Beiträge

Öko-Test beurteilt Schleimlöser bei Husten: Heilpflanzen-Präparate top

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Öko-Test hat 24 frei verkäufliche Arzneimittel gegen Husten unter die Lupe genommen, davon 9 Hustenreizdämpfer und 15 Schleimlöser.

Die Fachleute halten nur für wenige Produkte eine lindernde Wirkung aus wissenschaftlicher Sicht hinreichend belegt. Darum schneidet die Mehrzahl der Hustenmittel im Test auch nur „ausreichend“ und schlechter ab.

Auffallend und erfreulich ist aber, dass bei den Schleimlösern Heilpflanzen-Präparate (Phytopharmaka) am besten abschneiden:

«Bei den Schleimlösern ist die Auswahl an sehr guten Produkten schon etwas größer: „Bronchipret TP, Filmtabletten“ (9,90 Euro/20 Stück), „GeloMyrtol Forte, Weichkapseln“ (10,19 Euro/20 Stück), „Soledum Kapseln Forte“ (9,90 Euro/20 Stück). Für die „Umckaloabo-Tropfen hat es immerhin noch für ein „gut“ gereicht (10,20 Euro/20 ml).»

Quelle:

https://www.n-tv.de/ratgeber/Diese-Mittel-helfen-bei-Husten-article20206388.html

Kommentar & Ergänzung:

Wir haben es hier mit ganz unterschiedlichen Phytopharmaka zu tun, die aber alle gut durch Studien in ihrer Wirksamkeit belegt sind.

– Bronchpret Filmtabletten enthalten Thymiankraut-Trockenextrakt und Primelwurzel-Trockenextrakt.

– GeloMyrtol Forte enthält ein ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süssorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl enthält. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: GeloDurat (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

– Soledum Kapseln Forte besteht zu 100% aus Cineol, dem Hauptbestandteil von Eukalyptusöl. Dieses Präparat ist in Deutschland auf dem Markt, nicht jedoch in der Schweiz.

– Umckaloabo (flüssig) ist da einzige mit Studien belegte Präparat aus Kapland-Pelargonie. In der Schweiz gibt es dazu eine kassenzulässige Variante: Kaloabo (wird von der Grundversicherung bezahlt, wenn ärztlich verschrieben).

„Mangelhaft“ abgeschnitten haben synthetische Schleimlöser auf der Basis von ACC bzw. NAC (Acetylcystein) – nicht ganz unerwartet, weil ihre Wirksamkeit nur mangelhaft belegt ist.

Wikipedia schreibt zu ACC:

„Die Wirksamkeit hinsichtlich einer schleimverflüssigenden Wirkung von Acetylcystein ist für einfache Atemwegsinfekte nicht belegt. Die therapeutische Wirksamkeit bei Bronchitis ist umstritten, da die aus den 1980er Jahren stammenden Studien heutigen Ansprüchen an ein Studiendesign nicht standhalten. Dementsprechend gibt es nach der DEGAM-Leitlinie auch keine Empfehlung für ACC bei der Behandlung eines grippalen Infektes oder einer akuten Bronchitis, da in randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studien keine signifikanten Effekte auf Lungenfunktion, Bronchialschleim, systemische Oxygenierung und/oder Beatmungsnotwendigkeit nachgewiesen werden konnten. Der Einsatz von ACC als Schleimlöser wird aus medizinischer Sicht deshalb kritisch hinterfragt.“

Das ist bemerkenswert, weil ACC-Präparate sehr oft gegen Husten verkauft werden. Wikipedia führt als Präparate auf:

Monopräparate

ACC (D, A, CH), Acemuc (D), Acemucol (CH), Acetyst (D), Aeromuc (A), Dynamucil (CH), Ecomucyl (CH), Fluimucil (D, A, CH), Helvetussin (CH), Mucobene (A), Mucofluid (CH), Myxofat (D), NAC (D), Secresol (CH), Solmucol (CH), diverse Generika (D, CH)

Kombinationspräparate

Alvesin (D), Aminopäd (D), Aminoplasmal (D), Deltamin (D), Infesol (D), Nephrotec (D), Periplasmal (D, A), Pädamin (A), Rinofluimucil (CH), Salviamin (D), Solmucalm (CH)

 

Bei den Schleimlösern wird also den Phytopharmaka von „Öko-Test“ eine besser belegte Wirksamkeit attestiert als den synthetischen Präparaten. Diese Beurteilungen und Belege gelten allerdings nur für die entsprechenden Produkte und können nicht auf andere Heilpflanzen-Anwendungen übertragen werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

„Chemie“ oder Pflanzenheilkunde?

Diesen Artikel teilen:

Die „Welt“ interviewt Michael Keusgen. Professor für Pharmazeutische Chemie von der Philipps-Universität Marburg, der auf Expeditionen in Afghanistan nach Heilpflanzen sucht.

Hier ein Ausschnitt zum Thema „Pflanzenheilkunde“:

„Frage: Setzen wir in Deutschland zu viel auf Chemie und zu wenig auf Hausmittel und Pflanzenheilkunde?

Keusgen: 70 Prozent unserer Bevölkerung sind pflanzlichen Arzneimitteln gegenüber aufgeschlossen. Durch das Erstattungssystem der Krankenkassen werden aber große Teile pflanzlicher Mittel ausgeschlossen. Ich halte pflanzliche Arzneien aber für viele Bagatellerkrankungen für angebracht. Unser Erstattungssystem ist deutlich zu chemielastig.“

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article123629130/Marburger-erforscht-die-afghanische-Hausapotheke.html

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz ist die Lage der Phytopharmaka meinem Eindruck nach besser als in Deutschland. Bei uns haben pflanzliche Arzneimittel, die ihre Wirksamkeit in Studien plausibel machen können, durchaus eine Chance, von den Krankenkassen via Grundversicherung erstattet zu werden, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Allerdings wissen viele Patientinnen und Patienten nichts von diesen Möglichkeiten, weil für die entsprechenden Präparate wie generell für kassenpflichtige Medikamenten keine Publikumswerbung zugelassen ist. Ärzte und Ärztinnen können zudem über die Magistralrezeptur viele pflanzlichen Arzneimitttel verschreiben, die via Grundversicherung abgerechnet werden – sie wissen das aber oft nicht.

Die nötigen Informationen dazu zu vermitteln gehört zu den Zielen in meinen Lehrgängen (Phytotherapie-Ausbildung, Heilpflanzen-Seminar).

Sehr unterschreiben kann ich natürlich den Satz:

„Ich halte pflanzliche Arzneien aber für viele Bagatellerkrankungen für angebracht.“

Ob man Medikamente gegen „Bagatellerkrankungen“ über die Grundversicherung abrechnen können soll, finde ich allerdings eher fraglich – egal ob es sich dabei um „chemische“ oder pflanzliche Präparate handelt.

Viele Bagatellerkrankungen heilen auch von selbst und brauchen gar keine Arznei – und sie lassen sich oft lindern mit nichtmedikamentösen Massnahmen oder einfachen Hausmitteln.

Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, auch bei Bagatellerkrankungen wie beispielsweise einem Schnupfen die Symptome zu lindern.

Gerade bei Bagatellerkrankungen beobachte ich aber manchmal auch eine Therapieversessenheit, die mit Boden-Luft-Raketen auf Mehlschwalben schiesst.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Johanniskraut als Stimmungsaufheller

Diesen Artikel teilen:

Die „Welt online* stellt verschiedene Heilpflanzen vor, darunter auch das Johanniskraut:

„Johanniskraut wirkt nachweislich als Stimmungsaufheller – in Tees und Präparaten. Aber auch wenn ein Kraut nachweislich wirkt, heißt das nicht, dass dies auch jedes Mittel tut. Allein vom Johanniskraut existieren etwa 400 Arten – jede enthält etwas andere Stoffe. Ob ein Tee wirkt oder nicht, kann davon abhängen, woher das Kraut stammt. Mediziner empfehlen daher die Einnahme von Pillen. Welche genau? Das sollte man vorher seinen Apotheker fragen.“

Quelle:

http://www.welt.de/wissenschaft/article13771012/Weihrauch-ist-eine-Wissenschaft-fuer-sich.html

Kommentar & Ergänzung:

Der Begriff Stimmungsaufheller ist etwas irreführend, weil man unter Stimmungen meistens etwas Vorübergehendes versteht. Für temporäre Verstimmungen ist Johanniskraut aber ungeeignet, weil es etwa 14 Tage dauert, bis die Wirkung besser ist als unter Placebo. Die eigentliche Indikation für Johanniskrautextrakte umfasst leichte bis mittelschwere Depressionen – das dauert länger als eine temporäre Verstimmung.

Korrekt ist der Hinweis, dass es eine Vielzahl von Johanniskraut-Arten gibt, die sich bezüglich Inhaltsstoffen erheblich unterscheiden können. Relevant ist das, wenn man Johanniskraut selber sammelt. Dann sollte man die Merkmale des Echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum) kennen. Kauft man in Apotheken oder Drogerien Johanniskrauttee, Johanniskrauttinktur, Johannisöl oder Präparate mit Johanniskrautextrakt, dann schreiben die gesetzlichen Bestimmungen vor, dass dazu nur Hypericum perforatum verwendet werden darf.

Es gibt allerdings grosse Unterschiede im Wirkstoffgehalt der verschiedenen Anwendungsformen.

Geht es um eine antidepressive Wirkung, so ist meines Erachtens folgendes zu berücksichtigen:

Mit Johanniskrauttee lässt sich deutlich mehr Wirkstoff zuführen als mit Johanniskrauttinktur. Insbesondere die Ceres-Tinktur ist massiv unterdosiert. Unsinnig ist es auch, wenn in Apotheken und Drogerien zum Teil gegen Depressionen Hypericum von Similasan verkauft wird, weil die homöopathischen Globuli keine antidepressiven Wirkstoffe enthalten. Auch Präparaten, die unter dem Etikett „Spagyrik“ verkauft werden, mangelt es an antidepressiven Wirkstoffen.

Neben dem Johanniskrauttee kommen eigentlich nur hoch konzentrierte Johanniskrautextrakte in Frage, wenn man eine ausreichende Wirkstoffzufuhr sicherstellen will. Für die Schweiz kann man sagen, dass diejenigen Johanniskrautpräparate ausreichend dosiert sind, die auch via Grundversicherung bezahlt werden, falls ein ärztliches Rezept vorliegt.

Sie dazu:

Johanniskraut: jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha…….in der Grundversicherung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Venenerkrankungen: Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt erneut bestätigt

Diesen Artikel teilen:

Venenleiden sind verbreitet auftretende Gesundheitsprobleme. Die Häufigkeit und der Schweregrad steigen mit zunehmendem Alter. Als zentrale Massnahme gilt in der Behandlung die Kompressionstherapie mit individuell angepassten medizinischen Kompressionsstrümpfen. Eine aktuelle Cochrane-Dokumentation zeigt nun jedoch erneut, dass auch die Einnahme eines Extrakts der Rosskastanie (Aesculus Hippocastanum L.) eine wirksame Behandlungsmöglichkeit bietet.

Nach Erhebungen der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie leiden
30 Prozent der Bevölkerung unter Symptomen wie Krampfadern, Ödeme oder offene Beine. Die schlechte Durchblutung der Beinvenen bei chronischer Veneninsuffizienz (CVI) führt oft zu Schmerzen, Schwellungen, Juckreiz, Müdigkeit und zu einer zunehmenden Verhärtung der Haut. Die Kompressionstherapie, die besonders wirksam den Abfluss des venösen Blutes anregt, ist jedoch in der Handhabung schwierig und führt im Sommer zu unangenehmen Wärmestaus. Zahlreiche Betroffene lehnen sie darum ab.

Als wirksame Alternative kommt in der Phytotherapie schon seit langem die Einnahme eines Extrakts aus Rosskastaniensamen zur Anwendung. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieses Naturheilmittels wurde vor kurzem erneut bestätigt (Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 11. Art. No.: CD003230. DOI: 10.1002/14651858.CD003230.pub4). Zur Auffrischung bereits vorliegender Erkenntnisse untersuchten die Wissenschaftler die verfügbare Fachliteratur aus den Jahren 2002 bis 2008 und forderten bei den Herstellern von Rosskastanienextrakten bereits veröffentlichtes und auch noch nicht publiziertes Material an. In die Analyse wurden so die Daten von total 17 randomisierten kontrollierten Studien einbezogen.

Die wichtigsten Resultate:

– Insgesamt erwiesen sich die Extrakte aus Rosskastaniensamen als wirksam in der Linderung von subjektiven Beschwerden und  objektiven Symptomen einer chronischen Veneninsuffizienz.

– In sechs von sieben Studien zeigten Messungen eine Reduktion des Beinumfangs verglichen mit Placebo.

– Ähnliche Resultate fanden die Forscher beim Symptom Juckreiz.

– Eine weitere Studie ergab sogar gleichwertige Effekte durch Rosskastanienextrakt wie die zum Vergleich ausgeführte Kompressionstherapie.

Vor allem im Sommer stellen deshalb gut dokumentierte Extrakte aus Rosskastaniensamen für die Behandlung von Venenproblemen eine wirksame Alternative dar.

Quelle:

http://www.phytotherapie-komitee.de/#Publish_PIR::Press_Release/show/press_release_id=100

Kommentar & Ergänzung:

Die Wirksamkeit von Rosskastanienextrakt bei venösen Ödemen ist tatsächlich schon seit langem ziemlich gut belegt.

Folgende Punkte würde ich aber noch festhalten:

– Bei allen Studien wurden Rosskastanienextrakte. Zur Wirksamkeit von Rosskastanientinktur fehlen entsprechende Studien.

– Die Wirksamkeit von Rosskastaniensalbe und Rosskastanienbädern ist fraglich. Studien dazu fehlen und es ist überhaupt nicht geklärt, ob der wichtigste Inhaltsstoff der Rosskastaniensamen – das Aescin – überhaupt in relevanten Mengen durch die Haut geht.

– Dokumentiert ist nur die ödemhemmende Wirkung, nicht aber eine vorbeugende Wirkung auf Krampfadern.

– Es ist nicht sehr angemessen, mit Rosskastanienextrakt gegen Kompressionstherapie zu argumentieren. In Ausnahmefällen mag Rosskastanienextrakt eine sinnvolle Alternative sein.  Im allgemeinen würde ich die beiden Ansätze aber lieber kombinieren.

– Die Verträglichkeit von Rosskastanienextrakt ist in der Regel sehr gut. Er eignet sich auch zur Anwendung über längere Zeiträume.

– Es gibt Rosskastanienpräparate, die von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Relaxane oder Zeller Entspannungsdragees

Diesen Artikel teilen:

Kürzlich wurde ich an einem Vortrag gefragt, welches Präparat besser wirksam sei: Relaxane oder Zeller Entspannungsdragees?

Die Antwort ist einfach: Beide Phytopharmaka sind identisch in ihrer Zusammensetzung.

Relaxane und Zeller Entspannungsdragees enthalten beide Extrakte aus:

Baldrianwurzel

Passionsblumenkraut

Melissenblätter

Pestwurz-Wurzeln

Deshalb sind auch die Indikationen identisch:

Bei nervösen Spannungszuständen, Unruhe, Prüfungsangst. Diese können sich unter anderem in folgenden Symptomen zeigen: krampfartige Magen-Darmbeschwerden, erhöhte Reizbarkeit, gelegentliche Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen.

Der Unterschied zwischen Relaxane und Zeller Entspannungsdragees:

Relaxane kann über die Grundversicherung abgerechnet werden, wenn eine Arzt oder eine Ärztin das Phytopharmakon verschreibt.

Zeller Entspannungsdragees kaufen und zahlen Kundinnen und Kunden in der Apotheke oder Drogerie selber.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Bioflorin – ein Heilpflanzen-Präparat?

Diesen Artikel teilen:

In Heilkräuterkursen werde ich beim Thema Verdauungsbeschwerden immer wieder einmal gefragt, ob das Durchfallmittel Bioflorin aus Heilpflanzen besteht.

Bioflorin® ist ein mikrobielles Präparat – ein Probiotikum – auf der Basis von Bakterien. Es enthält lebende Enterokokken des Stammes SF 68 und wird zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Die Enterokokken normalisieren die Darmflora, indem sie sich im terminalen Dünndarm und im Dickdarm ansiedeln und dort unter anderem das Wachstum pathogener Erreger hemmen.

Sie können schon bei Säuglingen eingesetzt werden. Unerwünschte Wirkungen sind kaum zu befürchten.

Der Stamm SF 68 verträgt den tiefen pH des Magens gut und vermehrt sich rasch (Generationszeit 19 Minuten).

Das mit Bioflorin®  identische Bioflorina® wird nicht von der Grundversicherung bezahlt, darf dafür aber beim Publikum beworben werden.

Bioflorin® wird oft auch nach Antibiotikabehandlungen gegeben, um Durchfall vorzubeugen und die Darmflora zu regenerieren.

Antibiotika können die Enterokokken allerdings wie andere Bakterien abtöten und sollten in einem zeitlichen Abstand von 1-2 Stunden eingenommen werden. Wird ein Probiotikum schon während der Antibiotikabehandlung angewendet, ist es meiner Ansicht nach allerdings sinnvoller, Perenterol® einzusetzen. Die lebenden Hefepilze im Perenterol®  – Saccharomyces boulardii – sind resistent gegen Antibiotika.

Damit ist auch klar: Weder Bioflorin®, das zu den Bakterienpräparaten gehört, noch Perenterol®, das als Hefepräparat zum Pilzreich zählt, kann man als Heilpflanzen-Präparat bezeichnen. Aber ganz weit draussen am Rand würde ich sie schon noch zur Phytotherapie rechnen, obwohl das der biologischen Einteilung nicht gerecht wird.

Und natürlich gibt es auch Heilpflanzen, die in der Phytotherapie bei Durchfall eingesetzt werden können:

– Heilpflanzen mit Gerbstoffen wie Schwarztee, Tormentillwurzel, Ratanhiawurzel:

– Heilpflanzen mit bestimmten Polysachariden (bzw. „Schleimstoffen“) wie Flohsamen, Johannisbrotkernmehl, Reisschleim.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Demenz: Ginkgo-Extrakt bessert Kognition und Verhalten

Diesen Artikel teilen:

Ein Extrakt aus Ginkgo biloba verbessert bei Demenz nicht nur die Kognition, sondern auch das Verhalten. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie hin, an der 410 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimerdemenz oder vaskulärer Demenz teilnahmen.

Die Probanden bekamen 24 Wochen lang entweder den Extrakt EGb 761® (Tebonin®) oder Placebo (J Psych Res 2012; 46:716-723).

Mit dem Ginkgo-Extrakt verbesserte sich die Kognition, erfasst mit dem Syndrom-Kurztest (SKT), signifikant während der knapp halbjährigen Therapie, und zwar im Schnitt um 2,2 versus 0,3 Punkte unter Placebo.

Zudem liess sich eine Reduktion von Verhaltensstörungen feststellen: Der Wert beim Neuropsychiatric Inventory (NPI) verbesserte sich um 4,6 gegenüber 2,1 Punkte unter Placebo.

Patienten mit Alzheimerdemenz oder vaskulärer Demenz profitierten gleichermaßen von der Ginkgo-Behandlung.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/fortbildung_cme/akademie/demenz_akademie/article/818288/ginkgo-staerkt-kognition-bessert-verhalten.html?sh=1&h=-1037457626

http://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0022395612000854?via=sd

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz ist der Ginkgo-Extrakt EGb 761® im Handel unter den Bezeichnungen Tebofortin (wenn man das Präparat selber zahlt) und Tebokan (wenn ein ärztliches Rezept vorliegt und das Medikament über die Grundversicherung abgerechnet wird).

Es gibt einige Hinweise aus Studien, dass Ginkgo-Extrakt in frühen Stadien der Demenz nützlich sein könnte.

Unbelegt ist bisher ein präventiver Effekt, also eine von vielen Anwenderinnen und Anwendern erhoffte vorbeugende Schutzwirkung gegen die Entwicklung einer Demenzerkrankung.

Wenn es um die Behandlung einer Demenzerkrankung geht, sind Ginkgotee und Ginkgotinktur ungeeignete Anwendungsformen.

Siehe auch:

Ginkgo-Tee nicht ohne Risiko

Bei Ginkgotinktur ist die Wirkstoffkonzentration ungenügend.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl lindern Beschwerden bei Rheumatoider Arthritis

Diesen Artikel teilen:

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl enthalten als wichtigsten Inhaltsstoff Gamma-Linolensäure. Vor allem Nachtkerzenöl ist gut dokumentiert in seiner Wirksamkeit bei Neurodermitis (Atopische Dermatitis) und kann dort zur Linderung von Juckreiz beitragen. Nachtkerzenöl wird oft auch empfohlen beim Prämenstruellen Syndrom (PMS), doch sind die Studien zur Wirksamkeit hier widersprüchlich. Weniger bekannt ist die Anwendung von Pflanzenölen mit Gamma-Linolensäure bei Rheuma-Beschwerden.

Professor Dr. Oliver Werz, Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat vor kurzem in einem sehr informativen Artikel Möglichkeiten der Phytotherapie im Bereich der rheumatischen Erkrankungen vorgestellt und ging dabei auch auf Pflanzenöle mit Gamma-Linolensäure ein:

„Die dreifach ungesättigte γ-Linolen­säure (all-cis-6,9,12-Octadecatriensäure;…) wird im Körper aus Linolsäure (all-cis-6,9-Octadecadiensäure) synthetisiert. Besonders reich an γ-Linolensäure sind Borretschsamenöl (21 Prozent), schwarzes Johannisbeerenöl (14 bis 19 Prozent) und Nachtkerzenöl (9 Prozent).“

In der Schweiz wir vor allem Nachtkerzenöl eingesetzt z. B. als Burgerstein Nachtkerzenölkapseln oder Epogam Kapseln. Epogam ist kassenzulässig aus der Grundversicherung, wenn ein ärztliches Rezept vorliegt. Bemerkenswert ist aber, dass Borretschsamenöl viel mehr Gamma-Linolensäure enthält als Nachtkerzenöl. Borretschsamenöl wird in der Schweiz als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform vertrieben.

Zur Wirkung von Gamma-Linolensäure:

„Bislang werden Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl vor allem zur peroralen Therapie der Neurodermitis angewandt. γ-Linolensäure wirkt antioxidativ, hemmt NFκB, agiert kompetitiv zu proinflammatorischen Eicosanoiden und wirkt der Autoaktivierung von IL-1β entgegen.“

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl werden bei Neurodermitis auch äusserlich in Pflegeprodukten angewendet (z. B. Lipocremol, Lipoderm Omega von Spirig).

Studien bei Rheumatoider Arthritis

„Sieben relativ heterogene klinische Studien mit insgesamt 286 Probanden belegen die moderate Wirksamkeit von Nachtkerzenöl, Borretschsamenöl und Schwarzem Johannisbeerenöl bei Schmerzen und körperlicher Behinderung durch Rheumatoide Arthritis im Vergleich zu Olivenöl, Sonnenblumenöl, Paraffin oder Sojabohnenöl.“

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/?type=0&id=40814

Kommentar & Ergänzung:

Bei akuten Gelenkentzündungen reicht die Wirksamkeit von Borretschöl / Nachtkerzenöl nicht aus. Bei stark entzündeten Gelenken braucht es in der Regel auch starke Entzündungshemmer, z. B. NSAR wie Mefenacid (Ponstan) oder Diclofenac (Voltaren).

Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl eigenen sich dagegen wegen ihrer guten Verträglichkeit gut zur Langzeitanwendung, welche für eine optimale Wirksamkeit auch nötig ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Weleda-Gruppe in der Krise

Diesen Artikel teilen:

Der angeschlagene Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller Weleda baut seine Unternehmensführung um. An einer außerordentlichen Generalversammlung am 23. März haben die Aktionäre einen neuen Verwaltungsrat gewählt.

Den Führungswechsel sollen die beiden Weleda-Hauptaktionäre, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und die Ita Wegman Klinik, veranlasst haben.

Die Neuwahl wurde laut Firmenangaben nötig, weil „die Weleda einen handlungsfähigen Verwaltungsrat braucht“.

An der Spitze des Verwaltungsrates steht nun der Wirtschaftswissenschaftler Paul Mackay, der seit 1996 dem Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft angehört.

Im vergangenen Jahr hatte Weleda einen Verlust von rund 10 Millionen Schweizer Franken (rund 8,3 Millionen Euro) eingefahren – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2010, als der Verlust 3,8 Millionen Euro erreichte. Gleichzeitig sank der Umsatz 2011 auf 307 Millionen Euro und liegt damit leicht unter dem Vorjahreswert von 308 Millionen Euro. Weleda bewegt sich seit Jahren fast durchwegs in den roten Zahlen.

Auf diesem finanziellen Hintergrund kann der Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller für das Jahr 2012 aus dem Cash-flow seine Zinsverpflichtungen nicht erfüllen. Die Besitzer kämpfen um die Existenz des Unternehmens.

Zwar macht die Firma Währungseffekte durch den starken Schweizer Franken für das schlechte Resultat verantwortlich. Weleda krankt jedoch auch an schwerwiegenden Strukturproblemen.

Hauptsächlich die Pharmasparte, also die Heilmittelherstellung, ist defizitär.

Quellen:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/feuerwehrmann-fuer-weleda

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/weleda-kaempft-um-existenz?page=0,0#text

Kommentar & Ergänzung:

Weleda hält sich mit Naturkosmetik über Wasser, während die Herstellung von Antroposophika, also von Heilmitteln für die Anthroposophische Medizin, schwer in der Krise steckt.

Um die Bedürfnisse der Anthroposophischen Medizin zu decken, muss Weleda ein riesiges Sortiment von Heilmitteln bereitstellen, von denen viele nur wenig nachgefragt, aber aufwändig herzustellen sind. Darunter sind auch Präparate, die für Nichtanthroposophen reichlich skurril wirken wie Hirschgeweih (Cornu cervi D8), zerstossene Ameisen (z. B. Formica D15) oder das geröstete Skelett des Badeschwammes (Spongia tosta D6).

Den Erwartungen aus der Anthroposophischen Medizin gerecht zu werden und zugleich kommerziell erfolgreich zu sein oder zu mindestens schwarze Zahlen zu schreiben, ist wohl ein schwieriger Spagat.

Andererseits hat Weleda gegenüber Herstellern von synthetischen Medikamenten und von Phytopharmaka den grossen Vorteil,  dass Anthroposophika genauso wie Homöopathika via Grundversicherung  abgerechnet werden können, ohne dass sie ihre Wirksamkeit belegen müssen (wie es das Krankenversicherungsgesetz eigentlich verlangen würde).

Homöopathika und Anthroposophika sind vom Wirksamkeitsnachweis befreit, wodurch sich viel Forschungsaufwand einsparen lässt.

Ausserdem fallen bei den sehr grossen Verdünnungen vieler Weleda-Präparate kaum Materialkosten ins Gewicht.

Diese beiden Punkte müssten eigentlich die Kostenseite entlasten.

Weleda konnte sich bisher dank der Naturkosmetik-Sparte behaupten, die einen guten Ruf hat und die defizitäre Arzneimittel-Produktion wohl quersubventioniert. Doch der Naturkosmetik-Markt ist hart umkämpft. Und ausserdem kommt man in der Kosmetik rasch einmal in die Nähe von fragwürdigen Versprechungen, beispielsweise mit dem „Cellulite Programm“, mit welchem Weleda „Entschlackung“ verspricht.

Siehe dazu auch:

Entschlackung – was ist das?

Entschlackung – unnötig und ungesund

Schlackenstoffe – ein Phantom macht Karriere

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Phytotherapie wieder in der Grundversicherung – was ändert?

Diesen Artikel teilen:

Zusammen mit Methoden der Komplementärmedizin wie Homöopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin und Anthroposophischer Medizin wird seit Jahresbeginn 2012 auch die Phytotherapie provisorisch wieder aus der Grundversicherung vergütet. Was ändert sich dadurch für Patientinnen und Patienten?

Für die Phytotherapie ist die vielleicht überraschende Antwort: Nichts.

Durch diese Änderung wird keine Patientin und kein Patient auch nur einen Franken sparen. Bisher lief es so: Der Arzt oder die Ärztin macht eine normale medizinische Diagnostik und rechnet diese auch so ab. Am Schluss wird beispielsweise entschieden, statt einem synthetischen Schlafmittel ein pflanzliches zu verordnen. Ist die Wirksamkeit dieses Pflanzenpräparates belegt, zahlt es die Grundversicherung. Das war bisher so und daran wird sich im neuen Jahr nichts ändern.

Im Vorfeld der Abstimmung vom Mai 2009 über den Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin wurden von den Befürwortern irreführende Versprechungen gemacht wurden. Das rächt sich nun bei der konkreten Umsetzung und wird zwangsläufig zu Enttäuschungen führen.

Irreführend ist auch, dass die Phytotherapie in dieser politischen Diskussion zur Komplementärmedizin gerechnet wird. Phytotherapie gehört zur Naturheilkunde und diese ist ein randständiger Bereich der Medizin. Fachlich gesehen gibt es kein plausibles Argument, Phytotherapie zur Komplementärmedizin zu zählen. Wenn die Politik dies trotzdem so handhabt, dann geht es dabei um Lobbying, um Einflussnahme, nicht aber um das Wohl der Patientinnen und Patienten.

Siehe auch:

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Phytotherapie als Komplementärmedizin-Methode in die Grundversicherung – was bringt’s?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe / Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde

www.phytotherapie-seminare.ch

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: