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Olbas Tropfen – ein Gemisch von ätherischen Ölen – getestet auf antimikrobielle Wirkung

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Olbas Tropfen – ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel – enthalten ein Destillat aus einer Mischung von Pfefferminzöl, Cajeputöl, Eukalyptusöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl im Verhältnis von 53 : 21 : 21 : 3 : 2.

Das Präparat wird traditionell zur Einnahme und Inhalation bei Erkältungskrankheiten (Husten, Schnupfen, Heiserkeit) empfohlen, zur Einnahme bei leichten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, zur äußerlichen Anwendung bei leichten Kopfschmerzen, beispielsweise bei Verspannungszuständen, sowie zur äußerlichen Anwendung bei umschriebenen (lokalen) Muskelschmerzen nach Überanstrengung / Fehlbelastung. Darüber hinaus ist es auch bekannt für seine Anwendung bei diversen Sportverletzungen.

Die „Pharmazeutische Zeitung“ hat den Stand der Forschung zu Olbas zusammengestellt. Daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen. unter anderem auch bezüglich der antimikrobiellen Wirkungen der einzelnen ätherischen Öle, die Bestandteil der Olbas-Mischung sind.

Zahlreiche Laboruntersuchungen (in-vitro) belegen zweifelsfrei die antimikrobielle Wirkung von ätherischen Ölen. Viele Bakterien, Pilze und Viren reagieren äusserst sensibel auf ätherische Öle.

Solche positiven Resultate lassen den unterstützenden oder zum Teil alleinigen Einsatz von ätherischen Ölen in der Phytotherapie und Aromatherapie bei Haut- und Wundinfektionen sowie bei Erkältungskrankheiten plausibel erscheinen.

Eine In-vitro-Studie untersuchte das antimikrobielle Potenzial von Olbas im Vergleich zu seinen individuellen Basisölen (Cajeputöl, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, Wacholderbeeröl und Wintergrünöl). Die Ergebnisse zeigen, dass Olbas ein relativ breites Wirkungsspektrum mit insgesamt guter bis sehr guter antimikrobieller Wirkung gegen alle Testkeime besitzt, einschließlich Methicillin-resistenter (MRSA) Stämme und Vancomycin-resistenter Enterococcus (VRE) Stämme. Besonders hervorgehoben wird von den Autoren die relativ hohe Sensibilität der Bakterien Acinetobacter baumanii, Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa sowie des Hefepilzes Candida albicans gegen Olbas. Die genannten Bakterien bewirken Wundinfektionen sowie Spitalinfektionen und erweisen sich oft als multiresistent gegen verschiedene Antibiotika. Im Fall der erwähnten Untersuchung war Pseudomonas aeruginosa gegen die Antibiotika Ampicillin und Vancomycin resistent. Interessant ist die Wirksamkeit gegen Pseudomonas aeruginosa, weil dieser Keim gegen zahlreiche ätherische Öle eine stark verminderte Sensibilität aufweist. Dies hängt damit zusammen, dass Pseudomonas aeruginosa über sogenannte MDR-Effluxpumpen verfügt, die in der Lage sind, eingedrungene Monoterpene (= Bestandteile vieler ätherischer Öle) wieder aus der Zelle zu schleusen.

Vergleicht man die Wirksamkeit der einzelnen Basisöle mit derjenigen der Olbas-Kombination, dann sind nur die antimikrobiellen Aktivitäten von Pfefferminzöl und Cajeputöl erwähnenswert. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die antimikrobielle In-vitro-Wirkung von Olbas weitgehend auf derjenigen von Pfefferminzöl beruht.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51283

Kommentar & Ergänzung:

Für mich sind vor allem die Vergleichswerte der verschiedenen ätherischen Öle interessant. Die detaillierten Werte sind im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ in einer Tabelle zusammengestellt.

Bemerkenswert ist für mich die klare Überlegenheit von Pfefferminzöl gegen Bakterien. Nur gegen Pseudomonas aeruginosa ist Cajeputöl sehr deutlich und Eukalyptusöl deutlich wirksamer. Und gegen Streptococcus pyogenes und Streptococcus oralis ist Pfefferminzöl gleichauf mit Cajeputöl an der Spitze. Auch gegen Hefepilze (Candida albicans) zeigt Pfefferminzöl von den untersuchten Einzelöle die beste Wirkung.

Cajeputöl (aus Melaleuca leucadendra) ist botanisch verwandt mit Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia).

Generell muss zu diesen Untersuchungsergebnissen gesagt werden:

Dass ätherische Öle zum Teil bemerkenswerte antimikrobielle Wirkungen haben und in dieser Hinsicht angesichts zunehmender Antibiotika-Resistenzen vermehrte Beachtung verdienen, steht ausser Frage.

Man muss aber wissen, dass solche eindrücklichen Ergebnisse wie in der beschriebenen Untersuchung im Labor stattfinden, in dem ätherische Öle in eine Bakterien- oder Pilzkultur appliziert werden. Das ist ein sehr direkter Kontakt mit hoher Konzentration.

Mir fällt einfach auf, dass in der Aromatherapie-Literatur solche In-vitro-Ergebnisse oft sehr schnell auf die Anwendung von Aromaölen im Alltag übertragen werden. Beispielsweise wird dann einem ätherischen Öl, das im Labor in einer Bakterienkultur einen Spitalkeim abtöten kann, auch zugetraut, dass es diesen Spitalkeim genauso hemmt, wenn man es im Spital als Duft einsetzt. Das sind aber zwei völlig unterschiedliche Kontexte und es wird beim Verdunstenlassen im Raum einfach nicht annähernd die Konzentration erreicht, die in der Bakterienkultur direkt wirksam wird.

Der Kontext, in dem eine Erkenntnis gewonnen wurde, darf bei der Beurteilung nicht ausser acht gelassen werden.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

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Lavendelöl gegen Hautpilze

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Lavendelöl wird in Aromatherapie und Phytotherapie gern als Beruhigungsmittel eingesetzt und bewährt sich auch bei Schlafstörungen.

Lavendelöl wirkt aber auch gut gegen Hautpilze verschiedener Art, zum Beispiel gegen Fusspilz und Scheidenpilz.

Die antimykotische Wirkung von Lavendelöl ist auch in der Phytotherapie-Fachliteratur beschrieben.

Beispiele:

– Georg Schneider, Arzneidrogen, Spektrum Akademischer Verlag, 2004:

Die Autoren schreiben zur antimikrobiellen Aktivität von Lavendelöl gegen Bakterien und Pilze:

„Lavendelöl hemmt im Agardiffusionstest das Wachstum von Bacillus subtilis, Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Candida albicans, jedoch nicht von Pseudomonas aeruginosa. Der Phenolkoeffizient von 1,6 weißt das Öl als mässig effektiv aus…..Auf die Dermatophythen Epidermophyton floccosum und Trichophyton rubrum wirkt Lavendelöl im Verdünnungstest hemmend (MHK-Werte unter 313 ppm). Die antimikrobielle Aktivität geht auf das Linalool zurück.“

(Seite 364)

 

– Matthias Augustin / Yvonne Hoch (Hrsg.): Phytotherapie bei Hauterkrankungen, Urban & Fischer Verlag 2004:

„Antifungale Wirkung

Eine antifungale Wirkung des ätherischen Öls konnte in mehreren In-vitro-Studien nachgewiesen werden. Lavendelöl hemmt das Wachstum und die Konidienkeimung von Penicillium digitatum. Bei Kontakt von Trichophyton mentagrophytes und Trichophyton rubrum mit Lavendeldampf in Konzentrationen von 40 – 160 µg/ml Luft kommt es zur Tötung der Konidien und zu einer Hemmung des Auskeimens und der Hyphenverlängerung. Lavendel zeigte in diesem Versuch trotz einer bescheidenen MID (minimale Hemmdosis) eine bessere Wirkung als Thymian, Zitronengras und andere ätherische Öle. Das ätherische Öl hemmt im Plattendiffusionstest und in der Brühverdünnungsmethode das Wachstum von Aspergillus niger und – etwas schwächer – von Aspergillus flavus…..Seine antimikrobielle Wirkung ist auf den Gehalt an Linalool zurückzuführen, das im Plattentest eine Hemmwirkung gegen eine Vielzahl von Mikroorganismen zeigt. Im Agardiffusionstest zeigt reines Öl Wirkung auf Escherichia coli, Candida albicans, Bacillus subtilis und Staphylococcus aureus, nicht jedoch auf Pseudomonas aeruginosa.“

(Seite 151/152, Literatur siehe dort)

 

„Neuere experimentelle und klinische Studien weisen auf gute antimykotische Eigenschaften von Koriander-, Thymian- und Lavendelöl hin. Diese gelten sowohl für Epidermophyten wie auch für Candida-Spezies.“

(Seite 296)

 

Die Angaben in den obigen Zitaten beziehen sich höchstwahrscheinlich auf Lavendelöl aus Lavandula angustifolia in Arzneibuchqualität, wie es in der Phytotherapie verwendet wird.

Eine Forschergruppe in Portugal untersuchte dagegen Lavendelöl aus Lavandula viridis (Grüner Lavendel). Siehe dazu:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lavendel in der Küche

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Lavendel werde speziell von Gartenbauern und Parfümeuren geschätzt. Wenig bekannt sei aber, dass  die stark duftende Pflanze mit den violetten Blüten auch in der Küche eine gute Figur mache.

Das schreibt die SRF-Sendung „à point“ auf ihrer Website.

In der Küche Südfrankreichs sei Lavendel beliebt und ein häufiger Bestandteil der Gewürzmischung «Herbes de Provence». Lavendel lasse sich besonders gut kombinieren mit Rosmarin, Thymian, Knoblauch und Rahm sowie wenn’s süss sein soll mit Honig, Früchten (Orangen, Pfirsichen) und Schokolade. Auch Konfitüren, Essig, Öl, Salz und Zucker könnten mit Lavendel aromatisiert werden.

In der Küche verwende man hauptsächlich die Blüten, frische oder getrocknete, entsprechend der Jahreszeit. Dabei sei zu beachten, dass die getrockneten Blüten intensiver schmecken als die frischen. Als Faustregel gelte: Ein Esslöffel getrocknete Lavendelblüten = zwei Esslöffel frische. Doch auch junge Lavendelblätter und Lavendeltriebe könne man auf die gleiche Art wie frischer Rosmarin verwenden. Lavendel habe aber ein intensives Aroma, das schnell dominieren und den Speisen eine unangenehm parfümartige Note verleihen könne.

Quelle:

http://www.srf.ch/player/radio/a-point/audio/lavendel-–-der-duft-des-suedens?id=1f47aa5b-2c62-49a8-93bc-978896353d99

Kommentar & Ergänzung:

In der Phytotherapie gehören die Lavendelblüten zu den wichtigen Heilpflanzen  und das Lavendelöl  zu den meistgebrauchten ätherischen Ölen.

Viele Pflanzen sind sowohl als Gewürz als auch als Heilmittel verwendbar und es gibt in diesem Bereich fliessende Übergänge zwischen Ernährung und Heilkunde.

Lavendelblüten und Lavendelöl werden in der Phytotherapie vor allem gegen Schlafstörungen angewendet – als Lavendelduft, Lavendelbad, Lavendeleinreibung oder Lavendelsäckchen.

Siehe:

Lavendelöl reduziert Angst und bessert Schlaf

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Phytotherapie: Lavendelöl gegen Unruhe

Pflanzenheilkunde: Kräuterkissen für guten Schlaf

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen

Äusserlich bewährt sich Lavendelöl zur Behandlung von Hautpilzen (v.a. Fusspilz):

Siehe:

Ätherische Öle bei Mykosen (Pilzinfektionen)

Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Phytotherapeutisch verwendet wird hauptsächlich Lavandula angustifolia (Echter Lavendel)

Seltener wird der Spikelavendel bzw. das Spikeöl eingesetzt (gewonnen aus Lavandula latifolia). Spikeöl unterscheidet sich in der Zusammensetzung vom ätherischen Öl aus Lavandula angustifolia. Es enthält als wichtigen Inhaltsstoff Cineol und wirkt daher vor allem schleimlösend bei produktivem Husten.

Siehe:

Aromatherapie / Phytotherapie: Spikeöl – was ist das?

Phytotherapie: Von welcher Lavendelart stammen Lavendelöl und Lavendelblüten?

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Ätherische Öle bei Mykosen (Pilzinfektionen)

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Phytotherapie und Aromatherapie setzen verschiedenste ätherische Öle gegen Mykosen ein.

Viele ätherische Öle zeigen gute fungizide (pilztötende) oder fungistatische (pilzhemmende) Wirkung.

Ich stelle hier die Vorschläge aus dem Buch „Aromatherapie“ von Dietrich Wabner und Christiane Beier (Hrsg.) vor:

– Cajeputöl, Zitronenöl, Teebaumöl, Lemongrasöl (Zitronengras), Manukaöl, Vetiveröl: Sie sollen speziell bei Trichophytonarten angezeigt sein.

– Geranienöl: Soll gute Erfolge zeigen bei Candidosen, aber auch hilfreich sein gegen Dermatophyten und Onychomykosen.

– Kümmelöl, Petitgrainöl, Eucalyptusöl aus Eucalyptus citriodora, Sandelholzöl: Sollen besonders gut geeignet sein bei Microsporen.

– Palmarosaöl: Soll fungizide Eigenschaften zeigen vor allem bei Candidosen und zudem entzündungswidrig und schmerzstillend wirken.

– Patchouliöl: Soll gut gegen Candidosen wirken und die Hautregeneration fördern.

– Speiklavendelöl: Soll erfahrungsheilkundlich mit Erfolg bei Tinea pedis (Fusspilz) eingesetzt werden.

– Teebaumöl: Sei das wichtigste Öl in der Therapie bei allen Arten von Hautmykosen aufgrund seiner ausgeprägt fungiziden Wirkung. Da Teebaumöl die Haut stark austrocknet wird empfohlen, die Haut mit einem pflegenden Öl oder Sheabutter behandelt werden.

– Zedernholzöl, Sandelholzöl, Vetiveröl, Teebaumöl, Oreganumöl: Sollen insbesondere zum Einsatz kommen bei Malasseziaarten.

– Zitronenöl, Palmarosaöl, Patchouliöl, Lemongrasöl: Seien vor allem angezeigt bei der Epidermophytenarten.

Quelle:

Dietrich Wabner / Christiane Beier (Hrsg.); Aromatherapie, Urban & Fischer 2009

(Das Buch „Aromatherapie“ können Sie anschauen im Buchshop)

Kommentar & Ergänzung:

Diese Aufzählung krankt an einem Problem, welches in der Aromatherapie-Fachliteratur oft anzutreffen ist. Die Aussagen sind kaum überprüfbar, weil nicht offengelegt wird, wie sie zustande gekommen sind. Um mir eine eigene Meinung darüber zu bilden, ob zum Beispiel Patchuliöl wirklich überzeugend gegen Epidermophyten wirkt, müsste ich erfahren, auf welchen Erkenntnissen diese Aussage basiert.

Wer vertritt sie? Wie kam dieser Mensch zu seiner Aussage?

Eigene Erfahrungen? Dann stellt sich die Frage, wie sorgfältig die Person sich mit ihren Erfahrungen auseinandergesetzt hat.

Experimente? Studien mit Patienten? Dann wäre wichtig zu wissen, um welche Art von Experimenten oder Studien es sich handelt.

Nur wenn ich den Weg sehe, auf dem eine Aussage zustande gekommen ist, kann ich ihre Glaubwürdigkeit beurteilen. Diese Transparenz fehlt oft in der Aromatherapie-Fachliteratur.

In der Phytotherapie-Fachliteratur entstammen viele Aussagen über Heilwirkungen von Arzneipflanzen den Monografien der ESCOP.

In diesen Fällen lässt sich überprüfen, welche Fachleute für die Empfehlungen stehen und auf welcher Erkenntnisbasis sie ihre Schlussfolgerungen getroffen haben.

In diesem Sinne gut belegt sind zum Beispiel pilzhemmende Eigenschaften bei Teebaumöl, Lavendelöl (aus Lavandula angustifolia und Lavandula viridis), Korianderöl, Kümmelöl, Eukalyptusöl.

Aus Gründen der besseren Verträglichkeit ziehe ich selber Lavendelöl und Korianderöl dem Teebaumöl vor.

Siehe auch:

Phytotherapie bei Hautpilzen

Zur Wirkung von Korianderöl

Jasminöl, Teebaumöl und Minzöl gegen Scheidenpilz untersucht

Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Heilpflanzen bei Pilzerkrankungen (Mykosen)

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Phytotherapie bei Hautpilzen

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Im Phyto-Forum der Aerztezeitung ging es vor einiger Zeit um das Thema Hautpilze.

Ätherische Öle oder Eichenrindenbäder könnten bei Hautpilzen als zusätzliche, nicht aber als alleinige, Maßnahme empfohlen werden, schrieb Professor Jürgen Reichling.

In einer Beobachtungsstudie habe beispielsweise Teebaumöl die Symptome einer Nagelpilzinfektion – hauptsächlich Juckreiz und Hautrötung – signifikant vermindert. Der Nagelpilz selbst konnte jedoch nicht abgetötet werden.

Abschliessend kam die Empfehlung, dass in jedem Fall ätherische Öle nur verdünnt (1-3 %) verwendet werden sollten, da sie prinzipiell hautreizend seien.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/mykosen/article/814861/phytotherapie-zusaetzlich-antimykotika.html?sh=8&h=-1011156689

Kommentar & Ergänzung:

Bei diesem Thema braucht es meines Erachtens mehr Differenzierung. Bei einem Nagelpilz bin ich auch sehr skeptisch, was die Erfolgsaussichten einer Behandlung allein mit ätherischen Ölen betrifft. Die Rede ist hier aber auch generell von Hautpilzen. Und da würde ich schon sagen, dass zum Beispiel ein Fusspilz bei konsequenter Behandlung recht oft durch ätherische Öle zu vertreiben ist.

Ich selber würde bei Fusspilz allerdings nicht Teebaumöl empfehlen, sondern Lavendelöl, Korianderöl oder Kümmelöl, die ich für verträglicher halte.

Lavendelöl oder auch Korianderöl lässt sich in der Regel auch unverdünnt auf die Haut auftragen.

Siehe auch:

Verbessert Korianderöl die Wirkung von Antibiotika?

Zur Wirkung von Korianderöl

Korianderöl bekämpft gefährliche Bakterien

Phytotherapie: Zur Wirkung von Koriander / Korianderöl

Jasminöl, Teebaumöl und Minzöl gegen Scheidenpilz untersucht

Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Heilpflanzen bei Pilzerkrankungen (Mykosen)

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Der Anwendungsbereich von Eichenrindenbädern müsste noch präziser gefasst werden. Sie eignen sich zum Beispiel, wenn bei einem Fusspilz offene Hautstellen vorhanden sind. Dann macht man zuerst ein paar mal ein Eichenrindenfussbad. Wenn die offenen Stellen sich geschlossen haben, kommen ätherische Öle zur Anwendung.

Die Phytotherapie verwendet Eichenrindenbäder vor allem bei nässenden Wunden und nässenden Ekzemen.

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Forschung zu Heilwirkungen von Neophyten

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Eingewanderte Pflanzen sind nicht nur schädlich, sie können sich auch als Nutzpflanzen für Medizin und Industrie eignen. Ihre Inhaltsstoffe sind nun Gegenstand der Forschung.

Invasive Pflanzen, sogenannte Neophyten, sind ursprünglich in einer Region nicht einheimische Pflanzen, die entweder absichtlich ausgesetzt, unabsichtlich eingeschleppt wurden oder aufgrund von Klimaveränderungen neue Standorte besiedeln, auf denen sie bis anhin nicht heimisch waren. Häufig werden sie als Viehfutter kultiviert oder in Gärten als Zierpflanzen eingesetzt, egal, ob sie zur heimischen Pflanzenwelt passen oder nicht.

Dass sie in zahlreichen Fällen heimische Arten konkurrenzieren und zum Teil von den Standorten verdrängen, tritt meist nach Jahren der Einschleppung auf und erweist sich erst dann als Problem. In vielen Fällen sind Neophyten widerstandfähiger und schneller wachsend als die heimischen Pflanzenarten.

Bekannte Beispiele für Neophyten sind der Götterbaum, das Drüsige Springkraut oder Ragweed. Manche können gesundheitliche Probleme mit sich bringen wie das Traubenkraut (Ragweed, Ambrosia), dessen Pollen allergische Reaktionen auslösen können.

Andere wiederum richten sogar volkswirtschaftliche Schäden an wie der aus Asien stammende Staudenknöterich, der vor allem Uferböschungen besiedelt, diese jedoch mit seinem Wurzelwerk eher zerstört als sichert. Er sprengt mit seinen kräftigen Wurzeln Asphaltdecken und Mauerkanten.

Neophyten bergen jedoch auch ein Potenzial als Nutzpflanzen in sich, welches der Botaniker René Rehorska von der Universität in Graz erforscht: „Einiges zu diesem Thema ist in der Literatur bereits zu finden, doch meist wurde es nicht weiterverfolgt oder die Angaben sind zu vage. Wir wollen in einem Forschungsprojekt den Inhaltsstoffen einiger Neophyten auf den Grund gehen.“

Dazu werden die verschiedenen Säfte einer Pflanze extrahiert und im Labor untersucht. In Kooperation mit dem Mykologen Walter Buzina (Institut für Hygiene, Mikrobiologie, Umweltmedizin) werden die pflanzlichen Extrakte gescreent, beispielsweise im Hinblick darauf, ob sie gegen humanpathogene Pilze, wie Hefepilze Candida albicans, wirksam sind. Die Wissenschaftler vermuten in den Neophyten auch wirksame Substanzen gegen Soor bei immunschwachen Menschen oder gegen Schadpilze in der Landwirtschaft, die sogar Kontaktlinsen besiedeln können.

Andere invasive Pflanzen wie der aus China stammende Götterbaum seien potenzielle Quellen für Herbizide, erklärt Rehorska.

Der Wurzelsaftextrakt vom Götterbaum besitzt eine stark hemmende Wirkung auf die Keimung von Kressesamen. Das Aufbringen des Wurzelsaftes des Götterbaumes auf frisch gepflügte Ackerflächen – noch vor der Aussaat – hat eine enorme Wirkung. Es kommen nach der Götterbaum-Anwendung praktisch keine Wildkräuter auf.

Die Forscher wollen neue Bekämpfungsstrategien entwickeln, um kostengünstige und effiziente Lösungen zu finden, aber eben eine umweltverträgliche Herbizidnutzung.

Die Amerikanische Kermesbeere soll gemäss Literaturhinweisen Proteine enthalten, die Virusinfektionen bei Kürbis und Tabakpflanzen verhindern. Die Botaniker versuchen diesen Effekt zu bestätigen. Die Kermesbeere wurde in Europa wahrscheinlich eingeführt, um Wein einzufärben, was jedoch längst nicht mehr gemacht wird.

Einige Inhaltsstoffen des Japanischen Staudenknöterichs sollen neben einer Wirkung gegen den Mehltau, einer Pilzerkrankung (unter anderem der Weinreben), auch eine hemmende Wirkung auf andere Pflanzen entfalten. die Wirkung der Extrakte wurden an Kresse getestet, die Resultate waren aber nicht eindeutig. Zwar wurde eine hemmende Wirkung auf das Wurzelwachstum beobachtet, aber der Spross teilweise im Wachstum stimuliert.

Vermutet wird zudem eine pharmazeutische Wirkung des japanischen Staudenknöterichs. Die Pflanze wird in der traditionellen chinesischen Medizin und in der japanischen Volksmedizin verwendet. In seinem Rhizom (im unterirdischen Spross) wurde der Wirkstoff Resveratrol gefunden. Resveratrol wurde eine zeitlang aufgrund des sogenannten „Französischen Paradoxons“ und seiner angeblich lebensverlängernden Wirkung in aller Munde. Die Franzosen essen gern fett und trinken gern Wein, doch sind Herzerkrankungen bei ihnen seltener, obwohl sie genau bei dieser Lebensweise häufiger auftreten müssten. Resveratrol steckt in den Schalen von Weintrauben. Es verhindert angeblich die Plaquebildung in den Blutgefässen und somit die Entstehung von Arteriosklerose. Deshalb könnte der Staudenknöterich als mögliche Resveratrolquelle von Bedeutung sein.

Rehorska und seine Mitarbeiter (Wilfried Pfeifhofer, Maria Müller und Jürgen Lernbeiß) untersuchten, ob Resveratrol überhaupt in der Pflanze nachweisbar ist. Dabei tauchte die Substanz in den Analysen interessanterweise erst gegen Ende der Vegetationsperiode in feststellbaren Mengen auf. Resveratrol könnte in der Pflanze eine Schutzfunktion gegem Pilzinfektionen haben. Aufgrund der chemischen Struktur vermuten die Forscher zudem eine pharmazeutische Wirkung, die jedoch erst noch bewiesen werden muss.

Ziel der Grazer Wissenschaftler ist es, einerseits aufzuklären, welche Mechanismen invasive Neophyten so konkurrenzstark und erfolgreich machen, und andererseits Wege zu finden, wie sich die wirksamen Inhaltsstoffe dieser Pflanzen kostengünstig und in ausreichenden Mengen gewinnen lassen.

Quelle:

http://diepresse.com/home/science/1261220/Schaedlinge-als-Nuetzlinge?_vl_backlink=/home/science/index.do

Kommentar & Ergänzung:

Das erwähnte Resveratrol zeigt im Labor eindrückliche Wirkungen, doch sind die Belege für entsprechend positive Effekte beim Menschen noch sehr schwach. Die Vermarktung – unter anderem als Anti-Aging-Mittel und zur Krebsprophylaxe – läuft wieder einmal auf Hochtouren, bevor auch nur die wichtigsten der offenen Fragen bezüglich Wirksamkeit geklärt sind.

Siehe auch:

Zur Bioverfügbarkeit von Resveratrol

Resveratrol aus Weintrauben als Diabetes-Heilmittel?

Resveratrol aus Rotwein als Entzündungshemmer

Weitere bedeutende Neophyten sind der Riesenbärenklau und die Ambrosia:

Riesenbärenklau: Risiko von Hautentzündungen

Ambrosia-Allergie & Ambrosia-Bekämpfung

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Zur Wirkung von Korianderöl

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Die Zeitschrift für Phytotherapie (Nr. 1 / 2012) publizierte einen Beitrag zur Wirkung von Korianderöl. In der Zusammenfassung heisst es dort:

„Das ätherische Öl der Früchte gilt als mildes und in der äußeren Anwendung sehr gut verträgliches Mittel gegen Darmkrämpfe und es regt die Verdauung an. Zudem wirkt es antimikrobiell und hat sich in der unterstützenden äußerlichen Behandlung von Impetigo, Candidose, Intertrigo, Neurodermitis und Juckreiz bewährt.“

Koriander (Coriandrum sativum L.) ist eine krautige Pflanze, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört. Obwohl andere Doldenblütler wie Kümmel, Anis und Fenchel in der Phytotherapie eine wichtige Rolle spielen, wird Koriander trotz seiner jahrtausendelangen Verwendung durch den Menschen nur wenig medizinisch genutzt.

Der Koriander ist eine typische Kulturpflanze und stammt wohl aus den Gebirgen des östlichen Mittelmeergebietes. Wildvorkommen haben kaum Bedeutung.

Korianderöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten, reifen Korianderfrüchten gewonnen. Die farblose bis blassgelbe Flüssigkeit besitzt einen blumigwürzigen Geruch und besteht zu 60-75% aus Linalool, zu jeweils 3-6% aus Geraniol, Borneol, Kampher, Limonen und α-Pinen sowie zu je 1% aus Camphen, Cineol, Geranylacetat, β-Pinen und γ-Terpinen.

Gut untersucht ist die antimikrobielle Wirkung von Korianderöl. Die Zeitschrift für Phytotherapie (1 / 2012) schreibt dazu:

„Korianderöl wirkt gegen Pseudomonas aeruginosa, Bacillus subtilis, Salmonella typhosa, Campylobacter jejuni, Mycobacterium avium, β-hämolysierende Streptokokken und Staphylococcus aureus, inklusive methicillinresistenter Stämme (MRSA). Korianderöl wirkt außerdem antimykotisch gegen Aspergillus aegypticus, Penicillium cyclopium, Penicillium interdigitatum, Trichoderma viride, Epidermophyton interdigitale und Microsporum canis. Ausführlich untersucht wurde die Wirkung von Korianderöl gegen Candida albicans: Es hemmte die Biofilm-Bildung durch den fakultativ pathogenen Hefepilz genauso wirksam wie Nystatin und Fluconazol.“

Gegenüber dem antimikrobiell ebenfalls sehr wirksamen Thymianöl habe Korianderöl den Vorteil, dass es nicht so streng riecht.

Korianderöl sei ein mildes und in der äußeren Anwendung sehr gut verträgliches ätherisches Öl. In einer Konzentration von 1-5% in fettem Pflanzenöl gelöst entkrampfe es äußerlich aufgetragen die glatte Muskulatur, löse Darmkrämpfe und rege die Verdauung an. Aufgrund seiner stark blähungstreibenden und beruhigenden Eigenschaften sei das Öl bestens geeignet für Bauchmassagen, auch bei kleinen Kindern oder alten Menschen.

Korianderöl verdient meines Erachtens vermehrte Beachtung.

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Jasminöl, Teebaumöl und Minzöl gegen Scheidenpilz untersucht

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Fast jede Frau leidet in ihrem Leben einmal oder wiederkehrend  unter einer Scheidenpilzinfektion, die in der Regel begleitet ist von Juckreiz oder Brennen im Scheidenbereich und / oder von weißlichem Ausfluss aus der Scheide. In rund 90% der Fälle ist eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans der Auslöser (vaginale Candidose). Ähnlich wie bei den Antibiotika haben sich in den letzten Jahren auch Candida-Stämme entwickelt, die resistent sind gegen einige der herkömmlichen Fungizide (Anti-Pilzmittel). Eine Studie hat nun untersucht, ob Minzöl (aus Rundblättriger Minze, Mentha suaveolens), Teebaumöl (aus Melaleuca alternifolia) oder Jasminöl (aus Jasminum grandiflorum) eine günstige Wirkung bei der Therapie der vaginalen Candidose haben können.

Im ersten Teil der Studie wurde untersucht, ob die ätherischen Öle das Wachstum der Hefezellen in Reagenzgläsern hemmen und ab welcher Konzentration die Hefezellen abgetötet werden.

Im zweiten Teil wurde die Wirkung der ätherischen Öle bei der Behandlung von Mäusen, die eine Scheidenpilzinfektion mit Candida albicans hatten, untersucht.

Jasminöl zeigte in diesem Laborversuch im Reagenzglas keine Wirkung auf den Hefepilz. Teebaumöl und Minzöl dagegen hemmten das Wachstum der Hefezellen im Laborversuch und töten diese in höheren Dosierungen auch ab. Dabei zeigte das Minzöl bei fast allen untersuchten Candida-Stämmen eine deutlich bessere Wirkung als das Teebaumöl. Beide ätherischen Öle wirkten auch bei Candida-Stämmen, die weitgehend resistent gegenüber dem Standard-Fungizid Fluconazol sind. Allerdings zeigte sich diese Wirkung nur in Dosierungen, die schon nahe derjenigen sind, in denen die ätherischen Öle auch auf Menschenzellen und Mauszellen toxisch wirken.

Der kombinierte vorbeugende und therapeutische Einsatz von Minzöl bei infizierten Mäusen führt nach 15 Tagen ebenfalls zu einer signifkanten Verminderung von Hefezellen im Vaginaltrakt, allerdings sind die Resultate nach 21 Tagen nicht mehr eindeutig. Das Teebaumöl zeigt gewisse, jedoch nicht eindeutige Aktivität nach 9 und 15 Tagen.

Die Carstens-Stiftung schätzt die Studie so ein:

„Der erste Teil der Studie ist gut dargestellt und zeigt deutliche Effekte, wenn auch der Nutzen offen bleibt aufgrund der Zelltoxizität bei Mensch- und Mauszellen.

Die Mäuseversuche sind nicht so gut dargestellt und liefern auch keinen eindeutigen Hinweis, dass eine Behandlung mit Minz-Öl dem infizierten Organismus einen Vorteil bringt.“

Quellen:

Pietrella D, Angiolella L, Vavala E, Rachini A, Mondello F, Ragno R, Bistoni F, Vecchiarelli A. Beneficial effect of Mentha suaveolens essential oil in the treatment of vaginal candidiasis assessed by real-time monitoring of infection. BMC Complement Altern Med. 2011; 11:18.

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/aetherische-oele-bei-vaginaler-candidose.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21356078/

Kommentar & Ergänzung:

Viele ätherische Öle zeigen pilzhemmende Wirkungen. Bekannt dafür sind unter anderem Teebaumöl, Kümmelöl, Gewürznelkenöl, Eukalyptusöl, Korianderöl, Thymianöl, Niaouliöl und Lavendelöl.

Bei der Anwendung auf Haut und Schleimhaut ist allerdings nicht nur die bestmöglichste Wirksamkeit gegen Pilze ausschlaggebend. Mitentscheidend für die Auswahl eines ätherischen Öles ist auch die Verträglichkeit.

Bei der beschriebenen Reagenzglasuntersuchung ist interessant, dass Jasminöl keine Wirkung zeigte und damit für eine Anwendung bei Scheidenpilzinfektionen wegfällt, und dass Minzöl wirksamer war als Teebaumöl.

Mich selber überzeugt für die Anwendung bei Scheidenpilzinfektionen vor allem das Lavendelöl wegen seiner vergleichsweise guten Verträglichkeit. Beim Teebaumöl halte ich die Verträglichkeit für schlechter.

Bei den beschriebenen Mäuseuntersuchungen kann ich keine nützlichen Schlüsse für die Behandlung von Scheideninfektionen bei Frauen ableiten.

Siehe auch:

Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

Heilpflanzen bei Pilzerkrankungen ( Mykosen)

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Teebaumöl – ein Naturheilmittel macht Karriere

Teebaumöl als Naturheilmittel

Ausserdem zum Thema Scheidenpilzinfektion:

Bei Neigung zu Scheidenpilzinfektionen Zuckerkonsum einschränken

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Ätherische Öle gegen Hefepilze (Candida albicans)

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Gewürznelke, Koriander, Limette, Jasmin, Lemongras und Zimtbaum sind hauptsächlich bekannt aufgrund ihres spezifischen Geruchs bzw. Geschmacks. Dieser beruht vor allem auf einer Gruppe von Inhaltsstoffen, den Terpenoiden Eugenol, Linalool, Citronellal, Linalylacetat, Citral und Benzylbenzoat. Dass diese Substanzen antibakterielle und fungizide Wirkungen besitzen, ist schon seit längerem bekannt. Indische Wissenschaftler haben diese fungiziden ( = pilztötenden) Eigenschaften genauer untersucht, und zwar in Laborversuchen mit Candida albicans, einem Hefepilz der oft in menschlichen Schleimhäuten nachgewiesen werden kann und für verschiedene Pilzinfektionen verantwortlich ist.

Alle sechs untersuchten Terpenoide zeigten sich in den Laborversuchen als wirksam, am schnellsten wirkten Linalool (Koriander) und Eugenol (Gewürznelke), am effektivsten Linalool (Koriander) und Citral (Lemongras). Viel interessanter ist jedoch ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Alle Terpenoide töteten auch Candida-Pilze, die gegen das konventionelle Medikament Fluconazol resistent waren.

Quellen:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/mit-essenziellen-oelen-pilzen-zu-leibe-gerueckt.html

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0944711311001206

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist das gute Abschneiden von Linalool, ein Inhaltsstoff zahlreicher ätherischer Öle.

„Linalool ist Bestandteil vieler ätherischer Öle. Es kommt im Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Bohnenkraut, Zimt, Basilikum, Majoran, Thymian, Oregano, schwarzen Pfeffer, Safran und anderen Gewürzpflanzen vor. Auch als Ester (Linalylacetat) und als Linalooloxid findet es sich in vielen ätherischen Ölen. Linalool gehört auch zu den Aromen im Wein. Mit einem Geruchsschwellwert von 25 Milligramm/l ist es eine wichtige Komponente des Muskateller-Bouquets.“

(Quelle: Wikipdedia)

Linalool und Linalylacetat sind wichtige Komponenten im Lavendelöl, das ebenfalls eine gute Wirkung bei Pilzerkrankungen hat.

Siehe:

Lavendelöl wirksam gegen Hautpilze

Lavendelöl-Anwendungen finden Sie in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege – Wirkung und Anwendung von Lavendelöl“

Zu Eugenol:

Eugenol – der Hauptbestandteil im Nelkenöl

Steckbrief Candida albicans:

„ Candida albicans ist ein Pilz der Candidagruppe, die den Hefepilzen zugeordnet wird. Er ist der häufigste Erreger der Kandidose (auch Candidose, Candidiasis, Candidamykose, Monoliasis, Soor oder bei Babys „Windelpilz“ genannt). Dieser Pilz ist bei Warmblütern (und daher auch beim Menschen) häufig auf den Schleimhäuten von Mund und Rachen und im Genitalbereich sowie im Verdauungstrakt zu finden. Bei etwa 30 % aller gesunden Menschen kann er nachgewiesen werden.

C. albicans gehört zu den fakultativ pathogenen Erregern (nur unter bestimmten Bedingungen eine Krankheit auslösend) und ist als ein Saprobiont anzusehen, der in einem Gleichgewichtszustand mit der menschlichen Immunabwehr und anderen Mikroorganismen siedelt. Die Besiedelung durch diesen Pilz verursacht in der Regel kaum Beschwerden. Bei fehlender oder verminderter Immunität (im Rahmen von anderen Grundkrankheiten, wie Diabetes mellitus, AIDS, oder durch die Gabe bestimmter Medikamente) kann die Besiedelung mit Candida albicans oder ihm verwandten Pilzen jedoch stark zunehmen, die sich dann als Mykose manifestiert. Meistens handelt es sich dabei um endogene Infektionen, das heißt, der Erreger war bereits vor Krankheitsausbruch am Ort der Infektion, seltener um exogene Infektionen, also durch von außen erworbene Erreger.“

(Quelle: Wikipedia)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Bittermelone / Bittergurke gegen Diabetes?

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Die Zeitschrift für Phytotherapie ( Nr. 3 / 2011) veröffentlichte einen Beitrag zum Stand des Wissen betreffend einer antidiabetischen Wirkung der Bittermelone.

Hier daraus die wichtigsten Informationen:

In Fachzeitschriften und in der Laienpresse wird in den letzten Jahren immer wieder einmal über die blutzuckersenkenden Eigenschaften der Bittermelone (Momordica charantia, Fam. Cucurbitaceae) berichtet. Andere Bezeichnungen der Pflanze sind sind Bittergurke oder Balsambirne. Es handelt sich um eine einjährige Kletterpflanze, die ursprünglich in Indien und China heimisch war. Zu den pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffen gehören Charantin, dem ein hypoglykämischer Effekt zugeschrieben wird, p-Insulin (verwandt, aber nicht kreuzreaktiv mit bovinem Insulin), die antiviralen Proteine MAP 30 (Momordica anti-protein) und RIPs (Ribosome inactivating proteins) und Momorcharin (Ribosomen-inaktivierende und immunmodulatorische Glykoproteine).

Die den Blutzucker beeinflussenden Eigenschaften waren in den ersten größeren randomisierten klinischen Studien eher marginal, als Begleitbehandlung im Einzelfall merklich. Bei früheren Untersuchungen handelt es sich durchweg um kleine Fallserien, die sich für eine Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit nicht oder nur eingeschränkt eignen. Zwar gibt es noch eine neuere pakistanische Publikation, deren Autoren sogar eine bessere Blutzuckerkontrolle mit Bittermelonensaft (55 ml/Tag) als mit Rosiglitazon (4 mg/Tag) postulieren. Die Studie weist allerdings zahlreiche formale und inhaltliche Mängel auf.

Die Autoren fassen den neuesten Stand so zusammen:

„Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2010 identifizierte lediglich 3 klinische Studien von geringer Datenqualität, die keine signifikanten Unterschiede zwischen der Bittermelone und Placebo oder Glibenclamid hinsichtlich einer Senkung des Blutzuckerspiegels zeigten. Die Dauer der Behandlung reichte von 4 Wochen bis zu 3 Monaten. Insgesamt wurden 350 Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Die Nebenwirkungen waren moderat und schlössen Diarrhö und abdominelle Schmerzen ein. Die Autoren des Reviews kommen zu dem Schluss, dass es eine unzureichende Evidenz für den Einsatz der Bittermelone bei Typ-2-Diabetes gibt. Weitere Studien sind als Grundlage für eine Standardisierung und der Qualitätskontrolle der Präparate erforderlich. Auch für eine Verwendung als Nahrungsergänzung sind weitere Beobachtungsstudien zur Bewertung des Effektes erforderlich, bevor eine Empfehlung für die Verwendung ausgesprochen werden kann.“

Als Fazit schreiben sie:

„Ausmaß und Nutzen der blutzuckersenkenden Eigenschaften von Momordica charantia sind in nur wenigen kontrollierten klinischen Studien mit unzureichender Datenqualität untersucht und daher nicht einschätzbar. Erforderlich sind weitere kontrollierte klinische Studien als Grundlage für die Bewertung eines Nutzens und einer Standardisierung der vielen Präparate. Zu einer Verwendung kann derzeit nicht geraten werden.“

Quelle: Zeitschrift für Phytotherapie Nr. 3 / 2011

Kommentar & Ergänzung:

Diabetes ist eine Krankheit, deren Bedeutung in den nächsten Jahren wohl noch deutlich steigen wird. Insofern ist die Forschung betreffend antidiabetischer Wirkung von Bittermelone / Bittergurke sehr interessant.

Allerdings – und das ist nicht selten so – wird die Heilpflanze Bittermelone bereits intensiv vermarktet, obwohl die wesentlichen Fragen noch nicht annähernd beantwortet sind.

Hier ergänzende Informationen zur Wirkung der Bittermelone / Bittergurke aus Wikipedia:

„Im Jahr 2004 veröffentlichte die Österreichische Apothekerzeitung einen Artikel, der zu dem Schluss kam:

‚Momordica charantia wird im amerikanischen Raum, wie zahlreiche Patente beweisen, zur Zeit im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel und Supplemente propagiert. In der Forschung werden verschiedene Wirkstoffe u.a. in der HIV-Behandlung oder wegen ihrer antikanzerogenen Wirkung näher untersucht. Der Blutzucker senkenden Wirkung von M. charantia bei Typ II-Diabetikern stehen einerseits noch die schlechte klinische Datenlage und andererseits eine meist ungenügende Standardisierung und Deklaration allfälliger am Markt erhältlicher Produkte gegenüber. In Österreich und Deutschland existieren derzeit keine Arzneispezialitäten. Als Nicht-Arzneimittel sind in Österreich z. B. »charantea«, ein Tee aus getrockneten Samen und Früchten für Diabetiker, in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Glukokine) oder als Diätetisches Lebensmittel für Diabetiker erhältlich. Die additive Anwendung von M. charantia ist zusätzlich zu medikamentöser Therapie, Ernährungsmaßnahmen und einem sinnvollen Bewegungsprogramm bei Typ II-Diabetikern immer unter Aufsicht des behandelnden Arztes durchzuführen.’

Es gibt nach wie vor nur wenige klinische Studien, die positive Wirkungen der Bittermelone belegen. Folgende Wirkungen sind seit 2004 wissenschaftlich in Laborstudien und Tierversuchen gezeigt worden:

– sie wirkt anthelmintisch gegen Wurmbefall mit Caenorhabditis elegans und bei viralen Erkrankungen mit Sindbis und Herpes simplex Typ I;

– der Saft hat einen schützenden Effekt auf die Magenschleimhaut von Ratten;

– sie ist möglicherweise bei Ratten gegen Fettsucht wirksam durch Eingriff in den Fettstoffwechsel;

– durch antiandrogene Wirkung werden bei Ratten Spermien geschädigt;

– Linolensäuren aus den Samen erzeugten Zelltod in bestimmten Krebszellen;

– die Pflanze enthält antifungal wirksame Stoffe, auf die die Pilze Candida albicans, Trichophyton rubrum und Cryptococcus neoformans empfindlich sind.“

Und zu den Nebenwirkungen schreibt Wikipedia:

„Im Falle einer Überdosierung kann es zu Magen- und Bauchschmerzen oder zu Durchfall kommen. Auch leichte Blutvergiftungen können kurzfristig auftreten. Der Tee sollte so zubereitet werden, dass er schmeckt und nicht zu bitter ist. Vor allem bei Diabetes und Durchblutungsstörungen wird eine Menge von einem Liter täglich pro Kapsel oder Portion empfohlen. Schwangeren wird vom Gebrauch abgeraten, da einzelne Inhaltsstoffe fruchtschädigende Wirkung zeigten.“

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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