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Isoflavone aus Soja und Rotklee bei Wechseljahrsbeschwerden

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Die Österreichische Apotheker-Zeitung (ÖAZ Nr. 12 / 2012) veröffentlichte einen fundierten Beitrag von Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber zum Thema „Phytotherapie-Optionen in der Gynakologie“. Einleitend schreibt der Autor:

„Die Phytotherapie entspricht in hohem Maße der Geisteshaltung unserer Zeit, die man mit »zurück zur Natur« beschreiben könnte und die durch die Suche nach sanften, ursprünglichen Methoden gekennzeichnet ist. Gerade in der gynäkologischen Praxis hat die Nachfrage der Patientinnen nach natürlichen, geprüften Präparaten bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden in den letzten Jahren stark zugenommen. Und tatsächlich gibt es eine Reihe von Pflanzen, die sich in typischen weiblichen Problemfeldern zu Recht einen guten Namen erworben haben.“

Dem kann man meines Erachtens nur beipflichten. Es gibt einige Heilpflanzen-Extrakte in der Gynäkologie, deren Wirksamkeit inzwischen gut erforscht und belegt ist. Andererseits gibt es auch eine ganze Reihe von traditionellen Frauenpflanzen, die noch sehr ungeklärt im Raum stehen, so zum Beispiel der Frauenmantel. Seine grosse Bedeutung in der traditionellen Pflanzenheilkunde lässt sich wohl nur kulturhistorisch erfassen (Freya-Pflanze, Muttergottes-Pflanze, silbrige Wassertropfen als Anregung für Gedankengänge in der Alchemie).

Gut dokumentiert sind dagegen Traubensilberkerzen-Extrakte bei Wechseljahrsbeschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen.

Siehe dazu:

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) bei Wechseljahrsbeschwerden

Als weitere Option bei Wechseljahrsbeschwerden werden die Isoflavone erforscht. Dabei handelt es sich um Phytoöstrogene, die zum Beispiel in der Sojabohne (Glycine max) und im Rotklee (Trifolium pratense) vorkommen.

Dazu ein Zitat aus dem Beitrag von Prof. Johannes Huber:

Isoflavone aus Trifolium pratense und Glycine max

Die auch als »Phytoöstrogene« oder »Phyto-SERMs« bezeichnete Gruppe der Isoflavone kommt hauptsächlich als Biochanin A und Formononetin in Rotklee (Trifolium pratense) sowie als Genistein, Daidzein und Glycitein in der Sojabohne (Glycine max) vor. Mit mehr als 5.000 wissenschaftlichen Publikationen gehören Isoflavone zu den am besten untersuchten sekundären Pflanzenstoffen. In der westlichen Ernährung beträgt die Zufuhr an Isoflavonen etwa 5 mg pro Tag, während in Asien lebende Frauen, die weitgehend frei von Wechselbeschwerden sind, durchschnittlich 50 mg (bis zu 200 mg) täglich durch ihre sojareiche Ernährung zu sich nehmen. Die Wirkungen der Isoflavone sind vielfältig: Neben einem sanften Ausgleich des Östrogenabfalls im Rahmen der Menopause und den aus dieser Substitution resultierenden positiven Effekten verdichten sich auch die Hinweise auf ein onkoprotektives Potenzial der Isoflavone, gut belegt in mehreren großen Studien. Betrachtet man die Wirkweise des Genistein und Daidzein, den beiden wichtigsten Isoflavonen, so kann ihre strukturelle Ähnlichkeit mit 17-Beta-Östradiol, ihre Affinität zum ER-β-Rezeptor und ihr schützender Einfluss auf den Hormonmetabolismus die antiproliferativen Effekte plausibel machen. Damit kommt den Isoflavonen sowohl in der Prävention wie auch in der Therapie ein besonderer Stellenwert für die Frauengesundheit zu.“

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone werden intensiv erforscht, doch sind die Resultate in vielen Punkten widersprüchlich.

Beim Hinweis auf ein „onkoprotektives Potenzial der Isoflavone, gut belegt in mehreren großen Studien“, stellt sich die Frage, welche Art von Studien gemeint ist.

Vergleicht man Gruppen von Europäerinnen und Asiantinnen in epidemiologischen Studien und stellt dann fest, dass Asiatinnen mit ihrem höheren Sojakonsum tiefere Brustkrebsraten haben, reicht das nicht als Beleg für eine ursächliche Schutzwirkung der Soja-Isoflavone gegen Krebs. Asiatinnen und Europäerinnen unterscheiden sich noch in anderen Punkten – beispielsweise werden unterschiedliche Krebsraten in der Grüntee-Literatur mit dem höheren Grüntee-Konsum in Asien erklärt. In klinischen Studien konnte jedenfalls eine Krebsvorbeugung durch Isoflavone bisher nicht eindeutig belegt werden.

Es gibt aber Hinweise auf eine Schutzwirkung gegen Brustkrebs beim Menschen, wenn die Isoflavone schon vor der Pubertät gegeben wurden (was in Japan üblicher ist als in Europa).

Die Schutzwirkung von Soja-Isoflavonen hinsichtlich Prostatakrebs konnte lediglich in Tiermodellen gezeigt werden. Die Gabe eines Sojaproteinisolats führte zu einem verzögerten Wachstum der Tumorzellen. Dies könnte erklären, warum bei asiatischen Männern aggressive Prostatatumore bei weitem seltener auftreten als bei Männern in westlichen Industrieländern.

Mitunter wird auch der Verdacht geäussert dass die Krebsentwicklung durch Isoflavone gefördert wird, wenn der (östrogenabhängige) Tumor schon vorhanden ist.

Eine Schutzwirkung von Soja-Isoflavonen gegen Prostatakrebs konnte nur in Tiermodellen gezeigt werden. Die Gabe eines Sojaproteinisolats führte zu einem verlangsamten Wachstum der Tumorzellen. Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, warum bei asiatischen Männern aggressive Prostatatumore bei weitem seltener auftreten als bei Männern in westlichen Industrieländern.

Offenbar können Isoflavone das Wachstum von hormonabhängigen (androgenabhängigen) Prostatakrebszellen in frühen Stadien verlangsamen, während eine Schutzwirkung bei fortgeschrittenen und hormonunabhängigen (androgenunabhängigen) Tumoren auf der Basis der bisher vorliegenden Daten fraglich ist.

Die Wirkung von Soja gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren ist nicht sehr überzeugend dokumentiert.

In der Mehrzahl der Studien (12 von 17) konnte mit der Einnahme von Soja-Isoflavonen keine oder zumindest keine signifikante Reduktion der charakteristischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche im Vergleich zu einer Placebo-Behandlung beobachtet werden. In wenigen Studien wurden die Beschwerden geringfügig vermindert.

Siehe auch:

Soja reduziert Hitzewallungen in den Wechseljahren

Weniger Arteriosklerose durch Sojaproteine

DFG unterstützt Forschung zu Soja-Isoflavonen

Wechseljahre – keine Linderung von Hitzewallungen durch Soja

Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Phytoöstrogene und hormonrezeptorpositiver Brustkrebs

Soja – keine Wirkung gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Studie empfiehlt Soja bei Brustkrebs

Soja gut für die Lunge

Soja gegen Osteoporose

Viel Soja – wenig Spermien

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Atemnot mit sojareicher Ernährung reduzieren

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Menschen, die sich sojareich ernähren, leiden seltener an Atemnot, weil sie eine bessere Lungenfunktion haben. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover hin. „Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch konsumiert, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der DLS. „Das hat z.B. eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

COPD häufig durch Rauchen verursacht

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu leiden. Das ist eine unheilbare entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen ausgelöst wird. „Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, stellt Morr fest. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt. Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund für die Lunge machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:

http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=2104&nodeid=18

Kommentar & Ergänzung:

Isoflavone gehören zu den Phytoöstrogenen und kommen nicht nur in Soja-Produkten vor.

Was sind Isoflavone und wo kommen sie in der Natur vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und wie wirken Isoflavone?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken.’“

(Quelle: Wikipedia)

Zum Thema „Soja & Lungenerkrankungen“:

Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytoöstrogene aus Soja – Helfer bei Lungenkrebs?

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Soja steigert die Effektivität einer Bestrahlung von Lungenkrebs-Zellen. Gleichzeitig schützt Soja gesundes Gewebe vor Strahlenschäden.

Wissenschaftler um Professor Gilda Hillman aus Detroit haben in Zellversuchen entdeckt, dass Sojaisoflavonoide wie Genistein, Daidzein und Glycitein den DNA-Reparaturmechanismus von Krebszellen blockieren.

Darüber hinaus wirken die Phytoöstrogene als Antioxidanzien und schützen so die gesunden Lungenzellen (Journal of Thoracic Oncology 2011; 6 / 4: 688).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/bronchial-karzinom/article/648896/helfer-lungenkrebs-phytooestrogene-soja.html?sh=290&h=-1436656583

http://journals.lww.com/jto/Abstract/2011/04000/Soy_Isoflavones_Augment_Radiation_Effect_by.6.aspx

Kommentar & Ergänzung:

Diese Ergebnisse mögen zwar interessant sein. Es muss in solchen Fällen aber immer auch festgehalten werden, dass ein Zellversuch noch kaum etwas darüber aussagt, ob die gefundenen Effekte auch im lebenden Patienten stattfinden.

Die Phytoöstrogene im Soja gehören zur Gruppe der Isoflavonoide bzw. Isoflavone. Sie werden hauptsächlich empfohlen bei Beschwerden in den Wechseljahren.

Nachfolgend dazu die wichtigsten Informationen (Quelle: Wikipedia).

Was sind Isoflavone / Isoflavonoide und in welchen Pflanzen kommen sie vor?

„Isoflavone, auch Isoflavonoide genannt, sind meist gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe, die als Derivate des Isoflavons zur Klasse der Flavonoide zählen. Sie sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u. a. eine Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen ausüben.

Der Grundkörper Isoflavon kommt in Kleearten vor. Einige bekanntere Isoflavone sind Daidzein, als Glucosid Daidzin in Sojamehl, Genistein aus Sojabohnen und Rotklee, Prunetin aus der Rinde von Pflaumenbäumen, Biochanin A aus Kichererbsen, Rotklee u. a. Kleearten, Orobol, Santal aus Sandelholz, Rotholz u. a. Hölzern, Pratensein aus frischem Rot- oder Wiesenklee und Iridin in einigen Schwertlilien.“

(Quelle: Wikipedia)

Und was ist bekannt über die Wirkung von Isoflavone / Isoflavonoide?

„Wie auch die Lignane haben die Isoflavonoide wegen ihrer chemisch-strukturellen Ähnlichkeit zu den 17-Ketosteroiden (Östrogen, Androgene) in hohen Dosen eine schwache geschlechtshormonelle Wirkung auf den Menschen. Sie werden daher auch Phytoöstrogene genannt. In der Alternativmedizin wird der Verzehr von Flavonoiden bzw. Soja-Präparaten in den Wechseljahren empfohlen, allgemein gegen Altersbeschwerden, und auch zur Vorbeugung von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs.

Aus diesem Grund werden sie in zahllosen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Zugelassene Medikamente sind auf dem deutschen Arzneimittelmarkt jedoch nicht erhältlich, weil die Wirksamkeit bisher nicht bewiesen werden konnte. Manche Ärzte warnen im Gegenteil vor zu reichlichem Genuss von Sojaprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, weil Flavonoide im Verdacht stehen, die Schilddrüsenhormonproduktion zu hemmen und Kröpfe auslösen zu können.

In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass die behaupteten positiven Wirkungen von Isoflavonen bei Wechseljahresbeschwerden nach derzeitigem Stand des Wissens wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind und eine unerwünschte kanzerogene Wirkung von als Nahrungsmittelergänzung isolierten Isoflavonen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Diese Warnung betrifft jedoch nicht Vollwertprodukte (wie Sojamilch, Tofu, Gerichte mit Sojavollbohnen), bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund noch erhalten ist.

‚Dem BfR wurden bereits in der Vergangenheit verschiedene unerwünschte Wirkungen auf sojahaltige/rotkleehaltige Produkte gemeldet, die in der Bundesrepublik Deutschland als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Von 2002 bis zum 15. September 2006 wurden insgesamt 21 Meldungen registriert. […] Bis auf einen Fall, welcher sich auf eine Sojamilch bezieht, handelt es sich bei den verzehrten Produkten um als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnete Erzeugnisse mit isolierten angereicherten Isoflavonen, bei denen der ursprüngliche Lebensmittelverbund nicht mehr vorhanden ist. […] Zwar war in Bevölkerungsstudien der Verzehr von Sojaprodukten mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Insofern wird eine Ernährung, die Sojaprodukte, Getreide, Gemüse und Obst reichlich enthält, empfohlen. Von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die sekundäre Pflanzenstoffe in konzentrierter Form enthalten, wird seitens der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ernährung abgeraten, da nicht bekannt ist, welche sekundären Pflanzenstoffe im einzelnen und in welcher Menge präventiv wirken'“

(Quelle: Wikipedia)

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Soja gut für die Lunge

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Menschen, die sich sojareich ernähren, haben weniger häufig Atemnot. Das erklären die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover und berufen sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung, welche in der Fachzeitschrift Respiratory Research (2009, Band 10, Seite 56 ) publiziert wurde.

“Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch zu sich nimmt, weist bessere Lungenfunktionswerte auf”, stellt Prof. Harald Morr fest, Vorstandsvorsitzender der DLS.

“Das hat eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.”

Sojaprodukte können fortschreitenden Lungenfunktionsverlust abbremsen

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch, obstruktiven Lungenerkrankung (COPD ) zu leiden. Das ist eine unheilbare, fortschreitende entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen verursacht wird.

“Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten”, sagt Morr. “Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt.
Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.”

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:
http://www.lungenaerzte-im-netz.de

Kommentar & Ergänzung:

“Soja und verbesserte Lungenfunktion” – dieses Thema ist meines Wissens ziemlich neu und auch interessant, obwohl natürlich bei dieser japanischen Studie noch viele Fragen offen bleiben.
Die Sojabohne enthält reichlich Phytoöstrogene. Deren Hauptvertreter, die Isoflavone Genistein und Daidzein, sind Gegenstand zahlreicher aktueller Forschungsarbeiten und wurden hauptsächlich mit dem geringeren Vorkommen von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht, wo Soja in viel grösseren Mengen konsumiert wird als in Westeuropa und den USA.

Aufgrund der Datenlage gestattet die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA auf Sojaprodukten das Anbringen der werbenden Aussage: „Eine an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin arme Diät, die 25 g Sojaprotein pro Tag enthält, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren.“

Auch das geringere Auftreten von Tumorerkrankungen wie dem Brustkrebs sowie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern ist in Verbindung mit dem täglichen Phytoöstrogenkonsum gebracht worden, sodass Isoflavon-Produkte aus Soja in jüngerer Vergangenheit auch mit Hinweis auf diese Eigenschaften intensiv beworben werden. Die Belege für diese Indikationen bleiben allerdings dürftig.

Isoflavone aus Soja sollen als Phytoöstrogene auch bei Beschwerden während der Wechseljahre (Klimakterium) wie beispielsweise Wallungen wirksam sein.
Es gibt in der Phytotherapie für diesen Anwendungsbereich allerdings besser gesicherte Heilpflanzen-Präparate.

Zudem gibt es auch Forschungsresultate, die auf eine schädliche Wirkung von Isoflavonen hindeuten. So bewirkten Isoflavone beispielsweise in der Zellkultur eine Zunahme des programmierten Zelltods in Herzmuskelzellen neugeborener Schweine. Andere Forschungsresultate deuten auf einen Zusammenhang mit verringerter Spermienqualität hin. Weil die Übertragbarkeit und Bedeutung dieser Resultate aus der Grundlagenforschung völlig ungeklärt bleiben, lassen sich hieraus keine fundierten Ernährungsempfehlungen ableiten.

Im Grossen und Ganzen scheint Soja durchaus ein gesundes Nahrungsmittel zu sein. Ein Wundermittel, das gegen alle Zivilisationskrankheiten schützt, ist es aber kaum. Es dürfte immer ein Irrweg sein, wenn von einem einzigen Nahrungs- oder Heilmittel die umfassende Sicherung der Gesundheit erwartet wird.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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