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	<title>Heilpflanzen-Info &#187; Depressionen</title>
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		<title>Psychoonkologie: Die Psyche verursacht keinen Krebs</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 19:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Psychoonkologie: Die Psyche verursacht keinen Krebs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psyche wirkt nicht als Auslöser für eine Tumorerkrankung und psychologische Betreuung kann Krebs auch nicht heilen. Sie kann aber zu mehr Lebensqualität der Betroffenen beitragen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch zum Thema &#8220;Psychoonkologie&#8221; in Wien.</p>
<p>Erste Hinweise, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale die Entstehung von Tumorerkrankungen begünstigen würden, haben sich laut dem Klinischen Psychologen Georg Fraberger, von der Universitätsklinik für Orthopädie der Medizinischen Universität in Wien nie bestätigen lassen. Die Existenz einer sogenannten Krebspersönlichkeit ist demnach nichts weiter als ein Mythos.</p>
<p>Zur Frage einer allfälligen Krebspersönlichkeit existieren inzwischen viele Studien. Die meisten davon wurden jedoch retrospektiv durchgeführt. Das heisst: Schon an Krebs Erkrankte wurden untersucht und anhand gefundener Persönlichkeitsmerkmale wurden Rückschlüsse gezogen, welche &#8220;Menschentypen&#8221; die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung waren. Das ist jedoch nicht zulässig, weil die Erfahrung einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Einfluss auf die Persönlichkeit und Interpretation der eigenen Lebensgeschichte hat.</p>
<p>In den wenigen prospektiven Studien, die durchgeführt wurden, haben Forscher Personen über Jahre hinweg beobachtet und untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale eine spätere Krebserkrankung prognostizierbar machen. Überzeugende Zusammenhänge fanden die Wissenschaftler dabei aber nicht. Vielmehr häufen sich inzwischen die Hinweise, dass die hohen Depressivitätsraten unter Krebskranken auch als Folge der Erkrankung und der Behandlung verstanden werden können und den Verlauf der Krebserkrankung möglicherweise beeinflussen.</p>
<p>Eine Krebsdiagnose verändert das Leben eines Menschen von einer Sekunde auf die andere fundamental.</p>
<p>Der Erkrankung ausgeliefert, wollen Patientinnen und Patienten das Unbegreifbare verstehen. Beim Krebs umso mehr, als seine Ursache anders als zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen schwer fassbar ist. Auf der Suche nach einer Erklärung für das eigene Leid tauchen dabei oft Schuldfragen auf. Die Vermutung, dass gewisse Charakterzüge ursächlich für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, wird von zahlreichen betroffenen Menschen ganz spontan assoziiert. Solche Selbstanklagen erfüllen insofern ihren Zweck, als sie die Hoffnung mit sich bringen, dass durch Änderung bestimmter Wesenszüge die Genesung gefördert wird. Der Hämatologe und Psychoonkologe Alexander Gaiger von der Universitätsklinik für Innere Medizin I am AKH in Wien betrachtet die Auseinandersetzung mit dem Mythos Krebspersönlichkeit und dem vermeintlich schuldhaften Verhalten als vergeudete Energie.</p>
<p><strong>Trauma keine Krebsursache</strong></p>
<p>Nicht immer wird das seelische Ungleichgewicht als Auslöser einer Krebserkrankung mit einer eventuell vorhandenen Krebspersönlichkeit begründet.  &#8220;Eine Überlegung, bezogen auf den Einfluss psychischer Faktoren, war auch, dass massive Traumata in der Vergangenheit zum Ausbruch einer Krebserkrankung führen könnten&#8221;, erklärt Gaiger. Eine Theorie, die der Psychoonkologe allerdings sofort widerlegt: &#8220;Das mittlere Alter von Krebspatienten liegt zwischen 57 und 60 Jahren. Und so traurig es ist, aber in diesem Alter hat bereits fast jeder eine traumatische Erfahrung hinter sich.&#8221;</p>
<p>Wäre die „Trauma-Theorie“ für die Krebsentstehung relevant,  müsste nicht nur praktisch jeder 60-Jährige unter einer Krebserkrankung leiden, sondern auch sämtliche Menschen, die in Kriegsgebieten leben beziehungsweise Opfer von Naturkatastrophen sind. &#8220;Das ist aber keineswegs der Fall&#8221;, stellt Gaiger klar und bezeichnet Krebs nach dem heutigen Verständnis selbst als Naturkatastrophe.</p>
<p>Ebenso wie Tsunamis und Erdbeben werden nämlich auch Krebserkrankungen multifaktoriell verursacht. Typischerweise werde psychischen Faktoren, die für die Entstehung einer schweren Erkrankung eigentlich irrelevant seien, eine sehr große Bedeutung beigemessen, während hochrelevante Umstände für die Entstehung oder den Verlauf einer Krankheit völlig ignoriert würden, betont der Psychoonkologe und nimmt hier Bezug auf den sozioökonomischen Status und Lebensstil.</p>
<p>Armut, Bildungsmangel, hoher BMI, ungesunde Ernährung und wenig körperliche Bewegung macht der Experte im Wesentlichen für den Umgang und die Bewältigung einer Krebserkrankung verantwortlich. Geld ändere zwar nichts am menschlichen Leid, erleichtere aber den finanziellen Druck und sei neben einem Informationsmangel ein gravierender Faktor in der Entwicklung von Depressionen.</p>
<p><strong>Zum Wert psychologischer Hilfe</strong></p>
<p>Einstellungen, emotionale Faktoren und psychologische Hilfen beim Bewältigen einer solchen Krise können die Lebensqualität erhöhen. Sie machen zudem oft belastende Therapien besser ertragbar und somit wirksamer.</p>
<p>Das Ziel besteht darin, die Betroffenen möglichst unbeschadet über die einzelnen Phasen der psychischen Bewältigung der Krebserkrankung hinüber zu bringen: vom ersten Schock über die Abwehr beziehungsweise die Verdrängung hin zur Verarbeitung. Der Krebspatient soll dazu in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben fortführen zu können, ohne dauernd durch Gedanken an den Krebs gestört zu sein.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://derstandard.at/1336563054564/Psychoonkologie-Die-Psyche-macht-keinen-Krebs</p>
<p>http://derstandard.at/1328507286338/Mythos-Krebspersoenlichkeit-Vermeintlich-schuld-am-Krebs</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Eine interessante Frage ist in diesem Zusammenhang, weshalb die Theorie vom der Krebs auslösenden Psyche  so gut ankommt. Meines Erachtens hängt das vor allem damit zusammen, dass diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ den Bedürfnissen und Ängsten vieler Menschen entgegen kommt.</p>
<p>Mit dem Mythos der &#8220;Krebspersönlichkeit&#8221; halten sich die (noch) nicht Betroffenen meines Erachtens den schwer zu ertragenden Gedanken vom Leibe, dass der Ausbruch dieser Krankheit vielleicht doch zu einem sehr grossen Teil zufälligen/ genetisch bedingten/ sonstigen nicht einfach so steuerbaren Faktoren zuzuschreiben ist. Die Annahme, dass Krebs in der Psyche entsteht, ermöglicht die angstvermindernde Illusion, dass Krebs durch Einfluss auf die Psyche vermeidbar oder heilbar ist. Das lindert Ohnmachtgefühle, aber wenn man es nicht schafft und trotzdem an Krebs erkrankt, ist man nach dieser Theorie selber schuld.</p>
<p>Das macht diese „Psycho-Theorie der Krebsentstehung“ so problematisch und führt nicht selten zu menschenverachtenden Schuldzuweisungen an Krebspatientinnen und –patienten.</p>
<p>Statt sich in Unverwundbarkeits-Fantasien zu flüchten wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir die grundlegende Verletzlichkeit und Fragilität der menschlichen Existenz anerkennen würden. Wenn es jeden und jede treffen kann, ist das auch Basis für zwischenmenschliche Solidarität.</p>
<p>Siehe auch: <a href="moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patienten-seminare.ch</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Zügig Gehen reduziert Darmkrebsrisiko</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/03/02/zugig-gehen-reduziert-darmkrebsrisiko.html</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 23:06:53 +0000</pubDate>
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Zügig Gehen reduziert Darmkrebsrisiko.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tägliches Fahrradfahren oder schnelles Gehen reduzieren das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das lässt die Deutsche Krebshilfe in Bonn verlauten. &#8220;Menschen, die sich jeden Tag intensiv bewegen, sind um 40 bis 50 Prozent weniger gefährdet als Bewegungsmuffel&#8221;, erklärt Professor Martin Halle vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin in München.</p>
<p><strong>Eine Stunde täglich genügt</strong></p>
<p>Dabei muss man sich nicht lange Zeit am Stück bewegen. Auch kurze aktive Intervalle wirken günstig gegen Darmkrebs &#8211; solange man täglich auf total 30 bis 60 Minuten kommt. Der Grund für diesen Schutzeffekt: Bewegung regt den Stoffwechsel an und bewirkt, dass Krebszellen nicht so schnell entstehen können. Darüber hinaus hemmt Sport entzündliche Vorgänge im Organismus und trägt bei zur Gewichtskontrolle. Das Gewicht spielt eine große Rolle, weil Übergewicht die Entstehung von Tumoren begünstigen kann.</p>
<p>Nicht nur Bewegung, auch andere Maßnahmen helfen, das persönliche Darmkrebsrisiko zu reduzieren. Dänische Wissenschaftler haben dazu fünf Regeln entwickelt, die auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basieren.</p>
<p>Die fünf Regeln gegen Darmkrebs lauten:</p>
<p>- Mindestens 30 bis 60 Minuten am Tag körperlich aktiv sein.</p>
<p>- Höchstens sieben Gläser Alkohol pro Woche trinken &#8211; Männer höchstens 14 Gläser pro Woche.</p>
<p>- Nicht rauchen.</p>
<p>- Bauchumfang unter 88 Zentimeter (Frauen) beziehungsweise unter 102 Zentimeter (Männer) halten.</p>
<p>-	Sich gesund ernähren mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie wenig rotem Fleisch und Fett.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://lifestyle.t-online.de/schnelles-gehen-senkt-das-risiko-fuer-darmkrebs/id_54444554/index</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Weitere Infos zur vorbeugenden Wirkung von Bewegung gegen Darmkrebs:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/20/koerperliche-bewegung-beugt-dickdarmkrebs-vor.html  ">Körperliche Bewegung beugt Dickdarmkrebs vor </a></p>
<p>Es ist beeindruckend, welch positive Effekte schon kleine, aber regelmässige Bewegungszeiten haben können. Beispiele:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/17/sport-gegen-depression.html  ">Sport gegen Depression</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/03/diabetes-sport-steigert-insulinproduktion.html   ">Diabetes: Sport steigert Insulinproduktion </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/18/sport-vorbeugend-gegen-menstruationsbeschwerden.html">Sport vorbeugend gegen Menstruationsbeschwerden </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/18/studie-zeigt-sport-hilft-gegen-depression.html  ">Studie zeigt: Sport hilft gegen Depression </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/17/sport-reduziert-angstsymptome.html  ">Sport reduziert Angstsymptome </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/07/bewegung-beugt-depressionen-vor.html  ">Bewegung beugt Depressionen vor </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/19/studie-zeigt-diabetiker-koennen-der-krankheit-davonlaufen.html  ">Studie zeigt: Diabetiker können der Krankheit davon laufen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/18/bewegung-staerkt-psychische-gesundheit.html">Bewegung stärkt psychische Gesundheit </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/04/taeglicher-spaziergang-bremst-geistigen-abbau.html   ">Täglicher Spaziergang bremst geistigen Abbau </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/23/bewegung-reduziert-brustkrebsrisiko-nach-den-wechseljahren.html">Bewegung reduziert Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/31/schon-leichtes-training-beugt-osteoporose-vor.html  ">Schon leichtes Training beugt Osteoporose vor </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/11/12/naturheilkunde-spazierengehen-bessert-gedaechtnisschwaeche.html  ">Naturheilkunde: Spazierengehen bessert Gedächtnisschwäche </a></p>
<p>Bewegung ist im übrigen eine der fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp. Und Ernährung und Heilpflanzen sind zwei weitere Säulen.</p>
<p>Leider werden heute die Begriffe Naturheilkunde und Komplementärmedizin sehr oft vermischt und ungenau verwendet. Und die meist eher  unspektakulären naturheilkundlichen Ansätze geraten vor lauter exotisch-esoterischem Brimborium unverdienterweise in den Hintergrund.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin &#8211; ein fragwürdiger Begriff</a></p>
<p>Ernährungsmässig trägt ein hoher Ballaststoffgehalt  zur Darmkrebsprävention bei, wobei auch Ballaststoffe eine Rolle spielen, die in der Phytotherapie gegen Verstopfung eingesetzt werden, zum Beispiel Schleimpflanzen wie Leinsamen und Flohsamen, aber auch Guar, Haferkleie oder Pektin..</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/02/23/kaffee-kein-erhohtes-risiko-fur-chronische-erkrankungen.html</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 18:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaffee: Kein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen.
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Resultate der EPIC-Deutschland-Studie, an der mehr als 42.600 erwachsene Frauen und Männer aus Potsdam und Heidelberg teilnehmen, weisen darauf hin, dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen steigert, sondern sogar mit einem reduzierten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Personen, die täglich mehr als vier Tassen (über 600 ml) koffeinhaltigen Kaffee tranken, hatten verglichen mit Personen, die durchschnittlich weniger als eine Tasse konsumierten, ein um 23 Prozent tieferes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich in der Studie auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee an.</p>
<p>Die Forscher um Heiner Boeing und Anna Flögel, beide Ernährungs-Epidemiologen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), publizierten nun ihre Studiendaten in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition. Neben Mitarbeitern des DIfE arbeiteten auch Rudolf Kaaks und Birgit Teucher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Tobias Pischon vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch an der Studie mit.</p>
<p>Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten alkoholfreien Getränke und besteht aus einer Mixtur verschiedener Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen Koffein, Chlorogensäure sowie weitere Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe – also Substanzen, die den menschlichen Stoffwechsel durchaus beeinflussen und zum Teil mit positiven und teilweise mit negativen Gesundheitseffekten in Verbindung stehen. Die gesundheitlichen Wirkungen des Kaffeekonsums stehen deshalb immer wieder im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei in den meisten Studien häufig nur die Beziehung zwischen Kaffeegenuss und einer Erkrankungsart untersucht wurde. Das deutsche Wisssenschaftlerteam analysierte nun die Langzeiteffekte des Kaffeekonsums nicht nur bezüglich einer Erkrankung, sondern hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen gleichzeitig. Prospektive (= verausschauende) Langzeit-Bevölkerungsstudien wie die EPIC-Deutschland-Studie sind hierzu speziell gut geeignet.</p>
<p>Neben den Ernährungs- und Lebensstildaten erfassten und analysierten die Forscher auch die medizinischen Daten der Studienteilnehmer/innen. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren erkrankten erstmals 1.432 Studienteilnehmer/innen an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 erlitten einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer erkrankten an Krebs. Verglichen die Wissenschaftler die Daten von Personen, die sehr viel Kaffee konsumierten, mit den Daten von Personen mit einem sehr geringen Konsum, so konnten sie keine Risikosteigerung für die in den westlichen Industrienationen häufig auftretenden chronischen Erkrankungen feststellen. Bei Personen, die viel Kaffee tranken, beobachteten sie sogar ein reduziertes Typ-2-Diabetes-Risiko.</p>
<p>„Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA“, erklärt Erstautorin Anna Flögel. Wer Kaffee also gut vertrage und ihn gerne trinkt, sollte dies somit auch weiterhin tun, sagt die Epidemiologin. Andersherum sollten sich Menschen jedoch aufgrund der Resultate nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. „Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen“, stellt Studienleiter Heiner Boeing fest. Für die Flüssigkeitszufuhr bieten sich neben dem Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt an, beispielsweise Tee und Wasser.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke</p>
<p>Anna Floegel et al.; 2012, 95:1-8; doi:10.3945/ajcn.111.023648; Link zur Publikation: http://www.ajcn.org/content/early/2012/02/14/ajcn.111.023648.abstract</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=36718</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Kaffee hat in den letzten Jahren eine deutliche Imageaufbesserung erfahren, was seine Auswirkungen auf die Gesundheit angeht. Dass dürfte auch daran liegen, dass die Kaffeeindustrie Geld für die Forschung zu Verfügung stellt. Es gibt aber neben positiven Wirkungen auf die Gesundheit auch einige kritische Punkte.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/01/hohe-koffein-mengen-im-espresso-bergen-risiko-in-der-schwangerschaft.html  ">Hohe Koffeinmengen im Espresso bergen Risiko in der Schwangerschaft </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/30/beugt-kaffee-depressionen-vor.html">Beugt Kaffee Depressionen vor? </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/21/kaffee-schutz-gegen-demenz-durch-wachstumsfaktor-gcsf.html">Kaffee: Schutz gegen Demenz durch Wachstumsfaktor gcsf </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/22/parkinson-koffein-als-neuroprotektivum.html">Parkinson: Koffein als Neuroprotektivum?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/15/kaffee-unerfullter-kinderwunsch.html">Kaffee &amp; unerfüllter Kinderwunsch </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/11/kaffee-konnte-fruchtbarkeit-bei-frauen-reduzieren.html  ">Kaffee könnte Fruchtbarkeit bei Frauen reduzieren</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/28/hepatitis-c-kaffee.html  ">Hepatitis C &amp; Kaffee </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/30/koffein-gibt-auch-den-muskeln-einen-kick.html  ">Koffein gibt auch den Muskeln einen Kick </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/18/studie-koffein-ungeeignet-fur-kinder.html">Studie: Koffein ungeeignet für Kinder </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/08/kaffee-kann-angst-auslosen.html">Kaffee kann Angst auslösen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/kopfschmerzen-nach-koffein-entzug.html">Kopfschmerzen nach Koffeinentzug</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/12/27/forscher-warnen-vor-koffein-in-der-schwangerschaft.html   ">Forscher warnen vor Koffein in der Schwangerschaft</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Weihrauch-Forschung zu Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/02/04/weihrauch-forschung-zu-polyarthritis-osteoarthritis-morbus-crohn-colitis-ulcerosa-asthma-bronchiale.html</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 22:48:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weihrauch-Forschung zu Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Pharmaceutical-Tribune veröffentlichte vor kurzem einen interessanten Beitrag zum Weihrauch. Hier daraus ein Zitat:</p>
<p>„Die Ergebnisse der jüngsten Forschung belegen den forcierten Einsatz im Rahmen chronisch entzündlicher Erkrankungen. Im Blickpunkt stehen: primäre chronische Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und chronisches Asthma bronchiale. Im Bereich der rheumatoiden Arthritis liegen positive Untersuchungen zur Reduktion der Schmerzen und Schwellungen vergleichbar der Goldtherapie vor. Als Dosierung sind dreimal tgl. mind. 300 mg Weihrauchextrakt (standardisierter Gehalt 37 % Boswelliasäuren) empfohlen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=111435&amp;dspaid=966986</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der Text umreisst gut die Forschungsschwerpunkte beim Weihrauch:</p>
<p>Polyarthritis, Osteoarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale.</p>
<p>Weihrauch ist eine interessante und vielversprechende Heilpflanze, doch sind bei allen erwähnten Indikationen noch zahlreiche Fragen offen. Weihrauch hat denn auch noch keine offizielle Zulassung als Heilmittel (abgesehen vom Kanton Appenzell, der aber nur minimalste Anforderungen stellt und dessen Zulassung eher eine Farce ist).</p>
<p>Wichtig ist dabei, dass es nur Forschung und Dokumentation gibt  bezüglich Weihrauch-Präparaten zum Einnehmen. Bei den seit einiger Zeit angebotenen Weihrauchsalben ist sehr fraglich, ob die Weihrauch-Wirkstoffe durch die Haut wirksam werden können.</p>
<p>Zu Weihrauch siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/30/weihrauch-bei-chronischen-darmerkrankungen.html">Weihrauch bei chronischen Darmerkrankungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/07/04/weihrauch-als-heilpflanze-gegen-stress-angst-und-depressionen.html">Weihrauch als Heilpflanze gegen Stress, Angst und Depressionen? </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Edzard Ernst zur Pflanzenheilkunde</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2012/01/01/edzard-ernst-zur-pflanzenheilkunde.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 15:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Edzard Ernst zu Rosskastanie bei  Venenleiden, Weissdorn bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen.
Was hat Wirkung in Komplementärmedizin &#038; Alternativmedizin?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Edzard Ernst hat als Professor für Alternativmedizin (Universität Exeter) 18 Jahre lang erforscht, welche alternativen Heilmethoden wirken. Nun geht er in Pension und beantwortete im Interview Fragen der „Sonntagszeitung“. Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch:</p>
<p>„Gibt es alternativmedizinische Behandlungen, die wirken?</p>
<p>Ja natürlich, vor allem im Bereich der Pflanzenheilkunde findet sich einiges: Rosskastanie bei<br />
Venenleiden, Weissdorn bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen und vieles mehr.</p>
<p>Welche komplementärmedizinischen Behandlungen würden Sie bei sich anwenden?</p>
<p>Hätte ich Depressionen, würde ich Johanniskraut-Extrakt einnehmen. Noch besser gegen<br />
depressive Verstimmungen hilft aber körperliche Aktivität. Ich selbst nehme täglich eine Kapsel Omega-3-Fettsäuren ein, weil da die Wirksamkeit sehr gut ist, um kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.sonntagszeitung.ch/wissen/artikel-detailseite/?newsid=199734</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Prof. Edzard Ernst hat sich immer interessiert, aber auch kritisch mit den verschiedensten Methoden der Komplementärmedizin auseinandergesetzt. Er ist dafür aus Kreisen der Komplementärmedizin bzw. Alternativmedizin oft angefeindet worden. Und das wie es in dieser „Szene“ leider häufig vorkommt, vor allem durch Diffamierungsversuche auf der persönlichen Ebene, kaum je durch Argumente.</p>
<p>Ich möchte hier daher eine Lanze brechen für den kritischen Ansatz von Edzard Ernst. Es gibt einen unüberschaubaren Dschungel  an Produkten und Versprechungen im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin,  darunter auch eine sehr grosse Zahl von Hirngespinsten, die zwar den Bedürfnissen, Ängsten und Hoffnungen der Menschen entgegen kommen, aber keinerlei reale Basis haben. Es braucht nur schon aus Gründen des Konsumentenschutzes qualifizierte Instanzen, die solche Heilungsversprechen auf ihren Wahrheitsgehalt hin abklopfen.</p>
<p>Die staatlichen Arzneimittelbehörden haben sich aufgrund von politischen Vorgaben aus diesem Bereich zurückgezogen. Ganze Branchen sind kollektiv von der sonst üblichen Pflicht zum Wirksamkeitsnachweis befreit, zum Beispiel Präparate der Richtungen Homöopathie und Anthroposophische Medizin. Eine Firma wie „Similasan“ kann praktisch beliebig Produkte als Arzneimittel auf den Markt bringen, ohne relevanten Forschung- und Entwicklungsaufwand und ohne den Nutzen für die Konsumentinnen dokumentieren zu müssen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten fehlt hier jede Transparenz.</p>
<p>Um so wichtiger sind unabhängige „Instanzen“ wie Edzard Ernst. Leider werden zunehmend Lehrstühle für komplementärmedizinische Forschung an Universitäten eingerichtet, die von der komplementärmedizinischen Pharmaindustrie finanziert werden. Solche Verflechtungen machen unabhängig-kritische Forschung nicht leichter.</p>
<p>Natürlich freut es mich, dass Prof. Edzard Ernst mit Weissdorn, Teufelskralle, Rosskastanie und Johanniskraut nach 18 Jahren Forschung vor allem Anwendungen aus der Phytotherapie Wirksamkeit bescheinigt. Dazu braucht es aber noch ein paar Ergänzungen:</p>
<p>1. Solche Bestätigungen sind schön, doch darf darüber nicht vergessen werden, dass es immer wieder auch negative Forschungsresultate gibt, also Studien, in denen Heilpflanzen-Extrakte die Wirkungen, die man sich erhoffte, nicht gezeigt haben. Es ist nämlich eine verbreitete „Seuche“ vor allem im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin, quasi mit der Lupe hoch motiviert nach Bestätigung zu suchen, negative Ergebnisse aber auszublenden oder schönzureden. Das ist eine komplett einseitige Buchhaltung, die nicht gerade vertrauenserweckend wirkt. Auch wenn’s dem Herzen manchmal weh tut: Beide Seiten müssen gleichwertig beachtet werden.</p>
<p>2. Genau genommen kann man in der Phytotherapie nicht sagen, Weissdorn wirkt bei Herzinsuffizienz, Teufelskralle gegen Schmerzen, Rosskastanie bei Venenleiden, Johanniskraut gegen Depressionen. Man müsst immer noch präzisieren, in welcher Arzneiform die betreffende Heilpflanze zu Wirkung kommen kann, zum Beispiel als Tee, Tinktur oder Extrakt.</p>
<p>3. Im Gespräch mit der Sonntagszeitung geht eine wichtige Differenzierung verloren. Ernst wird gefragt, ob es alternativmedizinische Behandlungen gibt, die wirken, und welche komplementärmedizinischen Behandlungen er bei sich selber anwenden würde. Auf beide Fragen antwortet er mit phytotherapeutischen Optionen.</p>
<p>Meines Erachtens gibt es aber kein auch nur einigermassen plausibles Argument, weshalb Phytotherapie zur Alternativmedizin oder zur <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>gezählt werden sollte.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://www.heilpflanzen-info.ch/blog/gehoert-phytotherapie-zur-komplementaermedizin.html  ">Gehört Phytotherapie zur Komplementärmedizin?</a></p>
<p>Wenn man die Phytotherapie irgendwo einordnen will, dann gehört sie zur Naturheilkunde und diese ist ein randständiger Bereich der Medizin.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe / Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde  Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?  <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kaffee &amp; Nikotin: Koffeinabbau geht rascher</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/23/kaffee-nikotin-koffeinabbau-geht-rascher.html</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 20:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Koffein wird in Kombination mit Nikotin rascher abgebaut. Und während der Schwangerschaft und bei Kleinkindern und Kindern langsamer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weshalb trinken zahlreiche Raucher massenweise Kaffee? Wie beeinflusst die Antibaby-Pille den Koffeinabbau? Und was geschieht mit Koffein bei Schwangeren? Hier ein paar interessante Informationen rund um das beliebte Genussmittel.</p>
<p>Kaffee weckt die Lebensgeister. Ob man ihn nun genüsslich geschlürft oder hastig heruntergestürzt – die anregende Wirkung des Koffeins setzt eigentlich bei allen schnell ein. 15 bis 120 Minuten nach der Einnahme finden sich im Blutplasma die höchsten Koffeinkonzentrationen. Beim Abbau des Koffeins sieht es schon ganz und gar nicht mehr so einheitlich aus.</p>
<p>Die normale Halbwertszeit des stimulierenden Stoffes liegt bei Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 2,5 und 4,5 Stunden. Bei Rauchern jedoch ist diese Spanne zum Beispiel um 30 bis 50 Prozent kürzer. Das erklärt, weshalb zahlreiche Nikotinsüchtige so oft zur Kaffeetasse greifen.</p>
<p>Frauen, die mit Pille verhüten, erleben gegenteilige Wirkungen. Bei ihnen kann es doppelt so lange wie üblich dauern, bis die halbe Koffeindosis abgebaut ist. Die Koffein-Effekte halten dann entsprechend länger an. Auch während der Schwangerschaft kann der Koffeinabbau verlangsamt sein. Im letzten Trimenon sind Koffein-Halbwertszeiten bis zu 15 Stunden möglich. Auf Extremwerte von bis zu 100 Stunden steigt die Halbwertszeit bei Säuglingen und Kleinkindern.</p>
<p><strong>Bitterschokolade macht wach wie Kaffee</strong></p>
<p>Übrigens: Wer Kaffee nicht mag oder verträgt, jedoch trotzdem nicht auf die anregende Koffeinwirkung verzichten will, kann eine – wenngleich figurunfreundliche – Alternative wählen. Eine Tafel Halbbitterschokolade enthält eine vergleichbare Menge des Alkaloids Koffein (50 bis 100 mg) wie eine Tasse Kaffee.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>Kaffee: Wirkungen auf die Gesundheit. Was sagt die Wissenschaft?“, Broschüre des Deutschen Grünen Kreuzes, 2. Auflage 2010</p>
<p>http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=104455&amp;dspaid=876441</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Koffein ist eine Substanz mit sehr spannenden pharmakologischen Wirkungen.</p>
<p>Die zum Teil sehr langen Abbauzeiten vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und Schwangeren werden aber oft zuwenig beachtet.</p>
<p>Und statt von Kaffee auf Halbbitterschokolade umzusteigen, wäre auch der Grüntee oder Schwarztee eine (figurfreundlichere) Alternative.</p>
<p>Aber (dunkle) Schokolade scheint ja wirklich gesund zu sein:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/09/30/schokolade-schuetzt-patienten-nach-herzinfarkt.html  ">Schokolade schützt Patienten nach Herzinfarkt</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/29/kakao-mit-flavanol-guenstig-fuer-herzkranzgefaesse.html   ">Kakao mit Flavanol günstig für Herzkrankgefässe</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/05/dunkle-schokolade-saettigt-staerker.html">Dunkle Schokolade sättigt stärker</a></p>
<p>Zu Koffein und Kaffee siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/01/hohe-koffein-mengen-im-espresso-bergen-risiko-in-der-schwangerschaft.html">Hohe Koffein-Mengen im Espresso bergen Risiko in der Schwangerschaft</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/30/beugt-kaffee-depressionen-vor.html  ">Beugt Kaffee Depressionen vor?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/21/kaffee-schutz-gegen-demenz-durch-wachstumsfaktor-gcsf.html">Kaffee: Schutz gegen Demenz durch Wachstumsfaktor gcsf</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/22/parkinson-koffein-als-neuroprotektivum.html  ">Parkinson: Koffein als Neuroprotektivum? </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/15/kaffee-unerfullter-kinderwunsch.html  ">Kaffee bei unerfülltem Kinderwunsch</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/11/kaffee-konnte-fruchtbarkeit-bei-frauen-reduzieren.html">Kaffee könnte Fruchtbarkeit bei Frauen reduzieren</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/30/koffein-gibt-auch-den-muskeln-einen-kick.html  ">Koffein gibt auch den Muskeln einen Kick </a></p>
<p><a href=" http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/01/18/studie-koffein-ungeeignet-fur-kinder.html  ">Studie: Koffein ungeeignet für Kinder</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/18/kaffee-soll-leberkrebs-vorbeugen.html   ">Kaffee soll Leberkrebs vorbeugen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/08/kaffee-kann-angst-auslosen.html">Kaffee kann Angst auslösen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/kopfschmerzen-nach-koffein-entzug.html  ">Kopfschmerzen nach Koffeinentzug</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Walking und Jogging helfen gegen Migräne</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/23/walking-und-jogging-helfen-gegen-migrane.html</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 11:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jogging, Walking, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates....Bewegung ist gesund. Jogging und Walking helfen gegen Migräne. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sportliche Aktivität wirkt sich deutlich positiv auf die Stärke, die Häufigkeit und die Dauer einzelner Migräne­Attacken von Patienten aus. Zu diesem Resultat kam eine Studie am Universitätsklinikum Kiel, die mit Unterstützung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) durchgeführt wurde. „Vor allem der Sport im aeroben Herzfrequenzbereich zur Steigerung der Ausdauer, zum Beispiel durch ein ausreichend effizientes Lauftraining, soll hierfür in besonderem Maße geeignet sein“, erklärt Dr. Stephanie Darbaneau, die die Studie begleitet hat.</p>
<p>In der Studie wurde die Wirkung von Jogging und von Walking auf die Migräne verglichen.</p>
<p>Während der Untersuchung beobachteten die Wissenschaftler die Entwicklung der Migränesymptome acht Wochen vor und nach dem Training bei Patienten, die durchschnittlich schon seit 20 Jahren erkrankt waren. In beiden Gruppen (Joggen und Walken) zeigte sich, dass Sport bei der Migräneerkrankung günstig wirkt.<br />
So reduzierten sich die Migränetage in der Jogginggruppe um 17,2 Prozent und die Kopfschmerzstunden gingen um 21,8 Prozent pro Monat zurück. In der Walkinggruppe traten aufgrund der moderaten Bewegung pro Monat durchschnittlich 1,3 Attacken weniger auf.</p>
<p>Bisher existieren nur wenige Studien, die den erwarteten günstigen Effekt des Sports auf Kopfschmerzen belegen. Zehn Studien haben den Effekt von Sport auf die Migräneerkrankung untersucht, fünf davon konnten zeigen, dass Betroffene nach einem regelmäßigen Ausdauerlauftraining weniger Attacken hatten. Bei den übrigen fünf Studien blieb die Wirkung unklar oder konnte nicht nachgewiesen werden.</p>
<p>Als Erklärung für die vom Ausdauersport erwarteten Effekte wird eine Steigerung der Schmerzschwelle diskutiert. Ausdauersport soll den Abbau von unter Stress ausgeschütteten Hormonen beschleunigen, den Stresshormonpegel der Patientinnen und Patienten reduzieren und dadurch die individuelle Schmerzschwelle beeinflussen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48370/Walken_und_Joggen_hilft_gegen_Migraene.htm</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>„Bewegung“ ist eine Heilmethode aus der klassischen Naturheilkunde.  Darum gehört „Bewegung“ auch zu den 5-Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp:</p>
<p>-	Hydrotherapie</p>
<p>-	Heilpflanzen-Anwendungen (in modernisierter Form: Phytotherapie)</p>
<p>-	Ernährung</p>
<p>-	Bewegung, Luft, Licht</p>
<p>-	Lebensordnung</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html  ">Was ist Naturheilkunde?</a></p>
<p>„Bewegung“ wird heute kaum mehr als Heilmethode aufgefasst.</p>
<p>Heilmethoden müssen exotischer daher kommen, um im Trend zu liegen.</p>
<p>„Bewegung“ wird mit Sport und Fitness gleich gesetzt, ist natürlich gesund und kommt heute attraktiver verpackt als Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates etc. daher.</p>
<p>Inzwischen gibt es aber immer mehr Untersuchungen, die regelmässiger Bewegung spezifische günstige Wirkungen zuschreiben zum Beispiel bei Diabetes, Depressionen, Demenz, Durchblutungsstörungen in den Beinen.</p>
<p>In der Regel braucht es für günstige Effekte nicht die intensive, stundenlange körperliche Aktivität. Schon kleinere, aber regelmässig absolvierte Bewegungsrationen zeigen gute Wirkung. Und am besten baut man diese Bewegungsrationen in den Alltag ein.</p>
<p>Wer darüber hinaus noch Jogging, Nordic Walking, Zumba, Aerobic, Pilates&#8230;.machen will, kann das gerne tun. Solche Methoden haben meinem Eindruck nach vor allem einen Motivationseffekt, wenn man dadurch eine Bewegungsart oder eine Gruppe findet, die einem zusagt.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/  ">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Wechselwirkungen von Johanniskraut</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/12/14/wechselwirkungen-von-johanniskraut.html</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 09:48:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Johanniskraut-Extrakte zeigen Wechselwirkungen zum Beispiel mit Digoxin, Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Nevirapin, Indavir, Imatinib, Methadon.... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird als Trockenextrakt bei leichten und mittleren Depressionen eingesetzt.</p>
<p>Johanniskraut-Extrakte zeigen aber auch Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Medikamenten.</p>
<p>Johanniskraut aktiviert Enzyme in der Leber (CYP3A4 und P-Glykoprotein), die Fremdstoffe abbauen.</p>
<p>Das kann Probleme geben bei Medikamenten, die durch CYP3A4 abgebaut werden. Deren Spiegel sinken rascher, wodurch sich die Wirksamkeit abschwächt.</p>
<p>Pharmawiki hat die betroffenen Medikamente gut zusammengestellt:</p>
<p>„<strong>Absolute Kontraindikationen:</strong></p>
<p>Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus),</p>
<p>anti-retrovirale HIV-Arzneimittel aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und HIV-Proteasehemmer (z.B. Indinavir),</p>
<p>gewisse Zytostatika (z.B. Imatinib, Irinotecan),</p>
<p>orale Antikoagulantien vom Cumarintyp</p>
<p><strong>Relative Kontraindikationen:</strong></p>
<p>Digoxin</p>
<p>Hormonale Kontrazeptiva</p>
<p>Methadon</p>
<p>Statine, Midazolam, Steroidhormone“</p>
<p>Ausserdem gibt es bei folgenden Medikamenten die Gefahr eines Serotoninsyndroms:</p>
<p>Antidepressiva und andere serotoninerge Substanzen (wie Buspiron, Amitriptylin, Nortriptylin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin u.a.).</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Johanniskraut</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>In der Öffentlichkeit bekannt sind vor allem die Wechselwirkungen zwischen Johanniskraut und der „Pille“.</p>
<p>Dass es darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Medikamenten gibt, die ebenfalls von dieser Interaktion betroffen sind, ist viel weniger bekannt.</p>
<p>Wer Medikamente verschrieben bekommt, sollte daher den behandelnden Arzt / die behandelnde Ärztin darüber informieren, wenn er oder sie Johanniskraut einnimmt.</p>
<p>Zu erwähnen ist allerdings noch:</p>
<p>- Das Problem mit diesen Interaktionen ist nicht bei allen Medikamenten klinisch gleich einschneidend. Das drückt sich auch aus in der Unterscheidung zwischen „Absoluten Kontraindikationen“ und „Relativen Kontraindikationen“.</p>
<p>- Für die Interaktion via CYP3A4 ist nach heutigem Kenntnisstand höchst wahrscheinlich der Inhaltsstoff Hyperforin verantwortlich. Es gibt Johanniskraut-Präparate mit unterschiedlichem Hyperforin-Gehalt. Präparate mit tiefem Hyperforingehalt sind folglich weniger betroffen von möglichen Interaktionen als solche mit hohem Hyperforin-Gehalt.</p>
<p>- Mit diesen Interaktionen muss vor allem gerechnet werden bei Johanniskraut-Extrakten. Bei der Anwendung von Johanniskrauttee über 14 Tage wurden keine Interaktionen festgestellt. Das schreibt Reinhard Länger:</p>
<p>„Zubereitungen, mit denen weniger als 1 mg Hyperforin pro Tag aufgenommen wird (zum Beispiel Johanniskrauttee), induzierten über 2 Wochen nicht die genannten Enzyme. Leider liegen bislang keine längeren Interaktionsstudien vor. Wenn die Einnahmedauer auf 2 Wochen beschränkt wird, sind daher keine Interaktionen zu erwarten. Bei längerer Einnahme sind alle genannten Gegenanzeigen und Warnhinweise zu beachten.“</p>
<p>(Quelle: PHYTOTherapie Austria 4 / 2010)</p>
<p>Allerdings geht man aufgrund von Erfahrungen aus klinischen Studien davon aus, dass die Johanniskraut-Wirkung nicht sofort eintritt, sondern erst nach etwa zwei Wochen den Placebo-Effekt übertrifft.</p>
<p>Belegt ist zudem die Wirkung von Johanniskraut bei Depressionen nur mit Johanniskraut-Extrakten, nicht aber mit Johanniskrauttee oder Johanniskrauttinktur.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Sport gegen Depression</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/17/sport-gegen-depression.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/17/sport-gegen-depression.html#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 09:37:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sport hilft bei Depression - Bewegung als wichtige Säule der Naturheilkunde.
Joggen, Walken, Radfahren bewirken ähnliche Effekte wie Antidepessiva.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Behandlung von Depressionen ist Sport eine von drei therapeutischen Säulen.</p>
<p>Die Therapietreue der Patienten verbessert sich, wenn sie in die Therapieentscheidung einbezogen werden.</p>
<p>Das sind zwei zentrale Resultate des 10. Lundbeck Dialogs ZNS.</p>
<p>Joggen, Radfahren, Walken, Schwimmen seien gut für die Gesundheit &#8211; auch für die seelische Gesundheit.</p>
<p>Diese Ansicht vertritt der Neurologe und Psychiater Dr. Ralf Künzel aus dem hessischen Bruchköbel. Regelmäßiger Ausdauersport habe einen &#8220;1A-Evidenzgrad für Depression&#8221;, erklärt Künzel.</p>
<p>Der Facharzt verwies auf mehrere randomisierte Kontrollstudien, die eine Linderung der Symptome bei regelmäßigem sportlichem Training belegen. Sport sagt er, sei einer von drei Therapiebausteinen für depressive Patienten, neben Psychotherapie und Medikamententherapie.</p>
<p>Die molekularen Mechanismen, die durch Sport in Gang kommen, seien vergleichbar mit denen von Antidepressiva, erläutert Künzel.</p>
<p>Bei der Behandlung seiner ambulanten Patienten knüpft er an das noch vorhandene Aktivitätsniveau an. Wenn der Patient es schaffe, die Laufschuhe anzuziehen und zumindest einmal um den Block zu laufen, dann gehe es ambulant. Patienten, bei denen das nicht mehr möglich ist, gehören aus seiner Sicht in die Klinik.</p>
<p>Eine gute neurologische Klinik zeichne sich dadurch aus, dass sie ihre Patienten morgens in die Laufschuhe stelle.</p>
<p><strong>Wichtige Mitwirkung des Patienten an Therapie</strong></p>
<p>Patienten zur Mitwirkung an der Behandlung zu bewegen, gelingt besser, wenn man sie in die Therapieentscheidung einbezieht, betonte der Psychotherapeut Dr. Andreas Loh aus Freiburg.</p>
<p>Als Hindernisse in der Versorgung von depressiven und manisch-depressiven Patienten sieht Loh unter anderem ein unzureichendes Verständnis von Erkrankung und Therapie, unzureichende Einsicht in den Behandlungsbedarf und dysfunktionale Einstellungen bei den Beteiligten.</p>
<p>Oft sehen gerade depressive Patienten oder Patienten mit bipolaren Störungen nicht ein, warum sie ihre Medikamente auch dann nehmen sollten, wenn es ihnen gerade vermeintlich gut geht.</p>
<p><strong>Rücksicht nehmen auf individuelle Werte und Einstellungen des Patienten</strong></p>
<p>Vielen Ärzten ist zwar dieses Problem der Non-Compliance bekannt, sie unterschätzen aber oft das Ausmass, meint Loh. Um die Compliance zu verbessern, müssen Ärzte ihre Patienten zur Behandlung motivieren. Reine Information sei dafür nur die Basis.</p>
<p>Auch individuelle Werte und Einstellungen des Patienten müssen bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden, verlangt Loh.</p>
<p>Er setzt daher auf das sogenannte Shared Decision Making und zeigte sich überzeugt, dass damit ein besserer Therapie-Outcome erzielt wird.</p>
<p>Das gilt gemäss Loh auch für Patienten mit Depression, die Studien zufolge ebenso in Therapieentscheidungen einbezogen werden wollen wie somatisch erkrankte Patienten.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/679029/depressionen-davon-laufen.html?sh=7&amp;h=-629385950</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>- Bewegung ist eine der Grundsäulen der Naturheilkunde.</p>
<p>Siehe dazu: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>- Patientinnen und Patienten sollen in Therapieentscheidungen einbezogen werden, weil sich dadurch die Compliance entscheidend verbessert. Und die individuellen Werte und Einstellungen der Patienten sollen bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden.</p>
<p>In beiden Bereichen bietet die Phytotherapie interessante Optionen:</p>
<p>Heilpflanzen-Anwendungen ermöglichen oft diese Mitentscheidung und Mitwirkung. Sie kommen zudem den individuellen Werten und Einstellungen von Menschen entgegen, die „sanftere“ Alternativen suchen, ohne dass dabei der Boden einer auch rational begründbaren Therapie verlassen werden muss.</p>
<p>Gerade in der Psychiatrie – aber nicht nur dort – sind das wichtige Pluspunkte.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/14/starke-argumente-fur-phytotherapie-in-der-psychiatrie.html  ">Starke Argumente für Phytotherapie in der Psychiatrie </a></p>
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<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Raucherentwöhnung: Anzeichen für erhöhte Suizidgefahr bei Champix (Vareniclin)</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/09/raucherentwohnung-anzeichen-fur-erhohte-suizidgefahr-bei-champix-vareniclin.html</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 11:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Raucherentwöhnung: Chlampix (Vareniclin) unter Kritik wegen erhöhter Suizidgefahr. Neben Depressionen, Schlaflosigkeit und Angstzuständen wird nun als weiterer heikler Punkt eine möglicherweise erhöhte Suizidgefahr durch Chlampix diskutiert. Weil die Pharmaindustrie Arzneimittelskandale  (z. B. Contergan, Phen-Fen, Lipobay, Vioxx, Mediator) schon sehr häufig kleingeredet hat, ist es sehr ratsam, die Kritik ernst zu nehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Raucherentwöhnungs-Medikament Champix (Vareniclin) von Pfizer erhöht bei Patienten möglicherweise das Risiko von Depressionen, Selbstverletzungen und Suiziden. Zu diesem Schluss kommen jedenfalls  US-Wissenschaftler, die die von 1998 bis 2010 bei der Arzneimittelbehörde FDA gemeldeten Nebenwirkungen analysiert haben. Für Vareniclin, das erst seit 2007 zugelassen ist, fanden die Forscher über 9500 Meldungen, von denen fast jede dritte auf Depressionen, Selbstverletzung oder Suizid entfiel.</p>
<p>Für das Präparat Zyban (Bupropion) von GlaxoSmithKline wurden 1750 Nebenwirkungen gemeldet, davon zählten 13 Prozent zu der genannten Gruppe. Bei Nikotinersatzpräparaten wurden 1900 unerwünschte Wirkungen gemeldet, in 95 Fällen (5 Prozent) traten Depressionen und Selbstverletzung auf.</p>
<p>Die Resultate der Untersuchung zeigen den Wissenschaftlern zufolge das erheblich erhöhte Risiko bei der Vareniclin-Therapie. Unter Berücksichtigung der schon bekannten Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Angstzustände oder Erbrechen raten die Forscher, Vareniclin nicht mehr als Mittel erster Wahl zur Raucherentwöhnung zu verwenden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/suizidgefahr-bei-champix</p>
<p>Moore TJ et al: Suicidal Behavior and Depression in Smoking Cessation Treatments. PLOS one 6 (11): e27016. doi: 10.1371/journal.pone.0027016</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Deutsche Apotheker-Zeitung (DAZ) hat dazu eine Stellungnahme von Pfizer veröffentlicht:</p>
<p>„Pfizer erklärte auf Anfrage, dass man die Interpretation der Daten durch die Autoren nicht teile. Die veröffentlichte Analyse der Post-Marketing-Berichte von Moore et al. biete keine belastbaren medizinischen Informationen. Die Schlussfolgerung der Autoren würden aktuellen wissenschaftlichen Analysen sowohl der FDA als auch der EMA sowie den vorliegenden Daten aus klinischen Studien. widersprechen. Beide Behören hätten auf Basis aller aktuell vorliegenden Sicherheits- und Studiendaten von Champix wiederholt ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für Champix bescheinigt. Die FDA habe noch am 24. Oktober 2011, die Ansicht vertreten, dass auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Daten der Nutzen des Präparats die Risiken überwiegt und dass die Warnhinweise in aktuellen informierenden Texten zu Champix angemessen seien. Im Juli 2011 hatte der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA ebenfalls eine positive Nutzen-Risiko-Bewertung für Vareniclin abgegeben.“</p>
<p>Die DAZ weißt aber auch darauf hin, dass die FDA schon im Juli 2009 entsprechende Meldungen zum Anlass für einen verschärften Warnhinweis (Boxed Warning) genommen hatte.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2011/11/07/selbstmordgefahr-unter-vareniclin-champixR-besonders-hoch.html</p>
<p>Ich bin nicht in der Lage zu beurteilen, welche Argumente hier stichhaltiger sind.</p>
<p>Das pauschale Feindbild „Pharmaindustrie“ und die damit zusammenhängenden Verschwörungstheorien, wie sie in weiten Bereichen der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html  ">Komplementärmedizin</a> verbreitet sind, halte ich für sehr fragwürdig (und ich will diese Schwarz-Weiss-Feindbilder auch nicht „füttern“ mit diesem Beitrag).</p>
<p>Das schliesst aber natürlich nicht aus, konkrete  problematische oder gar riskante Aspekte im Bereich „Pharma“ sehr kritisch in Frage zu stellen. Im Gegenteil: Eine &#8220;Feindbildhaltung&#8221; und eine &#8220;kritische Haltung&#8221; sind zwei fundamental unterschiedliche Dinge. Feindbilder sind pauschal, sie funktionieren reflexartig und frei von Nachdenken. Eine kritische Haltung basiert dagegen auf Argumenten, wägt diese ab und ist immer so konkret wie möglich.</p>
<p>Leider ist es ein immer wiederkehrendes Phänomen, dass Pharmakonzerne sichtbar werdende Risiken ihrer Produkte erst einmal gründlich Kleinreden.</p>
<p>Und die Marketingabteilung einer Pharmafirma wie zum Beispiel Pfizer hat sehr viel mehr Ressourcen als irgendeine unabhängige(re) Wissenschaftlergruppe, um ihre Position durchzusetzen.</p>
<p>Um diese eklatante Dysbalance auszugleichen ist es angemessen, der kritischen Forschergruppe sehr gut zuzuhören und deren Argumente sehr ernst zu nehmen.</p>
<p>Das zeigen jedenfalls die Erfahrungen mit den verschiedensten Arzneimittelskandalen (z. B. Contergan, Phen-Fen, Lipobay, Vioxx, Mediator).</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		<title>Modewort &#8220;Burn-out&#8221; ist zu ungenau</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/08/modewort-burn-out-ist-zu-ungenau.html</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 12:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Begriff "Burn-out" wird häufig vermischt mit Depression oder Stress. Auch wenn es in der Phytotherapie / Pflanzeheilkunde um Johanniskraut bei leichten und mittleren Depressionen geht, wird häufig nicht genau unterschieden zwischen Verstimmung, Trauer und Depression.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem inflationären Gebrauch des Modewortes „Burn-out“ warnt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Auch wenn zu begrüßen ist, dass hierdurch die große Bedeutung psychischer Erkrankungen deutlicher und die diesbezügliche Sensibilität erhöht wird, so wird der inflationäre Gebrauch des schwammigen Begriffs Burn-out von vielen Betroffenen und Experten aus mehreren Gründen als Verwirrung stiftend, irreführend und längerfristig Stigma verstärkend eingeschätzt“, schreibt die Stiftung.</p>
<p>Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, betonte in diesem Zusammenhang, dass der Begriff „Burn-out“ nicht klar definiert sei. Daher gäbe es für die psychischen Störungen, die unter dem Begriff Burn-out zusammengefasst würden, auch keine Behandlungen mit Wirksamkeitsbelegen aus methodisch guten Studien.</p>
<p>Ein Großteil der Patientinnen und Patienten, die wegen „Burn-out“ eine längere Auszeit nähmen, litten in Wahrheit an einer depressiven Erkrankung. Dazu zähle auch das Gefühl tiefer Erschöpftheit.</p>
<p>Problematisch und nicht selten in gefährlicher Weise irreführend ist nach Aussagen der Stiftung, dass der Begriff „Burn-out“ eine Selbstüberforderung oder Überforderung von außen als Ursache suggeriert.<br />
Denn auch wenn ausnahmslos jede Depression mit dem tiefen Gefühl der Erschöpftheit einhergehe, sei nur bei einer Minderheit der depressiv Erkrankten eine tatsächliche Überforderung der Auslöser der Erkrankung.</p>
<p>Mit dem Begriff Burn-out sei oft die Vorstellung verknüpft, dass ein ruhigerer Lebensstil eine gute Bewältigungsstrategie sei, also zum Beispiel eine längere Nachtruhe und ein Urlaub. Verberge sich hinter dem Begriff „Burn-out“ jedoch eine Depression, so seien das keine empfehlenswerten und häufig sogar gefährliche Gegenmaßnahmen. Menschen mit depressiven Erkrankungen reagierten beispielsweise auf längeren Schlaf und eine längere Bettzeit nicht selten mit Zunahme der Erschöpftheit und mit einer Stimmungsverschlechterung.</p>
<p>Auch ein Urlaub sei jedem depressiv Erkrankten dringend abzuraten, weil die Depression mitreise und der depressive Mensch den eigenen Zustand mit Antriebsstörung und der Unfähigkeit, Freude zu empfinden, im Urlaub als besonders bedrückend und schmerzlich erlebe. Ausserdem führe eine Vermengung von Stress, Burn-out und Depression zu einer Verharmlosung der Depression. „Stress, gelegentliche Überforderungen und Trauer sind Teil des oft auch bitteren und schwierigen Lebens und müssen nicht medizinisch behandelt werden“, schreibt die Stiftung. Depressionen seien im Gegensatz dazu schwere, häufig lebensbedrohliche Erkrankung. Die Verharmlosung der Depression fördere das Unverständnis gegenüber depressiv Erkrankten und das damit assoziierte Stigma. „Der beste Weg zu einem optimalen Umgang mit der Erkrankung Depression ist es, eine Depression auch Depression zu nennen“, erklärt Ulrich Hegerl.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47913/Modewort_Burn-out_ist_zu_unpraesize.htm</p>
<p><a href="http://www.deutsche-depressionshilfe.de/">http://www.deutsche-depressionshilfe.de/</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Der sehr inflationäre und schwammige Gebrauch des  Begriffs „Burn-out“ ist tatsächlich problematisch. Die Klarstellungen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind daher wertvoll und sehr zu begrüssen.</p>
<p>Im Bereich der Pflanzenheilkunde gibt es eine ähnliche Begriffsvermischung im Umgang mit Johanniskraut. Es wird zu ungenau unterschieden zwischen Verstimmung, Trauer und Depression.</p>
<p>Bei leichten und mittleren Depressionen gilt Johanniskraut-Extrakt als mögliche Alternative zu synthetischen Antidepressiva.</p>
<p>Temporäre Verstimmungen und Trauer sind aber keine Indikationen für eine Johanniskraut-Therapie. Sie brauchen andere Umgangsweisen.</p>
<p>Ich kann an diesem Punkt die Aussage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe nur unterstreichen:</p>
<p><strong>„Stress, gelegentliche Überforderungen und Trauer sind Teil des oft auch bitteren und schwierigen Lebens und müssen nicht medizinisch behandelt werden“.</strong></p>
<p>Es braucht in solchen Situationen kein Johanniskraut (dessen Wirksamkeit bei leichten und mittleren Depressionen aber als belegt gilt). Es braucht aber auch keine Scheinheilmittel wie Bachblüten, Schüsslersalze, Burgerstein-Pillen&#8230;..</p>
<p>Diesen Boom, jede Unebenheit im Leben mit einem Präparat aus Medizin oder <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> ausbügeln zu wollen,  halte ich für völlig krank. Er ist ein Ausdruck von Konsumdenken und von sehr überzogenen Ansprüchen an das Leben.</p>
<p>Anstelle der suchtartigen Gier nach immer mehr Medizin und Komplementärmedizin wäre es meiner Ansicht nach sinnvoller, wenn wir uns vertieft Gedanken machen würden über unseren Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Und über nichtmedikamentöse Arten des Umgangs mit den Unebenheiten des Lebens.</p>
<p>(was aber nicht ausschliesst, dass es selbstverständlich Patientinnen und Patienten gibt, die eine medizinische Behandlung brauchen).</p>
<p>Leider ist diese Position nicht sehr lukrativ, weil man damit nicht viel verkaufen kann&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>Ausser Kurse und Weiterbildungen &#8211; solange es Menschen gibt, die nicht nur wundersame Heilsversprechungen hören,  sondern sich umfassender mit Gesundheit und Krankheit auseinandersetzen wollen.</p>
<p>Ein solches Angebot finden Sie bei mir zum Beispiel auf <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a> oder via <a href="www.heilpflanzen-info.ch/cms/kurse">www.heilpflanzen-info.ch/cms/kurse</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
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		<title>Phytotherapie: Johanniskraut-Extrakt gegen Depressionen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/30/phytotherapie-johanniskraut-extrakt-gegen-depressionen.html</link>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 16:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pflanzenheilkunde / Phytotherapie: Johanniskraut-Extrakte gegen Depression - gut belegte Wirkung. Ein Zitat von Prof. Volker Faust äussert sich sehr positiv zur Anwendung von Johanniskraut bei Depressionen. In Diskussion ist johanniskraut auch bei Winterdepression, körperbezogene Störungen, Trauerreaktion, Burnout-Syndrom, prämenstruelle Störungen, Klimakterium,
Tinnitus (Ohrgeräusche) oder chronischer Schmerz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ravensburger Psychiater Prof. Dr. Volker Faust schreibt in seinem</p>
<p>Nachschlagewerk „Psychische Störungen heute“ (ecomed 2011):</p>
<p>„Kein Antidepressivum hat in den letzten Jahren einen solch spektakulären</p>
<p>Aufschwung genommen wie das Johanniskraut (Hypericum perforatum L.).</p>
<p>Inzwischen steht es unter den antidepressiven Substanzen nach Verordnung und</p>
<p>Verwendung sogar an vorderster Stelle (auch wenn es Umsatzeinbrüche gab).</p>
<p>Das Phyto-Antidepressivum Johanniskraut hat inzwischen durch mehr als 40</p>
<p>klinisch-therapeutische Studien belegt, dass sein Behandlungserfolg für leichtere</p>
<p>bis mittelschwere Depressionen mit dem von synthetischen (&#8220;chemischen&#8221;)</p>
<p>Antidepressiva vergleichbar ist. Außerdem werden noch spezielle Heilanzeigen</p>
<p>diskutiert: zum Beispiel Winterdepression, körperbezogene Störungen,</p>
<p>Trauerreaktion, Burnout-Syndrom, prämenstruelle Störungen, Klimakterium,</p>
<p>Tinnitus (Ohrgeräusche) oder chronischer Schmerz.“</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Wirkung von Johanniskraut-Extrakt gegen Depressionen ist inzwischen sehr gut untersucht und dokumentiert.</p>
<p>In der Schweiz gibt es einige Johanniskrautpräparate, die von der Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.</p>
<p>Infos dazu hier:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/13/johanniskraut-jarsin-solevita-hyperiplant-rebalance-hyperimed-lucillium-hypericum-me.html  ">Johanniskraut: Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha in der Grundversicherung</a></p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Photosensibilisierung durch Johannisöl?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/23/photosensibilisierung-durch-johannisol.html</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 22:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für Johannisöl ist eine Photosensibilisierung unwahrscheinlich und bei Johanniskraut-Extrakt (innerlich) wird das Risiko überschätzt. Verantwortlich für die Photosensibilisierung  durch Johanniskraut ist der Inhaltsstoff Hypericin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johannisöl ist ein altes Hausmittel in der Wundbehandlung, gegen Sonnenbrand, zur Narbenpflege etc.</p>
<p>Wann genau eine Anwendung von Johannisöl sinnvoll ist, müsste noch genauer unter die Lupe genommen werden.</p>
<p>Oft hört man im Zusammenhang mit Johannisöl, dass es eine photosensibilisierende Wirkung habe, also die Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlung mache.</p>
<p>Beim Johanniskraut ist die Frage einer Photosensibilisierung schon seit längerem ein Thema, doch geht es dabei um die Einnahme von Johanniskraut-Extrakten gegen Depressionen. Verantwortlich für diesen Effekt ist der Inhaltsstoff Hypericin.</p>
<p>Es spricht sehr viel dafür, dass dieses Risiko überschätzt wird.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/27/risiko-der-photosensibilisierung-durch-johanniskraut-wird-uberschatzt.html">Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/26/johanniskraut-sonnenlicht.html  ">Johanniskraut &amp; Sonnenlicht</a></p>
<p>Bei der äusserlichen Anwendung von Johannisöl spricht alles dafür, dass vom Hypericin auf diesem Weg kein Risiko einer Photosensensibilisierung ausgeht. Allenfalls bewirkt der „Brennglaseffekt“ des fetten Öls ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko. Das sieht auch eine Publikation der carstens-stiftung so:</p>
<p>„Eine Photosensibilisierung konnte lediglich für das Johanniskrautöl mit der sensitiven photometrischen Erythemmessung nachgewiesen werden. Dieser signifikante Effekt (Erythemverstärkung) konnte  allerdings mit dem visuellen Score nicht betätigt werden, so dass der Effekt insgesamt als klinisch nicht relevant eingestuft werden kann. Unter Umständen ist die leichte Erythemverstärkung durch das Öl auf einen ‚Brennglaseffekt’ zurückzuführen, indem die Durchlässigkeit für UV-Strahlen erhöht wird. Eine Photosensibilisierung, die den Hypericinen zugeschrieben wird, ist beim Öl eher unwahrscheinlich,  da die Hypericine als lipophile Oxidationsprodukte (Ölhypericine) vorliegen und wahrscheinlich nicht mehr photodynamisch aktiv sind.“</p>
<p>Aus: Photosensibilisierende und immunmodulierende Eigenschaften von Johanniskrautcreme und Johanniskrautöl; Ch. M. Schempp, B. Winghofer, R. Lüdtke, J.C. Simon, E. Schöpf, auf: http://www.carstens-stiftung.de/wissen/phyto/pdf/jahrbuch_johanniskraut_schempp.pdf</p>
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<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		<item>
		<title>Phytotherapie: Schlafstörungen bei Kindern</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/21/phytotherapie-schlafstorungen-bei-kindern.html</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 17:14:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Passionsblumenkraut, Orangenblütentee, Goldmelissentee, Lavendelblüten - Heilpflanzen der Phytotherapie bei Schlafstörungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeitschrift „Kinderärztliche Praxis“ (5 / 2008) erschien ein Artikel über „Phytopharmaka bei Kindern – Indikationen, Möglichkeiten, Grenzen“ von Prof. Karin Kraft (Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock).</p>
<p>Hier ein Zitat zum Thema „Schlafstörungen bei Kindern“:.</p>
<p>„Bei Kindern sind Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Angstzustände und insbesondere Depressionen häufiger, als allgemein angenommen wird. Im Bereich der Phytotherapie existieren verschiedene therapeutische Optionen.</p>
<p>Bei Einschlafstörungen eignen sich Zubereitungen aus Baldrianwurzel, Melissenblätter, Lavendelblüten und Hopfenzapfen. Baldrianwurzel wird häufig mit Melissenblättern oder Hopfenzapfen kombiniert. Melissenblätter haben sedierende und karminative Eigenschaften, ihr Einsatz ist bei Einschlafstörungen, die durch nervöse Herz- und Magen-Darmbeschwerden hervorgerufen werden, besonders sinnvoll. Lavendelblüten wirken schwach beruhigend und sind bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen geeignet, zudem bei nervösen Magen-Darmbeschwerden. Für Unruhe- und Angstzustände sowie Schlafstörungen sind Zubereitungen aus Hopfenzapfen empfehlenswert. Beliebt ist auch das traditionelle Hopfenkissen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.kinderaerztliche-praxis.de/index.php?id=5113&amp;tx_n98kirchheimarchiv_pi1[search]=phytotherapie&amp;tx_n98kirchheimarchiv_pi1[year]=-1&amp;tx_n98kirchheimarchiv_pi1[page]=&amp;tx_n98kirchheimarchiv_pi1[showDetail]=14413&amp;tx_n98kirchheimarchiv_pi1[magazine][0]=Kinderärztliche%20Praxis</p>
<p>Kommentar und Ergänzung:</p>
<p>Auch Orangenblütentee oder Goldmelissentee sind Optionen, die ausprobiert werden können, obwohl es für die Wirkung dieser Heilpflanzen keine Belege gibt.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/02/25/orangenbluetentee-bei-einschlafstoerungen.html">Orangenblütentee bei Einschlafstörungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/17/goldmelisse-zitronenmelisse.html">Goldmelisse &#8211; Zitronenmelisse: Unterschiede?</a></p>
<p>Ausserdem:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/11/schlafstoerungen-nicht-medikamentoese-massnahmen-nutzen.html">Schlafstörungen &#8211; nichtmedikamentöse Massnahmen nutzen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/31/viele-kinder-im-einschulungsalter-leiden-an-schlafstoerungen.html">Viele Kinder im Einschulungsalter leiden an Schlafstörungen</a></p>
<p>Hopfen und Baldrian sind für Kinder aus geschmacklichen Gründen in Form von Kräutertee eher ungünstig.</p>
<p>Lavendel eignet sich gut in Form von Lavendelöl (im Raum verdunsten lassen, Lavendelbad, Lavendeleinreibung verdünnt mit fettem Öl) oder als Lavendelkissen.</p>
<p>Melisse ( = Zitronenmelisse) als Tee am besten mit frischen Melissenblättern aus dem Garten zubereiten oder als Melissenöl (teuer!) anwenden.</p>
<p>Eine weitere Option ist Passionsblumenkraut.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/  ">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Johanniskraut-Präparate in der Grundversicherung: Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha, Hyperval</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/10/13/johanniskraut-jarsin-solevita-hyperiplant-rebalance-hyperimed-lucillium-hypericum-me.html</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 12:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha, Hyperval als Johanniskraut-Präparate in der Grundversicherung. Die Wirkung von Johanniskraut ist gut belegt bei Depressionen und in diesem Bereich ist Johanniskraut die wichtigste Heilpflanze.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut-Präparate sind gut etabliert bei leichten und mittleren Depressionen.</p>
<p>Johanniskraut-Präparate mit ausreichend belegter Wirkung werden in der Schweiz von den Krankenkassen aus der Grundversicherung bezahl, wenn ein ärztlichen Rezept vorliegt.</p>
<p>Weil dieser Umstand wenig bekannt ist, hier die entsprechenden Johanniskraut-Präparate:</p>
<h2>Jarsin, Solevita, Hyperiplant, Rebalance, Hyperimed, Lucillium, Hypericum Mepha, Hyperval</h2>
<p>Die Reihenfolge ist nicht als Rangliste bezüglich Wirksamkeit gemeint.</p>
<p>Festzuhalten ist dabei allerdings, dass die verschiedenen Johanniskraut-Präparate unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte enthalten – und zwar mengenmässig (mg), aber auch qualitativ (Konzentration des Extraktes, Zusammensetzung des Extraktes).</p>
<p>Wenn Sie lernen möchten, solche Präparate zu beurteilen um sich eine fundierte Meinung zu bilden, dann können Sie das im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=e1a6ebe9bce6&amp;file=300  ">Heilpflanzen-Seminar </a>und in der <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=e1a6ebe9bce6&amp;file=130">Phytotherapie-Ausbildung</a>.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/24/johanniskraut-wechselwirkung-mit-kontrazeptiva.html  ">Johanniskraut: Wechselwirkungen mit Kontrazeptiva</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/23/zur-therapie-der-depression-und-dem-stellenwert-von-johanniskraut.html"> Zur Therapie der Depression und dem Stellenwert von Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/21/phytotherapie-wechselwirkungen-von-johanniskraut.html  "> Phytotherapie: Wechselwirkungen von Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/20/johanniskraut-wirkstoffe-und-wirkungsweise.html  ">Johanniskraut-Wirkstoffe und Wirkungsweise</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/04/27/risiko-der-photosensibilisierung-durch-johanniskraut-wird-uberschatzt.html"> Risiko der Photosensibilisierung durch Johanniskraut wird überschätzt</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/25/phytotherapie-wirkstoffe-im-johanniskraut.html"> Phytotherapie: Wirkstoffe im Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/22/phytotherapie-johanniskraut-nur-informiert-einnehmen.html"> Phytotherapie: Johanniskraut nur informiert einnehmen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/16/phytotherapie-johanniskraut-wechselwirkungen.html">Phytotherapie: Johanniskraut &amp; Wechselwirkungen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/03/wirkungsmechanismus-von-johanniskraut-untersucht.html  ">Wirkungsmechanismus von Johanniskraut untersucht</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/27/phytotherapie-zur-wirksamkeit-von-johanniskraut.html  ">Phytotherapie: Zur Wirksamkeit von Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/17/phytotherapie-behandlung-von-depressionen-mit-johanniskraut.html">Phytotherapie: Behandlung von Depressionen mit Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/13/europaische-pflanzenmonografie-johanniskraut-gegen-depressionen.html">Europäische Pflanzenmonografie: Johanniskraut gegen Depressionen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/26/johanniskraut-sonnenlicht.html"> Johanniskraut &amp; Sonnenlicht</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/06/16/phytotherapie-neueste-erkenntnisse-zum-johanniskraut.html  ">Phytotherapie: Neueste Erkenntnisse zum Johanniskraut</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/03/phytotherapie-positive-aussagen-zu-johanniskraut-bei-depressionen.html"> Phytotherapie: Positive Aussagen zu Johanniskraut bei Depressionen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/25/johanniskraut-gegen-depressionen-informiert-anwenden.html     ">Johanniskraut gegen Depressionen informiert anwenden</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/17/johanniskraut-bei-depressionen-auch-als-erste-therapie.html">Johanniskraut bei Depressionen auch als erste Therapie </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/07/04/johanniskraut-und-anti-baby-pille-warnungen-gerechtfertigt.html  ">Johanniskraut und Antibaby-Pille: Warnungen gerechtfertigt?</a></p>
<p><a href=" http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/12/21/johanniskraut-gegen-winterdepressionen.html  ">Johanniskraut gegen Winterdepressionen</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/10/13/phytotherapie-wirkt-johanniskraut-auch-bei-schweren-depressionen.html">Phytotherapie: Wirkt Johanniskraut auch bei schweren Depressionen?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/09/23/johanniskraut-wissenschaftliche-analyse-zeigt-wirksamkeit-einzelner-extrakte.html">Johanniskraut: Wissenschaftliche Analyse zeigt Wirksamkeit einzelner Extrakte </a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/      ">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/      "> </a></p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/      "> </a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Baldrian, Hopfen und Johanniskraut sind keine Dauerlösung</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 16:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Baldrian, Melisse, Hopfen, Johanniskraut, Melisse - Kein Dauergebrauch dieser Heilpflanzen. Aber sonst sind es bewährte Heilpflanzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So betitelt das Yahoo-Newsportal einen Bericht über pflanzliche Beruhigungsmittel. Nachfolgend ein paar Zitate daraus mit dazwischengeschalteten Kommentaren von mir:</p>
<p><em>„Bei Aufregung oder Anspannung greifen viele Menschen zu pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es freiverkäuflich in jeder Apotheke oder Drogerie gibt. ‚Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings sollten diese Präparate nicht zur Dauerlösung werden’, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP).“</em></p>
<p>Einverstanden, ich finde auch, dass pflanzliche Beruhigungsmittel keine Dauerlösung sind.</p>
<p><em>„Ob Hopfen, Melisse, Johanniskraut oder Baldrian: Vielen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Manche erzielen nur einen Placebo-Effekt, manche wirken tatsächlich&#8221;, sagt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Die freiverkäuflichen Produkte seien in der Regel so niedrig dosiert, dass keine Probleme zu erwarten seien.“</em></p>
<p>Stimmt, es gibt grosse Unterschiede, was die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten angeht.</p>
<p><em>„Problematisch könne die Einnahme jedoch werden, wenn die Pflanzenwirkstoffe dauerhaft geschluckt werden. ‚Auch Naturprodukte können dann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.’“</em></p>
<p>Einverstanden, auch Naturprodukte können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.</p>
<p><em>„So sei zum Beispiel von Johanniskraut bekannt, dass es zu Leberschäden und einer gefährlichen Lichtempfindlichkeit führen kann. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten unbedingt ernst genommen werden: &#8220;Wer bereits regelmäßig Tabletten nimmt, sollte die zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Präparaten unbedingt mit seinem Arzt absprechen&#8221;, rät die Medizinerin. Generell sei es ratsam, pflanzliche Beruhigungsmittel ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als drei Wochen einzunehmen.“</em></p>
<p>Sobald es ins Detail geht, werden die Aussagen in diesem Artikel fragwürdig.</p>
<p>Die Phytotherapie-Fachliteratur und auch die von den Arzneimittelbehörden bewilligten Beipackzettel erwähnen für Johanniskraut keine Leberschäden. Solange diese Aussage also nicht begründet und dokumentiert wird, gehe ich von einer falschen Unterstellung aus. Vielleicht entstand diese fragwürdige Aussage, weil Johanniskraut tatsächlich auf die Leber einwirkt. Es beeinflusst ein fremdstoffabbauendes Leberenzym, wodurch gewisse Medikamente schneller abgebaut werden. Das ist die Ursache für viel diskutierte Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Medikamenten. Das ist aber etwas anderes als Leberschäden.</p>
<p>Und von einer „gefährlichen Lichtempfindlichkeit“ durch Johanniskraut zu sprechen, ist ziemlich dramatisiert. Beobachtet wurde diese erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Weidetieren, die Johanniskraut in grossen Mengen frassen.</p>
<p>Ich zitiere aus dem <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/23/buch-leitfaden-phytotherapie-von-heinz-schilcher-susanne-kammerer-tankred-wegener.html">“Leitfaden Phytotherapie“</a>:</p>
<p><em>„Bisher wurde die aus der Tiermedizin beim Abweiden von grossen Mengen Johanniskraut bekannte Photosensibilisierung beim Menschen nach der Einnahme von Johanniskrautpräparaten sehr selten beobachtet, da die hier zur Anwendung kommende Menge an Gesamthypericin vermutlich zu gering ist. Weder in mehreren Anwendungsbeobachtungen mit hochdosierten Johanniskrauttrockenextrakten (meist 900mg Extrakt als Tagesdosis) noch in zwei gezielt auf eine Photosensibilisierung ausgerichtete Studien mit STW3-Extrakt (Laif® 600) und STW3-VI-Extrakt (Laif® 900) konnte eine signifikant erhöhte Lichtempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht bzw. UVA-Licht beobachtet werden. Die Studiengruppe kam zu dem Ergebnis, dass hypericinhaltige Johanniskrautpräparate in der üblichen Dosierung uneingeschränkt zu jeder Jahreszeit eingenommen werden können&#8230;Dennoch als mögliche Vorsichtsmassnahme eine intensive UV-Bestrahlung während der Behandlung vermeiden.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Johanniskraut wird gegen leichte und mittlere Depressionen angewendet und auf depressive Menschen hat Licht einen günstigen Einfluss. Daher ist es unsinnig, die Gefahr der Photosensibilisierung durch Johanniskraut zu dramatisieren und dadurch Depressive möglicherweise vom Aufenthalt im Freien und an der Sonne abzuhalten.</p>
<p>Den Hinweis, dass bei der Anwendung von Johanniskraut allfällige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden müssen, unterschreibe ich aber wieder gerne.</p>
<p>Fazit 1: Dass Beruhigungsmittel aus Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse und Baldrian sowie das Antidepressivum Johanniskraut keine Dauerlösung sind, scheint mir offensichtlich. Es sind zwar bei diesen Heilpflanzen-Präparaten keine Schäden oder konkrete Risiken durch Langzeitanwendung bekannt, doch geht es hier auch um eine Grundhaltung. Es ist einfach nicht sinnvoll, sich auf einen medikamentengestützten Lebensstil einzustellen, wenn das nicht aus medizinischen Gründen unumgänglich ist.</p>
<p>Fazit 2: Nicht gerade selten trifft man in Naturheilkunde &amp; <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> eine ziemlich naive, idealisierte Vorstellung der Natur, in der die Heilpflanzen uns nur wunderbarerweise gesund machen und niemals irgendjemandem schaden können. Das ist Unsinn und der Beitrag auf Yahoo-News weißt zurecht darauf hin, dass auch Heilpflanzen unerwünschtem Nebenwirkungen haben können.</p>
<p>Aus anderen Kreisen kommt aber manchmal eine Dramatisierung solcher Nebenwirkungen, die genau so wenig der Realität entspricht – wie eben beispielsweise die „Leberschäden“ und die „gefährliche Lichtempfindlichkeit“ im kommentierten Yahoo-Text. Schön wäre es, wenn Ärztinnen und Ärzte sich via Phytotherapie-Fachliteratur oder Beipackzettel über den Stand des Wissens informieren würden, bevor sie vor unerwünschten Nebenwirkungen von Heilpflanzen-Präparaten warnen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://de.nachrichten.yahoo.com/baldrian-hopfen-und-johanniskraut-sind-keine-dauerlösung-065447567.html</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Beugt Kaffee Depressionen vor?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/30/beugt-kaffee-depressionen-vor.html</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 11:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaffee scheint das Risiko für Depressionen zu senken. Kaffee ohne Koffein zeigt diese Wirkung jedoch nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein erhöhter Kaffeekonsum könnte ältere Frauen vor Depressionen schützen, schreiben Forscher um Michel Lucas von der Harvard School of Public Health in Boston. In einer prospektiven Studie untersuchten die Wissenschaftler von 1980 bis 2004 über 50 000 US-amerikanische Frauen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die zu Beginn nicht unter einer Depression litten.</p>
<p>Frauen, die täglich mindestens drei Tassen Kaffee konsumierten, hatten ein um 15 Prozent tieferes relatives Risiko an einer Depression zu erkranken als diejenigen, die nur maximal ein koffeinhaltiges Getränk pro Woche tranken (weniger als 100 Milligramm Coffein täglich). Bei vier oder mehr Tassen Kaffee am Tag, also mindestens 550 Milligramm Coffein täglich, verminderte sich das relative Risiko um 20 Prozent. Der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee hatte auf das Erkrankungsrisiko keinen Einfluss. Das schreiben die Forscher im Fachjournal «Archives of Internal Medicine».</p>
<p>Coffein ist weltweit das am häufigsten angewandte zentralnervöse Stimulans. Etwa 80 % des Konsums erfolgt in Form von Kaffee. Die Autoren der Studie sehen in ihren Resultaten keinen eindeutigen Beweis dafür, dass Coffein tatsächlich das Depressionsrisiko reduziert. Es lassen sich aus ihrer Sicht jedoch protektive Eigenschaften vermuten. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob der regelmäßige Konsum von coffeinhaltigem Kaffee einer Depression vorbeugen kann.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&amp;Nachricht_ID=39504&amp;Nachricht_Title=Nachrichten_Kaffee+sch%FCtzt+im+Alter+vor+Depressionen&amp;type=0</p>
<p>http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/171/17/1571</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Epidemiologische Studien wie die vorliegende können einen Zusammenhang nahe legen, ihn aber nie zweifelsfrei belegen. Es kann jedenfalls nicht mit letzter Gewissheit ausgeschlossen werden, dass Kaffeetrinkerinnen einen anderen Faktor gemeinsam haben, der für den Schutzeffekt gegen Depressionen verantwortlich ist.</p>
<p>Es handelt sich bei dieser Untersuchung um die Nurses Health Study.</p>
<p>Je mehr Kaffee die Krankenschwestern konsumiert hatten, desto seltener wurde bei ihnen später eine Depression diagnostiziert.</p>
<p>Diese Dosis-Wirkungsbeziehung sowie die Feststellung, dass der Zusammenhang nur für koffeinhaltigen Kaffee gefunden wurde, sprechen dafür, dass koffeinhaltiger Kaffee tatsächlich das Depressionsrisiko beeinflusst. Entkoffeinisierte Getränke zeigten wie erwähnt keinerlei Schutzwirkung.<br />
Die Effekte von Koffein waren allerdings nicht besonders stark, wie die Resultate der Multivariat-Analyse zeigen. Sie berücksichtigt andere potentielle Einflüsse, zum Beispiel, dass Kaffeetrinkerinnen häufiger rauchen und Alkohol trinken und seltener in kirchliche und andere Gemeinschaften eingebunden sind, die die Psyche stützen können.</p>
<p>Eine Therapieempfehlung lässt sich aus dieser Studie natürlich ablesen. Sie könnte jedoch das positive Image fördern, welches Kaffee bei Epidemiologen derzeit genießt. Anders als bei anderen „Drogen“ hat der maßvolle Kaffee-Konsum keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit: Wer Kaffee trinkt erkrankt und stirbt nicht häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.</p>
<p>Der Einfluss auf Entzündungsmarker, die bei der Pathogenese der Atherosklerose eine Rolle spielen, ist sogar positiv. Ebenso haben jüngere Studien ein reduziertes Typ-2-Diabetesrisiko aufgezeigt. Stets handelte es sich aber um prospektive Beobachtungsstudien oder Fall-Kontroll-Studien, deren Aussagekraft nicht überbewertet werden sollte.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Studie zeigt: Sport hilft gegen Depression</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/09/18/studie-zeigt-sport-hilft-gegen-depression.html</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 12:09:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ausdauertraining wirkt günstig gegen Depressionen, wobei das Mass der Belastung individuell angepasst werden muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Depressive Patienten, deren Stimmung sich durch die Therapie mit Antidepressiva aus der Klasse der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-­Hemmern (SSRI) nicht genügend bessert, können von sportlicher Betätigung profitieren. In einer kürzlich veröffentlichten Studie reduzierte ein zwölfwöchiges aerobes Ausdauertraining bei Patienten mit Depression den Schweregrad der Symptomatik signifikant, zum Teil bis hin zur Remission. Das berichten Wissenschaftler um Dr. Madhukar Trivedi von der University of Texas (Dallas) im «Journal of Clinical Psychiatry».</p>
<p>Ob eine nur mäßige oder eine intensivere Belastung der psychischen Gesundheit mehr zuträglich war, wurde von individuellen Faktoren beeinflusst. Männer profitierten generell mehr von diesem Ausdauertraining, wenn sie sich stärker anstrengen mussten: Sie erreichten dann in 85,4 Prozent der Fälle eine Remission, während es nach leichtem Training nur 0,1 Prozent waren. Bei Frauen war ein leichteres Training erfolgreicher, wenn in ihrer Familie schon andere Fälle von psychischen Erkrankungen aufgetreten waren. War zuvor noch kein Familienmitglied psychisch erkrankt, erreichten auch Frauen durch intensiveres Training höhere Remissionsraten als durch leichtes (39 Prozent versus 5,6 Prozent).</p>
<p>«Wenn depressive Patienten auf SSRI nicht ansprechen, kann Bewegung ebenso hilfreich sein wie die Hinzunahme eines weiteren Wirkstoffs», kommentierte Trivedi die Resultate. Er glaubt, dass zahlreiche Patienten lieber Sport treiben würden als zusätzlich noch ein Arzneimittel einzunehmen. Die Intensität der sportlichen Belastung müsse dabei allerdings auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>doi: 10.4088/JCP.10m06743</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4194&amp;Nachricht_ID=39116&amp;Nachricht_Title=Nachrichten_Studie%3A+Sport+hilft+gegen+Depression&amp;type=0&amp;folder_id=38831</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dass Bewegung nicht nur für den Körper gesund ist, sondern auch das psychische Befinden verbessern kann, ist schon verschiedentlich durch Studien belegt worden.</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/07/bewegung-beugt-depressionen-vor.html">Bewegung beugt Depressionen vor</a></p>
<p>Ein schönes Zitat zur antidepressiven Wirkung von Bewegung gibt es von Søren Kierkegaard (1813 – 1855):</p>
<p>“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”</p>
<p>Im übrigen gehört Bewegung zur klassischen Naturheilkunde und ist eine der fünf Säulen in der Kneipptherapie von Sebastian Kneipp, neben Heilpflanzen-Anwendungen, Ernährung, Hydrotherapie und Ordnungstherapie.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/08/naturheilkunde-was-ist-das.html  ">Naturheilkunde &#8211; was ist das?</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h1>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h1>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fazit zur Phytotherapie</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/09/fazit-zur-phytotherapie.html</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 07:42:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Phytopharmaka haben es in Leitlinien geschafft - z. B. Johanniskraut bei Depressionen, Cineol bei Sinusitis, Cranberry bei Zystitis. Es gibt grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten und anderen Naturheilmitteln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeitschrift „Der Hausarzt“ (2010 / 14: 31 -36) präsentierte Dr. med Berthold Musselmann einen guten Überblick der gegenwärtigen Phytotherapie. Am Schluss des Artikels zieht Musselmann ein interessantes Fazit:</p>
<p>„Gegen (fast) jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, zumindest für die Linderung von Symptomen, zur Einsparung klassischer Medikamente und zur Mitbehandlung.</p>
<p>Die verabreichte Dosis und Qualität der Präparate müssen ausreichend sein, was häufig nicht der Fall ist, vor allem bei Selbstmedikation durch den Patienten.</p>
<p>Grenzen der Therapie mit Heilpflanzen sind schwere, gezielt therapierbare Infektionen mit bekanntem Erreger, Erkrankungen, bei denen Phytopharmaka nicht ausreichend wirken, und Notfälle.</p>
<p>Wenige Phytopharmaka haben es bisher in Leitlinien geschafft (Johanniskraut bei Depressionen, Cineol bei Sinusitis, Cranberry bei rezidivierender Zystitis u. a.). Die vorhandene Evidenz, die hohe Patientencompliance, die geringen Nebenwirkungen und meist niedrigen Kosten werden dabei nicht ausreichend berücksichtigt.</p>
<p>Die Qualität von Phytotherapeutika ist höchst unterschiedlich. „Gute Präparate“ sind auf bekannte Wirkstoffe standardisiert, das DEV (Droge-Extrakt-Verhältnis) und der Gehalt an Extrakt pro Tablette sind angegeben und die Galenik ist optimiert.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.springermedizin.de/abc-der-klassischen-phytotherapie/275054.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Unterstreichen möchte ich hier die grossen Unterschiede in der Qualität der Heilpflanzen-Präparate. An diesem Punkt versagt auch sehr oft die Beratung in Apotheken und Drogerien, unter anderem weil häufig aus Gründen der Kundenbindung anstelle von hochwertigen Präparaten Hausspezialitäten mit fragwürdiger Qualität verkauft werden.</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Vor allem die Lehrgänge vermitteln das nötige Wissen, damit Sie sich als Konsument oder Konsumentin eine fundierte eigene Meinung zu den angepriesenen Naturheilmitteln bilden können.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Heilpflanzen: Schafgarbe (Achillea millefolium)</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/08/02/heilpflanzen-schafgarbe-achillea-millefolium.html</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 18:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schafgarbe gehört zu den wichtigen Heilpflanzen der traditionellen Pflanzenheilkunde.
Schafgarbenöl enthält wie Kamillenöl Chamazulen. Schafgarbentinktur und Schafgarbentee sind bewährte Bittermittel bei Verdauungsschwäche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Pharmaceutical Tribune veröffentlichte kürzlich einen interessanten Beitrag zur Schafgarbe. Hier ein paar Auszüge mit dazwischen gesetzten Kommentaren von mir:</p>
<p><em>„Äußerlich werden Umschläge aus zerquetschtem Kraut als Auflage bei Verletzungen empfohlen. Sitzbäder mit Schafgarbenaufguss können auf Grund der adstringierenden Wirkung Linderung bei Wunden im Anal- oder Dammbereich bringen&#8230;&#8230;.Laut Kneipp entspricht das Potenzial der Schafgarbe dem des Johanniskrauts.“</em></p>
<p>Schafgarbe (Achillea millefolium) hat in der traditionellen Pflanzenheilkunde einen soliden Ruf als Wundheilpflanze. Sie wurde auch Soldatenkraut und Zimmermannskraut genannt.</p>
<p>Eine wundheilende Wirkung könnte auf das ätherische Öl mit dem Bestandteil Chamazulen zurückzuführen sein. Schafgarbenöl gleicht an diesem Punkt dem Kamillenöl, das seine tiefblaue Farbe dem Chamazulen verdankt.</p>
<p>Wenn Sebastian Kneipp das Potential der Schafgarbe mit demjenigen des Johanniskrautes vergleicht, meint er das sicherlich bezüglich der wundheilenden Wirkung, und nicht bezogen auf die heute viel bekanntere Wirkung des Johanniskrautes gegen Depressionen.</p>
<p><em>„Die wirksamen Inhaltsstoffe sind vielfältig. Bis zu 1 % ätherisches Öl ist im Kraut enthalten. Laut Arzneibuch beträgt der geforderte Mindestgehalt der Arzneidroge 0,3 %. Dieses kann je nach Ursprung azulenhaltig (bis zu 40 %) oder azulenfrei sein.“</em></p>
<p>Bei der Schafgarbe (Achillea millefolium) gibt es mehrere Unterarten, die sich im Wirkstoffgehalt stark unterscheiden. Das drückt sich auch in der grossen Spannweite des Azulen-Gehaltes aus – von Null bis zu 40%.</p>
<p><em>„Die enthaltenen Sesquiterpenlaktone wirken als Bitterstoffe krampflösend auf den Verdauungstrakt und fördern die Gallensekretion.(1)“</em></p>
<p>Schafgarbe gehört zu den Amara-Aromatica, das sind Heilpflanzen, die sowohl ätherische Öle als auch Bitterstoffe einthalten.</p>
<p><em>„Das ätherische Öl ist antibakteriell und fungistatisch.“</em></p>
<p>Fungistatisch = pilzhemmend</p>
<p><em>„Untersuchungen belegen die choleretische Wirkung für diese Inhaltstoffgruppe anhand methanolischer Extrakte im Vergleich zu Zynarin. (2)“</em></p>
<p>Choleretisch = regt die Gallensaftproduktion in der Leber an.</p>
<p>Zynarin meint wohl Cynarin, den Bitterstoff aus den Artischockenblättern.</p>
<p><em>„In hohen Anteilen sind Flavonoidglykoside vom Luteolin- und Apigenintyp sowie Phenolkarbonsäuren im Schafgarbenkraut enthalten. Sie wirken entzündungshemmend und gefäßstabilisierend. Sowohl als wässriger Aufguss als auch in Form einer Tinktur hat Millefolii herba entzündungshemmende und krampflösende Wirkung.(3)“</em></p>
<p>Traditionell wird die krampflösende Wirkung von Schafgarbentee angewendet zur Linderung von Menstruationskrämpfen. Das könnte allerdings besser dokumentiert sein – doch würde ich das durchaus mal ausprobieren, wenn ich Menstruationskrämpfe hätte&#8230;.Für diesen Anwendungsbereich würde ich Schafgarbentee gegenüber der Schafgarbentinktur vorziehen. Als Bittermittel bei Verdauungsschwäche ist Schafgarbentinktur dagegen ebenbürtig.</p>
<p><em>„Regelmäßige Bäder mit Schafgarbenextrakten bei schlecht heilenden Läsionen am diabetischen Fuß konnten die Wundheilung verbessern. Cave: Korbblütlerallergie!“</em></p>
<p>Für die Korbblütlerallergie sind die Sesquiterpenlactone verantwortlich. Wer auf sie allergisch ist, wird auch Probleme haben mit den meisten anderen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), zum Beispiel mit Kamille und Arnika.</p>
<p><em>„Als Apotheker können wir eigene Varianten empfehlen – Schafgarbenextrakt als entzündungshemmenden Zusatz für Sitzbäder gegen Hämorrhoiden und Analfissuren oder einen krampflösenden Tee bei verdauungs- oder menstruationsbedingten Beschwerden im Unterbauch. Auch Kinder ab zwei Jahren profitieren vom Schafgarbentee bei unspezifischen Bauchschmerzen, man sollte ihn nur mit Honig verfeinern.“</em></p>
<p>Bei Hämorrhoiden und Analfissuren würde ich alllerdings Heilpflanzen mit hohem Gerbstoffgehalt vorziehen, vor allem Eichenrinde oder stark ausgezogenen Schwarztee. Allenfalls liesse sich das aber kombinieren mit den Kamillenblüten / Schafgarbe.</p>
<p>Quelle für die Zitate:</p>
<p>http://www.pharmaceutical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109691&amp;dspaid=946279</p>
<p>1 Z Naturforsch; 2002: 976–982, 2 Phytomed; 2006: 702–706, 3 BS Vet Med J; 2007: 86–92</p>
<p>Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zur Therapie der Depression und dem Stellenwert von Johanniskraut</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/23/zur-therapie-der-depression-und-dem-stellenwert-von-johanniskraut.html</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 07:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Therapie der Depression wurde in einer aktuellen Literaturübersicht bewertet und Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer berichtete in der Medical-Tribune darüber.
Zur Therapie schwerer Depressionen lautet das Ergebnis:

„Bei schwerer Depression sind Antidepressiva und die Elektrokrampftherapie „nützlich“. Zu den Antidepressiva gehören Monoamin-Oxidase-Inhibitoren (MAO-Hemmer), trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Venlafaxin, ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).“
Interessanter für die Phytotherapie ist der Abschnitt zu den leichten bis mittelschweren Depressionen:
„Bei leichter bis mäßiggradiger Depression gibt es keine Evidenz dafür, dass eine Therapie einer anderen überlegen ist. Eine unterschiedliche kurzfristige Wirksamkeit ist nicht belegt, doch die Nebenwirkungen der Antidepressiva- Klassen sind verschieden. Zu Beginn einer Antidepressiva-Therapie ist zu beachten, dass die Suizidgefährdung des Patienten steigen kann. Phytotherapeutika aus Johanniskraut sind ‚wahrscheinlich nützlich’ und können bei leichter oder mäßiggradiger Depression ebenso effektiv sein wie andere Antidepressiva.“
Dass Johanniskraut-Präparate bei leichten bis mittleren Depressionen mittelstark dosierten synthetischen Antidepressiva ebenbürtig sind, wurde in mehreren Studien gezeigt.
„Die Wirksamkeit verschiedener Johanniskraut-Präparate kann differieren; Interaktionen mit anderen Medikamenten sind zu beachten. Körperliches Training ist bei leichter oder mäßiggradiger Depression ‚unbekannt wirksam’. Bei therapieresistenten Depressionen, die auf die genannten Antidepressiva nicht ansprechen, ist ‚ungewiss’, ob die zusätzliche Gabe von Lithium oder des Betablockers Pindolol wirkt. Um das Rezidivrisiko zu verringern, ist die fortgesetzte Anwendung eines Antidepressivums über die Symptombesserung hinaus ‚prophylaktisch nützlich’.“
Die verschiedenen Johanniskraut-Präparate können sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und hinsichtlich ihrer Interaktionen (Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten) unterscheiden. Das ist auch vielen Fachleuten nicht klar und wird hier bezüglich der Wirksamkeit zu Recht erwähnt.
Quellen:
A. Cipriani et al., Clin Evid 2011; 5
http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109690&#038;dspaid=946313

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &#038; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:
Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde
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Phytotherapie: Zum Stellenwert von Johanniskraut in der Behandlung von Depressionen und zum Stellenwert von synthetischen Antidepressiva.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Therapie der Depression wurde in einer aktuellen Literaturübersicht bewertet und Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer berichtete in der Medical-Tribune darüber.</p>
<p>Zur Therapie schwerer Depressionen lautet das Ergebnis:</p>
<p><em>„Bei schwerer Depression sind Antidepressiva und die Elektrokrampftherapie „nützlich“. Zu den Antidepressiva gehören Monoamin-Oxidase-Inhibitoren (MAO-Hemmer), trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Venlafaxin, ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).“</em></p>
<p>Interessanter für die Phytotherapie ist der Abschnitt zu den leichten bis mittelschweren Depressionen:</p>
<p><em>„Bei leichter bis mäßiggradiger Depression gibt es keine Evidenz dafür, dass eine Therapie einer anderen überlegen ist. Eine unterschiedliche kurzfristige Wirksamkeit ist nicht belegt, doch die Nebenwirkungen der Antidepressiva- Klassen sind verschieden. Zu Beginn einer Antidepressiva-Therapie ist zu beachten, dass die Suizidgefährdung des Patienten steigen kann. Phytotherapeutika aus Johanniskraut sind ‚wahrscheinlich nützlich’ und können bei leichter oder mäßiggradiger Depression ebenso effektiv sein wie andere Antidepressiva.“</em></p>
<p>Dass Johanniskraut-Präparate bei leichten bis mittleren Depressionen mittelstark dosierten synthetischen Antidepressiva ebenbürtig sind, wurde in mehreren Studien gezeigt. Zugunsten von Johanniskraut (Hypericum perforatum) spricht in vielen Fällen die gute Verträglichkeit.</p>
<p><em>„Die Wirksamkeit verschiedener Johanniskraut-Präparate kann differieren; Interaktionen mit anderen Medikamenten sind zu beachten. Körperliches Training ist bei leichter oder mäßiggradiger Depression ‚unbekannt wirksam’. Bei therapieresistenten Depressionen, die auf die genannten Antidepressiva nicht ansprechen, ist ‚ungewiss’, ob die zusätzliche Gabe von Lithium oder des Betablockers Pindolol wirkt. Um das Rezidivrisiko zu verringern, ist die fortgesetzte Anwendung eines Antidepressivums über die Symptombesserung hinaus ‚prophylaktisch nützlich’.“</em></p>
<p>Die verschiedenen Johanniskraut-Präparate können sich hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und hinsichtlich ihrer Interaktionen (Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten) unterscheiden. Das ist auch vielen Fachleuten nicht klar und wird hier bezüglich der Wirksamkeit zu Recht erwähnt.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>A. Cipriani et al., Clin Evid 2011; 5</p>
<p>http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=109690&amp;dspaid=946313</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
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		</item>
		<item>
		<title>Mönchspfeffer bei Prämenstruellem Syndrom (PMS)</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/07/11/monchspfeffer-bei-pramenstruellem-syndrom-pms.html</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 20:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex agnus-castus) ist in der Phytotherapie die wichtigste Heilpflanze bei Prämenstruellem Syndrom (PMS). 
Mönchspfeffer kann bei PMS Depressionen, Reizbarkeit, Ödeme, Brustspannen und Kopfscherzen lindern.
Mönchspfeffer macht auch Sinn bei unerfülltem Kinderwunsch, wenn eine Hyperprolactinämie bzw. Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) zu Grunde liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Depressionen, Reizbarkeit, Brustspannen, Ödeme, Kopfschmerzen &#8211; zahlreiche Frauen kennen solche Symptome in den Tagen vor der Menstruation. 22 bis 26 Prozent der menstruierenden Frauen leiden an Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Über 150 Symptome würden mit PMS in Verbindung gebracht, erklärt der Gynäkologe Professor Bernd Kleine-Gunk bei einer Veranstaltung, die vom Hersteller eines Mönchspfeffer-Extrakts unterstützt wurde.</p>
<p>Drei bis acht Prozent der Frauen sollen unter einer besonders schweren Form leiden, der prämenstruellen dysphorischen Störung (Premenstrual Dysphoric Disorder, PMDD). Hier stehen psychische Symptome wie ausgeprägte depressive Verstimmung oder Reizbarkeit im Zentrum.</p>
<p>Die Beschwerden seien so stark, dass sie Arbeit und Schule, soziale Aktivitäten oder persönliche Beziehungen beeinträchtigen. Nicht nur Frauen litten also unter PMS / PMDD, sondern auch ihre Männer, Familie oder Arbeitsumfeld, sagte der Leitende Arzt Gynäkologie an der Euromed Clinic in Fürth.</p>
<p>PMS habe zwar offensichtlich mit den Hormonen zu tun, es seien jedoch keine hormonellen Veränderungen messbar. Man gehe inzwischen davon aus, dass PMS und PMDD neuroendokrine Störungen sind, die durch die normalen zyklischen Steroidschwankungen ausgelöst werden, erläutert Kleine-Gunk.</p>
<p>Zur Behandlung gibt es drei Ansätze: die Beeinflussung des hormonellen Zyklus&#8217; durch orale Kontrazeptiva, die Beeinflussung des Neurotransmitter-Stoffwechsels durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und die Phytotherapie mit Mönchspfeffer ( = Keuschlamm, Vitex agnus-castus)</p>
<p>Der Mönchspfeffer-Extrakt ist eines der bestuntersuchten Phytopharmaka in der Gynäkologie. Das Heilpflanzen-Präparat ist gut verträglich und nebenwirkungsarm. Außerdem würden Phytotherapeutika auch von Frauen, die sich gegen Antidepressiva oder Hormone sträuben, akzeptiert – so die Erfahrung des Experten. Selbst bei PMDD könne sich ein Behandlungsversuch mit Mönchspfeffer-Extrakt lohnen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/default.aspx?sid=662152&amp;sh=14&amp;h=-1654632450&amp;ticket=ST-5578-bjLY1OuBoNcvjYm60NoPfvvOGeSVZIOcnvc-20</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Keine belastbaren Belege gibt es für eine Wirkung von Mönchspfeffertee oder Mönchspfeffertinktur. Die Wirkung ist nur dokumentiert mit Mönchspfeffer-Extrakt.</p>
<p>Woher kommt der Mönchspfeffer? Der ursprüngliche Verbreitungsraum erstreckt sich vom Mittelmeerraum über Südwestasien bis zur Krim.</p>
<p>Der Mönchspfeffer wird heute in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie vor allem beim prämenstruellen Syndrom, bei Zyklusstörungen und unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt.</p>
<p>Bei unerfülltem Kinderwunsch macht Mönchspfeffer allerdings nur Sinn, wenn eine Hyperprolactinämie bzw. eine Gelbkörperschwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz) zugrunde liegt.  Dieser Anwendungsbereich ist allerdings weniger gut untersucht und belegt wie der Bereich PMS.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/08/monchspfeffer-bei-unerfulltem-kinderwunsch.html  ">Mönchspfeffer bei unerfülltem Kinderwunsch</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/11/moenchspfeffer-bei-kinderwunsch.html  ">Mönchspfeffer bei Kinderwunsch</a></p>
<p>Bei bestimmten Ausgangslagen macht eine Mönchspfeffertherapie auch Sinn im Frühklimakterium (frühe Wechseljahre).</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse &amp; Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:</h2>
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<p>|</p>
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		<item>
		<title>Ökotest beurteilt Heilpflanzen-Präparate</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/12/oekotest-beurteilt-heilpflanzen-praeparate.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/06/12/oekotest-beurteilt-heilpflanzen-praeparate.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 21:25:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prostatamittel, Venenmittel, Hustenmittel und Johanniskrautpräparate unter der Lupe.
Heilpflanzen-Präparate durch Ökotest bewertet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Magazin Ökotest hat erneut Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) untersucht. Diesmal wurden Hustenmittel, Johanniskrautpräparate, Prostata- und Venenmittel unter die Lupe genommen. Die Resultate sind unterschiedlich: Bei den Johanniskrautpräparaten schnitten alle getesteten Produkte mit der Schulnote „sehr gut“ oder „gut“ ab, bei den Venenmitteln gab es mit „mangelhaft“ einen einzigen negativen Ausreißer. Gemischt waren die Resultate dagegen bei Husten- und Prostatamitteln.</p>
<p>Mit „Sehr gut“ bewerteten die Tester wegen der klinisch nachgewiesenen Wirksamkeit die Johanniskrautpräparate Jarsin 450mg (Cassella med), Laif 900 Balance (Steigerwald) und Neuroplant Aktiv 600mg (Dr. Willmar Schwabe). Bei den übrigen Johanniskraut-Präparaten fehlten produktspezifische Wirksamkeitsnachweise. Bei Cesradyston 425mg (Cesra) kritisiert Ökotest die Verwendung des Farbstoffs Gelborange S (E 110). Allgemein empfehlen die Tester den Kauf apothekenpflichtiger Präparate, da freiverkäufliche Johanniskraut-Produkte häufig zu wenig Wirkstoff enthielten.<br />
Bei den Venenmitteln vergaben die Tester zehnmal die Note „sehr gut“, darunter Aescorin forte (Steigerwald), Noricaven (Bionorica) und Venentabs-Ratiopharm. Mit „Gut“ wurden die Antistax Venenkapseln (Boehringer Ingelheim) bewertet. Laut Ökotest ist die Wirksamkeit dieses Präparats, das nicht wie die anderen 13 auf Rosskastaniensamen-Extrakt, sondern auf roten Weinrebenblätternextrakt basiert, nicht so gut belegt. Bei den Präparaten Plissamur (Ardeypharm) und Venostasin retard (Astellas) gab es wegen des Farbstoffs Chinolingelb (E 104) ebenfalls Punktabzug und somit die Schulnote „gut“. Die Note „Mangelhaft“ bekam Aescuven forte (Cesra). Hier vermissten die Tester Angaben zum Droge-Extrakt-Verhältnis und zum Extraktionsmittel. Zudem sei der von der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestufter Weichmacher Dibuthylphthalat enthalten, kritisiert Ökotest.</p>
<p>Von den Hustenmitteln erhielt keines die Note „sehr gut“, weil Hustenmittel laut Ökotest unabhängig vom Wirkstoff bestenfalls unterstützend wirken. Um das Abhusten zu erleichtern, sei hauptsächlich ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Neunmal vergaben die Tester die Schulnote „gut“, zum Beispiel für Aspecton DS Hustensaft (Krewel Meuselbach), Bronchostad Hustenlöser Sirup (Stada) und Sinuc Akut (Hexal). Minuspunkte gab es für Husten-Präparate mit Alkoholkonzentrationen von mehr als 1 Volumenprozent. „Befriedigend“ schnitten darum unter anderem Bronchipret Saft TE (Bionorica) und Umckaloabo (W. Spitzner) ab. Als „ausreichend“ wurden Bronchicum Elixir und Melrosum Hustensirup (beide Cassella med) und Phytohustil Hustenreizstiller (Steigerwald) benotett.<br />
Auch bei den Prostatamitteln wurde die Bestnote nicht vergeben. Keins der untersuchten Prostata-Präparate könne eine vergrößerte Prostata rückgängig machen, kritisierten die Tester. Für die Heilpflanzen-Präparate, deren Wirksamkeit bei der Linderung der Symptome klinisch belegt sind, gab es jeweils die Schulnote „gut“; unter anderem für Bazoton Uno 459mg (Abbott) und Talso uno N 320mg (Sanofi-Aventis). Prostata Fink forte 500mg (GlaxoSmithKline) bekam wie fünf weitere Präparate „befriedigend“ – hier sahen die Tester die Wirksamkeit nur zum Teil belegt. Utk Uno 460mg (TAD Pharma) wurde zusammen mit drei weiteren Präparaten als „ausreichend“ bewertet. Mit „Mangelhaft“ benotete Ökotest Pollstimol (Strathmann) wegen nicht ausreichend belegter Wirksamkeit. GranuFink Prosta (GlaxoSmithKline) bekam wegen zusätzlicher Deklarationsmängel ein „ungenügend“.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Wissenschaft+und+Forschung/15342.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Resultate sind nur zum kleinen Teil auf die Schweiz übertragbar, weil die meisten der untersuchten Heilpflanzen-Präparate bei uns nicht erhältlich sind.</p>
<p>Und auch für Deutschland gilt die Einschränkung, dass nur eine Auswahl von Produkten untersucht wurde. Zudem kann man über die angewandten Kriterien geteilter Meinung sein.</p>
<p>Positiv an solchen Untersuchungen ist, dass sie das Bewusstsein schärfen für Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten.</p>
<p>Genau genommen kann man nämlich nicht sagen, „Johanniskraut hilft gegen Depressionen“, oder „Thymian lindert den Husten“. Genauso wichtig ist nämlich, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze zur Anwendung kommt. Und hier gibt es sehr grosse Qualitätsunterschiede.</p>
<p>Auffallend ist im übrigen, dass bei den pflanzlichen Prostatamitteln grosse Pharmakonzerne als Hersteller auftauchen: Abbott, GlaxoSmithKline, Sanofi-Aventis.</p>
<p>Viele Pharmakonzerne haben schon lange eine „Phyto-Tochter“.</p>
<p>Das hat durchaus Vorteile, denn dadurch fliesst Geld und Know-how in die Heilpflanzen-Forschung, wobei allerdings die Resultate überwiegend den eigenen Produkten zugute kommen.</p>
<p>Aus <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin </a>und Naturheilkunde hört man immer wieder Befürchtungen oder gar Verschwörungstheorien, wonach die Pharmaindustrie die Naturheilmittel eliminieren will.</p>
<p>So simpel ist die Realität allerdings nicht. Die Hersteller von Komplementärheilmitteln und Phytopharmaka sind längst ein Teil der Pharmaindustrie und die Pharmaindustrie investiert längst in den boomenden Bereich der Komplementärheilmittel und Phytopharmaka.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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<p>Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Info-Treff Pflanzenheilkunde</h2>
<p>Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen</p>
<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
<p><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/">moodle.heilpflanzen-info.ch/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Johanniskraut &#8211; Wirkstoffe und Wirkungsweise</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/20/johanniskraut-wirkstoffe-und-wirkungsweise.html</link>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 16:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Johanniskraut ist die wichtigste Heilpflanze mit Wirkung gegen Depressionen. Johanniskraut wirkt ähnlich wie SSRI. Wichtige Inhaltsstoffe sind Hyperforin und Hypericin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist als Antidepressivum bei leichten und mittleren Depressionen inzwischen gut dokumentiert. Doch wie kommt diese Wirkung zu Stande?</p>
<p>Hier eine Erklärung dazu aus der Medizinzeitschrift „Ars medici“:</p>
<p>„Hochwertige Johanniskrautextrakte enthalten ein Gemisch aus Hyperforin, Hypericin und Pseudohypericin sowie deren Synthesevorstufen, Flavonoide, Xanthone, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Neuere Untersuchungen zeigen, dass vor allem Hyperforin und Flavonoide wie Biapigenin und Rutin für die antidepressive Wirkung entscheidend sind. Wie bei den meisten Phytotherapeutika beruht auch die Wirkung von Johanniskraut nicht auf einem einzelnen Inhaltsstoff, sondern auf einem Komplex. Nach aktuellen Untersuchungen hemmt Johanniskrautextrakt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin und hemmt GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) und L-Glutamat. Keines der bekannten synthetischen Antidepressiva weist ein ähnlich breites Wirkspektrum auf. Die Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter erfolgt vor allem durch Hyperforin (und Adhyperforin), weshalb diese im Wirkmechanismus am ehesten mit trizyklischen Antidepressiva vergleichbar sind, ohne jedoch deren typische Nebenwirkungen aufzuweisen. Die Flavonoide Isorhamnetin und Rutin erhöhen signifikant die extrazelluläre Konzentration von Serotonin im präfrontalen Kortex und tragen so zur antidepressiven Wirkung des Gesamtextraktes bei. Diese Wirkung ist mit jener der SSRI vergleichbar. Hypericin und Pseudohypericin erwiesen sich in In-vitro-Versuchen als unwirksam, zeigten aber  in vivo eine antidepressive Wirksamkeit durch Verbesserung der Bioverfügbarkeit. Zudem scheint Hypericin einzelne Stressparameter günstig zu beeinflussen. Diese Effekte sind am ehesten mit der positiven Wirkung niedrig dosierter Neuroleptika zu vergleichen. Johanniskrautextrakte, die alle diese Substanzen in ausreichender Konzentration enthalten, entfalten also eine Wirkungsbreite, die einzelne synthetische Antidepressiva nicht haben!“</p>
<p>Quelle: ARS MEDICI DOSSIER I+II  2010</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieses Zitat enthält zwei wichtige Punkte:</p>
<p>1. Beim Johanniskraut-Extrakt lässt sich die Wirkung nicht aus einem einzelnen Wirkstoff basierend erklären, sondern aus dem Zusammenwirken von mehreren Wirkstoffen.</p>
<p>2. Johanniskraut beeinflusst mehrere Transmittersysteme (Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, GABA) und setzt daher breiter an als synthetische Antidepressiva. Diese milde, aber an mehreren Punkten ansetzende Wirkung dürfte wesentlich zum günstigen Nebenwirkungsprofil von Johanniskraut beitragen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Heilpflanzen für die Wechseljahre</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/05/18/heilpflanzen-fuer-die-wechseljahre.html</link>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 21:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Traubensilberkerze besser belegt als Soja und Rotklee, doch Langzeitstudien zur Sicherheit fehlen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift Ökotest hat Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahrsbeschwerden unter die Lupe genommen. Keines der Produkte war besser als &#8220;befriedigend&#8221;. Die als Arzneimittel zugelassenen Heilpflanzen-Präparate gegen Wechseljahrsbeschwerden schneiden wesentlich besser ab.</p>
<p>Die „Frankfurter Rundschau“ hat über die Resultate berichtet und schreibt einleitend:</p>
<p>„Am Anfang steht oft eine Odyssee von Wartezimmer zu Wartezimmer. Keine Diagnose hilft weiter. Symptome wie Glieder- und Muskelschmerzen, Schweißausbrüche und Depressionen werden dafür immer schlimmer. Die Patientin wird nach jedem wirkungslosen Medikament ratloser, und am Ende ist es eine Befreiung, wenn ein Arzt endlich darauf kommt: Ursache sind schlicht die Wechseljahre.</p>
<p>Selbst nach dieser Diagnose misstrauen viele Betroffene ihren behandelnden Medizinern. ‚Die Ärzte haben, trotz eines Wandels in der Einstellung zur Hormonersatztherapie, den Ruf, dass sie Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden Hormone geben’, erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte, Klaus König. Eine Studie der Women’s Health Initiative hat aber ergeben, dass bei langjähriger Anwendung einer Hormonersatztherapie Thrombosen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Brustkrebs als Nebenwirkungen auftreten können.“</p>
<p>Zahlreiche Frauen seien daher misstrauisch und bevorzugten Arzneien mit Wirkstoffen aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga) oder  Nahrungsergänzungsmitteln mit Soja und Rotklee. Solche Produkte versprechen, die schwierige Lebensphase auf natürlichem Wege zu erleichtern.</p>
<p>Das Magazin Ökotest hat 33 dieser pflanzlichen Mittel getestet, 14 Arzneimittel und 19 Nahrungsergänzungsmittel. Nachzulesen sind die Fast alle als Arzneimittel zugelassenen Präparate schneiden mit der Note „sehr gut“ ab. Schlechter sieht es bei den Nahrungsergänzungsmitteln aus. Hier schafft es kein einziges der geprüften Produkte über ein „befriedigend“ hinaus.</p>
<p>Arzneimittel auf Grundlage der Traubensilberkerze helfen hauptsächlich gegen Hitzewallungen und zur Verbesserung der Stimmungslage. Sie wirken günstig auf das Zentralnervensystem, ohne dabei der Gebärmutter zu schaden. Einer der wenigen Kritikpunkte von „Oekotest“:</p>
<p>„Etwa bei den Produkten „Remifemin“ (Tabletten) und „Remifemin Plus“ (Filmtabletten) fehlt im Beipackzettel ein wichtiger Warnhinweis: Bestimmte Formen von Brustkrebs sind östrogenabhängig. Es ist aber nicht bekannt, ob die von den Produkten verwendete Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock östrogenabhängige Tumore befördern oder unbeeinflusst lassen. Eine Warnung ist deshalb wichtig.“</p>
<p>Auch die Verwendung von Hilfsstoffen wie Chinolingelb (E104) in „Femi Sanol“ und Azorubin (E122) in „Femi-Sabona Kapseln“ ist laut Ökotest unnötig. Für die Verwendung dieser Stoffe zog Ökotest dem jeweiligen Produkt einen ganzen Punkt ab.</p>
<p>Vorsicht mit Isoflavonen</p>
<p>Bei Nahrungsergänzungsmitteln sieht die Situation nach Ansicht von „Oekotest“ wesentlich kritischer aus. Sie enthalten als Wirkstoffe gegen Wechseljahrsbeschwerden meist Isoflavone aus Soja und Rotklee. Gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es Hinweise darauf, dass hohe Dosierungen dieser Isoflavone die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und das Brustdrüsengewebe verändern können. Weil die Forschungslage zu diesem Thema sehr kontrovers ist, gibt Ökotest keinem der Präparate eine bessere Note als „befriedigend“.</p>
<p>Zwar argumentieren die Produzenten dieser Präparate mit eigenen Studien, die die Unbedenklichkeit von Isoflavonen nachzuweisen scheinen. Für den Präsident der Pharmazeutischen Gesellschaft, Manfred Schubert-Zsilavecz, steht jedoch fest: „Eine abgeschlossene wissenschaftlich fundierte Erklärung ist nicht möglich.“ Eine kritische Grundhaltung gegenüber Isoflavone sei darum angebracht.</p>
<p>Auch die häufig zugesetzten Vitamine oder andere Inhaltstoffe aus Melisse, Salbei, Grüntee, Borretsch oder Nachtkerze haben Ökotest zufolge keinerlei günstigen Effekt.</p>
<p>Das Magazin rät trotz des Misstrauens vieler Patientinnen weiterhin die Beratung durch einen Frauenarzt. Wechseljahre seien keine Krankheit und müssten nicht in jedem Fall mit Medikamenten therapiert werden. Häufig genüge schon eine gute Aufklärung über den richtigen Umgang mit der schwierigen Zeit.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.fr-online.de/wirtschaft/hilfe-fuer-die-wechseljahre/-/1472780/8252474/-/index.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Das Resultat dieses Tests stimmt ziemlich mit dem Stand des Wissens in der Phytotherapie überein. Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist bei Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen) besser dokumentiert und belegt im Vergleich zu Soja und Rotklee. Und aufgrund der vorliegenden Untersuchungen gibt es keine Hinweise darauf, dass Traubensilberkerze östrogenabhängige Tumore fördert. Allerdings fehlen dazu Langzeitstudien, weshalb manche Experten trotzdem zur Vorsicht raten.</p>
<p>Nonsense ist die Formulierung: „Es ist aber nicht bekannt, ob die von den Produkten verwendete Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock östrogenabhängige Tumore befördern oder unbeeinflusst lassen.“</p>
<p>In den Extrakten wird der Wurzelstock von Cimicifuga racemosa verwendet. Wer von einer „Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock“ spricht, kennt sich mit solchen Heilpflanzen-Präparaten wohl nicht besonders gut aus.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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		<title>Phytotherapie: Wirkstoffe im Johanniskraut</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/25/phytotherapie-wirkstoffe-im-johanniskraut.html</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 14:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht Hyperforin oder Hypericin sondern der Johanniskraut-Gesamtextrakt wird als Wirkstoff betrachtet. Johanniskraut ist die wirksamste Heilpflanze der Phytotherapie gegen Depressionen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut (Hypericum perforatum) gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen der Phytotherapie. Die günstige Wirkung von Johanniskraut-Extrakten bei leichten und mittelschweren Depressionen ist mit diversen Patientenstudien belegt. Für Johanniskrauttinktur sowie für Johanniskraut-Produkte auf homöopathischer oder spagyrischer Grundlage fehlen diese Belege.</p>
<p>Diskutiert wird seit längerem zwischen den Phytotherapie-Fachleuten die Frage, welche Inhaltsstoffe denn für die Wirkung des Johanniskrautes verantwortlich seien.</p>
<p>Im Vordergrund stehen in diesen Diskussionen Hyperforin und Hypericin.</p>
<p>Univ.-Doz. Reinhard Länger schreibt dazu in der Österreichischen Apothekerzeitung (Nr. 6 / 2011):</p>
<p><em>„ Für die antidepressive Wirksamkeit von Johanniskraut, Hyperici herba, wurden früher vor allem die Hypericine verantwortlich gemacht. Die Extrakte in manchen Arzneispezialitäten sind heute noch auf Hypericin standardisiert. Später erlangte Hyperforin den Status eines Inhaltsstoffs, der wesentlich zur Wirksamkeit beiträgt. Spätestens nach positiven klinischen Studien mit Extrakten, die nahezu frei an Hyperforin waren, kamen aber auch diesbezüglich Zweifel auf. Inzwischen werden auch die Flavonoide wie z.B. Hyperosid, Rutin, Isoquercitrin, Quercitrin, Biapigenin, Amentoflavon und oligomere Procyanidine, z.B. Procyanidin B2, als mögliche wirksamkeitsrelevante Inhaltsstoffe diskutiert. Da auch die Löslichkeit verschiedener Inhaltsstoffe durch Begleitstoffe im Extrakt positiv beeinflusst wird, ist Johanniskraut ein Paradebeispiel dafür, dass die Gesamtheit des Extraktes als Wirkstoff angesehen werden muss.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2011/OAZ-2011-06.pdf</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieses Phänomen ist in der Phytotherapie sehr oft zu beobachten. Bei vielen Heilpflanzen kommt die Wirkung wie beim Johanniskraut durch das Zusammenwirken verschiedener Inhaltsstoffe  zustande. Es spielt quasi ein Orchester oder ein Team.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
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<p>Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:</p>
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		<title>Schüssler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6 &#8211; ein Wunderheiler?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/03/08/schussler-salz-nr-7-magnesium-phosphoricum-d6-ein-wunderheiler.html</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 22:16:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schüssler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 - ein eindrückliches Beispiel für Indikationslyrik, das viele Fragen aufwirft.
Schüssler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6 - ein Wunderheiler?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schüssler-Salz Nr. 7,  Magnesium phosphoricum, kann man nach den Angaben einer Schüsslersalz-Website für folgende Anwendungsgebiete einsetzen:</p>
<p>„Abduktionskontraktur, Abgekämpftsein, Adduktionskontraktur, Adnexitis, Aggressivität, Altersjucken, Amyloidose, Analekzem, Angespanntheit, Angina Abdominalis, Angina Pectoris, Anpassungsfähigkeit, Apoplex, Arbeitsscheu, Arteriosklerose, Asthma, Atemnot, Aufbaumittel, Aufheiterung, Aufregung, Augenflattern, Augenzittern, Augenzwinkern, Ausdauer, Bandscheibenvorfall, Bedrückung, Beeinflussbarkeit, Beengungsgefühl, Begeisterungsfähigkeit, Belastbarkeit, Beruhigung, Beugekontraktur, Blasenkrämpfe, Blasenschmerzen, Bluthochdruck, Blähungen, Bronchialasthma, Bulimie, COPD, Cholesterinspiegel-Senkung, Chronische Bronchitis, Claudicatio Intermittens, Darmträgheit, Dauerstress, Depressionen, Depressive Verstimmung, Diabetes, Drüsenschwellung, Duseligkeit, Dysmenorrhoe, Eierstockentzündung, Eileiterentzündung, Eileiterentzündung, Einsiedler, Empfindsamkeit, Entropium, Entspannung, Entwöhnung, Epilepsie, Erfrischung, Erinnerungsvermögen, Ernährungsfehler, Erregbarkeit, Erschöpfung, Essstörung, Esssucht, Fehlgeburt Nachbehandlung, Fettleber, Flatulenz, Flexibilität, Flexionskontraktur, Flugangst, Freude, Gallenkolik, Gallenstauung, Geborgenheit, Gehörgangsentzündung, Geistesarbeit, Geistige Beweglichkeit, Geistige Frische, Gelbkörperhormon-Mangel, Gelenkkontraktur, Gelenkversteifung, Geschwätzigkeit, Gesichtsmuskel-Krämpfe, Gesichtszucken, Gewebe-Straffung, Gleichgewichtsstörungen, Globussyndrom, Grosszehen-Schiefstand, Gänsehaut, Gürtelrose, Hallux valgus, Harmonie, Harnverhaltung, Harnverhaltung, Haut-Straffung, Hautjucken, Heisshunger nach Süssigkeiten, Herpes Zoster, Herz-Enge, Heuschnupfen, Hexenschuss, Hyperhidrosis, Hypertonie, Hyperästhesie, Hämorrhoiden, Händezittern, Initiative, Ischias, Juckende Fusssohlen, Juckreiz, Kapillar-Verkrampfung, Kapillarblutungen, Keuchhusten, Kiefersperre, Kloss im Hals, Koliken, Kollaps, Kontraktur, Kopfkongestion, Kopfschmerzen, Koronarinsuffizienz, Krampfhusten, Kreativität, Kreislaufkollaps, Kropf, Labilität, Lampenfieber, Lebensfreude, Lebenslust, Leichtgläubigkeit, Lerneifer, Lichtempfindlichkeit, Lupus Erythematodes, Magenkolik, Magenkrämpfe, Meteorismus, Missmut, Muskelkontraktur, Myringitis, Nachwehen, Nackenschmerzen, Nebenniereninsuffizienz, Nerven-Beruhigung, Nerven-Leitfähigkeit, Nervenentzündung, Nervenkrämpfe, Neugierigkeit, Neuralgien, Neuritis, Neuromyopathie, Niedergeschlagenheit, Nierenkolik, Nierenschmerzen, Oberflächlichkeit, Obstipation, Offenheit, Ohrenentzündung, Ohrenschmerzen, Oophoritis, Otitis, Periodenkrämpfe, Periodenschmerzen, Petechien, Progesteron-Mangel, Pruritus, Rauchentwöhnung, Reife, Reisefieber, Reisekrankheit, Reizdarm, Reizkolon, Roemheld-Syndrom, Rotwerden, Ruhebedürfnis, Räusperzwang, Rückenschmerzen, Salpingitis, Schaufensterkrankheit, Schielen, Schilddrüsenschwäche, Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion, Schlaffes Gewebe, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Schlaganfall, Schleudertrauma, Schluckauf, Schläfenkopfschmerz, Schmerzempfindlichkeit, Schock, Schreibkrampf, Schul-Kopfschmerzen, Schulter-Verspannungen, Schweissausbrüche, Schweisshände, Schwindel, Schwitzen, Seekrankheit, Spannkraft, Spastische Kontraktur, Spitzfuss, Steifer Hals, Steinleiden, Stetigkeit, Streckkontraktur, Stress, Struma, Suchtneigung, Tics, Trommelfellentzündung, Unbeherrschtheit, Verschwiegenheit, Verspannungen, Verstopfung, Volkmann-Kontraktur, Wangenröte, Wechseljahrsbeschwerden, Wehen-Erleichterung, Wetterfühligkeit, Widerstandskraft, Zahnungskrämpfe, Zahnungsschmerzen, Zittern, Zorn, Zuckerkrankheit, Östrogen-Dominanz, Überanstrengung, Übererregbarkeit, Übergewicht, Überheblichkeit.“</p>
<p>http://lexikon-der-schuessler-salze.de/mittel/magnesium-phosphoricum.htm</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>1. Das ist eine Verarschung sondergleichen, doch was soll man dazu schon sagen, wenn so viele Leute sich offenbar verarschen lassen wollen und keinerlei Fragen stellen.</p>
<p>Dass so viele Leute keinerlei Fragen stellen ist allerdings ein spannendes Phänomen. Interessant ist genauer gesagt die Frage, welche Bedürfnisse durch solch absolut simple Wunderheiler gedeckt werden.</p>
<p>2. Wir haben es hier mit einem extremen Beispiel für <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/15/komplementarmedizin-indikationslyrik-unter-die-lupe-nehmen.html  ">Indikationslyrik</a> zu tun. Ein Mittel, das für derart viele und unterschiedlichste Krankheiten helfen soll, hilft wohl vor allem gegen die Angst vor Krankheiten.</p>
<p>Nicht zuletzt bietet solche Indikationslyrik unbegrenzte Anwendungsbereiche und traumhafte Umsatzmöglichkeiten. Bestimmt finden Sie auf der obenstehenden Anwendungsliste ein paar Beschwerden, die auch für Sie relevant sind. Jede/r findet das. Also kann jeder/r Schüssler Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 brauchen. Aber damit nicht genug: Das trifft auch auf alle anderen Schüssler-Salze zu. Fazit: Jede/r braucht alle Schüssler-Salze!</p>
<p>3. Es stehen reinste Behauptungen da, keinerlei Begründungen für irgendeine der Heilwirkungen. Das braucht es auch nicht. Schüssler-Salz-AnhängerInnen verlangen offenbar keine Begründungen und stellen keine Fragen. Sie schlucken brav ihre Tabletten. Wo bitte bleibt da der mündige Patient oder die mündige Patientin? Ich dachte ursprünglich einmal – sehr lange ist es her – <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> strebe nach einem partnerschaftlicheren Verhältnis zwischen der kranken Person und der Fachperson für’s Heilen. Doch bei Schüssler-Salzen braucht es ja nicht einmal mehr eine Fachperson. Die simple Anleitung genügt und eine gläubige Beziehung zur Herstellerfirma.</p>
<p>Höriger und „fast-food-mässiger“ geht’s kaum mehr. Alternatives Heilen muss schnell und leicht gehen, ohne Auseinandersetzung mit sich oder dem Heilmittel und vor allem ohne Nachdenken. Das passt optimal zum Zeitgeist. (aber: Schüssler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum soll ja gegen Leichtgläubigkeit helfen !!!)</p>
<p>4. Es soll mir bitte jemand genauer erklären, wie Magnesium phosphoricum D6 gegen Kropf, Ohrenschmerzen, Apoplex und Analekzem wirkt. Und wie genau wirkt Magnesium phosphoricum D6 gegen Leichtgläubigkeit?</p>
<p>Und wie wär’s mit ein paar vollständig dokumentierten und in einer Fachzeitschrift publizierten Behandlungsverläufen? Das wäre ein übliches Vorgehen. Solchen Aufwand betreiben die Schüssler-Salz-Propagandisten nicht. Ist auch unnötig, solange die Tabletten-Schlucker keine Fragen stellen.</p>
<p>5. Im Schüssler Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 ist das  Magnesium phosphat 1 : 1 Million mal verdünnt. In der Österreichischen Apothekerzeitung hat die Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen, folgende Rechnung präsentiert:</p>
<p>„Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre&#8230;.. Bei einem Gehalt von 39,4 mg Magnesium pro Liter Mineralwasser (beispielsweise Vöslauer mild) fällt der Vergleich auch interessant aus: Berechnet auf die Menge Mg im Mg HPO4 geht es hier um 772.550 Tabletten oder 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 nach Dr. Schüßler in der D6.“</p>
<p>Quellenangabe: <a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/26/schusslersalze-mineralwasser-wirksamer-gunstiger-zahnschonender.html">http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/26/schusslersalze-mineralwasser-wirksamer-gunstiger-zahnschonender.html</a></p>
<p>Halten wir also fest: 772 550 Schüssler-Salz-Tabletten bzw. 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 entsprechen im Magnesium-Gehalt einem Liter Mineralwasser. Trinkwasser dürfte manchmal tiefer und manchmal höher liegen im Magnesium-Gehalt. Mich würde sehr interessieren, weshalb es überhaupt noch leichtgläubige Menschen gibt – müssten doch alle davon geheilt sein bei den exorbitanten Magnesiumphosphat-Dosen im Wasser – verglichen mit den Schüssler-Salzen. Ich bin dafür, Trinkwasser sofort als Heilmittel zu betrachten und gegen alle obigen Indikationen einzusetzen. Aber dagegen werden sieh die Schüssler-Salz-Hersteller bestimmt wehren, weil ihnen dadurch die Geschäftsbasis entzogen wird.</p>
<p>6. Von Tabletten der herkömmlichen Pharmaindustrie werden meist drei pro Tag geschluckt und die Firmen entwickeln zunehmend Präparate zur Einmal-Einnahme. Von Produkten der Alternativ-Pharma schlucken viele Schüssler-Salz-Konsumenten 10, 20 oder mehr Tabletten pro Tag. Beispiel:</p>
<p>„Manche begeisterte Schüsslersalz-Anwender verwenden auch erheblich grössere Mengen der Schüssler-Salze. Dabei handelt es sich um die sogenannte Hochdosierung. Bei der Hochdosierung werden in kurzen Abständen bis zu 100 Tabletten am Tag im Munde zergehen lassen.“</p>
<p>Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung</p>
<p>Das glauben Sie nicht?</p>
<p>Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich überprüfte die Beratung bezüglich Schüssler Salze in Apotheken:</p>
<p>„Eine Testperson mit Reizmagen-, Reizdarm- bzw. Reizblasensyndrom suchte im Rahmen eines Praxistests sieben Apotheken auf und ließ sich bezüglich Schüssler-Salze beraten…… Im extremsten Fall wurde ….zur Einnahme von elf der zwölf möglichen Schüssler-Salze in Form von beachtlichen 140 Tabletten pro Tag geraten -  um einen Gesamtpreis von 190 Euro.“</p>
<p>Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test</p>
<p>Offenbar gilt hier das Motto: „Je mehr desto besser“ oder „nimm soviel du bekommen kannst“.</p>
<p>Auch diese Haltung passt so schön zum Zeitgeist. Fragt sich nur, was denn so alternativ sein soll an derartigen Tabletten-Orgien.</p>
<p>7. Auffallend bei Schüssler-Salzen ist die grosse Beliebigkeit. Es kommt sozusagen auf gar nichts drauf an:</p>
<p>„Von den Schüssler-Salzen können Sie mehrere verschiedene Mittel innerhalb eines Tages verwenden. Wieviele verschiedene Schüssler-Salze jedoch am besten sind, da gehen die Meinungen auseinander. Manch nehmen soviele Salzsorten, wie möglich. Alle Salze, die irgendwie passen, werden zur Behandlung eingesetzt. Andere bevorzugen nur drei Mittel auf einmal einzusetzen. Wenn mehr Mittel passen würden, werden die besten drei ausgewählt. Wieder andere setzen am liebsten nur ein Mittel gleichzeitig ein, das sind vor allem Menschen, die auch gerne mit homöopathischen Mitteln arbeiten. In diesem Fall sucht man sich das Mittel aus, das am besten passt. Wieviele Mittel Sie gleichzeitig einsetzen, bleibt Ihnen überlassen.“</p>
<p>Quelle: http://lexikon-der-schuessler-salze.de/anwendung</p>
<p>Auch diese Beliebigkeit und Gleich-Gültigkeit zeigte sich bei den Testkäufen des VKI in Wiener Apotheken:</p>
<p>„Der Test ergab eine Vielfalt an unterschiedlichen Zusammenstellungen von Schüßler Salzen, bei denen zum Teil weder Salze noch Dosierung übereinstimmten.“</p>
<p>Quelle: http://derstandard.at/1285042414537/Beratung-in-Apotheken-Schuessler-Salze-im-Test</p>
<p>Diese absolute Beliebigkeit ist meines Erachtens ein Symptom für hochgradige Scharlatanerie. Aber irgendwie ist es ja auch konsequent. Schliesslich bestehen alle Schüsslersalze aus dem gleichen Stoff: Milchzucker (oder eine andere Trägersubstanz). Die zugesetzten Salze sind soweit verdünnt, meist 1 : 1 000 000 oder 1 : 000 000 000 000, dass von Vorhandensein ernsthaft nicht mehr die Rede sein kann. Weshalb soll es da wichtig sein, welches Schüssler-Salz man schluckt?</p>
<p>Solche Beliebigkeit hat unbestreitbare Vorteile: Es braucht dazu keine Theorie, kein Wissen, kein Nachdenken und keinerlei ernsthaften Lernprozess – wenn es doch sowieso gleichgültig ist, was, wieviel und in welcher Kombination geschluckt wird.</p>
<p>Dieser Relativismus passt ebenfalls perfekt zu unsere Zeit.</p>
<p>8. Magnesium phosphoricum ist übrigens als Lebensmittelzusatzstoff unter der Bezeichnung E 343 im Handel. Wollen wir wetten, dass der grösste Teil der Schüssler-Salz-Tabletten-Schlucker im Laden einen weiten Bogen macht um all die teuflischen E-Nummern? Ein Tipp für die sparsame Hausfrau: E 343 und damit auch Magnesium phosphoricum ist enthalten in</p>
<p>Milchpulver und Kaffeeweißer (max. 2,5 g/kg bzw. 30 g/kg)</p>
<p>Trockenpulver für Desserts (max. 7 g/kg)</p>
<p>Backmischungen (max. 20 g/kg)</p>
<p>Trockenlebensmitteln in Pulverform (max. 10 g/kg)</p>
<p>–  und das viel billiger und auch in grösseren Mengen als im Schüssler-Salz Nr. 7, da Magnesium phosphoricum dort ja 1 : 1 000 000 mal verdünnt wurde. Allerdings fehlt in diesen Lebensmitteln dann die Laktose (Milchzucker), aus der die Schüssler-Salze bekanntermassen bestehen. Aber es ist immer noch viel billiger, die Laktose separat zu kaufen, wenn man schon Laktose schlucken will.</p>
<p>Auch in allem grünen Gemüse (Bestandteil des Blattgrüns), Obst (z. B. Bananen) und Getreide liegt Magnesium phosphoricum in viel grosseren Konzentrationen vor als im Schüssler-Salz Nr. 7. Warum soll das isolierte Magnesium phosphoricum aus dem Schüssler-Salz für den Organismus besser sein als das Magnesium phosphoricum im natürlichen Verbund mit anderen Naturstoffen im Salat oder in den Bananen? Wie erkennt der Organismus die Moleküle des Schüssler-Salzes und unterscheidet sie von natürlichem Magnesium phosphoricum aus Salat oder Bananen?</p>
<p>9. Dass viele Apotheken und Drogerien so kräftig Schüssler-Salze propagieren und verkaufen, und damit ihren Kundinnen und Kunden vorgaukeln, dass es sich dabei um Medikamente handle, grenzt meines Erachtens an Betrug. Ich würde einen weiten Bogen um solche Geschäfte machen und sie betreffend Glaubwürdigkeit tiefer einstufen als einen Kiosk.</p>
<p>Zu Schüssler-Salzen siehe auch:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/22/schussler-salz-kalium-chloratum-d6-ein-wunderheiler.html  ">Schüssler-Salz Kalium chloratum D6 – ein Wunderheiler?</a></p>
<p>S<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/27/schussler-salz-nr-2-calcium-phosphoricum-d6-ein-wunderheiler.html">chüssler-Salz Calcium phosphoricum &#8211; ein Wunderheiler?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/27/schussler-salze-wirksam.html">Schüssler-Salze wirksam?</a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/02/12/das-scharlatan-o-meter.html">Das Scharlatan-O-Meter</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie: Johanniskraut-Wechselwirkungen</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 19:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Johanniskraut zeigt Wechselwirkungen (Interaktionen) mit diversen Medikamenten, beispielsweise mit der Antibaby-Pille. Das muss berücksichtigt werden bei der Anwendung von Johanniskraut-Extrakt als Heilpflanzen-Präparat gegen Depressionen.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut-Extrakte wirken bei leichten bis mittelschweren Depressionen stimmungsaufhellend. Studien mit Patientinnen und Patienten haben diesen Effekt inzwischen gut belegt.</p>
<p>Johanniskraut (Hypericum perforatum) kann aber auch die Wirkung von anderen Medikamenten beeinflussen. Solche Wechselwirkungen (Interaktionen) sind bei der Anwendung von Johanniskraut-Extrakt zu beachten.</p>
<p>Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger hat in der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie das aktuelle Wissen über diese interessante Heilpflanze vorgestellt.</p>
<p>Ein oft vorgebrachtes Argument gegen die Anwendung hochdosierter Johanniskrautpräparate sei die Möglichkeit von Interaktionen mit anderen Arzneistoffen, schreibt Länger. Doch dieses Problem teile Johanniskraut mit vielen anderen Arzneistoffen, auch solchen, die in der gleichen Indikation eingesetzt werden.</p>
<p>Länger erläutert genau, wie diese Interaktionen zustande kommen:</p>
<p>„Hyperforin, ein Inhaltsstoff von Johanniskraut, induziert dosisabhängig die Aktivität der Enzyme CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und von P-Glykoprotein. Das bedeutet, dass alle Arzneistoffe, bei deren Metabolismus die genannten Proteine eine Rolle spielen, bei gleichzeitiger Gabe von Johanniskraut-Präparaten beschleunigt abgebaut werden, verminderte Blutspiegel sind das Resultat. Deshalb ist die gleichzeitige Anwendung von</p>
<p>Johanniskraut und Cyclosporinen, Tacrolimus und ähnlichen Substanzen (bei systemischer Anwendung), Amprenavir, Indinavir und anderen Proteaseinhibitoren, Irinotecan und Warfarin kontraindiziert. Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneistoffen beispielsweise aus den Gruppen der Benzodiazepine und Statine, von Amitriptylin, Fexofenadin und Finasterid muss mit verminderten Plasmakonzentrationen gerechnet werden.“</p>
<p>Immer wieder kontrovers diskutiert wird die Interaktion von Johanniskraut-Extrakt mit Hormonen der Antibaby-Pille. Länger dazu:</p>
<p>„Die Datenlage zu Interaktionen mit oralen Kontrazeptiva ist nach wie vor widersprüchlich. Belege für verminderte Blutspiegel liegen in erster Linie für niedrig dosierte Kontrazeptiva vor. Deshalb werden ein Umstieg auf höher dosierte Kontrazeptiva und/oder zusätzliche Maßnahmen der Kontrazeption empfohlen.“</p>
<p>Zu theoretisch möglichen Johanniskraut-Interaktionen:</p>
<p>„Da Johanniskraut in den serotonergen Stoffwechsel eingreift, ist eine Wirkungsverstärkung anderer Arzneimittel mit serotonergen Effekten (z. B. Sertralin, Paroxetin, Buspiron, Triptane) theoretisch möglich, die wenigen publizierten Fallberichte lassen allerdings viele Fragen offen.“</p>
<p>Wechselwirkungen bei Johanniskrauttee?</p>
<p>„Zubereitungen, mit denen weniger als 1 mg Hyperforin pro Tag aufgenommen wird (zum Beispiel Johanniskrauttee), induzierten über 2 Wochen nicht die genannten Enzyme. Leider liegen bislang keine längeren Interaktionsstudien vor. Wenn die Einnahmedauer auf 2 Wochen beschränkt wird, sind daher keine Interaktionen zu erwarten. Bei längerer Einnahme sind alle genannten Gegenanzeigen und Warnhinweise zu beachten.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Praktische Aspekte zur Anwendung von Johanniskrautpräparaten,</p>
<p>Autor: Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger</p>
<p>PHYTOTherapie Austria 4 / 2010</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Interessant an dieser kompetenten Zusammenfassung der Wechselwirkungen einer Johanniskraut-Therapie ist unter anderem der Hinweis, dass bei der Anwendung von Johanniskrauttee über 14 Tage keine Interaktionen zu erwarten sind. Allerdings geht man aufgrund von Erfahrungen aus klinischen Studien davon aus, dass die Johanniskraut-Wirkung nicht sofort eintritt, sondern erst nach etwa zwei Wochen den Placebo-Effekt übertrifft.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wirkungsmechanismus von Johanniskraut untersucht</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/11/03/wirkungsmechanismus-von-johanniskraut-untersucht.html</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 11:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie bei Depressionen besteht vor allem in der Anwendung von Heilpflanzen-Präparaten aus Johanniskraut-Extrakt. Der Wirkungsmechanismus von Johanniskraut wurde anhand der Inhaltsstoffe Hyperforin und Hyperosid untersucht.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf „Journalmed“ ist ein Artikel erschienen, in welchem beschrieben wird, wie die Wirkung von Johanniskraut gegen Depressionen zustande kommen könnte.</p>
<p>Der Text ist nicht leicht verständlich, weil er Vorwissen voraussetzt. Doch gibt er Einblick in die Johanniskraut-Forschung.</p>
<p><strong>Zur Untersuchungsmethode:</strong></p>
<p>„Mittels Fluoreszenz-Korrelations-Spektroskopie (FCS), eine Methode, mit der molekulare Interaktionen an der lebenden Zelle quantifiziert werden können, konnte an C6-Glioblastomzellen gezeigt werden, warum Johanniskraut gegen Depressionen wirksam ist, so Prof. Dr. Hanns Häberlein vom Institut für Biochemie und Molekularbiologie in Bonn.“</p>
<p><strong>Wo setzt Johanniskraut an?</strong></p>
<p>„Die Johanniskrautwirkstoffe Hyperforin und Hyperosid greifen direkt an der Postsynapse an und führen dort zu einer effektiven Downregulation des humanen β1-adrenergen Rezeptors, ohne dass es einer präsynaptischen Reizung bedarf. Bemerkenswert ist, dass die Rezeptor-Downregulation unabhängig von einer Erhöhung der Konzentration von Signalmolekülen eintrat. ‚Für uns war das schon eine kleine Sensation, dass Johanniskraut im Gegensatz zu den modernen synthetischen Antidepressiva ohne diesen Stimulus auskommt’, so Häberlein. Im rein postsynaptischen Geschehen werden die Rezeptoren von der Biomembran der Zelle entfernt und internalisiert, so dass es zu einer wirksamen Absenkung der bei depressiven Patienten zum Teil stark erhöhten Rezeptorendichte auf Normalniveau kommt. Dieser Mechanismus – Downregulation ohne zwingende Beteiligung der Präsynapse – war bislang für die Johanniskraut-Inhaltsstoffe Hyperforin und Hyperosid unbekannt. Es handelt sich also um eine hochspezifische Wirkqualität, die als sehr exakt definierte Komponente den bisher für Johanniskraut bekannten Wirkmechanismus in einem wichtigen Punkt ergänzt.“</p>
<p><strong>Keine Sofortwirkung bei Johanniskraut-Anwendung gegen Depressionen:</strong></p>
<p>„Bis die Downregulation der β1-adrenergen Rezeptoren abgeschlossen ist und damit eine Besserung der depressiven Symptomatik erreicht wird, kann es durchaus zwei bis drei Wochen dauern, so Häberlein. Dies gilt ebenso für synthetische Antidepressiva, die ebenfalls eine Anflutung benötigen. ‚Wichtig ist also, dem Patienten eine anderslautende Erwartungshaltung zu nehmen, indem man ihm erklärt, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis die Wirkung spürbar wird.’“</p>
<p>Referenzen:</p>
<p>1) Linde et al. 2008, Cochrane Review „Meta-Analyse zum Wirksamkeitsnachweis von Johanniskrautextrakt bestehend aus 29 Studien mit knapp 5500 Patienten, Indikation Major Depression“, http://www.cochrane.org/reviews/en/ab000448.html</p>
<p>2) STW 3-VI vs. Citalopram vs. Placebo, Phase-III-Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Hypericum-Extrakt STW 3-VI (Laif 900)</p>
<p>Quelle: Pressekonferenz „Aufbruch in eine neue Zeit: Laif® 900 – wie aus Mythen Fakten wurden“, 12.10.09, Wartburg; Steigerwald</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.journalmed.de/newsview.php?id=27554</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Wirkung der Johanniskraut-Wirkstoffe in den Synapsen wird schon seit längerem intensiv erforscht.  Dabei ist von grossem Interesse, an welchen Punkten der Wirkungsmechanismus mit synthetischen Antidepressiva übereinstimmt und an welchen er sich unterscheidet. Daraus kann man Schlüsse ziehen über allfällige Unterschiede zwischen Johanniskraut-Extrakt und synthetischen Antidepressiva bezüglich therapeutischer Wirkung , aber auch bezüglich Nebenwirkungen oder Interaktionen.</p>
<p>Bekannt  und auch hier wieder bestätigt ist der Zeitraum von zwei bis drei Wochen bis zum Wirkungseintritt.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Absinth &#8211; was ist das genau?</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 10:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über Wermut, Absinth, Thujon, die "grüne Fee" &#038; Co. Bedeutung für die Phytotherapie: Wie gehen wir um mit thujonhaltigen Heilpflanzen, vor allem mit Salbei und Wermut? Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Absinth besteht aus Auszügen von Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Kräutern mit einem Alkoholgehalt von bis zu 85 &#8211; 90 Volumen-Prozent (!). Er ist demnach dem oberen Bereich der Spirituosen zuzuordnen und wird in der Regel nur mit Wasser verdünnt getrunken. Die charakteristische grüne Farbe, deretwegen Absinth auch &#8220;die grüne Fee&#8221; (französisch: la Fée Verte) heisst, kommt von zugesetzten Farbstoffen. Zur Produktion wird ein Destillat des Wermuts verwendet. Absinthschnaps enthält deshalb das ätherische Öl, nicht aber die Bitterstoffe des Wermuts. Das erklärt auch, weshalb Absinth nicht so bitter schmeckt, wie man wegen des hohen Bitterwerts des Wermutkrauts vermuten könnte. Andererseits enthält Absinth ziemlich viel der neurotoxischen Substanz Thujon, denn das ätherische Öl aus dem Wermut kann bis zu 50 Prozent Thujon enthalten. Das hochprozentige alkoholische Getränk hatte früher den Ruf, abhängig zu machen und gravierende gesundheitliche Schäden nach sich zu ziehen.</p>
<p>Thujon ist eine farblose Flüssigkeit, welche einen mentholartigem Geruch besitzt. Thujon ist unter anderem in Thuja, Thymian, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, Beifuß und im Echten Salbei enthalten. Thujon kann in hohen Dosierungen Erbrechen, Magen- und Darmkrämpfe, Harnverhaltung, in schweren Fällen Benommenheit, Nierenschäden und zentrale Störungen (auch Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen) verursachen. Wässrige Auszüge (bspw. Wermut-Tee) enthalten Thujon in relativ geringen Mengen.</p>
<p>Ob wirklich das Thujon für die in der Vergangenheit bei Absinth-Trinkern festgestellten gesundheitlichen Schäden verantwortlich ist, wird heute angezweifelt. Absinth enthielt auch beträchtliche Mengen an Schwermetallsalzen und anderen bedenklichen Bestandteilen, die ganz gewiss dem Organismus nicht gut tun. Um dem Absinth das typische Aussehen (milchige Trübung bei Verdünnung bzw. Kühlung) und die typische grüne Farbe zu verleihen, wurden bisweilen Zusatzstoffe, wie z. B. Indigo, Anilingrün, Kupfersulfat, Kupferacetat und Antimontrichlorid beigefügt. Ein zusätzliches Problem des Absinths im 19. Jahrhundert war, dass der verwendete Alkohol häufig minderwertig war. Rückblickend wird dies in Verbindung mit dem sehr hohen Alkoholgehalt als die hauptsächliche Ursache des im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verbreiteten so genannten Absinthismus angesehen. Beim Absinthismus entwickeln sich ähnliche Symptome wie beim Alkoholismus. Dennoch muss aber festgehalten werden, dass Thujon neurotoxisch ist.</p>
<p>Dem Wermutwein werden übrigens Auszüge aus Artemisia pontica (Römischer Wermut) zugesetzt, weil dessen ätherisches Öl nur geringe Mengen an Thujon enthält.</p>
<p><strong>Aus der Geschichte des Absinths</strong></p>
<p>Zu den Anhängern des Absinth gehörten Künstlern wie Vincent van Gogh und Toulouse-Lautrec, welcher die Angewohnheit hatte, seinen Absinth nicht mit Wasser, sondern mit Cognac zu verdünnen. Zu diesem Thema schuf er auch das bekannte Bild &#8220;Die Absinthtrinkerin&#8221;.</p>
<p>Ein spektakulärer Mordfall zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bei dem ein Mann im Absinth-Rausch seine Familie tötete, hatte zur Folge, dass Produktion und Verkauf von thujonhaltigen Getränken in den meisten europäischen Ländern und den USA gesetzlich untersagt wurden. Nicht verboten wurde die Absinth-Produktion in der Tschechoslowakei und in den EU-Ländern Spanien und Portugal. Dies führte wegen einer EWG-Richtlinie 1998 zur Aufhebung des Absinth-Verbots in der Europäischen Union. Allerdings müssen seither gewisse Obergrenzen der Bestandteile strikt eingehalten werden. Für Absinth und Wermutwein wurde eine Thujon-Obergrenze festgelegt, die bei der täglichen Aufnahme von 10 μg/kg Körpergewicht liegt.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheker.or.at/</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>In der Schweiz wurde das Absinth-Verbot am 1. März 2005 aufgehoben.</p>
<p>Für die Phytotherapie relevant ist die Frage, wie mit thujonhaltigen Heilpflanzen wie Salbei und Wermut umgegangen werden soll. Thujon ist ein Bestandteil des ätherischen Öles dieser Heilpflanzen. Salbeitee und Wermuttee in normalen Dosierungen gilt als unproblematisch, weil ätherische Öle und damit auch Thujon „wasserscheu“ sind und  in wässrigen Lösungen nur begrenzt in Lösung gehen. Alkoholische Zubereitungen (z. B. Pflanzentinkturen) mit Salbei und Wermut sollten daher sicherheitshalber zeitlich und dosierungsmässig stärker  begrenzt werden.</p>
<p>Zu Thujon schreibt Wikipedia:</p>
<p>„Thujon ist ein Bestandteil des ätherischen Öls des Wermuts, das für die Absinthherstellung verwendet wird. Die unbestreitbar schädlichen Auswirkungen, die während des Höhepunkts der Absinth-Popularität im 19. Jahrhundert in Frankreich zu beobachten waren und zu denen unter anderem Schwindel, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen, Krämpfe, Blindheit sowie geistiger und körperlicher Verfall gehörten, wurden insbesondere auf diese Substanz zurückgeführt. Thujon ist als ein Nervengift bekannt, das in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische Krämpfe (Konvulsionen) hervorrufen kann. Aus diesem Grund wurde in der Europäischen Union der Thujongehalt in alkoholischen Getränken begrenzt (5 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von bis zu 25 % vol und bis zu 10 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 25 % vol.).</p>
<p>Die insbesondere in Tierexperimenten des 19. Jahrhunderts beobachtete konvulsive Wirkung des Absinths wird heute auf eine Blockierung von GABAA-Rezeptoren und eine Desensibilisierung von Serotonin-5-HT3-Rezeptoren durch Thujon zurückgeführt. Es ist jedoch inzwischen widerlegt, dass die im Absinth enthaltene Thujonmenge ausreicht, um in diesem Maße toxisch zu wirken. Als Ursache oder wesentlicher Faktor eher wahrscheinlich ist der im Absinth enthaltene Alkohol. Auch ein möglicher gemeinsamer Wirkmechanismus mit dem Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol über eine Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren konnte nicht bestätigt werden. Eine in der Clubszene und in den Medien proklamierte euphorisierende und aphrodisierende Wirkung heutiger Absinthe kann nicht anhand dieser experimentellen Daten auf die in diesen Getränken enthaltene Thujondosis zurückgeführt werden.</p>
<p>Auch der Absinth des 19. Jahrhunderts hatte entgegen früheren Berichten, die von bis zu 350 Milligramm je Liter sprachen, im Wesentlichen keinen höheren Thujongehalt als die heutigen reglementierten Absinthe. In einer Untersuchung von Absinthen auf Basis historischer Rezepte und Prozesse und von 1930 hergestelltem Absinth konnten nur geringe Thujonmengen von unter 10 mg/kg nachgewiesen werden. Der Thujongehalt kann jedoch höher liegen, wenn Wermutauszüge oder Wermutöle zugesetzt werden. Die Absinthe werden auf diese Weise jedoch sehr bitter.“</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Brustkrebs &amp; Komplementärmedizin</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/21/brustkrebs-komplementarmedizin.html</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 19:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplementärmedizin in der Onkologie - die Möglichkeiten bei Brustkrebs. Als wichtige Heilpflanzen der Phytotherapie Ingwer (Übelkeit) und Traubensilberkerze (Hitzewallungen). Wechselwirkungen bei Johanniskraut beachten.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, suchen ergänzende Methoden zu den medizinischen Behandlungen. Dr. med. Jutta Hübner erläuterte kürzlich in einem Interview Möglichkeiten und Risiken in der komplementären Onkologie. Sie leitet die Palliativmedizin, die komplementäre und supportive Onkologie am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main.</p>
<p>Auf die Frage, was sie unter komplementärer Onkologie verstehe, antwortete Jutta Hübner:</p>
<p>„Für mich ist das eine begleitende Therapie, die häufig aus der Naturheilkunde oder Erfahrungsmedizin stammt. Krebskranke Menschen wenden sie zumeist in Eigenregie an. Bei diesen Mitteln und Verfahren haben wir noch nicht die Qualität an Wissen aus Studien, wie sie uns bei den herkömmlichen Therapien vorliegen.“</p>
<p>Entscheidend sei, so Jutta Hübner, dass die komplementärmedizinischen Empfehlungen sehr gut auf die eigentliche Therapie abgestimmt sein müssen, um zu vermeiden, dass Wechselwirkungen auftreten und die Wirkung von Medikamenten abgeschwächt wird.</p>
<p>Auf die Frage, welche Probleme denn auftreten können, sagt Dr. Jutta Hübner:</p>
<p>„Die Extrakte des Johanniskrauts etwa –  ein gutes Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen – regen den Enzymstoffwechsel enorm an. Nimmt die Patientin zur gleichen Zeit weitere Medikamente ein, baut der Körper sie schneller ab. Dann verweilt beispielsweise ein Krebsmittel kürzer im Organismus und verliert dadurch einen Teil seiner Kraft.</p>
<p>Auch die zusätzliche Einnahme von Antioxidanzien wie Vitamin C sehen wir sehr kritisch. Möglicherweise können diese Substanzen die Wirkung einer Chemo- und Strahlentherapie mindern. Das gilt jedoch nicht für Vitamine aus frischem Obst und Gemüse.“</p>
<p>Die Expertin erwähnt unter anderem auch bewährte Möglichkeiten aus der Phytotherapie, mit denen Nebenwirkungen der Tumortherapie oder Begleiterscheinungen der Krebskrankheit gelindert werden können:</p>
<p>„Während der Chemotherapie leiden Patientinnen oft unter Übelkeit. Da kann Ingwer aus der Phytotherapie sehr gut helfen. Ein häufiges Thema in unserer Ambulanz sind Muskel- und Gelenkbeschwerden wie sie bei einer  Brustkrebstherapie mit hormonunterdrückenden Medikamenten auftreten. Sport kann diese Probleme sehr gut bessern. Bei Hitzewallungen können Patientinnen versuchen, die Beschwerden mit Traubensilberkerze zu mildern. Und Aromaöle wirken unter anderem entspannend, stimmungsaufhellend und anregend. Die komplementäre Onkologie ist ein sehr weites Feld.“</p>
<p>Im Interview wird Jutta Hübner auch gefragt, was sie von der umstrittenen Misteltherapie halte:</p>
<p>„Ich empfehle sie nicht, weil mir die im Moment vorhandenen Daten nicht ausreichen. Möchte eine Patientin gerne Mistel nehmen, kann ich sie über die derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse informieren. In einigen Fällen, wie zum Beispiel bei Leukämien und Lymphomen, sollte eine Misteltherapie nicht angewendet werden. Bei Patientinnen, die nach einer Chemotherapie dann einen Versuch mit einer Misteltherapie machen möchten, um ihre Lebensqualität zu verbessern, spricht meist nichts dagegen.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.apotheken-umschau.de/Brustkrebs/Brustkrebs-Was-kann-ich-selbst-tun-77401.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Antworten von Jutta Hübner in diesem Interview weisen präzis und fundiert auf Risiken und Chancen ergänzender Massnahmen in der Onkologie hin.</p>
<p>Das ist sehr erfreulich, weil in diesem Bereich auch viel publiziert wird, das man eigentlich nur als Schrott bezeichnen kann. In Zeitschriften, Fernsehsendern und Buchverlagen fehlt in dieser Hinsicht über weite Strecken jede ernsthafte Qualitätskontrolle.</p>
<p>Zum Johanniskraut könnte man noch ergänzen: Diese Aktivierung von fremdstoffabbauenden Enzymen in der Leber lässt sich auch bei vielen anderen Medikamenten beobachten. Sie ist also nicht spezifisch für Johanniskraut. Heikel ist beim Johanniskraut in diesem Zusammenhang vor allem, dass manche Menschen gar nicht auf die Idee kommen, dass ein Naturheilmittel auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben könnte, und daher die Einnahme solcher Präparate den behandelnden Medizinern nicht mitteilen.</p>
<p>Auch die Warnung vor der unkontrollierte Einnahme von Antioxidanzien ist sehr berechtigt.</p>
<p>Die Empfehlung von Ingwer (Zingiber officinale) gegen Übelkeit bei Chemotherapie und von Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) gegen Hitzewallungen gehört zu den bewährten Heilpflanzen-Anwendungen in der Phytotherapie.</p>
<p>Auch die Vorsicht gegenüber der Misteltherapie ist gut nachvollziehbar. Die Vertreter der Anthroposophischen Medizin betonen zwar immer wieder, wie gut die Wirkung der Mistel auch wissenschaftlich bestätigt sei. Sie interpretieren sie Datenlage aber oft ziemlich einseitig zu ihren gunsten.</p>
<p>Von Jutta Hübner ist ein informatives Buch erschienen, das sich mit ergänzenden Massnahmen im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> &amp; Krebs befasst:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/13/buchtipp-aloe-ginkgo-mistel-co-von-jutta-hubner.html  ">Aloe, Ginkgo, Mistel &amp; Co</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie: wo sie helfen kann&#8230;.</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/20/phytotherapie-wo-sie-helfen-kann-2.html</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 12:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die wichtigsten Heilpflanzen der Phytotherapie - ein kurzer Überblick. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel ist die oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Heilpflanzen in der Volksmedizin. In einer modernen, wissenschaftlich orientierten Therapieform reicht dies jedoch nicht als Wirksamkeitsbeweis. Darum strebt die Arzneipflanzenforschung danach, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Phytopharmaka zu liefern.</p>
<p>Im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ wird aufgeführt, in welchen Einsatzbereichen sich die Phytotherapie, alleine oder in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt. Hier eine modifizierte Übersicht auf der Basis dieser Publikation:</p>
<h3>1. Vorbeugung von Krankheiten</h3>
<p><strong>- Stärkung des Immunsystems:</strong></p>
<p>Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea</p>
<p><strong>- Schwitzkuren bei beginnenden grippalen Infekten:</strong></p>
<p>Holunderblüten, Sambucus nigra</p>
<p>Lindenblüten, Tilia – Arten (Tilia cordata, Tilia platyphyllos)</p>
<h3>2. Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt</h3>
<p><strong>- Entzündungen im Bereich der Mundhöhle:</strong></p>
<p>Salbei, Salvia officinalis</p>
<p><strong>- Blähungstreibend, krampflösend:</strong></p>
<p>Kamille, Matricaria recutita</p>
<p>Kümmel, Carum carvi</p>
<p>Fenchel, Foeniculum vulgare</p>
<p>Pfefferminze, Mentha piperita</p>
<p><strong>- Appetitanregend:</strong></p>
<p>Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:</p>
<p>Enzian, Gentiana-Arten, vor allem Gelber Enzian, Gentiana lutea</p>
<p>Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea</p>
<p>Fieberklee, Menyanthes trifoliata</p>
<p>Arzneipflanzen mit aromatisch-</p>
<p>bitterem Geschmack:</p>
<p>Wermut, Artemisia absinthium</p>
<p>Schafgarbe, Achillea millefolium</p>
<p><strong>- Übersäuerung des Magens:</strong></p>
<p>Käsepappel, Malva – Arten (Chäslichrut, Malva silvestris, Malva neglecta)</p>
<p><strong>- Lebererkrankungen:</strong></p>
<p>Mariendistel, Silybum marianum</p>
<p><strong>- Erkrankungen der Galle:</strong></p>
<p>Artischocke, Cynara scolymus</p>
<p>Löwenzahn, Taraxacum officinale</p>
<p><strong>- Durchfallerkrankungen:</strong></p>
<p>Tormentillwurzel, Potentilla erecta</p>
<p>Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus</p>
<p><strong>- Verstopfung:</strong></p>
<p>Faulbaum, Frangula alnus</p>
<p>Senna, Cassia – Arten</p>
<p>Rhabarber, Rheum palmatum</p>
<p>Leinsamen, Linum usitatissimum</p>
<p>Flohsamen, Plantago ovata</p>
<p><strong>3. Erkrankungen im Bereich der Atemwege:</strong></p>
<p><strong>- Reizhusten: Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen:</strong></p>
<p>Eibisch, Althaea officinalis</p>
<p>Isländische Flechte (Isländisches Moos), Cetraria islandica</p>
<p><strong>- Auswurffördernde Hustenmittel:</strong></p>
<p>Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:</p>
<p>Thymian, Thymus vulgaris</p>
<p>Anis, Pimpinella anisum</p>
<p>Eukalyptus, Eucalyptus globulus</p>
<p>Latschenkiefer, Pinus mugo</p>
<p>Arzneipflanzen mit Saponinen:</p>
<p>Schlüsselblume, Primula veris</p>
<p>Efeu, Hedera helix</p>
<p><strong>- Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:</strong></p>
<p>Sonnentau, Drosera rotundifolia</p>
<h3>4. Erkrankungen im Urogenitaltrakt:</h3>
<p><strong>- Erhöhung der Harnmenge, besonders bei Steinleiden oder Entzündungen der ableitenden Harnwege:</strong></p>
<p>Birke, Betula pendula</p>
<p>Hauhechel, Ononis spinosa</p>
<p>Schachtelhalm, Equisetum arvense</p>
<p>Wacholder, Juniperus communis</p>
<p><strong>- Unterstützung bei gutartiger Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie):</strong></p>
<p>Weidenröschen, Epilobium angustifolium</p>
<p>Sägepalme, Serenoa repens (Sabal serrulata)</p>
<h3>5. Herz- Kreislaufbeschwerden</h3>
<p><strong>- Leichte Herzmuskelschwäche, „Altersherz“:</strong></p>
<p>Weißdorn, Crataegus-Arten, vor allem Crataegus oxyacantha und Crataegus monogyna)</p>
<p><strong>- Krampfadern:</strong></p>
<p>Rosskastanie, Aesculus hippocastanum</p>
<p><strong>- Durchblutungsstörungen:</strong></p>
<p>Ginkgo, Ginkgo biloba</p>
<p><strong>- Vorbeugung gegen Arteriosklerose (= „Verkalkung“):</strong></p>
<p>Knoblauch, Allium sativum</p>
<h3>6. Nervöse Störungen</h3>
<p><strong>- Leichte und mittelschwere Depressionen:</strong></p>
<p>Johanniskraut, Hypericum perforatum</p>
<p><strong>- Einschlafstörungen:</strong></p>
<p>Baldrian, Valeriana officinalis</p>
<p>Melisse, Melissa officinalis</p>
<p>Hopfen, Humulus lupulus</p>
<p>Lavendel, Lavandula angustifolia</p>
<h3>7. Gynäkologische Erkrankungen</h3>
<p><strong>- Prämenstruelles Syndrom (PMS), klimakterische Beschwerden (z. B. Wallungen):</strong></p>
<p>Mönchspfeffer, Vitex agnus-castus</p>
<p>Nordamerikanisches Wanzenkraut ( = Traubensilberkerze), Cimicifuga racemosa</p>
<h3>8. Hauterkrankungen / Wunden:</h3>
<p>Ringelblume, Calendula officinalis</p>
<p>Arnika, Arnica montana</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Kleines Wörterbuch der Pflanzenmedizin,</p>
<p>herausgegeben von Pharmig, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, Wien</p>
<p>in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakognosie der Universität Wien</p>
<p>www.pharmig.at</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Aufstellung im „Kleinen Wörterbuch der Pflanzenmedizin“ gibt einen guten Überblick, führt aber natürlich längst nicht alle wichtigen Heilpflanzen der Phytotherapie auf.</p>
<p>Wichtig zu wissen ist aber auch, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit eingesetzt werden kann. Mindestens so entscheidend ist auch die Frage, in welcher Arzneiform die jeweilige Heilpflanze optimal zur Wirkung kommt, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, Frischpflanzenpresssaft etc.</p>
<p>Vollständig vergessen ging in der Übersicht der Bereich Rheuma / Arthrose. Hier gibt es interessante und bewährte Heilpflanzen, die auch mit Patientenstudien erforscht werden, zum Beispiel Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Weidenrinde (Salix-Arten), Weihrauch (Olibanum), Paprika (Capsaicin), Hagebutte.</p>
<p>Interessant ist, dass die Publikation von Pharmig herausgegeben wird, der Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. Es gibt in der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> ein weit verbreitetes Feindbild, wonach die „Pharmaindustrie“ die Naturheilmittel kaputt machen will. Das ist ziemlich naiv, weil die Hersteller komplementärmedizinischer und phytotherapeutischer Präparate längst ein Teil der Pharmaindustrie sind. Sie sind bestens in die entsprechenden Branchenverbände eingebettet. Das pauschale Feinbild „Pharmaindustrie“ ist zwar unsinnig, doch soll die Absage an pauschale Feindbilder nicht davon abhalten, konkrete Pharmafirmen für konkrete Missstände zu kritisieren, wo dies nötig ist.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch   ">www.phytotherapie-seminare.ch </a></p>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch   "> </a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Phytotherapie: Behandlung von Depressionen mit Johanniskraut</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/17/phytotherapie-behandlung-von-depressionen-mit-johanniskraut.html</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 20:42:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heilpflanzen-Extrakte aus Johanniskraut zur Rückfallprophylaxe von Depressionen wirksam. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (Nr. 4 / 2010) publizierte einen informativen Beitrag von Univ.-Doz. Mag. Pharm. Dr. Reinhard Länger zum Thema „Praktische Aspekte von Johanniskrautpräparaten“.</p>
<p>Zitat:</p>
<p>„Nicht alle Hypericum-Extrakte sind gleich gut wissenschaftlich belegt. In der Bewertung von Antidepressiva spielt die Dokumentation der Langzeitwirkung eine wichtige Rolle. Zum Beleg der Wirksamkeit zur Behandlung einer akuten depressiven Episode werden klinische Studien üblicherweise über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen durchgeführt. Zum Beleg der Rückfallprophylaxe sollten Daten über einen Beobachtungszeitraum bis zu einem Jahr oder länger vorliegen. Positive Studienergebnisse zur Rückfallprophylaxe liegen von Trockenextrakten vor, die mit Ethanol 80 % oder Methanol 80 % hergestellt wurden und in einer Dosierung von 900 mg beziehungsweise 600 bis 1800 mg täglich verabreicht wurden. Für diese Extrakte muss die Anwendungsdauer auch nicht begrenzt werden, die Sicherheit und Wirksamkeit der Langzeitanwendung bei leichten bis mittelschweren depressiven Episoden ist belegt.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.phytotherapie.co.at/PHYTO%20Therapie_4-10%20%201-20_LR.pdf</p>
<p>PHYTOTherapie Austria 4 / 2010</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Wirkung von Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird seit Jahren intensiv untersucht. Sehr interessant in obigem Zitat ist die Erwähnung der positiven Studienergebnisse zur Rückfallprophylaxe.</p>
<p>Wichtig ist auch der Hinweis, dass nicht alle Hypericum-Extrakte gleich gut wissenschaftlich belegt sind. In dieser Hinsicht gibt es tatsächlich grosse Unterschiede und es lohnt sich, genau hinzuschauen: Man kann nicht einfach sagen, Johanniskraut wirkt gegen Depressionen. Es kommt immer darauf an, in welcher Form Johanniskraut angewendet wird – weil sich daraus sehr unterschiedliche Wirksamkeiten ergeben.</p>
<p>Das gilt aber generell für Heilpflanzen-Präparate.</p>
<p>Unter anderem darum ist es wichtig, dass in Phytotherapie-Ausbildungen nicht nur gelehrt wird, welche Heilpflanzen für welche Beschwerden wirksam sind. Es sollte auch fundiertes Wissen vermittelt werden über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arzneiformen wie zum Beispiel Tee, Tinktur oder Extrakt. Und darüber, wie sich die Qualität dieser Arzneiformen beurteilten lässt.</p>
<p>Weil viele Heilpflanzen-Präparate mit fraglicher Wirkung im Handel sind braucht es mehr Menschen,  die dank fundiertem Fachwissen die Qualität beurteilen können.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  "> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Veranstaltungshinweis: Die Natur als Arzneimittelhersteller</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/15/veranstaltungshinweis-die-natur-als-arzneimittelhersteller.html</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 19:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heilpflanzen-Anwendungen sind eine bedeutende Arzneiform für die Phytotherapie. Trockenextrakte werden zum Teil intensiv erforscht, zum Beispiel aus Johanniskraut, Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Teufelskralle, Weidenrinde, Sabal, Baldrian, Echinacea / Sonnenhut, Pestwurz. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vortrag der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen</p>
<p>Datum:	 14.02.2011</p>
<p>Zeit: 18.30 Uhr</p>
<p>Ort: Schaffhausen, Aula des Berufsbildungszentrums (BBZ) hinter dem Bahnhof</p>
<p>Veranstalter:	 NGSH</p>
<p>Pflanzliche Extrakte haben seit Jahrhunderten eine zentrale Stellung als Grundlage für die Herstellung von Arzneimitteln. Im Rahmen der Phytotherapie spielen sie auch heute noch eine wichtige Rolle bei der Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden. In der modernen Wirkstoffforschung liefern isolierte reine Naturstoffe unverzichtbare Leitstrukturen für die Entdeckung neuer Medikamente, sei dies für die direkte Abwandlung eines Naturstoffs oder für die Synthese neuer, einem Naturstoff nachempfundenen Strukturen: Ein Überblick über die Bedeutung pflanzlicher Extrakte und reiner Naturstoffe in der Wissenschaft.</p>
<p>Referent: Prof. Dr. Karl-Heinz Altmann, ETH Zürich</p>
<p>Anmeldung: nicht erforderlich</p>
<p>Kosten: kostenlos</p>
<p><a href="http://http://www.ngsh.ch/">http://www.ngsh.ch/</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Extrakte sind eine wichtige Arzneiform in der Phytotherapie. Es handelt sich um konzentrierte Heilpflanzen-Zubereitungen, deren Beschaffenheit flüssig (Fluidextrakt), zähflüssig (Dickextrakt) oder trocken (Trockenextrakt) sein kann. Extrakte werden üblicherweise aus getrockneten Heilpflanzen mit einem Lösungsmittel hergestellt, welches am Schluss ganz oder teilweise wieder entfernt wird.</p>
<p>Die meisten wissenschaftlichen Studien in der Phytotherapie werden mit Trockenextrakten durchgeführt, zum Beispiel aus:</p>
<p>Johanniskraut (leichtere Depressionen)</p>
<p>Ginkgo-biloba-Extrakten (Frühstadien von Demenz)</p>
<p>Baldrian (Schlafstörungen, Unruhe, Nervosität)</p>
<p>Mönchspfeffer (Prämenstruelles Syndrom, PMS)</p>
<p>Traubensilberkerze (Wechseljahrsbeschwerden, v. a. Wallungen)</p>
<p>Weissdorn (funktionelle Herzbeschwerden)</p>
<p>Sabalfrüchte (Gutartige Prostatavergrösserung)</p>
<p>Rosskastanie (Veneninsuffizienz)</p>
<p>Passionsblumenkraut (generalisierte Angststörung, Schlafstörungen)</p>
<p>Sonnenhut, Echinacea (Immunstimulation)</p>
<p>Pestwurz (Heuschnupfen)</p>
<p>Teufelskralle („Rheuma“, Arthrose)</p>
<p>Weidenrinde („Rheuma“, Arthrose)</p>
<p>.usw&#8230;..</p>
<p>Eine zentrale Frage in der Phytotherapie ist selbstverständlich, welche Heilpflanze bei welchen Beschwerden am wirksamsten ist. Genauso wichtig ist jedoch, in welcher Arzneiform eine Heilpflanze am optimalsten zur Anwendung kommt (Z. B. Tee, Tinktur, Extrakt).  Diese Heilpflanzen-Präparate unterscheiden sich zum Teil stark in ihrer Wirkung, obwohl sie aus der selben Pflanze hergestellt werden.</p>
<p>Daher scheint es mir sehr interessant, dass die Naturforschende Gesellschaft Schaffhausen Prof. Altmann für einen Vortrag über pflanzliche Extrakte und Naturstoffe eingeladen hat.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/09/passionsblume-und-kava-kava-lindern-angstzustande.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/09/passionsblume-und-kava-kava-lindern-angstzustande.html#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 12:47:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Studie bestätig die Wirksamkeit von Kava-Kava-Extrakt und von Passionsblume bei Angstzuständen, während Johanniskraut bei dieser Indikation wirkunslos bleibt.
Die Domäne von Johanniskraut in der Phytotherapie sind Depressionen. Auch Lavendelöl wirkt bei Angstzuständen. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue Übersichtsstudie zeigt, dass bei Angstzuständen Johanniskraut nutzlos, Passionsblume und Kava hingegen sehr gut wirksam sind. Die richtige Dosis sei aber noch nicht bekannt.</p>
<p>Johanniskraut-Präparate wirken nicht gegen Angstzustände. Eine Übersichtsstudie deutet darauf hin, dass das Naturheilmittel ebenso wirkungslos ist wie Magnesiumsupplemente. Wirksam seien dagegen Mittel, die Passionsblume, die Pfefferart Kava-Kava oder eine Kombination der Aminosäuren L-Lysin und L-Arginin enthalten.</p>
<p>Die Wissenschaftler der Stiftung Global Neurosciences Initiative Foundation in Los Angeles werteten 24 Studien mit insgesamt mehr als 2000 Teilnehmenden aus. Die drei als wirksam eingestuften Präparate zeigen demnach nur schwache Nebenwirkungen. Allerdings müsse für alle Mittel noch die beste Dosis gefunden werden, schreiben die Wissenschaftler im &#8220;Nutrition Journal&#8221;.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>http://diepresse.com/home/gesundheit/600677/index.do?_vl_backlink=/home/gesundheit/index.do</p>
<p>http://www.nutritionj.com/content/9/1/42</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Diese Meldung bestätigt weitgehend frühere Erkenntnisse. Die Domäne von <strong>Johanniskraut</strong> sind leichte und mittelschwere Depressionen. Angst ist keine Indikation für Johanniskraut, angstgetönte Depression aber schon.</p>
<p><strong>Kava-Kava-Extrakte</strong> sind gut belegt in ihrer Wirkung bei generalisierten Angststörungen. Ihr Wirkspektrum ist ähnlich wie jenes der Benzodiazepine, allerdings ohne schnellen Wirkungseintritt.</p>
<p>Kava-kava-Extrakte sind allerdings in Deutschland und in der Schweiz als Heilmittel nicht mehr zugelassen, weil Nebenwirkungen an der Leber beobachtet wurden, wobei dieser Entscheid der Arzneimittelbehörden bei Phytopharmaka-Experten und pharmazeutischen Unternehmen umstritten ist. Auch die Frage nach der Lebertoxizität ist immer noch Gegenstand von Diskussionen.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/24/phytotherapie-kava-extrakt-hilft-gegen-angststoerungen.html  ">Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/08/neue-kava-studie-zeigt-wirksamkeit-waessriger-extrakte.html   ">Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte </a></p>
<p>Seit dem Verbot von Kava-Kava-Extrakten wird in der Schweiz als Alternative in Drogerien und Apotheken nicht selten ein homöopathisches Kava-Präparat  von Similasan verkauft, das Kava in Vedünnungen von D12, D15 und D30 enthält. Da in diesem Produkt praktisch keine Wirkstoffe mehr vorhanden sind, fällt auch jedes Risiko von Nebenwirkungen weg, so dass diese Tabletten problemlos eine Zulassung der Arzneimittelbehörden erhalten. Festzuhalten ist dabei aber, dass Produkte der Homöopathie generell von der Pflicht, ihre Wirksamkeit nachzuweisen befreit sind. So gibt es denn auch zum erwähnten Similasan Präparat keinerlei Studien, welche eine Wirkung auf Angstzustände dokumentieren. Wenn also in Apotheken und Drogerien anstelle von Kava-Kava-Extrakten ein praktisch wirkstofffreies, völlig anders hergestelltes und anders zusammengesetztes homöopathisches Kava verkauft wird, dann werden meines Erachtens Kundinnen und Kunden betrogen, wenn sie nicht genau über diese Unterschiede informiert werden.</p>
<p>Auch für <strong>Passionsblume</strong> ist schon verschiedentlich eine Wirkung bei Angst bzw. Angstzuständen dokumentiert worden.</p>
<p>Siehe dazu:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/11/07/phytotherapie-passionsblume-als-angstloeser.html  ">Phytotherapie: Passionsblume als Angstlöser</a></p>
<p>Hier die wichtigsten Schlussfolgerungen der Forscher aus Los Angeles im Nutrition Journal:</p>
<p>„ ..strong evidence exists for the use of herbal supplements containing extracts of passionflower or kava and combinations of L-lysine and L-arginine as treatments for anxiety symptoms and disorders&#8230;..</p>
<p>St. John&#8217;s wort monotherapy has insufficient evidence for use as an effective anxiolytic treatment.“</p>
<p>Zu ergänzen ist noch, dass in den USA Heilpflanzen-Präparate oft als Nahrungsergänzungsmittel im Handel sind. Das wirft häufig viele Fragen auf betreffend Qualität, Dosierung etc. Wenn die Autoren im Nutrition Journal schreiben, dass man die richtige Dosis noch nicht kennt, dann trifft dies vielleicht auf die us-amerikanischen Nahrungsergänzungsmittel zu. Bei en in Europa als Arzneimittel zugelassenen Phytopharmaka auf der Basis von Passionsblume und Johanniskraut würde ich das so krass aber nicht formulieren.</p>
<p>Es gibt diesen Trend, Heilpflanzen-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel statt als Arzneimittel auf den Markt zu bringen, auch bei uns, weil so die Anforderungen an einen Wirkungsnachweis entfallen. Das spart Aufwand und damit vor allem Kosten. Für die Phytotherapie ist dieser Trend aber fragwürdig, weil er die Forschung in diesem Bereich quasi überflüssig macht. Langfristig profitiert die Phytotherapie mehr von Heilpflanzen-Präparaten, die als Arzneimittel registriert und in ihrer Wirksamkeit durch Studien belegt sind.</p>
<p>Ergänzend noch zum Thema Angst / Angstzustände:</p>
<p>Neben den Klassikern Kava-Kava und Passionsblume wurde in letzter Zeit viel geforscht und entwickelt im Bereich von <strong>Lavendelöl </strong>als Angstlöser.</p>
<p>Siehe:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/24/phytotherapie-lavendelol-als-angstloser.html  ">Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser </a></p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/18/phytotherapie-lavendeloel-gegen-unruhe.html   ">Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe </a></p>
<p>Zum Thema Phytotherapie und Angststörungen gilt es generell festzuhalten, dass die Domäne der Heilpflanzen-Präparate in diesem Bereich eher bei den generalisierten Angststörungen liegt und nicht bei akuten Angstzuständen wie Panikattacken.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Wann Heilpflanzen-Präparate gut helfen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/10/03/wann-heilpflanzen-praparate-gut-helfen.html</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 11:44:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pflanzenheilkunde ist sehr beliebt - viele Heilpflanzen zeigen gute Verträglichkeit. Phytotherapie ist auch an vielen Universitäten anerkannt. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei leichten Beschwerden gelten Heilpflanzen nicht nur als gut verträgliche und wirksame Alternative. Die Pflanzenheilkunde ist auch sehr beliebt.</p>
<p>Für die Pflanzenheilkunde bzw. Phytotherapie brachte das Jahr 2004 in Deutschland wenig Gutes. Die Gesundheitsreform schloss damals auf einen Schlag fast sämtliche rezeptfreien Medikamente – und damit auch fast alle Heilpflanzen-Präparate – von der Erstattungspflicht durch die gesetzlichen Krankenkassen aus. Seitdem müssen Patienten diese Naturheilmittel aus eigener Tasche bezahlen. Anhänger der Phytotherapie befürchteten einen prägnanten Imageverlust nach dem Motto „Was die Krankenkasse nicht zahlt, kann auch nicht wirken“. Dass die Deutschen jedoch weit mehr Vertrauen in die Pflanzenmedizin haben, zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Nürnberger GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Umschau.</p>
<p>Demnach nutzen 41,7 Prozent der Bundesbürger regelmäßig oder gelegentlich Medikamente auf pflanzlicher Basis, bei Frauen liegt dieser Anteil sogar bei 53,0 Prozent. Auch Apotheker Roland Andre aus dem bayerischen Pfaffenhofen hat den positiven Trend für die Pflanzenheilkunde beobachtet: „Trotz der Einschnitte bei den Kassenleistungen sind viele Verbraucher bereit, erfolgreiche Phytopharmaka aus eigener Tasche zu bezahlen.“ Die Menschen hätten sich mit der Ungerechtigkeit abgefunden und würden Heilpflanzen deshalb nicht weniger nutzen.</p>
<p>Eines der wichtigsten Argumente für die Heilkräuter dürfte ihre gute Verträglichkeit sein. So äussern sich jedenfalls vier von fünf Befragten (80,6 Prozent). „Die in Deutschland zugelassenen rezeptfreien Arzneimittel sind so gut auf ihre Wirkungen überprüft, dass man das tatsächlich so pauschal sagen kann“, sagt auch Professorin Karin Kraft, Direktorin des Instituts für Naturheilkunde an der Universität Rostock.</p>
<p>Die Bandbreite der Heilpflanzen-Anwendungen ist gross. Ob Primeln (Schlüsselblumen) gegen Husten, Rotes Weinlaub bei Erkrankungen der Beinvenen oder Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) als hormonfreie Alternative zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden: Es gibt kaum eine Indikation, bei der sich nicht auch ein Heilpflanzen-Extrakt einsetzen ließe. „Im Gegensatz zur schulmedizinischen Therapie ist es nicht nur ein einzelner Wirkstoff, der einen bestimmten Mechanismus auslöst, sondern ein Gemisch aus einer Vielzahl von Stoffen, die man oft noch gar nicht im Detail kennt“, erklärt Dr. Bernhard Uehleke, Forscher am Institut für Naturheilkunde an der Berliner Charité. Diese Vielstoffgemische greifen an mehreren Punkten im Organismus an, wo sie wie an kleinen Stellschrauben feinregulierend wirken.</p>
<p>Die meisten Heilpflanzen-Präparate müssen daher längere Zeit angewendet werden, bis die erwünschte Wirkung eintritt. „Der Körper braucht einfach eine gewisse Zeit, um Vorgänge zu starten und das Gleichgewicht zu finden“, sagt Uehleke. Ob man mit höheren Einstiegsdosierungen gegebenenfalls schnellere Wirkungen erzielen könnte, sei jedoch noch nicht ausreichend erforscht. So eignet sich die Pflanzentherapie hauptsächlich zur Linderung leichter Beschwerden. Begleitend zu einer schulmedizinischen Therapie kann sie außerdem Nebenwirkungen abmildern oder den Heilungsverlauf verbessern.</p>
<p>Zahlreiche Phytotherapeutika zeigen jedoch schon bei einer erstmaligen Anwendung eine gute Wirkung. „Dazu zählen beispielsweise Einreibungen bei Hautproblemen oder Bäder für einen besseren Schlaf“, erklärt Uehleke. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Arzneimittel aus Extrakten von Baldrian, Hopfen oder Melisse schon bei einer einmaligen Einnahme eine ähnliche Wirkung wie die chemischen Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine haben können – ohne die lästigen katerähnlichen Folgen am folgenden Morgen.</p>
<p>Bei schweren Erkrankungen funktionieren Phytopharmaka aus dem rezeptfreien Spektrum allerdings nicht. Versuche, auch schwere Depressionen mit Johanniskraut oder höhergradige Herzinsuffizienzen mit Weißdornextrakten zu therapieren, schlugen in den vergangenen Jahren fehl. Umso mehr konzentrieren sich die Bemühungen der Pharmaindustrie auf die Entwicklung von Heilpflanzen-Präparaten zur Gesunderhaltung und zur Behandlung leichter Beschwerden. „Das ist die Domäne der Phytotherapie“, sagt Professorin Karin Kraft.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>Apotheken Umschau; 27.09.2010<br />
RYF/iStock</p>
<p><a href="http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Wann-pflanzliche-Arzneimittel-gut-helfen-75327.html">http://www.apotheken-umschau.de/Heilpflanzen/Wann-pflanzliche-Arzneimittel-gut-helfen-75327.html</a></p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>- Die Situation betreffend Erstattung von Phytopharmaka unterscheidet sich in Deutschland und in der Schweiz. In der Schweiz werden Heilpflanzen-Präparate von der Grundversicherung bezahlt, wenn ihre Wirksamkeit ausreichend in Studien belegt ist – genauso wie dies bei synthetischen Arzneimitteln gefordert wird. Das ist ein Unterschied zu Präparaten aus Homöopathie und Anthroposophischer Medizin, die von der Grundversicherung aus politischen Gründen bezahlt werden, ohne dass ihre Wirksamkeit belegt werden müsste. Weil das Gesetz &#8220;Wirksamkeit&#8221; verlangt, geschieht diese eklatante Bevorzugung meiner Ansicht nach ohne Rechtsgrundlage. Das Bundesamt für Gesundheit BAG) in Bern hat jedenfalls bisher auch nach zweimaliger Anfrage keine gesetzliche Grundlage angegeben.</p>
<p>- In der Apotheken Umschau wird ein Soforteffekt von Arzneimitteln aus Extrakten von Baldrian, Hopfen und Melisse erwähnt. Bei Baldrian-Extrakt gibt es meines Erachtens gute Hinweise aus klinischen Studien dafür, dass  sein volles Potential als Beruhigungsmittel und Schlafhilfe sich erst bei längerer Einnahme voll entfaltet. Möglicherweise gibt es schnellere Effekte bei Kombipräparaten mit Baldrian, Hopfen und Melisse &#8211; wohl aber eher wegen Hopfen &amp; Melisse.</p>
<p>- Falls Sie die Wirkungen der Heilpflanzen beruflich oder privat nutzen möchten, lohnt sich eine fundierte Ausbildung bzw. Weiterbildung. Infos auf <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch.  ">www.phytotherapie-seminare.ch.</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Neuropathieschmerz: geringfügige Linderung durch Cannabis</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/22/neuropathieschmerz-geringfugige-linderung-durch-cannabis.html</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 20:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cannabis kann Neuropathieschmerz lindern. Das zeigte eine Studie. Die "Kernkompetenz" von Cannabis liegt aber vermutlich in der Linderung von Spastik zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder von Appetitlosigkeit und Übelkeit im Verlaufe einer Krebserkrankung. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Inhalation von Cannabis hat in einer kleinen placebokontrollierten Studie neuropathische Schmerzen signifikant gelindert. Die Resultate der Studie wurden im kanadischen Ärzteblatt (CMAJ 2010; doi: 10.1503/cmaj.091414) publiziert. Die Konzentration der Droge und die Effektstärke der Wirkung waren allerdings gering.</p>
<p>Cannabis sativa wurde schon im 3. Jahrtausend vor Chr. zur Behandlung von Schmerzen verwendet und seit zwölf Jahren kann diese Wirkung auch über eine Aktivierung von endogenen Cannabinoiden im Gehirn erklärt werden. Beides belegt die therapeutische Wirksamkeit aber noch nicht.</p>
<p>Hierzu sind randomisierte klinische Studien nötig, in denen bisher hauptsächlich orale Cannabinoide eingesetzt wurden. Sie sind unter Studienbedingungen leichter anzuwenden und werfen weniger rechtliche Schwierigkeiten auf.</p>
<p>Die Wirkung der Cannabinoide blieb in der nun veröffentlichten Inhalationsstudie weit hinter den Erwartungen zurück. In einer vielzitierten Vergleichsstudie war Dihydrocodein dem halbsynthetischen Cannabinoid Nabilon überlegen (BMJ 2008; 336: 199-201). Für die meisten Fachleute haben Cannabinoide darum derzeit keinen Stellenwert in der Schmerzbehandlung.</p>
<p>Dies sehen zahlreiche Patienten offenbar anders. In Kanada sollen 10 bis 14 Prozent aller Patienten mit nicht krebsbedingten chronischen Schmerzen oder multipler Sklerose regelmäßig Cannabis anwenden. Dies bewog ein Team der McGill Universität in Montreal zu einer randomisierten Studie zur inhalativen Cannabis-Anwendung, weil diese möglicherweise stärker wirksam sein könnte als orale Präparate.</p>
<p>Die Cannabis-Droge bezogen Mark Ware und Mitarbeiter von der McGill University in Montreal von einem kanadischen Anbauer medizinischer Hanfpflanzen. Die THC-Konzentration lag bei 2,5, 6 und 9,4 Prozent.</p>
<p>Das ist prägnant tiefer als bei vielen illegal angebauten Cannabis-Pflanzen, die 20 Prozent oder mehr THC enthalten können. Für die Placebo-Gruppe wurde ein Cannabis-Produkt verwendet, dem mittels alkoholischer Extraktion das THC total entzogen worden war.</p>
<p>Von den 116 gescreenten Kandidaten konnten nur 23 in die Studie aufgenommen werden, weil die Einschlusskriterien sehr restriktiv waren. Es Teilnehmen durften nur Patienten mit neuropathischen Schmerzen nach Operationen oder Traumata. Außerdem hatte die Ethikkomission zu Beginn gefordert, dass die Patienten früher schon Erfahrungen mit der Droge gehabt haben mussten. Es sollten keine Probanden durch die Studie auf den Geschmack oder in eine Abhängigkeit gebracht werden.</p>
<p>Diese Bedingung wurde allerdings später fallengelassen. Die Teilnehmer mussten jedoch mindestens ein Jahr vor Studienbeginn Cannabis-abstinent gelebt haben, um jegliche Restwirkung und einen illegalen Beikonsum zu auszuschliessen.</p>
<p>Die Inhalation der Droge erfolgte mit handelsüblichen Pfeifen. Die Probanden wurden angewiesen, 5 Tage lang dreimal am täglich jeweils die (vorverpackte) Einzeldosis von 25 mg zu entzünden und den Rauch für 5 Sekunden zu inhalieren.</p>
<p>Im Cross-Over-Design wendete jeder Studienteilnehmer nach zwischenzeitlichen Auswaschintervallen alle 4 Dosierungen inklusive Placebo an. Während der gesamten Studie führten die Patienten ihre früheren (nicht genügend wirksame) Schmerzbehandlung mit Opioiden, Antidepressiva, Antikonvulsiva und/oder NSAID fort.</p>
<p>Nur das Cannabispräparat mit der höchsten THC-Dosis bewirkte einen signifikanten schmerzlindernden Effekt. Die Wirkungsstärke war allerdings gering: Die Differenz zum Placebo lag gerade einmal bei 0,7 Punkte (5,4 vs. 6,1) auf einer 11 Punkte-Schmerzskala. Cannabis wirkte sich günstig auf das abendliche Einschlafen und die Schlafqualität aus. Auch Angst und Depressionen besserten sich.</p>
<p>Die Droge zeigte indes auch unerwünschte Nebenwirkungen, zu denen Kopfschmerzen, trockene Augen, Benommenheit, Husten, Taubheitsgefühl und ein Brennen auf der Haut in den neuropathischen Regionen zählten.</p>
<p>Ob eine höhere THC-Konzentration eine bessere Wirkung ergeben würde, muss weiteren Studien mit einer längeren Dauer und einer flexibleren Dosierung vorbehalten bleiben, hält Mark Ware fest. Für die Patienten, welche gegenwärtig zu der illegalen Droge greifen, liefert die Studie nach Ansicht des Editorialisten Henry McQuay von der Universität Oxford in England immerhin die Gewissheit, dass sie eine wirksame Therapie durchführen (CMAJ; doi: 10.1503/cmaj.100799) – was allerdings nichts daran ändert, dass der Cannabis-Konsum in vielen Ländern illegal ist.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>www.aerzteblatt.de</p>
<p>http://www.cmaj.ca/embargo/cmaj091414.pdf</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es ist bekannt, dass es für die Linderung von Schmerzen durch Cannabis oft relativ hohe Dosierungen braucht. Wahrscheinlich ist Schmerzlinderung nicht die „Kernkompetenz“ von Cannabis. Diese liegt wohl eher in der Linderung der Spastik zum Beispiel bei Multipler Sklerose oder in der Linderung von Appetitlosigkeit und Übelkeit als Begleiterscheinungen bei Krebserkrankungen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zauberpilze reduzieren Angst Schwerkranker</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/09/22/zauberpilze-reduzieren-angst-schwerkranker.html</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 09:16:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zauberpilze (Magic Mushrooms) können Angst und Depression lindern, sind jedoch nicht ohne Risiko (zum Beispiel Horrortrip). Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zauberpilze (Magic Mushrooms) enthalten ein Halluzinogen, welches Angst und Depression bei schwer kranken Menschen vermindert. Das berichten US-amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin &#8220;Archives of General Psychiatry&#8221;.</p>
<p>Die Wissenschaftler verabreichten zwölf Freiwilligen mit fortgeschrittener Krebserkrankung, die zugleich unter starken Angstzuständen litten, einmalig 0,2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht des Pilzwirkstoffs Psilocybin oder ein Scheinmedikament (Placebo). Vor, während und nach der Gabe wurden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur der Teilnehmer überwacht. Zudem füllten die Probanden nach der Einnahme, nach einem Tag, nach zwei Wochen und dann sechs Monate lang monatlich Fragebögen zu Angst, Depressivität und Stimmung aus.</p>
<p>Der Pilzwirkstoff erwies sich in der Untersuchung nicht nur als gut verträglich und nebenwirkungsfrei. Er reduzierte auch Angst und Depressionen. Die einmalige Gabe einer moderaten Dosis Psilocybin sei ein brauchbarer und sicherer Therapieansatz, der weitere Forschungen auf diesem lange vernachlässigten Gebiet rechtfertige, folgerten die Wissenschaftler.</p>
<p>http://de.news.yahoo.com/12/20100908/thl-zauberpilze-lindern-angst-schwerkran-d343981_1.html</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dass „Magic mushrooms“ auf nützliche medizinische Wirkungen hin untersucht werden, scheint mir durchaus sinnvoll. Dies muss aber unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen geschehen, denn die „Zauberpilze“  &#8211; Pilze mit psychoaktiven Inhaltsstoffen &#8211; sind nicht einfach harmlos, sondern bergen auch ein Risikopotenzial.</p>
<p>Wikipedia schreibt dazu:</p>
<p>„Aus der veränderten Wahrnehmung der Umwelt können während der Psilocybin-Wirkung für den Konsumenten Risiken entstehen, beispielsweise die falsche Einschätzung von Gefahren beim Überqueren stärker befahrener Straßen oder beim Lenken eines Fahrzeugs. Bei Aufnahme größerer Pilzmengen kann eine Verkennung der Umgebung mit Angst eintreten (sogenannter Horrortrip, teilweise auch länger anhaltend, Hallucinogen persisting perception disorder). Ausserdem kommt es bei einer hohen Dosis nicht selten vor, dass man seine Persönlichkeit für eine kurze Zeit verliert und sich selber nicht mehr richtig erkennt. Berichtet wurde von Gesamtzeiträumen wiederkehrender Flashbacks von mehreren Monaten, in einigen Fällen bis zu mehreren Jahren. Grundsätzlich besteht die Gefahr der Aktivierung einer latent vorhandenen Psychose. Bei gesunden Personen gilt der Konsum von Psilocybin allerdings als weitgehend ungefährlich: Der Schweizer Neurologe Roland Fischer fand vor 30 Jahren bei reinem Psilocybin bei seinen Versuchspersonen nur sehr seltene und milde Langzeitreaktionen, die keine Beeinträchtigungen im Alltag erzeugten.“</p>
<p>Und was genau sind „Magic mushrooms“?</p>
<p>Dazu wieder Wikipedia:</p>
<p>„Halluzinogene bzw. psychoaktive Pilze, umgangssprachlich oder im Jargon auch Zauberpilze, Narrische Schwammerl, Psilos, Wunderpilze, Magic Mushrooms und Shrooms sind Bezeichnungen für Pilze mit psychoaktiven Inhaltsstoffen. Meist handelt es sich dabei um die psilocybin- bzw. psilocinhaltigen Gattungen der Kahlköpfe (Psilocybe), Risspilze (Inocybe) und Düngerlinge (Panaeolus). Zu den halluzinogenen Pilzen gehören auch ibotensäurehaltige Arten der Wulstlinge (Amanita), wie der Fliegenpilz. Es sind weltweit mehr als 100 Arten mit psychoaktiven Inhaltsstoffen bekannt.</p>
<p>Ein bekannter Pilz ist der Spitzkegelige Kahlkopf (Psilocybe semilanceata), der häufig auf nicht künstlich gedüngten mitteleuropäischen Weiden anzutreffen ist.“</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe</h2>
<h2>Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse</h2>
<h2>Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Baldrian als verträgliche Schlafhilfe für Senioren bestätigt</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/24/baldrian-als-vertragliche-schlafhilfe-fur-senioren-bestatigt.html</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 11:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Priscus-Liste wird Baldrian als verträgliche Schlafhilfe empfohlen. Weniger Sturzgefahr durch Baldrian-Extrakt im Vergleich zu synthetischen Schlafmitteln. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil die Menschen in Europa immer älter werden, bekommen Medikamente in ihrem Leben eine immer wichtigere Rolle. Wie wichtig, belegt die Statistik: In Deutschland nimmt jeder Kassenpatient über 60 Jahre im Durchschnitt drei Arzneimittel pro Tag ein! Das Problematische dabei: Zahlreiche dieser Medikamente sind ausgerechnet bei älteren Menschen mit Nebenwirkungen und sogar gefährlichen Risiken verbunden. Eine Arbeitsgruppe um die Wuppertaler Pharmakologin Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann hat jetzt zum ersten Mal eine für Deutschland gültige Liste von Arzneistoffen erstellt, die bei älteren Menschen wenn möglich vermieden werden sollten.</p>
<p>Die soeben publizierte PRISCUS-Liste (Dtsch.Arztebl. Int. 2010; 107(31-32): 543-51, www.priscus.net) liest sich wie ein Katalog der am häufigsten verordneten synthetischen Medikamente. 83 Arzneimittel haben die an der Beurteilung mitwirkenden 38 Experten aus acht verschiedenen Fachrichtungen als für ältere Menschen „potentiell inadäquate Medikamente“(PIM) eingestuft. Dazu zählen die in Deutschland besonders oft verordneten Schlaf- und Beruhigungsmittel Benzodiazepine, Z-Substanzen, Chloralhydrat und Diphenhydramin. Sie gefährden die Alltagssicherheit und das Reaktionsvermögen und sind eine häufige Ursache von schweren Stürzen. Benzodiazepine beispielsweise steigern das Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Patienten um 50 bis 110 Prozent! Gefürchtet sind jedoch auch ihre unerwünschten Wirkungen auf die Psyche: Sie reichen von paradoxen Reaktionen wie Unruhe und Reizbarkeit bis hin zu Depressionen und Psychosen.</p>
<p>Als eine der wenigen therapeutischen Alternativen, welche ohne unangemessene Risiken auch bei älteren Patienten angewendet werden können, nennt die PRISCUS-Liste pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian. Die beruhigende und Schlaf anstoßende Wirkung von Baldrian-Extrakten ist in randomisierten und kontrollierten wissenschaftlichen Studien gut dokumentiert. In keiner dieser Untersuchungen zeigte sich ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Konzentration, der Reaktionsgeschwindigkeit, der Wahrnehmung oder der Wachheit. Eine Erhöhung der Sturzgefahr muss nach Einnahme von Baldrian-Extrakten ebenfalls nicht befürchtet werden. Weil Baldrian-Extrakt den Schlafrhythmus nicht störet und nicht abhängig machen, können diese Heilpflanzen-Präparate im Gegensatz zu Benzodiazepinen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>www.phytotherapie-komitee.de    KFN 14/2010 – 19.08.2010</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die erhöhte Sturzgefahr bei älteren Menschen durch Schlafmittel oder Beruhigungsmittel sind ein ernsthaftes Problem. Heilpflanzen-Präparate auf der Basis von Baldrian-Extrakt, eventuell in Kombination mit Hopfen-Extrakt, Melissen-Extrakt oder Passionsblumen-Extrakt,  sind in vielen Fällen eine sichere und empfehlenswerte Alternative.</p>
<p>Zu beachten ist dabei aber:</p>
<p>Um das Potenzial von Baldrian optimal zu nutzen, scheint die Einnahme über längere Zeit sinnvoll zu sein, darauf deuten jedenfalls klinische Studien hin.</p>
<p>Die Qualität der Baldrian-Zubereitungen ist sehr unterschiedlich. Gut mit Patienten-Studien belegt sind die beruhigenden und schlafanstossenden Wirkungen nur für eine kleine Zahl von Baldrian-Präparaten auf der Grundlage von Trockenextrakten.</p>
<p>Baldriantinktur muss ausreichend stark dosiert werden. Die Dosierung ist abhängig von der Herstellungsweise der jeweiligen Tinktur: Frischpflanzentinkturen zum Beispiel enthalten in der Regel geringere Wirkstoffmengen als Tinkturen nach Arzneibuch aus getrockneten Baldrianwurzeln und müssen daher höher dosiert werden. Für die heute oft propagierten Tiefstdosierungen von zum Beispiel 3 mal täglich 3 – 5 Tropfen Baldriantinktur gibt es keinerlei Hinweise auf eine Wirkung, die über Placebo hinaus geht. Diese Tiefstdosierungs-Empfehlungen gehen zurück auf einen Hersteller von Pflanzentinkturen, der seine Produkte für 10mal wirksamer hält als vergleichbare Produkte der Konkurrenz. Sieht nach Selbstüberschätzung aus.</p>
<p>Es gibt jedenfalls meines Erachtens keine auch nur ansatzweise überzeugenden Argumente für die Richtigkeit dieser Behauptung und damit für die Tiefstdosierungen. Konsumentinnen und Konsumenten sollten daher wachsam und kritisch bleiben, damit sie nicht Naturheilmittel mit stolzem Preis aber fragwürdiger Qualität kaufen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Europäische Pflanzenmonografie: Johanniskraut gegen Depressionen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/13/europaische-pflanzenmonografie-johanniskraut-gegen-depressionen.html</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 19:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine neue Pflanzenmonografie der EU bestätigt die Wirkung von Johanniskraut gegen Depressionen. Johanniskraut ist die wichtigste Heilpflanze der Phytotherapie gegen Depressionen.Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medical Tribune Österreich berichtete kürzlich über die Entstehung der Europäischen Pflanzenmonografie für Johanniskraut. Der Text ist wohl nicht ganz einfach zu verstehen, wenn man mit dem Thema nicht vertraut ist, aber er enthält interessante Informationen. Nachfolgend deshalb eine modifizierte Zusammenfassung dieses Artikels mit anschliessendem Kommentar:</p>
<p>Nach jahrelangen Kontroversen liegt nun eine Europäische Pflanzenmonographie für Johanniskraut (Hypericum perforatum) vor. Sie gründet auf dem Bewertungsbericht von Univ.-Doz. Dr. Reinhard Länger vom AGESPharmMed- Institut Zulassung &amp; LifeCycle-Management.</p>
<p>Die Mehrheit der EU-Mitgliedsländer gab Ende letzten Jahres die Zustimmung für eine Europäische Pflanzenmonographie zu Johanniskraut sowohl für die medizinische als auch für die traditionelle Verwendung. Bisher waren Johanniskrautpräparate innerhalb der EU sehr unterschiedlich im Markt erhältlich, nämlich entweder als Nahrungsergänzungsmittel oder als Arzneimittel. Es gab Länder, die überhaupt die Evidenz der Wirksamkeit für die Behandlung von Depressionen anzweifelten – obwohl ausreichend methodisch gute Studien vorliegen. Ein aktueller Cochrane Review lieferte zudem wichtige Unterstützung bei der Interpretation der klinischen Datenlage zu Hyperici herba. In dieser Metaanalyse wurden nur jene Studien berücksichtigt, in welche ausschließlich Depressive mit einer Major Depression eingeschlossen waren.</p>
<p>Das Resultat: Die Therapie mit Johanniskraut-Trockenextrakten war in Summe Plazebo überlegen und gleich wirksam wie eine Behandlung mit synthetischen Antidepressiva.</p>
<p>Weshalb dauerte es trotz überzeugender Datenlage so lange bis zu einer EU-weiten Harmonisierung? „Das hat mehrere Gründe“, erläutert Experte und Rapporteur Doz. Länger. „Zunächst ist der Prozess der Harmonisierung sehr jung. Das Herbal Committee, welches für die Harmonisierung zuständig ist, arbeitet erst seit 2004. Die Monographien, die dort ausgearbeitet werden, sollen für die Zulassungswerber eine gemeinsame Basis bilden. Im Sinne von: Wenn mein Produkt der Monographie entspricht, dann bekomme ich sicher eine Zulassung. Es geht um ,Barrierefreiheit‘ für den Markt der pflanzlichen Arzneimittel.“</p>
<p>Ein weiterer Grund für die lange Dauer bis zu einer Harmonisierung seien die unterschiedlichen Traditionen der EU-Länder. „In Skandinavien werden überhaupt keine pflanzlichen Arzneimittel verwendet“, erklärt Doz. Länger. „In Mitteleuropa wiederum haben wir eine ganz starke Tradition.“ Und er nennt darüber hinaus noch politische Gründe, weshalb nationale Behörden so unterschiedliche Zugangsweisen haben. „Zum Beispiel Vertriebswege. Jedes Land hat seinen eigenen Vertriebsweg für pflanzliche Produkte. In manchen Ländern kommen sie gar nicht in die Apotheke. Gibt es nun eine Zulassung, ist das Produkt apothekenpflichtig.“</p>
<p>Was ist nun das Besondere an seinem Bewertungsbericht, welcher die Grundlage für die Harmonisierung war? „Zum einen war es sicher das bisher umfassendste Projekt des Herbal Commitee. Zum anderen habe ich es als Rapporteur mit großer Vehemenz vertreten“, sagt Doz. Länger. Das bedeutete auch, sich mit Argumenten der Vertreter der synthetischen Antidepressiva auseinandersetzen zu müssen.</p>
<p>Natürlich existieren nicht nur Studien, welche die Wirksamkeit von Johanniskraut belegen, sondern auch solche mit einem negativen Ergebnis. Doz. Länger erklärt dazu: „Fairerweise muss man dazu sagen, dass in der methodisch am besten durchgeführten Studie mit negativem Ausgang vor allem Patienten mit ausgeprägter schwerer Depression eingeschlossen waren. Patienten, die seit mehr als zehn Jahren darunter leiden und wo zum Teil andere Therapieansätze ohne Erfolg geblieben waren. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass etablierte Antidepressiva in dieser Studie genauso schlecht abgeschnitten hätten“.</p>
<p>Ein wichtiger Punkt in der EU-Harmonisierung war die Frage nach den pharmakokinetischen Interaktionen (Wechselwirkungen) von Johanniskraut – denn das Interaktionspotenzial der Heilpflanze ist bewiesen. Hyperforin ist – dosisabhängig – der für die Wechselwirkungen verantwortliche Inhaltsstoff von Johanniskraut.</p>
<p>Die Induktion der Enzyme CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und von p-Glykoprotein geschieht innerhalb weniger Tage nach den Beginn der Behandlung. Nach Absetzen der Johanniskraut-Medikation normalisieren sich in rund 5 Tagen die Werte wieder. Das bedeutet bei einer, wie im Fall von Depressionen, lang andauernden Behandlung mit hyperforinhaltigen Johanniskraut-Zubereitungen ist mit Wechselwirkungen zu rechnen.</p>
<p>„Es senkt den Plasmaspiegel von anderen Medikamenten“, erläutert der Experte Reinhard Länger. Allerdings betont Länger, dass auch synthetische Antidepressiva Interaktionspotenzial besitzen. „Was für das Johanniskraut spricht, ist seine bessere Verträglichkeit und deutlich geringere Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen.“ Doch zurück zu den Wechselwirkungen. Es gibt Medikamente, die einen gleichbleibenden Plasmaspiegel brauchen und wo eine Co-Medikation mit Johanniskrautpräparaten kontraindiziert ist. Bei allen anderen Wirkstoffen, die über die genannten Enzyme metabolisieren, ist besondere Vorsicht geboten.</p>
<p>Weil Depressionen sehr oft von anderen Störungen begleitet werden und daher ein einziges Medikament selten ausreichend ist, muss man sich dieser Wechselwirkungen bewusst zu sein. „Eine mögliche Lösung könnte in einer Dosisanpassung liegen“, erklärt Doz. Länger. Interaktionsstudien kamen nämlich zum Schluss, dass für einen Zeitraum von zwei Wochen keine Enzyminduktion festgestellt werden konnte – sofern die täglich aufgenommene Hypericinmenge unter 5 mg lag. Und das wiederum ist zum Beispiel beim Johanniskraut-Tee der Fall, der fast hyperforinfrei ist. Was nicht heisst, dass er keine Wirkung hat. Trinkt man den Johanniskrauttee länger als zwei Wochen, gilt die selbe Vorsicht vor Wechselwirkungen wie bei den Hypericum-Trockenextrakten.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=104128&amp;dspaid=870658</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Nun also ein paar stichwortartige Anmerkungen zu diesen interessanten Informationen aus der „Medical Tribune“:</p>
<p>- Die Erarbeitung einer Europäischen Pflanzenmonografie ist eine Massnahme der Qualitätssicherung in der Phytotherapie. Dazu wird alles verfügbare gesicherte Wissen über eine Heilpflanze zusammengetragen und bewertet – im vorliegenden Beispiel also zum Thema Johanniskraut. Heilpflanzen-Monografien werden auch erarbeitet von der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy, www.escop.com) und von der WHO. Diese Heilpflanzen-Monografien sind das Ergebnis intensiver Konsensverfahren zwischen den zuständigen Phytotherapie-Fachleuten. Sie sind nicht als endgültig-abschliessendes Urteil über eine Heilpflanze zu verstehen, sondern als Stand des gegenwärtigen Wissens in der Phytotherapie. Sie stellen dadurch wichtige Orientierungspunkte dar. Zu beachten ist allerdings, dass Phytotherapie kein geschützter Begriff ist. Es gibt daher im Bereich <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> bzw. Naturheilkunde auch viele BehandlerInnen, welche sich eher durch ihre eigenen Vorstellungen von den Wirkungen der Heilpflanzen leiten lassen und die Qualitätssicherungsmassnahmen von ESCOP und WHO kaum zur Kenntnis nehmen. Das ist sehr schade, weil die Therapievorschläge nach meiner Erfahrung dadurch oft sehr willkürlich werden, was sich für Patientinnen und Patienten negativ auswirken kann.</p>
<p>Vor allem die ESCOP-Monografien fliessen auch in die anerkannte Phytotherapie-Fachliteratur ein.</p>
<p>Beispielsweise:</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/23/buch-leitfaden-phytotherapie-von-heinz-schilcher-susanne-kammerer-tankred-wegener.html">Leitfaden Phytotherapie</a> (eher für Personen aus medizinischen Berufen)</p>
<p><a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/29/buchtipp-grune-apotheke-selbstbehandlung-mit-pflanzlichen-heilmitteln-und-–-tees-ausfuhrliches-beschwerdekapitel-uber-100-pflanzensteckbriefe-mit-wissenschaftlich-abgeschichterten-empfeh-3.html">Grüne Apotheke</a> (auch für Leute ohne medizinische Kenntnisse)</p>
<p>Anhand solcher Phytotherapie-Fachliteratur lässt sich überprüfen, ob Aussagen von Heilpflanzen-Büchern, Phytotherapie-Kursleitern etc. dem aktuellen Stand des Wissens entsprechen..</p>
<p>- Erklärung zum Begriff „Cochrane Review“: Studien können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Daher sagt eine einzelne Studie oft gar nicht so viel aus. Deshalb werden alle erreichbaren qualitativ guten Studien zusammengefasst, um daraus Schlüsse zu ziehen. Die Cochrane Collaboration erstellt solche Metastudien. Sie ist ein weltweites Netz von Wissenschaftlern und Ärzten. Ziel der Cochrane Collaboration ist es, systematische Übersichtsarbeiten (systematic reviews) zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen, aktuell zu halten und zu verbreiten.</p>
<p>- In folgendem Satz hat sich offenbar im Text der „Medical Tribune“ ein Fehler eingeschlichen:</p>
<p>„Interaktionsstudien kamen nämlich zum Schluss, dass für einen Zeitraum von zwei Wochen keine Enzyminduktion festgestellt werden konnte – sofern die täglich aufgenommene Hypericinmenge unter 5 mg lag.“ Es müsste sich hier meinem Eindruck nach um Hyperforin handeln, weil nach gegenwärtigem Stand Hyperforin die Enzyminduktion auslöst. Im nächsten Fall wird zudem auf den Johanniskrauttee verwiesen, der praktisch hyperforinfrei sei.</p>
<p>- Die Erkenntnis, dass Wechselwirkungen bei hyperforinarmen Zubereitungen erst nach zwei Wochen auftreten, sollte meines Erachtens nicht zu Kurztherapien mit Johanniskraut verleiten, denn bis zum Eintreten der Wirkung dauert es, wenn man die Studien mit Johanniskraut-Extrkten erst nimmt, auch etwa 10 – 14 Tage.</p>
<p>- Hyperforin ist zwar nicht der einzige relevante Inhaltsstoff von Johanniskaut, scheint aber doch wichtig zu sein. Wenn Johanniskrauttee praktisch hyperforinfrei ist, dann fragt sich, ob dadurch die Wirkung schlechter, gleich gut oder gar besser ist als bei hyperforinreichen Extrakt-Präparaten. Leider gibt es kontrollierten Patientenstudien zum Thema Johanniskraut gegen Depressionen nur mit Johanniskraut-Extrakten, nicht aber mit Johanniskrauttee.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Pflanzenheilkunde bei Frauenleiden&#8230;..</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 20:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die "Krone" berichtet über Heilpflanzen bei Frauenleiden: Johanniskraut, Mönchspfeffer, Traubensilberkerze &#038; Co.
Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Thema befasst sich die Boulevardzeitung „Krone“. Ein Beispiel für „Halbfalschheiten“ bzw. „Halbrichtigkeiten“, wie sie bei Medienberichten über Heilpflanzen nicht selten anzutreffen sind.</p>
<p>Die „Krone“ titelt: <em>„Frauenleiden und die Pflanzen, die dagegen helfen“</em>.</p>
<p>Und sie fährt fort:</p>
<p><em>„ Als Frau empfindet man die Einnahme von Medikamenten bei vielen Leiden oft als Belastung und macht sich Gedanken über die viele Chemie, die man einnimmt. Über pflanzliche Alternativen wissen wir leider oft nur ungenau oder nicht Bescheid und würden uns wünschen, einen Arzt zu haben, der darüber aufklärt und möglicherweise neben Medikamenten auch eine sanfte Therapie anbietet.“</em></p>
<p>Soweit einverstanden. Dann folgt ein Ausrutscher:</p>
<p><em>„ Sei es das Johanniskraut bei Depressionen oder Bärentraubenblätter bei einer Blasenentzündung – für jede Erkrankung kennen Forscher das passende Heilmittelchen.“</em></p>
<p>Die Angaben zum Johanniskraut und zur Bärentraube stimmen, aber dass die Forscher für jede Erkrankung das passende Heilmittelchen kennen, ist eine oft gehörte Übertreibung, die auch mit unzähligen Wiederholungen  nicht wahrer wird. Das wäre allzu schön, um wahr zu sein. Und es wäre seriöser, auf solche Aufplusterungen zu verzichten.</p>
<p>Dann präsentiert die „Krone“ <em>„ein paar typische Frauenleiden und Pflanzen, die dagegen helfen“</em>.</p>
<p>Ich kommentiere die Empfehlungen nachstehend:</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Blasenentzündung</em></strong><em><br />
Bärentraubenblätter als Tee oder Fertigarzneimittel<br />
Johanniskraut als Tee, Tinktur oder Fertigarzneimittel“</em></p>
<p>Kommentar: Bärentraubenblätter sind bei akuter Blasenentzündung wirksam, für Johanniskraut allerdings fehlt jeder Beleg für eine Wirksamkeit bei Blasenentzündung. In der Phytotherapie-Fachliteratur taucht der Anwendungsbereich „Blasenentzündung“ beim Johanniskraut nicht auf. Das schliesst eine Wirksamkeit nicht aus, doch müssten solche aus dem Rahmen fallenden Empfehlungen detailliert begründet werden.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Brustschmerzen</em></strong><em><br />
Mönchspfeffer als Fertigarznei in Tropfen oder Tablettenform<br />
Wolfstrappkraut als Fertigarznei in Tropfen oder Tablettenform.“</em></p>
<p>Kommentar: „Brustschmerzen“ ist als Indikation viel zu ungenau. Darunter könnte man zum Beispiel auch Angina pectoris verstehen. Im Zusammenhang mit dem Mönchspfeffer geht es um Brustspannen bei Prämenstruellem Syndrom (PMS). In diesem Bereich ist Mönchspfeffer als wirksame Heilpflanze anerkannt.</p>
<p>Dem Wolfstrappkraut hat die Kommission E als Indikation Mastodynie zugestanden, also schmerzhafte und geschwollene Brüste. Überzeugende Studien dazu fehlen allerdings. Da Wolfstrappkraut die Aktivität der Schilddrüse  beeinflusst, ist seine Anwendung zudem nicht ganz unproblematisch.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Depression</em></strong><em><br />
Johanniskraut als Fertigarznei“</em></p>
<p>Kommentar: Korrekt. Leichte und mittelschwere Depressionen wäre genauer.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Harnwegsinfekt</em></strong><em><br />
Sägepalme als Fertigarznei in Tropfen oder Kapseln“</em></p>
<p>Kommentar: Unsinnig. Die Wirksamkeit gewissen Extrakte aus der Sägepalme ist gut dokumentiert bei gutartiger Prostatavergrösserung der älteren Männer. Allenfalls könnte die Sägepalme auch Beschwerden bei Reizblase der Frau lindern, doch ist dies nicht gesichert. Für eine Wirksamkeit bei Harnwegsinfekten gibt es in der Phytotherapie-Fachliteratur meines Wissens keine Hinweise. Die Begriffe „Harnwegsinfekt“ und „Blasenentzündung“ überschneiden sich zudem, was eher verwirrlich ist.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Klimakterische Beschwerden</em></strong><em><br />
Traubensilberkerze als Fertigarznei in Tropfen oder Tablettenform“</em></p>
<p>Kommentar: Okay, allerdings nicht im Frühklimakterium, sondern spezifisch bei Wallungen.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Prämenstruelles Syndrom</em></strong><em><br />
Mönchspfeffer als Fertigarznei in Tropfen oder Tablettenform<br />
Johanniskraut als Fertigarznei“</em></p>
<p>Kommentar: Ja, Mönchspfeffer bei Prämentruellem Syndrom, vor allem wenn verbunden mit Brustspannen (Mastodynie). Überschneidung mit Punkt „Brustschmerzen“. Johanniskraut nur bei Prämenstruellem Syndrom Typ D, also mit depressiver Symptomatik.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Schlafstörungen</em></strong><em><br />
Passionsblume als Tee, Fertigarznei oder alkoholische Lösung“</em></p>
<p>Kommentar: Okay, mindestens so wirksam wären allerdings Kombinationen von Baldrian mit Hopfen.</p>
<p>- „<strong><em>Schmerzhafte Regelblutung</em></strong><em><br />
Gänsefingerkraut als Tee“</em></p>
<p>Kommentar: Gänsefingerkraut bei Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhoe) ist schlecht dokumentiert, kann Frau aber gut probieren.</p>
<p>- <em>„</em><strong><em>Zyklusstörungen</em></strong><em><br />
Mönchspfeffer als Fertigarznei“</em></p>
<p>Kommentar: Zyklusstörungen als Indikation ist zu ungenau. Präziser wäre: Zyklusstörungen infolge Gelbkörperinsuffizienz.</p>
<p>Abschliessend: Ein unsorgfältiger, wirrer, fehlerhafter Artikel, der wieder einmal zeigt, wie wenig die Qualitätssicherung in diesem Bereich der Medien greift. Den Konsumentinnen und Konsumenten kann man nur raten, nicht einfach zu glauben, was auf Papier gedruckt oder im Internet veröffentlicht wird, sondern sich selber schlau zu machen.</p>
<p>Phytotherapie hat im Bereich Gynäkologie einiges zu bieten. Präzise Infos dazu zum Beispiel im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?lang=de&amp;ses=c7affb6eb8cf&amp;file=300">Heilpflanzen-Seminar</a> oder im <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=c7affb6eb8cf">Phytotherapie-Lehrgang</a>.</p>
<p>Quellenangabe zum Krone-Artikel:</p>
<p>http://www.krone.at/Gesund-Fit/Frauenleiden_und_die_Pflanzen._die_dagegen_helfen-Kraeutermedizin-Story-212575, medical press (tönt doch seriös, oder?)</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe  Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse www.phytotherapie-seminare.ch Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6 Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15 ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/08/01/grosse-qualitatsunterschiede-bei-heilpflanzen-praparaten.html</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 20:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für die Phytotherapie ist es nicht nur wichtig, welche Heilpflanze bei welcher Krankheit optimal eingesetzt wird. Genauso wichtig ist, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze zur Anwendung kommen soll. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschrift „Viamedici“ spricht ein wichtiges Thema an: Die Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten:</p>
<p>„ Johanniskraut gegen Depressionen, Mistel bei Krebs, Weißdorn bei Herzinsuffizienz &#8230; &#8211; so oder ähnlich lauten die Headlines in naturheilkundlichen Ärztezeitschriften. &#8220;Gesundheitssendungen&#8221; im Fernsehen schüren das Interesse der Patienten und erwecken oft ungerechtfertigte Hoffnungen. Gerade im Bereich der Phytotherapie die Spreu vom Weizen trennen zu können, ist keine leichte Aufgabe für Ärztin oder Arzt. Es gibt durchaus Phytotherapeutika, deren klinische Wirksamkeit und Unbedenklichkeit weitgehend nach schulmedizinischen Kriterien nachgewiesen sind. Ein Problem bei der Bewertung von Pflanzenpräparaten ist jedoch die Standardisierung. Denn die Pflanzenextrakte sind Vielstoffgemische, die von Präparat zu Präparat variieren &#8211; je nach Zusammensetzung, Konzentration und Extraktionsverfahren. Johanniskrautpräparat ist also nicht gleich Johanniskrautpräparat. Auf einen standardisierten Extrakt, eine klare Deklaration der Inhaltsstoffe und eine exakte Dosierung kommt es an.“</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.thieme.de/viamedici/medizin/alternativ/phytotherapie1.html#anker2</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Hinweis ist für die Phytotherapie sehr wesentlich. Genau genommen kann man also nicht sagen:</p>
<p>Johanniskraut wirkt gegen Depressionen</p>
<p>Weissdorn lindert Herzschwäche</p>
<p>Echinacea steigert die Aktivität des Immunsystems</p>
<p>Mariendistel schützt die Leber</p>
<p>Etc&#8230;&#8230;.</p>
<p>Man müsste sagen: Weissdorn in dieser bestimmten Form (Tinktur, Extrakt, Tee), dieser bestimmten Konzentration und Dosierung, verbessert die Arbeit des Herzmuskels.</p>
<p>Das heisst: Es geht in der Phytotherapie nicht nur darum zu lernen, welche Heilpflanze gegen welches Leiden wirksam ist. Wir müssen (oder dürfen) uns auch sehr genau damit auseinandersetzen, in welcher Form die entsprechende Heilpflanze optimal zur Anwendung kommen soll. Die Wichtigkeit dieser Frage ist aber vielen Leuten nicht klar. Daher werden auch zahlreiche Heilpflanzen-Präparate entwickelt, verkauft und konsumiert, die in ihrer Wirksamkeit sehr fraglich sind.</p>
<p>Falls Sie lernen wollen, wie sich die Spreu vom Weizen unterscheiden lässt, empfehle ich meine Lehrgänge <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=300&amp;lang=de&amp;ses=ec8da73d784c">„Heilpflanzen-Seminar“</a> oder <a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=130&amp;lang=de&amp;ses=ec8da73d784c">„Integrative Phytotherapie“</a>.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15   ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Johanniskraut &amp; Sonnenlicht</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/26/johanniskraut-sonnenlicht.html</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 18:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Risiko von Photosensibilisierung durch Sonnenbestrahlung während einer Johanniskraut-Therapie wird offenbar überschätzt. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das photosensibilisierende Potenzial von Johanniskraut (Hypericum perforatum) werde dramatisch überschätzt, schreibt die Firma Steigerwald in einer Pressemitteilung.</p>
<p>Nur bei wiederholter Einnahme sehr hoher Hypericum-Extrakt-Konzentrationen, wie sie beispielsweise in der antiviralen Therapie von HIV-Patienten zum Einsatz kommen, könnte mit einer gesteigerten Lichtempfindlichkeit der Haut, also einer Photosensibilisierung, zu rechnen sein. Dieser spezifische Indikationsbereich benötigt allerdings ein Mehrfaches der für Johanniskraut zugelassenen Tagesdosis, nämlich mindestens 2000 mg. Die für die Therapie von Depressionen behandlungsrelevanten Dosierungen seien hingegen in aller Regel viel zu tief, um eine phototoxische ­Reaktion hervorrufen zu können.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=34095&amp;type=0</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Text basiert zwar auf einer Pressemitteilung von Steigerwald, einem Hersteller von Heilpflanzen-Präparaten auf der Basis von Johanniskraut-Extrakt. Es gibt aber schon seit einiger Zeit Hinweise aus anderen Quellen, wonach die Photosensibilisierung durch Johanniskraut-Extrakte nicht so stark ist, wie dies oft dargestellt wird.</p>
<p>Klar ist aber, dass sinnvollerweise während einer Johanniskraut-Behandlung intensive Sonnenbestrahlung vermieden werden sollten – das ist sowieso empfehlenswert auch ohne Johanniskraut-Einnahme.</p>
<p>Der Hinweis im Text auf eine antivirale Therapie bei HIV-Patienten mit Hypericum-Extrakt ist meines Erachtens fragwürdig, weil er falsche Hoffnungen machen kann.</p>
<p>Setzt man HIV-verseuchten Blutkonserven den Johanniskraut-Wirkstoff Hypericin zu und setzt man diese anschliessend einer kurzen Lichtbestrahlung aus, so werden die HIV-viren inaktiviert. Was im Labor prompt funktioniert, lässt sich aber nicht so einfach auf HIV-Patienten übertragen. Bereits 1999 wurde eine erste klinische Studie publiziert, in welcher sich unter Hypericin-Therapie die Viruslast bei HIV-Patienten nicht reduzierte, hingegen kam es bei den meisten teilnehmenden Personen zu schweren phototoxischen Reaktionen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
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<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Schlafmittel begünstigen Stürze älterer Menschen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/07/14/schlafmittel-begunstigen-sturze-alterer-menschen.html</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 18:22:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zahrlreiche Beruhigungsmittel und Schlaftabletten steigern die Struzgefahr von Senioren. Heilpflanzen-Extrakte aus Baldrian, Passionsblume, Hopfen Melisse oder Lavendelöl haben dieses Risiko nicht. Weiterbildung für Krankenpflege: Spitex, Palliative Care, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Spital.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einnahme von Schlaftabletten oder Beruhigungsmitteln, aber auch von Medikamenten gegen Depressionen erhöhen bei älteren Personen die Gefahr von schweren Stürzen, die im Alter mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergehen. Fachleute raten in den Archives of Internal Medicine (2009; 169: 1952-1960) zu einer zurückhaltenden Verordnung.</p>
<p>Mehr als 30 Prozent aller Menschen über 65 Jahre stürzen mindestens einmal jährlich. Dabei erleiden sie nicht selten Verletzungen und Knochenbrüche, die eine Hospitalisierung nötig machen. Nicht weniger als 85 Prozent aller verletzungsbedingten Klinikbehandlungen und 40 Prozent aller Einweisungen in Pflegeheime werden durch Stürze von Senioren verursacht, berichten John Woolcott und Mitarbeiter von der Universität Vancouver.</p>
<p>Die Gründe für die Stürze sind vielfältig. Nicht selten werden sie jedoch durch Medikamente begünstigt. Dies war vor zehn Jahren schon Gegenstand einer Meta-Analyse (RM Leipzig et al. J Am Geriatr Soc 1999; 47: 30-9 und 40 bis 50). In der Zwischenzeit wurden 22 weitere Studien dazu veröffentlicht.</p>
<p>Sie stellen in die Aussagen auf eine solide Basis von beinahe 80.000 Patienten im Alter von mehr als 60 Jahren. Für Sedativa und Hypnotika (Odds Ratio OR 1,47), Antidepressiva (OR 1,68) und Benzodiazepine (OR 1,57) wurde ein signifikant erhöhtes Risiko für Stürze gefunden.</p>
<p>Beta-Blocker und Diuretika, welche in früheren Studien mit einer erhöhten Sturzgefahr in Verbindung gebracht wurden, sind nicht mehr betroffen. Woolcott fordert zu einem indikationsgerechten Einsatz der psychotropen Medikamente auf, weil dadurch zahlreiche Stürze vermieden werden könnten.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>www.aerzteblatt.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Dieser Beitrag im Aerzteblatt ist meines Erachtens ein starkes Argument für Schlafmittel aus Heilpflanzen wie Baldrian, Passionsblume, Hopfen oder Melisse, bei denen eine Erhöhung der Sturzgefahr nicht zu befürchten ist. Solche Heilpflanzen-Extrakte helfen nicht in jedem Fall, aber doch oft genug, um sie als ernsthafte Option zu berücksichtigen.</p>
<p>Auch Lavendelöl sollte als Schlafhilfe und Beruhigungsmittel vermehrt berücksichtigt werden.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Verdauungsbeschwerden durch Fruktoseunverträglichkeit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/05/04/verdauungsbeschwerden-durch-fruktoseunvertraeglichkeit.html</link>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 01:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Verdauungsbeschwerden durch Fruktoseunverträglichkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen nach dem Konsum von Fruchtsaft oder Obst Bauchschmerzen und Durchfall und übel riechende Blähungen bekommen, so leiden sie möglicherweise unter einer Fruktose-Unverträglichkeit. „Auch andere Getränke, gesüßte Milchprodukte, viele Fertiggerichte und in Marinaden eingelegte Lebensmittel enthalten sehr häufig Fruchtzucker und können bei Personen mit einer Fruktose-Unverträglichkeit Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Müdigkeit und sogar Depressionen verursachen.</p>
<p>Tauchen diese Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr von Fruchtsäure enthaltenden Lebensmittel auf, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Fruktose-Unverträglichkeit vorliegt&#8221;, empfiehlt Prof. Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Mit Hilfe eines Wasserstoffatemtests und einer Messung des Fruktose-Spiegels im Blut kann die Fruchtzucker-Unverträglichkeit gut festgestellt werden.</p>
<p>Einer Fruktose-Unverträglichkeit (Fructose-Intoleranz) liegt eine Störung der Fruktoseaufnahme im Dünndarm zugrunde, eine so genannte Fruktose-Malabsorption. Dadurch steigert sich die Fruktose-Konzentration im gesamten Darm. Der Fruchtzucker im Darm zieht Wasser aus umgebenden Regionen an, so dass es zu Durchfall kommt. Im Darm wird die Fruktose von Mikroorganismen verarbeitet, wobei sich Gase entwickeln, die zu Blähungen führen. „Der Zuckeraustauschstoff Sorbit, der häufig in Süßigkeiten wie zum Beispiel Kaugummi zu finden ist, sowie Laktose aus Milchprodukten hemmen die Aufnahme von Fruktose, so dass es zu einer Verstärkung der Symptome kommt&#8221;, erklärt Prof. Raedsch.</p>
<p>Mit der Zeit können sich die Bakterien, welche den Fruchtzucker vergären, stark vermehren und auch den Dünndarm besiedeln. „Die Symptome werden dann oftmals immer schlimmer, obwohl sich der Betroffene mit reichlich Obst und Gemüse eigentlich gesund ernährt&#8221;, erläutert Prof. Raedsch. Eine mangelhafte Verdauung von Fruchtzucker geht auch mit einer reduzierten Aufnahme von Tryptophan einher. Diese Substanz braucht der Organismus, um den Neurotransmitter Serotonin zu produzieren. Die Folgen eines Serotonin-Mangels können depressive Verstimmungen und ständiger Hunger auf Süßes sein.</p>
<p>Die Beschwerden gehen meist zurück, wenn man stark Fruktose-haltige Lebensmittel meidet. „In welchem Umfang dies geschehen sollte, ist von der Ausprägung der Fruktose-Malabsorption abhängig, und sollte daher in enger Absprache mit dem Arzt geklärt werden&#8221;, rät der BDI-Experte. Meist hilft es, weniger Säfte zu trinken und vorzugsweise fruktosearmes Obst wie zum Beispiel Aprikosen, Bananen und Orangen zu verzehren. Gemüsesorten, die wenig Fruktose enthalten, sind Zum Beispiel Mangold, Spinat, Feldsalat, Endivie. „Häufig sind beträchtliche Mengen an Fruktose in Diät-Produkten zu finden, die mit dem Argument propagiert werden, ‚ohne Haushaltszucker&#8217; oder ‚nur mit Fruchtzucker&#8217; hergestellt zu sein. Auch auf diese Lebensmittel sollte man bei einer fruktosearmen Ernährung nur in geringen Mengen zurückgreifen&#8221;, empfiehlt Prof. Raedsch.</p>
<p>Rund 30% der Bevölkerung in Mitteleuropa haben eine beeinträchtigte Fruktoseaufnahme. Etwa die Hälfte dieser Menschen zeigen auch Symptome.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.internisten-im-netz.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die Fruktose-Unverträglichkeit ist ein gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, länger anhaltende Verdauungsbeschwerden diagnostisch genau abzuklären.<br />
Das ist auch ein wichtiger Punkt auch für den Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin.<br />
Meiner Erfahrung nach wird nicht selten zu lange ohne sorgfältige diagnostische Abklärung herumtherapiert. Das ist manchmal einfach unsinnig und in gewissen Fällen gefährlich.<br />
Die heiklen Punkte im Bereich Naturheilkunde / Komplementärmedizin liegen mehr im Bereich mangelhafter oder gar fehlender Diagnostik als im Bereich der Therapie.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>ZDF-Doku: Was ist Phytotherapie?</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/03/18/zdf-doku-was-ist-phytotherapie.html</link>
		<comments>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/03/18/zdf-doku-was-ist-phytotherapie.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 00:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ZDF-Doku: Was ist Phytotherapie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Phytotherapie wird von vielen Leuten immer noch verwechselt und in einen Topf geschmissen mit Homöopathie, Bachblüten, Spagyrik oder ähnlichen Methoden.</p>
<p>Dabei unterscheiden sich die theoretischen Grundlagen, die Weltbilder und der Forschungsstand dieser Verfahren fundamental. Längst nicht alle Naturheilmittel aus Heilpflanzen zählen zur Phytotherapie.<br />
Nur wer differenzieren kann ist auch in der Lage, eine fundierte Wahl zu treffen.</p>
<p>Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) brachte am 20. September 2009 unter “Doku Gesundheitsthemen” einen Bericht über die moderne Phytotherapie.<br />
Als Expertin Auskunft gibt Prof. Karin Kraft vom Lehrstuhl für Naturheilkunde in Rostock, eine ausgewiesene Kennerin der Phytotherapie.</p>
<p>Die Sendung ist in sechs Teilen auf youtube veröffentlicht worden.<br />
Hier die Links und eine kurze Beschreibung des Inhalts.</p>
<p>Moderne Phytotherapie Teil 1:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=6mfyUUOo8eg&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=6mfyUUOo8eg&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=6mfyUUOo8eg&amp;feature=related"></a><br />
Beinwell (Wallwurz) bei Verstauchungen, Knochenbrüchen, Gelenkerkrankungen,<br />
Prellungen, Zerrungen.<br />
Johanniskraut als wirksames Antidepressivum.<br />
Heilpflanzen-Anbau (Johanniskraut, Brennessel).<br />
Herstellung von Heilpflanzen-Präparaten.</p>
<p>Moderne Phytotherapie Teil 2:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=gf7uSf98e6Q&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=gf7uSf98e6Q&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a></p>
<p>Anbau von Sonnenhut (Echinacea).<br />
Weissdorn bei Herzbeschwerden und Herzschwäche.<br />
Weissdorn-Versuchsplantage.</p>
<p>Moderne Phytotherapie Teil 3:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=gMsTJPWvjps&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=gMsTJPWvjps&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a></p>
<p>Weissdorn-Versuchsplantage.<br />
Weissdorn bei leichten Formen der Herzinsuffizienz und leichten Formen von Herzrhythmusstörungen.<br />
Interview mit Dr. Axel Bolland, Arzt für Balneologie und Naturheilkunde.<br />
Wert des Sammelns von Heilpflanzen.<br />
Wiesengeissbart (Mädesüss), Holunder.</p>
<p>Moderne Phytotherapie Teil 4:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=WFwc6zK_WdE&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=WFwc6zK_WdE&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a></p>
<p>Holunder gegen Erkältungskrankheiten und Fieber.<br />
Kamille zur Wundheilung, gegen Magen-Darm-Beschwerden.<br />
Brombeerblätter gegen leichte Durchfälle, Entzündungen im Mund.<br />
Zitate aus den Schriften Hildegard von Bingen‘s.<br />
Johanniskraut-Analyse.</p>
<p>Moderne Phytotherapie Teil 5:<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=-tYNvX_pPb8&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=-tYNvX_pPb8&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a></p>
<p>Johanniskraut-Analyse.<br />
Johanniskraut bei schwerer bis mittelschwerer Depression gut belegt nach Aussage von Prof. Karin Kraft.<br />
Kamillenblüten (Anbau).<br />
Ginkgo-Anbau, Heilpflanzen-Forschung.<br />
Löwenzahn.</p>
<p>Moderne Phytotherapie 6<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=gNRg2C06zE4&amp;feature=related"></a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=gNRg2C06zE4&amp;feature=related">www.youtube.com/watch</a></p>
<p>Heilpflanzen-Forschung, Lavendelöl, Heilpflanzen-Sammeln,<br />
Kamillen-Dampfinhalation,<br />
Baldrian, Melisse, Hopfen für Beruhigungsbad.<br />
Zwiebel bei Insektenstichen.<br />
Pflanzenmedizin fördert Verlangsamung, Zuwendung, Achtsamkeit.</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Für Phytotherapie-Fachleute bietet die Sendung wohl kaum neue Erkenntnisse.</p>
<p>Für Laien gibt sie aber einen guten Einblick in die verschiedensten Bereiche der Phytotherapie. Der Heilpflanzen-Anbau, die Heilpflanzen-Forschung, die Produktion von Arzneimitteln aus Heilpflanzen und verschiedene Anwendungsbereiche werden vorgestellt.</p>
<p>Darüber hinaus zeigt der Film aber auch, dass die Auseinandersetzung mit der Pflanzenheilkunde die Beziehung zur Natur stärken und die Eigenkompetenz der Menschen fördern kann. Diese wichtigen Vorzüge sollten meiner Ansicht nach erhalten und gepflegt werden. Falls Sie Heilpflanzen auf Exkursionen kennenlernen oder ihr Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen wollen, dann schauen Sie doch einmal in meinen Kurskalender:<br />
<a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=50&amp;lang=de&amp;ses=af1d6fa29664"></a><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch/index.php?file=50&amp;lang=de&amp;ses=af1d6fa29664">www.phytotherapie-seminare.ch/index.php</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Bewegung beugt Depressionen vor</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2010/01/07/bewegung-beugt-depressionen-vor.html</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 21:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. 
Bewegung beugt Depressionen vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wahrscheinlich häufige Ursache von Depressionen sei der Bewegungsmangel, so die Wiener Psychiaterin Liane Saxer-Novotny im pressetext-Interview: &#8220;Bedingt durch das Internet und das Fernsehen und die dadurch hervorgerufene Sprachlosigkeit und damit Kritiklosigkeit in den Familien, kommt es zu Inaktivität und Isolation.&#8221; Das treffe hauptsächlich bei Jugendlichen zu.</p>
<p>&#8220;Von einer Depression spricht man, wenn ein Leidensdruck besteht, der länger als 14 Tage anhält. Die Menschen leiden unter einer Lust-, Freud- und Interessenlosigkeit, meist gepaart mit Antriebsmangel bis hin zur schweren Bewegungsarmut&#8221;, erläutert die Fachärztin. Zudem komme es oft auch zu Angstzuständen und einem Vermeidungsverhalten mit innerpsychischer Zurückgezogenheit.</p>
<p>Die Expertin kritisiert, dass es in der Bevölkerung immer noch zahlreiche falsche Vorurteile gegen den Besuch eines Psychiaters gibt. &#8220;Dabei wäre das rasche Aufsuchen des Experten von großem Vorteil, denn je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto eher ist eine Heilung zu erwarten&#8221;, betont Saxer-Novotny. &#8220;Viele Betroffene scheuen sich vor dem Arztbesuch, weil sie Depressionen mit Verrücktsein assoziieren.&#8221; Die Psychiaterin hält dies für eine völlige Missdeutung, denn bei der Depression handle es sich um eine psychiatrische Erkrankung, die mit einer Stoffwechselstörung von Neurotransmittern im Sinne eines Mangels derselben gleichzusetzen ist.</p>
<p>&#8220;Der Psychiater klärt zunächst in einem ausführlichen Gespräch die Situation ab und erstellt einen psychiatrischen Status.&#8221; Mit der Diagnose wird dann die Behandlung entweder medikamentös und oder auch psychotherapeutisch eingeleitet. &#8220;Der Psychiater spielt bei der Behandlung die Rolle des Arztes und führt Regie&#8221;, erläutert Saxer-Novotny.</p>
<p>Vielfach gebe es auch den Irrglauben, dass eine Depression einer Ursache zugeordnet werden kann, was aber nicht immer zutreffend sei, erklärt Saxer-Novotny. Statements wie &#8220;Du bist doch nicht verrückt&#8221; zählen leider immer noch zum Alltag. &#8220;Dabei ist es ist wichtig, dass man sich nicht vor der Meinung der Familie, der Freunde und Arbeitskollegen fürchtet und mit Familie und Freunden über alltägliche Probleme spricht&#8221;, erklärt die Psychiaterin.</p>
<p>Kontraproduktiv sei auch die Flucht in verschiedene Süchte wie Essen, Alkohol, Nikotin oder Drogen, gefährlich aber auch die Flucht in die Arbeit. Die Psychiaterin rät dazu, unwichtige Stressfaktoren aus dem Leben zu streichen und mehr darauf zu achten, die eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen. &#8220;Ein völliger Irrglaube ist auch, dass man über das Internet geheilt werden kann&#8221;, hält Saxer fest. Eine Depression sei eine Erkrankung, die fachkundige Behandlung erforderlich mache, erklärt die Expertin, und es sei absolut wichtig, nicht zu lange zu warten, um diese in Anspruch zu nehmen.</p>
<p>Die oft gehörte Meinung, man lasse sich nicht mit Medikamenten vollstopfen, könne man heute vernachlässigen, erklärt Saxer. &#8220;Moderne Therapeutika haben wenig Chemie, wirken schnell, haben kaum Nebenwirkungen und erzeugen keine Sucht. Es obliegt dem Können des Experten, den Patienten so einzustellen, dass er optimal versorgt wird.&#8221;</p>
<p>Die Psychiaterin empfiehlt neben der regelmäßigen körperlichen Betätigung auch einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus einzuhalten, äußere Einflüsse wie TV-Konsum und soziale Aktivitäten zu fokussieren und je nach Erfordernis zu reduzieren oder zu forcieren sowie auf eine gepflegte Sprachkultur zu achten. &#8220;Wichtig ist auch die Frage, wie man mit Aggressionen umgeht und welches Selbstwertgefühl man empfindet.&#8221;</p>
<p>Die heutige Gesellschaft mit ihrer Schnelllebigkeit und dem hohen Maß der Perfektionierung stelle für viele eine große psychische Belastung dar, sagt die Medizinerin. &#8220;Daher ist es wichtig, nicht nur auf die physischen, sondern auch auf die psychische Gesundheit zu achten und die Dienste von Fachexperten in Anspruch zu nehmen, wenn dies notwendig ist&#8221;, hält Saxer-Novotny abschließend fest.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.journalmed.de/</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>1. Bewegung, die hier als Vorbeugung gegen Depressionen empfohlen wird, ist eine der klassischen fünf Säulen der Naturheilkunde nach Sebastian Kneipp. Die gesundheitliche Bedeutung regelmässiger Bewegung wird inzwischen durch viele Studien bestätigt.</p>
<p>Ein schönes Zitat zur antidepressiven Wirkung von Bewegung gibt es von Søren Kierkegaard (1813 &#8211; 1855):</p>
<p>“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”</p>
<p>2. Aus Sicht der Phytotherapie könnte man noch ergänzen, dass bei leichten und mittelschweren Depressionen Heilpflanzen-Präparate aus Johanniskraut-Extrakt eine Option sind.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Lavendel belebt in der dunklen Jahreszeit</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 14:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Lavendel belebt in der dunklen Jahreszeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dieser Schlagzeile berichtete das Portal www.nachrichten.at kürzlich über Heilkräuter, die in der dunklen Jahreszeit helfen können, die Stimmung aufzuhellen.<br />
In der dunklen Jahreszeit kämpfen viele Menschen mit einer trüben Gemütslage. Heilkräuter können dann helfen, die Stimmung aufzuhellen. Heilpraktikerin Anke Herrmann vom Naturheilkundeverein NHV Theophrastus mit Sitz in München gab im Gespräch mit dem dpa-Themendienst Tipps für verschiedene Anwendungen.</p>
<p>Der Text ist meiner Ansicht nach ein Beispiel für fragwürdige und ziemlich willkürliche Ratschläge im Internet und er verdeutlicht die fehlende Qualitätssicherung im Bereich Naturheilkunde / Pflanzenheilkunde / Komplementärmedizin. Ich schildere den Text hier und stelle meine Einwände dazu. Es geht mir dabei aber nicht nur um diesen konkreten Text. Es fehlt meiner Ansicht nach fundamental an kritischer Auseinandersetzung mit solchen Themen. Abgesehen von ein paar juristischen Einschränkungen (z. B. Ehrverletzung, Rassismus, Genozid-Leugnung) darf im Internet ja jeder Mensch schreiben, was ihm oder ihr in den Sinn kommt.</p>
<p>Das ist auf dem Boden der Meinungsäusserungsfreiheit auch richtig so. Nur stellt sich dann die Frage: Wenn tausende von Aussagen nebeneinander stehen, wie soll sich der Konsument oder die Konsumentin, die oft kein entsprechendes Fachwissen haben, eine eigene Meinung bilden? Dazu braucht es meiner Überzeugung nach kritische Auseinandersetzung. Wer Heilwirkungen behauptet, soll plausible Begründungen liefern. Leere Behauptungen reichen nicht, weil man sie nur blind glauben oder blind ablehnen kann. Nur im Austausch von Argumenten und Gegenargumenten können meiner Ansicht nach mündige Menschen zu eigenen Schlüssen kommen.</p>
<p>Kursiv gesetzt folgen nun die Zitate aus dem Text und anschliessend meine Fragen und Einwände:</p>
<p><em>“ÄTHERISCHE ÖLE: Viele Heilpflanzen enthalten ätherische Öle, die sich positiv auf die Seele auswirken. An erster Stelle steht für Herrmann der Lavendel &#8211; sein Öl regt den Kreislauf an. ,Er impliziert das Gefühl von Urlaub, Provence und Wärme und lässt sich daher ganz gezielt in der dunklen Jahreszeit einsetzen‘, sagt die in Großschirma (Sachsen) tätige Heilpraktikerin.”</em></p>
<p>Dass Lavendelöl manchen Menschen wohltut, würde ich durchaus anerkennen. Wir reagieren in vielen  Bereichen unterschiedlich auf ätherische Öle. Die Frage ist aber, ob es darüber hinaus Wirkungen gibt, die verallgemeinerbar sind und einer grossen Zahl von Lesenden empfohlen werden können. Für Lavendelöl ist als verallgemeinerbare Wirkung vor allem ein beruhigender, entspannender Effekt dokumentiert. Für kreislaufanregende und stimmungsaufhellende Wirkungen scheint mir das nicht annähernd der Fall zu sein. Was ist hier zudem mit kreislaufanregend gemeint? Herzstärkend? Blutdrucksteigernd? Durchblutungsfördernd?</p>
<p><em>“Rosmarin klärt den Geist und vermittelt ebenfalls Wärme. Generell stimmungsaufhellend wirkt Geranium. Melisse empfiehlt Herrmann als ausgleichende Pflanze: ,Sie wirkt anregend für diejenigen, die zu wenig Power haben, und beruhigend auf hibbelige Menschen.‘ Vor allem für Tee bietet sich Melisse an.”</em></p>
<p>Rosmarinöl klärt den Geist &#8211; das tönt schön, aber was ist genau damit gemeint. Wovon wird der Geist geklärt und wie? Dokumentiert ist bei Rosmarinöl eine anregende, belebende Wirkung. Das kann wohl bei &#8220;trüber Stimmung&#8221; durchaus nützlich sein.<br />
Dass Geranium “generell stimmungsaufhellend wirkt”, scheint mit eine gewagte Behauptung. Gemeint ist wohl das ätherische Öl aus Pelargonium graveolens (Rosengeranie, Duftpelargonie, Duftgeranie). Im führenden Aromatherapie-Fachbuch von Wabner &amp; Baier (2009) ist zwar eine antidepressive Wirkung der Geranie erwähnt, allerdings bei hormonell bedingter Depression, also nicht bei trüber Gemütslage in der dunklen Jahreszeit. Und selbst die stimmungsaufhellende Wirkung bei hormonell bedingter Depression ist nicht dokumentiert.</p>
<p>Melisse als ausgleichende Pflanze in Teeform, je nach Bedarf anregend oder beruhigend, das tönt sehr ideal. Die Melisse macht also immer genau das, was man gerade nötig hat. Dokumentiert ist zwar nur die beruhigende Wirkung, doch würde ich nicht ausschliessen, dass es auch Menschen gibt, bei denen Melisse anregende Effekte zeigt. Nur verallgemeinern würde ich dies nicht.</p>
<p><em>“BITTERSTOFFE: Etliche Heilpflanzen enthalten Bitterstoffe, die stimmungsaufhellend und klärend wirken. ,Sie regen die Leber an‘, erläutert die Heilpraktikerin. Denn bei vielen Verstimmungen sei die Leber betroffen, die als Organ der Lebenskraft gilt. Besonders viele Bitterstoffen stecken in Wermut und Tausendgüldenkraut.”</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em>Dass Bitterstoffe stimmungsaufhellend und klärend wirken sollen, ist eine Behauptung, die völlig in der Luft schwebt und genauer begründet werden müsste. Bitterstoffe sind nur definiert durch ihren bitteren Geschmack. Chemisch gesehen kann es sich um sehr unterschiedliche Substanzen handeln, denen nur gemeinsam ist, dass sie unsere Bitterrezeptoren erregen. Der behauptete stimmungsaufhellende und klärende Effekt müsste daher nur schon durch die Wahrnehmung der Geschmacksqualität “bitter” zustande kommen. Ob das möglich ist und so stattfindet, ist total ungeklärt.</p>
<p>Ziemlich fragwürdig scheint mir auch die Behauptung, dass bei vielen Verstimmungen die Leber “betroffen” ist. Wie genau betroffen? Was läuft genau schief in der Leber bei Verstimmungen? Diese vagen, nebulösen, schwammigen Ausdrücke sind problematisch. So kann man eigentlich immer behaupten was man will.</p>
<p>Und die Leber gilt “als Organ der Lebenskraft”. Tönt schön, sagt aber kaum etwas. Auf Nachfrage hat mir jedenfalls noch niemand auch nur eingermassen plausibel erklären können, was er / sie unter Lebenskraft konkret versteht.<br />
Emil du Bois-Reymond hat bereits 1848 die “Lebenskraft” als eine “Dienstmagd für alles” verspottet. Man kann mit ihr jedenfalls fast alles und auch das Gegenteil von fast allem begründen.</p>
<p>Bitterstoffe “regen die Leber an”. Auch dies eine ausgesprochen vage und pauschale Ausdrucksweise. Die Leber hat doch sehr zahlreiche, unterschiedliche Aufgaben. Was also wird genau angeregt?  Die Entgiftungsfunktionen der Leber zum Beispiel? Dann würden auch viele lebenswichtige Medikamente rascher abgebaut. Könnte bei gewissen Patienten tödlich enden. Ernsthafte Warnungen vor der Einnahme von Bitterstoffen gleichzeitig mit wichtigen Medikamenten wären unumgänglich.<br />
Oder ist das alles gar nicht so ernst gemeint und nur so daher geplaudert? Die Phytotherapie-Fachliteratur ist sich mehr oder weniger einig, dass Bitterstoffe die Produktion von Galle fördern können (vielleicht wird auch nur die Entleerung der Gallenblase angeregt). Geht es wirklich um eine Steigerung der Galleproduktion in der Leber, dann könnte eine Anregung der Leber die Fettverdauung verbessern. Das mag zwar in manchen Fällen nützlich sein, hat aber noch nichts zu tun mit einer angeblichen Stimmungsaufhellung und Klärung durch Bitterstoffe.</p>
<p><em>FARBE: Die sonnige Farbe Gelb gilt als Stimmungsaufheller schlechthin. So hilft es laut Herrmann im Winter manchmal schon, eine Postkarte mit gelb-orangen Ringelblumen aufzustellen und sich an deren Anblick zu erfreuen. Auch als Tinktur oder Öl zum Einreiben lässt sich die Heilpflanze des Jahres 2009 nutzen.<br />
Stimmungsaufhellend wirken Ringelblumen außerdem als Tee. &#8216;Allerdings sollte man sie nicht allein verwenden, sondern als Zugabe zum Melissentee&#8217;, rät die Heilpraktikerin. </em></p>
<p>Kann durchaus sein, dass gelb-orange bei manchen Menschen die Stimmung positiv beeinflusst. Mir gefällt die Ringelblume ja auch. Aber das Rezept mit der Postkarte scheint mir doch etwas gar einfach.</p>
<p>Und ja, Ringelblume lässt sich auch als Tinktur oder Öl verwenden, nur geht es dann in der Phytotherapie meistens um Wundheilung oder Entzündungshemmung. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung der Ringelblume finde ich in der gesamten deutschsprachigen Phytotherapie-Fachliteratur keinen einzigen Hinweis. Zwar könnte es durchaus Wirkungen von Heilpflanzen geben, die der Fachliteratur und der Diskussion in der “Fachszene” entgangen sind. Aber wenn man eine so ausgefallene Behauptung aufstellt, wie der angebliche stimmungsaufhellende Effekt der Ringelblume, dann müssten Argumente und Begründungen auf den Tisch (z. B.: Wie ist diese Überzeugung zustande gekommen? Auf Grund welcher Erfahrungen, Theorien, Beobachtungen, Experimenten, Studien?). Nur auf der Basis dieser Hintergrundinformationen kann man sich eine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Bei der Melisse sind beruhigende, entspannende Effekte gut dokumentiert. Für eine stimmungsaufhellende Wirkung gibt es nur spärliche Hinweise. Aus der Geschichte der Pflanzenheilkunde beispielsweise wird der Äbtissin Hildegard von Bingen die Aussage zugeschrieben: “Man lacht gern, wenn man sie isst, da sie das Herz freudig stimmt, weshalb die Melisse auch Herztrost heisst. Darüber hinaus deuten Tierversuche mit Rosmarinsäure, die unter anderem in Melisse enthalten ist, auf eine antidepressive Wirkung hin. Ob sich solche Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, bleibt offen.</p>
<p><em>&#8220;Viel Sonne gespeichert sei außerdem in Holunderbeeren oder Hagebutten &#8211; beide sind reich an Vitamin C.&#8221;</em></p>
<p>Ja, alle grünen Pflanzen speichern Sonnenenergie in Form von Traubenzucker. Nichts gegen Holunderbeeren und Hagebutten, aber weshalb diese zwei Früchte besonders viel Sonne speichern sollen, ist mir ein Rätsel, und ebenso unklar bleibt, was das nun mit Vitamin C zu tun hat.</p>
<p>&#8220;WÄRME: &#8216;Ingwer macht einfach warm, ebenso wie Chili oder Nelke&#8217;, sagt Herrmann. Wie viele andere weihnachtliche Gewürze auch vermittele der wärmende Ingwer ein Gefühl von Gemütlichkeit. Er lässt sich als Gewürz am Essen nutzen oder für Tee. Dazu wird ein Viertelliter kochendes Wasser über zwei Scheiben frisch geschälte Ingwerwurzel gegossen. Nach dem Ziehen kann mit Honig oder Kandis gesüßt werden.&#8221;</p>
<p>Dass Ingwer vor allem im Winter von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, kann ich nachvollziehen. Geht mir selber auch so.</p>
<p>Schliesslich stellt sich noch die Frage, weshalb in diesem Text keine Rede ist vom Johanniskraut (Hypericum perforatum). Johanniskraut-Extrakte sind mit einer ganzen Reihe von Patientenstudien als Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen sehr gut dokumentiert. Johanniskraut ist von allen Heilpflanzen die einzige, für die eine solch fundierte Dokumentation zur Wirksamkeit gegen Depressionen vorliegt. Johanniskraut bewährt sich auch bei Winterdepressionen.<br />
Johanniskraut ist <em>die</em> Heilpflanze gegen Depressionen.</p>
<p>Warum also werden zahlreiche nebulöse, vage, fragwürdige Empfehlungen gemacht, während die einzige gut dokumentierte Heilpflanze gegen Depressionen gar nicht erwähnt wird?</p>
<p>Wenn die Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde sich weiter entwickeln will, müsste meines Erachtens genau an diesem Punkt angesetzt werden: Es braucht präzise, gut dokumentierte Angaben. Und es braucht deutlich mehr kritisches In-Frage-stellen von nebulösen, willkürlichen Behauptungen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/wellness/Gesundheit-Wellness;art54,299330</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Phytotherapie: Positive Aussagen zu Johanniskraut bei Depressionen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/12/03/phytotherapie-positive-aussagen-zu-johanniskraut-bei-depressionen.html</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 18:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit der Antike gilt Johanniskraut (Hypericum perforatum) als wirksames Heilmittel. Wie die Forschung inzwischen gezeigt hat, hilft die Heilpflanze bei Depressionen und kann tatsächlich eine verträglichere Alternative zu Antidepressiva sein. Bei keinem anderen Heilpflanzen-Präparat ist die Wirkung vergleichbar gut mit harten wissenschaftlichen Daten untermauert. Das solide Fundament zahlt sich aus: Seit vielen Jahren läuft das Geschäft mit Johanniskraut ausgezeichnet.</p>
<p>Eine ausgesprochen positive Stellungnahme zur Behandlung von Depressionen mit Johanniskraut wurde soeben veröffentlicht von Edzard Ernst, Professor für Alternativmedizin an der Universität Exeter:</p>
<p>“Die Heilpflanze, das weiß inzwischen nahezu jeder, hilft bei Depressionen. Dazu liegen mehr als 50 gute klinische Studien vor. Ihre Ergebnisse sind zwar nicht völlig einheitlich &#8211; das ist auch kaum anders zu erwarten &#8211; aber die große Mehrzahl dieser Untersuchungen belegt recht eindeutig, dass Johanniskraut wirkt. Zunächst nahm man an, der Effekt beschränke sich auf leichte depressive Verstimmungen. Heute meint man jedoch, dass Johanniskraut auch bei schweren Depressionen hilft. Gemäß einiger Studien wirkt es sogar mindestens so gut wie moderne Antidepressiva wie beispielsweise Fluctin, international auch unter dem Namen Prozac bekannt.”</p>
<p>Auch bezüglich allfälliger Nebenwirkungen stellt Prof. Ernst dem Johanniskraut eine gutes Zeugnis aus:</p>
<p>“Was Johanniskraut den synthetischen Medikamenten überlegen macht: Nebenwirkungen treten sehr viel seltener und milder auf. Groß angelegte Beobachtungsstudien deuten sogar darauf hin, dass die Pflanze kaum mehr davon hat als ein Placebo. Man könnte also sagen, dieses Phyto ist frei von schweren Nebenwirkungen.”</p>
<p>Hier müsste noch ergänzt werden, dass Johanniskraut die Empfindlichkeit der Haut gegen Sonnenstrahlung erhöhen kann (Photosensibilisierung). Daher empfiehlt es sich, während der Einnahme von Johanniskraut-Produkten intensive Sonnenbestrahlung zu meiden. Allerdings sollte dieser Punkt auch nicht dramatisiert werden, weil bei üblichen, durchschnittlichen Sonnenbestrahlungen kaum mit Problemen gerechnet werden muss.</p>
<p>Zurecht fordert Edzard Ernst, dass allfällige Wechselwirkungen (Interaktionen) von Johanniskraut mit anderen Medikamenten im Auge behalten werden sollten:</p>
<p>“Wird Johanniskraut mit anderen Medikamenten kombiniert, kann es zu schwerwiegenden Interaktionen kommen. Es stimuliert den Abbau zahlreicher Medikamente in der Leber und reduziert deren Aufnahme im Darm. Beide Effekte wirken zusammen, sodass der Blutspiegel der entsprechenden Medikamente erheblich abfällt und die erwünschten Wirkungen der Arzneien nicht zum Tragen kommen. Handelt es sich um ein lebenswichtiges Mittel, etwa einen Gerinnungshemmer, dann können diese Interaktionen lebensgefährliche Folgen haben. Der beste Rat, den man hier wohl geben kann, ist, Johanniskraut prinzipiell nicht mit anderen Medikamenten zu kombinieren &#8211; es sei denn, der behandelnde Arzt hat dies ausdrücklich für gut befunden.”</p>
<p>Diese Interaktionen betreffen nicht alle Medikamente, aber doch wichtige Vertreter aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise Digitalisglykoside, Blutgerinnungshemmer, Immunsuppressiva, gewisse HIV-Medikamente und Chemotherapeutika, Östrogene.<br />
Daher ist es wichtig, behandelnde Ärztinnen und Ärzte über eine geplante Einnahme von Johanniskraut-Präparaten zu informieren.</p>
<p>Prof. Ernst geht dann noch auf die Frage ein, weshalb aus dem Johanniskraut nicht schon längst ein wirksamer Inhaltsstoff  isoliert wurde:</p>
<p>“Wenn Johanniskraut so prima ist, warum isoliert man dann nicht einfach seinen pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoff und bringt ihn als synthetisches Medikament auf den Markt? So verfahren Pharmakologen häufig, und diese Vorgehensweise leuchtet völlig ein, schließlich macht sie die Therapie transparent. Im Falle des Johanniskrauts hat die Methode jedoch einen entscheidenden Fehler: In der Pflanze stecken derart viele Inhaltsstoffe, die möglicherweise alle an der Wirksamkeit beteiligt sind, dass die simple Logik der Pharmakologie hier nicht greift. Wir müssen also weiterhin mit der Komplexität der Heilpflanze zurechtkommen.”</p>
<p>Es gibt zwar intensiv erforschte Johanniskraut-Inhaltsstoffe, insbesondere Hyperforin und Hypericin. Die Untersuchungen zeigen aber auch, dass der Johanniskraut-Gesamtextrakt besser wirksam ist als die isolierten Einzelstoffe.</p>
<p>Sehr wichtig ist der Hinweis von Prof. Edzard Ernst auf die grossen Qualitätsunterschiede bei Johanniskraut-Präparaten:</p>
<p>“Wer den Kauf einer Johanniskraut-Arznei erwägt, sollte bedenken: In der Qualität unterscheiden sich die zahlreichen Mittel enorm. Viele frei verkäufliche Präparate sind zu niedrig dosiert, um zu wirken. Als Faustregel gilt: Was wenig kostet, ist meist wenig wert. Aufgrund der Verschiedenheit der Mittel lässt sich keine allgemeine Empfehlung geben; auf jeden Fall sollte die Tagesdosis bei 300 bis 900 Milligramm des Extraktes liegen.”</p>
<p>Erschweren kommt an diesem Punkt hinzu, dass die Extrakte der verschiedenen Hersteller sich qualitativ nur beschränkt vergleichen lassen. Die Extrakte können sehr unterschiedlich konzentriert sein, so dass gleich viele Miligramm von zwei verschiedenen Extrakten nicht zwingend die gleiche Wirkung auslösen.<br />
Wenn Edzard Ernst eine Tagesdosis zwischen 300 und 900mg empfielt, dann muss dazu gesagt werden, dass die in ihrer Wirksamkeit gut dokumentierten Johanniskraut-Präparate eher bei 900 mg Tagesdosis liegen als bei 300 mg.</p>
<p>Quelle: www.stern.de, 27. Nov.2009</p>
<p>Weitere Informationen zu Johanniskraut im Bereich Infodienst Forschende Phytotherapie: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=13">moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php</a></p>
<p>Genauer:<br />
Kurzmeldungen zum Stand der klinischenJohannskraut-Forschung:<br />
<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/mod/resource/view.php?id=120"> moodle.heilpflanzen-info.ch/mod/resource/view.php</a></p>
<p>Johanniskraut-Forschung zu Inhaltsstoffen &amp; Wirkungsweise:<br />
<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/mod/resource/view.php?id=121"></a><a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/mod/resource/view.php?id=121"> moodle.heilpflanzen-info.ch/mod/resource/view.php</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Johanniskraut gegen Depressionen informiert anwenden</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/25/johanniskraut-gegen-depressionen-informiert-anwenden.html</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 19:59:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Johanniskraut gegen Depressionen informiert anwenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut gegen Depressionen &#8211; das ist eine der am besten belegten Heilpflanzen-Anwendungen in der Phytotherapie. Es gibt dabei allerdings einige Punkte zu beachten, damit Johanniskraut-Präparate sicher und wirksam eingesetzt werden können. Eine Meldung auf www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de spricht die wichtigsten Aspekte an.<br />
Ich fasse hier die zentralen Aspekte aus dieser Meldung zusammen:</p>
<p>In der dunklen Jahreszeit ist die Stimmung zahlreicher Menschen gedrückt und sie kommen in ein Stimmungstief. Gegen depressive Verstimmungen können Medikamente mit Johanniskraut-Extrakten helfen. Für die Selbstmedikation sind rezeptfreie Johanniskraut-Präparate in der Apotheke erhältlich. Allerdings sollte bei anhaltenden oder sich verstärkenden Beschwerden unbedingt ein Facharzt oder eine Fachärztin beigezogen werden. Eine Depression ist keine vorübergehende schlechte Laune und kein seelischer “Durchhänger”, sondern eine stark beeinträchtigende Krankheit, welche in sämtliche Bereiche des alltäglichen Lebens vordringt und ohne professionelle Hilfe kaum überwindbar ist. Wer länger als zwei Wochen depressive Symptome an sich bemerkt, sollte einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufsuchen oder sich diesbezüglich mit dem Hausarzt besprechen.<br />
Und worauf kommt es an bei der Anwendung von Johanniskraut?</p>
<p>- Mindestens 600 bis 900 Milligramm des Johanniskraut-Extraktes sind täglich nötig, um eine gute Wirkung zu erzielen.?Die Extrakte können nur richtig wirken, wenn sie hoch genug dosiert sind. Darauf macht die Bundesapothekerkammer in Berlin aufmerksam.</p>
<p>- Ob ein Johanniskraut-Präparat rezeptfrei oder rezeptpflichtig ist, hängt vom Anwendungsgebiet ab, nicht von der Einzeldosis oder der Packungsgröße. Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakt gegen leichte Depressionen sind rezeptfrei und in der Selbstmedikation erhältlich. Johanniskraut-Präparate gegen mittelschwere Depressionen sind hingegen rezeptpflichtig, weil bei dieser Erkrankung eine ärztliche Diagnose notwendig ist.</p>
<p>- Die Wirkung des Johanniskraut-Extraktes setzt bei regelmäßiger Einnahme erst nach etwa ein bis zwei Wochen ein.</p>
<p>- Viele Johanniskraut-Präparate sind unterdosiert.</p>
<p>- Nebenwirkungen von Johanniskraut-Präparaten müssen beachtet werden, wie beispielsweise eine höhere Lichtempfindlichkeit, die bei Solariumsbesuchen oder winterlicher Höhensonne problematisch werden kann.</p>
<p>- Wer Johanniskraut einnimmt und darüber hinaus weitere Arzneimittel, sollte mit dem Arzt oder Apotheker über Interaktionen (Wechselwirkungen) sprechen. Johanniskraut-Extrakte können die Wirkung anderer Arzneimittel verändern, beispielsweise bei Gerinnungshemmern oder HIV-Medikamenten.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzungen:</p>
<p>Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang noch, dass Johanniskraut-Präparate nicht einfach bei temporären Verstimmungen eingesetzt werden sollten. Dass Menschen gelegentlich mal ein paar Tage nicht so gut “drauf” sind, gehört zum Leben und ist noch keine Indikation für eine antidepressive Therapie. Solche Stimmungsschwankungen sind normalerweise schon wieder vorbei, bis die Wirkung von Johanniskraut eintritt.<br />
Für vorübergehende Verstimmungen sollten wir meines Erachtens nichtmedikamentöse Bewältigungsmöglichkeiten entwickeln (z. B. Spazierengehen, sich etwas Wohltuendes gönnen&#8230;.).</p>
<p>Die Aussage, dass Johanniskraut-Präparate oft unterdosiert sind, trifft vor allem zu für Johanniskraut-Tinkturen und für Produkte, die nach Grundsätzen von Homöopathie oder Spagyrik hergestellt sind. Diese Produktegruppen dürfen als Heilmittel verkauft werden, ohne dass sie ihre Wirksamkeit belegen müssen.<br />
Geht es ernsthaft um Depression und nicht einfach um eine kurzzeitige Verstimmung, dann sind meines Erachtens eindeutig Johanniskraut-Extrakte angezeigt, die ihre Wirksamkeit in Patientenstudien gezeigt haben und eine ausreichende Wirkstoffkonzentration garantieren. Konsumentinnen und Konsumenten von Naturheilmitteln werden an diesem Punkt oft von der Werbung irregeführt und leider auch häufig in Apotheken und Drogerien über Qualitätsunterschiede im Unklaren gelassen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Johanniskraut bei Depressionen auch als erste Therapie</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/11/17/johanniskraut-bei-depressionen-auch-als-erste-therapie.html</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 23:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut wird in die S3-Leitlinie aufgenommen. Wirksamkeit und Verträglichkeit konnten im vorigen Jahr in einem Cochrane-Review belegt werden.</p>
<p>&#8220;Zur Behandlung einer akuten mittelgradigen depressiven Episode soll Patienten eine medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum angeboten werden.&#8221; Diese Empfehlung wird in der neuen &#8220;S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie zur unipolaren Depression&#8221; stehen. Und darüber hinaus wird die S3-Leitlinie festhalten: &#8220;Wenn bei leichten oder mittelgradigen Episoden eine Pharmakotherapie erwogen wird, kann bei Beachtung der spezifischen Nebenwirkungen und Interaktionen ein erster Therapieversuch auch mit Johanniskraut unternommen werden.&#8221;</p>
<p>Johanniskraut-Extrakte werden damit in eine Reihe mit synthetischen Antidepressiva gestellt oder ihnen sogar vorangestellt. Sie verdanken dies ihrer guten Wirksamkeit und Verträglichkeit. Beides konnte 2008 in einem Cochrane-Review nachgewiesen werden, welcher 18 placebokontrollierte und 17 verumkontrollierte klinische Studien mit Johanniskraut-Präparaten umfasste. Die Studien dauerten 1 bis 3 Monate und schlossen insgesamt fast 5500 Patienten mit &#8220;major depression&#8221; ein.</p>
<p>&#8220;Die Johanniskraut-Präparate waren Placebo eindeutig überlegen&#8221;, erklärte Professor Hans-Jürgen Möller bei einer Veranstaltung des Unternehmens Steigerwald. Sie hätten eine ähnliche Wirkung wie synthetische Standard-Antidepressiva, würden aber besser toleriert. Das zeigte sich auch an den Drop-out-Raten der Studienteilnehmer: Bei den modernen Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) waren sie zweimal, bei den älteren Antidepressiva sogar viermal so hoch wie bei Johanniskraut-Präparaten.</p>
<p>&#8220;Johanniskraut ist in Dosierungen für Patienten mit mittelschweren Depressionen seit April verschreibungspflichtig&#8221;, sagte der Experte aus München. &#8220;Aber nur, weil diese Patienten in ärztliche Betreuung gehören.&#8221;<br />
Die neue S3-Leitlinie soll beim DGPPN-Kongress Ende November in Berlin präsentiert werden.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Von allen Heilpflanzen ist Johanniskraut wohl am besten wissenschaftlich dokumentiert. Das gilt allerdings nicht für Johanniskraut als Tee oder Tinktur, sondern nur als Extrakt. Alle relevanten Studien wurden mit Johanniskrautextrakt-Präparaten gemacht. Damit ist noch nicht gesagt, dass Johanniskraut-Tee oder Johanniskraut-Tinktur keinerlei Wirkung haben. Es fehlen dazu aber jegliche Belege.<br />
Der Sprung von Johanniskraut-Extrakten in die S3-Leitlinie ist zweifellos ein Erfolg für die Phytotherapie-Forschung.</p>
<p>Laut obiger Meldung auf www.aerztezeitung.de und auch laut Informationen aus der Phytotherapie-Fachpresse sind die wirksamen Johanniskraut-Präparate in Deutschland verschreibungspflichtig geworden, jedenfalls bei der Indikation “mittelschwere Depression”.</p>
<p>In der Schweiz sind hingegen auch bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit gut belegte Johanniskraut-Extrakte erhältlich, die rezeptfrei in Apotheken gekauft werden können. Weil Drogerien solche Präparate nicht mehr verkaufen dürfen, werden dort stattdessen oft homöopathische oder spagyrische Johanniskraut-Zubereitungen empfohlen. Das ist fragwürdig. Im Sinne des Konsumentenschutzes muss dazu festgehalten werden, dass für solche Produkte jeder Beleg für eine Wirksamkeit fehlt.</p>
<p>Was sind S3-Leitlinien?<br />
Leitlinien sind systematisch entwickelte Darstellungen und Empfehlungen, deren Zweck es ist, Ärzte und Patienten bei Entscheidungen über angemessene Maßnahmen der Krankenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie, Nachsorge) unter spezifischen medizinischen Umständen zu unterstützen. Leitlinien werden in 3 Stufen unterteilt, wobei S3 die höchste Stufe ist. Dabei fliessen Expertenmeinung und systematisch in Studien gewonnene Erkenntnisse in die Erarbeitung mit ein. Gegenwärtig existieren 678 Leitlinien, davon 53 S3-Leitlinien.</p>
<p>Leitlinien geben den Stand des Wissens (Resultate von Kontrollierten Klinischen Studien und Wissen von Experten) über effektive und angemessene Krankenversorgung zum Zeitpunkt der &#8220;Drucklegung&#8221; wieder. Als Folge der unausbleiblichen Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Technik braucht es daher periodische Überarbeitungen, Erneuerungen und Korrekturen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Winterdepressionen &#8211; Bewegung, Licht und Johanniskraut</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/25/winterdepressionen-bewegung-licht-und-johanniskraut.html</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 22:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Winterdepressionen - Bewegung, Licht und Johanniskraut. Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem jahreszeitlich bedingten Lichtmangel kommen etwa zwei Prozent der Bevölkerung nicht zurecht. Gegen den Herbst- und Winterblues lässt sich aber aktiv etwas tun.</p>
<p>Wenn die dunkle Jahreszeit kommt, schlägt das manchen Menschen aufs Gemüt. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leidet Schätzungen zufolge jedes Jahr unter Winterdepressionen.</p>
<p>Wer davon betroffen ist, fühlt sich unausgeglichen, grundlos traurig und kommt morgens kaum aus dem Bett. Dennoch ist der saisonale Stimmungseinbruch bei Nebel und Nieselregen laut Medizinern kein Grund, sich die Decke über den Kopf zu ziehen oder sofort zur Chemiekeule zu greifen.</p>
<p>Ausgelöst wird die sogenannte «Saisonal Abhängige Depression» (SAD) hauptsächlich durch den Lichtmangel in der trüben und dunkleren Jahreszeit. Ohne Licht fährt der Organismus die Produktion des «Glückshormons» Serotonin herunter. Zudem steigt in der Dunkelheit der Melatonin-Spiegel, welcher normalerweise nachts den Schlaf steuert und uns daher müde und schlapp macht, wie der Facharzt für Psychotherapie und Professor an der Universität Leipzig, Hubertus Himmerich, erläutert.</p>
<p>Erwischt einen die Winterdepression, fühlen sich die Betroffenen nicht nur unausgeglichen und es fällt ihnen schwer, sich zu konzentrieren. Häufig plagt die Winterdepressiven auch ein Heisshunger auf Süsses und fettige Speisen. Manche verlassen das Haus nur noch selten und vernachlässigen den Kontakt zu Freunden und Familie. Laut einer Forsa-Umfrage der deutschen Techniker Krankenkasse geben sechs von zehn Betroffenen an, dass sie bei trübem Wetter nur rausgehen, wenn es unbedingt nötig ist. Jeder Zweite setzt sich vor den Fernseher oder Computer, um sich von seinem Stimmungstief abzulenken.</p>
<h2><strong>Nicht in der Wohnung verkriechen</strong></h2>
<p>«Doch genau das ist falsch», erklärt Himmerich. Denn wenn das Stimmungstief zuschlägt, gibt es hauptsächlich ein Gegenmittel: Raus ans Tageslicht, um die Herstellung von Serotonin im Gehirn zu aktivieren. Wer sich jeden Tag ein bis zwei Stunden an der frischen Luft bewegt, könne seinen Seelenblues bereits wirksam angehen, sagt auch Professor Ulrich Voderholzer, der die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg leitet.<br />
Denn selbst an einem trüben Novembertag liege die Beleuchtungsstärke noch bei mindestens 1.000 Lux und damit deutlich über der Lichtintensität in geschlossenen Räumen. Künstliche Lichtquellen bringen es laut Voderholzer maximal auf 300 bis 500 Lux. Wer sich bewegt, vor allem joggt oder Fahrrad fährt, sorgt darüber hinaus für eine vermehrte Ausschüttung stimmungsaufhellender Hormone.</p>
<p>Sinnvoll  bei Winterdepressionen ist auch eine Therapie mit speziellen Tageslichtlampen, die in ihrer spektralen Zusammensetzung dem natürlichen Sonnenlicht zumindest teilweise entsprechen. Lichtstärken von mindestens 2.500 Lux sollten die eingesetzten Geräte laut Prof. Himmerich dabei jedoch mindestens haben. Eine tägliche Lichtdusche von einer halben Stunde, möglichst am Morgen, sei optimal, erklärt der Mediziner.<br />
Wichtig dabei ist: Damit der Impuls zur Steigerung der Serotonin-Produktion tatsächlich an das Gehirn weitergeleitet wird, muss das Licht der Geräte die Netzhaut des Auges erreichen. Bräunungslampen in Solarien, bei denen wegen der UV-Strahlen zum Schutz der Augen Brillen getragen werden müssen, zeigen Himmerich zufolge dagegen keine Wirkung.</p>
<h2><strong>Johanniskraut-Extrakte können Abhilfe schaffen</strong></h2>
<p>Ebenfalls empfehlenswert sind gemäss dem Mediziner natürliche Heilmittel wie Johanniskraut, dessen Pflanzenextrakte stimmungsaufhellend wirken. «Der Tee aus dem Supermarkt ist dabei aber nicht immer die richtige Wahl,» erläutert Himmerich. Sinnvoller sei, sich beispielsweise in der Apotheke individuell über die richtige und notwendige Dosis beraten zu lassen.</p>
<p>Die Einnahme von synthetischen Antidepressiva gilt beim winterlichen Stimmungstief dagegen nicht als «Therapie erster Wahl» &#8211; es sei denn, die Depressionen sind besonders schwer oder andere Massnahmen wie Lichttherapie und Sport bleiben ohne Wirkung, wie Voderholzer erklärt.</p>
<p>Grundsätzlich unterscheidet sich die Winterdepression von anderen Depressionsformen durch zum Teil deutlich andere Symptome. So ist man Himmerich zufolge bei anderen Depressionen nicht nur antriebslos, sondern meist dauerhaft tieftraurig, leidet an Appetit- und Schlaflosigkeit. Und ausserdem: «Wenn die Sonne im Frühjahr wieder lacht, dürfte der Stimmungsumschwung anders als beim Winterblues dennoch ausbleiben».</p>
<p>Quelle:<br />
http://www.20min.ch (ap)</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Die stimmungsaufhellende Wirkung einiger Johanniskraut-Extrakte ist so gut dokumentiert, dass sie von den Krankenkassen über die Grundversicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt. Wirksame Johanniskraut-Präparate gibt es aber auch rezeptfrei in Apotheken. Drogerien verkaufen als Ersatz oft homöopathische oder spagyrische Johanniskraut-Produkte, bei denen allerdings jeder Nachweis einer Wirksamkeit fehlt.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Pflanzenheilkunde: Kräuterkissen für guten Schlaf</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 21:51:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Pflanzenheilkunde: Kräuterkissen für guten Schlaf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel “Kräuterkissen als sanfte Schlafhelfer” berichtet das<br />
Yahoo-Nachrichtenportal über die Wirkung von Heilpflanzen als Kräuterkissen gegen Schlafstörungen:</p>
<p>“Düfte können eine starke Wirkung auf den Menschen haben. Die Gerüche einiger Pflanzen wirken beruhigend und werden deshalb seit langer Zeit als Einschlafhilfen genutzt.”</p>
<p>Das stimmt &#8211; und es trifft vor allem auf Heilpflanzen mit ätherischen Ölen zu.<br />
Yahoo-News erklärt dann, wie sich ein Kräuterkissen für eine geruhsame Nacht leicht selbst herstellen lässt:</p>
<p>“Benötigt wird ein sauberer Kissenbezug in der Größe 15 mal 15 Zentimeter. In diesen werden die Kräuter gefüllt, die zum Einsatz kommen sollen. Sinnvoll ist es, eine Mischung herzustellen, die eine Gesamtmenge von 50 bis 150 Gramm Kräuter ergibt.”</p>
<p>Kein Einwand.<br />
Fragwürdig wird der Text, sobald es um die geeigneten Heilpflanzen geht:</p>
<p>“Eine beruhigende Wirkung haben beispielsweise getrocknete Lavendelblüten. Auch Ringelblumen, Johanniskraut, Hopfen und Scharfgabe können dem gesunden Schlaf dienen. Weitere Zutaten wirken gegen gesundheitliche Probleme, darunter Pfefferminze oder Rosmarin bei Kopfschmerzen sowie Kamille bei Schnupfen.”</p>
<p>Dazu ist ein Kommentar nötig:</p>
<p>Klar dokumentiert ist die beruhigende Wirkung von Lavendelblüten bzw. Lavendelöl via Duftanwendung. Lavendelsäckchen haben sich zudem in einer langen Tradition bewährt.</p>
<p>Auch Hopfen enthält flüchtige Inhaltsstoffe mit beruhigender Wirkung. Es handelt sich um Abbauprodukte, die während der Lagerung aus den Bitterstoffen entstehen. Traditionelle Hopfenkissen haben also durchaus ihre Berechtigung.</p>
<p>Ringelblume (Calendula) ist ein bewährtes Wundheilmittel. Eine beruhigende Wirkung ist aus der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends ersichtlich und sehr unwahrscheinlich. Schon gar nicht auf inhalativem Weg, wenn man den tiefen Gehalt an ätherischem Öl bedenkt (0,2%). In Teemischungen und Kräuterkissen hat Ringelblume eher einen Effekt zur “Teeverschönerung”.</p>
<p>Johanniskraut wird gegen leichte bis mittelschwere Depressionen. Seine Wirkung ist in diesem Bereich gut dokumentiert. Für Beruhigende Eigenschaften fehlen aber Belege. Ausserdem dürften die entscheidenden Inhaltsstoffe nicht flüchtig sein, wodurch eine Wirkung via Inhalation sehr unwahrscheinlich ist.</p>
<p>Eine völlige Neuentdeckung ist die “Scharfgabe”&#8230;&#8230;Im Ernst, es ist bestimmt die Schafgarbe gemeint. Sie wird als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt und als traditionelles Mittel gegen Menstruationskrämpfe. Schafgarbe als Beruhigungsmittel (Sedativum) zu empfehlen ist sehr unüblich und nicht durch die Phytotherapie-Fachliteratur zu stützen. Schafgarbe hat zwar ein ätherisches Öl, das wie Kamillenöl als Bestandteil Chamazulen enthält und für Kamillenöl gibt es Hinweise auf einen sedativen Effekt aus EEG-Untersuchungen. Aber erstens ist unklar, ob für den sedierenden Effekt von Kamillenöl Chamazulen verantwortlich ist und zweitens &#8211; wenn dem so wäre &#8211; entsteht das Chamazulen erst bei der Destillation des ätherischen Öles und fehlt daher im Kräuterkissen. So ist also die Anwendung von Schafgarben im Kräuterkissen sehr spekulativ.</p>
<p>Pfefferminze zeigt in Form von Pfefferminzöl zum Einreiben eine gute Wirkung bei Spannungskopfschmerzen. Dafür ist aber ein direkter Kontakt des Pfefferminzöls mit der Haut erforderlich. Ob sich die Anwendung von Pfefferminz in einem Kräuterkissen gegen Kopfschmerzen so generell empfehlen lässt, ist sehr fraglich.</p>
<p>Und Rosmarinöl hat eher eine anregende Wirkung, wodurch die Zugabe von Rosmarin in ein Kräuterkissen für gesunden Schlaf eher problematisch erscheint.</p>
<p>Unerwähnt  bleiben im Yahoo-Text die Cumarin-Pflanzen Waldmeister und Steinklee, welche in der traditionellen Pflanzenheilkunde als beruhigende Kräuterkissen angewendet wurden. Cumarin ist jedenfalls flüchtig und als Heuduft sehr bekannt. Genauer dokumentiert ist diese Wirkung nicht. Cumarin als Reinsubstanz zeigt zentral sedative Wirkung.</p>
<p>Zusammengefasst kann man nur festhalten, dass die phytotherapeutischen Angaben auf Yahoo-News hier ziemlich wirr sind. Das ist ein Beispiel dafür, dass man im Bereich Naturheilkunde bzw. Pflanzenheilkunde genau hinschauen muss und nicht alles blind glauben soll, was geschrieben oder erzählt wird. Schreiben und Erzählen unterliegen hier kaum je einer Qualitätskontrolle.</p>
<p>Kräuterkissen sind ein interessantes, angenehmes, gut verträgliches und in vielen Fällen wohl auch wirksames Mittel gegen Schlafstörungen. Ich würde mich aber beschränken auf ein Lavendelkissen, allenfalls je nach individueller Vorliebe auf Lavendelblüten / Hopfenzapfen als Mischung. Auch ein Zusatz von Steinklee oder Waldmeister scheint mir gut vertretbar.</p>
<p>Keine Einwände habe ich zu machen bei den Anwendungsempfehlungen von Yahoo-News:</p>
<p>“Die Kräuter werden vor dem Einfüllen in das Kissen zerkleinert. Das Kräuterkissen wird dann unter den Nacken gelegt. Durch die Körperwärme werden die ätherischen Öle der Kräuter freigesetzt und können ihre Wirkung entfalten&#8230;..Außerdem sollten die Kissen nicht bei schweren, andauernden Schlafstörungen verwendet werden. In einem solchen Fall ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.”</p>
<p>Quelle: http://de.news.yahoo.com/gesundheit-medizin.html</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Cannabis als Heilpflanze &#8211; es tut sich was</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/16/cannabis-als-heilpflanze-es-tut-sich-was.html</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 15:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Cannabis als Heilpflanze - es tut sich was.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Depressionen sind nur ein Teil der Beschwerden, welche bei Krankheiten wie Krebs, Aids oder Multipler Sklerose (MS) auftreten können. &#8220;Das muss man nicht erleiden&#8221;, erklärt Dr. Franjo Grotenhermen von der &#8220;Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin&#8221;. Täglich erhalte er Hilferufe von Patienten, die mehr über die Möglichkeit einer Cannabis-Behandlung wissen wollten.<br />
Eine Heilung verspricht die Cannabis-Anwendung nicht. Nach den Erfahrungen des Mediziners aus dem sauerländischen Rüthen lindert Cannabis bei zahlreichen schweren und meist unheilbaren Krankheiten wie Krebs, Aids, MS aber einen Teil der Beschwerden.<br />
&#8220;Schmerzen werden erträglicher, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen gehören bei vielen der Vergangenheit an. Und auch die depressive Stimmung vieler Kranker wird deutlich aufgehellt&#8221;, stellt Grotenhermen fest. Diese Erfahrung bestätigt auch Professor Joachim Nadstawek vom Berufsverband der Schmerztherapeuten. &#8220;MS- und Tumor-Patienten profitieren deutlich davon und gewinnen mehr Lebensqualität.&#8221;<br />
Gegenwärtig ist Cannabis im Arzneikästchen allerdings noch die Ausnahme: In Deutschland gibt es nach Auskunft der Bonner Bundesopiumstelle nur 30 Patienten, die Cannabis-Blüten oder Cannabis-Extrakt zur Therapie nutzen dürfen, die Zahl der Anträge habe jedoch deutlich zugenommen. Grundsätzlich sind Medikamente mit Cannabis-Bestandteilen in Deutschland als &#8220;nicht-verschreibungsfähige Betäubungsmittel&#8221; verboten. Es gebe jedoch viele subjektive Berichte von Patienten, denen Cannabis helfe, bestätigt Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.<br />
Medizin aus Hanfextrakt werde immer noch als Droge verteufelt, aber das scheint so langsam aufzuweichen, erklärt Grotenhermen: &#8220;Die Bundesopiumstelle hat die Hürde für eine Medikation mit Cannabis-Medikamenten deutlich abgebaut.&#8221; Seit kurzem würden Ärzte nicht mehr durch die Forderung nach einem Gutachten abgeschreckt, eine Cannabis-Behandlung für ihre Patienten zu beantragen. &#8220;Jetzt wird nur noch ein normaler Arztbericht erwartet.&#8221;<br />
Doch zahlreiche Ärzte wüssten nichts von der Möglichkeit, ihren Patienten mit Cannabis zu helfen, erklärt Nadstawek. &#8220;Die denken sofort an Drogensüchtige.&#8221; Zudem gebe es immer noch Mediziner, die selbst eine Verschreibung des synthetisch hergestellten und erlaubten Cannabiswirkstoffs Dronabinol grundsätzlich ablehnen, kritisiert Grotenhermen. Auch dies werde viel zu selten eingesetzt. &#8220;Die Kassen erstatten die Kosten nicht&#8221;, stellt er fest.<br />
Im Durchschnitt müssten die Patienten 400 Euro monatlich für Dronabinol aufwenden, falls ihr Arzt den Wirkstoff verschreibe. Darum versuchten Patienten, eine Ausnahme-Genehmigung für den preiswerteren Cannabis-Extrakt zu bekommen. Zudem gebe es Einzelfälle, in denen Dronabinol im Gegensatz zu Cannabis-Extrakt oder Cannabis-Blüten keine Wirkung zeige, sagt Grotenhermen.<br />
Wilhelm Schinkel von der Bundesopiumstelle vermutet: &#8220;In Sachen Cannabis wird sich etwas tun&#8221;. Es gebe mehrere Medikamente, für welche eine Kassenzulassung beantragt werden soll. Laut Schmerztherapeut Nadstawek existieren bei MS- und Tumorerkrankungen bereits eindeutige Studien. Cannabis-Präparate seien eine Alternative zu anderen starken Schmerzmitteln, die zum Teil schwere Nebenwirkungen aufweisen.<br />
Die von der Politik angeführte Suchtgefahr ist für Nadstawek nebensächlich. &#8220;Bei Tumorpatienten geht es darum, die Lebensqualität in der letzten Phase zu verbessern&#8221;, erklärt er. Zudem hätten die derzeit genutzten Opiate ebenfalls ein erhebliches Suchtpotenzial. Außerdem bricht der Schmerztherapeut eine andere Lanze für die Cannabis-Therapie: &#8220;Die Kassen würden sparen, weil man zum Teil auf teure Opiate und Medikamente zur Behandlung der Nebenwirkungen verzichten kann.&#8221;<br />
Nach Einschätzung Grotenhermens könnte eine aktuelle Studie zur Wirkung eines Cannabis-Präparates auf die MS-Symptome einen Damm für die Cannabis-Behandlung brechen. 3 von 10 MS-Patienten fühlten sich mit Cannabis besser, also 30%. In der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) bekam, waren es lediglich 15 Prozent.<br />
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) sieht die Anwendung von Cannabis-Produkten allerdings kritisch. Der Cannabis-Einsatz sei nur im Einzelfall &#8220;nach Versagen zugelassener Medikamente und anderer denkbar wirksamer Arzneimittel&#8221; zu vertreten. Zur aktuellen Studie existiert noch keine Stellungnahme der DMSG.<br />
Quelle: www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es gibt sehr gute Argumente dafür, Cannabis zu den wirksamen Heilpflanzen zu zählen und seine therapeutische Anwendung  möglich zu machen, vor allem für Multiple-Sklerose-Kranke und Tumorpatienten. Dass dies bis heute noch immer nicht legal möglich ist, lässt sich meines Erachtens weder mit wissenschaftlichen noch mit medizinischen Gründen rechtfertigen. Die Blockade in dieser Frage hat wohl eher politisch-ideologische Wurzeln.<br />
Bemühungen zur Entkrampfung dieser für Patientinnen und Patienten unsäglichen Situation sind deshalb zu begrüssen.<br />
Zum Thema “Dronabinol” und seine Anwendung in der Schweiz siehe:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2008/09/21/cannabis-als-heilmittel-zulassen.html">Cannabis als Heilmittel zulassen!</a></p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
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]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Phytotherapie im Überblick: Gynäkologie</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/06/phytotherapie-im-ueberblick-gynaekologie.html</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 22:33:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Phytotherapie im Überblick: Gynäkologie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Bereich Gynäkologie / Frauenheilkunde werden verschiedenste Heilpflanzen-Präparate empfohlen und angewendet.</p>
<p>Hier als Überblick eine überarbeitete und gekürzte Zusammenstellung aus der Universität Duisburg-Essen mit den wichtigsten Heilpflanzen bei Prämenstruellem Syndrom (PMS), Dysmenorrhoe (Schmerzhafte Menstruation), Wechseljahrbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen, Milchstau und Mastalgie.</p>
<p><strong>Prämenstruelles Syndrom (PMS), Dysmenorrhoe </strong></p>
<p>Geeignet sind Heilpflanzen mit hormonähnlicher Wirkung sowie Pflanzen, welche die<br />
Beschwerden wie Krämpfe günstig beeinflussen. Die hormonähnlich wirkenden<br />
Heilpflanzen Mönchspfeffer und Traubensilberkerze sollten nur über einen begrenzten<br />
Zeitraum angewendet werden. Vorsicht ist bei anamnestisch bekannten Mammakarzinom (Brustkrebs) geboten.</p>
<p>Die wichtigsten Heilpflanzen:</p>
<p>- Mönchspfeffer (Keuschlamm; Vitex agnus-castus),<br />
- Traubensilberkerzenwurzelstock (Cimicifuga racemosa)</p>
<p>Ausserdem eingesetzt werden:<br />
- Kamille (Matricaria recutita)<br />
- Schafgarbe (Achillea millefolium)<br />
- Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)<br />
- Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)<br />
- Melisse (Melissa officinalis)<br />
- Lavendel (Lavandula officinalis)</p>
<p><strong>Beschwerden während dem Klimakterium (Wechseljahre</strong>)</p>
<p>- Mönchspfeffer  (Keuschlamm, Vitex agnus-castus)<br />
- Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)</p>
<p>Gegen Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen werden die jeweils dort genannten<br />
Phytotherapeutika gewählt. Die östrogenartige Wirkung, die einigen Pflanzen<br />
zugesprochen wird, z.B. Soja, Rotklee, befindet sich noch in der Erforschung.</p>
<p><strong>Schwangerschaftserbrechen </strong></p>
<p>- Ingwer (Zingiber officinale)<br />
- Melisse (Melissa officinalis)<br />
- Pfefferminze (Mentha piperita)</p>
<p><strong>Milchstau und Mastalgie </strong></p>
<p>Zur äußeren Anwendung:<br />
- Kohlblätterumschläge</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Im Vordergrund bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) steht Mönchspfeffer. Der Vorsichtshinweis auf  vorbestehende Brustkrebserkrankungen bezieht sich auf Heilpflanzen mit Phytoöstrogen-Gehalt. Von den hier aufgeführten Heilpflanzen betrifft diese Diskussion Traubensilberkerze, Soja und Rotklee.<br />
In der Phytotherapie-Fachliteratur wird von Traubensilberkerzen-Extrakten berichtet, die sich bei entsprechenden Studien als sicher erwiesen. Das heisst: Es soll bei diesen Präparaten kein Risiko einer Förderung von östrogenabhängigen Brustkrebserkrankungen bestehen.<br />
Zum Thema Phytotherapie im Klimakterium könnte noch angefügt werden, dass im Frühstadium tendenziell eher Mönchspfeffer, bei späteren Stadien (Wallungen) Traubensilberkerze bevorzugt wird.<br />
Bei leichteren Depressionen im Klimakterium und bei depressiven Verstimmungen beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) kommen zudem Extrakte aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) in Betracht.</p>
<p>Zum Thema Ingwer und Schwangerschaftserbrechen siehe auch:<br />
<a href="http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/14/ingwer-gegen-schwangerschaftserbrechen.html">Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen?</a></p>
<p>Abschliessend zu diesem Überblick der Universität Duisburg-Essen soll noch betont werden, dass es nicht nur darauf ankommt, die richtige Heilpflanze für eine bestimmte Krankheit zu finden. Ebenso wichtig ist es, in welcher Form die Heilpflanze zur Anwendung kommt (z. B. Tee, verschiedene Varianten von Tinktur oder Extrakt).<br />
Es ist nämlich eine ganze Anzahl von Heilpflanzen-Präparaten im Handel, von denen ausgesprochen fragwürdig ist, ob sie überhaupt eine Wirkung haben &#8211; neben fundierten Produkten, die es natürlich auch gibt.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Bundesgerichtshof bestätigt Schuldspruch gegen Galavit-Krebsheilerbande</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/10/05/bundesgerichtshof-bestaetigt-schuldspruch-gegen-galavit-krebsheilerbande.html</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 17:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Bundesgerichtshof bestätigt Schuldspruch gegen Galavit-Krebsheilerbande.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Schuldsprüche im Kasseler Galavit-Prozess bestätigt. Die Höhe der Strafen gegen die &#8220;Krebsheilerbande&#8221; muss das Kasseler Landgericht allerdings neu festsetzen.<br />
Damit wurden ein Arzt sowie vier weitere Angeklagte rechtsmäßig wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt. Sie hatten in den Jahren 2000 und 2001 in gemieteten Räumen des Klinikums Carbolineum in Bad Karlshafen an Krebspatienten Spritzkuren mit dem in Deutschland nicht zugelassenen Mittel Galavit durchgeführt. Das angebliche Wundermittel hatte das Quintett für 322 Euro aus Russland bezogen. Die meist verzweifelten Patienten im Endstadium ihrer Krebs-Erkrankung dagegen mussten für die 15 Ampullen umgerechnet 8590 Euro bezahlen. Dabei wurde wahrheitswidrig behauptet, das Mittel sei nicht billiger zu bekommen, die Wirksamkeit jedoch durch russische Studien nachgewiesen.<br />
Vom Landgericht Kassel waren die Angeklagten wegen Bandenbetrugs in 132 Fällen zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, darunter der Arzt zu fünf Jahren und acht Monaten sowie der Drahtzieher zu sieben Jahren und drei Monaten. Der BGH hat nun jeweils den Schuldspruch bestätigt. Das Strafmaß habe das Landgericht jedoch nicht fehlerfrei begründet.<br />
Beschluss des Bundesgerichtshofs Az.: 2 StR 91/09</p>
<p>Quelle: www.aerztezeitung.de</p>
<p>Kommentar &amp; Ergänzung:<br />
Im ärztlichen und nichtärztlichen Bereich der <a href="http://heilpflanzen-info.ch/blog/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html">Komplementärmedizin</a> tummeln sich eine ganze Reihe von Betrügern, die den Patientinnen und Patienten nur das Geld aus der Tasche ziehen und sich auf Kosten der Hoffnungen von Schwerkranken bereichern.<br />
Die Galavit-Krebsheilerbande ist hier nur ein Beispiel unter vielen.</p>
<p>Und es gibt eine ganze Anzahl von Leuten mit Grössenphantasien, die überzeugt sind davon, alle Krankheiten der Welt heilen zu können. Diese Leute glauben felsenfest an ihre Mission und sind gerade deshalb oft sehr überzeugend.</p>
<p>Darum ist es unumgänglich, einen geschärften Blick für solche Phänomene zu entwickeln und nicht naiv jede noch so absurde Behauptung und Versprechung zu glauben.</p>
<p>Es gibt aber auch Wertvolles, Interessantes und Wirksames in den Bereichen Komplementärmedizin &amp; Naturheilkunde. Deshalb ist es genauso wichtig, bei aller kritischen Prüfung das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Es ist auch nicht alles Schrott. Gefragt ist vielmehr sorgfältige Differenzierung.</p>
<p>Im Bereich von Phytotherapie / Pflanzenheilkunde gibt es zum Beispiel viele Heilpflanzen, welche bei Krebsleiden Beschwerden lindern können, welche durch die Krankheit oder die Therapie ausgelöst werden, zum Beispiel Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Erbrechen, Blasenentzündungen, Verdauungsstörungen, Depressionen, Schleimhautentzündungen etc.</p>
<p>Es ist aber leider keine Heilpflanze bekannt, welche sanft den Krebs zerstört und die gesunden Gewebe dabei schont. Es gibt Wirkstoffe in Pflanzen, die eine starke Wirkung auf Krebszellen ausüben können, zum Beispiel die Vinca-Alkaloide (Vinblastin, Vincristin) aus dem Tropischen Immergrün (Vinca rosea) oder Paclitaxel (Präparat Taxol) aus der Pazifischen Eibe (Taxus brevifolia). Diese Substanzen werden isoliert eingesetzt und zeigen ähnliche Nebenwirkungen wie synthetische Zytostatika.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
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		<title>Warnung vor illegalem Schlankheitsmittel &#8220;Ultra Effect</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/09/13/warnung-vor-illegalem-schlankheitsmittel-ultra-effect.html</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 13:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital. Warnung vor illegalem Schlankheitsmittel "Ultra Effect.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wegen gravierender gesundheitlicher Risiken warnt das Bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) vor dem illegalen Schlankheitsmittel &#8220;Ultra Effect&#8221;.<br />
Untersuchungen des LGL hätten ergeben, dass das als &#8220;natürlich&#8221; deklarierte Produkt zwei nicht angegebene Wirkstoffe enthält, für die vielfältige Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen bekannt sind, teilte die Erlanger Behörde mit. Der Wirkstoff Sibutramin könne Blutdruck und Herzfrequenz steigern sowie Schlaflosigkeit, Übelkeit und Angstgefühle auslösen. Die Einnahme von Rimonabant könne zu Angst, Depressionen und einer erhöhten Suizidneigung führen.<br />
Quelle:<br />
www.aerztezeitung.de<br />
Kommentar &amp; Ergänzung:</p>
<p>Es ist ein hartnäckig wiederkehrendes Problem, dass Produkte als “natürlich” vermarktet werden, welche fragwürdige bis gefährliche synthetische Substanzen enthalten. Auch in asiatischen Heilpflanzen-Präparaten finden sich immer wieder solche Verfälschungen. “Natürlich”, das tönt halt immer gut.<br />
Die Konsumentinnen und Konsumenten müssten viel kritischer werden, wenn sie nicht immer wieder über‘s Ohr gehauen werden wollen &#8211; auch im Bereich scheinbarer oder tatsächlicher Naturheilmittel. Aber kritisch Nachfragen ist offenbar uncool.<br />
Blinde Gläubigkeit gegenüber wundersamen Versprechungen macht das Leben halt offenbar schöner&#8230;&#8230;</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
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		<title>Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/24/phytotherapie-kava-extrakt-hilft-gegen-angststoerungen.html</link>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 00:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der in Deutschland und in der Schweiz verbotene pflanzliche Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen und Depressionen und ist nach Einschätzung australischer Forscher gesundheitlich völlig unbedenklich.<br />
Während die Behörden der Europäischen Union und anderer Länder die Heilpflanzen-Präparate aus dem südpazifischen Kava-Kava-Wurzelstock im Jahr 2002 als leberschädigend einstuften, halten es die Wissenschaftler der University von Queensland für ungefährlich.</p>
<p>Die Forscher konnten in einer aktuellen Untersuchung zeigen, dass Menschen mit chronischen Angstzuständen und verschieden stark ausgeprägten Depressionen wirksam und sicher mit Kava behandelt werden können.</p>
<p>&#8220;Wir konnten in unserer Studie den Nachweis erbringen, dass Kava eine natürliche Alternative für die Behandlung von Angstzuständen bietet und im Gegensatz zu einigen pharmazeutischen Arzneimitteln ein relativ geringer Suchtrisiko birgt&#8221;, erklärt Studienleiter Jerome Sarris. &#8220;Möglicherweise können die Patienten sogar mit weniger Nebenwirkungen rechnen.&#8221;</p>
<p>Die Forscher konnten zeigen, dass bei der täglichen Einnahme von fünf Kava-Tabletten die Angstzustände der Studienteilnehmer erheblich nachließen. &#8220;Wir stellten außerdem fest, dass sich mit dem Kava-Extrakt Depressionen lindern ließen, was bislang in dieser Form noch nicht festgestellt worden war&#8221;, erklärt Sarris. Größere gesundheitliche Bedenken bemerkten die Wissenschaftler nicht.</p>
<p>Sie betonen jedoch im Fachblatt &#8220;Psychopharmacology&#8221;, länger angelegte Untersuchungen seien nötig, um die Unbedenklichkeit des Arzneimittels zu bestätigen. &#8220;Bei sachgemäßer Gewinnung sollte Kava nur geringe oder gar keine Leberprobleme nach sich ziehen&#8221;, hält Sarris fest. &#8220;Ich hoffe, die Ergebnisse werden die Regierungen dazu bewegen, das Verbot noch einmal zu überdenken&#8221;, erklärt er.</p>
<p>Der getrocknete zerstoßene Wurzelstock der Kava-Pflanze (Piper methysticum) wird in Melanesien und Teilen Polynesiens seit Jahrhunderten mit Wasser angerührt getrunken.<br />
Seit dem Verkaufsverbot für Kava-Produkte in vielen Staaten Europas ist der Export der Kava-Wurzel-Extrakte aus den Inseln des Pazifiks quasi zum Erliegen gekommen.</p>
<p>Quelle:</p>
<p>http://www.morgenpost.de/</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Kava-Kava-Extrakte waren bis zum Widerruf der Zulassung durch die Arzneimittelbehörden die am besten belegten Anxiolytika (angstlösende Medikamente) der Phytotherapie.<br />
Anlass für den Widerruf waren Berichte über unerwünschte lebenschädigende Wirkungen von Kava-Präparaten sowie die Auffassung der Behörden, dass deren klinische Wirksamkeit nicht hinreichend belegt sei.</p>
<p>Experten haben seither wiederholt darauf hingewiesen, dass die seinerzeit genannten Verdachtsfälle, welche Veranlassung für den Widerruf der Zulassung gaben, vielfach unzureichend dokumentiert waren.<br />
Nichtberücksichtigung von Begleitmedikationen, Überdosierungen und zulange Behandlungsdauer haben eine Bewertung der Hepatotoxität (Potential zur Leberschädigung) von Kava-Zubereitungen bei sachgemässer Anwendung erschwert.</p>
<p>Neuere Daten konnten zudem &#8211; wie auch die vorliegende Studie &#8211; angstlösende Eigenschaften von Kava-Extrakten belegen, und in pharmakologischen Studien fanden sich keine Hinweise auf Hepatotoxität.<br />
Auf diesem Hintergrund gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen für eine Wiederzulassung von Kava-Extrakten.</p>
<p>Zugelassen sind zur Zeit Kava-Kava-Präparate auf homöopathischer Basis, zum Beispiel von Similasan.<br />
In diesen Produkten ist die Kava-Pflanze so stark verdünnt, dass praktisch keine Inhaltstoffe mehr darin vorhanden sind. Weil dadurch unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können, lässt die Heilmittelbehörde solche Präparate für den Verkauf zu. Allerdings ist es höchst fraglich, ob man allfällige unerwünschte Nebenwirkungen “herausverdünnen” kann, während die erwünschten Wirkungen erhalten bleiben sollen. Jedenfalls sind in solchen Produkten auch die wirksamkeitsbestimmenden Kavapyrone verschwunden.<br />
Weil aber homöopathische Heilmittel durch die Heilmittelbehörden aus politischen Gründen von jedem Wirkungsnachweis befreit sind,  werden diese Fragen weder gestellt noch geklärt und es gibt keinerlei Belege für eine Wirksamkeit dieser Präparate.<br />
Auf diese Art werden meines Erachtens die Konsumentinnen und Konsumenten getäuscht.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie &#8211; wo sie helfen kann</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/15/phytotherapie-wo-sie-helfen-kann.html</link>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 21:38:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phytotherapie - wo sie helfen kann.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grundlage unseres gegenwärtigen Wissensstandes über die Anwendung von Heilpflanzen ist die<br />
oft Jahrhunderte lange traditionelle Anwendung von Pflanzen in der Volksmedizin.</p>
<p>Allerdings hat die traditionelle Pflanzenheilkunde nicht nur viele wertvolle Erkenntnisse auf der Grundlage von Erfahrungen gewonnen. Sie hat sich auch an zahlreichen Punkten über Jahrhunderte gründlich geirrt, weil wir Menschen mit unseren Erfahrungen einer ganzen Reihe von Täuschungsmöglichkeiten ausgesetzt sind.</p>
<p>Deshalb versucht eine neuere Phytotherapie die alten Erfahrungen aufzugreifen und sie mit wissenschaftlichen Methoden zu bestätigen oder zu widerlegen. Diese Arzneipflanzenforschung  ist bestrebt, von modellhaften Labortests bis hin zu klinischen Studien an<br />
Patienten Fakten für den therapeutischen Wert und die Unbedenklichkeit von Heilpflanzen-Präparaten (Phytopharmaka) zu liefern.</p>
<p>In folgenden Anwendungsbereichen hat sich die Phytotherapie alleine oder kombiniert mit anderen therapeutischen Maßnahmen bewährt:</p>
<p>(Die aufgeführten Arzneipflanzen stellen nur eine kleine Auswahl dar. Weil die Heilpflanzen bei Präparaten meist mit dem lateinischen Namen aufgeführt sind, ist auch dieser angegeben:</p>
<h3><strong>- Vorbeugung von Krankheiten: </strong></h3>
<p><strong>Stärkung des Immunsystems, sogenannte Immunstimulation: </strong><br />
Roter Sonnenhut, Echinacea purpurea</p>
<p><strong>Schwitzkuren bei Erkältungen bzw. beginnenden grippalen Infekten:</strong></p>
<p>Holunderblüten, Sambucus nigra<br />
Lindenblüten, Tilia &#8211; Arten, z. B. Tilia cordata (Winterlinde) und Tilia platyphyllos (Sommerlinde)</p>
<h3>- Befindlichkeitsstörungen im Verdauungstrakt:</h3>
<p><strong>Entzündungen im Bereich der Mundhöhle (z. B. Mundschleimhautentzündung, Aphthen):</strong><br />
Salbei, Salvia officinalis<br />
Blutwurz,  Tormentill, Potentilla erecta</p>
<p><strong>Blähungen, Krämpfe im Verdauungstrakt:</strong><br />
Kamille, Matricaria recutita<br />
Kümmel, Carum carvi<br />
Fenchel, Foeniculum vulgare<br />
Pfefferminze, Mentha piperita</p>
<p><strong>Appetitlosigkeit: </strong><br />
Arzneipflanzen mit Bitterstoffen:<br />
Gelber Enzian, Gentiana-Arten<br />
Tausendguldenkraut, Centaurium erythraea<br />
Fieberklee, Bitterklee, Menyanthes trifoliata</p>
<p>Arzneipflanzen mit aromatisch-bitterem Geschmack:<br />
Wermut, Artemisia absinthium<br />
Schafgarbe, Achillea millefolium</p>
<p><strong>Magenübersäuerung, Hyperacidität: </strong><br />
Käsepappel, Chäslichrut, Malva &#8211; Arten, vor allem Malva silvestris und Malva neglecta</p>
<p><strong>Lebererkrankungen, Leberschutz:</strong><br />
Mariendistel, Silybum marianum</p>
<p><strong>Erkrankungen der Galle: </strong><br />
Artischocke, Cynara scolymus<br />
Löwenzahn, Taraxacum officinale</p>
<p><strong>Durchfallerkrankungen: </strong><br />
Tormentill, Blutwurz, Potentilla erecta<br />
Heidelbeeren (getrocknet!), Vaccinium myrtillus</p>
<p><strong>Verstopfung: </strong><br />
Faulbaum, Frangula alnus<br />
Senna, Cassia &#8211; Arten<br />
Rhabarber, Rheum palmatum<br />
Leinsamen, Linum usitatissimum<br />
Flohsamen, Plantago ovata<br />
Rizinus (als Rizinusöl), Ricinus communis</p>
<h3>- Erkrankungen im Bereich der Atemwege:</h3>
<p><strong>Reizhusten &#8211; Tees mit schleimhaltigen Heilpflanzen: </strong><br />
Eibisch, Althaea officinalis<br />
Isländisches Moos, Cetraria islandica<br />
Wald-Malve, Wilde Malve, Malva silvestris<br />
Spitzwegerich, Plantago lanceolata</p>
<p><strong>Auswurffördernde Hustenmittel:</strong></p>
<p>a) Arzneipflanzen mit ätherischem Öl:<br />
Thymian, Thymus vulgaris<br />
Anis, Pimpinella anisum<br />
Eukalyptus, Eucalyptus globulus<br />
Latschenkiefer, Pinus mugo</p>
<p>b) Arzneipflanzen mit Saponinen:<br />
Schlüsselblume, Primula veris<br />
Efeu, Hedera helix</p>
<p>c) Arzneipflanzen mit anderen Wirkstoffen:<br />
Sonnentau, Drosera rotundifolia</p>
<h3>- Erkrankungen im Urogenitaltrakt</h3>
<p><strong>Erhöhung der Harnmenge,<br />
besonders bei Steinleiden oder<br />
Entzündungen der ableitenden<br />
Harnwege, z. B. Blasenentzündung (Cystitis) </strong><br />
Birke, Betula pendula<br />
Hauhechel, Ononis spinosa<br />
Schachtelhalm, Equisetum arvense<br />
Wacholder, Juniperus communis<br />
Goldrute, Solidago virgaurea</p>
<p><strong>Antimikrobiell wirkend bei Blasenentzündung:</strong><br />
Bärentraube,  Arctostaphylos uva-ursi<br />
Preiselbeersaft</p>
<p><strong>Unterstützung bei gutartiger<br />
Prostatavergrösserung (Prostatahyperplasie, BPH): </strong><br />
Weidenröschen, Epilobium angustifolium  (eher volksheilkundlich)<br />
Sägepalme, Serenoa repens, Sabal serrulata<br />
Kürbissamen, Cucurbita pepo</p>
<h3>- Herz-Kreislaufbeschwerden:</h3>
<p><strong>Leichte Herzmuskelschwäche, “Altersherz”: </strong><br />
Weißdorn, Crataegus-Arten, v. a. Crataegus monogyna und Crataegus laevigata (= Crataegus oxyacantha)</p>
<p><strong>Krampfadern, chronisch-venöse Insuffizinez, venöse Stauungen in den Beinen: </strong><br />
Rosskastanie, Aesculus hippocastanum</p>
<p><strong>Durchblutungsstörungen: </strong><br />
Ginkgo, Ginkgo biloba<br />
<strong>Vorbeugung gegen Arteriosklerose </strong><strong>(= “Verkalkung”): </strong><br />
Knoblauch, Allium sativum<br />
Artischocke, Cynara scolymus</p>
<h3>- Nervöse Störungen:</h3>
<p><strong>Leichte und mittelschwere<br />
Depressionen: </strong><br />
Johanniskraut, Hypericum perforatum</p>
<p><strong>Einschlafstörungen:<br />
</strong>Baldrian, Valeriana officinalis<br />
Melisse, Melissa officinalis<br />
Hopfen, Humulus lupulus<br />
Lavendel, Lavandula angustifolia</p>
<h3>- Erkrankungen aus Gynäkologie / Frauenheilkunde</h3>
<p><strong>Prämenstruelles Syndrom, Beschwerden im Klimakterium (Wechseljahrbeschwerden): </strong><br />
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Vitex agnus-castus<br />
Nordamerikanisches Wanzenkraut, Traubensilberkerze, Cimicifuga racemosa</p>
<h3>- Hauterkrankungen:</h3>
<p>Ringelblume, Calendula officinalis<br />
Arnika, Arnica montana<br />
Hamamelis, Zaubernuss, Hamamelis virginiana<br />
Ballonrebe, Cardiospermum halicacabum<br />
Mahonie, Zierberberitze, Mahonia aquifolia<br />
Nachtkerze, Oenothera biennis<br />
Kamille, Matricaria recutita</p>
<p>Wichtig ist aber im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde immer:<br />
Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanzen bei welchen Beschwerden eingesetzt werden können.<br />
Genauso viel Sorgfalt verlangt die Frage, in welcher Form eine bestimmte Heilpflanze angewendet werden soll, zum Beispiel als Tee, Tinktur, Extrakt, ätherisches Öl, Inhalation, Bad, Salbe etc.<br />
Zudem gibt es grosse Unterschiede beispielsweise bezüglich der Qualität von Tinkturen, Extrakten etc.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<h2><span style="font-weight: normal;"><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></span></h2>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care<br />
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></h2>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://"> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Abstimmung Komplementärmedizin: Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes &#8211; zweifelhafte Versprechen</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/05/13/abstimmung-komplementaermedizin-bewahrung-des-traditionellen-heilmittelschatzes-zweifelhafte-versprechen.html</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 00:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abstimmung Komplementärmedizin: Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes - zweifelhafte Versprechen.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fragen an Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP, BE), Präsidiumsmitglied des JA-Komitees.</p>
<p>Sehr geehrte Frau Sommaruga</p>
<p>Die Befürworterinnen und Befürworter der Abstimmungsvorlage vom 17. Mai zur Förderung der Komplementärmedizin versprechen bei einem JA bessere Bedingungen für sogenannt traditionelle Heilmittel. Sie beklagen sich über unnötige und harte Schikanen durch die Heilmittelbehörde SWISSMEDIC, hohe Kosten und bürokratische Hindernisse.<br />
“Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes” &#8211; das tönt sehr sympathisch, blendet aber meines Erachtens einen grossen Teil der Realität vollkommen aus.</p>
<p>Die Darstellung jedenfalls scheint mir sehr einseitig und irreführend. Es mag durchaus zutreffen, dass es an manchen Punkten übertriebene Kosten oder allzu hohe bürokratische Hürden gibt.<br />
Unterschlagen wird bei diesem einseitigen Gejammer aber dreierlei:</p>
<p>1. Die Bevorzugung von Homöopathica und Anthroposophica durch Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis.</p>
<p>Viele Heilmittel der Komplementärmedizin werden von der Heilmittelbehörde SWISSMEDIC aufgrund von politischen Vorgaben bevorzugt behandelt.<br />
Grundsätzlich ist es schon mal so, dass Medikamente der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin bei SWISSMEDIC von jedem Nachweis einer Wirksamkeit befreit sind, während dies von “normalen” Medikamenten und auch von neuen Heilmitteln aus der Phytotherapie selbstverständlich verlangt wird.</p>
<p>Homöopathische und anthroposophische Medikamente müssen keinerlei Belege für ihre Wirksamkeit einreichen, es reicht der Nachweis, dass es sich um ein Medikament nach homöopathischen Grundregeln oder anthroposophischen Angaben handelt.</p>
<p>Homöopathika und Anthroposophika werden ohne auf ihre Wirksamkeit geprüft zu werden von der Krankenkasse aus der Grundversicherung bezahlt (BAG-Spezialitätenliste 70.01 Homöopathica und Anthroposophica) Das wissen allerdings die meisten Leute im “Volk” nicht, die im Glauben gelassen werden, es gehe in der Abstimmung vom 17. Mai um das Bezahlen homöopathischer oder anthroposophischer Medikamente. Die aber sind schon längst in der Grundversicherung, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verschreibt.</p>
<p>Frau Sommaruga, wie lässt sich Ihrer Meinung nach diese Bevorzugung der Homöopathika und Anthroposophika rechtfertigen? Sie sagen doch, die Wirksamkeit der Therapiemethoden Homöopathie und Anthroposophie sei durch alle wissenschaftlichen Studien belegt (Tagesschau vom 9. April). Wie rechtfertigt sich dann diese Ungleichbehandlung?  Die Bevölkerung weiss nichts von diesem ungleichen Status und dieser Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis.<br />
Finden Sie das als profilierte Konsumentenschützerin nicht stossend? Wäre nicht Transparenz (Produktedeklaration) das absolute Minimum?</p>
<p>Die Bevorzugung von Heilmitteln der Homöopathie und Anthroposophie durch Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis hat jedenfalls Konsequenzen, die Ihnen als Konsumentenschützerin meiner Ansicht nach gar nicht gefallen können.</p>
<p>Ein Beispiel:</p>
<p>Verschiedene Johanniskraut-Extrakte aus der Phytotherapie sind als Heilmittel bei leichten und mittleren Depressionen gut belegt mit Dutzenden von Patientenstudien.<br />
Verschreibt sie ein Arzt oder eine Ärztin, werden sie darum von der Krankenkasse über die Grundversicherung bezahlt. Phytotherapeutika erreichen diesen Status im Gegensatz zu Homöopathika und Anthroposophika allerdings nur,  wenn sie diese Belege wirklich liefern.</p>
<p>Johanniskraut-Extrakte werden jedoch seit Jahren nicht nur über die Grundversicherung abgerechnet, sondern auch direkt in Apotheken und Drogerien gekauft und selber bezahlt. Nun zeigte sich, dass einige dieser Heilpflanzen-Präparate mit gewissen Medikamenten Wechselwirkungen machen können, indem sie deren Abbau in der Leber beschleunigen. Daraufhin wurde der Verkauf von solchen gut belegten  Johanniskraut-Extrakten auf Apotheken beschränkt. Und was machen nun die Drogerien? Sie weichen aus auf homöopathische Johanniskraut-Präparate zum Beispiel von Similasan. Hier ist das Johanniskraut (Hypericum perforatum) sehr stark verdünnt (D12/D15/D30, D 12 = 1 : 1 000 000 000 000).</p>
<p>Klar ist: Hier sind Wirkstoffe nur noch in allerkleinsten Spuren vorhanden und Wechselwirkungen daher ausgeschlossen. Darf die Drogerie also verkaufen.</p>
<p>Nur stellt sich dann zwangsläufig die Frage: Lassen sich die wechselwirkenden Inhaltsstoffe herausverdünnen, aber die Wirkung bleibt trotzdem dieselbe?  Kaum denkbar. Diese Frage wird allerdings nicht geklärt, weil ja eben Homöopathika keinerlei Wirksamkeitsnachweis bringen müssen. Ganz nebenbei spart  der Hersteller durch diese Bevorzugung auch alle Forschungs- und Entwicklungskosten. Er übernimmt einfach den Ruf, den sich die Johanniskraut-Extrakt-Präparate durch seriöse Forschung aufgebaut haben, und das ohne Eigenleistung. Zudem entspricht der Verkauf dieses homöopathischen Hypericum-Produktes auch nicht den Regeln der klassischen Homöopathie. Aber was soll‘s&#8230;<br />
Geht es um solche Trittbrettfahrer, wenn Sie von der Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes reden?<br />
Die Konsumentinnen und Konsumenten wissen kaum über diese Unterschiede Bescheid und werden meines Erachtens oft getäuscht.</p>
<p>Und was halten Sie von Pflanzentinkturen, die nach Vorschrift des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt werden, und daher bequemerweise (kein Wirksamkeitsnachweis) und viel billiger bei SWISSMEDIC als Homöopathika angemeldet werden, aber beim Patienten als Phytotherapeutika propagiert werden und auch so zum Einsatz kommen?  Sind es solche etwas eigenartigen Grauzonen, für die Sie sich einsetzen?</p>
<p>2. Hausspezialitäten von Apotheken und Drogerien</p>
<p>Vor allem Ständerat Rolf Büttiker hat auf SF 1 (Arena) und  Radio DRS 1 vage angedeutet, worum es beim “Bewahren des traditionellen Heilmittelschatzes” auch gehen könnte. Er hat gefährdete Heilmittelabgabemöglichkeiten der Drogerien und Apotheken angedeutet.</p>
<p><em>Zwischenbemerkung: Rolf Büttiker hat in beiden Sendungen die achtjährige Ausbildung der Drogisten herausgestrichen, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ein Drogist oder eine Drogistin absolviert eine gute, seriöse 4jährige Ausbildung. Die meisten Mitarbeitenden in einer Drogerie haben diesen Abschluss. Wer als Geschäftsführer eine eigene Drogerie leiten möchte, geht noch für zwei anspruchsvolle Jahre Vollzeit an die Drogistenschule in Neuenburg, nachdem er oder sie zwei Jahre als Angestellter in einer Drogerie gearbeitet hat. Ein solcher Drogist HF (früher dipl. Drogist) hat also sechs Jahre Ausbildung. Auf eine 8jährige Ausbildung kommt nur, wer die zwei Jahre als Angestellter zur Ausbildung zählt. Ich bin selber ursprünglich dipl Drogist und finde es unredlich, von einer achtjährigen Ausbildung “der Drogisten” zu sprechen. Es ist dieses immer wieder anzutreffende aufplustern und sich grösser und kompetenter machen, das mich in der komplementärmedizinischen “Szene” zunehmend stört.<br />
</em><br />
Rolf Büttiker hat in der Arena und auf DRS 1 wohl auf die sogenannten Hausspezialitäten angespielt, welche Apotheken und Drogerien ohne Wirksamkeitsnachweis verkaufen dürfen.<br />
Dazu würden dann zum Beispiel all die Entschlackungskuren und Schlankheitsmittel gehören, welche von Apotheken und Drogerien jeden Frühling vor der Badesaison vor allem den Frauen angedreht werden. Aus fachlicher Sicht in der Regel vollkommener Schrott, allenfalls noch mit Gewöhnungsgefahr und mit Nebenwirkungen (Darmkrämpfe), weil oft starke Abführmittel enthaltend.</p>
<p>Der “Wunderfigurtee” zum Beispiel, den ich in einer Apotheke in Bern gekauft habe: Enthält als wirksame Bestandteile nur Abführpflanzen und entwässernde Heilpflanzen. Verspricht im Beipackzettel: “Beim Trinken von 1 Liter täglich kommen Sie Ihrer Traumfigur 2 &#8211; 3 Kilogramm pro Woche näher!” Kein Einzelfall!<br />
So nimmt niemand ab, allenfalls gibt es einen Wasserverlust und eine Annäherung ans Traumfigurziel “Dörrfrucht”. Betrug an den Konsumentinnen, würde ich sagen.<br />
Offenbar geht es um solche “Perlen” bei der Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes, für welche Sie sich einsetzen.<br />
Was sagen Sie dazu als profilierte Konsumentenschützerin?<br />
Auch hier scheint mir: Die Apotheken und Drogerien sollten ihre Hausaufgaben machen und weniger Schrott verkaufen, statt nach (noch mehr) staatlichen Schonräumen zu rufen.</p>
<p>3. Appenzeller Heilmittel-Liste</p>
<p>Oder geht es um die über dreitausend Heilmittel, die nur durch die Heilmittelkontrolle des Kantons Appenzell zugelassen und durch das neue Heilmittelgesetz in ihrer Existenz gefährdet sind? Der Kanton Appenzell verlangt ja generell keinerlei Wirksamkeitsbelege für “seine” Heilmittel, im Gegensatz zur SWISSMEDIC, die  nur bei Homöopathika und Anthroposophika darauf verzichtet.</p>
<p>Auch auf dieser Appenzeller-Heilmittelliste gibt es vielleicht ein paar wertvolle Produkte, aber auch sehr viel Schrott und Konsumententäuschung. Darunter wieder viele Entschlackungskuren und Abmagerungsmittel. Ist das wirklich der traditionelle Heilmittelschatz, den es zu erhalten gilt?<br />
Finden Sie, dass Sie etwas Gutes tun für die Naturheilkunde, wenn Sie auch den Schrott unter Heimatschutz stellen? &#8211; Ich finde ganz und gar nicht, dass ein solches Vorgehen für die Entwicklung einer fundierten und seriösen Naturheilkunde sinnvoll wäre.</p>
<p>Oder finden Sie, dass der Staat generell Heilmittel zulassen sollte, ohne Ansprüche zu erheben bezüglich Wirksamkeitsbelege oder nur schon fachlich fundierte Zusammensetzungen?  Aber dann könnte man ja auf eine Heilmittelkontrolle ganz verzichten und müsste der Bevölkerung keine Qualitätssicherung vorgaukeln.</p>
<p>Wie viele dieser “Naturheilmittel”, die Sie unter dem Begriff des “traditionellen Heilmittelschatzes” unter Heimatschutz stellen wollen, können wirklich “Tradition” in Anspruch nehmen? Nicht sehr viele, würde ich vermuten.</p>
<p>Und ist Tradition wirklich schon Legitimation genug?</p>
<p>Maria Treben hat in ihren Schriften in den 1980er Jahren die Ringelblume pauschal gegen allerlei Krebsarten empfohlen. Das lässt sich traditionell aus alten Schriften begründen. Ringelblume wurde früher sogar “Herba canceri” genannt. Dieser “traditionelle” Therapievorschlag hat einigen Kindern mit Leukämie das Leben gekostet. Die Zeitschrift “Stern” hat dies damals recherchiert. Das Recht auf freie Meinungsäusserung erlaubt es Autorinnen wie Maria Treben, solche fahrlässigen Behandlungsvorschläge in ihren Schriften zu verbreiten. Obwohl das höchst problematische ist, stelle ich dieses Recht aufgrund von demokratischen Gründen nicht in Frage.</p>
<p>Kann ich aber nun aufgrund dieser Tradition ein Heilmittel aus Ringelblume gegen Krebs herstellen und propagieren? &#8211; Reicht auch hier die Tradition als Legitimation?<br />
Oder gibt es hier dann doch wieder über die Tradition hinausgehend Kriterien, vielleicht sogar medizinische, die ein solches Heilmittel verhindern?</p>
<p>Und warum dann nicht auch bei den Entschlackungsmitteln und Schlankheitskuren?<br />
Würden Sie dort einfach sagen, wenn die Leute dran glauben, ist das Qualitätsbeweis genug?  Aber warum kümmern Sie sich dann als Konsumentenschützerin zum Beispiel um kritische Bewertungen von Kosmetika, Waschmitteln, Ferienkatalogen, Versicherungen usw.? Dort könnte man ja auch sagen, wenn die Leute dran glauben und es ihnen gut tut&#8230;</p>
<p>Aber ausgerechnet beim Thema Naturheilmittel / Komplementärmedizin befürworten Sie offenbar unter dem Begriff “traditioneller Heilmittelschatz” einen Schonraum für Schrott und Konsumententäuschung? Ich finde diese “positive Diskriminierung” verfehlt und wäre sehr interessiert daran von Ihnen zu hören, was sie genau unter “Bewahrung des traditionellen Heilmittelschatzes” verstehen. Bisher habe ich im Vorfeld der Abstimmung vom 17. Mai dazu nur vage Andeutungen mitbekommen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Kopfschmerzen nach Koffein-Entzug</title>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 13:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kopfschmerzen nach Koffein-Entzug.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Koffein regt den Organismus an, kann aber auch abhängig machen. Das kann zu Kopfweh und Ermüdung führen, wenn die gewohnte Tagesportion ausbleibt. Weshalb das so ist, erläutern Psychiater der University of Vermont College of Medicine im Wissenschaftsjournal Psychopharmacology. Sie erforschten, welche körperlichen Prozesse ein plötzlicher Einnahmestopp von Koffein auslöst.</p>
<p>Bei Versuchspersonen, die über einen längeren Zeitraum Koffeinkapseln eingenommen hatten, zeigten sich deutliche Reaktionen nach einem Zufuhrstopp. Diese Reaktionen glichen den typischen Entzugserscheinungen von Suchtmitteln. Die Geschwindigkeit des Blutflusses im Gehirn und auch die Theta-Rhythmen im EEG-Bild steigerten sich, was die Wisenschaftler als wichtigste Auslöser für das Kopfweh sehen. Die Studienteilnehmer erklärten zudem, dass sie sich beim Entzug besonders müde, erschöpft, lustlos oder matt fühlten.</p>
<p>&#8220;Koffein verengt die Blutgefäße, was kurzfristig zu schnellerem Blutfluss wie auch zu hohem Blutdruck führt. Gleichzeitig steigt das Sauerstoff-Angebot in den Zellen&#8221;, sagt dazu Hartmut Göbel, Leiter der Schmerzklinik Kiel. Der in Kaffee, Tee, Cola, Energy-Drinks und auch in Kakao enthaltene Wirkstoff Koffein ziele auf die Rezeptoren ab, welche der Zelle sonst Pause signalisieren. Dadurch verhindere er Müdigkeit.</p>
<p>&#8220;Das Problem dabei ist, dass das Gehirn eine ständige Koffein-Dosis bemerkt und sich daran gewöhnt. Deshalb wirkt Koffein umso weniger, je mehr man davon zu sich nimmt&#8221;, erklärt Göbel. Entziehe man dem Organismus nach der Gewöhnung Koffein, könne das zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Depressionen führen. &#8220;Deutlich wurde das durch den Nachweis, dass die meisten Menschen am Samstag Kopfschmerz haben, da sie am Wochenende ihre gewohnte Kaffeedosis nicht zu sich nehmen.&#8221;</p>
<p>Koffein sei medizinisch und pharmakologisch eine Droge, betont Göbel.<br />
Die bei regelmäßigem Koffeinkonsum entstehende Abhängigkeit sei in der Gesellschaft aber so gut organisiert, dass man sie kaum bemerke. &#8220;Kaffee gehört zum Alltag und wird permanent eingenommen. Im Arbeitsalltag oder bei Veranstaltungen ist er stets verfügbar, oder man legt eben eine Kaffeepause ein.&#8221; Gelegenheiten des Kaffeekonsums gebe es auch in allen städtischen Einkaufszonen, während in England die traditionelle Teezeit um fünf Uhr nachmittags dieselbe Funktion erfülle, die übliche Müdigkeit dieser Tageszeit auszugleichen. &#8220;Stark zubereiter Tee enthält dieselbe Konzentration Koffein wie Kaffee&#8221;, so der Schmerzmediziner.</p>
<p>Weil der anregende Effekt des Koffeins Kopfschmerz vorübergehend stillt, wird es schon lange als Arznei eingesetzt. &#8220;Coca Cola wurde ursprünglich als Therapie gegen Kopfschmerzen entwickelt&#8221;, so Göbel. Die Anwendung der Aufputschsubstanz in Medikamenten kritisiert der Schmerzspezialist allerdings. &#8220;Das ist etwa bei den gängigsten Analgetika gegen Kopfschmerz der Fall. Diese Mischpräparate kombinieren Schmerzmittel mit Koffein, wodurch das Risiko einer Abhängigkeit gegeben ist. Es gibt Patienten, die aus diesem Grund regelmäßig 30 Schmerztabletten pro Tag einnehmen.&#8221; Anstelle der Kombination von schmerzstillenden Wirkstoffen (Analgetika) mit Koffein sei eine Monotherapie sinnvoller, die nur einen Wirkstoff verwende und auf Koffein verzichte, betont der Schmerzmediziner. Kaffee könne man dann unabhängig von dem Schmerzmittel einnehmen, wenn man den Koffeineffekt wünsche.</p>
<p>In Maßen genossener Kaffee sei laut Göbel eine sozial verträgliche Droge, weil er die Leistung erhöht. Zudem spreche medizinisch nichts gegen bis zu vier Tassen Kaffee täglich. &#8220;Eine Tasse enthält je nach Stärke zwischen 30 und 100 Milligramm Koffein. Koffein ist jedoch bis zu einer Dosis von 200 Milligramm unbedenklich.&#8221; Wer gerne viel Kaffee trinke, solle diesen möglichst schwach zubereiten, empfiehlt der Mediziner. &#8220;Wichtig ist es jedoch, Körper und Geist genügend Ausgleich zu geben.&#8221;</p>
<p>Quelle: www.journalmed.de, 8. 5. 2009</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Zweifellos gibt es “Kaffee-Junkies”, die sich vielleicht einmal Gedanken machen sollten über die täglich zugeführte Koffein-Dosis.<br />
In mässigen Dosen getrunken, haben allerdings Kaffee, Schwarztee, Grüntee und Weisser Tee durchaus auch positive Wirkungen auf die Gesundheit. Dies verdanken sie verschiedenartigen Inhaltsstoffen, welche sie neben dem Koffein auch noch “mitführen”, beispielsweise den Tee-Polyphenolen. Schwarztee zählt zudem schon seit langem zu den bedeutenden Heilpflanzen.</p>
<p>Fragwürdiger sind deshalb die Energy-Drinks vom Typ “Redbull”, welche Koffein isoliert von den pflanzlichen Begleitstoffen enthalten, gemischt mit Süssstoffen und Aromastoffen. Aus gesundheitlicher Sicht eine ziemliche “Schrottladung”, wobei auch hier der gelegentliche Konsum wohl unbedenklich ist. Wenn aber der grössere Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarf via “Energy-Drinks” gedeckt wird, scheint mit das schon eher bedenklich.</p>
<p>Hier ist wieder einmal ein Plädoyer fällig für den Kräutertee.. Wie wäre es zum Beispiel mit Hagebutten, Karkade, Rooibos (Rotbusch), Verveine (Zitronenstrauch, Verbena), Orangenblüten (als Abendtee), Lindenblüten, Pfefferminze. Sie alle sind koffeinfrei, bieten viel Abwechslung und eignen sich als Genusstee &#8211; einzeln getrunken oder nach eigenem Geschmack gemischt.</p>
<p>Präzisiert werden müsste noch die Aussage in obigem Beitrag, dass stark zubereiteter Tee dieselbe Konzentration an Koffein enthält wie Kaffee. Das stimmt wohl, wenn mit “stark zubereitet” eine hohe Dosis Teeblätter pro Tasse gemeint ist. Nicht zutreffen dürfte dies, wenn mit “stark zubereitet” gemeint ist: Den Tee lang ziehen lassen.<br />
Wird der Tee nämlich längere Zeit ziehen gelassen, wird das Koffein teilweise durch Gerbstoffe gebunden. Dadurch sinkt die resorbierte Koffeinmenge.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  "> www.patientenseminare.ch</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/04/15/anthocyane-aus-beeren-mit-mao-hemmer-effekt.html</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 01:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anthocyane aus Beeren mit MAO-Hemmer-Effekt.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Beeren enthalten hohe Konzentrationen an roten und blauen Farbstoffen, den so genannten Anthocyanen. Ihnen werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Regensburger Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass neben den schon bisher bekannten Schutzmechanismen die Anthocyane noch weitere Schutzfunktionen für Zellen übernehmen.</p>
<p>Mitarbeiter vom Lehrstuhl für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg berichten in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Pharmacological Research, dass die Farbstoffe gleichzeitig als Hemmstoffe von zwei Enzymen fungieren, die für den Gehirnstoffwechsel eine bedeutende Rolle spielen. In Untersuchungen an total 25 verschiedenen Beereninhaltsstoffen fanden sich mehrere Farbstoffe, die einen hemmenden Effekt auf die Monoaminooxidasen (MAO) A und B entfalteten.</p>
<p>MAO-Hemmstoffe gehören seit langem zu den bewährten Medikamenten in der Behandlung von Morbus Parkinson und von Depressionen. Zwar erreichten die Beerenwirkstoffe nicht die Wirkungsstärke von handelsüblichen Arzneimitteln, doch es sei vorstellbar, dass ihre Einnahme mit der Nahrung gesundheitliche Vorteile biete, meinen die Forscher. Die Enzyme MAO A und B wirken in den Mitochondrien, den Energiekraftwerken der Zelle. Ihre Hemmung führt zum verlangsamten Abbau verschiedener Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin sowie einiger Hormone wie zum Beispiel Adrenalin. Das bewirkt, dass im Gehirnstoffwechsel dann vermehrt Neurotransmitter zur Signalübertragung bereit stehen.</p>
<p>Ungeklärt ist zur Zeit noch, welche Menge Beeren täglich zu essen wären, um eine messbare Hemmung von MAO A und B in der Praxis herbeizuführen. Speziell reich an Anthocyanen sind Heidelbeeren und Holunderbeeren, welche davon je zwischen 600 und 1400mg pro 100g enthalten. Als weitere Nahrungsquellen mit hohem Anthocyananteil erwähnendwert sind blaue Weintrauben, Kirschen und Rotkohl bzw. Blaukraut.</p>
<p>Quelle:<br />
Pressestelle Universität Regensburg / http://idw-online.de</p>
<p>Kommentar:<br />
Reich an Anthocyanen ist auch Cassis (Schwarze Johannisbeere).<br />
Natürlich handelt es sich hier nur um ein Laborexperiment und es wäre völlig überzogen, daraus schon auf konkrete Wirkungen von Anthocyanen aus der Nahrung auf Krankheitsprozesse wie Morbus Parkinson oder Depressionen zu schliessen.</p>
<p>Daran, dass anthocyanreiche Beeren wertvolle Nahrungsbestandteile sind, kann aber meines Erachtens kaum gezweifelt werden. Zubereitungen mit 25 &#8211; 35 % Anthocyanosiden aus Heidelbeeren werden innerlich eingesetzt bei krankhaft erhöhter Durchlässigkeit der Kapillaren, vor allem bei diabetischer Retinopathie, zur Verbesserung der Nachtsehleistung und zur Epithelregenerierung bei Magengeschwüren und Darmgeschwüren sowie äusserlich zur Förderung der Vernarbung von Wunden.<br />
An diesem Beispiel zeigt sich wieder einmal, dass die Übergänge zwischen Nahrungspflanzen und Heilpflanzen oft fliessend sind.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Prämenstruelles Syndrom (PMS): Bewegung hilft &#8211; Heilpflanzen auch</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 21:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prämenstruelles Syndrom (PMS): Bewegung hilft - Heilpflanzen auch, zum Beispiel Mönchspfeffer.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regelmäßige Bewegung und Sport können Beschwerden an den “Tagen vor den Tagen&#8221; vermindern.</p>
<p>“Durch körperliche Aktivität lassen sich viele typische Symptome des Prämenstruellen Syndroms wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen oder Ödeme günstig beeinflussen&#8221;, empfiehlt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), und rät: “Bewegung verstärkt die Durchblutung, wodurch Krämpfe der Gebärmutter und Schmerzen im Unterbauch und Rücken abgebaut werden können. Gleichzeitig wird der Abtransport von Wassereinlagerungen im Gewebe gefördert. Nicht zuletzt kann sich körperliche Aktivität positiv auf die Stimmungslage auswirken und somit depressive Verstimmungen und Ängstlichkeit abmildern.&#8221;</p>
<p>Als besonders positiv hat sich Ausdauertraining wie Walken, Laufen, Radfahren oder Schwimmen erwiesen, um dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) längerfristig gegenzuwirken.</p>
<p>Auch eine Umstellung von Ernährungsgewohnheiten kann beim PMS eine wirksame Maßnahme sein. “Weitestgehender Verzicht auf Genussmittel und Süßigkeiten sowie eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung können unter Umständen eine wirksame Besserung erzielen und auch problematische Heißhungerattacken abwenden&#8221;, rät der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover.</p>
<p>Wenn Sport und Bewegung nicht zum Erfolg führen und die Beschwerde erhebliche Einschränkungen mit sich bringen, können therapeutische Schritte eingeschlagen werden, die von hormonellen über medikamentöse bis hin zu psychotherapeutischen Behandlungen reichen. Eine medikamentöse Therapie richtet sich dabei nach den jeweils vorliegenden Beschwerden &#8211; hauptsächlich nach jenen, die das Befinden am meisten stören. “Neben Schmerzmitteln, wasserausschwemmenden Präparaten oder stimmungsaufhellenden Wirkstoffen können auch pflanzliche Arzneimittel wie Mönchspfeffer oder Johanniskraut zur Anwendung kommen&#8221;, erläutert der Präsident des Berufsverbandes. PMS tritt hauptsächlich bei Frauen über 30 auf.</p>
<p>Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de</p>
<p>Kommentar:</p>
<h2><strong>Bewegung &amp; Mönchspfeffer &#8211; eine gute Kombination</strong></h2>
<p>Schön, dass der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Deutschland beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) auch an Heilpflanzen wie <strong>Mönchspfeffer</strong> und <strong>Johanniskraut</strong> denkt.</p>
<p>Von allen im Bereich der Gynäkologie eingesetzten Heilpflanzen ist Mönchspfeffer (Keuschlamm, Vitex agnus-castus) am besten wissenschaftlich dokumentiert. Und Heilpflanzen-Präparate aus Johanniskraut haben sich als stimmungsaufhellende Heilmittel bei leichten und mittleren Depressionen schon seit einiger Zeit etabliert. Allerdings gilt für Mönchspfeffer und Johanniskraut: Nur eine Minderheit der angepriesenen Präparate hat wohl auch eine Wirkung. Es kommt also sehr darauf an, welches Produkt man anwendet.<br />
Dass der BVF in seiner Stellungnahme die Bewegung in den Vordergrund stellt, ist sehr zu begrüssen. Nur eine Tablette einzuwerfen &#8211; und sei es auch eine pflanzliche &#8211; ist in vielen Fällen eine zu enge “Therapie-Schiene”.<br />
Und schliesslich ist auch die Bewegung eine altbewährte Methode aus der Naturheilkunde.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege:<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6"> www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/c">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Bewegung stärkt psychische Gesundheit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/02/18/bewegung-staerkt-psychische-gesundheit.html</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2009 01:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bewegung stärkt psychische Gesundheit. Zitat von Sören Kierkegaard.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regelmäßige körperliche Aktivität und Sport können offenbar der Entstehung von seelischen Störungen vorbeugen. Sie wirken auch bestehenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen entgegen. “Als besonders vorteilhaft hat sich dabei Ausdauertraining wie Laufen, Walken und Schwimmen erwiesen. Es hebt die Stimmung, stärkt das Selbstbewusstsein und verbessert die Stressbelastbarkeit”, rät Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. “Auch bei Patienten mit schweren Depressionen, einer bipolaren Störung , Schizophrenie oder einer Suchterkrankung kann körperliche Aktivität einen Beitrag bei der Behandlung leisten.”</p>
<p>Der günstige Effekt auf die seelische Gesundheit lässt sich nicht nur durch Ausübung einer Sportart erzielen, sondern auch durch Einbindung körperlicher Betätigung in den Alltag. “So kann man zum Beispiel kurze Entfernungen öfters zu Fuß oder mit dem Fahrrad überwinden und Treppen steigen anstatt Aufzüge und Rolltreppen zu benutzen. Auch Haus- und Gartenarbeit bieten die Möglichkeit, alltägliche Handlungen mit Bewegung zu verbinden”, empfiehlt Dr. Roth-Sackenheim.</p>
<p>Quelle: http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>Am besten für die psychische Gesundheit scheint mir, wenn Bewegung mit Naturerleben verbunden wird. Heilpflanzen-Exkursionen sind für diesen Zweck ideal, weil sie Beziehungen knüpfen zur Pflanzenwelt und damit zur Natur. Dies motiviert zur regelmässigen Bewegung in der Natur. Zudem schenkt der Kontakt zu Heilpflanzen und Wildblumen zahlreiche ästhetische Momente, welche Lebensfreude und Wohlbefinden vermitteln. Heilpflanzen-Exkursionen sind eine rundum gesunde Aktivität.</p>
<p>Fasst man sie in diesem umfassenden Sinn auf, bietet die Pflanzenheilkunde wesentlich mehr als nur die Information,  welche Heilpflanze bei welchen Beschwerden nützlich ist.</p>
<p>Zum Thema Bewegung &amp; (psychische) Gesundheit gibt es übrigens ein schönes Zitat von Sören Kierkegaard:</p>
<p>“Ich laufe mir jeden Tag mein tägliches Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde. Ist man so am Gehen, so geht es schon.”</p>
<p>Sören Kierkegaard, dänischer Philosoph, 1813 &#8211; 1855</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Übersichts-Studie zu Umckaloabo zieht positives Fazit</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/17/uebersichts-studie-zu-umckaloabo-zieht-positives-fazit.html</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Jan 2009 02:14:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Übersichtsstudie zu Umckaloabo zieht positives Fazit.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Extrakte aus Umckaloabo, der Kapland-Pelargonie, werden seit einiger Zeit erforscht und eingesetzt gegen akute Infektionen der Atemwege. Die Cochrane Collaboration publizierte eine Übersichts-Studie zur Wirksamkeit von Umckaloabo (Pelargonium sidoides). Die 6 Autoren ziehen daraus folgende Schlüsse:</p>
<p><em>“Wir haben 8 randomisierte klinische Studien untersucht mit akzeptierter Methodik. Zwei Studien zeigten, dass P. sidoides effektiv alle Symptome, insbesondere Husten und Auswurf bei Erwachsenen mit akuter Bronchitis lindert. Eine 3. Studie zeigte hingegen lediglich eine effektive Verbesserung des Auswurfes. In ähnlicher Weise beseitigte P. sidoides in 2 von 3 Studien bei Kindern und Jugendlichen die Symptome einer akuten Bronchitis.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> Bei akuter Sinusitis und Erkältung konnte P. sidoides effektiv alle Symptome, einschliesslich Kopfschmerzen und Schnupfen bei Erwachsenen beseitigen, wenn es über einen längeren Zeitraum genommen wurde. Unerwünschte Ereignisse traten unter P. sidoides häufiger auf, aber keines war schwer. Es existiert begrenzte Evidenz für die Wirksamkeit von P. sidoides in der Behandlung von Infektionen der oberen Atemwege. Die pflanzliche Zubereitung  kann effektiv sein in der Linderung der Symptome der akuten Bronchitis bei Erwachsenen und Kindern und der Sinusitis bei Erwachsenen.”<br />
</em><br />
Zum Anwendungsbereich von Umckaloabo schreiben die Autoren:</p>
<p><em>&#8220;Der Extrakt wird zur Behandlung von akuten Atemwegsinfektionen verwendet, bei denen Antibiotika nicht notwendig sind. Im Licht des unsachgemässen  Einsatzes von Antibiotika und steigender Resistenzraten weltweit ist eine wirksame therapeutische Alternative für diese Krankheitszustände absolut notwendig.&#8221;<br />
</em><br />
Quelle:  Zeitschrift für Phytotherapie Nr. 6/2008</p>
<p>Originalveröffentlichung:<br />
Timmer A, Günther J, Motschall E, Antes G, Kern WV, Pelargonium sidoides extract for acute respiratory tract infections. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 3. Art. No. CD006323. DOI: 10.1002/14651858.CD006323.pub2</p>
<p>Kommentar:<br />
Wie bei anderen Heilpflanzen auch, gibt es bei Umckaloabo-Präparaten sehr grosse Qualitätsunterschiede. Die positiven Schlussfolgerungen aus dieser Übersichts-Studie gelten daher nur für diejenigen Extrakte, welche in den verschiedenen Untersuchungen verwendet wurden.<br />
Das gilt generell für Aussagen im Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde.<br />
Genau genommen kann man nicht einfach sagen:<br />
Umckaloabo wirkt gegen Bronchitis und Stirnhöhlenentzündung;<br />
Johanniskraut wirkt gegen Depressionen;<br />
Weissdorn stärkt das Herz;<br />
Bärentraube bekämpft Blasenentzündungen;<br />
Baldrian hilft gegen Schlafstörungen etc. etc.</p>
<p>Genauso wichtig ist die Frage, in welcher Form die jeweilige Pflanze wirksam ist:<br />
Als Tee? Mit welcher Art von Teezubereitung?<br />
Als Tinktur? Welche Art von Tinktur? Welche Dosierung?<br />
Als Extrakt? Welche Art von Extrakt?</p>
<p>Es gibt sehr viele pflanzliche Produkte mit fragwürdiger Wirksamkeit und eine Minderzahl von hochwertigen Präparaten. Doch wie unterscheidet man zwischen Fragwürdigem und Hochwertigem?<br />
Kriterien für diese wichtige Unterscheidung können Sie in meinen Heilpflanzen-Kursen und in der Phytotherapie-Ausbildung lernen.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen?<a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15"> www.patientenseminare.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Pizzagewürz Oregano enthält entzündungshemmenden Wirkstoff</title>
		<link>http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/01/02/pizzagewuerz-oregano-enthaelt-entzuendungshemmenden-wirkstoff.html</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 21:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pizzagewürz Origano mit entzündungshemmendem Wirkstoff.
Weiterbildung Phytotherapie für Krankenpflege -  Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oregano gibt nicht nur der Pizza ihren charakteristischen Geschmack. Das Gewürz enthält auch einen Wirkstoff, der unter anderem gegen Entzündungen zu helfen scheint. Das haben Forscher der Universität Bonn und der ETH Zürich entdeckt.</p>
<p>Sie verabreichten die Substanz namens Beta-Caryophyllen (E-BCP) Mäusen, die eine entzündete Pfote hatten. In sieben von zehn Fällen besserten sich durch diese Behandlung die Symptome. E-BCB lasse sich möglicherweise auch gegen Erkrankungen wie Osteoporose oder Arterienverkalkung nutzen, glauben die Forscher. Die Studie erschien am Montag, 23. Juni 2008, in den &#8220;Proceedings of the National Academy of Sciences&#8221; (PNAS). Oregano zählt heute nicht mehr zum engeren Kreis der Heilpflanzen. Es wird heute viel mehr als Gewürzpflanzen verwendet, doch sind die Übergänge zwischen Gewürz- und Heilpflanzen natürlich fliessend.</p>
<p>E-BCP ist ein charakteristischer Inhaltsstoff zahlreicher Gewürz- und Nahrungspflanzen. Man findet die Substanz unter anderem auch in Basilikum, Rosmarin, Zimt und schwarzem Pfeffer. Mit der Nahrung nehmen wir jeden Tag bis zu 200 Milligramm des ringförmigen Moleküls auf.<br />
Unbekannt war bisher, dass es im Organismus sehr erwünschte Wirkungen entfalten kann: &#8220;Nach unseren Ergebnissen ist E-BCP entzündungshemmend&#8221;, sagt Professor Dr. Andreas Zimmer vom Bonner Life &amp; Brain-Zentrum. &#8220;Aber nicht nur das: Experimente an Mäusen haben gezeigt, dass die Substanz sogar bei Osteoporose wirksam ist.&#8221;</p>
<p>Beta-Caryophyllen bindet sich spezifisch an bestimmte Empfänger-Strukturen in der Zellmembran, die so genannten Cannabinoid-CB2-Rezeptoren. Die Zelle verändert dadurch ihr Verhalten: Sie schüttet dann zum Beispiel weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. &#8220;Wir haben Mäuse, die unter einer entzündlichen Schwellung der Pfote litten, mit E-BCP behandelt&#8221;, erläutert Dr. Jürg Gertsch von der ETH Zürich. &#8220;In bis zu 70 Prozent der Fälle klang die Schwellung daraufhin ab.&#8221;</p>
<p>Pizza macht nicht bekifft</p>
<p>Damit könnte E-BCP als Ausgangspunkt für neue Arzneimittel in Frage kommen. Besonders attraktiv für Pharmaforscher ist dabei, dass die Substanz in der Natur so verbreitet vorkommt. Dazu gesellt sich jedoch noch ein zweiter Vorteil: Beta-Caryophyllen hat im Gegensatz zu anderen Molekülen, die auf den CB2-Rezeptor wirken, keine berauschende Wirkung.<br />
Der CB2-Rezeptor hat nämlich einen &#8220;Bruder&#8221; namens CB1, der hauptsächlich Drogenforschern ein Begriff ist. CB1 findet sich unter anderem in den Nervenzellen des Gehirns. An ihn können zum Beispiel bestimmte Inhaltstoffe der Hanfpflanze andocken. Was dann geschieht, wissen Marihuana-Konsumenten genau.</p>
<p>CB1 und CB2 sind zwar keine Zwillinge, aber doch sehr nah verwandt. Substanzen, die CB2 stimulieren, wirken deshalb häufig auch berauschend. Anders E-BCP: Es ist der erste bekannte natürliche Wirkstoff, der spezifisch an CB2 andockt und nicht an CB1 &#8211; darum macht Pizza auch nicht high.<br />
Beide Rezeptoren gehören zum so genannten Endocannabinoid-System. Forscher schreiben ihm zunehmend eine  bedeutende Rolle bei verschiedenen Erkrankungen zu: Läuft es aus dem Ruder, können vermutlich Herzkrankheiten, Allergien, chronische Schmerzen oder auch Gedächtnisstörungen begünstigt werden. &#8220;Endocannabinoide sind Substanzen, die der Körper selbst bildet und die ihn im Gleichgewicht halten&#8221;, erklärt Professor Zimmer. Bei einer Entzündung sollen sie wirken wie ein Tritt auf die Bremse und verhindern, dass das Immunsystem zu viel des Guten tut und Abwehrreaktionen außer Kontrolle geraten.</p>
<p>Auch chronische Störungen wie Morbus Crohn &#8211; eine Entzündung des Darmtrakts &#8211; lassen sich möglicherweise mit E-BCP in den Griff bekommen. &#8220;Die Verbindung könnte ein wichtiger Faktor in der Ernährung sein, um derartige Zivilisationskrankungen zu bremsen&#8221;, erklärt Dr. Jürg Gertsch. Wer in Zukunft alle Speisen mit Oregano würzt, lebt damit jedoch trotzdem nicht unbedingt gesünder. &#8220;Das Endocannabinoidsystem kommt dann zum Zuge, wenn bei Stoffwechselprozessen das Gleichgewicht gestört ist&#8221;, betont Professor Zimmer. &#8220;Es ist ähnlich wie mit Antidepressiva: Die helfen zwar bei Depressionen. Ein Gesunder bekommt durch sie aber keine bessere Laune.&#8221; ?</p>
<p>Quelle: Pressemitteilung Universität Bonn, 23. 6. 2008</p>
<p>Kommentar:</p>
<p>- Auch hier wieder: Die Erkenntnisse über einen entzündungshemmenden Wirkstoff im Oregano sind zwar interessant. Wirkungen im Labor an Mäusen lassen sich aber nicht einfach 1:1 auf die Situation beim kranken Menschen übertragen. Darum sollten solche Ergebnisse immer vorsichtig interpretiert und keine vorschnellen Heilungsversprechen daraus abgeleitet werden.</p>
<p>- Oregano ( = Dost, = Wilder Majoran, = Origanum vulgare) gehörte früher zu den wichtigsten Heilpflanzen im Bereich der Dämonenabwehr. Ihm traute man zudem beinahe universelle Heilwirkungen zu. So lobt beispielsweise 1485 der Mainzer “Gart der Gesuntheit:<br />
“Nym diese Blumen und auch die Bletter und thue sie in ein secklin. Das secklyn sal man wärmen in Wein und es darnach auf das Heupt legen und das Heubt zudecken, also dass man schwitzt. Dis benymbt viel Krankheit der Brust und auch des Hauptes, und sonderlich thut es gut den Astmaticis; das sind die, so schwer keuchen. Wer mit Not zu Stuhl geht und doch gross Gelüst hette, und es doch nicht schaffen mag, also dass ihm alles weh tete, als ging ihm der After aus dem Leib heraus: Der nehme Dostenpulver und streu es darauff, es wirkt bald auff den Leib.”<br />
Solche Angaben lassen sich natürlich nicht einfach 1:1 in die Gegenwart übertragen. Dazu müsste man sich zuerst sehr intensiv mit den Krankheitsvorstellungen des 15. Jahrhunderts befassen und sich dann sorgfältig und auch kritisch mit dem Text auseinandersetzen. Bestimmt aber würde es sich lohnen, den Oregano quasi wieder einmal im Kreise der Heilpflanzen zu begrüssen und vertieft über mögliche Wirkungen und Anwendungsbereiche nachzudenken.</p>
<p>- Oregano ist im der Natur und im Garten eine wertvolle Nektarquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Sein Nektar ist sehr zuckerreich. Er gilt als Bienenweide. Wenn Sie ihm ein schönes Plätzchen im Garten verschaffen, zieht er viele interessante Gäste an.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch  ">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15  ">www.patientenseminare.ch</a></p>
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		<title>Phytotherapie: Wirkt Johanniskraut auch bei schweren Depressionen?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 18:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Koradi</dc:creator>
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Weiterbildung für Krankenpflege: Palliative Care, Spitex, Pflegehiem, Klinik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johanniskraut gehört zu denjenigen Heilpflanzen, die seit vielen Jahren intensiv wissenschaftlich untersucht werden. Bisher galt die antidepressive Wirkung von Johanniskraut-Extrakten in der Phytotherapie  als gut belegt bei leichten bis mittelschweren Depressionen. Nun verdichten sich die Hinweise, dass auch schwere Depressionen auf eine Behandlung mit Johanniskraut-Präparaten ansprechen könnten.</p>
<p>Ein neuer Cochrane Review ergab jedenfalls, dass Johanniskraut-Extrakte ausgeprägte Depressionen ebenso effektiv lindern wie synthetische Antidepressiva. Privatdozent Klaus Linde vom Zentrum für naturheilkundliche Forschung der Technischen Universität München wertete mit seinem Team 29 Studien mit knapp 5500 Patienten aus. Einbezogen wurden dabei ausschliesslich Studien, bei denen nach DMS-IV- oder ICD-10-Kriterien eine «Major Depression» vorlag. Die Patienten zeigten mindestens zwei Wochen lang Symptome, die sie im Alltag beeinträchtigten. In 18 der Studien wurden Johanniskraut-Präparate (meist 900 mg Trockenextrakt pro Tag) gegen Placebo verglichen, in 17 gegen synthetische Antidepressiva. Verglichen mit Placebo waren die Ansprechraten mit Johanniskraut knapp 50 Prozent höher, wobei aber der Effekt stark von Studiengröße und -qualität abhängig war. Im Vergleich mit den synthetischen Antidepressiva zeigten sich dagegen praktisch keine Unterschiede in den Ansprechraten. Allerdings erwiesen sich die Johanniskraut-Extrakte als verträglicher. Die Abbrechraten waren nur ein Viertel so hoch wie bei Behandlungen mit trizyklischen Antidepressiva und nur etwa halb so hoch wie mit SSRI (The Cochrane Library 4, 2008).</p>
<p>Auffallend war, dass sämtliche Studien aus dem deutschsprachigen Raum bessere Ergebnisse für Johanniskraut zeigten als Untersuchungen aus anderen Regionen, wo Johanniskraut keine lange Tradition als pflanzliches Arzneimittel hat. Eine Beurteilung dieses Phänomens liefert die Cochrane-Studie jedoch nicht.<br />
(Quelle: 10. 10. 2008, www.pharmazeutische-zeitung.de)<br />
Klar festzuhalten gilt, dass schwere Depressionen fachärztliche Behandlung brauchen, nur schon wegen der damit verbundenen Suizidgefahr.<br />
Auch gelten diese Ergebnisse für Johanniskraut-Extrakte und können nicht ohne weiteres auf Johanniskraut-Tee oder Johanniskraut-Tinkturen übertragen werden.<br />
Es wird auch weiterhin Depressionen geben, bei denen eine Johanniskraut-Therapie nicht ausreicht.<br />
Die Arbeit von Klaus Linde deutet aber darauf hin, dass Johanniskraut auch bei schwereren Depressionen eine therapeutische Rolle spielen könnte, wenn es in ein umfassenderes Behandlungskonzept integriert wird.</p>
<p>Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde</p>
<p>Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz</p>
<h2>Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe<br />
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse<br />
Kräuterexkursionen in den Bergen / Pflanzenheilkunde</h2>
<p><a href="http://www.phytotherapie-seminare.ch">www.phytotherapie-seminare.ch</a></p>
<h2>Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care</h2>
<p>Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6  ">www.ig-pp.ch</a></p>
<p>Schmerzen? Chronische Erkrankungen? <a href="http://moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15">www.patientenseminare.ch</a></p>
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