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Naturkunde: Weidenkätzchen von der Salweide

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Die Salweide (Salix caprea) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) innerhalb der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Wegen ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Sal-Weide eine bedeutende erste Futterpflanze für Insekten wie zum Beispiel Honigbienen und verschiedene Wildbienenarten.

Als Kätzchen man meist den männlichen Blütenstand mancher Bäume und Sträucher. Die Bezeichnung geht auf sein fühlbar weiches Äußeres zurück, das mit einem weichen Katzenfell vergleichbar ist.

Foto auf Wikipedia.

Früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge schätzen den nahrhaften Nektar der Weidenkätzchen. Zusammen mit der Eiche ist die Salweide die wichtigste Pflanze für die einheimische Schmetterlingsfauna.

Sehr wichtig ist die Salweide aber auch als Pollenspender. Bereits eine einzige männliche Blüte produziert bis zu 5 Millionen Pollenkörner. Dazu kommt noch, dass dieser erste in wesentlichen Mengen angebotene Pollen des Jahres auch der eiweissreichste ist (der Eiweissgehalt wird mit 15 – 22 % angegeben.

Die Honigbienen beginnen in ihrem Stock Ende Februar mit der Bruterzeugung und haben dafür im Herbst einen Pollenvorrat angelegt. Ist dieser wegen ungünstiger Witterung nur gering ausgefallen, muss das Brutgeschäft solange stocken, bis die Pflanzenwelt neuen Pollen liefert. Dieser für eine verstärkte Legetätigkeit der Bienenkönigin und für die Aufzucht der Brut als Eiweissquelle so wichtige Blütenstaub wird von den Kätzchen der Salweide in so reichem Mass angeboten wie es in dieser Jahreszeit bei keiner anderen Pflanze der Fall ist.

Bei Hummeln und sozialen Wespen überwintern nur die Jungköniginnen. Sie profitieren für die Aufzucht einer ersten Generation von Arbeiterinnen ebenfalls stark vom Pollenangebot der Weidenkätzchen.

Siehe auch:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Bei den Wildbienen gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen zu den frühesten Pollensammlerinnen. Nach einer bereits 1913 durchgeführten Untersuchung werden Weiden von 78 Bienenarten beflogen. Vor allem bei den Sandbienen gibt es Arten, die auf Salweide spezialisiert sind, und deren Aktivitätszeit mit der Blütezeit der Salweide zusammenfällt. Die gleiche Wärmemenge, welche die Weidenkätzchen zum erblühen bringt, lässt auch diese Wildbienenarten aus ihrer Kammer ausschlüpfen.

Am Blütenstaub der Weidenkätzchen interessiert sind zudem viele Schwebfliegenarten. Zum Beispiel die Gemeine Winterschwebfliege (Episyrphus balteatus) oder die als „Mistbiene“ bezeichnete Eristalis tenax. Die Eierstöcke dieser Schwebfliegen-Weibchen können nur bei reichlicher Aufnahme von Pollennahrung zur vollen Funktionsfähigkeit heranreifen.

Weidenkätzchen werden aber auch als Nahrungsquelle von Käfern, zum Beispiel dem Rosenkäfer, und sogar von Vögeln, besonders von Meisen.

Dieser ausgesprochen grosse Nutzen der Weidenkätzchen legt nahe, dass man sie in der Natur schonen sollte.

Im übrigen ist die Salweide nicht nur wegen den Weidenkätzchen als Pollenlieferant und Nektarquelle interessant, sondern auch als Futterpflanze für sehr viele Schmetterlingsarten, die an den Blättern fressen.

Hier ein paar Beispiele (nach Wikipedia):

Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

Achateule (Phlogophora meticulosa)

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris)

Alpenspanner (Lycia alpina)

Ampfer-Rindeneule (Acromicta rumicis)

Birkenspanner (Biston betularius)

Bleich-Gelbeule (Xanthia icterica)

Brauner Bär (Arctia caja)

Buchenmotte (Diurnea fagella)

Buchen-Streckfuß (Callitheara pudibunda)

C-Falter (Nymphalis c-album)

Dromedar-Zahnspinner (Notodonta dromedarius)

Erlen-Rindeneule (Acronicta alni)

Erpelschwanz-Rauhfußspinner (Clostera curtula)

Federspanner (Colotois pennaria)

Frühlings-Wollafter (Eriogaster lanestris)

Gelbe Bandeule (Noctua fimbriata)

Gelbspanner (Opisthograptis luteolata)

Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Großer Gabelschwanz (Cerura vinula)

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Großkopf-Rindeneule (Acronicta megacephala)

Hausmutter (Noctua pronuba)

Hermelinspinner (Cerura erminea)

Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

Kamel-Zahnspinner (Ptilodon capucina)

Kleine Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia)

Kleiner Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Maivogel (Euphydryas maturna)

Violettbrauner Mondfleckspanner (Selenia tetralunaria)

Mondvogel (Phalera bucephala)

Nagelfleck (Aglia tau)

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata)

Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina)

Pappel-Porzellanspinner (Pheosia tremula)

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

Pappelspanner (Biston stratarius)

Pappelspinner (Leucoma salicis)

Pfeileule (Acronicta psi)

Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Ringelspinner (Malacosoma neustria)

Rundflügel-Kätzcheneule (Orthosia cerasi)

Schneespanner (Apocheima pilosaria)

Schönbär (Callimorpha dominula)

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwan (Euproctis similis)

Schwarzes L (Actornis L-nigrum)

Silberblatt (Campaea margaritata)

Sphinxeule (Asteroscopus sphinx)

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Violett-Gelbeule (Xanthia togata)

Weidenbohrer (Cossus cossus)

Weißstirn-Weißspanner (Cabera pusaria)

Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)

Zickzackspinner (Notodonta ziczac)

Insgesamt ernähren sich fast 100 Schmetterlingsarten von der Salweide, entweder als Futterpflanze für die Raupen oder als Nektarquelle für den fliegenden Schmetterling.

Wenn Sie mehr über Pflanzen und Tiere in der Natur erfahren und viele kleine Wunder am Wegrand entdecken möchten, dann schauen Sie sich einmal die Daten und Orte meiner Heilpflanzenexkursionen und Kräuterwanderungen im Kurskalender an.

In der Phytotherapie werden Extrakte aus verschiedenen Weidenarten gegen Schmerzen angewendet, zum Beispiel bei Arthrose. Als Hauptwirkstoff gilt dabei das Salicin aus der Weidenrinde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pfefferminztee lindert Magenkrämpfe

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Tee aus Pfefferminzblättern ist beliebt als Genusstee. Darüber hinaus entfaltet er aber vielfältige Wirkungen bei Verdauungsbeschwerden.

Wichtigster Wirkstoff im Pfefferminzblatt ist das ätherische Pfefferminzöl mit seinem Hauptwirkstoff Menthol.

Pfefferminzöl bzw. Menthol wirken krampflösend und sind deshalb sehr nützlich bei Magenkrämpfen.

Für einen Teeaufguss werden einige frische Pfefferminzblätter gewaschen und klein gezupft. Die Blätter werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Dann wird der Tee möglichst warm und in kleinen Schlucken getrunken.

Achtung: Bei Neigung zu Sodbrennen und Magenübersäuerung auf Pfefferminztee lieber verzichten. Denn er fördert die Erschlaffung des unteren Speiseröhren-Schliessmuskels, sodass Magensäure in die Speiseröhre gelangen könnte.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Für tiefere Darmabschnitte eignet sich als krampflösendes Mittel (Spasmolytikum) Pfefferminzöl in einer dünndarmlöslichen Kapsel.

Das ist besonders interessant bei Reizdarm (Colon irritabile).

Siehe:

Heilpflanzen-Anwendungen bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzstillend

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom: Flohsamen und Pfefferminzöl top – Kleie flop

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Pfefferminztee wird auch eingesetzt bei Übelkeit, Blähungen und zur Förderung des Gallenflusses.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Gewürze: Kardamom fördert Verdauung und aromatisiert den Kaffee

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Bohnenkaffee werde durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher. Darüber hinaus sollen die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, Appetit und Verdauung anregen. Kardamom eigne sich besonders zum Würzen von Gebäck, Kompott und Süßspeisen, aber auch für Blutwurst oder Kochschinken.

Quelle: http://derstandard.at/1350260941875/Gewuerze-und-ihre-Wirkung

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Gewürzen und Heilpflanzen gibt es oft fliessende Übergänge.

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Die Gewürzpflanze stammt ursprünglich aus Südindien, Sri Lanka, Irak und Thailand. Ein wichtiges Exportland ist heute auch Guatemala, weitere Anbauländer sind Tansania, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Vietnam.

Hauptwirkstoff in den Kardamomsamen ist ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol (20-40 %), außerdem (+)-alpha-Terpineolacetat, Limonen (2-14 %) und Sabinen (3-5 %).

Ausserdem enthält der Samen Fettes Öl mit Linolensäure, Ölsäure, Palmitinsäure.
Weitere Inhaltsstoffe sind: Kohlenhydrate (Stärke 20-40 %, Zucker 5 %), Protein (etwa. 10 %), Gummi, reichlich Mangan und Eisen.

Zur Wirkung und Anwendung von Kardamomsamen bzw. Kardamomöl

Das Kardamom als Gewürz verdauungsfördernd wirkt, liegt irgendwie auf der Hand. Die Wirkung genauer zu fassen ist aber nicht so einfach.

Kardamom soll die Gallensekretion steigern. Das wurde jedoch mit relativ hohen Dosen eines acetonischen Extraktes bei Ratten festgestellt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist damit nicht belegt.

Wikipedia schreibt:

„ Ihr ätherisches Öl wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion. In der Regel werden alkoholische Auszüge verwendet, bisweilen mit Kümmel und Fenchel kombiniert und in Fertigpräparaten gegen Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Anregung des Appetits eingesetzt.“

Allerdings widerspricht dem, dass bei In-vivo-Versuchen an Kaninchen sowohl ein Wasser- als auch ein Methanolextrakt der Kardamomsamen die Säure- und Pepsinsekretion des Magens vermindert hat.

In arabischen Ländern wird dem Kardamom eine Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt, ohne dass diesbezüglich etwas geklärt wäre.

Kardamom als Gewürz

„Kardamomsamen sind ein verbreitetes Gewürz in der asiatischen und arabischen Küche. Sie sind ein Hauptbestandteil indischer Masalas, des bekannten Chai-Tee und des ihnen nachempfundenen Currypulvers. Das berühmte ayurvedische Konfekt Laddu, welches aus Ghee-Butter hergestellt wird, enthält auch Kardamom. In der europäischen Küche findet das Gewürz hauptsächlich Verwendung in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius, aber auch in Wurstwaren, Likören, Schokolade und als Bestandteil von Gewürzmischungen. In Schweden ist Kardamom außerdem ein typischer Bestandteil süßer Backwaren (z. B. Kanelbulle) und im Glühwein (Glögg). Bei der Zubereitung von arabischem Mokka wird dem Kaffeemehl häufig Kardamom zugegeben. Trotz desselben Namens wird der sogenannte schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ausschließlich für pikante Gerichte verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

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Hoodia als fragwürdiger Appetitzügler

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Die kaktusähnliche Hoodia-Pflanze wird im Internet als ultimatives Schlankheitsmittel vermarktet. Dabei werden fragwürdige und problematische Aspekte konsequent ausgeblendet.

Kritische Fragen sind aber nötig zur Wirksamkeit, zur Sicherheit, zur Nachhaltigkeit der Hoodia-Ernte und zum Aspekt der „Biopiraterie“.

Hoodia gordonii (Asclepiadaceae) wächst in weiten Teilen Südafrikas. Hirten in Südafrika und Namibia benutzen die Triebe von Hoodia-Arten traditionell als Appetitzügler und Durststiller.

Wie zahlreiche andere Asclepiadaceen enthalten Hoodia-Arten Herzglykoside oder biochemisch verwandte Substanzen, z.B. Pregnanderivate. Der Hauptwirkstoff in Hoodia ist ein als P57 bekanntes Pregnanglykosid, das dem Körper einen schon ausreichend hohen Blutzuckerspiegel vortäuscht.

Die schmale Basis, auf welcher sich die Hoodia-Propaganda bewegt, fass der neueste Pharmavista-Newsletter zusammen:

„Im Tierversuch zeigte P57 starke appetitzügelnde Effekte. Gemäss Literaturangaben scheint die appetitmindernde Wirkung bei kontinuierlicher Einnahme einer Standarddosis bereits nach acht Tagen nicht mehr spürbar zu sein.

In einer kleinen randomisierten Studie am Menschen konnte jedoch weder für den standardisierten Hoodiaextrakt noch für Placebo ein signifikanter Effekt auf Energiezufuhr und Körpergewicht festgestellt werden… Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit oder Erbrechen traten in der Verumgruppe allerdings signifikant häufiger auf. Resultate grösserer klinischer Studien sind zurzeit nicht vorhanden.

Basierend auf der traditionellen Anwendung werden trotz unzureichender wissenschaftlicher Grundlage zahlreiche Hoodia-Produkte via Internet angepriesen.“

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=1601&NMID=1601&LANGID=2

Die erwähnte Studie ist hier auffindbar:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21993434

In der Schweiz gibt es zurzeit kein als Arzneimittel registriertes Hoodia-Produkt.

Zum Thema Nachhaltigkeit der Hoodia-Nutzung und zur Frage der Biopiraterie via Hoodia siehe:

WWF: Besorgnis um Hoodia-Pflanze

Im Schlankheitsmittel-Markt tauchen laufend neue oder traditionelle Produkte auf mit grossartigen Versprechungen. In sehr vielen Fällen ist weder die Wirksamkeit noch die Sicherheit geklärt. Dieses Thema ist ein Eldorado für Abzocker.

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Johanniskraut: Hyperforin gegen Hautentzündungen

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Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) berichteten zwei Forscherinnen über die Anwendung von Hyperforin bei Hauterkrankungen.

Dr. Ute Wölfle und Dr. Frederica Casetti, Freiburg, stellten neue experimentelle und klinische Daten zu Hyperforin als lipophilem Hauptwirkstoff von Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) vor.

Hautpflegeprodukte mit Hyperforin werden zur Pflege der trockenen, juckenden, schuppenden Haut verwendet.

Aktuelle Untersuchungen bestätigen nun, dass der Naturstoff Hyperforin ausgeprägte entzündungshemmende, antioxidative, bakterizide und differenzierungsfördernde Eigenschaften besitzt. Hyperforin induziere in Keratinozyten direkt einen dosisabhängigen Calciumeinstrom, der zu einer Aufregulation epidermaler Differenzierungsmarker führe, sagte Wölfle. Die neuen Erkenntnisse, stellte die Dermatologin fest, »liefern eine Rationale für die Verwendung hyperforinreicher Johanniskrautextrakte bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen wie der atopischen Dermatitis«.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41439&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Da Hyperforin lipophil ist – also fettliebend – löst es sich auch gut im Johannisöl

Johanniskrautöl ist ein Auszug auf der Basis von fettem Öl (Sonnenblumenöl, Olivenöl). Vielleicht könnten also diese Forschungsresultate auch zur Erklärung der Wirkungen des Johannisöls beitragen. Allerdings ist Hyperforin im Johannisöl ziemlich instabil und zerfällt bis spätestens drei Monate nach der Herstellung, wobei aber nicht ausgeschlossen ist, dass die Umwandlungsprodukte ähnlich wirken.

Hyperforin ist auch luft- und lichtempfindlich. Wenn das Johanniskrautöl bei der Herstellung nach traditioneller Empfehlung an die Sonne gestellt wird, dürfte das dem Hyperforin nicht gut bekommen (es sei denn, man benützt dazu ein braunes Glas).

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China: Kritik an geplantem Börsengang einer Bärengalle-Produktionsfirma

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Der geplante Börsengang einer Firma, die Heilmittel aus Bärengalle produziert, ist in China bei Tierschützern, Prominenten und auch bei zahlreichen Bürgern auf heftige Kritik gestoßen. Bei der Börsenaufsicht wurde gemäss Medienberichten eine Petition eingereicht mit der Forderung, eine Notierung des Unternehmens Guizhentang an der Börse nicht zuzulassen. Auf Kurzmitteilungsdiensten im Internet wurde die Firma kritisiert, weil sie den Bären Gallenflüssigkeit entnimmt.

Tierschützer werfen der Firma vor, dass die Bären in sogenannten Bärengalle-Farmen in Käfigen gehalten werden und dass den Tieren die Flüssigkeit über Katheter entnommen wird, die in permanente Wunden in der Gallenblase eingeführt werden. Zudem würden Antibiotika angewendet, um chronischen Entzündungen vorzubeugen. Dadurch komme es auch zu Verunreinigungen in der Gallenflüssigkeit, die gefährlich für Menschen sein könnten.

Die staatliche Zeitung „China Business News“ publizierte auf der Titelseite eine satirische Montage von einem Bären in einem Käfig mit einem Bild des Vorsitzenden der Vereinigung für Traditionelle Chinesische Medizin, Fang Shuting. Dazu wird Fang im Text mit den Aussage zitiert, den Bären gehe es sehr gut, während die Gallenflüssigkeit entnommen werde.

In den Medien wurde Fang Shuting damit zitiert, dass es in China 68 lizenzierte Bärenfarmen mit über 10 000 Bären gebe. Bärengalle kostet in China pro Kilogramm bis zu 4 000 Yuan (480 Euro).

Der Tierschutz bekommt in China zunehmend Unterstützung, hauptsächlich weil sich auch Stars wie der Basketballspieler Yao Ming und Schauspieler Jackie Chan dafür einsetzen. Dieser Sinneswandel ist nur ein Teil einer sich allmählich ändernden Einstellung zum Umweltschutz und Naturschutz allgemein. Tierschutzaktivisten haben in den vergangenen Jahren tausende Katzen und Hunde befreit, die für Restaurants und Märkte vorgesehen waren.

Der Hauptwirkstoff in der Gallenflüssigkeit ist Ursodeoxycholsäure (UDCA), das als entzündungshemmend gilt und zur Behandlungen von Gallensteinen und Lebererkrankungen verwendet wird. Die Gallenflüssigkeit wird dem Asiatischen Schwarzbär entnommen, der in China als geschützte, aber nicht gefährdete Tierart gilt.

Quelle:

http://de.nachrichten.yahoo.com/kritik-geplantem-börsengang-von-bärengalle-unternehmen-125825660.html

Kommentar & Ergänzungen:

Ich bin viel in China unterwegs und in chinesischen Läden und Apotheken werden zahlreiche tierische Heilmittel der traditionellen chinesischen Medizin verkauft.

Das Thema mit der Bärengalle ist aber besonders stossend und es ist erfreulich, dass es in der chinesischen Öffentlichkeit kritische Reaktionen dazu gibt.

Siehe auch:

Vietnam gegen Geschäft mit Bärengalle

China hat fraglos grosse Probleme im Bereich Tierschutz und Umweltschutz. Wer in China unterwegs ist kann aber auch sehen, dass das Land in vielen Gebieten grosse Anstrengungen unternimmt und in manchen Bereichen der Schweiz gar voraus ist.

So wird beispielsweise in vielen Gegenden – zum Beispiel in Yunnan – praktisch flächendeckend Sonnenenergie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Auch Energiesparlampen sind in China praktisch Standard. Und in der Wüste östlich von Dunhuang stehen riesige Windparks (aber auch an vielen Stadträndern Atomkraftwerke). China ist in vielem vielfacettiger, als das von Europa aus aussieht.

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Was unterscheidet Anis und Sternanis?

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Anis zählt zu den klassischen Gewürzen der Weihnachtszeit. Egal, ob als Backzutat für Kuchen und Plätzchen, für die Würze in Süßspeisen oder für den Anislikör: Der süßliche, lakritzartige Anis-Geschmack gibt den Speisen und Getränken die spezielle Note.

Konsumentinnen und Konsumenten sind beim Einkauf oft unsicher: Anis oder Sternanis? Stehen beide Namen für das gleiche Gewürz?

Nein! Obwohl Geschmack und Geruch ähnlich sind – bei Anis und Sternanis handelt es sich um zwei völlig verschiedene Pflanzen!

Anis (Pimpinella anisum): Anis zählt zur Familie der Doldenblütler, wie beispielsweise auch Dill, Kümmel und Fenchel. Die Anis-Pflanze ist einjährig und krautig, sie bevorzugt sonnige Standorte. Als Gewürz nutzt man die getrockneten Früchte (Samen), die von August bis September geerntet werden.

Das Aroma der Anisfrüchte wird schon seit Urzeiten geschätzt.

Überlieferungen zufolge schwärmte schon der griechische Philosoph Pythagoras von Anisbrot und der römische Dichter Virgil berichtete von köstlichen Aniskeksen. Anistee ist ein altes Hausmittel bei Husten oder Verdauungsbeschwerden. Anis enthält viel ätherisches Öl. Dieses Anisöl wirkt schleimlösend und lindert Krämpfe.

Knoblauch-Liebhaber schätzen Anissamen, denn gut zerkaut vertreiben ein paar Aniskörner rasch den Knoblauchgeruch im Mund.

Sternanis (Illicium verum) besteht aus jeweils 6 bis 10 sternförmig angeordneten Kapseln mit je einem Samenkorn.  Vermahlen werden beim Sternanis nicht nur die Samen, sondern die ganzen Früchte. Auch wenn Sternanis wie Anissamen duftet – im Geschmack ist er intensiver, süßlich-scharf bis feurig. Sternanis gehört zusammen mit Pfeffer, Zimt, Nelken und Fenchel in das bekannte Fünf-Gewürze-Pulver der chinesischen Küche.

Anis oder Sternanis einsetzten? In Europa wird Sternanis ähnlich genutzt wie Anis, auch in seiner Anwendung als Naturheilmittel. Denn beide Pflanzen bzw. Samen oder Früchte enthalten im ätherischen Öl den gleichen Hauptwirkstoff: Anethol. In der Praxis macht es deshalb kaum einen Unterschied, ob man mit Anis oder Sternanis würzt. Zu beachten ist lediglich, dass Sternanis kräftiger im Aroma ist.

Ganze Sternanisfrüchte kann man zudem gut in ein Duftpotpourri mischen oder für weihnachtliche Dekorationen nutzen. Die kleinen Sterne sehen nicht nur schön aus, sie verbreiten auch einen angenehm beruhigenden Duft.

Quelle:

http://www.topagrar.com/news/Familie-Kochen-Backen-Kuechentipps-Anis-Sternanis-Was-ist-was-629339.html

Kommentar & Ergänzung:

Anethol kommt in den ätherischen Ölen von Fenchel, Anis und Sternanis vor und ist „zuständig“ für das charakteristische Anisaroma.

Anethol wird sehr vielseitig eingesetzt:

„Anethol kommt als Duft- und Aromastoff vor allem in Seifen und Mundpflegemitteln zum Einsatz. Wichtig ist daneben die Verwendung in der Spirituosenfabrikation als Aromatiseur für Liköre (Pernod, Anisette, Ouzo) und in der Lebensmitteltechnologie als Bestandteil von Aromen, hauptsächlich in Fruchtaromamischungen mit der Geschmacksrichtung Himbeere und Erdbeere.“

(Quelle: Wikipedia)

Zudem zeigt Anethol interessante Heilwirkungen:

„ Anethol wirkt in der Lunge schleimlösend (sekretolytisch, sekretomotorisch) und schwach antibakteriell. Gleichzeitig zeigt es eine spasmolytische Wirkung, weswegen es als Expektorans und Karminativum eingesetzt werden kann.“

(Quelle: Wikipedia)

Expektorans = auswurfförderndes Mittel bei Husten

Karminativum = Mittel gegen Blähungen

Das sind die beiden Hauptanwendungsgebiete der anetholhaltigen Heilpflanzen Anis, Fenchel und Sternanis.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

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Verwirrend Studienlage zur Wirkung von Grüntee

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Mehr als 100 klinische Studien prüfen die These, dass Grüntee günstig bei verschiedenen Krankheiten wirkt. Darauf haben Forscher heute auf einer Tagung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch hingewiesen.

Heilende Wirkungen soll der Grüntee unter anderem haben bei Alzheimer und Parkinson, Chorea Huntington, multipler Sklerose, Duchenne Muskeldystrophie, Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Entzündungen wie Atherosklerose sowie Krebs.

„Wir erwarten nicht, dass Grüner Tee eine solche Erkrankung tatsächlich heilen kann. Aber es ist unter Umständen möglich, ihr Fortschreiten aufzuhalten oder der Krankheit vorzubeugen“, sagt der Neurologe Paul. Er rechnet für Ende 2012 mit ersten verlässlichen Resultaten aus einer MS-Studie, von denen derzeit drei an der Charité laufen.

Übergewichtigen könnte Grüner Tee möglicherweise ebenfalls helfen. „Menschen mit mäßigem Übergewicht und einer Störung im Energiestoffwechsel oder im Fettumsatz nahmen in einer Studie deutlich ab“, erklärt der Pharmakologe Michael Boschmann, der am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité forscht.

Normalgewichtige oder Adipöse hingegen profitierten in dieser Hinsicht nicht von den Grüntee-Extrakten. „Hier ist die Datenlage bislang widersprüchlich. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird es aber konkrete Ergebnisse geben“, kündigt Boschmann an. Auch könnten die Resultate aus großen Untersuchungen etwa aus Japan nicht eins zu eins auf Europa übertragen werden. „Dort wird ja nicht nur Grüner Tee getrunken, sondern die Menschen haben auch eine andere genetische Disposition und ernähren sich anders – fast ohne Milch, dafür mit viel mehr Fisch“, ergänzt der Neurologe Paul.

Bis mehr Klarheit gewonnen ist, raten die Experten davon ab, ohne Absprache mit dem Arzt präventiv große Mengen Grüntee-Extrakt zu schlucken. „Da macht jemand einfach Kasse dran, und es kann immense Nebenwirkungen geben“, warnt Paul. Ein bis drei Liter Grüntee pro Tag hingegen könnten nicht Schaden.

Epigallocatechin-3-gallat (EGCG) – ein Hauptwirkstoff im Grüntee

Bei den klinischen Studien mit Grüntee geht es hauptsächlich um eine Substanz namens Epigallocatechin-3-gallat, kurz EGCG. Die Studien sind jedoch offenbar schwer miteinander vergleichenbar.

„Die dabei eingesetzten Präparate sind nicht standardisiert. Es gibt Teeaufgüsse und Kapseln, die unterschiedliche Konzentrationen von EGCG enthalten und zum Teil mit Zusatzstoffen, wie etwa Koffein, angereichert sind“, erklärte der Neurologe Friedemann Paul vom Exzellenzcluster NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Das erschwere eine Bewertung der Resultate. So gebe es keine klaren Aussagen über die Bioverfügbarkeit der Substanz EGCG und auch keine klaren Aussagen darüber, wie viel von der Substanz gegeben werden müsse, um eine günstige Wirkung zu erzielen, sagte er.

Die Forschungen mit EGCG aus Grüntee ins Rollen gebracht hatte der Neurowissenschaftler Erich Wanker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hatte er 2006 in Laborversuchen die günstige Wirkung der Grüntee-Substanz EGCG bei Chorea Huntington entdeckt. Im Jahr 2008 konnten sie außerdem belegen, dass durch die Substanz die Protein-Fehlfaltungsprozesse bei Parkinson und Alzheimer beeinflusst werden.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47843/Studienlage_zu_Nutzen_von_gruenem_Tee_verwirrend.htm

http://www.n-tv.de/wissen/Gruener-Tee-schadet-nicht-article4633256.html

Kommentar & Ergänzung:

Zu Grüntee gibt es tatsächlich sehr viele interessante  Studien, aus denen aber oft vorschnell Schlüsse gezogen werden.

Betont werden müsste meines Erachtens auch, dass bei den meisten Grüntee-Studien Effekte mit relativ grossen Grüntee-Mengen erzielt wurden, die für europäische Verhältnisse nicht so selbstverständlich sind (z. B. 8 – 10 japanische Teetassen pro Tag).

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Modedroge Spice: Hauptwirkstoff der Kräutermischung gefunden

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Forscher der Freiburger Universität konnten den mutmasslichen Hauptwirkstoff der Modedroge Spice identifizieren. Spice, bisher als Kräutermischung oder Räucherwerk verkauft, enthalte eine leicht veränderte Variante des synthetischen Cannabinoids CP-47,497. Seine Struktur ähnele dem Hauptwirkstoff der Cannabispflanze, sagte Volker Auwärter. Er leitet seit Oktober vergangenen Jahres ein Projekt am rechtsmedizinischen Institut der Universität Freiburg (Deutschland) zur Untersuchung der Modedroge. Der nun entdeckte Wirkstoff sei sowohl bezüglich Wirksamkeit wie auch bezüglich Wirkdauer wesentlich aggressiver als der im Dezember von dem Frankfurter Pharmaunternehmen THC-Pharm in Spice gefundene Wirkstoff JWH-018. Volker Auwärter glaubt, dass die Frankfurter Forscher den nun in Freiburg identifizierten Hauptwirkstoff als Aromakomponente von Spice missverstanden haben.

Das rechtsmedizinische Institut warnte zusammen mit dem Bundeskriminalamt (BKA) «eindringlich» vor dem Konsum von Spice und vergleichbaren Produkten. Sie sehen darin eine grosse Suchtgefahr. Außerdem könnten sich beim Rauchen von Spice krebserregende Stoffe entwickeln. Für Konsumenten und Konsumenten sei nicht erkennbar, ob den Kräutermischungen synthetische, hochwirksame Wirkstoffe zugesetzt wurden. Die Wissenschaftler hatten den Wirkstoff CP-47,497 mit Hilfe chemischer Untersuchungen an rund 30 Proben von Spice und ähnlichen Produkten identifiziert. Er sei in deutlich höheren Konzentrationen in der Modedroge vorhanden als JWH-018. Manche Spice-Proben waren sogar frei von JWH-018.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de / 19.01.2009 l dpa

Kommentar:
Die Kräutermischung Spice gehört zwar nicht zur Pflanzenheilkunde. Trotzdem ist sie ein gutes Beispiel dafür, dass nicht alles, was als pure Natur daher kommt, auch pure Natur enthält. Immer wieder werden vor allem in Heilpflanzen-Präparaten aus dem asiatischen Raum, die via Internet bezogen werden, synthetische Zusätze entdeckt. Das ist nicht immer harmlos und zudem Betrug, wenn der Käufer oder die Käuferin im Glauben gelassen wird, es handle sich um ein Naturprodukt.
Kaufen Sie keine Naturprodukte aus dubiosen Quellen. Wer sicher gehen will hält sich für Heilpflanzen-Präparate an Apotheken und Drogerien. Zwar ist es meiner Ansicht nach ein grosses Problem, dass ein bedeutender Teil der in Apotheken und Drogerien verkauften Naturprodukte bezüglich Wirksamkeit von ausgesprochen fragwürdiger Qualität sind. Das Risiko aber, mit gefährlichen Präparaten eingedeckt zu werden, ist in Apotheken und Drogerien sehr gering.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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