Artikel mit Schlagwort ‘Insekten’
Dienstag, Juli 12th, 2011
Baldrian (Valeriana officinalis) ist eine der ältesten Arzneipflanzen und dazu noch ein Magnet für Schmetterlinge. Die Heilpflanze bereichert den Garten und die Hausapotheke gleichermaßen. Jetzt ist die Blütezeit des Baldrians.
Baldrian ist im Garten absolut unkompliziert, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Die mehrjährige Staude gedeiht auch an halbschattigen Orten und braucht kaum Pflege.
Wer die bekannte nervenberuhigende Wirkung von Baldrian nutzen will, muss sich über die Wurzel hermachen. Der einschläfernde Wirkstoff entsteht aber erst beim Trocknen – und dabei macht sich auch ein unangenehmer Geruch breit. Die hübschen weißen Baldrian-Blüten duften dagegen sehr viel angenehmer. Das schätzen offenbar auch verschiedene Schmetterlinge.
Der BDG empfiehlt Baldrian deshalb allen, die mehr von den hübschen und nützlichen Insekten in den Garten locken wollen. Mit etwas Glück hat man dann auch den seltenen Baldrian-Scheckenfalter im Garten zu Gast. Seine Raupen ernähren sich ausschließlich von dem beruhigenden Kraut – sie nagen an den Blättern, die nützlichen Wurzeln meiden sie jedoch.
Quelle:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12118962/7250011/Ein-Magnet-fuer-Schmetterlinge-Der-Baldrian.html
Kommentar & Ergänzung:
Dass Baldrian bei Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität hilft, ist ziemlich vielen Menschen bekannt.
Fragt man aber genau nach, wo denn der Baldrian wächst, bekommt man eher selten eine richtige Antwort.
Dabei wächst die Heilpflanze gar nicht so selten am Rand von Dörfern oder Städten, am Waldrand, gerne an Bächen oder anderen feuchten Stellen.
Fotos von Baldrian in meiner Bildergalerie von Lenk und Flims / Trin
Der erwähnte Baldrian-Scheckenfalter frisst auch an anderen Baldrianarten.
Nur Valeriana officinalis frisst offenbar die Raupe des Baldrian-Blütenspanners (ein Nachtfalter).
Daneben ist der Baldrian eine wichtige Nektarpflanze für den Pflaumen-Zipfelfalter, den Nierenfleck-Zipfelfalter, den Spätsommer-Zipfelfalter und das Ungeringte Kronwicken-Widderchen. Von den Tagfaltern zeigen sich auf Baldrian gerne der Kleine Fuchs, das Grosse Ochenauge, und der Braune Waldvogel.
Vor allem an warmen Tagen, wenn der Baldrian seinen Duft voll entfalten kann, zeigt sich auf seinen Blütenständen fast alles, was Flügel hat. Am Pollenangebot bedient sich die Honigbiene sowie zwei Arten von Sandbienen und drei Arten von Furchenbienen.
Nektar saugend wurden viele Schwebefliegen beobachtet und auch zwei Tanzfliegenarten.
Zur Anwendung von Baldrian als Heilpflanze:
Die Anwendung als Baldriantee ist eher unüblich, weil er vom Geruch und Geschmack her eher gewöhnungsbedürftig ist.
Dagegen wird Baldriantinktur oft eingesetzt. Die Tinktur aus getrockneter Baldrianwurzel dürfte dabei mehr Wirkstoffe enthalten als die Frischpflanzentinktur.
Auf ausreichende Dosierung achten: ½ bis 1 Teelöffel 1 bis mehrmals täglich.
Die heute oft empfohlenen 3 – 4 Tropfen Pflanzentinktur pro Einzelgabe sind in den allermeisten Fällen unsinnig tief.
Baldrian-Extrakte eignen sich auch zur Verarbeitung in Dragee-Form und sind dann geruchlich und geschmacklich einigermassen neutral. Wissenschaftliche Studien mit Belegen für die Wirksamkeit gibt es nur von Baldrian-Extrakten, nicht aber von Baldriantee und Baldriantinktur.
Die verschiedenen Baldrianarten können Sie auf meinen Heilkräuterexkursionen kennen lernen – und viele Schmetterlinge an den Natur-Seminaren.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Sonntag, Juli 10th, 2011
Koriander wird in erster Linie als Gewürz verwendet, man kann ihn aber durchaus auch zu den Heilpflanzen mit Wirkung im Verdauungstrakt zählen.
Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Weitere gebräuchliche Namen sind zum Beispiel Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Gartenkoriander, Gebauter Koriander, Gewürzkoriander, Indische Petersilie.
Die Koriander-Pflanze riecht stark nach Wanzen.
Der Geruch von Korianderblättern wurde im Mittelalter daher häufig mit dem Geruch von Bettwanzen verglichen. Chemische Analysen zeigen, dass das Korianderaroma durch diverse Aldehyde bestimmt wird, die so oder ähnlich auch in Seifen vorkommen. Auch verschiedene Insekten produzieren durch Zersetzung von Fettmolekülen ähnliche Gerüche, um andere Tiere anzulocken oder abzuschrecken. Man kann die Abneigung gegen Korianderblätter darum mit einem Schutzmechanismus erklären.
Bei Personen, die nicht mit diesem Aroma vertraut sind, erkennt das Gehirn unter Umständen die Ähnlichkeit mit Seife und der Körper reagiert mit starken instinktiven Abwehrreaktionen, die bis zum Erbrechen führen können. Darüber hinaus könnte die Abneigung gegen Korianderblätter möglicherweise auch eine genetische Komponente besitzen, zumindest bei einigen Menschen. Dies wurde von Charles J. Wysocki vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia in mehreren Studien erforscht. Tatsache ist jedoch auch, dass viele Menschen ihre anfängliche Abneigung gegen Korianderblätter nach wiederholtem Genuss überwunden haben.
Koriander enthält ätherisches Öl – das Korianderöl. In der Frucht (Samen) sind als Hauptbestandteil des Korianderöls Linalool, Geraniol, α- und β-Pinen, Limonen, Geranylacetat, α- und γ-Terpinen, Borneol enthalten. Besonders die ersten Komponenten sorgen für den angenehmen Geruch der Samen und kommen erst nach der Trocknung zur Geltung.
Wozu wird Koriander als Heilpflanze eingesetzt?
„Koriander findet seit der Zeit des antiken Ägypten auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde. Die ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden. Dementsprechend ist Koriander in vielen Medikamenten gegen Magen- und Darmstörungen enthalten. Koriander wirkt jedoch schwächer als Kümmel oder Fenchel. Dazu müssen die Samen gequetscht oder zerrieben werden, weil sonst die Öle nicht mit Wasser herausgelöst werden können. Auch bei Tieren kann Koriander gegen Blähungen eingesetzt werden. Die Statistik in der Schweiz zeigt, dass 15 % aller Allergiker empfindlich auf Koriander reagieren. Die Empfindlichkeit zählt zum Sellerie-Beifuß-Syndrom. Bei empfindlichen Menschen kann der Pflanzensaft unter Einwirkung von Sonnenlicht auch photoallergische Hautreaktionen bewirken.“
(Quelle: Wikipedia)
Neben den günstigen Wirkungen der Koriandersamen bei Verdauungsstörungen verdient vor allem das Korianderöl Beachtung. Es wirkt ausgezeichnet gegen Bakterien und Hautpilze.
Dazu zwei Zitate:
„Korianderöl hat eine gute antimikrobielle Wirkung: Das ätherische Öl zeigt im Agar-Diffusionstest eine antibakterielle Wirkung gegen zahlreiche Keime. Selbst die Dämpfe von Korianderöl sind noch wirksam. Korianderöl bewirkt außerdem eine vollständige Wachstumshemmung bei zahlreichen Pilzen.“
Quelle:
http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Korianderfrucht.html
Detaillierter:
„In-vitro-Studien belegen die antimikrobielle Wirkung des Korianderöls und der Früchte. Maruzella zeigte 1959 die antibakterielle Wirkung der Korianderfrüchte gegen E. coli, Erwinia caratovora, Mycobacterium smegmatis, Streptomyces venezuelae, sowei die antifungale Wirkung gegen verschiedene Pilze, wie Epidermophyton interdigitale, Microsporum canis u.a.
Für Korianderöl ist ….eine antibakterielle Wirkung gegen verschiedene Keime , u.a. Pseudomonas aeruginosa bewiesen. Korianderöl-Dämpfe weisen eine antibakterielle Wirkung gegen Bacillus subtilis, Salmonella thyphosa und besonders Mycobacterium avivum auf.
Bei den Pilzen Aspergillus aegypticus, Penicillium cyclopium und Trichoderma viride wurde im Agar-Diffusionstest eine vollständige Wachstumshemmung beobachtet.
Im Vergleich verschiedener Pflanzenextrakte zeigte Korianderöl im Agar-Diffusionstest eine starke Hemmung des Wachstums von Listeria monozytogenes, Staphylococcus aureus, Yersinia enterocolica, Lactobacillus plantarum, Aspergillus niger, Geotrichum, Rhodotorula u.a. auf.“
(Quelle: Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Matthias Augustin / Yvonne Hoch, Urban & Fischer 2004)
Korianderöl hat ein sehr geringes Allergisierungspotenzial. Für Externas, die bis zu 6% Korianderöl einhalten, gibt es gute klinische Erfahrung, vor allem bei superinfizierten Ekzemen. Auch eine Anwendung bzw. Wirksamkeit gegen Fusspilz ist plausibel.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Donnerstag, Juni 23rd, 2011
Schmetterlinge sind wohl die beliebtesten Insekten. Viele Schmetterlingsarten sind aber bedroht, hauptsächlich durch Zerstörung ihrer Lebensräume. Um ihre Existenzgrundlage zu sichern, braucht es hauptsächlich politische Massnahmen.
Ein Stück weit können aber auch alle Menschen direkt Schmetterlinge fördern durch Verbesserung ihrer Nahrungsgrundlagen.
Während Raupen an Blättern, Blüten, Zweigen, Holz oder Wurzeln fressen, ernähren sich Schmetterlinge hauptsächlich von Nektar. Sie benutzen ihren langen, meist eingerollten Rüssel, um die zuckerhaltige Flüssigkeit aus den Blütenkelchen zu saugen. Bei dieser Gelegenheit werden sie mit Blütenstaub eingepudert. Zahlreiche Falter sind durch ihre Rüssellänge an eine bestimmte Blütenart angepasst. So wird für die Pflanze sichergestellt, dass der Falter, wenn er von Blüte zu Blüte fliegt, den Pollen nur auf gleichartige Blüten trägt und deren Bestäubung gewährleistet. Auch zahlreiche Raupen fressen ausschließlich an einer Pflanzenart.
Nachfolgend eine Liste mit Futterpflanzen für Schmetterlinge und eine Liste mit Futterpflanzen für Raupen (Quelle: http://www.bund.net)
Nektarpflanzen für Falter
Bartblume (Caryopteris)
Blaukissen (Aubrietia)
Disteln – zahlreiche Arten und Gartenformen, auch Kugeldistel (Echinops) und Edeldistel (Eryngium)
Fetthenne (Sedum telephium)
Herbstaster (Aster novae-angliae)
Judastaler (Lunaria)
Lavendel (Lavandula)
Phlox
Prachtscharte (Liatris)
Sommerflieder (Buddleja)
Steinkraut (Alyssum)
Thymian (Thymus)
Fraßpflanzen für Raupen
Ampfer (Rumex): Dukatenfalter, Feuerfalter
Brennnessel (Urtica): Tagpfauenauge, Distelfalter, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen
Brombeere (Rubus): Kaisermantel, Brombeerzipfelfalter, Perlmutterfalter
Disteln (Carduus, Cirsium u.a.): Distelfalter, Admiral
Doldenblütler (Apiaceae) – z.B. Fenchel, Dill, Wilde Möhre, Möhre: Schwalbenschwanz
Faulbaum (Rhamnus): Zitronenfalter
Fetthenne (Sedum telephium): Apollo
Flockenblumen (Centaurea): Scheckenfalter
Geißblatt (Lonicera): Kleiner Eisvogel
Ginster (Genista): Bläulinge, Brombeerzipfelfalter
Gräser – z.B. Knäuelgras, Lolch, Pfeifengras, Rispengras, Schmiele, Schwingel, Trespe: verschiedene Augenfalter und Dickkopffalter
Habichtskraut (Hieracium): Scheckenfalter
Himbeere (Rubus): Kaisermantel, Perlmuttfalter, Brombeerzipfelfalter
Hopfen (Humulus): Tagpfauenauge
Kreuzblütler (Brassicaceae) – z.B. Ackersenf, Kohl, Kresse, Raps, Rüben, Judastaler: Weißlinge, Resedafalter, Aurorafalter
Kronwicke (Coronilla): Heufalter, Bläulinge
Lauchkraut (Alliaria): Weißlinge
Natterkopf (Echium): Distelfalter
Phlox: Aurorafalter
Platterbse (Lathyrus): Bläulinge
Schmetterlingsblütler (Fabaceae) – z.B. Goldregen, Klee, Luzerne, Platterbse, Wicke: Senfweißling, Bläulinge, Postillon
Thymian (Thymus): Bläulinge
Veilchen (Viola): Kaisermantel, Perlmuttfalter
Wegerich (Plantago): Scheckenfalter, Kleiner Maivogel, Feuerfalter
Weg-Rauke (Sisymbrium): Weißlinge, Aurorafalter
Weide (Salix): Schillerfalter, Trauermantel, Großer Fuchs
Weißdorn (Crataegus): Segelfalter, Baumweißling
Wicke (Vicia): Heufalter, Senfweißling
Roter Wiesenklee (Trifolium pratense): Waldbläuling
Zitterpappel (Populus tremula): Großer Eisvogel
Kommentar & Ergänzung:
Schmetterlings-Bestimmungsbücher und Literatur mit Hintergrundwissen über Schmetterlinge finden Sie im Buchshop.
Schmetterlinge sind auch ein Thema in meinen Natur-Seminaren, die einen guten Einstieg bieten zum Kennenlernen vieler faszinierender Pflanzen und Tiere.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Sonntag, Mai 22nd, 2011
Hummeln wählen zwischen mehreren Blüten selbst dann den kürzesten Weg, wenn sie die Pflanzen in unterschiedlicher Reihenfolge entdeckt haben. Damit lösen die Insekten elegant das sogenannte Handelsreisenden-Problem, das zahlreichen Mathematikern Kopfzerbrechen bereitet. Dies zeigt das Wissenschafterteam um Nigel Raine von der University of London im Journal “The American Naturalist”.
Um Zeit und Geld zu sparen, versucht der Handelsreisende den kürzesten Weg finden, auf dem er die Kunden in verschiedenen Orten besuchen kann. Bei drei Zielen ist das noch einfach, bei 20 oder 30 aber nicht mehr. Computer bewältigen die Aufgabe, indem sie die Entfernungen aller möglichen Routen vergleichen.
In den Experimenten fanden auch die Hummeln immer den kürzesten Weg, obwohl den Insekten nur ein Gehirn in der Größe eines Grassamens behilflich ist. Nachdem die Hummeln den Standort von vier Kunstblumen kannten, lernten sie rasch, den kürzesten Weg zwischen den Blüten zu fliegen. Die Wissenschaftler fügten weitere Blumen hinzu. Flogen die Hummeln zu Beginn noch ihre ursprüngliche, nun nicht mehr die beste Route, banden sie nach und nach die neuen Blumen mit ein und verkürzten die Flugdistanz wieder.
Quelle:
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1689664/Hummeln-finden-immer-den-kuerzesten-Weg.html
Kommentar & Ergänzung:
Hummeln sind faszinierende Tiere.
Haben Sie auch schon die Geschichte gehört, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamitk gar nicht fliegen können, es aber trotzdem tun, weil sie nichts von diesen Gesetzen wissen?
Hier die Auflösung dieses angeblichen „Hummel-Paradoxons“ nach Wikipedia:
„Hartnäckig hält sich in populärer Literatur die Legende, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen könne. Die Geschichte kursierte zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen, und sie wurde begierig von der Presse aufgenommen. Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gaststätte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen könne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:
Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Dazugedichtet wurden meist noch anschließende Sätze wie:
Die Hummel kümmert das nicht und sie fliegt trotzdem. oder
Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie dennoch.
Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Flügel der Hummel fälschlich als steif angenommen hatte, nochmals überdacht haben. Aus der späteren Antwort ließ sich aber wohl keine Schlagzeile machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker war. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898–1981) gehandelt haben könnte. Eventuell war es auch André Sainte-Laguë, ein Mathematiker und Mitarbeiter des französischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erwähnt eine ähnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten 1934 in seinem Buch Le Vol des Insectes.
Tatsächlich gibt es hier kein Paradoxon. Die Aerodynamik eines Flugzeuges und die einer Hummel unterscheiden sich nicht nur in der Bewegung der Flügel, sondern auch aufgrund anderer Größen- und Geschwindigkeitverhältnisse und damit anderer Reynoldszahlen. Theorien hierzu wurden schon in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle. Der experimentelle Nachweis dazu wurde 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm: durch den Flügelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb verschaffen, und die Existenz dieser Wirbel ließ sich mit optischen Mitteln zeigen.“
Woran man eine Hummelkönigin erkennen kann, erfahren Sie hier:
Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs
Und falls Sie daran interessiert sind, weitere faszinierende Aspekte unserer Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen, dann nehmen Sie doch an einem meiner Natur-Seminare teil.
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Freitag, März 18th, 2011
In der Fachzeitschrift „Der Hausarzt“ (2010/14: 31-36) erschien ein Artikel von Dr. med. Berthold Musselmann, Facharzt für Allgemeinmedizn mit Ausbildung in Naturheilverfahren, unter dem Titel „ABC der klassischen Phytotherapie“.
Ein Abschnitt darin handelte von Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältung:
„Die Heilpflanze Pelargonium sidoides hat es wegen ihrer Wirkung bei akuten Atemwegsinfektionen bereits in ein Cochrane-Review geschafft. Rechtzeitig eingesetzt, kann sie die mittlere Zeit der Arbeitsunfähigkeit um etwa zwei Tage verkürzen. Die toxischste Giftpflanze Europas, der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der das Alkaloid Aconitin enthält, hat selbst in homöopathischer Verdünnung (z.B. D3, also ein Tausendstel des Frischpflanzenpresssaftes) pharmakologische Wirkung gegen Fieber und Gliederschmerzen (persönliche Mitteilung von Prof. Wink, Heidelberg). Die Pflanze steht als Risiko für kleine Kinder nicht selten in deutschen Vorgärten und ist erkennbar an ihren ästhetischen, helmförmigen, blauen Blüten.
Echinacea-Extrakte (Sonnenhut, insbesondere Echinacea purpurea und pallida) für maximal 14 Tage in ausreichender Dosis und Qualität sind präventiv bei Infektanfälligkeit wirksam. In höherer Dosis können sie auch ganz früh bei Beginn einer Erkältung gute Dienste leisten. Qualitativ hochwertige Propolis-Präparate sind ebenso wie Spitzwegerichkraut und Salbei als Therapie im Frühstadium eines grippalen Infekts zu empfehlen.“
Quelle:
http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html
Kommentar & Ergänzung:
Pelargonium sidoides ist auch bekannt unter dem Namen „Umckaloabo“ (Kapland-Pelargonie). Sie gehört zu den Heilpflanzen mit schleimlösender Wirkung bei Bronchitis.
Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) ist eine der gefährlichsten Giftpflanzen:
„Typische Vergiftungserscheinungen sind die Taubheit der Körperstellen, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind, bei Einnahme auch Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, nervöse Erregung, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe sowie in schweren Fällen Lähmungen und Kreislauflähmung bis hin zum Tod.“ (Quelle: Wikipedia)
Kein Wunder, dass sie noch in der niedrigen Verdünnung von D3 (1:1000) Wirkungen entfaltet. In der klassischen Homöpathie wird sie allerdings so stark verdünnt, bis keine pharmakologische Wirkung mehr auftritt. Zum Beispiel:
Aconitum napellus D 6 (1: 1 000 000)
Aconitum napellus D12 (1: 1 000 000 000 000)
Aconitum napellus D 30
(1: 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000)
Aconitum napellus C30
Aconitum napellus D 200
Propolis ist Bienenkittharz. Und was ist genau Propolis?
„Propolis (gr. προ pro „vor“ und πόλις pólis „Stadt“, wegen des häufigen Vorkommens an den Fluglöchern von Bienenstöcken), auch Bienenharz, Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz oder Kittwachs genannt, ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse mit antibiotischer und antimykotischer Wirkung. Propolis ist ein Gemisch aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung stark variieren kann. Fälschlicherweise wird das Wort Propolis meist mit dem sächlichen Artikel versehen. Es ist jedoch weiblich und heißt die Propolis. Weitere Erzeugnisse der Bienen sind Honig, Wachs, Blütenpollen und Gelée Royale.
Da in einem Bienenstock die Insekten auf engstem Raum bei etwa 35 °C und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben, herrschen dort ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Deshalb dient Propolis den Bienen zum Abdichten von kleinen Öffnungen, Spalten und Ritzen sowie gleichzeitig dazu, in den Stock eingeschleppte oder vorhandene Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder sogar abzutöten. Hierzu werden verschiedenste Oberflächen, wie beispielsweise das Innere der Wabenzellen für die Brut, mit einem hauchdünnen Propolisfilm überzogen. Im Bienenstock vorhandene, von den Bienen nicht entfernbare Fremdkörper oder Unrat werden ebenfalls mit diesem Stoff abgekapselt.“ (Quelle: Wikipedia)
Zusammensetzung von Propolis:
„Der Grundstoff wird von Honigbienen als harzige Substanz an Knospen und teilweise an Wunden verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gesammelt (etwa 55 % Naturharz und Pollenbalsam). Weiterverarbeitet, mit etwa 30 % Wachs, etwa 5 % Pollenanteilen, etwa 10 % ätherischen Ölen aus den Blütenknospen und Speichelsekret (Fermenten) angereichert, handelt es sich um ein bei Stocktemperatur klebriges Baumaterial, das oft noch mit Bienenteilen und kleinsten Holzstücken verunreinigt ist.
Harz und Pollenbalsam der Propolis sind reich an Flavonoiden wie beispielsweise Chrysin, Galangin, Pinocembrin, Pinobanksinacetat, Prenylflavonoid, Isonymphaeol-B, Nymphaeol-A, Nymphaeol-B und Nymphaeol-C. Auch Gummi, Phenole (Zimtsäure, Cumarsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure, Isoferulasäure) und deren Ester sowie Polysaccharide sind in Propolis enthalten.
Propolis wird am häufigsten im Herbst von den Bienen in den Bienenstock eingebracht, dies ist vom örtlichen Harzangebot des Baumbestandes abhängig. Ein Bienenvolk kann zwischen 50 und 500 g Propolis pro Jahr einbringen.“ (Quelle Wikipedia)
Zur Wirkung von Propolis:
„Propolis soll oxidativem Stress entgegenwirken. Im Tierversuch wurde an Ratten die Bindung reaktiver Sauerstoffspezies („Radikalfänger“) durch Propolis gezeigt. Hierfür werden antioxidativ wirksame prenylierte Flavonoide verantwortlich gemacht.
Die antibiotischen Wirkungen von wässrigen und alkoholischen Propolis-Extrakten sowie einzelner Propolis-Inhaltsstoffe wurden im Agar-Dilutionstest und Agar-Diffusionstest gegenüber gram-positiven und gram-negativen Keimen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde eine antivirale Wirkung gegenüber Rhinoviren und Herpesviren im Plaque-Reduktionstest festgestellt. Propolis wirkt wachstumshemmend auf Candida albicans und Hautpilze (Dermatophyten).
Propolis zeigte im Tierversuch an Mäusen bakterizide, antimykotische und virostatische Wirkung. Einige der Wirkungen werden mit denen der Flavonoide für vergleichbar gehalten. Die antibakterielle Wirkung wird Pinocembrin und Galangin, die antimykotische Wirkung Pinocembrin und Kaffeesäureester zugeschrieben.
Propolis soll die Wundheilung fördern. Für die Granulationsförderung werden Apigenin und Luteolin verantwortlich gemacht.
Propolis zeigt cytotoxische Wirkungen, die im Tierversuch an Mäusen, bei denen künstlich Krebstumore eingepflanzt wurden, das Wachstum dieser Tumore zu hemmen vermochten.“
Anwendung von Propolis:
„Propolis wird volks- und alternativmedizinisch in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten genutzt, wozu verschiedenste Darreichungsformen wie etwa Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten und Kapseln zum Einsatz kommen.
Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (Sonnenbrand, kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, Ekzeme, medizinische Fußpflege) und Schleimhaut (medizinische Zahn- und Mundhygiene, kleinere Verletzungen im Mundraum, Aphthen, Entzündungen der Analschleimhaut) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.
Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung der Immunabwehr und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet.
Bei Tieren findet Propolis als biogenes Mittel zur Vorbeugung von Wurmbefall Anwendung, u. a. bei Hunden, Katzen, Ziervögeln etc.
Problematisch ist das Risiko für die Ausbildung einer Allergie. Insbesondere Kontaktdermatitiden wurden berichtet.“
(Quelle: Wikipedia)
Propolis ist zweifellos ein interessanter Naturstoff. Die antimikrobielle Wirkung ist gut belegt, allerdings ist sie meines Erachtens nur bei lokaler Anwendung überzeugend. Propolis im Frühstadium eines grippalen Infektes zu empfehlen, wie es der Autor des Artikels im „Hausarzt“ tut, setzt eine systemisch-antivirale Wirkung voraus, die sehr unwahrscheinlich ist. Auch für die Wirksamkeit von Spitzwegerichkraut und Salbei im Frühstadium eines grippalen Infektes gibt es keine überzeugenden Hinweise. Spitzwegerich zählt in der Phytotherapie zu den Heilpflanzen gegen Husten, Salbei wird zum Gurgeln gegen Halsschmerzen empfohlen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Samstag, März 12th, 2011
Das Magazin „Focus“ veröffentlichte kürzlich einen Beitrag mit Kopfweh-Tipps. Der Text geht in einem Abschnitt auch auf die Möglichkeiten der Phytotherapie ein.
Dabei wurden als Heilpflanzen Pestwurz und Weidenrinde erwähnt:
„Ein traditionelles Kraut gegen Kopfschmerzen und Migräne ist die Pestwurz. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen den krampflösenden Effekt der Wirkstoffe Petasin und Isopetasin. Eine internationale Studie konnte nachweisen, dass eine Drei-Monats-Kur mit Extrakt aus der Pestwurz-Wurzel die Zahl der Migräne-Attacken um über die Hälfte reduzierte.“
Leider fehlt hier die Angabe, in welcher Fachzeitschrift diese Migräne-Studie publiziert wurde. Pestwurz hat aber eine Bedeutung vor allem bei Migräne. Allerdings enthält Pestwurz Pyrrolizidinalkaloide, die u. a. lebertoxisch wirken können. Daher sollten nur Pestwurz-Extrakte verwendet werden, bei denen die Pyrrolizidinalkaloide entfernt wurden. Pestwurz-Tee ist also keine geeignete Arzneiform. Belege für die Wirkung bei Migräne gibt es nur mit Pestwurz-Trockenextrakten, nicht mit Spagyrik-Präparaten.
Zur Weidenrinde schreibt „Focus“:
„Lange bevor das Schmerzmittel Aspirin erfunden wurde, setzte die Volksmedizin bereits eine Pflanze mit dem Wirkstoff zur Schmerzbekämpfung ein: Weidenrinde enthält Salicylsäure-Verbindungen. Einsatzbereiche für Tees und Extrakte sind neben Kopfschmerzen auch Fieber und rheumatische Beschwerden.“
Für leichtere Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen ist Weidenrindentee oder Weidenrindenextrakt eine gut verträgliche Behandlungsoption.
Quelle der Zitate:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/kopfschmerz/therapie/tipps/kopfweh-tipps-medizin-wie-arzneien-und-arzt-helfen_aid_13821.html
Nicht erwähnt ist im „Focus“-Text die äusserliche Anwendung von Pfefferminzöl, die vor allem bei Spannungskopfschmerzen gut belegt ist. Bei Migräne ist zudem Mutterkraut (Tanacetum parthenium, syn. Chrysanthemum parthenium) eine weitere Option.
Wikipedia schreibt dazu:
„Die Blätter des Mutterkrauts können das Auftreten von Migräneanfällen vermindern, wenn sie über Wochen regelmäßig prophylaktisch eingenommen werden. Sie sollen außerdem beruhigend und verdauungsfördernd wirken und Parasiten im Darm bekämpfen. Äußerlich angewendet sollen sie auch gegen Hauteiterungen helfen und Insekten abwehren. Die enthaltenen Parthenolide hemmen die Bildung von Prostaglandinen und wirken auf das Serotonin. Sie werden neuerdings auch als mögliche Grundlage eines neuen Medikamentes gegen Leukämie angesehen. Mutterkraut ist als Fertigpräparat erhältlich. Es lässt sich leicht im eigenen Garten ziehen, um die Blätter direkt zu verwenden.“
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Aspirin, Ausbildungen, Chrysanthemum parthenium, Darm, Exkursionen, Fieber, gegen, Gelenkschmerzen, Gesundheitsberufe, Hauteiterungen, Heilkräuter, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen, Heilpflanzen-Seminar, Insekten, Isopetasin, Klinik, Kopfschmerzen, Kopfweh, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kräuterwanderungen, Kurse, Leukämie, Migräneanfälle, Mirgäne, Mutterkraut, Naturheilkunde, Palliative Care, Parasiten, Parasiten im Darm, Parthenolide, Pestwurz, Petasin, Pfefferminzöl, Pflanzenheilkunde, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie, Phytotherapie-Ausbildung, Prostaglandine, Psychiatrische Klinik, Pyrrolizidinalkaloide, rheumatische Beschwerden, Salicylsäure, Schmerzbekämpfung, Schmerzen, Schmerzmittel, Schweiz, Serotonin, Spagyrik, Spannungskopfschmerzen, Spital, Spitex, Tanacetum parthenium, Volksmedizin, Weidenrinde, Weidenrindenextrakt, weidenrindentee, Weiterbildung, Wikipedia, Winterthur, Zürich
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Mittwoch, Januar 26th, 2011
Die Natur ist rundum faszinierend. Darum scheint es mir zu eng, in der Natur ausschliesslich Heilpflanzen zu beachten und damit genau das, was für uns nützlich sein kann. Es ist viel bereichernder, darüber hinaus auch die Wahrnehmung zu schärfen für vordergründig Nutzloses, das vielleicht „nur“ interessant, eindrücklich oder schön ist. Diese erweiterte Wahrnehmung schliesst dann die Vogelwelt mit ein, aber auch Insekten wie Schmetterlinge, Käfer usw.
So bietet Pflanzenheilkunde / Phytotherapie auch Gelegenheit zu vielfältigen Naturerlebnissen.
In untenstehendem Video hat man Wanderfalken und Habichten eine kleine Minikamera mitgegeben. Die Bilder sind beeindruckend:
http://www.youtube.com/watch?v=p-_RHRAzUHM&feature=player_embedded
Zur Jagdweise des Wanderfalkens schreibt Wikipedia:
„Wanderfalken jagen fast ausschließlich Vögel im freien Luftraum. Da eine gedeckte Annäherung an die Beute hier nicht möglich ist, wird der Überraschungsmoment durch die Annäherung mit größtmöglicher Geschwindigkeit erreicht. Der Beute bleibt dann nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Reaktion. Die beiden wesentlichen Jagdtechniken sind der Steilstoß aus großer Höhe und der Flachstoß von einer Warte.
Beim Steilstoß kreist der Falke in größerer Höhe und wartet auf Vögel, die unter ihm entlang fliegen. Der Falke geht dann in den Sturzflug über und legt die Flügel an, die Steuerung erfolgt mit den Daumenfittichen. Höchstwahrscheinlich benutzen die Falken für den eigentlichen Schlag dann die ungeöffneten Füße. Der Falke fliegt nach dem Schlag aufgrund seiner großen Geschwindigkeit an der Beute vorbei und kehrt dann in einer Kurve zu dieser zurück. Die Beute wird häufig allein durch den Aufprall getötet, falls sie nur verletzt ist, tötet der Falke sie dann mit einem Biss ins Genick. Vögel, die den anfliegenden Falken rechtzeitig bemerken, beginnen sofort, sehr eng zu kreisen. Diese Manöver kann der anfliegende Falke aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit nicht mitmachen und ist dann meist erfolglos. Es wird oft vermutet, dass der Wanderfalke bei seinen Sturzflügen konkurrenzlose Spitzengeschwindigkeiten von 340 km/h oder mehr erreichen kann, verlässliche Radarmessungen in freier Wildbahn ergaben bisher jedoch nur Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h.
Beim Flachstoß von einer Warte erfolgt die Annäherung an die Beute von hinten und etwas versetzt unterhalb der Beute. Wanderfalken können jeden anderen Vogel im Geradeausflug schnell einholen, hier stellt der Falke das Überraschungsmoment also durch die schnelle Annäherung im „toten Winkel“ der Beute her. Der Beutevogel wird dann von hinten und unten gegriffen. Wenn Vögel die Annäherung des Falken rechtzeitig bemerken, haben sie relativ gute Chancen zu entkommen. Kleinere Vögel (z. B. Stare) lassen sich sofort fallen, größere wie Tauben versuchen ähnlich wie bei Steilstößen durch das Fliegen sehr enger Kurven zu entkommen, auch in diesen Fällen ist der Falke dann meist aufgrund seiner zu geringen Wendigkeit erfolglos.
Diese beiden Grundmuster der Jagd werden vielfältig variiert oder auch kombiniert. Insbesondere außerhalb der Brutzeit jagen die Paare häufig gemeinsam, die Annäherung an einen Beutevogel erfolgt dann in einem gewissen Abstand zueinander, so dass der zweite Falke bei einem Fehlstoß des ersten auf den ausweichenden Vogel nachstoßen kann. Weicht der Vogel nach oben aus, folgt einer der Falken dem Vogel in die Höhe, während der andere (meist das Weibchen) unter dem Beutevogel kreist und ihm so den Weg nach unten abschneidet“
Zur Jagdweise des Habichts schreibt Wikipedia:
„Habichte erjagen ihre Beutetiere überwiegend aus dem bodennahen Flug oder vom Ansitz aus in einem kurzen, schnellen und sehr wendigen Verfolgungsflug direkt auf dem Boden oder im bodennahen Luftraum. Dabei werden natürliche Strukturen wie Hecken, Bäume, im Siedlungsraum aber auch Häuser sehr geschickt für einen gedeckten Anflug genutzt. Seltener werden aus dem hohen Kreisen heraus im Sturzflug Vögel im freien Luftraum oder in Bodennähe angejagt. Im Frühjahr und Sommer suchen Habichte systematisch in höherer Vegetation und auf Bäumen nach Nestern und erbeuten so zahlreiche nestjunge Vögel. Bei kleineren Vogelarten wird dabei häufig das ganze Nest mit Inhalt gegriffen, die leeren Nester sind dann häufig an den Rupfplätzen zu finden. Auch die Jagd zu Fuß wurde bei Habichten beobachtet, dabei werden zum Beispiel Maulwürfe erbeutet, auf dicht bewachsenen Inseln werden so auch brütende Stockenten geschlagen.
Die Beute wird mit den Füßen (Fängen) gegriffen und getötet, die Krallen der sehr kräftigen ersten und zweiten Zehe werden dabei solange in die Beute gebohrt, bis diese aufhört, sich zu bewegen. Im Zusammenwirken mit den relativ langen Beinen ermöglicht diese Tötungsmethode dem Habicht die Nutzung von vergleichsweise sehr großen und wehrhaften Beutetieren.
Habichte ernähren sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fast ausschließlich von kleinen bis mittelgroßen Vögeln und Säugetieren“
Ich kann Ihnen in meinen Natur-Seminaren zwar keinen Wanderfalken oder Habicht garantieren, aber die Tier- und Pflanzenwelt bietet eine grosse Vielfalt an faszinierenden Phänomenen – auch im Mikrokosmos der Insektenwelt. So sehen wir zum Beispiel fast jedes Jahr im Heilpflanzen- und Alpenblumenkurs an der Lenk im Simmental frisch geschlüpfte Libellen auf ihrem Jungfernflug. Es sind vor allem die kleinen Wunder am Wegrand, die man übersieht, solange man sie nicht kennt.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Mittwoch, September 8th, 2010
Verlagsbeschreibung
Die Jungfrauregion ist nicht nur eine der spektakulärsten und landschaftlich schönsten Regionen im Alpenbogen sondern beherbergt auch eine reichhaltige Flora und Vegetation, die für die Nordalpen typisch ist.
Das vorliegende Buch stellt die heimischen Vegetationstypen ausführlich vor und ist mit vielen faszinierenden Fotos, zahlreichen Karten und Skizzen ergänzt. “Pflanzenwelt der Jungfrauregion” führt weiter in die Geologie, Fauna und das Klima der Region ein. Die 18 detaillierten Wandervorschläge erlauben dem Leser, den vorgestellten Naturraum intensiv zu erleben sowie die Vegetation und zahlreiche attraktive Arten vor Ort selber zu erkennen. Zum Shop

Kommentar:
Pflanzenwelt der Jungfrauregion
Dieses Buch ist eine attraktive, informative Einführung in Geologie und Pflanzenwelt der Jungfrauregion im Berner Oberland. Vorgestellt werden alle wichtigen Lebensräume: Bergseen, Quellfluren, Moore, Felsen, Schuttfluren, Gletschervorfelder, Schneeböden, Nivale Vegetation, Kalkhaltige Magerwiesen der Hochlagen, Alpine Rasen, Subalpin-alpine Fettweiden, Montanes Landwirtschaftliches Nutzland, Alpine Lägerfluren, Subalpine Hochstaudenfluren, Felsgrusfluren, Zwergstrauchheiden, Wälder.
Diese Lebensräume werden mit schönen Bildern, informativen Texten und mit konkreten Beispielen aus der Jungfrauregion präsentiert. Im Zentrum stehen die Regionen rund um Grindelwald, Mürren, Stechelberg und Gimmelwald. Mir selber sind davon vor allem das Hintere Lauterbrunnental, die Schilthornregion und das Sefinental von eigenen Kursen zu Heilpflanzen und Alpenblumen gut bekannt. Daher kann ich aus eigener Erfahrung die Reichhaltigkeit der Pflanzenwelt und die Eindrücklichkeit der Landschaft nur unterstreichen.
Das Buch stellt die Jungfrauregion wirklich aus vielfältigen Blickwinkeln vor. Ein Abschnitt ist beispielsweise dem lokalen Klima und Wetter gewidmet (Nordstau, Föhn, typische Wetterphänomene). Auch die Landschaftsformen werden beschrieben, zum Beispiel Wasserfälle, Gletscher, Gletschermoränen, ausserdem die Vegetationsgeschichte, die Höhenstufen und charakteristische Vertreter der Tierwelt (Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien, Fische, Insekten).
Sehr attraktiv sind zudem 18 naturkundliche Wanderrouten, die detailliert beschrieben werden mit Kartenausschnitt, Wanderzeit, Anforderungen, Vegetation, Rastmöglichkeiten usw.
Die Jungfrauregion bietet eine grosse Vielfalt an Landschaftsformen, Alpenblumen, Heilpflanzen, Tieren und Gesteinen. Auf www.phytotherapie-seminare.ch finden Sie in der Bildergalerie im Abschnitt Mürren attraktive Fotos dieser einzigartigen Naturlandschaft.
Die Jungfrauregion können Sie kennen lernen im Wochenkurs: Heilpflanzen und Alpenblumen in Mürren.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
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Mittwoch, September 8th, 2010
Verlagsbeschreibung
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Kommentar:
Wanderführer durch 132 Naturschutzgebiete der Schweiz
Diese Buch beschreibt Wanderrouten durch Naturschutzgebiete und zeigt sie mit Kartenausschnitten. Die wichtigen Lebensräume entlang des Weges werden informativ geschildert und darin vorkommende Tier- und Pflanzenarten vorgestellt. Wer gerne Heilpflanzen und Wildblumen in der Natur begegnet, findet in diesem Buch eine grosse Auswahl an botanisch reichhaltigen und lohnenswerten Touren.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, September 6th, 2010
Verlagsbeschreibung
Fantasievoll gestaltete Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten erregen zunehmend Interesse. Gärtner entdecken den Insektenschutz als spannendes Projekt, in Schulgärten ist der Bau von Nisthilfen das Thema schlechthin.
Das Buch stellt 13 Bauprojekte vor, die sich mit Hilfe von Bauanleitungen leicht umsetzen lassen. Für jeden Garten gibt es die passende Lösung: Einfache Nisthilfen, die solo zum Einsatz kommen oder nach Art eines Baukastensystems ein Insektenhotel füllen, und verschiedene Nistkästen für Hummeln, Hornissen, Florfliegen und Marienkäfer. Pflanzenlisten und praktische Tipps, wie sich im Garten und auf dem Balkon ein insektenfreundliches Umfeld gestalten lässt, ergänzen die Bauvorhaben. Tierporträts vermitteln Einblicke in die Welt der Hotelbewohner.
Nisthilfen für Insekten sind Naturerlebnis und Beitrag für eine intakte Umwelt. Die Bewohner eines Insektenhotels sind friedliebend, sichern die Erträge unserer Kulturpflanzen und halten Blattläuse und andere Schädlinge in Schach. Zum Shop

Kommentar:
Das Insektenhotel
Wohnungsnot bei Insekten? Kein Witz! In unserer über weite Strecken ausgeräumten Kulturlandschaft fehlen oft die nötigen Strukturen für die Tierwelt. Dieses Buch beschreibt Möglichkeiten, mit denen wir im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett Ersatz schaffen können.
Den meisten Menschen ist völlig unbekannt, dass es in der Schweiz über 600 Wildbienenarten gibt, die keine Staaten bilden, sondern einzeln leben. Sie legen ihre Eier zum Beispiel in hohle Pflanzenstängel, in leere Schneckenhäuschen oder in Brutgänge in der Erde. Wolf Richard Günzel gibt genaue Bauanleitungen für „Insektenhotels“, das heisst: zusammengebundene hohle Halme, Holzblöcke mit Bohrlöchern.
Insektenhotels eignen sich ausgezeichnet für die Beobachtung von Wildbienen. Günzel schildert zudem die faszinierenden Lebensweisen häufiger Wildbienenarten und einzeln lebender Wespen.
Günzel beschreibt aber auch Unterkünfte für Florfliegen und Marienkäfer. Beides sind im Garten ausgesprochene Nützlinge, weil sie Blattläuse im grossen Stil vertilgen.
Hummeln bauen ihre Nester oft in verlassenen Mäusegängen. Das Buch gibt Bauanleitungen für Hummelnistkästen. Und für Hornissennistkästen. Hornissen haben ungerechtfertigterweise einen schlechten Ruf. Sie sind nicht speziell aggressiv oder gefährlich, wenn man sie in Ruhe lässt.
Der letzte Teil des Buches handelt von Pflanzen, die als Nahrung für die Insekten wichtig sind und daher gefördert und angepflanzt werden sollten. Darunter sind auch viele Heilpflanzen wie Beinwell, Fenchel, Kümmel, Lavendel, Salbei, Thymian, Melisse, Borretsch.
Den Abschluss des Buches bilden Abschnitte mit Tipps zur Tierbeobachtung und zur Insektenfotografie.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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