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Ingwer unterstützt Heilungsprozess bei Mandel-Operation

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Die Einnahme von Ingwer-Pulver nach einer Entfernung der Gaumenmandeln kann im Vergleich zu Placebo den Schmerz signifikant lindern und die Epithelisierung im Wundbereich beschleunigen. Das ist das Resultat einer kleinen Studie, die kürzlich im Fachmagazin «Clinical and Experimental Otorhinolaryngology» publiziert wurde.

An der prospektiven Studie beteiligten sich 49 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren. Nach dem Eingriff bekamen sie alle standardmäßig eine antibiotische Behandlung bestehend aus Amoxicillin und Clavulansäure (zweimal täglich 1000 mg) sowie dreimal pro Tag 500 mg Paracetamol zur Schmerzlinderung. 29 Patienten erhielten zusätzlich über sieben Tage zweimal täglich Ingwerwurzel in Kapselform (500 mg Ginger Root, Solgar). Ein Facharzt begutachtete und dokumentierte den Heilungsprozess jeweils nach 1, 4, 7 und 10 Tagen. An denselben Tagen wurde das Schmerzempfinden mittels einer visuellen Analogskala erfasst. Das Schmerzempfinden war unter der Ingwer-Gabe an allen Untersuchungszeitpunkten signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe. Ausserdem war die Epithelisierung (Wundheilung) nach 7 beziehungsweise 10 Tagen in der Ingwer-Gruppe deutlich weiter fortgeschritten als unter der alleinigen Standardbehandlung: Bei 74 Prozent der Patienten mit der Ingwer-Zusatzbehandlung war die Wundfläche schon zu mehr als 75 Prozent mit Epithel bedeckt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 24 Prozent der Fall war. Auch die Nahrungsaufnahme konnte in der Ingwer-Gruppe deutlich früher wieder einsetzen. Bei der Häufigkeit postoperativer Übelkeit und Erbrechen sowie von Blutungen waren zwischen den beiden Gruppen keine relevanten Unterschiede feststellbar.

Die Autoren um Dr. İlker Koçak von der Koç Universität in Instanbul führen die Resultate auf spezifische Wirkungen des Ingwers zurück, insbesondere auf entzündungswidrige und wundheilungsverbessernde Eigenschaften, die bereits experimentell in Studien gezeigt werden konnten. Größere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um den Effekt zu bestätigen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=73567

https://www.e-ceo.org/journal/view.php?doi=10.21053/ceo.2017.00374

DOI: 10.21053/ceo.2017.00374

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema dieser Studie ist für die Phytotherapie sehr interessant.

Wenn es tatsächlich so ist, dass Ingwer in einer Dosis von 1 g / Tag in einer akuten Situation schmerzlindernd wirkt und vor allem auch noch die Wundheilung verbessert, dann ist das sehr bemerkenswert.

Ich habe mir die Originalstudie kurz angeschaut.

Die Patienten wurden randomisiert, das heisst per Zufall auf die zwei Gruppen verteilt. Das ist wichtig, weil es Manipulationsmöglichkeiten reduziert. Die Patienten wussten nicht, dass die Ingwer-Kapsel auf schmerzlindernde Wirkung getestet werden sollte und der Befund-erhebende Hals-Nasen-Ohren-Arzt wurde im unklaren darüber gelassen, zu welcher Gruppe der jeweils untersuchte Patient gehört. Das sind Qualitätsmerkmale für eine Studie. Die Zahl der Studienteilnehmer ist aber sehr klein und reicht nicht, um eine Wirksamkeit einwandfrei zu belegen. Und die Qualität der statistischen Berechnungen kannich nicht beurteilen.

Im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ ist die Rede von standardisiertem Ingwer-Extrakt. Das stimmt nicht. In der Originalarbeit ist von Ingwerpulver die Rede. Das untersuchte Produkt ist ein schlichtes Nahrungsergänzungsmittel. Damit ist es nicht patentierbar und braucht für die Zulassung am Markt auch keine Wirksamkeitbelege zu liefern, wie das bei eiinem Arzneimittel der Fall wäre. Aus diesen zwei Gründen werden wohl die grösseren Untersuchungen, die von den Studienautoren angeregt werden, kaum zustande kommen.

1000 mg Ingwerwurzelpulver entspricht inm Bereich der Phytopharmaka, also der pflanzlichen Arzneimittel, vier Kapseln Zintona pro Tag.

Dass Ingwer entzündungswidrig wirken kann, dafür gibt es schon seit einiger Zeit experimentelle Hinweise aus dem Labor, aber nur wenige konkrete Erkenntnisse bei Patienten. Und in der Ayurvedischen Medizin wird Ingwer mit Erfolg in der Behandlung von Migräne eingesetzt. Das kommt dem Thema Schmerzreduktion zumindestens nahe.

Ingwertherapie zeigte in einer Metaanalyse eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo bei Arthrose. Dabei variierte die Behandlungsdauer aber zwischen drei und zwölf Wochen, während an der besprochen Studie nach Mandel-OP die schon kurzfristig auftretende Wirkung auffällt.

Neu für die Phytotherapie-Fachliteratur ist die mögliche Förderung der Wundheilung durch Ingwer bei peroraler Anwendung. Wenn das bestätigt werden könnte, wäre das sehr interessant. Dann könnte man darüber nachdenken, bei welchen Wunden das sonst noch Sinn macht und das gäbe eine ganze Palette von Einsatzmöglichkeiten. Aber eben: Da hat es noch einige ‚wenn’ und ‚könnte’….

Bemerkenswert ist auch, dass sich keine Abnahme bei der Häufigkeit von postoperativer Übelkeit und Erbrechen zeigte. Ingwer wurde mehrfach zur Linderung von Übelkeit nach Operationen bzw. Narkosen untersucht und zeigte dabei widersprüchliche Ergebnisse. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt dazu:

„Nach einem überblick über die publizierten Doppelblindstudien zur Verhinderung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen besteht zwischen Ingwer und Placebo kein Unterschied, jedoch ein Effekt bei Schwangerschaftserbrechen und der Reisekrankheit. Dennoch wird von verschiedenen Seiten die Anwendung bei Schwangeren wegen fehlender umfangreicher Daten und der unklaren Thromboxan-Synthesehemmung durch Ingwer nicht empfohlen.“

Siehe auch:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als ‚Gut‘ bewertet

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

 

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Ingwer bei Erkältungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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[Buchtipp] „Gut durch die Krebstherapie“ von Josef Beuth

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KrebstherapieVerlagsbeschreibung

Was Sie jetzt schützt und stärkt.
Sie fühlen sich schlapp, Ihre Gelenke schmerzen oder Ihre Haut juckt? Eine Strahlen- oder Chemotherapie ist belastend und mit vielfältigen Nebenwirkungen verbunden. Gegen die 70 häufigsten Beschwerden im Rahmen einer Krebstherapie können Sie aber einiges tun: Enzyme gegen Lymphödem, Leinsamen-Bäder beim Hand-Fuß-Syndrom oder Bromelain bei Thrombose.
Prof. Dr. med. Josef Beuth, Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Universität zu Köln, erklärt die wirksamsten komplementärmedizinischen Möglichkeiten von A-Z. Die bewährten Praxistipps sind sanft und ganzheitlich – ohne Ihre Therapie zu hemmen. So können Sie Ihre akuten Beschwerden kurzfristig in den Griff zu bekommen und Ihr Wohlbefinden langfristig zu steigern. Zum Shop

Zum Autor Josef Beuth

Prof. Dr. med. Josef Beuth ist Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Uni Köln.

Kommentar von Martin Koradi

Im Kern der Krebstherapie – bei der direkten Bekämpfung der Krebserkrankung – haben Heilpflanzen keine Bedeutung – auch wenn immer wieder anderes behauptet wird. Jedenfalls gibt es keine seriösen Belege, dass alleine mit Heilpflanzen-Anwendungen Krebs geheilt werden kann. Das ist bedauerlich, doch braucht es hier eine klare Aussage anstelle von fragwürdigen Versprechungen.

Heilpflanzen-Anwendungen können aber zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen, in dem sie unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie oder der Strahlentherapie lindern oder Beschwerden bessern, die mit der Krebskrankheit verbunden sind.

Josef Beuth gibt dazu nützlich Empfehlungen und führt dabei auch eine Reihe von Heilpflanzen an.

Das Buch „Gut durch die Krebstherapie“ ist verständlich geschrieben und eignet sich gut als Patientenratgeber. Es kann aber auch für Fachleute aus medizinischen Berufen (z. B. aus Palliative Care und Onkologiepflege) nützliche Anregungen und Informationen vermitteln

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde am Seminar für Integrative Phytotherapie in Winterthur (Schweiz) und Leiter von Kräuterkursen und Kräuterwanderungen.

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Cannabis als Arzneimittel: Auf die richtige Form kommt es an

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Als «hoch experimentelle Therapieform» sei die Behandlung mit Cannabisblüten derzeit einzustufen, sagte Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main in einem Vortrag bei der Expopharm-Pharmaworld in Düsseldorf.

 

Er begründet das mit den zahllosen Kreuzungen und Züchtungen mit unterschiedlichen THC- und Cannabidiol-Gehalten, die mittlerweile aus den ursprünglichen Reinformen Cannabis sativa und Cannabis indica entstanden sind. Welche Sorte man in einem bestimmten Fall verwendet, ist nicht gleichgültig. Daten, welche die postulierten Wirkungen einer bestimmten Sorte genau erfassen, liegen bislang nicht vor.

Als schwierig schätzt Dingermann auch die Anwendungsform ein.

Das Gesetz in Deutschland erlaube zwar, dass Cannabisblüten geraucht werden dürfen. Doch sei bei dieser Anwendungsform die Bioverfügbarkeit sehr variabel. Das THC flute in der Regel sehr rasch sehr hoch an, die Wirkung flache jedoch auch rasch wieder stark ab. Das sei nicht nur schwer steuerbar, sondern auch nicht sinnvoll, zum Beispiel bei der Behandlung chronischer Schmerzen. Die Einnahme über den Verdauungstrakt (orale Applikation) von Rezepturen auf Extraktbasis sei zu bevorzugen, noch besser sei die Verwendung von Fertigarzneimitteln.

Für diese Applikationsform haben sich neben der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft auch die Bundesärztekammer und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft ausgesprochen.

Dingermann warnte auch davor, sich zu viele Hoffnungen auf Cannabis als wirksame Behandlung bei allen möglichen Indikationsgebieten zu machen.

Die Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabis sei bestenfalls mäßig, selbst bei relativ gut untersuchten Indikationen wie chronischen Schmerzen oder Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie. Dingermann empfahl, dass sich Patienten immer möglichst an einen Facharzt für ihre Erkrankung wenden. Fachärzte würden übrigens deutlich seltener Cannabis in Blütenform verordnen als nicht spezialisierte Ärzte.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71575

Kommentar & Ergänzung:

Der Vortrag spricht einen sehr wichtigen Punkt für die Phytotherapie an: Es kommt nicht nur darauf an, welche Heilpflanze zur Linderung bestimmter Beschwerden eingesetzt wird. Genauso wichtig ist die Überlegung, in welcher Arzneiform das am sinnvollsten geschieht. Ob jeweils Kräutertee, Pflanzentinktur, Pflanzenextrakt, Frischpflanzensaft oder noch etwas ganz anderes empfehlenswert ist, muss in jeden Fall genau geklärt werden. Wer sich für die Vor- und Nachteile der einzelnen Arzneiformen interessiert, kann das in meinen Lehrgängen lernen.

In Deutschland ist es unter bestimmten Bedinungen möglich, Cannabisblüten direkt zu verordnen. In der Schweiz sind wir an diesem Punkt noch nicht so weit.

Dass die erwähnten Verbände der Apotheker und Ärzte für die Verwendung von pharmazeutisch hergestellten Fertigpräparaten und gegen die direkte Verwendung von Cannabisblüten Stellung beziehen, wird bei nicht wenigen Menschen den Verdacht wecken, dass sich die Pharmaindustrie dadurch Konkurrenz vom Leibe halten will. Ob ein solcher Aspekt mitwirkt, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist auf jeden Fall nicht so einfach. Stark schwankende Wirkstoffgehalte in verschiedenen Cannabissorten können in der Therapie tatsächlich Probleme verursachen.

Meinem Eindruck nach könnte dieser heikle Punkt aber eingegrenzt werden, indem für die verschiedenen Anwendungsbereiche von Cannabis geeignete Sorten definiert werden und für den Anbau dann jeweils genetisch möglichst gleichbleibende Pflanzen zur Verwendung kommen.

Sehr wichtig beim therapeutischen Einsatz von Cannabis ist das von Prof. Dingermann angesprochene unterschiedliche zeitliche Eintreten der Wirkung. Beim Rauchen kommt die Wirkung schnell und stark, flaut aber auch rasch wieder ab. Über den Verdauungstrakt (peroral) kommt die Wirkung langsamer, hält aber auch länger an. So ist es sehr eindeutig, dass zum Beispiel bei chronischen Schmerzen eine perorale Anwendung sinnvoller ist.

Cannabis ist kein Wundermittel und die Warnung von Prof. Dingermann daher nachvollziehbar. Interessant bei Cannabis ist aber, dass sich damit oft mehrere Beschwerden auf einen Streich günstig beeinflussen lassen – so zum Beispiel bei Chemotherapie, wenn zugleich Übelkeit und Appetitlosigkeit vorhanden sind.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krebstherapie: Sport und Phytotherapie bei Fatigue

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Zahlreiche Krebspatienten leiden während und nach einer Chemotherapie unter Fatigue. Das sogenannte Erschöpfungssyndrom kann die Erkrankten in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin haben Fachleute diskutiert, wie den Betroffenen geholfen werden kann.

Fatigue ist eine häufige Begleiterscheinung in der Tumorbehandlung. Zwischen 60 und 100 Prozent der Krebspatienten klagen während der Therapie über ausgeprägte Müdigkeit und bei mehr als jedem Vierten tritt das Erschöpfungssyndrom als Langzeitfolge nach Abschluss der Behandlung auf. Die dem Erschöpfungssyndrom zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang unklar.

Wichtige Elemente für die Therapie der Fatigue sind die Verhaltenstherapie und die gezielte Schulung der Patienten. In Einzel- und Gruppengesprächen können sie lernen, mit ihrer Situation besser umzugehen, zum Beispiel mithilfe bestimmter Entspannungstechniken. Denn die reduzierte Leistungsfähigkeit führt häufig zu Stress und letztlich zu Depressionen.

Mit Sport bei Fatigue nicht übertreiben

Auch Sport kann dazu beitragen, das Befinden bei Fatigue zu verbessern. Dr. Freerk Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln warnt aber davor, die Erkrankten zu stark zu beanspruchen. Je nachdem, welche Folgeerscheinung der Krebstherapie man behandeln möchte, gebe es völlig unterschiedliche Bewegungsprogramme. Wer während der Behandlung unter Fatigue leidet, sollte etwa vier bis fünf Stunden pro Woche spazieren gehen. So ließe sich das beste Resultat erzielen. Mehr Bewegung bringe in diesem Fall eher schlechtere als bessere Resultate, erklärt Baumann.

Da Sport vom Körper als Stress wahrgenommen werde und zu einem höheren Energieverbrauch führe, müsse nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand das Pensum laut Baumann an die Schwere des Erschöpfungszustands angepasst werden. Je ausgeprägter die Fatigue ist, desto weniger intensiv sollte laut Baumann das Training ausfallen.

Zu klären bleibe beispielsweise, ob körperliche Aktivität an der frischen Luft einen höheren Nutzen habe als Training in der Halle oder im Fitnessstudio.

Ergänzend zu solchen Massnahmen kann auch der Einsatz pflanzlicher Arzneimittel erwogen werden, sagt Dr. Matthias Rostock vom Institut für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich. Die Phytotherapie könne helfen, die Patienten für andere Maßnahmen zu aktivieren.

Günstig wirkt laut Rostock Guarana bei der akuten Fatigue während einer Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen. Verglichen mit Placebo habe sich die Symptomatik der Frauen bei der Behandlung mit Guarana signifikant verbessert und sie klagten deutlich weniger über Übelkeit und Schlafstörungen. Baldrian ist laut Rostock gegen Schlaflosigkeit zwar wenig effektiv, wirkt dafür jedoch gegen nervöse Erschöpfung. Das entspreche der ursprünglichen Indikation für den Einsatz von Baldrianwurzel, erklärt Rostock.

Gut erforscht sei insbesondere die Wirksamkeit von Ginseng. Bei Tagesdosen von 1 bis 2 g fühlen sich rund 30 Prozent der Patienten besser. Das zeigt nach Rostock aber auch, dass Ginseng nicht jedem hilft. Der positive Effekt von Ginseng sei während der Chemotherapie signifikant, nach Beendigung der Behandlung aber deutlich schwächer ausgeprägt.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=62425

Kommentar & Ergänzung:

Zum Thema „Sport & Fatigue“ siehe:

Krafttraining bessert krebsbedingte Erschöpfung bei Fatigue

Gut dosierter Sport lindert Müdigkeit bei Krebs und Fibromyalgie

 

Zum Thema „Ginseng & Fatigue“ siehe:

Ginseng-Behandlung reduziert Fatigue-Smptome bei Krebserkrankung

Onkologie: Fatigue & Roter Ginseng

Ginseng lindert Fatigue bei Krebskranken

Onkologie / Palliative Care: Was hilft bei Fatigue?

Zu Guarana:

Guarana enthält als wirksamen Inhaltsstoff Coffein. Zum Thema „Guarana & Fatigue“ gibt es eine Studie mit positivem Resultat:

„Guarana (Paullinia cupana) improves fatigue in breast cancer patients undergoing systemic chemotherapy…..

RESULTS: Guarana significantly improved the FACIT-F, FACT-ES, and BFI global scores compared to placebo on days 21 and 49 (p < 0.01). The Chalder Scale improved significantly on day 21 (p < 0.01) but not on day 49 (p = 0.27). Guarana did not produce any Common Terminology Criteria for Adverse Events grades 2, 3, or 4 toxicities and did not worsen sleep quality or cause anxiety or depression.

CONCLUSIONS: Guarana is an effective, inexpensive, and nontoxic alternative for the short-term treatment of fatigue in BC patients receiving systemic chemotherapy. Further studies are needed to confirm these results and to evaluate their generalizability to chronic CRF and to other types of cancer.“

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21612429

Die Studie gibt zwar Hinweise auf einen günstigen Effekt von Guarana, sie ist aber von der Zahl der teilnehmenden Patienten her klein und kann die Wirksamkeit nicht einwandfrei belegen. Eigenartig ist bei dieser Studie die Dosierung von zweimal täglich 50mg Guarana. Normalerweise wird bei Guaranapulver als Tagesdosis 1 – 3 Gramm empfohlen (entsprechend etwa 50 – 150 mg Coffein). Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält aber auch bereits zirka 60 – 100 mg Coffein (Angaben aus: Biogene Arzneimittel).

Was Guarana gegenüber anderen Coffeinquellen wie Kaffee, Grüntee, Schwarztee oder Matetee für Vorteile haben soll, ist mir nicht plausibel ersichtlich.

Als Vorteil wird manchmal angeführt, dass das Coffein aus Guarana im Gegensatz zum Coffein aus Kaffee langsamer in den Körper aufgenommen werden soll, weil es an Gerbstoffe gebunden vorliegt. Das soll zu einer länger anhaltenden Wirkung führen.

Dieser postulierte Retard-Effekt konnte aber in neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Die Freisetzung und Aufnahme von Coffein aus Guarana entspricht derjenigen aus Präparaten mit reinem Coffein (Angaben gemäss: Teedrogen und Phytopharmaka)

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Krebs: Alternative Therapien reduzieren Überlebenschancen

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Wer sich gegen eine etablierte Krebstherapie entscheidet und auf alternative Medizin setzt, reduziert seine Chancen, die kommenden fünf Jahre zu überleben. Im Durchschnitt erhöht sich das Sterberisiko um das 2,5-Fache. Das berechneten Wissenschaftler der Yale School of Medicine in Connecticut. Sie verwendeten dazu Daten von 840 Patienten mit Erstdiagnose behandelbarer Krebsarten wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. 560 Patienten hatten eine konventionelle Behandlung mit Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie oder Operation gewählt. 280 Patienten hatten sich dagegen entschieden. Welche Alternativen die Patienten wählten, ob Homöopathie, Anthroposophische Medizin, hoch dosierte Vitamine, spezielle Diäten oder anderes, wurde in der Studie nicht genauer unterschieden.

Bei Brustkrebs erhöhte sich das Sterberisiko bei alleiniger alternativer Behandlung um das 5,7-Fache, bei Darmkrebs um das 4,6-Fache und bei Lungenkrebs um das 2,2-Fache, schreiben die Forscher im «Journal of the National Cancer Institute». Von den Lungenkrebs-Patienten überlebten 41 Prozent unter konventioneller herkömmlicher Therapie die kommenden fünf Jahre, unter alternativer Behandlung waren es 20 Prozent. Bei Darmkrebs überlebten 79 Prozent unter herkömmlicher Behandlung, aber nur 33 Prozent der Patienten, die sich der konventionellen Medizin verweigerten.

Der Hauptautor der Studie, Dr. Skyler Johnson, kommentiert die Ergebnisse so:

«Wir haben nun Evidenz zur der Annahme, dass der Gebrauch alternativer Medizin anstelle etablierter Krebstherapien zu schlechteren Überlebensraten führt». Die Forscher hoffen, dass diese Information bei der Entscheidung von Patienten und Ärzten für oder gegen eine bestimmte Behandlung helfen kann.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=70997

DOI: 10.1093/jnci/djx145

 

Kommentar & Ergänzung:

Wirklich überraschend ist dieses Ergebnis ja nicht.

Fraglos gibt es bei Krebserkrankungen insbesondere in fortgeschrittenem Stadium Situationen, in denen Operationen oder Chemotherapien keine entscheidende Wende mehr bringen können. In solchen Situationen ist es nachvollziehbar, wenn Patientinnen und Patienten abwägen, ob sie allenfalls auf eine belastende onkologische Therapie verzichten und eher auf Palliative Care setzen. In vielen Situationen können onkologische Therapien allerdings entscheidende Besserungen oder gar eine Heilung von Krebserkrankungen bewirken, so dass es sehr riskant wäre, auf alternative Therapien zu setzen. Genau das zeigt die vorliegende Untersuchung.

Bei den Alternativen Therapien gibt es zwar unendlich viele Versprechungen, wie sich Krebs angeblich heilen lässt. Diese zum Teil sehr hochtrabenden Behauptungen lassen sich allerdings in aller Regel nicht durch Fakten und Belege untermauern. Wenn es direkt um die Bekämpfung des Tumor geht und um eine verlängerte Überlebensdauer, hat alternative Therapie nichts Handfestes zu bieten. Leider. Aber die verständliche Hoffnung macht Patientinnen und Patienten sehr anfällig und verletzlich für windige Heilungsversprechungen und zahlreiche Anbieter nutzen das gnadenlos aus. Dabei steht nicht immer finanzieller Gewinn im Vordergrund. Viele Anbieter alternativer Krebstherapien sind sehr überzeugt von der Wirksamkeit ihrer Methoden und täuschen sich dabei selbst. Ihr Gewinn liegt allenfalls auf einer psychologischen Ebene. Hinter der Vorstellung, mit ganz einfachen, sanften Mitteln Krebs heilen zu können, steckt oft eine Machtfantasie. Das verschafft eine Position, die dem eigenen Ego zuverlässig Futter zuführt. Der grossen Heiler-Pose begegne ich leider immer wieder.

Ergänzende Möglichkeiten bei Krebserkrankungen gibt es jedoch im Bereich der Verbesserung der Lebensqualität, zum Beispiel durch Linderung von Nebenwirkungen der Chemotherapie und Strahlentherapie. Hier können auch Heilpflanzen unterstützend wirken.

Dazu führe ich regelmässig Tagesseminare durch. Siehe Details hier:

Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care

Das ist ein bescheidenerer Ansatz. Es geht um Linderung und Verbesserung von Lebensqualität, nicht um Heilung. Dieser Ansatz hat es nicht so leicht. Denn Patientinnen und Patienten suchen in der Regel in erster Linie Heilung und erst in zweiter Line Linderung. Und AnbieterInnen alternativer Therapien haben mehr Zulauf, wenn sie Heilung versprechen, als wenn sie Möglicheiten der Linderung vermitteln. Aber dieser bescheidenere Ansatz hat einfach mehr Boden als die grassierenden, windigen Heiler-Posen.

Zur beschriebenen Studie ist noch anzumerken, dass es natürlich schade ist, dass nicht unterschieden wurde, welche alternativen Therapien genau die Krebskranken anwendeten.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Naturheilkunde: Ingwer zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt

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Der Ingwer (Zingiber officinale) wurde vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt.

Damit sollen der aus Asien stammende Ingwerwurzelstock und seine arzneilichen Effekte bekannter gemacht werden.

Ingwer wirke krampflösend, entzündungshemmend und schmerzstillend und werde in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden angewendet, hieß es in einer Pressemitteilung des Vereins. In Europa setzten Hildegard von Bingen und Paracelsus schon im Mittelalter Ingwer bei Magen-Darm-Beschwerden ein.

Der „Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus“ kürt seit 2003 eine Heilpflanze des Jahres.

2017 wurde diese „Ehre“ dem Gänseblümchen (Bellis perennis) zuteil.

 

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/937501/naturheilkunde-ingwer-heilpflanze-2018.html

Kommentar & Ergänzung:

Nach der fragwürdig begründeten Wahl des Gänseblümchens zur Heilpflanze des Jahres 2017 kürt der NHV Theophrastus nun für 2018 mit dem Ingwer eine ausgesprochen gut etablierte Arzneipflanze.

Heilpflanze des Jahres 2017: Das Gänseblümchen

Allerdings fehlt in der Pressemeldung zum Ingwer als Heilpflanze des Jahres 2018 ein zentraler Aspekt: Ingwer hat sich vor allem bewährt als Mittel zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen. Dieses Anwendungsgebiet ist auch vielfach mit Studien untersucht worden. Siehe dazu:

Oeko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als „gut“ bewertet

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwertee gegen Übelkeit und Erbrechen

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

 

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

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Menthol / Pfefferminzöl gegen Juckreiz

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Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ bringt ein Gespräch mit dem Dermatologen Franz Legat, dem Leiter der Juckreizambulanz in Graz.

Dabei wird als Mittel gegen Juckreiz (Pruritus) unter anderem auch Menthol erwähnt.

Zitat:

„Auch Cremes mit speziellen Inhaltsstoffen, etwa mit Urea, also Harnstoff, oder Menthol können helfen. Eine Therapie in Kältekammern oder die Phototherapie, also die Therapie mit UV-Strahlen, kann juckreizlindernd wirken.“

Quelle:

http://derstandard.at/2000057056706/Pruritus-Im-Juck-Kratz-Zyklus-sein

Kommentar & Ergänzung:

Menthol ist ein Bestandteil des Pfefferminzöls und dort in einem Anteil von 35 – 70 % vorhanden. Man kann also grob davon ausgehen, dass Pfefferminzöl etwas zur Hälfte aus Menthol besteht.

Bei der Anwendung von Menthol ist die Konzentration wichtig.

Um Juckreiz zu lindern sind Konzentrationen von 0,1 – 1% Menthol wirksam. Rechnet man bei Pfefferminzöl mit einen Mentholgehalt von etwa 50%, könnte man deshalb 1 – 2 % Pfefferminzöl in einer Salbengrundlage oder in fettem Öl (z. B. Mandelöl) applizieren.

Als Counterirritant zum Beispiel gegen Spannungskopfschmerzen beträgt die empfohlene Konzentration 1,25 – 16% Menthol. Üblich ist hier eine 10%ige Pfefferminzöl-Lösung auf alkoholischer Basis.

Urea (Harnstoff) ist eine organische Verbindung und bei Säugetieren ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, das mit dem Urin und dem Schweiß ausgeschieden wird. In Salben und Lotionen dient er als Feuchtigkeitsspender und wird zu diesem Zweck synthetisch hergestellt.

Wissenschaftsgeschichtlich gilt Harnstoff als die erste aus anorganischen Ausgangsstoffen synthetisierte organische Verbindung.

Das widersprach der damals verbreiteten Vorstellung, dass organische Substanzen grundsätzlich nur von Lebewesen durch die so genannte vis vitalis (Lebenskraft) hergestellt werden könnten. Die erste Synthese von Harnstoff im Jahr 1828 durch Friedrich Wöhler gilt daher als Geburtsstunde der Biochemie. Durch diese Entwicklung galt der vitalistische Ansatz in der Biologie zunehmend als überholt.

Der Vitalismus nahm als Grundlage aller Lebensvorgänge als eigenständiges Prinzip eine Lebenskraft an. Die Hernstoffsynthese zeigte, dass zur Herstellung organischer Substanzen die Annahme einer Lebenskraft nicht notwendig ist.

Erwähnen möchte ich noch einen anderen interessanten Aspekt, der im Gespräch mit Franz Legat zu Sprache kommt:

Ein Juckreiz kann chronisch werden und sich dann von der ursprünglichen Ursache lösen. Zitat:

„Es entsteht ein Juck-Kratz-Zyklus, und der wird zu einer eigenen Juckreizerkrankung, die dann oft mit speziellen juckenden Hautveränderungen in einer sogenannten chronischen Prurigo mündet. In diesem Stadium bringt dann auch die Behandlung der auslösenden Ursache keine Hilfe mehr.“

Das scheint mir ähnlich zu sein wie bei chronischen Schmerzen. Auch sie können sich von der ursprünglichen Ursache lösen und zur eigenständigen Schmerzkrankheit werden.

Starker Juckreiz kann genauso stark belasten wie chronischer Schmerz.

In der Medizin kommen gegen Juckreiz oft Arzneimittel zur Anwendung, die eigentlich gegen andere Erkrankungen entwickelt wurden. Im Interview erwähnt werden als Optionen die Wirkstoffe Gabapentin und Pregabalin, die die Wahrnehmung und Weiterleitung von Juckreiz hemmen und bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder mit Nervenschäden meist gut wirken sollen.

Auch der Neurokinin-1-(NK1)-Antagonist Aprepitant habe sich als gutes Mittel gegen schweren chronischen Pruritus erwiesen, sei aber eigentlich zugelassen, um die Übelkeit bei stark wirksamen Chemotherapien zu lindern. Das Mittel sei teuer, und die Erfahrungen mit Langzeitbehandlungen seien derzeit noch gering.

Es gebe derzeit noch kein Medikament, das gegen Juckreiz zugelassen sei, sagt Legat.

In der Phytotherapie wird als Option bei Juckreiz noch der Paprika-Wirkstoff Capsaicin äusserlich angewendet. Siehe dazu:

Capsaicin-Creme hilft gegen Juckreiz

 

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Ingwertee als „Energiebooster“?

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Ingwer scheint gerade sehr im Trend zu liegen. Laufend treffe ich auf Empfehlungen, wozu Ingwer alles gut sein soll. Tatsächlich ist Ingwer ein interessantes Gewürz und eine wirksame Heilpflanze. Aber wie so oft bei derartigen Hypes kommen die Empfehlungen manchmal etwas schwammig und übertrieben daher.

Auf Focus online hat gerade ein Gesundheitsexperte Ingwer empfohlen. Schauen wir uns das etwas genauer an:

„Mit Ingwertee können Sie ganz ohne Koffein fit in den Tag starten……

Die Wurzel verfeinert nicht nicht nur Ihr Essen, sondern kurbelt Ihren Stoffwechsel an, lindert Halsschmerzen und hilft bei Magen und Darmbeschwerden. Probieren Sie doch mal Ingwertee. Schneiden Sie dazu den Ingwer in dünne Scheiben und geben diese anschließend in heißes Wasser…….

Egal, ob Sie den Ingwertee am Morgen als Kaffeeersatz oder als Energie Booster unterm Tag trinken: Sie tun Ihrem Körper etwas Gutes. Die scharfe Wurzel beruhigt Ihren Bauch und hilft bei Durchfall und Magenbeschwerden.

Wenn das noch nicht genug wäre, wirkt Ingwer zudem noch antiseptisch. Kratzt es Ihnen im Hals, empfiehlt es sich deshalb auf einem kleinen Stück Ingwer zu kauen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/videos/ingwertee-darum-sollten-sie-ihn-vor-dem-fruehstueck-trinken_id_6867281.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Energiebooster – das tönt wirklich stark. Energiebooster ist ein trendigerer Ausdruck für Energydrink. Das sind Getränke, die wach machen und dem Organismus Energie zuführen oder Energiereserven mobilisieren sollen. Das machen sie in der Regel mit viel Koffein und viel Kohlenhydraten (insbesondere Zucker). Ingwertee – sofern ungesüsst getrunken – führt kaum Kohlenhydrate zu und enthält weder Koffein noch koffeinähnlich wirkende Inhaltsstoffe.

Pharmakologisch ist von Ingwertee keine „Energiebooster“-Wirkung zu erwarten, wobei aber auch fraglich ist, ob all die vermarkteten Energie-Booster-Präparate ihre Versprechungen erfüllen können. In Vergleich zu diesen oft wenig glaubwürdig zusammengesetzten Energydrinks ist Ingwertee wohl immerhin die gesündere Variante.

Vorstellen kann ich mir beim Trinken von Ingwertee am Morgen einen sinnlich-psychologischen Wachmacher-Effekt. Ingwer enthält Scharfstoffe. Auf der sensorischen Ebene könnte dadurch ähnlich wie bei Kräutertees mit hohem Bitterstoffgehalt die Aufmerksamkeit geweckt werden im Sinne von „Was kommt denn da?“ – während der Organismus auf irgendeine fade Flüssigkeit kaum reagieren wird.

Sehr eigenartig ist die Vorstellung, dass Ingwertee den Stoffwechsel ankurbeln soll. Aber auch das tönt natürlich toll…

Der Stoffwechsel, das ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse in einem Lebewesen.

Den Stoffwechsel kann man einteilen in katabole Reaktionen, welche durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen Energie liefern (Katabolismus), und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen (Anabolismus).

Wenn Ingwertee nun einfach generell den Stoffwechsel ankurbelt, werden alle chemischen Prozesse in Organismus beschleunigt. Wollen wir wetten, dass das nicht gut ausgeht?

Hier müsste nachgefragt werden, welche Prozesse genau durch Ingwer angekurbelt werden, doch ist eher unwahrscheinlich, dass auf diese Frage eine fundierte Antwort kommt. Solche wohlklingenden Ausdrücke wie „Energie Booster“ oder „kurbelt Ihren Stoffwechsel an“ leben davon, dass sie vage und dadurch kaum zu fassen sind.

Dass viele Menschen Ingwer bei Halsschmerzen oder anderen Erkältungskrankheiten als wohltuend empfinden, ist schon seit langem bekannt. Wie diese Wirkung zustande kommt, ist nicht wirklich geklärt. Im Labor wirken Ingwer-Wirkstoffe antibakteriell und antiviral, aber ob diese Wirkungen auch beim Trinken von Ingwertee im Mund-Rachenraum zustande kommen, kann daraus nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Durch die Erregung der Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut wird ein Hitzegefühl ausgelöst und vermutlich reflektorisch die Speichelsekretion angeregt. Diese Wirkungen entstehen durch die Scharfstoffe und könnten zum wohltuenden Effekt eines Ingwertees bei Erkältungen beitragen.

Dass Ingwer gegen Durchfall helfen soll ist eine ungewöhnliche Empfehlung, die in der Phytotherapie-Fachliteratur nirgends vorkommt, und die Empfehlung bei Magenbeschwerden und Darmbeschwerden ist vage. Das kann fast alles umfassen, was im Verdauungstrakt schiefläuft. Hier wären präzisere Angaben wünschenswert.

Ingwer fördert den Speichelfluss, die Magensaftsekretion und den Gallenfluss. Daraus kann eine verdauungsfördernde Wirkung gegen Völlegefühl abgeleiteet werden, was gut zur Verwendung als Gewürz passt. In der Phytotherapie am besten untersucht und am häufigsten empfohlen ist allerdings die Anwendung von Ingwerwurzel-Pulver zur Vorbeugung von Reisekrankheit. Ob Ingwertee hier auch eine Wirkung zeigt, ist ungeklärt. In den Experimenten zeigten vor allem lipophile Inhaltsstoffe diese Wirkung, während ein wässriger Ingwer-Extrakt versagte.

Zu diskutieren wäre die Angabe, dass Ingwer den Bauch beruhigt. Immerhin steigert Ingwer den Tonus und die Peristaltik im Darm. Da könnte man eher daraus schliessen, dass Ingwer den Bauch „wach“ macht.

Wie vielfältig Ingwer als Heilpflanze ist, zeigt folgende Ausstellung:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als gut bewertet

Ingweröl gegen Erbrechen?

Ingwer – wie eine tolle Heilpflanze unseriös als Wundermittel gegen Krebs vermarktet wird

 

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

 

 

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

 

Schwangerschaftsübelkeit: Ingwer, Frischluft und Vitamin B6

Ingwer bei Erkältungen

Ingwertee gegen Übelkeit

 

Ingwer und andere Tipps gegen Reisekrankheit

Phytotherapie: Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Phytotherapie: Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

Ingwer-Inhalationen gegen Schnupfen?

Ingwer kann Übelkeit bei Chemotherapie reduzieren

 

Phytotherapie: Ingwer lindert Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer gegen Schwangerschaftserbrechen

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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www.phytotherapie-seminare.ch

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Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Cannabis als Medizin: Unterschiedliche Wirkung von Cannabis sativa und Cannabis indica

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Professor Dr. Theo Dingermann, Seniorprofessor an der Universität Frankfurt, hat auf einer Fortbildungsveranstaltung die verschiedenen Cannabisarten mit ihren unterschiedlichen Wirkungen beschrieben.

Die Pflanzengattung Hanf (Cannabis) gehört in die Familie der Hanfgewächse und besteht aus drei verschiedenen Arten, auf die sich jede erhältliche Mischung oder Kreuzung zurückführen lässt: Cannabis sativa, Cannabis indica und Cannabis ruderalis.

Zu Cannabis sativa, der bekanntesten Art, sagt Dingermann:

„Das High, das solche Sorten erzeugen, wird meist als psychedelisch, verträumt und kreativitätsfördernd beschrieben. Der Effekt ist sowohl geistig als auch körperlich spürbar.“

Diese Cannabis-Sorten werden insbesondere zur Behandlung von Übelkeit und Brechreiz eingesetzt, beispielsweise verursacht durch eine Chemotherapie oder durch HIV/Aids-Medikamente, ausserdem bei Appetitlosigkeit, Migräne, Depression, chronischen Schmerzen und verwandten Symptomen.

Das High von Cannabis indica beschrieb Dingermann als schwer und stark und in der Regel wie ein Beruhigungsmittel wirkend. Diese Empfindung sei vor allem körperlicher Natur und wirke entspannend, da die Muskelspannung vermindert werde. Bevorzugte Anwendungsbereiche sind daher die Behandlung von Muskelspasmen und Tremor-Symptomen (beispielsweise bei Multiple Sklerose und Parkinson) sowie chronische Schmerzen, Schlaflosigkeit oder Ängste.

Cannabis ruderalis ist eine kleinwüchsige, struppige Pflanze, die nur äußerst wenig THC enthält und wegen ihrer frühen Blüte in der Züchtung eine Rolle spielt.

Quelle:

ptaforum 06/2016

http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=8597

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Differenzierung, die auch für die medizinische Anwendung wichtig ist. Für die unterschiedliche Wirkung von Cannabis sativa und Cannabis indica dürfte unter anderem der höhere Gehalt an Cannabidiol (CBD) in Cannabis indica verantwortlich sein. Mit reinen THC-Präparaten wie Dronabinol ist jedenfalls nicht allen Patientinnen und Patienten optimal geholfen. CBD kann die Wirkung offenbar in manchen Fällen günstig modulieren.

Siehe dazu auch:

Cannabis-Wirkstoffe: Neben THC zunehmend auch Cannabidiol (CBD) im Fokus

Sativex-Spray mit Cannabisextrakt gegen Spastik bei Multipler Sklerose in der Schweiz zugelassen

Zu Möglichkeiten des legalen Bezug von Cannabis-Präparaten für Patientinnen und Patienten in der Schweiz:

Cannabis für Patienten in der Schweiz legal erhältlich

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

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Cannabis als alternatives Krebsheilmittel?

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Die Boulevard-Zeitung „Blick“ schafft es wieder einmal, Unfug über Heilpflanzen-Wirkungen zu verbreiten. Eine reisserische Schlagzeile ist wichtiger als seriöse Information.

„Cannabis soll Polo (71) heilen“, titelt die Zeitung. Der Mundartrocker Polo Hofer hatte vor zwei Monaten bekanntgegeben, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist. Er unterzieht sich einer Chemotherapie.

Hofer mache nun auch eine amtlich bewilligte Cannabis-Kur, meldet „Blick“:

„Doch Polo setzt nicht nur auf Chemotherapie, sondern auch auf ein alternatives Krebsheilmittel. «Ich mache eine Cannabis-Kur!», verrät Hofer. Er sei einer der Ersten, die diese Therapie erhielten, die Bewilligung sei deshalb voll bürokratischer Hürden gewesen.“

Der Ausdruck „alternatives Krebsheilmittel“ sagt aus, dass Cannabis den Krebs bekämpft. Dafür gibt es keinerlei glaubhafte Hinweise. Cannabis kann aber bei Krebserkrankungen Appetitlosigkeit und Übelkeit lindern, die während der Chemotherapie auftreten können. Das sind wertvolle Wirkungen. Aber es ist fundamental etwas anderes als ein „alternatives Krebsheilmittel“. Dieser Begriff und auch die Schlagzeile schüren Hoffnungen, die in keiner Weise belegt sind.

Polo Hofer ist auch nicht „einer der Ersten“, die eine solche Therapie erhalten, auch wenn er offenbar davon überzeugt ist. Hätte der Autor des Artikels die Aussage überprüft, wie das von einem Journalisten erwartet werden kann, dann hätte er gemerkt, dass Cannabis bei Krebspatienten gegen Übelkeit und Appetitlosigkeit und bei MS-Kranken gegen Spastik schon seit längerem über eine Bewilligung des BAG erhältlich ist.

Dazu muss der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin zwar ein Gesuch beim BAG einreichen. Es ist aber stark übertrieben zu sagen, dass eine solche Bewilligung „voll bürokratischer Hürden“ sei. Wenn der Arzt weiss, wie dieses Gesuch aussehen muss, dann geht das Verfahren in der Regel zügig vonstatten.

Es ist zwar sinnvoll, wenn „Blick“ über die medizinische Anwendung von Cannabis informiert. Der Artikel enthält aber klare Fehlinformationen und die Cannabis-Kur von Polo Hofer wird faktenwidrig als Pionieraktion dargestellt. Der Artikel verkauft sich so aber natürlich besser.

Die Bildlegenden im Artikel sind genauso irreführend:

„Cannabis-Öl soll Polo Hofer auch gegen seine Appetitlosigkeit helfen, eine Folge der Chemotherapie.“

Die Formulierung mit „auch“ suggeriert fälschlicherweise, dass es eigentlich um eine andere Wirkung geht – die Wirkung gegen Krebs.

„Der Musiker ist einer der ersten Schweizer, denen das BAG eine Hanf-Kur bewilligte.“

Diese Aussage wird auch nicht wahrer, wenn sie wiederholt wird.

Aber trotzdem natürlich gute Besserungswünsche an Polo Hofer.

Seriöse Informationen über die medizinischen Anwendungsbereiche von Cannabis und über das nötige Bewilligungsverfahren für Patientinnen und Patienten gibt es hier:

www.panakeia.ch

Quelle:

http://www.blick.ch/people-tv/schweiz/die-kur-ist-amtlich-bewilligt-cannabis-soll-polo-71-heilen-id5751617.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

www.info-phytotherapie.ch/index.php/phytotherapie-infothek/was-ist-phytotherapie

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Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=6

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

moodle.heilpflanzen-info.ch/course/view.php?id=15

 

 

 

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