Beiträge

„Naturheilkunde: Wenn Eltern ihre Kinder gefährden“

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Unter dieser Schlagzeile publizierte die „Süddeutsche“ kürzlich einen Bericht zur Verhandlung des Bundesgerichtshofes gegen eine Mutter und ihren Lebenspartner, die ihren Kilian mit stundenlanger Meditation, strenger Diät und Ananas-Papayasaft, aber ohne wirksame Medikamente gegen seine Krankheit kämpfen liessen, wodurch seine Lunge mehr und mehr verschleimte. Der Junge litt an Mukoviszidose und wäre dringend auf Medikamente angewiesen gewesen.

Ausserdem musste Kilian immer wieder fasten, obwohl bei Mukoviszidose kalorienreiche Ernährung nötig ist. Er wog schließlich nur noch knapp 30 Kilogramm – 20 Kilo weniger als für seine Größe normal.

Nur die Flucht zu seinem leiblichen Vater habe den damals 15-Jährigen vor dem sicheren Tod bewahrt, so der Richter – und die Medikamente, die er dann wieder bekam.

Die Mutter und ihr Lebensgefährte hätten sich der schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen schuldig gemacht, fand das Gericht. Sie müssen wegen Misshandlung ins Gefängnis.

Der Angeklagte ist als „Guru von Lonnerstadt“ bekanntgeworden. Er bezeichnet sich selbst als „Lehrer der zeitlosen Weisheit“. Offenbar waren er und seine Partnerin davon überzeugt, die Krankheit mit ihren Naturheilverfahren heilen zu können – was sich als fataler Irrtum erwies.

Eingesehen haben sie ihren Irrtum und ihre Schuld aber noch nicht.

Und hier kommt die Schlagzeile der „Süddeutschen“ ins Spiel: Können Eltern ihre Kinder durch Naturheilkunde gefährden?

Eine Antwort darauf gibt im Beitrag Edzard Ernst, emeritierter Professor für Alternativmedizin an der Universität im britischen Exeter:

„Viele Alternativbehandlungen sind harmlos. Aber leider sind die Behandler nicht immer harmlos.“

Nämlich dann, wenn sie ihre Kompetenzen überschreiten, Diagnosen verkennen oder lebensrettende schulmedizinische Behandlungen unterlassen.

 

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/naturheilkunde-glauben-mit-nebenwirkungen-1.2594935

http://www.infranken.de/regional/erlangenhoechstadt/Guru-aus-Lonnerstadt-erneut-vor-Gericht;art215,1109588

 

Kommentar & Ergänzung:

Edzard Ernst bringt es auf den Punkt: Es sind weniger die Behandlungen selbst, die mit Risiken verbunden sind (obwohl auch das möglich ist). Entscheidender ist die Haltung der Behandlerinnen oder Behandler. Und dazu muss ich sagen, dass mir im Verlaufe von rund 30 Jahren, in denen ich mich in den Bereichen Naturheilkunde, Komplementärmedizin und Alternativmedizin bewege, wirklich viele Behandlerinnen und Behandler über den Weg gelaufen sind, bei denen ich grosse Zweifel habe, ob sie ihre Grenzen kennen. Ich vermisse in diesen Bereichen über weite Strecken eine ernsthafte Auseinandersetzung und Diskussion über Grenzen der eigenen Methoden. Ich treffe auf Allmachtsvorstellungen noch und noch und auf narzisstisch verstiegene Guru-Figuren wie diesen unsäglichen selbsternannten „Lehrer der zeitlosen Weisheit“, der in seiner Verblendung das Leben eines Kindes aufs Spiel setzt.

Konsumentinnen und Konsumenten kann man da nur entschieden zu kritischer Wachsamkeit raten. Je grösser die Versprechungen, desto unseriöser in der Regel das Angebot.

Siehe auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Naturheilkunde: Sorgfältig prüfen lernen

Komplementärmedizin: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Heilpflanzenkurse: Die Checkliste – so prüfen Sie Qualität

Komplementärmedizin: Mehr Argumente, weniger fraglose Gläubigkeit

Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Giftig oder ungiftig? Beim Kräutersammeln kann man Entscheidendes falsch machen!

Diesen Artikel teilen:

Kräutersammeln ist im Trend. Wildkräuter und Heilpflanzen frisch aus der Natur gepflückt – das kommt gut an.

Grundsätzlich ist mir dieser Trend sympathisch. Wer Kräuter sammelt, achtet wieder mehr auf die Natur in der Umgebung und auf die Jahreszeiten.

Gesundheitsförderlich wäre allerdings der Grundsatz, die Pflanzen zuerst gut kennenzulernen…..und dann erst zu essen.

Diese „Lebensregel“ wird meinem Eindruck nach oft nicht beachtet.

Manchmal fehlt sogar ein klares Bewusstsein dafür, dass es auch Giftpflanzen gibt. Die Natur ist in manchen Köpfen einfach nur gut und sanft und heilsam zu uns.

Solche Idealisierungen finden sich leider oft auch in den Medien.

Ein Beispiel dafür liefert „Via“ (Nr. 5 / 2015), die Zeitschrift der SBB, in einem Text mit Aussagen der Heilkräuterfrau L. L. aus dem Maderanertal, die ein gerütteltes Mass an Fehlinformationen, Simplifizierungen und Übertreibungen enthalten.

Zitat:

„Falsch
machen könne man beim
 Kräutersammeln übrigens 
kaum etwas. Es gibt zwar einige giftige Pflanzen, wie beispielsweise die Wolfsmilch 
oder der Fingerhut, doch die 
erkenne man an einer ganz einfachen Regel: Blumen mit gleichständigen Blättern sind meistens ungiftig, die mit versetzten Blättern am Stängel sind giftig.“

Diese Aussage tönt simpel und klar und kommt damit zweifellos gut an bei einem Publikum ohne Fachkenntnisse. Einfache Regeln sind attraktiv, weil sie von der Anstrengung entbinden, sich wirklich kundig zu machen.

Die Aussage im Zitat ist falsch und fahrlässig:

– „Blumen mit gleichständigen Blättern sind meistens ungiftig,…“

Zwar ist es richtig, dass die meisten Blumen mit gegenständigen Blättern ungiftig sind. Aber „meistens“ ist im Zusammenhang mit Giftpflanzen ein ziemlich problematischer Begriff. Auf „meistens“ würde ich mich bezüglich Giftpflanzen nicht verlassen. Beispiele für Giftpflanzen mit gegenständigen Blättern sind Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Gnadenkraut (Gratiola officinalis), Poleiminze (Mentha pulegium).

Die Heilkräuterfrau L. L. verwendet zudem nicht den botanisch eindeutigen Begriff „gegenständig“, sondern den vageren, unüblichen Begriff „gleichständig“. Als „gleichständig“ könnten botanische Laien auch die Giftpflanze Tollkirsche (Atropa belladonna) interpretieren, weil dort jeweils ein grosses und ein kleines Blatt beieinander stehen. Auch die Giftpflanzen Einbeere (Paris quadrifolia), Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) könnten Laien durchaus als „gleichständig“ auffassen.

– „….die mit versetzten Blättern am Stängel sind giftig.“

Diese Aussage ist vollkommen unsinnig. Ja, es gibt Pflanzen mit wechselständigen Blättern (so der botanisch korrekte Begriff), die giftig sind. Aber die meisten Pflanzen mit wechselständigen Plättern sind ungiftig – auch viele wechselständige Heilpflanzen wie zum Beispiel Schafgarbe, Kümmel und Bibernell.

Diese Aussagen im Magazin „Via“ sind ein Beispiel dafür, wie man nicht vereinfachen sollte.

Der Text enthält aber auch sonst eine Reihe fragwürdiger Aussagen.

Beispielsweise:

– „Der Rote Enzian hilft dank seines Bitterstoffs gegen Bauchschmerzen und Krämpfe,…“

Das ist viel zu pauschal. Eine rein symptomorientierte Empfehlung ist hier nicht sinnvoll. Es kommt auf die Ursachen der Bauchschmerzen und Krämpfe an, ob Bitterstoffe wirksam sind – in den meisten Fällen dürfte das nicht der Fall sein.

Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an und können auch die Darmperistaltik beschleunigen. Sie wirken damit günstig bei Völlegefühl und Verdauungsschwäche, gegen Krämpfe wirken sie normalerweise nicht.

Im übrigen steht der „Rote Enzian“, präziser der Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) in vielen Kantonen unter Naturschutz.

Und bei den Enzianen wird die Wurzel verwendet – damit zerstört man die Pflanze. Wenn schon selber gesammelt werden soll: Warum nicht eine Bitterstoffpflanze verwenden, die verbreitet vorkommt und gut nachwächst? Zum Beispiel Schafgarbe?

– „Augentrost….ist einfach ein wunderbares Heilmittel für allerlei Augenleiden,…“

Allerlei Augenleiden – das ist viel zu grenzenlos. Es verleitet dazu, dem Augentrost auch Wirksamkeit zuzutrauen bei Kurzsichtigkeit, Grauen Star, Grünem Star, Makuladegeneration usw.

Es ist aber schwer vorstellbar, dass Augentrost einfach immer gut fürs Auge ist – egal welche Ursache der Augenerkrankung zugrunde liegt.

Traditionell wendet man Augentrost bei leichten Bindehautentzündungen an. Gerbstoffe könnten dabei eine günstige Wirkung gegen Entzündungen erklären. Genauer untersucht worden ist das aber bisher nicht. Ich selber bevorzuge bei Bindehautentzündung Umschläge mit Schwarztee.

Empfehlung:

In den Bereichen Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Alternativmedizin begegnet man nicht selten derart vagen Gummiaussagen wie „gegen allerlei Augenleiden“. Das sollte man immer als Warnzeichen nehmen und nachfragen, was damit genau gemeint ist.

Fazit:

Jede und jeder soll seine Meinung äussern und im Internet publizieren dürfen. Soweit klar. Aber es gibt auch eine Verantwortung von Autorinnen und Autoren für ihre Aussagen, insbesondere wenn es um die Behandlung und Heilung von Krankheiten geht. Und diese Verantwortung wird meiner Ansicht nach im Internet, aber auch in Büchern und im Unterricht, allzu oft nicht genügend wahrgenommen.

Wer sich im Internet informieren will, muss daher in der Lage sein, alle Aussagen sehr kritisch zu prüfen.

Siehe auch:

Naturheilkunde – sorgfältig prüfen lernen!

Komplementärmedizin – Qualität und Quacksalberei 

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Heilpflanzenkurse: Die Checkliste – so prüfen Sie die Qualität 

Quelle:

Die Ausgabe 5 / 2015 von „Via“ findet man als PDF auf der SBB-Website:

http://www.sbb.ch/sbb-konzern/medien/publikationen/via/archiv.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Pharmazieprofessoren kritisieren industrielastige Weiterbildung der Apotheker

Diesen Artikel teilen:

Acht Pharmazieprofessoren kritisieren in einem offenen Brief an den Präsidenten der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Andreas Kiefer, sowie den Landesapothekerkammern die Nähe zu Pharmaunternehmen.

Die Unterzeichnenden verlangen, dass sich die Kammern wieder auf ihre „elementaren Aufgaben besinnen“ sollten.

In dem Brief werden von Pharmaunternehmen moderierte Fortbildungsveranstaltungen beanstandet. Bei den Seminaren trete der Anspruch einer wissenschaftlich fundierten und von wirtschaftlichen Interessen der Industrie und Ärzten entkoppelten Arzneimittelversorgung in den Hintergrund, erklären die Professoren. Auch die sachgerechte Beratung der Patienten über die Therapie sehen sie dadurch in Gefahr.

Dass diese Sorge berechtigt sei, zeige zum Beispiel eine Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Schüßler-Salz-Salben. Als Referent sei ein Mitarbeiter des Karlsruher Unternehmens Deutsche Homöopathie Union (DHU) geladen worden, kritisieren die Wissenschaftler.

Eine „als Fortbildung verbrämte und zertifizierte“ Veranstaltung der Industrie steht nach Ansicht der Professoren im „Gegensatz zur Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Apothekerstandes“. Für Schüßler-Salze existiere außerdem kein wissenschaftlich belegter Wirksamkeitsnachweis.

Die Kammern sollten sich auf ihre ursprünglichen Aufgaben konzentrieren, verlangen die Professoren. Dazu gehöre insbesondere die Pflicht, für die Qualität der Berufsausübung sowie die der Fort- und Weiterbildung zu sorgen.

Unterzeichnet haben den offenen Brief die Professoren Dr. Theodor Dingermann (Frankfurt), Dr. Bernd Clement (Kiel), Dr. Ulrike Holzgrabe (Würzburg), Dr. Ernst Mutschler, Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Frankfurt), Dr. Dieter Steinhilber (Frankfurt), Dr. Angelika Vollmar (München) und Dr. Werner Weitschies (Greifswald).

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/fortbildung-pharmazie-professoren-kritisieren-apothekerkammer/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist meines Erachtens eine sehr gute Initiative, die auch in der Schweiz nachahmenswert wäre.

Dass die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Apotheken und Drogerien weitgehend durch Veranstaltungen erfolgt, die von Pharmaherstellern finanziert und durchgeführt werden, ist fragwürdig und gefährdet eine fachlich unabhängige Beratung. Die Tendenz zu solchen firmengesponserten Weiterbildungskursen ist nicht nur zu beobachten bei der „klassischen Pharmaindustrie“, sondern auch bei Produkten aus Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin.

Das gleiche Problem haben wir selbstverständlich auch mit firmengesponserten Weiterbildungen und Kongressen der Ärzteschaft und bei den NaturheilpraktikerInnen.

Mehr Unabhängigkeit wäre sehr wünschenswert.

P.S.: Ich biete Ihnen in meinen Heilpflanzenkursen und in der Phytotherapie-Ausbildung firmenunabhängiges Wissen. Wir nehmen die Hersteller und ihre Produkte genau unter die Lupe und ich bin kein Propagandist für irgendwas oder irgendwen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kräuterkurse – wie prüft man Qualität?

Diesen Artikel teilen:

Kräuterkurse werden in grosser Zahl angeboten, doch stellt sich die Frage: Wie prüft man die Qualität des Angebots?

Wenn es um die Gesundheit geht, braucht es jedenfalls verlässliche und fundierte Informationen. Kräuterkurse kann aber jeder und jede anbieten. Eine Qualitätskontrolle gibt es nicht.

Um die Qualität beurteilen zu können, braucht es jedoch ein Fachwissen, das in den meisten Fällen eben gerade nicht hat, wer sich für einen solchen Kurs interessiert.

Qualitätskriterien für Kräuterkurse

Hier finden Sie darum ein paar Kriterien, die dabei helfen können, bei Kräuterkursen die Spreu vom Weizen zu trennen:

Heilpflanzenkurse: So prüfen Sie Qualität

Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Für die Phytotherapie gibt es als Qualitätssicherung die ESCOP-Monografien, auf denen auch die wichtigsten Fachbücher basieren.

Die ESCOP-Monografien entstehen durch einen Diskussionsprozess, in welchem Studien und dokumentierte Erfahrungen ausgewertet werden. Fragwürdig ist dagegen in den meisten Fällen, wenn in Kräuterkursen überwiegend die eigenen Ansichten und die unreflektierten Erfahrungen der Leiterin oder des Leiters vermittelt werden.

Hier ist das Risiko von Selbsttäuschung und Täuschung gross. Bei Wissen, das einem Diskussionsprozess zwischen Fachleuten ausgesetzt wurde, besteht dagegen eine Chance, dass die gröbsten Selbsttäuschungen und Täuschungen eliminiert wurden.

Kollektiv erarbeitetes Wissen, das in der kritischen Auseinandersetzung erarbeitet wurde, ist fundierter als angebliche „Erleuchtungen“ von Einzelpersonen.

Kräuterkurse, die den erwähnten Qualitätskriterien entsprechen, finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Guter Heinrich und andere essbare Wildpflanzen kennenlernen…

Diesen Artikel teilen:

…das können Sie auf meinen Wildblumenkursen und Heilkräuterexkursionen.

Essbare Wildpflanzen sind im Trend. Wer sich für essbare Wildpflanzen interessiert, bekommt oft einen besseren Bezug zur Entwicklung der Pflanzenwelt im Jahreslauf und nimmt seine oder ihre vegetabilen Nachbarn in der Umgebung stärker wahr. Das sind positive Nebeneffekte des Trends zu essbaren Wildpflanzen.

Nützlich wäre es aber schon, die Pflanzen zu kennen, bevor man sie ausreisst und verspeist.

Erstens gibt es Wildpflanzen, die unter Naturschutz stehen, und die man schonen sollte.

Zweitens gibt es neben den eigentlichen Giftpflanzen auch Wildpflanzen, bei denen einfach noch nicht geklärt ist, ob sie ohne gesundheitliches Risiko gegessen werden können.

Und drittens gibt es bei essbaren Wildpflanzen manchmal leicht verwechselbare ähnliche Arten.

Kennenlernen können Sie Wildpflanzen und Heilkräuter in meinen Heilpflanzenkursen und Kräuterexkursionen.

Daten und Orte finden Sie hier.

P.S.: Guter Heinrich eignet sich als Wildspinat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Umfrage: Bestellungen beim Universum

Diesen Artikel teilen:

Das Buch „Bestellungen beim Universum“ von Bärbel Mohr ist bekanntlich ein Bestseller. Tausende haben seither bereits ihre Bestellungen beim Universum deponiert.

Der Online-Händler „Sheng Fui“ ist die einzige autorisierte Bestellannahme für Bestellungen beim Universum im Internet.

„Sheng Fui“ hat in der Vergangenheit bereits unzählige Bestellanfragen abgewickelt, von kleinsten Gegenständen bis hin zum Einfamilienhaus, von der Anbahnung von Partnerschaften bis hin zur Stiftung von Ehen samt Nachwuchslieferung.

Umfrage: Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Bestellung beim Universum?

Nun startet „Sheng Fui“ eine Umfrage zur Ermittlung der Kundenzufriedenheit. Die Resultate werden direkten Einfluss auf Bestellabwicklung und Bestellprozesse haben. Beteiligen Sie sich daher rege an der Umfrage und nutzen Sie die verschiedenen Antwortmöglichkeiten. Sie finden auf „Sheng Fui“ auch Rückmeldungen zur Zufriedenheit anderer Kundinnen und Kunden des Universums.

Noch offen ist, ob die Ergebnisse in die nächsten Bestseller von Bärbel Mohr einfliessen werden („Nachbestellungen beim Universum“, „Reklamationen beim Universum“,  „Anleitung für Umtauschaktionen beim Universum“).

Auf der „Sheng Fui“-Plattform finden Sie die Unterlagen für Ihre Teilnahme an der Umfrage. Es lohnt sich, denn auch Sie sind bestimmt interessiert an einem reibungslosen Service.

————————————————————————————————————————-

Inserat:

Spezialangebot (ernst gemeint): Für Angehörige von Menschen, die sich im Esoterik-Dschungel verirrt haben, biete ich zur Klärung und Unterstützung die Eidberger Gedankengänge an.

Martin Koradi

Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen

Ausbildungen in Phytotherapie / Weiterbildung Pflanzenheilkunde

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

http://moodle.heilpflanzen-info.ch/


Diesen Artikel teilen:

Boulevardzeitung „Blick“: Fahrlässige Berichterstattung über Suizide

Diesen Artikel teilen:

Die Boulevardzeitung Blick hat in den letzten Tagen zweimal detailliert über Suizide von bekannten Personen aus Politik und Wirtschaft berichtet (z. B. mit detaillierte Abläufen, Fotos vom Tatort).

Solche Berichte verletzen die Würde der gestorbenen Personen und sie bergen ein Risiko für Nachahmungshandlungen.

Für höhere Klick-Raten im Internet und höhere Verkaufzahlen am Kiosk verletzt die Zeitung die journalistische Sorgfaltspflicht.

Die verantwortlichen Personen in Redaktion und Verlag sollten meines Erachtens zurücktreten.

Hier die Richtlinien des Schweizerischen Presserates zur Suizidberichterstattung:

„Respektierung der Privatsphäre

1. Suizide und Suizidversuche sind eine soziale Realität. Sie können für die Massenmedien grundsätzlich kein Tabu sein.

2. Die Art und Weise, wie Menschen leben und sterben, gehört zu ihrer Privatsphäre. Berichte über den Tod eines Menschen bedeuten daher immer, dass die Grenze zum Intimbereich überschritten wird. Darum müssen die Massenmedien bei Suizidfällen grösste Zurückhaltung üben. Es gilt abzuwägen zwischen dem Schutz der Privatsphäre (Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person, Gefühle der Angehörigen) und dem Anspruch der Oeffentlichkeit auf Information. Im Zweifelsfall ist nicht zu berichten.

3. Suizidfälle können Gegenstand der Berichterstattung sein, – wenn sie grosses öffentliches Aufsehen erregen, – wenn sie im Zusammenhang mit einem von der Polizei gemeldeten Verbrechen stehen, – wenn sie Demonstrationscharakter haben und auf ein ungelöstes Problem aufmerksam machen wollen, – wenn dadurch eine öffentliche Diskussion ausgelöst wird – oder wenn Gerüchte und Anschuldigungen im Umlauf sind.

4. Ebenfalls ein Thema journalistischer Behandlung sind Häufungen von Suizidfällen in öffentlichen Institutionen (wie Gefängnissen, Kasernen, Heilanstalten, Heimen), weil sie Fragen aufwerfen, die die Leitung, den Führungsstil, den Umgangston und den psychischen Druck in den betroffenen Institutionen betreffen.

5. In allen Fällen gehören in die Berichterstattung keine Namen und Bilder der Personen, die Suizid begangen oder den Versuch der Selbsttötung unternommen haben, keine Bilder der Tatorte, keine Adressen und keine weiteren Angaben aus dem Bereich der Privatsphäre und der Krankengeschichten.

6. Nehmen sich Personen der Zeitgeschichte das Leben und steht ihr Handeln zumindest in einem vermuteten öffentlichen Zusammenhang, so hat die Oeffentlichkeit einen Anspruch auf Information. In diesem Fall muss der Name genannt werden; auch ein Bild ist zulässig. Aber auch hier ist grösste Zurückhaltung geboten in der Art der Schilderung.

7. Wegen der Gefahr der Nachahmung sind detaillierte Berichte über Suizide und Suizidversuche zu vermeiden. Dies gilt nicht nur für reale Fälle, sondern auch für fiktive in Kriminalfilmen, Beziehungsgeschichten, Milieufilmen usw. Die Frage der Medienwirkung ist beim Entscheid über die Publikation oder Ausstrahlung eines Berichtes über einen Suizidfall mitzuberücksichtigen.“

(Quelle: http://www.presserat.ch/9208.htm)

Die Richtlinie des Deutschen Presserats zur Berichterstattung über Suizidenten hält fest: „Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt.“

(Quelle: Wikipedia)

Dass vor allem detaillierte Berichte von Suiziden Nachahmungshandlungen fördern können, ist unter dem Ausdruck „Werther-Effekt“ bekannt.

Was ist der Werther-Effekt?

„Als Werther-Effekt wird in der Medienwirkungsforschung, Sozialpsychologie und Soziologie die Annahme bezeichnet, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Suiziden, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde, und einer Erhöhung der Suizidrate in der Bevölkerung besteht.“

(Quelle: Wikipedia)

Woher stammt der Begriff „Werther-Effekt“?

„Der Begriff geht zurück auf das Auftreten einer ‚Suizidwelle’ nach der Veröffentlichung von Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers im Jahr 1774 und seiner zahlreichen Nachahmungen (Wertheriaden). Dieses Phänomen wurde in der Wissenschaft kontrovers diskutiert: Während einige Forscher von einer Epidemie sprachen, verweisen andere auf die rückwirkend unzureichende epidemiologische Erfassung. Durch Quellen belegt ist heute lediglich eine zweistellige Anzahl von Suiziden, die nachweislich in Zusammenhang dieser Buchpublikation standen.

Einige der Suizidenten kleideten sich wie die Figur des Werther in der so genannten Werther-Tracht (bestehend aus blauem Tuchfrack, gelber Weste, Kniehosen aus gelbem Leder, Stulpenstiefeln und rundem, grauem Filzhut), andere trugen bei ihrem Suizid Goethes Buch bei sich. Damals wurde vom ‚Wertherfieber’ gesprochen. Goethe selbst hatte mit einer solchen Wirkung seines Werkes nicht gerechnet. Er schrieb später: ‚So verwirrten sich meine Freunde daran, indem sie glaubten, man müsse die Poesie in Wirklichkeit verwandeln […] und sich allenfalls selbst erschießen: und was hier im Anfang unter Wenigen vorging, ereignete sich nachher im großen Publikum’.

Der Stadtrat in Leipzig verbot die Verbreitung des Werther im Januar 1775 nach den ersten bekannt gewordenen Suizidfällen mit der Begründung „es wird hier ein Buch verkauft, welches den Titel führt Leiden des jungen Werthers. Diese Schrift ist eine Empfehlung des Selbst Mordes“. Auch das Tragen der Werther-Tracht wurde verboten. Das Verbot galt in Leipzig bis 1825. Auch in anderen Städten wurde die Verbreitung des Briefromans untersagt, um Nachahmungstaten zu verhindern.

Der Leipziger Rechtswissenschaftler Christian Gottlieb Hommel soll dagegen 1778 geäußert haben: ‚Alle Welt hat dieses Buch gelesen, aber sich noch niemand erschossen.’ Und an anderer Stelle: ‚Ich weiß aber, daß einer sich erhängt hat, der einen theologischen Schrieb gegen Goethe bis zum Ende durchgelesen hat.’“

(Quelle: Wikipedia)

Wissenschaftliche Forschung zum Werther-Effekt

„Für den Wirkungszusammenhang zwischen dem Vorbild-Suizid und den Nachfolgetaten benutzen Wissenschaftler die Begriffe Imitationshypothese, Suggestionstheorie, Enthemmungseffekt oder Ansteckungshypothese. Der ‚Werther-Effekt’ wird nicht nur von Medienforschern und Psychologen untersucht, sondern auch von Wissenschaftlern der Suizidologie.

Der Begriff Werther-Effekt wurde 1974 von dem amerikanischen Soziologen David Philipps eingeführt, der als erster Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Berichterstattung über Suizide prominenter Personen und der Suizidrate der Bevölkerung nachweisen konnte. Er recherchierte, über welche Selbsttötungen Prominenter die New York Times zwischen 1947 und 1967 auf der Titelseite berichtet hatte – es waren 33 Fälle – und untersuchte die amtlichen Statistiken über Todesfälle auf mögliche Auswirkungen auf die Suizidrate. Philipps stellte in allen Fällen einen Anstieg der Rate fest. Die Zahl der Nachahmungstäter war umso höher, je prominenter der Suizident war. Die größte Suizidwelle dieser Untersuchung wurde durch die Berichterstattung über den Tod Marilyn Monroes ausgelöst, obwohl es zu ihrem Tod verschiedene Theorien gab und gibt. Weitere Studien Philipps, in denen er behauptete, Nachahmungen seien auch kausal nach fiktiven Selbstmorden in Seifenopern nachweisbar, gelten jedoch als unzureichend und nicht aussagekräftig.

In Deutschland beobachteten die Psychologen Armin Schmidtke und Heinz Häfner im Zusammenhang mit dem mehrteiligen ZDF-Film Tod eines Schülers im Jahr 1981 eine statistische Häufung der Suizide. Die sechs Folgen erzählen die Vorgeschichte einer Selbsttötung aus verschiedenen Perspektiven, der Moment des Suizids wurde zu Beginn jeder Folge gezeigt. Während der Ausstrahlung der Serie nahm die Suizidrate unter 15- bis 19-jährigen männlichen Schülern im Vergleich zu den Jahren davor und danach um 175 Prozent zu. Die Serie wurde anderthalb Jahre später erneut gezeigt und produzierte wiederum einen Effekt, diesmal betrug die Zunahme der Selbsttötungen bei Jugendlichen 115 Prozent.

Jüngere Studien kommen zu der Feststellung, dass es Nachahmungseffekte bei Suiziden gibt, wobei diese bei der Berichterstattung realer Fälle höher ausfallen als bei fiktionalen Suiziden. Jane Pirkis und R. Warwick Blood werteten 2001 in einer Metastudie 42 Studien aus und gelangen zu ähnlichen Ergebnissen. Nach Schmidke und Schaller sowie anderen sind folgende Einflussgrößen relevant: Publizitätsgrad, Art der Medien, Anzahl und Art der Rezipienten, Eigenschaft der Rezipienten, Art des dargestellten Verhalten, Valenz des Modells (‚Vorbild’), Darstellung der Konsequenzen sowie kurz- und langfristige Effekte der Medienmodelle auf den Rezipienten. Nicht bestätigt sowie teilweise kritisiert wird die Gefahr eines reinen Kausalzusammenhangs: Robert D. Goldney stellte die Beziehung zwischen Medienberichten und Suiziden zwar nicht in Frage, warnte aber davor Medien zum „Sündenbock“ zu machen. Vielmehr seien andere Risikofaktoren wie psychische Störungen mitursächlich.

Neben prominenten Vorbildern spielen bei Suiziden auch der Ort und die Methode des Selbstmords eine Rolle. So gilt die Golden Gate Bridge als Reiseziel von Suizidenten. Ebenso wuchs nach der Berichterstattung über Robert Enke die Zahl der Schienensuizide an, nach Angaben des Leipziger Psychiatrieprofessors Ulrich Hegerl mit viermal so vielen Toten unmittelbar nach der Tat.“

(Quelle: Wikipedia)

(Ergänzung: Blick beschreibt in einem Fall die genaueren Umstände eines Bahnsuizides. Falls es – wie nach der Berichterstattung über den Suizid von Robert Enke – zu einer Vervierfachung der Schienensuizide kommt, trägt „Blick“ Mitverantwortung an diesen auch die Angehörigen und  die beteiligten Lokführer tragischen Ereignisse, M.K.)

„Bereits in den 1950er Jahren wurde nach der Berichterstattung über das Pflanzenschutzmittel E 605 eine Zunahme der suizidalen Vergiftungen mit diesem Mittel registriert. Karl-Heinz Ladwig, Professor für Psychosomatische Medizin sagte: „Man muss sich noch nicht einmal mit dem Menschen identifizieren können, um seine Tat nachzuahmen.“ Es genüge bereits, dass sich durch Medienberichte die Methode oder der Ort des Suizids im kollektiven Bewusstsein festsetze.“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Umgang von Redaktionen mit dem Werther-Effekt

„Dass das Thema in Redaktionen nicht noch ernster genommen wird, erklärt der Medienjournalist Stefan Niggemeier damit, dass die bisherigen Erkenntnisse der Forschung dem Selbstverständnis von Journalisten entgegenstehen: ‚Schon der Gedanke, dass nur das Berichten einer Tatsache – sogar unabhängig davon, ob man Namen oder andere Details nennt – erhebliche negative Folgen haben kann, ist schwierig für Journalisten.’ Er kommt zu dem Schluss: ‚Natürlich muss es dann auch möglich sein, zu sagen: Das hier ist zwar eine ganz spannende Geschichte, und ich weiß auch 37 Details, die ich gerne erzählen würde, aber ich schreibe trotzdem ganz nüchtern und lasse von den 37 Details 36 weg. Ja, das läuft den normalen Regeln des Journalismus zuwider, aber an der Stelle müssen die Regeln dann halt mal ausgesetzt werden!’“

(Quelle: Wikipedia)

Fazit: Entweder wissen die Verantwortlichen in der Blick-Redaktion nicht, was sie da tun. Dann steht ihre journalistische Qualifikation fundamental in Frage. Oder sie wissen was sie tun. Dann kann daraus eigentlich nur geschlussfolgert werden, dass sie über Leichen gehen für höhere Verkaufzahlen.

P.S. Ich verzichte hier bewusst auf die Nennung der Namen der vom Blick vermarkteten Suizidopfern. Das hat zur Folge, dass dieser Beitrag deutlich weniger über Google gefunden wird.

——————————————————————————————————————-

Inserat:

Schmerzen? Chronische Krankheiten?

www.patientenseminare.ch

Heilpflanzenkurse / Phytotherapie-Ausbildung

www.phytotherapie-seminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Socar aus Aserbaidschan übernimmt Esso-Tankstellen in der Schweiz

Diesen Artikel teilen:

Die in Aserbaidschan domizilierte Energie-Firma Socar übernimmt die Esso Schweiz. Mit dem Kauf will das vom aserbaidschanischen Staat kontrollierte Unternehmen gross in den Schweizer Ölmarkt und Gasmarkt einsteigen.

Das meldete heute die Tagesschau.

Ebenfalls heute publizierte Amnesty International einen unerfreulichen Bericht zu Aserbaidschan:

„ Wer in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf der Strasse laut «Freiheit» ruft, riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Tagen. Wenige Monate vor dem Eurovision Song Contest 2012 richtet sich die zunehmende Repression auch gegen die freie Meinungsäusserung im Internet. Ein neuer Bericht von Amnesty International zeigt auf, wie die Regierung mit gezielten Schikanen und willkürlichen Verhaftungen verhindern will, dass Facebook und Twitter für die Organisation von Protesten und die Verbreitung von regierungskritischen Informationen eingesetzt werden.“

(Quelle: Amnesty International)

Weitere Infos zur Lage in Aserbaidschan hier

Da ich kein Auto besitze, kann ich nun die unappetitliche Esso / Socar nicht meiden.

Aber wer ein Auto besitzt könnte sich ja nun überlegen, welche Benzinfirma unterstützenswürdiger ist.

P.S.:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Inserat:

Martin Koradi

Heilpflanzenkurse & Heilkräuterexkursionen

Ausbildungen in Phytotherapie / Weiterbildung Pflanzenheilkunde

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

http://moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Italien: Silvio Berlusconi bedroht Informationsfreiheit – Wikipedia vorübergehend im Streik

Diesen Artikel teilen:

Die italienische Regierung plant ein Gesetz gegen kritische Inhalte im Internet. Aus Protest haben die Betreiber der Wikipedia-Plattform in Italien ihre Seite vorübergehend abgeschaltet. Nun ist sie aber wieder online.

Der Grund für diesen Streik ist ungeheuerlich:

Die italienische Regierung will ein neues Gesetz in Kraft setzen zum Schutz der Privatsphäre und vor Abhörmaßnahmen, das so genannte „DDL intercettazioni“. Der Gesetzesentwurf sieht hauptsächlich eine bessere Kontrolle von publizierten Inhalten (Paragraph 29) vor.

So will die Regierung Berlusconi durchsetzen, dass die Betreiber von Webseiten innerhalb von 48 Stunden kommentarlos Texte korrigieren müssen, sobald ein Antragsteller das verlangt. Dieser kann sich dabei auf eine mögliche Rufschädigung beziehen. Weitere Gründe oder eine Bewertung durch unabhängige Personen sind nicht nötig. Wer den  Antrag nicht umsetzt, muss mit einer Strafe von bis zu 12.000 Euro rechnen.

Silvio Berlusconi könnte dann beispielsweise missliebige Passagen von Webseiten entfernen lassen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Aussagen. Das ist ein unerhörter Eingriff in die Informations- und Meinungsäusserungsfreiheit.

Die Wikipedia-Autoren sehen durch das geplante Gesetz die Arbeit der Enzyklopädie bedroht: „Neutralität, Freiheit und Überprüfbarkeit der Inhalte stehen unglücklicherweise auf wackligem Boden“, schreiben sie in der Mitteilung. Und sie betonen, dass jeder sich durch Inhalte in einem Blog, einer Online-Zeitschrift oder auch Wikipedia angegriffen fühlen und die Entfernung des Inhalts verfügen könne.

Auch in Italien sind Presse- und Meinungsfreiheit in der Verfassung garantiert. Doch der Gesetzesentwurf beschneide deutlich die Berichterstattung, befürchten die Wikipedia-Autoren. Und italienische Blogger sowie etliche Journalisten sprechen gar von einem „Gesetz mit faschistischen Zügen“.

Viele Kritiker des geplanten Gesetzes vermuten, dass sich der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit der Reform selbst schützen will. Vor wenigen Wochen war Berlusconi wieder einmal durch einen Abhörskandal in die Schlagzeilen geraten. Hasstiraden über Italien und Beschimpfungen über Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren dadurch publik geworden.

Der Wikipedia-Appell und der Wikipedia-Streik sind eine Warnung an die italienische Regierung und ein Plädoyer für die Presse- und Informationsfreiheit in Italien. Falls das Gesetz tatsächlich verabschiedet wird, könnte dies das Ende des italienischen Wikipedia-Portals sein.

Quelle:

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13642573/Italiens-Wikipedia-streikt-gegen-Berlusconi-Zensur.html

Kommentar & Ergänzung:

Auch „Die Zeit“ schreibt über den neuesten Schlag von Silvio Berlusconi gegen die Informationsfreiheit:

„ Würde sich ein Politiker oder sonst irgendwer durch einen Wikipedia-Eintrag oder einen anderen Online-Text kritisiert fühlen, könnte er eine Änderung des entsprechenden Textes bestellen. Und der Website-Betreiber müsste Folge leisten. Ohne juristische Prüfung, ohne irgendeine Bewertung durch Dritte, einfach so. Dieser oder jener Artikel passt mir nicht? Weg damit! Berichterstattung, Meinungsäußerung, Journalismus im Netz wären damit in Italien tot.“

Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-10/italien-wikipedia-gesetz-datenschutz

Dieser grössenwahnsinnige, aufgeblasene, paranoide und hochnotpeinliche Gockel, der laufend Gesetze für sich selber zurechtbiegt und produziert, damit den Rechtsstaat beugt und die Demokratie aushöhlt, sollte endlich verschwinden – am besten ins Gefängnis.

Absetzen kann man den Mann aber leider nicht so einfach. Zuviele Italienerinnen und Italiener haben ihn schliesslich mehrmals begeistert gewählt. Und von selber wird er nicht gehen, weil er sich für unverzichtbar und unersetzlich hält. Das war er ja vielleicht auch jahrelang für den Vatikan und die Mafia.

Man sollte dieses zwielichtige Grossmaul sozial isolieren. Kein anständiger Politiker, keine anständige Politikerin sollte ihm mehr die Hand reichen.

Italien würde es gut tun, wenn sich endlich eine Regierung um die nationale Wirtschafts- und Schuldenkrise kümmern würde statt um die privaten Interessen des Regierungschefs.

Irgendwie müsste man nun darüber nachdenken, wo man sein Befremden deponieren kann über diesen erneuten Versuch, die Informationsfreiheit einzuschränken.

In Deutschland und in Österreich haben die Medien über den Wikipediastreik und seine Hintergründe breit berichtet. In der Schweiz blieb die Reaktion bisher sehr marginal.

Vielleicht müssten ja – falls das Gesetz zustande kommt – möglichst viele Leute der staatlichen italienischen Zentrale für Tourismus (ENIT) in Zürich, Frankfurt und Wien mitteilen, dass ein Land mit einem solchen Informationsknebelungs-Gesetz aus ihrer persönlichen Urlaubsplanung herausfällt…….

Tourismus- und Wirtschaftsverbände in Italien müssten nämlich unmissverständlich Druck ausüben auf die Verbündeten von Silvio Berlusconi, damit er gestürzt werden kann.

Das tun sie aber offenbar nur, wenn Umsatzeinbussen drohen.

Wachsam bleiben! Und vielen Dank an Wikipedia Italien für die wachrüttelnde Aktion.

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

—————————————————————————————————————

Inserat:

Martin Koradi

Heilpflanzenkurse & Heilkräuterexkursionen

Ausbildungen in Phytotherapie / Weiterbildung Pflanzenheilkunde

www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

http://moodle.heilpflanzen-info.ch/

Diesen Artikel teilen:

Mädesüss mit Acetylsalicylsäure?

Diesen Artikel teilen:
Was für Unsinn man manchmal auf Kräuterexkursionen zu hören bekommt, davon konnte man kürzlich ein Beispiel in der Badischen Zeitung lesen. Aus dem Exkursionsbericht:
„Heilende Wirkung berge auch die Wiesenkönigin, im Volksmund als Mädesüß bekannt, insbesondere bei Schmerzen aller Art. Als Tee oder Sirup sorge sie mit ihrem Wirkstoff Acetylsalicylsäure für Schmerzfreiheit in zwei bis drei Stunden, ein gleiches Ergebnis könne auch das Holz der Weidenrinde erzielen…“
Quelle:
http://www.badische-zeitung.de/schuttertal/gespraeche-bei-gelee-von-maedesuess–46970786.html
Kommentar & Ergänzung:
Acetylsalicylsäure ist der Wirkstoff im Aspirin.
Mädesüss ( = Filipendula ulmaria, Wiesengeissbart, Spierstaude) enthält Abkömmlinge der Salicylsäure und somit Verwandte der Acetylsalicylsäure. Diese Stoffe sind aber nicht identisch.
Diese Unterscheidung ist nicht einfach spitzfindige Wortklauberei.
Acetylsalicylsäure ( = Aspirin) verbessert – wegen dem „Acetyl-Teil“ – die Blutfliesseigenschaften (Thrombozytenaggregationshemmung, Aspirin Cardio).
Diese Wirkung haben die Salicylate im Mädesüss nicht, weil sie keinen „Acetyl-Teil“ besitzen.
Diese Differenzierung sorgfältig zu machen ist wichtig für die Patientensicherheit. Wer fälschlicherweise behauptet, dass Mädesüss Acetysalicylsäure enthalte, also den gleichen Stoff wie im Aspirin, der fördert die irreführende Ansicht, dass Mädesüss auch wie Aspirin die Blutfliesseigenschaften günstig beeinflusst.
Nachvollziehbar ist die Anwendung von Mädesüssblüten als leicht fiebersenkende Heilpflanze bei Erkältungen und auch als leicht schmerzstillendes Mittel – diese Wirkungen lassen sich ableiten aus dem Gehalt an Salicylaten.
Jeder und jede kann Kräuterexkursionen anbieten. Es gibt in diesem Bereich weder Vorschriften noch Leitlinien.
Jeder und jede kann auch eine Ausbildung zur Kräuterpädägogin, zum Heilpflanzenfachmann etc. anbieten. Solche Bezeichnungen sagen nichts aus über Qualität.
Für Laien ist es daher nicht gerade leicht zu überprüfen, ob die Leiterin oder der Leiter einer Heilkräuterexkursion eine Ausbildung hat und ob diese Ausbildung etwas wert ist.
Empfehlenswert ist daher: Nicht alles glauben, kritische Fragen stellen oder zu mindestens im Kopf formulieren.
Diese Grundhaltung empfehle ich auch den Teilnehmenden auf meinen eigenen Heilkräuterexkursionen.
Nur wer fähig ist, kritische Fragen an das präsentierte Wissen zu stellen, kann sich auch eine eigene Meinung bilden. Wer fraglos alles glaubt, was ihm oder ihr erzählt wird, spart sich zwar den Aufwand des Nachdenkens. Irgendwann fällt man aber mit der „Faulheit des kritiklosen Für-wahr-Haltens“ (Ludwig Marcuse) auf die Nase. Und nicht zuletzt aus politischen Gründen ist diese blinde Gläubigkeit – wie man sie zunehmend auch im Umfeld von Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin leider antrifft,  ziemlich beunruhigend.
Hier finden Sie ein paar Kriterien, mit denen sich die Qualität von Heilpflanzenkursen prüfen lässt:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:
Diesen Artikel teilen: