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Phytopharmaka: Fortschritt durch Forschung

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Pflanzliche Fertigarzneimittel (Phytopharmaka) werden fast immer mit der Heilpflanze identisch gesehen, obwohl diese nur der Rohstoff ist. Der eigentliche Wirkstoff sei jedoch der Extrakt, betonte Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main an einer Pressekonferenz des «Komitee Forschung Naturmedizin» (KFN) in München. Dingermann sprach sich für mehr Transparenz im Phytomarkt aus. Nur wenn für ein Phytopharmakon extraktspezifische Studien vorliegen, könne man erkennen, ob das Präparat zuverlässig wirkt.

Der Markt der pflanzlichen Arzneimittel sei extrem heterogen. Selbst der Fachmann könne nicht ohne weiteres erkennen, ob für ein Arzneimittel eigene Studien und Wirksamkeitsnachweise vorliegen.

Hochwertige klinische Studien seien nur sinnvoll, wenn der pharmazeutische Hersteller klar definierte Extrakte oder Spezialextrakte entwickelt hat, erklärte Apotheker Dingermann. Spezialextrakte aus Pflanzen, die nach einem strikt einzuhaltenden spezifizierten Prozess produziert werden, sind durch einen Produktcode, beispielsweise EGb761, STW 3-VI oder BNO 1055, eindeutig erkennbar. Nur wenn solche Extrakte in klinischen Studien eingesetzt werden, könne man die erhaltenen Studienresultate zuverlässig auf künftige Produktchargen übertragen. Um mehr Transparenz im Phytomarkt zu schaffen, plant das KFN ein aktualisiertes «Kompendium Phytopharmaka» mit Phytopräparaten, zu denen veröffentlichte eigene klinische Studien vorliegen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=57468

Kommentar & Ergänzung:

Prof. Dingermann spricht hier einen wichtigen Punkt an, der von Laien – aber auch von vielen Fachleuten – oft übersehen wird: Die Bedeutung der Arzneiform in der Phytotherapie. Wenn man es nämlich genau nimmt, dann kann man nicht sagen: Baldrian wirkt gegen Schlafprobleme, oder Johanniskraut gegen Depressionen. Man müsst immer noch dazu sagen, in welcher Form. Als Kräutertee? Pflanzentinktur? Fluidextrakt? Trockenextrakt? Frischpflanzensaft?

Wird die Heilpflanze Johanniskraut zu einer dieser Arzneiformen verarbeitet, so kommen unterschiedliche Ergebnisse heraus. Die verschiedenen Arzneiformen wirken nicht identisch, die Wirkungen unterscheiden sich mehr oder weniger.

Ob man das nun bedauert oder nicht: Valide klinische Studien gibt es in der Phytotherapie fast nur für standardisierte Extrakte, wie sie Prof. Dingermann oben beschreibt. Sie lassen sich patentieren und dadurch lohnt es sich für einen Hersteller, in die Forschung zu investieren. Durch die Standardisierung der Extrakte versuchen die Hersteller aber vor allem auch, die oft stark schwankenden Wirkstoffgehalte in den Heilpflanzen so weit wie möglich in den Griff zu bekommen. Dadurch soll ein Präparat entstehen, das konstante, über die Zeit vergleichbare Wirkungen zeigt.

Meine langjährige Erfahrung als Dozent für Phytotherapie zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, dass Lernende die verschiedenen Arzneiformen genau verstehen. Die Qualität der verschiedenen „Kräuterpräparate“ ist sehr unterschiedlich. Wer sie beurteilen kann, erkennt diese Unterschiede und lässt sich weniger von cleverem Marketing blenden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

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Phytopharmaka gehören in die Leitlinien

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Phytopharmaka tauchen bisher kaum in wissenschaftlich fundierten Therapieleitlinien auf. Doch sie sollten in der Evidenzbasierten Medizin (EbM) eine größere Rolle spielen, sagte Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, an einer Pressekonferenz des Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) in München.

Er findet es wichtig, dass hochwertige Pflanzenpräparate in Studien gut geprüft und in Leitlinien aufgenommen werden. Bei richtiger Indikation und reproduzierbarer Qualität seien Phytopharmaka eindeutig wirksam. Sie seien zudem in der Regel gut verträglich und würden von den Patienten in hohem Maß akzeptiert.

Dingermann sprach sich dafür aus, pflanzliche Arzneimittel nicht auf die Pflanze zu reduzieren. Die Pflanze liefere nur den Rohstoff für ein Arzneimittel.

Doch erst der Extraktions- und Verarbeitungsvorgang führe zum Wirkstoff, sagte der Pharmazeutische Biologe. Der Extrakt sei der Wirkstoff. Über die Entwicklungsnummer beziehungsweise den Produktcode seien Spezialextrakte eindeutig identifizierbar, erklärte Dingermann und nannte als Beispiel die Spezialextrakte EGb761, STW 3-VI und BNO-1055. Diese Produktcodes sollten seiner Ansicht nach besser bekanntgemacht werden.

Eng spezifizierte Spezialextrakte aus Arzneipflanzen sollten vermehrt für die Aufnahme in Leitlinien überprüft werden, wenn sie in klinischen Studien ihre Wirksamkeit belegt haben, verlangte Professor Dingermann. Dann hätten sie die Kriterien der Evidenzbasierten Medizin erfüllt. Gegenwärtig sind in Leitlinien nur wenige Phytopharmaka aufgeführt, bei denen es sich hauptsächlich um Kombinationspräparate handelt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=44450

 

Kommentar & Ergänzung:

Für Studien braucht es Geld. Firmen investieren fast nur in Forschung für Spezialextrakte, die sie patentieren können. So werden nur patentierte Spezialextrakte in die Leitlinien kommen.

Natürlich ist es zu begrüssen, wenn Firmen für ihre Spezialextrakte Geld in die Forschung investieren. Schade ist allerdings, dass auf diese Weise kein Geld fliesst für die Erforschung von einfacheren Arzneiformen wie Kräutertees, die sich nicht patentieren lassen.

Manchmal spricht nämlich viel dafür, dass ein Kräutertee wirksamer ist als ein viel teurerer Spezialextrakt. In anderen Fällen ist aber der Extrakt überlegen.

Daraus wird ersichtlich, dass es in der Phytotherapie nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welchen Beschwerden oder Krankheiten angewendet werden soll, sondern immer auch, welches jeweils die beste Form ist (z. B. Kräutertee, Pflanzentinktur, Frischpflanzensaft, Pflanzenextrakt). Wenn Sie darüber Fundiertes lernen möchten, dann können Sie das in einem meiner Lehrgänge (Heilpflanzen-Seminar, Phytotherapie-Ausbildung).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Pharmazieprofessoren kritisieren industrielastige Weiterbildung der Apotheker

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Acht Pharmazieprofessoren kritisieren in einem offenen Brief an den Präsidenten der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Andreas Kiefer, sowie den Landesapothekerkammern die Nähe zu Pharmaunternehmen.

Die Unterzeichnenden verlangen, dass sich die Kammern wieder auf ihre „elementaren Aufgaben besinnen“ sollten.

In dem Brief werden von Pharmaunternehmen moderierte Fortbildungsveranstaltungen beanstandet. Bei den Seminaren trete der Anspruch einer wissenschaftlich fundierten und von wirtschaftlichen Interessen der Industrie und Ärzten entkoppelten Arzneimittelversorgung in den Hintergrund, erklären die Professoren. Auch die sachgerechte Beratung der Patienten über die Therapie sehen sie dadurch in Gefahr.

Dass diese Sorge berechtigt sei, zeige zum Beispiel eine Fortbildungsveranstaltung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Schüßler-Salz-Salben. Als Referent sei ein Mitarbeiter des Karlsruher Unternehmens Deutsche Homöopathie Union (DHU) geladen worden, kritisieren die Wissenschaftler.

Eine „als Fortbildung verbrämte und zertifizierte“ Veranstaltung der Industrie steht nach Ansicht der Professoren im „Gegensatz zur Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Apothekerstandes“. Für Schüßler-Salze existiere außerdem kein wissenschaftlich belegter Wirksamkeitsnachweis.

Die Kammern sollten sich auf ihre ursprünglichen Aufgaben konzentrieren, verlangen die Professoren. Dazu gehöre insbesondere die Pflicht, für die Qualität der Berufsausübung sowie die der Fort- und Weiterbildung zu sorgen.

Unterzeichnet haben den offenen Brief die Professoren Dr. Theodor Dingermann (Frankfurt), Dr. Bernd Clement (Kiel), Dr. Ulrike Holzgrabe (Würzburg), Dr. Ernst Mutschler, Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz (Frankfurt), Dr. Dieter Steinhilber (Frankfurt), Dr. Angelika Vollmar (München) und Dr. Werner Weitschies (Greifswald).

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/fortbildung-pharmazie-professoren-kritisieren-apothekerkammer/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist meines Erachtens eine sehr gute Initiative, die auch in der Schweiz nachahmenswert wäre.

Dass die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Apotheken und Drogerien weitgehend durch Veranstaltungen erfolgt, die von Pharmaherstellern finanziert und durchgeführt werden, ist fragwürdig und gefährdet eine fachlich unabhängige Beratung. Die Tendenz zu solchen firmengesponserten Weiterbildungskursen ist nicht nur zu beobachten bei der „klassischen Pharmaindustrie“, sondern auch bei Produkten aus Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin.

Das gleiche Problem haben wir selbstverständlich auch mit firmengesponserten Weiterbildungen und Kongressen der Ärzteschaft und bei den NaturheilpraktikerInnen.

Mehr Unabhängigkeit wäre sehr wünschenswert.

P.S.: Ich biete Ihnen in meinen Heilpflanzenkursen und in der Phytotherapie-Ausbildung firmenunabhängiges Wissen. Wir nehmen die Hersteller und ihre Produkte genau unter die Lupe und ich bin kein Propagandist für irgendwas oder irgendwen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Phytotherapie-Forschung: Prof. Dr. Theo Dingermann geehrt

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Das Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) hat Professor Dr. Theodor Dingermann, Frankfurt, in Anerkennung seiner verdienstvollen Tätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Professor Dingermann, ehemaliger Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) ist seit der Gründung des KFN Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats.

Dingermann ist Autor, Coautor oder Herausgeber von 23 wissenschaftlichen Lehr- und Handbüchern.

Sein spezielles Interesse galt von Anfang an den pflanzlichen Arzneimitteln.

Die Ernennung von Professor Dingermann zum Ehrenmitglied des Komitee Forschung Naturmedizin erfolgte in Würdigung seines konsequenten Eintretens für die rationale Therapie mit Phytopharmka (pflanzlichen Arzneimitteln) und für die von ihm vermittelten wichtigen Impulse für die Phytotherapie-Forschung.

Das gemeinnützige Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) wurde vor 15 Jahren gegründet. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, die Forschung im Bereich der Naturstoffe zu fördern.

Im KFN haben sich jene Phytopharmaka-Fachleute zusammengeschlossen, die sich ausdrücklich an den allgemein anerkannten wissenschaftlichen Standards orientieren.

Inzwischen konnte die Wissenschaft für eine ganze Reihe von Heilpflanzen-Anwendungen valide Belege für ihre Wirksamkeit erarbeiten.

Phytotherapie ist daher ein (randständiger) Bereich der Medizin.

Quelle:

www.kfn-ev.de

Kommentar & Ergänzung:

Die Tätigkeit von Prof. Theo Dingermann und auch die Aktivitäten des KFN zeigen, dass die Phytotherapie-Forschung gut mit wissenschaftlichen und medizinischen Standards kompatibel ist.

Siehe auch:

Was ist Phytotherapie?

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

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Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Studie stellt Beurteilung der Lebertoxizität von Pflanzenextrakten in Frage

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In den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen über mögliche Lebertoxizität von Heilpflanzen. Beispielsweise bezüglich Kava-Kava oder Umckaloabo.

Siehe dazu:

Leberschäden durch Umckaloabo?

Umckaloabo wegen möglicher Leberschäden unter Kritik

Umckaloabo®: Leberschäden unwahrscheinlich

Das Thema potenzieller Lebertoxizität ist nicht einfach.

Einerseits gehört es zum sorgfältigen Umgang mit Heilpflanzen, dass man sich auch mit allfälligen Risiken auseinandersetzt.

Andererseits sollten aber Risiken auch nicht unnötigerweise aufgebauscht werden. Was meinem Eindruck nach nicht selten vorkommt.

Eine interessante Studie aus Frankfurt hat nun überprüft, wie zuverlässig die bisherigeBeurteilung der Lebertoxizität von Pflanzenextrakten ist.

Die Studie unter Beteiligung des Frankfurter Universitätsklinikums belegt, dass die gängigen Algorithmen, mit denen leberschädigende pflanzliche Substanzen identifiziert werden, nicht zuverlässig sind. Publiziert wurde die Studie im März im Fachmagazin „Expert Opinion on Drug Safety“.

Die Leber wird oft durch Nahrungsbestandteile, Arzneimittel, Gifte oder Infektionen beeinträchtigt. Die Identifizierung solcher Stoffe ist jedoch nicht immer zuverlässig.

Um die Qualität der Einschätzungen zu prüfen, haben sich die Wissenschaftler publizierte Fälle angeschaut, in denen ein bestimmter Pflanzenextrakt als Auslöser für Leberschäden angegeben wurde. Die Wissenschaftler kamen dabei zum Schluss, dass viele Beurteilungen fehlerhaft sind. So wurden zum Teil falsche Substanzen als problematisch bewertet, während wirklich schädliche möglicherweise unentdeckt geblieben sind.

Ursachenzusammenhänge sind schwierig einzuschätzen

Die ersten charakteristischen Anzeichen einer Leberschädigung – das Ansteigen der Serumkonzentrationen von Leberenzymen – sind sehr unspezifisch. Sie kommen so oft vor, dass sie nur als Indikatoren nützlich sind. Die Bandbreite der Auslöser für einen solchen Anstieg reicht von Infektionen über Entzündungen, Stoffwechselstörungen, Ernährungsbesonderheiten, Gallensteinen und Giften bis zur Medikamenteneinnahme. Um zu belegen, dass ein Arzneimittel oder ein Pflanzeninhaltsstoff für einen Leberschaden verantwortlich ist, genügt ein einfacher zeitlicher Zusammenhang nicht. Eine gute Bewertung verlangt zusätzlich den Ausschluss von anderen Ursachen. Diese Prüfungen nennt man Kausalitätsbewertungen.

Eine gute Grundlage, um ein Pflanzenpräparat vom Markt zu nehmen oder ergänzende Gebrauchseinschränkungen in der Packungsbeilage zu machen besteht dann, wenn gut belegte Fälle eines gesicherten oder sehr wahrscheinlichen Zusammenhangs zwischen dem spezifischen Produkt und einer Leberschädigung bekannt sind. Wenige, aber gut belegte Fälle seien dabei aussagekräftiger als eine große Anzahl von unzuverlässig bewerteten Fällen, erläutert Prof. Johannes Schulze vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt und einer der Autoren der Studie. Fehleinschätzungen wiederum können ernsthafte Konsequenzen haben. Im schlimmsten Fall werde dabei eine lebertoxische Substanz übersehen, in der falschen Annahme, die ursächliche Substanz gefunden zu haben. Die nicht erkannte Gefährdung bestehe dann weiter, warnt Prof. Schulze.

Studie stellt gegenwärtigen Prüfverfahren schlechtes Zeugnis aus

Die jetzt publizierte Studie kommt zu dem Resultat, dass bei den untersuchten Fällen zahlreiche Fehleinstufungen vorlagen, häufig wegen ungenauer Beschreibungen oder einer unvollständigen Präsentation der Datenlage. Alternative Auslöser wie Hepatitis oder Alkoholmissbrauch wurden nur unvollständig oder gar nicht ausgeschlossen. Die publizierten Schlussfolgerungen zur Kausalität waren in zahlreichen Fällen nicht nachvollziehbar. In Einzelfällen liess sich der angeblich erkannte Zusammenhang sogar ausschliessen.

Empfehlung für zuverlässigere Tests

Die Autoren zeigen in der Studie auch, wie sich die Beurteilungen verbessern lassen. Die Beurteilung von leberschädigenden Substanzen soll durch ein nachvollziehbares Verfahren geschehen. Sie empfehlen dazu einen als CIOMS-Skala bezeichneten Algorithmus, der von jedem Arzt auch selbstständig angewendet werden kann. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine Kausalitätsbewertung durch das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt vornehmen zu lassen.

Die Studie:

Rolf Teschke, Alexander Schwarzenboeck, Axel Eickhoff et al.

Clinical and causality assessment in herbal hepatotoxicity. Expert Opinion on Drug Safety, posted online on March 5th 2013, doi:10.1517/14740338.2013.774371

Quelle:

Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40258

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist die Kausalitätsbewertung. Hier geschieht oft eine Verwechslung von Korrelation mit Kausalität

Wenn 100 000 Menschen ein synthetisches oder pflanzliches Medikament X nehmen, dann wird ein gewisser Prozentsatz dieser Menschen innert eines Jahres eine Lebererkrankung bekommen, einfach deshalb, weil von 100 000 Menschen innert eines Jahres dieser Prozentsatz eine Lebererkrankung bekommt. Es besteht nun aber ein durchaus reales Risiko, dass ungerechtfertigterweise das Medikament für die Lebererkrankung verantwortlich gemacht wird. Das Zusammentreffen (die Korrelation) der Medikamenteneinnahme und der Lebererkrankung ist in diesem Fall zufällig, nicht kausal in dem Sinne, dass das Medikament die Ursache der Lebererkrankung ist.

Wird Korrelation irrtümlich als Kausalität eingestuft, haben wir es mit einem Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss zu tun, und den zu verstehen und zu vermeiden kann ziemlich wichtig sein  Leben.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Der Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss

Ein Post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss liegt aber nicht nur vor, wenn einem Medikament wie oben geschildert ungerechtfertigterweise eine unerwünschte Nebenwirkung zugeschrieben wird, sondern auch, wenn einem Medikament ungerechtfertigterweise eine erwünschte Wirkung zugeschrieben wird.

Beispiel: Ich bin krank, ich nehme ein Heilmittel XY, ich werde gesund. Schlussfolgerung: Heilmittel XY hat mich gesund gemacht. Das kann stimmen. Dann liegt Kausalität vor. Oder es kann nicht stimmen, weil andere Faktoren wie beispielsweise meine Selbstheilungskräfte mich gesund gemacht haben – das dürfte bei vielen einfacheren Beschwerden die Regel sein. Wer automatisch einen Kausalitätsschluss zieht, negiert daher andere mögliche Faktoren wie eben beispielsweise die Selbstheilungskräfte.

Aus diesem Grund ist auch der oft benutzte „Kampfspruch“ „Wer heilt hat Recht“ in der Regel eine fragwürdige Simplifizierung. Wer heilt hat nur Recht, wenn alle anderen Faktoren ausser der therapeutischen Intervention als Ursache der Besserung ausgeschlossen wurden.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht?

Komplementärmedizin: Wer heilt hat Recht? (2)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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GlaxoSmithKline will transparenter mit Studien umgehen

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Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline will in Zukunft offener mit eigenen Studien umgehen. In einer Pressemeldung teilte das Unternehmen mit, dass Berichte zu klinischen Studien für bereits zugelassene Arzneimittel öffentlich zugänglich gemacht werden sollen.

Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittel am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQwig) bezeichnete diese Ankündigung in der «Süddeutschen Zeitung» als ganz wesentlichen Schritt. Es zeigte was alles möglich sei. Andere Unternehmen werden begründen müssen, warum sie weniger transparent sind, sagte Wieseler.

Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität, Frankfurt am Main, forderte kürzlich am Pharmacon-Kongress in Davos den Hersteller Roche auf, endlich Studiendaten zum Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu®) zu publizieren. In diesem Zusammenhang hatte das britische Ärzteblatt «British Medical Journal» (BMJ) schon im November des vergangenen Jahres als erste große Fachzeitschrift angekündigt, klinische Studien zu Arzneimitteln und Medizinprodukten nur noch dann zu veröffentlichen, wenn die Autoren unabhängigen Wissenschaftlern Einsicht in die Rohdaten ermöglichen würden.

GlaxoSmithKline hatte bereits im Oktober des vergangenen Jahres angekündigt, bei «vernünftiger wissenschaftlicher Fragestellung» anonymisierte Patientendaten seiner klinischen Studien zur Verfügung zu stellen. Nun will der Konzern offenbar noch transparenter vorgehen.

Die «Süddeutsche Zeitung» wies jedoch darauf hin, dass auch diese Ankündigung noch einigen Einschränkungen unterliegt. GlaxoSmithKline  wolle die Informationen nur preisgeben, wenn das getestete Medikament schon zugelassen sei oder die Entwicklung abgebrochen wurde. Darüber hinaus müssten die Studien vorgängig in einer Fachzeitschrift publiziert worden sein.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=45173&Nachricht_Title=Nachrichten_GSK%3A+Weniger+Geheimnisse+um+Studien&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Falls den Worten Taten folgen, ist dieser Schritt von GlaxoSmithKline sehr begrüssenswert, wenn auch noch nicht ausreichend.

Unvollständige und selektive Publikation von Studiendaten ist ein verbreitetes Problem bei Pharmastudien. Diese Praxis ist nicht nur fragwürdig, sondern zutiefst unwissenschaftlich.

Prägnant formulierte der amerikanische Philosoph John Dewey (1859-1952) „das erste Erfordernis des wissenschaftlichen Verfahrens – nämlich volle Öffentlichkeit der Materialien und Prozesse“.

(in: Erfahrung, Erkenntnis und Wert, S. 314, Suhrkamp 2004).

Gegen diesen Grundsatz verstösst die Datenverheimlichung fundamental. Die Öffentlichkeit darf solch täuschende und irreführende Geheimniskrämereien nicht hinnehmen.

Siehe auch:

Boykottaufruf gegen Roche wegen Tamiflu-Datenverheimlichung

Tamiflu® – Roche verheimlicht weiterhin Studiendaten

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Lehmpackungen lindern Stauungsbeschwerden bei Venenschwäche

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Bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz (Venenschwäche) sind kalte Lehmpackungen wirksam. Sie verbessern die Lebensqualität und reduzieren die Stauungsbeschwerden.

Durch den Kältereiz und den Eigendruck der feuchten Lehmmasse kommt es zur Zusammenziehung von Gefässen (Vasokonstriktion) und zur Tonusabnahme in der Muskulatur.

Bei einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) gibt es vielfältige Behandlungsmethoden: Neben operativen, endovaskulären und medikamentösen Maßnahmen kommen auch physikalische Behandlungen (Kompression, Hydrotherapie) zur Anwendung.

Für einige physikalische Verfahren ist mittlerweile auch eine klinische Wirksamkeit belegt. Zum Nutzen kalter Lehmpackungen (Peloide) existierten bislang vor allem gute klinische Erfahrungsberichte, jedoch keine wissenschaftlichen Untersuchungen.

Dr. Karin Redlich hat im Rahmen ihrer Dissertation am Uniklinikum Frankfurt a. M. mit einer Studie untersucht, wie kalte Lehmpackungen auf die Beine die Lebensqualität und die Stauungsbeschwerden bei symptomatischer CVI beeinflussen.

Als Nebenziele wurden in der Studie erfasst die subjektiven Parameter Schmerzen, Schweregefühl und Juckreiz in den Beinen sowie die objektiv messbaren Parameter Waden- und Knöchelumfang, transkutaner Sauerstoffpartialdruck und die venöse Wiederauffüllzeit.

Teilgenommen an der Studie haben 66 Probanden (57 Frauen und 9 Männer) im Alter von 45 bis 85 Jahren. Die Datenerhebung erfolgte per Fragebogen und visueller Analogskala, die Messungen wurden unmittelbar vor Beginn, nach Ende und drei Monate nach Abschluss der Behandlung durchgeführt.

Die Therapiegruppe bekam über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen insgesamt sechs kalte Lehmpackungen verabreicht – und zwar für rund eine Stunde auf beide Beine.

Die Resultate: Nach erfolgter Lehmanwendung kam es in der Therapiegruppe bei allen subjektiven Parametern – erfasst mit dem SF-36-Fragebogen – ebenso wie bei den über die visuelle Analogskala erhobenen Beschwerden Schmerzen, Schweregefühl und Juckreiz zu signifikanten Verbesserungen, die nach drei Monaten eine Tendenz in Richtung Ausgangswerte zeigten, ohne allerdings diesen zu erreichen.

Die Studienleiterin zieht daraus den Schluss, dass die Behandlung einen nachhaltigen Effekt hat.

Leichte Reduktion des Knöchelumfangs

Bei den objektiven Messparametern zeigten sich tendenzielle Verbesserungen, die allerdings nicht signifikant waren. So nahm der Knöchelumfang links kontinuierlich ab und lag auch drei Monate nach dem Ende der Behandlung noch tiefer als der Ausgangswert.

Beim rechten Knöchelumfang kam es zu einer ähnlichen, jedoch weniger ausgeprägten Verminderung. Der Sauerstoffpartialdruck verbesserte sich unmittelbar nach der Therapie, fiel jedoch drei Monate später unter das Ausgangsniveau.

Als Resultat der Behandlung verlängerte sich die venöse Wiederauffüllzeit mit einer Tendenz nach drei Monaten in Richtung Ausgangswert – allerdings nur im linken Bein.

Die Wirkung der Lehmwickel wird wie folgt erklärt: Durch den Kältereiz und den Eigendruck der feuchten Lehmmasse komme es zu einer Gefässverengung (Vasokonstriktion) und einer Tonusverminderung der Muskulatur.

Der äußere Abschluss wiederum bewirke eine Erwärmung tiefer liegender Gewebeabschnitte. Und beim Trocknungsvorgang entstünden Sorptionskräfte mit einem von innen nach außen gerichteten Flüssigkeitsstrom, der eine Verminderung überschüssiger Gewebeflüssigkeit zur Folge habe.

Der Stoffwechsel werde durch die Lehmanwendungen angeregt und das Gewebe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/827701/kaeltereiz-lehmpackungen-venenstau.html

Kommentar & Ergänzung:

Lehmwickel und Lehmkuren sind ein traditioneller Bestandteil der Naturheilkunde.

Erfreulich, dass in diesem Bereich einmal eine Studie mit Patientinnen und Patienten durchgeführt wurde. Dass Lehm einen kühlenden und damit auch abschwellenden Effekt hat, der bei Veneninsuffizienz günstig wirkt, liegt eigentlich ziemlich auf der Hand. Eine Linderung von Beschwerden ist daher plausibel, auch wenn die objektiv messbaren Parameter offenbar nicht sehr stark verändert  wurde.

Als Lehmpastor  galt übrigens Erdmann Leopold Stephanus Emanuel Felke (1856- 1926).  Der evangelische Pastor war ein Verfechter der Naturheilkunde und propagierte die nach ihm benannte Felkekur.

Siehe auch: Was ist Naturheilkunde?

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Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt: Prof. Robert Fürst neu auf dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie

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Prof. Robert Fürst, der am 1. November 2012 die Nachfolge von Prof. Theo Dingermann am Institut für Pharmazeutische Biologie in Frankfurt angetreten hat, erforscht die wirksamen Prinzipien in Naturstoff-Gemischen wie Weißdorn, Baldrian oder Melisse, die aus tausenden von Substanzen zusammengesetzt sind.

Und er sucht Zielstrukturen im Körper, an denen solche Naturstoffe wirksam werden. Vorgänger Theo Dingermann bleibt noch zwei Semester im Amt und wird dann Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt.

Einer von drei Forschungsschwerpunkten Fürsts sei die rationale Phytotherapie, also die Verwendung pflanzlicher Arzneimittel, die nach medizinischen Massstäben eingesetzt werden, schreibt die Universität in einer Pressemitteilung. Fürst untersuche diese Vielstoffgemische auf ihre molekularen Mechanismen und wirksamen Bestandteile hin. Das erläutert der neue Lehrstuhlinhaber am Beispiel des Weißdorns: Aus Studien wisse man, dass Weissdorn die Herzleistung bei milden Formen der Herzinsuffizienz verbessere. „Ich wollte wissen, wo der Wirkstoff, abgesehen vom Herzen, sonst noch angreift und hatte den Verdacht, dass er auch direkt auf die Endothelzellen wirkt, die die Gefäße auskleiden“, sagt Fürst. Häufig seien mit der Herzinsuffizienz auch entzündliche Prozesse der Gefäße verbunden. Dies trage dazu bei, dass sie undicht werden und Flüssigkeit an das Gewebe verlieren. Diese Ödembildung könne durch Weißdorn verhindert werden, da der Extrakt direkt in Regelkreise der Endothelzellen eingreifen könne, wie Fürst herausgefunden hat.

Robert Fürst war der Wunschkandidat der Universität Frankfurt und seine Berufung wurde nach Aussage des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz möglich dank der großzügigen Unterstützung der Karlsruher Firma Dr. Willmar Schwabe, einem Produzenten pflanzlicher Arzneimittel.

Quelle:

http://idw-online.de/pages/de/news507476

Kommentar & Ergänzung:

Der Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt hat einen ausgezeichneten Ruf und Prof. Theo Dingermann ist bekannt als Autor bedeutender Phytotherapie-Fachbücher. Erfreulich zu hören also, dass die Phytotherapie-Forschung an der Universität Frankfurt weitergeht. Das zeigt einmal mehr, dass die Phytotherapie gut in den Wissenschaftsbetrieb integriert ist. Das stützt meine seit je her vertretene Ansicht, dass Phytotherapie ein (randständiger) Bereich der Medizin ist – und irreführender weise von manchen Politikerinnen und Politikern aus Lobbying-Gründen  zur Komplementärmedizin gestellt wird.

Siehe auch:

Komplementärmedizin  – ein fragwürdiger Begriff

Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?

Skeptisch bin ich immer, wenn Lehrstühle an Universitäten von Pharmafirmen (teil)finanziert werden. Das ist eine verbreitete Praxis bei Pharmakonzernen wie Novartis, Roche, Merck, Schering etc.

Negativ-Schlagzeilen macht seit längerem ein Lehrstuhl an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, der vom Homöopathika-Hersteller Heel finanziert wird.

Und in Frankfurt am Main beteiligt sich also die Firma Wilmar Schwabe aus Karlsruhe an der Finanzierung des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie.

Immerhin kann hier gesagt werden, dass Wilmar Schwabe sich seit langem erkennbar um seriöse Forschung bemüht. Die Phytopharmaka der Firma gehören zu den am besten wissenschaftlich dokumentierten Präparaten der Phytotherapie – zum Beispiel:

Hyperiplant (Johanniskraut)

Cardiplant (Weissdorn)

Tebokan / Tebofortin (Ginkgo)

Prostagutt (Brennnesselwurzel / Sabalfrucht)

Wilmar Schwabe ist damit wohl die führende Phyto-Firma in Deutschland, wenn es um die Entwicklung von Heilpflanzen-Extrakten geht.

In der Schweiz kommt diese Stellung der Firma Zeller in Romanshorn zu, die eigene Extrakte entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Beispielsweise:

Rebalance / Remotiv (Johanniskraut)

Redormin / Zeller Schlafdragées (Baldrian / Hopfen)

Tesalin (Pestwurz)

Cimifemin (Traubensilberkerze / Cimicifuga)

Premens / Prefemin (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Für die Phytotherapie ist es enorm wichtig, dass es kompetente Arzneipflanzenforscher und Phytopharmaka-Hersteller gibt, die neue Extrakte entwickeln und wissenschaftlich dokumentieren. Sie arbeiten an der Grundlage, auf welcher sich die Phytotherapie weiter entwickeln kann.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, wenn alle an einer fundierten Phytotherapie interessierten Personen die forschenden Phyto-Firmen auch bevorzugt unterstützen. Trittrettfahrer, die sich jeden Entwicklungs- und Forschungsaufwand sparen, haben wir genug.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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„Hokuspokus an der Hochschule“

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So betitelt „Die Welt“ einen Artikel und kritisiert darin, dass externe Geldgeber mitbestimmen, woran an Universitäten geforscht wird:

„Sind Forschung und Lehre, die von privaten Geldgebern mit Mission bezahlt werden, noch so frei, wie sie sollen? Um diese Fragen ist ein erbitterter Streit entbrannt, der ganze Fakultäten an renommierten Universitäten entzweit.“

Der Beitrag geht unter anderem auf ziemlich skurrile Aktivitäten an der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder ein, die vom Homöopathie-Konzern Heel finanziert werden. Kritiker reden schon seit geraumer Zeit vom „Hogwarts an der Oder“.

Thematisiert wird auch Deutschlands erste Stiftungsprofessur für Forschung zur Komplementärmedizin an der Charité in Berlin.

Dieser Lehrstuhl wird finanziert durch die Carstens-Stiftung, deren Ziel die Erforschung und Etablierung der Homöopathie ist. Für die Schweiz ist hier interessant, dass die Inhaberin dieses Lehrstuhls, Prof. Claudia Witt, sich für den freiwerdenden Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Zürich bewirbt:

„Möglich, dass Witt daran bald in Zürich weiterforscht. Dort besetzt die Universität gerade den ersten Lehrstuhl für Naturheilkunde im deutschsprachigen Raum, der nicht von Interessengruppen finanziert wird. Witt ist unter den letzten fünf Kandidaten – und sorgte für einen Eklat in der Auswahlkommission. Edzard Ernst, ein bekannter Kritiker der Komplementärmedizin von der britischen University of Exeter, trat in der vergangenen Woche aus der Kommission zurück. ‚Witt ist aus meiner Sicht keine ausreichend kritische Wissenschaftlerin’, sagt Ernst. Ihre Arbeiten zur Homöopathie habe er schon vor seiner Berufung kritisiert. ‚Nun will ich meinen guten Namen nicht für ein abgekartetes Spiel hergeben.’“

Weitere Infos:

Zum Artikel in „Die Welt“ (Quelle der Zitate)

Zur Auseinandersetzung um die Nachfolge von Prof. Reinhard Saller auf dem Lehrstuhl für Naturheilkunde in Zürich:

Zur Neubesetzung des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Zürich

Der Beitrag in der Zeitung „Die Welt“ vergisst im übrigen nicht zu erwähnen, dass die Einflussnahme auf Forschung und Lehre an den Universitäten nicht nur im Bereich der Komplementärmedizin ein Problem darstellt. Wenn die „normale“ Pharmaindustrie sich Einfluss erkauft, ist das genauso kritisch zu sehen wie bei komplementären Pharmakonzernen wie Heel oder bei der Carstens-Stiftung. Die Unabhängigkeit der Forschung ist in jedem Fall ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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