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Pestizide schaden Hummeln

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Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hummel-Kolonien durch bestimmte Pestizide erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Für ihre Untersuchung setzten sie die Hummeln vier Wochen lang gleichzeitig zwei verschiedenen Chemikalien aus – und zwar in Konzentrationen, die auf landwirtschaftlichen Flächen üblich sind. Laut Beipackzettel waren die Pestizide (Neonikotinoide und Pyrethroide) dazu geeignet, Heuschrecken und Blattläuse zu vertilgen.

Tatsächlich belasteten sie jedoch auch die Hummeln: Die belasteten Hummel-Kolonien waren nur halb so erfolgreich im Sammeln von Blütenstaub wie unbelastete Vergleichsgruppen. Darum stellten sie für den „Sammeldienst“ mehr Tiere ab und hatten in der Folge weniger Ressourcen für die Aufzucht der Larven frei. Die pestizidbelasteteten Kolonien litten zudem unter einer höheren Sterblichkeitsrate.

Die Wissenschaftler ziehen daraus das Fazit, dass Pestizide vor ihrer Zulassung strenger getestet werden müssen.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=149906

http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature11585.html

Kommentar & Ergänzung:

Und vielleicht müsste ja auch bei bereits zugelassenen Pestiziden geprüft werden, welche Auswirkungen sie über die zu bekämpfenden Insekten hinaus auf die Tierwelt haben.

Dass  Hummeln durch Pestizide die Hälfte ihrer „Einnahmen“ verlieren, ist sehr einschneidend.

Ob Produkte aus Biologischem Anbau in relevantem Ausmass gesünder sind, ist immer noch nicht zweifelsfrei belegt. Dass aber der Biolandbau durch die Senkung des Pestizideintrags in die Umwelt vielen Insektenarten  mehr Schutz bietet, steht ausser Frage.

Davon profitieren unter anderem Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, Schmetterlinge etc.

Vor allem im Sommer gibt es für Hummeln in vielen Regionen einen Mangel an geeigneten Nahrungsquellen. Dem kann man auch als Einzelperson entgegenwirken durch Förderung von Hummel-Blumen wie zum Beispiel:

Lavendel, Taubnesseln, Thymian,

Rot-Klee (Trifolium pratense), Beinwell (Symphytum officinale), Salbei,

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris),

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata),

Mariendistel (Silybum marianum), Silberdistel (Carlina acaulis), Eselsdistel (Onopordum acanthium)

Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus, kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden), Natternkopf (Echium vulgare),

Dost  (= Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz, auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge), Borretsch (Borago officinalis), Königskerze (Wollblume, Verbascum spec.).

Im Frühling bspw.: Löwenzahn (Taraxacum sp.), Salweide (Salix caprea)

Mehr zu den sympathischen Hummeln siehe auch:

Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute (mit einer Auflösung des „Hummel-Paradoxons“)

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Nachtkerzen-Studie zeigt Nutzen von Pflanzenschädlingen

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Pflanzen sind sehr geprägt durch die Auseinandersetzung mit ihren Schädlingen.

Wissenschaftler schreiben nun im Fachblatt „Science“, dass ohne Insekten zahlreiche Pflanzen vom Menschen gewünschte Eigenschaften rasch verlieren würden.

Wie schnell, haben sie an einem Feld blühender Nachtkerzen erforscht. Die Nachtkerzen wurden von Schädlingen abgeschirmt, so dass sie ihre Verteidigungsstrategien nicht mehr benötigten. Dazu zählen abschreckende chemische Substanzen und eine spätere Blüte im Jahr, wenn gewisse Larven weniger aktiv sind.

Die Forscher behandelten die Umgebung der Nachtkerzen mit Insektiziden, um die Blumen vor Übergriffen zu schützen. Sobald die Nachtkerzen ihre Abwehrmechanismen nicht mehr benötigten, bauten sie diese ab. Sie verloren so ihre Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen, und zwar innerhalb von nur drei bis vier Generationen. Die Nachtkerzen der nächsten Generationen blühten wieder früher im Jahr und produzierten weniger chemische Abwehrstoffe.

Anurag Agrawal, Leiter der Studie und Professor für evolutionäre Biologie an der Cornell University, zeigte sich „sehr überrascht“ darüber, wie schnell dieser Vorgang ablief.

Einer der Wissenschaftler warnt: Viele Eigenschaften an Pflanzen, die wir schätzen, – zum Beispiel Geschmack oder Aussehen – hätten sich nur zur Verteidigung gegen Insekten entwickelt. Niemand könne gegenwärtig vorhersagen, was genau geschehe, wenn die Schädlinge verschwänden.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=143844

http://www.sciencemag.org/content/338/6103/113.abstract

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/durch-evolution-verlieren-nachtkerzen-ihr-schutzschild-gegen-insekten-a-859626.html

Kommentar & Ergänzung:

Auch die meisten Wirkstoffe der Heilpflanzen dienen als Abwehrmechanismen gegen Frassfeinde, Bakterien, Pilze etc. – zum Beispiel Gerbstoffe, Alkaloide, Glykoside, Bitterstoffe, ätherische Öle.

Falls sich diese Ergebnisse verallgemeinern lassen, könnte man daraus schliessen, dass allzu intensiver Einsatz von Insektiziden über mehrere Generationen hinweg den Wirkstoffgehalt der Heilpflanzen senkt. Das ist so allgemein mit dieser Studie natürlich nicht belegt, doch werfen diese Resultate in dieser Hinsicht Fragen auf, die zu klären nötig wäre.

Nachtkerzenöl aus den Samen der Pflanzen wird in der Phytotherapie bei Atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und bei rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Siehe dazu:

Nachtkerzenöl- und Borretschsamenöl lindern Beschwerden bei rheumatoider Arthritis

Neurodermitis: Nachtkerzenöl lindert Juckreiz

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Hungersnot bei Hummeln im Sommer

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Viele Hummeln fallen im Sommer vom Nahrungsangebot her in ein „Sommerloch“.

Im Frühling geht es den Hummeln in dieser Hinsicht oft gut und sie haben genug Nahrung. Denn im Frühjahr blühen die Weiden und kurz darauf Schlehen und zahlreiche andere Rosengewächse (z. B. Apfelbäume, Kirschbäume). Auch in den Städten blüht es im Frühling in den Gärten und Parks.

Zudem leben im Frühjahr nur wenige Hummeln, die Staaten sind so früh im Jahr noch klein. Ihr Nahrungsbedarf lässt sich dadurch in der Regel decken.

Im Sommer kann dagegen für die Hummeln rasch eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Bienen- wie Hummelvölker sind nun groß  und bei den Hummeln steht zudem die sensible Phase der Vermehrung an, in der Jungköniginnen und Hummel-Männchen produziert werden.

Gegenüber dem Frühjahr steigt also der Nahrungsbedarf drastisch an.

Gleichzeitig ist aber das Kulturland über weite Strecken abgeerntet, so dass Blüten zur Mangelware werden.

Gärten und Parkanlagen können nun wichtige Nothilfe für Hummeln anbieten, wenn sie passende Sommerblumen beherbergen.

Hier ein paar Tipps für einen hummelfreundlichen Garten:

1. Auch Sommerblumen berücksichtigen

Achten Sie beim Pflanzenkauf auf die Blühzeit und setzen Sie auch Pflanzen, die im Juni, Juli, August und September blühen.

2. Keine gefüllten Blüten

Gefüllte Blüten sehen zwar schön aus, sind aber insektenfeindlich. Biologisch gesehen bestehen Blüten aus umgestalteten Blättern. Deshalb spricht man bespielsweise von Staubblättern. Durch Züchtung gelingt es, die Staubblätter in Blütenblätter umzuwandeln. Die Blüte wirkt dadurch größer und üppiger, sie ist “gefüllt”. Leider bietet sie nun jedoch keinen Blütenstaub mehr,weil die Staubblätter ja umgewandelt wurden.

3. Hummelblumen pflanzen.

Es gibt Blütenpflanzen, die sich speziell als Nahrungsquelle für Hummeln eignen. Idealerweise pflanzt man nicht nur ein einzelnes Exemplar, sondern mindestens drei Exemplare der gleichen Pflanzenart.

Hier ein paar Beispiele für Hummelblumen mit Blühzeit noch im Sommer:

– Alle Lamiaceae (Lippenblütler) sind Hummel-Pflanzen, weil sie wegen ihrer Blütenform perfekt auf Hummeln abgestimmt sind.

Gut geeignet sind zum Beispiel:

Lavendel

Taubnessel

Salbei

Thymian

Dost  ( = Wilder Majoran, Oregano, Origanum vulgare, Pizzagewürz), auch gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

– Rot-Klee (Trifolium pratense)

– Beinwell (Symphytum officinale)

– Borretsch (Borago officinalis)

– Natternkopf (Echium vulgare)

– Königskerze (Verbascum spec.)

– Grosses Löwenmaul (Löwenmäulchen, Antirrhinum majus), kann wegen dem speziellen Blütenbau nur von Hummel genutzt werden.

Quelle: http://aktion-hummelschutz.de/

Zum Thema „Hummeln“ siehe auch:

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

P. S. Wenn Sie mehr über die Natur und die Zusammenhänge zwischen Pflanzenwelt und Tierwelt erfahren wollen, finden Sie entsprechende Naturexkursionen im Kurskalender.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Was ist Rosmarinsäure?

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Rosmarinsäure kommt im Pflanzenreich weit verbreitet vor.

Hauptsächlich die Familien der Lamiaceae (Lippenblütler) und Boraginaceaen (Borretschgewächse) sind reich an Rosmarinsäure.

So wurde Rosmarinsäure beispielsweise gefunden in Melisse, Salbei, Rosmarin, Beinwell.

Rosmarinsäure wirkt antiviral, antibakteriell und entzündungswidrig. Sie wird deshalb beispielsweise in Form von Melissenextrakt oder Salbeiextrakt als Salbe gegen Fieberbläschen (Lippenherpes) eingesetzt, außerdem in Form von Beinwell-Salbe oder Beinwell-Gel gegen Sportverletzungen und rheumatischen Gelenkentzündungen.

Rosmarinsäure hemmt die Prostaglandinsynthese (Entzündungshemmung), besitzt antioxidative Eigenschaften und wird leicht über die Haut aufgenommen.

Rosmarinsäure besitzt wie zahlreiche andere Phenolcarbonsäureester gerbende Eigenschaften. Da sie hauptsächlich in Pflanzenarten der Familie Lamiaceen vorkommt, wird sie auch als Lamiaceengerbstoff oder als Labiatengerbstoff bezeichnet (Labiatae ist die veraltete Bezeichnung für Lippenblütler).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Heilpflanzen für die Wechseljahre

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Die Zeitschrift Ökotest hat Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahrsbeschwerden unter die Lupe genommen. Keines der Produkte war besser als „befriedigend“. Die als Arzneimittel zugelassenen Heilpflanzen-Präparate gegen Wechseljahrsbeschwerden schneiden wesentlich besser ab.

Die „Frankfurter Rundschau“ hat über die Resultate berichtet und schreibt einleitend:

„Am Anfang steht oft eine Odyssee von Wartezimmer zu Wartezimmer. Keine Diagnose hilft weiter. Symptome wie Glieder- und Muskelschmerzen, Schweißausbrüche und Depressionen werden dafür immer schlimmer. Die Patientin wird nach jedem wirkungslosen Medikament ratloser, und am Ende ist es eine Befreiung, wenn ein Arzt endlich darauf kommt: Ursache sind schlicht die Wechseljahre.

Selbst nach dieser Diagnose misstrauen viele Betroffene ihren behandelnden Medizinern. ‚Die Ärzte haben, trotz eines Wandels in der Einstellung zur Hormonersatztherapie, den Ruf, dass sie Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden Hormone geben’, erläutert der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte, Klaus König. Eine Studie der Women’s Health Initiative hat aber ergeben, dass bei langjähriger Anwendung einer Hormonersatztherapie Thrombosen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Brustkrebs als Nebenwirkungen auftreten können.“

Zahlreiche Frauen seien daher misstrauisch und bevorzugten Arzneien mit Wirkstoffen aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga) oder  Nahrungsergänzungsmitteln mit Soja und Rotklee. Solche Produkte versprechen, die schwierige Lebensphase auf natürlichem Wege zu erleichtern.

Das Magazin Ökotest hat 33 dieser pflanzlichen Mittel getestet, 14 Arzneimittel und 19 Nahrungsergänzungsmittel. Nachzulesen sind die Fast alle als Arzneimittel zugelassenen Präparate schneiden mit der Note „sehr gut“ ab. Schlechter sieht es bei den Nahrungsergänzungsmitteln aus. Hier schafft es kein einziges der geprüften Produkte über ein „befriedigend“ hinaus.

Arzneimittel auf Grundlage der Traubensilberkerze helfen hauptsächlich gegen Hitzewallungen und zur Verbesserung der Stimmungslage. Sie wirken günstig auf das Zentralnervensystem, ohne dabei der Gebärmutter zu schaden. Einer der wenigen Kritikpunkte von „Oekotest“:

„Etwa bei den Produkten „Remifemin“ (Tabletten) und „Remifemin Plus“ (Filmtabletten) fehlt im Beipackzettel ein wichtiger Warnhinweis: Bestimmte Formen von Brustkrebs sind östrogenabhängig. Es ist aber nicht bekannt, ob die von den Produkten verwendete Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock östrogenabhängige Tumore befördern oder unbeeinflusst lassen. Eine Warnung ist deshalb wichtig.“

Auch die Verwendung von Hilfsstoffen wie Chinolingelb (E104) in „Femi Sanol“ und Azorubin (E122) in „Femi-Sabona Kapseln“ ist laut Ökotest unnötig. Für die Verwendung dieser Stoffe zog Ökotest dem jeweiligen Produkt einen ganzen Punkt ab.

Vorsicht mit Isoflavonen

Bei Nahrungsergänzungsmitteln sieht die Situation nach Ansicht von „Oekotest“ wesentlich kritischer aus. Sie enthalten als Wirkstoffe gegen Wechseljahrsbeschwerden meist Isoflavone aus Soja und Rotklee. Gemäss dem Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es Hinweise darauf, dass hohe Dosierungen dieser Isoflavone die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und das Brustdrüsengewebe verändern können. Weil die Forschungslage zu diesem Thema sehr kontrovers ist, gibt Ökotest keinem der Präparate eine bessere Note als „befriedigend“.

Zwar argumentieren die Produzenten dieser Präparate mit eigenen Studien, die die Unbedenklichkeit von Isoflavonen nachzuweisen scheinen. Für den Präsident der Pharmazeutischen Gesellschaft, Manfred Schubert-Zsilavecz, steht jedoch fest: „Eine abgeschlossene wissenschaftlich fundierte Erklärung ist nicht möglich.“ Eine kritische Grundhaltung gegenüber Isoflavone sei darum angebracht.

Auch die häufig zugesetzten Vitamine oder andere Inhaltstoffe aus Melisse, Salbei, Grüntee, Borretsch oder Nachtkerze haben Ökotest zufolge keinerlei günstigen Effekt.

Das Magazin rät trotz des Misstrauens vieler Patientinnen weiterhin die Beratung durch einen Frauenarzt. Wechseljahre seien keine Krankheit und müssten nicht in jedem Fall mit Medikamenten therapiert werden. Häufig genüge schon eine gute Aufklärung über den richtigen Umgang mit der schwierigen Zeit.

Quelle:

http://www.fr-online.de/wirtschaft/hilfe-fuer-die-wechseljahre/-/1472780/8252474/-/index.html

Kommentar & Ergänzung:

Das Resultat dieses Tests stimmt ziemlich mit dem Stand des Wissens in der Phytotherapie überein. Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist bei Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen) besser dokumentiert und belegt im Vergleich zu Soja und Rotklee. Und aufgrund der vorliegenden Untersuchungen gibt es keine Hinweise darauf, dass Traubensilberkerze östrogenabhängige Tumore fördert. Allerdings fehlen dazu Langzeitstudien, weshalb manche Experten trotzdem zur Vorsicht raten.

Nonsense ist die Formulierung: „Es ist aber nicht bekannt, ob die von den Produkten verwendete Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock östrogenabhängige Tumore befördern oder unbeeinflusst lassen.“

In den Extrakten wird der Wurzelstock von Cimicifuga racemosa verwendet. Wer von einer „Kombination von Cimicifuga und Wurzelstock“ spricht, kennt sich mit solchen Heilpflanzen-Präparaten wohl nicht besonders gut aus.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Biogene Nahrungsergänzungsmittel, Mit Nutzen/Risiko-Bewertung von Hans-Peter Hanssen, Angelika Koch, Rita Richter

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Verlagsbeschreibung

Nahrung sinnvoll ergänzen! Grünlippmuschel, Schwarzkümmelöl, Rotes Weinlaub der Kunde will wissen, ob diese Mittel halten, was die Werbung verspricht. Dazu liefert das Autorentrio Ihnen für über 100 pflanzliche und tierische Ausgangsmaterialien sowie Pilze und Mineralien Informationen über Herkunft, Beschreibung, Inhaltsstoffe, Verwendung und Verzehrempfehlung. Zusätzlich wird jedes Präparat hinsichtlich Nutzen/Risiko kritisch bewertet. Farbige Abbildungen veranschaulichen, was sich hinter den oft exotischen Namen verbirgt. Übersichtliche Tabellen zeigen die wichtigsten Anwendungsgebiete auf einen Blick. Nahrung ergänzen, ja und zwar mit Verstand! Zum Shop

Kommentar

Biogene Nahrungsergänzungsmittel

Gemäss einer rechtlichen Definition sind Nahrungsergänzungsmittel „Erzeugnisse, die Vitamine, Mineralstoffe oder andere Substanzen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form enthalten und zur Ergänzung der Ernährung mit diesen Stoffen dienen.“

Simpler ausgedrückt handelt es sich um Produkte, die als besonders gesund propagiert werden, ohne aber den Status eines Arzneimittels zu haben. Nahrungsergänzungsmittel müssen keine Wirksamkeit nachweisen, dürfen jedoch auch keine Heilung von Krankheiten versprechen.

Das ist eine ständige Gratwanderung. Viele Hersteller nutzen alle Tricks, um Heilwirkungen zu suggerieren, ohne dabei so konkret zu werden, dass die Heilmittelbehörden einschreiten können bzw. müssen. Oft enthalten Nahrungsergänzungsmittel auch Heilpflanzen und werden in Apotheken und Drogerien verkauft. Das hat zur Folge, dass Konsumentinnen und Konsumenten irrtümlich davon ausgehen, dass es sich um Arzneimittel handelt. Dabei ist aber oft die Qualität und auch der Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen in den Nahrungsergänzungsmitteln viel tiefer als in Arzneimitteln aus den gleichen Heilpflanzen.

Viele Nahrungsergänzungsmittel sind so populär, dass man von Modewellen sprechen kann.

Dieses kompakte Nachschlagewerk von Hanssen, Koch & Richter beschreibt und bewertet über 100 pflanzliche und tierische Ausgangsmaterialien für Nahrungsergänzungsmittel sowie Pilze und Mineralien. Es stellt jedes der besprochenen Nahrungsergänzungsmittel vor mit Herkunft / Gewinnung, Beschreibung, Inhaltsstoffe / Nährstoffe, Einsatzgebiete / Verwendung, Handelsprodukte, Verzehrempfehlung, Bewertung. Auch Warnhinweise und weitere interessante Informationen kommen an manchen Stellen vor.

Alles in allem ergibt sich daraus eine wertvolle Nutzen-Risiko-Bewertung.

Um welche Art von Produkten es genau geht, zeigt wohl am besten ein Inhaltsverzeichnis mit einer Aufzählung der beschrieben Nahrungsergänzungsmittel:

Aus dem Bereich der Heilpflanzen:

Acerola, Alfalfa, Aloe vera, Ananas, Apfelessig, Aprikose, Artischocken,

Bärentraube, Bärlauch, Baldrian, Banane, Basilikum, Bittermelone, Blütenpollen, Bockshornklee, Borretsch, Boswellia (Weihrauch), Brennessel, Broccoli,

Caiguafrucht, Citrusfasern, Cranberries, Cystus,

Feige,

Garcinia, Gerste, Giersch, Ginkgo, Ginseng, Goldrutenkraut, Grapefruitkerne, Guarana,

Hagebuttenkerne, Hagebuttenschalen, Heidelbeeren, Holunder, Hoodia,

Ingwer,

Johanniskraut,

Kidney Bohnen, Knoblauch, Kohlsuppe (Weisskohl), Konjac, Kudzu-Bohne,

Leinsamen,

Maca, Mariendistel, Melisse, Mistel, Mutterkraut, Myrrhe / Myrrha,

Noni (Morinda citrifolia), Nopal,

Olivenblätter, Orangenfasern,

Papaya, Passionsblume, Portulak, Preiselbeeren,

Reiskörner, Rosenwurz (Rhodiola), Rosskastanie, Roter Kürbis, Rotes Weinlaub, Rotklee,

Sägepalme, Sanddorn, Schinus, Soja, Sonnenhut, Spargel, Spinat, Süssholz,

Teufelskralle, Topinambur, Traubenkerne,

Venuskicher, Vitamin B 15 (Pangamsäure), Vitamin B 17 (Aprikosenkerne),

Wegwarte, Weissdorn, Weizengrad,

Yamswurzel, Yucca,

Zimt, Zwiebel.

Dazu kommen noch als Tee: Grüntee und Pu Erh Tee.

Aus dem Reich der Algen:

AfA-Algen, Chlorella, Rotalgen, Fucus, Spirulina.

Aus dem Pilzreich:

Agaricus blazei, Austernpilze, Cordyceps, Hefen, Kombucha, Maitake, Reishi, ShiitakAus dem Tierreich: Austern, Bienenhonig, Chitosan, Gelée Royal, Grünlippmuschel, Milchprodukte (Kuh-Erstmilch / Stutenmilch).

Dazu kommen noch eine ganze Reihe von Fetten / Ölen:

Essenzielle Fettsäuren, Vitamin F, Pflanzenöle, Borretschsamenöl, Distelöl, Leinsamenöl, Nachkerzenöl, Perillaöl, Schwarzes Johannisbeersamenöl, Schwarzkümmelöl, Sonnenblumenöl, Walnussöl, Fischöle, Lachsöl, Lebertran.

Aus dieser Aufstellung dürfte die Vielfalt dieses Buches ersichtlich werden. Es informiert kompakt und fundiert auch über viele Heilpflanzen, die in Fachbüchern aus dem Bereich Phytotherapie / Pflanzenheilkunde nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden, weil sie eben weniger als Arzneimittel sondern mehr als Nahrungsergänzung Bedeutung haben.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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[Buchtipp] Das Insektenhotel, Naturschutz erleben. Bauanleitungen –Tierporträts – Gartentipps — von Wolf R. Günzel

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Verlagsbeschreibung

Fantasievoll gestaltete Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten erregen zunehmend Interesse. Gärtner entdecken den Insektenschutz als spannendes Projekt, in Schulgärten ist der Bau von Nisthilfen das Thema schlechthin.
Das Buch stellt 13 Bauprojekte vor, die sich mit Hilfe von Bauanleitungen leicht umsetzen lassen. Für jeden Garten gibt es die passende Lösung: Einfache Nisthilfen, die solo zum Einsatz kommen oder nach Art eines Baukastensystems ein Insektenhotel füllen, und verschiedene Nistkästen für Hummeln, Hornissen, Florfliegen und Marienkäfer. Pflanzenlisten und praktische Tipps, wie sich im Garten und auf dem Balkon ein insektenfreundliches Umfeld gestalten lässt, ergänzen die Bauvorhaben. Tierporträts vermitteln Einblickein die Welt der Hotelbewohner.
Nisthilfen für Insekten sind Naturerlebnis und Beitrag für eine intakte Umwelt. Die Bewohner eines Insektenhotels sind friedliebend, sichern die Erträge unserer Kulturpflanzen und halten Blattläuse und andere Schädlinge in Schach.
 Zum Shop

Kommentar

Das Insektenhotel

Wohnungsnot bei Insekten? Kein Witz! In unserer über weite Strecken ausgeräumten Kulturlandschaft fehlen oft die nötigen Strukturen für die Tierwelt. Dieses Buch beschreibt Möglichkeiten, mit denen wir im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett Ersatz schaffen können.

Den meisten Menschen ist völlig unbekannt, dass es in der Schweiz über 600 Wildbienenarten gibt, die keine Staaten bilden, sondern einzeln leben. Sie legen ihre Eier zum Beispiel in hohle Pflanzenstängel, in leere Schneckenhäuschen oder in Brutgänge in der Erde. Wolf Richard Günzel gibt genaue Bauanleitungen für „Insektenhotels“, das heisst: zusammengebundene hohle Halme, Holzblöcke mit Bohrlöchern.

Insektenhotels eignen sich ausgezeichnet für die Beobachtung von Wildbienen. Günzel schildert zudem die faszinierenden Lebensweisen häufiger Wildbienenarten und einzeln lebender Wespen.

Günzel beschreibt aber auch Unterkünfte für Florfliegen und Marienkäfer. Beides sind im Garten ausgesprochene Nützlinge, weil sie Blattläuse im grossen Stil vertilgen.

Hummeln bauen ihre Nester oft in verlassenen Mäusegängen. Das Buch gibt Bauanleitungen für Hummelnistkästen. Und für Hornissennistkästen. Hornissen haben ungerechtfertigterweise einen schlechten Ruf. Sie sind nicht speziell aggressiv oder gefährlich, wenn man sie in Ruhe lässt.

Der letzte Teil des Buches handelt von Pflanzen, die als Nahrung für die Insekten wichtig sind und daher gefördert und angepflanzt werden sollten. Darunter sind auch viele Heilpflanzen wie Beinwell, Fenchel, Kümmel, Lavendel, Salbei, Thymian, Melisse, Borretsch.

Den Abschluss des Buches bilden Abschnitte mit Tipps zur Tierbeobachtung und zur Insektenfotografie.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Voltaren-Gel versus Beinwell-Salbe

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Das Konsumentenmagazin Saldo titelt in der Ausgabe 2 / 2010: “Voltaren-Salbe kann die Leber schädigen”. Voltaren-Salbe sei zwar beliebt, aber nicht harmlos: “Fachleute raten: Wer Schmerzen regelmässig damit behandelt, sollte seine Leberwerte kontrollieren lassen.”
Voltaren-Salbe und Voltaren-Gel enthalten den Wirkstoff Diclofenac. Eingesetzt werden sie bei Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen, aber auch gegen rheumatische Entzündungen an den Gelenken.

Saldo schreibt:
“Doch jetzt warnt die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA: Regelmässiges Einreiben der Salbe kann die Leber schwer schädigen. In den USA muss die Salbe von Novartis deswegen von nun an einen Warnhinweis tragen.”
Die FDA sei überzeugt, dass der Körper den Wirkstoff Diclofenac auch über die Haut in Mengen aufnimmt, die die Leber schädigen:
“In mehreren Studien hatten Forscher festgestellt, dass nach wenigen Wochen mehr als jeder Zehnte auffällige Leberwerte hatte. Die FDA empfiehlt deshalb den Ärzten, zwischen der vierten und achten Woche nach dem Beginn der Therapie die Leberwerte zu kontrollieren.”

Der Zürcher Hausarzt Thomas Walser stellt im “Saldo” fest:
“Diclofenac gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die nicht nur als Tablette, sondern auch als Gel gefährlich sind.”
Das Medikament könne nicht nur der Leber schaden, sondern auch der Niere, der Magenschleimhaut und den Knochen. Eine Studie zeige, dass der Wirkstoff selbst dem Herz zusetzt: Bei Patienten erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent, einen Herzinfarkt zu bekommen (das bezieht sich aber wohl auf Diclofenac-Tabletten, M.K.). Thomas Walser findet, dass die Ärzte die Nebenwirkungen der Voltaren-Salbe noch zu wenig kennen. Er rät deshalb seinen Patienten, die Salbe nicht zu lange einzusetzen und sie vor allem nicht mit anderen Schmerzmitteln wie zum Beispiel Ibuprofen zu kombinieren.

Hausarzt Thomas Walser empfiehlt, bei längeren Behandlungen natürliche Salben zu verwenden: “Wallwurz und Wickel zeigen oft eine ähnliche Heilwirkung wie die Voltaren-Salbe.”

Kommentar & Ergänzung:

Gute Empfehlung. Es gibt einige Gründe zugunsten von Beinwell-Salbe…..
Beinwell = Wallwurz = Symphytum officinale

Zu den Gründen für Beinwell-Salbe siehe auch:

Sprunggelenksverletzung – Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac
Sprunggelenksverletzung: Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac
Beinwell-Salbe zeigte sich in einer Studie einem Diclovenac-Präparat überlegen.

Natur als Medikamentendeponie – Diclofenac tötete Greifvögel
Natur als Medikamenten-Deponie

Spricht doch alles dafür, bei Langzeitanwendungen auf Beinwell-Salbe zu setzen.

Was im “Saldo”-Artikel nicht erwähnt ist:

Die Arzneimittelbehörden haben für Beinwell-Salben eine Anwendungsbeschränkung von maximal 4 – 6 Wochen pro Jahr festgelegt.
Der Grund dafür: Beinwell enthält in geringen Mengen lebertoxische, mutagene und kanzerogene Pyrrolizidinalkaloide. Allerdings gelangen diese bei der Anwendung auf der intakten Haut nicht in den Blutkreislauf, jedenfalls nach Heinz Schilcher, Leitfaden Phytotherapie, 2007. Ausserdem gibt es Beinwell-Salben aus Spezialextrakten mit stark reduziertem Pyrrolizidin-Gehalt.
Schäden durch die Pyrrolizidinalkaloide sind bei Anwendung auf der Haut bisher keine beschrieben worden. Das ist auch nach Einschätzung der Phytotherapie-Fachliteratur äusserst unwahrscheinlich. Die innerliche Anwendung von Heilpflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden (Huflattich, Pestwurz, Beinwell, Borretsch) ist viel heikler und bei Beinwell jedenfalls klar abzulehnen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Arzneimittelbehörde Swissmedic für die Voltaren-Salbe im Vergleich zur Beinwell-Salbe weniger restriktive Einschränkungen verfügt hat. In der Packungsbeilage der Voltaren-Salbe steht nur geschrieben: “Darf nicht auf offene Hautwunden oder auf geschädigte Haut gebracht werden. Soll nicht über längere Zeit grossflächig angewendet werden, es sei denn auf ärztliche Verschreibung.”
Und weil Voltaren ja gerne auf ärztliche Verschreibung angewendet wird, ist die Langzeitanwendung gerade auch in Pflegeheimen nicht selten.

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Heilpflanzen-Buchtipp: Phytotherapie bei Hauterkrankungen

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von Mattthias Augustin &Yvonne Hoch

Dieses Buch behandelt ausführlich, detailliert und fundiert die Phytotherapie bei Hautkrankheiten. Dazu werden alle wichtigen Heilpflanzen in sorgfältigen Monografien vorgestellt. Dabei wird der Rahmen sehr weit gesteckt. So werden auch Heilpflanzen besprochen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zum Bereich von Haut & Wunden gehören – beispielsweise Schöllkraut, Weisse Taubnessel, Vogelknöterich, Koriander oder Spitzwegerich. Am Schluss jeder Heilpflanzen-Monografie folgen jeweils ausgiebige Quellenangeben.

Das Buch enthält zudem einen differenzierten Organsystemteil. Darin werden die verschiedenen Hauterkrankungen aufgeführt und von diesen ausgehend die dazu passenden Heilpflanzen beschrieben. Ein solcher Zugang ist wichtig für ein fundiertes Verständnis der Phytotherapie.

Es ist sehr wertvoll, dass sich in diesem Buch Fachärzte und Fachärztinnen der Dermatologie mit der Pflanzenheilkunde befassen. Die gute Kenntnis der dermatologischen Krankheitsbilder ermöglicht präzisere Empfehlungen für die Phytotherapie der Hauterkrankungen.
Das Buch enthält keine Heilpflanzen-Fotos, aber botanische Beschreibungen der aufgeführten Pflanzen.
Sie finden das Buch in unserem Buchshop:

http://www.heilpflanzen-info.ch/cms/shop/phytotherapie-fachbuecher/

Hier ein paar Beispiele für Anwendungsbereiche von Heilpflanzen, die im Buch “Phytotherapie bei Hauterkrankungen” besprochen werden:
Juckreiz, Schmerzen, Akne vulgaris, Ekzeme (Atopische Dermatitis, Neurodermitis), Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte), Herpes-simplex-Infektion (Fieberbläschen), Warzen, Fusspilz und andere Dermatomykosen, dazu noch Wundbehandlung und Narbenbehandlung.

Wichtige Heilpflanzen aus dem Bereich Dermatologie, die von den Autoren Augustin & Hoch detailliert vorgestellt werden:
Aloe, Arnika, Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum), Beinwell, Borretsch, Eichenrinde, Ginkgo, Johanniskraut, Kamille, Lavendel, Leinsamen, Mäusedorn, Mahonie, Malve, Melisse, Nachtkerze, Paprika, Ringelblume, Rosmarin, Rosskastanie, Salbei, Schwarztee, Schöllkraut, Sonnenhut, Stiefmütterchen, Taigawurzel, Teebaum, Weihrauch, Zaubernuss (Hamamelis virginiana) und andere mehr.

Am “Seminar für Integrative Phytotherapie” findet einmal jährlich (meistens im März / April) ein Tagesseminar zum Thema “Heilpflanzen bei Hauterkrankungen und Wunden” statt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch


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