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Taigawurzel von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) positiv bewertet

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Die EMA trägt in regelmässigen Abständen Informationen zu Arzneipflanzen zusammen und bewertet deren Einsatz in der Pharmazie. Diese Bewertungen sollen Apotheken, Ärzten und Verbrauchern klare Richtlinien geben, inwieweit der Einsatz aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Inzwischen liegt auch eine Beurteilung der Taigawuzel vor.

Die Taigawurzel (Eleutherococci radix von Eleutherococcus senticosus) wird aufgrund von Daten nach Markteintritt und Erfahrungen positiv bewertet. Den Gutachtern der EMA standen dafür klinische Studien zur Verfügung, in denen ein möglicher Effekt auf Müdigkeit und Schwächegefühl beobachtet worden war. Wirkliche Belege seien aus den mehr als 30 Studien jedoch nicht zu entnehmen, schreibt die EMA, weil die Studiendesigns nicht den höchsten wissenschaftlichen Kriterien entsprächen.

Die EMA kommt dennoch zu dem Resultat, dass die Effekte und die Sicherheit der Taigawurzel hinreichend belegt sind. Aufgrund der jahrelangen traditionellen Anwendung der Taigawurzel könne von einer ausreichenden Wirksamkeit und Sicherheit der Präparate ausgegangen werden.

In Deutschland sind Extrakte aus der Taigawurzel in Form von Lösungen oder Dragees seit rund 20 Jahren im Handel. Eingesetzt werden sollen Eleutherococcus-Präparate bei Personen über 12 Jahren zur unterstützenden Symptomlinderung bei Asthenie (Schwäche, Kraftlosigkeit). Die Tagesdosis liegt bei 2 bis 3 Gramm Taigawurzel. Die Anwendungdauer beträgt in der Regel bis zu drei Monaten.

Quelle:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/arzneipflanzen-ema-empfiehlt-drei-phyto-klassiker-epilobium-eleutherococcus-centaurium/?forceMobile=1%3F&noMobile=1&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=7114c4db7166baf0d965eea791dd4b48&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Die Taigawurzel gehört zusammen mit Ginseng und Rosenwurz zu den sogenannten Adaptogenen. Das sind Arzneipflanzen, die zur besseren Bewältigung von Stresssituationen beitragen können.

Siehe:

Taigawurzel, Ginseng, Rosenwurz: Was sind Adaptogene?

Burnout-Syndrom: Adaptagene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel und Rosenwurz

Phytotherapie: Was sind Adaptogene?

Die meisten Studien zur Wirksamkeit der Taigawurzel stammen aus den 1950er Jahren und wurden in der Sowjetunion durchgeführt. Es erstaunt daher nicht, dass sie neueren wissenschaftlichen Kriterien nicht genügen.

Hier wären neuere und bessere Studien nötig. Wenn nämlich die EMA nur aufgrund der jahrelangen traditionellen Anwendung der Taigawurzel die Wirksamkeit der Präparate bestätigt sieht, dann ist diese Schlussfolgerung nicht sehr fundiert. Zumal in diesem Zusammenhang schon von einer traditionellen Anwendung ausgegangen wird, wenn die Pflanze mehr als 30 Jahre im Handel ist. Auch langjährige Anwendung garantiert nicht Wirksamkeit. Das zeigt sich zum Beispiel beim traditionellen Einsatz von Nashorpulver als Potenzmittel in Asien.

Siehe auch:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Zur Taigawurzel gibt es eine ganze Reihe von Laborexperimenten und Untersuchungen an Tieren, aber wenige und widersprüchliche klinische Studien mit Patienten.

So wurde beispielsweise in einer randomisierten und kontrollierten Studie an 144 Patienten mit stressbezogenen Erschöpfungs- und Müdigkeitssymptomen bei Behandlung mit 120 mg Eleutherococcus-senticosus-Wurzelextrakt pro Tag in Ergänzung zu einem professionellen Stressmanagement-Training (SMT) kein zusätzlicher Nutzen gesehen (nach: Wichtl, Teedrogen und Phytopharmaka).

Trotzdem gibt es aber auch sehr klare Empfehlungen für die Taigawurzel in der ESCOP-Monografie:

„Nachlassende geistige und körperliche Leistungsfähigkeit wie Schwächegefühl, Erschöpfung, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, zur Rekonvaleszenz.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Melisse als Beruhigungsmittel

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Das Magazin „Focus“ befasst sich mit den Wirkungen der Melisse:

„Das Hauptanwendungsgebiet der Melisse ist die Beruhigung des Nervensystems. Ein Tee aus frischen Melissen-Blättern kann sich bei Stress und Nervosität als wahres Wundermittel erweisen, denn die in ihm enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend.“

Diese Empfehlungen sind nachvollziehbar, auch wenn der Begriff „wahres Wundermittel“ grundsätzlich fragwürdig ist.

Wer Melisse im Haus habe, brauche sich vor schweren Prüfungen keine Sorgen zu machen, schreibt „Focus“ weiter.

Das kann man probieren, doch gibt es bei Prüfungsangst bzw. Prüfungsstress Heilpflanzen, die ich vorziehen würde. Zum Beispiel als leicht angstlösende Präparate hochdosierten Passionsblumenextrakt oder Lavendelöl-Kapseln (Lasea). Und eher für längerfristige Anwendung zur besseren Stressbewältigung Adaptogene wie Ginseng (Ginsana) oder Rosenwurz (Vitango).

Ausserdem empfiehlt „Focus“:

„Vor dem Zubettgehen getrunken, kann auch ein Gläschen vom berühmten Kräuterschnaps Melissengeist beim Einschlafen helfen.“

Hier würde ich den Melissentee kombiniert mit einer Lavendelöl-Anwendung eindeutig vorziehen. Melissengeist hat mir zuviel Alkohol und zuwenig Melisse. Zudem enthält der Melissengeist neben Alkohol und Melissenblättern eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die ihn eher als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden prädestinieren: Alantwurzelstock, Angelikawurzel, Ingwerwurzelstock, Gewürznelken, Galgantwurzelstock, Schwarze Pfefferfrüchte, Enzianwurzel, Muskatsamen, Pomeranzenschalen, Zimtrinde, Zimtblüten, Kardamomensamen.

Die Melisse überrasche aber mit weiteren ungeahnten Heilkräften, schreibt „Focus“ weiter:

„Neben ihren ätherischen Ölen enthält sie Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Mineralsalze. Insbesondere die Gerbstoffe haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie attackieren Herpes-Viren und schützen die Haut vor einer erneuten Infektion. Melissenextrakt gilt heute als anerkanntes Mittel gegen die lästigen Lippenbläschen.“

Korrekt. Der Melissenextrakt wird zu diesem Zweck in eine Creme eingearbeitet (Lomaherpan). Das Präparat muss wie alle lokal anzuwendenden antiviralen Herpesmittel bei den ersten Symptomen eingesetzt werden. Es kann die Dauer der Herpeserkrankung leicht verkürzen – vergleichbar mit anderen Fieberbläschensalben.

Ähnlich lokal antiviral gegen Herpesviren wirken Melissenöl und Pfefferminzöl. In der Schweiz gibt es zudem Parsenn Herpescreme aus Salbeiextrakt und Rhabarberwurzelextrakt, in kassenzulässiger Form als Phytovir.

Quelle:

http://www.focus.de/kultur/videos/melisse-melisse-zur-beruhigung-des-nervensystems_id_5294391.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krebstherapie: Sport und Phytotherapie bei Fatigue

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Zahlreiche Krebspatienten leiden während und nach einer Chemotherapie unter Fatigue. Das sogenannte Erschöpfungssyndrom kann die Erkrankten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin haben Fachleute diskutiert, wie den Betroffenen geholfen werden kann.

Fatigue ist eine häufige Begleiterscheinung in der Tumorbehandlung. Zwischen 60 und 100 Prozent der Krebspatienten klagen während der Therapie über ausgeprägte Müdigkeit und bei mehr als jedem Vierten tritt das Erschöpfungssyndrom als Langzeitfolge nach Abschluss der Behandlung auf. Die dem Erschöpfungssyndrom zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang unklar.

Wichtige Elemente für die Therapie der Fatigue sind die Verhaltenstherapie und die gezielte Schulung der Patienten. In Einzel- und Gruppengesprächen können sie lernen, mit ihrer Situation besser umzugehen, zum Beispiel mithilfe bestimmter Entspannungstechniken. Denn die reduzierte Leistungsfähigkeit führt häufig zu Stress und letztlich zu Depressionen.

Mit Sport bei Fatigue nicht übertreiben

Auch Sport kann dazu beitragen, das Befinden bei Fatigue zu verbessern. Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt aber davor, die Erkrankten zu stark zu beanspruchen. Je nachdem, welche Folgeerscheinung der Krebstherapie man behandeln möchte, gebe es völlig unterschiedliche Bewegungsprogramme. Wer während der Behandlung unter Fatigue leidet, sollte etwa vier bis fünf Stunden pro Woche spazieren gehen. So ließe sich das beste Resultat erzielen. Mehr Bewegung bringe in diesem Fall eher schlechtere als bessere Resultate, erklärt Baumann.

Da Sport vom Körper als Stress wahrgenommen werde und zu einem höheren Energieverbrauch führe, müsse nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand das Pensum laut Baumann an die Schwere des Erschöpfungszustands angepasst werden. Je ausgeprägter die Fatigue ist, desto weniger intensiv sollte laut Baumann das Training ausfallen.

Zu klären bleibe beispielsweise, ob körperliche Aktivität an der frischen Luft einen höheren Nutzen habe als Training in der Halle oder im Fitnessstudio.

Ergänzend zu solchen Massnahmen kann auch der Einsatz pflanzlicher Arzneimittel erwogen werden, sagt Dr. Matthias Rostock vom Institut für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich. Die Phytotherapie könne helfen, die Patienten für andere Maßnahmen zu aktivieren.

Günstig wirkt laut Rostock Guarana bei der akuten Fatigue während einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Verglichen mit Placebo habe sich die Symptomatik der Frauen bei der Behandlung mit Guarana signifikant verbessert und sie klagten deutlich weniger über Übelkeit und Schlafstörungen. Baldrian ist laut Rostock gegen Schlaflosigkeit zwar wenig effektiv, wirkt dafür jedoch gegen nervöse Erschöpfung. Das entspreche der ursprünglichen Indikation für den Einsatz von Baldrianwurzel, erklärt Rostock.

Gut erforscht sei insbesondere die Wirksamkeit von Ginseng. Bei Tagesdosen von 1 bis 2 g fühlen sich rund 30 Prozent der Patienten besser. Das zeigt nach Rostock aber auch, dass Ginseng nicht jedem hilft. Der positive Effekt von Ginseng sei während der Chemotherapie signifikant, nach Beendigung der Behandlung aber deutlich schwächer ausgeprägt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62425

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Sport & Fatigue“ siehe:

Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung bei Fatigue

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Zum Thema „Ginseng & Fatigue“ siehe:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Smptome bei Krebserkrankung

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Zu Guarana:

Guarana enthält als wirksamen Inhaltsstoff Coffein. Zum Thema „Guarana & Fatigue“ gibt es eine Studie mit positivem Resultat:

„Guarana (Paullinia cupana) improves fatigue in breast cancer patients undergoing systemic chemotherapy…..

RESULTS: Guarana significantly improved the FACIT-F, FACT-ES, and BFI global scores compared to placebo on days 21 and 49 (p < 0.01). The Chalder Scale improved significantly on day 21 (p < 0.01) but not on day 49 (p = 0.27). Guarana did not produce any Common Terminology Criteria for Adverse Events grades 2, 3, or 4 toxicities and did not worsen sleep quality or cause anxiety or depression.

CONCLUSIONS: Guarana is an effective, inexpensive, and nontoxic alternative for the short-term treatment of fatigue in BC patients receiving systemic chemotherapy. Further studies are needed to confirm these results and to evaluate their generalizability to chronic CRF and to other types of cancer.“

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21612429

Die Studie gibt zwar Hinweise auf einen günstigen Effekt von Guarana, sie ist aber von der Zahl der teilnehmenden Patienten her klein und kann die Wirksamkeit nicht einwandfrei belegen. Eigenartig ist bei dieser Studie die Dosierung von zweimal täglich 50mg Guarana. Normalerweise wird bei Guaranapulver als Tagesdosis 1 – 3 Gramm empfohlen (entsprechend etwa 50 – 150 mg Coffein). Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält aber auch bereits zirka 60 – 100 mg Coffein (Angaben aus: Biogene Arzneimittel).

Was Guarana gegenüber anderen Coffeinquellen wie Kaffee, Grüntee, Schwarztee oder Matetee für Vorteile haben soll, ist mir nicht plausibel ersichtlich.

Als Vorteil wird manchmal angeführt, dass das Coffein aus Guarana im Gegensatz zum Coffein aus Kaffee langsamer in den Körper aufgenommen werden soll, weil es an Gerbstoffe gebunden vorliegt. Das soll zu einer länger anhaltenden Wirkung führen.

Dieser postulierte Retard-Effekt konnte aber in neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Die Freisetzung und Aufnahme von Coffein aus Guarana entspricht derjenigen aus Präparaten mit reinem Coffein (Angaben gemäss: Teedrogen und Phytopharmaka)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

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Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie – was sind Adaptogene?

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Den Begriff „Adaptogene“ prägte der russische Forscher Dr. Nicolai Lazarev schon im Jahr 1958. Der Mediziner bezeichnete damit Pflanzen, deren Inhaltstoffe die Resistenz des Körpers gegenüber Stress steigern.

Gemäss einer Definition des Committee on Herbal Medicinal Products (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA sollen Adaptogene die Resistenz des Organismus gegen ein breites Spektrum an widrigen biologischen, chemischen und physikalischen Faktoren verbessern. Im Gegensatz zu Tonika und Stimulanzien soll eine durch Adaptogene erhöhte Arbeitskapazität nach Absetzen nicht wieder sinken. Des Weiteren sollen Adaptogene gut verträglich und frei von Nebenwirkungen sein.

Weltweit haben es bisher nur wenige Heilpflanzen geschafft, den Kriterien der EMA zu genügen: Dazu zählen beispielsweise Chinesisches Spaltkörbchen (Schisandra chinensis), Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus), Ginsengwurzel (Panax ginseng) und die Rosenwurz (Rhodiola rosea).

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=54660

Kommentar & Ergänzung:

Die Phytotherapie setzt Adaptogene vor allem bei Stress und in der Rekonvaleszenz ein. Vom Wirkungsprofil passen diese Heilpflanzen auch zu „Burnout“, was aber ein umstrittener Begriff ist und keine eigentliche Diagnose.

Ganz scharf gefasst ist aber auch dieser Begriff der „Adaptogene“ nicht. Auffallend ist zudem, dass die Heilpflanzen, die als „Adaptogene“ genutzt werden, sehr unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Die adaptogene Wirkung lässt sich jedenfalls nicht auf eine einheitliche Wirkstoffgruppe zurückführen.

Zu erwähnen ist noch, dass die vier aufgeführten Adaptogene Chinesisches Spaltkörbchen, Taigawurzel, Ginsengwurzel und Rosenwurz jeweils in sehr unterschiedlichen Arzneizubereitungen auf dem Markt sind – zum Beispiel als Wurzelpulver, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt etc.

Dabei gibt es grosse Unterschiede in der Wirksamkeit, die man kennen sollte, wenn man die Pflanzen nutzbringend anwenden will.

Das ist grundsätzlich ein wichtiger Punkt in der Phytotherapie: Es kommt nicht nur darauf an, die passende Heilpflanze oder das passende Phytopharmaka zu einen bestimmten Beschwerdebild zu finden. Genauso wichtig ist die Frage, welche Zubereitungsform in der jeweiligen Situation am wirksamsten ist.

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

 

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Milcheiweiss Casein wirksam gegen Stress und Einschlafprobleme?

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Der Pharmavista Newsletter berichtet in seiner neusten Ausgabe über Casein als möglicherweise wirksames Mittel bei Stress und gegen Einschlafprobleme.

Casein ist die Haupteiweisskomponente der Milch. Es besteht nicht aus einer definierten, homogenen Substanz. Die Bezeichnung Casein umfasst vielmehr verschiedene Phosphoproteine, die in Form von Micellen vorliegen.

Caseine in der Milch enthalten Peptidsequenzen mit opioidartigen Eigenschaften, wozu Exorphine zählen wie die beta-Casomorphine. Im Tiermodell beeinflussten diese Peptide die Regulation des Elektrolyttransports, verminderten das Schmerzempfinden und wirkten einschlaffördernd.

Alphacasozepin, das Decapeptid von Alphacasein, zeigte in Versuchen und klinischen Studien eine benzodiazepinähnliche Wirkung mit Bindungsaffinität zu den GABA-A-Rezeptoren. Diese Substanz hat stressvermindernde und anxiolytische (= angstlösende) Eigenschaften ohne nachteiligen Gewöhnungseffekt.

Nahrungsergänzungsmittel mit Casein (oder Proteinhydrolysat aus Milch) werden in Frankreich als Einschlafhilfe empfohlen und kommen bei Stress zur Anwendung. Casein, mit einem mehr oder weniger festgelegten Gehalt an Alphacasozepin, wird kombiniert mit adaptogen wirksamen Pflanzen wie Rhodiola (bspw. Seriane Kps.) oder Eleutherococcus (bspw. Anbosyn Tbl.) angeboten. Anbosyn wurde in einer kleinen klinischen Studie mit 87 Versuchspersonen über einen Zeitraum von 12 Wochen bezüglich Wirksamkeit bei Burnout geprüft. Bei drei von vier Personen soll ein positiver Effekt festgestellt worden sein.

In Pulverform werden caseinhaltige Präparate auch von Sportlern zur Vermehrung der Muskelmasse eingenommen.

Wie andere Eiweissse aus Kuhmilch kann auch Casein bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Nahrungsergänzungsmittel auf der Grundlage von Casein werden für Schwangere, Stillende und Kinder unter 15 Jahren nicht empfohlen.

Als Quellenangabe führt der Pharmavista-Newsletter auf:

_Le Moniteur des pharmacies; no3068/2015/p48

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5145&NMID=5145&LANGID=2

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessantes Thema. Möglicherweise ist das ein Erklärungsmodell für das alte Hausmittel „Ein Glas Milch mit Honig“ gegen Einschlafstörungen.

Allerdings muss dazu festgehalten werden, dass es sich bei diesen Angaben wohl hauptsächlich um Erkenntnisse aus Laborversuchen und aus kleinen klinischen Studien handelt, wobei aus der Beschreibung im Pharmavista-Newsletter nicht einmal ersichtlich ist, ob dabei eine Placebo-Kontrolle eingebaut war. Also insgesamt wohl noch eine ziemlich unsichere Datenlage. Aber trotzdem sehr überraschend. Mir war jedenfalls bisher nicht bekannt, dass Eiweissbausteine (Peptide) aus der Milch zu mindestens im Experiment schmerzlindernde und angstlösende Eigenschaften zeigen und benzodiazepinähnliche Effekte an Rezeptoren auslösen. Benzodiazepine sind als Tranquilizer als (allzu)viel verwendete Medikamentengruppe eine bedeutende Grösse im Pharmamarkt (z. B. Lexotanil®, Temesta®, Valium®, Seresta®).

Bisher wurde die Anwendung von Milch als Einschlafhilfe im Übrigen anders erklärt:

„Milch enthält in relativ hoher Konzentration die Aminosäure Tryptophan. Unser Körper kann diesen Eiweißbaustein nicht herstellen, benötigt ihn aber, um im Hirn den Botenstoff Serotonin zu erzeugen. Der wiederum sorgt nicht nur für allgemeines Wohlbefinden, sondern beruhigt auch und hilft beim Einschlafen. Man kann Tryptophan in der Apotheke als »natürliches« Schlafmittel kaufen. Um auf die allgemein empfohlene Tryptophan-Dosis zu kommen, müsste man allerdings etwa zwei Liter Milch trinken. Im Honig dagegen ist die Konzentration nicht ausreichend.“

Quelle:

http://www.zeit.de/2009/11/Stimmts

Interessant ist zudem auch die erwähnte Kombination von Casein mit Rhodiola (Rhodiola rosea, Rosenwurz) und Eleutherococcus (Eleutherococcus senticosus, Taigawurzel).

Siehe dazu:

Burnout-Syndrom: Adaptogene wie Ginsengwurzel, Taigawurzel, Rosenwurz

Taigawurzel, Ginseng Rosenwurz & Co. – Was sind Adaptogene?

Phytotherapie: Eleutherococcus senticosus – Taigawurzel

Rosenwurz (Rhodiola rosea, Orpin rose) gegen Stress und Müdigkeit 

 

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Viele Krebspatienten brechen Behandlung wegen Arzneimittelnebenwirkungen ab

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Mehr als sechs Prozent der europäischen Krebspatienten beenden infolge von Nebenwirkungen die Therapie.

Zu diesem Schluss kommt eine Arbeitsgruppe um Rheena Khanna, London, auf dem Europäischen Krebskongress in Madrid. Sie arbeitet beim Statistikdienstleisters ims Health.

Die Wissenschaftler analysierten Behandlungsdaten von knapp 8.000 Patienten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Im Rahmen ihrer Arbeit analysierten sie, unter welchen Tumoren die Patienten litten, welche Therapien angewendet wurden, und welche Nebenwirkungen sie entwickelten.

Von den untersuchten Patienten hatten 87 % eine zytotoxische Chemotherapie und 13 % eine Hormontherapie bekommen. Als Diagnosen waren am häufigsten vertreten Brustkrebs (22 %), Dickdarmkrebs (14 %), und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (13 %). Als Nebenwirkungen traten am häufigsten auf mit 36 % Neutropenie (Blutbildveränderung), gefolgt von Übelkeit / Erbrechen (23 %), Blutarmut (21 %), Neuropathie (17 %) und Schleimhautentzündung (15 %).

Aus der Gruppe der Brustkrebspatientinnen, die ihre Behandlung abbrachen, hatten 57 % eine zytotoxische Chemotherapie und 43 % eine Hormontherapie erhalten.

Bei den Frauen unter Hormontherapie waren Schmerzen der häufigste Grund für den Behandlungsabbruch, gefolgt von Neutropenie. Zahlreiche Patienten mit Darmkrebs oder Lungenkrebs wurden mit platinhaltigen Chemotherapien behandelt und brachen die Therapie wegen Übelkeit, Erbrechen und Neutropenie ab.

Man könne diese Resultate als Aufruf an die Ärzteschaft sehen, die verfügbaren Möglichkeiten zur Kontrolle der Nebenwirkungen von Krebstherapien voll auszunützen, sagte die Studienleiterin.

Wie weit psychologische Strategien und bessere Beratung die Therapietreue verbessern könnten, lasse sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60342/Viele-Krebspatienten-brechen-Therapie-wegen-Arzneimittelnebenwirkungen-ab

https://www.webges.com/cslide/library/esmo/browse/search/jmK#9faD03bf

 

Kommentar & Ergänzung:

In der direkten Bekämpfung von Tumoren zeigen Heilpflanzen-Anwendungen bisher keine überzeugenden Wirkungen.

Zur Linderung von Nebenwirkungen der Krebstherapie können sie aber einen nützlichen Beitrag leisten.

Siehe dazu:

Naturheilkunde in der Onkologie 

Onkologie & Palliative Care: Heilpflanzen beim Hand-Fuss-Syndrom 

Onkologie & Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Onkologie & Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie 

Palliative Care & Onkologiepflege: Honig bei Mucositis (Mundschleimhautentzündung)

Weiterbildung Palliative Care / Onkologiepflege: Schleimstoffe bei Mundschleimhautentzündung

Weiterbildung Palliative Care & Onkologiepflege: Gerbstoffe bei Mundschleimhautentzündung 

Palliative Care & Onkologiepflege: Bitterstoffe bei Mundtrockenheit

Onkologie: Fatigue & Roteer Ginseng

Phytotherapie bei Xerostomie (Mundtrockenheit) 

Palliative Care: Myrrhentinktur bei Mucositis (Mundschleimhautentzündung) 

Palliative Care: Heilpflanzen-Anwendungen bei Appetitlosigkeit

Palliative Care & Weiterbildung: Schwarztee für Haut und Schleimhaut 

Phytotherapie kann bei Krebs manche Beschwerden lindern

 

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Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung (Fatigue)

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Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie steigert die Lebensqualität und reduziert die Fatigue-Symptome von Brustkrebs-Patientinnen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Der Frage, ob Sport und körperliche Aktivität die Lebensqualität von Krebspatienten steigern können, widmen sich gegenwärtig zahlreicher Untersuchungen. Dabei steht auch die Fatigue im Fokus, jene bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, die vielen Krebspatienten zum Teil auch noch Jahre nach Abschluss der Therapie das Leben schwer macht.

Die Möglichkeiten, diese schwerwiegende Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen zu lindern, sind zur Zeit noch sehr beschränkt.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Karen Steindorf im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg untersuchten nun, ob Krafttraining bereits im Verlaufe der Strahlentherapie Brustkrebs-Patientinnen helfen kann, Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu mildern. Sportangebote haben häufig schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt für die Patientinnen. Die Forscher in Heidelberg wollten mit ihrer Studie deshalb untersuchen, ob es neben diesen psychosozialen Effekten auch weitergehende positive Auswirkungen eines Sporttrainings auf die Fatigue und auf die allgemeine Lebensqualität gibt. Deshalb wählten sie ein spezielles Studiendesign und verglich das Krafttraining mit einem ebenfalls gruppenbasierten Entspannungstraining. Die insgesamt 160 teilnehmenden Brustkrebspatientinnen wurden per Zufallsentscheid der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Sie trainierten jeweils zweimal wöchentlich je eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben die Patientinnen in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Zudem wurde ihre Fitness getestet.

 

Krafttraining vermindert Erschöpfungssymptome

Die Studie ergab, dass Brustkrebspatientinnen der Sport-Gruppe signifikant weniger unter Erschöpfungssymptomen litten, zudem verbesserten sich wichtige Teilaspekte der Lebensqualität, sowie – was zu erwarten war – die Körperkraft. In Bezug auf emotionale und kognitive Parameter zeigten sich dagegen keine Differenzen zwischen Krafttrainingsgruppe und Entspannungsgruppe. Das überraschte die Wissenschaftler kaum, denn auch die Entspannungsübungen verbessern das psychische Wohlergehen der Patientinnen, so dass die Forscher keinen großen Unterschied zwischen beiden Gruppen in diesem Bereich erwartet hatten. In der Gesamtauswertung ergab das Sporttraining jedoch viel bessere Resultate. Krafttraining sei offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen bei Brustkrebspatientinnen vorzubeugen oder sie zu lindern, schliessen die Forscher aus ihren Resultaten. Die Patientinnen profitieren zudem auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Daten der Studie sind offenbar so überzeugend, dass die Forscher empfehlen, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Brustkrebspatientinnen aufzunehmen. Sie vermuten zudem, dass die Patientinnen gleich doppelt profitieren: von den eigentlichen Kraftübungen ebenso wie von den psychosozialen Effekten eines Trainings in der Gruppe.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43855

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

K. Steindorf, M. E. Schmidt, O. Klassen et al. 
Randomized Controlled Trial of Resistance Training in Breast Cancer Patients Receiving Adjuvant Radiotherapy: Results on Cancer-related Fatigue and Quality of Life. 
Annals of Oncology 2014, DOI: 10.1093/annonc/mdu374

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Forscher in dieser Studie direkt Krafttraining mit Entspannungstraining verglichen, scheint mir sehr aufschlussreich.

Fatigue ist ein schwierig zu beeinflussendes Phänomen, so dass jeder Klärungsschritt zu begrüssen ist.

Auch in der Phytotherapie gibt es keinen „Knüller“, also keinen Tipp, mit dem sich die Fatigue sicher und deutlich bessern lässt. Immer wieder diskutiert und auch untersucht hinsichtlich Fatigue wird vor allem Ginseng.

Hier zum Thema ein paar weitere Beiträge:

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue? 

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen 

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken 

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

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Hirndoping: Forscher befürchten langfristig negative Folgen

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Immer mehr Schüler und Studenten setzen Medikamente ein, um ihre geistigen Leistungen zu steigern.

Besonders für junge Erwachsene kann dieses Hirndoping jedoch nachhaltige Folgen haben, warnen nun Wissenschaftler.

Gerade das oft zu diesem Zweck missbrauchte ADHS-Mittel Methylphenidat (Ritalin) hemme längerfristig die Plastizität des Gehirns. Diesen Schluss legen jedenfalls Versuche mit Ratten nahe. Darunter sollen die Lernfähigkeit und die Flexibilität des Verhaltens leiden.

Methylphenidat – der Wirkstoff des Medikaments Ritalin – wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung ADHS verschrieben, ist jedoch gleichzeitig eine der am häufigsten zu Hirndoping eingesetzten „Smart drugs“, die auf dem Schwarzmarkt an High Schools und an Universitäten gehandelt wird.

Allein in den USA verwenden 1,3 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene Methylphenidat als Mittel zum Hirndoping, sagt eine aktuelle Studie.

Dieser Wirkstoff wird eingesetzt, um auch nachts noch lernen oder bei Prüfungen klarer denken zu können. Gerade junge Erwachsene seien einem zunehmenden Druck ausgesetzt, immer mehr Leistung zu bringen und seien deshalb in Versuchung, entsprechende Mittel zu nehmen, erklären Kimberly Urban von der University of Delaware in Newark und Wen-Jun Gao vom Drexel College in Philadelphia.

Dieser schon weit verbreitete Missbrauch unter Heranwachsenden ist nach Ansicht der beiden Forscher besorgniserregend. Denn in diesem Alter sei ein entscheidendes Zentrum des Gehirns besonders anfällig für solche Manipulationen: der präfrontale Cortex. Diese Hirnregion – erklären die Wissenschaftler – sei das Steuerzentrum für unser Urteilsvermögen, die Kontrolle der Gefühle, des Verhaltens und der Entscheidungsfindung.

Im Unterschied zu anderen Hirnarealen ist der präfrontale Cortex bei Teenagern und Twens noch nicht ausgereift. Er entwickelt sich noch bis zum Alter von rund 30 Jahren weiter – und ist in dieser Phase speziell empfindlich gegenüber Schwankungen wichtiger Hirnbotenstoffe wie Dopamin und Norepinephrin. Wenn man dann eine Substanz wie Methylphenidat einnehme, die diese Neurotransmitter verändere, dann könne das die Reifung des präfrontalen Cortex stören und bleibende Verhaltensänderungen nach sich ziehen, warnen die Forscher.

Experimente mit Ratten, die Urban und Gao durchgeführt haben, zeigten folgendes: Bekamen Jungratten niedrige Dosen von Methylphenidat, veränderte sich die Erregbarkeit ihrer Hirnzellen im präfrontalen Cortex – die Aktivität der Neuronen war gedämpft. Dadurch wiederum wird die Ausschüttung von Botenstoffen beeinflusst, welche Gefühle und Verhalten prägen.

Darüber hinaus könnte auch die Plastizität des Gehirns durch Hirndoping mit Methylphenidat, aber auch mit dem Narkolepsie-Medikament Modafinil, langfristig gestört werden, warnen die Wissenschaftler. Eine wichtige Eigenschaft des präfrontalen Cortex sei seine hohe Plastizität, welche die Basis ist für das Arbeitsgedächtnis und die aktive Entscheidungsfindung. Grundlage dieser Plastizität sei ein gegenüber anderen Hirnarealen sehr hoher Anteil eines bestimmten Rezeptortyps.

Doch genau diesen Rezeptortyp können die „Smart Drugs“ verändern, wie die Versuche der Forscher mit Ratten zeigten. Bekamen die Tiere in ihrer Jugend niedrige Dosen Methylphenidat oder Modafinil, dann sank dieser Rezeptortyp selektiv ab. Das wiederum förderte zwar kurzfristig die Aufmerksamkeit, hemmte jedoch langfristig die Flexibilität und Lernfähigkeit, wie die Wissenschaftler erklären.

 

Langfristige Folgen möglicherweise auch bei irrtümlicher ADHS-Therapie

 

Die Einnahme von Methylphenidat könnte deshalb für gesunde Jugendliche und junge Erwachsene langfristige Folgen haben – und dies auch bei den Kindern, die dieses Mittel irrtümlich gegen ADHS bekommen, ohne tatsächlich an dieser Störung zu leiden.

Scheinbar wäre diese Behandlung bei den Jugendlichen dann zunächst erfolgreich: Sie folgen dem Unterricht aufmerksam, sind weniger hyperaktiv und lernen besser, erklären die Forscher.

 

Tests des Arbeitsgedächtnisses und der Flexibilität des Verhaltens dieser Kinder könnten aber subtile Defizite zeigen, die ihr gesamtes weiteres Leben beeinträchtigen. Denn bereits bei so simplen Fertigkeiten wie dem Autofahren oder im Sozialverhalten sei es wichtig, flexibel reagieren zu können, sagen Urban und Gao.

 

Nach Ansicht der Forscher sind dringend weitere Studien zur Wirkung dieser Mittel bei jungen Menschen nötig. Schon jetzt gebe es eine hohe Nachfrage für Methylphenidat an Schulen und Universitäten, deshalb seien viele junge Erwachsene der unkontrollierten Einnahme dieser Substanz ausgesetzt, warnen sie. Um den Risiken des Hirndopings besser vorbeugen zu können, brauche es mehr Verständnis dafür, welche Veränderungen im Gehirn stattfinden und wie sie das Verhalten und die Hirnplastizität beeinflussen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17553-2014-05-14.html

http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fnsys.2014.00038/abstract

(Frontiers in Systems Neuroscience, 2014; doi: 10.3389/fnsys.2014.000

 

Kommentar & Ergänzung:

 

Dass Hirndoping nicht ohne Risiken zu haben ist, zeichnet sich immer deutlicher ab.

Siehe auch:

Hirndoping an Universitäten verbreitet 

Warnung vor Hirndoping 

Das Thema „Hirndoping“ wirft aber auch zahlreiche grundsätzliche Fragen auf.

Sollte tatsächlich einmal eine wirksame „Hirnpille“ ohne gravierende Nebenwirkungen entwickelt werden und sollte sich diese durchsetzten, so kämen möglicherweise „Nicht-Anwender“ zunehmend unter Druck.

Und was soll nun genau mit „Hirndoping“ optimiert werden? Die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Gehirn? Die Merkfähigkeit? Die Müdigkeitsresistenz?

Sind das nicht ziemlich quantitative Aspekte? Und wäre es nicht sinnvoller, die Qualität von Denkprozessen weiterzuentwickeln? Das könnte zum beispielsweise bedeuten: wir streben nach möglichst sorgfältiger Urteilsbildung und Entscheidungsfindung, nach präzisem, differenziertem Denken…….

Und dazu braucht es meinem Eindruck nach Übung und allenfalls ein Stück Anleitung – aber wohl kaum Medikamente.

Es gibt auch Heilpflanzen-Präparate, die im Gehirn eine Leistungssteigerung bewirken sollen. Im Vordergrund stehen dabei Ginkgo biloba, Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Ginsengwurzel (Panax ginseng). Diese Heilpflanzen entfalten ihre Wirkung langsam, was unter anderem auch dazu beiträgt, dass kein Abhängigkeitsrisiko besteht.

Ob und wie stark ein gesundes Hirn von Heilpflanzen wie Ginseng, Rosenwurz und Ginkgo profitieren kann, ist allerdings trotz entsprechender Studien nicht eindeutig geklärt.

Zu Rosenwurz siehe:

Rosenwurz (Rhodiola rosea / Orpin rose) gegen Stress & Müdigkeit

Ein ganz anderes Thema wie „Hirndoping“ ist die therapeutische Anwendung von Ritalin bei ADHS. Darüber herrscht eine heftige Auseinandersetzung.

Meinem Eindruck nach gibt es Situationen, in denen die Anwendung von Ritalin sinnvoll und wirksam ist. Aber dass man mit diesem Mittel vorsichtig und sorgfältig umgehen muss, und es nicht unnötigerweise einsetzen darf, scheint mir ebenso gewiss.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

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Mit dem Begriff „Fatigue“ bezeichnet man ein Erschöpfungs-Syndrom mit außerordentlicher Müdigkeit, mangelnder Energiereserven oder einem massiv erhöhten Ruhebedürfnis, das absolut unverhältnismäßig zur vorausgegangenen Aktivität ist. Leitsymptome der Fatigue sind Müdigkeit und Erschöpfung. Aber auch Leistungsschwäche und Depression sind charakteristisch für das Beschwerdebild.

Die Bezeichnung Fatigue wird in der Medizin in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

In der Onkologie ist das Fatigue-Syndrom eines der häufigsten und zugleich das am stärksten belastende Begleitsymptom der Krebserkrankung und ihrer Therapie. Stärker noch als unter Schmerzen leiden viele Patienten unter der extremen Erschöpfung. Dennoch bleibt die Fatigue oft unerkannt und unbehandelt.

Zur Entstehung des Fatigue-Syndroms schreibt Wikipedia:

„Die Pathogenese des Fatigue-Syndroms bei Krebs ist bislang nicht eindeutig geklärt. Überwiegend wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen, an der bei Krebskranken auch psychologische Faktoren, Blutbildveränderungen und Ernährungseinflüsse beteiligt sind. Bei ihnen wird die Fatigue durch die Erkrankung selbst oder im Zusammenhang mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung ausgelöst. Sie hält meist Wochen bis Monate über den Behandlungszeitraum hinaus an und beeinträchtigt die Lebensqualität oft erheblich.“

Die Behandlung der Fatigue ist oft schwierig. Die „ÄrzteZeitung“ berichtet über das Thema.  Vor allem Anderen müssten eine Bewegungstherapie, etwa mit Ausdauer- oder Krafttraining, und eine psychoonkologische Begleitung gewährleistet sein, berichtete Dr. Axel Eustachi vom Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde (KoKoNat) der TU München.

Er wies auf eine britische Studie hin, in der Daten von 20 Studien, 15 davon randomisiert und kontrolliert, analysiert wurden, um die Wirksamkeit komplementärer und alternativer Medizin (CAM, complementary and alternative medicine) bei Tumor-Fatigue zu beurteilen (Integr Cancer Ther. 2013; 12(4):276-90).

Resultat:

„Begleitend neben Chemo- oder Strahlentherapie erwiesen sich Hypnose, Ginseng- und Guaranabehandlung als effektiv. Akkupunktur hingegen zeigte einen deutlichen Effekt nach Beendigung der Chemo- oder Strahlentherapie. Zudem gab es Hinweise auf die Effektivität von Massage in dieser Therapiesituation.

Qi Gong zeigte sowohl während wie auch nach der konventionellen Therapie positive Wirkung auf Fatigue. Hinsichtlich Therapie-Kombinationen konnte die Studie keine Ergebnisse liefern. Problematisch war auch die kurze Nachbeobachtungszeit von weniger als drei Monaten.“

Wichtig sei es, die Kombinierbarkeit mit der laufenden onkologischen Standardtherapie abzuklären und mögliche Wechselwirkungen auszuschließen, erklärte Eustachi. So enthalte Ginseng zum Beispiel Substanzen, die mit unklarer Wirkung an Östrogenrezeptoren andocken könnten. Deshalb sei Ginseng bei Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs besser zu meiden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/855721/onkologie-hilft-fatigue.html?sh=1&h=-402959452

http://spcare.bmj.com/content/1/Suppl_1/A12.2.abstract

Kommentar & Ergänzung:

Zu Guarana: Der mehrjähige Guarana-Strauch Paullinia cupana var. sorbilis aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) ist im Amazonasgebiet in Brasilien heimisch und wird in weiteren südamerikanischen Staaten kultiviert.

Als Arzneimittel verwendet werden die vom Samenmantel und der Samenschale befreiten, getrockneten und gerösteten Samenkerne (Guaranae semen). Guarana enthält Coffein und wird wie Kaffee gegen Müdigkeit und zur Leistungssteigerung eingenommen.

Zu Ginseng:

Ginsengextrakte sollten nicht zusammen mit Koffein enthaltenden Präparaten wie Guarana verwendet werden, da dies zum „Ginsengmißbrauchsyndrom“ mit Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, morgendlicher Diarrhoe, Ödemen und Euphorie führen könnte.

Siehe auch:

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie: Roter Ginseng bei Fatigue

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen

Ausserdem zu Fatigue:

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

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Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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