Artikel mit Schlagwort ‘Insekten’
Mittwoch, November 23rd, 2011
Einheimische Sträucher im Garten vorziehen
Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.
Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.
Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.
Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.
Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:
http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html
www.nabu.de
Kommentar & Ergänzung:
Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare
- Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:
Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.
- Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.
- Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.
Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch
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Freitag, Oktober 28th, 2011
Die Körperflüssigkeit des Asiatischen Marienkäfers wirkt antimikrobiell und kann dadurch erfolgreich Malaria- und Tuberkuloseerreger abwehren. Ob sich aus der Käfer-Hämolymphe ein Heilmittel für den Menschen herstellen lässt, ist noch offen.
Eine Substanz aus der Körperflüssigkeit des Asiatischen Marienkäfers bekämpft erfolgreich Malariaparasiten und andere Krankheitserreger. Das haben Gießener Wissenschaftler bei der Untersuchung der Körperflüssigkeit des Marienkäfers entdeckt, der sogenannten Hämolymphe. Die Forscher um Jochen Wiesner und Andreas Vilcinskas von der Fraunhofer-Projektgruppe Bioressourcen stellen ihre Laborversuche in den britischen “Biology Letters” vor.
Weltweit stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria. Gemeinsam mit Tuberkulose und Aids zählt Malaria zu den häufigsten tödlichen Infektionen. Eine Malaria-Impfung steht nicht zur Verfügung und ist auch nicht in Sicht. Sehr problematisch ist, dass die Malariaparasiten gegen einst wirksame Medikamente mehr und mehr resistent geworden sind. Mediziner suchen deshalb dringend nach neuen Medikamenten gegen die Parasiten.
Bei dieser Suche stießen die Gießener Wissenschaftler auf den Asiatischen Marienkäfer, der in zahlreichen Gegenden der Erde als natürlicher Schädlingsbekämpfer eingeführt wurde und in Europa seither die einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer und Zweipunkt-Marienkäfer verdrängt. Der Erfolg des Einwanderers beruht nach Angaben der Wissenschaftler mindestens zum Teil darauf, dass seine Hämolymphe stark antimikrobiell wirkt und den Käfer so weniger anfällig für Krankheitskeime macht.
Die Forscher identifizierten die Verbindung Harmonin als zentralen antimikrobiellen Wirkstoff der Hämolymphe. In Laborversuchen tötete Harmonin sowohl den Tuberkuloseerreger Mycobacterium tuberculosis als auch den Malariaparasiten Plasmodium falciparum. Besonders überraschend sei dabei, dass auch die gegen gängige Malariamittel besonders widerstandsfähigen geschlechtlichen Stadien des Parasiten abgetötet worden seien, betonen die Forscher. Nur diese Stadien könnten im Darm der Anopheles-Mücke überleben und nach einem Stich die Infektion auslösen.
Sollte es gelingen, eine Arznei auf Harmonin-Basis zu entwickeln, könnten damit sowohl die ungeschlechtlichen Parasiten-Stadien aus dem Blut von Patienten entfernt, als auch durch das Abtöten der geschlechtlichen Stadien die Übertragung auf unifizierte Menschen verhindert werden, hoffen die Wissenschaftler. Allerdings sei Harmonin derzeit nur mit grossem Aufwand künstlich herzustellen – für die Produktion seien 30 komplizierte chemische Reaktionsschritte nötig. Die Forscher erhoffen sich eine einfachere Herstellung durch die gezielte genetische Umprogrammierung gewisser Bakterien. Zudem wirkte Harmonin in den Laborversuchen in antimikrobieller Konzentration auch toxisch für menschliche Zelllinien und bestimmte Zelllinien von Insekten. Wie der Marienkäfer dem Zellgift widersteht, ist noch ungeklärt.
Quelle:
http://www.n-tv.de/wissen/Marienkaefer-toetet-Malaria-article4386071.html
Kommentar & Ergänzung:
Na, dass die wirksame Verbindung ausgerechnet „Harmonin“ heissen muss. Das tönt ja eher nach Wellness als nach Malaria.
Von einem einsatzbereiten und zugelassenen Medikament ist dieses Forschungsprojekt allerdings noch sehr weit entfernt.
Zudem ist es ein häufiges Ereignis in der Naturstoff-Forschung, dass eine Substanz im Labor starke Wirkungen zeigt, dass sie aber in therapeutischen Konzentrationen im menschlichen Organismus toxisch wäre und daher nicht eingesetzt werden kann.
Marienkäfer gehören zu den beliebtesten Insekten. Aber wussten Sie, dass die Familie der Marienkäfer in Europa mehr als 250 Marienkäferarten und –unterarten umfasst? Dabei kommen Arten vor mit 2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 und 24 Punkten.
Inzwischen ist übrigens eine Malaria-Impfung zumindestens in Sicht:
„Impfstoff gegen Malaria in Reichweite. Hoffnung für Millionen Kinder: Ein Mittel gegen Malaria hat sich in einer Studie mit Schweizer Beteiligung als wirksam erwiesen. Es wäre der erste Impfstoff gegen die Tropenkrankheit. Der Wirkstoff namens RTS,S habe das Erkrankungsrisiko bei kleinen Kindern etwa halbiert, teilte das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK)….mit. An RTS,S wird seit Jahren geforscht, er galt schon länger als aussichtsreicher Kandidat für eine erste Impfung gegen Malaria überhaupt. Von März 2009 bis Januar 2011 waren über 15 000 Kinder aus sieben afrikanischen Ländern südlich der Sahara in die Phase-III-Studie einbezogen worden – der letzten klinischen Versuchsreihe vor einer möglichen Zulassung als Arzneimittel.
Die Studienergebnisse wurden vom «New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Daran beteiligt war ein Team um Marcel Tanner, den Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public-Health Institut (Swiss TPH), das der Universität Basel assoziiert ist.“
Quelle: http://www.20min.ch/wissen/gesundheit/story/27318024
Verlassen Sie sich übrigens nicht auf Malariaprophylaxe auf der Basis von Homöopathie, wie sie verantwortungsloserweise immer wieder propagiert wird Es gibt keinerlei auf nur einigermassen plausible Gründe dafür, dass eine solche Massnahme wirksam ist. Das gilt im übrigen auch für das angebliche Wundermittel Miracle Mineral Supplement (MMS).
Siehe:
Warnung: Miracle Mineral supplement (MMS)
Wenn Sie in ein Malariarisikogebiet reisen, machen Sie eine Malariaprophylaxe nach Stand des medizinischen Wissens.
Mit Malaria ist nicht zu spassen.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Sonntag, Oktober 2nd, 2011
Eine Umfrage unter Bienen, Wespen, Fliegen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Die Kletterpflanze blüht nämlich erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen; meist ab Ende August und dann bis in den November oder sogar Dezember hinein. Die in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten sind völlig offen, so dass Insekten aller Art einen offen gedeckten Tisch vorfinden. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier zu Besuch vorbei, von Ameisen über Fliegen, Schwebfliegen aller Art, Wespen, Bienen und Falter. Selbst Marienkäfer weichen nun mangels Blattläusen gerne auf energiereichen Efeu-Blütennektar um.
Und nach dem Verblühen ist der Efeu eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Die im Winter blauschwarz heranreifenden Früchte werden hauptsächlich von Staren, Amseln und anderen Drosseln gerne gefressen.
Quelle:
http://www.nabu.de/nabu/nh/2009/4/11635.html
Kommentar & Ergänzung:
Extrakte aus Efeublättern zeigen schleimlösende und krampflösende Wirkung gegen Husten. Efeu eignet sich aber nicht als Kräutertee. Extraktpräparate mit standardisiertem Wirkstoffgehalt verwenden.
Achten Sie jetzt im Herbst doch einmal auf den Efeu mit seinen vielen Besuchern und schneiden Sie den Efeu nicht ausgerechnet jetzt in der Blütezeit zurück.
Wenn Sie mehr über die Wunder der Natur lernen möchten, dann kommen Sie einfach in eines meiner Natur-Seminare, wenn Sie an Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie oben über den Menüpunkt „Kurse“ die aktuellen Lehrgänge und Kurse.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, August 8th, 2011
Natürlich ist es in manchen Situationen nötig, ein Wespennest zu vernichten. Doch die Tiere sind auch sehr nützlich, sie fressen tausende von Insekten wie zum Beispiel Mücken. Wenn das Nest nicht in unmittelbarer Nähe ist, kann man sich vielleicht auch mit den neuen Mitbewohnern arrangieren. In diesem Jahr konnten die Wespenstaaten sich besonders gut entwickeln.
Elf Tipps, wie man eine Wespenplage in den Griff bekommt, ohne die Wespen umzubringen:
Die Wespen mit Gerüchen vertreiben:
Als altes Hausmittel wird oft die Zitronenscheibe empfohlen, die mit Gewürznelken gespickt ist (überzeugt mich nicht so ganz, M.K.).Auch Basilikum soll die Plagegeister vertreiben (hört man immer wieder, M.K.). Diese und andere Gerüche mögen die Wespen überhaupt nicht. Für den Garten sollen auch Tücher mit Salmiakgeist helfen.
Die Wespen ablenken:
Wirksam und einfach ist die gezielte Fütterung von Wespen an anderer Stelle, zum Beispiel mit überreifen Weintrauben oder mit wasserverdünntem Honig. Ungeeignet sind hingegen unverdünnter Honig und Marmelade. Sie machen die Tiere manchmal sogar aggressiv. Ablenker am besten rund fünf bis zehn Meter vom Essensort entfernt präsentieren.
Möglichst keine Wespenfallen:
Im Handel erhältliche Wespenfallen sollte man möglichst nicht verwenden. Die Wespen sterben einen langen und qualvollen Tod. Dabei geben sie Geruchsstoffe ab, die noch mehr Wespen anlocken.
Nahrungsmittel abdecken:
Wespen werden durch unsere Nahrungsmittel angezogen, egal ob süßes oder deftiges. Deshalb sollte man Gläser mit einem Bierdeckel zudecken und Speisen abdecken. Wespen sind auch Aasfresser und sie können manchmal auch Krankheitserreger auf die Nahrung übertragen.
Essenreste abwischen:
Hauptsächlich bei Kindern sollte man darauf achten, dass sich keine Essenreste mehr im Gesicht befinden. Denn auch noch so kleine Mengen an Nahrung können Wespen anziehen.
Manchmal hilft ein Platzwechsel:
Wespen merken sich Orte, an denen sie Nahrung gefunden haben. Sie fliegen eine zeitlang immer wieder diesen Platz an. Deshalb kann ein Platzwechsel im Restaurant oder Biergarten helfen.
Nicht nach den Wespen schlagen:
Auch wenn die Wespen nahe kommen, sollte man nicht nach den Tieren schlagen. Dadurch werden sie nur aggressiver. Ruhig bleiben oder langsam den Ort wechseln sind sinnvollere Strategien.
Wespen nicht anpusten:
Ungünstig wirkt das Wegpusten oder Wegblasen von Wespen. Es macht die Tiere aggressiv, denn ausgeatmetes Kohlendioxid ist ein Alarmsignal für die Wespen.
Fallobst wegräumen:
Wer Obstbäume im Garten stehen hat, sollte überreifes Obst regelmäßig aufsammeln.
Blattläuse bekämpfen:
Das süße Sekret der Blattläuse ist offenbar ein Festschmaus für Wespen. Deshalb empfiehlt es sich, die kleinen Blattsauger rechtzeitig bekämpfen.
Spucke gegen den Stich:
Hat eine Wespe zugestochen kann man die Stichstelle mit Spucke einreiben. Der Speichel soll das Insektengift neutralisieren. Auch Zwiebel kann helfen, wenn man damit die Stichstelle einreibt. Wer nach einem Wespenstich Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen verspürt, sollte unverzüglich ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Auch wenn sich stark vergrößerte Quaddeln um die Stichstelle herum bilden, sollten Sie den Arzt oder die Ärztin aufsuchen, denn solche Symptomen weisen auf eine Insektengift-Allergie hin.
Quelle:
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1366044
Kommentar & Ergänzung:
Zahlreiche Menschen empfinden Wespen als lästige, stechfreudige Biester. Doch von den mehr als 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden die wenigsten für uns aufdringlich oder gefährlich. Die allermeisten führen ein unscheinbares, für uns jedoch äusserst nützliches Leben, indem sie mithelfen andere „Lästlinge“ und „Schädlinge“ in Schach zu halten. Zu den nützlichen Wespen gehören die solitären Faltenwespen, Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen.
Mit der Bezeichnung „Wespen“ verbinden die meisten Menschen in der Regel die gelb-schwarz gefärbten Vertreter der sozialen Faltenwespen. Ihre angeblich grosse Aggressivität und Fähigkeit, schmerzhaft stechen zu können, haben die ganze Insektengruppe der Wespen zu Unrecht in Verruf geraten lassen.
Erwachsene Wespen decken ihren Energiebedarf vor allem mit Nektar. Neben den pflanzlichen Produkten spielen auch nährstoffreiche Flüssigkeiten von Tieren eine bedeutende Rolle bei der Ernährung. Eine wichtige Kohlenhydratquelle ist der sogenannte „Blattlauskot“ oder „Honigtau“.
An diesen Zuckerausscheidungen, die hauptsächlich auf Eichen eine regelrechte Schicht hinterlassen, verköstigt sich eine Vielzahl von Wespen. Wespen lecken aber auch gerne Körpersäfte von Tierleichen.
Wespenlarven als Fleischfresser
Auffallend ist, dass eiweisshaltige Nahrung wie Fleisch und Wurst von Wespen ebenfalls angeflogen wird. Denn alle mitteleuropäische Wespenarten füttern ihren Nachwuchs mit tierischer Nahrung. Wespenlarven haben einen sehr hohen Eiweissbedarf. Er wird hauptsächlich gestillt, indem Wespen andere Insekten fangen, überwiegend Fliegen – oder eben auch Wurst und Fleisch als Futter nutzen.
(Quelle: http://www.oeko-forum.ch/downloads/WespenHornissen.pdf)
Nur wenige Wespenarten können uns Menschen ernsthafte Probleme machen. Die faszinierenden Tiere haben deshalb eine Imagekorrektur verdient.
Und wenn Sie generell mehr über die Natur erfahren wollen, dann schauen sie sich doch mal meine Natur-Seminare an.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Freitag, Juli 15th, 2011
Ein naturnaher Garten erhöht die Artenvielfalt und hält Schädlinge in Schach.
Amsel, Drossel, Fink und Star – diese Vogelarten aus dem alten Kinderlied und zahlreiche andere Vögel sind im Garten nicht mehr so häufig anzutreffen. Die Gründe dafür: In vielen Gärten gibt es heute nur noch kurz gestutzte Zierrasen und statt heimischer setzen viele Hobbygärtner auf hochgezüchtete exotischen Pflanzen. Dadurch mangelt es schlichtweg an Insekten, die wiederum Vögeln als wichtige Nahrungsquelle dienen. In diesen ordentlich gehaltenen Gärten fehlen solche Leckerbissen.
Meisenknödel und Futterhäuschen als Notnahrung im Winter reichen alleine nicht. Auch in den wärmeren Jahreszeiten brauchen die gefiederten Sänger Nahrungsangebote, Versteckmöglichkeiten und Nistplätze. Mit einfachen Methoden kann aber jeder für eine größere Artenvielfalt vor der eigenen Haustür zu sorgen.
Als Faustregel kann gelten: Je mehr einheimische Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon gedeihen, desto mehr Tiere werden dadurch angelockt. Einen idealen Lebensraum vor allem heimische blüten- und früchtetragende Sträucher sowie Wildstauden. Der Weißdorn trage beispielsweise schöne weiße Blüten mit viel Nektar, erklärt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzverband Nabu.
Neben dem Weißdorn nutzen viele Insekten und Vögel unter anderem auch die früchtetragende Schlehe (Schwarzdorn), die Pfirsichglockenblume und die Moschusmalve. Die hier lebenden Tiere haben sich im Laufe der Zeit auf heimische Pflanzen spezialisiert und können deshalb nur bestimmte Nahrung verarbeiten. Die meisten hochgezüchteten Pflanzen, wie zum Beispiel Kirschlorbeer, Thuja-Hecken und gefüllte Blüten – darunter auch Dahlien und Petunien – sind für die heimische Tierwelt deshalb eher von geringem Nutzen.
Es gibt aber auch einige wenige nicht-heimische Pflanzen, auf die Insekten gerne fliegen. Lavendel sei beispielsweise eine wichtige Nektarquelle für Bienen, sagt Heiermann. Und der Lavendel könne auch gut, in einen Kübel auf dem Balkon gepflanzt werden. Für den Balkon eignen sich auch Margeriten, Flockenblumen, heimische Nelkenarten und die Schafsgarbe. Ein weiterer Blickfang, sowohl für den Garten, als auch den Balkon, sei die Hundsrose. Heuermann: „Sie dient nicht nur Vögeln dank ihrer Früchte als Nahrungsquelle, sondern trägt auch schön anzusehende Blüten, die Insekten anziehen.“
Insekten stehen ganz weit oben auf der Speisekarte der Vögel. Wer viele verschiedene Vogelarten im Garten oder auf dem Balkon beobachten möchte, sollte für einen insektenfreundlichen Lebensraum sorgen. Denn Insekten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.
Viele Menschen hätten allerdings ein eher schwieriges Verhältnis zu Insekten, erklärt die Biologin Rebecca Lay. Alles, was nicht flauschig sei oder schöne Flügel habe, werde von diesem Menschen als gruselig empfunden. Dabei seien Insekten ein essentieller Bestandteil für eine funktionierende Natur. Weil die Artenvielfalt in einem naturnahen Garten viel größer sei, hätten zudem auch ungebetene Gäste wie Blattläuse und Mücken viel mehr natürliche Feinde und würden zum Beispiel von Fledermäusen gefressen, sagt der Zoologe Heiermann.
Hauptsächlich seltener gewordene Vögel und Insekten brauchen zusätzliche Anlaufstellen im Garten oder auf dem Balkon. Der Trauerschnäpper sei zum Beispiel in naturnah belassenen Gärten anzutreffen, wo ihm auch Baumhöhlen Unterschlupf bieten. Der farbenfrohe Stieglitz sei ebenfalls häufiger zu sehen, wenn auch Stauden vorhanden sind. Die Disteln der Stauden sollten nach der Blüte nicht abgeschnitten werden, denn der Stieglitz (Distelfink) frisst vor allem die darin enthaltenen Samen.
Wer Schmetterlinge gern hat, sollte neben dem Weißdorn auch Birken als geeignete Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen pflanzen, rät Heiermann. Das Tagpfauenauge sei bei vielen besonders beliebt, sagt Rebecca Lay, doch diesen Schmetterling könne man nur beobachten, wenn auch Brennnesseln im Garten sind, von denen sich die Raupen ernähren.
Ebenfalls stark bedroht sind die meisten Wildbienenarten, von denen 555 verschiedene Arten existieren. Allerdings schrumpft auch der Lebensraum der Wildbienen mehr und mehr. Das liegt einerseits an den zu aufgeräumten Gärten und andererseits an den Pestiziden, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Zur Unterstützung der Wildbienen empfehlen die Experten „Insektenhotels“ aufzustellen, zum Beispiel aus Baumscheiben oder Backsteinen.
Um Vögel und Insekten in den Garten zu locken, müssen Gartenbesitzer aber nicht den gesamten Garten zuwuchern zu lassen. Es genüge, wenn wilde Ecken eingerichtet werden. So können zum Beispiel an einer Stelle Wildblumen ausgesät, sowie Holzstapel oder Reisighaufen angelegt werden. Die sich darin ausbreitenden dicken Larven sind ein wahrer Leckerbissen für viele Vogel.
Quelle:
http://www.fr-online.de/ratgeber/artenvielfalt-im-garten-foerdern/-/1472794/8668458/-/
Kommentar & Ergänzung:
Anleitungen zum Bau eines „Insektenhotels“ finden Sie im Buch von Wolf R. Günzel:
„Das Insektenhotel, Naturschutz erleben. Bauanleitungen – Tierporträts – Gartentipps“
Das Buch stellt 13 Bauprojekte vor, die sich mit Hilfe von Bauanleitungen leicht umsetzen lassen. Für jeden Garten gibt es die passende Lösung: Einfache Nisthilfen, die solo zum Einsatz kommen oder nach Art eines Baukastensystems ein Insektenhotel füllen, und verschiedene Nistkästen für Hummeln, Hornissen, Florfliegen und Marienkäfer. Pflanzenlisten und praktische Tipps, wie sich im Garten und auf dem Balkon ein insektenfreundliches Umfeld gestalten lässt, ergänzen die Bauvorhaben. Tierporträts vermitteln Einblicke in die Welt der Hotelbewohner.
Den meisten Menschen ist völlig unbekannt, dass es in der Schweiz über 600 Wildbienenarten gibt, die keine Staaten bilden, sondern einzeln leben. Sie legen ihre Eier zum Beispiel in hohle Pflanzenstängel, in leere Schneckenhäuschen oder in Brutgänge in der Erde. Wolf Richard Günzel gibt genaue Bauanleitungen für „Insektenhotels“, das heisst: zusammengebundene hohle Halme, Holzblöcke mit Bohrlöchern.
Im übrigen freut es mich, dass im Artikel auf fr-online auch der Weissdorn erwähnt wird. Weissdorn gehört zu den für die Tierwelt wertvollsten einheimischen Sträuchern. Allerdings sollte man im Auge behalten, dass er auch den Feuerbrand übertragen kann, eine für Obstbäume gefährliche Pflanzenkrankheit.
In der Phytotherapie ist der Weissdorn die wichtigste Heilpflanze für das Herz, zum Beispiel bei leichteren Formen von Herzinsuffizienz (Herzschwäche).
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Mittwoch, Juli 13th, 2011
Nehmen Blattläuse den Atem eines Säugetieres wahr, lassen sie sich blitzschnell zu Boden fallen.
Blattläuse haben offenbar eine effiziente Überlebensstrategie entwickelt, damit sie von tierischen Vegetariern nicht mitgefressen werden. Sobald sie Wärme und Feuchtigkeit durch den Atem eines Säugetieres spüren, lassen sich von der Pflanze herunter fallen. Moshe Gish und seine Kollegen von der University of Haifa in Israel untersuchten, wie exakt Blattläuse diese Gefahr einschätzen können und wie effektiv ihr Fluchtreflex ist.
Nahrung und Schutz suchende Insekten auf Pflanzen werden häufig von pflanzenfressenden Säugetieren unbeabsichtigt mitgefressen. Gish und seine Kollegen erforschten, wie die Blattlaus Uroleucon sonchi L. mit diesem Risiko umgeht – das hungrige Säugetier war in diesem Versuch eine Ziege. Untersucht wurde auch, inwieweit das Fluchtverhalten der Blattläuse von Umweltbedingungen beeinflusst wird.
Die Forscher bestückten 16 Gänsedistelpflanzen mit Blattläusen aus wilden Populationen. Dann ließen sie eine ausgewachsene Hausziege eine Zeit lang an den Gänsedisteln knabbern. Zuvor hatten sie die Blattläuse auf jeder Gänsedistel gezählt. Nach dem ‘Fressangriff’ wurde gezählt, wie viele Blattläusen es geschafft hatten, sich auf den Boden zu flüchten. In einem weiteren Versuch hauchte einer der Forscher die Pflanzen sanft an, um den Atem pflanzenfressender Säugetiere nach zu ahmen. Erneut wurden dann die Blattläuse gezählt, die sich hatten fallen lassen.
Flucht durch Sturz in die Tiefe
In diesen Experimenten zeigte sich, dass die meisten Blattläuse der Kolonie die Aufnahme der Pflanze durch die Ziege überlebt hatten: 76 Prozent fanden sich unversehrt auf dem Boden oder in den Töpfen wieder. Auch wenn die Blattläuse dem Atem des Forschers ausgesetzt waren, ließen sie sich sofort fallen. Zusätzliche Untersuchungen im Labor zeigten, dass sich Blattläuse in Sicherheit bringen, sobald sie die Mischung aus Wärme und Feuchtigkeit aus dem Atem eines Pflanzenfressers wahrnehmen. Sie lassen sich dann blitzartig reihenweise von der Pflanze fallen. In weiteren Versuchen konnten Gish und sein Team auch zeigen, dass die Fähigkeit der Blattläuse, den Atem eines Pflanzenfressers wahrzunehmen, und damit ihre Bereitschaft, sich fallen zu lassen, mit steigenden Temperaturen sinkt.
Die Forscher untersuchten auch die Fähigkeit der Blattlaus, nach dem freien Fall alternative Wirtspflanzen zu finden. 74 Prozent der Blattläuse fanden tatsächlich einen neuen Wirt: Sie näherten sich systematisch den Stämmen von Nachbarpflanzen, was vermuten lässt, dass zumindestens die Blattlausart Uroleucon sonchi den freien Fall gut übersteht.
Gish und sein Team kommen zum Schluss: “Unsere Ergebnisse machen deutlich: Die Blattlaus U. sonchi verfügt über einen Gefahrenwahrnehmungsmechanismus und ein effizientes Fluchtverhalten – beides rettet sie vor dem Gefressenwerden durch pflanzenfressende Säugetiere. Der Atem des Säugetieres scheint bei diesem Verteidigungsmechanismus die Schlüsselrolle zu spielen – er ist ein sicherer Indikator für eine sich nähernde Schnauze.”
Quellen:
http://derstandard.at/1308681075746/Effiziente-Taktik-Wie-Blattlaeuse-sich-vor-Pflanzenfressern-schuetzen
http://www.springerlink.com/content/v5n48574156800v5/
Kommentar & Ergänzung:
Bahnt sich da eine neue biologische Blattlausbekämpfungsmethode an durch engagiertes Anhauchen….? Oder funktioniert das nur bei Wissenschaftlern und Hausziegen?
Im Ernst: Es erstaunt immer wieder, welch hoch entwickelte und differenzierte Fähigkeiten Pflanzen und Tiere entwickeln, um ihr Überleben zu sichern.
So ist es beispielsweise auch gut belegt, dass Heilpflanzen ihre Wirkstoffe entwickelt haben, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Das ist allerdings eine ziemlich nüchterne Erklärung, die uns Menschen nicht gerade eine tolle Stellung zuschreibt in diesem Geschehen. Emotional viel ansprechender sind daher Vorstellungen, wie sie zum Beispiel Edward Bach vertrat, der Begründer der Bach-Blütentherapie. Er war davon überzeugt, dass die von ihm ausgewählten 38 Pflanzen das Bedürfnis (!) hätten, uns zu heilen. Eine schöne Vorstellung, dass es in der Natur 38 Helfer gibt, die sich um uns kümmern und uns Gutes tun wollen. Hier steht der Mensch im Zentrum pflanzlicher Zuwendung. Eine wohltuende Vorstellung offenbar, aber auch ziemlich unbescheiden.
Edward Bach war auch der Ansicht, dass es neben seinen Bachblüten-Pflanzen keine Heilmittel gibt und dass man mit ihnen alle Krankheiten heilen kann, sofern der Patient gesund werden will….
Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Naturverständnis, dem Menschbild und dem Gesundheits- und Krankheitsverständnis von Edward Bach finden Sie im Kurs:
„Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit“.
Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tieren und ihre faszinierenden „Beziehungsgeschichten“ erfahren wollen, empfehle ich Ihnen die Natur-Seminare oder auch die Heilpflanzenexkursionen und Alpenblumenkurse.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Dienstag, Juli 12th, 2011
Baldrian (Valeriana officinalis) ist eine der ältesten Arzneipflanzen und dazu noch ein Magnet für Schmetterlinge. Die Heilpflanze bereichert den Garten und die Hausapotheke gleichermaßen. Jetzt ist die Blütezeit des Baldrians.
Baldrian ist im Garten absolut unkompliziert, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) in Berlin. Die mehrjährige Staude gedeiht auch an halbschattigen Orten und braucht kaum Pflege.
Wer die bekannte nervenberuhigende Wirkung von Baldrian nutzen will, muss sich über die Wurzel hermachen. Der einschläfernde Wirkstoff entsteht aber erst beim Trocknen – und dabei macht sich auch ein unangenehmer Geruch breit. Die hübschen weißen Baldrian-Blüten duften dagegen sehr viel angenehmer. Das schätzen offenbar auch verschiedene Schmetterlinge.
Der BDG empfiehlt Baldrian deshalb allen, die mehr von den hübschen und nützlichen Insekten in den Garten locken wollen. Mit etwas Glück hat man dann auch den seltenen Baldrian-Scheckenfalter im Garten zu Gast. Seine Raupen ernähren sich ausschließlich von dem beruhigenden Kraut – sie nagen an den Blättern, die nützlichen Wurzeln meiden sie jedoch.
Quelle:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12118962/7250011/Ein-Magnet-fuer-Schmetterlinge-Der-Baldrian.html
Kommentar & Ergänzung:
Dass Baldrian bei Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität hilft, ist ziemlich vielen Menschen bekannt.
Fragt man aber genau nach, wo denn der Baldrian wächst, bekommt man eher selten eine richtige Antwort.
Dabei wächst die Heilpflanze gar nicht so selten am Rand von Dörfern oder Städten, am Waldrand, gerne an Bächen oder anderen feuchten Stellen.
Fotos von Baldrian in meiner Bildergalerie von Lenk und Flims / Trin
Der erwähnte Baldrian-Scheckenfalter frisst auch an anderen Baldrianarten.
Nur Valeriana officinalis frisst offenbar die Raupe des Baldrian-Blütenspanners (ein Nachtfalter).
Daneben ist der Baldrian eine wichtige Nektarpflanze für den Pflaumen-Zipfelfalter, den Nierenfleck-Zipfelfalter, den Spätsommer-Zipfelfalter und das Ungeringte Kronwicken-Widderchen. Von den Tagfaltern zeigen sich auf Baldrian gerne der Kleine Fuchs, das Grosse Ochenauge, und der Braune Waldvogel.
Vor allem an warmen Tagen, wenn der Baldrian seinen Duft voll entfalten kann, zeigt sich auf seinen Blütenständen fast alles, was Flügel hat. Am Pollenangebot bedient sich die Honigbiene sowie zwei Arten von Sandbienen und drei Arten von Furchenbienen.
Nektar saugend wurden viele Schwebefliegen beobachtet und auch zwei Tanzfliegenarten.
Zur Anwendung von Baldrian als Heilpflanze:
Die Anwendung als Baldriantee ist eher unüblich, weil er vom Geruch und Geschmack her eher gewöhnungsbedürftig ist.
Dagegen wird Baldriantinktur oft eingesetzt. Die Tinktur aus getrockneter Baldrianwurzel dürfte dabei mehr Wirkstoffe enthalten als die Frischpflanzentinktur.
Auf ausreichende Dosierung achten: ½ bis 1 Teelöffel 1 bis mehrmals täglich.
Die heute oft empfohlenen 3 – 4 Tropfen Pflanzentinktur pro Einzelgabe sind in den allermeisten Fällen unsinnig tief.
Baldrian-Extrakte eignen sich auch zur Verarbeitung in Dragee-Form und sind dann geruchlich und geschmacklich einigermassen neutral. Wissenschaftliche Studien mit Belegen für die Wirksamkeit gibt es nur von Baldrian-Extrakten, nicht aber von Baldriantee und Baldriantinktur.
Die verschiedenen Baldrianarten können Sie auf meinen Heilkräuterexkursionen kennen lernen – und viele Schmetterlinge an den Natur-Seminaren.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Sonntag, Juli 10th, 2011
Koriander wird in erster Linie als Gewürz verwendet, man kann ihn aber durchaus auch zu den Heilpflanzen mit Wirkung im Verdauungstrakt zählen.
Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Weitere gebräuchliche Namen sind zum Beispiel Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Gartenkoriander, Gebauter Koriander, Gewürzkoriander, Indische Petersilie.
Die Koriander-Pflanze riecht stark nach Wanzen.
Der Geruch von Korianderblättern wurde im Mittelalter daher häufig mit dem Geruch von Bettwanzen verglichen. Chemische Analysen zeigen, dass das Korianderaroma durch diverse Aldehyde bestimmt wird, die so oder ähnlich auch in Seifen vorkommen. Auch verschiedene Insekten produzieren durch Zersetzung von Fettmolekülen ähnliche Gerüche, um andere Tiere anzulocken oder abzuschrecken. Man kann die Abneigung gegen Korianderblätter darum mit einem Schutzmechanismus erklären.
Bei Personen, die nicht mit diesem Aroma vertraut sind, erkennt das Gehirn unter Umständen die Ähnlichkeit mit Seife und der Körper reagiert mit starken instinktiven Abwehrreaktionen, die bis zum Erbrechen führen können. Darüber hinaus könnte die Abneigung gegen Korianderblätter möglicherweise auch eine genetische Komponente besitzen, zumindest bei einigen Menschen. Dies wurde von Charles J. Wysocki vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia in mehreren Studien erforscht. Tatsache ist jedoch auch, dass viele Menschen ihre anfängliche Abneigung gegen Korianderblätter nach wiederholtem Genuss überwunden haben.
Koriander enthält ätherisches Öl – das Korianderöl. In der Frucht (Samen) sind als Hauptbestandteil des Korianderöls Linalool, Geraniol, α- und β-Pinen, Limonen, Geranylacetat, α- und γ-Terpinen, Borneol enthalten. Besonders die ersten Komponenten sorgen für den angenehmen Geruch der Samen und kommen erst nach der Trocknung zur Geltung.
Wozu wird Koriander als Heilpflanze eingesetzt?
„Koriander findet seit der Zeit des antiken Ägypten auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde. Die ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden. Dementsprechend ist Koriander in vielen Medikamenten gegen Magen- und Darmstörungen enthalten. Koriander wirkt jedoch schwächer als Kümmel oder Fenchel. Dazu müssen die Samen gequetscht oder zerrieben werden, weil sonst die Öle nicht mit Wasser herausgelöst werden können. Auch bei Tieren kann Koriander gegen Blähungen eingesetzt werden. Die Statistik in der Schweiz zeigt, dass 15 % aller Allergiker empfindlich auf Koriander reagieren. Die Empfindlichkeit zählt zum Sellerie-Beifuß-Syndrom. Bei empfindlichen Menschen kann der Pflanzensaft unter Einwirkung von Sonnenlicht auch photoallergische Hautreaktionen bewirken.“
(Quelle: Wikipedia)
Neben den günstigen Wirkungen der Koriandersamen bei Verdauungsstörungen verdient vor allem das Korianderöl Beachtung. Es wirkt ausgezeichnet gegen Bakterien und Hautpilze.
Dazu zwei Zitate:
„Korianderöl hat eine gute antimikrobielle Wirkung: Das ätherische Öl zeigt im Agar-Diffusionstest eine antibakterielle Wirkung gegen zahlreiche Keime. Selbst die Dämpfe von Korianderöl sind noch wirksam. Korianderöl bewirkt außerdem eine vollständige Wachstumshemmung bei zahlreichen Pilzen.“
Quelle:
http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Korianderfrucht.html
Detaillierter:
„In-vitro-Studien belegen die antimikrobielle Wirkung des Korianderöls und der Früchte. Maruzella zeigte 1959 die antibakterielle Wirkung der Korianderfrüchte gegen E. coli, Erwinia caratovora, Mycobacterium smegmatis, Streptomyces venezuelae, sowei die antifungale Wirkung gegen verschiedene Pilze, wie Epidermophyton interdigitale, Microsporum canis u.a.
Für Korianderöl ist ….eine antibakterielle Wirkung gegen verschiedene Keime , u.a. Pseudomonas aeruginosa bewiesen. Korianderöl-Dämpfe weisen eine antibakterielle Wirkung gegen Bacillus subtilis, Salmonella thyphosa und besonders Mycobacterium avivum auf.
Bei den Pilzen Aspergillus aegypticus, Penicillium cyclopium und Trichoderma viride wurde im Agar-Diffusionstest eine vollständige Wachstumshemmung beobachtet.
Im Vergleich verschiedener Pflanzenextrakte zeigte Korianderöl im Agar-Diffusionstest eine starke Hemmung des Wachstums von Listeria monozytogenes, Staphylococcus aureus, Yersinia enterocolica, Lactobacillus plantarum, Aspergillus niger, Geotrichum, Rhodotorula u.a. auf.“
(Quelle: Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Matthias Augustin / Yvonne Hoch, Urban & Fischer 2004)
Korianderöl hat ein sehr geringes Allergisierungspotenzial. Für Externas, die bis zu 6% Korianderöl einhalten, gibt es gute klinische Erfahrung, vor allem bei superinfizierten Ekzemen. Auch eine Anwendung bzw. Wirksamkeit gegen Fusspilz ist plausibel.
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Donnerstag, Juni 23rd, 2011
Schmetterlinge sind wohl die beliebtesten Insekten. Viele Schmetterlingsarten sind aber bedroht, hauptsächlich durch Zerstörung ihrer Lebensräume. Um ihre Existenzgrundlage zu sichern, braucht es hauptsächlich politische Massnahmen.
Ein Stück weit können aber auch alle Menschen direkt Schmetterlinge fördern durch Verbesserung ihrer Nahrungsgrundlagen.
Während Raupen an Blättern, Blüten, Zweigen, Holz oder Wurzeln fressen, ernähren sich Schmetterlinge hauptsächlich von Nektar. Sie benutzen ihren langen, meist eingerollten Rüssel, um die zuckerhaltige Flüssigkeit aus den Blütenkelchen zu saugen. Bei dieser Gelegenheit werden sie mit Blütenstaub eingepudert. Zahlreiche Falter sind durch ihre Rüssellänge an eine bestimmte Blütenart angepasst. So wird für die Pflanze sichergestellt, dass der Falter, wenn er von Blüte zu Blüte fliegt, den Pollen nur auf gleichartige Blüten trägt und deren Bestäubung gewährleistet. Auch zahlreiche Raupen fressen ausschließlich an einer Pflanzenart.
Nachfolgend eine Liste mit Futterpflanzen für Schmetterlinge und eine Liste mit Futterpflanzen für Raupen (Quelle: http://www.bund.net)
Nektarpflanzen für Falter
Bartblume (Caryopteris)
Blaukissen (Aubrietia)
Disteln – zahlreiche Arten und Gartenformen, auch Kugeldistel (Echinops) und Edeldistel (Eryngium)
Fetthenne (Sedum telephium)
Herbstaster (Aster novae-angliae)
Judastaler (Lunaria)
Lavendel (Lavandula)
Phlox
Prachtscharte (Liatris)
Sommerflieder (Buddleja)
Steinkraut (Alyssum)
Thymian (Thymus)
Fraßpflanzen für Raupen
Ampfer (Rumex): Dukatenfalter, Feuerfalter
Brennnessel (Urtica): Tagpfauenauge, Distelfalter, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen
Brombeere (Rubus): Kaisermantel, Brombeerzipfelfalter, Perlmutterfalter
Disteln (Carduus, Cirsium u.a.): Distelfalter, Admiral
Doldenblütler (Apiaceae) – z.B. Fenchel, Dill, Wilde Möhre, Möhre: Schwalbenschwanz
Faulbaum (Rhamnus): Zitronenfalter
Fetthenne (Sedum telephium): Apollo
Flockenblumen (Centaurea): Scheckenfalter
Geißblatt (Lonicera): Kleiner Eisvogel
Ginster (Genista): Bläulinge, Brombeerzipfelfalter
Gräser – z.B. Knäuelgras, Lolch, Pfeifengras, Rispengras, Schmiele, Schwingel, Trespe: verschiedene Augenfalter und Dickkopffalter
Habichtskraut (Hieracium): Scheckenfalter
Himbeere (Rubus): Kaisermantel, Perlmuttfalter, Brombeerzipfelfalter
Hopfen (Humulus): Tagpfauenauge
Kreuzblütler (Brassicaceae) – z.B. Ackersenf, Kohl, Kresse, Raps, Rüben, Judastaler: Weißlinge, Resedafalter, Aurorafalter
Kronwicke (Coronilla): Heufalter, Bläulinge
Lauchkraut (Alliaria): Weißlinge
Natterkopf (Echium): Distelfalter
Phlox: Aurorafalter
Platterbse (Lathyrus): Bläulinge
Schmetterlingsblütler (Fabaceae) – z.B. Goldregen, Klee, Luzerne, Platterbse, Wicke: Senfweißling, Bläulinge, Postillon
Thymian (Thymus): Bläulinge
Veilchen (Viola): Kaisermantel, Perlmuttfalter
Wegerich (Plantago): Scheckenfalter, Kleiner Maivogel, Feuerfalter
Weg-Rauke (Sisymbrium): Weißlinge, Aurorafalter
Weide (Salix): Schillerfalter, Trauermantel, Großer Fuchs
Weißdorn (Crataegus): Segelfalter, Baumweißling
Wicke (Vicia): Heufalter, Senfweißling
Roter Wiesenklee (Trifolium pratense): Waldbläuling
Zitterpappel (Populus tremula): Großer Eisvogel
Kommentar & Ergänzung:
Schmetterlings-Bestimmungsbücher und Literatur mit Hintergrundwissen über Schmetterlinge finden Sie im Buchshop.
Schmetterlinge sind auch ein Thema in meinen Natur-Seminaren, die einen guten Einstieg bieten zum Kennenlernen vieler faszinierender Pflanzen und Tiere.
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Sonntag, Mai 22nd, 2011
Hummeln wählen zwischen mehreren Blüten selbst dann den kürzesten Weg, wenn sie die Pflanzen in unterschiedlicher Reihenfolge entdeckt haben. Damit lösen die Insekten elegant das sogenannte Handelsreisenden-Problem, das zahlreichen Mathematikern Kopfzerbrechen bereitet. Dies zeigt das Wissenschafterteam um Nigel Raine von der University of London im Journal “The American Naturalist”.
Um Zeit und Geld zu sparen, versucht der Handelsreisende den kürzesten Weg finden, auf dem er die Kunden in verschiedenen Orten besuchen kann. Bei drei Zielen ist das noch einfach, bei 20 oder 30 aber nicht mehr. Computer bewältigen die Aufgabe, indem sie die Entfernungen aller möglichen Routen vergleichen.
In den Experimenten fanden auch die Hummeln immer den kürzesten Weg, obwohl den Insekten nur ein Gehirn in der Größe eines Grassamens behilflich ist. Nachdem die Hummeln den Standort von vier Kunstblumen kannten, lernten sie rasch, den kürzesten Weg zwischen den Blüten zu fliegen. Die Wissenschaftler fügten weitere Blumen hinzu. Flogen die Hummeln zu Beginn noch ihre ursprüngliche, nun nicht mehr die beste Route, banden sie nach und nach die neuen Blumen mit ein und verkürzten die Flugdistanz wieder.
Quelle:
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1689664/Hummeln-finden-immer-den-kuerzesten-Weg.html
Kommentar & Ergänzung:
Hummeln sind faszinierende Tiere.
Haben Sie auch schon die Geschichte gehört, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamitk gar nicht fliegen können, es aber trotzdem tun, weil sie nichts von diesen Gesetzen wissen?
Hier die Auflösung dieses angeblichen „Hummel-Paradoxons“ nach Wikipedia:
„Hartnäckig hält sich in populärer Literatur die Legende, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen könne. Die Geschichte kursierte zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen, und sie wurde begierig von der Presse aufgenommen. Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gaststätte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen könne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:
Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Dazugedichtet wurden meist noch anschließende Sätze wie:
Die Hummel kümmert das nicht und sie fliegt trotzdem. oder
Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie dennoch.
Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Flügel der Hummel fälschlich als steif angenommen hatte, nochmals überdacht haben. Aus der späteren Antwort ließ sich aber wohl keine Schlagzeile machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker war. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898–1981) gehandelt haben könnte. Eventuell war es auch André Sainte-Laguë, ein Mathematiker und Mitarbeiter des französischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erwähnt eine ähnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten 1934 in seinem Buch Le Vol des Insectes.
Tatsächlich gibt es hier kein Paradoxon. Die Aerodynamik eines Flugzeuges und die einer Hummel unterscheiden sich nicht nur in der Bewegung der Flügel, sondern auch aufgrund anderer Größen- und Geschwindigkeitverhältnisse und damit anderer Reynoldszahlen. Theorien hierzu wurden schon in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle. Der experimentelle Nachweis dazu wurde 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm: durch den Flügelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb verschaffen, und die Existenz dieser Wirbel ließ sich mit optischen Mitteln zeigen.“
Woran man eine Hummelkönigin erkennen kann, erfahren Sie hier:
Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs
Und falls Sie daran interessiert sind, weitere faszinierende Aspekte unserer Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen, dann nehmen Sie doch an einem meiner Natur-Seminare teil.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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