Artikel mit Schlagwort ‘Durchfall’
Freitag, Mai 18th, 2012
So betitelt die „Mainpost“ einen kurzen Artikel zum Thema Lavendel.
Lavendelöl eigne sich bestens für Massagen oder zur Schmerzlinderung. Wer es selbst herstellen wolle, müsse dafür keinen großen Aufwand betreiben.
Für die Herstellung von Lavendelöl wird in dem Text empfohlen, „eine Handvoll am frühen Morgen gepflückte echte Lavendelblüten in eine Glasflasche mit weitem Hals zu stecken. Sie werden mit Mandel- oder einem anderen hochwertigen Pflanzenöl bedeckt. Die verschlossene Flasche sollte vier Wochen auf der Fensterbank stehen und immer wieder geschüttelt werden. Anschließend filtert man das Öl und verwendet es zum Beispiel für Massagen bei Rheumaschmerzen oder um bei Kopfschmerzen die Schläfen damit einzureiben.“
Lavendel sei eine Heilpflanze und gelte als beruhigend, entspannend, entkrampfend, wundheilend und schmerzlindernd. Aus den Blüten lasse sich auch ein Tee herstellen. Er eigne sich zum Beispiel gegen Magen-Darm-Beschwerden und lindere Blähungen, Übelkeit und Durchfall.
Quelle:
http://www.mainpost.de/ueberregional/journal/gesundheit/gesundheit/wellnessundfitness/art18065,6781455
Kommentar und Ergänzung:
Gute Idee. Das ätherische Lavendelöl aus den Lavendelblüten löst sich leicht in fetten Ölen wie zum Beispiel Mandelöl. Das Produkt ist dann ein Ölmazerat. Es eignet sich gut als Massageöl für beruhigende Massagen am Abend zur Linderung von Einschlafproblemen.
Ich würde allerdings diesem Lavendel-Ölmazerat nicht Lavendelöl sagen, weil mit „Lavendelöl“ normalerweise das ätherische Öl gemeint ist. Lavendel-Ölauszug wäre ein präziserer Ausdruck.
Die Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl sind in der folgenden Broschüre vertieft beschrieben:
Ätherische Öle in der Pflege
Grundlagenwissen über ätherische Öle
Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten von Lavendelöl
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Abend, ätherisches Öl, beruhigend, Blähungen, Blüten, Durchfall, Einschlafprobleme, entspannend, Gesundheitsberufe, Grundlagenwissen, Heilkräuterkurse, Heilpflanze, Heilpflanzen-Seminar, Herstellung, Klinik, Kopfschmerzen, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lavendel, Lavendel-Ölauszug, Lavendelblüten, Lavendelöl, Magen-Darm-Beschwerden, Mandel, Mandelöl, Massagen, Massageöl, Naturheilkunde, Ölmazerat, Palliative Care, Pflanzenöl, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Rheumaschmerzen, Schläfen, Schmerzen, schmerzlindernd, Schmerzlinderung, Schweiz, selber herstellen, Spital, Spitex, Tee, Übelkeit, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Wirkungen, wundheilend, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Montag, Mai 7th, 2012
Rohes Geflügel kann Bakterien enthalten, die zu Magen-Darm-Erkrankungen führen: Amerikanische Wissenschaftler haben nun einen Naturstoff im Knoblauch entdeckt, der besser als übliche Antibiotika gegen das Lebensmittel-Bakterium Campylobacter wirkt. Die Knoblauch-Verbindung könnte Lebensmittel sicherer machen, hoffen die Wissenschaftler.
Campylobacter-Bakterium können Durchfall, Krämpfe, Fieber und Schmerzen verursachen.
Meist ist unzureichende Hygiene bei der Verarbeitung oder Zubereitung schuld daran, wenn sich jemand mit dem Erreger ansteckt. Der befindet sich häufig auf rohem Fleisch, hauptsächlich von Schweinen und Hühnern. Von dort können sie in den menschlichen Organismus gelangen, wenn das Fleisch nicht gut erhitzt oder beispielsweise durch kontaminiertes Küchengerät verschmutzt wird.
US-Forscher wollen nun einen neuen Weg gefunden haben, den Erregern zu Leibe zu rücken – und zwar mit Knoblauch.
Dr. Xiaonan Lu und seine Kollegen von der Washington State University in Washington, USA, untersuchten, inwieweit ein Inhaltsstoff von Knoblauch – das Diallyldisulfid – im Kampf gegen solche Darmbakterien helfen kann. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Knoblauch-Inhaltsstoff Bakterien selbst dann unschädlich machen kann, wenn sie sich in einem Biofilm befinden. Bei diesem Biofilm handelt es sich um eine Art Schleimschicht, in der die Bakterien leben und die sie hochwirksam vor Antibiotika schützt.
Nach Angaben der Wissenschaftler steigt die Antibiotikaresistenz im Biofilm um das Tausendfache im Vergleich zu freien Bakterienzellen.
Das Diallyldisulfid wirkt trotz Biofilm und zwar etwa 100-mal stärker als zwei der gängigen Antibiotika (Ciprofloxacin, Erythromycin) und häufig sogar in einem Bruchteil der Zeit. Ihre Resultate publizierten die Wissenschaftler in dem Fachblatt Journal of Antimicrobial Chemotherapy.
Die Autoren schränken aber ein, dass die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt. Es handle sich noch immer um Grundlagenforschung, die von der Anwendung in der Praxis noch weit entfernt sei.
Während der Konsum von Knoblauch allgemein als gesundheitsförderlich gelte, sei es eher unwahrscheinlich, dass man damit einer durch Campylobacter ausgelösten Lebensmittelvergiftung vorbeugen könne. Allerdings könne die Schwefelverbindung dazu beitragen, die Bakterienmenge in der Umwelt und speziell bei der Herstellung von Nahrungsmitteln zu verringern.
Bakterien, der Gattung Campylobacter gehören mit zu den häufigsten Auslösern von Darm-Erkrankungen, die durch den Verzehr von Lebensmitteln entstehen. Darüber hinaus können die Bakterien Krankheiten wie das seltene Guillain-Barré-Syndrom verursachen. Am häufigsten infizieren sich Menschen den Wissenschaftlern zufolge durch den Konsum von rohem oder nicht vollständig durchgegartem Geflügel.
In früheren Studien hatten die Forscher das Diallyldisulfid bereits erfolgreich gegen andere Erreger getestet, unter anderem Listeria monocytogenes (Listerien) und das EHEC-Bakterium des Serotyps O157:H7.
Quelle:
http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/2012-05-knoblauch-besser-als-antibiotika.html
http://jac.oxfordjournals.org/content/early/2012/04/27/jac.dks138.short?rss=1
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,830885,00.html
Kommentar & Ergänzung:
Knoblauch wird heute vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen und eingesetzt.
Die Wirkung gegen verschiedenste Infektionskrankheiten ist aber schon seit langem bekannt.
Wahrscheinlich ist es auch kein Zufall, wenn in südlichen Regionen mit warmem Klima und dementsprechend hohem Risiko von Lebensmittelverderbnis viel mit Knoblauch gekocht wird.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Antibiotika, Antibiotikaresistenz, Bakterien, Bakterienzellen, Bakterium, Behandlung, Biofilm, Camphylobacter-Bakterium, Campylobacter, Ciprofloxacin, Darm-Erkrankungen, Darmbakterien, Darminfektionen, Diallyldisulfid, Durchfall, EHEC, EHEC-Bakterium, Erythromycin, Fieber, Fleisch, Forschung, Geflügel, Gesundheitsberufe, Grundlagenforschung, Guillain-Barré-Syndrom, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hühner, Hygiene, Infektionskrankheiten, Inhaltsstoff, Kinderschuhe, Klima, Klinik, Knoblauch, Krämpfe, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Küchengerät, lebensmittel, Lebensmittelvergiftung, Listeria monocytogenes, Listerien, Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittel, Naturheilkunde, Naturstoff, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, rohes Fleisch, Rohes Geflügel, Schleimschicht, Schmerzen, Schwefel, Schwefelverbindung, Schweine, Schweiz, Serotyp, Spital, Spitex, Studien, Umwelt, USA, Vorbeugung, Washington, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Zürich
Posted in Phytotherapie | No Comments »
Freitag, April 20th, 2012
Unter dem Begriff Krill werden zahlreiche kleine Krebstiere zusammengefasst, welche hauptsächlich in den kalten Gewässern der Antarktis leben. Das in Nahrungsergänzungsmitteln vermarktete Neptune Krill-Öl® (NKO®) wird durch ein patentiertes Extraktionsverfahren der Firma Neptune (Quebec, Kanada) aus der Krill-Art Euphausia superba gewonnen.
Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ist etwas tiefer als im Fischöl. Der überwiegende Teil dieser Omega-3-Fettsäuren liegt allerdings in Form von Phospholipiden vor, was die Bioverfügbarkeit zu verbessern scheint. Krill-Öl unterscheidet sich vom Fischöl auch im Gehalt an Astaxanthin, einem Carotinoid-Antioxidans mit vermutlich entzündungshemmenden Eigenschaften.
Laut Pharmavista-Newsletter wurden für folgende Anwendungsbereiche Studien mit NKO® durchgeführt:
„_Prämenstruelles Syndrom und Dysmenorrhoe: 70 Frauen im gebärfähigen Alter konsumierten entweder 2g NKO® oder Fischöl (mit 18% EPA und 12% DHA) während des ersten Monats der Studie, danach während des zweiten und dritten Monats täglich 2g für 8 Tage vor der Menstruation und 2 Tage während der Menstruation. Die Resultate weisen auf eine bessere Wirksamkeit des Krill-Öls hin.
_Chronische Entzündung: In einer klinischen Studie wurden 90 Probanden mit kardiovaskulären Erkrankungen, rheumatoider Arthritis und Arthrose sowie Anzeichen einer chronischen Entzündung (erhöhte Konzentrationen des C-reaktiven Proteins (CRP)) 300 mg NKO®/Tag oder 300 mg Placebo verabreicht. Nach 30 Tagen war die Konzentration des CRP in der Krill-Öl Gruppe um ca 30% gesunken, in der Placebo Gruppe hingegen gestiegen.
_Hypercholesterinämie: In einer 3monatigen Studie konnte eine Abnahme des Cholesterinspiegels nach Einnahme von 1 bis 3g Krill-Öl/Tag gezeigt werden.“
Zu möglichen Nebenwirkungen des Krillöls schreibt der Pharmavista-Newsletter:
„Als mögliche Nebenwirkungen können Erbrechen und Durchfall auftreten. Vorsicht ist geboten bei antikoagulierten Patienten, da Omega-3-Fettsäuren die Blutungszeit verlängern können. Krill-Öl sollte nicht von Personen mit Allergien gegen Meeresfrüchte eingenommen werden.“
Der Pharmavista-Newsletter zieht den Schluss, dass diese ersten Studien zwar vielversprechende Resultate zeigen, dass diese aber noch durch weitere Studien bestätigt werden müssen.
Quelle:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4575&NMID=4575&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Krillöl wird in der Schweiz in Form von Kapseln gehandelt (z.B. Novakrill®, Alpinamed® Krill Oil). Diese Produkte sind als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und nicht als registrierte Arzneimittel. Deshalb dürfen auf den Packungen keine Heilwirkungen und Indiktionen aufgeführt werden.
Krillöl ist wesentlich teurer als Fischöl und daher stellt sich die Frage, ob es auch entsprechend wirksamer ist.
Ein kritischer Punkt ist die Frage nach der Unabhängigkeit der oben erwähnten Studien.
Auf enutrio.de wurde 2007 ein interessanter Beitrag zum Thema Krillöl publiziert, der diesen Punkt unter die Lupe nimmt. Bei der erwähnten Studie zum Prämenstruellen Syndrom (PMS) beispielsweise fungiert als Studienleiterin Dr. Tina Sampalis. Sie ist Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung der Neptune Technologies, einer Firma, die Krillöl-Produkte produziert. Das bedeutet noch nicht, dass die Ergebnisse einer solchen Studie wertlos sind, aber es rechtfertigt einen besonders kritischen Blick. Siehe auch: http://www.enutrio.de/krill-oel/
Einen zusammenfassenden Kommentar zur Studienlage gibt esowatch:
„Es gibt derzeit nur sehr wenige Studien zur Wirksamkeit von Krillöl gegen entzündliche Vorgänge. Zu diesen Studien kann zusammenfassen ausgesagt werden:
Krillöl wird besser resorbiert als Fischöl, allerdings nur bei Patienten mit Fettresorptionsstörungen. Bei der Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS) scheint Krillöl gute Wirkung zu zeigen, es kann ebenso effektiv die Blutfette bei vorbelasteten Patienten positiv beeinflussen und schneidet diesbezüglich im Vergleich zu Fischölkapseln besser ab. Krillöl ist im Vergleich zu Fischöl zwar ein wirkungsvolleres Antioxidans, als Anti Aging-Mittel schneiden aber Trockenpflaumen, Rosinen und eine Vielzahl weiterer, sehr preiswerter Lebensmittel sehr viel besser ab.
Die Wirkung von Krillöl als Entzündungshemmer mit dem möglichen Einsatzgebiet Arthritis ist wissenschaftlich nicht belegt. Allerdings haben Krillöl (und Fischöl) aufgrund ihres Omega-3 Gehalts bestimmt Einfluss auf Entzündungsvorgänge. Eine vergleichende und unabhängige Studie existiert allerdings bis jetzt nicht.
Die bisherigen Studienergebnisse zeigen, dass eine Supplementation von Krillöl hauptsächlich bei Personen mit Fettresorptionsstörungen zu empfehlen ist, auch bei Patienten mit gestörten Blutfetten oder Frauen mit PMS ist es einen Versuch wert. All diese Personen sind jedoch bereits krank. Für den krankheitspräventiven Einsatz bei gesunden Menschen, etwa gegen Krebs oder Alterserscheinungen, ist die Supplementation von Krillöl wenig sinnvoll, vor allem in Anbetracht des Preis-Leistungsverhältnisses. 100 Kapseln á 500 mg Neptune Krillöl kosten derzeit ca. 90€ zzgl. Versandkosten.“
Quelle: Esowatch
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Allergien, Alpinamed, Alpinamed® Krill Oil, Alter, Alterserscheinungen, Antarktis, Anti-Aging-Mittel, Antioxydans, Arthrose, Arzneimittel, Astaxanthin, Bioverfügbarkeit, Blutfette, Blutungszeit, C-reaktives Protein, Carotinoid, Cholesterinspiegel, Chronische Entzündung, CRP, DHA, Durchfall, Dysmenorrhoe, Entwicklung, Entzündung, Entzündungshemmer, Entzündungsvorgänge, EPA, Erbrechen, Esowatch, Euphausia superba, Extraktionsverfahren, Fettresorptionsstörungen, Fischöl, Fischölkapseln, Forschung, Frauen, Gesundheitsberufe, Gewässer, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Heilwirkungen, Hypercholesterinämie, Indikationen, Kanada, Kapseln, kardiovaskuläre Erkrankungen, Klinik, klinische Studie, Konzentration, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Krebs, Krebstiere, Krill, Krill-Art, Krillöl, Krillöl-Produkte, lebensmittel, Meeresfrücht, Menstruation, Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilkunde, Nebenwirkungen, Neptune, Neptune Krill-Öl, Neptune Technologies, NKO, NKO®, Novakrill, Novakrill®, Omega-3-Fettsäuren, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phospholipide, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, PMS, Prämenstruelles Syndrom, Psychiatrische Klinik, Quebec, rheumatoide Arthritis, Rosinen, Schmerzen, Schweiz, Spital, Spitex, Studie, Studien, Studienergebnisse, Supplementation, Tina Sampalis, Trockenpflaumen, Versandkosten, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, Zürich
Posted in Gesundheitliches | No Comments »
Dienstag, April 10th, 2012
Gundermann (Glechoma hederacea, Gundelrebe), ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Gundelrebe ist in Europa weit verbreitet und sehr häufig.
Foto auf Wikipedia
Gundelrebe wächst hauptsächlich in frischen, nährstoffreichen Säumen, Wäldern und Wiesen. Er entwickelt lange, niedrige Ausläufer, von denen aufrechte Blütensprosse aufsteigen. Die Bestäubung der Blüten geschieht meist durch Hummeln.
Als häufige Blütenbesucher kommen auch Schwebfliegen vorbei, die nur Pollen aufnehmen, da ihr Rüssel für den Nektar zu kurz ist, ausserdem Wollschweber der Gattung Bombylius, Käfer, Ameisen, sowie einige Schmetterlinge (Aurorafalter, Zitronenfalter, Rapsweißling).
Wegen der ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde der Gundermann früher als Gewürzpflanze genutzt. Diese Inhaltsstoffe bedingen jedoch auch seine Giftigkeit für viele Säugetiere, besonders Pferde und etliche Nagetiere. Vergiftungen beim Menschen sind unbekannt.
Gundelrebe als Heilpflanze
Die Pflanze enthält Flavonoide, Triterpenoide und Rosmarinsäure, denen eine entzündungswidrige Wirkung zugeschrieben wird. Genauere Untersuchungen fehlen jedoch.
Der Teeaufguss wirkt durch Gerbstoffe leicht stopfend bei Durchfall. Saponine und das ätherische Öl könnten schleimlösend wirken bei Husten.
Es gibt allerdings keine geklärten und belegten Wirkungen der Gundelrebe.
Bei den Germanen soll sie aber eine Zauberpflanze gewesen sein und ihr Auftreten an alten Gemäuern verband man mit dem Sitz von guten Hausgeistern. Im Althochdeutschen bezieht sich der Wortstamm „Gund“ auf Eiter, faulriechenden Ausfluss und Geschwür, wogegen der Gundermann angewendet wurde.
In der Volksmedizin wird die Pflanze innerlich empfohlen bei Durchfall, Magenkatarrh, Darmkatarrh leichten Erkrankungen der oberen Bronchien und zur symptomatischen Behandlung von Husten sowie als Diuretikum bei Blasensteinen und Nierensteinen.
In den alten Kräuterbüchern findet man darüber hinaus aber noch zahlreiche andere Anwendungsbereiche wie Keuchhusten, Ohrensausen, Halsbeschwerden, Heiserkeit, Lungenkatarrh, Kopfschmerzen, Stirnhöhenentzündung, Stress, Hysterie, Lungenkatarrh, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Gallensteine, Milzstörungen, Verstopfung, Bisswunden, Bluterguss, Muskelquetschungen….
Wir haben es hier mit einer Indikationslyrik zu tun, wie sie in der Volksmedizin oft vorkommt – und diese Auswahlsendung hätte es wie bei jeder Indikationslyrik nötig, gründlich überprüft zu werden.
Äusserlich wurde die Gundelrebe in der Volksmedizin vor allem angewendet zum Waschen von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren und anderen Hautkrankheiten sowie bei Arthritis und Rheuma (in Italien).
In der chinesischen Medizin wird Gundelrebe zum Beispiel eingesetzt bei Karbunkel, Erysipel, Unterleibsschmerzen, Krätze, Skrofulose, ungleichmässiger Menstruation, Husten, Dysenterie, Gelbsucht.
Alle diese Anwendungsbereiche der Gundelrebe sind in ihrer Wirksamkeit nicht belegt und für viele Bereiche gibt es andere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit besser dokumentiert ist. Daher wird die Gundelrebe heute seltener verwendet.
Gundelrebe als Gewürz
Vor allem die jungen Blätter der Gundelrebe sind aromatisch-würzig und können als Gemüse gekocht werden. Sie sind auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe zusammen mit beispielsweise: Guter Heinrich, Sauerampfer, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich, Vogel-Sternmiere (die Rezepte varieren).
Auf die Verwendung als Gewürzpflanze weißt auch der Volksname „Soldatenpetersilie“ hin. Gundelrebenblätter werden auch Salaten, Kräutersaucen und Kräuterbutter zugesetzt.
Bevor zu diesem Zweck der Gebrauch des Hopfens aufkam, wurde Gundelrebe in England zum Aromatisieren des Biers verwendet.
Und zu guter letzt: Schauen Sie sich die Gundelrebenblüte mal von der Nähe an. Die ist nämlich wirklich ein Bijou.
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alpenblumenkurse, Ameisen, Arthritis, ätherische Öle, Aurorafalter, aus, Ausfluss, Ausläufer, Bestäubung, Bier, Bitterstoffe, Blasensteine, Blütenbesucher, Blütensprosse, Bombylius, Brennnessel, Bronchien, Chinesische Medizin, Darmkataffh, Diuretikum, Durchfall, Dysenterie, Eiter, England, Erysipel, Europa, Familie, Flavonoide, Foto, Gänseblümchen, Gattung, Gelbsucht, Gemüse, Gerbstoffe, Germanen, Geschwür, Geschwüre, Gesundheitsberufe, Gewürz, Gewürzpflanze, Giftigkeit, Glechoma hederacea, Gründonnerstagsuppe, Gundelrebe, Gundelrebenblüten, Gundermann, Guter Heinrich, Halsbeschwerden, Hausgeist, Hausgeister, Hautkrankheiten, Heilkräuterexkursionen, Heilkräuterkurse, Heilpflanze, Heilpflanzen-Seminar, Heiserkeit, Hummeln, Husten, Hysterie, Indikationslyrik, Inhaltsstoffe, Italien, Käfer, Karbunkel, Keuchhusten, Klinik, Kopfschmerzen, Kräauterbücher, Krankenpflege, Krätze, Kräuterexkursionen, Lamiaceae, Lippenblütler, Lungenkatarrh, Magenkatarrh, Menstruation, Muskelquetschungen, Nagetiere, Naturheilkunde, Naturkunde, Naturseminare, Nektar, Nierensteine, Ohrensausen, Palliative Care, Pferde, Pflanze, Pflanzenart, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Pollen, Psychiatrische Klinik, Rapsweissling, Rezepte, Rheuma, Rosmarinsäure, Rüssel, Saponine, Sauerampfer, Säugetiere, Schmerzen, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Schweiz, Skrofulose, Soldatenpetersilie, Spital, Spitex, Spitzwegerich, Sternmiere, Stirnhöhlenentzündung, Teeaufguss, Tiere, Triterpenoide, Unterleibsschmerzen, Untersuchungen, Vergiftungen, Vogel-Sternmiere, Volksmedizin, Wälder, Weiterbildung, Wiesen, Wikipedia, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, Wirkungen, Wollschweber, Wunden, Zauberpflanze, Zitronenfalter, Zürich
Posted in Natur | No Comments »
Montag, April 9th, 2012
Kann man Schüssler Salze zusammen mit Blutgerinnungshemmern einnehmen? Diese Frage stellte vor kurzem eine Zuhörerin an einem Vortrag.
Solche Fragen sind nicht selten und sie offenbaren eine weit verbreitete Unkenntnis über die Zusammensetzung von Schüssler-Salzen.
Die Beurteilung von allfälligen Wechselwirkungen (Interaktionen) zwischen Naturheilmitteln und Medikamenten ist oft alles andere als einfach. Bei Schüssler-Salzen ist die Antwort aber einfach und eindeutig. Es gibt keine Wechselwirkungen zwischen Schüssler-Salzen und Medikamenten jedweder Art.
Alle Schüssler-Salze bestehen aus Lactose oder aus einem Ersatzstoff wie zum Beispiel Mannitol.
Laktose und Mannitol können in grösseren Mengen eine abführende Wirkung entfalten.
Laktose wird im Verdauungstrakt gespalten und die dabei entstehenden Monosaccharide Galactose und Glukose (Traubenzucker) aufgenommen.
Patienten mit Laktose-Intoleranz können mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen reagieren.
Mannitol kann vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden.
Wechselwirkungen mit Medikamenten sind daher bei Schüssler-Salzen auf der Basis von Mannitol oder Laktose nicht zu befürchten.
Darüber hinaus enthalten Schüssler-Salze noch Mineralsalze wie Kochsalz (Natrium chloratum) Gips (Calcium sulfuricum) oder Kreide (Calcium carbonicum) in Verdünnungen von 1 : 000 000 (D6) oder 1 000 000 000 000 (D12).
Mit anderen Worten: Die Mineralsalze sind in minimalsten Spuren enthalten, so dass Wechselwirkungen genauso wie physiologische Wirkungen ausgeschlossen sind. Ein Glas Trinkwasser enthält mehr Mineralstoffe als eine ganze Packung Schüssler-Salze.
Die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, hat in der Österreichischen Apotheker-Zeitung (Nr. 24 / 2010) dazu folgende Rechnung präsentiert:
„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre: Wenn in einer Mineralwasserflasche 115 mg/l Kalzium (beispielsweise Vöslauer mild) angegeben sind, dann müsste man, wenn man die in Calcium phosphoricum D6 enthaltenen reinen Kalziumionen auf das im Mineralswasser enthaltene Kalzium umrechnet, 388 kg an Schüßler Salz Nr. 2 in D6 (1.552.000 Tabletten!) täglich einnehmen, um auf die gleiche Menge wie in 1 Liter Mineralwasser zu kommen. Bei einem Gehalt von 39,4 mg Magnesium pro Liter Mineralwasser (beispielsweise Vöslauer mild) fällt der Vergleich auch interessant aus: Berechnet auf die Menge Mg im Mg HPO4 geht es hier um 772.550 Tabletten oder 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 nach Dr. Schüßler in der D6. Ich frage mich, als wie gefährlich aus diesem Gesichtspunkt heraus Mineralwässer eingestuft werden müssten?“ Details
Wenn also Schüssler-Salze Wechselwirkungen zeigen würden, dann müssten Trinkwasser und Mineralwasser viel stärkere Wechselwirkungen auslösen.
Vergleichbar ist im übrigen die Antwort auf die Frage nach Wechselwirkungen von Bach-Blüten.
Vor kurzem wurde ich von einer Klinik angefragt, ob es Wechselwirkungen gebe zwischen Bach-Blüten und HIV-Medikamenten. Auch hier ist die Antwort eindeutig: Bachblüten enthalten keine Wirkstoffe und abgesehen von Alkohol und Wasser auch keine relevanten Inhaltsstoffe. Und wo keine Wirkstoffe / Inhaltsstoffe sind, können auch keine Interaktionen auftreten.
P.S. Bei Phytopharmaka, die definitionsgemäss Wirkstoffe enthalten, ist auch mit Wechselwirkungen zu rechen. Beispielsweise:
Knoblauch: Wechselwirkungen mit HIV-Therapie möglich
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alkohol, Apotheker-Zeitung, Bach-Blüten, Bachblüten, Bauchschmerzen, Blähungen, Blutgerinnungshemmer, Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum, Calcium sulfuricum, Calciumphosphoricum D6, D12, D6, Dr. Schüssler, Durchfall, Galactose, Gips, Glukose, HIV, HIV-Medikamente, HIV-Therapie, Inhaltsstoffe, Interaktionen, Kalzium, Kalziumionen, Knoblauch, Kochsalz, Kreide, Lactose, Laktose, Laktose-Intolleranz, Magnesium, Mannitol, Medikamente, Mineralsalze, Mineralstofftabletten, Mineralwasser, Natrium chloratum, Naturheilmittel, Phytopharmaka, Schüssler Salz Nr. 2, Schüssler-Salze, Schüsslersalze, Traubenzucker, Trinkwasser, und, Verdauungstrakt, von, Vortrag, Wechselwirkungen, Wirkstoffe, Wirkung, Wirkungen
Posted in Gesundheitliches, Naturheilkunde-Debatte | No Comments »
Sonntag, April 8th, 2012
…schreibt die „Berliner Zeitung“.
Quelle: http://www.bz-berlin.de/ratgeber/ernaehrung/salate-oder-kraeuter-die-vitalstoffbomben-article1417232.html
Glücklicherweise ist das falsch. Würde Schnittlauch von innen desinfizieren, wären alle nützlichen und unentbehrlichen Bakterien im Verdauungstrakt (Darmflora) innert Kürze tot. Da die Gesamtmasse der Mikroflora im Darmtrakt eines erwachsenen Menschen mehrere hundert Gramm beträgt, wäre dieser Eingriff mit einem merklichen Gewichtsverlust verbunden und Durchfall die unvermeidliche Konsequenz jedes Schnittlauchkonsums.
Auch die Vaginalflora (Döderlein-Bakterien) käme bedenklich aus dem Gleichgewicht.
Schnittlauch würde also einiges durcheinander bringen, wenn die Geschichte mit der innerlichen Desinfektion wahr wäre.
Schnittlauch enthält tatsächlich wie andere Lauchgewächse Alliine. Deren Abbauprodukte zeigen antibakterielle Wirkung und sind für das charakteristische Aroma verantwortlich.
Eine innerliche desinfizierende Wirkung ist dabei äusserst unwahrscheinlich. Die dazu nötigen Konzentrationen werden die Alliine und ihre Abbauprodukte im Körper glücklicherweise nicht erreichen. Eine lokale Wirkung ist dagegen durchaus plausibel. So wurde Schnittlauch zum Beispiel früher gemischt mit Honig zur Wundbehandlung verwendet. Gut möglich, das dabei der Schnittlauch durch antibakterielle Effekte zur Wirkung beitrug.
Aber eine Schlagzeile wie „Schnittlauch desinfiziert von innen“ tönt natürlich wesentlich besser. Und nur darauf kommt es an.
Ob die Aussage wahr ist, spielt offenbar keine Rolle. Je toller die Schlagzeile, desto glücklicher die Leserschaft und desto besser verkauft sich die Zeitung. Differenziertere und zurückhaltendere Darstellungen haben da kaum eine Chance.
Leider kein Einzelfall, sondern ein unverkennbarer und ausgesprochen fragwürdiger Trend.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alliin, Aroma, Bakterien, Berliner Zeitung, Darmflora, Darmtrakt, Desinfektion, Döderlein, Döderlein-Bakterien, Durchfall, Gesundheitsberufe, Gewichtsverlust, Gleichgewicht, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Honig, Klinik, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lauchgewächse, Mikroflora, Naturheilkunde, Palliative Care, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Psychiatrische Klinik, Schmerzen, Schnittlauch, Schweiz, Spital, Spitex, Vaginalflora, Verdauungstrakt, Weiterbildung, Winterthur, Wirkung, Wundbehandlung, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Naturheilkunde-Debatte, Phytotherapie | No Comments »
Freitag, April 6th, 2012
Im Wald blüht jetzt das Buschwindröschen (Anemone nemorosa), eine Pflanzenart aus der Gattung der Windröschen (Anemone) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Fotos auf Wikipedia hier und hier.
Buschwindröschen ist ein Frühblüher in krautreichen Wäldern und Bergwiesen, vor allem in Buchenwäldern. Mancherorts bedeckt die Pflanze den Waldboden im Frühling fast völlig. Die Pflanze kann sich auch vegetativ vermehren durch Verzweigung des Rhizoms (=Wurzelstock). Nicht selten gehören über 100 Blütentriebe zu einer Buschwindröschen-Pflanze. Das würde man gar nicht vermuten, wenn man die Pflanze einfach von oben sieht.
Buschwindröschen ist in allen Pflanzenteilen gering giftig (Protoanemonin).
Die Pflanze ist auch giftig für Tiere (Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie Hasen und Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster).
Alle Hahnenfuß-Arten sollen für Landschildkröten giftig sein.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) kommt als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vor.
Die Substanz wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst Protoanemonin das Nervensystem: Es kann zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen kommen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.
Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin umgewandelt.
In intensiv durch Erholungssuchende genutzten Waldgebieten sind beim Buschwindröschen Wachstum, Blütenbildung und Samenproduktion vermindert. Die Buschwindröschen reagieren auf die durch Trittbelastung und Bodenverdichtung ausgelöste Stresssituation, indem sie sich fast nur noch über Wurzelbildung vermehren. Diese Umstellung von geschlechtlicher auf ungeschlechtliche Vermehrung kann tiefgreifende Folgen auf das längerfristige Überleben der Buschwindröschen-Bestände in unseren Wäldern haben. Das haben Untersuchungen am Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz der Universität Basel gezeigt. Deshalb sollte man nicht wie ein Elefant in Buschwindröschen-Beständen herumtrampeln.
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alpenblumenkurse, als, Anemene, Anemone nemorosa, Anemonin, Basel, bei, Bergwiesen, Blasen, Blasenbildung, Blütenbildung, Blütentriebe, Bodenverdichtung, Buchenwälder, Buschwindröschen, Durchfall, Elefant, Erbrechen, Frühblüher, Frühling, Für, Gattung, Gesundheitsberufe, giftig, Hahenfuss, Hahnenfuss-Arten, Hahnenfussdermatitis, Hahnenfussgewächse, Hamster, Hasen, Haut, Heilkräauterexkursionen, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Hunde, in, Juckreiz, Kaninchen, Katzen, Klinik, Kontakt, Krämpfe, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Lähmungserscheinungen, Landschaft, Landschildkröten, Meerschweinchen, Nager, Natur, Naturheilkunde, Naturkunde, Naturseminare, Nervensystem, Oder, Palliative Care, Pferde, Pflanze, Pflanzenart, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Protoanemonin, Psychiatrische Klinik, Ranunculaceae, Rhizom, Rötung, Samenproduktion, Schleimhaut, Schmerzen, Schweiz, Schwindelanfälle, Spital, Spitex, Stress, Stresssituation, Tiere, Trittbelastung, Überleben, Umweltschutz, Universität Basel, Untersuchungen, Vergiftung, Vergiftungserscheinung, Verletzung, Vermehrung, Wachstum, Wald, Waldboden, Wälder, Waldgebiete, Weiterbildung, Wikipedia, Windröschen, Winterthur, Wurzelbidlung, Wurzelstock, Zürich
Posted in Natur | No Comments »
Mittwoch, April 4th, 2012
An einem wissenschaftlichen Seminar zum Thema Phytotherapie im Hamburg resümierte Professor Dr. Matthias Melzig von der Freien Universität Berlin den Stand des Wissens zum Wirksamkeit von Heilpflanzen in der Diabetes-Therapie.
Dabei kam auch Guar zur Sprache. Die Wirksamkeit und Sicherheit eines Guar-Präparates seien durch klinische Studien belegt.
Guar wird aus den Samen der Guarbohne (auch Büschelbohne, Cyamopsis tetragonolobus) gewonnen, eine Pflanzenart aus der Familie der Fabaceen.
Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Polysaccharide, welche die Transitzeit der Nahrung verlängern. Sie sollen das zuckerspaltende Enzym α-Amylase hemmen und dadurch die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten vermindern.
Die Einnahme von Guar wirkt sich aber auch positiv auf das Gesamtcholesterol und den LDL-Spiegel aus. Allerdings kann Guar auch den Insulineffekt verstärken. Wie bei alle anderen pflanzlichen Antidiabetika aus der Selbstmedikation ist es wichtig, dass der Patient den Arzt über die Einnahme informiert. Darüber hinaus sollte der diabeteskranke Mensch seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig messen.
Widersprüchliche Ergebnisse gebe es zur Gartenbohne (Phaseolus vulgaris, ebenfalls eine Fabaceae) in Bezug auf die Samenschalen. Die Bohnensamen können sich aber günstig auf den postprandialen Blutzucker auswirken. Für eine ausdrückliche Empfehlung fehlen aber gemäss Melzig noch Daten. Ähnliches gelte für frische Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus, Ericaceae). Vermutlich müssen große Mengen Beeren oder Bohnen gegessen werden, um deutlich spürbare Effekte zu erzielen.
Positiv beurteilte Melzig die Bockshornkleesamen (Trigonella foenum-graecum, Fabaceae). In China und Indien wird Bockshornklee seit Jahrtausenden bei Stoffwechselerkrankungen angewendet, auch bei Diabetes. Er reduziert den Nüchternblutzucker und den postprandialen Blutzucker. Allerdings sind dafür 25 Gramm Bockshornkleesamen pro Tag nötig, was speziell zu Beginn der Behandlung zu Durchfall und Flatulenz führen kann. Genau wie bei Guar sollte auch bei Bockshornkleesamen ein zeitlicher Abstand von mindestens 30 Minuten zur vorherigen Medikamenteneinnahme eingehalten werden, damit diese anderen Arzneimittel gut resorbiert werden können.
Von anderen Heilpflanzen riet Melzig vorerst ab wegen fehlender Wirksamkeitsnachweise oder mangelnder Sicherheitsdaten.
So enthalte beispielsweise der Samen der Geißraute (Galega officinalis, Fabaceae) große Mengen Guanidin-Derivate, also Metformin-ähnliche Substanzen. Allerdings seien die Extrakte schwer standardisierbar.
Unter der Bittergurke (Momordica charantia, Cucurbitaceae) könne es sogar zu hypoglykämischem Koma und Lebertoxizität kommen.
Siehe auch:
Bittermelone / Bittergurke (Momordica charantia) gegen Diabetes?
Ein anderes Kürbisgewächs, die Scharlachranke (Coccinia grandis) aus der indischen Heilkunde, zeigte in klinischen Studien mäßiger Evidenz eine beträchtliche blutzuckersenkende Wirkung. Melzig riet trotzdem von der Scharlachranke ab, da nicht genügend toxikologische Daten vorlägen.
Wegen des vermutlich hohen Alkaloid-Gehalts sollte man auch besser auf die Anwendung des sogenannten »Zuckerzerstörers« bzw. der »Wunderfrucht« Gymnema sylvestre (Apocynaceae) aus der Aryuveda-Medizin verzichten.
Zwar nicht bedenklich, jedoch bislang ohne überzeugenden Wirksamkeitsnachweis bei Diabetes mellitus sind gemäss Melzig folgende Phytopharmaka einzustufen:
Ginseng (Panax Ginseng, Araliaceae)
Knoblauch (Allium sativum, Alliaceae)
Aloe vera (Aloe barbadensis, Alooideae)
Süßkartoffeln (Ipomoea batatas, Convolvulaceae)
Wachs-Jambuse oder Rosenapfel (Syzygium cumini, Myrtaceae)
Mariendistel (Silybum marianum, Asteraceae)
Russischer Estragon (Artemisia dracunculus, Asteraceae)
Nopal (Opuntia streptacantha, Cactaceae)
Wer die Diskussion der vergangenen Jahre verfolgt habe wisse zudem, dass Zimt (Cinnamomum verum, Lauraceae) laut neueren Studien nicht besser als Placebo wirke. Noch fehle für die meisten Phytopharmaka die klinische Evidenz, um sie Diabetikern adjuvant empfehlen zu können, zum Beispiel den Russischen Estragon.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41169
Kommentar & Ergänzung:
Die Diabetes-Therapie ist keine Stärke der Phytotherapie. Die Aussagen von Prof. Melzig stimmen sehr mit der Phytotherapie-Fachliteratur überein. Sinn machen können gewisse Polysaccharide vor allem aus Guar und Bockshornkleesamen, weil sie Blutzuckerspitzen abfangen. Darüber hinaus haben wir nicht viel Überzeugendes aus der Pflanzenwelt zur Verfügung.
Von den Heidelbeeren wurden früher gegen Diabetes die Blätter verwendet, nicht die Beeren, wie der Ausdruck „frische Heidelbeeren“ suggeriert. Heidelbeerblätter sind aber klarerweise ungeeignet zur Diabetestherapie.
Und bei Ginseng, Knoblauch, Aloe vera oder Mariendistel wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, sie gegen Diabetes zu empfehlen, Diese Heilpflanzen haben ganz andere Anwendungsbereiche, für welche ihre Wirksamkeit dokumentiert ist.
Zimt gegen Diabetes war vor einigen Jahren die grosse Entdeckung in diesem Bereich der Pflanzenheilkunde. Laboruntersuchungen an isolierten Geweben oder Zellen lassen eine günstige Wirkung plausibel erscheinen. Leider konnten die positiven Resultate einer ersten klinischen Patientenstudie aus Pakistan bisher nicht bestätigt werden, was die Wirksamkeit in Frage stellt.
Ernüchternd?
Möglicherweise schon.
Aber es scheint mir wichtig, nicht nur von tollen Erfolgen und grossartigen Heilungschancen zu berichten, sondern auch von Misserfolgen und Grenzen der Phytotherapie.
Meines Erachtens kann man diesen Punkt als Qualitätskriterium nehmen um Fachleute, Heilmethoden, Gesundheitszeitschriften etc. zu beurteilen:
Ist immer nur von Heilerfolgen die Rede und nie von Grenzen oder Misserfolgen, dann ist dies ein Hinweis für sehr selektive Wahrnehmung oder selektive Berichterstattung. Alle Heilmethoden und Heilmittel haben Grenzen und Misserfolge. Wäre das nicht so, gäbe es keine Krankheiten mehr.
Wenn nur von Heilerfolgen oder gar von sicheren Heilerfolgen berichtet wird, dann haben wir es wahrscheinlich mit einer Form von Missionarismus zu tun. Und diesem Phänomen begegnet man leider nicht selten im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin: Alles was die eigene Überzeugung zu stützen scheint, wird sofort kundgetan, während Fakten, welche die eigene Überzeugung in Frage stellen könnten, ignoriert oder sofort und ungeprüft vom Tisch gefegt werden (zum Beispiel indem jede Kritik als Verschwörung der bösen Pharmaindustrie diffamiert wird).
Das Leben besteht aber selten nur aus Schwarz und Weiss, auch nicht, wenn es um Gesundheit, Krankheit und Heilung geht.
Seriös wäre es meines Erachtens beispielsweise, wenn in Gesundheitszeitschriften neben Erfolgsmeldungen und Heilungsversprechungen ebenso viel auch von Grenzen und Misserfolgen berichtet würde. Aber wer will so etwas schon lesen? Die Mehrzahl der Leserinnen und Leser will offenbar ausschliesslich wissen, was nützt. Grenzen und Misserfolge –Kritik also – interessieren viel weniger. Wer so denkt nimmt allerdings in Kauf, einseitig informiert zu sein.
Grenzen und Misserfolge von Heilmitteln und Heilmethoden aufzuzeigen, ist zudem für die meisten Gesundheitszeitschriften nicht lukrativ, weil dadurch ein „negatives Werbeumfeld“ für Inserenten geschaffen wird. Die meisten Gesundheitszeitschriften sind aber vollständig abhängig von den Inserenten – wie sollen sie da differenziert – also auch kritisch – berichten können.
Siehe auch:
Pflanzenheilkunde & Komplementärmedizin – Vom Wert des Zweifels
Mehr Kontroverse in Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde
Pflanzenheilkunde: Kritische Reflexion statt Missionarismus
Naturheilkunde: Kritische Fragen unerwünscht?
Naturheilkunde braucht kritische Auseinandersetzung
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alkaloid-Gehalt, Alliaceae, Allium sativum, Aloe barbadensis, Aloe vera, Alooideae, Alternativmedizin, Amylase, Antidiabetika, Apocynaceae, Araliaceae, Artemisia, Artemisia dracunculus, Aryuveda, Aryuveda-Medizin, Arzneimittel, Asteraceae, Beeren, Berlin, Bittergurke, Blutzucker, blutzuckersenkende Wirkung, Blutzuckerspiegel, Blutzuckerspitzen, Bockshornklee, Bockshornkleesamen, Bohnen, Bohnensamen, Büschelbohne, Cactaceae, China, Cinnamomum verum, Coccinia grandis, Convolvulaceae, Cucurbitaceae, Cyamopsis tetragonolobus, Diabetes, Diabetes-Therapie, Diabetestherapie, Durchfall, Enzym, Ericaceae, Estragon, Evidenz, Fabaceae, Fabaceen, Flatulenz, Freie Universität Berlin, Galega officinalis, Gartenbohne, Geissraute, Gesamtcholesterol, Gesundheit, Gesundheitsberufe, Gesundheitszeitschriften, Ginseng, Guanidin, Guanidin-Derivate, Guar, Guarbohne, Gymnema sylvestre, Hamburg, Heidelbeerblätter, Heidelbeeren, Heilkräuterkurse, Heilkunde, Heilmethoden, Heilpflanzen-Seminar, Heilung, Heilungschancen, hypoglykämisches Koma, Indien, indische heilkunde, Inhaltsstoffe, Insulin, Insulineffekt, Ipomoea batatas, Klinik, klinische Studien, Knoblauch, Koma, Komplementärmedizin, Krankenpflege, Krankheit, Krankheiten, Kräuterexkursionen, Kürbis, Kürbisgewächs, Lauraceae, LDL-Spiegel, Lebertoxizität, Mariendistel, Matthias Melzig, Metformin, Momordica charantia, Myrtaceae, Nahrung, Naturheilkunde, Nopal, Nüchternblutzucker, Opuntia streptacantha, Pakistan, Palliative Care, Panax ginseng, Pflanzenart, Pflanzenwelt, Pflege, Pflegeheim, Pharmaindustrie, Phaseolus vulgaris, Phytopharmaka, Phytotherapie-Ausbildung, Placebo, Polysaccharide, Psychiatrische Klinik, Rosenapfel, Russischer Estragon, Scharlachranke, Schmerzen, Schweiz, Selbstmedikation, Seminar, Sicherheit, Silybum marianum, Spital, Spitex, Stoffwechselerkrankungen, Studien, Süsskartoffeln, Syzygium cumini, Trigonella foenum-graecum, Universität, Vaccinium myrtillus, Wachs-Jambuse, Weiterbildung, Winterthur, Wirksamkeit, Wirkung, Zimt, Zürich, α-Amylase
Posted in Naturheilkunde-Debatte, Phytotherapie | No Comments »
Sonntag, April 1st, 2012
Jetzt im Frühling fällt er besonders auf: Der Schlehdorn ( = Schwarzdorn. Prunus spinosa). Seine Blüten erscheinen vor den Blättern, so steht er strahlend weiss in der Landschaft (Foto auf Wikipedia).
Der Schlehdorn ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus, der zur Tribus der Steinobstgewächse (Amygdaleae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.
Der Schwarzdorn gilt als Stammform der Kulturpflaume.
Weil die weißen Blüten des Schlehdorns bereits im März und April lange vor dem Laubaustrieb erscheinen, lässt er sich in diesem Zeitraum leicht vom Weißdorn unterscheiden, dessen Blüten erst nach den Blättern gebildet werden.
Charakteristisch für die Schlehdornblüten ist ihr leichter Mandelduft. Die Innenseite des Blütenbechers sondert reichlich Nektar ab, so dass die Schlehe für viele Insekten im zeitigen Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle darstellt. Der Schwarzdorn wird von Insekten bestäubt.
Später entwickelt sich eine kugelige, dunkelblau bis schwarze, stark bereifte Steinfrucht, die sehr sauer und herb schmeckt und erst nach einem Frost schmackhafter wird. Sie reift von Oktober bis November und verbleibt den Winter über am Strauch. Tiere, die den Samen der Frucht wieder ausscheiden, besorgen die Ausbreitung.
Schlehdorn – eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und Säugetiere
Die Schlehe gehört zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere.
Schon in der ersten wärmenden Frühlingssonne finden Honigbienen, Wildbienen (z. B. Sandbienen, Mauerbienen, Kuckucksbienen, Hummeln, Schwebefliegen und zahlreiche andere Insekten in den Schlehdornblüten reichlich Nektar und Blütenstaub.
Einige früh im Jahr fliegende Schmetterlinge schätzen den energiereichen Nektar der Schlehe ebenfalls (Tagpfauenauge, C-Falter, Grosser Fuchs, Kleiner Fuchs).
Die später im Jahr erscheinenden Schlehdornblätter werden sogar von über 100 Schmetterlingsarten zur Eiablage genutzt, einige von ihnen sind sogar fast ausschliesslich auf Schlehdornblätter angewiesen. Von den Tagfaltern sind bekannte Beispiele der wunderschöne Segelfalter, der Baumweissling und mehrere Zipfelfaltern (Schlehenzipfelfalter, Birkenzipfelfalter, Pflaumenzipfelfalter). Von den Nachtfaltern nutzen die Schlehe unter anderem Schlehen-Grünwidderchen, Kupferglucke, Schlehenspinner, Silberspinner, Wollafter, Gelbes Ordensband, Kleines Nachtpfauenauge.
Neben 73 Kleinschmetterlingsarten wurden als ständige oder vorübergehende Gäste der Schlehe ermittelt: 23 Rüsselkäferarten, 15 Bockkäferarten, 14 Blattwespenarten, 7 Blattlausarten, 5 Wanzenarten.
Für die Früchte, Blätter und Triebe der Schlehe interessieren sich zudem bis zu 18 Säugetierarten.
Schwarzdornhecken bieten darüber hinaus ausgezeichnete Nistplätze für Vögel. Die Dornen wehren Räuber ab.
Bis zu 20 Vogelarten errichten als Buschbrüter im Schlehdorn ihr Nest – zum Beispiel Neuntöter, Dorngrasmücke, Zaungrasmücke, Gelbspötter. In der dichten Vegetation zu Füssen des Schlehdornstrauchs nisten Goldammer, Rotkehlchen, Rebhuhn.
Die Schlehdornfrüchte werden im Winter zum Beispiel gerne gefressen von Rotkehlchen, Kohlmeise, Kernbeisser, Fichtenkreuzschnabel, Amsel, Singdrossel, Misteldrossel, Wacholderdrossel.
Verwendung in der Volksmedizin
„Die Blüten, Rinde und Früchte wirken adstringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenelixier gilt als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.“
(Quelle: Wikipedia)
Verwendung für Nahrungsmittel und Getränke
„Die Früchte können unreif wie Oliven eingelegt werden, reif zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Fruchtweinen und als Zusatz zu Likör (Sloe Gin, Schlehenfeuer), Branntwein (Schlehenbrand) und anderen Spirituosen verwendet werden. Schlehenwein ist ein Fruchtwein, der nur auf den Früchten des Schlehdorns basiert. In manchen Gegenden werden die Früchte auch in geringen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, wodurch dieser aufgrund der Gerbstoffe in den Schlehenfrüchten einen etwas weinähnlicheren Charakter erhält.
Die Früchte werden erst nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch die Frosteinwirkung am Strauch wird ein Teil der bitter schmeckenden und adstringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut. Dabei sinkt der Gerbstoffgehalt im Fruchtsaft von ca. 10 g/l auf unter 5 g/l. Dieser Vorgang kann nicht durch Einfrieren der Früchte in der Tiefkühltruhe ausgelöst werden. Ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe ist hingegen unerwünscht, da sie wesentlich zum Geschmack der Produkte beitragen.“
(Quelle: Wikipedia)
Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
www.phytotherapie-seminare.ch
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch
Tags: Alpenblumen, Alpenblumenkurse, Amsel, Amygdaleae, Apfelwein, April, Baumweissling, Birkenzipfelfalter, Blasen, Blätter, Blattlaus, Blattlausarten, Blattwespen, Blattwespenarten, Blüten, Blütenstaub, Bockkäfer, Bockkäferarten, Branntwein, Buschbrüter, C-Falter, Dornen, Dorngrasmücke, Durchfall, Durchfallerkrankungen, Eiablage, Familie, Fichtenkreuzschnabel, Frost, Frucht, Früchte, Fruchtsaft, Fruchtsäfte, Fruchtwein, Fruchtweine, Frühling, Fuchs, Gattung, Gelbes Ordensband, gelbspötter, Gerbstoffe, Gerbstoffgehalt, Gesundheitsberufe, Getränke, Goldammer, Grosser Fuchs, Grünwidderchen, Heilkräuterexkursionen, Heilkräuterkurse, Heilpflanzen-Seminar, Honigbienen, Hummeln, Infektionskrankheiten, Insekten, Kernbeisser, Kinder, Kleiner Fuchs, Kleines Nachtpfauenauge, Kleinschmetterlingsarten, Klinik, Kohlmeise, Krankenpflege, Kräuterexkursionen, Kuckugsbienen, Kulturpflaume, Kupferglucke, Landschaft, Laubaustrieb, Likör, Magenbeschwerden, Mandelduft, Marmelade, März, Mauerbienen, Misteldrossel, Nachtfalter, Nachtpfauenauge, Nahrungsmittel, Nahrungsquelle, Natur, Naturheilkunde, Naturkunde, Naturseminare, Nektar, Nest, Neuntöter, Nierenprobleme, Nistplätze, November, Oktober, Oliven, Ordensband, Palliative Care, Pflanzenart, Pflaumenzipfelfalter, Pflege, Pflegeheim, Phytotherapie-Ausbildung, Prunus, Prunus spinosa, Psychiatrische Klinik, Räuber, Rebhuhn, Rosaceae, Rosengewächse, Rotkehlchen, Rüsselkäfer, Rüsselkäferarten, Samen, Sandbienen, Säugetierarten, Säugetiere, Schlehdorn, Schlehdornblätter, Schlehdornblüten, Schlehdornfrüchte, Schlehdornstrauch, Schlehdornzipfelfalter, Schlehen-Frünwidderchen, Schlehenbrand, Schlehenelixier, Schlehenfeuer, Schlehenspinner, Schlehenwein, Schmerzen, Schmetterlinge, Schmetterlingsarten, Schwarzdorn, Schwarzdornhecken, Schwebefliegen, Schweiz, Segelfalter, Silberspinner, Singdrossel, Sloe Gin, Spirituosen, Spital, Spitex, Stärkungsmittel, Steinfrucht, Steinobstgewächse, Strauch, Tagfalter, Tagpfauenauge, Tiefkühltruhe, Tiere, Tribus, Vegetation, Vögel, Vogelarten, Volksmedizin, vor, Wacholderdrossel, Wanzen, Wanzenarten, Weissdorn, Weiterbildung, Wikipedia, Wildbienen, Wildsträucher, Winter, Winterthur, Wollafter, Zaungrasmücke, Zipfelfalter, Zürich
Posted in Gesundheitliches, Natur | No Comments »