Artikel mit Schlagwort ‘Husten’
Mittwoch, Dezember 28th, 2011
Das Magazin Focus publizierte eine Artikelreihe zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten mit Naturheilmitteln. Hier der Abschnitt zum Thema Ingwer & Erkältungen:
„Ähnlich wie die Hühnersuppe ist auch der Ingwer ein Multitalent. Eine Tasse Ingwertee vertreibt den Schüttelfrost. Als Brust- oder Rückenwickel lockert er zähen Schleim und löst trockenen Husten. Seine ätherischen Öle lindern Schnupfen und Halsentzündungen. Und dank seines Inhaltsstoffes Gingerol, das eine ähnliche Wirkungsweise hat wie Aspirin, hilft er gegen Kopfschmerzen und Migräne.
Anwendung: Für die Wickel zwei Teelöffel frisch geriebenen Ingwer mit einem Viertelliter heißem Wasser (ca. 70 Grad) aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Ein Tuch in dem Sud tränken und gut auswringen. Anschließend auf Brust oder Rücken legen, mit einem Schal festbinden und etwa eine Stunde wirken lassen. Zweimal täglich wiederholen.
Ingwertee: Wasser aufkochen, fünf Scheiben frischen geschälten Ingwer dazugeben und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Nach Geschmack mit Honig süßen und möglichst heiß trinken.
Risiken und Nebenwirkungen: Vorsichtig anwenden während der Schwangerschaft.“
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-das-immunsystem-mobilisieren_aid_348252.html
Kommentar & Ergänzung:
Dass Ingwer bei Kopfschmerzen und Migräne ähnlich wirkt wie Aspirin ist etwas hoch gegriffen. Aber Ingwer ist tatsächlich eine Heilpflanze mit vielfältiger Wirkung. Entsprechend beliebt sind Ingwertee und Ingwerwickel.
Ingwer lindert nicht nur Erkältungskrankheiten, sondern auch verschiedene Verdauungsbeschwerden und Überkeit / Erbrechen beispielsweise bei Reisekrankheit (Kinetosen).
Siehe dazu:
Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen
Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit
Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen
Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen
Buchtipp: Ingwer – Gesundheit und Genuss, von Ralf Hiener und Heinz Schilcher
Ingwer lindert Muskelkater
Ingwer vermindert Muskelschmerzen
Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen
Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren
Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie
Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?
Zu Gingerol:
„Gingerol ist eine wichtige geschmacksgebende Komponente des Ingwerrhizoms (Zingiber officinale). Ihr schreibt man besondere Bedeutung für dessen Schärfe zu.
Man vermutet zum einen, dass Gingerole, insbesondere die Shogaole, auf den Vaniloidrezeptor wirken und so eine anti-inflammatorische Reaktion auslösen. Es konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe (Gingerol, Shogaol) einen spezifischen Einfluss auf das Interleukin-/Cytokinmuster haben. Anhand des Interleukin-/Cytokinmusters kann man unterschiedliche Reaktionen auf eine Krankheit sehen. Interessant werden diese Substanzen, um spezifische Immunsuppression durchzuführen. Dennoch ist es nach wie vor schwierig, konkrete Wirkungsmechanismen aufzuzeigen, da sie nicht nur einen Wirkungsort haben. Weiter konnte gezeigt werden, dass die Scharfstoffe die iNOS (inducable NO-Synthase) beeinflussen, was möglicherweise Auswirkungen auf die glatte Muskulatur hat und so eine Kontraktion oder Dilatation der Gefäße hervorruft.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Wirkung der erwähnten Hühnersuppe:
Hühnersuppe bei Erkältungen
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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Montag, Dezember 26th, 2011
Das Magazin „focus“ publizierte eine Reihe von Beiträgen zur Behandlung von Erkältungen mit Hausmitteln:
„Schwarzer Rettich ist ein altbewährtes, hilfreiches Hustenmittel. Der Saft enthält Schwefelöle die desinfizierend wirken und die gereizten Atemwege beruhigen.
Anwendung: Den Rettich aushöhlen und mit Honig füllen. Nach drei bis fünf Stunden kopfüber in eine Schüssel stellen und den „Hustensaft“ auffangen. Zweimal täglich nach dem Essen ein Gläschen trinken.“
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-das-immunsystem-mobilisieren_aid_348252.html
Kommentar & Ergänzung:
Rettich enthält Senfölglykoside (Glucosinolate) mit antimikrobieller Wirkung. Rettichsaft löst den Schleim bei produktivem Husten.
„Ein normaler Rettich deckt den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C, er liefert etwas Eiweiß, Carotin, einige B-Vitamine, reichlich Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Enzyme, vor allem aber ein schwefelhaltiges Öl, das Raphanol, sowie mehrere Senfölglykoside und Bitterstoffe, die eine antibiotische Wirkung haben, gallentreibend sind und in den Atemwegen Schleim lösen. Allerdings empfinden manche Menschen den Geruch von Rettich als unangenehm. Außerdem kann Rettich Mundgeruch verursachen.“
(Quelle: Wikipedia)
Der Schwarze Winter-Rettich, oder auch nur Schwarzer Rettich, soll der wirksamste Rettich gegen Husten sein:
„Zu medizinischen Zwecken wird der Rübe mit Zucker der Saft entzogen. Dieser Sirup hat deutlich antioxidative Wirkung. Der Rettichsaft der schwarzen Sorten ist der am besten wirksame.“
(Quelle: Wikipedia)
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Donnerstag, Dezember 22nd, 2011
Anis zählt zu den klassischen Gewürzen der Weihnachtszeit. Egal, ob als Backzutat für Kuchen und Plätzchen, für die Würze in Süßspeisen oder für den Anislikör: Der süßliche, lakritzartige Anis-Geschmack gibt den Speisen und Getränken die spezielle Note.
Konsumentinnen und Konsumenten sind beim Einkauf oft unsicher: Anis oder Sternanis? Stehen beide Namen für das gleiche Gewürz?
Nein! Obwohl Geschmack und Geruch ähnlich sind – bei Anis und Sternanis handelt es sich um zwei völlig verschiedene Pflanzen!
Anis (Pimpinella anisum): Anis zählt zur Familie der Doldenblütler, wie beispielsweise auch Dill, Kümmel und Fenchel. Die Anis-Pflanze ist einjährig und krautig, sie bevorzugt sonnige Standorte. Als Gewürz nutzt man die getrockneten Früchte (Samen), die von August bis September geerntet werden.
Das Aroma der Anisfrüchte wird schon seit Urzeiten geschätzt.
Überlieferungen zufolge schwärmte schon der griechische Philosoph Pythagoras von Anisbrot und der römische Dichter Virgil berichtete von köstlichen Aniskeksen. Anistee ist ein altes Hausmittel bei Husten oder Verdauungsbeschwerden. Anis enthält viel ätherisches Öl. Dieses Anisöl wirkt schleimlösend und lindert Krämpfe.
Knoblauch-Liebhaber schätzen Anissamen, denn gut zerkaut vertreiben ein paar Aniskörner rasch den Knoblauchgeruch im Mund.
Sternanis (Illicium verum) besteht aus jeweils 6 bis 10 sternförmig angeordneten Kapseln mit je einem Samenkorn. Vermahlen werden beim Sternanis nicht nur die Samen, sondern die ganzen Früchte. Auch wenn Sternanis wie Anissamen duftet – im Geschmack ist er intensiver, süßlich-scharf bis feurig. Sternanis gehört zusammen mit Pfeffer, Zimt, Nelken und Fenchel in das bekannte Fünf-Gewürze-Pulver der chinesischen Küche.
Anis oder Sternanis einsetzten? In Europa wird Sternanis ähnlich genutzt wie Anis, auch in seiner Anwendung als Naturheilmittel. Denn beide Pflanzen bzw. Samen oder Früchte enthalten im ätherischen Öl den gleichen Hauptwirkstoff: Anethol. In der Praxis macht es deshalb kaum einen Unterschied, ob man mit Anis oder Sternanis würzt. Zu beachten ist lediglich, dass Sternanis kräftiger im Aroma ist.
Ganze Sternanisfrüchte kann man zudem gut in ein Duftpotpourri mischen oder für weihnachtliche Dekorationen nutzen. Die kleinen Sterne sehen nicht nur schön aus, sie verbreiten auch einen angenehm beruhigenden Duft.
Quelle:
http://www.topagrar.com/news/Familie-Kochen-Backen-Kuechentipps-Anis-Sternanis-Was-ist-was-629339.html
Kommentar & Ergänzung:
Anethol kommt in den ätherischen Ölen von Fenchel, Anis und Sternanis vor und ist „zuständig“ für das charakteristische Anisaroma.
Anethol wird sehr vielseitig eingesetzt:
„Anethol kommt als Duft- und Aromastoff vor allem in Seifen und Mundpflegemitteln zum Einsatz. Wichtig ist daneben die Verwendung in der Spirituosenfabrikation als Aromatiseur für Liköre (Pernod, Anisette, Ouzo) und in der Lebensmitteltechnologie als Bestandteil von Aromen, hauptsächlich in Fruchtaromamischungen mit der Geschmacksrichtung Himbeere und Erdbeere.“
(Quelle: Wikipedia)
Zudem zeigt Anethol interessante Heilwirkungen:
„ Anethol wirkt in der Lunge schleimlösend (sekretolytisch, sekretomotorisch) und schwach antibakteriell. Gleichzeitig zeigt es eine spasmolytische Wirkung, weswegen es als Expektorans und Karminativum eingesetzt werden kann.“
(Quelle: Wikipedia)
Expektorans = auswurfförderndes Mittel bei Husten
Karminativum = Mittel gegen Blähungen
Das sind die beiden Hauptanwendungsgebiete der anetholhaltigen Heilpflanzen Anis, Fenchel und Sternanis.
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Mittwoch, Dezember 21st, 2011
„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.
Zur Stockrose steht dort:
„Chinesische Stockrose (Alcea rosea)
Die getrockneten Blüten der chinesischen Stockrose, die auch unter dem Namen “Bauernrose” bekannt ist, werden in der Heilkunde als Tee gegen Husten, sowie Rachen- und Halsentzündungen eingesetzt. Besondere Heilkraft hat die Sorte “Nigra”, die beinahe schwarze Blüten trägt. Halb- und dichtgefüllte Sorten eignen sich nur als Gartenzierde oder zum Garnieren von Süßspeisen.“
Quelle:
http://www.kleinezeitung.at/allgemein/bauenwohnen/garten/multimedia.do?action=showEntry_detail&project=26860&_vl_backlink=/magazin/wellness/2750944/arzneitees-dem-garten.story
Kommentar & Ergänzung:
Die Stockrose (Alcea rosea, Syn.: Althaea rosea (L.) Cav., A. sinensis Cav.), die auch als Stockmalve, Pappelrose oder Garten-Stockrose bezeichnet wird, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).
Die Stockrose stammt möglicherweise aus dem Balkan oder aus Süditalien. Sie ist wahrscheinlich eine Kulturhybride.
Wie wird die Stockrose genutzt?
Es gibt viele Sorten der Stockrose mit einfachen und gefüllten Blüten in unterschiedlichen Farben. Die Stockrose wird verbreitet als Zierpflanze für Staudenbeete und Bauerngärten genutzt.
Selten wird sie auch als Heil- und Färbepflanze kultivert. Für die Gewinnung von Farbstoffen werden nur schwarz-rote Varianten genutzt, da deren Kronblätter Anthocyan (Malvidin) in großen Mengen enthalten. Früher wurden mit diesem Farbstoff zum Beispiel Wein oder Süßspeisen gefärbt, heute hat diese Verwendung ihre Bedeutung verloren. Aufgrund der in der Stockrose enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe ist sie in Vielen Hustentee-Mischungen enthalten.
(Quelle: Wikipedia)
Kommentar & Ergänzung:
Ich werde an Kräuterkursen immer wieder einmal gefragt, ob man die Stockrose bzw. Stockmalve auch als Heilpflanze verwenden könnte.
In Apotheken und Drogerien werden aus der Familie der Malvengewächse gegen trockenen Reizhusten die Malvenblüten aus Malva silvestris (Wilde Malve, Grosses Chäslichrut) verkauft. Über die Wirkung von Stockrosenblüten liegen keine gesicherten Angaben vor. Da sie aber wie die Malvenblüten aus der Wilden Malve Schleimstoffe enthalten, ist eine Anwendung bei trockenem Reizhusten plausibel. Auch für Spülungen bei Mundschleimhautentzündung könnte die Stockmalve verwendet werden. Manchmal dient sie auch zur Verschönerung von Teemischungen.
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Montag, Dezember 19th, 2011
Die Malven sind eine Pflanzengattung in der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).
In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie werden Malven vor allem eingesetzt wegen ihrem Schleimgehalt, zum Beispiel in Hustentees gegen trockenen Reizhusten.
Die Gattung Malva umfasst etwa 15 bis 30 Arten:
Malva aegyptia L.
Rosen-Malve (Malva alcea L.)
Malva assurgentiflora (Kellogg) M.F.Ray (Syn. Lavatera assurgentiflora Kellogg)
Malva australiana M.F.Ray (Syn. Lavatera plebeia Sims)
Malva bakeri Molero & J.M.Monts. (Syn. Lavatera microphylla E.G.Baker)
Malva borealis Wallman
Malva canariensis M.F.Ray (Syn. Lavatera acerifolia Cav.)
Malva cathayensis M.G.Gilbert, Y.Tang & Dorr
Malva cretica Cav.
Malva durieui Spach (Syn. Lavatera mauritanica Durieu)
Malva erecta J.Presl & C.Presl
Malva eriocalyx (Steudel) Molero & J.M.Monts. (Syn. Malva arborea (L.) Webb & Berthel., Lavatera arborea L., Malva dendromorpha M.F.Ray)
Malva hispanica L.
Malva iljinii Riedl
Malva lindsayi (Moran) M.F.Ray (Syn. Lavatera lindsayi Moran)
Moschus-Malve (Malva moschata L.)
Weg-Malve (Malva neglecta Wallr.)
Malva nicaeensis All.
Malva occidentalis (S.Watson) M.F.Ray (Syn. Lavatera occidentalis S.Watson)
Malva pacifica M.F.Ray (Syn. Lavatera venosa S.Watson)
Malva parviflora L.
Malva pseudolavatera Webb & Berthel. (Syn. Lavatera cretica L., Malva linnaei M.F.Ray)
Kleinblütige Malve (Malva pusilla Sm.)
Malva stipulacea Cav.
Malva subovata (A.DC.) Molero & J.M.Monts. (Syn. Lavatera maritima Gouan, Malva wigandii (Alef.) M.F.Ray)
Wilde Malve (Malva sylvestris L.): Sie wird als Gemüse- und Heilpflanze verwendet.
Malva thuringiaca (L.) Vis. (Syn. Lavatera thuringiaca L.)
Malva tournefortiana L.
Malva trimestris (L.) Salisb. (Syn. Lavatera trimestris L.)
Quirl-Malve (Malva verticillata L.)
Malva vidali (Pau) Molero & J.M.Monts. (Syn. Lavatera vidali Pau)
(Quelle: Wikipedia)
In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie werden vor allem die Malvenblüten der Wilden Malve (Malva silvestris) in Husten- und Brustteemischungen eingesetzt. Sie lindern mit ihrem Schleimgehalt den Reizhusten.
Für Bäder bei schlecht heilenden Wunden und Furunkeln werden Malvenblätter verwendet (von der Weg-Malve, Malva neglecta und von der Wilden Malve, Malva silvestris). In der Schweiz spricht man Mundart vom „Chäslichrut“.
Zu den Malvengewächsen, aber nicht in die Gattung Malva, gehört auch der Eibisch (Althaea officinalis). Eibischwurzel gehört auch zu den Schleimpflanzen und wirkt als Eibischwurzeltee gegen Reizhusten. Eibischschleim lindert Mundschleimhautentzündung und Magenbrennen.
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Mittwoch, November 30th, 2011
Kampfer ist ein lipophiler (= fettliebender) Wirkstoff, der im ätherischen Öl des Kampferbaums Cinnamomum camphora vorkommt und heute meist synthetisch produziert wird. Kampfer hat durchblutungsfördernde und schmerzlindernde Eigenschaften und wird unter anderem zur äusserlichen Behandlung von Erkältungskrankheiten sowie bei Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen eingesetzt. Kampfer soll nicht eingenommen und nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern angewendet werden. Eine Überdosierung führt zu einer Vergiftung und kann einen fatal enden.
Kampfer ist in der Schweiz vor allem in äusserlich anzuwendenden Arzneimitteln wie Salben, Badezusätzen und Inhalationslösungen im Handel und wird oft mit anderen Wirkstoffen und ätherischen Ölen kombiniert.
Zu den bekanntesten Präparaten, die Kampfer enthalten, zählen zum Beispiel Dul-X®, Inhalant®, Leucen®, Pulmex®, Sulgan®, Tiger Balsam®, der Vicks® Inhaler und Vicks® VapoRub.
Kampfer wird aber auch für die Herstellung verschiedener Magistralrezepturen wie Camphergeist, Campheröl, Camphersalbe und Nasensalbe Rüedi verwendet.
In Arzneimitteln kommt Kampfer (C10H16O, Mr = 152.2 g/mol) entweder als racemischer Kampfer oder als D-Kampfer vor.
Natürlicher D-Kampfer wird durch Wasserdampfdestillation aus dem ätherischen Öl des Kampferbaums Cinnamomum camphora Sieb. gewonnen, der in Südostasien heimisch ist.
Der racemische Kampfer wird synthetisch produziert. Kampfer ist ein weisses, kristallines Pulver oder eine krümelige, kristalline Masse mit brennend-kühlendem Geschmack und charakteristischem Geruch. Er sublimiert und ist schon bei Raumtemperatur sehr flüchtig. Kampfer ist in Wasser und Glycerol schwer löslich, löst sich hingegen leicht in organischen Lösungsmitteln wie Ethanol 96% und fetten Ölen.
Wirkungen des Kampfers
Kampfer gilt als hyperämisierend, lokal betäubend, auswurffördernd, schmerzlindernd, juckreizlindernd, antiseptisch und zentral analeptisch. Die medizinische Anwendung beruht zum grössten Teil auf Überlieferung und nicht auf kontrollierten wissenschaftlichen Studien. Kampfer wird von den Patienten nur schon wegen seiner wärmenden Eigenschaften und seines Geruchs als wirksam empfunden.
Indikationen des Kampfers
Zu den möglichen Anwendungsgebieten zählen unter anderem rheumatische Beschwerden, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Juckreiz, Hämorrhoiden, Hauterkrankungen und Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Husten und Nebenhöhlenentzündung.
Kontraindikationen des Kampfers
Kampfer soll bei Überempfindlichkeit selbstverständlich gemieden werden. Vorsicht ist vor allem bei Kindern nötig, da diese schneller eine Überdosierung erleiden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann die nasale Anwendung von Kampfer zu einem Stimmritzenkrampf und zum Kollaps führen. Wegen der systemischen Toxizität des Kampfers sollten generell folgende Punkte beachtet werden:
- Kampfer nicht einnehmen.
- Kampfer nicht grossflächig auftragen. Er wird aufgrund seiner Lipophilie gut durch die Haut absorbiert.
- Kampfer nur auf gesunde Haut verabreichen.
- Kampfer nicht auf verletzte Haut, Wunden, Verbrennungen oder Schleimhäute auftragen.
- Kampfer bei Kindern nicht oder nur mit Vorsicht einsetzten:
Nicht bei Kindern unter 3 Jahren anwenden, keine Inhalationen bei Kindern unter 7 Jahren.
- Kampfer wie alle Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Vorsicht ist auch bei Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale und Lungenentzündung nötig, da Kampfer eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur auslösen kann.
Unerwünschte Wirkungen des Kampfers
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen zählen Überempfindlichkeitsreaktionen, allergische Kontaktdermatitis und lokale Hautreizungen. In der Fachliteratur sind viele Vergiftungsfälle beschrieben, die bei Kindern häufig als Folge einer versehentlichen systemischen Exposition mit grösseren Mengen auftreten. Symptome einer Überdosierung sind ein Brennen im Mundraum, Schwindel, Erbrechen, Schmerzen, Krämpfe, Koma und Atemlähmung. Eine Vergiftung kann tödlich enden.
Quelle:
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Kampfer
Kommentar & Ergänzung:
Kampfer ist vor allem verbreitet als Bestandteil von Erkältungssalben.
Kampfer ist ein interessanter Wirkstoff, doch weißt Pharmawiki sehr zu Recht darauf hin, dass die grossflächige Anwendung vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern gefährlich sein kann. Diese Seite des Kampfers wird unterschätzt.
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Samstag, November 26th, 2011
Das Magazin „focus“ brachte eine Serie zum Thema „ Mit Hausmitteln Erkältungen lindern“.
Ein Abschnitt daraus war der Kapuzinerkresse gewidmet, wobei der Ausdruck „Breitbandantibiotika“ im Titel etwas gar stark aufgetragen ist. Kapuzinerkresse ist aber tatsächlich eine sehr interessante Heilpflanze gegen Infektionen.
Zitat:
„ Kapuzinerkresse
Die Pflanze mit den runden saftigen Blättern und den leuchtenden Blüten steht dem Meerrettich in nichts nach. Ihre antibiotische Wirkung macht sie zu einem hervorragenden Mittel gegen Husten, Bronchitis, Fieber, Hals- und Rachenentzündungen. Wer die Pflanze isst, nimmt die stark antibiotisch wirkenden Öle auf und scheidet sie anschließend über die Harn- und Atemwege wieder aus. Auf diese Weise gelangen die Wirkstoffe in einer hohen Konzentration in den Nasen- und Rachenraum und hemmen dort die Vermehrung der Keime.“
Kapuzinerkresse enthält wie die Meerrettichwurzel Glukosinolate (Senfölglykoside) mit antibakterieller Wirkung. Kapuzinerkresse wirkt auch hemmend auf Viren.
Ein weiteres Anwendungsgebiet für Kapuzinerkresse ist die unterstützende Behandlung bei Blasenentzündung.
Zur Anwendung der Kapuzinerkresse wird empfohlen:
„Die Blüten und Blätter kleinhacken und beispielsweise zum Würzen von Salaten, Quark oder Kartoffeln verwenden. Die leicht scharfen Blätter schmecken auch auf Brot.“
Eine weitere Anwendungsform ist die Kapuzinerkressentinktur (1:10, Tagesdosis 90 – 250 Tropfen, am besten in mehreren Portionen über den Tag verteilt, da die Senfölglykoside rasch ausgeschieden werden. In Deutschland gibt es auch ein Kombi-Präparat mit Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel (Angocin).
Zu Risiken und Nebenwirkungen von Kapuzinerkresse:
„Nicht zu viel essen. In großen Mengen kann Kapuzinerkresse Magen und Darm reizen.“
Ja, die Senfölglykoside können in grösseren Mengen Magenreizungen auslösen.
Eine Kapuzinerkressenbehandlung soll nicht länger dauern als 4 – 6 Wochen.
Wegen der möglichen Schleimhautreizung nicht einnehmen bei akutem Magengeschwür, akutem Darmgeschwür, akuter Nierenentzündung.
Während der Therapie keinen Alkohol trinken, weil die Alkoholtoleranz durch Benzylsenföl reduziert wird.
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-breitbandantibiotika-aus-der-natur_aid_348263.html
Siehe auch:
Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse
Phytotherapie: Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren
Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger
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Donnerstag, November 24th, 2011
Eine Gruppe von pflanzlichen Wirkstoffen, so genannte Glukosinolate (Senfölglykoside), sind wichtig für die Funktion und Erhaltung von Immunzellen im Darm.
Das schreibt eine Gruppe um Andreas Diefenbach und Elina Kiss vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene (IMMH) des Universitätsklinikums Freiburg in Science (doi 10.1126/science.1214914). Die Glukosinolate kommen in hohen Konzentrationen in sogenannten Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli oder Rosenkohl vor. Auch Weißkohl, Rotkohl, Blumenkohl, und Kohlrabi zählen dazu.
Das Wissenschaftlerteam fütterte Mäuse mit einer synthetischen Nahrung, die keine Pflanzenbestandteile und damit auch keine Glukosinolate enthielt. Dadurch wurde die Immunabwehr im Darm der Tiere geschwächt. Gaben die Forscher ein Glukosinolat zum Futter dazu, stärkte das die Abwehrfunktion wieder.
„Obwohl Studien für den Menschen noch nicht vorliegen, ist es wahrscheinlich, dass ähnliche Mechanismen wie bei den Mäusen wirksam sind“, stellen die Wissenschaftler fest. Andere Studien hätten schon einen Zusammenhang zwischen gemüse- und obstarmer Ernährung und einem erhöhten Erkrankungsrisiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gezeigt.
Die neue Studie zeige jedoch einen definierten molekularen Pfad, über den Komponenten bestimmter Gemüsesorten das Immunsystem des Darms verstärken könnten. „Es ist jetzt vorstellbar, dass solche Pflanzenbestandteile oder verwandte Moleküle in der Zukunft zur Prävention oder Therapie von Darminfektionen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden könnten“, erklärte Diefenbach.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48134/Brokkoli_und_Rosenkohl_schuetzen_vor_Darmerkrankungen.htm
http://www.sciencemag.org/content/early/2011/10/26/science.1214914
Kommentar & Ergänzung:
Glukosinolate (Senfölglykoside) sind eine wichtige Wirkstoffgruppe in der Phytotherapie. Sie wirken vor allem antibakteriell und hyperämisierend (durchblutungsfördernd). Dass sie möglicherweise eine bedeutende Funktion haben für die Immunabwehr im Darm ist ein interessantes Ergebnis dieser Forschung am Universitätsklinikum Freiburg. Allerdings bleibt offen, ob und in welcher Art sich solche Fütterungsversuche an Mäusen auf den Menschen übertragen lassen. Diese Laborsituation ist ja schon sehr künstlich. Mäuse fressen in der Natur keine synthetische Nahrung.
Zum Thema Glukosinuoate siehe auch:
Meerrettich als Breitbandantibiotikum aus der Natur
Kräuter und ihre Wirkung: Kapuzinerkresse
Phytotherapie: Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren
Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger
Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung
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Mittwoch, November 23rd, 2011
Das Magazin „focus“ brachte eine Serie zum Thema „ Mit Hausmitteln Erkältungen lindern“.
Ein Abschnitt daraus war dem Meerrettich gewidmet, wobei der Ausdruck „Breitbandantibiotika“ im Titel etwas gar stark aufgetragen ist. Meerrettich ist aber tatsächlich eine sehr interessante Heilpflanze gegen Infektionen.
Zitat:
„Die unscheinbare Wurzel zeigt erstaunliche Heilkraft. Dank der antibiotischen Inhaltsstoffe Allicin und Sinigrin, wirkt Meerrettich ähnlich wie Penicillin. Er hilft bei allen Erkältungssymptomen, Schnupfen, Husten, Bronchitis, Mandelentzündung, Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen, Kopfschmerzen und Fieber. Zudem stärkt er das Immunsystem und nimmt es sogar mit Grippeerregern auf.“
Kommentar M.K.:
Allicin ist ein Hauptinhaltsstoff im Knoblauch und wird hier irrtümlich dem Meerrettich zugeordnet. Meerrettich enthält vor allem Glukosinolate (Senfölglykoside) wie das erwähnte Sinigrin.
Diese Glukosinolate scheinen tatsächlich nach der Aufnahme in den Körper in den Harnwegen (bei Blasenentzündung) und in den Bronchien (bei Bronchitis) antibakteriell zu wirken. Weil die Glukosinolate schon im Dünndarm resorbiert werden, bleibt im Gegensatz zur Behandlung mit Antibiotika die für die Verdauung und das Immunsystem so wichtige körpereigene Dickdarmflora unbeeinflusst.
Gegen Kopfschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündung und Stirnhöhlenentzündung wird Meerrettich äusserlich angewendet als Meerrettichauflage.
„Anwendung: Die frische Wurzel ganz fein reiben und sofort verwenden, denn die ätherischen Öle verfliegen innerhalb einer Viertelstunde. Den geriebenen Meerrettich kann man einfach auf Brot essen, in anderen Gerichten weiterverarbeiten oder als Wickel benutzen. Für den Wickel die geriebene Masse etwa einen Zentimeter dick auf ein Tuch streichen und an den Seiten umschlagen. Gegen Kopfschmerzen das Päckchen auf den Nacken legen. Bei Bronchitis in Lungenhöhe auf dem Rücken platzieren.“
Kommentar M.K.:
Als Tagesdosis wird 20 g Meerrettichwurzel empfohlen. Weil die Glukosinolate rasch ausgeschieden werden ist es empfehlenswert, diese 20g in mehrere Portionen über den Tag zu verteilen.
„Risiken und Nebenwirkungen: Meerrettich enthält Senföle, die Hautreizungen verursachen können. Die Wickel deshalb nicht länger als ein paar Minuten einwirken lassen. Zum Schutz die Haut vorher mit Melkfett oder Vaseline einreiben.“
Kommentar M.K.:
Meerrettich nicht in Augennähe applizieren.
Innerlich kann Meerrettich Magenbeschwerden oder Darmbeschwerden auslösen.
Daher mit der nötigen Sorgfalt anwenden.
Quelle:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/erkaeltung/tid-12543/sanfte-therapie-breitbandantibiotika-aus-der-natur_aid_348263.html
Siehe auch:
Phytotherapie: Senföe aus Meerrettich und Kapuzinerkresse bekämpfen Influenza-Viren
Senfölglykoside hemmen multiresistente Erreger
Phytotherapie: Meerrettich als Heilpflanze bei Husten und Blasenentzündung
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Mittwoch, November 23rd, 2011
Seine Wurzel wird für Lakritze, Kräuterliköre und Kräutertees verwendet – und in Zukunft vielleicht sogar für Medikamente gegen Virusinfektionen: Das Süßholz ist zur Arzneipflanze des Jahres 2012 erkoren worden. Das schreibt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg, der seit 1999 die Arzneipflanze des Jahres wählt.
Das Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine Staude, die einen Meter hoch wachsen kann. Heimisch ist Glycyrrhiza glabra im Mittelmeerraum, in Kleinasien und im Kaukasus bis Iran, Afghanistan, Zentralasien und Südrussland. Zwei weitere Glycyrrhiza-Arten sind in Ostasien heimisch: . Glycyrrhiza inflata und Glycyrrhiza uralensis. Süßholz wird einerseits fast überall in der Natur gesammelt, für die Arznei- und Genussmittelherstellung in der Türkei, China, Russland, Bulgarien, Italien, Spanien und Südfrankreich aber auch angebaut.
Verwendet wird die Süssholz-Wurzel mit ihren Ausläufern. Sie besitzt zahlreiche Inhaltsstoffe: 400 verschiedene Inhaltsstoffe sind bisher beschrieben worden. Zu den wichtigen Inhaltsstoffen der Süssholzwurzel zählen Saponine (bis zu 15 Prozent) wie das Glycyrrhizin, das fast die 50fache Süßkraft von Rohrzucker besitzt, ausserdem Flavonoide, Cumarine und Schleimstoffe. Aus diesen Inhaltsstoffen erklärt sich die Anwendung als entzündungshemmende, schleimhautprotektive und auswurffördernde Heilpflanzen gegen Husten, Katarrhe und Entzündungen der oberen Atemwege sowie Gastritis und Magengeschwüre in der westlichen Heilkunde.
Ohne Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin soll Süßholzwurzel nicht länger als vier bis sechs Wochen angewendet werden. In hohen Dosen hat die Heilpflanze mineralcorticoide Effekte wie Natrium- und Wasserretention sowie Kaliumverlust mit Bluthochdruck und Ödemen. Die Tagesdosis von 15 Gramm Süßholzwurzel beziehungsweise 600 Milligramm Glycyrrhizin darf deshalb nicht überschritten werden. Eingedickter Süssholzsaft, also Lakritze, darf nicht mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm enthalten. Pro Tag sollte nicht mehr als 50 Gramm Lakritze verzehrt werden. Kontraindiziert ist die Anwendung von Süßholzwurzel bei cholestatischen Lebererkrankungen, Leberzirrhose, arterieller Hypertonie, Hypokaliämie, schwerer Niereninsuffizienz und Schwangerschaft.
„Süßholz raspeln“ – das sagt man, wenn sich jemand einschmeicheln will. Diese Redewendung spielt direkt auf die arzneiliche Wirkung der Süßholzwurzel an, wie Johannes Mayer vom Würzburger Studienkreis erklärt: „Eine Abkochung von zerkleinerter Süßholzwurzel als Tee getrunken, hilft sehr schnell bei rauer Stimme und Hustenreiz.“ Denn der Inhaltsstoff Glycyrrhizin wirke unter anderem entzündungshemmend und schleimhautschützend.
In der Antike nutzten die Ägypter und Griechen Süssholz unter anderem gegen Husten, Heiserkeit, Asthma und Brustbeschwerden. Im Mittelalter schrieb die Äbtissin Hildegard von Bingen dem Süßholz eine günstige Wirkung auf die Psyche zu – Hildegard zufolge soll es den Menschen „mild stimmen“. Unter der Bezeichnung „gan cao“ ist Süßholz bis heute ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Süssholz gehört dort zu den so genannten 50 Basiskräutern.
Außer in China wird Süßholz gegenwärtig in zahlreichen anderen asiatischen Ländern medizinisch verwendet, etwa in Japan, Korea und Vietnam. In Ostasien setzt man Süssholz mit weiteren Stoffen auch bei Leberleiden wie Hepatitis und Leberzirrhose ein. „Zahlreiche Forschungsaktivitäten weltweit geben Anlass zu der Hoffnung, dass die Süßholzwurzel in Zukunft auch für andere Anwendungsgebiete eingesetzt werden könnte, zum Beispiel bei Virusinfektionen“, erklärt Johannes Mayer.
Allein auf dem deutschen Markt werden jährlich etwa 100 Tonnen Süßholzwurzel als Bestandteil von Kräutertees konsumiert. „Generell ist Deutschland in Europa die Nummer eins unter den Nutzern und Händlern von Heilpflanzen. Weltweit gesehen, sind die Deutschen sowohl beim Import als auch beim Export unter den Top fünf“, so Johannes Mayer.
Die Süßholzwurzel und zahlreiche andere Arzneipflanzen werden nicht nur kultivert, sondern auch in der Natur gesammelt. Daraus entstehen Probleme der Nachhaltigkeit. Um darauf hinzuweisen, stellt der Würzburger Studienkreis die Arzneipflanze des Jahres erstmals in Kooperation mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) und dessen Partnerorganisation Traffic vor. Der WWF hat Traffic im Jahr 1976 zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN gegründet, um „den internationalen Ausverkauf der Natur zu stoppen“. Traffic bedeutet „Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce“.
Bei Wildsammlungen von Heilpflanzen soll die ortsansässige Bevölkerung eingebunden werden. Aus der Natur sollen nur so viele Pflanzen geerntet werden, wie nachwachsen können. Nur auf diese Weise kann der Bestand auf lange Zeit genutzt werden und eine Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung gewährleisten. Diese Art der Rohstoffgewinnung nennt sich „kontrollierte, nachhaltige Wildsammlung“.
Seit Kurzem existiert die Möglichkeit, verbindliche Managementpläne für Arzneipflanzen aufzulegen und nachhaltige Wildsammlungsprojekte zertifizieren zu lassen: Der vom WWF und Traffic mitentwickelte „FairWild“-Standard soll eine „nachhaltige Wildsammlung unter Erhalt der natürlichen Ressourcen mit einem fairen Preisgefüge“ gewährleisten. Dem Verbraucher wird das mit einem entsprechenden FairWild-Siegel signalisiert.
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg kürt die Arzneipflanze des Jahres seit 1999. Bisher wurden folgende Pflanzen gewählt: Buchweizen, Arnika, Stechender Mäusedorn, Artischocke, Pfefferminze, Arzneikürbis, Thymian, Hopfen, Gemeine Rosskastanie, Fenchel, Efeu und Passionsblume.
Quelle:
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=35906
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40093&Nachricht_Title=Nachrichten_S%FC%DFholz+ist+Arzneipflanze+des+Jahres+2012&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Süssholz ist eine interessante Heilpflanze. Der „Süssholzstängel“, den man in der Drogerie als Kind bekommen hat, ist eine verbreitete Kindheitserinnerung. Dass es sich dabei um eine Süssholzwurzel handelt und dass aus Süssholz Lakritze („Bärendreck“) gewonnen wird, ist weniger bekannt.
Siehe auch:
Süssholzwurzeltee bei Magenbeschwerden
Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern
In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden
Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung
Lakritze schädlich in der Schwangerschaft
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