Beiträge

Inhalieren gegen Erkältungen

Diesen Artikel teilen:
FacebookTwitterGoogle+ Share

Das Magazin „Focus“ gibt Tipps gegen Erkältungen und kommt dabei auch auf Inhalationen zu sprechen. Nicht ganz falsch, aber auch ziemlich ungenau.

Was schreibt „Focus“:

„Salzspülung und Inhalieren

Gegen eine verstopfte Nase kann eine Salzwasserspülung aus der Apotheke oder Drogerie helfen. Das Inhalieren mit Ölen oder Kamillentee löst den Schleim.“

Wenn von „Ölen“ gesprochen wird, dann meint man in der Regel „fette Öle“ wie Mandelöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Hier sind aber zweifellos ätherische Öle gemeint. Fette Öle sind gar nicht flüchtig und würden nicht in den Dampf übergehen. Fette Öle und ätherische Öle sind aber zwei vollkommen unterschiedliche Dinge und deshalb wäre es hier sinnvoll, von „ätherischen Ölen“ zu schreiben.

Und ja, mit Kamillentee kann man inhalieren. Eine Mischung von Kamillenblüten mit Thymiankraut fände ich bei Husten und Schnupfen allerdings noch besser.

Beim direkten Inhalieren mit ätherischen Ölen, also wenn ätherische Öle auf heisses Wasser gegeben und direkt eingeatmet werden, sollte die Dosierung eher tief bleiben. 1 – 2 Topfen genügen in der Regel.

Und was schreibt „Focus“ weiter:

„Heiß Baden

Ein heißes Bad mit Eukalyptus oder ätherischen Ölen beruhigt, der heiße Dampf befreit die Atemwege. Vorsicht: Bei Fieber sollte nicht heiß gebadet werden!“

 

Ja, ein Erkältungsbad ist eine gute Idee. Mit „Eukalyptus“ ist wohl das ätherische Eukalyptusöl gemeint, so dass die Formulierung „Eukalyptus oder ätherische Öle“ etwas schief ist.

Neben Eukalyptusöl wäre auch Thymianöl eine gute Wahl. Allerdings fehlen im „Focus“-Text genauere Angaben zur Zubereitung und Dosierung, was meines Erachtens für eine sichere und verträgliche Anwendung wichtig wäre.

Ätherische Öle mischen sich schlecht mit Wasser und sind leichter, schwimmen also auf der Wasseroberfläche (Ausnahmen sind zum Beispiel Nelkenöl und Zimtöl). In der Badewanne hat das zur Folge, dass zum Beispiel Thymianöl und Eukalyptusöl konzentriert obenauf schwimmen, was beim Kontakt mit der Haut Reizungen verursachen kann.

Daher müssen die ätherischen Öle emulgiert werden, zum Beispiel indem man sie mit etwas Kaffeerahm (Sahne) oder Vollmilch mischt, bevor sie dem Badewasser zugefügt werden.

Auf ein Vollbad würde ich 8 Tropfen Eukalyptusöl oder Thymianöl geben, bei der ersten Anwendung nur 3 – 4 Tropfen, um die Verträglichkeit zu prüfen.

„Focus“ empfiehlt zudem:

„Natürliche Öle

Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl vor dem Schlafen gehen auf der Brust verreiben. Wirkt gegen Husten und hilft beim Durchatmen.“

Auch hier würde es korrekt heissen „Natürliche ätherische Öle“. Meine Empfehlung wäre dabei, Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl nicht pur aufzutragen, sondern wenige Tropfen gemischt mit etwas fettem Öl, zum Beispiel Mandelöl, oder allenfalls auch mit einer fettreichen Bodylotion (W/O-Emulsion).

Grundsätzlich könnte man aber auch von Eukalyptusöl, Thymianöl oder Pfefferminzöl ein paar Tropfen auf ein Papiertaschentuch geben und sie so über Nacht im Schlafzimmer verdunsten lassen.

Quelle der Zitate:

http://www.focus.de/gesundheit/praxistipps/erkaeltung-schnell-loswerden-die-besten-tipps_id_7761950.html

Als Ergänzung:

Margret Wenigmann empfiehlt im Fachbuch „Phytotherapie“ für die äusserliche Anwendung von Pfefferminzöl:

„Einige Tr. In die betroffenen Hautpartien einreiben, in halbfesten oder öligen Zubereitungen 5 – 20 –prozentig…“

Bei Säuglingen und Kleinkindern rate ich ab von Pfefferminzöl-Anwendungen.

Margret Wenigmann schreibt dazu:

„Bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich des Gesichtes, speziell der Nase, oder grossflächig auf Brust und Rücken anwenden (Gefahr von Glottiskrampf, Kratschmer-Reflex mit Atemdepression bis hin zur Erstickung).“

Solche Warnungen sind ähnlich formuliert in wohl allen Phytotherapie-Fachbüchern zu finden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Teebaumöl bei Akne

Diesen Artikel teilen:

Das ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gilt als Geheimtipp gegen Pickel / Akne.

Das Portal „Medizin transparent“ hat recherchiert, ob die Studienlage die Wirksamkeit von Teebaumöl gegen Akne bestätigt.

Ein chinesisch-australisches Wissenschaftsteam konnte in einer umfangreichen Recherche nur eine einzige Studie zu diesem Thema finden.

Diese allerdings kleine Studie liefert zwar vorsichtige Hinweise, dass Teebaumöl gegen Pickel helfen könnte. Für wissenschaftliche Gewissheit wären jedoch weitere, gutgemachte Studien mit positivem Resultat nötig.

In dieser Untersuchung hatten die Versuchspersonen per Losentscheid entweder ein Gel mit Teebaumöl in einer 5-prozentigen Konzentration oder aber ein vergleichbares Gel ohne Wirkstoff ( = Scheinpräparat, Placebo) zugeteilt bekommen, das sie sich zweimal täglich auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen sollten.

Welche der insgesamt 60 Versuchspersonen das Teebaumöl-Präparat und welche das Placebo bekamen, wurde vor den Probanden und dem Studienpersonal geheim gehalten. Durch diese „doppelte Verblindung“, wie das Geheimhalten der Zuteilung vor sowohl Teilnehmern als auch Studienpersonal genannt wird, wird sichergestellt, dass Erwartungen der an der Studie beteiligten Personen das Resultat nicht beeinflussen können. Allerdings ist nicht sicher, dass bei dieser Studie die Verblindung auch bis zum Ende der Studie aufrecht blieb, da die Wirkstoff-freien Salben eine andere Beschriftung hatten als jene mit Teebaumöl.

Nach sechs Wochen zeigten sich bei den Versuchpersonen, welche das Gel mit Teebaumöl verwendeten, durchschnittlich sieben bis acht Hautunreinheiten wie Pickel, Mitesser oder Pusteln weniger als bei jenen, die das wirkstofflose Gel aufgetragen hatten. Mit nur 60 Probanden sind diese Resultate dieser Studie allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Finanziert wurde die Untersuchung durch ein Unternehmen, das Kosmetika mit Teebaumöl produziert.

Aus den Resultaten ihrer Untersuchung schlussfolgern die Studienautoren, dass ihr Teebaumöl-Präparat kaum mehr Nebenwirkungen hat als das Gel ohne Wirkstoff. „Medizin transparent“ weißt jedoch darauf hin, dass Teebaumöl nicht immer harmlos ist, und bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen und allergischen Hautausschlägen führen kann. Das Scientific Commitee on Consumer Safety (SCCS), das auf EU-Ebene berät, warne daher vor Produkten, die über fünf Prozent Teebaumöl enthalten, und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung rate bei Kosmetika überhaupt zu einer Begrenzung auf eine Konzentration von einem Prozent.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/teebaumoel-gegen-pickel

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl hat eine gute antibakterielle Wirkung und da Bakterien bei Akne eine Rolle spielen, erscheint eine Wirksamkeit plausibel.

Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen.

Es besteht aus einem Gemisch von etwa 100 Substanzen, insbesondere (+)-Terpinen-4-ol (rund 40 %), α-Terpinen (rund 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol.

Während die chinesisch-australische Forschergruppe nur eine einzige Studie fand, die ihren Qualitätsansprüchen genügte, geht Dr. Rainer C. Görne in der ÄrzteZeitung von fünf randomisierten Studien aus, welche die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen sollen. Allerdings fehlen dort Quellenangaben zu diesen Studien.

Siehe: Teebaumöl gegen Akne

 

Die Verträglichkeit des Teebaumöls hängt wesentlich von den Aufbewahrungsbedingungen ab, die möglischst geschützt vor Sauerstoff sein sollten:

Teebaumöl: Korrekte Aufbewahrung reduziert Nebenwirkungen

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Teebaumöl sein muss.

Viele ätherische Öle wirken antibakteriell. Und viele ätherische Öle sind besser hautverträglich als Teebaumöl und geruchlich angenehmer.

Besser verträgliche und geruchlich angenehmere ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung sind zum Beispiel Korianderöl und Lavendelöl.

Siehe dazu:

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Zur Wirkung von Korianderöl

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

 

 

 

Wer typverwandte ätherische Öle als geruchliche Alternativen zu Teebaumöl sucht probiert es manchmal mit Manukaöl, Kanukaöl, Niaouliöl, Cajeputöl oder Eukalyptusöl.

Manukaöl ( aus der Südseemyrte, Leptospermum scoparium) wirkt ähnlich antibakteriell wie Teebaumöl, ist aber ebenfalls haut- und augenreizend.

Kanukaöl stammt von Leptospermum ericoides (= Kunzea ericoides) und fällt bezüglich antibakterieller Wirkung ab.

Niaouliöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen aus Melaleuca viridiflora (Myrtaceae) und gleicht in seiner Zusammensetzung dem Cajeputöl: Hauptbestandteil ist 1,8-Cineol (bis ca. 60 %), weiters Pinen und Limonen. Im Labor zeigte es antimikrobielle Wirkung.

Siehe: Was ist Niaouliöl?

Cajeputöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und kleineren Zweigen des Cajeputbaumes (Melaleuca leucadendra) gewonnen. Es hat einen an Eukalyptus erinnernden Duft, wirkt stark antimikrobiell, enthält in hohem Maße Terpene und ist ein Hauptbestandteil des Olbasöls.

Siehe:

Olbastropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen getestet auf antimikrobielle Wirkung

Eukalyptusöl stammt von Eucalyptus globulus und besteht hauptsächlich aus 1,8-Cineol (über 70 %), ausserdem 1-Pinen (Spuren bis maximal 9 %), 2-Pinen (0-1,5 %), Limonen (0-12 %), und Phellandren (0-1,5 %). Es zeigt breite antimikrobielle Aktivität, ist dabei aber in seiner Wirksamkeit dem Teebaumöl unterlegen.

Verglichen mit dem relativ giftigen Phenol ist das Teebaumöl 11 bis 13 Mal wirksamer und damit viel stärker bakterizid als Eukalyptusöl, das nur etwa 3,5mal stärker als Phenol wirkt. In der Phytotherapie wird Eukalyptusöl in Kapselform auch innerlich angwendet als schleimlösendes Mittel gegen Husten (Sibrovita N).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel teilen:

Knoblaucharoma in Muttermilch fördert Appetit des Säuglings

Diesen Artikel teilen:

Lebensmittelchemiker der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten erstmals belegen, dass die Einnahme von Knoblauch durch stillende Frauen sich im Geruch der Muttermilch niederschlägt. Verantwortlich dafür ist die Substanz Allylmethylsulfid (AMS) – ein Stoffwechselprodukt, das erst im mütterlichen Organismus verstärkt gebildet wird. Ob das Aroma allerdings beeinflusst, welche Ernährungspräferenzen die Kinder entwickeln, ob sie also Knoblauch später mögen, ist noch ungeklärt.

Prof. Dr. Andrea Büttner vom Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Universität Erlangen-Nürnberg sagt dazu: „Allerdings wissen wir noch recht wenig über den Einfluss von Nahrungsmitteln, die Mütter zu sich nehmen, auf die Ernährungsprägung der Säuglinge. Einige Forscher nehmen jedoch an, dass Kinder solche Lebensmittel bevorzugen, die ihre Mütter während der Stillzeit konsumieren, da sie vermuten, dass die Milch dann genauso oder zumindest ähnlich schmeckt.“

Die Resultate der Studie wurden jetzt im Online-Journal Metabolites des renommierten Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) publiziert.

Dass das Knoblaucharoma die Säuglinge vom Trinken der Muttermilch abhalten könnte, ist allerdings nicht zu befürchten. Knoblaucharoma scheint im Gegenteil sogar den Appetit anzuregen, wie eine anderen Studie an Säuglingen gezeigt hat, die mehr Milch tranken, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Prof. Büttner befasst sich seit Jahren damit, wie Aromen vom Stoffwechsel des Menschen verarbeitet werden. Was den Einfluss auf die Muttermilch betrifft, kommt die Forscherin zu eher nüchternen Resultaten, denn einige Aromastoffe sind sehr labil und können im Körper des Menschen zu Derivaten verstoffwechselt werden, die wenig mit den für das Lebensmittel charakteristischen Ausgangsprodukten zu tun haben. So konnte Büttners Team in früheren Untersuchungen zum Beispiel nachgewiesen, dass etwa die Einnahme von Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht verändert. Eukalyptusölkapseln, die auch während der Stillzeit bei Erkältungskrankheiten eingenommen werden, geben der Muttermilch jedoch eine deutliche Eukalyptusnote. Allerdings ist hier nicht nur der ursprüngliche geruchsaktive Wirkstoff Eukalyptol in der Milch zu finden, sondern auch eine Vielzahl von Derivaten, die der mütterliche Organismus aus Eukalyptol erst herstellt.

Quelle:

https://idw-online.de/de/news655930

Kommentar & Ergänzung:

Stilltee – oft basierend auf den Früchten von Anis, Kümmel und Fenchel – verändert also das Aromaprofil der Muttermilch nicht. Knoblauch aber schon.

Schade, dass in der Pressemitteilung keine Quellenangabe zu der Studie aufgeführt ist, die offenbar verstärktes Trinken feststellte, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hat.

Bei den erwähnten Eukalyptusölkapseln könnte es sich um „Soledum“ handeln, das zu 100% aus Eukalyptol ( = Cineol) besteht. Dieses Präparat ist in Deutschland im Handel, nicht jedoch in der Schweiz.

Eukalyptusöl ist aber auch enthalten im Kombinationspräparat GeloMyrtol ( = Gelodurant).

Dass Aromastoffe aus Eukalyptusölkapseln in der Muttermilch auftauchen zeigt zudem, dass die damit zugeführten Wirkstoffe in den menschlichen Organismus aufgenommen werden. Dafür spricht auch, dass nach der Einnahme solcher Kapseln die Ausatmungsluft nach Eukalyptusöl riecht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Diesen Artikel teilen:

Heilpflanzen-Anwendungen bei Erkältungskrankheiten – Tagesseminar am 26. November 2014

Diesen Artikel teilen:

Der Winter steht wieder vor der Tür – und damit auch Husten, Halsweh, Heiserkeit, Schnupfen & Co.

Am Tagesseminar vom 26. November 2014 lernen Sie Heilpflanzen-Anwendungen kennen zur Behandlung von Erkältungskrankheiten.

Sie erfahren also viel Wissenswertes über Thymian, Eibisch, Eukalyptus, Spitzwegerich, Salbei, Malvenblüten etc.

Der Kurs eignet sich gut zur Weiterbildung für Pflegepersonen aus Spitex, Pflegeheim, Palliative Care und Klinik, aber auch für Fachleute aus Naturheilkunde und Medizin. Der Kursinhalt wird aber gut verständlich vermittelt, so dass auch Teilnehmende ohne medizinische Vorkenntnisse profitieren können und willkommen sind.

Die Detailangaben zu diesem fundierten Kräuterkurs finden Sie im Kursprogramm.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

Diesen Artikel teilen:

Teebaumöl gegen Akne

Diesen Artikel teilen:

Im Phyto-Forum der AerzteZeitung geht Dr. Rainer C. Görne auf das Thema Teebaumöl bei Akne ein.

„In der internationalen Literatur finden sich fünf randomisierte Studien, die die Wirksamkeit von Teebaumöl bei der Behandlung von Akne belegen. In diesem Zusammenhang muss jedoch auf das Risiko der Entwicklung von Kontaktallergien hingewiesen werden.“

Auslöser dieser Kontaktallergien seien unterschiedliche Bestandteile des ätherischen Öls, wie beispielsweise α-Terpinen und dessen Oxidationsprodukt 1,2,4-Trihydroxymenthan, das nach längerer Lagerung durch Licht oder Luftsauerstoff entsteht. Deshalb können nach der örtlichen Anwendung von Teebaumöl allergische Hautreaktionen auftreten.

Die Hautausschläge können mild und lediglich juckend sein, doch wurde auch schon über schwere Blasenbildung berichtet.

Personen mit bekannten Allergien gegenüber anderen Arten der Myrte (Myrtaceae), wie Eukalyptus, Guave, Nelken oder Piment haben ein höheres Allergie-Risiko gegenüber Teebaumöl. Das gilt vergleichbar auch für Menschen, die gegenüber Zubereitungen aus Bestandteilen von Koniferen oder Terpentin allergisch sind.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/default.aspx?sid=857127&sh=8&h=913370612&ticket=ST-8427-5tWREdY0ZIvfkvkggSIgnEGLy1yXQ3e6DyQ-20

Kommentar & Ergänzung:

Teebaumöl oxidiert an der Luft schnell. Daher ist es wichtig, dass Teebaumöl nur in gut gefüllten Flaschen aufbewahrt wird und wenn es seinen Geruch Richtung „Terpentin“ verändert, sollte es nicht mehr verwendet werden.

Teebaumöl besitzt zweifellos gute antimikrobielle Eigenschaften, was eine nützliche Wirkung ist bei Akne.

Allerdings gibt es eine ganze Reihe von ätherischen Ölen, die für diesen Zweck in Frage kommen und für die haut in der Regel verträglicher sind – zum Beispiel Lavendelöl und Korianderöl.

Siehe dazu:

Aromatherapie / Phytotherapie: Zur Wirkung von Teebaumöl

Zur Wirkung von Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Phytotherapie zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Lavendelöl gegen Hautpilze

Teebaumöl – ein Naturheilmittel macht Karriere

Teebaumöl als Naturheilmittel

Lavendelöl – grosse Qualitätsunterschiede

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten

Zum Thema Akne und Ernährung:

Akne & Ernährung: Neue Erkenntnisse

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Wickel und Auflagen in der Pflege

Diesen Artikel teilen:

Wickel und Auflagen haben in der Pflege wieder an Bedeutung gewonnen. Soweit dabei Heilpflanzen zur Anwendung kommen, sind sie auch ein Bestandteil der Phytotherapie.

In der Ausgabe Nr. 1 / 2014 veröffentlichte die Zeitschrift für Phytotherapie einen Artikel zum Thema Wickel und Auflagen.

Wie genau die Wirkung von Wickeln und Auflagen zustande kommt, das wird sehr unterschiedlich begründet. Oft hört man noch die Erklärung, dass Wickel und Auflagen Giftstoffe aus dem Körper ziehen. Diese Ansicht geht wohl auf die Humoralpathologie (Vier-Säfte-Lehre) zurück, in deren Konzept die Ausscheidung krankmachender Stoffe von zentraler Bedeutung sind. Diese Vorstellung ist nicht sehr überzeugend und wirft zahlreiche Fragen auf. Um welche Giftstoffe soll es sich denn handeln? Und wie „weiss“ der Wickel, welche Stoffe er rausziehen soll und welche nicht? Und mit welcher Kraft soll er Giftstoffe rausziehen?

Die Autorin des Artikels in der Zeitschrift für Phytotherapie, Gerda Zölle, wandelt zum Glück nicht auf diesem fragwürdigen Pfad und erklärt die Wirkung von Wickeln und Auflagen so:

Es gibt kalte oder feucht-heiße Wickel, die beide die Durchblutung der Haut beeinflussen. Ein feucht-heißer Wickel setzt einen warmen, thermischen Reiz. Das bewirkt passiv eine lokale, periphere Gefäßerweiterung und nachfolgend eine verstärkte Durchblutung, wobei die Stoffwechselaktivität angeregt wird. Die intensive Wärme eines Wickels wirkt entkrampfend und entspannend bis hin zur quer gestreiften Muskulatur, sie dringt jedoch nicht bis zu den inneren Organen durch. Es wird vermutet, dass durch eine lokale Anregung der Head’schen Zonen die spinalen Reflexbahnen Reize weiterleiten und so die inneren Organe beeinflussen.“

Das scheint mir eine nachvollziehbare Erklärung. Die Autorin geht dann auf pflanzliche Wirkstoffe in Wickeln und Auflagen ein:

„Über den Wickel können pflanzliche Wirkstoffe aus bewährten Arzneipflanzen wie Schafgarbe, Lavendel, Eukalyptus, Malve, Melisse oder Thymian gezielt in den Organismus transportiert werden und die thermische Wirkung des Wickels unterstützen.“

Da müsste man allerdings meiner Ansicht nach differenzieren. Es gehen lange nicht alle Wirkstoffe durch die Haut. Die Schleimstoffe der Malve zum Beispiel sind viel zu gross als Molekül für eine Resorption durch die Haut. Grundsätzlich gut durch die Haut gehen ätherische Öle, wie sie in Schafgarben, Lavendel, Eukalyptus, Melisse und Thymian vorhanden sind. Doch wäre hier noch zu klären, ob via Haut auch relevante Mengen dieser ätherischen Öle aufgenommen werden. Wahrscheinlich wirken solche ätherischen Öle in Wickeln und Auflagen eher über den inhalativen Weg.

Ein Wickel könne jedoch noch mehr, er sei auch umhüllend.

Er wirke nicht nur über die jeweils verwendete Substanz, sondern auch über die körperliche Zuwendung beim Wickeln selbst:

„Körpergrenzen werden erfahrbar gemacht, die Wahrnehmung des Patienten gefördert, Pflegende und Patienten sind in einem intensiven Kontakt miteinander. Das kann besonders bei der Pflege und Betreuung von Menschen mit einer eingeschränkten Wahrnehmung wie Patienten mit Demenz sehr hilfreich sein: Wickel und Auflagen können den ersten Kontakt erleichtern sowie Nähe und Zuwendung vermitteln. Inzwischen sind Wickel und Auflagen ein fester Bestandteil der komplementären Pflege und werden professionell angewandt.“

Das Ritual, die Zuwendung, die Aufmerksamkeit – das sind tatsächlich wichtige Aspekte bei der Anwendung von Wickeln und Auflagen – beim Einsatz im privaten Rahmen und auch in der Pflege.

Bezüglich der Wirkungsweise scheint mir bei vielen Wickeln und Auflagen die Counterirritation ein wichtiger Ansatzpunkt zu sein. Es handelt sich dabei um eine Reizsetzung, welche anschließend zur Schmerzdämpfung führt. Das ist vor allem auch ein absolut medizinkompatibles Erklärungsmodell. Hier ein Text zum Thema Counterirritation / Gegenreiz auf Wikipedia, der meines Erachtens aber zu ausschliesslich auf eine Wirkung im Bereich Immunsystem focussiert.

Zur Erklärung der Wirkungsweise von Wickeln und Auflagen im Sinne der Counterirritation könnte man noch die „Gate-Control-Theory“ von Melzack und Wall hinzuziehen (Gate-Control-Theory auf Wikipedia).

Jedenfalls gibt es zur Erklärung der Wirkungsweise von Wickeln und Auflagen sehr viel ergiebigere und überzeugendere Erklärungsmodelle als die Vorstellung vom Herausziehen irgendwelcher obskurer Giftstoffe.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kardamom als Gewürz und Heilpflanze

Diesen Artikel teilen:

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und verfeinert vor allem asiatische und arabische Speisen. Kardamompulver wird in Curry-Mischungen verwendet und im Orient auch als Kaffeegewürz. Zudem ist es Bestandteil von Lebkuchengewürz-Mischungen.

„Spiegel online“ hat vor kurzem die Wirkungen von Kardamom als Heilpflanze beschrieben:

„Wie Zimt hat auch Kardamom einen hohen Anteil ätherischer Öle. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Kardamomöls ist Cineol, das in größeren Mengen auch in Eukalyptus vorkommt. Es wirkt stark antibakteriell und schleimlösend. Daher empfiehlt sich Kardamom auch zur Behandlung von Erkältungs- und Lungenerkrankungen.

Daneben blockiert der im Kardamomöl enthaltene Wirkstoff Gingerol einen Rezeptor im Magen-Darm-Trakt, der den Brechreiz auslöst. Kardamom kann deshalb die Verdauung unterstützen und gegen Übelkeit helfen.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/zimt-nelken-weihrauch-weihnachtsgewuerze-fuer-die-gesundheit-a-936932.html

Kommentar & Ergänzung:

Kardamomöl enthält 20 – 40 % 1,8-Cineol und ist an diesem Punkt tatsächlich mit dem Eukalyptusöl verwandt. Daraus lässt sich eine antibakterielle und schleimlösende Wirkung ableiten. Kardamom gilt auch als Mittel zur Linderung von Verdauungsstörungen.

Dass Gingerol ein Bestandteil von Kardamomöl ist, halte ich aber für einen Irrtum. Nirgends in der mir zugänglichen Fachliteratur taucht Gingerol als Inhaltsstoff von Kardamom oder Kardamomöl auf. Gingerole sind nicht flüchtig und können daher nicht Bestandteil des Kardamomöls sein.

Gingerole sind die Scharfstoffe im Ingwer (Zingiber officinale). Und beim Ingwerwurzelstock gibt es tatsächlich diese Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen, die auf einer Blockade des 5-HT3-Rezeptors beruht.

Siehe dazu:

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Schnupfen: Nasensalbe mit Pfefferminzöl, Eukalyptusöl oder Kiefernnadelöl

Diesen Artikel teilen:

Die Apothekerkammer Niedersachsen empfiehlt:

„Bei einer Schnupfennase können Salben mit ätherischen Ölen helfen, wieder leichter durchzuatmen. Öle aus Eukalyptus, Pfefferminz oder Kiefernnadeln lassen nach Angaben der Apothekerkammer Niedersachsen die Nasenschleimhaut zwar nicht abschwellen. Sie haben aber einen kühlenden Effekt und geben dem Patienten dadurch das Gefühl, wieder besser Luft zu bekommen. Zum Befeuchten der Schleimhäute empfehlen sich Sprays mit steriler, isotonischer Kochsalzlösung oder Meersalz.“

Quelle:

http://www.ksta.de/gesundheit/salben-mit-aetherischem-oel-erleichtern-schnupfen-nase,15938564,26008940.html

Kommentar & Ergänzung:

Vor allem Pfefferminzöl beziehungsweise sein Hauptinhaltsstoff Menthol stimulieren die Kälterezeptoren in der Nasenschleimhaut.

Das bewirkt – wie im Zitat beschrieben – ein Gefühl von „mehr Luft bekommen“.

Das kommt davon, dass man die Luft, welche durch die Nase zieht, intensiver als Kältestrom wahrnimmt. Es geht nicht wirklich mehr Luft durch die Nase. Eine Täuschung also, aber eine angenehme und nützliche Täuschung. Und was will man beim Schnupfen schon mehr.

Siehe auch:

Nasensalbe Rüedi – ein Naturheilmittel?

Schnupfen: Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Latschenkiefernöl

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Gewürzkunde: Grüner Pfeffer, weisser Pfeffer, schwarzer Pfeffer….

Diesen Artikel teilen:

Pfeffer gibt es als Gewürz in verschiedenen Sorten. Jede verleiht Gerichten ein anderes Aroma und passt daher auch zu verschiedenen Speisen.

Grüner Pfeffer verleiht süßen Speisen einen besonderen Pfiff.

Die grünen Körner werden unreif vom Pfefferstrauch geerntet und entweder haltbar gemacht, indem ihnen per Gefriertrocknung Wasser entzogen wird, oder durch sofortiges Einlegen in Lake (Lösung von Salz in Wasser).

Grüner Pfeffer hat grasige, leicht kräuterige Aromen und noch nicht die Schärfe von schwarzem oder weißem Pfeffer. Das passt beispielsweise gut zu Erdbeeren.

Auch schwarzer Pfeffer wird unreif gepflückt, bekommt jedoch durch normales Trocknen seine charakteristische dunkle Farbe und sein schärferes Aroma. Am besten schmeckt schwarzer Pfeffer frisch gemahlen.

Als höchste Qualitätsstufe bei schwarzem Pfeffer gilt Tellicherry-Pfeffer. Er darf am Strauch ausreifen und wird deshalb als «Spätlesepfeffer» bezeichnet. Immer dann, wenn eine würzige Schärfe erwünscht ist, passen diese bräunlich-roten Körner.

Weißer Pfeffer wird vollreif geerntet, anschliessend in Wasser eingeweicht, geschält und getrocknet. Dadurch gehen beinahe alle Aromastoffe verloren. Köche setzen den weissen Pfeffer daher gern ein für helle Soßen und immer dann, wenn keine anderen Geschmacksnuancen außer Schärfe an der Speise gewünscht sind.

Kubeben-Pfeffer ( = Schwanz-Pfeffer, Piper cubeba) wird wegen seinem Aussehen auch als Stielpfeffer bezeichnet und benötigt besonders kräftige Partner – beispielsweise Wurzelgemüse oder dunkles Fleisch. Zu Spargel passt Kubeben-Pfeffer nicht. Sein Aroma erinnert etwas an Menthol oder Eukalyptus. Manche Köche kombinierten ihn mit Schokolade, zum Beispiel in einer Soße zu einem Hasenbraten.

Langer Pfeffer (= Stangenpfeffer, Piper longum) gleicht vom Aussehen her kleinen Tannenzapfen und schmeckt kräuterig-ledrig. Er lässt sich ebenfalls einsetzen zu Wurzelgemüsen und Wild, eignet sich aber auch zu Käsegerichten. Im ersten Augenblick schmeckt er allerdings nicht sehr stark und zeigt erst im Abgang, was er kann. Langer Pfeffer ist unheimlich hart und kann selbst eine hochwertige Keramikmühle beschädigen, wenn man ihn darin mahlen will. Daher ist es besser, ihn im Mörser zu zerkleinern oder auf einer Muskatnussreibe zu reiben.

Quelle:

http://www.ksta.de/verbraucher/kleine-gewuerzkunde–welcher-pfeffer-wozu-passt,15938542,22614420.html

Kommentar & Ergänzung:

Zwischen Ernährung und Phytotherapie gibt es einige fliessende Übergänge. Viele Gewürze stehen an solchen Übergängen, sind einerseits wichtige Bestandteile der Kochkunst und zugleich Heilmittel.

Grüner Pfeffer, weisser Pfeffer und schwarzer Pfeffer stammen von der gleichen Pfefferart (Echter Pfeffer, Piper nigrum).

Der Echte Pfeffer enthält reizende Scharfstoffe, darunter vor allem das Alkaloid Piperin (5-8 %) und Derivate des Piperins wie Piperettin, Piperylin, Piperanin, Chavicin.

In weißem Pfeffer ist zudem etwa 2,5 Prozent ätherisches Öl, sogenanntes Pfefferöl enthalten, in grünem und schwarzem Pfeffer bis zu 4,8 Prozent. Es gibt dem Pfeffer sein Aroma und wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Die Hauptbestandteile im ätherischen Öl sind Monoterpene wie Pinene, 3-Caren, Terpinene, Terpinolen und Limonen, sowie Sesquiterpene wie α- und β-Caryophyllen und β-Farnesen.

Der scharf brennende Geschmack des Pfeffers kommt durch die Erregung von Wärme- und Schmerzrezeptoren zustande. Reflektorisch werden dadurch Speichel- und Magensaftsekretion gesteigert, ebenso die Produktion von Verdauungsenzymen. Pfeffer hat deshalb eine deutlich appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung, die jedoch nur noch sollten in Arzneimitteln zur Anwendung kommt. Neben einer ganzen Reihe von anderen Heilpflanzen ist der Echte Pfeffer Bestandteil von Melisana Klosterfrau Melissengeist.

Äusserlich kann Pfeffer zur Durchblutungsförderung eingesetzt werden. Das gut hautverträgliche Pfefferöl soll kombiniert mit Ingweröl ein gutes Mittel zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater sein (nach Dietrich Wabner / Christiane Baier, Aromatherapie, München 2009, S. 258)

Der Kubeben-Pfeffer ist eine andere Pfefferart, die als Kletterpflanze in Java und auf anderen Inseln Indonesien heimisch ist, aber auch in Sri Lanka angebaut wird.

Zur Heilanwendung schreibt Wikipedia:

„ Kubeben sind seit der Antike als Heilmittel verwendet worden und werden im Osten immer noch geschätzt. Sie wirken schleimlösend und werden in Mitteln gegen Atembeschwerden gebraucht. Kubeben haben auch antiseptische Eigenschaften. In der Volksheilkunde finden die getrockneten Früchte Verwendung bei entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen der Harnwege, ebenfalls als Expektorans bei chronischer Bronchitis, unzerkleinert bei Kopfschmerzen (Schwindelkörner), Gedächtnisschwäche und zur Steigerung des Geschlechtstriebs.“

Die botanische Gattung Pfeffer ist jedenfalls vielseitig und mit interessanten Inhaltsstoffen und  Wirkungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen:

Kräuterwissen aus dem Kräuterhotel?

Diesen Artikel teilen:

In der  NZZ berichtet Inge Jucker über das angeblich erste Kräuterhotel in Europa:

„Kräuterbutter, Kräuteressig, Kräutersalz, Basilikumsauce, Rosmarinkartoffeln, Salbeibonbons, Melissentee, Eukalyptusbad, Arnikasalbe: In unserem Alltag kommen unzählige Kräuter vor, auch wenn wir dies gar nicht immer bewusst wahrnehmen. Und vielleicht hat man in jungen Jahren auch einmal etwas über diese Naturapotheke aufgeschnappt, aber seither längst wieder vergessen. Dann wäre es an der Zeit, das erste Kräuterhotel Europas zu besuchen, den in der Südtiroler Ortschaft Obereggen gelegenen «Zischghof».“

Quelle:

http://www.nzz.ch/lebensart/reisen-freizeit/die-welt-von-basilikum-maedelsuess-salbei-und-co-1.18058181

Kommentar & Ergänzung:

Das stimmt natürlich: Im Alltag begegnen uns viele Kräuter, aber das Wissen darüber ist zum Teil verloren gegangen. Allerdings finde ich, dass man nicht unbedingt in ein Kräuterhotel im Südtirol  fahren muss, um sich altes und neues Kräuterwissen wieder anzueignen. Wenn Sie über Kräuter im Alltag oder in der Natur mehr wissen möchten, dann schauen Sie einmal in meinen Kurskalender. Sie finden dort vielleicht auch in Ihrer Nähe eine Kräuterexkursion.

Mittels einer nicht ganz nachvollziehbaren Kurve kommt der NZZ-Artikel nach der „Kräuterhotel-PR“ noch auf Hildegard von Bingen zu sprechen.

Die Äbtissin aus dem Mittelalter ist fraglos eine faszinierende Persönlichkeit, doch wird sie heute auch schamlos ausgeschlachtet, zum Beispiel vom inzwischen verstorbenen Arzt Gottfried Hertzka, und genau auf diesen fragwürdigen „Hildegardianer“ verweist die NZZ in ihrem Text.

Die Medizinhistorikerin Irmgard Müller, die zu den naturheilkundlichen Schriften Hildegard von Bingens publiziert hat, bezeichnet die Hildegardmedizin, wie sie Gottfried Hertzka propagiert hat, als nicht authentisch. Man müsste zutreffender von „Hertzka-Medizin“ sprechen, schreibt Müller.

Weiteres zur sogenannten Hildegardmedizin hier.

Schade, dass die NZZ ausgerechnet auf einen der fragwürdigsten Hildegard-Propagandisten hereinfällt..

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Diesen Artikel teilen: