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Heidelbeeren aus dem Supermarkt – betreffend Wirkstoffgehalt fragwürdig

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Heidelbeeren haben gerade Saison. Im Supermarkt bekommt man allerdings kaum die wildwachsende Waldheidelbeere, sondern viel häufiger eine Kulturheidelbeere.

Heidelbeeren gehören zur Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse.

Kulturheidelbeeren wie Vaccinium corymbosum unterscheiden sich beträchtlich von der wild wachsenden Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus). Die Waldheidelbeere wächst europaweit in lichten Nadelwäldern, Hochmooren und Heiden, in den Bergregionen gern im subalpinen Nadelwald als Unterwuchs. Der Halbstrauch wird bis zu 50 cm hoch. Die schwarzblauen Beeren sind erbsengroß und schmecken sehr aromatisch. Der Heidelbeersaft aus Vaccinium myrtillus ist aufgrund des blauen Farbstoffs Anthocyan intensiv blau gefärbt. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Antioxidanzien gehören, die den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe der Waldheidelbeere sind Ballaststoffe, Fruchtsäuren, Mangan, Mineralstoffe wie Magnesium, Vitamin E und Vitamin C.

Die Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet und stammt nicht von der heimischen Waldheidelbeere ab. Ihre Früchte sind grösser als diejenigen der Waldheidelbeere, wachsen an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern und haben einen deutlich süßeren, aber weniger intensiven Geschmack. Ihr Fruchtfleisch ist fest und hat nur wenige Kerne. Bei den Mineralstoffen und Vitaminen bestehen kaum größere Unterschiede zwischen Waldheidelbeere und Kulturheidelbeere. Der blaue Farbstoff Anthocyan steckt bei der Kulturheidelbeere allerdings nur in der Haut, während Saft und Fruchtfleisch farblos sind. Dadurch bekommt man beim Essen kaum blaue Zähne.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/heidelbeere-30444.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Für die Phytotherapie sind als Wirkstoffe in der Heidelbeere relevant die Gerbstoffe und die Anthocyane.

Getrocknete Heidelbeeren werden wegen der Gerbstoffe zum Beispiel gegen Durchfall eingesetzt.

Anthocyane hemmen Entzündungen, werden jedoch nur schlecht in den Organismus aufgenommen. Daher sind insbesondere Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Darmentzündungen interessant – in diesen Fällen braucht es die Aufnahme in den Körper nicht.

Siehe dazu:

Farbstoffe: Auch Heidelbeeren hemmen Entzündungen

 

Interessant wären genaue Angaben bezüglich den Unterschieden im Gehalt an Anthocyanen und Gerbstoffen zwischen Kulturheidelbeeren und Waldheidelbeeren. Dazu finde ich in der Phytotherapie-Fachliteratur keine brauchbaren Informationen.

Weil die Kulturheidelbeere im Inneren nicht blau gefärbt ist, liegt es allerdings auf der Hand, dass sie weniger Anthocyane enthält als die Waldheidelbeere. Ich würde jedenfalls als Heilpflanze die Waldheidelbeere vorziehen.

Laut ESCOP-Monografie können anthocyanangereicherte Extrakte aus Heidelbeeren angewendet werden für die „symptomatische Behandlung bei Problemen von Krampfadern wie schmerzende und schwere Beine, periphere Durchblutungsstörungen, kapillare Durchblutungsstörungen des Auges.“

Der „Leitfaden Phytotherapie“ führt Indikationen aus der WHO-Monografie auf. Darunter ist ein Hinweis, der interessant ist, weil er aus der Reihe tanzt:

„symptomatische Behandlung von Dysmenorrhö bei prämenstruellem Syndrom“

Die Plausibilität dieser Angabe ist schwer einzuschätzen, weil sie sonst in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht auftaucht (Dysmenorrhö = schmerzhafte Menstruation).

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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[Buchtipp] Phytotherapie, Arzneidrogen – Phytopharmaka – Anwendung von Margret Wenigmann

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PhytotherapieVerlagsbeschreibung

Phytotherapie verstehen und therapeutisch sicher anwenden
Die Nachfrage nach pflanzlichen Arzneimitteln steigt seit Jahren, gerade aufgrund guter Verträglichkeit und geringer Nebenwirkungen. Ob man als Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker mit Phytotherapie behandelt oder berät: Mit „Phytotherapie“ erwirbt der Leser die notwendige phytotherapeutische Fachkompetenz!
Wissenschaftlich fundiert (entsprechend der HMPC-Monografien) und in täglicher Praxis erprobt, findet man hier:
– Detailliertes Wissen zu Pflanzeninhaltsstoffen, Drogenextrakten und Arzneitees
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Hinzu kommen arzneimittelrechtliche Aspekte sowie die Abgrenzung von Phytopharmaka zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Benutzerfreundlich und didaktisch hochwertig aufbereitet mit übersichtlichen Grafiken und Mindmaps, dient „Phytotherapie“ als ideales Lehrbuch und Nachschlagewerk.

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Inhaltsverzeichnis des Buches „Phytotherapie“:

1 Grundlagen der Phytotherapie
2 Arzneimittelrechtliche Bestimmungen
3 Arzneipflanzen und Arzneidrogen
4 Inhaltsstoffe der Arzneipflanzen
5 Drogenportraits
6 Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
7 Atemwegserkrankungen
8 Erkrankungen des Verdauungstrakts
9 Stoffwechselerkrankungen
10 Erkrankungen des Urogenitaltrakts
11 Gynäkologische Erkrankungen
12 Neurologische Erkrankungen
13 Psychische Erkrankungen
14 Schmerzen und Entzündungen
15 Dermatologie
16 Steigerung der Abwehrkräfte

Die Autorin Margret Wenigmann

Margret Wenigmann ist Apothekerin, Autorin und Dozentin in der Weiterbildung Phytotherapie für Ärzte und Apotheker. Sie stammt aus einer Familie, in der der Beruf des Apothekers und die Beschäftigung mit Arzneipflanzen seit Generationen fest verankert sind. So liegt es nahe, dass die Phytotherapie zum erfüllenden Lebensthema wurde. In ihren Publikationen verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen Erfahrungen aus langjähriger Dozenten- sowie täglicher Beratungstätigkeit in der Apotheke.

Kommentar von Martin Koradi

Das Buch „Phytotherapie“ von Margret Wenigmann richtet sich zwar an Fachleute, ist aber sehr klar geschrieben und dürfte daher auch interessierten Laien Nutzen bringen, wenn sie bereit sind, einzelne Fachwörter nachzuschlagen. Es werden 126 Heilpflanzen in Monografien vorgestellt.  Wichtiger scheinen mir aber noch die Kapitel, in denen die einzelnen Organsysteme und die darin eingesetzen Heilpflanzen vorgestellt werden.  Dazu liefert die Autorin in kompakter Form zum Verständnis wichtiges medizinisches Fachwissen.

Das Buch enthält Teerezepturen, informative Mindmaps und jeweils ausführliche Hinweise auf Fertigpräparate (Phytophamaka) aus den beschriebenen Heilpflanzen. Dabei handelt es sich um Fertigpräparate, die in Deutschland im Handel. Nur ein Teil davon ist auch in der Schweiz als Arzneimittel im Handel, doch können die Apotheken in der Schweiz Präparate aus Deutschland auf Verlangen besorgen.

Als Hinweis: In der Verlagsbeschreibung zum Buch taucht die Bezeichnung „Arzneidroge“ auf. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Mit „Droge“ ist in der Phytotherapie die getrocknete Heilpflanze gemeint.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie  in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterwanderungen.

 

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Andorn (Marrubium vulgare) zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gekürt

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Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat den Andorn (Marrubium vulgare) zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt.

Außerhalb von Fachkreisen ist der Andorn hierzulande fast unbekannt. Dabei zählte der stattliche Lippenblütler (Lamiaceae) von der Antike bis weit in die Neuzeit zu den bedeutendsten Arzneipflanzen Europas. Die Verwendung der Pflanze bei Katarrhen der Atemwege sowie bei Verdauungsbeschwerden ist schon seit über 2000 Jahren dokumentiert. Heute wird Andornkraut zur Schleimlösung bei Husten im Rahmen von Erkältungen eingesetzt. Andorn lindert Entzündungen in den Atemwegen, wirkt schleimlösend bei festsitzendem Schleim und krampflösend in den Bronchien.

Mit seinen kugeligen, vielblütigen Scheinquirlen steht der Andorn zwischen Ackerminze und Melisse. Seine Blätter sind aber kleiner, rundlich bis herzförmig, und besitzen auf der Oberseite ein tief eingesenktes Nervennetz, während sie unten stark filzig behaart sind. Die unverzweigten Stängel wachsen bis zu 80 cm hoch. Andorn stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.

Unter den Arzneipflanzen aus der Familie der Lippenblütler fällt der Andorn auf durch seinen prägnanten Gehalt an Bitterstoffen und Gerbstoffen, während der Gehalt an ätherischem Öl nur gering ist. Durchaus zutreffend urteilt darum der berühmte Abt und Dichter Walahfrid im 9. Jahrhundert: „Er duftet süß, schmeckt aber scharf.“

Neben dem wirksamkeitsmitbestimmenden Bitterstoff Marrubiin enthält Andornkraut unter anderem Flavonoide, stickstoffhaltige Verbindungen und ätherisches Öl. Traditionell eingesetzt wird die Heilpflanze bei Bronchialkatarrhen sowie bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit. Verschiedene Studien zeigen eine Wirkung zur Schleimlösung bei Husten im Rahmen von Erkältungen.

Darüber hinaus entdeckten Wissenschaftler erst in jüngerer Zeit Mechanismen, die eine weitergehende therapeutische Bedeutung von Bitterstoffen nahe legen.

Die Bedeutung von Bitterstoffen für den menschlichen Körper zeigt sich schon darin, dass uns die Natur mit jeweils nur einem einzigen Rezeptortyp für süß, salzig, sauer und umami (japanisch für „würzig“, „schmackhaft“) ausgestattet hat, aber mit 25 verschiedenen Bitterrezeptoren. Sie versetzen uns zumindest theoretisch in die Lage, Tausende von Bittersubstanzen zu erkennen.

Solche Rezeptoren für Bitterstoffe gibt es nicht nur z. B. auf der Zunge sowie im Mund- und Rachenraum, sondern auch auf glatten Muskelzellen des Bronchialsystems. Dort bewirkt ihre Aktivierung eine Erweiterung von verengten Bronchien, die zu einer verbesserten Sauerstoffaufnahme und erleichterten Schleimentfernung führt[1]. Eine Studie von Forschern aus den USA weist außerdem darauf hin, dass die gezielte Stimulation dieser Rezeptoren mit Bitterstoffen eine Stärkung des Immunsystems bewirken kann[2]. Eine verstärkte Stimulation der Bitterrezeptoren könnte einen größeren Schutz vor Infektionen zur Folge haben, während eine niedrigere Funktion die Anfälligkeit für Infekte steigert, vermuten die Wissenschaftler.

Andornkraut wirkt zudem choleretisch, das heisst es hat eine den Gallenfluss-fördernde Wirkung, was die günstigen Effekte bei Verdauungsbeschwerden unterstützt.

 

Andorn – eine Arzneipflanze mit großer historischer Bedeutung

Für die Wahl des Andorns zur Arzneipflanze des Jahres 2018 war die historische Bedeutung der Pflanze mit entscheidend. Von der Antike bis weit in die Neuzeit hinein zählte der Andorn zu den beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Laut Plinius dem Älteren (gest. 79 nach Chr.) war Andorn als „eines der vorzüglichsten Kräuter“ bekannt. Er wurde hauptsächlich bei Lungenerkrankungen und hartnäckigem Husten angewendet, aber auch bei Brüchen, Verstauchungen, Krämpfen und Erkrankungen der Sehnen. Der zeitgleich tätige griechische Arzt Dioskurides nennt Schwindsucht, Asthma und Husten als die ersten Anwendungsgebiete.

Der schon erwähnte Abt Walahfrid Strabo preist den Andorn nicht nur bei „starken Beklemmungen der Brust“ sondern auch als rasch wirkendes Mittel gegen Giftanschläge, etwa durch böse Stiefmütter: „Sollten die Stiefmütter in feindseliger Absicht Gifte zubereiten und in das Getränk mischen oder Eisenhut zum Verderben in trügerische Speisen mengen, so vertreibt ein Trank des heilkräftigen Andorn, unverzüglich eingenommen, die lebensbedrohenden Gefahren.“

Die Äbtissin Hildegard von Bingen rät bei starkem Husten zu einer Abkochung von Andorn, Fenchel und Dill mit Wein.

In allen einschlägigen Werken bis ins 18. Jahrhundert hinein werden zudem für Andorn auch Ohrenschmerzen und Probleme bei der Geburt sowie Menstruationsbeschwerden unter den Indikationen erwähnt.

Im 19. Jahrhundert konzentrierte sich die Anwendung des Andorns auf die schleimlösende Wirkung in den Atemwegen und auf Verdauungsprobleme. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde in Frankreich sogar für etwa drei Jahrzehnte eine Wirkung bei Malaria diskutiert.

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ schreibt, der Andorn sei kulturgeschichtlich eine hochinteressante Pflanze, die auch unter medizinischen Aspekten wohl zu Unrecht in Vergessenheit geraten sei. Neue Forschungen seien jedoch dringend erforderlich, um das Potential der Pflanze ausloten zu können.

Zur Herkunft des Pflanzennamens Andorn schreibt der Studienkreis:

„Was jedoch wohl nie wirklich geklärt werden wird, ist die Bedeutung des deutschen Namens; es ist völlig unklar, was Andorn, ohne Dornen (an-dorn) bei diesem Lippenblütler uns sagen soll.“

Literatur:

  1. Deepak, A. et al.: Bitter taste receptors on airway smooth muscle bronchodilate by localized calcium signaling and reverse obstruction. Nature Medicine EPub, abstract 24 Oct 2010 (2010)
  2. Lee, RJ. et al.: Bitter Taste Bodyguards. Scientific American 314: 38 – 43 (2016)

Quelle:

http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php

Kommentar & Ergänzung:

Der Andorn ist ein Beispiel für eine Arzneipflanze, die etwas in Vergessenheit geraten ist. Natürlich kann man nicht alle Anwendungsempfehlungen, die irgendwann im Laufe der Geschichte auftauchen, unbesehen für heute übernehmen. Tradition hat sich auch oft geirrt und daher hat sie nicht immer Recht.

Siehe dazu:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

Man muss sich mit der Tradition der Pflanzenheilkunde sorgfältig und kritisch auseinandersetzen. So bekommt man eine Basis, auf der sich entscheiden lässt, welche historischen Anwendungsempfehlungen überholt sind und welche auch heute noch sinnvoll eingesetzt werden können. Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ tut dies in vorbildlicher Art.

Im Standardwerk Teedrogen und Phytopharmaka bin ich auf einen interessanten Hinweis zum Andorn gestossen:

„In einer ethno-pharmakologischen Arbeit wurde über einen erfolgreichen Einsatz bei asthmatischen Erkrankungen in Sardinien berichtet. Acetosid könnte bei entsprechenden Anwendungsgebieten eine wichtige Rolle zukommen.“

Aber auch hier sind weitere Untersuchungen und Studien nötig, bis je nach Ergebnis allenfalls eine Behandlungsempfehlung ausgesprochen werden kann.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Kurkuma bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

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Die österreichische Zeitung „Kurier“ empfiehlt:

„Der Geschmack von Kurkuma ist vielen aus indischen Gerichten bekannt. In der indischen Heilmedizin Ayurveda wird Kurkuma seit Jahrtausenden verwendet. Im Körper kann das gelb-orange Gewürz Entzündungen reduzieren, etwa im Magen-Darm-Trakt. Besonders bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn konnten Effekte gezeigt werden. Der in Kurkuma enthaltene Farbstoff Kurkumin wirkt außerdem entzündungshemmend und blutzuckersenkend. Zudem senkt es den Cholesterinspiegel und kann damit vielen Krankheiten vorbeugen.“

Quelle:

https://kurier.at/wellness/zimt-kurkuma-ingwer-knoblauch-wie-sie-ihr-gewuerzregal-gesund-haelt/247.739.154

 

Kommentar & Ergänzung:

Verwendet werden die Wurzelstöcke von zwei verschiedenen Curcuma-Pflanzen: Gelbwurzel (Curcuma longa) und Javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza). . Kurkuma ist der gelbe Farbgeber im Curry-Gewürz.

Der gelber Farbstoff Curcumin ist einer der interessantesten Naturstoffe und wird intensiv wissenschaftlich untersucht. Dabei besteht aber noch eine grosse Kluft zwischen eindrücklichen Laborergebnissen und den bisherigen Belegen für die Wirksamkeit bei Menschen. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Curcumin aus dem Verdauungstrakt nur schlecht in den Organismus aufgenommen wird.

So dürfte es wohl eher schwierig sein, mit Kurkuma eine relevante entzündungshemmende Wirkung auf systemischem Weg im ganzen Organismus zu erreichen, zum Beispiel an den Gelenken.

Eine Reduktion von Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie der „Kurier“ anspricht, „bei Reizdarm , chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Morbus Crohn“, ist aber denkbar. Hier kommt das Curcumin direkt mit der Darmwand in Kontakt und eine Resorption ist nicht nötig. Zwar fehlen auch für diesen Bereich die grossen Studien, die eine solche Wirkung einwandfrei belegen könnten. Dieser Ansatz scheint mir aber soweit plausibel, dass ich wohl Curcumin probieren würde, wenn ich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hätte.

Ob Kurkuma dagegen in klinisch relevantem Ausmass den Blutzucker und den Cholesterinspiegel zu senken vermag, ist nicht ausreichend mit Patientenstudien belegt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Brennesseltee für Detox?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ empfiehlt:

„Brennnesseltee hervorragend für Detox“.

Im Detail:

„Brennnesseltee wirkt entwässernd, blutreinigend und entschlackend. Eignet sich also hervorragend für Detox-Kuren. Wer Probleme mit den Harnwegen, der Blase oder den Nieren hat, sollte öfter zu Brennnesseltee greifen. Er sorgt dafür, dass die Harnwege durchgespült werden. Auf diese Weise können sich weder Krankheitserreger festsetzen noch Blasen- oder Nierensteine bilden.“

Quelle:

http://www.blick.ch/ratgeber/ernaehrung/weit-mehr-als-ein-laestiges-unkraut-naehrstoffbombe-brennnessel-id6442454.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Der Detox-Boom basiert auf einem Glaubenssystem, das ohne Fakten und Belege auskommt. Welche Giftstoffe auf welche Art und Weise ausgeschieden werden sollen, darüber äussern sich die Detox-Propagandisten in der Regel nicht. Kein Wunder: Dazu fehlen nämlich fundierte Erkenntnisse oder gar Belege.

Nach einer Detoxkur kann die Vorstellung, nun von allerlei Giften befreit zu sein, allerdings angenehm wirken. Insbesondere wenn einem vorher lange genug eingeredet worden ist, wie verschlackt man doch sei.

Sowohl getrocknetes Brennnesselkraut als auch der Brennnessel-Frischpflanzensaft führen bei längerer Anwendung zu einer Steigerung der Harnmenge.

In Laborexperimenten zeigt sich zudem eine Hemmung von Stoffwechselvorgängen, die bei der Entstehung von Entzündungen bedeutsam sind.

Als wissenschaftlich belegt gilt in der Phytotherapie die Anwendung der Brennnessel zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, zur Prophylaxe und Behandlung von Nierengries und zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.

Wenn der „Blick“ aber schreibt, dass Brennnesseltee blutreinigend und entschlackend wirkt, dann lehnt er sich weit zum Fenster hinaus. Wovon genau soll die Brennnessel das Blut reinigen? Welche „Schlacken“ sollen durch Brennnesseltee ausgeschieden werden? Auf diese Fragen gibt es schlichtwegs keine fundierten Antworten. Hier wird den Leserinnen und Lesern das Fantasieprodukt Detox präsentiert.

Siehe auch:

Detox entschlackt nur den Geldbeutel

 

Detox: Fragwürdiger Trend mit Entgiftungskuren

Detox-Kuren: Eingebildete Lösungen für nicht existierende Probleme

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Sport gegen Entzündungen?

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Schon aus früheren Studien ist bekannt, dass sportliche Betätigung den Serumspiegel verschiedener Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukin-6 reduziert.

US-Wissenschaftler haben nun einen weiteren entzündungshemmenden Mechanismus entdeckt. Schon nach moderatem Training auf dem Laufband zeigte die Analyse von Blutproben zwei Effekte. Einerseits verminderte sich der Anteil an TNF-α produzierenden Monozyten, andererseits sank auch die Menge des pro Zelle produzierten Zytokins. Der Effekt kommt offenbar über einen erhöhten Adrenalinspiegel und die Bindung des Hormons an β2-Adrenorezeptoren auf den Monozyten zustande.

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5476&NMID=5476&LANGID=2

Pharmazeutische Zeitung, 10/2017/p42

Kommentar & Ergänzung:

Bewegung ist eine wichtige Säule der Naturheilkunde.

Siehe dazu:

Naturheilkunde – was ist das?

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Vaginalcreme mit Fenchel gegen Scheidentrockenheit

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Eine Vaginalcreme mit Fenchel reduzierte in einer Studie die Symptome postmenopausaler Scheidentrockenheit.

Während der Wechseljahre wird die Östrogenproduktion im weiblichen Organismus vermindert. Dabei kommt es bei beinahe 40 % der Frauen zu Symptomen wie Brennen, Jucken, Scheidentrockenheit und Dyspareunie (Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs). Der pH-Wert in der Vagina erhöht sich, was dazu führt, dass Krankheitserreger sich leichter ansiedeln und Entzündungen auslösen können. Sexuelle Aktivität kann dieser Entwicklung entgegen wirken, doch zahlreichen Frauen bleibt nur der Griff zu Cremes und Gleitmitteln.

Fenchelfrüchte aus Foeniculum vulgare werden sowohl in der traditionellen Medizin als auch in der modernen Phytotherapie eingesetzt. In einer Studie wurde untersucht, ob sich Scheidentrockenheit mit einer lokal anwendbaren Fenchelcreme lindern lässt.

Für die Studie wurde eine speziell hergestellte 5-prozentige Fenchelcreme an 30 postmenopausalen Frauen getestet. Die Probandinnen der Kontrollgruppe in dieser randomisierten Doppelblindstudie bekamen dagegen eine Placebo-Creme. Die Symptome Brennen, Jucken, Trockenheit, Färbung der Vagina und Dyspareunie wurden in ihrer Ausprägung vor Behandlungsbeginn sowie nach zwei, vier und acht Wochen erfasst.

Ein Abstrich diente der zytologischen Untersuchung und wurde beim Start und acht Wochen nach der Behandlung durchgeführt, ebenso wie eine Messung des pH-Wertes im Scheidenmilieu.

Im Vergleich zur Placebo-Creme führte die Fenchelcreme sowohl zu einer der Verbesserung zytologischen Parameter als auch zu einer signifikanten Verminderung der Symptome. Keine der 30 Frauen in der „Fenchelcreme-Gruppe“ litt nach der 8-wöchigen Behandlung unter Juckreiz oder Trockenheit, lediglich eine Probandin berichtete von leichtem Brennen und zwei von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Der pH-Wert, der vor der Behandlung bei allen Frauen über pH 5 lag, war am Schluss der Behandlungsphase bei allen Frauen in der Fenchelcremegruppe tiefer als pH 5.

In der Kontrollgruppe dagegen erfuhren die Studienteilnehmerinnen nur eine leichte Besserung mancher Symptome, der pH-Wert und die zytologischen Werte veränderten sich im Vergleich zu den Ausgangswerten nur geringfügig.

In keiner der beiden Gruppen zeigten sich unerwünschte Nebenwirkungen durch die Anwendung der Cremes.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/fenchelcreme-gegen-scheidentrockenheit.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26617271

Kommentar & Ergänzung:

Diese Studie ist eine Überraschung, weil Fenchel in der Phytotherapie bisher hauptsächlich zur Linderung von Verdauungsstörungen und als schleimlösendes Mittel bei Husten eingesetzt wird. Im Zusammenhang mit Scheidentrockenheit taucht Fenchel bisher nicht auf. Allerdings zeigen Inhaltsstoffe des Fenchels im Labor östrogene Eigenschaften und das dürfte auch der Hintergrund dieser Studie sein.

Die untersuchte Fenchelcreme ist bisher nicht im Handel erhältlich und leider ist aus dem Abstract nicht ersichtlich, welche Art von Fenchelzubereitung genau verwendet wurde. Eigentlich müsste Fenchelöl in einer Basiscreme passen, da die östrogenen Inhaltsstoffe Bestandteil dieses ätherischen Öls sind. Zu klären wäre dann allerdings die adäquate Konzentration. Bis auf der Basis dieser Studie ein Präparat mit belegter Wirksamkeit und geprüfter Verträglichkeit vorliegt, dürfte es also noch einige Forschungsanstrengungen brauchen.

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Heiserkeit mit Salbei-Inhalation lindern

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In der kalten Jahreszeit tritt im Rahmen von Erkältungen oft auch Heiserkeit auf. Zur Linderung der Beschwerden können Betroffene mit einer Salzlösung gurgeln oder Salbeitee trinken. Das Inhalieren von Wasserdampf mit Salbeiextrakt tut ebenfalls gut.

Grundsätzlich gilt bei Stimmproblemen als Empfehlung: Nicht rauchen sowie auf Alkohol oder Kaffee verzichten. Auch Grüntee oder Schwarztee verzichten Betroffene besser. Dauert Heiserkeit länger als drei Wochen an, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Quelle: http://www.hno-aerzte-im-netz.de/news/hno-news/heiserkeit_mit_salbei_lindern.html

(dpa, Bundesverband der Apothekerverbände, äin-red)

Kommentar & Ergänzung:

Diese Meldung auf dem Portal „HNO-Ärzte im Netz“, die ich hier ausschnittweise und etwas umgebaut, aber sinngemäss, wiedergebe, enthält einige interessante Punkte.

Bemerkenswert ist der Rat zu Inhalationen mit Wasserdampf und Salbeiextrakt. Bei Heiserkeit braucht es eine Einwirkung in die tieferen Regionen des Halses und da kann ich mir vorstellen, dass die Inhalation besser passt als die Gurgelung.

Inhaliert man mit Salbei, dann kommt als Wirkstoff nur das flüchtige ätherische Salbeiöl zum Zug. Die Inhalation kann mit einem alkoholischen Salbeiextrakt (z. B. Salvia Wild) oder mit Salbeitee durchgeführt werden. Salbeiöl wirkt vor allem antimikrobiell. Beim Gurgeln mit Salbeitee kommen zusätzlich Gerbstoffe zur Wirkung, die Entzündungen hemmen. Aber eben: Es fragt sich, ob die Gurgelung tief genug wirkt, um den Ursprungsort der Heiserkeit zu erreichen.

Nicht klar ist mir, weshalb Grüntee und Schwarztee bei Heiserkeit kontraindiziert sein sollen. Am Koffeingehalt kann es meines Erachtens nicht liegen. Falls die Befürchtung dahinter steht, dass die Gerbstoffe die Schleimhäute zu stark austrocknen, lässt sich der Gerbstoffgehalt reduzieren, wenn der Tee nur kurz ziehen gelassen wird (1 – 2 Minuten). Im übrigen hat auch Salbeitee einen relevanten Gerbstoffgehalt, und Salbeitee wird in der Meldung ja ausdrücklich empfohlen. Da sind also noch ein paar Fragen ungeklärt.

Bei Heiserkeit sind zudem die GeloRevoice Lutschtabletten eine interessante Option. Sie geben sehr langsam ein schützendes Gel ab, das die Schleimhäute feucht hält.

 

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Thymian als Antibiotikum bei Infekten?

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Unter dem Titel „Pflanzliche Antibiotika bei Infekten & Co“ berichtet die „Carstens-Stiftung“ über Alternativen zu Antibiotika aus der Phytotherapie.

Das ist ein sehr interessantes Thema und die „Carstens-Stiftung“ weißt zu Recht auf die grossen Probleme hin, die der leichtfertige Einsatz von Antibiotika mit sich bringt. Die Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit dramatisch zu:

„Das ist auch der Grund, warum jedes Jahr Hunderttausende in Krankenhäusern an Infekten sterben, die durch antibiotikaresistente Keime verursacht werden, und die Zahl der resistenten Bakterien nimmt stetig zu. Die Wissenschaftler forschen weltweit nach Alternativen und finden diese in der Natur.“

Der Artikel stellt dann beispielhaft „einige pflanzliche Antibiotika“ vor, „deren Wirkung wissenschaftlich zum Teil nachgewiesen werden konnte.“

Von diesen Beispielen möchte ich hier den Abschnitt über Thymian herausgreifen und kommentieren:

„Wissenschaftler wiesen die keimtötende Wirkung von Thymian in einer Versuchsreihe mit Streptococcus pyogenes nach. Diese Bakterien sind Hauptverursacher von Mandelentzündungen. Durch die Zugabe von Thymian verringerte sich ihre Zahl drastisch. Der Effekt ist nahezu vergleichbar mit dem eines Antibiotikums wie Amoxicillin. In einer weiteren Studie fanden Forscher heraus, dass Mundspülungen, die Thymian enthielten, ebenfalls die Zahl der schädlichen Bakterien stark dezimieren und so Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches lindern. Auch bei Bronchitis, Husten, fieberhaften Infekten und Grippe kann Thymian helfen: Das ätherische Öl des Thymians löst sogar festsitzenden Schleim in den Atemwegen, wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend, krampflösend und schweißtreibend. Thymian gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen: als Öl, Körperöl, Pastillen, Saft, Tropfen, Erkältungsbad, Salbe oder Tee.“

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/pflanzliche-antibiotika-bei-infekten.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin mit der Stossrichtung dieser Beschreibung einverstanden. Thymian zeigt in vielen Experimenten gute Wirkungen gegen Bakterien.

Allerdings ist diese Aussage recht ungenau. Bei dieser „Versuchsreihe mit Streptococcus pyogenes“ und beim Vergleich mit dem Antibiotikum Amoxicillin handelt es sich um Untersuchungen im Labor. Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit wurde dabei nicht „Thymian“ (als Thymiankraut) zugegeben, sondern das ätherische Thymianöl oder sein Hauptbestandteil Thymol – und das ist ganz und gar nicht das selbe wie „Thymian“, weil die Konzentration der antibakteriellen Wirkstoffe dadurch viel höher ist. Wenn da also zur Wirkung gegen Streptococcus pyogenes geschrieben steht: „Durch die Zugabe von Thymian verringerte sich ihre Zahl drastisch“, so ist das irreführend.

Auch die Aussage: „Der Effekt ist nahezu vergleichbar mit dem eines Antibiotikums wie Amoxicillin“, ist heikel, wenn nicht klar gesagt wird, dass es sich um ein Experiment im Reagenzglas mit Thymianöl oder Thymol handelt. Leserinnen und Leser ziehen dann nämlich möglicherweise den Schluss, dass Thymian bei Infektionen im menschlichen Organismus „nahezu vergleichbar“ mit dem Antibiotikum Amoxicillin wirkt. Dann könnte man auch auf die Idee kommen, bei einer Infektion Amoxicillin durch Thymiantee zu ersetzen. Es gibt aber keinerlei Hinweise darauf, dass „Thymian“ systemisch gegeben bei einer Infektion antibiotisch wirkt. Im Labor an Bakterienkulturen lassen sich mit vielen ätherischen Ölen eindrückliche antibakterielle Effekte zeigen. Dort trifft das ätherische Thymianöl direkt mit den Bakterien zusammen – face to face quasi. Die Situation im „Biotop“ Mensch sieht aber sehr anders aus. Bereite ich mir einen Thymiantee, geht schon mal nur ein Teil des wasserscheuen ätherischen Öls ins Teewasser über.

Wird dann trotzdem ätherisches Öl aus dem Verdauungstrakt aufgenommen, passiert es zuerst die Leber und wird dort möglicherweise umgebaut, damit die Nieren es ausscheiden können. Unwahrscheinlich, dass auf diesem Weg Konzentrationen im Organismus erreicht werden, die systemisch antibakteriell wirken und mit Amoxicillin vergleichbar sind.

Denkbar ist eine systemische antibakterielle Wirkung, wenn ätherische Öle konzentriert in magensaftresistenten Kapseln eingenommen werden, zum Beispiel als Gelomyrtol / Gelodurat, einer Kombination von Eukalyptusöl mit verschiedenem anderen ätherischen Ölen. So können relevante Mengen an ätherischem Öl peroral zugeführt werden. Dass davon ein gewisser Teil die Leber „übersteht“ zeigt sich darin, dass nach der Einnahme die Atemluft nach Eukalyptusöl riecht. Eine antibakterielle Wirkung in den Atemwegen ist so denkbar, vielleicht sogar eine antibakterielle Wirkung in den Harnwegen, wenn Bestandteile des ätherischen Öls dort ausgeschieden werden (das ist aber reine Spekulation). Aber auch bei der hochdosierten Einnahme von ätherischem Öl in Kapselform dürfte eine antibakteriell wirksame Konzentration nur in den Ausscheidungswegen (Atemwege, vielleicht Harnwege) erreichbar sein, nicht systemisch im ganzen Organismus.

Denkbar sind zudem antibakterielle Wirkungen von Thymianöl bei Anwendung als Inhalation.

Fazit: Viele ätherische Öle zeigen antibakterielle Wirkung, doch braucht es dazu eine gewisse Mindestkonzentration, die wohl nur erreicht wird bei örtlicher Anwendung auf Haut oder Schleimhaut. Wie Thymianöl im ganzen Körper antibiotisch gegen Infekte wirken soll, ist unklar.

Die Phytotherapie schreibt dem Thymian eine auswurffördernde Wirkung bei Husten zu. Auch hier ist es aber entscheidend, eine wirksame Anwendungsform einzusetzen.

Der Nutzen einer Anwendung von Thymian bei „fieberhaften Infekten und Grippe“, wie sie der Text empfiehlt, ist unklar. Was soll damit erreicht werden? Bekämpfung der Grippeviren oder Rhinoviren? Thymianöl wirkt zwar im Labor auch gegen Viren (z. B. gegen Herpes-Viren), doch stellt sich auch die Frage, ob eine wirksame Konzentration im ganzen Organismus erreicht werden kann. Das ist eher fraglich….

Und eine schweisstreibende Wirkung von Thymian taucht in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends auf.

 

Meiner Ansicht nach wäre es klarer, im Zusammenhang mit Heilpflanzen-Anwendungen von antimikrobiellen, antibakteriellen, antimykotischen oder antiviralen Mitteln zu sprechen, aber nicht von „pflanzlichen Antibiotika“. Dieser Begriff ist mir zu aufgeplustert und weckt falsche Erwartungen. Seht her, wir haben auch Antibiotika aus der Natur, ganz sanfte, ohne Nebenwirkungen und Resistenzbildung…..

Das schliesst aber nicht aus, dass man in bestimmten, begrenzten Bereichen Antibiotika durch antibakterielle Heilpflanzen-Anwendungen ersetzen kann und vielleicht manchmal auch soll. Die Grenzen sollten jedoch auch abgesteckt werden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

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Weidenröschen bei gutartiger Prostatavergrösserung

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Das „Weidenröschen“ wird in der Pflanzenheilkunde empfohlen als Mittel gegen die Beschwerden bei gutartiger Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie, BPH), wobei in Apotheken und Drogerien oft ausdrücklich das „Kleinblütige Weidenröschen“ (Epilobium parviflorum) verlangt wird.

Mag. pharm. Dr. Siegrun Gerlach hat in der Zeitschrift „PHYTO Therapie“ (2/2016) der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie interessante Informationen dazu publiziert, von denen ich hier einige weitergeben möchte, ergänzt mit eigenen Bemerkungen.

Das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency – EMA) hat im November 2015 die Monographie „Epilobium angustifolium L. und/ oder Epilobium parviforum Schreb., herba“ veröffentlicht.

Die Publikation einer Monographie bedeutet die Anerkennung als traditionell verwendete Heilpflanze und damit die Möglichkeit einer Registrierung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel in der EU (traditionelle pflanzliche Arzneimittel sind vom Wirkungsnachweis befreit).

Die Empfehlung von gezielt kleinblütigen Arten ist auf die österreichische Kräuterbuchautorin Maria Treben zurück zu führen, die allerdings bei der Bestimmung der Weidenröschenarten nicht sehr genau war. So ist nicht klar, ob sie wirklich die botanische Art „Kleinblütiges Weidenröschen“ (Epilobium parviflorum) empfehlen wollte oder einfach alle kleinblütigen Weidenröschenarten.

Eine Diplomarbeit an der Universität Wien (Lachinger 2004) konnte in der Zwischenzeit aufzeigen, dass die Inhaltsstoffe und deren Konzentration der in Österreich vorkommenden Weidenröschenarten vergleichbar sind.

Die von Maria Treben getroffene Unterscheidung der „kleinblütigen“ Weidenröschenarten als wirksam und der „großblütigen“ als unwirksam lässt sich nach diesen Resultaten nicht nachvollziehen.

Auf der Suche nach wirksamen Inhaltsstoffen der Weidenröschen glaubte man in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bei den Flavonoiden fündig geworden zu sein. Das sind in Epilobium parviflorum und verwandten Weidenröschenarten:

Quercetin, Myricetin und Kämpferol, sowie die entsprechenden Glykoside, in Mengen von 1 – 2 Prozent. Als Prostaglandinsynthese-Hemmer können diese Inhaltsstoffe potenziell entzündungshemmend wirken.

Das Institut für Pharmakognosie der Universität Graz beschäftigte sich ausgiebig mit der Flavonoidfraktion aus Weidenröschenarten. Hiermann et al. stellten im Labor fest, dass Myricetin-3-O-glucuronid aus Epilobium bis zu 500mal stärker entzündungswidrig wirkt als der synthetische Wirkstoff Indomethacin.

Als weitere Inhaltsstoffe wurden in Weidenröschen bis zu 0,55 Prozent Phytosterole (β-Sitosterol, Sitosterolglucoside und Sitosterolester) gefunden. Diese Stoffgruppe gilt als wirksamkeitsmitbestimmend bei der Anwendung von Kürbissamen, Sägepalmenfrüchten und Brennnesselwurzel bei der gutartigen Prostatavergrösserung, was eine Anwendung von Weidenröschen bei der gleichen Indikation plausibel erscheinen lässt.

Einige Jahre später wurde dann die erste Arbeit publiziert, in der Oenothein A und B als Wirkstoffe vorgestellt wurden (Lesuisse et al., 1996).

Diese Gallussäurederivate (hydrolysierbare Tannine), strukturell in die Gruppe der Gerbstoffe einzuordnen, lassen sich in Mengen von 4 – 14 Prozent in Epilobium finden. In der Studie wurden verschiedene Inhaltsstoff-Fraktionen aus Weidenröschen hinsichtlich ihrer 5α-Reductase- Hemmwirkung getestet, wobei sich Oenotheine als die wirksamsten Substanzen erwiesen. 5α-Reductase- Hemmer sind etablierte Medikamente bei gutartiger Prostatavergrösserung (z.B. Finasterid, das aber beträchtliche Nebenwirkungen haben kann).

Oenotheine wurden weiter im Labor (=in vitro) untersucht. Dabei zeigte sich, dass sie nicht nur 5α-Reductase-Hemmstoffe sind, sondern in vitro auch Aromatase-Hemmstoffe.

Die Kombination der Prostaglandinsynthese-Hemmung durch Flavonoide mit der 5α-Reductase- und Aromatase-Hemmung durch Oenotheine macht den Einsatz von Weidenröschen bei benigner Prostatahyperplasie plausibel.

Die Autorin Siegrun Gerlach geht in ihrem Beitrag abschliessend noch auf Hürden für eine zukünftige Vermarktung von Weidenröschen ein:

„1. Ist nur die Anwendung als Tee traditionell belegt. „Weidenröschenextrakt“ als Basis einer galenischen Zubereitung würde, vielen europäischen Zulassungsbehörden zufolge, eine Vollzulassung mit klinischen Studien bedeuten und somit (weil teuer) unrentabel wer- den. Und 2.: Ob der Name „Weidenröschen“ sich gut als Männerarznei vermarkten ließe, wurde schon angezweifelt.“

Neben Kürbissamen, Sägepalmenfrüchten und Brennnesselwurzel stellt die Anwendung von Weidenröschenkraut nach Ansicht der Autorin eine interessante Option bei der Behandlung der BPH dar und bereichert den pflanzlichen Arzneischatz.

Quelle:

PHYTO Therapie 2|16

http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0216.pdf

 

Kommentar & Ergänzung:

Am interessantesten ist für mich die Bestätigung, dass die Inhaltsstoffe der verschiedenen Weidenröschenarten sich nicht wesentlich unterscheiden. Damit ist es plausibel, dass auch das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) verwendet werden kann, wenn Weidenröschentee gewünscht wird. Das Schmalblättrige Weidenröschen ist zudem häufiger und eindeutiger zu bestimmen als das Kleinblütige Weidenröschen (Epilobium parviflorum).

Zum Schmalblütigen Weidenröschen beschreibt Siegrun Gerlach im übrigen eine interessante Anwendung als Tee in östlichen Ländern:

„Die frischen oder getrockneten Blätter des Schmalblättrigen Weidenröschens (Epilobium angustifolium) wer- den besonders in östlichen Ländern zur Bereitung eines wohlschmeckenden Tees verwendet (Koptischer Tee, Ivans Tee, Kapor Tee), der u. a. auch zur Behandlung von gastrointestinalen Beschwerden empfohlen wird.“

Bezüglich der Wirksamkeit von Weidenröschentee bei gutartigen Prostatabeschwerden überzeugt mich der Artikel allerdings nicht.

Maria Treben ist keine verlässliche Empfehlerin. Ihre Bücher sind voll von falschen, unsinnigen und gefährlichen Angaben.

Und die Resultate der Laboruntersuchungen zu den Inhaltsstoffen sind zwar interessant, sagen aber wenig Handfestes aus. Schön, wenn Flavonoide in vitro (= im Reagenzglas) entzündungswidrig wirken. Aber werden sie bei peroraler Anwendung auch in relevanter Menge aufgenommen in den Körper und erreichen sie in der Prostata wirklich eine Konzentration, die Entzündungen hemmt?

Desgleichen bei den Oenotheinen als 5α-Reductase-Hemmstoffe und Aromatase-Hemmstoffe – im Labor. Und wenn Oenotheine strukturell zu den Gerbstoffen gerechnet werden, dann ist es wohl nicht unwesentlich, dass Gerbstoffe im Allgemeinen kaum resorbiert werden.

Zum Gehalt an Phytosterolen in den Weidenröschen ist anzumerken, dass er mit bis zu 0,55% verhältnismässig gering ist (Kürbissamen: etwa 1 %). Laut klinischen Studien braucht es als Initialtherapie bei BPH 60mg Phytosterol pro Tag und für Langzeittherapie 30 mg pro Tag. Rechnet man mit diesen bis zu 0,55 Prozent, hat es 60 mg Phytosterole in rund 11 g Weidenröschenkraut und 30 mg in rund 5,5 g.

Die Monografie des Monografie des HMPC gibt als Tagesdosis an: 1,5 – 2,0 g Weidenröschenkraut / 250 ml Wasser als Aufguss, 2 x täglich, 1 Teelöffel entspricht rund 0,8 g.

Damit kommt man nicht ganz auf die 5,5 g Weidenröschenkraut, in denen die für Langzeittherapie nötigen 30 mg Phytosterole grundsätzlich vorhanden sein sollten. Aber: Phytosterole sind kaum wasserlöslich. Sie werden nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil ins Teewasser übergehen. Daher ist es fragwürdig, bei einer Heilpflanze, die als Kräutertee angewendet wird, mit Phytosterolen zu argumentieren.

Dazu kommt noch: Bei normaler, westeuropäischer Ernährung werden täglich 160–360 mg an Phytosterolen aufgenommen. Ob da eine zusätzliche Gabe von 30 mg noch einen Einfluss ausübt, kann als fraglich angesehen werden.

Fazit: Über die Wirksamkeit von Weidenröschentee gegen gutartige Prostatavergrösserung lässt sich so gut wie nichts Sicheres aussagen. Entscheidend wäre die Bestätigung der Wirksamkeit in klinischen Studien mit BPH-Patienten. Solche Studien gibt es aber nicht. Und leider – Siegrun Gerlach spricht das in ihrem Text an – wird es sie auch wohl kaum je geben. Für nicht patentierbare Arzneimittel wie Weidenröschentee und Weidenröschenextrakt lohnt es sich für keine Firma, mit der grossen Kelle in Forschung zu investieren.

Aber das ist natürlich ein Fazit, das kaum jemand hören will.

Dass Männer den Weidenröschentee aufgrund des Namens ablehnen, kann ich mir nicht recht vorstellen. Nicht ganz einfach dürfte es dagegen sein, ältere Männer dafür zu motivieren, 2 – 3 mal täglich eine Tasse Kräutertee zu trinken – und das über 6 bis 12 Monate. Die Studien mit pflanzlichen Prostatamitteln haben nämlich gezeigt: Falls sich eine Wirksamkeit besser als Placebo feststellen lässt, zeigt sich der Unterschied erst nach 6 bis 12 Monaten.

Ich selber würde bei Prostatabeschwerden wohl am ehesten Kürbissamen einnehmen, weil sie neben einer möglichen Linderung auch ein gesunder Bestandteil für die Ernährung sind. Als pflanzliches Arzneimittel würde ich ein Kombipräparat mit Brennesselwurzel & Sabalfrüchten (Prostagutt) in Betracht ziehen.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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