haben können.

Aus anderen Kreisen kommt aber manchmal eine Dramatisierung solcher Nebenwirkungen, die genau so wenig der Realität entspricht – wie eben beispielsweise die „Leberschäden“ und die „gefährliche Lichtempfindlichkeit“ im kommentierten Yahoo-Text. Schön wäre es, wenn Ärztinnen und Ärzte sich via Phytotherapie-Fachliteratur oder Beipackzettel über den Stand des Wissens informieren würden, bevor sie vor unerwünschten Nebenwirkungen von Heilpflanzen-Präparaten warnen.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/baldrian-hopfen-und-johanniskraut-sind-keine-dauerlösung-065447567.html

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Zurück aus der Kräuterwanderwoche an der Lenk im Simmental

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Ich bin soeben zurück von der Kräuterwanderwoche an der Lenk im Simmental ( Berner Oberland) – direkt vom Iffigensee und  von Bergwiesen mit Edelweiss und Alpen-Aster.

Auch hier bin ich wieder von Einheimischen gefragt worden, ob in diesem Jahr die Alpenblumen früher gekommen seien als im letzen Jahr.

Während ein solcher „Vorsprung“ der Alpenflora in Feldis, Trin / Flims, Vals und Jeizinen deutlich zu sehen war, ist dies in Lenk nicht so eindeutig.

Die Orchideen-Wiese auf der Langermatten war entgegen meinen Befürchtungen in bestem Blühstadium. Ebenso die schönen Arnika-Bestände.

Die Alpen-Anemonen (Pulsatilla alpina) waren aber alle schon verblüht, ebenso Kochscher Enzian und Clusius Enzian.

Andererseits blühte der Gelbe Enzian (Gentiana lutea) auf den Weiden so prächtig, wie ich es so in dieser Jahreszeit an der Lenk noch nie gesehen habe. Gelber Enzian ist eine der bittersten Heilpflanzen und wird unter anderem zu Enzianschnaps verarbeitet

Es sind an der Lenk also viele, aber lange nicht alle Alpenblumen früher „dran“.

Eine überzeugende Erklärung für dieses interessante Phänomen habe ich nicht.

Und für diejenigen Alpenblumen, die schon verblüht sind, sind nun einfach schon andere am blühen, die wir normalerweise um diese Jahreszeit nicht sehen.  Insofern verschiebt sich dieses Jahr schon etwas.

P.S.: Der Heilpflanzen- und Alpenblumenkurs an der Lenk findet 2012 vom 1. – 6. Juli statt. Details hier.

Bildergalerie mit kommentierten Fotos der Heilpflanzen, Alpenblumen und Landschaften an der Lenk hier.

Und hier gibt es eine Reportage über die Kräuterwanderungen an der Lenk.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Tödliche Verwechslungen von Bärlauch und Herbstzeitlose

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Fachleute schlagen Alarm: Tausende Sammler schwärmen derzeit aus, um den beliebten Bärlauch mit dem besonderen Würzaroma zu pflücken. Dabei droht eine Verwechslungsgefahr. Denn die Bärlauchblätter sehen den hochgiftigen Herbstzeitloseblättern täuschend ähnlich.

Einen Toten und sechs Vergiftete gab es letzte Woche allein in München.

Selbstgesammelter Bärlauch sollte dem Frühlingssalat die besondere Würze geben. Einem 70-jährigen Rentner aus Neufahrn bei München brachte er am letzten Wochenende aber einen qualvollen Vergiftungstod. Der Mann hatte beim Bärlauch-Sammeln irrtümlich auch einige Blätter der hochgiftigen Herbstzeitlose mitgepflückt. Wer nur schon eine Handvoll dieser Blätter einnimmt, schwebt in Lebensgefahr. Die vielen Tausend Sammler, die jeden Frühling ausschwärmen um das beliebte Wildkraut mit dem intensiven Knoblaucharoma zu ernten, sollten sich des Verwechslungsrisikos stets bewusst sein, warnt Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Beide Pflanzen wachsen vor hauptsächlich an Waldrändern gern dicht beieinander und sehen sich ähnlich. Die lanzenförmigen Bärlauch-Blätter sind zudem auch von denen des giftigen Maiglöckchens nur schwer zu unterscheiden. Maiglöckchen (Meierisli) sprießt allerdings erst im Mai aus dem Boden.

“Selbst die alten Hasen unter den Sammlern sollten höllisch aufpassen, das ist wie beim Pilzesammeln”, erklärt Heidrun Schubert, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Das Risiko, beim Pflücken daneben zu greifen und einen giftigen “Doppelgänger” zu erwischen, sei groß, warnt Hensel. Vor allem in den Monaten April und Mai häuften sich in ganz Europa die Vergiftungsfälle. Gesundheitlich besonders dramatische Folgen kann der Genuss von Herbstzeitlosen haben. Wenn der selbstgepflückte Bärlauch eigenartig bitter schmeckt und etwa eine Stunde nach dem Essen ein Brennen und Kratzen in Mund und Rachen auftritt, sollte man unverzüglich die Toxikologische Informationszentrum (In der Schweiz Tel. 145) anrufen oder in die nächste Klinik fahren.

Allein in München wurden in der letzten Woche fünf Bärlauch-Liebhaber eingeliefert, die Colchizin, das Gift der Herbstzeitlose, im Körper hatten. Das berichtet Thomas Zilker, Leiter der Abteilung für Toxikologie am Klinikum rechts der Isar. Bereits ein Blatt der giftigen Pflanze löse Bauchweh, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen aus. Zehn Blätter seien tödlich. Folgen einer Maiglöckchen-Einnahme können Herzrhythmusstörungen und Übelkeit sein. Bei Vergiftungen durch Maiglöckchen-Verzehr gibt es ein Gegengift, bei Herbstzeitlosen nicht.

Woran lässt sich Bärlauch erkennen? Auf den bloßen Augenschein sollte sich ein Sammler besser nicht verlassen – auch wenn die Bärlauchblätter normalerweise einzeln aus der Erde sprießen, während diejenigen der Herbstzeitlose dem gleichen Stängel entspringen und Maiglöckchen in Zweiergruppen gebündelt wachsen. Die beste Möglichkeit, die verschiedenen Pflanzen auseinanderzuhalten, wäre der Geruchstest.??Dabei genügt es, ein Stückchen Blatt zwischen den Fingern zu zerreiben und daran zu riechen, wie Schubert erläutert. Entfaltet sich der charakteristische Knoblauchduft des Küchenkrauts, liegt der Sammler in der Regel richtig. Die Doppelgänger-Gewächse besitzen beide nicht dieses Aroma.?? Aber selbst diese Geruchsprobe hat ihre Tücken, wie das BfR erklärt. Haftet der Lauchgeruch nach einer Weile an Fingern und Händen, wird ein Erschnuppern von giftigen Herbstzeitlosen nach und nach unmöglich. “Bärlauch-Sammler sollten deshalb die Pflanze mit all ihren Merkmalen gut kennen”, empfiehlt das Berliner Institut.

Ernährungsexpertin Schubert rät zudem: Bärlauch nicht vom Waldrand pflücken, sondern mitten in ein wildes Bärlauch-”Feld” hineingehen. Dort sei die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass Herbstzeitlosen dazwischen wachsen. Bärlauch gedeiht hauptsächlich in feuchten Laub- und Auenwäldern.??

Quelle: www.welt.de

Kommentar:

Vielen erfahrenen Bärlauch-Sammlerinnen und -Sammlern erscheint es unvorstellbar, dass man die Pflanze mit Herbstzeitlosenblätter verwechseln kann. Doch es kommen jedes Jahr tödliche Vergiftungen vor. Die Verwechslung mit Herbstzeitlosen ist toxikologisch gefährlicher als diejenige mit Maiglöckchen.

Gut hinschauen und riechen lohnt sich also.

Genauso wie es Leute gibt, die alle Heilpflanzen als wunderbar und harmlos empfinden, weil die liebe Natur uns doch so freundlich gesinnt ist, gibt es diese naive Idealisierung auch bei Wildsalaten und Wildgemüsen. Dass es auch problematische und giftige Pflanzen in der Natur gibt, müssen viele Leute (wieder) lernen.

Wildsalate und Wildgemüse können dazu beitragen, dass wir die Pflanzenwelt um uns herum und den Ablauf der Jahreszeiten wieder bewusster wahrnehmen. Das ist wertvoll. Aber bevor man Wildpflanzen erntet, verarbeitet und isst, sind ein paar Botanikkenntnisse sehr zu empfehlen. Schauen Sie sich dazu mal die Exkursionen im Kurskalender auf www.phytotherapie-seminare.ch an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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