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Woraus besteht Opium und was ist Opiumtinktur?

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Nimmt man die Phytotherapie-Fachliteratur zum Massstab, gehört Opium nicht zur Phytotherapie. Dort taucht Opium nämlich kaum auf. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Opium dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt ist.

Denn eigentlich ist Opium ja ein Pflanzenprodukt, das zu medizinischen Zwecken verwendet wird. Das würde eigentlich nahelegen, dass Opium zur Phytotherapie zu zählen.

In meiner Phytotherapie-Ausbildung taucht Opium allerdings in der Wirkstoffkunde auf im Kapitel „Alkaloide“. Opium selber ist aber kein Alkaloid. Alkaloide enden immer auf –in.

Opium enthält jedoch ein Alkaloidgemisch.

Opium ist der durch Anritzen gewonnene getrocknete Milchsaft unreifer Samenkapseln des zu den Mohngewächsen (Papaveraceae) gehörenden Schlafmohns (bot. Papaver somniferum L.). Im Verlauf des Trocknungsprozesses entwickelt sich aus dem Milchsaft durch Autoxidation das Rohopium, eine braune bis schwarze Masse. Wirksame Hauptbestandteile des Opiums sind die Alkaloide Morphin, Codein und Thebain.

Das aus Opium gewinnbare halbsynthetische Diacetylmorphin ist allgemein als Heroin bekannt.

Im Opium sind 37 unterschiedliche Alkaloide vorhanden, die im Rohopium bis zu einem Viertel der Masse ausmachen.

Die wichtigsten Alkaloide des Opiums sind:

–        Morphin (ca. 12 %), eines der stärksten Analgetika ( Schmerzmittel),

–        Codein (0,2 bis 6 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Noscapin (2 bis 12 %), ein hustenstillendes Mittel (Antitussivum),

–        Papaverin (0,1 bis 0,4 %), ein krampflösendes Mittel (Spasmolyticum),

–        Thebain (0,2 bis 1 %), wirkt stärker stimulierend, aber schwächer schmerzstillend als

Morphin,

–        Papaveraldin (0,5 bis 3 %) und

–        Narcein (0,1 bis 1 %), wirkt selber schwächer als Morphin, potenziert jedoch dessen

Wirkung.

(Quelle für die Prozentzahlen: Wikipedia)

Diese Alkaloide wirken bereits in ihrer natürlichen Zusammensetzung synergistisch, da sich die schmerzstillenden und krampflösenden Eigenschaften gut ergänzen.

Historisch wurde Opium als Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt, sowie seit jeher als Rauschmittel verwendet. In der Psychiatrie wurde Opium zur Therapie von Depressionen angewendet, insbesondere als sogenannten „Opiumkur“.

Opiumtinktur kommt heute in der Medizin gelegentlich noch gegen starke Durchfälle zum Einsatz.

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde Opiumtinktur auch als Laudanum, Mohnsaft (Laudanum liquidum) oder Meconium bezeichnet.

Wikipedia schreibt dazu:

„Der Name Laudanum wurde in unterschiedlichen Zusammensetzungen unter anderem vom Arzt und Naturforscher Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493–1541) beschrieben, besser bekannt als Paracelsus. Er glaubte, mit dem Laudanum ein Allheilmittel erfunden zu haben, und nannte seine Tinktur daher auch Stein der Unsterblichkeit. Seine Hauptbestandteile waren zu etwa 90 Prozent Wein sowie Opium zu etwa 10 Prozent, die Zusammensetzung ist jedoch umstritten. Als weiterer Zusatz wird Bilsenkraut, die gemeine Alraune und Tollkirsche genannt………….

Seit seiner Erfindung um das Jahr 1500 fand das Laudanum in Europa eine große Verbreitung. Während der nächsten Jahrhunderte erfreute es sich als Universaltonikum und Wunderdroge einer großen Beliebtheit. Seine herausragende Eigenschaft bestand allerdings nicht in einer lebensverlängernden, sondern vielmehr in seiner schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung. Sogar Kindern wurde die verdünnte Tinktur bedenkenlos zur Ruhigstellung eingegeben.

Laudanum war frei verkäuflich und günstig, daher war es in allen Gesellschaftsschichten Europas sehr populär. Seine Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert lässt sich in etwa mit der des Aspirins in der heutigen Zeit vergleichen. Eine Zeit lang fand der Begriff auch als Synonym für Schmerzmittel allgemein Verwendung.

In Schriftstellerkreisen kam das Laudanum teilweise zur Anregung der kreativen Fähigkeiten in Mode; der Dauergebrauch der Tinktur schien jedoch die eigene Kreativität eher auszulöschen. Zu den bekanntesten bekennenden Laudanumkonsumenten gehören u. a. der englische Lyriker Samuel Taylor Coleridge (1772–1834) und der Schriftsteller Thomas de Quincey (1785–1859) sowie der walisische Schriftsteller Edward Williams (bekannt als Iolo Morganwg, 1747–1826). Alle drei litten offenbar über lange Zeit ihres Lebens unter einer starken Abhängigkeit. Der englische Autor Wilkie Collins verarbeitete seine eigenen Erfahrungen mit Opium in seinem Roman The Moonstone.

Tatsächlich fand in der europäischen Gesellschaft erst ab dem 19. Jahrhundert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem suchtbildenden und schädlichen Charakter eines dauerhaften Opiumkonsums und somit auch des Laudanums statt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts standen der Medizin zunehmend neue Mittel zur Verfügung, die die bedenklichen Opiate ersetzen konnten. Im Jahre 1920 verbot England schließlich per Gesetzesbeschluss die freie Verkäuflichkeit von Opiaten. 1929 trat in Deutschland das sogenannte Opiumgesetz in Kraft.“

Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Opiumtinktur zu den Wurzeln der Phytotherapie gehört. Und das Beipiel Opiumtinktur macht wieder einmal klar, dass die Natur sehr stark wirksame Substanzen bereithält – sowohl was die therapeutischen Effekte betrifft also auch in Bezug auf mögliche Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen.

Ein Rezept für Laudanum / Opiumtinktur stand noch im Arzneibuch von 1933 (Pharmacopoea Helvetica Editio Qunita, 1933): Tinctura Opii crocata PH 5.

„30 T. Safran, 10 T. Nelkenpulver und 10 T. chinesisches Zimtpulver werden mit einer Mischung von 250 T. Weingeist und 250 T. Wasser nach dem Mazerationsverfahren (Allgemeine Bestimmungen, Seite 5) während 6 Tagen extrahiert. Hierauf wird koliert und der Rückstand abgepresst. Zu den vereinigten Kolatur- und Pressflüssigkeiten wird eine Lösung von 50 T. Opiumtrockenextrakt in 50 T. Wasser zugemischt. Nach 14tägigem Stehenlassen an einem kühlen Orte wird filtriert und das Filtrat durch Nachwaschen des Filters mit der nötigen Menge Wasser auf 1000 T. ergänzt.“

(Quelle: Pharmawiki)

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

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Die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet über die Bewertung von Erkältungsmitteln durch die „Stiftung Warentest“ und vergleicht die Empfehlungen mit der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Bei den Hustenmitteln haben dabei die Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) eine überraschend gute Stellung.

Werden Schleimlöser oder Hustenstiller gewünscht, können laut Stiftung Warentest bei Reizhusten Dextromethorphan oder zur Schleimlösung Acetylcystein (ACC) oder Ambroxol zur Anwendung kommen.

ACC und Ambroxol allerdings nur mit Einschränkung, da ihre Wirksamkeit nicht bewiesen sei. Aus dem selben Grund rät die DEGAM-Leitlinie „Husten“ von ACC und Ambroxol ab, für Hustenstiller sieht sie nur in Ausnahmefällen eine Berechtigung, zum Beispiel nachts, um besser schlafen zu können.

In der Bewertung der „Stiftung Warentest“ finden sich auch Phytopharmaka, nämlich Spitzwegerichextrakt gegen Hustenreiz und Schleimlöser mit Efeu oder Thymian. Aber auch sie werden nur mit Einschränkung empfohlen, da sie nicht ausreichend erforscht seien.

Die DEGAM-Leitlinie dagegen steht den Phytopharmaka offener gegenüber. Sie anerkennt insbesondere für Myrtol Hinweise auf positive Effekte. Myrtol wird von der „Stiftung Warentest“ gar nicht erwähnt. Auch Kombipräparaten von Thymianextrakt mit Efeuextrakt beziehungsweise Thymianextrakt mit Primelwurzel-Extrakt wird in der DEGAM-Leitlinie durchaus ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zugeschrieben. Sie schreibt deshalb, dass bei entsprechendem Therapiewunsch des Patienten diese Phytopharmaka zur moderaten Symptomlinderung bzw. – verkürzung bei Erkältungshusten bzw. akuter Bronchitis erwogen werden können.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/erkaltungsmittel-gut-und-gunstig-und-leitliniengerecht

Kommentar & Ergänzung:

Dann will ich mal versuchen, nachfolgend bei den aufgeführten Hustenmittteln Phytopharmaka und synthetische Mittel gegenüber zu stellen.

Die Hustenstiller:

Bei Hustenstillern und insbesondere bei Schleimlösern stehen die Phytopharmaka im Vergleich mit den synthetischen Wirkstoffen gut da, was die wissenschaftlichen Belege und die Sicherheit angeht.

Mag sein, dass Spitzwegereichextrakt als Hustenstiller nicht ausreichend erforscht ist. Aber schauen wir uns einmal die synthetische Alternative Dextromethorphan an. Die Wirksamkeit von Dextromethorphan ist zumindestens fragwürdig. Der WDR hat den Forschungsstand am 15. 12. 2014 zusammengefasst und beruft sich dabei auf die renommierte Cochrane Collabortion:

„Die Cochrane Collaboration hat insgesamt 26 Studien zu Codein- und Dextromethorphan-haltigen Präparaten beurteilt. Das Fazit: Die Studienlage ist insgesamt uneinheitlich: Oft zeigten unterschiedliche Studien widersprüchliche Ergebnisse. Daher kann das Expertengremium keine wirkliche Empfehlung für oder gegen Hustenstiller aussprechen. Zudem wirkte Honig in vielen Studien sogar besser als Dextromethorphan.“

Quelle: http://www1.wdr.de/themen/wissen/erkaeltungsmittel114.html

Sehr überzeugend tönt das nicht, wenn sogar Honig besser wirkt als Dextromethorphan.

Spielstand Hustenstiller: Spitzwegerichextrakt : Dextromethorphan 1:1

Dazu kommt aber noch die Frage nach den Risiken: Beim Spitzwegerichextrakt sind Risiken nicht bekannt und auch nicht zu erwarten.

Bei Dextromethorphan sieht das ganz anders aus:

„Nebenwirkungen treten unter Dextromethorphan in geringer Dosierung relativ selten auf. Bei einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung (je nach Quelle 1 %-10 %) findet sich jedoch eine pharmakogenetische Schwäche des Cytochrom-P450-Enzyms CYP2D6, so dass bereits bei therapeutischer Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Gelegentlich sind Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zu beobachten. Bei einigen Personen kann auch eine niedrige Dosis Juckreiz auslösen. Bei einer Überdosierung kann es zu Halluzinationen und psychotischen Episoden kommen.“

Quelle: Wikipedia

Dextromethorphan zeigt zudem Wechselwirkungen insbesondere mit bestimmten Antidepressiva und mit Alkohol.

Und dann gibt es noch ein Missbrauchsrisiko:

„Dextromethorphan wird auch missbräuchlich eingenommen, da es in hohen Dosen dissoziative und anderweitig berauschende Effekte hat (ähnlich der bei niedrig dosiertem Ketamin). Der Missbrauch von Dextromethorphan kann eine Drogenpsychose nach sich ziehen, unkontrolliertes Verhalten kann zur Selbst- oder Fremdgefährdung führen. Regelmäßige missbräuchliche Einnahme kann zur Suchterkrankung führen, unter Umständen ist auch mit Hirnschäden zu rechnen.

Direkt durch Dextromethorphan bedingte Todesfälle sind theoretisch möglich, dafür aber müsste es in einer derart hohen Dosis eingenommen werden, wie es in der Praxis kaum möglich ist. In der Kombination mit Paracetamol sind jedoch Todesfälle bekannt. Zum Missbrauch vom Dextromethorphan sind nur wenige Studien verfügbar. Die bekannteste Arbeit zum Thema stellt wohl die DXM-FAQ von William E. White, einem amerikanischen Dextromethorphan-Forscher, dar. Seine Thesen stützen sich teilweise auf Berichte von mehreren Hundert Konsumenten.“

Quelle: Wikipedia

Das spricht gegen Dextromethorphan und für Spitzwegerichextrakt.

Fazit:

Spielstand Hustenstiller: Spitzwegerichextrakt : Dextromethorphan 2:1

Und nun zu den Schleimlösern:

Halten wir fest: Die Wirksamkeit der oft konsumierten synthetischen Wirkstoffe Acetylcystein und Ambroxol ist nicht belegt.

Acetylcystein ist beispielsweise enthalten in ACC Sandoz® (früher ACC eco®), Ecomucyl®, Fluimucil®, Mucostop® und Solmucol®;

Ambroxol beispielsweise in Mucosolvon® und Bisolvon Ambroxol®.

Gut belegt sind dagegen verschiedene Phytopharmaka als Schleimlöser:

Kombipräparate von Thymianextrakt mit Efeuextrakt beziehungsweise Thymianextrakt mit Primelwurzel-Extrakt, ausserdem Myrtol (enthalten in Gelomyrtol®).

Spielstand Schleimlöser: Phytopharmaka : Acetylcystein / Ambroxol 1 : 0

Fazit Hustenmittel insgesamt: Phytopharmaka : Synthetika 3 : 1

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Risiken von Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln mit Codein

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Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic empfiehlt neue Einschränkungen in der Anwendung von Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln mit Codein und will die Arzneimittelinformationen entsprechend anpassen. Auslöser für diese Massnahmen ist ein kürzlich erfolgter Beschluss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Codein-haltigen Husten- und Erkältungsmittel aufgrund ihrer Risiken überprüft und im April dieses Jahres Einschränkungen in ihrer Anwendung verfügt (Beschluss EMA/CMDh/206590/2015).

Codeinhaltige Medikamente können bei empfindlichen Patienten Atemproblemen auslösen. Gefährdet sind Kinder unter 12 Jahren und Säuglinge stillender Mütter, sofern diese Codein einnehmen, darüber hinaus auch Personen, die Codein schneller zu Morphin umwandeln als normal (sog. ultraschnelle Metabolisierer). Swissmedic rät darum, Husten und Erkältung bei diesen Patientengruppen mit Präparaten ohne Codein zu behandeln. Bei Jugendlichen über 12 Jahren, die eine eingeschränkte Atemfunktion haben, ist Vorsicht nötig.

Der Beschluss der EMA und die entsprechenden Anpassungen der Arzneimittelinformationen werden gegenwärtig in den EU-Ländern umgesetzt.

Swissmedic hat die Firmen, in unserem Land eine Zulassung für Husten- und Erkältungsmittel mit Codein haben aufgefordert, die gleichen Einschränkungen in die Arzneimittelinformationen aufzunehmen. Swissmedic prüft darüber hinaus, die Anwendung bei den aufgeführten Risikogruppen auszuschliessen (Kontraindikation).

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5211&NMID=5211&LANGID=2

Swissmedic – online, 27.07.2015

 

Kommentar & Ergänzung:

Codein ist ein Alkaloid, das zu etwa 0,3 – 3 % im Opium vorkommt, das aus getrocknetem Milchsaft unreifer Samenkapseln von Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen wird und auch andere Alkaloide wie Morphin, Papaverin, Thebain und Narcotin enthält.

Obwohl Codein ein pflanzlicher Wirkstoff ist, wird seine Anwendung heute von den meisten Fachleuten nicht zu Phytotherapie gerechnet, weil unter Phytotherapie die Anwendung von Wirkstoffgemischen aus Pflanzen verstanden wird und nicht die Anwendung von isolierten Einzelsubstanzen.

Codein ist seit langem Bestandteil vieler Hustenpräparate und soll zur Linderung von trockenem Reizhusten beitragen. Dabei gibt es auch fragwürdige Kombinationen mit Arzneistoffen, die das Lösen und Abhusten von Schleim fördern sollen. Wenn Codein nämlich tatsächlich wie erwartet die Hustenfrequenz reduziert, wirkt es dem Abhusten von Schleim eher entgegen.

Obwohl Codein verbreitet in Hustenpräparaten und Erkältungsmitteln eingesetzt wird, ist seine Wirksamkeit gar nicht so eindeutig belegt, wie man das annehmen würde.

Das „Pharmawiki“ schreibt dazu:

„Codein wird häufig eingesetzt und prominent im WHO-Stufenschema erwähnt, sein medizinischer Einsatz ist in der wissenschaftlichen Literatur jedoch nicht unbestritten. So wird beispielsweise in einigen Publikationen hinterfragt, ob Codein tatsächlich gegen Husten wirksam ist. Kontrovers diskutiert wird auch die variable Pharmakokinetik, die vermutlich dazu führt, dass einige Patienten übermässig und andere gar nicht auf das Medikament ansprechen….Moderne Zulassungsstudien fehlen.“

Quelle:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Codein

 

Die „variable Pharmakokinetik“ von Codein hängt mit genetischen Faktoren zusammen, die bewirken, dass etwa 10 % der Bevölkerung weisser Hautfarbe Codein nur langsam verstoffwechseln, was zu einer abgeschwächten Wirkung führt. Etwa 1 – 5,5 % der weissen Bevölkerung gehören dagegen zu den sogenannten Schnellmetabolisierern, bei denen es durch beschleunigt ablaufende Umwandlungsprozesse zu erhöhten Morphinkonzentrationen im Plasma kommt und dadurch zum Risiko von morphinbedingten Nebenwirkungen.

Codein hat auch ein Missbrauchspotenzial weil es im Organismus durch Enzyme in Morphin umgewandelt werden kann.

Interessant ist der Hinweis im Pharmawiki, dass moderne Zulassungsstudien fehlen.

Vor allem in den niedrigeren Dosierungen, wie sie in nicht-rezeptpflichtigen Hustenpräparaten vorkommen, ist die Wirksamkeit gegen trockenen Reizhusten offenbar alles andere als klar belegt.

Es scheint eine ganze Reihe von alten Arzneimitteln zu geben, deren Wirksamkeit nie mit modernen Zulassungsstudien belegt wurde.

Es gibt also nicht nur traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die vom Wirksamkeitsnachweis befreit wurden, sondern offenbar auch traditionelle Arzneistoffe der Pharmakologie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Weltweit Millionen Krebspatienten ohne angemessene Schmerzmittel

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Laut einer Studie hat die Hälfte der Bevölkerung weltweit keinen adäquaten Zugang zu schmerzlindernden Medikamenten. Grund dafür sind die Anti-Drogengesetze – hauptsächlich in Entwicklungsländern.

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen angemessenen Zugang zu Schmerzmitteln. Zu diesem Schluss kommt eine Erhebung der European Society for Medical Oncology und ihrer Partnerorganisationen. Grund für diesen Missstand seien die Anti-Drogengesetze in vielen Ländern dieser Welt.

Untersucht wurde mittels einer Umfrage die Verfügbarkeit von sieben kostengünstigen Wirkstoffen wie Codein oder Morphium. Diese sind zentral für die Schmerztherapie bei Krebserkrankungen.

Die Umfrage gründet in weiten Teilen auf Fragebögen, die in mehr als 100 Entwicklungsländern an Mediziner geschickt wurden, welche nicht der Regierung nahestehen. Es sei in zahlreichen Ländern „katastrophal schwierig“, die Schmerzen von Krebspatienten zu lindern, konstatierte Nathan Cherny, Hauptautor der Studie. Er wies zudem darauf hin, dass die Medikamente auch für andere Anwendungsbereiche benötigt würden, beispielsweise für die Palliativmedizin, bei chronischen Schmerzen und bei Geburten.

Quelle:

http://www.welt.de/gesundheit/article122338155/Millionen-Krebspatienten-ohne-Schmerzmittel.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Anti-Drogengesetze führen nicht nur zu einer desolaten Versorgung von Krebspatienten in manchen Ländern. Der weltweite Krieg gegen Drogen und Drogenhandel scheint einer Studie zufolge auch vor dem Scheitern zu stehen.

Nicht nur sei das Angebot an Heroin, Kokain und Cannabis in den USA und der EU weiter ungebrochen, schreiben Forscher in einer Studie, die in der Fachzeitschrift BMJ Open (doi:10.1136/bmjopen-2013-003077) publiziert wurde.

Auch seien die Preise gesunken und die Qualität der Drogen habe sich verbessert.

Die Wissenschaftler aus den USA und Kanada untersuchten für ihre Studie Daten von sieben staatlichen Programmen, die über mehr als ein Jahrzehnt die Entwicklung auf dem internationalen Drogenmarkt verfolgten. Drei der ausgewerteten Programme überwachten den internationalen Drogenhandel, drei konzentrierten sich auf den US-Markt und eines auf die Situation in Australien.

Gemäss der Studie sank in den USA zwischen 1990 und 2007 der Endverkaufspreis für Heroin, Kokain und Cannabis unter Berücksichtigung der Inflation um 81, 80 beziehungsweise 86 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der durchschnittliche Reinheitsgrad der Drogen um 60, elf beziehungsweise 161 Prozent. In 18 Ländern Europas sank zwischen 2000 und 2009 der Preis für Kokain um 51 Prozent und für Heroin um 74 Prozent.

In Australien reduzierten sich die Drogenpreise zwischen 2000 und 2010 teils stark: Kokain verbilligte sich um 14 Prozent, die Preise von Heroin und Cannabis sanken um jeweils 49 Prozent.

Während die Beschlagnahmung von Drogen auf wichtigen heimischen Märkten allgemein anstieg, schrieben die Forscher unter Leitung von Evan Wood aus Vancouver in Kanada, seien mit wenigen Ausnahmen die Preise für illegale Drogen seit 1990 gefallen, während sich ihre Qualität verbessert habe.

Allgemein dürfte das Angebot an Drogen weltweit in den vergangenen zwei Jahrzehnten sich nicht reduziert und die Verfügbarkeit von Cannabis und Opiaten wie Heroin sogar zugenommen haben, schreiben die Autoren in der Studie. Laut dem UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) erreichte der Umsatz im weltweiten Drogengeschäft 2011 mindestens 259 Milliarden Euro.

In der Studie heisst es, dass diese Ergebnisse deuten darauf hindeuten, dass die Ausweitung der Bemühungen zur Kontrolle des globalen illegalen Drogenmarkts durch Durchsetzung der Gesetze dabei sind zu scheitern.

Befürwortern eines Richtungswechsels in der Drogenpolitik dürften diese Resultate Auftrieb geben. Vor allem in den Ländern in Mittelamerika und Südamerika, die besonders unter dem Kampf gegen die Drogen leiden. Dort gibt es Überlegungen, Drogen teilweise zu entkriminalisieren und ihren Verkauf unter staatliche Aufsicht zu stellen. Dadurch soll der Drogenkriminalität die Basis entzogen werden.

So stimmte das Abgeordnetenhaus in Uruguay im Sommer für eine Legalisierung von Marihuana. Der lateinamerikanische Staat wäre das erste Land der Welt, das den Anbau und Verkauf von Marihuana vollständig legalisiert und unter staatliche Aufsicht stellt. Ein solcher Schritt wird auch in Mexiko-Stadt erwogen.

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56029/Studie-Kampf-gegen-Drogen-erfolglos?s=Krieg+drogen

http://bmjopen.bmj.com/content/3/9/e003077.full

Es fragt sich wirklich, ob der riesige Aufwand an Geld und anderen Ressourcen, der im Kampf gegen Drogen verpulvert wird, nicht sinnvoller und wirksamer investiert werden könnte.

Prohibition hat noch immer das organisierte Verbrechen gestärkt und reich gemacht. Und es unterwandert zunehmend staatliche Strukturen. Die ausufernde Kriminalität der Drogenbanden in Mexiko ist dafür ein fürchterliches Beispiel.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Erkältungen: Honig hilft gegen Husten

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Bei akutem Erkältungshusten werden zahlreiche Arzneimittel angewendet, aber nur wenige sind wirklich indiziert und hilfreich. Antibiotika werden zwar sehr oft verordnet, aber der Husten klinge durch sie nicht früher ab, erklärte Dr. Peter Kardos, Frankfurt, beim Pharmacon in Meran.

Ansonsten gesunde Patienten mit akutem Husten nach einem bakteriellen Infekt hätten ebenfalls keinen Nutzen von Antibiotika, sagte Kardos. Anders verhalte es sich bei bakteriellen Sekundärinfekten, doch trete auch hier der Effekt nicht unmittelbar ein.

Positive Studiendaten für Honig, Efeu / Thymian, Umckaloabo und Cineol

Für das Hausmittel Honig liege eine Studie vor, die für einen Nutzen bei nächtlichem Husten von Kindern zeigt, sagte der Experte, der federführend an der Ausarbeitung der aktuellen Husten-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2010 beteiligt war. Auch für einige Phytopharmaka, beispielsweise Zubereitungen aus Thymian & Efeu (ein Kombinationspräparat), Pelargonium sidoides (Umckaloabo) oder Cineol, lägen positive Studiendaten vor. Der Arzt bedauerte allerdings auch, dass es viele Vorurteile gegenüber Phytopräparaten gebe. Sie würden trotz Studien oft nicht in Leitlinien aufgenommen.

Bei einem akuten Erkältungshusten, der definitionsgemäss bis zu acht Wochen anhalten kann, sind Sekretolytika und Antitussiva wie Codein laut Kardos kaum wirksam.

Codein sei in der 60-mg-Dosierung als Arzneimittel aber nützlich bei nicht-erkältungsbedingtem Husten.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=46625&Nachricht_Title=Nachrichten_Erk%E4ltungshusten%3A+Honig+hilft&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Beim Erkältungshusten gibt es einige Phytopharmaka, die mit Studien gut belegt sind, und es diesbezüglich mit synthetischen Wirkstoffen aufnehmen können.

Siehe dazu auch:

Wirkstoffkunde: Was ist Cineol / 1,8-Cineol?

Myrtol / Gelomyrtol® bei Husten und Bronchitis

Phytopharmaka: Gelomyrtol / Gelodurant und Sibrovita – Unterschied?

Myrtol bei Bronchitis & Sinusitis

Akute Bronchitis: Myrtol meist sinnvoller als Antibiotika

Phytotherapie: Eukalytusöl / Myrtol bei Husten

Phytotherapie: Umckaloabo-Studien

Phytotherapie: Umckaloabo (Pelargonium sidoides) bei Erkältungen

Phytotherapie bei Husten: Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

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Phytotherapie: Pflanzenmedizin gegen Husten

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 7 / 2012) fasst aktuelle Empfehlungen bezüglich Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten zusammen:

„Atemwegsinfekte sind der häufigste Anlass für Krankschreibungen. Gerade gegen Husten bietet die Pflanzenmedizin aber gut verträgliche Hilfen an, deren Evidenz inzwischen auch in Leitlinien wissenschaftlicher Gremien Anerkennung fand. So hat die Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin gleich zwei Pflanzenkombinationen in ihre Therapieempfehlungen aufgenommen, die in der Leitlinie zu »Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten« genannt werden. Sie stufte die Wirksamkeit von Thymiankraut und Efeublättern und Thymiankraut und Primelwurzeln als wissenschaftlich nachgewiesen ein. Ursache eines akuten Hustens sind fast immer Viren. Eine antibiotische Therapie – die bekanntlich nur gegen Bakterien wirken kann – ist deshalb nur in Ausnahmefällen indiziert. Die pflanzlichen Präparate bewirken dagegen erwiesenermaßen eine schnellere Linderung des Hustens im Vergleich zu Placebo.

Als schleimlösende Mittel (Expectorantien) werden von den Lungen- und Atemwegsspezialisten Extrakte aus Anis, Myrtol, Pfefferminz, Eukalyptus, Thymian, Efeublättern und Primelwurzeln aufgezählt. Hustenstillende Eigenschaften weisen laut Leitlinie Extrakte aus Thymian, Spitzwegerich, Drosera und Wollblumen auf. Allerdings entsprechen längst nicht alle Präparate, die derartige Pflanzen enthalten, den geforderten wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker. Pflanzliche Hustenmittel gelten auch in der Behandlung von Kindern als besonders geeignet.“

Kommentar & Ergänzung:

Diese Empfehlungen in den Leitlinien sind erfreulich und nachvollziehbar. Heilpflanzen-Anwendungen bei Husten können es jedenfalls oft auch aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel bei einer Gesamtbetrachtung durchaus mit synthetischen Präparaten aufnehmen.

Bei den synthetischen Expectorantien (Schleimlöser) ist zum Beispiel beim Klassiker N-Acetylcystein (Fluimucil) die Studienlage sehr widersprüchlich und die Wirksamkeit nicht eindeutig belegt, obwohl das Präparat oft verkauft und eingenommen wird.

Bei den synthetischen Antitussiva (Hustenstiller) unterscheidet man Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt, Risiko von Nebenwirkungen) und Nicht-Opioide (Wirksamkeit ungenügend geklärt):

– Opioide Antitussiva wie Codein, Dextromethorphan, Dihydrocodein, Pholcodin, Hydrocodon, Noscapin, Ethylmorphin und Opium sollen den Hustenreiz zentral im Gehirn blockieren. Insbesondere Codein und Dextromethorphan sind in zahlreichen Medikamenten enthalten und werden oft angewendet. Ob sie jedoch tatsächlich wirksam sind, ist umstritten und in klinischen Studien bisher nicht zweifelsfrei belegt. Opioide können unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Atemdepression und Verstopfung verursachen. Ausserdem kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

– Nicht-opioide Antitussiva wie Butamirat, Butetamat, Levodropropizin und Morclofon sind chemisch nicht mit den Opioiden verwandt und sind daher frei von opioiden unerwünschten Wirkungen. Sie sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert und moderne Zulassungsstudien fehlen.

Berücksichtigt man sowohl Wirkungen als auch unerwünschte Nebenwirkungen für die Beurteilung, so schneiden die erwähnten Heilpflanzen-Anwendungen im Vergleich zu den synthetischen Substanzen gut ab.

Allerdings stimmt auch der Hinweis im Zitat, dass längst nicht alle Präparate, welche die erwähnten Heilpflanzen enthalten, den geforderten Qualitätskriterien genügen.

Es gibt sehr grosse Qualitätsunterschiede bei Heilpflanzen-Präparaten.

P.S.

– Mit Drosera ist Sonnentau gemeint, eine insektenfressende Pflanze, die im Hochmoor wächst.

– Efeublätter nicht als Tee verwenden, sondern nur als Fertigpräparat, das auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt eingestellt ist.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Heilpflanzen lindern Husten bei Kindern

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 9 / 2012) publizierte einen Abschnitt über Heilpflanzen zur Linderung von Husten bei Kindern:

„Bei Kindern gilt zu bedenken, dass die Atemwege noch eng und somit sehr empfindlich sind. Hat Ihr Kind Schwierigkeiten beim Einatmen, deutet dies auf eine Entzündung des Kehlkopfes, des Rachens oder der Luftröhre hin. Bei Problemen beim Ausatmen kann eine Bronchitis, Bronchiolitis – Entzündung der kleinsten, knorpellosen Bronchien – oder Asthma bronchiale vorliegen. Im Allgemeinen können Kinder mit Hustenmitteln versorgt werden, ein Arztbesuch ist aber notwendig, wenn Atemprobleme wie Rasseln, Husten bei körperlicher Belastung oder Husten ohne Erkältungserscheinungen auftreten. Auch wenn Ihr Kind wenig trinkt oder der Husten plötzlich beginnt, sollte dies abgeklärt werden. Denn Ihr Kind könnte auch einen Fremdkörper verschluckt haben. Auch Inhalationen in Form eines Kopfdampfbades oder Omas Zwiebelwickel können helfen. Zwiebelstreifen dazu erhitzen, in ein Leinentuch wickeln und auf Hals oder Brust legen. Achtung: Alkoholhaltige Hustensäfte über 5% sind für Kinder nicht geeignet! Besser: eine Teemischung aus Eibischwurzel, Huflattich, Thymian und Spitzwegerich. Im Allgemeinen sollten Antitussiva und Expektorantien nicht kombiniert werden. Expektorantien sollen den Schleim lösen, während Antitussiva den Hustenreiz unterdrücken – nimmt man beide ein, wird der Schleim nicht abgehustet und ein Sekretstau kann sich bilden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, tagsüber Schleimlöser einzunehmen und abends für einen besseren Schlaf Hustenreizdämpfer.“

Kommentar & Ergänzung:

Ich selber würde Huflattich durch Malvenblüten ersetzen. Huflattich enthält sehr geringe Mengen an lebertoxischen und krebsfördernden Pyrrolizidinalkaloiden. Zwar ist nicht geklärt, ob damit für den Menschen bei der Anwendung von Huflattich ein konkretes Risiko verbunden ist. Doch kann man sicherheitshalber den Huflattich durch Malvenblüten ersetzten. Sie enthalten ebenfalls Schleimstoffe, aber keine Pyrrolizidinalkaloide.

Was genau sind Antitussiva?

Antitussiva sind hustenreizlindernde Medikamente, die bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden. Zu den am häufigsten verwendeten Substanzen zählen Codein und Dextromethorphan. Diese Wirkstoffe können unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, sind anfällig für Arzneimittel-Wechselwirkungen und können als Rauschmittel missbraucht werden. Sie sind nicht für alle Patienten geeignet und sollen vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Vorsicht oder nicht eingesetzt werden. Antitussiva sollen die Häufigkeit und Intensität von Hustenanfällen vermindern. Ob sie wirklich wirksam sind, ist umstritten.

Die wichtigsten Antitussiva:

Opioide Antitussiva wie Codein, Dextromethorphan, Dihydrocodein, Pholcodin, Hydrocodon, Noscapin, Ethylmorphin und Opium sollen den Hustenreiz zentral im Gehirn blockieren. Insbesondere Codein und Dextromethorphan sind in zahlreichen Medikamenten enthalten und werden oft angewendet. Ob sie jedoch tatsächlich wirksam sind, ist umstritten und in klinischen Studien bisher nicht zweifelsfrei belegt. Opioide können unerwünschte Wirkungen wie Müdigkeit, Atemdepression und Verstopfung verursachen. Ausserdem kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.

Nicht-opioide Antitussiva wie Butamirat, Butetamat, Levodropropizin und Morclofon sind chemisch nicht mit den Opioiden verwandt und sind daher frei von opioiden unerwünschten Wirkungen. Sie sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend dokumentiert und moderne Zulassungsstudien fehlen.

– Heilpflanzen mit antitussiver Wirkung:

Eibisch, Spitzwegerich, Malve, Isländisches Moos und Sonnentau sind besser verträglich als die synthetischen Wirkstoffe und eine gute Alternative, hauptsächlich bei Kindern. Auch einige pflanzliche Expektorantien wie Guaifenesin zeigen zusätzlich eine antitussive Wirkung.

– Honig:

In einer klinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 18 Jahren erwies sich Honig vor dem Zubettgehen als wirksamer gegen nächtlichen Husten im Vergleich zu Dextromethorphan (Paul et al., 2007). Die Dosierung lag je nach Alter bei einem halben bis zu 2 Teelöffel Buchweizenhonig. Honig soll allerdings nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden (Risiko Botulismus durch Clostridium botulinum Sporen) und den Zähnen schaden kann (Karies). Die Studienmethodik von Paul et al. wurde allerdings auch in Frage gestellt.

Quelle: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Antitussiva

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Morphinzufuhr durch Mohnsamen?

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Der Konsum von Lebensmitteln mit Mohnsamen könne für manche Menschen, zum Beispiel Kinder, aufgrund von Opiumalkaloiden gesundheitlich bedenklich sein. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Eindeutige Verzehrempfehlungen gibt die Behörde jedoch nicht. Mohnsamen selbst enthalten gemäss Mitteilung der EFSA keine Opiumalkaloide. Sie können aber durch Schädlinge oder Kontakt mit dem Saft der Pflanze während der Ernte kontaminiert sein. Die Verarbeitung wie Waschen, Einweichen, Mahlen und Kochen reduziert den Alkaloidgehalt um bis zu 90 Prozent.

Nach Einschätzung der Behörde liegt die akute Referenzdosis, ab der gesundheitliche Wirkungen auftreten können, bei 10 Mikrogramm Morphin pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert kann beim Konsum von Lebensmitteln mit großen Mengen kontaminierter Mohnsamen erreicht werden. In geringen Mengen, beispielsweise als Verzierung auf Brot und Gebäck, seien Effekte vor allem bei kleinen Kindern möglich, jedoch selten.

Das Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM), welches das Gutachten erarbeitet hat, gibt zu bedenken, dass nur begrenzt Daten zum Konsum und zu den in Lebensmitteln enthaltenen Mengen zur Verfügung stehen. Klare Empfehlungen gibt die EFSA deshalb nicht.

doi: 10.2903/j.efsa.2011.2405

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=40359&Nachricht_Title=Nachrichten_Wie+stark+wirken+Lebensmittel+mit+Mohn%3F&type=0

Kommentar & Ergänzung:

Diese Meldung hat mich erstaunt, da ich bisher davon ausging, dass Alkaloide wie Morphin, Codein oder Papaverin in Mohnsamen allenfalls in irrelevanten Spuren vorkommen.

Aber auch bei Wikipedia ist ein möglicher Morphingehalt der Mohnsamen ein Thema:

„ Opiate

Da in Schlafmohnsamen geringe Mengen an Opiaten enthalten sind, wurde der Verzehr von mohnsamenhaltigen Nahrungsmitteln in deutschen Gefängnissen untersagt, da dieser bei Urinproben auf Opiate zu positiven Resultaten führen kann und nicht unterschieden werden kann, ob die Alkaloide durch Rauschgiftkonsum oder den Verzehr der genannten Nahrungsmittel aufgenommen wurden.

In Deutschland sind nur zwei Sorten (‚Zeno morphex‘ und ‚Mieszko‘) mit einem sehr niedrigen Morphingehalt zum genehmigungspflichtigen Anbau zugelassen. In Österreich ist der Anbau von Schlafmohn völlig legal und blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Bekannt ist der Waldviertler Grau- und Blaumohn der sich in vielen Rezepten der österreichischen Mehlspeisküche, aber auch in unzähligen Regalen von Lebensmittelmärkten wiederfindet. Es wird heute aber auch verstärkt Mohn aus anderen Ländern im Handel angeboten, dessen Morphingehalt aufgrund zum Beispiel unsauberer Erntemethoden stark erhöht sein kann. Aus diesem Grund sollte auf Verwendung von Mohn in Babynahrung verzichtet werden. Bei Mohnkuchen und Mohnbrötchen können die Opiate durch die Erhitzung im Ofen unschädlich gemacht werden.“

(Quelle: Wikipedia)

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich ausgiebig mit Mohnsamen befasst:

“Bei ‚Mohnsamen’ handelt es sich um die reifen Samen des Schlafmohns (Papaver somnife-

rum L.). Wegen ihres Gehaltes an fettem Öl und Protein werden sie im Lebensmittelbereich

zur Herstellung von Backwaren und Speiseöl verwendet. Aus den gleichen Pflanzen, aus

deren Kapseln die Samen geerntet werden, können Opium und seine Alkaloide gewonnen

werden. Als Opium bezeichnet man den eingetrockneten Milchsaft, der aus den unreifen

Kapseln gewonnen wird. Das bekannteste und bedeutendste Opiumalkaloid ist das Morphin.

Auch die Mohnsamen können Alkaloide enthalten, allerdings nur in Spuren.“

Das BfR beschreibt einen eindrücklichen Fall einer Vergiftung bei einem Säugling:

„Im April 2005 warnte das BfR in einer Pressemitteilung vor gesundheitlichen Schäden durch Backmohn: Eine Mutter hatte ein altes Hausmittel angewandt und ihrem sechs Wochen alten Säugling gegen seine Schlafstörungen die abgeseihte Milch von Backmohn gegeben. Das Kind wurde mit Atem- und Bewusstseinsstörungen in eine Klinik eingeliefert und dort wegen des Verdachts auf eine Opiat-Vergiftung behandelt. Im Urin wurden hohe Mengen der Alkaloide Morphin und Codein nachgewiesen. Das BfR wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass Backmohn aufgrund qualitativer Schwankungen unterschiedliche Mengen an Morphin und Codein enthalten kann. Vor diesem Hintergrund und nach Hinweisen auf die missbräuchliche Anwendung von Speisemohn zur Drogenherstellung hat das BfR zum Vorkommen von Morphin in Speisemohn eine gesundheitliche Bewertung durchgeführt und zu möglichen gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher Stellung genommen.“

Alte Hausmittel sind nicht in allen Fällen harmlos…..!

Weitere Informationen des BfR hier.

http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_empfiehlt_vorlaeufige_maximale_taegliche_aufnahmemenge_und_einen_richtwert_fuer_morphin_in_mohnsamen.pdf

Dramatisieren würde ich die Sache trotzdem nicht. Ich jedenfalls esse weiterhin gerne Mohnbrötchen und Mohnkuchen….

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Wirkstoffe der Heilpflanzen: Alkaloide

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„Alkaloide sind im Pflanzenreich sehr verbreitet, von heilsam bis tödlich ist dabei alles vertreten. So reichen schon fünf bis zehn Milligramm des aus dem Eisenhut gewonnenen Aconitin, um einen Menschen zu töten. Das gleiche Gift entfaltet jedoch in geringeren Dosen durchaus eine heilsame Wirkung: Es kann beispielsweise als schweißtreibendes Mittel eingesetzt werden. Ebenso giftig, aber dabei auf das Nervensystem wirkend, sind Alkaloide wie Strychnin. Die in den Samen der Brechnuss enthaltene Verbindung führt bei Säugetieren und beim Menschen zu heftigsten Krämpfen. Das Gift führt dazu, dass die hemmenden Synapsen, im Nervensystem gewissermaßen die ‚Sicherungen’ gegen Überreizungen, ausfallen. Umgekehrt bewirkt das Chelidonin aus dem Milchsaft des Schöllkrauts das Gegenteil: Es lindert Krämpfe bei Epilepsie und wird auch als Schmerzmittel eingesetzt.

Ein ‚Januskopf’ unter den Alkaloiden ist das Opium, gewonnen aus dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns. Als Suchtmittel verschrien, geht in der modernen Schmerzmedizin jedoch kaum mehr etwas ohne Opiate. Nahezu jede Narkose oder örtliche Betäubung beruht auf der Wirkung eines Opium-Abkömmlings. Opium, das Rohmaterial sowohl für Suchtmittel als auch für Schmerzmittel, ist zu 20 bis 25 Prozent ein Gemisch verschiedener Alkaloide, darunter Morphin (Morphium), Noskapin, Thebain, Codein, Papaverin und Narcein.

Weitere bekannte Alkaloide sind die Solanine, die in den grünen Teilen der Nachtschattengewächsen, wie in den Früchten der Kartoffelpflanze oder vergrünten Kartoffelknollen, in unreifen, grünen Tomate oder der Tollkirsche, enthalten sind. Tödlich, wenn geschluckt oder getrunken, helfen sie rein äußerlich angewendet jedoch gut gegen Ekzeme.

Und auch in unserer täglichen Tasse Tee oder Kaffee geht es nicht ohne Alkaloid: Auch Koffein und Teein gehören zu diesen Pflanzeninhaltsstoffen.

Quelle:

http://www.scinexx.de/dossier-detail-340-8.html

Kommentar & Ergänzung:

Alkaloide sind wichtige Pflanzeninhaltsstoffe, doch haben viele Alkaloide eine kleine therapeutische Breite. Das heisst: Die wirksame und die giftige Dosis liegen nahe beieinander. Viele Alkaloid-Pflanzen eigenen sich daher nicht für die Selbstbehandlung. So soll bitte niemand auf die Idee kommen, mit Eisenhut bzw. Aconitin zu experimentieren. Blauer Eisenhut wird nur in der Homöopathie verwendet. Dort wird die Giftpflanze aber so stark verdünnt, dass gar nicht mehr drin ist, was auf der Etikette drauf steht.

Bei Aconitum D6 mit einer Verdünnung von 1: 1 Million und auch bei Aconitum D12 mit einer Verdünnung von 1 : 1 000 000 000 000 sind noch minimale Spuren zu finden. Bei Aconitum C30 (30 mal 1: 100 verdünnt) und Aconitum C200 (200 mal 1: 100 verdünnt) ist in dem Präparat kein Molekül aus dem Eisenhut mehr vorhanden.

So verschwindet jede Giftigkeit, allerdings gibt es auch keine Belege für eine spezifische Wirksamkeit.

Sehr giftig ist auch das Alkaloid Colchicin aus der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale).

Auch Chelidonin aus dem Schöllkraut gegen Epilepsie und als Schmerzmittel einzusetzen, ist ganz und gar nicht zu empfehlen. Schöllkraut wird aber in der traditionellen Pflanzenheilkunde gern äusserlich gegen Warzen eingesetzt (Schöllkrautsaft auftragen).

Opium wird aus dem Schlafmohn gewonnen und ist ein Gemisch verschiedener Alkaloide.

Tollkirsche (Atropa belladonna) enthält nicht die erwähnten Solanine, sondern die Tropanalkaloide Hyoscyamin (Atropin), Scopolamin, Apoatropin, Belladonnin und Scopoletin.

Zu den Alkaloiden gehört auch die Droge Kokain.

Und bei Koffein und Teein handelt es sich um identische Stoffe.

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Narzissen als Heilpflanzen und Giftpflanzen

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Narzissen werden vor allem als Zierpflanzen kultiviert und geschätzt.

Wenig bekannt ist, dass Narzissen viele stark wirksame Inhaltsstoffe enthalten, welche Giftwirkungen und / oder Heilwirkungen entfalten können.

Zu den Inhaltstoffen der Narzissen:

„Narzissen enthalten wie alle Amaryllisgewächse Amaryllidaceen-Alkaloide. Je nach Art können dies unterschiedliche sein. Die Gelbe Narzisse beispielsweise enthält die Alkaloide Narcissin, Galantamin und Lycorin. Die Dichternarzisse enthält statt dem Lycorin Narcipoetin. Für die Pflanze stellen die Alkaloide einen natürlichen Schutz gegen Parasitenbefall dar. Narzissen enthalten außerdem Fruktane und niedermolekulare Glukomannane, die unter anderem in den Blättern und Pflanzenstängeln reichlich enthalten sind.“

(Quelle: Wikipedia)

Die Wirkstoffgruppe der Alkaloide enthält viele stark wirkende Substanzen wie beispielsweise

Morphin, Codein, Papaverin  – aus Opium bzw. Schlafmohn;

Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin – aus der Tollkirsche, Atropa belladonna;

Colchicin – aus der Herbstzeitlose, Colchicum autumnale;

Kokain – aus dem Cocastrauch, Erythroxylum coca;

Ergotamin – aus dem Mutterkornpilz, Claviceps purpurea.

Zu Vergiftungen mit Narzissen:

„Zu Vergiftungen kommt es gelegentlich, weil die Zwiebeln im Ruhezustand denen der Küchenzwiebel sehr ähnlich sehen. Der Verzehr von Narzissenzwiebeln kann zu Würgereiz, Erbrechen, Diarrhoe, Schläfrigkeit, Schweißausbruch, Benommenheit, Kollaps und Lähmungserscheinungen führen. Bei sehr großen Dosen kann es auch zum Tod kommen. Ärzte behandeln Vergiftungen durch Narzissenzwiebeln häufig mit Kohlegaben und symptomatischen Therapien. Bei Tieren hat man bei Narzissenvergiftungen eine Degeneration der Leber festgestellt.

Durch den Saft der Pflanze können lokal Hautreizungen auftreten. Es handelt sich dabei um eine Kontaktdermatitis, die auch als „Narzissenkrankheit“ bezeichnet wird und vor allem bei Gärtnern auftritt. Die Symptome klingen nach der Narzissenernte auch ohne Behandlung wieder ab. Es handelt sich dabei um eine toxische Reaktion auf Inhaltsstoffe der Narzisse wie Oxalsäure, Chelidonsäure und Lycorin.“

(Quelle: Wikipedia)

Narzissen-Wirkstoff Galantamin bei Demenz:

„Das Alkaloid Galantamin, das beispielsweise in der Gelben Narzisse vorkommt, hat eine Zulassung zur symptomatischen Behandlung leichter bis mittelgradiger Demenz bei Alzheimer-Erkrankten erhalten. Es wurde 1953 erstmals aus den Zwiebeln des Kaukasischen Schneeglöckchens isoliert und anfangs unter anderem zur Aufhebung der durch Curare-Verbindungen ausgelösten Muskelentspannung bei Operationen und krankhafter Muskelschwäche eingesetzt. Narzissen besitzen heute allerdings keine arzneiliche Bedeutung mehr. Die Galantamin-Synthese ist in industriellem Maßstab möglich. In der Volksheilkunde haben Narzissen nur gelegentlich eine Rolle gespielt und wurden überwiegend für Hauterkrankungen, als Brechmittel sowie als Heilmittel bei Erkältungskrankheiten und Keuchhusten verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Aber bitte nicht Schneeglöckchen als Tee anwenden. Galantamin braucht eine genaue Dosierung. Antidementiva mit Galantamin sind rezeptpflichtig.

Siehe auch:

Wirksamkeit von Galantamin bei Demenz bestätigt

Schneeglöckchen – eine Heilpflanze?

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