Artikel mit Schlagwort ‘Hopfen’

Interessantes zu Hopfen und Hopfenzapfen (Lupuli strobulus)

Dienstag, November 15th, 2011

Die Pharmaceutical Tribune publizierte vor kurzem einen informativen Beitrag zum Hopfen. Hier ein paar interessante Zitat

Zur Botanik des Hopfens (Humulus lupulus):

„Der wilde Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) und ist eine typische zweihäusige Pflanze. Hopfenzapfen sind die Fruchtstände der weiblichen Pflanzen und können Ende August geerntet werden. Die Triebe sind einjährig, die Verbreitung erfolgt über das Rhizom. Man findet wilden Hopfen auf stickstoffreichen und feuchten Böden.“

Wer zum Beispiel mit offenen Augen durch die Rheinschlucht zwischen Valendas und Castrisch (Graubünden) wandert, kann unzählige wunderschöne Hopfenexemplare entdecken.

Zu den Inhaltsstoffen des Hopfens:

„Entscheidend für die Wirkung sind die Inhaltstoffe der Drüsenschuppen an der Innenseite der Deckblätter des Hopfenzapfens. Hauptkomponenten des petroletherlöslichen Weichharzes sind die Bitterstoffe Humulon und Lupulon. Bei längerer Lagerung kommt es zum Umbau dieser labilen Stoffe zu Alkoholen wie dem 2-Methylbutenol, das für die sedierende Wirkung verantwortlich ist. In weiterer Folge bilden sich unlösliche so genannte Hartharze. Weiters finden sich in Lupuli strobulus ätherisches Öl (bis zu 1 %) mit den Bestandteilen Myrcen, Humulen, Farnesen und β-Caryophyllen sowie Flavonoide, die bemessen als Rutinosid mit einem Mindestgehalt von 0,25 % zur Standardisierung für die Qualität der Droge herangezogen werden. Die entsprechende Monographie für Lupuli flos ist im Europäischen Arzneibuch enthalten.“

Die Bitterstoffe im Hopfen dominieren den Geschmack des Hopfentees total. Daher sind Hopfentee und auch Hopfentinktur keine attraktiven Zubereitungsformen.

„In der volksmedizinischen Behandlung wird Hopfenextrakt auch zur Spülung infizierter Wunden empfohlen. Wässriger Hopfenextrakt wirkt nachgewiesen bakteriostatisch und hat auch bedingte Wirkung gegen Protozoen.“

In der Wundbehandlung spielt Hopfen heute keine Rolle mehr. Ringelblume, Hamamelis, Kamille, Aloe vera stehen stehen in diesem Bereich der Phytotherapie im Vordergrund. Aus der traditionellen Pflanzenheilkunde kommen dazu noch Sanikel (Sanicula europaea) und Chäslichrut (Malva silvestris oder Malva neglecta). Die bakteriostatische Wirkung des Hopfens dürfte im Bier eine Rolle spielen.

Protozoen sind tierische Einzeller. Durch Protozoen ausgelöst werden beispielsweise Malaria, Amöbenruhr, Trichomoniasis, Toxoplasmose, Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit.

Hopfen hat keine Bedeutung in der Behandlung von Protozoen-Erkrankungen.

„Der sedative Effekt ist dennoch Haupteinsatzgebiet von Humulus lupulus. Aktuelle Studien verzeichnen sogar Erfolge beim Einsatz von Hopfenextrakt in der Behandlung autistischer Personen zur Entspannung und Steigerung der Wahrnehmung.“

Das Thema Hopfen & Autismus tönt interessant, ich habe dazu allerdings noch nirgends greifbare Unterlagen gesehen. Als Quellenangabe für diese Aussagen ist erwähnt:

J Nat Prod 2009: 1220–1230

„Zur therapeutischen Anwendung im herkömmlichen Sinn kommt Humulus lupulus als Sedativum und bei Unruhezuständen in Form von beruhigenden Teezubereitungen in Kombination mit Orangenblüten, Johanniskraut oder Lavendelblüten. Auf Grund einfacher Handhabung werden bevorzugt die im Handel befindlichen Fertigpräparate mit hochkonzentrierten Extrakten der Hopfenzapfen in Kombination mit Passiflora, Baldrian und Melisse empfohlen.“

Am häufigsten wird die Kombination von Baldrianextrakt und Hopfenextrakt verwendet.

„In der Praxis haben sich diese Präparate besonders als Tagessedativum nach familiären Schicksalsschlägen oder bei stressbedingter Unruhe bewährt. Auch als Mittel zur Förderung der Schlafbereitschaft können (nicht alkoholische) Zubereitungen aus Humulus lupulus kurz vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Sie erzielen gute Wirkung ohne Gewöhnungseffekt und sind auch für schwangere Frauen ab dem dritten Monat geeignet.“

Beim Hopfen fehlen klare Angaben dazu, wie schnell die Wirkung eintritt.

„In der Volksmedizin ist auch das Schlafen auf mit Hopfen befüllten Kissen als Einschlafhilfe empfohlen. Die phytoöstrogene Wirkung von Hopfenblüten wird diskutiert, aber das ist wiedereinmal eine andere Geschichte … Ein Bierchen in Ehren – sollt jedenfalls niemand verwehren!“

Das Hopfenkissen ist eine interessante Hopfen-Anwendung und eine Alternative zum Lavendelkissen.

Zum Thema Phytoöstrogene und Hopfen siehe auch:

Hopfen & Phytoöstrogene

Quelle:

http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=108767&dspaid=929379

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Phytotherapie: Schlafstörungen bei Kindern

Freitag, Oktober 21st, 2011

In der Zeitschrift „Kinderärztliche Praxis“ (5 / 2008) erschien ein Artikel über „Phytopharmaka bei Kindern – Indikationen, Möglichkeiten, Grenzen“ von Prof. Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock).

Hier ein Zitat zum Thema „Schlafstörungen bei Kindern“:.

„Bei Kindern sind Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Angstzustände und insbesondere Depressionen häufiger, als allgemein angenommen wird. Im Bereich der Phytotherapie existieren verschiedene therapeutische Optionen.

Bei Einschlafstörungen eignen sich Zubereitungen aus Baldrianwurzel, Melissenblätter, Lavendelblüten und Hopfenzapfen. Baldrianwurzel wird häufig mit Melissenblättern oder Hopfenzapfen kombiniert. Melissenblätter haben sedierende und karminative Eigenschaften, ihr Einsatz ist bei Einschlafstörungen, die durch nervöse Herz- und Magen-Darmbeschwerden hervorgerufen werden, besonders sinnvoll. Lavendelblüten wirken schwach beruhigend und sind bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen geeignet, zudem bei nervösen Magen-Darmbeschwerden. Für Unruhe- und Angstzustände sowie Schlafstörungen sind Zubereitungen aus Hopfenzapfen empfehlenswert. Beliebt ist auch das traditionelle Hopfenkissen.“

Quelle:

http://www.kinderaerztliche-praxis.de/index.php?id=5113&tx_n98kirchheimarchiv_pi1[search]=phytotherapie&tx_n98kirchheimarchiv_pi1[year]=-1&tx_n98kirchheimarchiv_pi1[page]=&tx_n98kirchheimarchiv_pi1[showDetail]=14413&tx_n98kirchheimarchiv_pi1[magazine][0]=Kinderärztliche%20Praxis

Kommentar und Ergänzung:

Auch Orangenblütentee oder Goldmelissentee sind Optionen, die ausprobiert werden können, obwohl es für die Wirkung dieser Heilpflanzen keine Belege gibt.

Siehe auch:

Orangenblütentee bei Einschlafstörungen

Goldmelisse – Zitronenmelisse: Unterschiede?

Ausserdem:

Schlafstörungen – nichtmedikamentöse Massnahmen nutzen

Viele Kinder im Einschulungsalter leiden an Schlafstörungen

Hopfen und Baldrian sind für Kinder aus geschmacklichen Gründen in Form von Kräutertee eher ungünstig.

Lavendel eignet sich gut in Form von Lavendelöl (im Raum verdunsten lassen, Lavendelbad, Lavendeleinreibung verdünnt mit fettem Öl) oder als Lavendelkissen.

Melisse ( = Zitronenmelisse) als Tee am besten mit frischen Melissenblättern aus dem Garten zubereiten oder als Melissenöl (teuer!) anwenden.

Eine weitere Option ist Passionsblumenkraut.

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Bitterstoffe

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

Bitterstoffe zeichnen sich hauptsächlich durch eines aus: Sie sind bitter. Dahinter stehen allerdings total unterschiedliche chemische Substanzen. Schmecken wir etwas Bitteres, sondern die Schleimhäute und Drüsen vermehrt Speichel, Magensaft, Galle und Bauchspeichel ab, die Verdauung kommt in Schwung. Genau das macht man sich zum Beispiel auch beim Magenbitter zunutze: Extrakte aus Enzian, Löwenzahn, Tausendgüldenkraut, Engelwurz, Hopfen, Schafgarbe, Wermut, Beifuß machen die Kräuterliköre angenehm bitter und lösen ein befreites Gefühl im Magen aus.

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine sehr kurz geratene Beschreibung der Bitterstoffe,

Heilpflanzen mit Bitterstoffen werden angewendet bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Völlegefühl.

Zu diesem Zweck nimmt man Bitterstoff-Zubereitungen eine halbe Stunde vor dem Essen ein.

Es gibt aber auch Kontraindikationen vor Bitterstoff-Zubereitungen: Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Hyperacidität (Magenübersäurerung).

Die Anregung der Magensaftproduktion und die Vermehrung der Magensäure durch Bitterstoffe wirkt bei diesen Erkrankungen kontraproduktiv.

Als weitere Bitterstoffpflanzen könnte man noch anfügen: Kardobenediktenkraut, Kalmus, Bitterklee, Artischocke, Löwenzahn, Isländisch Moos (wird aber vor allem gegen Reizhusten eingesetzt) und Teufelskralle (wird aber vor allem gegen Rheuma, Arthrose etc. eingesetzt).

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Baldrian, Hopfen und Johanniskraut sind keine Dauerlösung

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

So betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über pflanzliche Beruhigungsmittel. Nachfolgend ein paar Zitate daraus mit dazwischengeschalteten Kommentaren von mir:

„Bei Aufregung oder Anspannung greifen viele Menschen zu pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es freiverkäuflich in jeder Apotheke oder Drogerie gibt. ‚Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollten diese Präparate nicht zur Dauerlösung werden’, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).“

Einverstanden, ich finde auch, dass pflanzliche Beruhigungsmittel keine Dauerlösung sind.

„Ob Hopfen, Melisse, Johanniskraut oder Baldrian: Vielen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Manche erzielen nur einen Placebo-Effekt, manche wirken tatsächlich”, sagt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Die freiverkäuflichen Produkte seien in der Regel so niedrig dosiert, dass keine Probleme zu erwarten seien.“

Stimmt, es gibt grosse Unterschiede, was die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten angeht.

„Problematisch könne die Einnahme jedoch werden, wenn die Pflanzenwirkstoffe dauerhaft geschluckt werden. ‚Auch Naturprodukte können dann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.’“

Einverstanden, auch Naturprodukte können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

„So sei zum Beispiel von Johanniskraut bekannt, dass es zu Leberschäden und einer gefährlichen Lichtempfindlichkeit führen kann. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten unbedingt ernst genommen werden: “Wer bereits regelmäßig Tabletten nimmt, sollte die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Präparaten unbedingt mit seinem Arzt absprechen”, rät die Medizinerin. Generell sei es ratsam, pflanzliche Beruhigungsmittel ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als drei Wochen einzunehmen.“

Sobald es ins Detail geht, werden die Aussagen in diesem Artikel fragwürdig.

Die Phytotherapie-Fachliteratur und auch die von den Arzneimittelbehörden bewilligten Beipackzettel erwähnen für Johanniskraut keine Leberschäden. Solange diese Aussage also nicht begründet und dokumentiert wird, gehe ich von einer falschen Unterstellung aus. Vielleicht entstand diese fragwürdige Aussage, weil Johanniskraut tatsächlich auf die Leber einwirkt. Es beeinflusst ein fremdstoffabbauendes Leberenzym, wodurch gewisse Medikamente schneller abgebaut werden. Das ist die Ursache für viel diskutierte Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Medikamenten. Das ist aber etwas anderes als Leberschäden.

Und von einer „gefährlichen Lichtempfindlichkeit“ durch Johanniskraut zu sprechen, ist ziemlich dramatisiert. Beobachtet wurde diese erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Weidetieren, die Johanniskraut in grossen Mengen frassen.

Ich zitiere aus dem “Leitfaden Phytotherapie“:

„Bisher wurde die aus der Tiermedizin beim Abweiden von grossen Mengen Johanniskraut bekannte Photosensibilisierung beim Menschen nach der Einnahme von Johanniskrautpräparaten sehr selten beobachtet, da die hier zur Anwendung kommende Menge an Gesamthypericin vermutlich zu gering ist. Weder in mehreren Anwendungsbeobachtungen mit hochdosierten Johanniskrauttrockenextrakten (meist 900mg Extrakt als Tagesdosis) noch in zwei gezielt auf eine Photosensibilisierung ausgerichtete Studien mit STW3-Extrakt (Laif® 600) und STW3-VI-Extrakt (Laif® 900) konnte eine signifikant erhöhte Lichtempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht bzw. UVA-Licht beobachtet werden. Die Studiengruppe kam zu dem Ergebnis, dass hypericinhaltige Johanniskrautpräparate in der üblichen Dosierung uneingeschränkt zu jeder Jahreszeit eingenommen werden können…Dennoch als mögliche Vorsichtsmassnahme eine intensive UV-Bestrahlung während der Behandlung vermeiden.“

Johanniskraut wird gegen leichte und mittlere Depressionen angewendet und auf depressive Menschen hat Licht einen günstigen Einfluss. Daher ist es unsinnig, die Gefahr der Photosensibilisierung durch Johanniskraut zu dramatisieren und dadurch Depressive möglicherweise vom Aufenthalt im Freien und an der Sonne abzuhalten.

Den Hinweis, dass bei der Anwendung von Johanniskraut allfällige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden müssen, unterschreibe ich aber wieder gerne.

Fazit 1: Dass Beruhigungsmittel aus Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Baldrian sowie das Antidepressivum Johanniskraut keine Dauerlösung sind, scheint mir offensichtlich. Es sind zwar bei diesen Heilpflanzen-Präparaten keine Schäden oder konkrete Risiken durch Langzeitanwendung bekannt, doch geht es hier auch um eine Grundhaltung. Es ist einfach nicht sinnvoll, sich auf einen medikamentengestützten Lebensstil einzustellen, wenn das nicht aus medizinischen Gründen unumgänglich ist.

Fazit 2: Nicht gerade selten trifft man in Naturheilkunde & Komplementärmedizin eine ziemlich naive, idealisierte Vorstellung der Natur, in der die Heilpflanzen uns nur wunderbarerweise gesund machen und niemals irgendjemandem schaden können. Das ist Unsinn und der Beitrag auf Yahoo-News weißt zurecht darauf hin, dass auch Heilpflanzen unerwünschtem Nebenwirkungen haben können.

Aus anderen Kreisen kommt aber manchmal eine Dramatisierung solcher Nebenwirkungen, die genau so wenig der Realität entspricht – wie eben beispielsweise die „Leberschäden“ und die „gefährliche Lichtempfindlichkeit“ im kommentierten Yahoo-Text. Schön wäre es, wenn Ärztinnen und Ärzte sich via Phytotherapie-Fachliteratur oder Beipackzettel über den Stand des Wissens informieren würden, bevor sie vor unerwünschten Nebenwirkungen von Heilpflanzen-Präparaten warnen.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/baldrian-hopfen-und-johanniskraut-sind-keine-dauerlösung-065447567.html

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Hopfen & Phytoöstrogene

Freitag, Oktober 7th, 2011

Im „Phyto-Forum“ der „Aerztezeitung“ wurde folgende Frage gestellt:

„Dürfen Patientinnen mit estrogenabhängigen Tumoren (zum Beispiel Brustkrebs) hopfenhaltige Arzneimittel gegen ihre Schlafprobleme einnehmen?“

Die Antwort kam von Professor Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde, Universität Rostock:

„Das sehr kritische ‚Committee on Herbal Medicinal Products’ (HMPC) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat in seiner Monografie zu Hopfenzapfen keine Einschränkung der Anwendung bei Patienten mit estrogenabhängigen Tumoren formuliert.“

Ein Kilogramm Hopfenzapfen enthalte zwischen 25 und 60 mg des Phytoestrogens 8-Prenylnaringenin (8-PN), schreibt Karin Kraft, und fährt fort:

„Dieses Phytoöstrogen bindet an die Estrogenrezeptoren des Rattenuterus. Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene beträgt für Hopfenzapfen 2 g. Es werden damit bis zu 120 µg 8-PN pro Tag zugeführt. Bei ovarektomierten Mäusen mussten jedoch 100 µg 8-PN /ml Trinkwasser zugeführt werden, um eine Stimulation des vaginalen Epithels zu erreichen.“

Über diese tierexperimentellen Daten hinaus weißt Karin Kraft auch auf Erkenntnisse aus Studien mit Frauen hin:

„In einer klinischen Studie nahmen zudem gesunde Frauen über fünf Tage vor einer Mammareduktionsplastik mit einem Hopfenextrakt täglich 0,3 mg 8-PN ein. Am Tag der Operation waren die in Blut und Brustgewebe gemessenen 8-PN-Konzentrationen äußerst gering. Damit ist belegt, dass die phytoestrogene Wirkung von Hopfen zu vernachlässigen ist, wenn die üblichen Tagesdosierungen nicht überschritten werden.“

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/schlafstoerungen/article/667163/phytoestrogene-wirkung-hopfen-vernachlaessigen.html?sh=387&h=-1436656583

Kommentar & Ergänzung:

Phytoöstrogene im Hopfen – das ist schon seit langem ein Thema in der Pflanzenheilkunde und es ranken sich darum eine ganze Reihe von fragwürdigen Geschichten – zum Beispiel jene vom Biertrinker, dem infolge der Phytoöstrogene im Hopfen Brüste wachsen.

Das sind aber bisher nur spekulative Anekdoten. 8-PN ist zwar das stärkste Phytoöstrogen im Hopfen, doch kommt es dort nur in Spuren vor und es gibt auch keine Hinweise, dass relevante Mengen dieser Substanz ins Bier übergehen.

Es spricht sehr viel dafür, dass die Phytoöstrogene im Hopfen keine unerwünschten Wirkungen auslösen, dass man von ihnen aber auch keine relevante therapeutische Wirkung erwarten kann. Beispielsweise gibt es keinerlei fundierte Hinweise dafür, dass Hopfen als Hormonersatz gegen Wallungen in den Wechseljahren wirksam ist.

Besser dokumentiert ist die Wirkung von Hopfen als leichtes Beruhigungsmittel bei Einschlafstörungen. Allerdings kommt er hier in der Regel in Kombination mit Baldrian zur Anwendung. Und weil vor allem diese Baldrian-Hopfen-Kombinationen mit Patientenstudien untersucht werden bleibt meistens offen, welchen Anteil der Hopfen an der Wirkung des Produktes hat.

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Heilpflanzen-Präparat aus Baldrian und Hopfen löst Einschlaf-Probleme

Donnerstag, Juli 28th, 2011

Bei Einschlafstörungen kann ein Baldrian-Hopfen-Extrakt die Einschlafzeit verkürzen und nervös bedingte Schlafstörungen beheben.

Eine Studie hat gezeigt, dass innerhalb einer vierwöchigen Behandlung mit einem Spezialextrakt aus Baldrianwurzel und Hopfenzapfen die Einschlafzeit im Median um bis zu 45 Minuten verkürzt werden kann. An der randomisierten kontrollierten Doppelblindstudie nehmen Erwachsene mit einer durchschnittlichen Einschlafzeit von über 30 Minuten teil. Sie wurden mit dem pflanzlichen Kombinationspräparat aus methanolischen Auszügen von Baldrianwurzel und Hopfenzapfen, mit Baldrian-Mono-Extrakt oder mit Placebo behandelt. Sobald die Einschlafdauer 30 Minuten übersteigt, spricht man von einer Einschlafstörung.

Innerhalb eines Monats reduzierte sich die Einschlafzeit mit Baldrian-Monotherapie um 22 Minuten (von 46 auf 24 Minuten, Median) und mit der Baldrian-Hopfen-Kombination um 45 Minuten (von 57 auf 12 Minuten). Verglichen mit Placebo (Verlängerung der Einschlafzeit von 64 auf 70 Minuten) war die Einschlafzeit mit der Kombi-Therapie signifikant vermindert.

Das Kombipräparat aus Baldrian und Hopfen ist sehr gut verträglich, Nebenwirkungen, Hangover oder Abhängigkeit seien nicht bekannt. Da das Mittel schonend in die Schlafregulation eingreife, stelle sich die Wirkung nach und nach ein, schreibt der Hersteller. Erste spürbare Verbesserungen treten schon in den ersten Tagen der Anwendung ein; die volle Wirksamkeit entfalte sich nach ein bis zwei Wochen.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=662423&ticket=ST-1048-IVFSxZg4PaGjcADk4UwUBnkd35faiAOf0ay-20

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17486686

Kommentar & Ergänzung:

Die Studie ist nicht neu. Sie wurde 2007 publiziert. Dass immer wieder die gleichen Studien zu Werbezwecken verbreitet werden, ist nicht gerade selten.  Dabei entsteht allerdings gerne fälschlicherweise der Eindruck, dass es sich um eine neue Erkenntnis handelt.

Die Wirkung von Baldrianextrakt ist inzwischen recht gut mit Studien belebt. Zum Hopfenextrakt für sich allein genommen gibt es viel weniger Untersuchungen.

So müssen Hersteller von Baldrian-Hopfen-Präparaten plausibel machen können, dass der Zusatz von Hopfenextrakt zum Baldrianextrakt die Wirksamkeit günstig beeinflusst. Das scheint mit dieser Studie gelungen.

Interessant ist der Hinweis, dass die volle Wirksamkeit sich erst nach ein bis zwei Wochen zeigte. Das stimmt überein mit mehreren anderen Studien mit Baldrian-Präparaten. Die oft zur Anwendung kommende einmalige Gabe, wenn man gerade mal nicht einschlafen kann,  nutzt deshalb das Potential solcher Präparate nicht aus.

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Mehr Chancen für Schmetterlinge

Donnerstag, Juni 23rd, 2011

Schmetterlinge sind wohl die beliebtesten Insekten. Viele Schmetterlingsarten sind aber bedroht, hauptsächlich durch Zerstörung ihrer Lebensräume. Um ihre Existenzgrundlage zu sichern, braucht es hauptsächlich politische Massnahmen.

Ein Stück weit können aber auch alle Menschen direkt Schmetterlinge fördern durch Verbesserung ihrer Nahrungsgrundlagen.

Während Raupen an Blättern, Blüten, Zweigen, Holz oder Wurzeln fressen, ernähren sich Schmetterlinge hauptsächlich von Nektar. Sie benutzen ihren langen, meist eingerollten Rüssel, um die zuckerhaltige Flüssigkeit aus den Blütenkelchen zu saugen. Bei dieser Gelegenheit werden sie mit Blütenstaub eingepudert. Zahlreiche Falter sind durch ihre Rüssellänge an eine bestimmte Blütenart angepasst. So wird für die Pflanze sichergestellt, dass der Falter, wenn er von Blüte zu Blüte fliegt, den Pollen nur auf gleichartige Blüten trägt und deren Bestäubung gewährleistet. Auch zahlreiche Raupen fressen ausschließlich an einer Pflanzenart.

Nachfolgend eine Liste mit Futterpflanzen für Schmetterlinge und eine Liste mit Futterpflanzen für Raupen (Quelle: http://www.bund.net)

Nektarpflanzen für Falter

Bartblume (Caryopteris)

Blaukissen (Aubrietia)

Disteln – zahlreiche Arten und Gartenformen, auch Kugeldistel (Echinops) und Edeldistel (Eryngium)

Fetthenne (Sedum telephium)

Herbstaster (Aster novae-angliae)

Judastaler (Lunaria)

Lavendel (Lavandula)

Phlox

Prachtscharte (Liatris)

Sommerflieder (Buddleja)

Steinkraut (Alyssum)

Thymian (Thymus)

Fraßpflanzen für Raupen

Ampfer (Rumex): Dukatenfalter, Feuerfalter

Brennnessel (Urtica): Tagpfauenauge, Distelfalter, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen

Brombeere (Rubus): Kaisermantel, Brombeerzipfelfalter, Perlmutterfalter

Disteln (Carduus, Cirsium u.a.): Distelfalter, Admiral

Doldenblütler (Apiaceae) – z.B. Fenchel, Dill, Wilde Möhre, Möhre: Schwalbenschwanz

Faulbaum (Rhamnus): Zitronenfalter

Fetthenne (Sedum telephium): Apollo

Flockenblumen (Centaurea): Scheckenfalter

Geißblatt (Lonicera): Kleiner Eisvogel

Ginster (Genista): Bläulinge, Brombeerzipfelfalter

Gräser – z.B. Knäuelgras, Lolch, Pfeifengras, Rispengras, Schmiele, Schwingel, Trespe: verschiedene Augenfalter und Dickkopffalter

Habichtskraut (Hieracium): Scheckenfalter

Himbeere (Rubus): Kaisermantel, Perlmuttfalter, Brombeerzipfelfalter

Hopfen (Humulus): Tagpfauenauge

Kreuzblütler (Brassicaceae) – z.B. Ackersenf, Kohl, Kresse, Raps, Rüben, Judastaler: Weißlinge, Resedafalter, Aurorafalter

Kronwicke (Coronilla): Heufalter, Bläulinge

Lauchkraut (Alliaria): Weißlinge

Natterkopf (Echium): Distelfalter

Phlox: Aurorafalter

Platterbse (Lathyrus): Bläulinge

Schmetterlingsblütler (Fabaceae) – z.B. Goldregen, Klee, Luzerne, Platterbse, Wicke: Senfweißling, Bläulinge, Postillon

Thymian (Thymus): Bläulinge

Veilchen (Viola): Kaisermantel, Perlmuttfalter

Wegerich (Plantago): Scheckenfalter, Kleiner Maivogel, Feuerfalter

Weg-Rauke (Sisymbrium): Weißlinge, Aurorafalter

Weide (Salix): Schillerfalter, Trauermantel, Großer Fuchs

Weißdorn (Crataegus): Segelfalter, Baumweißling

Wicke (Vicia): Heufalter, Senfweißling

Roter Wiesenklee (Trifolium pratense): Waldbläuling

Zitterpappel (Populus tremula): Großer Eisvogel

Kommentar & Ergänzung:

Schmetterlings-Bestimmungsbücher und Literatur mit Hintergrundwissen über Schmetterlinge finden Sie im Buchshop.

Schmetterlinge sind auch ein Thema in meinen Natur-Seminaren, die einen guten Einstieg bieten zum Kennenlernen vieler faszinierender Pflanzen und Tiere.

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Naturheilkunde-Tipps gegen Schlafstörungen

Samstag, Mai 7th, 2011

Besser schlafen, das klappt auch mit Heilpflanzen-Präparaten. Wie man den Schlummer mit Baldrian, Hopfen und Co. am besten fördert, war auf der Practica zu hören. Zwei Tipps im voraus:

Baldrian früh genug nehmen und nicht zu heiß im Lavendel baden!

Medikamente, auch pflanzliche, sind bei Schlafstörungen immer zweite Wahl. Das sagte der in Bad Camberg niedergelassene Allgemeinarzt Professor Dr. Peter W. Gündling
auf einem vom Unternehmen Schwabe unterstützten Seminar. Zunächst gehe es darum, das Leben schlummerfreundlich zu gestalten. Dazu gehört: Weg mit Mittagsschlaf und Lesen im Bett. Frühzeitig eine leichte und proteinreiche Abendmahlzeit einnehmen und keinesfalls noch zu später Stunde Obst konsumieren, weil das den Darm belastet. Bewährt haben sich auch Rituale wie ein kleiner Abendspaziergang, ein Schlummertee oder kalte Abwaschungen.

Hopfenkissen für unruhige Kinder

Von den schlaffördernden Heilpflanzen ist Baldrian am bekanntesten. Baldrian lässt die Patienten vor allem ruhiger werden. Sie schlummern rascher ein, erwachen nachts seltener und die Schlafqualität bessert sich. Im Gegensatz zu manchen synthetischen Schlafmitteln ist kein „Hangover“ am nächsten Morgen zu befürchten. Soll Baldrian den Schlaf fördern, braucht man hohe Dosen (500–600 mg Trockenextrakt). Schon ein bis anderthalb Stunden vor dem Zubettgehen ist das Baldrian-Präparat einzunehmen, wegen des bitteren Geschmacks in fester Form, nicht als Baldriantee. Etwa jeder zweite Patient spricht auf Baldrian an, ergänzte der niedergelassene Bonner Allgemeinarzt Dr. Detmar Jobst. Gegen Unruhe und Prüfungsangst reicht eine niedrigere Dosis. Sehr wichtig dabei: vorher die Wirkung ausprobieren.

Biertrinker wissen, dass auch der Hopfen eine leicht schlaffördernde Wirkung hat. Als Heilpflanze wird Hopfen gern mit Baldrian, Melisse oder Passionsblume kombiniert und eignet sich auch tagsüber zur Linderung von Unruhe und Angst. Bei Kindern habe sich ein Schlafkissen mit Hopfenfüllung bewährt, erklärte Prof. Gündling.

Lavendelblüten fördern ebenfalls die Nachtruhe, beispielsweise als Auszug in einem aromatischen Abendbad. Allerdings sollte man die Wassertemperatur nicht zu heiß wählen und die Badedauer auf höchstens 20 Minuten begrenzen. Wer sich den Badezusatz selbst zubereiten möchte, brüht 100 g Lavendelblüten mit 2 l Wasser auf.

Als wohlschmeckende Alternative zum Lavendelbad empfiehlt Prof. Gündling einen Schlaftee mit Lavendelblüten und Melisse. Bei unruhigen Kindern kann man das Zimmer mit einigen Tropfen Lavendelöl beduften – kalt auf ein Schälchen geträufelt, in einer Duftlampe würde das ätherische Öl verbrennen. Zur Behandlung leichter Angst- und Unruhezustände bei Erwachsenen eignet sich ein Heilpflanzen-Präparat auf Lavendelöl-Basis (gewonnen aus Lavendula angustifolia). Es soll den Kalziumeinstrom in die Nervenzelle wieder ins Lot bringen.

Auch bei der Melisse kommt die Hauptwirkung vom ätherischen Öl. Neben der beruhigenden Wirkung fördert sie auch die Verdauung, beispielsweise bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. Ausserdem lässt sich ihr virustatischer Effekt gegen Herpes nutzen. Gegen Zahnfleischentzündungen und Aphten hilft übrigens, frische Melissenblätter oder noch besser Salbeiblätter zu kauen.

Quelle:

MTD, Ausgabe 6 / 2011 S.23,

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/27109/

Kommentar & Ergänzung:

- Insgesamt ein guter Bericht über Möglichkeiten der Schlafförderung mit Heilpflanzen.

- Bei Baldrian würde ich noch anfügen, dass einiges dafür spricht, ihn über längere Zeit regelmässig einzunehmen (mindestens 14 Tage) damit er seine Wirkung optimal entfalten kann.

- Ob beim Bier wirklich der Hopfen für die schlaffördernde Wirkung verantwortlich ist, scheint mir nicht so klar.

- Ein Lavendelbad lässt sich am einfachsten mit ätherischem Lavendelöl zubereiten: 8 – 10 Tropfen Lavendelöl mit etwas Kaffeerahm (Kaffeesahne) gemischt ins Badewasser geben.

- Den  virustatischen Effekt der Melisse gegen Herpes simplex (Fieberbläschen) nutz man als Melissensalbe – dann wirkt der Lamiaceen-Gerbstoff antiviral – oder als Melissenöl.

- Das erwähnte Lavendelölpräparat zur Behandlung von leichten Angst- und Unruhezuständen wird in Kapselform eingenommen (Lasea) und vom Sponsor der Veranstaltung hergestellt (Wilmar Schwabe)

- Zu Lasea siehe auch:

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Angstlöser

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Arznei-Telegramm kritisiert Lavendelöl-Präparat Lasea

Bfarm wehrt sich gegen Kritik an der Zulassung des Lavendelölpräparats Lasea

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen-Präparate im Test

Dienstag, Mai 3rd, 2011

Verstopfung, Schlafstörungen, Schmerzen – das sind häufige Beschwerden. Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka) erfreuen sich als Alternative zu klassischen Medikamenten großer Beliebtheit.

Zwei generelle Probleme treten bei pflanzlichen Arzneimitteln aber auf: Zum einen sollte man nicht glauben, dass man Heilpflanzen-Präparate bedenkenlos in beliebiger Dosis für einen unbegrenzten Zeitraum einfach einnehmen kann. Zum anderen kann es große Unterschiede bei der Wirksamkeit geben, obwohl die Inhaltsstoffe bei verschiedenen Produkten gleich oder ähnlich sind. Das kommt daher, dass die verwendeten Pflanzen von unterschiedlicher Qualität sein können und auch der Verarbeitungsweg ein anderer sein kann.

Die Zeitschrift Öko-Test hat mehrere Pflanzenpräparate untersuchen lassen und den ersten Teil der Resultate jetzt publiziert. Hierbei ging es um die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Abführmitteln, Schlafmitteln und Schmerzmitteln. Insgesamt sind die Resultate durchwachsen.

Zahlreiche gute Abführmittel

Die Abführmittel haben im Test häufig “sehr gut” abgeschnitten. Hier kommen hauptsächlich Quellmittel auf Basis von indischen Flohsamen und Flohsamenschalen zum Einsatz. Diese sind allerdings nicht harmlos. Werden sie falsch eingenommen, kann sogar Erstickung drohen.

Manchmal werden auch Wirkstoffe aus Sennesfrüchten und Sennesblättern eingenommen, die zu einer Darmreizung führen. Solche Mittel sollten nicht länger als 14 Tage angewendet werden, weil andernfalls ein Gewöhnungseffekt eintreten kann. Weniger überzeugte die Tester ein Präparat auf Basis der Modepflanze Aloe Vera. Die Chol-Jugeletten von Dolorgiet seien zu stark und die Einnahme über längere Zeit riskant. “Sehr gut” und günstig ist dagegen der Bekunis Kräutertee N von Roha und auch die Abführtabletten von Midro.

Baldrian-Extrakt als Schlafmittel

Zu wenig Schlaf macht krank und wer regelmäßig unter Schlafstörungen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Aus der Pflanzenwelt ist immer noch Baldrian ein beliebtes Naturheilmittel. Hier wurden die Tinkturen auf Alkoholbasis (Baldriantinktur) von aus der Baldrianwurzel hergestellten Trockenextrakten abgelöst.

Fünf der 18 von Öko-Test untersuchten Heilpflanzen-Präparate gegen Schlafstörungen waren “ungenügend”. Mit Bestnoten ausgezeichnet wurden von Öko-Test Doppelherz Aktiv Schlaf-Dragees Forte mit Baldrian und Kneipp Gute Nacht Einschlafdragees. Für Kinder unter zwölf Jahren seien die meisten Präparate allerdings nicht geeignet. Doch gerade bei Kindern sollte auch intensiv nach der Ursache der Schlafstörungen gesucht werden.

Nur wenige Schmerzmittel sind wirksam

Die pflanzlichen Schmerzmedikamente konnten im Test nicht wirklich überzeugen. Klassische Arzneimittel bei Rheuma-Erkrankungen sind Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Ibuprofen, die zwar schmerz-, entzündungs- und schwellungslindernd sind, jedoch viele Nebenwirkungen auslösen können. Eine gut verträgliche pflanzliche Alternative wäre sehr zu begrüssen. Öko-Test liess 15 rezeptfreie pflanzliche Schmerzmittel begutachten. Die meisten davon brachten es nur auf ein befriedigendes oder ausreichendes Resultat.

Mit einem “gut” wurden die Doloteffin Filmtabletten von Ardeypharma und Rivoltan Teufelskralle 480 mg Filmtabletten von Krewel Meuselbach beurteilt. Bei beiden Heilpflanzen-Präparaten wird der Wirkstoff aus der Teufelskrallenwurzel gewonnen und die Wirksamkeit ist belegt. Die Präparate werden unterstützend zur Behandlung bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates eingesetzt.

Quelle:

http://www.n-tv.de/ratgeber/Pflanzliche-Arzneimittel-im-Test-article3206011.html

Kommentar & Ergänzung:

Zu Flohsamen und Flohsamenschalen muss man ausreichend trinken. Davon, dass jemand daran erstickt ist, habe ich aber noch nie gehört. Das scheint mir etwas gar dramatisch dargestellt.

Bei den Abführmitteln wäre ich mit Präparaten auf der Basis von Sennesblättern / Sennesfrüchten sehr zurückhaltend, auch bei den mit „sehr gut“ taxierten Bekunis und Midro.

Bei den Heilpflanzen gegen Schlafstörungen steht tatsächlich Baldrian im Zentrum. Nicht vergessen werden sollte aber, dass es darüber hinaus weitere interessante Heilpflanzen mit schlaffördernder Wirkung gibt: Hopfen, Passionsblume, Melissenblätter / Melissenöl,  Lavendelblüten / Lavendelöl.

Bei den Schmerzmitteln würden mich die Beurteilungskriterien interessieren, die zur Anwendung kamen. Pflanzliche Schmerzmittel unterscheiden sich in vieler Hinsicht von synthetischen Mitteln wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac.

Zum Beispiel wirken die mit „gut“ beurteilten Teufelskrallen-Präparate erst nach längerer Einnahme. Ihre Wirkung ist inzwischen in klinischen Studien belegt und die Verträglichkeit ist ausgezeichnet.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hausmittel & Heilpflanzen bei Schlafstörungen

Montag, Mai 2nd, 2011

Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte Naturheilkunde-Tipps gegen Schlafstörungen, basierend auf Empfehlungen der „TV-Ärztin“ Franziska Rubin:

„• Kräutervollbad: Abends je zwei Handvoll Hopfenzapfen, Lavendel und Melissenblätter (Reformhaus) mit zwei Liter heißem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen, in das Badewasser (39 Grad) abseihen. 20 Minuten baden. Auch als Sitz- oder Fußbad. Wirkt schlaffördernd. Achtung: Es kann zu schwer entfernbaren Verfärbungen in der Wanne kommen.

• Heiße Milch mit Honig: Einen Becher Milch erhitzen, einen Esslöffel Honig darin auflösen. Warm trinken! Das in der Milch enthaltene Tryptophan ist Ausgangsstoff für Melatonin und Serotonin. Beide wirken auf den Schlaf-Wach-Rhythmus.

• Schlafkissen: Baumwollkissenbezug etwa 5 bis 7 cm dick mit getrocknetem Lavendel, Kamille, Melisse (Reformhaus) füllen, zunähen. Zum Schlafen das Kissen in den Nacken legen. Nach 20 Minuten entfalten die Kräuter ihre beruhigende Wirkung.

Achtung: Werden die Beschwerden nach einem halben Jahr nicht besser, Arzt fragen. Wer tagsüber einfach einschläft, sollte sofort zum Arzt.“

Quelle:

http://www.bild.de/BILD/ratgeber/gesund-fit/2011/01/28/die-besten-hausmittel/ohne-medikamente-gesund-werden.html

Kommentar & Ergänzung:

Ein Kräuterbad als Einschlafhilfe am Abend ist durchaus eine sinnvolle Sache. Und Hopfenzapfen, Lavendelblüten und Melissenblätter sind passende Heilpflanzen für ein Abendbad. Allerdings verlieren Melissenblätter beim Aufbewahren sehr rasch an ätherischem Öl und dadurch auch an Wirkung.

Ein Abendbad als Einschlafhilfe könnte man auch mit Lavendelöl machen (8 – 10 Tropfen Lavendelöl gemischt mit Kaffeerahm beigeben).

Kräuterkissen zum Einschlafen sind ebenfalls bewährte Naturheilmittel. Neben den erwähnten Lavendel, Kamille und Melisse könnten für ein Schlafkissen auch Waldmeister und Hopfen verwendet werden.

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