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Zimt und Teebaumöl gegen Fusspilz?

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Das Magazin „Focus“ berichtet über die Behandlung von Fusspilz mit Zimt und Teebaumöl:

„Fußpilz ist ein großes Tabuthema. Doch es gibt gute Mittel dagegen: Geben Sie etwas Zimt in Ihre Schuhe und verteilen Sie diesen. Zimt wirkt antibakteriell und tötet so den Fußpilzerreger ab.

Zur Anwendung auf der Haut empfiehlt Mediziner Dietrich Grönemeyer Teebaumöl. Geben Sie dazu zehn Tropfen Teebaumöl in einen bis eineinhalb Liter Wasser und baden Sie Ihre Füße 15 Minuten darin. Achten Sie nach dem Fußbad darauf, dass Sie Ihre Füße vollständig abtrocknen. Vor allem die Zwischenräume zwischen den Zehen sollten Sie trocknen. Denn die Feuchte bietet das perfekte Milieu für den Pilz.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/fusspilz-entfernen-welches-haushaltsmittel-hilft-wirklich_id_7019492.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Zimtrinde enthält ätherisches Zimtöl, das im Labor fungistatische Eigenschaften zeigt. Es hemmt also die Ausbreitung der Pilze, tötet sie aber nicht sicher ab.

Im Labor in einer Pilzkultur lassen sich solche Wirkungen gut zeigen. Ob es reicht, Zimtpulver in die Schuhe zu streuen, um einen Fusspilz loszuwerden, scheint mir aber sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich verdunstet im warmen Klima der Schuhe etwas Zimtöl aus dem Zimtpulver. Es ist aber eher zweifelhaft, ob dadurch eine wirksame Konzentration des Zimtöls in der Luft erreicht wird, um einen Fusspilz abzutöten.

Teebaumöl wirkt im Labor deutlich pilztötend (fungizid) auf viele Pilzarten und zeigt diese Wirkung auch am Menschen, also zum Beispiel bei Patienten mit Fusspilz.

Die fungizide Wirkung von Teebaumöl ist jedoch konzentrationsabhängig und an diesem Punkt wird die Empfehlung von 15 Tropfen auf 1 – 1 ½ Liter Wasser fragwürdig.

Teebaumöl ist leichter als Wasser und sammelt sich an der Oberfläche des Badewassers. Dort wird daher wohl eine wirksame Konzentration erreicht, wobei die hohe Konzentration aber auch ein erhöhtes Risiko von Hautreizungen mit sich bringt. Im restlichen Badewasser kommt dagegen des Teebaumöl nur in geringer Konzentration vor, die bei den empfohlenen 15 Tropfen pro 1 bis 1 ½ Liter Wasser deutlich unterhalb der wirksamen Schwelle liegen dürfte. In einer Laborstudie ergab sich als minimale fungizide Konzentration gegen verschiedene Pilzarten ein Wert von 0,03 – 8 % (Quelle 1).

Oft wird Teebaumöl unverdünnt oder in hohen Konzentrationen (zum Beispiel 10%ig) in Präparaten eingesetzt. Aufgrund bisheriger wissenschaftlicher Erkenntnisse reichen tiefere Konzentrationen für eine fungizige Wirkung. Aus diesem Grund und insbesondere auch aus allergologischen Gesichtspunkten scheint in örtlich anzuwendenden Präparaten eine maximale Konzentration von 1 % empfehlenswert. Damit dürfte das Sensibilisierungsrisiko sehr gering sein und die Konzentration in einer wirksameren Grössenodnung als bei den 15 Tropfen auf 1 bis 1 ½ Liter Wasser. Passend wäre die Einarbeitung von 1 % Teebaumöl in Cremegrundlage, Salbengrundlage, Lotion oder Gel (Quelle 2).

Damit ist auch eine homogene Konzentration gewährleistet, im Gegensatz zur Lösung in Wasser, bei der das Teebaumöl obenauf schwimmt.

Anzumerken ist noch, dass das Sensibilisierungsrisiko von Teebaumöl mit zunehmender Oxidation steigt. Darum ist es so wichtig, Teebaumöl vor Luft geschützt auszubewahren.

Siehe dazu auch:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Aufgrund der besseren Verträglickeit würde ich gegen Fusspilz allerdings sowieso eher Lavendelöl oder Korianderöl empfehlen.

Siehe dazu auch:

Lavendelöl gegen Hautpilze

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Quelle 1: Augustin/Hoch; Phytotherapie bei Hauterkrankungen, 2004, Seite 241.

Quelle 2: Augustin/Hoch; Phytotherapie bei Hauterkrankungen, 2004, Seite 243.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Teebaumöl toxisch für Katzen

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Teebaumöl wird schon seit vielen Jahren auch in der Tiermedizin eingesetzt zur Prophylaxe und Therapie von verschiedenen Hauterkrankungen. Besonders kleinere, oberfächliche Hautveränderungen und Verletzungen werden gerne – oft vom Tierbesitzer in Eigenregie – mit Teebaumöl behandelt.

Dabei ist allerdings unbedingt darauf zu achten, bei welcher Tierart Teebaumöl oder Teebaumöl-haltige Produkte (von verschiedenen Melaleuca-Arten stammend) eingesetzt werden, denn es gibt in der Verstoffwechslung bestimmter Substanzen zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tierarten.

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 3 / 2016) weißt die Tiermedizinerin Dr. med. vet. Isabella Hahn-Ramssl darauf hin, dass insbesondere Katzen besonders empfindlich auf die Phenole, Alkohole und Carbonsäuren reagieren, die als Bestandteil vieler ätherischer Öle vorkommen.

Daher seien nicht nur Teebaumöl sondern auch andere terpenhaltige ätherische Öle, wie z. B. Eukalyptusöl oder Thymianöl, potenziell toxisch für Katzen.

Vergiftungsgefahr durch das ätherische Öl des Australischen Teebaums bestehe jedoch auch besonders bei Jungtieren aller Tierarten. Meist seien es aber die orale Verabreichung, ungeeignet hohe Dosierungen oder durch schlechte Lagerung bedingte „alte“ Teebaumöle und Teebaumöl-Produkte, die toxische Erscheinungen bei Tieren auslösen..

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0316.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl ist ein interessantes ätherisches Öl, hauptsächlich wegen seiner antimikrobiellen Wirkung. Teebaumöl ist aber nicht so einzigartig in seiner Wirkung, wie es manchmal dargestellt wird.

Auch viele andere ätherischen Öle wirken antimikrobiell und sind zudem oft geruchlich angenehmer und auf der Haut verträglicher. In diesem Anwendungsbereich würde ich daher zum Beispiel auch an Lavendelöl oder Korianderöl denken.

Siehe auch:

Teebaumöl korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Labkraut bei Maria Treben

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Maria Treben (1907 – 1991) war eine österreichische Kräuterbuch-Autorin, die offensichtlich überzeugt davon war, für jede Krankheit eine hilfreiche Heilpflanze zu kennen. Das ist ein starkes Angebot für alle Kranken und solche, die es werden könnten. Es ist daher wenig überraschend, dass Trebens Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ in mehr als 20 Sprachen herausgegeben wurde und eine Gesamtauflage von über acht Millionen Exemplaren erreichte.

Die Ratschläge Maria Trebens sind inzwischen auch reichlich ins Internet gewandert. So findet man dort Listen zu den von Treben empfohlenen Anwendungsgebieten verschiedenen Heilpflanzen. Beim Labkraut beispielweise sieht eine solche Aufstellung so aus:

Belegte Zunge, Bleichsucht, Epilepsie, Furunkel, Gebärmutterbeschwerden, Geschwüre in der Mundhöhle, Geschwüre (bösartige), Gesichtshaut (welke), Grieß- und Steinbeschwerden, Hauterkrankungen, Hautflecken, Hautknötchen, Hautkrankheiten (chronische), Hautleiden (krebsartiges), Hysterie, Knoten, Kropfbildung, Kropfleiden, Lymphdrüsenstörung, Magensäure (zuviel),

Mandelentzündung, Mitesser, Mundgeruch, Nasenschleimhaut-Absonderung, Nervenleiden, Niereneiterung, Nierengrieß und Nierensteine, Nierenleiden, Nierenschrumpfung, Schilddrüsenerkrankung, Seitenstechen

Steinbildung, Stimmbänderlähmung, Tumore, Urinverhaltung, Veitstanz, Wassersucht. Wunden, Zunge (belegte), Zungenerkrankung, Zungenkrebs.

Für keine dieser Empfehlungen gibt es fundierte Belege oder auch nur schon plausible Argumente.

Daher stellt sich die Frage, wie eine solche Indikationslyrik zustande kommt.

Am Ursprung einer solchen ausufernden Liste steht wohl meistens das intensive Bemühen, alle möglichen Hinweise auf eine Wirksamkeit zusammenzutragen, ohne sie einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dabei bleibt es in der Regel bei der Übernahme von ungeklärten Anekdoten.

Eine kritische Prüfung würde mindestens folgende Punkte berücksichtigen:

1. Den Einfluss des Placebo-Effekts.

2. Die Regression zur Mitte

Gerade bei chronischen Krankheiten gibt es häufig einen schwankenden Verlauf, wobei jede Besserung dem angewendeten Mittel gutgeschrieben wird, obwohl sie mit grosser Wahrscheinlichkeit einfach dem natürlichen Verlauf entspricht. Das ist der Regression-zur-Mitte-Irrtum.

3. Die Tatsache, dass die meisten Erkrankungen von selber bessern und dass im Einzelfall nicht zu unterscheiden ist, ob für eine Besserung der natürliche Verlauf (Selbstheilungskräfte) oder die therapeutische Intervention verantwortlich ist.

4. Die immer mögliche und häufig vorkommende (Selbst)Täuschung der Erfahrung.

Siehe dazu auch:

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

Pflanzenheilkunde: Erfahrung allein genügt nicht zur Begründung

 

Naturheilkunde: Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund?

Warum wir gesund werden (Artikel in der Zeitschrift „Natürlich“)

 

In der Liste mit den Treben-Empfehlungen fallen vage Krankheitsbilder auf. Sie sind ein untrübliches Zeichen für fragwürdige, ungeklärte und unreflektierte Heilungsversprechungen. Beispiele: Gebärmutterbeschwerden, Hauterkrankungen, Knoten, Lymphdrüsenstörung, Nervenleiden, Schilddrüsenerkrankung, Nierenleiden, Wassersucht….

Es gibt beispielsweise ganz verschiedenartige Gebärmutterbeschwerden oder Schilddrüsenerkrankungen. Labkraut hilft in jedem Fall? Egal welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt? Kaum denkbar.

Und eine „Niereneiterung“ mit Labkraut behandeln zu wollen ist nicht nur abenteuerlich, sondern grob fahrlässig. Das gleiche gilt für „Hysterie“ – ganz abgesehen von der fragwürdigen Begrifflichkeit.

Es braucht meines Erachtens mehr kritische Auseinandersetzung bei diesen Themen – sonst werden Patientinnen und Patienten auf Holzwege geführt. Die ungeprüfte Weiterverbreitung von derart fragwürdigen bis fahrlässigen Empfehlungen im Internet oder in Kursen ist unverantwortlich.

Aber es ist natürlich vollkommen unattraktiv zu sagen, dass bezüglich der Wirksamkeit von Labkraut keine glaubwürdigen Erkenntnisse vorliegen. Das will im Grunde genommen kaum jemand hören. Viel toller ist es, wenn man eine Liste mit einer ganzen Reihe von schweren Erkrankungen präsentiert, bei denen Labkraut angeblich helfen soll. Das macht Eindruck…..

Aber fragen Sie sich selbst: Ist es Ihnen letztlich nicht lieber, wenn Sie reinen Wein eingeschenkt bekommen, als wenn Ihnen schöne Geschichten aufgetischt werden? – Es ist einfach die reifere Variante.

Untersucht wurden beim Echten Labkraut (Galium verum) im übrigen sehr wohl die Inhaltstoffe. Gefunden wurden dabei unter anderem Iridoide, Flavonoide (z. B. Rutin), Anthracenderivate, Kaffeesäureester (Chlorogensäure) und Enzyme (Labenzym).

Das Vorhandensein solcher Inhaltsstoffe sagt aber noch nichts Gesichertes darüber aus, ob damit auch eine Wirksamkeit beim Menschen erreicht werden kann.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) ist die Blume des Jahres 2015

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Die Loki Schmidt Stiftung hat den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 gewählt (Pflanzenfoto auf Wikipedia).

Mit der „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung jeweils auch auf einen bedrohten Lebensraum hin.

Beim Teufelsabbiss sind das magere und offene Feuchtwiesen, Moore und Heiden.

Das Rhizom ( = Wurzelstock) des Gewöhnlichen Teufelsabbisses wird bis zu 50 cm tief und stirbt im Herbst von unten ab. Der Teufel soll die Wurzel jeweils von unten abbeissen, aus Zorn über ihre Heilkraft, sagt ein alter Volksglaube.

Quelle:

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/downloads/blumen_des_jahres_pdfs/Blume_des_Jahres_2015.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Teufelsabbiss enthält Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Stärke und Saccharose. Die Pflanze wurde in der traditionellen Volksheilkunde eingesetzt zur „Blutreinigung“, als Diuretikum, gegen Husten, Heiserkeit, Lungenerkrankungen, als Anthelmintikum (wurmwidriges Mittel), äusserlich bei Hauterkrankungen, Ekzemen, Geschwüren und Quetschungen.

Wie viele andere Pflanzen auch, wurde Teufelsabbiss früher gegen Pest empfohlen. Aber schon Tolstoi hat geschrieben: Wenn gegen eine Krankheit viele verschiedene Heilmittel empfohlen werden ist das ein Zeichen, dass sie unheilbar ist. Mit anderen Worten: Gegen Pest hat man früher in grosser Not einfach fast alles probiert, was greifbar war.

Keine dieser Indikationen ist aber bisher geklärt worden, so dass der Teufelsabbiss heute in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommt.

Zum Anschauen in der Natur ist die Pflanze allerdings ausgesprochen hübsch, aber nicht häufig anzutreffen. Wenn Sie mehr Wildpflanzen und Heilkräuter in der Natur kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich mal mein Programm 2015 für die Kräuterwanderungen an.

Botanisch gehört der Teufelsabbiss zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), zu der auch die Witwenblumen, die Skabiosen und die Karden zählen.

Teufelsabbiss blüht erst spät im Jahr (Juli bis September) und wird von Bienen, Schmetterlingen und Fliegen bestäubt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendelöl gegen Hautpilze

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Lavendelöl wird in Aromatherapie und Phytotherapie gern als Beruhigungsmittel eingesetzt und bewährt sich auch bei Schlafstörungen.

Lavendelöl wirkt aber auch gut gegen Hautpilze verschiedener Art, zum Beispiel gegen Fusspilz und Scheidenpilz.

Die antimykotische Wirkung von Lavendelöl ist auch in der Phytotherapie-Fachliteratur beschrieben.

Beispiele:

– Georg Schneider, Arzneidrogen, Spektrum Akademischer Verlag, 2004:

Die Autoren schreiben zur antimikrobiellen Aktivität von Lavendelöl gegen Bakterien und Pilze:

„Lavendelöl hemmt im Agardiffusionstest das Wachstum von Bacillus subtilis, Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Candida albicans, jedoch nicht von Pseudomonas aeruginosa. Der Phenolkoeffizient von 1,6 weißt das Öl als mässig effektiv aus…..Auf die Dermatophythen Epidermophyton floccosum und Trichophyton rubrum wirkt Lavendelöl im Verdünnungstest hemmend (MHK-Werte unter 313 ppm). Die antimikrobielle Aktivität geht auf das Linalool zurück.“

(Seite 364)

 

– Matthias Augustin / Yvonne Hoch (Hrsg.): Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Urban & Fischer Verlag 2004:

„Antifungale Wirkung

Eine antifungale Wirkung des ätherischen Öls konnte in mehreren In-vitro-Studien nachgewiesen werden. Lavendelöl hemmt das Wachstum und die Konidienkeimung von Penicillium digitatum. Bei Kontakt von Trichophyton mentagrophytes und Trichophyton rubrum mit Lavendeldampf in Konzentrationen von 40 – 160 µg/ml Luft kommt es zur Tötung der Konidien und zu einer Hemmung des Auskeimens und der Hyphenverlängerung. Lavendel zeigte in diesem Versuch trotz einer bescheidenen MID (minimale Hemmdosis) eine bessere Wirkung als Thymian, Zitronengras und andere ätherische Öle. Das ätherische Öl hemmt im Plattendiffusionstest und in der Brühverdünnungsmethode das Wachstum von Aspergillus niger und – etwas schwächer – von Aspergillus flavus…..Seine antimikrobielle Wirkung ist auf den Gehalt an Linalool zurückzuführen, das im Plattentest eine Hemmwirkung gegen eine Vielzahl von Mikroorganismen zeigt. Im Agardiffusionstest zeigt reines Öl Wirkung auf Escherichia coli, Candida albicans, Bacillus subtilis und Staphylococcus aureus, nicht jedoch auf Pseudomonas aeruginosa.“

(Seite 151/152, Literatur siehe dort)

 

„Neuere experimentelle und klinische Studien weisen auf gute antimykotische Eigenschaften von Koriander-, Thymian- und Lavendelöl hin. Diese gelten sowohl für Epidermophyten wie auch für Candida-Spezies.“

(Seite 296)

 

Die Angaben in den obigen Zitaten beziehen sich höchstwahrscheinlich auf Lavendelöl aus Lavandula angustifolia in Arzneibuchqualität, wie es in der Phytotherapie verwendet wird.

Eine Forschergruppe in Portugal untersuchte dagegen Lavendelöl aus Lavandula viridis (Grüner Lavendel). Siehe dazu:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

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Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege

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Fundierte, professionelle Heilpflanzen-Anwendungen bieten eine ganze Reihe von Chancen für die Pflege. In Pflegeheimen, in der Spitex, der Palliative Care, im Spital, in Kinderpflege und Psychiatrie – gibt es seit einigen Jahren erfolgreiche Schritte zur Integration von Heilpflanzen-Anwendungen.

Sie arbeiten in der Pflege und interessieren sich für Heilpflanzen und Naturheilkunde?

Dann beteiligen Sie sich an dieser innovativen Entwicklung. Informieren Sie sich hier!

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde, Winterthur

Tagesseminare zur Einführung:

24. Oktober 2017: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologiepflege

11. November 2017: Tagesseminar Phytotherapie im Überblick

30.November 2017: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten

 

Die umfassende Phytotherapie-Ausbildung für Pflegende:

Lehrgang Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) für Pflegende ab 22. / 23. Mai 2017.

Weitere Informationen zu Phytotherapie / Pflanzenheilkunde in der Pflege:

Was ist Phytotherapie? – Kurztext

Phytotherapie in der Pflege – Kurztext

Phytotherapie in der Pflege – Langtext mit Argumenten für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege, auch für Gespräche mit der Pflegedienstleitung, wenn es um eine Beteiligung der Institution an den Ausbildungskosten geht.

Phytotherapie in der Palliative Care – Ausführlicher Artikel von Martin Koradi in der Fachzeitschrift Palliative.ch

Phytotherapie für Ärztinnen und Ärzte

Presseberichte zu Phytotherapie in der Pflege

Teamweiterbildungen für Phytotherapie in der Pflege (Interessengemeinschaft Phytotherapie in der Pflege)

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Und zum Schluss: Interessiert an Kräuterkunde in der Natur?

Daten und Orte der Kräuterwanderungen finden Sie im Kursprogramm.

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Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care

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Mit Heilpflanzen-Anwendungen lassen sich viele Beschwerden lindern, die in der Palliative Care häufig auftreten. Das verbessert die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Heilpflanzen-Anwendungen sind aber oft auch mit Zuwendung verbunden und ermöglichen den Einbezug von Angehörigen, falls diese das wünschen.

Erwerben Sie sich fundiertes Fachwissen, um professionelle Heilpflanzen-Anwendungen in die Palliative Care und in andere Bereiche der Pflege zu integrieren.

Zur Einführung:

24. Oktober 2017: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen in Palliative Care und Onkologiepflege

11. November 2017: Tagesseminar Phytotherapie im Überblick

30. November 2017: Tagesseminar Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten

 

Die umfassende Phytotherapie-Ausbildung für Pflegende:

Lehrgang Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) für Pflegende ab 22. / 23. Mai 2017.

 

Weitere Informationen zu Phytotherapie / Pflanzenheilkunde in der Pflege:

Was ist Phytotherapie? – Kurztext

Argumente für Heilpflanzen-Anwendungen in der Palliative Care – Kurztext

Phytotherapie in der Palliative Care – Ausführlicher Artikel von Martin Koradi in der Fachzeitschrift Palliative.ch

Phytotherapie in der Pflege – Kurztext

Phytotherapie in der Pflege – Langtext mit Argumenten für Heilpflanzen-Anwendungen in der Pflege, auch für Gespräche mit der Pflegedienstleitung, wenn es um eine Beteiligung der Institution an den Ausbildungskosten geht.

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Zum Beinwell-Wirkstoff Allantoin und seiner Wirkung

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Allantoin ist ein Wirkstoff, der in pflanzlichen und tierischen Organismen als Endprodukt des Purinstoffwechsels vorkommt und aus Harnsäure gebildet wird. Allantoin kommt natürlicherweise beispielsweise in Beinwell, Ahorn, Schwarzwurzeln, Rüben, Rosskastanien und in Weizenkeimen vor.

Die Larven von Lucilia sericata (Goldfliegenart) werden als Mittel der Wundheilung eingesetzt, da sie sehr spezifisch nekrotisches Gewebe fressen und große Mengen von Allantoin abgeben (Madentherapie).

Allantoin wird äusserlich zur Wundbehandlung verwendet bei Schnittwunden und Brandwunden, Geschwüren, Ekzemen, zur Hautpflege in Kosmetika, gegen Hauterkrankungen und für die Narbenpflege. In Arzneimitteln ist es oft enthalten, um die Haut aufzulockern und die Penetration der Wirkstoffe zu erleichtern.

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Allantoin

Kommentar & Ergänzung:

Allantoin ist eine wichtiger Wirkstoff in Beinwell (Wallwurz, Symphytum officinale)

Zu Allantoin schreibt Dietrich Frohne, dass ihm durchblutungsfördernde und granulationsfördernde Wirkungen zugeschreiben werden.

„Der Allantoineffekt ist ähnlich der Wirkung der Fliegenmadenbehandlung, die früher einmal zur Behandlung von osteomyelitischen und anderen chronischen Eiterungen angewendet wurde und auf die Ausscheidung von Allantoin und proteolytischen Enzymen im Speichelsekret der Maden zurückzuführen ist. Auf Grund osmotischer Effekte löst Allantoin die Wundsekrete auf, verflüssigt sie und ebnet so der Granulation den Boden. Die lokale Durchblutung wird angeregt und Abwehrmechanismen gefördert.“

(Dietrich Frohne, Heilpflanzenlexikon 2006)

Die Fliegenmadentherapie ist seit einiger Zeit wieder in Gebrauch, Infos dazu auf Wikipedia.

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Atopische Dermatitis: Problematische Formaldehydabspalter in Pflegeprodukten

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Patienten mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) reagieren laut einer US-Studie signifikant häufiger als Nichtatopiker mit Überempfindlichkeitsreaktionen vom verzögerten Typ auf Formaldehydabspalter, die als Konservierungsstoffe diversen Pflegeprodukten zugesetzt werden.

Deutlich unbedenklicher sind offenbar Parabene, die häufigsten Zusätze zur Haltbarmachung von Cremes, Shampoos und anderen Kosmetikartikeln.

Die Haut von Neurodermitikern ist permanent trocken, so dass viele Betroffene ständig bemüht sind, diese besonders gut zu pflegen.

Die Empfindlichkeit der Haut wird aber nicht nur durch die Hauttrockenheit selbst gesteigert. Auch zahlreiche Pflegeprodukte, Shampoos, Waschgels und selbst topische Medizinprodukte können Stoffe enthalten, die Hautreaktionen vom verzögerten Typ auslösen. Um Produkte mit hohem Wasseranteil chemisch vor Kontaminationen zu bewahren, werden ihnen oft Parabene, Formaldehyd oder Formaldehydabspalter zugesetzt. Letztere haben Formaldehydzusätze heute weitgehend verdrängt. Sie setzen Formaldehyd durch Hydrolyse frei.

Bereits eine frühere Studie hatte ergeben, dass Atopiker häufiger Typ-IV-Allergien, insbesondere gegenüber Nickel, Kobaltchlorid und Kaliumdichromat, entwickeln.

Cristin N. Shaughnessy und Kollegen von der Columbia University, New York, untersuchten die Wirkungen von Allergenen bei Probanden mit und ohne atopische Dermatitis (AD).

Vier der fünf Formaldehydabspalter lösten signifikant häufiger allergische Reaktionen bei Atopikern aus: Quaternium-15, Imidazolidinyl-Harnstoff, DMDM Hydantoin und 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol (Bronopol). Keine Differenzen zwischen Atopikern und Nicht-Atopikern fanden sich bei Parabenen, Formaldehyd oder Diazolidinyl-Harnstoff. Parabene etwa, die am häufigsten eingesetzten Konservierungsstoffe, hatten die tiefste Reaktionsrate mit 0,5% bei Nicht-Atopikern und 0% bei Atopikern.

Schlussfolgerungen der Studienautoren

Die Wissenschaftler raten Patienten mit atopischer Dermatitis, dass sie auf Pflegeprodukte verzichten sollten, die Formaldehydabspalter enthalten. Da sich beim Vergleich von Atopikern und Nicht-Atopikern keine Differenzen bezüglich Formaldehyd zeigten, sind nach Ansicht der Forscher die Reaktionen gegen die Struktur der Formaldehydabspalter selbst gerichtet. Obwohl sich für Diazolidinyl-Harnstoff keine signifikanten Differenzen zwischen den beiden Gruppen fanden, empfehlen die Wissenschaftler AD-Patienten dennoch, wegen der strukturellen Verwandtschaft zu Imidazolidinyl-Harnstoff und möglicher Kreuzreaktionen, auch den Umgang mit diesem Inhaltsstoff zu meiden.

Patienten mit Neurodermitis sollten zur Behandlung ihrer Haut am besten Salben verwenden, die keine antimikrobiellen Konservierungsstoffe enthalten. Bei der Auswahl von Cremes, Lotionen und anderen Produkten mit Bioziden raten die Studienautoren, solche mit Parabenen vorzuziehen, da diese sowohl bei Atopikern als auch bei Nicht-Atopikern nur sehr selten allergische Reaktionen auslösen.

Quelle:

http://www.springermedizin.de/atopiker-bei-pflegeprodukten-auf-formaldehydabspalter-achten/4822352.html / Autorin: Starostzik Christine

Shaughnessy, C. N. Cutaneous delayed-type hypersensitivity in patients with atopic dermatitis: Reactivity to topical preservatives. JAAD 2013; online 11 November 2013 (10.1016/j.jaad.2013.08.046)

Kommentar & Ergänzung:

Atopikern ist sehr zu empfehlen, auf einen hautfreundlichen Lebensstil zu achten.  Dazu gehört auch die sorgfältige Auswahl der Pflegeprodukte.

Offenbar sind betreffend Gehalt an Konservierungsstoffen vor allem die hoch wasserhaltigen Produkte problematisch. Bei den Cremen sind das O/W-Emulsionen (Öl in Wasser). Bei trockener Haut sind aber in der Regel sowieso fettreichere W/O-Emulsionen (Wasser in Öl) vorzuziehen.

Die wasserreicheren O/W-Emulsionen enthalten zudem auch mehr Emulgatoren, die sich negativ auf die Hautbarriere auswirken können.

In der Dermatologie kommt es nicht nur auf die Wirkstoffe an, sondern auch auf die Grundlage, in der sie appliziert werden.

Das gilt auch für die Phytotherapie: Es kommt nicht nur auf die passende Heilpflanze an, sondern auch in welcher Form (z. B. wässrig / fetthaltig), und das muss stadiengerecht geschehen.

Tagesseminare zum Thema „Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden“ finden Sie jährlich in meinem Kursprogramm (nächster Termin: 26. Februar 2014)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Kleopatrabad bei Neurodermitis und trockener Haut

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Wer an Neurodermitis und/oder trockener Haut leidet, dem wird oft empfohlen, anstelle eines Vollbades eine kurz Dusche zu nehmen, weil diese die Haut weniger entfettet.

Wer trotzdem ein Vollbad nehmen möchte, sollte für eine rückfettende Wirkung sorgen.

Dazu kann man ein Spezialbad für Neurodermitis-Patienten in der Apotheke kaufen oder ein rückfettendes Bad selber herstellen.

Das geht sehr einfach mit einem traditionellen Hausmittel mit dem verheissungsvollen Namen „Kleopatrabad“.

Das Magazin „Stern“ hat kürzlich Alltagstipps für Neurodermitis-Patienten veröffentlicht und dabei auch das Kleopatrabad empfohlen:

„Dafür mischen Sie 40 Milliliter Olivenöl mit 20 Milliliter Milch, schütteln es kräftig, bis eine Emulsion entsteht, und setzen diese nach fünf Minuten dem Badewasser zu. Auf der Haut bildet sich ein dünner Ölfilm, der rückfettend wirkt.“

Nach dem Bad die Haut an der Luft trocknen, sonst landet der Ölfilm im Handtuch, und der Effekt geht verloren.

Quelle:

http://www.stern.de/allergie/vorbeugen/atopisches-ekzem-alltagstipps-fuer-neurodermitis-patienten-585265-e3a97b4519108477.html

Kommentar & Ergänzung:

Zum Mischungsverhältnis gibt es in den Quellen unterschiedliche Angaben. Ich selber empfehle zwei Esslöffel Olivenöl zu mischen mit einer Tasse Milch. Es muss Vollmilch sein, weil Milchdrink zuwenig Fettanteil hat, um eine gute Emulgierungswirkung zu gewährleisten.

Der Ölfilm vermindert die Abdunstung von Wasser aus der Haut und erhöht damit deren Feuchtigkeitsgehalt.

Der Name „Kleopatrabad“ geht natürlich auf die ägyptische Königin Kleopatra (69 – 30 v.u.Z) zurück, die in Eselsmilch gebadet haben soll.

Heute wird natürlich aus praktischen Gründen in der Regel Kuhmilch verwendet, doch hat die Eselsmilch als Badezusatz und Hautpflegemitttel eine lange Geschichte.

„Eselsmilch wird heute in Heilbehandlungen für Hauterkrankungen und Allergien verwendet. In erster Linie soll Eselsmilch von Allergikern getrunken werden. Reine Eselsmilch ist auch ein Kosmetikprodukt. Bereits in der Antike soll Kleopatra in Eselsmilch gebadet haben. Von Kaiserin Elisabeth und Joséphine Bonaparte sind ähnliche hautfreundliche Bäder überliefert.

In der Nähe der Stadt Agrigent in Italien entsteht nun die erste größere europäische Produktionsstätte für Eselsmilch. Da Eselsmilch eine natürliche Alternative für Babys und Kleinkinder mit einer Allergie gegen Kuhmilch darstellt ist die Nachfrage nach diesem teuren Naturprodukt hoch.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Zusammensetzung der Eselsmilch:

„ Eselsmilch ist genau wie Stutenmilch der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich, wobei der Anteil an Lipiden auffällig niedrig und der Lactose-Anteil hoch ist. Sie wurde früher häufig als natürlicher Muttermilchersatz angewendet. Die Molken derselben enthalten viel Milchzucker und schmecken süß.“

(Quelle: Wikipedia)

Noch vor der Kuhmilch, der Ziegenmilch, der Stutenmilch oder der Schafsmilch war Eselsmilch zudem die Ersatzmilch erster Wahl für mütter- und ammenlose Säuglinge.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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