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Hopfen-Inhaltsstoff Xanthohumol reduziert LDL-Cholesterol (bei Mäusen)

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Das in Hopfen und auch in Bier vorkommende Flavonoid Xanthohumol verbessert Tierversuchen zufolge bedeutende Biomarker für das metabolische Syndrom und führt zu Gewichtsverminderung.

Das konnten Forscher um Cristobal L. Miranda von der Oregon State University in Corvallis in ihren Studien zeigen.

Wie die Wissenschaftler in «Archives of Biochemistry and Biophysics» schreiben, fütterten sie Labormäuse mit einer hochkalorischen Kost. Einige Tiere bekamen zusätzlich Xanthohumol. Im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierte sich der LDL-Cholesterol-Spiegel in der Gruppe, die die höchste Flavonoid-Dosis bekommen hatte, um 80 Prozent. Der Insulinspiegel sank um 42 Prozent, das proinflammatorische Zytokin Interleukin-6 um 78 Prozent. Wegen der hochkalorischen Kost legten alle Mäuse an Gewicht zu, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Tiere, die Xanthohumol bekommen hatten, nahmen durchschnittlich 22 Prozent weniger zu als ihre Artgenossen.

Die Forscher gehen davon aus, dass Xanthohumol in der Lage ist, den Plasmaspiegel des Proteins PCSK9 zu reuzieren. Damit hätte der Hopfen-Inhaltsstoff einen ähnlichen Wirkmechanismus wie die beiden PCSK9-Antikörper Alirocumab und Evolocumab, die seit 2015 zur LDL-Senkung auf dem deutschen Markt zugelassen sind. Bevor Studien mit Xanthohumol beim Menschen durchgeführt werden, wollen die Forscher noch weitere Beweise für Wirksamkeit und Sicherheit von Xanthohumol in Tierversuchen liefern.

Einen herben Dämpfer versetzen die Wissenschaftler der Hoffnung, mit Xanthohumol aus Bier den Cholesterolspiegel zu senken.

Die höchste in der Studie eingesetzte Xanthohumol-Menge betrug 60 mg/kg Körpergewicht. Übertragen auf den Menschen würde das bei einer 70 kg schweren Person einer Menge von 350 mg entsprechen. Für diese Dosis müsste ein Mensch täglich mehr als 1600 l Bier trinken. Die Wissenschaftler sind jedoch der Meinung, dass diese Xanthohumol-Menge leicht in einer Kapsel oder Tablette untergebracht werden könnte und dann nur einmal täglich eingenommen werden müsste.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62989

DOI: 10.1016/j.abb.2016.03.008

 

Kommentar & Ergänzung:

Xanthohumol ist ein sehr interessanter Naturstoff, der bisher ausschliesslich im Hopfen nachgewiesen wurde, und auch in der Forschung einige Aufmerksamkeit bekommen hat. Man kann an diesem Beispiel aber auch zeigen, dass die Ergebnisse von Laboruntersuchungen an Tieren nicht einfach auf die Anwendung bei Menschen übertragen werden können.

Die Sicherheit und Wirksamkeit muss bei Patienten mit erhöhten Cholesterolspiegeln belegt werden.

Ob sich dann eine Reduktion der Cholesterolspiegel erreichen lässt, die klinisch relevant ist und sich zum Beispiel im reduzierten Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen zeigt, ist noch völlig offen.

Daher ist es ungenau und verkürzt, wenn diese Studie in manchen Zeitungen mit der Schlagzeile „Hopfen reduziert Cholesterolspiegel“ angekündigt wird. Aber eine korrekte Schlagzeile wie „Xanthohumol reduziert Cholesterolspiegel bei Labormäusen“ spricht halt weniger an.

Diese Einwände gelten auch für andere Schlagzeilen rund um Xanthohumol wie „Bier könnte gegen Alzheimer schützen“ oder „Schützt Hopfen vor Krebs?“.

Zwar ist Xantohumol ein starkes Antioxidans. In Laborversuchen zeigt es sich als wirksam gegen die Entstehung von Krebszellen. Zudem kann es die Nervenzellen des Gehirns schützen, was möglicherweise den Krankheitsverlauf bei Alzheimer und Parkinson verlangsamen könnte. Aber: Das sind interessante Laborergebnisse, die noch sehr wenig über eine mögliche Wirksamkeit beim Menschen aussagen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Baikal-Helmkraut gegen Krebs?

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Ich bin an Kursen schon mehrmals angesprochen worden auf die Frage, ob das Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) gegen Krebs wirksam sei.

Das Baikal-Helmkraut ist in Sibirien beheimatet – zum Beispiel eben am Baikalsee) – und seine weitere Verbreitung reicht bis nach China.

Im Internet wird dem Baikal-Helmkraut oft eine Wirkung gegen Krebs zugeschrieben.

Geht man der Sache auf den Grund, stellen sich aber eine ganze Reihe von Fragen, die noch offen sind.

Wir haben hier ein Problem, das oft anzutreffen ist:

Es gibt eine Reihe von Laboruntersuchungen mit Inhaltsstoffen aus dem Baikal-Helmkraut, insbesondere zur Substanz Wogonin, einem Flavonoid, das in der Wurzel der Pflanze vorkommt.

So meldet zum Beispiel das Deutsche Krebsforschungszentrum:

„Die Substanz Wogonin löst in Tumorzellen das Todesprogramm Apoptose aus, hat auf gesunde Zellen jedoch so gut wie keinen Effekt.“

Quelle:

https://idw-online.de/de/news240617

Das tönt sehr interessant und beinahe ideal. Die grosse Frage ist aber: Funktioniert das auch so gut im lebendigen Organismus bei Krebskranken?

Ergebnisse aus Versuchen an Zellen und in Tiermodellen lassen sich nicht einfach auf den Menschen übertragen.

Da stellen sich in solchen Fällen immer noch sehr viele Fragen. Beispielsweise:

Wird die Substanz aus dem Verdauungstrakt in wirksamer Menge aufgenommen? Was ist überhaupt die wirksame Menge im Organismus? Ist diese Menge erreichbar über den Verdauungstrakt? Oder muss die Substanz injiziert werden?

Und wenn eine Anwendung als Kräutertee ins Auge gefasst wird:

Ist die Substanz überhaupt genug wasserlöslich, wenn sie als Tee zugeführt werden soll? Ist ein Teeaufguss geeignet, oder muss die Reinsubstanz verwendet werden?

Nur klinische Studien am Menschen könnten fundierte Aussagen liefern über einen konkreten Nutzen von Wogonin bzw. von Baikal-Helmkraut in der Krebstherapie. Gäbe es überzeugende klinische Studien, dann wären sie mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Phytotherapie-Fachliteratur zu finden. Dort findet man aber nur sehr magere Angaben zu dieser Pflanze.

Das deutet darauf hin, dass wir noch recht weit entfernt sind von einer Anwendung bei Krebskranken mit gesichertem Nutzen – falls es überhaupt soweit kommt.

So spannend die Forschung zum Baikal-Helmkraut auch ist: Im Internet wimmelt es von Empfehlungen, die vorschnell von positiven Laborergebnissen auf entsprechende Wirkungen beim kranken Menschen schliessen.

 

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Kamille bei Magenerkrankungen

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Die Österreichische Apothekerzeitung (Nr. 17 / 2013) veröffentlichte einen Beitrag zum Thema „Phytotherapie bei Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt“.

Hier daraus ein Zitat zur Kamille:

„Das in der Kamillenblüte (Matricariae flos) enthaltene Bisabolol wirkt ulkusprotektiv. In klinischen Studien konnte dieser Effekt bei durch Indometacin und Alkohol induzierten Magenulzera bestätigt werden. Kamillenblüten wirken durch das Flavonoid Apigenin zudem spasmolytisch und eignen sich daher bei Reizdarm-Syndrom und krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm Trakt. Eine besondere Wirkung besitzt Levomenol. Dieses hemmt die Pepsinsekretion im Magen und fördert die Synthese magenprotektiver endogener Prostaglandine.

Da das ätherische Öl mit Levomenol in einem Teeauszug allerdings nur in sehr geringer Konzentration enthalten ist, sollte ein alkoholisch-wässriger Auszug bevorzugt werden. Dies gilt auch für die Rollkur, die bei kurzfristigen Magenbeschwerden mit Kamille durchgeführt werden kann. Kamille ist bei Allergikern auf Korbblütler kontraindiziert. Tagesdosis: 3 bis 4 x täglich 3 g Kamillenblüten bzw. 1 bis 4 ml des Fluidextraktes.“

Quelle:

http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2013/OAZ-2013-17.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Kamille scheint eine günstige Wirkung gegen Magengeschwüre und Magenschleimhautentzündung zu haben. In der Phytotherapie-Fachliteratur werden diese Anwendungsbereiche jedenfalls bestätigt.

Weniger überzeugend ist meiner Ansicht nach die Empfehlung der Kamille bei Reizdarmsyndrom. Dass der krampflösende Wirkstoff Apigenin in ausreichender Konzentration bis in den Dickdarm gelangt, halte ich für fraglich.

Beim Reizdarmsyndrom steht gegen krampfartige Darmbeschwerden  sehr deutlich Pfefferminzöl in dünndarmlöslichen Kapseln im Vordergrund. Auf diese Weise gelangt das Pfefferminzöl bis in den Dickdarm.

Siehe dazu:

Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Einverstanden bin ich mit dem Hinweis, dass alkoholisch-wässrige Auszüge (Kamillenfluidextrakt) dem Kamillentee überlegen ist. Nicht nur das ätherische Kamillenöl geht wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit nur sehr beschränkt in den Teeaufguss über – auch das Flavonoid Apigenin ist unlöslich in Wasser.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Leberentgiftung unmöglich

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Leberentgiftung und Leberreinigung sind Begriffe, die in Naturheilkunde und Alternativmedizin häufig anzutreffen sind. Und es sind fragwürdige Begriffe, auf die man besser verzichten würde.

Zum Thema „Leberentgiftung“ hat sich kürzlich der Gastroenterologe Prof. Claus Niederau von den Katholischen Kliniken Oberhausen geäussert:

„Wer……glaubt, seine Leber selbst ‚entgiften’ zu können, liegt falsch. Produkte mit dem Wirkstoff der Mariendistel beispielsweise haben Niederau zufolge nur unter ganz bestimmten Bedingungen eine Wirkung: ‚Bei Patienten, denen hochkonzentrierte Distellösung intravenös gespritzt wurde, hat man eine Besserung beobachtet’, so der Arzt. Für Tabletten und Pulver zum Einnehmen hingegen sei eine Wirkung nicht belegt. ‚Man kann seine Leber nicht entgiften’, sagt Niederau. Sie könne sich häufig regenerieren, wenn schädigende Einflüsse wie Alkohol und fettes Essen weggelassen werden.“

Quelle:

http://lifestyle.t-online.de/kann-man-die-leber-entgiften-/id_43588420/index

Kommentar & Ergänzung:

Ich teile die Überzeugung, dass man seine Leber nicht entgiften kann. Leberentgiftung und Leberreinigung sind Wischi-Waschi-Begriffe, bei denen völlig unklar bleibt, was denn genau auf welchem Weg entgiftet werden soll.

Allerdings muss ich die Mariendistel etwas in Schutz nehmen. Wer seriös mit Heilpflanzen arbeitet, wird bei Mariendistel nicht von Leberentgiftung oder Leberreinigung sprechen. Für eine solche Wirkung gibt es keinerlei fundierte Hinweise.

Pharmakologische und klinische Daten sprechen für einen gewissen Leberschutzeffekt und bei chronischen Lebererkrankungen für eine Verbesserung der Leberfunktion:

Das Flavonoid-Gemisch Silymarin stimuliert die nucleoläre Polymerase I, wodurch die Synthesegeschwindigkeit ribosomaler Ribonukleinsäuren erhöht und damit Zellregenerationsprozesse beschleunigt werden. Dadurch ist auch ein kurativer Effekt möglich.

Am wirksamsten ist Mariendistel tatsächlich intravenös als Infusion, wobei der isolierte Wirkstoff Silibinin verwendet wird, zum Beispiel zwecks Leberschutz bei Knollenblätterpilzvergiftungen.

Bei der peroralen Anwendung gibt es für die Indikation „chronische Leberschäden“ (bspw. durch Alkoholkonsum) durchaus auch positive klinische Studien.  Dass „Tabletten und Pulver zum Einnehmen“ in ihrer Wirkung unbelegt sind, würde ich also so generell nicht unterschreiben. Es kommt allerdings sehr auf die konkrete Anwendungsform an. Bei peroraler Anwendung (also zum Einnehmen) ist eine gewisse Wirksamkeit nur zu erwarten bei Anwendung von isoliertem Silymarin oder von hochkonzentrierten Mariendistelextrakten, die auf Silymarin standardisiert sind. Die Phytotherapie-Fachliteratur fordert 200 – 400 mg Silymarin als Tagesdosis. Diese Menge ist nur mit isoliertem Silymarin und allenfalls mit hochkonzentrierten Extrakten erreichbar. Nicht sinnvoll ist Mariendisteltee, weil Silymarin schlecht wasserlöslich ist. Und bei Mariendisteltinktur dürfte die zugeführte Menge an Silymarin sehr deutlich zu klein bleiben.

Ein grosser Vorteil von Silymarin bzw. Mariendistelextrakt ist die ausgesprochen gute Verträglichkeit.

Doch zurück zur Leberentgiftung.

Im Internet werden zur Leberentgiftung zu Hunderten Vitamine, homöopathische Globuli, Schüssler-Salze, Heilkräuter, Leberwickel und vieles mehr angeboten.

Es spricht sehr viel dafür, dass dieser ganze Entgiftungsmarkt unsinnig, überflüssig und unwirksam ist. Was bleibt, wenn es um die Gesunderhaltung der Leber geht,  ist ganz simpel ein leberfreundlicher Lebensstil. Und das heisst: Alkohol nur sehr massvoll, kein Medikamentenmissbrauch,  Fettanteil in der Ernährung in Grenzen halten, allenfalls Impfung gegen Hepatitisviren bei entsprechenden Risiken.

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Silymarin aus Mariendistel bei chronischer therapieresistenter Hepatitis C ohne Wirkung

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Der Mariendistel-Wirkstoff Silymarin ist in der Behandlung der chronischen therapieresistenten Hepatitis-C-Virus-Infektion offenbar nicht wirksamer als Placebo. In einer randomisierten Studie verminderte sich zumindest die Aktivität des Leberenzyms ALT nach sechsmonatiger Behandlung nur minimal.

Zahlreiche Patienten mit chronischer Hepatitis C, die auf eine Standardbehandlung mit Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin nicht ansprechen, suchen Hilfe in der Phytotherapie. Das bei Lebererkrankungen am häufigsten eingesetzte pflanzliche Präparat ist Silymarin, ein Mariendistel-Wirkstoff. Für das Flavonoid-Gemisch konnten antioxidative, entzündungshemmende und antifibrotische Eigenschaften gezeigt werden. Zugelassen ist Silymarin zur unterstützenden Therapie bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen und Leberzirrhose. Jeder dritte Patient mit chronischer HCV-Infektion und schon bestehender Leberzirrhose hat das Phytotherapeutikum bereits einmal genutzt. Umso enttäuschender sind die Resultate einer im Fachblatt „JAMA“ veröffentlichten randomisierten kontrollierten Studie mit total 154 Interferon-refraktären Patienten: In dieser Studie blieb die Wirksamkeit von Silymarin, festgestellt anhand der Serumkonzentration des Leberenzyms ALT (Alanin-Aminotransferase), auf Placeboniveau, und zwar unabhängig von der Silymarin-Dosis. Die Ausgangswerte der Alanin-Aminotransferase lagen jeweils über 65 U/l.

Im Studienverlauf über insgesamt 24 Wochen sank die ALT-Aktivität im Serum unter 420 mg Silymarin im Mittel um 14,4 U/l, unter 700 mg des Phytotherapeutikums um 11,3 U/l und unter Placebo um 4,3 U/l; diese Unterschiede waren nicht signifikant. Insbesondere wurde der primäre Endpunkt, ein Zielwert von weniger als 45 U/l oder ein mindestens 50%iger Abfall des ALT-Werts, mit den beiden Silymarin-Dosierungen nicht häufiger erreicht als mit dem Scheinpräparat. Nur jeweils zwei Patienten aus jeder der drei Gruppen – auch der Placebogruppe – hatten nach 24 Wochen Behandlung dieses Ziel erreicht. Und auch die mittleren HCV-RNA-Werte veränderten sich in den beiden Interventionsgruppen kaum, ebenso wie unter Placebo.

Der Mariendistel-Inhaltsstoff verbesserte auch das subjektive Befinden der Patienten nicht: In verschiedenen Fragebögen zur Lebensqualität (SF-36, Chronic Liver Disease Questionnaire) oder zu Depressionen (Center for Epidemiologic Studies – Depression) wurden keinerlei signifikante Veränderungen festgestellt. Immerhin kam es unter der Silymarin-Therapie im Vergleich zu Placebo nicht häufiger zu Nebenwirkungen. Am häufigsten traten leichte oder allenfalls mäßige Verdauungsbeschwerden auf.

Die Forscher um Dr. Michael W. Fried von der Universität North Carolina sehen in der Veränderung der ALT-Werte einen relativ verlässlichen Surrogatparameter für das Ansprechen der Behandlung. Dass sich beispielsweise der histologische Befund trotz nahezu unverändert hoher ALT-Werte gebessert haben könnte, sei unwahrscheinlich, schreiben die Autoren.

Quelle:

http://www.springermedizin.de/mariendistelextrakt-ohne-nutzen-bei-refraktaerer-hepatitis-c/3101418.html

Fried MW et al. Effect of Silymarin (Milk Thistle) on Liver Disease in Patients With Chronic Hepatitis C Unsuccessfully Treated With Interferon Therapy.JAMA 2012; 308(3): 274-282

Kommentar & Ergänzung:

Mariendistelextrakt bzw. Silymarin / Silibinin werden in der Phytotherapie als Leberschutzmittel empfohlen bei Zufuhr leberbelastender Stoffe (Alkohol, gewisse Medikamente) und als Begleittherapie bei chronischen Lebererkrankungen (Leberentzündung, Leberzirrhose, Fettleber).

In den letzten Jahren interessierte sich die Forschung zudem auch für eine möglicherweise vorhandene, direkte antivirale Wirkung.

Diese Studie ist ein Rückschlag für Silymarin bzw. die Heilpflanze Mariendistel, auch wenn festzuhalten ist, dass Probanden gewählt wurden, die nicht auf die Interferonbehandlung angesprochen haben. Es ist ein Teilbereich der Mariendistel-Anwendung, der durch die Studie in Frage gestellt wird.

Zu Mariendistel siehe auch:

Mariendistel: Silymarin wirkt im Labor gegen Grippe-Viren

Phytotherapie: Mariendistel unterstützend bei Lebererkrankungen

Silibin / Legalon jetzt zur Hepatitis-C-Therapie

Silibinin aus Mariendistel unterstützt Standardtherapie bei chronischer Hepatitis C

Mariendistel hat auch antivirale Wirkung

P. S.:

Ich werde nach solchen Berichten über Misserfolge in der Phyto-Forschung immer wieder mal gefragt, weshalb ich derart „negative“ Meldungen über Heilpflanzen bringe.

Darum hier gleich präventiv folgende Feststellung:

Man muss positive und negative Studienergebnisse gleichermassen zu Kenntnis nehmen, darüber nachdenken, sie diskutieren und daraus Schlüsse ziehen.

Alles andere ist tendenziös und unlauter.

Wer ausschiesslich bestätigende Ergebnisse sammelt und Misserfolge unter den Tisch wischt, verhält sich meines Erachtens ähnlich wie Sektenmitglieder. Fundamentalistische Gläubige rezipieren selektiv.

Man kann diesen sehr fragwürdigen Umgang mit Kritik in manchen Bereichen der Komplementärmedizin gut beobachten. Jeder Hauch eines Beweises für die Wirksamkeit der eigenen Methode wird sofort zur Kenntnis genommen und in alle Welt hinaus posaunt. Jede In-Frage-Stellung der eigenen Verfahren wird dagegen ignoriert oder als Produkt einer bösen Pharmamafia hingestellt.

Betreffend Umgang mit Kritik jedenfalls müssen viele Bereiche der Komplementärmedizin meines Erachtens noch einiges dazulernen, wenn sie ernster genommen werden wollen.

Peinlich war beispielsweise ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ unter dem Titel: „Homöopathie-Lobby im Netz – Die schmutzigen Methoden der sanften Medizin“

Da finanzieren doch der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), die Anthroposophika-Hersteller  Weleda und Wala, soviel die Homöopathika-Hersteller Heel, Staufen Pharma, Hevert und DHU einen Journalisten, der mit diesem Geld im Internet Kritiker ihrer Produkte persönlich diffamiert.

Die „Süddeutsche“ schreibt dazu:

„Arzneimittelhersteller finanzieren einen Journalisten, der die Kritiker ihrer Produkte anschwärzt – bei jedem herkömmlichen Pharmakonzern wäre dies ein Skandal. Das zeigte beispielsweise der Fall des Lobbyisten Adel Massaad, der 2006 offenbar im Auftrag mehrerer Konzerne versuchte, den damaligen Leiter des Arzneimittelprüfinstituts IQWiG, Peter Sawicki, zu diskreditieren.“

Offenbar haben inzwischen immerhin DHU und Weleda die Finanzierung dieser Schmutzkampagnen eingestellt.

Quelle: http://blog.psiram.com/2012/07/pr-gau-spezialist-fritzsche-weiter-auf-kurs/

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lindenblüten aktivieren Immunsystem

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Lindenblüten-Extrakt beschleunigt in Studien die Vermehrung von Lymphozyten.

Lindenblüten werden traditionell eingesetzt zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege. Eine bereits ältere Studie mit der Winter-Linde (Tilia cordata) zeigte eine verstärkte Vermehrung von Lymphozyten (1). Lymphozyten zählen zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und ihre Aufgabe im Immunsystems ist die Erkennung und Eliminierung von Fremdstoffen. Nun wurden mit einer weiteren Lindenart (Tilia x viridis) die Experimente zur Aktivierung der Lymphozyten wiederholt (2).

Dazu wurden zwei Extrakte aus den Lindenblüten gewonnen und an zwei Gruppen von Mäusen verabreicht. Eine dritte Gruppe bekam nur eine Kontrolllösung ohne Lindenblütenanteile. Zudem wurden isolierte Mäuse-Lymphozyten direkt mit den Lindenblüten-Extrakten (bzw. der Kontrolllösung) behandelt. Unter Einwirkung der Extrakte vermehrten sich die Lymphozyten rascher als in den Kontrollgruppen. Außerdem stieg die Überlebensfähigkeit der Lymphozyten aus den behandelten Mäusen. Die Lindenblüten-Extrakte wirkten dabei sowohl direkt aktivierend auf die Lymphozyten als auch indirekt über die Aktivierung von Makrophagen ( = Fresszellen des Immunsystems), welche dann wiederum die Lymphozyten aktivierten.

Aus den Extrakten konnte eine Substanz isoliert werden, die in der Lage war, eine ähnliche Stimulation des Immunsystems zu bewirken wie der Gesamtextrakt. Bei diesem Wirkstoff handelte es sich um Rutin aus der Gruppe der Flavonoide.

Ob weitere Inhaltsstoffe aus dem Gesamtextrakt ebenfalls immunstimulierend wirken oder ob es Synergismus-Effekte gibt, wurde nicht untersucht.

Die Carstens-Stiftung, die diese Lindenblüten-Untersuchung vorstellt, kommt zu folgender Einschätzung:

„Die Studie zeichnet mittels vielfältiger Methoden und gut überlegten Versuchen ein geschlossenes Bild, das als Erklärung für die günstigen Eigenschaften von Lindenblütenpräparaten bei Erkältungen und Entzündungen herangezogen werden kann.“

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/lindenblueten-staerken-das-immunsystem.html

Originalarbeiten:

1) Anesini C.; Werner S.; Borda E. Effect of Tilia cordata flower on lymphocyte proliferation: participation of peripheral type benzodiazepine binding sites. Fitoterapia, Volume 70, Number 4, 1 August 1999 , pp. 361-367(7)

Abstract:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0367326X99000490

2) Davicino R, Zettler G, Brizi MR, Marrassini C, Ferraro G, Filip R, Anesini C. In Vivo Immunomodulatory Effect of Tilia x viridis Extracts on Normal Lymphocyte Proliferation: A Direct and an Indirect Action. Phytother Res. 2011, Vol. 25, pp. 1342 – 1347.

Abstract:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21328620

Kommentar & Ergänzung:

Lindenblütentee ist in der traditionellen Pflanzenheilkunde gegen Erkältungen mit Fieber ein etabliertes Mittel. Gemessen an dieser Bedeutung gibt es allerdings nur wenige Studien zur Wirksamkeit der Lindenblüten.

Daher ist dieser Bericht grundsätzlich schon einmal interessant.

Einschränkend muss man jedoch sagen, dass solche Untersuchungen an Mäusen und isolierten Lymphozyten noch nichts aussagen darüber, ob auch bei einem Menschen mit Erkältung eine nützliche Wirkung zu erwarten ist. Das könnten nur Patientenstudien zeigen.

Traditionell wird Lindenblütentee als schweisstreibendes Mittel zur Fiebersenkung empfohlen. Dass die beschriebenen Studien die traditionelle Anwendung stützen, ist allerdings fraglich. Wenn bei einer Erkältung Fieber da ist, dürfte das Immunsystem schon ziemlich aktiviert sein. Heilpflanzen zur Immunstimulation müssen daher im allerersten Frühstadium einer Infektion eingenommen werden, wenn sie wirksam sein sollen. Lindenblütentee müsste für eine Immunstimulation also früher angewendet werden, als dies traditionell meist der Fall ist (eine ähnliche Anwendung im Frühstadium wird bei Echinacea = Sonnenhut empfohlen).

Interessant ist der Hinweis auf den Inhaltsstoff Rutin, der ähnlich wie der Gesamtextrakt eine immunstimulierende Wirkung haben soll.

Das Flavonoid Rutin kommt in relevanten Mengen im Buchweizenkraut vor und wird dort zur Linderung von Venenbeschwerden (schwere Beine, venöse Ödeme) angewendet. Das muss kein Widerspruch sein, denn Naturstoffe können selbstverständlich unterschiedliche Wirkungen im Organismus auslösen.

Sollte Rutin an der postulierten immunstimulierenden Wirkung von Lindenblüten beteiligt sein, stellt sich allerdings die Frage, ob Buchweizenkraut nicht vorzuziehen wäre. Lindenblüten enthalten etwa 1 % Flavonoide, wovon eines davon Rutin ist. Buchweizenkraut enthält aber gemäss Europäischem Arzneibuch mindestens 4% Rutin!

Buchweizenkraut ist jedoch für den Bereich der Immunstimulation gänzlich unbekannt.

Bei den Lindenblüten ist im übrigen noch ihr hoher Schleimgehalt (etwa 10%), der nützlich sein könnte bei trockenem Reizhusten, sowie das Linalool, von dem eine leichte  Sedierung erwartet werden kann.

Siehe auch:

Lindenblütentee als Beruhigungsmittel

Wo kommt Rutin sonst noch vor im Pflanzenreich?

„Die Pflanzen mit dem höchsten Rutingehalt (in der Trockenmasse) sind:

Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor, 25 %, Blüte), Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum, 15–20 % Blüte bzw. Blütenknospen, 4 % Blätter), Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum, 2–8 % Blätter, 4–12 % Blüte), Weiße Maulbeere (Morus alba, 6 %, Blätter), Kanadischer Holunder (Sambucus nigra subsp. canadensis, 3,5 %, Blätter), Petersilie (Petroselinum crispum, 3 % Blätter), Wasserpfeffer (Persicaria hydropiper, 3 % Blätter).

Selbst in Buchweizenmehl waren bei einer Analyse immerhin noch 0,27 Prozent Rutin enthalten.“

(Quelle: Wikipedia)

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Mariendistel: Silymarin wirkt im Labor gegen Grippe-Viren

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Silymarin ist ein Flavonoid-Gemisch aus den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum), die hierzulande eher als Leberschutz-Präparat bekannt ist. Jetzt sind koreanische Wissenschaftler bei diesem Mariendistel-Wirkstoff auf eine Wirksamkeit gegen Grippe-Viren gestoßen, was angesichts der zunehmenden Resistenz von Grippeviren gegen die herkömmlichen antiviralen Medikamente in Zukunft von großem Interesse sein könnte.

Die Forscher haben tierische Zellen mit H1N1 Grippe-Viren infiziert und die Wirkung des Silymarins beobachtet. Anhand von Mikroskop-Bildern wurden die morphologischen Veränderungen nach Behandlung mit Silymarin, einem konventionellen Standardpräparat (Oseltamivir, = Tamiflu) und mit der Leerkontrolle verglichen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Konzentrationen Silymarin ungefähr doppelt so effektiv war wie die Standardarznei Oseltamivir. Gleichzeitig erwiesen sich diese hohen Silymarin-Konzentrationen für die tierischen Zellen als ungefährlich. Die Analyse der Genaktivität zeigte, dass das Ablesen der Virengene durch Silymarin verhindert wurde, so dass sich die Viren nicht vermehren konnten.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/silymarin-einmal-anders.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21377857

Kommentar & Ergänzung:

Silymarin bzw. dessen Bestandteil Silibinin wird auch bezüglicher einer möglichen Wirkung auf andere Viruserkrankungen erforscht, vor allem Hepatitis C.

Siehe:

Mariendistel hat auch antivirale Wirkung

Silibinin aus Mariendistel unterstützt Standardtherapie bei chronischer Hepatitis

Von daher ist es schon interessant, ob auch bei Grippe ein günstiger Effekt zu erwarten ist, und wie dieser allenfalls zustande kommt.

Wie immer bei Laboruntersuchungen muss aber erwähnt werden, dass sich solche Wirkungen nicht direkt auf den Menschen übertragen lassen. Ob Grippe-Patienten von Silymarin profitieren, lässt sich nur an Grippe-Patienten feststellen, und nicht an tierischen Zellen. Entscheidend ist auch nicht, ob ein Wirkstoff im Labor Influenzaviren in isolierten Zellen hemmt, sondern ob er bei Grippepatienten vor schweren Komplikationen wie Lungenentzündung schützt. In dieser Hinsicht ist allerdings auch Oseltamivir / Tamiflu bisher nicht überzeugend.

Siehe: Tamiflu nicht wirksamer als Placebo

Für Silymarin spricht, dass dieser Mariendistel-Wirkstoff ausgesprochen gut verträglich ist und dass es daher realisierbar erscheint, ihn auch in hoher Konzentration dem lebenden Organismus zuzuführen.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Aronia-Beeren – die neueste Antioxidantien-Welle?

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Die „Superfrüchte“ Acai, Maqui und  Goji bekommen ernsthafte Konkurrenz: Uns überrollt gerade eine Aronia-Beeren-Welle.

Was ist Aronia?

„Aronia (Apfelbeeren) sind die Früchte des zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehörenden Aronia-Strauches. Am häufigsten werden die beiden Arten Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa angebaut. Sie werden Kahle Apfelbeere oder Schwarze Eberesche genannt. Sie stammen ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas. Aronia wird in Deutschland hauptsächlich in Sachsen angebaut.“

(Quelle: esowatch.com)

Und welche Wirkungen soll Aronia haben?

„Aroniafrüchte haben einen hohen Flavonoid-, Folsäure-, Vitamin-K- und Vitamin-C-Anteil, was dazu führte, dass auch Vermarkter von Nahrungsergänzungsmitteln darauf aufmerksam wurden. So wird Aronia mit den vielfältigsten gesundheitlichen Versprechungen als Frisch- oder Trockenobst, Saft und Extrakt angepriesen. Die Versprechungen sind ebenso vielfältig, wie bei anderen Superfrüchten und umfassen die Einsatzgebiete Magenentzündungen, Darmerkrankungen, Leber- und Gallenerkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Diabetes mellitus, Scharlach, Masern, Blutgerinnsel / Thromben , Harnröhreninfektion, Schilddrüsenerkrankung und chemotherapeutisch behandelten Patienten. Außerdem soll Aronia angeblich vorbeugend gegen alle Beschwerden und Krankheiten sein. Nebenbei unterstützt es angeblich effektiv den Schutz des Gewebes vor Sauerstoffradikalen und verbessert die Regeneration der Zellen.

Für die Wirkung von Aronia soll ein hoher Anteil Antioxidantien, wie z.B. Anthocyane verantwortlich sein. Allerdings ist die gesundheitsfördernde Wirkung von Aronia wissenschaftlich unbelegt.“

Quelle: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Aronia#ixzz1TbO9E1t1

Kommentar & Ergänzung:

Es spricht viel dafür, dass Aronia-Beeren ein gesunder Bestandteil unserer Ernährung sein können. Das gilt genauso für Goji-Beeren, Maqui-Beeren und Acai-Beeren.

Festzuhalten bleibt allerdings:

– Die Heilungsversprechungen, die mit Aronia, Acai, Maqui und Goji verknüpft werden, sind völlig überrissen und entbehren jeder seriösen Grundlage.

– Goji-Beeren, Acai-Beeren, Maqui-Beeren und Aronia-Beeren werden von allem als Antioxidantien propagiert. Es gibt allerdings immer mehr Hinweise, dass es nicht einfach die guten Antioxidantien und die bösen freien Radikale gibt. Dieses Schwarz-Weiss-Denken ist wohl zu einfach. Es mehren sich jedenfalls die Hinweise, dass eine allzu hohe Zufuhr von Antioxidantien auch Risiken mit sich bringen könnte, und dass die angeblich so eindeutig schlechten freien Radikale in bestimmten Situationen auch wichtige Funktionen erfüllen.

– Einheimische oder jedenfalls bekannte Obstsorten wie Erdbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Äpfel und Orangen können leider nicht in die Liga der Superfrüchte aufsteigen, da ihnen eine wesentliche Eigenschaft fehlt: Sie sind nicht exotisch.

– Anthocyane, die wesentlich für die positiven Wirkungen von Aronia verantwortlich sein sollen, sind durchaus interessante Inhaltstoffe. Allerdings reicht es nicht zu sagen, dass Aronia einen hohen Gehalt an Anthocyanen aufweist.  Man müsste auch dazufügen, dass viele Anthocyane nur sehr eingeschränkt in den Körper aufgenommen werden können.

Fazit: Es ist ein Marketing-Phänomen und wohl vor allem auch ein psychologisches Phänomen, dass immer wieder einzelne Nahrungsmittel derart mit Gesundheitserwartungen und Heilungshoffnungen aufgeblasen werden. Offenbar trifft das Superbeeren-Marketing auf verbreitete Bedürfnisse in der Bevölkerung. Die reale Basis solcher „Wellen“ ist jedenfalls ausgesprochen schmal.

Mein Tipp: Esst doch einfach „gewöhnliche“ Beeren und Früchte – die sind auch gesund  und billiger. Ausserdem wachsen viele davon in der näheren Umgebung und müssen nicht von irgendeinem anderen Ende der Erde eingeflogen werden.

Weitere Beiträge zu den „Anthocyanen“:

Acai, Goji und Maqui – die neuen „Wunderbeeren“

Parkinson vorbeugen durch Holunderbeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Auberginen?

Acai-Beere als Schlankheitsmittel und „Power-Frucht“?

Polyphenole aus Beeren gegen degenerative Gehirnerkrankungen

Polyphenole für Herz-Kreislauf: Schwache Datenlage

Anthocyane als Entzündungshemmer

Inhaltsstoff aus Heidelbeere wirkt wie Cholesterinsenker

Farbstoffe aus Heidelbeeren hemmen Entzündungen

Zu potenziellen Risiken der Antioxidantien:

Antioxidantien fördern möglicherweise Diabetes

Schwächen Antioxidantien die Muskelfunktion?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hepatitis C: Kaffee scheint Ansprechen der Behandlung zu verbessern

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Kaffee scheint die Wirksamkeit der Hepatitis-C-Behandlung zu verbessern. Der Konsum von drei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag verdoppelte die Chance auf ein virologisches Ansprechen unter der Standardtherapie aus Peginterferon plus Ribavirin. Dies ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift Gastroenterology (2011; 140: 1961-1969) publiziert wurde.

Kaffee scheint jedenfalls der Leber zumindest nicht zu schaden. Frühere epidemiologische Studien kamen zum Schluss, dass Kaffeetrinker seltener erhöhte Leberwerte haben.
Und bei einer Hepatitis (Leberentzündung) kam es seltener zum Fortschreiten der Erkrankung und zum Leberkarzinom (Leberkrebs). Nach den jetzt von Neal Freedman vom National Cancer Institute in Bethesda/Maryland mitgeteilten Resultaten könnte Kaffee sogar die Wirkung einer antiviralen Behandlung verstärken. Diese Beobachtung basiert auch auf den Erfahrungen in der Lead-In-Phase des “Hepatitis C Antiviral Long-Term Treatment Against Cirrhosis Trial” (HALT-C). Diese Studie hatte untersucht, ob bei Patienten mit fortgeschrittener Hepatitis C eine Fortsetzung der Behandlung noch sinnvoll ist, wenn eine frühere Peginterferon-Therapie versagt hatte.

Vor dem Start der Lead-In-Phase, in der noch einmal eine Kombination aus Peginterferon plus Ribavirin probiert wurde, waren die Patienten unter anderem nach ihrem Kaffeekonsum befragt worden. Etwa jeder siebte Studienteilnehmer gab an, mehr als 3 Becher Kaffee am Tag zu trinken. Unter diesen Patienten kam es unter der Behandlung schneller zu einem Abfall der Viruslast als bei den Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken.

Kaffeetrinker erreichten doppelt so oft eine Virusfreiheit nach 20 und 48 Wochen. Auch die Chance, 24 Wochen nach dem Ende der Behandlung noch virusfrei zu sein, stieg um 80 Prozent. Diese “sustained virologic response” (SVR) kann bedeuten, dass die Virusinfektion endgültig überwunden wurde.
Dennoch wäre es sicherlich übertrieben, dem Kaffee einen “heilenden” Effekt bei der Hepatitis C zuzuschreiben. Es ist umgekehrt durchaus denkbar, dass das Ansprechen der Behandlung bei den Patienten den Appetit auf Kaffee gesteigert hat.

Um eine medikamentöse Wirkung von Kaffee auf die Hepatitis C zu beweisen, wäre eigentlich eine randomisierte Studie nötig. Das Los würde dabei entscheiden, ob die Patienten begleitend zur medikamentösen Behandlung Kaffee trinken dürfen oder nicht. Eine derartige Studie ist schwer vorstellbar.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46177/Hepatitis_C_Kaffee_verbessert_Ansprechen_der_Therapie.htm

http://download.journals.elsevierhealth.com/pdfs/journals/0016-5085/PIIS0016508511002733.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Solche Studien können einen Einfluss nie zweifelsfrei belegen. Wie im Beitrag des Ärzteblattes erwähnt, könnte auch eine Besserung der Hepatitis zu einem erhöhten Kaffeekonsum geführt haben. Der erhöhte Kaffeekonsum könnte also Folge der Besserung sein – nicht wie vermutet die Ursache.

Es ist bei der Beurteilung der Aussagekraft von Studien sehr wichtig, solche heiklen Punkte zu kennen.

In der Phytotherapie wird zur unterstützenden Behandlung einer Hepatitis die Mariendistel  angewendet und intensiv erforscht. Konkret geht es dabei um den Inhaltsstoff Silymarin / Silibinin.

Es braucht dazu Reinpräparate mit Silymarin / Silibinin oder allenfalls Mariendistel-Extrakte mit einem standardisierten Gehalt an Silymarin / Silybinin.

Ungeeignet ist Mariendisteltee, weil das Flavonoid-Gemisch Silymarin schlecht wasserlöslich ist. Auch mit Mariendisteltinktur ist die nötige Wirkstoffmenge kaum zuführbar, auch wenn die Hersteller von Pflanzentinkturen anderes versprechen.

Siehe auch:

Silibin (Legalon®) jetzt zur Hepatitis-C-Therapie

Mariendistel hat auch antivirale Wirkung

Silibinin aus Mariendistel unterstützt Standardtherapie bei chronischer Hepatitis

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Quercetin zur sportlichen Leistungssteigerung?

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“Fitness ohne Training durch ,Phytodoping‘?“, fragt die “Ärztezeitung” und fügt bei: “Ganz ohne Trainingsanstrengung die körperliche Fitness verbessern – diese ,bequeme‘ Leistungssteigerung scheint mit dem Wirkstoff Quercetin möglich zu sein. Ein neuer Fall für die Dopingkontrolleure?”

Quercetin gehört zu den Polyphenolen – sein Name verweist auf eine Beziehung zur Eiche (lateinisch Quercus) – und kommt in höherer Konzentration etwa in Zwiebeln, Äpfeln oder Brokkoli vor. Dem Pflanzenfarbstoff werden starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Ein US-Wissenschaftlerteam um Dr. J. Mark Davis an der Universität in Columbia hat seit einiger Zeit eine weitere potenzielle Wirkung im Auge. Tierexperimentell fand die Gruppe Anhaltspunkte dafür, dass Quercetin auch die Biogenese der Mitochondrien, die als biochemische „Kraftwerke“ der Zellen gelten, verbessern kann. In der Studie war die Verbesserung der mitochondrialen Biogenese mit einer erhöhten Ausdauerkraft verbunden.
Kann man also mit dem Polyphenol Quercetin auch bei Menschen die Fitness ohne die Mühsal eines schweißtreibenden Ausdauertrainings verbessern? Die Antwort brachte kürzlich eine kleine Studie bei zwölf gesunden, aber sportlich untrainierten Versuchsteilnehmern. Diese bekamen jeweils sieben Tage lang entweder zweimal täglich ein Präparat mit 500 mg reinem Quercetin oder Placebo. Am Anfang und am Schluss der einwöchigen Behandlungsperiode stand jeweils ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer.
Die Einnahme von Quercetin war mit einer moderaten Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2) um 3,9 Prozent verbunden, schreiben die Forscher im „International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism“. Deutlicher war die Verbesserung beim Parameter Zeit bis zur Erschöpfung (time to fatigue), welche um 13,2 Prozent verlängert wurde. Die Autoren ziehen den Schluss: Quercetin verbesserte bei Untrainierten die Ausdauerleistung in einem Maße, wie es sonst nur durch konsequentes Training erreichbar ist.
Ob das neue Möglichkeiten nicht nur zum Doping, sondern auch zur Krankheitsverhütung eröffnet, bleibt abzuwarten.

Die Ärztezeitung schreibt: “Äpfel essen als Phytodoping? Da müssten es schon knapp 100 Stück täglich sein.”

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

“Und wie viele Zwiebeln?”, würde ich da weiterfragen…..
Im Ernst: Quercetin ist ein interessanter Inhaltsstoff und auch in vielen Heilpflanzen enthalten.
Quercetin ist ein gelber Naturfarbstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt, zum Beispiel inm der Färbereiche oder im Apfel. Ebenso ist Quecetin im Wein enthalten. Da Quercetin vor allem in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte in Rotweinen höher als im Weißwein. Daneben trägt auch eine Holzfasslagerung zum Quercetingehalt bei, weil die Substanz während der Lagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht.
Das Polyphenol Quercetin ist ein Flavonoid. Es ist weit verbreitet im Pflanzenreich und somit auch in der Nahrung. Große Quercetin-Mengen können in Zwiebeln, Äpfeln, Brokkoli oder grünen Bohnen gefunden werden, die je nach Art der Zubereitung aber teilweise zerstört werden. Auch das Schälen von Obst und Gemüse reduziert den Flavonoid-Anteil drastisch, denn speziell in den farbigen Schalen (Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe) ist der Flavonoidgehalt hoch. Quercetin werden weitreichende, physiologisch günstige Effekte zugesprochen. Hervorzuheben wird dabei eine krebshemmende Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potenzial zurückzuführen sein soll. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger.
Die tägliche Aufnahme von Quecetin mit der Nahrung soll in westlichen Ländern geschätzte 25 mg betragen. Obwohl der Stoff also verbreitet in der Nahrung vorkommt, können auf diesem Weg die in der Studie verabreichten 1000mg Quercetin pro Tag nicht zugeführt werden. Es stellt sich aber sowieso die Frage, ob derart hohe, unphysiologische Quercetin-Mengen nicht auch negative Effekte auslösen könnten. Grundsätzlich sind Flavonoide gut verträgliche Wirkstoffe, die auch leicht wieder ausgeschieden werden. Das spricht für gute Verträglichkeit. Allerdings gibt es inzwischen einige Studien, in denen unnatürlich hohe Gaben von Antioxidantien negative Folgen zeigten. Ein breites Angebot an verschiedenen Radikalfängern, wie es eine abwechslungsreiche Ernährung am besten sicherstellt, ist wohl sinnvoller als die Einnahme eines einzigen Stoffes in sehr hoher Dosis.

Im übrigen wird die Schlagzeile “Fitness ohne Training durch Phytodoping” ziemlich relativiert durch eine Meldung im “Ärzteblatt”, die ich hier modifiziert anfüge:

Energiedrinks mit Quercetin anderen Getränken nicht überlegen

Energydrinks mit Quercetin als Inhaltstoff sind nicht wirksamer andere Getränke dieser Gattung. Zu diesem Resultat kommt eine Studie von Forschern der University of Georgia. Das Journal of Applied Physiology publizierte die Untersuchung (2009; 107: 1095-1104).??Das Polyphenol Quercetin erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es wird vermarktet als leistungssteigernder Nahrungsmittelzusatz. So wirbt zum Beispiel Lance Armstrong für einen sogenannten Energy Drink, dem dieses Antioxidanz beigefügt ist. Quercetin findet sich als Naturfarbstoff in vielen Pflanzen und kommt auch in Nahrungsmitteln wie Äpfeln oder Wein vor.?

Forscher des UGA College of Education testeten nun Quercetin in einer Doppelblindstudie an 30 Versuchspersonen. Die Fallgruppe bekamen über 16 Tage viermal täglich 250mg Quercetin, während die Kontrollgruppe ein Placebo einnahm. Die Wissenschaftler erfassten dabei zahlreiche Parameter wie den maximalen Sauerstoffverbrauch, Kraftverlust im Verlauf einer Übung, Leistungsfähigkeit auf dem Fahrradergometer oder die Fähigkeit der Muskeln, Energie zu synthetisieren. ??“Wir konnten keine Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch Quercetin feststellen. In gewisser Weise hat uns das Ergebnis enttäuscht, da unsere Hypothese auf vorangegangenen Untersuchungen an Mäusen fußte. Diese hatten uns ein positives Ergebnis vermuten lassen”, hielt Kirk Cureton fest, Leiter der Abteilung für Kinesiologie.
Quelle: www.aerzteblatt.de

Originalpublikation:
http://jap.physiology.org/cgi/content/abstract/107/4/1095

Kommentar & Ergänzung:
Alles unklar und offen, könnte man hier also schlussfolgern. Nichtsdestotrotz wird Quercetin als Nahrungsergänzungsmittel heftig vermarktet.
Mit nur 12 und 30 Teilnehmenden sind im übrigen beide Studien nicht sehr gewichtig.
Also doch lieber trainieren – schliesslich profitiert der Organismus von Bewegung auf den verschiedensten Ebenen…..

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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