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[Buchtipp] Verbesserte Körper – gutes Leben? Bioethik, Enhancement und die Disability Studies, von Miriam Eilers, Katrin Grüber, Christoph Rehmann-Sutter

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verbesserte_koerper_gutes_lebenVerlagsbeschreibung:

Enhancement (= „Verbesserung“) – Behinderung – gutes Leben.

Der Band verknüpft diese drei Themen und entwickelt einen breiten Zugang zur Debatte um die biotechnologischen Möglichkeiten zur Verbesserung des menschlichen Körpers. Die Beiträge gehen von der Arbeitshypothese aus, dass die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen wichtig sind, um ethische Fragen, die sich bei Enhancement-Projekten stellen, konkreter – und so besser – zu verstehen.

Eine zweite Hypothese ist, dass die Sprache der Rechte, Pflichten und Verbote nicht ausreicht, um zu erfassen, worum es im Kern der Fragen zum Enhancement in ethischer Hinsicht geht. Stattdessen muss geklärt werden, inwieweit mit einer möglichen Verbesserung auch eine Steigerung des menschlichen Wohls verbunden ist und welche Veränderungen im Kontext eines guten Lebens wünschenswert sind.  Zum Shop

Inhaltsverzeichnis:

Inhalt:

Miriam Eilers / Katrin Grüber / Christoph Rehmann-Sutter: Einleitung.

Alfred Nordmann: Die unheimliche Wirklichkeit des Möglichen: Kritik der zukunftsverliebten Technikbewertung.

Christina Schües: Menschliche Natur, glückliche Leben und zukünftige Ethik. Anthropologische und ethische Hinterfragungen.

Christoph Rehmann-Sutter: Können und wünschen können.

Katrin Grüber: Bedingungen für ein gutes Leben mit Behinderung.

Stuart Blume: Ethikdebatte und gesellschaftlicher Prozess: Lehren aus der Geschichte des Cochlea-Implantats.

Sigrid Bosteels / Stuart Blume: Über Konstruktion und Dekonstruktion von Gehörlosigkeit bei Kindern.

Jackie Leach Scully: Auf moralisch unsicherem Terrain: Über Embodiment, Enhancement, und Normativität.

Miriam Eilers: «Fünfundzwanzigstündiger Arbeitstag – denn ne Prothese wird nie müde.» Normative und selektive Implikationen der Prothetik nach dem Ersten Weltkrieg.

Birgit Stammberger: Posthumane Verkörperungen in einer Post-Gender Welt? Kulturelle Dimensionen der kosmetischen Chirurgie.

Trijsje Franssen: Prometheus steigt herab: Beeinträchtigung oder Enhancement?

Lisa Forsberg: Mood-Enhancement und die Authentizität der Erfahrung: Ethische Überlegungen.

Annika den Dikken: Die ethische Relevanz von Körperbildern für die Enhancement-Debatte.

Morten Hillgaard Bülow: Das gute alte Hirn. Wie die Sorgen um eine alternde Gesellschaft und die Ideen zum kognitiven Enhancement in den Neurowissenschaften interagieren.

Nicolai Münch: Körperverachtung oder Phänomenologie der Leiblichkeit? Eine Kritik am Transhumanismus.

Natasha Burns: Nootropika, Smart Drugs und das Problem der Governance.

Kommentar von Martin Koradi zu diesem Buch:

– Gentechnik und Stammzellentherapie

– Nanotechnologie, Prothetik, Implantate (z. B. Hirnschrittmacher)

– Künstliche Intelligenz (z. B. Gehirn-Computer-Schnittstellen)

– Pharma-Enhacement (Leitungssteigernde und moralfördernde Substanzen)

– Upload aller Daten vom Gehirn auf einen Computer zwecks “Unsterblichkeit”.

Mit solchen Verfahren und Technologien propagiert der sogenannte Transhumanismus die Optimierung und schlussendlich Überwindung des Menschen.

Dabei stellen sich aber eine ganze Reihe von kritischen Fragen, die bisher nur unzureichend thematisiert wurden. Das Buch „Verbesserte Körper – gutes Leben?“ stellt solche Fragen und beleuchtet zum Beispiel die gesellschaftlichen Folgen der transhumanistischen Optimierungsstrategien.

Weitere Informationen zu diesen Themen im Blog Transhumanismus & Kritik.

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Wirkstoffe aus afrikanischen Heilpflanzen können Tumorwachstum stoppen

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Heilpflanzen aus Afrika enthalten Wirkstoffe, die das Wachstum von Krebszellen stoppen können. Das konnten Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in Laborversuchen nachweisen. Die Pflanzeninhaltsstoffe sollen nun weiter erforscht werden, damit ihr therapeutischer Nutzen abgeschätzt werden kann. Die identifizierten Wirkstoffe aus afrikanischen Heilpflanzen seien in der Lage, Krebszellen, die gegen mehrere Medikamente resistent sind, abzutöten. Sie sollen eine hervorragende Grundlage bieten, um neue Verfahren für die Behandlung von Tumoren zu entwickeln, die sich mit herkömmlicher Chemotherapie nicht mehr bekämpfen lassen. Das teilte Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth mit, der am Institut für Pharmazie und Biochemie – Therapeutische Lebenswissenschaften der JGU arbeitet. Er erforscht seit vier Jahren gemeinsam mit dem Biochemiker Dr. Victor Kuete von der University of Dschang, Kamerun, die Wirkstoffe afrikanischer Pflanzen wie Riesenkugeldistel, Kap-Pfeffer, Silberhaargras und Mohrenpfeffer.

Die Multidrug-Resistenz oder Vielmedikamenten-Resistenz ist eines der gefürchtetsten Probleme in der Krebsbehandlung, weil in solchen Fällen die meisten der im klinischen Alltag etablierten Krebsmedikamente ungenügend wirksam sind und sich damit die Heilungschancen drastisch verringern. Durch eine Steigerung der Dosis ist das Problem meist nicht zu lösen, weil die Nebenwirkungen sich entsprechend verstärken. Die Wissenschaftler suchen daher nach neuen Substanzen, um Tumorresistenzen einerseits und Nebenwirkungen andererseits zu umgehen, erklärt Efferth, der auch mit Heilpflanzen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin arbeitet.

Zahlreiche Pflanzen enthalten toxische Stoffe, mit denen sie sich gegen Fraßfeinde und gegen mikrobielle Erkrankungen schützen. Diese Moleküle wurden über Jahrmillionen in der Evolution des Lebens auf der Erde ausselektiert, damit die Pflanzen ihre Nachteile gegenüber ihren Feinden – Unbeweglichkeit und fehlendes Immunsystem – kompensieren können. Für die Pharmakologen besteht die Herausforderung nun darin, Pflanzeninhaltsstoffe mit einer heilenden Wirkung zu unterscheiden von jenen, die nur toxisch und gefährlich sind.

Der Forscher Victor Kuete aus Kamerun hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit Mainz seit 2009 über 100 Gewürze und Pflanzen seiner Heimat auf ihre zytotoxische Wirkung gegen Krebszellen untersucht. Mit einem Humboldt-Forschungsstipendium kann der kamerunische Wissenschaftler  seine Untersuchungen in der Arbeitsgruppe von Thomas Efferth fortsetzen und erweitern. Wie Efferth erklärt, habt dioe Arbeitsgruppe schon eine ganze Reihe von Benzophenonen und anderen Phytochemikalien entdeckt, die die Resistenzmechanismen umgehen können und zahlreiche neue Ansätze zur weiteren Erforschung bieten.

In ihrer jüngsten von bislang total acht gemeinsamen Publikationen zeigten die Forscher, dass vier natürlich vorkommende Benzophenone die Ausbreitung der getesteten Krebszelllinien, darunter auch multidrug-resistente Linien, verhindern konnten. Die untersuchten Benzophenone seien potenziell zytotoxische Substanzen, die in Zukunft noch genauer erforscht werden könnten, um neuartige Krebsmedikamente gegen sensitive und resistente Tumore zu entwickeln, schreiben die Wissenschaftler in dem Beitrag für das Fachmagazin Phytomedicine.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40816

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Literaturhinweise:

Victor Kuete et al.

Cytotoxicity and modes of action of four naturally occuring benzophenones:

2,2_,5,6_-Tetrahydroxybenzophenone, guttiferone E, isogarcinol and isoxanthochymol

Phytomedicine, April 2013

DOI: 10.1016/j.phymed.2013.02.003

ttp://dx.doi.org/10.1016/j.phymed.2013.02.003 (Article in Phytomedicine)

Victor Kuete et al.

Anticancer Activities of Six Selected Natural Compounds of Some Cameroonian Medicinal Plants

PLoS ONE, August 2011

DOI:10.1371/journal.pone.0021762

Kommentar & Ergänzung:

So spannend solche Forschungsergebnisse auch sind: Von Laborversuchen über klinische Erprobung an Patienten bis hin zur erfolgreichen Anwendung in der Krebstherapie ist noch ein weiter Weg, auf dem vieles schief gehen kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Kräuterkurse – wie prüft man Qualität?

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Kräuterkurse werden in grosser Zahl angeboten, doch stellt sich die Frage: Wie prüft man die Qualität des Angebots?

Wenn es um die Gesundheit geht, braucht es jedenfalls verlässliche und fundierte Informationen. Kräuterkurse kann aber jeder und jede anbieten. Eine Qualitätskontrolle gibt es nicht.

Um die Qualität beurteilen zu können, braucht es jedoch ein Fachwissen, das in den meisten Fällen eben gerade nicht hat, wer sich für einen solchen Kurs interessiert.

Qualitätskriterien für Kräuterkurse

Hier finden Sie darum ein paar Kriterien, die dabei helfen können, bei Kräuterkursen die Spreu vom Weizen zu trennen:

Heilpflanzenkurse: So prüfen Sie Qualität

Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Für die Phytotherapie gibt es als Qualitätssicherung die ESCOP-Monografien, auf denen auch die wichtigsten Fachbücher basieren.

Die ESCOP-Monografien entstehen durch einen Diskussionsprozess, in welchem Studien und dokumentierte Erfahrungen ausgewertet werden. Fragwürdig ist dagegen in den meisten Fällen, wenn in Kräuterkursen überwiegend die eigenen Ansichten und die unreflektierten Erfahrungen der Leiterin oder des Leiters vermittelt werden.

Hier ist das Risiko von Selbsttäuschung und Täuschung gross. Bei Wissen, das einem Diskussionsprozess zwischen Fachleuten ausgesetzt wurde, besteht dagegen eine Chance, dass die gröbsten Selbsttäuschungen und Täuschungen eliminiert wurden.

Kollektiv erarbeitetes Wissen, das in der kritischen Auseinandersetzung erarbeitet wurde, ist fundierter als angebliche „Erleuchtungen“ von Einzelpersonen.

Kräuterkurse, die den erwähnten Qualitätskriterien entsprechen, finden Sie hier.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Anis (Pimpinella anisum) zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt

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Zur Heilpflanze des Jahres 2014 wurde der Anis gekürt – und zwar im Rahmen des 10. Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau (Sachsen). Das gab der Naturheilverein NHV Theophrastus in einer Pressemitteilung bekannt. »Die reinigenden Tendenzen der Anisfrüchte – blähungstreibend, verdauungsfördernd und schleimlösend – können viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen«, so begründete ein Jury-Mitglied die Entscheidung. Für stillende Mütter sei Anis Milchfluss anregend. Bekannt ist das markante Gewürz seit der Antike hauptsächlich in Backwaren, aber auch in alkoholischen Spezialitäten wie im griechischen Ouzo oder türkischen Raki. Der NHV kürt seit 2003 die Heilpflanze des Jahres mit dem Ziel, traditionelles Wissen aus der Naturheilkunde zu erhalten. Heilpflanze des Jahres 2013 war die Damaszener-Rose (Rosa damascena).

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46860&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Anis ist eine gute Wahl für die Heilpflanze des Jahres 2014. Der Doldenblütler zeigt interessante Wirkungen.

Die Begrünungen des NHV sind allerdings nicht selten etwas fragwürdig. Die „reinigenden Tendenzen“ des Anis – das ist eine Wischiwaschi-Formulierung, die nichts aussagt. Und ja – Anis wird in Stilltees als milchflussförderndes Mittel eingesetzt. Ob Anis diese Wirkung tatsächlich auch zeigt, ist allerdings nicht geklärt.

Und auch die Aussage, dass Anis „viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen“ kann, ist nicht gerade informativ.

Da sind die Begründungen der Arbeitsgruppe Klostermedizin am Institut für Medizingeschichte der Universität Würzburg, die jeweils eine Arzneipflanze des Jahres kürt, viel fundierter.

Die Anisfrüchte sind reich an ätherischem Öl mit dem Hauptbestandteil Anethol.

Anisöl wirkt antimikrobiell, krampflösend auf die Bronchien und auswurffördernd.

Als bestätigt gilt in der Phytotherapie daher die schleimlösende und auswurffördernde Wirkung bei produktivem Husten. Auch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen werden durch Anisöl und Anisfrüchte gelindert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Nahrungsergänzungsmittel: Gericht untersagt Werbung für Spiruletten mit Gerstengras

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Nahrungsergänzungsmittel dürfen nur dann als gesundheitsfördernd beworben werden, wenn die Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen ist. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Entscheid festgehalten.

Anlass für das Verfahren war die Werbung eines Mittels mit dem Namen „Original Spiruletten mit Gerstengras“. Das Produkt wird im Internet als „das vitalstoffreichste Lebensmittel der Welt“ angepriesen. Angeblich soll es über 7.000 Vitalstoffe enthalten.

Das Oberlandesgericht beanstandete die Werbung als irreführend und erklärt dazu, der Begriff Vitalstoff sei unspezifisch. Darüber hinaus gebe es für die Angaben keinerlei wissenschaftlichen Beleg.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=231088

Presseerklärung des Oberlandesgerichts:

http://www.olg-hamm.nrw.de/behoerde/presse/02_aktuelle_mitteilungen/73-unzulaessige-Werbung-fuer-Gerstengras.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Mit positiv und gesund tönenden, aber weitgehend leeren Begriffen wird sehr viel Schrott verkauft. Jedenfalls sollte man immer sehr genau nachhaken, wenn ein Produkt als vitalisierend, energetisierend und / oder harmonisierend angepriesen wird.

Auch Superlativen wie „Das vitalstoffreichste Lebensmittel der Welt“ sollten skeptisch stimmen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Guter Heinrich und andere essbare Wildpflanzen kennenlernen…

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…das können Sie auf meinen Wildblumenkursen und Heilkräuterexkursionen.

Essbare Wildpflanzen sind im Trend. Wer sich für essbare Wildpflanzen interessiert, bekommt oft einen besseren Bezug zur Entwicklung der Pflanzenwelt im Jahreslauf und nimmt seine oder ihre vegetabilen Nachbarn in der Umgebung stärker wahr. Das sind positive Nebeneffekte des Trends zu essbaren Wildpflanzen.

Nützlich wäre es aber schon, die Pflanzen zu kennen, bevor man sie ausreisst und verspeist.

Erstens gibt es Wildpflanzen, die unter Naturschutz stehen, und die man schonen sollte.

Zweitens gibt es neben den eigentlichen Giftpflanzen auch Wildpflanzen, bei denen einfach noch nicht geklärt ist, ob sie ohne gesundheitliches Risiko gegessen werden können.

Und drittens gibt es bei essbaren Wildpflanzen manchmal leicht verwechselbare ähnliche Arten.

Kennenlernen können Sie Wildpflanzen und Heilkräuter in meinen Heilpflanzenkursen und Kräuterexkursionen.

Daten und Orte finden Sie hier.

P.S.: Guter Heinrich eignet sich als Wildspinat.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen bei Lippenherpes: Rhabarber, Melisse, Salbei

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Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde die Frage aufgeworfen, ob es etwas Pflanzliches gebe, das die Dauer des Ausbruchs von Lippenherpes reduziert.

Die Antwort verfasst hat Professor Jürgen Reichling vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg.

Der Lippenherpes (Herpes labialis) sei eine ansteckende, schmerzhafte, juckende sowie kosmetisch und psychisch störende Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), seltener durch HSV-2 hervorgerufen werde.

Eine Lippenherpes-Episode sei selbstlimitierend und halte unbehandelt etwa 7 bis 10 Tage an. Nach einer Erstinfektion, die meist im Kindesalter stattfindet, schlummere das Virus lebenslang in Nervenganglien.

In Deutschland seien etwa 80 bis 90% der Bevölkerung mit HSV-1 infiziert. Es komme jedoch nur bei 20 bis 40% der Infizierten zu einer mehr oder weniger regelmäßigen Reaktivierung der Viren mit dem typischen klinischen Bild der Herpesbläschen an den Lippen oder in der Umgebung des Mundes.

In unkomplizierten Fällen könne Lippenherpes im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden. Ausgeschlossen von einer solchen Selbstbehandlung seien hingegen generalisierte Herpes-simplex-Infektionen.

Zur örtlichen Behandlung, schreibt Reichling,  stehen neben Arzneimitteln mit Nucleosidanaloga als Wirkstoff (Aciclovir, Penciclovir u.a.) auch einige pflanzliche Präparate zur Verfügung. Dabei sollte die Behandlung des Lippenherpes so früh wie möglich beginnen, idealerweise bereits bei ersten Anzeichen wie Brennen und Jucken der Haut.

Klinische Studien mit Extrakt aus Melisse, Salbei und Rhabarberwurzel

Bewährt haben sich vor allem zwei Phytopharmaka, die als Wirkstoff Extrakte aus Melissenblättern enthalten (Lomaherpan, Valverde Fieberbläschencreme) oder aber eine Kombination von Rhabarberwurzelextrakt und Salbeiblätterextrakt (Parsenn Herpes-Creme, Phytovir). Für diese Phytopharmaka liegen klinische Studien vor, die eine alleinige Anwendung oder eine Anwendung in kombiniert mit Nucleosidanaloga rechtfertigen.

Für die Selbstbehandlung schreibt Reichling, dass versuchsweise auch kosmetische Präparate mit Propolis, Echinacea (Sonnenhut), Aloe vera sowie mit ätherischen Ölen (zum Beispiel Teebaumöl, Melissenöl) eingesetzt werden können.

Für diese Stoffe existieren In-vitro-Studien, teilweise auch klinische Pilotstudien (Teebaumöl bei HSV-1; Propolis bei HSV-2), die eine Wirksamkeit bei der Therapie von Lippenherpes nahelegen.

Hält eine Lippenherpes-Episode länger als 10 bis 14 Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Um das Risiko einer Ausbreitung der Viren zu verhindern, sollten die Präparate auf die befallene Hautstelle am besten mit Einmalmaterial (beispielsweise mit einem Wattestäbchen) appliziert werden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/herpes/article/839399/phyto-forum-rhabarber-melisse-salbei-lippenherpes.html?sh=7&h=1048513246

Kommentar & Ergänzung:

Die antivirale Wirkung von Melissenextrakt, Salbeiextrakt und Rhabarbarwurzelextrakt ist im Labor gut dokumentiert. Eine andere Frage ist, ob sich damit der Verlauf eines Lippenherpes wirklich entscheidend verkürzen lässt.

Von allen diesen lokalen Anwendungen sollte man jedenfalls keine Wunder erwarten. Die Dauer des Lippenherpes wird nur gering verkürzt, und nur wenn die Behandlung ganz im Anfangsstadium einsetzt. Das gilt auch für synthetische Wirkstoffe wie Aciclovir.

Bei Salbeiextrakt und Melissenextrakt sind es die Lamiaceen-Gerbstoffe, die für die Wirkung verantwortlich sind. Sie verbinden sich mit Eiweissbestandteilen der Viren.

Siehe dazu: Was ist Rosmarinsäure?

Von den ätherischen Ölen wirkt auch Pfefferminzöl antiviral gegen Herpesviren.

Bewährt gegen Lippenherpes / Fieberbläschen hat sich auch Honig (mehrmals täglich ein paar Minuten auf einem Stück Gaze anpressen.

Siehe auch:

Phytotherapie: Melissenextrakt bei Herpesinfektionen

Melissenöl hält Herpesviren in Zellkulturen in Schach

Phytotherapie bei Fieberbläschen: Melissenextrakt

Melissenextrakt doppel wirksam gegen Herpes-simplex-Virus (HSV-1)

Naturheilkunde: Was ist Propolis?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Alternative Krebstherapie mit Benalu-Tee?

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„Alternative Heilmethode hilft bei der Behandlung von Krebs – Benalu Tee tötet Krebszellen ab“ – so titelt ein Internetportal, das sich „Forschung und Wissen“ nennt, aber von einer Marketingagentur betrieben wird und daher wohl hauptsächlich Produkte verkaufen will.

Die Schlagzeile ist insofern manipulativ, als sie ein wesentliches Detail unterschlägt.

Vollständig müsste es nämlich heissen:

„Wirkstoffe aus der Benalu-Pflanze (Scurrula atropurpurea) töten Krebszellen im Labor“.

Tönt aber nicht so attraktiv.

Der entscheidende Punkt dabei: Es zeigen tausende von Naturstoffen im Labor eine Wirkung auf Krebszellen. Das bedeutet aber leider noch lange nicht, dass sie auch zur Bekämpfung von Krebs im menschlichen Organismus geeignet sind. Im Labor kann man die Substanzen nämlich höchst konzentriert auf Krebszellen loslassen. Eine ganz andere Frage ist jedoch, ob derart hohe Konzentrationen auch im Körper erreicht werden können. Dem steht unter Umständen eine eingeschränkte Aufnahme aus dem Verdauungstrakt entgegen. Und manchmal können Naturstoffe im Labor zwar isolierte Krebszellen töten, doch schädigen sie in der wirksamen Konzentration im Organismus gesunde Zellen genauso. Im Labor, wo man isolierte Krebszellen verwenden kann, spielt dieses Problem natürlich keine Rolle.

Im Beitrag von „Forschung und Wissen“ wird die Forschung mit Benalu Tee so beschrieben:

„In mehreren Arbeitsgruppen haben die Wissenschaftler verschiedene biologische und chemische Analysen an der Pflanze durchgeführt. Da die Pflanzenfamilie bereits in der traditionellen Medizin bekannt ist, sei der Gedanke, einen positiven Befund zu den heilenden Eigenschaften der Pflanze nicht unbegründet, so die Forscher. Die Wissenschaftler analysierten im ersten Arbeitsschritt alle chemischen Bestandteile der getrockneten Pflanze und der im Teewasser gelösten Stoffe. Die Auswertung der Untersuchung ergab, dass der Benalu Tee insgesamt 16 verschiedene Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen im heißen Wasser freisetzt.

Im letzten und wichtigsten Schritt haben die Wissenschaftler die Substanzkombinationen und deren Wirkung auf Krebszellen untersucht.“

Das ist klassische „In-vitro“-Forschung (Laborexperimente). Verschiedene Verkäufer von Benalu-Tee verweisen auf diese Arbeiten einer japanischen Universität, die allerdings nicht mehr ganz taufrisch sind und 2003 in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wurden.

Das Fazit der Studie beschreibt die Marketingagentur so:

„Die Auswertung der Studie zeigte, dass der Benalu Tee tatsächlich eine unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Krebs zeigt.“

Das kann eine Laborstudie gar nicht zeigen. Dazu wären Patientenstudien nötig. Ich finde diese Formulierung aber auch nicht in der Studie.

(http://www.mister-wong.de/doc/cancer-cell-invasion-inhibitory-effects-of-chemical-constituents-in-the-parasitic-plant_261020567/ )

Weiter:

„Über den Verdauungsprozess gelangen die Substanzen in den Blutkreislauf, von wo sie sich im ganzen Körper verteilen.“

Das haben die Forscher in Japan nicht untersucht. Dazu wäre eine Pharmakokinetik-Studie nötig (Wie passiert mit den Wirkstoffen im Körper? Aufnahme, Umwandlung, Ausscheidung).

„Unreife Krebszellen, die kurz davor stehen zu reifen Krebszellen zu mutieren, werden am Wachstum gehindert und sogar abgetötet, so die Forscher.“

Wie gesagt: Im Labor…..

Das Beispiel zeigt exemplarisch, wie eine Laborstudie überinterpretiert wird, um eine Wirkung zu suggerieren.

Solche Einwände haben es allerdings schwer. Viele Menschen wollen beim Thema „Krebs“ lieber Erfolgsmeldungen hören, auch wenn sie mehr oder weniger gefaked sind.

Das lindert allemal die Angst.

Dass Benalu Tee als Antikrebstee vermarktet wird, hat bisher jedenfalls keinen realen Boden. In den neusten Fachbüchern der pflanzlichen Wirkstoffkunde ist Scurrula atropurpurea gar nicht aufgeführt (z. B. Teuscher / Melzig /Lindequist, Biogene Arzneimittel 2012; Hänsel / Sticher, Pharmakognosie, Phytopharmazie 2010).

Grosse Fortschritte wird die Forschung betreffend Benalu Tee seit 2003 also wohl nicht gemacht haben, sonst hätte die Fachliteratur das Thema aufgenommen.

Quelle der Zitate:

http://www.forschung-und-wissen.de/medizin/benalu-tee-toetet-krebszellen-ab-3572055/

In einer Propaganda-Broschüre für den Benalu-Tee wird er empfohlen gegen Krebs-Tumore, Schwellungen, Wunden, Blutungen, Geschwüre, Entzündungen, Asthma, Blasensteine, Hexenschuss, Hustenallergien und zur Kräftigung sowie Stärkung der Immunabwehr.

Wenn die Erfolgsversprechungen so umfassend werden, ist das immer ein Alarmsignal, das auf unseriöse Propaganda hindeutet.

Benalu-Tee unterbinde die Weiterentwicklung eines nach einer Chemotherapie verbleibenden Rezidivs (erneutes Krebswachstum), verspricht die Broschüre weiter. Und ein verbleibendes Rezidiv wie bei der Chemotherapie sei so gut wie ausgeschlossen!

Das sind wahnsinnig hochtrabende Versprechungen. Um auf einer seriösen Basis solche Aussagen machen zu können,  wären erfolgreiche Studien mit Patienten nötig.

Aber machen Kreisen reicht offenbar schon eine Laboruntersuchung, um einen Antikrebstee zu erfinden. Wir haben es hier meines Erachtens mit einem üblen Spiel von Fantasten oder Betrügern zu tun, die mit den Hoffnungen von Patienten fragwürdige Geschäfte machen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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WHO-Generaldirektorin warnt vor Kommerzialisierung medizinischer Forschung

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Ein Streit um die Frage, wem ein bestimmtes Virus gehört, kann das Leben von Menschen gefährden. Diese Ansicht vertrat die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Margaret Chan, auf der WHO-Jahreskonferenz. Als Beispiel erwähnte sie eine Atemwegsinfektion, die hauptsächlich im Nahen Osten vorkommt. Ein saudiarabischer Mikrobiologe sandte eine Virenprobe an einen Forscher in den Niederlanden. Dieser liess sich den Krankheitsauslöser nach umfangreichen Tests patentieren. Nun müssen Wissenschaftler, die mit Proben des Virus arbeiten wollen, erst eine Vereinbarung unterzeichnen. Das kann auch zur Folge haben, dass sie Geld bezahlen müssen, um forschen zu können.

Chan warnte darum auf der WHO-Jahreskonferenz davor, medizinische Forschung zu kommerzialisieren.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=225222

Kommentar & Ergänzung:

Die internationale Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem Kommerzialisierungsdruck im Bereich der medizinischen Forschung Grenzen setzen.

Kommerzialisierung kann manchmal Vorteile bringen, weil sie Geld fliessen lässt, das sonst nicht zur Verfügung stünde. Aber Kommerzialisierung ohne ausreichende Leitplanken ist ausgesprochen problematisch.

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Universität Graz untersucht chinesische Heilpflanzen

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Die Universität Graz (Österreich) intensiviert ihre Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten im südchinesischen Guangxi. Dort ist der weltweit größte Garten für pflanzliche Arzneimittel ansässig. In Zukunft sollen Heilkräuter aus China den Weg an die Universität Graz finden.

Nanning hat etwa 6,3 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt der Provinz Guangxi.  Der Botanische Garten in Nanning soll mit 200 Hektar und zirka 7.000 verschiedenen Pflanzenarten der weltweit größte seiner Art sein. Seit 2006 gibt es eine Zusammenarbeit mit der Universität Graz, die nun ausgebaut werden soll.

Rudolf Bauer, Leiter des Institutes für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz, schwärmt vom botanischen Garten in Nanning. Er umfasse auch ein überwältigendes Forschungsinstitut, das auf einer Nutzfläche Fläche von 20.000 Quadratmetern mit den besten und neuesten Geräten ausgestattet sei. So etwas gebe es kein zweites Mal. Bauer freut sich daher sehr, dass eine Grazer Delegation kürzlich mit neuen Kooperationsverträgen aus China zurückgekehrt ist.

Es gebe zahlreiche Hinweise auf entzündungshemmende Substanzen in chinesischen Heilkräutern, aber auch nachgewiesene positive Wirkungen auf den Stoffwechsel, welche bei der Diabetes-Behandlung eine Rolle spielen könnten.

Als sogenanntes „Joint Laboratory“ werden die Labors in China in Zukunft auch den Grazer Wissenschaftlern zur Verfügung stehen. Neben der gemeinsamen Gerätenutzung soll durch Pflanzenaustausch in Nanning ein „Österreichischer Garten“ und im Botanischen Garten in Graz ein „Chinesischer Garten“ angelegt werden.

Quelle:

http://steiermark.orf.at/news/stories/2583189/

Kommentar & Ergänzung:

Es macht Sinn, dass chinesische Heilpflanzen intensiver wissenschaftlich erforscht werden und dass zu diesem Zweck die Kooperation zwischen europäischen und chinesischen Universitäten ausgebaut wird.

Traditionelle Pflanzenheilkunde kann wertvolle Anregungen bieten, in China wie auch im Westen. In der traditionellen europäischen Heilkunde wie auch in der traditionellen chinesischen Heilkunde haben sich allerdings auch eine ganze Reihe von Irrtümern über Jahrhunderte erhalten. Auch hat man in China wie im Westen bei manchen Heilpflanzen einfach nicht gemerkt, dass ihre Anwendung auch mit Risiken verbunden ist.

Eine offene, aber auch kritische Auseinandersetzung mit traditioneller Pflanzenheilkunde ist daher sehr zu begrüssen. Sie kann neue Anwendungsmöglichkeiten für Heilpflanzen erschliessen oder Überliefertes bestätigen. Sie kann aber auch alte Traditionen in Frage stellen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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