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Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe gibt Phytomedizin Auftrieb

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Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in manchen Kreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde aufgefasst. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt ist, sagt Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben, erklärt der Mainzer Wissenschaftler, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.

Artemisinin ist nicht nur für die Malaria-Behandlung bedeutend, sondern auch ein vielversprechender Wirkstoff für die Krebstherapie.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, so die vollständige Bezeichnung, ging 2015 zur Hälfte an William C. Campbell und Satoshi Ōmura für ihre Arbeiten zur Behandlung von Infektionen, die durch Fadenwürmer ausgelöst werden, mit einem Wirkstoff auf der Basis von Avermectin aus Bakterienkulturen.

Zur anderen Hälfte ging der Preis an die chinesische Wissenschaftlerin Youyou Tu für ihre Entdeckungen zur Therapie von Malaria. Youyou Tu hatte Heilkräuter untersucht, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit über 2000 Jahren für die Therapie von Fieber und Erkältungen eingesetzt werden. Sie entdeckte dabei, dass Auszüge von Einjährigem Beifuß (Artemisia annua) mit seinem Wirkstoff Artemisinin effektiv gegen Malariaerreger angewendet werden können.

Eine beträchtliche Anzahl von Arzneistoffen für die klinische Praxis werde heute schon aus natürlichen Ressourcen gewonnen. Avermectin und Artemisinin seien zwei wunderbare Beispiele dafür, sagt Efferth:

„Wir sind zuversichtlich, dass die Nobelpreis-Vergabe zur Förderung der Phytomedizin beiträgt und wir in Zukunft weitere Anwendungen sehen werden.“

Efferth selbst forscht seit etwa 20 Jahren auf diesem Gebiet und konnte gleichzeitig mit Forschern in den USA und den Niederlanden Mitte der 1990er Jahre erstmals zeigen, dass Artemisinin auch bei Krebs wirksam ist. Eine neuere Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit Medizinern der University of London und kam zum Schluss, dass Derivate von Artemisinin tatsächlich die Lebenszeit von Patienten mit Darmkrebs verlängern können. „Wir haben damit den klinischen Nachweis erbracht. Aber wir müssen Artemisia annua noch weiter entwickeln und ein Profil erstellen, bei welchen Tumorarten die Substanz wirksam ist“, sagt Efferth. Artemisia scheint jedoch nicht nur bei Krebserkrankungen von Nutzen zu sein, sondern auch bei Infektionen mit dem humanen Cytomegalie-Virus (HCMV) und anderen Virusinfektionen sowie bei Bilharziose.

Artemisia annua, der Einjährige Beifuß, zählt zu einer Gattung mit über 200 Arten weltweit, ist jedoch nicht mit dem in Mitteleuropa verbreiteten Ackerunkraut, dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris), zu verwechseln.

In der Pharmazeutischen Biologie der Universität Mainz erforscht ein internationales Team von 20 Mitarbeitern Pflanzeninhaltsstoffe von Heilpflanzen aus 30 Ländern auf ihre Wirksamkeit gegen Krebs.

Quelle:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=46784

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Naturstoff-Forschung wird durch diesen Nobelpreis wohl tatsächlich verdienter massen mehr Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt hier sehr spannende Forschung, die oft auch der Phytotherapie Nutzen bringt.

Gerade bei der Naturstoff-Forschung gegen Krebs ist allerdings festzuhalten, dass im Labor oft eindrückliche Ergebnisse erzielt werden. Ob ein erfolgreich im Labor untersuchter Naturstoff jedoch auch im realen Leben bei realen Krebskranken wirksam ist, steht damit noch keineswegs fest. Vorschnelle Versprechungen sollten da besser unterbleiben.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ist die Blume des Jahres 2015

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Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 gewählt (Pflanzenfoto auf Wikipedia).

Mit der „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung jeweils auch auf einen bedrohten Lebensraum hin.

Beim Teufelsabbiss sind das magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden.

Das Rhizom ( = Wurzelstock) des Gewöhnlichen Teufelsabbisses wird bis zu 50 cm tief und stirbt im Herbst von unten ab. Der Teufel soll die Wurzel jeweils von unten abbeissen, aus Zorn über ihre Heilkraft, sagt ein alter Volksglaube.

Quelle:

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/downloads/blumen_des_jahres_pdfs/Blume_des_Jahres_2015.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teufelsabbiss enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke und Saccharose. Die Pflanze wurde in der traditionellen Volksheilkunde eingesetzt zur „Blutreinigung“, als Diuretikum, gegen Husten, Heiserkeit, Lungenerkrankungen, als Anthelmintikum (wurmwidriges Mittel), äusserlich bei Hauterkrankungen, Ekzemen, Geschwüren und Quetschungen.

Wie viele andere Pflanzen auch, wurde Teufelsabbiss früher gegen Pest empfohlen. Aber schon Tolstoi hat geschrieben: Wenn gegen eine Krankheit viele verschiedene Heilmittel empfohlen werden ist das ein Zeichen, dass sie unheilbar ist. Mit anderen Worten: Gegen Pest hat man früher in grosser Not einfach fast alles probiert, was greifbar war.

Keine dieser Indikationen ist aber bisher geklärt worden, so dass der Teufelsabbiss heute in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Zum Anschauen in der Natur ist die Pflanze allerdings ausgesprochen hübsch, aber nicht häufig anzutreffen. Wenn Sie mehr Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich mal mein Programm 2015 für die Kräuterwanderungen an.

Botanisch gehört der Teufelsabbiss zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), zu der auch die Witwenblumen, die Skabiosen und die Karden zählen.

Teufelsabbiss blüht erst spät im Jahr (Juli bis September) und wird von Bienen, Schmetterlingen und Fliegen bestäubt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Heilpflanzen von Maria Treben gegen Tumore?

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Ich werde immer wieder mal gefragt, was ich von den Heilkräutern halte, die Maria Treben gegen Tumore empfiehlt.

Daher soll es hier wieder einmal gesagt sein:

Die Empfehlungen von Maria Treben gegen Krebs entbehren jeder Grundlage.

Maria Treben (1907 – 1991) ging davon aus, dass sich jede Krankheit mit Heilpflanzen heilen lässt. Das ist ein fundamentaler Irrtum. Heilpflanzen haben eine ganze Palette von sinnvollen Anwendungsbereichen, doch haben sie auch ihre Grenzen. Wer diese Grenzen wie Maria Treben ausblendet, läuft in eine riskante Richtung und gefährdet das Leben von Patientinnen und Patienten.

Das Tumorzentrum der Universitätsklinik Freiburg schreibt mit gutem Grund:

„Treben behauptet, mit Hinweis auf Sebastian Kneipp, dass “das Zinnkraut jeden gut- oder bösartigen Tumor zum Stillstand bringt und ihn langsam auflöst”. Weitere “Wundermittel” sind Schwedenkräuter, intern oder als Umschlag angewendet, Spitz- oder Breitwegerichbrei, Ringelblumensalbe und vieles anderes. Gegenüber den “Ratschlägen und Erfahrungen mit Heilkräutern” der Maria Treben ist Skepsis und Zurückhaltung geboten. Einer vernünftigen zusätzlichen Anwendung solcher Präparate ist nichts entgegenzuhalten, zum Beispiel dem Einreiben einer Operationsnarbe nach Mastektomie mit Ringelblumensalbe. Gefährlich sind Ratschläge, primär gut operable und damit heilbare Tumoren zuerst versuchsweise mit Kräutern zu behandeln, z. B. Hodenkrebs mit Spitzwegerichumschlägen. Damit geht bei diesem heute heilbaren Tumor viel Zeit und möglicherweise die Heilungschance verloren.“

Quelle:

http://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/09_zentren/cccf/pdf/Broschüren/Final-Patientenratgeber_Komplementäre_Verfahren.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Nicht alles glauben, was über Wirkungen von Heilpflanzen erzählt und geschrieben wird. Wie man kritisch nachfragt und Aussagen und Versprechungen auf ihren Gehalt hin prüft, können Sie in meinen Lehrgängen lernen (Heilpflanzen-Seminar, Phytotherapie-Ausbildung).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Smoothies & Co. – Kräuterzusätze als Marketingmasche in Wellness-Drinks

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Kräuterzusätze tauchen zunehmend in Modegetränken auf. Die Hersteller und ihre Marketingagenturen bauen dabei auf das gesunde Image der Kräuter.

Cranberry, Aloe vera, Holunder, Melisse, Ginseng, Grüntee, Rotes Weinlaub, Ingwer & Co. versprechen einen gesundheitlichen Zusatznutzen. Wie real sind diese Versprechungen?

Grundsätzlich ist es so, dass eine Wirksamkeit solcher Kräuterzusätze in Lebensmitteln nicht nachgewiesen werden muss – das wäre nur bei Arzneimitteln der Fall.

Und es ist sehr, sehr fraglich, ob diese Heilpflanzen in solchen Produkten in einer Konzentration vorliegen, die auch wirksam sein könnte.

Wenn zum Beispiel Rotes Weinlaub als Extraktpräparat gegen venöse Ödeme wirksam ist, und dies auch mit Studien gezeigt werden konnte, dann folgt daraus nicht, dass ein bisschen Rotes Weinlaub in einem Smoothie genauso wirksam ist. Aber der Smoothie-Hersteller profitiert vom Ruf, den Rotes Weinlaub als Phytopharmaka inzwischen aufgebaut hat.

Die Beschriftung „Rotes Weinlaub“ allein wirkt allerdings noch nicht, es braucht eine relevante Menge an Wirkstoffen.

In der „Welt“ rät die Oecotrophologin Andrea Pütz:

„Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, beruhigt sein Gewissen besser nicht mit Wellness-Drinks.“

Sie empfiehlt, Zutaten wie Melisse oder Ingwer frisch zu kaufen und selber Getränke mit purem Mineralwasser zu mixen oder einen Tee damit aufzubrühen.

Solche selbst zubereiteten Getränke sparen außerdem Geld, erklärt Pütz.

Eine gesunde Abwechslung bringe mit ein bis zwei Gläsern pro Tag auch die traditionelle Saftschorle.

Die Anteile der beworbenen Pflanzenstoffe seien häufig nur minimal in fertigen Getränken enthalten, manchmal sogar nur als Aroma.

So bringen sie nach Angaben der Ökotrophologin keinerlei Zusatznutzen.

Konsumentinnen und Konsumenten sollten also genau abwägen, ob sie den Werbeaussagen von sogenanntem Functional Food trauen können. Diese versprechen beispielsweise etwa vitalisierende oder beruhigende Wirkung. Da dieser gesundheitliche Zusatznutzen meist ausbleibt, sei dies als irreführend zu bewerten, sagt Pütz.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article123278625/Wirkung-von-Pflanzen-in-Wellness-Drinks-unbewiesen.html

Kommentar & Ergänzung:

In Functional Food sind Kräuterzusätze in der Regel irrelevante Attribute, die den Konsumentinnen und Konsumenten einen höheren Wert des Produktes vorgaukeln und zur Profilierung gegenüber der Konkurrenz dienen. Wirksamkeit ist von diesen Kräuterzusätzen nicht zu erwarten.

Immer wenn es um Kräuter geht, lohnt es sich daher genau hinzuschauen. Wie lässt sich beurteilen, ob Heilkräuter in einer wirksamen Zubereitungsform vorliegen oder in einer unwirksamen?

Welche Kriterien muss eine Heilkräuter-Zubereitung erfüllen, damit sie wirksam ist?

Das ist unter anderem Thema in meinen Lehrgängen (Phytotherapie-Ausbildung, Heilpflanzen-Seminar). Schauen Sie sich das Programm einmal genauer an, wenn Sie sich fundiertes Kräuterkunde-Wissen erwerben möchten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kräuterkunde braucht einen kritischen Ansatz

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In Büchern, Kursen und im Internet gibt es eine fast unendliche Menge an Aussagen über die Wirkungen von Heilkräutern – und nicht selten widersprechen sie sich sogar heftig. Ausserdem fehlt jede Qualitätskontrolle. Jede und jeder kann dazu etwas schreiben oder erzählen.

Deshalb braucht die Kräuterkunde einen kritischen Ansatz.

Es reicht nicht, wenn in Ausbildungen, Kursen oder Zeitschriften fast nur von den wunderbaren Wirkungen der Heilpflanzen berichtet wird. Das ist zu einseitig und man könnte sogar sagen – alles andere als ganzheitlich. Wobei „ganzheitlich“ auch ein problematisches Wort ist, weil es einen kaum einlösbaren Anspruch vermittelt.

Was heisst das nun aber, die Kräuterkunde brauche einen kritischen Ansatz.

Das Wort „kritisch“ stammt von einem griechischen Begriff ab, den man mit „Unterscheidungsvermögen“ oder “Beurteilungskunst“ übersetzen könnte. Ein kritischer Ansatz in der Kräuterkunde lehrt also Unterscheidungsvermögen. Es gilt dabei zu lernen, wie man glaubwürdige von unglaubwürdigen Aussagen unterscheiden kann. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, Aussagen sorgfältig zu prüfen und zu beurteilen, anstatt sie einfach fraglos und blindlings zu übernehmen.

Eine kritische Kräuterkunde wird offene Fragen und widersprüchliche Aussagen nicht ausblenden, sondern zum Thema machen und sich damit auseinandersetzen.

Und sie wird neben den Möglichkeiten auch die Grenzen der Kräuterheilkunde ernstnehmen, genauso wie allfällige Nebenwirkungen und Kontraindikationen der Heilpflanzen.

Ich halte es für sehr fragwürdig, wenn Ausbildungsinstitutionen und auch Lernende sich einseitig an den „wunderbaren“ Wirkungen und Möglichkeiten der Heilpflanzen quasi berauschen, die Einschränken, Lücken und Widersprüche aber ausblenden. Das ist problematisch für allfällige Patientinnen und Patienten und es tut auch der Kräuterkunde als Wissensbereich nicht gut. Kritische Auseinandersetzung mit Widersprüchen, Lücken und Grenzen ist eine wichtige Voraussetzung für die Weiterentwicklung eines Faches. Wer die kritische Auseinandersetzung gelernt hat ist zudem weniger anfällig für leere Werbeversprechungen.

Vor allem in der Phytotherapie-Ausbildung und im Heilpflanzen-Seminar ist es mir ein wichtiges Anliegen, dieses kritische Unterscheidungsvermögen zu fördern.

Schauen Sie sich selber um:

Das Ausblenden von Grenzen, Lücken und Widersprüchen und die einseitige Fixierung auf  wunderbare Heilwirkungen findet man natürlich nicht nur in der Kräuterkunde, sondern genauso beispielsweise bei Themen wie Schüssler-Salze, Bachblüten, Homöopathie und ähnlichem.

In der Kräuterkunde haben wir den Vorteil, dass es mit der wissenschaftlich ausgerichteten Phytotherapie einen ständigen „Stachel“ gibt, der die kritische Auseinandersetzung antreiben und in Gang halten kann.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Greenpeace: TCM-Kräuter stark mit Pestiziden belastet

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Kräuter der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seien stark mit Rückständen von Pestiziden belastet. Das schreibt Greenpeace in einer Mitteilung.

Die Umweltorganisation erklärt, dass die gesetzlichen Höchstmengen in hohem Maß überschritten werden.

Regelrechte Pestizidcocktails seien in 32 von 36 Proben gefunden worden – mit mehr als drei Wirkstoffen pro Probe.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufe einige der Pestizidwirkstoffe als höchst gefährlich ein, denen Verbraucher der TCM in Deutschland ausgesetzt seien. Das ist das Resultat einer Untersuchung, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat. Die Proben dafür stammten aus Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, USA, Italien und den Niederlanden.

Bereits das zweite Mal bekommen die TCM von Greenpeace derart schlechte Noten. In China, dem Ursprungsland der Produkte, hatte Greenpeace vor kurzem ähnlich alarmierende Pestizidrückstände festgestelt. In Deutschland fand Greenpeace 38 unterschiedliche Pestizide in gerade mal fünf Proben. In 23 Fällen überstiegen die gefundenen Rückstände die gesetzliche Höchstmenge. Drei der untersuchten TCM- Produkte hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

Bei Menschen, die über einen längeren Zeitraum Pestizidrückstände mit der Nahrung einnehmen, können sich die toxischen Chemikalien im Organismus ansammeln. Das kann zu chronischen Vergiftungen führen, die unter anderem Lernschwierigkeiten, Hormonstörungen oder Fortpflanzungsanomalien zur Folge haben können.

Die aktuellen Pestizidfunde zeigen nach Ansicht von Greenpeace, dass in der Landwirtschaft zu viele giftige Chemikalien zum Einsatz kommen. Das treffe den Menschen, belaste aber auch wichtige Nutztiere wie zum Beispiel Bienen, die bei der Bestäubung von Pflanzen unersetzlich sind.

Während importierte Spezialprodukte wie chinesische Heilkräuter noch stark mit Pestiziden belastet sind, ist Obst und Gemüse laut Greenpeace inzwischen ziemlich sauber: In Deutschland werde bei weniger als fünf Prozent die gesetzliche Höchstmenge überschritten.

Quelle:

http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/chinesische_heilkraeuter_in_deutschland_mit_pestiziden_belastet/

Kommentar & Ergänzung:

Pestizidrückstände in TCM-Kräutern sind schon seit Jahren ein Thema und es ist davon auszugehen, dass die Situation in der Schweiz nicht besser ist als in Deutschland.

Ein ähnliches Problem gibt es mit Ayurveda-Heilmitteln bezüglich übermässiger Belastung mit Schwermetallen:

„Schwermetalle, besonders Blei, verunreinigen nicht selten Medikamente traditioneller indischer Medizinrichtungen; über Vergiftungen durch ayurvedische Medikamente gibt es medizinische Berichte. Offenbar kontrollieren einige Hersteller in Indien die unter Verwendung von Pflanzenaschen gewonnenen Präparate nicht ausreichend auf Schwermetallbelastungen. In einem dargestellten Fall wurden sieben Monate lang Weihrauchpillen aus Indien gegen chronische Polyarthritis eingenommen und führten zum Bild einer schweren Blei-Intoxikation mit Verdauungsstörungen, hämolytischer Anämie und Lähmungen bei einem Bleigehalt des Blutes von 852 µg/l; der obere Grenzwert ist 100 µg/l.[6] Stichproben des ARD-Magazins Plusminus ergaben 2006 und 2007 mehrmals giftige Konzentrationen von Arsen und Quecksilber.“

(Quelle: Wikipedia)

Sicherer ist es jedenfalls, einheimische Kräuter aus kontrolliert-biologischem Anbau vorzuziehen.

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Anis (Pimpinella anisum) zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt

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Zur Heilpflanze des Jahres 2014 wurde der Anis gekürt – und zwar im Rahmen des 10. Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau (Sachsen). Das gab der Naturheilverein NHV Theophrastus in einer Pressemitteilung bekannt. »Die reinigenden Tendenzen der Anisfrüchte – blähungstreibend, verdauungsfördernd und schleimlösend – können viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen«, so begründete ein Jury-Mitglied die Entscheidung. Für stillende Mütter sei Anis Milchfluss anregend. Bekannt ist das markante Gewürz seit der Antike hauptsächlich in Backwaren, aber auch in alkoholischen Spezialitäten wie im griechischen Ouzo oder türkischen Raki. Der NHV kürt seit 2003 die Heilpflanze des Jahres mit dem Ziel, traditionelles Wissen aus der Naturheilkunde zu erhalten. Heilpflanze des Jahres 2013 war die Damaszener-Rose (Rosa damascena).

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46860&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Anis ist eine gute Wahl für die Heilpflanze des Jahres 2014. Der Doldenblütler zeigt interessante Wirkungen.

Die Begrünungen des NHV sind allerdings nicht selten etwas fragwürdig. Die „reinigenden Tendenzen“ des Anis – das ist eine Wischiwaschi-Formulierung, die nichts aussagt. Und ja – Anis wird in Stilltees als milchflussförderndes Mittel eingesetzt. Ob Anis diese Wirkung tatsächlich auch zeigt, ist allerdings nicht geklärt.

Und auch die Aussage, dass Anis „viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen“ kann, ist nicht gerade informativ.

Da sind die Begründungen der Arbeitsgruppe Klostermedizin am Institut für Medizingeschichte der Universität Würzburg, die jeweils eine Arzneipflanze des Jahres kürt, viel fundierter.

Die Anisfrüchte sind reich an ätherischem Öl mit dem Hauptbestandteil Anethol.

Anisöl wirkt antimikrobiell, krampflösend auf die Bronchien und auswurffördernd.

Als bestätigt gilt in der Phytotherapie daher die schleimlösende und auswurffördernde Wirkung bei produktivem Husten. Auch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen werden durch Anisöl und Anisfrüchte gelindert.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kräuter kennenlernen in der Schweiz 2013

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Wer Heilkräuter, Wildblumen und Alpenblumen kennenlernen möchte, kann bei mir eine kürzere oder längere „Lehrzeit“ machen in der Natur.

Dabei gibt es viele kleine Wunder am Wegrand zu entdecken. Kräuter kennenlernen, das ist nicht nur nützlich zur Behandlung von verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden und für Wildsalate.

Es ist auch ein ästhetisches Erlebnis und es bereichert damit unsere Wahrnehmung der Welt, in der wir leben.

Tagesexkursionen:

– Sonntag 5. Mai 2013: Heilpflanzen und Wildblumen entdecken in Quinten am Walensee am Fusse der Churfirsten. Ein Ausflug mitten in den Frühling.

– Sonntag 12. Mai 2013: Von Trin nach Versam in die imposante Rheinschlucht.

Die Rheinschlucht im Kanton Graubünden ist eine der faszinierendsten Landschaften der Schweiz und bietet für unsere Kräuterexkursion eine vielfältige Pflanzenwelt.

– Pfingstsamstag 18. Mai 2013: Heilpflanzenexkursion in die Petite Camargue bei Basel. Auenwald und Trockenstandorte mit seltenen Orchideen. Und mit etwas Glück wird uns die Nachtigall mit ihrem Gesang begleiten.

– Pfingstmontag 20. Mai 2013: Heilpflanzen, Wildblumen und seltene Orchideen im Schaffhauser Randen. Eine blumenreiche Wanderung von Hemmental nach Merishausen. Auf dem Randen wachsen farbenprächtige Magerwiesen mit einer Pflanzenvielfalt, wie man sie im Flachland nur noch selten antrifft.

– Sonntag 26. Mai 2013: Heilpflanzen, Wildblumen, Schmetterlinge in Jeizinen (Wallis) oberhalb von Gampel. Die intensive Sonneneinstrahlung begünstigt wärmeliebende Pflanzen und bietet ein südländisches Ambiente.

– Sonntag 2. Juni 2013: Naturentdeckungen im Eriztal (bei Thun, Kanton Bern). Das Eriztal ist ein botanischer Geheimtipp.

Wir besuchen ein Hochmoor und treffen dort unter anderem den Sonnentau, eine insektenfressende Hustenpflanze.

– Sonntag 23. Juni 2013: Alpenpflanzen, Orchideen und Heilkräuter in Feldis (Domleschg, Graubünden). Wanderung auf der Mutta-Hochebene. Das Bergdorf Feldis liegt inmitten von blumenreichen Matten und auf dem Mutta gibt es eine tolle Aussicht und eine vielfältige Alpenflora.

– Samstag 13. Juli 2013: Alpenblumen und Heilkräuter auf Sunnbüel ob Kandersteg (Berner Oberland). Das eindrückliche Hochtal Sunnbüel ist der Zugang zum Gemmipass, welcher ins Wallis führt.

Kräuterwanderwochen:

Wer sich ein paar Tage auf Bergwanderungen intensiver mit der Pflanzenwelt auseinandersetzen möchte, kann das auf meinen Kräuterwanderwochen im Berner Oberland.

Und zwar in:

Lenk im Simmental vom 29. Juni bis 4. Juli 2013,

und in

Mürren vom 6. bis 11. Juli 2013.

Kräuter kennenlernen – das lohnt sich in vielerlei Hinsicht.

Genauere Informationen zu diesen Ausflügen in die Natur finden Sie in den Ausschreibungen, die via Kurskalender zu finden sind.

Beachten Sie dort auch die Phytotherapie-Ausbildung für Pflegende aus Spitex, Palliative Care, Spital, Pflegeheim und Psychiatrie und das Heilpflanzen-Seminar für Menschen, die sich vertieft mit einer Weiterbildung in Pflanzenheilkunde befassen möchten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilkräuter & Prämenstruelles Syndrom (PMS)

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Die „Kronen-Zeitung“ befasste sich mit dem Prämenstruellen Syndrom (PMS).

Informativ an dem Beitrag ist, dass die verschiedenen Typen des Prämenstruellen Syndroms vorgestellt werden:

„Vier verschiedene Arten des PMS

PMS- Typ D (von engl. Depression): Die Hauptsymptome sind depressive Verstimmungen, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit und Verwirrtheit.

PMS- Typ A (von engl. anxiety = Angst): Die Hauptsymptome sind ebenfalls depressive Verstimmungen, aber auch Stimmungsschwankungen.

PMS- Typ C (von engl. craving = Gelüste): Hier sind die Hauptsymptome Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Schwindel.

PMS- Typ H (von engl. hyperhydration = Wasserüberschuss): Bei diesem Typ leiden Frauen vor allem unter Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Spannungsschmerzen in der Brust.“

Diese Differenzierung ist wenig bekannt und oft sinnvoll.

Ziemlich wirr sind dagegen die Empfehlungen der Kronen-Zeitung zur Anwendung von Heilpflanzen bei PMS-Beschwerden:

„Aber nicht nur mit den Nahrungsmitteln, sondern auch mit Heilkräutern kannst du Beschwerden vor deiner Periode in den Griff bekommen. Mönchspfeffer bzw. Keuchlammfrüchte beispielsweise lindern Spannungsgefühle in den Brüsten, der Wurzelstock der Traubensilberkerze gilt als eine der wirksamsten Heilwurzeln bei zahlreichen Frauenleiden. Krampflösend sind die Wirkstoffe der chinesischen Engelswurz, die daher auch als „Ginseng für Frauen“ bezeichnet wird, aber auch die Angelikawurzel wirkt schmerzlindernd, leicht antidepressiv und entkrampfend. Aber auch heimische Heilpflanzen wie Johanniskraut, Frauenmantel und Scharfgarbe kommen beim PMS zum Einsatz.“

Quelle der Zitate:

http://www.krone.at/Gesund-Fit/So_kannst_du_PMS_auf_natuerlichem_Wege_behandeln-Beschwerden_lindern-Story-337281

Kommentar & Ergänzung:

Lustig sind die Empfehlungen von „Keuchlamm“ und „Scharfgarbe“. Das macht den Eindruck, als ob da jemand flüchtig abgeschrieben, die Pflanzennamen „Keuschlamm“ und „Schafgarbe“  aber das erste Mal gelesen hat.

Was empfiehlt die Kronen-Zeitung da genau an Heilkräutern?

Mir scheint: Ein Sammelsurium mit der Botschaft, dass es nicht so drauf ankommt, was man nun genau einnimmt.

Nur beim Mönchspfeffer gibt es eine Studienlage, die eine Wirksamkeit bei PMS nahelegt, vor allem bei PMS mit Brustspannen (genauer: zyklusabhängige Mastalgie). Belege für eine Wirksamkeit gibt es nur für Mönchspfeffer-Extrakt.

Bei der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) liegt der gut dokumentierte Anwendungsbereich bei Wallungen in den Wechseljahren, nicht aber beim PMS. Die Angabe „eine der wirksamsten Heilwurzeln bei zahlreichen Frauenleiden“ ist sinnlos. Was heisst schon „zahlreiche Frauenleiden“. Das sagt nichts aus und stimmt so auch nicht.

Die chinesische Engelwurz (Angelica sinensis, Dong quai, Danggui) ist weltweit wohl das am häufigsten eingesetzte Mittel gegen Menstruationsbeschwerden jeder Art – vor allem als Analgetikum bei Menstruationsbeschwerden, bei Menorrhagie, Amenorrhoe und rheumatischen Beschwerden.

PMS ist damit nicht wirklich abgedeckt, aber das erstaunt nicht, weil PMS ein westlicher Krankheitsbegriff ist.

Die Bezeichnung „Ginseng für Frauen“ ist verkaufsfördernd, aber fachlich fragwürdig. Das weite Anwendungsfeld von Dong quai gleicht eher unserem Frauenmantel, der ebenfalls umfassend bei „Frauenleiden“ eingesetzt wird.

Bei beiden Pflanzen kontrastieren diese umfassenden Anwendungsbereiche mit dem Fehlen von aussagekräftigen wissenschaftlichen Daten.

Dong quai enthält Furanocumarine, die vor allem in Verbindung mit der Benutzung von Solarien zu einer Photodermatitis führen können. Mit Wechselwirkungen  ist bei der gleichzeitigen Einnahme von oralen Antikoagulanzien (Typ Warfarin) zu rechnen. Gewarnt wird vor der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit.

Johanniskraut ist eine Behandlungsoption bei PMS Typ D.

Bei Schafgarbe kann man von den Inhaltsstoffen und von Erfahrungsberichten auf eine leicht krampflösende Wirkung bei Menstruationskrämpfen (Dysmenorrhoe) schliessen. Dazu wird Schafgarbentee empfohlen. Bei Schmerzen im Beckenbereich in der prämenstruellen Zyklusphase gibt es auch in der Phytotherapie-Fachliteratur den Hinweis auf warme Sitzbäder mit Badezusätzen aus Kamille und Schafgarben. Hier dürfte vor allem die Wärmeanwendung wirksam sein. Dass Kamille und Schafgarbe hier spezifische Wirkungen entfalten, ist sehr fraglich.

Frauenmantel – das wurde schon erwähnt, gilt in der traditionellen Pflanzenheilkunde als umfassendes Mittel bei „Frauenleiden“, wodurch ihr Profil aber auch verschwommen wird. Gegen einen Versuch mit Frauenmanteltee beim Prämenstruellen Syndrom spricht nichts, doch gibt es für diesen Anwendungsbereich keinerlei fundiert Angaben.

Der Bereich „Heilkräuter bei PMS“ ist also ziemlich komplexer als es die Kronen-Zeitung darstellt.

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Naturkunde: Gallische Feldwespe – je farbiger desto giftiger

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Die Gallische Feldwespe (Polistes dominula, früher Polistes gallica), auch Französische Feldwespe genannt, gehört innerhalb der Familie der Faltenwespen (Vespidae) zur Gattung Polistes.

Die Giftigkeit zeigt sich bei Feldwespen über die Färbung.

Je gesünder, desto schöner und giftiger – so könnte man das Ergebnis einer Studie von spanischen Wissenschaftlern zusammenfassen. Im Fachmagazin „Frontiers in Zoology“ schreiben die Forscher, je intensiver die schwarz-gelbe Färbung des Hinterleibes sei, desto mehr Gift trage das Insekt im Stachel.

Die Warnfärbung, auch Aposematismus genannt, wird von Tieren eingesetzt, um potenziellen Fressfeinden ihre Ungenießbarkeit zu signalisieren.

Vögel erkennen feine Unterschiede in der Färbung ihrer Beute und sind bei farbigen Insekten besonders vorsichtig.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=127520

Kommentar & Ergänzung:

Schwarz-gelb heisst offenbar an die Adresse der Vögel: Achtung, ich steche!

Allerdings gibt es auch Insekten wie die Schwebfliegen, die auch dieses gelb-schwarze Signal aussehen, ohne dass sie einen Stachel besitzen. Die harmlosen Tiere stellen sich also als wehrhaft dar und manche Vögel lassen sich von diesem Bluff offenbar beeindrucken. Wenn ein gelb-schwarzes Fluginsekt wie ein Helikopter vor ihnen schwebt, dürfte es sich um eine Schwebfliege handeln, die keine aggressiven Absichten hat.

Auch die Gallischen Feldwespen sind im übrigen friedliche Tiere, wenn man sie nicht bedroht. Sie werden den Menschen auch nicht lästig zum Beispiel als unerwünschte Gäste am Frühstückstisch. Sie ernähren sich vor allem von anderen Insekten (hauptächlich von Fliegen) und von Spinnen, aber auch von Blütennektar.

Die Gallische Feldwespe fliegt typischerweise mit herunter hängenden Beinen. Betrachtet man sie von nahem, fallen die orangen Fühlerenden auf.

Foto auf Wikipedia

Gallische Feldwespen bewohnen offenes und warmes Gelände, wie Wiesen und buschreiche Heiden, und bauen ihre Nester auch gerne im Siedlungsbereich der Menschen. Das kleine Nest mit nach aussen offenen Waben hängt an einem dünnen Neststiel, der als Engstelle eine gute Verteidigungsmöglichkeit gegen Ameisen bietet.

Foto des Nestes auf Wikipedia

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Und das ist zum Beispiel ein gutes Kontrastprogramm zur Arbeit am Computer, aber auch sonst zum Stress im Alltag.

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