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Rotes Weinlaub und Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern – ja, aber in welcher Form?

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T-online hat einen Artikel zum Thema „Venenschwäche“ veröffentlicht mit dem Titel „Krampfadern vorbeugen: So zögern Sie sie hinaus.“

Darin gibt es eine Reihe nützlicher, aber auch schon ziemlich bekannter Tipps. Beispielsweise zu Risikofaktoren für Krampfadern wie:

langes Stehen

langes Sitzen

Bewegungsmangel

Übergewicht

Rauchen

Antibabypille

Hormonersatztherapien etwa in den Wechseljahren.

 

Auch wird auf die Bedeutung ausreichender Bewegung hingewiesen.

In einem Nebensatz kommt dazu noch netterweise eine Empfehlung zweier Heilpflanzen:

„In der Naturheilkunde werden auch Cremes und Umschläge aus rotem Weinlaub- oder Rosskastanien-Extrakt gegen Krampfadern eingesetzt.“

Damit trifft t-online im selben Satz voll ins Schwarze und voll daneben.

Rotes Weinlauf und Rosskastanien-Extrakt, das sind zusammen mit Buchweizenkraut (Rutin) tatsächlich die Favoriten der Phytotherapie, wenn es um Venenschwäche und Krampfadern geht.

Zwei Punkte laufen aber schief:

  1. Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, gibt es beim Roten Weinlaub und beim Rosskastanien-Extrakt nur für Präparate zum Einnehmen, zum Beispiel in Kapselform. Dass die Wirkstoffe aus Rotem Weinlauf (Flavonoide) und aus Rosskastanien-Extrakt (Aescin) durch die Haut in relevanten Mengen aufgenommen werden, ist sehr unwahrscheinlich und nicht einmal ansatzweise belegt. Umschläge mit Roten Weinlaub oder Rosskastaniensalben sind daher als Anwendungsform sehr fragwürdig
  1. Es gibt keine fundierten Hinweise darauf, dass Präparate aus Rotem Weinlaub oder Rosskastanien-Extrakt vorbeugend oder gar heilend wirken bei Krampfadern, wie es der Text nahelegt. Belegt wurde eine Linderung der Beschwerden bei Venenschwäche bzw. Krampfadern. Venöse Stauungen (Ödeme) und das Gefühl schwerer Beine wurden reduziert. Das ist wertvoll, aber es ist eben nicht die Vorbeugung oder gar Heilung, die von der Werbung oft versprochen wird.

Darüber hinaus enthält der Text auf t-online noch Tipps zur Ernährung, zum Beispiel:

„Fördern Sie die Venendurchblutung mit Gewürzen wie Ingwer, Pfeffer und Chili.“

Nichts gegen Ingwer, Pfeffer und Chili, aber so ganz nachvollziehbar ist diese Empfehlung nicht. Der Wirkstoff im Chili (Capsaicin) wirkt beispielsweise auf der Haut durchblutungsfördernd und erweitert dazu kleine Kapillargefässe. Aber ob ich eine solche Wirkung auch auslösen kann durch Einnahme von Chili ist sehr fraglich. Wieviel Chili müsste ich denn täglich einnehmen, damit der Wirkstoff in relevanter Konzentration in kleinen Venen gelangt und sie erweitert. Und wäre das überhaupt sinnvoll für einen besseren venösen Rückfluss oder eher kontraproduktiv?

Quelle der Zitate:

http://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_46399962/krampfadern-vorbeugen-mit-sport-und-richtiger-ernaehrung.html

Siehe auch:

Empfehlungen zur Behandlung chronischer Venenleiden

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Cochrane-Studie zu Rosskastanien-Extrakt bei Venenbeschwerden

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Kräuterwanderungen / Kräuterkurse / Lehrgänge: Kursprogramm Dezember 2017 – Juli 2018

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Das Kursprogramm mit den Lehrgängen, Kräuterwanderungen und Kräuterkursen von Dezember 2017 – Juli 2018 ist vollständig. Hier finden Sie eine Übersicht:

Lehrgänge Phytotherapie / Pflanzenheilkunde:

Vielfältiges, fundiertes Wissen über Möglichkeiten und Grenzen von Heilpflanzen- Anwendungen, eingebettet in eine anregende Kursatmosphäre. Für beide Lehrgänge sind Vorkenntnisse in Pflanzenheilkunde nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Phytotherapie-Ausbildung:

Eine nächste Klasse startet am 14. / 15. Mai 2018 15 mal 2 Tage bis Februar 2020. Für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde, Medizin u. ä. Begrenzte Plätze frei auch für Personen ohne medizinischen Grundberuf nach Abklärung.

Heilpflanzen-Seminar:

Ab 2. / 3 Dezember 2017 über sechs Wochenenden bis Juni 2018. Kompaktes, fundiertes Wissen für sorgfältige Heilpflanzen-Anwendungen im privaten Bereich oder zum Beispiel ergänzend für Berufsleute aus Gärtnerei oder Landwirtschaft. Braucht keine medizinischen Vorkenntnisse. Abschlusswochenende im Juni 2018 mit Kräuterwanderungen in Trin / Flims (Graubünden).

Tagesseminare in Winterthur:

13. 1. : Phytotherapie im Überblick.

12. 2. : Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden.

12. 3. : Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression.

30. 4. :Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care.

Kräuterwanderungen / Tagesexkursionen:

29. 4.: Eine Entdeckungsreise in Quinten am Walensee.

  6. 5.: Dättnauertal & Rumstal bei Winterthur.

10. 5.: Von Trin in die faszinierende Rheinschlucht (Graubünden).

12. 5.: Zum wildromantischen Sihlsprung (Kantone Zug & Kanton Zürich).

13. 5.: Tüllinger Hügel – blumenreiche, alte Kulturlandschaft bei Basel.

19. 5.: In die Auenlandschaft „Petite Camargue“ bei Basel.

20. 5.: In den Randen bei Schaffhausen.

21. 5.: Durch die „Toskana des Aargaus“ über den Bözberg.

26. 5.: Naturparadies Jeizinen – Gampel (Wallis).

27. 5.: Blauen-Südhang im Laufentaler Jura (Basel-Land).

2. 6.: Auf der Rigi – botanische Entdeckungen am Südhang (Kanton Luzern).

3. 6.: In Hemberg im Toggenburg (Kanton St. Gallen).

23. 6.: Durch Alpenwiesen und Hochmoorlandschaft in Vals (Graubünden).

24. 6.: In der Alpenlandschaft Sunnbüel ob Kandersteg (Berner Oberland)).

30. 6.: Alpine Moorlandschaft Moosalp ob Visp (Wallis).

15. 7.:  In der Berglandschaft Gumen (Braunwald, Glarnerland).

21. 7.: 
Am Stockhorn im Simmental (Berner Oberland).

22. 7.:
 Chäserugg und Schwendisee im Toggenburg (Kanton St.Gallen).

21. 7.: Flusslandschaft Thurauen & Alter Rhein (Kantone Schaffhausen & Zürich)

Kräuterwanderungen (Wochenendkurs):

15. – 17. 6.: Im Pflanzenparadies Feldis (Graubünden).

Kräuterwanderungen (Wochenkurse im Berner Oberland):

  1. – 6. 7. : An der Lenk im Simmental (Berner Oberland).
  2. – 13. 7. : In Mürren im Lauterbrunnental (Berner Oberland).

Die detaillierten Kursausschreibungen finden Sie im Kurskalender im Portal:

Phytotherapie-Seminare

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Heidelbeeren aus dem Supermarkt – betreffend Wirkstoffgehalt fragwürdig

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Heidelbeeren haben gerade Saison. Im Supermarkt bekommt man allerdings kaum die wildwachsende Waldheidelbeere, sondern viel häufiger eine Kulturheidelbeere.

Heidelbeeren gehören zur Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse.

Kulturheidelbeeren wie Vaccinium corymbosum unterscheiden sich beträchtlich von der wild wachsenden Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus). Die Waldheidelbeere wächst europaweit in lichten Nadelwäldern, Hochmooren und Heiden, in den Bergregionen gern im subalpinen Nadelwald als Unterwuchs. Der Halbstrauch wird bis zu 50 cm hoch. Die schwarzblauen Beeren sind erbsengroß und schmecken sehr aromatisch. Der Heidelbeersaft aus Vaccinium myrtillus ist aufgrund des blauen Farbstoffs Anthocyan intensiv blau gefärbt. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Antioxidanzien gehören, die den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe der Waldheidelbeere sind Ballaststoffe, Fruchtsäuren, Mangan, Mineralstoffe wie Magnesium, Vitamin E und Vitamin C.

Die Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet und stammt nicht von der heimischen Waldheidelbeere ab. Ihre Früchte sind grösser als diejenigen der Waldheidelbeere, wachsen an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern und haben einen deutlich süßeren, aber weniger intensiven Geschmack. Ihr Fruchtfleisch ist fest und hat nur wenige Kerne. Bei den Mineralstoffen und Vitaminen bestehen kaum größere Unterschiede zwischen Waldheidelbeere und Kulturheidelbeere. Der blaue Farbstoff Anthocyan steckt bei der Kulturheidelbeere allerdings nur in der Haut, während Saft und Fruchtfleisch farblos sind. Dadurch bekommt man beim Essen kaum blaue Zähne.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/heidelbeere-30444.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Für die Phytotherapie sind als Wirkstoffe in der Heidelbeere relevant die Gerbstoffe und die Anthocyane.

Getrocknete Heidelbeeren werden wegen der Gerbstoffe zum Beispiel gegen Durchfall eingesetzt.

Anthocyane hemmen Entzündungen, werden jedoch nur schlecht in den Organismus aufgenommen. Daher sind insbesondere Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Darmentzündungen interessant – in diesen Fällen braucht es die Aufnahme in den Körper nicht.

Siehe dazu:

Farbstoffe: Auch Heidelbeeren hemmen Entzündungen

 

Interessant wären genaue Angaben bezüglich den Unterschieden im Gehalt an Anthocyanen und Gerbstoffen zwischen Kulturheidelbeeren und Waldheidelbeeren. Dazu finde ich in der Phytotherapie-Fachliteratur keine brauchbaren Informationen.

Weil die Kulturheidelbeere im Inneren nicht blau gefärbt ist, liegt es allerdings auf der Hand, dass sie weniger Anthocyane enthält als die Waldheidelbeere. Ich würde jedenfalls als Heilpflanze die Waldheidelbeere vorziehen.

Laut ESCOP-Monografie können anthocyanangereicherte Extrakte aus Heidelbeeren angewendet werden für die „symptomatische Behandlung bei Problemen von Krampfadern wie schmerzende und schwere Beine, periphere Durchblutungsstörungen, kapillare Durchblutungsstörungen des Auges.“

Der „Leitfaden Phytotherapie“ führt Indikationen aus der WHO-Monografie auf. Darunter ist ein Hinweis, der interessant ist, weil er aus der Reihe tanzt:

„symptomatische Behandlung von Dysmenorrhö bei prämenstruellem Syndrom“

Die Plausibilität dieser Angabe ist schwer einzuschätzen, weil sie sonst in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht auftaucht (Dysmenorrhö = schmerzhafte Menstruation).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Welche Heilpflanzen fürs Schlafkissen


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Der MDR stellt Hausmittel gegen Schlafstörungen vor und empfiehlt dazu ein Schlafkissen:

„Man nehme einen kleinen Kissenbezug, fülle diesen fünf bis sieben Zentimeter dick mit getrockneten Kräutern wie Lavendel, Kamille, Melisse oder Pfefferminze. Den Bezug gut verschließen und zum Schlafen auf das Kopfkissen oder unter den Nacken legen. Um die Wirkung zu verstärken, kann man auch noch ein bis zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl auf das Kissen geben. Der Duft der Kräuter und ihre Inhaltsstoffe werden über die Atemwege und die Haut vom Körper aufgenommen.“

Quelle:

http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/hg-schlaf-stoerungen-100.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Gute Idee. Die Zusammensetzung des Schlafkissens würde ich individuell so wählen, dass es vom Duft her angenehm ist. Pfefferminze scheint mir allerdings eher fraglich, dann Pfefferminzöl eher belebend wirkt. Hopfen könnte noch passen, weil er ebenfalls leicht beruhigend wirkt und offenbar flüchtige Wirkstoffe enthält.. Waldmeister und Steinklee (= Honigklee) kommen als Cumarin-Pflanzen ebenfalls in Frage, wenn man Heuduft als angenehm und beruhigend empfindet.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] „Gut durch die Krebstherapie“ von Josef Beuth

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KrebstherapieVerlagsbeschreibung

Was Sie jetzt schützt und stärkt.
Sie fühlen sich schlapp, Ihre Gelenke schmerzen oder Ihre Haut juckt? Eine Strahlen- oder Chemotherapie ist belastend und mit vielfältigen Nebenwirkungen verbunden. Gegen die 70 häufigsten Beschwerden im Rahmen einer Krebstherapie können Sie aber einiges tun: Enzyme gegen Lymphödem, Leinsamen-Bäder beim Hand-Fuß-Syndrom oder Bromelain bei Thrombose.
Prof. Dr. med. Josef Beuth, Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Universität zu Köln, erklärt die wirksamsten komplementärmedizinischen Möglichkeiten von A-Z. Die bewährten Praxistipps sind sanft und ganzheitlich – ohne Ihre Therapie zu hemmen. So können Sie Ihre akuten Beschwerden kurzfristig in den Griff zu bekommen und Ihr Wohlbefinden langfristig zu steigern. Zum Shop

Zum Autor Josef Beuth

Prof. Dr. med. Josef Beuth ist Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Uni Köln.

Kommentar von Martin Koradi

Im Kern der Krebstherapie – bei der direkten Bekämpfung der Krebserkrankung – haben Heilpflanzen keine Bedeutung – auch wenn immer wieder anderes behauptet wird. Jedenfalls gibt es keine seriösen Belege, dass alleine mit Heilpflanzen-Anwendungen Krebs geheilt werden kann. Das ist bedauerlich, doch braucht es hier eine klare Aussage anstelle von fragwürdigen Versprechungen.

Heilpflanzen-Anwendungen können aber zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, in dem sie unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie oder der Strahlentherapie lindern oder Beschwerden bessern, die mit der Krebskrankheit verbunden sind.

Josef Beuth gibt dazu nützlich Empfehlungen und führt dabei auch eine Reihe von Heilpflanzen an.

Das Buch „Gut durch die Krebstherapie“ ist verständlich geschrieben und eignet sich gut als Patientenratgeber. Es kann aber auch für Fachleute aus medizinischen Berufen (z. B. aus Palliative Care und Onkologiepflege) nützliche Anregungen und Informationen vermitteln

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.

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Melisse als Beruhigungsmittel

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Das Magazin „Focus“ befasst sich mit den Wirkungen der Melisse:

„Das Hauptanwendungsgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems. Ein Tee aus frischen Melissen-Blättern kann sich bei Stress und Nervosität als wahres Wundermittel erweisen, denn die in ihm enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend.“

Diese Empfehlungen sind nachvollziehbar, auch wenn der Begriff „wahres Wundermittel“ grundsätzlich fragwürdig ist.

Wer Melisse im Haus habe, brauche sich vor schweren Prüfungen keine Sorgen zu machen, schreibt „Focus“ weiter.

Das kann man probieren, doch gibt es bei Prüfungsangst bzw. Prüfungsstress Heilpflanzen, die ich vorziehen würde. Zum Beispiel als leicht angstlösende Präparate hochdosierten Passionsblumenextrakt oder Lavendelöl-Kapseln (Lasea). Und eher für längerfristige Anwendung zur besseren Stressbewältigung Adaptogene wie Ginseng (Ginsana) oder Rosenwurz (Vitango).

Ausserdem empfiehlt „Focus“:

„Vor dem Zubettgehen getrunken, kann auch ein Gläschen vom berühmten Kräuterschnaps Melissengeist beim Einschlafen helfen.“

Hier würde ich den Melissentee kombiniert mit einer Lavendelöl-Anwendung eindeutig vorziehen. Melissengeist hat mir zuviel Alkohol und zuwenig Melisse. Zudem enthält der Melissengeist neben Alkohol und Melissenblättern eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die ihn eher als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden prädestinieren: Alantwurzelstock, Angelikawurzel, Ingwerwurzelstock, Gewürznelken, Galgantwurzelstock, Schwarze Pfefferfrüchte, Enzianwurzel, Muskatsamen, Pomeranzenschalen, Zimtrinde, Zimtblüten, Kardamomensamen.

Die Melisse überrasche aber mit weiteren ungeahnten Heilkräften, schreibt „Focus“ weiter:

„Neben ihren ätherischen Ölen enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralsalze. Insbesondere die Gerbstoffe haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie attackieren Herpes-Viren und schützen die Haut vor einer erneuten Infektion. Melissenextrakt gilt heute als anerkanntes Mittel gegen die lästigen Lippenbläschen.“

Korrekt. Der Melissenextrakt wird zu diesem Zweck in eine Creme eingearbeitet (Lomaherpan). Das Präparat muss wie alle lokal anzuwendenden antiviralen Herpesmittel bei den ersten Symptomen eingesetzt werden. Es kann die Dauer der Herpeserkrankung leicht verkürzen – vergleichbar mit anderen Fieberbläschensalben.

Ähnlich lokal antiviral gegen Herpesviren wirken Melissenöl und Pfefferminzöl. In der Schweiz gibt es zudem Parsenn Herpescreme aus Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt, in kassenzulässiger Form als Phytovir.

Quelle:

http://www.focus.de/kultur/videos/melisse-melisse-zur-beruhigung-des-nervensystems_id_5294391.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Bei Verbrennungen kühlen oder nicht?

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Das Kühlen von Brandwunden ist eine etablierte und weit verbreitete Erste-Hilfe-Massnahme. Der Effekt hängt jedoch von der Grösse der betroffenen Körperoberfläche (KOF) ab. Für kleine Brandwunden ist ein guter schmeerzlindernder Effekt nachgewiesen. In neuen Leitlinien wird eine Kühlung mit Wasser auf kleinflächige Brandverletzung bis zirka 5% der KOF begrenzt. Zur groben Abschätzung der Grösse des geschädigten Hautareals dient die Handinnenfläche, welche etwa 1% der KOF entspricht.

Bei grossflächigen Brandwunden hat der Wärmeerhalt für den Organismus Priorität, da eine Unterkühlung bei Schwerverletzten zu einer deutlich schlechteren Prognose führt. Es gibt keine ausreichenden Belege dafür, dass anhaltende Kühlung die Hitze aus dem Gewebe ableitet und so eine Ausdehnung der Brandwunde in tiefere Hautschichten stoppt. Die Kühlung dient deshalb ausschliesslich der Schmerzlinderung. Auf keinen Fall dürfen Eiswürfel auf die Verbrennung aufgetragen werden, weil es dadurch zu einer zusätzlichen Gewebeschädigung kommen kann.

Literaturangaben:

Swiss Medical Forum, 43/2016/p912

Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin – online

 

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5554&NMID=5430&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessanter Hinweis. Das habe ich in meiner Ausbildung und auch als Sanitäter in der Schweizer Armee noch anders gelernt. Dort galt Kühlung mit Wasser als A und O der Ersten Hilfe bei Verbrennungen. Nun sieht diese Empfehlung ziemlich modifiziert aus. Wissen ändert sich. Das gibt auch für die Pflanzenheilkunde / Phytotherapie.

Es gibt laufend neue Erkenntnisse:

Neue Wirkstoffe, neue Wirkungen, neue Anwendungsgebiete für Heilpflanzen werden entdeckt. Dadurch erweitern sich die therapeutischen Möglichkeiten.

Immer wieder werden aber auch bisherige Annahmen umgestossen: Neue unerwünschte Nebenwirkungen werden entdeckt, Heilpflanzen zeigen in Studien nicht die erwartete Wirkung……

Dann müssen die Anwendungsbereiche angepasst und eventuelle eingeschränkt werden.

Und natürlich gibt es auch Erkenntnisse, die über lange Zeit stabil bleiben.

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde ist also kein fixes System mit ausschliesslich ewig gültigen Grundsätzen, kein Wissensgebäude, das von irgendjemandem für alle Zeiten unverrückbar gebaut wurde.

Diese Veränderbarkeit ist eine Stärke, aber auch eine Herausforderung. Wir müssen immer wieder neu lernen, mit Veränderbarkeit umzugehen. In der Phytotherapie – aber nicht nur dort.

 

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Lavendelöl-Extrakt verursacht keine Entzugssymptome beim Absetzen

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Der patentierte Lavendelöl-Extrakt Silexan® kommt als Wirkstoff im Präparat Lasea® zur Anwendung.

Im Gegensatz zu den meisten chemisch-synthetischen Anxiolytika (angstlösende Mittel) kann Lasea von einem Tag auf den anderen Tag abgesetzt werden, ohne dass Absetzphänomene auftreten. Zu diesem Schluss kommt die Auswertung der Nachbeobachtungsphase einer randomisierten Doppelblindstudie, in der Patienten mit Angststörung entweder Silexan, Paroxetin oder Placebo erhalten hatten.

An der zehnwöchigen Studie waren 539 Patienten mit Angststörungen beteiligt. Die Probanden bekamen entweder täglich 80 mg oder 160 mg Silexan, 20 mg Paroxetin oder Placebo. In der elften Woche wurde die Paroxetin-Dosis schrittweise gesenkt. Patienten der Silexan- und Placebo-Gruppe bekamen ab diesem Zeitpunkt alle Placebo-Kapseln.

Zur Erfassung möglicher Absetzphänomene kam die 20 Punkte enthaltende Physician Withdrawal Checklist (PWC-20) zur Anwendung. Die einfache Selbsteinschätzungsskala für Patienten fragt in 20 Items häufig beobachtete Entzugssymptome ab. Die mittlere PWC-20-Gesamtpunktzahl sank in der einwöchigen Absetzphase in allen Gruppen: Bei Placebo -0,19, bei Silexan 80 mg -0,23, bei Silexan 160 mg -0,65, bei Paroxetin -0,51.

Absetzphänomene wurden in keiner Gruppe beobachtet.

Die Autoren der Studie ziehen aus den Resultaten den Schluss, dass der Lavendelöl-Extrakt Silexan kein Abhängigkeitspotenzial besitzt und auch nach einer Langzeittherapie ohne Ausschleichen der Dosis abgesetzt werden kann.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71404

DOI:10.1080/13651501.2017.1301488

Kommentar & Ergänzung:

Das Lavendelölpräparat Lasea® wird zur Linderung von leichten generalisierten Angststörungen eingesetzt. Die Kapseln werden eingenommen. Das ist ungewöhlich für Lavendelöl, das meistens inhalativ oder percutan, also über die Haut zur Anwendung kommt.

Lasea® enthält ein Lavendelöl, das für diese Indikation quasi optimiert wurde und hohe Gehalte an Linalylacetat und Linalool aufweist.

Dass sich beim Absetzen von Lasea® keine Entzugssymptome zeigen, ist nicht überraschend.

Zur Wirksamkeit siehe auch:

Studie bestätigt Wirksamkeit von Lavendelöl-Kapseln Lasea bei Angststörungen

Lavendelöl-Kapseln gegen Angst und Depressionen

Lavendelöl-Präparat bei Angststörungen

Lavendelöl-Kapseln reduzieren Angst bei Depressionen (Fallstudie)

 

Studie: Lavendelöl lindert Angststörungen

Lavendelblüten und Lavendelöl als Sedativum

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

 

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

 

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Pfefferminzöl bei Muskelkater?

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T-online gibt in einem Beitrag Tipps zum Umgang mit Muskelkater und hat eine interessante Empfehlung: Pfefferminzöl.

Hier eine Zusammenfassung mit anschliessendem Kommentar:

Muskelkater entwickelt sich, wenn die Muskeln beim Training zu stark strapaziert werden und dadurch kleine Risse im Gewebe entstehen. Die verletzten Muskelfasern schwellen an und es kommt zu einer Entzündung, die sich durch den charakteristischen ziehenden und stechenden Schmerz zeigt.

Wer ungewohnt intensive Belastungen oder für den Muskel ungewohnte Bewegungsabläufe durchführt, muss mit Muskelkater rechnen. Verhindern lässt er sich nur mit einem auf die vorhandene Muskelkraft abgestimmten Training.

Aufwärmübungen und Dehneinheiten vor dem Sport reduzieren zwar das Verletzungsrisiko von Sehnen und Bändern, können aber einem Muskekater nicht vorbeugen. Und Schmerzmittel lindern nur das Symptom Schmerz, helfen jedoch den verletzten Muskelfasern nicht. Sportmedizinern zufolge können die in den Schmerzmitteln eingesetzten Wirkstoffe sogar den Muskelaufbau stören.

Gegen ein sanftes Sportprogramm ist Fachleuten zufolge auch mit Muskelkater nichts einzuwenden. Das Training sollte aber deutlich weniger intensiv ausfallen, weil der Muskel Zeit braucht um sich zu regenerieren. Walken, langsames Radfahren und entspanntes Schwimmen sind gute Trainingsmöglichkeiten in dieser Phase. Bei starkem Muskelkater ist aber eine Auszeit zu empfehlen oder eine Verlagerung des Trainings auf andere Muskelgruppen unter Schonung der beanspruchten.

Zahlreiche Sportler setzen auf Wärme nach der Trainingseinheit, weil sie die Muskeln entspannt und durch Erweiterung der Gefässe die Durchblutung fördert. Dadurch wird der Muskel besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Von Massagen raten Fachleute bei Muskelkater allerdings ab, da der Druck, der dabei auf die Muskelpartien ausgeübt wird, diesen zusätzlich reizt.

Als Geheimtipp gegen Muskelkater stellt T-online in dem Beitrag Pfefferminzöl vor:

„Die ätherischen Öle, darunter Menthol, Menthon und Menthofuran wirken krampflösend, entspannend, kühlend und durchblutungsfördernd. So werden die Muskeln bei der Regeneration unterstützt und das Ziehen im Muskel gelindert. Am besten trägt man das Öl direkt nach der sportlichen Belastung auf die beanspruchten Bereiche auf.

Ein wenig verdünnt ist das Öl für die Haut besser verträglich. Einfach einige Tropfen auf ein angefeuchtetes Tuch oder Wattepad geben und die gewünschte Hautstelle damit einreiben.“

Wichtig sei zudem, nach der Anwendung die Hände gründlich zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Der Muskelkater erreicht meist am zweiten oder dritten Tag nach dem intensiven Training seinen Höhepunkt und bis er wieder vollständig abgeklungen ist, kann es bis zu sieben Tage dauern.

Schädlich sei Muskelkater nicht, schreibt T-online. Sehr ausgeprägter und schmerzhafter Muskelkater sei allerdings ein sicheres Zeichen dafür, dass man es übertrieben hat.

Das Gute an Muskelkater sei zudem, „dass der Muskel angeregt wird, sich auf intensivere Trainingseinheiten vorzubereiten, zu wachsen beginnt und an Stärke gewinnt.“

Sei der Schmerz kaum auszuhalten oder lasse er nach einigen Tagen nicht nach, solle man einen Arzt aufsuchen. Dann könne es sein, dass eine Sportverletzung vorliegt, die behandelt werden muss.

Quelle:

http://www.t-online.de/gesundheit/fitness/id_81171044/muskelkater-weitertrainieren-oder-pausieren-.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Pfefferminzöl bei Muskelkater – diese Empfehlung ist mir bisher noch nie über den Weg gelaufen.

Pfefferminzöl wird äusserlich oft verwendet als juckreizstillendes Mittel zum Beispiel bei Insektenstichen (ca. 1%ig) und als Gegenstimulation zur Linderung von Spannungskopfschmerzen (ca. 10%ig).

Bei akuten Prellungen auf den Sportplatz kann Pfefferminzöl Schmerzen ebenfalls lindern durch Gegenstimulation (Counterirritation). Menthol als Hauptbestandteil des Pfefferminzöls reizt die Kältesensoren in der Haut und die Kühlempfindung überlagert die Schmerzempfindung, lindert sie dadurch auf ähnliche Art wie ein Eisspray, aber ohne physikalisch zu kühlen.

Dass Pfefferminzöl auf der Basis einer Gegenstimulation auch Schmerzen bei Muskelkater lindert ist deshalb denkbar. Ich würde dazu allerdings Pfefferminzöl 10%ig in alkoholischer Lösung nehmen, so wie es als Roller oder Tupfer in Apotheken und Drogerien gegen Spannungskopfschmerzen empfohlen wird.

Dass sich mit Pfefferminzöl die Durchblutung (des Muskels) anregen lässt, scheint mir nicht sehr überzeugend. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Naturstoffen mit durchblutungssteigernder Wirkung – zum Beispiel Capsaicin aus Paprika, Rosmarinöl, Kampfer und Wacholderöl. Sie wirken aber eher wärmend und werden in Sportsalben und Rheumasalben eingesetzt. Ob sie auch die Durchblutung der Muskeln fördern ist eher zweifelhaft. Es spricht mehr dafür, dass sich die durchblutungsfördernde Wirkung vor allem auf die Haut beschränkt. Eine schmerzlindernde Wirkung des Pfefferminzöls bei Muskelkater kann ich mir aber gut vorstellen.

Siehe auch:

Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

DGS-Praxisleitlinien Schmerzmedizin: Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen

 

Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen

Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Unterschätzt wird nicht selten die recht gute Wirksamkeit von Pfefferminzöl gegen viele Bakterien, Viren (z. B. Herpes) und Hefepilze (z. B. Candida albicans). Untersuchungen dazu wurden im Zusammenhang mit Olbas-Tropfen gemacht – ein Gemisch aus Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl.

Siehe dazu:

Olbas-Tropfen: Ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Teufelskrallen-Gel in der Migros – Wirksamkeit mehr als fragwürdig

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Der Grossverteiler Migros expandiert stark im Bereich Gesundheit & Arzneimittel, worüber man geteilter Meinung sein kann. Die verkauften Präparate sollten aber mindestens einigermassen seriös sein.

Kürzlich stiess ich im Migros-Sortiment erneut auf einen Teufelskrallen-Gel.

Teufelskrallenwurzel wird in der Phytotherapie eingesetzt zur Schmerzlinderung bei Osteoarthritis und Rückenschmerzen. Für die Wirksamkeit sprechen mehrer Studien, deren Aussagekraft allerdings wegen geringer Qualität und kleinen Probandenzahlen eingeschränkt ist. Untersucht wurde dabei ausschliesslich Teufelskrallenextrakt zur innerlichen Anwendung.

Wenn nun die Migros einen Teufelskrallen-Gel verkauft, bleibt die Frage vollkomen offen, ob eine Wirksamkeit auch über die Haut zu erwarten ist.

Als Hauptwirkstoffe gelten Iridoidglykoside (vor allem Harpagosid). Dass sie über die Haut aufgenommen werden und eine Wirksamkeit entfalten ist meines Erachtens ausserordentlich unwahrscheinlich und wird durch keine Studien oder andere Belege gestützt.

Die Migros profitiert mit ihrem Teufelskrallen-Gel einfach vom Ruf, welchen die Pflanze von ihrer innerlichen Anwendung her hat. Marketingmässig ist das geschickt, seriös aber wohl nicht. Im übrigen verkaufen auch Apotheken und Drogerien Teufelskrallen-Gel, was noch fragwürdiger ist, weil man von diesen Fachgeschäften eine fundierte Beratung erwarten würde.

Offenbar spielt es keine Rolle, ob die Präparate auch wirksam sind. Wirksamkeit scheint jedenfalls keine relevante Frage zu sein – weder für die Migros noch für viele Apotheken und Drogerien. Hauptsache der Verkauf läuft….

Konsumentinnen und Konsumenten müssen sich selber schlau machen, wenn sie nicht abgezockt werden wollen.

Die Arzneipflanze Teufelskralle ( Harpagophytum procumbens) stammt übrigens aus den Sandfeldern der Savannen im südlichen Afrika (Namibia, Südafrika, Botswana). Sie hat botanisch und bezüglich der Wirksamkeit nichts zu tun mit den Teufelskrallen der einheimischen Pflanzenwelt. Unsere Teufelskrallen, die auch als Rapunzeln bezeichnet werden, gehören zur Gattung Phyteuma aus der Pflanzenfamilie der Glockenblumengewächse (Campanulaceen).

Die afrikanische Teufelskralle Harpagophytum procumbens gehört dagegen zu den Sesamgewächsen (Pedaliaceae).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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