Artikel mit Schlagwort ‘Insekten’

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Montag, April 30th, 2012

Der regelmäßige Konsum von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren war in einer prospektiven Beobachtungsstudie mit besseren kognitiven Leistungen in Alter verbunden. Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt in den Annals of Neurology (2012; doi: 10.1002/ana.23594) mit dem Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden.

Flavonoide sind Farbstoffe, die in Blüten und Früchten Insekten und Vögel anlocken. Sie schützen ausserdem die Pflanzen vor UV-Licht und einer Oxidation. Besonders kräftig färben die Anthocyane, welche für die dunkelblaue bis schwarze Farbe vieler Beeren verantwortlich sind. Diese Inhaltsstoffe der Beeren gelangen nach dem Konsum ins Blut. Ernährungswissenschaftler schreiben den Anthocyanen seit längerem eine gesundheitsfördernde Wirkung zu, was sich aber schwer beweisen lässt.

Hinweise auf eine gesundheitsfördernde Wirkung der Anthocyane geben  neben tierexperimentellen Studien immer wieder die Ergebnisse von prospektiven Beobachtungsstudien. Eine der größten Studien dieser Art sind die Nurses’ Health Studies. Seit 1976 befragen Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston mehr als 120.000 Krankenschwestern regelmäßig nach deren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, um den Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen. Von 1995 bis 2001 wurden bei 16.010 älteren Krankenschwestern ausführlichen kognitiven Tests durchgeführt.

Die Harvard-Wissenschaftlerin Elizabeth Devore und Mitarbeiter haben die Testresultate jetzt mit den früheren Angaben zur Ernährung in Beziehung gesetzt. Sie fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeeren und (amerikanischen) Heidelbeeren zum kognitiven Abbau im Alter. Frauen, die diese Beeren häufiger konsumiert hatten, zeichneten sich durch eine höhere geistige Regsamkeit aus. Devore geht von einer Verzögerung des normalen Alterungsprozesses im Bereich des kognitiven Abbaus um 1,5 bis 2,5 Jahre aus. Ein ähnlicher Zusammenhang bestand mit der errechneten Zufuhr von Flavonoiden und Anthocyanen.

Für Devore ist der Konsum von Beeren eine einfach umzusetzende Empfehlung, die kaum schaden kann. Die etwaigen günstigen Wirkungen könnten angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung kaum unterschätzt werden, findet die Wissenschaftlerin.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50009/Beeren-halten-das-Gehirn-jung

Kommentar & Ergänzung:

Vorbildlich weißt das Aerzteblatt auf die kritischen Punkte dieser Studie hin:

„Wie immer bei Beobachtungsstudien ist eine kausale Zuordnung nicht eindeutig möglich. So ist vorstellbar, dass die höhere kognitive Kompetenz bei den Frauen die Einsicht in die Vorteile einer gesünderen Lebensweise gefördert hat. Dazu könnten neben dem Verzehr von Beeren noch andere Lebensstilfaktoren gehören, die ebenfalls dazu beigetragen haben könnten, die geistigen Funktionen im Alter zu erhalten.“

Weitere Informationen zu Wirkungen der Anthocyane:

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson?

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Anthocyane als Entzündunghemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Wiesen-Schaumkraut

Dienstag, April 3rd, 2012

Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) und zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Foto bei Wikipedia.

Wiesen-Schaumkraut dominiert mit seinen weiß bis zart violetten Blüten ab Ende April bis Mitte Mai häufig das Erscheinungsbild nährstoffreicher Feuchtwiesen.

Die Blüten des Wiesen-Schaumkrautes sind sehr nektarreich und werden von zahlreichen Insekten besucht. Der Nektar ist allerdings nur Bienen und Schmetterlingen zugänglich. Schwebefliegen nutzen den Pollen als Eiweissnahrung.

Aurorafalter

Gemeinsam mit der Knoblauchsrauke (Knoblauchhederich, Alliaria petiolata) ist das Wiesen-Schaumkraut die bevorzugte Nahrungspflanze der Raupe des Aurorafalters (Anthocaris cardamines). Der Aurorafalter, der das Wiesen-Schaumkraut auch als Nektarpflanze nutzt, legt seine Eier meist an der Blattunterseite ab. Die Raupen fressen an diesen Pflanzen bis Juli oder August, verpuppen sich zu einer sogenannten Gürtelpuppe und überwintern dann.

Auffällig und unverwechselbar sind im Frühling die Männchen des Aurorafalters mit ihrer orange-weissen Färbung (Foto bei Wikipedia).

Auf dem Wiesen-Schaumkraut lebt auch die etwa 5 bis 6 Millimeter lange und variabel gefärbte Wiesenschaumzikade.

Sie legt an ihrer Wirtspflanze ihre Eier ab, aus denen im April und Mai Larven schlüpfen, die den Pflanzensaft saugen. Durch Einpumpen von Luftbläschen aus der Atemhöhle in eine eiweißhaltige Flüssigkeit, welche die Larven aus dem After abscheiden, wird ein Schaum produziert.

Foto bei Wikipedia.

Der Schaum schützt die darin sitzende Larve vor Feinden, erhält jedoch in erster Linie die für die Weiterentwicklung nötige Feuchtigkeit und Temperatur. Diese auffälligen Schaumnester sind auch an der Kuckuckslichtnelke an Gräsern und anderen Pflanzen zu finden.

Der Name Wiesen-Schaumkraut oder einfach Schaumkraut bezieht sich möglicherweise auf das Vorkommen solcher Schaumnester der Schaumzikaden (Aphrophoridae) an dieser Pflanze. Diese im Frühjahr häufigen Schaumnester werden im Volksmund auch als „Kuckucksspeichel“ oder „Hexenspucke“ bezeichnet.

Das Wiesen-Schaumkraut hat aber auch eine ganze Reihe von Volksnamen, die nicht gerade schmeichelhaft sind, zum Beispiel „Bettseicher“ oder „Schisgelte“.

Das Wiesen-Schaumkraut enthält als Inhaltsstoffe Senfölglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C.

Zur Wirkung der Senföglykoside siehe auch:

Wirkstoffkunde: Was sind Senfölglykoside? Welche Wirkung haben sie?

In der Volksmedizin wird Wiesen-Schaumkraut gegen Rheuma und andere Schmerzzustände verwendet. Heilwirkungen sollen vor allem auf dem enthaltenen Vitamin C sowie den Senfölglykosiden beruhen, die insbesondere auf Niere und Leber anregend wirken. Es fehlen aber konkrete Belege für diese Wirkungen.

Die im Wiesen-Schaumkraut enthaltenen Wirkstoffe können in grösseren Mengen den Magen und die Nieren reizen, so dass man es mit der Einnahme nicht übertreiben sollte.

Die jungen Blätter, die vor der Blüte gesammelt werden, sowie die jungen Pflanzen sind essbar und schmecken wegen des enthaltenen Senfölglykosids ähnlich wie Kresse und leicht scharf. Sie werden daher auch ähnlich wie die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) genutzt und gerne in Salaten, in Kräutersuppen, als Gewürz für Quark und Frischkäse sowie in Saucen verwendet.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Schlehdorn / Schwarzdorn

Sonntag, April 1st, 2012

Jetzt im Frühling fällt er besonders auf: Der Schlehdorn ( = Schwarzdorn. Prunus spinosa). Seine Blüten erscheinen vor den Blättern, so steht er strahlend weiss in der Landschaft (Foto auf Wikipedia).

Der Schlehdorn ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus, der zur Tribus der Steinobstgewächse (Amygdaleae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.

Der Schwarzdorn gilt als Stammform der Kulturpflaume.

Weil die weißen Blüten des Schlehdorns bereits im März und April  lange vor dem Laubaustrieb erscheinen, lässt er sich in diesem Zeitraum leicht vom Weißdorn unterscheiden, dessen Blüten erst nach den Blättern gebildet werden.

Charakteristisch für die Schlehdornblüten ist ihr leichter Mandelduft. Die Innenseite des Blütenbechers sondert reichlich Nektar ab, so dass die Schlehe für viele Insekten im zeitigen Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle darstellt. Der Schwarzdorn wird von Insekten bestäubt.

Später entwickelt sich eine kugelige, dunkelblau bis schwarze, stark bereifte Steinfrucht, die sehr sauer und herb schmeckt und erst nach einem Frost schmackhafter wird. Sie reift von Oktober bis November und verbleibt den Winter über am Strauch. Tiere, die den Samen der Frucht wieder ausscheiden, besorgen die Ausbreitung.

Schlehdorn – eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere

Die Schlehe gehört zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere.

Schon in der ersten wärmenden Frühlingssonne finden Honigbienen, Wildbienen (z. B. Sandbienen, Mauerbienen, Kuckucksbienen, Hummeln, Schwebefliegen und zahlreiche andere Insekten in den Schlehdornblüten reichlich Nektar und Blütenstaub.

Einige früh im Jahr fliegende Schmetterlinge schätzen den energiereichen Nektar der Schlehe ebenfalls (Tagpfauenauge, C-Falter, Grosser Fuchs, Kleiner Fuchs).

Die später im Jahr erscheinenden Schlehdornblätter werden sogar von über 100 Schmetterlingsarten zur Eiablage genutzt, einige von ihnen sind sogar fast ausschliesslich auf Schlehdornblätter angewiesen. Von den Tagfaltern sind bekannte Beispiele der wunderschöne Segelfalter, der Baumweissling und mehrere Zipfelfaltern (Schlehenzipfelfalter, Birkenzipfelfalter, Pflaumenzipfelfalter). Von den Nachtfaltern nutzen die Schlehe unter anderem Schlehen-Grünwidderchen, Kupferglucke, Schlehenspinner, Silberspinner, Wollafter, Gelbes Ordensband, Kleines Nachtpfauenauge.

Neben 73 Kleinschmetterlingsarten wurden als ständige oder vorübergehende Gäste der Schlehe ermittelt: 23 Rüsselkäferarten, 15 Bockkäferarten, 14 Blattwespenarten, 7 Blattlausarten, 5 Wanzenarten.

Für die Früchte, Blätter und Triebe der Schlehe interessieren sich zudem bis zu 18 Säugetierarten.

Schwarzdornhecken bieten darüber hinaus ausgezeichnete Nistplätze für Vögel. Die Dornen wehren Räuber ab.

Bis zu 20 Vogelarten errichten als Buschbrüter im Schlehdorn ihr Nest – zum Beispiel Neuntöter, Dorngrasmücke, Zaungrasmücke, Gelbspötter. In der dichten Vegetation zu Füssen des Schlehdornstrauchs nisten Goldammer, Rotkehlchen, Rebhuhn.

Die Schlehdornfrüchte werden im Winter zum Beispiel gerne gefressen von Rotkehlchen, Kohlmeise, Kernbeisser, Fichtenkreuzschnabel, Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Wacholderdrossel.

Verwendung in der Volksmedizin

„Die Blüten, Rinde und Früchte wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenelixier gilt als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.“

(Quelle: Wikipedia)

Verwendung für Nahrungsmittel und Getränke

„Die Früchte können unreif wie Oliven eingelegt werden, reif zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Fruchtweinen und als Zusatz zu Likör (Sloe Gin, Schlehenfeuer), Branntwein (Schlehenbrand) und anderen Spirituosen verwendet werden. Schlehenwein ist ein Fruchtwein, der nur auf den Früchten des Schlehdorns basiert. In manchen Gegenden werden die Früchte auch in geringen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, wodurch dieser aufgrund der Gerbstoffe in den Schlehenfrüchten einen etwas weinähnlicheren Charakter erhält.

Die Früchte werden erst nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch die Frosteinwirkung am Strauch wird ein Teil der bitter schmeckenden und adstringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut. Dabei sinkt der Gerbstoffgehalt im Fruchtsaft von ca. 10 g/l auf unter 5 g/l. Dieser Vorgang kann nicht durch Einfrieren der Früchte in der Tiefkühltruhe ausgelöst werden. Ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe ist hingegen unerwünscht, da sie wesentlich zum Geschmack der Produkte beitragen.“

(Quelle: Wikipedia)

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Forsythien giftig?

Mittwoch, März 28th, 2012

Zur Zeit blühen gerade die Forsythien (Forsythia suspensa) in Parkanlagen und Gärten (Foto hier)

Der beliebte Zierstrauch wird in zahlreichen Abarten angepflanzt, stammt ursprünglich aus China und ist in Europa etwas seit gut 100 Jahren bekannt. Er wird manchmal auch Goldflieder, Goldweide oder Goldglöckchen genannt und gehört in die Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae).

Die Giftzentrale Bonn bezeichnet die Forsythie als „gering giftig“ (alle Pflanzenteile).

In  Blättern, Früchten und Samen sollen sich Saponine und Glykoside befinden, in den gelben Blüten Glykoside und ätherische Öle.

Der Verzehr größerer Mengen an Samen, Früchten, Blättern oder Blüten könne zu Unwohlsein mit Übelkeit, Bauchschmerzen und eventuell Durchfall führen.

In den Blüten der Forsythie hat es Flavonoide wie Rutin (ca. 1%) und Quercetin. Rutin ist in der Phytotherapie ein wichtiger Wirkstoff zur Linderung von Venenbeschwerden (venöse Ödeme). Dabei kommt aber in der Regel das Buchweizenkraut zur Anwendung. Da Buchweizenkraut viel mehr Rutin enthält (normalerweise 2-3%, in entsprechend kultivierten Sorten bis 8%) und in therapeutischen Dosen untoxisch ist, kommt die Forsytie hier nicht in Betracht. Allerdings soll die Forsytie laut dem “Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen” (Spektrum Verlag 1999) zur Gewinnung von Rutin verwendet werden. In der chinesischen und japanischen Volksheilkunde sollen die Früchte als Laxans (Abführmittel) und Diuretikum (Harntreibendes Mittel) eingesetzt werden.

In ökologischer Hinsicht ist die Forsythie nicht viel Wert, denn die meisten Sorten werden von Insekten gemieden. Wer also Ziersträucher pflanzen will, von denen auch Vögel und Insekten (Schmetterlinge, Bienen, Käfer…) profitieren, muss einheimische Sträucher vorziehen, z. B. Schwarzdorn, Weissdorn, Vogelbeerbaum, Salweide, Heckenkirsche, Hartriegel, Schneeball, Liguster, Berberitze…..

Aber eben: So schön leuchtend gelb wie die Forsythie blüht im Frühling halt kein einheimischer Strauch.

Wer mehr über die Natur lernen möchte, findet dazu viele Gelegenheiten auf meinen Alpenblumenkursen und Heilkräuterexkursionen. Orte und Daten finden Sie via  „Kurse“.

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Garten: Weissdorn, Holunder, Wacholder statt Mahonie, Cotoneaster & Co.

Mittwoch, November 23rd, 2011

Einheimische Sträucher im Garten vorziehen

Wer in seinen Garten Tiere locken und sie beobachten möchte, sollte auf jeden Fall auch einheimische Sträucher pflanzen. Oft werden bevorzugt fremdländische Ziergehölze und Nadelbäume gepflanzt, die für die einheimische Tierwelt nur von bescheidenem ökologischem Nutzen sind. Zwar werden zum Beispiel auch die Blüten der Zwergmispel (Cotoneaster) von Bienen umschwärmt und die Beeren der Mahonie von Amseln gefressen. Das ist aber kein Vergleich zu dem überaus reichen Tierleben in einer Hecke aus heimischen Wildsträuchern.

Sie bieten unseren Wildvögeln einen wichtigen Lebensraum.

Die Früchte des heimischen Weißdorns (Crataegus spec.) werden zum Beispiel von 32 Vogelarten gefressen, die des nahverwandten nordamerikanischen Scharlachdorns dagegen nur von zwei Arten. Der heimische Wacholder ernährt sogar 43 Vogelarten, der oft in Gärten gepflanzte Chinesische Wacholder jedoch nur eine einzige Art.

Ähnlich verhält es sich mit Insekten, deren Larven oftmals auf wenige oder gar nur eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert sind. Während heimische Wildsträucher ein schier unerschöpfliches Nahrungsangebot für viele Insekten in allen Entwicklungsstadien bieten, wird man an exotischen Gehölzen in unseren Gärten kaum jemals Fraßspuren von Raupen entdecken. Ein gutes Beispiel hierfür ist der beliebte, aber nichtheimische Sommerflieder (Buddleja) oder Schmetterlingsstrauch – für erwachsene Falter zwar eine sehr begehrte Nektarquelle, als Raupenfutterpflanze jedoch absolut wertlos. Ohne Raupen fehlt aber die Nahrungsgrundlage für Meisen und andere Vögel. Auch ein wohlmeinend aufgehängter Nistkasten nützt dann nicht mehr viel.

Dagegen nisten im schützenden Dickicht von Sträuchern wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen gerne zahlreiche Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Im Herbst bieten die bunten Beeren den Vögeln einen reich gedeckten Tisch: Von Vogelbeere und Schwarzem Holunder ernähren sich zum Beispiel jeweils über 60 Vogelarten. Aber auch zahlreiche Säugetiere wie Mäuse und selbst Fleischfresser wie Fuchs und Marder naschen gerne an den leckeren Früchten.
Zahlreiche gute Gründe also, im Herbst einige einzelne Sträucher zu setzen oder eine ganze Hecke aus mehreren Arten anzulegen. Im übrigen sind einheimische Sträucher anspruchsloser und widerstandsfähiger, auch gegen witterungsbedingte Einflüsse und gegen Schädlinge. Zudem ist für jeden Gartenstandort etwas dabei: Weißdorn und Wildrosen lieben es sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen genügt ein halbschattiger Standort und die Heckenkirsche gibt sich sogar mit einem schattigen Plätzchen zufrieden. Einheimische Sträucher sind jedoch nicht nur nützlich, sondern sehen auch hübsch aus. Und sie bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.
Quelle:

http://hamburg.nabu.de/projekte/garten/gartentipps/05228.html

www.nabu.de

Kommentar & Ergänzung:

Für Naturbeobachtungen empfehle ich Ihnen meine Naturseminare

- Weissdorn, Holunder und Wacholder sind im Übrigen auch wichtige Heilpflanzen:

Weissdorn ist die wichtigste Herzpflanze der Phytotherapie, Schwarzer Holunder wirkt gegen Erkältungskrankheiten und Wacholderbeeren lindern Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

- Aus der Mahonie (Mahonia aquifolium, Zierberberitze) werden Salben hergestellt, die unterstützend eingesetzt werden bei Psoriasis, also bei Schuppenflechte.

- Beim Weissdorn-Strauch ist ein Problem im Auge zu behalten: Weissdorn überträgt – wie z. B. Cotoneaster, Loorbeermispel (Photinia davidiana), Vogelbeere – die Pflanzenkrankheit Feuerbrand, die durch Bakterien (Erwinia amylovora) verursacht wird.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Marienkäfer-Wirkstoff tötet Malariaerreger

Freitag, Oktober 28th, 2011

Die Körperflüssigkeit des Asiatischen Marienkäfers wirkt antimikrobiell und kann dadurch erfolgreich Malaria- und Tuberkuloseerreger abwehren. Ob sich aus der Käfer-Hämolymphe ein Heilmittel für den Menschen herstellen lässt, ist noch offen.

Eine Substanz aus der Körperflüssigkeit des Asiatischen Marienkäfers bekämpft erfolgreich Malariaparasiten und andere Krankheitserreger. Das haben Gießener Wissenschaftler bei der Untersuchung der Körperflüssigkeit des Marienkäfers entdeckt, der sogenannten Hämolymphe. Die Forscher um Jochen Wiesner und Andreas Vilcinskas von der Fraunhofer-Projektgruppe Bioressourcen stellen ihre Laborversuche in den britischen “Biology Letters” vor.

Weltweit stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria. Gemeinsam mit Tuberkulose und Aids zählt Malaria zu den häufigsten tödlichen Infektionen. Eine Malaria-Impfung steht nicht zur Verfügung und ist auch nicht in Sicht. Sehr problematisch ist, dass die Malariaparasiten gegen einst wirksame Medikamente mehr und mehr resistent geworden sind. Mediziner suchen deshalb dringend nach neuen Medikamenten gegen die Parasiten.

Bei dieser Suche stießen die Gießener Wissenschaftler auf den Asiatischen Marienkäfer, der in zahlreichen Gegenden der Erde als natürlicher Schädlingsbekämpfer eingeführt wurde und in Europa seither die einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer und Zweipunkt-Marienkäfer verdrängt. Der Erfolg des Einwanderers beruht nach Angaben der Wissenschaftler mindestens zum Teil darauf, dass seine Hämolymphe stark antimikrobiell wirkt und den Käfer so weniger anfällig für Krankheitskeime macht.

Die Forscher identifizierten die Verbindung Harmonin als zentralen antimikrobiellen Wirkstoff der Hämolymphe. In Laborversuchen tötete Harmonin sowohl den Tuberkuloseerreger Mycobacterium tuberculosis als auch den Malariaparasiten Plasmodium falciparum. Besonders überraschend sei dabei, dass auch die gegen gängige Malariamittel besonders widerstandsfähigen geschlechtlichen Stadien des Parasiten abgetötet worden seien, betonen die Forscher. Nur diese Stadien könnten im Darm der Anopheles-Mücke überleben und nach einem Stich die Infektion auslösen.

Sollte es gelingen, eine Arznei auf Harmonin-Basis zu entwickeln, könnten damit sowohl die ungeschlechtlichen Parasiten-Stadien aus dem Blut von Patienten entfernt, als auch durch das Abtöten der geschlechtlichen Stadien die Übertragung auf unifizierte Menschen verhindert werden, hoffen die Wissenschaftler. Allerdings sei Harmonin derzeit nur mit grossem Aufwand künstlich herzustellen – für die Produktion seien 30 komplizierte chemische Reaktionsschritte nötig. Die Forscher erhoffen sich eine einfachere Herstellung durch die gezielte genetische Umprogrammierung gewisser Bakterien. Zudem wirkte Harmonin in den Laborversuchen in antimikrobieller Konzentration auch toxisch für menschliche Zelllinien und bestimmte Zelllinien von Insekten. Wie der Marienkäfer dem Zellgift widersteht, ist noch ungeklärt.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Marienkaefer-toetet-Malaria-article4386071.html

Kommentar & Ergänzung:

Na, dass die wirksame Verbindung ausgerechnet „Harmonin“ heissen muss. Das tönt ja eher nach Wellness als nach Malaria.

Von einem einsatzbereiten und zugelassenen Medikament ist dieses Forschungsprojekt allerdings noch sehr weit entfernt.

Zudem ist es ein häufiges Ereignis in der Naturstoff-Forschung, dass eine Substanz im Labor starke Wirkungen zeigt, dass sie aber in therapeutischen Konzentrationen im menschlichen Organismus toxisch wäre und daher nicht eingesetzt werden kann.

Marienkäfer gehören zu den beliebtesten Insekten. Aber wussten Sie, dass die Familie der Marienkäfer in Europa mehr als 250 Marienkäferarten und –unterarten umfasst? Dabei kommen Arten vor mit  2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 und 24 Punkten.

Inzwischen ist übrigens eine Malaria-Impfung zumindestens in Sicht:

„Impfstoff gegen Malaria in Reichweite. Hoffnung für Millionen Kinder: Ein Mittel gegen Malaria hat sich in einer Studie mit Schweizer Beteiligung als wirksam erwiesen. Es wäre der erste Impfstoff gegen die Tropenkrankheit. Der Wirkstoff namens RTS,S habe das Erkrankungsrisiko bei kleinen Kindern etwa halbiert, teilte das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK)….mit. An RTS,S wird seit Jahren geforscht, er galt schon länger als aussichtsreicher Kandidat für eine erste Impfung gegen Malaria überhaupt. Von März 2009 bis Januar 2011 waren über 15 000 Kinder aus sieben afrikanischen Ländern südlich der Sahara in die Phase-III-Studie einbezogen worden – der letzten klinischen Versuchsreihe vor einer möglichen Zulassung als Arzneimittel.

Die Studienergebnisse wurden vom «New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Daran beteiligt war ein Team um Marcel Tanner, den Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public-Health Institut (Swiss TPH), das der Universität Basel assoziiert ist.“

Quelle: http://www.20min.ch/wissen/gesundheit/story/27318024

Verlassen Sie sich übrigens nicht auf Malariaprophylaxe auf der Basis von Homöopathie, wie sie verantwortungsloserweise immer wieder propagiert wird Es gibt keinerlei auf nur einigermassen plausible Gründe dafür, dass eine solche Massnahme wirksam ist. Das gilt im übrigen auch für das angebliche Wundermittel Miracle Mineral Supplement (MMS).

Siehe:

Warnung: Miracle Mineral supplement (MMS)

Wenn Sie in ein Malariarisikogebiet reisen, machen Sie eine Malariaprophylaxe nach Stand des medizinischen Wissens.

Mit Malaria ist nicht zu spassen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Efeu als wichtige Nektarquelle im Herbst

Sonntag, Oktober 2nd, 2011

Eine Umfrage unter Bienen, Wespen, Fliegen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Die Kletterpflanze blüht nämlich erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen; meist ab Ende August und dann bis in den November oder sogar Dezember hinein. Die in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten sind völlig offen, so dass Insekten aller Art einen offen gedeckten Tisch vorfinden. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier zu Besuch vorbei, von Ameisen über Fliegen, Schwebfliegen aller Art, Wespen, Bienen und Falter. Selbst Marienkäfer weichen nun mangels Blattläusen gerne auf energiereichen Efeu-Blütennektar um.

Und nach dem Verblühen ist der Efeu eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel. Die im Winter blauschwarz heranreifenden Früchte werden hauptsächlich von Staren, Amseln und anderen Drosseln gerne gefressen.

Quelle:

http://www.nabu.de/nabu/nh/2009/4/11635.html

Kommentar & Ergänzung:

Extrakte aus Efeublättern zeigen schleimlösende und krampflösende Wirkung gegen Husten. Efeu eignet sich aber nicht als Kräutertee. Extraktpräparate mit standardisiertem Wirkstoffgehalt verwenden.

Achten Sie jetzt im Herbst doch einmal auf den Efeu mit seinen vielen Besuchern und schneiden Sie den Efeu nicht ausgerechnet jetzt in der Blütezeit zurück.

Wenn Sie mehr über die Wunder der Natur lernen möchten, dann kommen Sie einfach in eines meiner Natur-Seminare, wenn Sie an Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie oben über den Menüpunkt „Kurse“ die aktuellen Lehrgänge und Kurse.

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11 Tipps gegen lästige Wespen

Montag, August 8th, 2011

Natürlich ist es in manchen Situationen nötig, ein Wespennest zu vernichten. Doch die Tiere sind auch sehr nützlich, sie fressen tausende von Insekten wie zum Beispiel Mücken. Wenn das Nest nicht in unmittelbarer Nähe ist, kann man sich vielleicht auch mit den neuen Mitbewohnern arrangieren. In diesem Jahr konnten die Wespenstaaten sich besonders gut entwickeln.

Elf Tipps, wie man eine Wespenplage in den Griff bekommt, ohne die Wespen umzubringen:

Die Wespen mit Gerüchen vertreiben:

Als altes Hausmittel wird oft die Zitronenscheibe empfohlen, die mit Gewürznelken gespickt ist (überzeugt mich nicht so ganz, M.K.).Auch Basilikum soll die Plagegeister vertreiben (hört man immer wieder, M.K.). Diese und andere Gerüche mögen die Wespen überhaupt nicht. Für den Garten sollen auch Tücher mit Salmiakgeist helfen.

Die Wespen ablenken:

Wirksam und einfach ist die gezielte Fütterung von Wespen an anderer Stelle, zum Beispiel mit überreifen Weintrauben oder mit wasserverdünntem Honig. Ungeeignet sind hingegen unverdünnter Honig und Marmelade. Sie machen die Tiere manchmal sogar aggressiv. Ablenker am besten rund fünf bis zehn Meter vom Essensort entfernt präsentieren.

Möglichst keine Wespenfallen:

Im Handel erhältliche Wespenfallen sollte man möglichst nicht verwenden. Die Wespen sterben einen langen und qualvollen Tod. Dabei geben sie Geruchsstoffe ab, die noch mehr Wespen anlocken.

Nahrungsmittel abdecken:

Wespen werden durch unsere Nahrungsmittel angezogen, egal ob süßes oder deftiges. Deshalb sollte man Gläser mit einem Bierdeckel zudecken und Speisen abdecken. Wespen sind auch Aasfresser und sie können manchmal auch Krankheitserreger auf die Nahrung übertragen.

Essenreste abwischen:

Hauptsächlich bei Kindern sollte man darauf achten, dass sich keine Essenreste mehr im Gesicht befinden. Denn auch noch so kleine Mengen an Nahrung können Wespen anziehen.

Manchmal hilft ein Platzwechsel:

Wespen merken sich Orte, an denen sie Nahrung gefunden haben. Sie fliegen eine zeitlang immer wieder diesen Platz an. Deshalb kann ein Platzwechsel im Restaurant oder Biergarten helfen.

Nicht nach den Wespen schlagen:

Auch wenn die Wespen nahe kommen, sollte man nicht nach den Tieren schlagen. Dadurch werden sie nur aggressiver. Ruhig bleiben oder langsam den Ort wechseln sind sinnvollere Strategien.

Wespen nicht anpusten:

Ungünstig wirkt das Wegpusten oder Wegblasen von Wespen. Es macht die Tiere aggressiv, denn ausgeatmetes Kohlendioxid ist ein Alarmsignal für die Wespen.

Fallobst wegräumen:

Wer Obstbäume im Garten stehen hat, sollte überreifes Obst regelmäßig aufsammeln.

Blattläuse bekämpfen:

Das süße Sekret der Blattläuse ist offenbar ein Festschmaus für Wespen. Deshalb empfiehlt es sich,  die kleinen Blattsauger rechtzeitig bekämpfen.

Spucke gegen den Stich:

Hat eine Wespe zugestochen kann man die Stichstelle mit Spucke einreiben.  Der Speichel soll das Insektengift neutralisieren. Auch Zwiebel kann helfen, wenn man damit die Stichstelle einreibt. Wer nach einem Wespenstich Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen verspürt, sollte unverzüglich ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Auch wenn sich stark vergrößerte Quaddeln um die Stichstelle herum bilden, sollten Sie den Arzt oder die Ärztin aufsuchen, denn solche Symptomen weisen auf eine Insektengift-Allergie hin.

Quelle:

http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1366044

Kommentar & Ergänzung:

Zahlreiche Menschen empfinden Wespen als lästige, stechfreudige Biester. Doch von den mehr als 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden die wenigsten für uns aufdringlich oder gefährlich. Die allermeisten führen ein unscheinbares, für uns jedoch äusserst nützliches Leben, indem sie mithelfen andere „Lästlinge“ und „Schädlinge“ in Schach zu halten. Zu den nützlichen Wespen gehören die solitären Faltenwespen, Grabwespen, Wegwespen und Goldwespen.

Mit der Bezeichnung „Wespen“ verbinden die meisten Menschen in der Regel die gelb-schwarz gefärbten Vertreter der sozialen Faltenwespen. Ihre angeblich grosse Aggressivität und Fähigkeit, schmerzhaft stechen zu können, haben die ganze  Insektengruppe der Wespen zu Unrecht in Verruf geraten lassen.

Erwachsene Wespen decken ihren Energiebedarf vor allem mit Nektar. Neben den pflanzlichen Produkten spielen auch nährstoffreiche Flüssigkeiten von Tieren eine bedeutende Rolle bei der Ernährung. Eine wichtige Kohlenhydratquelle ist der sogenannte „Blattlauskot“ oder „Honigtau“.

An diesen Zuckerausscheidungen, die hauptsächlich auf Eichen eine regelrechte Schicht hinterlassen, verköstigt sich eine Vielzahl von Wespen. Wespen lecken aber auch gerne Körpersäfte von Tierleichen.

Wespenlarven als Fleischfresser

Auffallend ist, dass eiweisshaltige Nahrung wie Fleisch und Wurst von Wespen ebenfalls angeflogen wird. Denn alle mitteleuropäische Wespenarten füttern ihren Nachwuchs mit tierischer Nahrung. Wespenlarven haben einen sehr hohen Eiweissbedarf. Er wird hauptsächlich gestillt, indem Wespen andere Insekten fangen, überwiegend Fliegen – oder eben auch Wurst und Fleisch als Futter nutzen.

(Quelle: http://www.oeko-forum.ch/downloads/WespenHornissen.pdf)

Nur wenige Wespenarten können uns Menschen ernsthafte Probleme machen. Die faszinierenden Tiere haben deshalb eine Imagekorrektur verdient.

Und wenn Sie generell mehr über die Natur erfahren wollen, dann schauen sie sich doch mal meine Natur-Seminare an.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Artenvielfalt im Garten

Freitag, Juli 15th, 2011

Ein naturnaher Garten erhöht die Artenvielfalt und hält Schädlinge in Schach.

Amsel, Drossel, Fink und Star – diese Vogelarten aus dem alten Kinderlied und zahlreiche andere Vögel sind im Garten nicht mehr so häufig anzutreffen. Die Gründe dafür: In vielen Gärten gibt es heute nur noch kurz gestutzte Zierrasen und statt heimischer setzen viele Hobbygärtner auf hochgezüchtete exotischen Pflanzen. Dadurch mangelt es schlichtweg an Insekten, die wiederum Vögeln als wichtige Nahrungsquelle dienen. In diesen ordentlich gehaltenen Gärten fehlen solche Leckerbissen.

Meisenknödel und Futterhäuschen als Notnahrung im Winter reichen alleine nicht. Auch in den wärmeren Jahreszeiten brauchen die gefiederten Sänger Nahrungsangebote, Versteckmöglichkeiten und Nistplätze. Mit einfachen Methoden kann aber jeder für eine größere Artenvielfalt vor der eigenen Haustür zu sorgen.

Als Faustregel kann gelten: Je mehr einheimische Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon gedeihen, desto mehr Tiere werden dadurch angelockt. Einen idealen Lebensraum vor allem heimische blüten- und früchtetragende Sträucher sowie Wildstauden. Der Weißdorn trage beispielsweise schöne weiße Blüten mit viel Nektar, erklärt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzverband Nabu.

Neben dem Weißdorn nutzen viele Insekten und Vögel unter anderem auch die früchtetragende Schlehe (Schwarzdorn), die Pfirsichglockenblume und die Moschusmalve. Die hier lebenden Tiere haben sich im Laufe der Zeit auf heimische Pflanzen spezialisiert und können deshalb nur bestimmte Nahrung verarbeiten. Die meisten hochgezüchteten Pflanzen, wie zum Beispiel Kirschlorbeer, Thuja-Hecken und gefüllte Blüten – darunter auch Dahlien und Petunien – sind für die heimische Tierwelt deshalb eher von geringem Nutzen.

Es gibt aber auch einige wenige nicht-heimische Pflanzen, auf die Insekten gerne fliegen. Lavendel sei beispielsweise eine wichtige Nektarquelle für Bienen, sagt Heiermann. Und der Lavendel könne auch gut, in einen Kübel auf dem Balkon gepflanzt werden. Für den Balkon eignen sich auch Margeriten, Flockenblumen, heimische Nelkenarten und die Schafsgarbe. Ein weiterer Blickfang, sowohl für den Garten, als auch den Balkon, sei die Hundsrose. Heuermann: „Sie dient nicht nur Vögeln dank ihrer Früchte als Nahrungsquelle, sondern trägt auch schön anzusehende Blüten, die Insekten anziehen.“

Insekten stehen ganz weit oben auf der Speisekarte der Vögel. Wer viele verschiedene Vogelarten im Garten oder auf dem Balkon beobachten möchte, sollte für einen insektenfreundlichen Lebensraum sorgen. Denn Insekten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

Viele Menschen hätten allerdings ein eher schwieriges Verhältnis zu Insekten, erklärt die Biologin Rebecca Lay. Alles, was nicht flauschig sei oder schöne Flügel habe, werde von diesem Menschen als gruselig empfunden.  Dabei seien Insekten ein essentieller Bestandteil für eine funktionierende Natur. Weil die Artenvielfalt in einem naturnahen Garten viel größer sei, hätten zudem auch ungebetene Gäste wie Blattläuse und Mücken viel mehr natürliche Feinde und würden zum Beispiel von Fledermäusen gefressen, sagt der Zoologe Heiermann.

Hauptsächlich seltener gewordene Vögel und Insekten brauchen zusätzliche Anlaufstellen im Garten oder auf dem Balkon. Der Trauerschnäpper sei zum Beispiel in naturnah belassenen Gärten anzutreffen, wo ihm auch Baumhöhlen Unterschlupf bieten. Der farbenfrohe Stieglitz sei ebenfalls häufiger zu sehen, wenn auch Stauden vorhanden sind. Die Disteln der Stauden sollten nach der Blüte nicht abgeschnitten werden, denn der Stieglitz (Distelfink) frisst vor allem die darin enthaltenen Samen.

Wer Schmetterlinge gern hat, sollte neben dem Weißdorn auch Birken als geeignete Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen pflanzen, rät Heiermann. Das Tagpfauenauge sei bei vielen besonders beliebt, sagt Rebecca Lay, doch diesen Schmetterling könne man nur beobachten, wenn auch Brennnesseln im Garten sind, von denen sich die Raupen ernähren.

Ebenfalls stark bedroht sind die meisten Wildbienenarten, von denen 555 verschiedene Arten existieren. Allerdings schrumpft auch der Lebensraum der Wildbienen mehr und mehr. Das liegt einerseits an den zu aufgeräumten Gärten und andererseits an den Pestiziden, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Zur Unterstützung der Wildbienen empfehlen die Experten „Insektenhotels“ aufzustellen, zum Beispiel aus Baumscheiben oder Backsteinen.

Um Vögel und Insekten in den Garten zu locken, müssen Gartenbesitzer aber nicht den gesamten Garten zuwuchern zu lassen. Es genüge, wenn wilde Ecken eingerichtet werden. So können zum Beispiel an einer Stelle Wildblumen ausgesät, sowie Holzstapel oder Reisighaufen angelegt werden. Die sich darin ausbreitenden dicken Larven sind ein wahrer Leckerbissen für viele Vogel.

Quelle:

http://www.fr-online.de/ratgeber/artenvielfalt-im-garten-foerdern/-/1472794/8668458/-/

Kommentar & Ergänzung:

Anleitungen zum Bau eines „Insektenhotels“ finden Sie im Buch von Wolf R. Günzel:

„Das Insektenhotel, Naturschutz erleben. Bauanleitungen – Tierporträts – Gartentipps“

Das Buch stellt 13 Bauprojekte vor, die sich mit Hilfe von Bauanleitungen leicht umsetzen lassen. Für jeden Garten gibt es die passende Lösung: Einfache Nisthilfen, die solo zum Einsatz kommen oder nach Art eines Baukastensystems ein Insektenhotel füllen, und verschiedene Nistkästen für Hummeln, Hornissen, Florfliegen und Marienkäfer. Pflanzenlisten und praktische Tipps, wie sich im Garten und auf dem Balkon ein insektenfreundliches Umfeld gestalten lässt, ergänzen die Bauvorhaben. Tierporträts vermitteln Einblicke in die Welt der Hotelbewohner.

Den meisten Menschen ist völlig unbekannt, dass es in der Schweiz über 600 Wildbienenarten gibt, die keine Staaten bilden, sondern einzeln leben. Sie legen ihre Eier zum Beispiel in hohle Pflanzenstängel, in leere Schneckenhäuschen oder in Brutgänge in der Erde. Wolf Richard Günzel gibt genaue Bauanleitungen für „Insektenhotels“, das heisst: zusammengebundene hohle Halme, Holzblöcke mit Bohrlöchern.

Im übrigen freut es mich, dass im Artikel auf fr-online auch der Weissdorn erwähnt wird. Weissdorn gehört zu den für die Tierwelt wertvollsten einheimischen Sträuchern. Allerdings sollte man im Auge behalten, dass er auch den Feuerbrand übertragen kann, eine für Obstbäume gefährliche Pflanzenkrankheit.

In der Phytotherapie ist der Weissdorn die wichtigste Heilpflanze für das Herz, zum Beispiel bei leichteren Formen von Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Blattläuse retten sich durch Sturz in die Tiefe vor Pflanzenfressern

Mittwoch, Juli 13th, 2011

Nehmen Blattläuse den Atem eines Säugetieres wahr, lassen sie sich blitzschnell zu Boden fallen.

Blattläuse haben offenbar eine effiziente Überlebensstrategie entwickelt, damit sie von tierischen Vegetariern nicht mitgefressen werden. Sobald sie Wärme und Feuchtigkeit durch den Atem eines Säugetieres spüren, lassen sich von der Pflanze herunter fallen. Moshe Gish und seine Kollegen von der University of Haifa in Israel untersuchten, wie exakt Blattläuse diese Gefahr einschätzen können und wie effektiv ihr Fluchtreflex ist.

Nahrung und Schutz suchende Insekten auf Pflanzen werden häufig von pflanzenfressenden Säugetieren unbeabsichtigt mitgefressen. Gish und seine Kollegen erforschten, wie die Blattlaus Uroleucon sonchi L. mit diesem Risiko umgeht – das hungrige Säugetier war in diesem Versuch eine Ziege. Untersucht wurde auch, inwieweit das Fluchtverhalten der Blattläuse von Umweltbedingungen beeinflusst wird.

Die Forscher bestückten 16 Gänsedistelpflanzen mit Blattläusen aus wilden Populationen. Dann ließen sie eine ausgewachsene Hausziege eine Zeit lang an den Gänsedisteln knabbern. Zuvor hatten sie die Blattläuse auf jeder Gänsedistel gezählt. Nach dem ‘Fressangriff’ wurde gezählt, wie viele Blattläusen es geschafft hatten, sich auf den Boden zu flüchten. In einem weiteren Versuch hauchte einer der Forscher die Pflanzen sanft an, um den Atem pflanzenfressender Säugetiere nach zu ahmen. Erneut wurden dann die Blattläuse gezählt, die sich hatten fallen lassen.

Flucht durch Sturz in die Tiefe

In diesen Experimenten zeigte sich, dass die meisten Blattläuse der Kolonie die Aufnahme der Pflanze durch die Ziege überlebt hatten: 76 Prozent fanden sich unversehrt auf dem Boden oder in den Töpfen wieder. Auch wenn die Blattläuse dem Atem des Forschers ausgesetzt waren, ließen sie sich sofort fallen. Zusätzliche Untersuchungen im Labor zeigten, dass sich Blattläuse in Sicherheit bringen, sobald sie die Mischung aus Wärme und Feuchtigkeit aus dem Atem eines Pflanzenfressers wahrnehmen. Sie lassen sich dann blitzartig reihenweise von der Pflanze fallen. In weiteren Versuchen konnten Gish und sein Team auch zeigen, dass die Fähigkeit der Blattläuse, den Atem eines Pflanzenfressers wahrzunehmen, und damit ihre Bereitschaft, sich fallen zu lassen, mit steigenden Temperaturen sinkt.

Die Forscher untersuchten auch die Fähigkeit der Blattlaus, nach dem freien Fall alternative Wirtspflanzen zu finden. 74 Prozent der Blattläuse fanden tatsächlich einen neuen Wirt: Sie näherten sich systematisch den Stämmen von Nachbarpflanzen, was vermuten lässt, dass zumindestens die Blattlausart Uroleucon sonchi den freien Fall gut übersteht.

Gish und sein Team kommen zum Schluss: “Unsere Ergebnisse machen deutlich: Die Blattlaus U. sonchi verfügt über einen Gefahrenwahrnehmungsmechanismus und ein effizientes Fluchtverhalten – beides rettet sie vor dem Gefressenwerden durch pflanzenfressende Säugetiere. Der Atem des Säugetieres scheint bei diesem Verteidigungsmechanismus die Schlüsselrolle zu spielen – er ist ein sicherer Indikator für eine sich nähernde Schnauze.”

Quellen:

http://derstandard.at/1308681075746/Effiziente-Taktik-Wie-Blattlaeuse-sich-vor-Pflanzenfressern-schuetzen

http://www.springerlink.com/content/v5n48574156800v5/

Kommentar & Ergänzung:

Bahnt sich da eine neue biologische Blattlausbekämpfungsmethode an durch engagiertes Anhauchen….? Oder funktioniert das nur bei Wissenschaftlern und Hausziegen?

Im Ernst:  Es erstaunt immer wieder, welch hoch entwickelte und differenzierte Fähigkeiten Pflanzen und Tiere entwickeln, um ihr Überleben zu sichern.

So ist es beispielsweise auch gut belegt, dass Heilpflanzen ihre Wirkstoffe entwickelt haben, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Das ist allerdings eine ziemlich nüchterne Erklärung, die uns Menschen nicht gerade eine tolle Stellung zuschreibt in diesem Geschehen. Emotional viel ansprechender sind daher Vorstellungen, wie sie zum Beispiel Edward Bach vertrat, der Begründer der Bach-Blütentherapie. Er war davon überzeugt, dass die von ihm ausgewählten 38 Pflanzen das Bedürfnis (!) hätten, uns zu heilen. Eine schöne Vorstellung, dass es in der Natur 38 Helfer gibt, die sich um uns kümmern und uns Gutes tun wollen. Hier steht der Mensch im Zentrum pflanzlicher Zuwendung. Eine wohltuende Vorstellung offenbar, aber auch ziemlich unbescheiden.

Edward Bach war auch der Ansicht, dass es neben seinen Bachblüten-Pflanzen keine Heilmittel gibt und dass man mit ihnen alle Krankheiten heilen kann, sofern der Patient gesund werden will….

Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Naturverständnis, dem Menschbild und dem Gesundheits- und Krankheitsverständnis von Edward Bach finden Sie im Kurs:

„Die Heilkräfte der Pflanzen im Wandel der Zeit“.

Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tieren und ihre faszinierenden „Beziehungsgeschichten“ erfahren wollen, empfehle ich Ihnen die Natur-Seminare oder auch die Heilpflanzenexkursionen und Alpenblumenkurse.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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