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Gefängnis-Experiment: Naturfilme reduzieren Aggressionen

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Naturaufnahmen wirken offenbar beruhigend auf Gefängnisinsassen.

Das legt das Resultat eines Experiments von Psychologen und Therapeuten in den USA nahe. Sie hatten für Häftlinge in Einzelhaft im Fitnessraum einen Bildschirm an die Wand montiert, auf dem ein Jahr lang Naturvideos mit Aufnahmen von Bergseen, Wüsten oder Regenwäldern liefen. Diese Bilder konnten sich die Häftlinge anschauen, während sie vier bis fünf mal die Woche ihr Fitnessprogramm absolvierten.

Die Insassen sagten hinterher, dass die Videos beruhigend auf sie wirkten – und das auch noch Stunden nach dem Sport. Manche berichteten, dass die Erinnerung an die Naturbilder ihnen auch helfe, sich in kritischen Situationen wieder zu beruhigen. Auch die Wärter stellten fest, dass die Naturfilme sich positiv ausgewirkt haben. Im Schnitt habe es ein Viertel weniger Tätlichkeiten von Häftlingen gegeben, die an dem Programm teilnahmen.

Quelle:

http://www.deutschlandfunk.de/gefaengnis-experiment-naturfilme-gegen-aggressionen.2850.de.html?drn:news_id=787273

https://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-09/uou-nic082817.php

 

Kommentar & Ergänzung:

Nun ja, sehr überraschend scheint mir dieses Ergebnis eigentlich nicht. Und ich bin sicher, das klappt auch ausserhalb des Gefängnisses – und am besten in der realen Natur…….

Wie wärs mit einer Kräuterwanderung….?

Bewegung in der Natur ist gut für Stressabbau und Burn-out-Prävention. Das sag ich ganz ohne Studien.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung (Fatigue)

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Ein zwölfwöchiges Krafttraining während der Strahlentherapie steigert die Lebensqualität und reduziert die Fatigue-Symptome von Brustkrebs-Patientinnen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Studie mit 160 Teilnehmerinnen.

Der Frage, ob Sport und körperliche Aktivität die Lebensqualität von Krebspatienten steigern können, widmen sich gegenwärtig zahlreicher Untersuchungen. Dabei steht auch die Fatigue im Fokus, jene bleierne Müdigkeit und Erschöpfung, die vielen Krebspatienten zum Teil auch noch Jahre nach Abschluss der Therapie das Leben schwer macht.

Die Möglichkeiten, diese schwerwiegende Begleiterscheinung vieler Krebserkrankungen zu lindern, sind zur Zeit noch sehr beschränkt.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Karen Steindorf im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg untersuchten nun, ob Krafttraining bereits im Verlaufe der Strahlentherapie Brustkrebs-Patientinnen helfen kann, Fatigue-Symptomen vorzubeugen oder sie zu mildern. Sportangebote haben häufig schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt für die Patientinnen. Die Forscher in Heidelberg wollten mit ihrer Studie deshalb untersuchen, ob es neben diesen psychosozialen Effekten auch weitergehende positive Auswirkungen eines Sporttrainings auf die Fatigue und auf die allgemeine Lebensqualität gibt. Deshalb wählten sie ein spezielles Studiendesign und verglich das Krafttraining mit einem ebenfalls gruppenbasierten Entspannungstraining. Die insgesamt 160 teilnehmenden Brustkrebspatientinnen wurden per Zufallsentscheid der Sport- oder der Entspannungsgruppe zugeteilt. Sie trainierten jeweils zweimal wöchentlich je eine Stunde. Vor Beginn und nach Abschluss des Trainings nach zwölf Wochen gaben die Patientinnen in einem detaillierten Fragebogen Auskunft über ihr psychisches und physisches Befinden. Zudem wurde ihre Fitness getestet.

 

Krafttraining vermindert Erschöpfungssymptome

Die Studie ergab, dass Brustkrebspatientinnen der Sport-Gruppe signifikant weniger unter Erschöpfungssymptomen litten, zudem verbesserten sich wichtige Teilaspekte der Lebensqualität, sowie – was zu erwarten war – die Körperkraft. In Bezug auf emotionale und kognitive Parameter zeigten sich dagegen keine Differenzen zwischen Krafttrainingsgruppe und Entspannungsgruppe. Das überraschte die Wissenschaftler kaum, denn auch die Entspannungsübungen verbessern das psychische Wohlergehen der Patientinnen, so dass die Forscher keinen großen Unterschied zwischen beiden Gruppen in diesem Bereich erwartet hatten. In der Gesamtauswertung ergab das Sporttraining jedoch viel bessere Resultate. Krafttraining sei offenbar eine wirksame Methode, um den belastenden Fatigue-Symptomen bei Brustkrebspatientinnen vorzubeugen oder sie zu lindern, schliessen die Forscher aus ihren Resultaten. Die Patientinnen profitieren zudem auch in ihrem Alltagsleben von einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Daten der Studie sind offenbar so überzeugend, dass die Forscher empfehlen, Krafttraining schon therapiebegleitend in die Routineversorgung von Brustkrebspatientinnen aufzunehmen. Sie vermuten zudem, dass die Patientinnen gleich doppelt profitieren: von den eigentlichen Kraftübungen ebenso wie von den psychosozialen Effekten eines Trainings in der Gruppe.

Quelle:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=43855

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

K. Steindorf, M. E. Schmidt, O. Klassen et al. 
Randomized Controlled Trial of Resistance Training in Breast Cancer Patients Receiving Adjuvant Radiotherapy: Results on Cancer-related Fatigue and Quality of Life. 
Annals of Oncology 2014, DOI: 10.1093/annonc/mdu374

 

Kommentar & Ergänzung:

Dass die Forscher in dieser Studie direkt Krafttraining mit Entspannungstraining verglichen, scheint mir sehr aufschlussreich.

Fatigue ist ein schwierig zu beeinflussendes Phänomen, so dass jeder Klärungsschritt zu begrüssen ist.

Auch in der Phytotherapie gibt es keinen „Knüller“, also keinen Tipp, mit dem sich die Fatigue sicher und deutlich bessern lässt. Immer wieder diskutiert und auch untersucht hinsichtlich Fatigue wird vor allem Ginseng.

Hier zum Thema ein paar weitere Beiträge:

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue? 

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Symptome bei Krebserkrankungen 

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken 

Tipps für Krebskranke aus der komplementären Onkologie

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Rote Beete (CH: Randen) zur Blutbildung?

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Immer wieder zu hören ist die Vorstellung, dass Rote Beete – in der Schweiz Rande oder Randen genannt – die Blutbildung fördere und bei Eisenmangel bzw. „Blutarmut“  zu empfehlen sei. Diese Idee basiert wohl auch der dunkelroten Farbe der Roten Beete, die mit Blut assoziiert wird.

Die intensiv rote Farbe hat allerdings weder mit Eisen noch mit Blut zu tun. Verantwortlich dafür ist das Glykosid Betanin. Als Lebensmittelfarbstoff ist Betanin unter der Bezeichnung „E 162“ als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und wird als Lebensmittelfarbe verwendet – zum Beispiel im Joghurt.

Zudem ist es mit dem Eisengehalt der Roten Beete nicht sehr weit her. Er beträgt 1 mg pro 100 g Rote Beete. Damit wird sie von vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln übertroffen. Karotten, Feldsalat, Grünkohl oder Erbsen beispielsweise schneiden mit zwei Milligramm Eisen in 100 Gramm besser ab. Besonders hoch ist der Eisengehalt mit sechs bis sieben Milligramm pro 100 Gramm in Linsen oder weißen Bohnen.

Die besten Eisenquellen sind allerdings Fleisch und Fisch. In ihnen steckt zweiwertiges Eisen, das vom Darm zwei- bis dreimal besser aufgenommen wird als das dreiwertige Eisen aus Pflanzen.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mythos-medizin-foerdert-rote-bete-die-blutbildung-a-931560.html

Kommentar & Ergänzung:

Wenn Rote Beete / Randen keine Wirkung auf die Blutbildung hat, schliesst das natürlich nicht aus, dass sie als Gemüse gesund sind.

Zudem gibt es ein paar interessante Forschungsergebnisse zu Rote Beete / Randen.

Siehe dazu:

Rote Beete (CH: Randen) reduziert Blutdruck

Rote Beete / Randen reduziert Blutdruck

Rote-Beete-Saft / Randensaft: Legales Doping bei Radrennen?

Randensaft / Rote-Beete-Saft senkt Blutdruck

Randensaft / Rote-Beete-Saft kann Lungenkranke bei Fitnessprogramm unterstützen

Randensaft / Rote-Beete-Saft steigert sportliche Ausdauer

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Misteltinktur gegen Krebs?

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Ich bin immer wieder entsetzt, wieviel „Schrott“ im Internet unter den Etiketten „Alternativmedizin“ „Komplementärmedizin“ und „Naturheilkunde“ verkauft wird, weil hier jede Qualitätskontrolle fehlt.

Da verkauft beispielsweise ein österreichischer „Spezialist für ganzheitliche Gesundheit, Figur und Fitness“ Misteltinktur mit der Begründung, Mistel besitze immunverändernde Eigenschaften und könne bei manchen Krebsarten das Tumorwachstum hemmen.

Unterschlagen wird dabei, dass die immunstimulierenden Inhaltsstoffe der Mistel (Lektine, Viscotoxine) hochmolekular sind und aus dem Verdauungstrakt nicht in den Körper aufgenommen werden. In der anthroposophischen Krebstherapie wird die Mistel deshalb in Form von Injektionen verabreicht (z. B. als Iscador). Und selbst so ist die Wirkung alles andere als geklärt.

Siehe dazu:

Misteltherapie gegen Krebs  –  wirksam?

Misteltinktur (genauso wie Misteltee) ist jedoch auf jeden Fall eine ungeeignete Anwendungsform.

Aber wen interessiert das schon?

Weder die Verkäufer noch die Patientinnen und Patienten wollen das offenbar so genau wissen.

Wenn Sie lernen wollen, wie sich leere Versprechungen von glaubwürdigen Aussagen unterscheiden lassen, dann können Sie das bei mir im Heilpflanzen-Seminar oder in der Phytotherapie-Ausbildung.

Siehe auch:

Naturheilkunde: Woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Walking und Jogging helfen gegen Migräne

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Sportliche Aktivität wirkt sich deutlich positiv auf die Stärke, die Häufigkeit und die Dauer einzelner Migräne­Attacken von Patienten aus. Zu diesem Resultat kam eine Studie am Universitätsklinikum Kiel, die mit Unterstützung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) durchgeführt wurde. „Vor allem der Sport im aeroben Herzfrequenzbereich zur Steigerung der Ausdauer, zum Beispiel durch ein ausreichend effizientes Lauftraining, soll hierfür in besonderem Maße geeignet sein“, erklärt Dr. Stephanie Darbaneau, die die Studie begleitet hat.

In der Studie wurde die Wirkung von Jogging und von Walking auf die Migräne verglichen.

Während der Untersuchung beobachteten die Wissenschaftler die Entwicklung der Migränesymptome acht Wochen vor und nach dem Training bei Patienten, die durchschnittlich schon seit 20 Jahren erkrankt waren. In beiden Gruppen (Joggen und Walken) zeigte sich, dass Sport bei der Migräneerkrankung günstig wirkt.
So reduzierten sich die Migränetage in der Jogginggruppe um 17,2 Prozent und die Kopfschmerzstunden gingen um 21,8 Prozent pro Monat zurück. In der Walkinggruppe traten aufgrund der moderaten Bewegung pro Monat durchschnittlich 1,3 Attacken weniger auf.

Bisher existieren nur wenige Studien, die den erwarteten günstigen Effekt des Sports auf Kopfschmerzen belegen. Zehn Studien haben den Effekt von Sport auf die Migräneerkrankung untersucht, fünf davon konnten zeigen, dass Betroffene nach einem regelmäßigen Ausdauerlauftraining weniger Attacken hatten. Bei den übrigen fünf Studien blieb die Wirkung unklar oder konnte nicht nachgewiesen werden.

Als Erklärung für die vom Ausdauersport erwarteten Effekte wird eine Steigerung der Schmerzschwelle diskutiert. Ausdauersport soll den Abbau von unter Stress ausgeschütteten Hormonen beschleunigen, den Stresshormonpegel der Patientinnen und Patienten reduzieren und dadurch die individuelle Schmerzschwelle beeinflussen.

Quelle:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48370/Walken_und_Joggen_hilft_gegen_Migraene.htm

Kommentar & Ergänzung:

„Bewegung“ ist eine Heilmethode aus der klassischen Naturheilkunde.  Darum gehört „Bewegung“ auch zu den 5-Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp:

– Hydrotherapie

– Heilpflanzen-Anwendungen (in modernisierter Form: Phytotherapie)

– Ernährung

– Bewegung, Luft, Licht

– Lebensordnung

Siehe auch:

Was ist Naturheilkunde?

„Bewegung“ wird heute kaum mehr als Heilmethode aufgefasst.

Heilmethoden müssen exotischer daher kommen, um im Trend zu liegen.

„Bewegung“ wird mit Sport und Fitness gleich gesetzt, ist natürlich gesund und kommt heute attraktiver verpackt als Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates etc. daher.

Inzwischen gibt es aber immer mehr Untersuchungen, die regelmässiger Bewegung spezifische günstige Wirkungen zuschreiben zum Beispiel bei Diabetes, Depressionen, Demenz, Durchblutungsstörungen in den Beinen.

In der Regel braucht es für günstige Effekte nicht die intensive, stundenlange körperliche Aktivität. Schon kleinere, aber regelmässig absolvierte Bewegungsrationen zeigen gute Wirkung. Und am besten baut man diese Bewegungsrationen in den Alltag ein.

Wer darüber hinaus noch Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates….machen will, kann das gerne tun. Solche Methoden haben meinem Eindruck nach vor allem einen Motivationseffekt, wenn man dadurch eine Bewegungsart oder eine Gruppe findet, die einem zusagt.

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Schlankheitsmittel & Sexpillen

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Nicht alles, was als „natürlich“ vermarktet wird, ist es auch…

Bei den allermeisten Schlankheitsmitteln und Sexpillen, die über das Internet verkauft werden ist sehr fraglich, ob sie eine sinnvolle Wirkung haben.

Darüber hinaus sind viele dieser Mittel aber auch riskant.

Die Verbraucherzentrale hat daher wieder einmal gewarnt, dass sie krebserregende und blutdrucksteigernde Inhaltsstoffe enthalten können.

Fast jedes dritte Nahrungsergänzungsmittel ausländischer Herkunft, das Figur- und Fitnessfans im Internet bestellen, enthält – für Käufer nicht erkennbar – illegale und hochgradig gesundheitsschädliche Stoffe. Das zeigte eine Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW.

Die Verbraucherschützer bestellten für ihre Tests 78 Präparate auf deutschsprachigen Internetseiten oder bei Plattformen, darunter auch bei „Ebay“ und „Amazon“. Sie wählten dabei Produkte aus den Kategorien Gewichtsreduktion, Potenz- und Libido-Steigerung sowie Fitnessmittel für Freizeitsportler. Die Pillen und Pülverchen sollten angeblich nur natürliche Inhaltsstoffen enthalten.

Resultat: Obwohl alle Präparate als natürliche Nahrungsergänzungsmittel im Internet angepriesen wurden, enthielten 13 von 21 Schlankheitsmitteln, acht von 13 Libido- und Potenzmitteln sowie sechs von 21 Sportlerprodukten verbotene und gefährliche Substanzen.

Die bedenklichsten Präparate enthielten sogar verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Sibutramin und Tadalafil oder Stimulanzien wie Ephedrin und Amphetamin. Der Arzneiwirkstoff Sibutramin, bei der Untersuchung aufgespürt in Diät-Pillen, kann erhöhten Blutdruck, eine gesteigerte Herzfrequenz und starke Übelkeit verursachen, erklären die Verbraucherschützer.

Das in Schlankmachern ebenfalls aufgefundene Phenolphthalein gilt als potenziell krebserregend. Tadalafil, das sich als Bestandteil in angeblich rein pflanzlichen Potenzmitteln fand, wird zur Behandlung von Impotenz angewendet und kann bei einer falschen Medikation einen Kollaps auslösen.

Stimulanzien, die im Großteil der angeblich natürlichen Fitnessprodukte gefunden wurden, spenden dem Organismus keine neue Energie, sondern beuten die Energiereserven im Gegenteil bis zur totalen Erschöpfung aus, warnt die Verbraucherzentrale. Eine Überdosierung könne bei Freizeitsportlern Muskelblockaden verursachen, im Extremfall sogar zum Tod führen.

Abenteuerlich ist laut Verbraucherschützern zudem, dass neun von zehn Präparaten wegen gravierender Kennzeichnungsmängel (Warnhinweise fehlen, nur in Fachchinesisch beschriftet) in Deutschland überhaupt nicht verkauft werden dürften.

Ausserdem würden sich einige Firmen dreist gefälschter Gütesiegel bedienen – etwa von Stiftung Warentest oder von hiesigen Apotheken.

Als riskante Produkte stellt die Verbraucherzentrale folgende Beispiele vor:

– Das Potenzmittel Super Lover enthält das verschreibungspflichtige Potenzmittel Tadalafil und ist gefährlich bei Herzerkrankungen, Blutdruckproblemen. Es darf in Deutschland nicht verkauft werden.

– Das Schlankheitsmittel Lipro Diet Pills enthält das krebserregende Abführmittel Phenolphthalein und den verschreibungspflichtigen Appetithemmer Sibutramin.

– Im Potenzmittel Passion Plus steckt das nicht zugelassene Potenzmittel Icariin. Es darf in Deutschland nicht verkauft werden.

– Der Schlankmacher Perfect Slim enthält den verschreibungspflichtigen Appetithemmer Sibutramin, der im Jahr 2010 europaweit wegen massiver Nebenwirkungen mit Todesfällen vom Markt genommen wurde.

– Das im Sportlerprodukt ERY Speed Booster enthaltene Ephedrin kann Nebenwirkungen wie Angst, Schlaflosigkeit, Zittern, Pulsrasen und Krämpfe verursachen, es darf in Deutschland nicht verkauft werden.

– Im Sportlerprodukt Crack steckt die illegale Dopingsubstanz Methylhexanamin. Es darf in Deutschland nicht verkauft werden.

Quelle:

http://www.bz-berlin.de/ratgeber/vorsicht-vor-diesen-diaet-und-sexpillen-article1302328.html

Kommentar & Ergänzung:

Stossend ist vor allem, dass solche Produkte als „natürlich“ vermarktet werden und damit der Eindruck erweckt wird, sie seinen harmlos. Obwohl selbst das nicht stimmt, denn „natürlich“ bedeutet nicht immer auch „harmlos“.

Ist gibt eine zunehmende Medikalisierung aller Lebenslagen, auch mit tatsächlichen oder angeblichen Naturheilmitteln. Sexualität, Sport, Älter werden, Abnehmen, Intelligenter werden……für alles scheint es eine Pille zu geben. Für die Befindlichkeit und das Gefühlsleben sind Bachblüten und Schüssler-Salze zuständig….

Woher kommt denn eigentlich diese Sucht nach Pillen, Tropfen, Tabletten, Globuli & Co.?

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Rote-Beete-Saft / Randensaft – legales Doping bei Radrennen?

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Kommt ein neues und legales Dopingmittel im Radsport aus der Pflanzenheilkunde? Wissenschaftler um Professor Andrew Jones von der Universität Exeter in England schwören zumindest auf Rote-Beete-Saft.

Nitrat in Rote-Beete-Saft (in der Schweiz auch Randensaft genannt) erweitere die Gefäße und vermindere in Muskeln bei Belastung den Sauerstoffbedarf, berichtet die Universität.

Die Wissenschaftler haben deshalb in einer Studie die Wirksamkeit von Rote-Beete-Saft bei neun Vereinsradfahrern mit Radrennerfahrung überprüft (Medicine and Science in Sports and Exercise 2011; 43: 1125).

11 Sekunden schneller auf 4 Kilometer

Die Teilnehmer tranken in der verblindeten Untersuchung vor Rennen über 4 oder 16,1 km je einen halben Liter entweder normalen Rote-Beete-Saft oder aber Nitrat-reduzierten Saft.

Im Mittel seien die Radfahrer mit dem normalen Saft auf der kürzeren Strecke 11 Sekunden (2,8 Prozent) und auf der längeren Strecke 45 Sekunden (2,7 Prozent) schneller gewesen, so die Wissenschaftler. Alle Radsportler seien dabei unter maximaler Belastung gefahren (gemessen am VO2 ).

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/661894/rote-beete-saft-dopingmittel.html?sh=85&h=-1436656583

http://journals.lww.com/acsm-msse/Abstract/2011/06000/Acute_Dietary_Nitrate_Supplementation_Improves.27.aspx

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema Randensaft / Rote-Beete-Saft beim Ausdauersport wurde bereits früher von der gleichen Arbeitsgruppe eine Studie publiziert:

Randensaft / Rote Beete steigert sportliche Ausdauer

(Siehe dort auch die Anmerkungen zu allfälligen unerwünschten Nebenwirkungen hochdosierter Einnahme von Rote-Beete-Saft / Randensaft)

Damals handelte es sich um eine Studie auf dem Fahrradergometer, während für die neue Studie die Leistung auf einer Fahrt im Freien gemessen wurde. Auch die neue Studien „krankt“ aber an den kleinen Teilnehmerzahlen, welche die Aussagekraft einschränkt.

Zu weiteren Wirkungen von Randensaft / Rote-Beete-Saft:

Randensaft / Rote Beete kann Lungenkranke bei Fitness-Programm unterstützen

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

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Quercetin zur sportlichen Leistungssteigerung?

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“Fitness ohne Training durch ,Phytodoping‘?“, fragt die “Ärztezeitung” und fügt bei: “Ganz ohne Trainingsanstrengung die körperliche Fitness verbessern – diese ,bequeme‘ Leistungssteigerung scheint mit dem Wirkstoff Quercetin möglich zu sein. Ein neuer Fall für die Dopingkontrolleure?”

Quercetin gehört zu den Polyphenolen – sein Name verweist auf eine Beziehung zur Eiche (lateinisch Quercus) – und kommt in höherer Konzentration etwa in Zwiebeln, Äpfeln oder Brokkoli vor. Dem Pflanzenfarbstoff werden starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben.
Ein US-Wissenschaftlerteam um Dr. J. Mark Davis an der Universität in Columbia hat seit einiger Zeit eine weitere potenzielle Wirkung im Auge. Tierexperimentell fand die Gruppe Anhaltspunkte dafür, dass Quercetin auch die Biogenese der Mitochondrien, die als biochemische „Kraftwerke“ der Zellen gelten, verbessern kann. In der Studie war die Verbesserung der mitochondrialen Biogenese mit einer erhöhten Ausdauerkraft verbunden.
Kann man also mit dem Polyphenol Quercetin auch bei Menschen die Fitness ohne die Mühsal eines schweißtreibenden Ausdauertrainings verbessern? Die Antwort brachte kürzlich eine kleine Studie bei zwölf gesunden, aber sportlich untrainierten Versuchsteilnehmern. Diese bekamen jeweils sieben Tage lang entweder zweimal täglich ein Präparat mit 500 mg reinem Quercetin oder Placebo. Am Anfang und am Schluss der einwöchigen Behandlungsperiode stand jeweils ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer.
Die Einnahme von Quercetin war mit einer moderaten Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2) um 3,9 Prozent verbunden, schreiben die Forscher im „International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism“. Deutlicher war die Verbesserung beim Parameter Zeit bis zur Erschöpfung (time to fatigue), welche um 13,2 Prozent verlängert wurde. Die Autoren ziehen den Schluss: Quercetin verbesserte bei Untrainierten die Ausdauerleistung in einem Maße, wie es sonst nur durch konsequentes Training erreichbar ist.
Ob das neue Möglichkeiten nicht nur zum Doping, sondern auch zur Krankheitsverhütung eröffnet, bleibt abzuwarten.

Die Ärztezeitung schreibt: “Äpfel essen als Phytodoping? Da müssten es schon knapp 100 Stück täglich sein.”

Quelle: www.aerztezeitung.de

Kommentar & Ergänzung:

“Und wie viele Zwiebeln?”, würde ich da weiterfragen…..
Im Ernst: Quercetin ist ein interessanter Inhaltsstoff und auch in vielen Heilpflanzen enthalten.
Quercetin ist ein gelber Naturfarbstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt, zum Beispiel inm der Färbereiche oder im Apfel. Ebenso ist Quecetin im Wein enthalten. Da Quercetin vor allem in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte in Rotweinen höher als im Weißwein. Daneben trägt auch eine Holzfasslagerung zum Quercetingehalt bei, weil die Substanz während der Lagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht.
Das Polyphenol Quercetin ist ein Flavonoid. Es ist weit verbreitet im Pflanzenreich und somit auch in der Nahrung. Große Quercetin-Mengen können in Zwiebeln, Äpfeln, Brokkoli oder grünen Bohnen gefunden werden, die je nach Art der Zubereitung aber teilweise zerstört werden. Auch das Schälen von Obst und Gemüse reduziert den Flavonoid-Anteil drastisch, denn speziell in den farbigen Schalen (Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe) ist der Flavonoidgehalt hoch. Quercetin werden weitreichende, physiologisch günstige Effekte zugesprochen. Hervorzuheben wird dabei eine krebshemmende Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potenzial zurückzuführen sein soll. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger.
Die tägliche Aufnahme von Quecetin mit der Nahrung soll in westlichen Ländern geschätzte 25 mg betragen. Obwohl der Stoff also verbreitet in der Nahrung vorkommt, können auf diesem Weg die in der Studie verabreichten 1000mg Quercetin pro Tag nicht zugeführt werden. Es stellt sich aber sowieso die Frage, ob derart hohe, unphysiologische Quercetin-Mengen nicht auch negative Effekte auslösen könnten. Grundsätzlich sind Flavonoide gut verträgliche Wirkstoffe, die auch leicht wieder ausgeschieden werden. Das spricht für gute Verträglichkeit. Allerdings gibt es inzwischen einige Studien, in denen unnatürlich hohe Gaben von Antioxidantien negative Folgen zeigten. Ein breites Angebot an verschiedenen Radikalfängern, wie es eine abwechslungsreiche Ernährung am besten sicherstellt, ist wohl sinnvoller als die Einnahme eines einzigen Stoffes in sehr hoher Dosis.

Im übrigen wird die Schlagzeile “Fitness ohne Training durch Phytodoping” ziemlich relativiert durch eine Meldung im “Ärzteblatt”, die ich hier modifiziert anfüge:

Energiedrinks mit Quercetin anderen Getränken nicht überlegen

Energydrinks mit Quercetin als Inhaltstoff sind nicht wirksamer andere Getränke dieser Gattung. Zu diesem Resultat kommt eine Studie von Forschern der University of Georgia. Das Journal of Applied Physiology publizierte die Untersuchung (2009; 107: 1095-1104).??Das Polyphenol Quercetin erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es wird vermarktet als leistungssteigernder Nahrungsmittelzusatz. So wirbt zum Beispiel Lance Armstrong für einen sogenannten Energy Drink, dem dieses Antioxidanz beigefügt ist. Quercetin findet sich als Naturfarbstoff in vielen Pflanzen und kommt auch in Nahrungsmitteln wie Äpfeln oder Wein vor.?

Forscher des UGA College of Education testeten nun Quercetin in einer Doppelblindstudie an 30 Versuchspersonen. Die Fallgruppe bekamen über 16 Tage viermal täglich 250mg Quercetin, während die Kontrollgruppe ein Placebo einnahm. Die Wissenschaftler erfassten dabei zahlreiche Parameter wie den maximalen Sauerstoffverbrauch, Kraftverlust im Verlauf einer Übung, Leistungsfähigkeit auf dem Fahrradergometer oder die Fähigkeit der Muskeln, Energie zu synthetisieren. ??“Wir konnten keine Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch Quercetin feststellen. In gewisser Weise hat uns das Ergebnis enttäuscht, da unsere Hypothese auf vorangegangenen Untersuchungen an Mäusen fußte. Diese hatten uns ein positives Ergebnis vermuten lassen”, hielt Kirk Cureton fest, Leiter der Abteilung für Kinesiologie.
Quelle: www.aerzteblatt.de

Originalpublikation:
http://jap.physiology.org/cgi/content/abstract/107/4/1095

Kommentar & Ergänzung:
Alles unklar und offen, könnte man hier also schlussfolgern. Nichtsdestotrotz wird Quercetin als Nahrungsergänzungsmittel heftig vermarktet.
Mit nur 12 und 30 Teilnehmenden sind im übrigen beide Studien nicht sehr gewichtig.
Also doch lieber trainieren – schliesslich profitiert der Organismus von Bewegung auf den verschiedensten Ebenen…..

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Randensaft ( Rote Beete) steigert sportliche Ausdauer

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Täglich ein halber Liter Rote-Beete-Saft (in der Schweiz Randensaft genannt) steigert die Leistung in Ausdauersportarten. Das zeigte sich in einer kleinen placebokontrollierten Studie, die jetzt im Journal of Applied Physiology (2009; doi: 10.1152/japplphysiol.00722.2009) publiziert wurde.
Eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Studie erschien soeben auf www.aerzteblatt.de.

An der Studie beteiligten sich acht Männer im Alter von 19 bis 38 Jahren, welche über sechs Tage täglich einen halben Liter Rote Beete-Saft tranken. An den letzten drei Tagen wurden mit den Männern Belastungstests auf dem Fahrradergometer durchgeführt. Wie die Gruppe um Andrew Jones von der Universität in Exeter/England berichtet, erhöhte der Rote-Beete-Saft die Ausdauer der Teilnehmer beim Fahrradfahren. Sie hielten durchschnittlich 11,25 Minuten durch, 92 Sekunden länger als in einer zweiten Studienphase, in welcher die Teilnehmer die gleiche Menge Johannisbeersaft getrunken hatten. Auf die Gesamtstrecke bezogen ergebe sich daraus eine Vorsprung von zirka 2 Prozent, was auf sportlichen Wettbewerben über Sieg oder hintere Plätze entscheiden könnte. ?

Randensaft und Johannisbeersaft haben zwar eine ähnliche Farbe. Rote-Beete enthält aber eine größere Menge Nitrate, welche im Organismus in Nitrite umgewandelt werden. Die Plasma-Nitrit-Konzentration lag nach dem Trinken von Randensaft fast doppelt so hoch wie nach dem Trinken von Johannisbeersaft, welcher fast keine Nitrate enthält. Studienleiter Jones vermutet, dass die Nitrite die Sauerstoffverwertung in den Mitochondrien verbessern.

Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass Nitrite mit den Eisenatomen der Enzyme der Zellatmung reagieren. Dies geschieht auch im Hämoglobin der Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) mit der Folge einer gesteigerten Methämoglobinbildung, was nicht unbedingt die Fitness erhöht. ??

Die Resultate von Jones zeigen indes, dass die Sauerstoffextraktion im Muskelgewebe nach dem Trinken des Rote Beete-Safts deutlich vermindert war. Lungenfunktionstests ergaben, dass die Teilnehmer für die gleiche Leistung 19 Prozent weniger Sauerstoff verbrauchten.??

Blutdrucksenkung durch Rote-Beete-Saft bestätigt

Der Rote Beete-Saft bewirkte außerdem eine Butdrucksenkung: Der systolische Wert in Ruhe ging von 132 auf 124 mm Hg zurück. Die Studie bestätigte damit die Resultate einer anderen Forschergruppe, die im letzten Jahr eine Senkung des Blutdrucks um 10,4/8 mm Hg nach dem Trinken der gleichen Menge Rote-Beete-Saft beschrieben hatte (Hypertension 2008; 51: 784-790).??

Das “Ärzteblatt” schliesst seinen Bericht mit folgendem Kommentar:

“Jones ist übrigens Berater der britischen Langstreckenläuferin Paula Radcliffe, auf deren Homepage sich ein Link zu einer Meldung der BBC zu der Studie befindet. Die Botschaft scheint demnach bei den Sportlern angekommen zu sein. Man kann nur hoffen, dass sich die Berater auch Gedanken über die möglichen Nebenwirkungen einer hoch dosierten Rote-Beete-Behandlung machen. Nitrite sind an der Bildung kanzerogener Nitrosamine beteiligt. Rote Beete enthält außerdem viel Oxalsäure, die Ausgangspunkt für die Bildung von Nierensteinen sein kann.”

Quelle: www.aerzteblatt.de

Zur Originalpublikation: http://www.exeter.ac.uk/news/featurednews/title,37371,en.php

Kommentar & Ergänzung:

Kompliment ans “Deutsche Äerzteblatt” für die informative und differenzierte Zusammenfassung. Andere Online-Dienste verwenden reisserische Titel wie “Natürliches Doping mit Rote Bete”, lassen dafür aber die möglichen Nebenwirkungen der Nitrite unerwähnt. Der hohe Nitratgehalt von Randen / Rote Beete ist ja immer wieder mal im Gespräch wegen möglichen gesundheitlichen Folgen. Allerdings dürfte ein Risiko nur bei längerdauernder Aufnahme hoher Nitratkonzentrationen verhanden sein, während die gemessene Leistungssteigerung innert Tagen auftrat, was natürlich für einen Wettkampf praktikabel wäre.

Aus den Meldungen geht nicht hervor, ob es sich bei den Teilnehmern um trainierte oder untrainierte Personen handelte. Das könnte relevant sein.
Aus Studien betreffend einer leistungssteigernden Wirkung von Ginseng ergaben sich zum Beispiel Hinweise, dass untrainierte Personen eher von einer Behandlung profitierten als hoch trainierte Spitzensportler, die ihr Potential schon weitgehend ausschöpfen.
Falls ein solcher Unterschied auch beim Randensaft auftritt, würde das die Bedeutung für den
Hochleistungssport möglicherweise relativieren.

Ausserdem ist zu sagen, dass natürlich die Anzahl der Teilnehmenden mit 8 Personen sehr klein war, was die Aussagekraft einschränkt.

Auf http://de.news.yahoo.com wird zu der Studie noch ergänzt, dass die Forscher laut “BBC” vermuten, “dass das mit dem Getränk aufgenommene Nitrat im Körper zu Stickoxid wird und dadurch beeinflusst, wie viel Sauerstoff vom Organismus während einer körperlichen Übung verbrannt wird. Davon wiederum hängt der Grad der Ermüdung ab. Basierend auf den Forschungsergebnissen könnten in Zukunft Ernährungspläne für Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen erstellt werden.”

Soweit ist die Wirkung allerdings noch nicht geklärt, dass schon Ernährungspläne für Herz-Kreislauf-Patienten mit Rote-Beete erstellt werden können. Sollte der Randensaft aber tatsächlich den Sauerstoffverbrauch während körperlicher Aktivität vermindern, wäre die Idee ja nicht ganz dumm, dass beispielsweise Patienten mit Herzschwäche davon profitieren könnten.

In solchen Fällen wären dann auch allfällige Langzeit-Nebenwirkungen der Nitrate wohl in Kauf zu nehmen.

Interessant ist die günstige Wirkung bei Bluthochdruck, die vom “Aerzteblatt” auch noch erwähnt wird.

Randen / Rote Beete wird in der traditionellen Naturheilkunde manchmal wegen der roten Farbe als Mittel zur Blutbildung empfohlen.
Heute weiss man aber, dass der rote Farbstoff, das Betanin, nichts mit der Blutbildung zu tun hat. Ein weiteres Beispiel für die Fragwürdigkeit von Theorien, welche von Farben und Formen der Heilpflanzen auf ihre Wirkungen schliessen wollen.

Betanin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, gehört zur Gruppe der Polyphenole und scheint als Antioxidans durchaus gesund zu sein.

Allenfalls könnten der Eisengehalt und der Folsäuregehalt in Randen / Rote Beete günstig auf die Blutbildung wirken. Viele andere Gemüse dürften der Roten Beete in diesen Punkten aber nicht nachstehen. Randen enthält nämlich verhältnismässig nur wenig Eisen. Dazu kommt noch, dass die in der Roten Beete enthaltenen Oxalate und das Nitrat die Eisenaufnahme behindern.
Das Nestle Ernährungstudio auf http://ernaehrungsstudio.nestle.de schreibt zum Thema Rote Beete, Eisen und Folsäure:

“ Sowohl das Spurenelement Eisen als auch das B-Vitamin Folsäure sind unentbehrlich für die Blutbildung. Eine Portion Rote Bete (200 g, roh) enthält etwa 166 µg Folsäure und 1,8 mg Eisen. Damit liefert das Gemüse knapp 15 % der empfohlenen Tagesmenge an Eisen und mehr als 40 % der pro Tag empfohlenen Folsäuremenge. Allerdings verwertet unser Körper pflanzliches Eisen weniger gut als tierisches. Und Folsäure ist sehr hitze- und lichtempfindlich. Durch Lagerung und Zubereitung geht ein großer Teil des Vitamins verloren. Unser Tipp: Verzehren Sie Rote Bete bevorzugt frisch und roh und/oder wählen Sie eine nährstoffschonende Zubereitungsform, z. B. dünsten. Rote Bete-Saft sollten Sie aus dunklen bzw. lichtundurchlässigen Flaschen genießen. Trinken Sie zur Rote Bete-Mahlzeit einen Vitamin C-reichen Orangensaft. Denn Vitamin C kann die Verwertung von pflanzlichem Eisen verbessern.”

Rote Beete / Randen ist übrigens ein gutes Beispiel dafür dass es fliessende Übergänge gibt zwischen Heilpflanzen und Nahrungspflanzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Täglicher Spaziergang bremst geistigen Abbau

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Viel Bewegung fördert offenbar die Gehirndurchblutung und dadurch die geistige Leistungsfähigkeit.
Ein ausgiebiger Spaziergang pro Tag, das hält bei alten Menschen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fit: Eine US-Studie hat gezeigt, dass die Hirndurchblutung und die kognitiven Fähigkeiten bei aktiven Menschen besser sind als bei trägen Zeitgenossen.
Ungenügende Bewegung erweist sich immer deutlicher als ein bedeutender Risikofaktor für Schlaganfall und Demenz bei alten Menschen. Umgekehrt scheint ausreichend körperliche Aktivität bei alten Menschen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist länger fit zu halten. Kanadische Wissenschaftler haben nun eine Hypothese entwickelt, die diesen Zusammenhang erklären könnte. Sie vermuten, dass viel Bewegung die Hirndurchblutung optimiert und so den geistigen Abbau bremst.
In ihrer Studie untersuchten die Forscher um Dr. Marc Poulin 42 gesunde Frauen im Alter von durchschnittlich 65 Jahren. 28 von ihnen waren körperlich sehr fit. Sie machten täglich Spaziergänge oder beteiligten sich an Aerobic-Übungen. Die anderen waren eher träge und bewegten sich wenig. Die Forscher erfassten die körperliche Fitness per maximaler Sauerstoffkapazität beim Ergometer-Training. Zudem bestimmten sie den arteriellen Blutdruck und per transkraniellem Doppler-Ultraschall zerebrovaskuläre Messwerte. Mittels einer ausführlichen Testreihe wurden die kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Sprachflüssigkeit, Aufmerksamkeit oder Reaktion festgehalten.
Im Ganzen schnitten die körperlich aktiven Frauen bei den kognitiven Tests deutlich besser ab – sie erreichten im durchschnittlich zehn Prozent mehr Punkte. Naturgemäß war die kognitive Leistung dabei umso schlechter, je älter die Studienteilnehmerinnen waren. Allerdings hing die geistige Leistung auch von der maximalen Sauerstoffkapazität ab – je höher dieses Maß für körperliche Fitness war, um so fitter war auch der Geist.
Zugleich zeigten Frauen mit guter Fitness auch bessere vaskuläre und zerebrovaskuläre Werte: Der durchschnittliche arterielle Blutdruck war um zehn Prozent tiefer, die zerebrovaskuläre Reservekapazität war hingegen um zirka fünf Prozent höher: Die fitten Frauen konnten deshalb während körperlicher Anstrengung oder einer Hyperkapnie (erhöhter Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut) die Hirndurchblutung deutlich besser steigern als körperlich träge Frauen. „Eine gewisse körperliche Grundfitness ist offenbar entscheidend dafür, im Alter gesund und geistig klar zu bleiben“, hält Poulin fest. „Und dafür genügt ein simpler täglicher Spaziergang.“
Aufgrund der Studienresultate vermutet Poulin, dass die gute Hirndurchblutung ein Faktor für die bessere geistige Leistung von körperlich aktiven alten Menschen.
Quelle: Ärzte Zeitung, 03.02.2009
Originalpublikation:
Neurobiology of Aging, doi:10.1016/j.neurobiolaging.2008.11.002

Kommentar:
Eine weitere Studie, die den Wert von körperlicher Bewegung für die Gesundheit aufzeigt. Das freut mich jedes Mal, ist doch Bewegung ein altes Heilmittel der traditionellen Naturheilkunde. Die Studien zeigen auch sehr schön, dass gar nicht irgendwelche extremen Sportaktivitäten nötig sind, sondern die langfristig in den Alltag integrierte und durchaus moderate Bewegung.
Diese Art von Bewegung ist unspektakulär und kostet wenig bis gar nichts. Darum wird für sie nicht viel Propaganda gemacht. Dadurch rücken bezüglich Gesunderhaltung immer mehr Methoden und Techniken in den Vordergrund, die den Herstellern, Verkäufern, Therapeuten usw. mehr Gewinn an Geld und Status versprechen.
Mir scheinen solche Erkenntnisse bezüglich dem Wert von Bewegung immer auch als gutes Argument für Heilkräuter-Exkursionen. Wer die Natur und die Heilpflanzen in der Umgebung kennenlernt, wird dadurch motiviert, sich im Freien zu bewegen. Wenn immer mehr Menschen Pflanzen und Tiere allenfalls noch aus dem Fernsehen kennen, ist das nicht nur ein grosser Verlust an faszinierenden Erlebnissen, sondern auch eine bezüglich der Gesundheit bedenkliche Entwicklung. Heilpflanzen-Exkursionen sind eine Brücke zur Natur. Sie aktivieren zugleich Körper, Geist und Psyche.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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