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Hausmittel: Haferflocken gegen Sodbrennen

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Haferflocken bewähren sich häufig bei akutem Sodbrennen. Sie enthalten viel Stärke und nehmen überschüssige Magensäure gut auf.

Durch ihren hohen Gehalt an Schleimstoffen wirken sie wie ein Schutzschild.

Zwei bis drei Esslöffel pure Haferflocken werden zu diesem Zweck gut zerkaut. Je besser gekaut wird, desto mehr Schleimstoffe können sich lösen. Haferflocken sind leicht verdaulich und regen dahrer die Säureproduktion nicht an. Sie können auch vorbeugend zur Anwendung kommen – in Form von einer kleinen Portion Müsli, Suppe oder Brei.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_81082212/die-besten-tipps-gegen-schmerzhaftes-sodbrennen.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass Haferflocken Sodbrennen lindern können, ist zwar nicht durch Studien belegt, aber ziemlich plausibel.

100 g Haferflocken enthalten in der Trockensubstanz etwa 4,5 g des löslichen Ballaststoffs Beta-Glucan. Das ist deutlich mehr als in Weizen (0,8 %) und in Roggen (2,3 %) und vergleichbar mit Gerste (4,8 &).

Weil das Beta-Glucan überwiegend in den äußeren Schichten vorkommt, ist der Gehalt in der Haferkleie mit 8,1 g deutlich höher als in den Haferflocken. Das lösliche Beta-Glucan aus Hafer bildet im Magen eine zähflüssige Konsistenz. Dadurch ist eine puffernde und schützende Wirkung gegen überschüssige Magensäure jedenfalls vorstellbar.

Hafer hat darüber hinaus aber noch weitere positive Eigenschaften.

Für Haferkleie erlaubt die Health-Claims-Verordnung der EU vom 14. November 2011 die Aussage: „Hafer-Beta-Glucan reduziert nachweislich den Cholesteringehalt im Blut. Ein hoher Cholesterinwert gehört zu den Risikofaktoren für die koronare Herzerkrankung“. Die positive Wirkung soll sich ab einer täglichen Aufnahme von 3 g Hafer-Beta-Glucan einstellen.

Die Health-Claims-Verordnung gestattet auch die Aussage: „Der Verzehr von Beta-Glucanen aus Hafer oder Gerste als Teil einer Mahlzeit trägt zur Reduktion des Blutzuckerspiegels nach dem Essen bei“.

Dazu muss Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste als Bestandteil einer Mahlzeit verzehrt werden und das Beta-Glucan-haltige Produkt muss 4 g Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste pro 30 g verfügbare Kohlenhydrate in der angegebenen Portion enthalten, was zum Beispiel bei Haferkleie-Flocken der Fall ist. Die Reduktion des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten durch hafereigenes Beta-Glucan kann beim Typ-2-Diabetiker eine Verbesserung der Insulinantwort bewirken.

Quelle: https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2012/04_12/EU04_2012_242_243.Markt.pdf

 

Während für die günstige Beeinflussung von Blutzuckerspiegel und Cholesterinspiegel hauptsächlich Haferkleie in Frage kommt, sind die Haferflocken in erster Linie ein gesundes Lebensmittel mit einer ganzen Reihe von wertvollen Inhaltsstoffen:

„Hafer ist ein ernährungsphysiologisch wertvolles Nahrungsmittel, da er besonders viel essentielle Aminosäuren (Lysin, Leucin, Isoleucin…) enthält und in seinem relativ hohen Fettanteil 80 % ungesättigte Fettsäuren…enthalten sind. Auch das für die Ernährung wichtige Lecithin (Phosphatidylcholin) kommt in grösseren Quantitäten vor als bei anderem Getreide.“

(Quelle: Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe)

 

Zu Haferflocken / Haferkleie siehe auch:

Haferflocken reduzieren Cholesterinspiegel im Blut

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Haferkleie reduziert den Cholesterinspiegel

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Als Hausmittel gegen Sodbrennen wird oft auch Kartoffelsaft empfohlen. Dieser Tipp soll auf den Schweizer Arzt und Ernährungsreformer Max Bircher-Benner (1867 – 1939) zurückgehen.

Siehe auch:

Naturheilmittel bei Sodbrennen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Haferflocken reduzieren Cholestereinspiegel im Blut

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Das Magazin „Focus“ gibt eine Empfehlung zur Reduktion des Cholesterinspiegels:

„Die Leber bildet die Gallensäure, die die Gallenblase speichert. Die Säuren machen das Nahrungsfett für den Körper brauchbar. Um das Cholesterin zu senken, sollten Sie morgens Haferflocken essen, rät Dietrich Grönemeyer. Denn die binden die Gallensäuren. Wenn die Leber neue Gallensäure produziert, zieht sie Cholesterin aus dem Blut, sodass das Blutfett sinkt.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/star-mediziner-raet-statt-tabletten-ein-fruehstuecksklassiker-senkt-ihren-cholesterinspiegel_id_7317491.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich lässt sich mit dem beschriebenen Mechanismus (Hemmung der Gallensäure-Rückresorption) der Cholesterinspiegel oft senken – nicht sehr stark, aber messbar und ohne Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan – ein löslicher Ballaststoff – reduziert nicht nur den Cholesterinspiegel. Es kann auch den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verlangsamen, was bei Diabetes Typ 2 erwünscht ist.

Die Empfehlung von Haferflocken ist allerdings suboptimal. Wenn schon Haferflocken, dann solchen sie „Vollkorn“ sein. Am meisten Beta-Glucan hat es nämlich in den Randschichten des Haferkorns. Haferkleie enthält mit 8,1 Gramm auf 100 Gramm beinahe doppelt so viel Beta-Glucan wie Haferflocken.

Haferkleie ist also vorzuziehen, wenn man wirklich den Cholesterinspiegel senken oder den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen will.

Weizenkleie enthält überwiegend unlösliche Ballaststoffe und entfaltet daher keine Wirksamkeit auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Sie dient insbesondere der Vorbeugung von Verstopfung.

Ähnlich günstige Effekte auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel lassen sich jedoch auch mit verschiedenen anderen Quellmitteln erreichen, zum Beispiel mit Flohsamen, Guarmehl, Bockshornkleesamen, Johannisbrotkernmehl, Pektin.

Der Saathafer wurde im übrigen zur Arzneipflanze des Jahres 2017 erkoren.

Siehe auch:

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Hafer schützt Arterien

 

 

 

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Bockshornklee interessant als Heilpflanze und Gewürz

Bockshornklee in der Diabetesbehandlung

 

 

 

 

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Heidelbeeren gegen Alzheimer-Symptome?

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Heidelbeeren (Blaubeeren) könnten helfen, Gedächtnisprobleme bei beginnender Demenz zu lindern. Darauf weisen zwei Pilotstudien mit älteren Menschen hin. Die tägliche Einnahme von Heidelbeerpulver führte bei Testpersonen zu messbaren Verbesserungen von Gedächtnis und geistigen Leistungen, in der Placebogruppe war dies nicht der Fall. Grund für die Wirkung könnten die in den Beeren enthaltenen Anthocyane sein, wie US-Wissenschaftler berichten.

Heidelbeeren sind reich an Antioxidantien und bereits veröffentlichte Studien deuten auf risikosenkende Effekte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs hin. Neue Studien legen nun nahe, dass auch das Gehirn von den Heidelbeeren profitieren könnte.

Robert Krikorian von der University of Cincinnati und seine Kollegen verabreichten für ihre Studie 47 über 68-Jährigen mit ersten Gedächtnisausfällen täglich etwa eine große Handvoll Heidelbeeren in Form eines Pulvers aus den gefriergetrockneten Beeren.

Eine zweite Gruppe bekam stattdessen ein ähnlich aussehendes Placebo-Pulver. Beim Start der Studie und nach 16 Wochen absolvierten alle Versuchspersonen Tests ihres Gedächtnisses und ihrer geistigen Leistungen.

Das Resultat: Probanden, welche die Heidelbeeren eingenommen hatten zeigten eine klare Besserung bei den geistigen Leistungen und der Hirnfunktion gegenüber den Placebo-Empfängern. Die Heidelbeer-Gruppe zeigte ein verbessertes Gedächtnis und einen besseren Zugang zu Wörtern und abstrakten Konzepten. Hirnscans mittels funktioneller Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) ergaben zudem eine stärkere Hirnaktivität bei den Heidelbeer-Teilnehmern.

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte dieser günstige Effekt auf die Wirkung der Anthocyane zurückgehen. Dieses im blauen Pflanzenfarbstoff enthaltene Antioxidans zeigte in früheren Untersuchungen schon eine hirnschützende Wirkung bei Parkinsonpatienten und bei Tieren mit Alzheimerähnlichen Erkrankungen.

Nach Ansicht der US-Forscher aus Cincinnati bestätigen ihre Ergebnisse diese vorhergehenden Studien und stützen die Annahme, dass Heidelbeeren eine positive Wirkung auf das Gedächtnis und die geistigen Leistungen bei zumindest einigen älteren Menschen haben können.

In einer weitere Studie mit gut 90 Senioren ohne beginnende Gedächtnisausfälle zeigte sich allerdings keine so eindeutige Wirkung der Heidelbeeren.

Es kam in der Heidelbeer-Gruppe zwar zu leichten Verbesserungen bei den allgemeinen geistigen Leistungen, nicht aber beim Gedächtnis. Auch in den fMRT-Aufnahmen ergaben sich weniger Unterschiede zur Placebogruppe als bei den Senioren mit schon beginnenden Gedächtnisproblemen.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Heidelbeer-Inhaltsstoffe insbesondere dann positive Effekte zeigen, wenn es schon geistige Ausfälle gibt. Bei Personen, die noch keine Demenzsymptome zeigen, könnte die Wirkung dagegen weniger ausgeprägt sein – oder jedenfalls weniger leicht nachweisbar.

Ob das wirklich so ist, wollen die US-Forscher nun in einer Studie mit jüngeren Versuchspersonen klären.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19953-2016-03-14.html

American Chemical Society 251st National Meeting & Exposition, American Chemical Society, 14.03.2016 – NPO.

Kommentar & Ergänzung:

Die Anthocyane aus Heidelbeeren werden seit längerem wissenschaftlich untersucht und zählen zu den interessantesten Naturstoffen.

Die geschilderten Studienresultate sind sehr interessant.

Zwei Einschränkungen sind aber nötig:

– Pilotstudien mit derart kleinen Probandenzahlen dienen der Vorsondierung einer Fragestellung. Sie belegen keine Wirksamkeit. Dazu wären grössere Studien nötig.

– Die Studien aus Cincinnati sind offenbar auf einem Kongress der American Chemical Society vorgestellt worden. Auf einem wissenschaftlichen Kongress kann man pointiert ausgedrückt einiges erzählen. An Glaubwürdigkeit gewinnt eine Studien, wenn sie in einer anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert wurde. Das setzt nämlich in der Regel voraus, dass die Studie in einem sogenannten „Peer-Review-Verfahren“ auf ihre Solidität überprüft wurde.

Zum Peer-Review-Verfahren siehe Wikipedia.

Bei Kongressbeiträgen kann man nicht von dieser fachlichen Kontrolle ausgehen.

Zu den Heidelbeeren-Anthocyanen siehe auch:

Myrtillin aus Heidelbeeren gegen Entzündungen

Heidelbeeren reduzieren Blutdruck in kontrollierter Studie

Heidelbeeren: Anthocyane im Verdauungstrakt

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren: Günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Omega-3-Fettsäuren gegen Depressionen: Wirkung überzeugt nicht

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Omega-3-Fettsäuren werden seit Jahren als natürliche Helfer gegen Depressionen propagiert.

Eindeutige Belege dafür, dass diese Wirkung tatsächlich existiert, gibt es aber bisher nicht.

Wissenschaftler des Cochrane Netzwerks haben die Effekte nun mit einer systematischen Analyse (Metastudie) untersucht – mit ernüchterndem Resultat: Die Wirkung könnte verschwindend klein sein.

Die Forscherin Katherine Appleton und ihre Kollegen untersuchten 26 Studien aus den USA, Südamerika, Kanada, Asien, Australien und Europa, in denen die Wirksamkeit von Omega-3-Präparaten gegen Depressionen an 1478 Testpersonen überprüft wurde. 25 Studien untersuchten den Effekt von Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo). Eine Studie, an der allerdings nur 40 Personen beteiligt waren, überprüfte die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren im vergleich zu Antidepressiva.

Appleton und ihr Team schliessen aus ihren Resultaten dass die Fettsäuren eine leichte Wirkung gegen Depressionen besitzen. Möglicherweise sei diese Wirkung jedoch auch verschwindend gering, schränken die Wissenschaftler ein.

Der tatsächliche Therapieeffekt lasse sich nur schwer abschätzen, weil die Studienlage lückenhaft sei und es grosse Unterschiede zwischen den Ergebnissen gebe.

In den untersuchten Einzelstudien haben die jeweiligen Forscher ihre Daten nämlich unterschiedlich protokolliert und die untersuchten Patienten verschieden klassifiziert. In den meisten Fällen war die Zahl der Testpersonen zu klein, um repräsentative Resultate zu erhalten. Appleton und ihr Team warnen daher vor einer Überinterpretation der Daten.

Solange die klinische Studienlage weiterhin keine ausreichenden Belege für den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren liefert, sollte die Selbstmedikation stets kritisch hinterfragt werden.

Derzeit sind auch noch Fragen offen zur optimalen Dosierung oder zur wirksamen Fettsäuren-Zusammensetzung.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand richten Omega-3-Fettsäure-Präparate wohl kaum Schäden an, sind gut verträglich und auch klinisch relevante Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht bekannt. Ein ärztlich-kontrollierter Therapieversuch zusätzlich zu einer antidepressiven Standardtherapie scheine im Einzelfall akzeptabel, schreibt Dr. André Said in der Deutschen Apotheker Zeitung (46/15).

Omega-3-Fettsäuren sollen sich sogar günstig auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken, weil sie die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern und den Cholesterinspiegel beeinflussen. Doch auch in diesen Bereichen ist die Studienlage noch lückenhaft. Bei Überdosierung können Omega-3-Fettsäuren zu Übelkeit führen und durch ihre blutverdünnenden Eigenschaften für Menschen mit einer schlechten Blutgerinnung gefährlich werden.

Quelle:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2015/11/12/omega-3-fettsaeuren-nutzen-nur-wenig/17161.html

http://onlinelibrary.wiley.com/enhanced/doi/10.1002/14651858.CD004692.pub4

Kommentar & Ergänzung:

Untersucht wurden in dieser Studie Omega-3-Fettsäure-Präparate, die als Nahrungsergänzungsmittel im Handel sind. Omega-3-Fettsäuren kommen aber auch in vielen Nahrungsmitteln vor.

Sie sind in Algen, Pflanzen und Fischen enthalten.

Pflanzen enthalten beinahe ausschließlich α-Linolensäure, während in Fettfischen – wie Aal, Karpfen, Lachs, Sardine – und in Algen, beispielsweise Rotalgen, insbesondere Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) vorkommen können. Pflanzenöle mit hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren sind Leinöl (56 – 71%), Chiaöl (bis c. 64%) und Perillaöl (ca. 60%), aber auch Hanföl (ca. 17%), Walnussöl (ca. 13%), Rapsöl ca. 9%) und Sojabohnenöl ca. 8%) sind nutzbare Quellen. Bei den Fischen zeigen Atlantischer Lachs (1,8%), Sardellen (1,7%), Sardinen (1,4%) und Atlantischer Hering (1,2%) vergleichsweise hohen Omega-3-Gehalt, etwas tiefer liegen Makrele (1%) und Weisser Thun“ (0,7%).

(Quelle: Wikipedia)

Omega-3-Fettsäuren gegen Depressionen – das ist ein gutes Beispiel für ein Phänomen, das immer wieder zu beobachten ist:

Ein interessantes Präparat, das viele Hoffnungen weckt. Scheinbar endlich eine Möglichkeit, Depressionen ohne Antidepressiva zu behandeln – und dann läuft die Vermarktung schon auf vollen Touren, während die zahlreichen offenen Fragen noch nicht einmal ansatzweise geklärt sind.

Vor allem bei Nahrungsergänzungsmitteln kann man solche Entwicklungen immer wieder sehen, weil sie im Markt zugelassen werden, ohne vorgängig eine Wirksamkeit belegen zu müssen.

Bei Arzneimitteln sind die Bedingungen strenger. Sie müssen bei Neuzulassungen Studien liefern, die eine Wirksamkeit belegen. Das gilt für „chemische“ Arzneimittel und für Phytopharmaka. Traditionelle Pflanzenheilmittel, sowie generell Homöopathika und Anthroposophika werden dagegen zugelassen ohne Wirksamkeitsnachweis.

Und auch bei vielen älteren „chemischen“ Arzneimitteln sind die vorliegenden Studien oft von schlechter Qualität und daher nicht sehr glaubwürdig.

Fazit: Uns werden sehr viele Präparate für die Gesundheit verkauft, die nicht sehr überzeugend sind, wenn es um Belege für ihre Wirksamkeit geht. Genau hinschauen und sich informieren lohnt sich.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

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Die präventiven Wirkungen von Vollkornprodukten hinsichtlich Krankheiten, wie Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas seien sehr gut belegt, sagt Professor Stefan Lorkowski von der Universität Jena, der zugleich die Sektion Thüringen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) leitet.

In den letzten Jahren gab es allerdings Meldungen, dass Weizen etwa Adipositas (Fettleibigkeit) und chronische entzündliche Darmerkrankungen begünstigen soll. Derartige Aussagen seien sehr plakativ und aus wissenschaftlicher Sicht differenzierter zu betrachten, sagt der Jenaer Ernährungsexperte Professor Gerhard Jahreis. Vor allem für Vollkornprodukte, die einen hohen Ballaststoffgehalt aufweisen, gelte dies sicherlich nicht.

Um das Thema „Getreide“ drehte sich eine Ernährungsfachtagung der DGE an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Dort wurden unter anderen die Resultate einer Metaanalyse präsentiert. Darin konnte gezeigt werden, dass eine verminderte Einnahme von Stärke und Zucker durch einen gesteigerten Verzehr von Vollkornprodukten etwa das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen deutlich reduziert.

An der Ernährungsfachtagung wurde für Patienten mit Zöliakie auch auf Haferflocken hingewiesen, die als glutenfrei deklariert sind, und als ein balaststoffreiches und für viele der Betroffenen gut verträgliches Lebensmittel vorgestellt wurden.

Zur Sprache kam auch, dass immer mehr Gesunde auf glutenfreie Lebensmittel zurückgreifen, aus Angst und in dem Glauben, einen gesundheitlichen Vorteil davon zu haben – was jedoch nach Meinung der Fachleute nicht der Fall ist.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/898851/belegt-vollkornkost-wirkt-praeventiv.html?sh=7&h=1324713550

Kommentar & Ergänzung:

Wer die Vollkornzufuhr erhöhen möchte, sollte dies langsam schrittweise tun. Die allzu rasche Erhöhung der Vollkornmenge kann zu Blähungen führen.

Ernährung ist im übrigen ein wichtigerBestandteil der klassischen Naturheilkunde.

Siehe dazu:

Naturheilkunde – was ist das?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heidelbeeren reduzieren Blutdruck in kontrollierter Studie

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Ein Pulver aus gefriergetrockneten Kulturheidelbeeren in einer Menge, die einer Tasse der Früchte entspricht, reduzierte in einer placebokontrollierten Studie den Blutdruck von Hypertonikerinnen und verbesserte andere Gefäßparameter.

Publiziert wurde die Studie im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics (2015; doi: org/10.1016/j.jand.2014.11.001)

Den Heidelbeeren schreibt man wegen ihres hohen Gehalts an Anthocyanen – das sind die blauen Farbstoffe – und anderen Polyphenolen eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Zu den günstigen Wirkungen könnte eine Verminderung des Blutdrucks zählen.

Ein Team um Sarah Johnson von der Florida State University untersuchte die Wirkung von Heidelbeeren auf den Blutdruck an einer Gruppe von 48 postmenopausalen Frauen, bei denen der Blutdruck leicht erhöht war (Prä- oder Stadium 1-Hypertonie).

Die Teilnehmerinnen nahmen täglich ein Pulver aus 22 Gramm gefriergetrockneten Kulturheidelbeeren oder ein Placebo ein, sollten ansonsten jedoch ihren üblichen Tagesablauf nicht verändern.

Beim Start und am Ende der achtwöchigen Studiendauer wurde der Blutdruck bestimmt – er war der primäre Endpunkt der Studie.

Das Heidelbeerpulver reduzierte den systolischen Blutdruck um 7 mm Hg und den diastolischen Blutdruck um 5 mm Hg, während es in der Placebogruppe keine Veränderungen gab. Die Pulswellengeschwindigkeit, ein Marker für die Steifigkeit der Gefäße, verminderte sich um 97 cm/sec oder 6,5 Prozent. Die Serumkonzentration von Stickstoffoxid (NO), das in den Blutgefäßen eine erweiternde Wirkung hat, erhöhte sich von 9,1 auf 15,35 µmol/l oder um 68,5 Prozent. Eine reduzierte Pulswellengeschwindigkeit und ein gesteigerter NO-Wert könnten die günstigen Wirkungen der Heidelbeeren auf den Blutdruck erklären.

Die Studienresultate weisen darauf hin, dass die tägliche Einnahme von Heidelbeeren einen Beitrag zur Senkung des Blutdrucks leisten könnte. Und Johnson sieht Heidelbeeren als „functional food“, das sich möglicherweise langfristig zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eignen könnte.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61428/Heidelbeeren-senken-Blutdruck-in-kontrollierter-Studie

http://www.andjrnl.org/article/S2212-2672(14)01633-5/abstract

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessant an dieser Studie ist, dass sie eine Placebo-Kontrollgruppe enthält.

Ernährungsstudien sind sehr oft Beobachtungsstudien. Das heisst vereinfacht: Man protokolliert die Ernährungsgewohnheiten von zum Beispiel 5 000 Menschen über eine gewisse Zeit und untersucht später, welche Krankheiten sie entwickeln.

So kommen dann Meldungen zustande wie:

Beeren mit blauen Farbstoffen (Anthocyanen) schützen vor Parkinson

Aus solchen Beobachtungsstudien lässt sich aber nur das Zusammenfallen zweier Fakten – hoher Anthocyankonsum und tiefes Parkinsonrisiko – feststellen, nicht aber ein kausaler (= ursächlichen) Zusammenhang (= hoher Anthocyankonsum bewirkt tiefes Parkinsonrisiko). Es könnten immer unbekannte weitere Faktoren für das tiefere Parkinsonrisiko verantwortlich sein – zum Beispiel ein generell gesünderer Lebensstil von Leuten, die viel Beeren konsumieren.

Um einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen braucht es Studien mit einer unbehandelten Kontrollgruppe. Um diesen Studientyp handelt es sich bei der Studie von Sarah Johnson. Doch auch hier gibt es Einschränkungen:

– Kleine Zahl der Teilnehmenden;

– Kurze Studiendauer (Bluthochdruck ist in der Regel ein Langzeitproblem);

– Die geringe Blutdruckreduktion und die verminderte Gefässsteifigkeit sind weiche Endpunkte, bei denen weitgehen offen bleibt, inwiefern Patienten davon profitieren würden. Harte Endpunkte wären zum Beispiel: Verminderung der tödlichen / nichttödlichen Schlaganfälle unter der Einnahme von Heidelbeerpulver. Um solche harten Endpunkte zu prüfen, wäre eine längere Studiendauer nötig.

Langfristige Doppelblindstudien mit grösseren Probandenzahlen sind im Ernährungbereich selten anzutreffen, weil sie aufwendiger und schwieriger durchzuführen sind als reine Beobachtungsstudien.

Teilnehmende Personen müssten sich dazu über lange Zeiträume einem Ernährungsregime unterwerfen.

Ich schreibe das auch, um damit aufzuzeigen, dass es sehr unterschiedliche Studientypen und unterschiedliche Qualitäten von Studien gibt.

Die Qualität und die Aussagekraft von Studien zu bewerten ist eine sehr komplexe Angelegenheit und ich selber fühle mich dazu nur sehr begrenzt in der Lage. Vor allem fehlt mit dazu statistisches Wissen.

Die Punkte, die ich oben als Einschränkungen aufgeführt habe, kann man aber auch als Laie sehen. Und es ist für Laien schon wichtig zu wissen, dass es grosse Unterschiede in der Aussagekraft von Studien gibt. Dadurch wird man sich bewusster, dass es noch nicht viel aussagt, wenn irgendwo geschrieben steht: „Eine Studie hat gezeigt…“.

Bezogen auf die Heidelbeerstudie der Florida State University würde ich also sagen: Interessant, dass das gemacht wurde, aber es bleiben noch viele Fragen offen (das kann man aber bei vielen Studien sagen).

Dass Anthocyane positive Effekte auf unsere Gesundheit haben, ist durchaus vorstellbar. Substanzen aus der Gruppe der Anthocyane hat es allerdings in vielen blauen und roten Früchte, zum Beispiel in schwarzen Johannisbeeren und Kirschen – und auch in anderen Pflanzen.

Beispiel:

Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck

Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Anthocyane günstig auf den Blutdruck wirken könnten.

Meinem Eindruck nach braucht es keinen „functional food“ auf der Basis von Heidelbeeren. Ich würde nicht auf eine einzige Pflanzenart setzen, sondern abwechselnd dafür sorgen, dass verschiedenfarbige Früchte und Gemüse im Speiseplan Platz haben – blaue, rote, gelbe.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schutzeffekt von Wein nur bei sportlichen Menschen?

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Die günstigen Effekte von Wein gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen sich nur bei regelmäßigem Training. Ob Rotwein oder Weisswein getrunken wird, spielt offensichtlich keine Rolle.

Vor allem dem Rotwein wird nachgesagt, dass er schon in geringen Mengen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen soll.

Jetzt weist aber eine Studie darauf hin, dass dieser positive Effekt offenbar nur sportlichen Menschen zugute kommt.

Denn nur bei diesen Personen steigerte der gemäßigte Weingenuss das gefäßschützende HDL-Cholesterin im Blut, schreiben tschechische Wissenschaftler. Die Farbe des Weins fällt dabei nicht ins Gewicht.

Seit Jahrzehnten wird über eine mögliche gesundheitsfördernde Wirkung von Wein diskutiert, wobei insbesondere Rotwein in Fokus steht.

Dass übermäßiger Alkoholkonsum schädlich ist, steht ausser Frage. Einem täglichen Glas Rotwein dagegen schreiben Wissenschaftler und Weintrinker durchaus positive Effekte für die Blutgefäße zu: Die Werte an HDL, also an „gutem“ Cholesterol im Blut, sollen durch regelmäßigem Weinkonsum steigen. Dadurch sollen Krankheiten wie Arteriosklerose, deren Folgen bis hin zum Herzinfarkt reichen können, seltener auftreten. Aussagekräftige Langzeitstudien über den Einfluss von Wein auf diese Werte und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose gibt es bisher allerdings nicht.

Forscher um Milos Taborsky von der Universitätsklinik im tschechischen Olomouc haben darum ein Jahr lang die Effekte von Rotwein und Weisswein bei 146 Versuchspersonen miteinander verglichen. Die Probanden hatten gemäss medizinischen Voruntersuchungen ein leichtes bis mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für die Zeit der Studie erhielten die Studienteilnehmer entweder einen roten Pinot Noir oder einen weißen Chardonnay-Pinot zu trinken. Bei den Mengen hielten sich die Forscher an die Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, die für Frauen 0,2 Liter und für Männer 0,3 Liter Wein am Tag an nicht mehr als fünf Tagen in der Woche als „moderat“ bezeichnet. Die Wissenschaftler verglichen die Cholesterinwerte der Versuchspersonen am Anfang der Studie mit den Werten nach einem Jahr. Dies sei die erste Studie, die den Langzeiteffekt von Rotwein und Weisswein auf HDL-Cholesterin und anderen Biomarker der Arteriosklerose vergleicht, erklärt Taborsky.

Das Resultat: Weder Rotwein noch Weisswein steigerte die Werte des „guten“ HDL-Cholesterins merkbar. Das „schädliche“ Cholesterin in Form von LDL lag allerdings in beiden Gruppen tiefer. Nur bei der Rotwein-trinkenden Gruppe reduzierte sich auch der Gesamtgehalt an Cholesterin. Diese Resultate bestätigen jedoch keine schützende Wirkung des Weins für die Blutgefäße, schreibt Taborsky. Ein Anstieg von HDL sei das wesentliche Zeichen eines schützenden Effektes gegen Herz-Kreislauferkrankungen. Deshalb könne man schließen, dass weder Rotwein noch Weisswein einen Effekt auf die Studienteilnehmer insgesamt hatte.

Bei den Laborwerten fanden die Wissenschaftler keinen klinisch signifikanten Einfluss von moderatem Rotwein- oder Weissweinkonsum auf Parameter wie Lipidwerte, C-reaktives Protein, Nüchtern-Glukose, andere Marker für das Arteriosklerose-Risiko oder Leberwerte.

Allerdings entdeckten die Forscher einen gesundheitsfördernden Effekt bei sportlichen Versuchspersonen. Das einzige positive und anhaltende Resultat lag bei der Untergruppe von Probanden, die regelmäßig mindestens zweimal pro Woche Sport trieben, zusätzlich zum Weinkonsum. Bei diesen Versuchspersonen erhöhte sich das HDL-Cholesterin, während sich LDL- und Gesamtcholesterin im Blut merklich verminderten – sowohl bei Rotwein als auch bei Weisswein. Die Wissenschaftler spekulieren deshalb darüber, ob ein Zusammenspiel von niedrigen Alkoholmengen und körperlichem Training gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützten könnte.

Die Forscher wollen deshalb in zukünftigen Studien diesen möglichen Effekt von Wein und regelmäßigem Training näher untersuchen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17962-2014-09-01.html

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59952/Studie-Weintrinken-vermindert-Atherosklerose-Risiko-nicht

(Bratislava Medical Journal; 2014; doi: 10.4149/BLL_2012_037)

http://www.elis.sk/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=2748&category_id=90&option=com_virtuemart&vmcchk=1&Itemid=1

Kommentar & Ergänzung:

Die Meldungen von gesunden Rotwein wurden natürlich über Jahren von Rotwein-Konsumenten und Rotwein-Produzenten gerne gelesen und darum wohl auch gerne gedruckt. Meistens waren sie verknüpft mit dem Inhaltsstoff Resveratrol, der als verantwortlich für die gesundheitlichen Effekte angesehen wurde beziehungsweise wird.

Siehe:

Mythos vom gesunden Rotwein bröckelt

Interessant ist, dass in dieser Studie kein Unterschied zwischen Rotwein und Weisswein festzustellen war, während doch Rotwein sonst immer im Vordergrund stand.

Dass Wein nur zusammen mit sportlicher Aktivität einen positiven Einfluss haben soll, das scheint mir noch ziemlich nebulös. Haben die Teilnehmenden während der Studie gewusst, dass die sportliche Aktivität einer der beobachteten Faktoren ist? Dann wäre es möglich, dass die Sporttreibenden ihre sportlichen Aktivitäten während dieser Zeit ernster nahmen und dass die positiven Effekte nur auf den vermehrten Sport zurückzuführen sind.

Mit 146 Versuchspersonen ist die Studie sowieso ziemlich klein und in ihrer Aussagekraft begrenzt. Weinkonsumierende und weinproduzierende Menschen können daher hoffen, dass doch noch irgendwann eine besondere gesundheitliche Wirkung dieses besonderen Getränks festgestellt wird. Und sonst bleibt es halt mit Mass konsumiert ein Genussmittel.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Anthocyane: Trauben-Heidelbeersaft wirkt positiv auf Fettstoffwechsel

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Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts untersuchten, ob ein Trauben-Heidelbeersaft Risikofaktoren für Übergewichts-bedingte Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ 2 Diabetes beeinflussen kann. Übergewicht und die damit zusammenhängenden Krankheiten nehmen weltweit immer mehr zu. Diese Entwicklung stellt für die Betroffenen und die öffentlichen Gesundheitssysteme eine große Belastung dar.

Eine obst- und gemüsereiche Ernährung vermindert jedoch das Risiko der Entstehung dieser Krankheiten. Die aktuelle Datenlage spricht dafür, dass für die gesundheitsfördernde Wirkung von Obst und Gemüse auch sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe verantwortlich sind. Der Begriff „sekundäre Pflanzenstoffe“ ist eine Sammelbezeichnung für Substanzen mit sehr unterschiedlichen chemischen Strukturen, die im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen produziert werden. Zu diesen Stoffen gehören auch die Anthocyane, eine Gruppe wasserlöslicher Farbstoffe, die zum Beispiel für die Farbe von roten Trauben, Heidelbeeren oder auch Johannisbeeren verantwortlich sind.
Im Rahmen eines BMBF-Verbundprojekts erforschte das Max Rubner-Institut gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Geisenheim, Gießen und Dortmund die gesundheitsfördernde Wirkung von Anthocyanen. Während einer 10-wöchigen Fütterungsstudie erhielten Ratten einen anthocyanreichen Trauben-Heidelbeersaft oder einen Trauben-Heidelbeersaft ohne Anthocyane zu trinken. Die Resultate der Studie zeigen, dass der anthocyanreiche Saft den Fettstoffwechsel der Tiere günstig beeinflusste. So hatten die Tiere der Anthocyangruppe tiefere Cholesterinspiegel und wiesen ein verändertes Fettsäurenspektrum im Plasma auf. Speziell erfreulich an den beobachteten Veränderungen ist, dass der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sich erhöhte, während der Anteil an gesättigten Fettsäuren sank. Diese Verlagerung ist interessant, weil für mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine gesundheitsfördernde Wirkung beschrieben ist. Des Weiteren wurden die Serumspiegel gewisser Botenstoffe gesenkt, die bei Übergewicht verstärkt hergestellt werden und die an der Entstehung Übergewichts-bedingter Krankheiten beteiligt sein sollen.

Zusammengenommen deuten die Resultate dieser Studie darauf hin, dass anthocyanreiche Lebensmittel möglicherweise ein risikoverminderndes Potenzial für Krankheiten wie Typ 2 Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news546467

Kommentar & Ergänzung:

Anthocyane sind als blaue und rote Farbstoffe in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Sie werden schon seit längerem intensiv erforscht.

Die oben beschriebenen Studienresultate sind interessant, doch bleibt noch offen, in wieweit von einer 10-wöchigen Ratten-Fütterungsstudie auf die Situation beim Menschen geschlossen werden kann.

Immerhin scheinen die Anthocyane in relevanten Mengen resorbiert worden zu sein. Die tiefe Resorptionsrate wird bei manchen Anthocyanen als limitierend für die Wirksamkeit diskutiert.

Ausserdem wäre noch zu ergänzen: Fruchtsäfte bzw. Beerensäfte sind wohl gesund. Noch gesünder dürfte aber der Konsum von Früchten und Beeren sein.

Zu den Anthocyanen siehe auch:

Anthocyane aus Heidelbeeren und Erdbeeren – günstige Wirkung auf Gehirnleistung im Alter

Schützen Flavonoide aus Beeren vor Parkinson

Zur Wirkung von Anthocyanen aus Heidelbeeren

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankung?

Anthocyane als Entzündungshemmer

Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt?

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Inhaltsstoff aus Heidelbeeren wirkt wie Cholesterinsenker

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Psychoonkologie: Die Psyche verursacht keinen Krebs

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Die Psyche wirkt nicht als Auslöser für eine Tumorerkrankung und psychologische Betreuung kann Krebs auch nicht heilen. Sie kann aber zu mehr Lebensqualität der Betroffenen beitragen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch zum Thema „Psychoonkologie“ in Wien.

Erste Hinweise, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen würden, haben sich laut dem Klinischen Psychologen Georg Fraberger, von der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität in Wien nie bestätigen lassen. Die Existenz einer sogenannten Krebspersönlichkeit ist demnach nichts weiter als ein Mythos.

Zur Frage einer allfälligen Krebspersönlichkeit existieren inzwischen viele Studien. Die meisten davon wurden jedoch retrospektiv durchgeführt. Das heisst: Schon an Krebs Erkrankte wurden untersucht und anhand gefundener Persönlichkeitsmerkmale wurden Rückschlüsse gezogen, welche „Menschentypen“ die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung waren. Das ist jedoch nicht zulässig, weil die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Einfluss auf die Persönlichkeit und Interpretation der eigenen Lebensgeschichte hat.

In den wenigen prospektiven Studien, die durchgeführt wurden, haben Forscher Personen über Jahre hinweg beobachtet und untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine spätere Krebserkrankung prognostizierbar machen. Überzeugende Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler dabei aber nicht. Vielmehr häufen sich inzwischen die Hinweise, dass die hohen Depressivitätsraten unter Krebskranken auch als Folge der Erkrankung und der Behandlung verstanden werden können und den Verlauf der Krebserkrankung möglicherweise beeinflussen.

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben eines Menschen von einer Sekunde auf die andere fundamental.

Der Erkrankung ausgeliefert, wollen Patientinnen und Patienten das Unbegreifbare verstehen. Beim Krebs umso mehr, als seine Ursache anders als zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwer fassbar ist. Auf der Suche nach einer Erklärung für das eigene Leid tauchen dabei oft Schuldfragen auf. Die Vermutung, dass gewisse Charakterzüge ursächlich für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, wird von zahlreichen betroffenen Menschen ganz spontan assoziiert. Solche Selbstanklagen erfüllen insofern ihren Zweck, als sie die Hoffnung mit sich bringen, dass durch Änderung bestimmter Wesenszüge die Genesung gefördert wird. Der Hämatologe und Psychoonkologe Alexander Gaiger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH in Wien betrachtet die Auseinandersetzung mit dem Mythos Krebspersönlichkeit und dem vermeintlich schuldhaften Verhalten als vergeudete Energie.

Trauma keine Krebsursache

Nicht immer wird das seelische Ungleichgewicht als Auslöser einer Krebserkrankung mit einer eventuell vorhandenen Krebspersönlichkeit begründet.  „Eine Überlegung, bezogen auf den Einfluss psychischer Faktoren, war auch, dass massive Traumata in der Vergangenheit zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen könnten“, erklärt Gaiger. Eine Theorie, die der Psychoonkologe allerdings sofort widerlegt: „Das mittlere Alter von Krebspatienten liegt zwischen 57 und 60 Jahren. Und so traurig es ist, aber in diesem Alter hat bereits fast jeder eine traumatische Erfahrung hinter sich.“

Wäre die „Trauma-Theorie“ für die Krebsentstehung relevant,  müsste nicht nur praktisch jeder 60-Jährige unter einer Krebserkrankung leiden, sondern auch sämtliche Menschen, die in Kriegsgebieten leben beziehungsweise Opfer von Naturkatastrophen sind. „Das ist aber keineswegs der Fall“, stellt Gaiger klar und bezeichnet Krebs nach dem heutigen Verständnis selbst als Naturkatastrophe.

Ebenso wie Tsunamis und Erdbeben werden nämlich auch Krebserkrankungen multifaktoriell verursacht. Typischerweise werde psychischen Faktoren, die für die Entstehung einer schweren Erkrankung eigentlich irrelevant seien, eine sehr große Bedeutung beigemessen, während hochrelevante Umstände für die Entstehung oder den Verlauf einer Krankheit völlig ignoriert würden, betont der Psychoonkologe und nimmt hier Bezug auf den sozioökonomischen Status und Lebensstil.

Armut, Bildungsmangel, hoher BMI, ungesunde Ernährung und wenig körperliche Bewegung macht der Experte im Wesentlichen für den Umgang und die Bewältigung einer Krebserkrankung verantwortlich. Geld ändere zwar nichts am menschlichen Leid, erleichtere aber den finanziellen Druck und sei neben einem Informationsmangel ein gravierender Faktor in der Entwicklung von Depressionen.

Zum Wert psychologischer Hilfe

Einstellungen, emotionale Faktoren und psychologische Hilfen beim Bewältigen einer solchen Krise können die Lebensqualität erhöhen. Sie machen zudem oft belastende Therapien besser ertragbar und somit wirksamer.

Das Ziel besteht darin, die Betroffenen möglichst unbeschadet über die einzelnen Phasen der psychischen Bewältigung der Krebserkrankung hinüber zu bringen: vom ersten Schock über die Abwehr beziehungsweise die Verdrängung hin zur Verarbeitung. Der Krebspatient soll dazu in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben fortführen zu können, ohne dauernd durch Gedanken an den Krebs gestört zu sein.

Quelle:

http://derstandard.at/1336563054564/Psychoonkologie-Die-Psyche-macht-keinen-Krebs

http://derstandard.at/1328507286338/Mythos-Krebspersoenlichkeit-Vermeintlich-schuld-am-Krebs

Kommentar & Ergänzung:

Eine interessante Frage ist in diesem Zusammenhang, weshalb die Theorie vom der Krebs auslösenden Psyche  so gut ankommt. Meines Erachtens hängt das vor allem damit zusammen, dass diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ den Bedürfnissen und Ängsten vieler Menschen entgegen kommt.

Mit dem Mythos der „Krebspersönlichkeit“ halten sich die (noch) nicht Betroffenen meines Erachtens den schwer zu ertragenden Gedanken vom Leibe, dass der Ausbruch dieser Krankheit vielleicht doch zu einem sehr grossen Teil zufälligen/ genetisch bedingten/ sonstigen nicht einfach so steuerbaren Faktoren zuzuschreiben ist. Die Annahme, dass Krebs in der Psyche entsteht, ermöglicht die angstvermindernde Illusion, dass Krebs durch Einfluss auf die Psyche vermeidbar oder heilbar ist. Das lindert Ohnmachtgefühle, aber wenn man es nicht schafft und trotzdem an Krebs erkrankt, ist man nach dieser Theorie selber schuld.

Das macht diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ so problematisch und führt nicht selten zu menschenverachtenden Schuldzuweisungen an Krebspatientinnen und –patienten.

Statt sich in Unverwundbarkeits-Fantasien zu flüchten wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir die grundlegende Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Existenz anerkennen würden. Wenn es jeden und jede treffen kann, ist das auch Basis für zwischenmenschliche Solidarität.

Siehe auch: www.patienten-seminare.ch

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Darminfektionen: Knoblauch wirksamer als Antibiotika

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Rohes Geflügel kann Bakterien enthalten, die zu Magen-Darm-Erkrankungen führen: Amerikanische Wissenschaftler haben nun einen Naturstoff im Knoblauch entdeckt, der besser als übliche Antibiotika gegen das Lebensmittel-Bakterium Campylobacter wirkt. Die Knoblauch-Verbindung könnte Lebensmittel sicherer machen, hoffen die Wissenschaftler.

Campylobacter-Bakterium können Durchfall, Krämpfe, Fieber und Schmerzen verursachen.

Meist ist unzureichende Hygiene bei der Verarbeitung oder Zubereitung schuld daran, wenn sich jemand mit dem Erreger ansteckt. Der befindet sich häufig auf rohem Fleisch, hauptsächlich von Schweinen und Hühnern. Von dort können sie in den menschlichen Organismus gelangen, wenn das Fleisch nicht gut erhitzt oder beispielsweise durch kontaminiertes Küchengerät verschmutzt wird.

US-Forscher wollen nun einen neuen Weg gefunden haben, den Erregern zu Leibe zu rücken – und zwar mit Knoblauch.

Dr. Xiaonan Lu und seine Kollegen von der Washington State University in Washington, USA, untersuchten, inwieweit ein Inhaltsstoff von Knoblauch – das Diallyldisulfid – im Kampf gegen solche Darmbakterien helfen kann. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Knoblauch-Inhaltsstoff Bakterien selbst dann unschädlich machen kann, wenn sie sich in einem Biofilm befinden. Bei diesem Biofilm handelt es sich um eine Art Schleimschicht, in der die Bakterien leben und die sie hochwirksam vor Antibiotika schützt.

Nach Angaben der Wissenschaftler steigt die Antibiotikaresistenz im Biofilm um das Tausendfache im Vergleich zu freien Bakterienzellen.

Das Diallyldisulfid wirkt trotz Biofilm und zwar etwa 100-mal stärker als zwei der gängigen Antibiotika (Ciprofloxacin, Erythromycin) und häufig sogar in einem Bruchteil der Zeit. Ihre Resultate publizierten die Wissenschaftler in dem Fachblatt Journal of Antimicrobial Chemotherapy.

Die Autoren schränken aber ein, dass die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt. Es handle sich noch immer um Grundlagenforschung, die von der Anwendung in der Praxis noch weit entfernt sei.

Während der Konsum von Knoblauch allgemein als gesundheitsförderlich gelte, sei es eher unwahrscheinlich, dass man damit einer durch Campylobacter ausgelösten Lebensmittelvergiftung vorbeugen könne. Allerdings könne die Schwefelverbindung dazu beitragen, die Bakterienmenge in der Umwelt und speziell bei der Herstellung von Nahrungsmitteln zu verringern.

Bakterien, der Gattung Campylobacter gehören mit zu den häufigsten Auslösern von Darm-Erkrankungen, die durch den Verzehr von Lebensmitteln entstehen. Darüber hinaus können die Bakterien Krankheiten wie das seltene Guillain-Barré-Syndrom verursachen. Am häufigsten infizieren sich Menschen den Wissenschaftlern zufolge durch den Konsum von rohem oder nicht vollständig durchgegartem Geflügel.

In früheren Studien hatten die Forscher das Diallyldisulfid bereits erfolgreich gegen andere Erreger getestet, unter anderem Listeria monocytogenes (Listerien) und das EHEC-Bakterium des Serotyps O157:H7.

Quelle:

http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-05-knoblauch-besser-als-antibiotika.html

http://jac.oxfordjournals.org/content/early/2012/04/27/jac.dks138.short?rss=1

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,830885,00.html

Kommentar & Ergänzung:

Knoblauch wird heute vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen und eingesetzt.

Die Wirkung gegen verschiedenste Infektionskrankheiten ist aber schon seit langem bekannt.

Wahrscheinlich ist es auch kein Zufall, wenn in südlichen Regionen mit warmem Klima und dementsprechend hohem Risiko von Lebensmittelverderbnis viel mit Knoblauch gekocht wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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