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Guarmehl bei Diabetes Typ 2

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Guarmehl wird aus den Samen der Guarbohne oder Büschelbohne (Cyamopsis tetragonolobus) gewonnen, einer Fabaceae. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Polysaccharide, die die Transitzeit der Nahrung im Darm verlängern. Zudem wird das zuckerspaltende Enzym α-Amylase durch Guarmehl gehemmt. Das reduziert Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit und Sicherheit von Guarmehl bei Diabetes Typ 2. Darüber hinaus beeinflusst die Einnahme den Gesamtcholesterol- und den LDL-Spiegel günstig. Allerdings kann Guarmehl den Insulineffekt verstärken. Wie für alle anderen pflanzlichen Antidiabetika aus der Selbstmedikation gilt auch hier die Regel, dass der Patient den Arzt über die Einnahme informieren sollte. Zudem ist es wichtig, dass er seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig misst.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169

 

Kommentar & Ergänzung:

Zum Guarkernmehl siehe auch:

Was ist Guar?

Verstopfung: Woraus besteht Benefiber?

Phytotherapie bei Diabetes Typ 2 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Süssholzwurzeltee schützt Magenschleimhaut

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Das Magazin „Focus“ schreibt zur Wirkung von Süssholzwurzel:

„Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht.

Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/magen/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Das ist soweit korrekt. Häufiger als bei Magenschleimhautentzündung wird Süssholz allerdings als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt.

Süssholz ist ein häufiger Bestandteil von Hustentee-Mischungen („Brusttee“), beispielsweise zusammen mit Thymiankraut, Schlüsselblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Anisfrüchten, Malvenblüten oder Königskerzenblüten.

Die Süssholzpflanze (Glycyrrhiza glabra) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und ist im Mittelmeergebiet und in Westasien beheimatet (Abbildung auf Wikipedia).

Mit verschiedenen Varietäten besiedelt die Pflanze eine große Region vom südöstlichen Europa über Vorderasien, Ukraine, Mittelrussland, südliches Sibirien, Afghanistan bis zum westlichen China.

Die stark süß schmeckende Süssholzwurzel enthält Glycyrrhizin, ein Triterpensaponin, das etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker (Saccharose) besitzt.

Die Wurzeln werden zur Gewinnung von „Süßholzsaft“ (Liquiritiae succus) verwendet, der in die weltweit beliebten Lakritz-Süßwaren eingearbeitet wird. Zu diesem Zweck werden die frischen Wurzeln zerkleinert und mit Wasser viele Stunden ausgekocht. Der so gewonnene Saft wird anschliessend ganz langsam bis zur zähflüssigen Konsistenz eingedickt. Bei diesem Vorgang bildet sich das so charakteristische Lakritzaroma. Der zähflüssige Extrakt wird zu 5% bis maximal 50% zusammen mit Zucker, Mehl, Stärke und/oder Gelatine sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen zu Lakritzwaren verarbeitet.

Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Lakritze Störungen im Mineralstoffhaushalt bewirken: mineralokortikoide Effekte in Form einer Natrium- und Wasser-Retention, Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme (Wasseransammlung in Geweben) und in seltenen Fällen Myoglobinurie (Eiweiß des Muskelgewebes im Harn).

Während der Schwangerschaft ist Lakritze zu meiden.

Siehe auch:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft?

Und sonst noch zu Süssholz bzw. Lakritze:

Amorfructine aus Süssholz gegen Diabetes

Fundstück: Rezept für hausgemachte Lakritze

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt

Zuviel Lakritze kann den Blutdruck steigern

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Verstopfung: Woraus besteht Benefiber?

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Benefiber (Novartis) ist ein Präparat, das als Mittel gegen Verstopfung in Spital und Pflegeheim ziemlich verbreitet ist. Welche pflanzlichen Inhaltsstoffe in Benefiber für die Wirksamkeit verantwortlich sind, ist aber vielen Verwenderinnen und Verwendern nicht bekannt.

Benefiber besteht aus Guar.

Was ist Guar?

Guar wird aus der Guarbohne gewonnen, den Samen von Cyamopsis tetragonolobus, und zwar  durch Zermahlen des Endosperms und anschliessender Teilhydrolyse.

Guar (Guargalactomannan) besteht hauptsächlich aus Polysacchariden.

Welche Wirkung ist von Guar / Benefiber zu erwarten?

Guar (Cyamopsis tetragonolobus, Fabaceae) quilt im Darm zusammen mit Wasser und verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten. Es wird zur Therapie der Obstipation (Verstopfung) sowie als Zusatzmassnahme bei der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus eingesetzt, um die Blutzuckerspitzen nach der Nahrungsaufnahme zu reduzieren.

Guar ist ein Ballaststoff, der in der Lage ist, grosse Mengen Flüssigkeit zu binden, so dass eine gelartige Masse entsteht. So kommt es zu einer verzögerten Magenentleerung und im Dünndarm zu einer Verlangsamung der Kohlenhydrat-Absorption. Diese beiden Eigenschaften führen hauptsächlich beim Diabetiker zu tieferen postprandialen Blutzuckerspitzen (postprandial = nach der Mahlzeit). Die Kohlenhydrat-Absorption wird aber nicht vermindert.

Guar wirkt zudem lipidsenkend: Das Plasma-Gesamtcholesterin und die Triglyzeride sinken, auf das HDL-Cholesterin ist kein Effekt vorhanden, während LDL abnimmt.

Darüber hinaus wirkt Guar sättigend.

Daraus ergeben sich folgende Anwendungsbereiche für Guar:

– Obstipation

– Begleitbehandlung beim Diabetes mellitus (Typ I und Typ II), um zusätzlich neben Diät und Antidiabetika die postprandialen Blutzuckerspitzen zu vermindern. Weil die gesamte Absorption der Kohlenhydrate zwar verlangsamt, nicht jedoch vermindert wird, müssen die Diät und die Behandlung weitergeführt werden

– Dyslipidämie (Lipidstoffwechselstörung)

– Übergewicht und Fettleibigkeit

Als unerwünschte Nebenwirkungen kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen wie Blähungen, Übelkeit, Völlegefühl, Magendruck und Durchfall.

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Guarbohne

Guar ist als rezeptpflichtiges Fertigpräparat unter dem Namen Leiguar als Antidiabetikum im Handel.

Als Benefiber ( = teilhydrolisiertes Guarkernmehl) ist es frei verkäuflich, wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und vor allem gegen Verstopfung eingesetzt.

P. S. : Das ist kein bezahlter Benefiber-Werbetext und ich stehe auch nicht auf einer Novartis-Lohnliste. Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil mir aufgefallen ist, dass viele Anwender von Benefiber in Pflegeheimen, Spitälern etc. nicht Bescheid wissen über die pflanzliche Zusammensetzung.

Dieser Blog ist werbefrei, wenn man von meinen eigenen Kursangeboten absieht!

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Mungo-Bohnen gegen Blutvergiftung?

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Ein wässriger Extrakt von Mungo-Bohnen (Vigna radiata) könnte gegen Blutvergiftungen wirksam sein. Gemäss einem amerikanischen Wissenschaftlerteam vermindert Mungo-Bohnen-Extrakt die Produktion des Proteins, das die Entzündung im Körper transportiert. Mäuse, die mit dem Bohnen-Extrakt gefüttert worden seien, hätten die Krankheit mehr als doppelt so häufig überlebt wie Tiere, die mit Kochsalzlösung gefüttert wurden.

Man spricht von einer Sepsis, wenn sich Krankheitserreger vom Entzündungsherd her über den ganzen Körper ausbreiten. Das bewirkt eine heftige Immunreaktion, die im schlimmsten Falle Organe wie das Herz, Nieren oder das Gehirn angreift. – In Deutschland gibt es gemäss Bundesforschungsministerium jährlich über 150.000 Betroffene. Bei mehr als der Hälfte von ihnen endet die Krankheit tödlich.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=152492

http://www.hindawi.com/journals/ecam/2012/498467/

Kommentar & Ergänzung:

Was sind Mungo-Bohnen?

„Die Mungbohne (Vigna radiata), auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne genannt und auch als Mung Dal oder Mung Daal bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Im deutschsprachigen Raum werden die Keimlinge oft auch fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichnet. Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte, insbesondere mit der Urdbohne (Vigna mungo). Die Mungbohne wird seit einigen 1000 Jahren in Indien angebaut und ist heute in ganz Südostasien verbreitet.“

(Quelle: Wikipedia)

Mungo-Bohnen werden bisher vor allem als Nahrungsmittel genutzt, in der traditionellen chinesischen Medizin dienen sie aber auch als Heilmittel.

Wunderheiler Zhang setzt auf Mungobohnen

In China gab es einen Wirbel um den angeblichen Wunderheiler Wuben Zhang, der behauptete, dass viele der weltweit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck und sogar einige Krebsarten mit einer großen Dosis Mungobohnen, weißem Rettich und Auberginen geheilt werden können. Dieses Heilsrezept machte den Textilarbeiter zum berühmten Erfolgsautor, verschaffte ihm Zulauf und Einnahmen aus ganz China. Interessant ist, dass es solche Phänomene offenbar überall in der Welt gibt.

Fang Zhouzi, ein bekannter Kommentator, schrieb in seinem Blog, „Die Enttäuschung der Öffentlichkeit über die moderne medizinische Versorgung hat die Menschen dazu geführt, sich von zugelassenen öffentlichen Krankenhäusern zu distanzieren und den Schwerpunkt auf schnelle Lösungen zu legen, um Krankheiten vorzubeugen.“ Solch eine überwiegende öffentliche Mentalität würde auch von einigen Unternehmern festgestellt und dann ausgebeutet, stellte er fest.

Tian Xiangyang , ein medizinischer Sachverständiger beim China Health Education Center, sagte dazu:

„Die Medien sollten die Schwelle zur Veröffentlichung gesundheitsbezogenen Informationen an die Öffentlichkeit erhöhen. Sie müssen sicherstellen, dass die medizinischen Experten, die sie eingeladen haben, über echte Qualifikationen verfügen. Und die gesundheitsbezogenen Inhalte, die sie veröffentlichen, sollten auch sorgfältig geprüft werden.“

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2010-06/02/content_20172614.htm

Das wäre auch eine Diskussion in Europa wert. Viele Medien veröffentlichen zu Themen wie Gesundheit, Heilmethoden und Heilmittel vor allem was Quote, LeserInnen und Inserate bringt. Die Qualitätskontrolle ist über weite Strecken miserabel. Kritische Kommentare zu Medienberichten im Bereich Gesundheit, Komplementärmedizin, Alternativmedizin finden Sie regelmässig auf diesem Blog. Ich schreibe sie nicht aus „Besserwissertum“, sondern weil die kritische Auseinandersetzung mit solchen Meldungen nötig ist.

So, nach dieser kleinen „Medienschelte“ nun aber zur Bedeutung von Mungo-Bohnen in der Küche:

„Die Mungbohnen sind leichter verdaulich als die in Mitteleuropa verbreiteten Gartenbohnen und verursachen keine Blähungen. Sie haben allerdings auch deutlich weniger Eigengeschmack. Man kann die Bohnensprossen, die frischen Hülsen oder die getrockneten Bohnen verwenden. Mungbohnen keimen leicht. Diese Eigenschaft wird in vielen Haushalten dazu genutzt, die Keimlinge in speziellen Keimschalen selbst zu ziehen. Mung-Sprossen werden häufig fälschlicherweise als „Sojakeime“ bzw. „Sojasprossen“ bezeichnet und gehandelt, da sie den Sojabohnen sehr ähnlich sind. Mungbohnenkeimlinge sind ein klassisches Wok-Gemüse, finden aber auch Verwendung in Salatmischungen. Aus ihrem Mehl werden unter anderem die asiatischen Glasnudeln hergestellt. In Indien ist die Mungbohne Grundnahrungsmittel und eine wichtige Proteinquelle. Sie wird zu Dal verarbeitet und als Snack gegessen. Hierzu werden die getrockneten Bohnen in Wasser eingeweicht, wieder getrocknet und anschließend in Öl frittiert.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu einer medizinischen Wirkung der Mungo-Bohnen gegen Blutvergiftung gibt es bisher keine belastbaren Belege.

Experimente mit Mäusen in einem Sepsismodell lassen sich nicht einfach auf die Situation bei einem erkrankten Menschen übertragen. Für Selbstbehandlungen von Sepsis mit Mungo-Bohnen besteht also keine Veranlassung!!

Die Wissenschaftler erforschen bei den Mungo-Bohnen einen Wirkungsmechanismus via Hemmung des Proteins High-Mobility-Group-Protein B1 (HMGB1). Scheint eine ziemlich komplexe Geschichte zu sein.

Was ist HMGB1?

„ High-Mobility-Group-Protein B1 (HMGB1), ist ein High-Mobility Group-Protein, das von abgestorbenen Zellen freigesetzt wird (Nekrose) und physiologisch als körpereigener Alarmstoff dient. Hohe Konzentrationen im Blut deuten häufig auf ernste bis tödliche Erkrankungen hin, zum Beispiel bei Blutvergiftungen (Sepsis) oder dem Endstadium der Malaria. HMGB1 spielt auch bei Tumorentwicklung und Immunabwehr eine wichtige Rolle. Im Tiermodell und in klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass HMGB1 auch an der Entstehung von zahlreichen rheumatischen Erkrankungen beteiligt ist. In gesunden Zellen ist HMGB1 zudem an der Genexpression, dem Lesen der Erbanlagen, beteiligt (Transkription).

HMGB1 wird aufgrund seiner komplexen Funktionen derzeit intensiv erforscht. Die Inhibierung (Hemmung) von HMGB1 verspricht neue Möglichkeiten der Therapie zahlreicher ernsthafter Erkrankungen.“

(Quelle: Wikipedia)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturkunde: Was blüht gerade? – Robinie / Falsche Akazie

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Die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia), auch Falsche Akazie, Scheinakazie oder Silberregen genannt, ist ein sommergrüner Laubbaum. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde die Robinie überall in Europa in Parks und Gärten gepflanzt und kommt inzwischen auch verwildert vor.

Foto auf Wikipedia.

Botanik der Robinie

Botanisch ist die Gewöhnliche Robinie eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Mit den zur Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae) zählenden Akazien (Acacia) ist die Robinie, obwohl sie auch als Falsche Akazie bezeichnet wird, nicht näher verwandt, auch wenn sie äußerlich mit diesen die gefiederten Blätter sowie die Dornen gemeinsam hat

Carl von Linné, der die Gattung der Robinien (Robinia) erstmals wissenschaftlich beschrieben hat, benannte diese nach Jean Robin, dem Hofgärtner der französischen Könige Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII.

Jean Robin brachte den Baum 1601 aus Nordamerika nach Paris.

Die natürlichen Vorkommen in Nordamerika  befinden sich im Gebiet der Appalachen sowie der US-Bundesstaaten Pennsylvania, Missouri, North Carolina, South Carolina, Georgia, Indiana und Oklahoma.

Die Robinie als Nutzpflanze

Holznutzung:

Im Laufe des 18. Jahrhunderts begann man, in der Robinie eine für die sich entwickelnde geregelte Forstwirtschaft interessante Art auf stickstoffarmen Standorten zu sehen.

Das gegen Holzfäule widerstandsfähige Robinienholz ist gleichzeitig biegsam und fest und wird im Schiff- und Möbelbau, als Grubenholz, als Schwellenholz, im Bogenbau wie auch in der Landwirtschaft (beispielsweise Weinbau: Stickel) verwendet. Robinienholz gilt als widerstandsfähiger und dauerhafter als Eichenholz. Da es auch ohne chemische Konservierungsbehandlung bei einer Nutzung im Außenbereich lange stabil bleibt, wird es zum Beispiel für den Bau von Geräten auf Kinderspielplätzen geschätzt.
Darüber hinaus wird es häufig im Rahmen der Schutzwaldsanierung zur temporären Verbauung genutzt.

Die Forstwirtschaft in verschiedenen Ländern (z. B. Ungarn, Slowakei, Südkorea) forciert Robinienholz, unter anderem weil es als Alternative zum Tropenholz verwendet wird.

Das Holz der Robinie wurde im Bergbau zum Stützen der Stollen genutzt.

Robinienholz soll eine gewisse „Warnfähigkeit“ aufweisen. Hierunter wird die Eigenschaft des Holzes verstanden, vor dem Bruch zu splittern und dabei hörbare Warngeräusche an die Umgebung abzugeben, welche eine rechtzeitige Reaktion der Bergleute ermöglicht. Diese Eigenschaft ist allerdings bei den langfaserig brechenden Nadelhölzern stärker ausgeprägt. Dafür biegen sich Robinienbalken vor dem Bruch stark durch, womit ein zusätzliches visuelles Warnvermögen verbunden ist.

Das Kernholz der Robinie ist eines der bevorzugten Hölzer im traditionellen Bogenbau.

Robinie als Bienenweide:

Die Robinie zählt als wichtige Frühsommertrachtpflanze zu den sogenannten Bienenweiden.

Robinienblüten produzieren sehr reichhaltig Nektar mit einem Zuckeranteil zwischen 34 und 59 Prozent. Wegen ihres hohen Zuckerwerts werden Robinien manchmal von Imkern als Trachtpflanze angepflanzt. Der Honig aus den Robinienblüten wird unter der botanisch nicht korrekten Bezeichnung „Akazienhonig“ verkauft. Es ist sehr flüssig und kandiert nur sehr langsam im Verlaufe mehrerer Jahre in Form eines Bodensatzes aus. Grund für die langsame Kandierung ist der hohe Anteil an Fructose, da Fructose im Honig nur wenig zur Kristallisation neigt, im Gegensatz zur Glukose, die in vielen anderen Honigsorten überwiegt.

Die Robinie als Giftpflanze

Die Robinie enthält  vor allem in der Rinde, aber auch in den Samen Lectine mit hämagglutinierenden und mitogenen Eigenschaften. Vergiftungen mit leichter Symptomatik kommen nach Verzehr  der Samen durch Kinder vor, es wurden aber auch Fälle mit Kindern beobachtet, die sich mit Robinienrinde vergiftet hatten. Typische Symptome sind Magendarmbeschwerden, Bauchschmerzen, Pupillenerweiterung, Erbrechen, Schwächezustände, Schwindel, Fieber, Schläfrigkeit, Krämpfe, Sehstörungen, Kopfschmerzen.

Die Robinie ist auch für Pferde, Hunde, Nager, Katzen, Vögel und andere Haustiere giftig.

Die Robinie als invasive Pflanzen und problematischer Neophyt

Als Leguminose ist die Robinie in der Lage, Luftstickstoff (N2) mit Hilfe symbiotisch mit ihr in den Wurzeln lebender Knöllchenbakterien zu binden. Auf stickstoffarmen Standorten hat die Robinie daher einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Arten. Und im Unterwuchs der Robinien werden Stickstoff liebende Pflanzenarten gefördert.

Dadurch sind hauptsächlich seltene Biotoptypen wie Magerrasen, Kalkmagerrasen und Sandtrockenrasen bedroht, weil die artenreiche Vorvegetation schliesslich völlig verdrängt wird.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere kennen lernen und mehr über Zusammenhänge in der Natur erfahren möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen bei Diabetes

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An einem wissenschaftlichen Seminar zum Thema Phytotherapie im Hamburg resümierte Professor Dr. Matthias Melzig von der Freien Universität Berlin den Stand des Wissens zum Wirksamkeit von Heilpflanzen in der Diabetes-Therapie.

Dabei kam auch Guar zur Sprache. Die Wirksamkeit und Sicherheit eines Guar-Präparates seien durch klinische Studien belegt.

Guar wird aus den Samen der Guarbohne (auch Büschelbohne, Cyamopsis tetragonolobus) gewonnen, eine Pflanzenart aus der Familie der Fabaceen.

Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Polysaccharide, welche die Transitzeit der Nahrung verlängern. Sie sollen das zuckerspaltende Enzym α-Amylase hemmen und dadurch die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten vermindern.

Die Einnahme von Guar wirkt sich aber auch positiv auf das Gesamtcholesterol und den LDL-Spiegel aus. Allerdings kann Guar auch den Insulineffekt verstärken. Wie bei alle anderen pflanzlichen Antidiabetika aus der Selbstmedikation ist es wichtig, dass der Patient den Arzt über die Einnahme informiert. Darüber hinaus sollte der diabeteskranke Mensch seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig messen.

Widersprüchliche Ergebnisse gebe es zur Gartenbohne (Phaseolus vulgaris, ebenfalls eine Fabaceae) in Bezug auf die Samenschalen. Die Bohnensamen können sich aber günstig auf den postprandialen Blutzucker auswirken. Für eine ausdrückliche Empfehlung fehlen aber gemäss Melzig noch Daten. Ähnliches gelte für frische Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus, Ericaceae). Vermutlich müssen große Mengen Beeren oder Bohnen gegessen werden, um deutlich spürbare Effekte zu erzielen.

Positiv beurteilte Melzig die Bockshornkleesamen (Trigonella foenum-graecum, Fabaceae). In China und Indien wird Bockshornklee seit Jahrtausenden bei Stoffwechselerkrankungen angewendet, auch bei Diabetes. Er reduziert den Nüchternblutzucker und den postprandialen Blutzucker. Allerdings sind dafür 25 Gramm Bockshornkleesamen pro Tag nötig, was speziell zu Beginn der Behandlung zu Durchfall und Flatulenz führen kann. Genau wie bei Guar sollte auch bei Bockshornkleesamen ein zeitlicher Abstand von mindestens 30 Minuten zur vorherigen Medikamenteneinnahme eingehalten werden, damit diese anderen Arzneimittel gut resorbiert werden können.

Von anderen Heilpflanzen riet Melzig vorerst ab wegen fehlender Wirksamkeitsnachweise oder mangelnder Sicherheitsdaten.

So enthalte beispielsweise der Samen der Geißraute (Galega officinalis, Fabaceae) große Mengen Guanidin-Derivate, also Metformin-ähnliche Substanzen. Allerdings seien die Extrakte schwer standardisierbar.

Unter der Bittergurke (Momordica charantia, Cucurbitaceae) könne es sogar zu hypoglykämischem Koma und Lebertoxizität kommen.

Siehe auch:

Bittermelone / Bittergurke (Momordica charantia) gegen Diabetes?

Ein anderes Kürbisgewächs, die Scharlachranke (Coccinia grandis) aus der indischen Heilkunde, zeigte in klinischen Studien mäßiger Evidenz eine beträchtliche blutzuckersenkende Wirkung. Melzig riet trotzdem von der Scharlachranke ab, da nicht genügend toxikologische Daten vorlägen.

Wegen des vermutlich hohen Alkaloid-Gehalts sollte man auch besser auf die Anwendung des sogenannten »Zuckerzerstörers« bzw. der »Wunderfrucht« Gymnema sylvestre (Apocynaceae) aus der Aryuveda-Medizin verzichten.

Zwar nicht bedenklich, jedoch bislang ohne überzeugenden Wirksamkeitsnachweis bei Diabetes mellitus sind gemäss Melzig folgende Phytopharmaka einzustufen:

Ginseng (Panax Ginseng, Araliaceae)

Knoblauch (Allium sativum, Alliaceae)

Aloe vera (Aloe barbadensis, Alooideae)

Süßkartoffeln (Ipomoea batatas, Convolvulaceae)

Wachs-Jambuse oder Rosenapfel (Syzygium cumini, Myrtaceae)

Mariendistel (Silybum marianum, Asteraceae)

Russischer Estragon (Artemisia dracunculus, Asteraceae)

Nopal (Opuntia streptacantha, Cactaceae)

Wer die Diskussion der vergangenen Jahre verfolgt habe wisse zudem, dass Zimt (Cinnamomum verum, Lauraceae) laut neueren Studien nicht besser als Placebo wirke. Noch fehle für die meisten Phytopharmaka die klinische Evidenz, um sie Diabetikern adjuvant empfehlen zu können, zum Beispiel den Russischen Estragon.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169

Kommentar & Ergänzung:

Die Diabetes-Therapie ist keine Stärke der Phytotherapie. Die Aussagen von Prof. Melzig stimmen sehr mit der Phytotherapie-Fachliteratur überein. Sinn machen können gewisse Polysaccharide vor allem aus Guar und Bockshornkleesamen, weil sie Blutzuckerspitzen abfangen. Darüber hinaus haben wir nicht viel Überzeugendes aus der Pflanzenwelt zur Verfügung.

Von den Heidelbeeren wurden früher gegen Diabetes die Blätter verwendet, nicht die Beeren, wie der Ausdruck „frische Heidelbeeren“ suggeriert. Heidelbeerblätter sind aber klarerweise ungeeignet zur Diabetestherapie.

Und bei Ginseng, Knoblauch, Aloe vera oder Mariendistel wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, sie gegen Diabetes zu empfehlen, Diese Heilpflanzen haben ganz andere Anwendungsbereiche, für welche ihre Wirksamkeit dokumentiert ist.

Zimt gegen Diabetes war vor einigen Jahren die grosse Entdeckung in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde. Laboruntersuchungen an isolierten Geweben oder Zellen lassen eine günstige Wirkung plausibel erscheinen. Leider konnten die positiven Resultate einer ersten klinischen Patientenstudie aus Pakistan bisher nicht bestätigt werden, was die Wirksamkeit in Frage stellt.

Ernüchternd?

Möglicherweise schon.

Aber es scheint mir wichtig, nicht nur von tollen Erfolgen und grossartigen Heilungschancen zu berichten, sondern auch von Misserfolgen und Grenzen der Phytotherapie.

Meines Erachtens kann man diesen Punkt als Qualitätskriterium nehmen um Fachleute, Heilmethoden, Gesundheitszeitschriften etc. zu beurteilen:

Ist immer nur von Heilerfolgen die Rede und nie von Grenzen oder Misserfolgen, dann ist dies ein Hinweis für sehr selektive Wahrnehmung oder selektive Berichterstattung. Alle Heilmethoden und Heilmittel haben Grenzen und Misserfolge. Wäre das nicht so, gäbe es keine Krankheiten mehr.

Wenn nur von Heilerfolgen oder gar von sicheren Heilerfolgen berichtet wird, dann haben wir es wahrscheinlich mit einer Form von Missionarismus zu tun. Und diesem Phänomen begegnet man leider nicht selten im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin: Alles was die eigene Überzeugung zu stützen scheint, wird sofort kundgetan, während Fakten, welche die eigene Überzeugung in Frage stellen könnten, ignoriert oder sofort und ungeprüft vom Tisch gefegt werden (zum Beispiel indem jede Kritik als Verschwörung der bösen Pharmaindustrie diffamiert wird).

Das Leben besteht aber selten nur aus Schwarz und Weiss, auch nicht, wenn es um Gesundheit, Krankheit  und Heilung geht.

Seriös wäre es meines Erachtens beispielsweise, wenn in Gesundheitszeitschriften neben Erfolgsmeldungen und Heilungsversprechungen ebenso viel auch von Grenzen und Misserfolgen berichtet würde. Aber wer will so etwas schon lesen? Die Mehrzahl der Leserinnen und Leser will offenbar ausschliesslich wissen, was nützt. Grenzen und Misserfolge –Kritik also – interessieren viel weniger.  Wer so denkt nimmt allerdings in Kauf, einseitig informiert zu sein.

Grenzen und Misserfolge von Heilmitteln und Heilmethoden aufzuzeigen, ist zudem für die meisten Gesundheitszeitschriften nicht lukrativ, weil dadurch ein „negatives Werbeumfeld“ für Inserenten geschaffen wird. Die meisten Gesundheitszeitschriften sind aber  vollständig abhängig von den Inserenten – wie sollen sie da differenziert – also auch kritisch – berichten können.

Siehe auch:

Pflanzenheilkunde & Komplementärmedizin – Vom Wert des Zweifels

Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde

Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus

Naturheilkunde: Kritische Fragen unerwünscht?

Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung

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Was ist Guar?

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Guar wird aus der Guarbohne gewonnen, den Samen von Cyamopsis tetragonolobus, und zwar  durch Zermahlen des Endosperms und anschliessender Teilhydrolyse.

Guar (Guargalactomannan) besteht hauptsächlich aus Polysacchariden

Guar (Cyamopsis tetragonolobus, Fabaceae) ist ein pflanzliches Arzneimittel, das im Darm zusammen mit Wasser quillt und die Aufnahme von Kohlenhydraten verlangsamt. Es wird zur Behandlung von Obstipation (Verstopfung) und als Zusatzmassnahme bei der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus angewendet, um die Blutzuckerspitzen nach der Nahrungsaufnahme zu reduzieren.

Es handelt sich bei Guar um einen Ballaststoff, der in der Lage ist, grosse Mengen Flüssigkeit zu binden, so dass eine gelartige Masse entsteht.

Das bewirkt eine Verzögerung der Magenentleerung, im Dünndarm kommt es verlangsamt zur Kohlenhydrat-Absorption. Diese beiden Eigenschaften führen vor allem beim Diabetiker zu geringeren postprandialen Blutzuckerspitzen (postprandial = nach der Mahlzeit). Die Kohlenhydrat-Absorption wird aber nicht reduziert.

Guar wirkt auch lipidsenkend: Abnahme des Plasma-Gesamtcholesterins und der Triglizeride, kein Effekt auf das HDL-Cholesterin, LDL nimmt ab.

Ausserdem wirkt Guar sättigend.

Daraus ergeben sich folgende Anwendungsbereiche:

– Verstopfung

– Begleittherapie beim Diabetes mellitus (Typ I und Typ II), um zusätzlich neben Diät und Antidiabetika die postprandialen Blutzuckerspitzen zu reduzieren. Da die gesamte Absorption der Kohlenhydrate zwar verlangsamt, nicht jedoch reduziert wird, müssen die Diät und die Behandlung weitergeführt werden

– Dyslipidämie (Lipidstoffwechselstörung)

– Übergewicht und Fettleibigkeit

Als unerwünschte Nebenwirkungen kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen: Blähungen, Völlegefühl, Magendruck, Übelkeit und Durchfall.

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Guarbohne

Guar ist als rezeptpflichtiges Fertigpräparat unter dem Namen Leiguar als Antidiabetikum im Handel.

Als Nahrungsergänzungsmittel mit teilhydrolisiertem Guarkernmehl: Benefiber (Novartis).

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Bockshornklee – interessant als Heilpflanze und Gewürz

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Bockshornklee ist eine spannende Pflanze mit einer interessanten Geschichte. Verwendung findet der Bockshornklee als Gewürz in der indischen Küche (z. B. in Curry-Mischungen) und als Heilpflanze.

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) zählt zur Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Bockshornklee ist ein naher Verwandter des Schabzigerklees (Trigonella caerulea).

Bockshornklee bevorzugt Standorte mit viel Sonnenlicht und eher lehmigem Boden.

Woher kommt der Name Bockshornklee?

Die Übersetzung von „foenum-graecum“ lautet  „griechisches Heu“. Als weitere deutsche Trivialnamen sind bekannt: Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika und Philosophenklee. In der Bodybuilding-Szene ist Bockshornklee unter seinem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.

Der arabische Name hulbah / ‏حلبه‎ und sein hebräisches Pendent hilbeh [חילבה] sind vermutlich nativ semitisch und leiten sich wohl von der Wurzel ḤLB „Milch“ ab, die auch dem Namen der Mahaleb-Kirsche zu Grunde liegt. Das Benennungsmotiv wäre dann die in der Volksmedizin vielfach genutzte Milch treibende (galaktogoge) Wirkung. Spanisch alholva ist, wie zahlreiche Pflanzennamen der iberischen Halbinsel (siehe auch Kaper), eine Entlehnung aus dem Arabischen: al-hulbah / ‏الحلبه‎ /‚der Bockshornklee‘. Sein Name auf Persisch ist Shanbalile ‏ شَنبَلیله ‎, auf Hindi heißt er Methi und auf Amharisch (Äthiopien) heißt er Abisch.

Geschichte des Bockshornklees

Der Bockshornklee wurde schon im Chalkolithikum domestiziert, verkohlte Samen stammen etwa aus Tell Halaf. Ein Nachweis aus der Eisenzeit gelang im Tell von Deir Alla im Jordantal. Bockshornklee wurde auch im alten Ägypten verwendet, wo er sowohl in Pflanzenheilkunde und Geburtshilfe als auch in religiösen Handlungen eine Rolle spielte. Arabische Ärzte lehrten, dass sich nach einer Anwendung von abgekochten Bockshornkleesamen Schuppen und Haarausfall vermindern und die Haare gelockter werden.

In Indien wird der Bockshornkleesamen als Aromatikum, Carminativum, Tonikum und Aphrodisiakum und ein Aufguss bei Pocken zur Kühlung angewendet. Der Bockshornklee fand jedoch auch frühzeitig in der Gartenkunst im Kaiserreich China Verwendung.

Nördlich der Alpen bemühten sich Benediktinermönche, Bockshornklee in den Klostergärten zu akklimatisieren und er wird im „Capitulare de villis“ (verfasst zirka 795) von Karl dem Großen zum Anbau angeordnet. Hildegard von Bingen nennt Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten. Durch Pfarrer Sebastian Kneipp wurde die Verwendung des Bockshornklees in der Volksheilkunde wieder neu belebt. Die grosse Nachfrage führte dazu, dass der Bockshornklee wieder angebaut wurde. Sebastian Kneipp lobte diese Heilpflanze bei jeder Gelegenheit und setzte sich für ihren Anbau ein. Foenum graecum sei das beste von allen ihm bekannten Heilmitteln zum Auflösen von Geschwülsten und Geschwüren, schrieb Kneipp.

Vom Propheten Mohammad soll die Aussage stammen: „Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee enthalten ist, dann würden sie ihn kaufen und sein Gewicht in Gold aufwiegen“.  In einer anderen Überlieferung des Propheten erklärt er sinngemäß „mische Bockshornklee in deine Arzneien“. Im muslimischen Kulturkreis finden sich demnach außer den oben genannten medizinischen Anwendungen zahlreiche weitere, unter anderem als Bockshornkleesprossen gegen Haarausfall bei Männern, den Samen zur Behandlung von Diabetes mellitus oder bei Menstruationsbeschwerden.

Zum Vorkommen des Bockhornklees

Bockshornklee ist über das südliche Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien, China und Australien verbreitet. Hauptanbauländer sind Marokko und Indien. Kleinere Mengen werden auch für Stilltees und andere Zwecke noch in Deutschland (100ha) und Frankreich (500ha) kultiviert.

Verwendung des Bockshornklees

In trockenen Ländern im Nahen Osten, in Nordafrika und in Spanien wird Bockshornklee als Nahrungsmittel oder Futterpflanze kultiviert und geröstet, gekocht oder frisch verzehrt. Er verträgt auch einen hohen Bodenversalzungsgrad. Darüber hinaus wird Bockshornklee als Gewürz verwendet und ist zum Beispiel ein wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Ebenso werden die Bockshornsamen – wie auch Schabzigerklee – beispielsweise in Südtirol als Brot- oder Käsegewürz verwendet. Bockshornklee ist Bestandteil einer Gewürzmischung zur Produktion der türkischen Trockenfleischspezialität Pastırma.

Bockshornkleesamen, der von Ägypten nach Europa importiert und dort zu Sprossengemüse verarbeitet wurde, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit die HUS-Epidemie 2011 verursacht.

Aus den Samen des Bockshornklees lässt sich ein fettes Öl mit Triglyceriden der Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure gewinnen. Sie enthalten Lecithin und Phytosterin, Schleimstoffe, Saponine und Sapogenine, die Vitamine A und D, Phosphor und Cholin, das angeblich einer Verfettung der Leber entgegenwirkt, den Stoffwechsel günstig beeinflussen und einer Arteriosklerose vorbeugen soll.

Darüber hinaus enthält Bockshornklee die Aminosäure Histidin, die angeblich Leberschädigungen entgegenwirken soll. Als Tee ist er hauptsächlich in China, Indien und Tibet bekannt. Er wird dort als Hustenmittel und zur Reinigung der Atemwege verwendet. Weiterhin enthält Bockshornklee Diosgenin (ein Wirkstoff der möglicherweise gegen Dickdarmkrebs eingesetzt werden kann und vor allem aus Dioscorea villosa  (Yams) bekannt ist.

Bockshornkleesamen werden in der Pflanzenheilkunde bei leichterem oder als Begleitmedikation auch bei schwererem Diabetes mellitus angewendet (ähnlich einem oralen Antidiabetikum). Sie führen nachweislich zur Senkung des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins. Eine übliche Dosis sind etwa 25 Gramm Samenpulver pro Tag. Die äußerliche Anwendung als Auflage oder Wickel hemmt Entzündungen und lindert Nasennebenhöhlenentzündungen, Atemwegsbeschwerden oder Rheuma, ausserdem auch Hauteiterungen oder Ekzeme. Zu diesem Zweck werden 50 Gramm Samen gemahlen und mit 250 Milliliter Wasser zu einem Brei verkocht. Von stillenden Frauen wird Bockshornklee als milchbildendes Mittel (Galaktagogum) genutzt.

Bockshornkleesamen sind als Tee, als Pulver oder als fertige Auflagen im Handel. Des Weiteren sind Nahrungsergänzungsmittel mit Bockshornsamenpulver oder Bockshornsamenkonzentrat erhältlich.

Quelle: Wikipedia

Kommentar und Ergänzung:

Aus meiner früheren Zeit als Drogist kenne ich Bockshornkleesamenpulver als Fresslustpulver in der Veterinärmedizin und als Kataplasma (Breiumschlag) bei Furunkel und Stirnhöhlenentzündung.

Auf neueren Erkenntnissen beruht die Anwendung bei Diabetes mellitus zur Senkung des Blutzuckers sowie zur Senkung des LDL-Cholesterins. In diesen Bereichen wirkt der Bockshornklee in der gleichen Art wie Haferkleie, Guarmehl, Flohsamen, Pektin, Johannisbrotkernmehl.

Interessant ist auch der mit dem Bockshornklee verwandte Schabzigerklee. Er dient ausschließlich getrocknet zum Würzen. In der Schweiz wird Schabzigerklee, der etwas milder als der Bockshornklee ist und stark würzig nach frischem Heu riecht und eigenartig bitter schmeckt, zur Produktion des Schabzigers  verwendet. Das ist ein sehr aromatischer, nahezu fettfreier Käse („Glarner Schabziger“).

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Was ist Johannisbrotkernmehl?

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Johannisbrotkernmehl ist als Heilpflanzen-Anwendung wenig bekannt und kommt auch in der Phytotherapie selten zum Einsatz.

Das ist schade, weil Johannisbrotkernmehl durchaus interessante Wirkungen zeigt  – beispielsweise gegen Durchfall. Sehr vielfältig eingesetzt wird Johannisbrotkernmehl zudem in der Lebensmittelindustrie.

Johannisbrotkernmehl stammt vom Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), auch Karubenbaum oder Karobbaum genannt, einer Pflanzenart aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Pflanzenart kommt im Mittelmeerraum und Vorderasien vor.

Johannisbrotkernmehl stammt von den extrem harten, glänzenden Samen der Johannisbrotbaumfrucht.

Zur Zusammensetzung von Johannisbrotkernmehl schreibt Wikipedia:

„Das Johannisbrotkernmehl ist weiß, manchmal leicht beige und geschmacksneutral. Es ist ein Polysaccharid, das größtenteils aus Galactose (20 %) und Mannose (80 %) besteht. Dieser Mehrfachzucker kann vom menschlichen Körper nur teilweise verdaut werden und gilt deshalb als Ballaststoff. Neben dem Polysaccharid sind noch ca. 6 % Eiweißstoffe sowie wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) und Spuren von Mineralstoffen enthalten. Alles in allem entsprechen die Eigenschaften größtenteils denen des Guarkernmehls, wobei die Viskosität der Lösungen bei gleicher Konzentration etwas geringer ist. Johannisbrotkernmehl kann zwischen dem 80- und 100-fachen seines Eigengewichts an Wasser binden (fünfmal so quellfähig wie Stärke), stabilisiert Emulsionen und unterbindet Kristallbildung. Weiterhin zeigt es Synergien mit Xanthan, Carrageen und Agar.“

(Quelle: Wikipedia)

Und zur Nutzung von Johannisbrotkernmehl:

„Heute liefern die Kerne ein technologisch genutztes Verdickungsmittel, das Carubin oder auch Johannisbrotkernmehl, Karuben- oder Carubenmehl genannt wird. Hierzu werden das Endosperm abgetrennt und die Samen vermahlen.

Unter der Nummer E 410 ist es in der EU uneingeschränkt (auch für Bio-Produkte) als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Es kommt in Süßwaren, Soßen, Suppen, Puddings und Speiseeis vielfach zum Einsatz. Für diätetische Zwecke dient Johannisbrotkernmehl als Backhilfsmittel in glutenfreiem Brot. Akute Ernährungsstörungen, Verdauungsstörungen, Durchfallerkrankungen, Erbrechen, Colitis und Zöliakie sind Anwendungsgebiete für Diätprodukte aus dem Samenmehl. Außerdem sind ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und Fettsucht möglicherweise mit Johannisbrotkernmehl zu behandeln.

Ein aus dem Kern isolierter Stoff senkt erwiesenermaßen sowohl den Blutzuckerspiegel als auch den Cholesterinspiegel und wirkt gewichtsreduzierend. Johannisbrotkernmehl wirkt bei einer Überdosierung leicht abführend und vergrößert durch sein Quellvermögen den Darminhalt. Es behindert geringfügig die Eiweißverdauung und kann in Einzelfällen Allergien auslösen.“

(Quelle: Wikipedia)

Und dann  gibt es noch eine interessante geschichtliche Bedeutung der Johannisbrotkerne:

„Die sehr harten und unverwüstlichen Kerne hatten früher noch eine weitere Bedeutung: Da die Samenkörner des Johannisbrotbaumes ein konstantes Durchschnittsgewicht von rund 200 Milligramm aufweisen (das Gewicht der einzelnen Samen variiert beim Johannisbrotbaum ebenso stark wie bei vielen anderen Baumarten!), vor allem aber, weil sich bei ihnen auch sehr kleine Gewichtsunterschiede von nur 5 Prozent zwischen einzelnen Samenkörnern mit erstaunlicher Genauigkeit (> 70 % Trefferquote) schätzen lassen, wurden sie in der Antike als Wägeeinheit für Diamanten verwendet. Daran erinnert die noch heute gebräuchliche Bezeichnung Karat. Das Karat ist ein Lehnwort nach dem Französischen le carat, welches seinen Ursprung im italienischen carato, m. hat. Dieses entstand über das Arabische qi¯ra¯t aus dem Griechischen kerátion („Hörnchen“), da die Frucht (Hülse) des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig ist. Daraus hat sich auch der wissenschaftliche Name für den Johannisbrotbaum, Ceratonia siliqua, hergeleitet.“

(Quelle: Wikipeda)

Das Beispiel des Johannisbrotkernmehls zeigt übrigens, was die Phytotherapie zu einem spannenden Wissensgebiet macht: Sie verbindet medizinische Fragen mit Kenntnissen über die Pflanzenwelt und mit kulturgeschichtlichen Aspekten,

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

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Süssholzwurzeltee bei Magenbeschwerden

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Das Magazin „Focus“ veröffentlichte eine Serie mit bewährten Hausmitteln gegen Verdauungsprobleme.

Die vorgestellten Tipps aus Naturheilkunde und Phytotherapie waren erfreulich fundiert, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist.

„Süßholzwurzeltee

Die Süßholzwurzel hemmt Entzündungen, schützt die Magenschleimhaut und entkrampft den Magen. Hauptwirkstoff ist das Saponin Glycyrrhizin, das auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht. Für den Tee die Süßholzwurzel in kleine Stücke schneiden und kurz aufkochen lassen. Wer mag, kann auch etwas Fenchel dazugeben. Dann fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Je süßer der Tee werden soll, desto länger muss er ziehen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/tid-21554/hausmittel-magenkraempfe-entspannung-fuer-den-magen_aid_605248.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Süssholzwurzel stammt von Glycyrrhiza glabra, einer Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Süssholzpflanze ist in der Mittelmeerregion und in Westasien beheimatet.

Die Süssholzwurzel wird in der Phytotherapie vor allem angewendet bei Husten, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Magengeschwür (Ulcus ventriculi) und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni).

Aus der Süssholzwurzel wird Lakritze gewonnen, eine vor allem in Nordeuropa (Holland, Finnland….) ausgesprochen beliebte Süssigkeit.

Während der Schwangerschaft sollte man Lakritze besser meiden, da es Hinweise gibt für eine schädliche Wirkung auf das ungeborene Kind.

Siehe dazu:

In der Schwangerschaft Lakritze besser meiden

Lakritze schädlich in der Schwangerschaft

Eine interessante Wirkung zeigte Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung:

Lakritze vorbeugend gegen postoperative Rachenentzündung

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