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Zitronenmelisse-Extrakt beruhigt nervöse Herzen

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Melissenextrakt hilft laut einer iranischen Studie bei Herzstolpern.

Die Melisse (Melissa officinalis) wurde früher oft auch „Herztrost“ genannt und ihre beruhigende Wirkung wurde bereits von Ärzten des Altertums und Mittelalters wie Theophrastos und Paracelsus beschrieben. Daher ist es naheliegend, diese altbewährte Heilpflanze auch im Hinblick auf eine mögliche Wirksamkeit bei nervösen Herzbeschwerden zu untersuchen.

Inwiefern ein Melissenextrakt Patienten mit regelmäßig auftretendem gutartigen Herzrasen helfen kann, untersuchten nun Wissenschaftler im Iran mit einer kleinen Studie. Die Teilnehmer wurden per Zufallsentscheid in zwei Gruppen unterteilt, die über den Studienzeitraum von zwei Wochen entweder zwei Mal täglich eine Kapsel mit 500 mg Melissenextrakt oder aber Placebokapseln erhielten.

Erfasst wurden psychische Symptome wie Angstgefühle, depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Somatisierung und psychosoziale Belastungen.

Bei den Patienten in der Melissenextraktgruppe konnten die Vorfälle des Herzrasens um mehr als ein Drittel vermindert werden. Auch die Angstzustände und damit verbundene (Ein-)Schlafstörungen gingen bei diesen Patienten im Vergleich zu jenen, die Placebokapseln bekamen, deutlich zurück. Der Melissenextrakt wurde von den Probanden insgesamt gut vertragen.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/zitronenmelisse-beruhigt-nervoese-herzen.html

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874115000781?via%3Dihub

http://dx.doi.org/10.1016/j.jep.2015.02.007

 

Kommentar & Ergänzung:

Herzbeschwerden brauchen natürlich eine ärztliche Untersuchung. Bei nervös bedingten, funktionellen Herzbeschwerden können beruhigend wirkende Heilpflanzen wie Melisse oder Lavendel durchaus sinnvoll als Teil einer Behandlung eingesetzt werden.

Die Studie aus dem Iran ist interessant, wirft aber eine ganze Reihe von Fragen auf. An der beruhigenden Wirkung von Melisse dürfte das ätherische Melissenöl beteiligt sein, insbesondere sein Bestandteil Citronellal. Allerdings wird Melissenöl im hier untersuchten wässrigen Trockenextrakt aus Melisse kaum in relevanter Konzentration vorhanden sein. Darüber hinaus gibt es Hinweise aus Tierexperimenten, wonach Rosmarinsäure beruhigende und antidepressive Effekte auslösen kann. Ob sich diese Erkenntnisse auf die Anwendung beim Menschen übertragen lassen, ist aber ungeklärt. Rosmarinsäure kommt zudem nicht nur in Melisse vor, sondern auch in anderen Lippenblütlern wie Salbei oder Rosmarin, die dann eigentlich auch beruhigend wirken müssten.

Siehe dazu:

Was ist Rosmarinsäure?

Ich kann die Qualität und Aussagekraft der iranischen Studie nicht detailliert beurteilen. Klar ist allerdings, dass die Zahl der Teilnehmenden mit 71 ziemlich klein ist. Zudem haben nur 55 davon die Studie bis zum Abschluss mitgemacht. Diese Aussteigerquote von 16 scheint mir etwas gar hoch.

Ich habe zudem bei Studien aus dem Iran immer ein Wort von Roman Huber in Erinnerung. Der Leiter des Zentrums für Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg wies in einem Interview darauf hin, dass aus dem Iran genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen kommen. Das ist nicht sehr vertrauenserweckend (Interview siehe hier).

 

Die untersuchten Melissenextrakt-Kapseln sind bei uns nicht im Handel.

Ein wässriger Trockenextrakt aus Melisse ist Bestandteil von Baldriparan (zusammen mit Baldrianextrakt und Hopfenextrakt). Ein alkololischer Trockenextrakt aus Melisse ist Bestandteil von Dormiplant (zusammen mit Baldrianextrakt). Ich würde bei nervösen Herzbeschwerden aber durchaus auch Melissentee empfehlen, auch wenn es dafür keine Belege aus Studien gibt. Das kostet fast nichts und hat noch einen Ritualcharakter.

Klosterfrau Melissengeist enthält mir zuviel Alkohol. Siehe dazu:

Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

Wenn ich in deser Art auf kritische Punkte von Studien hinweise, werde ich manchmal gefragt, warum ich das mache. Ich könne doch froh sein, dass Studien gemacht werden und dadurch die Phytotherapie an Stärke gewinnt.

Die Phytotherapie gewinnt aber nur wirklich durch starke, gut gemachte Studien. Es ist sehr wichtig sich klarzumachen, dass es viele Studien gibt, die nur sehr geringe Aussagekraft haben und zum Teil einfach von schlechter Qualität sind. Das gilt für Studien in der klassischen Pharmaforschung mit synthetischen Arzneistoffen genauso wie für Studien im Bereich von Komplementärmedizin und Naturheilkunde.

„Eine Studie hat gezeigt, dass……“ ist also eine Satz, die noch gar nichts aussagt, wenn man sich nicht die Qualität der Studie anschaut.

Siehe dazu auch:

Qualitätssicherung in der Phytotherapie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Hirtentäschelkraut reduziert in Studie Blutungen nach der Geburt

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Ergänzend zu Oxytocin zeigte sich die Gabe eines Extraktes von Capsella bursa-pastoris (Hirtentäschel) zur Linderung postpartaler Hämorrhagie (Blutungen nach der Geburt) gegenüber Placebo als überlegen.

Starke Blutungen nach einer Geburt können zu einem kritischen Gesundheitszustand führen. Als Folge des hohen Blutverlustes und anhaltender Blutungen können Anämie, Infektionen, Nierenprobleme, die Erfordernis von Bluttransfusionen oder einer Gebärmutterentfernung auftreten. Im schlimmsten Fall kann die postpartale Hämorrhagie sogar tödlich enden. Das vom menschlichen Körper produzierte Hormon Oxytocin kommt als Standardtherapie zur Eindämmung übermäßiger postpartaler Blutungen und zur Gebärmutterrückbildung zur Anwendung. Hebammen setzen in verschiedensten Kulturkreisen seit jeher die Kräuterheilkunde ein zur Begleitung von Schwangeren und Wöchnerinnen. Eine fast über die ganze Erde verbreitete Heilpflanze, die traditionell zur Stillung von Blutungen eingesetzt wird, ist das Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris).

An der Shahid Beheshti University of Medical Sciences in Teheran wurde im Rahmen einer Doktorarbeit erstmals mit einer klinischen Studie untersucht, inwieweit die Verabreichung eines wässrig-alkoholischen Extraktes von Capsella bursa-pastoris den postpartalen Blutverlust bei Frauen mit vaginaler Entbindung reduzieren kann.

Jeweils 50 Frauen wurden per Zufallsentscheid zwei Gruppen zugeordnet (= randomisiert), die entweder Hirtentäschelkraut-Extrakt oder Placebo-Flüssigkeit bekamen.

Nach vollständiger Entfernung der Nachgeburt wurden den Studienteilnehmerinnen sublingual (= unter die Zunge) 10 Tropfen der jeweiligen Testflüssigkeit verabreicht. Alle Frauen bekamen als Standardbehandlung eine Infusion mit 20 U Oxytocin in 1 l Ringerlösung.

Der Blutverlust in den ersten drei Stunden nach der Geburt wurde durch das Wiegen unbenutzter und der benutzten (blutgetränkten) Hygienevorlagen erfasst. Ausserdem wurden in diesem Zeitraum in regelmäßigen Abständen die Vitalwerte der Probandinnen dokumentiert. Zu Geburtsbeginn und 6 Stunden nach der Entbindung wurden Blutproben der Frauen auf den Hämoglobin- und den Hämatokrit-Gehalt untersucht. In einer 40-tägigen Follow-up-Phase befragte die Studienleiterin die Teilnehmerinnen telefonisch zu ihrem Wohlbefinden und zu speziellen Vorkommnissen (Blutungen, Krankenhausaufenthalte, sonstige Komplikationen bei der Mutter oder beim Kind).

Verglichen mit der Kontrollgruppe (Oxytocin + Placebo) verlor die Behandlungsgruppe (Oxytocin + Capsella) total durchschnittlich 35 ml weniger Blut. Die Differenz erwies sich im statistischen Test für den Gesamtverlust und für die Messungen zur ersten, zweiten und dritten Stunde nach der Geburt als signifikant (p < 0.0001). Sowohl die Hämoglobin- als auch der Hämatokrit-Werte lagen bei den Frauen der Hirtentäschelkraut-Gruppe höher als in der Placebo-Gruppe. Die Teilnehmerinnen in der Hirtentäschelkraut-Gruppe waren mit ihrer Behandlung deutlich zufriedener als die Frauen der Placebo-Gruppe.

Quelle:

https://www.carstens-stiftung.de/artikel/hirtentaeschelkraut-gegen-blutungen-nach-der-entbindung.html

Ghalandari S, Kariman N, Sheikhan Z, Mojab F, Mirzaei M, Shahrahmani H. Effect of hydroalcoholic extract of Capsella bursa patoris on early postpartum hemorrhage: a clinical trial study. J Altern Complement Med 2017; 23(10):794-799.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28590768

 

Kommentar & Ergänzung:

Hirtentäschelkraut hat eine lange Tradition als Mittel gegen starke Blutungen in der Gynäkologie. Aber die Belege für eine Wirksamkeit sind bisher schwach. Auf diesem Hintergrund ist diese Studie aus dem Iran ziemlich überraschend und interessant.

Allerdings habe ich zu Studien aus dem Iran noch eine Aussage von Roman Huber in Erinnerung, dem Leiter des Zentrums für Naturheilkunde der Universitätsklinik Freiburg:

„Bei derartigen Untersuchungen sollte man vorsichtig sein, denn aus dem Iran kommen genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen.“

Quelle dazu  siehe hier: Lavendelöl lindert Menstruationsbeschwerden

Wie es die Wissenschaft normalerweise fordert, müsste diese Studie nun von einer unabhängigen Forschungsgruppe wiederholt und das Resultat bestätigt werden, damit die Wirksamkeit anerkannt werden kann.

Interessant an diesem Bereicht ist ausserdem, dass die Verabreichung des Hirtentäschelextrakts sublingual erfolgte.

„Bei der sublingualen Einnahme gelangt der Wirkstoff schneller in den Blutkreislauf, da das venöse Blut aus der Mundschleimhaut direkt in die obere Hohlvene fließt. Bei der oralen Einnahme muss der Wirkstoff erst die Leber passieren, um in den großen Kreislauf zu gelangen, wobei er eventuell chemisch verändert wird. Dies ist bei der sublingualen Einnahme nicht der Fall, die Leber wird umgangen.“

Quelle: Wikipedia

Hirtentäschelkraut soll laut dem Phytotherapie-Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ ein Peptid enthalten, das in-vitro (= im Reagenzglas) eine dem Oxytocin ähliche Wirkung zeigt. Das könnte eine Erklärung sein für eine allenfalls vorhandene blutstillende (hämostyptische) Wirkung.

Auch hier gilt es allerdings festzuhalten, dass eine Wirkung im Labor nicht unbedingt einer Wirkung im menschlichen Organismus entspricht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Arzneiformen in der Phytotherapie

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Phytotherapie basiert auf dem Wissen über die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Heilpflanzen. Zentral ist dabei natürlich die Frage, welche Heilpflanze für bestimmte Beschwerden am sinnvollsten, passendsten und wirksamsten ist.

Genauso wichtig und oft unterschätzt ist aber die Frage nach der besten Arzneiform. Es reicht nicht zu wissen, dass beispielsweise Thymian bei produktivem Husten schleimlösend wirkt. Mindestens so wichtig ist die Wahl der Arzneiform.

Thymiantee?

Thymiantinktur? Frischpflanzentinktur oder Tinktur aus getrockneten Pflanzen?

Thymianöl?

Thymian-Frischpflanzenpresssaft?

Thymianbad?

Thymian-Einreibung?

Thymianextrakt?

Die Wahl der Arzneiform bestimmt wesentlich mit, welche Wirkstoffe gelöst werden und in welcher Menge.

Die Frage nach der geeigneten Arzneiform sollte daher auf keinen Fall unterschätzt werden.

Ich habe dazu einen Text verfasst und auf Info-Phytotherapie veröffentlicht:

Arzneiformen in der Phytotherapie

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Zum Thymian als Heilpflanze

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Echter Thymian (Thymus vulgaris) wird in der Phytotherapie als Heilpflanze insbesondere als Schleimlöser bei produktivem Husten eingesetzt.

Reinhard Länger hat in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 4/2017) einen Beitrag zum Thymian publiziert. Darin geht der Autor auch auf den variablen Gehalt an ätherischem Thymianöl ein:

„Die Vertreter der Gattung Thymus sind bekannt für ihren chemischen Polymorphismus. Individuen, die morphologisch nicht zu unterscheiden sind, weisen einen deutlich unterschiedlichen Geruch auf, was auf Unterschiede in der Zusammensetzung des ätherischen Öls hinweist.“

Das Europäische Arzneibuch enthält Vorgaben für Thymiankraut und Thymianöl, sofern sie als Arzneimittel verkauft werden:

Thymiankraut muss gemäß der Anforderungen im Europäischen Arzneibuch mindestens 1.2 Prozent ätherisches Öl beinhalten, das zumindest zu 40 Prozent aus den Komponenten Thymol und Carvacrol besteht.

Bei Thymianöl muss der Gehalt an Thymol im Bereich von 37 bis 55 Prozent liegen.

Riecht ein Thymiankraut eher zitronenartig, erfüllt es die Anforderungen des Arzneibuchs nicht und ist daher nicht als Arzneipflanze geeignet.

Reinhard Länger weißt allerdings darauf hin, dass neben dem Thymianöl und seiner Hauptkomponente Thymol wohl noch andere Inhaltsstoffe an der Wirkung des Thymians mitbeteiligt sind:

„Die publizierten wissenschaftlichen Daten zu Wirkungen und Wirksamkeit von Thymianöl und Thymol lassen aber vermuten, dass der hohe Stellenwert dieser Substanz in der Qualitätskontrolle historisch wegen der strukturellen Ähnlichkeit mit Phenol bedingt sein könnte. Für die Wirksamkeit von Thymian bei produktivem Husten sind wohl auch die Flavonoide in Betracht zu ziehen, da auch Thymol-freie Zubereitungen interessante pharmakologische Effekte zeigten.“

Zum Forschungsstand schreibt Länger:

„Da die Ergebnisse publizierter kontrollierter klinischer Studien mit Thymian als alleinigem Wirkstoff noch unzureichend sind, sind Arzneispezialitäten mit Thymian als traditionelle pflanzliche Arzneimittel am Markt. Für Kombinationen mit Primelwurzel oder Efeu ist die Evidenz der klinischen Wirksamkeit deutlich besser.“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0417.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Das Phänomen mit dem stark variierenden Gehalt an ätherischen Ölen zeigt sich nicht nur beim Echten Thymian (Thymus vulgaris, Garten-Thymian), sondern auch beim Bergthymian (Quendel, Feldthymian, Sand-Thymian, Thymus serphyllum).

Auf Kräuterwanderungen in den Bergen treffen wir Bergtymian, der intensiv nach Thymian duftet, aber auch Exemplare, die praktisch geruchlos sind. Offenbar gibt es da genetische Unterschiede, die den Gehalt an ätherischem Öl stark beeinflussen.

Als Arzneipflanze eignen sich nur diejenigen Exemplare von Thymian oder Bergthymian, die den typischen Thymianduft aufweisen. Geruchlose Exemplare sollten nicht genutzt werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Weissdornbeeren für Sirup und Kompott

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Wenn der Herbst ins Land zieht, leuchten die Früchte des Weissdorns rot in den Hecken. Dass die Beeren essbar sind, ist nur wenigen bekannt. Roh hat das Fruchtfleisch allerdings eine mehlige Konsistenz. Erst nach der Verarbeitung zu Kompott, Gelee, Saft, Sirup oder Chutney entfalten die Früchte ein angenehm süß-säuerliches Aroma. Sie lassen sich auch gut mit anderem Obst wie Äpfeln, Quitten und Holunderbeeren kombinieren. Ein Mus aus Weißdornbeeren kann als Brotbelag verwendet werden und gibt Müsli, Joghurt und Quark einen speziellen Geschmack. Dafür werden die Weissdornfrüchte in etwas Wasser für acht bis zehn Minuten weichgekocht, danach abgegossen und durch ein Sieb gestrichen. Wer es gerne süsser hat, kann einen Teelöffel Agavensirup oder Honig beigeben.

Auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde ist der Weissdorn bekannt. Schon Pfarrer Sebastian Kneipp empfahl den Weißdorn als Heilpflanze für Herz und Kreislauf. Bei Bluthochdruck und Schwindel soll ein Weissdorntee aus den getrockneten Blüten und Blättern helfen. Die Früchte enthalten unter anderem viel Vitamin C und Provitamin A sowie den Ballaststoff Pektin.

Weissdornfrüchte reifen zwischen August und Oktober. Beim Pflücken sollte man Vorsicht walten lassen und Handschuhe tragen, da Weißdorn sehr dicht wächst und mit zahlreichen Dornen bestückt ist. Ausserdem können die roten Beeren unschöne Flecken auf Textilien hinterlassen. Vor der Zubereitung werden die Weissdornfrüchte vom Stiel abgezogen und vor der weiteren Verarbeitung gründlich gewaschen. Ein paar Früchte sollten jedoch am Strauch bleiben, da sie über 30 verschiedenen Vogelarten als Nahrung dienen. Auch für zahlreiche Insektenarten und kleine Säugetiere ist der Weißdornstrauch eine gute Lebensgrundlage.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/weissdorn-30849.html

 

Kommentar & Ernährung:

Erfreulich, dass das „Bundeszentrum für Ernährung“ (BzfE) die Weissdornfrüchte als Nahrungsmittel vorstellt.

Die Phytotherapie verwendet meistens Weissdornblüten und Weissdornblätter als Weissdorntee, Weissdorntinktur oder Weissdornextrakt.

Weissdornfrüchte (genauer: Scheinfrüchte) werden selten eingesetzt, kaum als Tee, manchmal aber als Tinktur.

Die Weissdornfrüchte enthalten wie Blüten und Blätter die typischen Wirkstoffe des Weissdorns – Flavonoide und oligomere Poranthocyanidine – allerdings tendenziell in geringerer Konzentration. Gemäss den Standardwerken „Biogene Arzneimittel“ und „Teedrogen und Phytophamaka“ nimmt der Wirkstoffgehalt der Weissdornfrüchte mit zunehmender Reife ab.

Das dürfte die Wirksamkeit der Früchte einschränken, zumal Weissdorn über längere Zeit in recht hohen Dosierungen engenommen werden muss.

Diese nötige hohe Zufuhr an Wirkstoffen kann bei Weissdorntee und Weissdornextrakt aus Blüten und Blättern erreicht werden, kaum jedoch mit Weissdorntinktur.

Siehe dazu:

Pflanzentinkturen oder Kräutertees?

Bei Sirup oder Kompott aus Weissdornfrüchten müsste man wohl unrealistisch hohe Dosen täglich über lange Zeiträume einnehmen, um eine relevante Wirkstoffzufuhr zu erzielen. Als Heilmittel für Herz & Kreislauf sind Weissdornkompott und Weissdornsirup sehr fraglich, vor allem auch, weil dazu reife Früchte verwendet werden.

Zurecht weißt der Beitrag der BzfE auf die hohe Bedeutung des Weissdornstrauch als Nahrung für Vögel hin. Weissdorn ist bezüglich des Nutzens für die Tierwelt einer der besten einheimischen Sträucher.

Heikel ist allerdings, dass Weissdorn zu den Wirtspflanzen des Feuerbrands gehört, einer gefählichen Pflanzenkrankheit, die durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht wird und vor allem Kernobst befällt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Cannabis als Arzneimittel: Auf die richtige Form kommt es an

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Als «hoch experimentelle Therapieform» sei die Behandlung mit Cannabisblüten derzeit einzustufen, sagte Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main in einem Vortrag bei der Expopharm-Pharmaworld in Düsseldorf.

 

Er begründet das mit den zahllosen Kreuzungen und Züchtungen mit unterschiedlichen THC- und Cannabidiol-Gehalten, die mittlerweile aus den ursprünglichen Reinformen Cannabis sativa und Cannabis indica entstanden sind. Welche Sorte man in einem bestimmten Fall verwendet, ist nicht gleichgültig. Daten, welche die postulierten Wirkungen einer bestimmten Sorte genau erfassen, liegen bislang nicht vor.

Als schwierig schätzt Dingermann auch die Anwendungsform ein.

Das Gesetz in Deutschland erlaube zwar, dass Cannabisblüten geraucht werden dürfen. Doch sei bei dieser Anwendungsform die Bioverfügbarkeit sehr variabel. Das THC flute in der Regel sehr rasch sehr hoch an, die Wirkung flache jedoch auch rasch wieder stark ab. Das sei nicht nur schwer steuerbar, sondern auch nicht sinnvoll, zum Beispiel bei der Behandlung chronischer Schmerzen. Die Einnahme über den Verdauungstrakt (orale Applikation) von Rezepturen auf Extraktbasis sei zu bevorzugen, noch besser sei die Verwendung von Fertigarzneimitteln.

Für diese Applikationsform haben sich neben der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft auch die Bundesärztekammer und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft ausgesprochen.

Dingermann warnte auch davor, sich zu viele Hoffnungen auf Cannabis als wirksame Behandlung bei allen möglichen Indikationsgebieten zu machen.

Die Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabis sei bestenfalls mäßig, selbst bei relativ gut untersuchten Indikationen wie chronischen Schmerzen oder Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie. Dingermann empfahl, dass sich Patienten immer möglichst an einen Facharzt für ihre Erkrankung wenden. Fachärzte würden übrigens deutlich seltener Cannabis in Blütenform verordnen als nicht spezialisierte Ärzte.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71575

Kommentar & Ergänzung:

Der Vortrag spricht einen sehr wichtigen Punkt für die Phytotherapie an: Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanze zur Linderung bestimmter Beschwerden eingesetzt wird. Genauso wichtig ist die Überlegung, in welcher Arzneiform das am sinnvollsten geschieht. Ob jeweils Kräutertee, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt, Frischpflanzensaft oder noch etwas ganz anderes empfehlenswert ist, muss in jeden Fall genau geklärt werden. Wer sich für die Vor- und Nachteile der einzelnen Arzneiformen interessiert, kann das in meinen Lehrgängen lernen.

In Deutschland ist es unter bestimmten Bedinungen möglich, Cannabisblüten direkt zu verordnen. In der Schweiz sind wir an diesem Punkt noch nicht so weit.

Dass die erwähnten Verbände der Apotheker und Ärzte für die Verwendung von pharmazeutisch hergestellten Fertigpräparaten und gegen die direkte Verwendung von Cannabisblüten Stellung beziehen, wird bei nicht wenigen Menschen den Verdacht wecken, dass sich die Pharmaindustrie dadurch Konkurrenz vom Leibe halten will. Ob ein solcher Aspekt mitwirkt, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist auf jeden Fall nicht so einfach. Stark schwankende Wirkstoffgehalte in verschiedenen Cannabissorten können in der Therapie tatsächlich Probleme verursachen.

Meinem Eindruck nach könnte dieser heikle Punkt aber eingegrenzt werden, indem für die verschiedenen Anwendungsbereiche von Cannabis geeignete Sorten definiert werden und für den Anbau dann jeweils genetisch möglichst gleichbleibende Pflanzen zur Verwendung kommen.

Sehr wichtig beim therapeutischen Einsatz von Cannabis ist das von Prof. Dingermann angesprochene unterschiedliche zeitliche Eintreten der Wirkung. Beim Rauchen kommt die Wirkung schnell und stark, flaut aber auch rasch wieder ab. Über den Verdauungstrakt (peroral) kommt die Wirkung langsamer, hält aber auch länger an. So ist es sehr eindeutig, dass zum Beispiel bei chronischen Schmerzen eine perorale Anwendung sinnvoller ist.

Cannabis ist kein Wundermittel und die Warnung von Prof. Dingermann daher nachvollziehbar. Interessant bei Cannabis ist aber, dass sich damit oft mehrere Beschwerden auf einen Streich günstig beeinflussen lassen – so zum Beispiel bei Chemotherapie, wenn zugleich Übelkeit und Appetitlosigkeit vorhanden sind.

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Schleimlöser bei Husten: Schlüsselblumenblüten oder Schlüsselblumenwurzel?

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Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist eine wichtige Heilpflanze bei produktivem Husten. Sie wird bei dieseer Indikation als Schleimlöser (Expectorans) eingesetzt wird.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Wirkstoffgehalt in der Schlüsselblumenwurzel deutlich höher ist als in den Schlüsselblumenblüten.

Präzis beschrieben hat dies vor kurzem ein Beitrag auf Apotheke-Adhoc:

„In der Phytotherapie finden sowohl die Blüten als auch die Wurzel Anwendung. Die Schlüsselblumenblüten enthalten jedoch weitaus weniger wirksame Inhaltsstoffe als die Wurzel. Bislang konnte nur ein geringer Anteil an Triterpensaponinen nachgewiesen werden. Ätherisches Öl ist zu etwa 0,1 Prozent enthalten, Flavonoide zu etwa 3 Prozent. Die Blüten werden volkstümlich bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. Auch wenn die Wirksamkeit nicht belegt ist, kommen die Blüten außerdem bei Neuralgien, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit zum Einsatz.

Die Wurzel enthält weitaus mehr Triterpensaponine, insgesamt können es bis zu 12 Prozent der Pflanzeninhaltsstoffe sein. Der Großteil bezieht sich auf das Aglykon Protoprimulagenin A und die dazugehörigen Glykoside – die Primulasaponine. Primverin und Primulaverin sind als Phenolgylkoside die Hauptkomponenten.“

Apotheke-adhoc geht auch auf den Wirkungsmechanismus der Schlüsselblume ein, also auf die Frage, wie die schleimlösende Wirkung der Saponine zustande kommt:

„Die Wirkung ist auf die Triterpensaponine zurückzuführen. Sie reizen die Magenschleimhaut und regen die Bronchialschleimhaut durch die Reizweiterleitung über Nervenfasern dazu an, mehr Schleim zu produzieren. Somit verdünnt sich das Sekret und kann leichter abgehustet werden. Als Nebenwirkungen können vereinzelt Magenreizungen oder Übelkeit auftreten. Die Wurzel kann als Expektoranz zum Beispiel mit Thymian, Spitzwegerich, Fenchel oder Süßholz kombiniert werden.“

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/arzneipflanzen-primula-veris-fruehblueher-gegen-husten/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein fachlich kompetenter Text. Bei der Schlüsselblume steht heute tatsächlich die schleimlösende Wirkung im Zentrum.

Die erwähnten volkstümlichen Anwendungen der Schlüsselblumenblüten bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Angstzuständen, Neuralgien, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit sind nicht plausibel. Schlüsselblumenblüten eignen sich aber gut zur Teeverschönerung. Sie sind auch enthalten im Präparat „Sinupret“, das bei Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) eingesetzt wird.

Bei Husten ist aber wegen des höheren Saponin-Gehalts mit grosser Wahrscheinlichkeit die Schlüsselblumenwurzel wirksamer. Allerdings ist sie einzeln nicht nicht fundiert auf ihre Wirksamkeit untersucht worden. Es gibt aber gute Studien zur Wirksamkeit einer Kombination von Thymianextrakt und Schlüsselblumenwurzelextrakt. Dieses Kombipräparat wird sogar in den Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) empfohlen.

Siehe dazu hier:

Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

Schlüsselblume als Hustenmittel

 

Heilpflanzen-Extrakte aus Schlüsselblume und Thymian helfen beim abhusten

Den beschriebenen Wirkungsmechanismus der Triterpensaponine nennt man auch gastropulmonalen Reflex. Er ist nicht spezifisch für die Schlüsselblume, sondern tritt auch bei anderen Heilpflanzen auf, die Triterpensaponine enthalten.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) steht im Übrigen unter Naturschutz. Zu Heilzwecken kauft man sie besser in der Apotheke oder Drogerie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Haferflocken reduzieren Cholestereinspiegel im Blut

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Das Magazin „Focus“ gibt eine Empfehlung zur Reduktion des Cholesterinspiegels:

„Die Leber bildet die Gallensäure, die die Gallenblase speichert. Die Säuren machen das Nahrungsfett für den Körper brauchbar. Um das Cholesterin zu senken, sollten Sie morgens Haferflocken essen, rät Dietrich Grönemeyer. Denn die binden die Gallensäuren. Wenn die Leber neue Gallensäure produziert, zieht sie Cholesterin aus dem Blut, sodass das Blutfett sinkt.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/star-mediziner-raet-statt-tabletten-ein-fruehstuecksklassiker-senkt-ihren-cholesterinspiegel_id_7317491.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich lässt sich mit dem beschriebenen Mechanismus (Hemmung der Gallensäure-Rückresorption) der Cholesterinspiegel oft senken – nicht sehr stark, aber messbar und ohne Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Das im Hafer enthaltene Beta-Glucan – ein löslicher Ballaststoff – reduziert nicht nur den Cholesterinspiegel. Es kann auch den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verlangsamen, was bei Diabetes Typ 2 erwünscht ist.

Die Empfehlung von Haferflocken ist allerdings suboptimal. Wenn schon Haferflocken, dann solchen sie „Vollkorn“ sein. Am meisten Beta-Glucan hat es nämlich in den Randschichten des Haferkorns. Haferkleie enthält mit 8,1 Gramm auf 100 Gramm beinahe doppelt so viel Beta-Glucan wie Haferflocken.

Haferkleie ist also vorzuziehen, wenn man wirklich den Cholesterinspiegel senken oder den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen will.

Weizenkleie enthält überwiegend unlösliche Ballaststoffe und entfaltet daher keine Wirksamkeit auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Sie dient insbesondere der Vorbeugung von Verstopfung.

Ähnlich günstige Effekte auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel lassen sich jedoch auch mit verschiedenen anderen Quellmitteln erreichen, zum Beispiel mit Flohsamen, Guarmehl, Bockshornkleesamen, Johannisbrotkernmehl, Pektin.

Der Saathafer wurde im übrigen zur Arzneipflanze des Jahres 2017 erkoren.

Siehe auch:

Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Hafer schützt Arterien

 

 

 

Vollkornprodukte präventiv gegen Diabetes Typ 2, Hypercholesterinämie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas

Bockshornklee interessant als Heilpflanze und Gewürz

Bockshornklee in der Diabetesbehandlung

 

 

 

 

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Artikel zum Thema „Johanniskraut & Depression“ in der Fachzeitschrift „Pflegen:Palliativ“

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In der Fachzeitschrift „Pflegen: Palliative“ ist gerade ein Beitrag von mir erschienen mit dem Titel: „Johanniskraut – eine phytotherapeutische Intervention“.

Stimmungseinbrüche kommen im Leben vieler Menschen immer wieder vor und sind auch in der Palliativ Care von Bedeutung. Johanniskraut wird bereits seit Längerem als Heilpflanze bei dieser Indikation angewendet. Johanniskrautextrakte zählen zu den am besten wissenschaftlich untersuchten und belegten pflanzlichen Arzneimitteln. Eine wirksame und sichere Anwendung von Johanniskraut setzt jedoch einige Fachkenntnisse voraus. Dieser Beitrag liefert dazu die nötigen Grundlagen.

 

Sie finden den Beitrag hier:

Johanniskraut – eine phytotherapeutische Intervention (Pflegen: Palliative 34 / 2017)

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Naturheilkunde: Ingwer zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt

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Der Ingwer (Zingiber officinale) wurde vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt.

Damit sollen der aus Asien stammende Ingwerwurzelstock und seine arzneilichen Effekte bekannter gemacht werden.

Ingwer wirke krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend und werde in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden angewendet, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins. In Europa setzten Hildegard von Bingen und Paracelsus schon im Mittelalter Ingwer bei Magen-Darm-Beschwerden ein.

Der „Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus“ kürt seit 2003 eine Heilpflanze des Jahres.

2017 wurde diese „Ehre“ dem Gänseblümchen (Bellis perennis) zuteil.

 

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/937501/naturheilkunde-ingwer-heilpflanze-2018.html

Kommentar & Ergänzung:

Nach der fragwürdig begründeten Wahl des Gänseblümchens zur Heilpflanze des Jahres 2017 kürt der NHV Theophrastus nun für 2018 mit dem Ingwer eine ausgesprochen gut etablierte Arzneipflanze.

Heilpflanze des Jahres 2017: Das Gänseblümchen

Allerdings fehlt in der Pressemeldung zum Ingwer als Heilpflanze des Jahres 2018 ein zentraler Aspekt: Ingwer hat sich vor allem bewährt als Mittel zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen. Dieses Anwendungsgebiet ist auch vielfach mit Studien untersucht worden. Siehe dazu:

Oeko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als „gut“ bewertet

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

 

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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