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Arzneimittel-Rückstände reduzieren Phytoplankton im Seewasser

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Rückstände von Medikamenten und Kosmetika tragen dazu bei, dass die Lebenswelt in Gewässern an Vielfalt verliert. Einen Beleg für diese These liefert die schweizerische Forschungsanstalt Eawag mit einer Studie, die nun in der Zeitschrift «PLOSone» publiziert wurde. Die Forscher wollten untersuchen, wie sich die Vielfalt des Phytoplanktons in einem See verändert, wenn dem Wasser Stoffgemische zugesetzt werden, wie sie charakteristischerweise durch den Gebrauch und die Entsorgung von Medikamenten und Kosmetika entstehen.

Die Wissenschaftler entnahmen zu diesem Zweck Seewasser, füllten es in Plastikbeutel ab und setzten ihm Gemische zu, die zwölf Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration enthielten: Den Blutdrucksenker Atenolol, das Antiepileptikum Carbamazepin, den Cholesterinsenker Bezafibrat, die Antibiotika Clarithromycin und Sulfamethoxazol, die Schmerzmittel Diclofenac und Ibuprofen, die Diuretika Furosemid und Hydrochlorothiazid, den Säurehemmer Ranitidin, das Desinfektionsmittel Triclosan sowie Sulisobenzon, einen Inhaltsstoff von Kosmetika.

Die Wissenschaftler betonen, dass es sich um Konzentrationen handelte, wie sie auch in der Realität in der Umwelt gefunden werden können. Die höchste getestete Konzentration entsprach etwa derjenigen, die unterhalb von Kläranlagen festgestellt werden kann.

Die Beutel wurden danach in Tiefen von einem, drei und sechs Metern im See versenkt, um realistische Umweltfaktoren wie Licht, Temperatur und Strömung einzubeziehen. Als Kontrolle wurde unverändertes Seewasser verwendet. Nach einer Woche prüften die Wissenschaftler, wie sich die Zusammensetzung des Planktons verändert hatte. Sie konnten dabei zeigen, dass sowohl die einzelnen Organismen als auch die ganze Gemeinschaft immer mehr an Vielfalt verlor, je höher die Konzentration der zugesetzten Wirkstoffe war.
Die Lebewesen entwickelten sich beispielsweise kleiner und weniger farbenreich oder bildeten weniger Kolonien. Je monotoner eine solche Lebensgemeinschaft jedoch werde, desto schlechter könne sie sich fortpflanzen und auf Umweltveränderungen reagieren, erklären die Wissenschaftler um den Gewässerökologen Francesco Pomati.

Plankton spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette und ist Hauptnahrung zahlreicher Lebewesen in Seen, Flüssen und Meeren. Um zu vermeiden, dass Rückstände von Medikamenten und Kosmetika in Gewässer gelangen, sollten Verbraucher diese Produkte niemals in Waschbecken oder Toilette entsorgen, sondern sie in den Hausmüll geben.

Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68850

DOI: 10.1371/journal.pone.0174207

Kommentar & Ergänzung:
Ich bin kein fundamentalistischer Gegner synthetischer Medikamente. Solche Präparate können wertvoll oder gar lebensrettend sein. Trotzdem ist es aber wichtig, die kritischen Punkte dieser Pharmaka anzusprechen. Dazu gehören unter anderem die ökotoxikologischen Folgen für die Lebewesen in Gewässern. Viele dieser Medikamente sind sehr stabil und bauen sich in der Umwelt nur langsam ab.
Siehe auch:

Psychopharmaka-Rückstände beeinflussen Fische

Problematische Medikamente im Abwasser

Virustatika & Psychopharmaka als Arzneimittelrückstände in Flüssen

Das Bewusstsein für diese Problematik ist noch zuwenig entwickelt.
Phytopharmaka (Heilpflanzen-Präparate) stehen in dieser Hinsicht sehr gut da. Eine Substanz, die von der Natur selber hergestellt worden ist, kann die Natur auch wieder abbauen.
Das ist sehr wohl ein Argument für Phytopharmaka, auch wenn sie die synthetischen Medikamente in manchen Bereichen nicht ersetzen können.

Wo aber ein Phytopharmakon anstelle eines synthetischen Medikaments zur Anwendung kommen kann, spricht viel dafür, dass diese Option für die Umwelt verträglicher ist.
Entgegen dem Rat am Schluss des Artikels würde ich übriggebliebene Medikamente allerdings nicht in den Hausmüll werfen, sondern in die Apotheke zurückbringen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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Chia-Samen sind gesund und teuer – aber Leinsamen sind ebenso gesund und billiger

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Chia-Samen werden als ausserordentlich gesund angepriesen, sind aber sehr teuer.

Chia-Samen gelten als Superfood, also als ein Lebensmittel mit besonders hohem Nährstoffgehalt. Sie sollen gesünder und fitter machen.

Das sei maßlos übertriebenes Marketing, sagt Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin in München. Es gebe einige regionale Lebensmittel, die es gut mit Chia aufnehmen können.

Chia (Salvia hispanica) stammt ursprünglich aus Mexiko und Guatemala und stammt zur Gattung der Salbei. Die kleinen essbaren schwarzen oder grauen Samen, die botanisch „Klausenfrüchte“ heißen, wurden der Überlieferung nach schon von den Mayas und Azteken als Nahrungsmittel verwendet.

Chia wird wie Amarant, Buchweizen und Quinoa als Pseudogetreide bezeichnet, weil es ähnlich wie Getreide verwendet wird. Chia besitzt allerdings keine Eigenbackfähigkeit. Ein Teig aus Chia-Mehl würde deshalb flach auseinanderlaufen. Chia ist daher in Backwaren nur eine ergänzende Zutat.

In Verbindung mit Wasser quellen Chia-Samen auf und bilden eine geleeartige Masse.

Die Chia-Körner seien eine der reichhaltigsten Quellen für die essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erklärt Silke Restemeyer, Ökotrophologin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bis zu 40 Prozent Fett ist in den Samen enthalten, ein Großteil davon sind Alpha-Linolensäure (Omega-3) und Linolsäure (Omega-6).

Im menschlichen Organismus wird Alpha-Linolensäure in die noch wirksameren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt. Diese wertvollen Säuren erhalte man sonst nur über sehr fettreichen Fisch, sagt Restemeyer.

Chia-Samen zeichnen sich aber auch aus durch ihren hohen Proteingehalt. Während Weizen 14 Prozent Eiweiß enthält, kommt Chia auf rund 20 Prozent. Mit etwa 34,4 Gramm pro 100 Gramm bieten Chia-Samen zudem viele verdauungsfördernde Ballaststoffe. Darüber hinaus sind sie reich an Vitaminen (besonders Vitamin A und C, Niacin) und Mineralien (Kalzium, Magnesium, Phosphor).

Gemäss der europäischen Lebensmittelverordnung gelten Chia-Samen als Novel Food (neuartiges Lebensmittel).

Sie wurden bei ihrer Markteinführung im Jahr 2009 für die Verwendung in Backwaren zugelassen.

Erst 2013 gestattete die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Import der reinen Chia-Samen als Lebensmittel, beschränkte die tägliche Verzehrempfehlung jedoch auf maximal 15 Gramm. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme, weil bislang Langzeituntersuchungen fehlen, erläutert Restemeyer.

In Brot und Backwaren wird der Höchstgehalt auf zehn Prozent beschränkt.

Der Münchner Ernährungsmediziner Hauner beurteilt Chia-Samen grundsätzlich als günstig für die Ernährung.

Die Wirkung von 15 Gramm Körnern, was ungefähr einem gefüllten Esslöffel entspricht, sei allerdings erwartungsgemäß niedrig.

Um eine messbare gesundheitliche Wirkung zu erzielen, gaben Forscher ihren Testpersonen deshalb größere Tagesmengen.

So verordneten Wissenschaftler in einer zwölfwöchigen Studie zehn Bluthochdruckpatienten 35 Gramm Chia pro Tag. Die Blutdruckwerte sanken während dieser Zeitspanne.

Auch andere vergleichbare Studien kamen zu solchen Resultaten.

Das seien interessante Hinweise, aber noch keine ausreichenden Beweise, erklärt Hauner. Die Datenlage sei insgesamt noch viel zu dünn, um wirklich allgemeingültige Gesundheitseffekte ableiten zu können.

Wer Chia-Samen essen wolle, könne das jedoch tun, sagt Restemeyer, und weißt auch darauf hin, dass allergische Reaktionen nicht zu befürchten seien. Die Ökotrophologin ist auch davon überzeugt, dass Chia in jedem Fall eine Bereicherung für den Speiseplan sein können.

Insbesondere für Personen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, sei der tägliche Löffel Chia eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren und Kalzium.

Chia-Samen lassen sich vielseitig einsetzen. Als Zutat beim Backen steigern sie den Nährstoffgehalt von Brot und Gebäck.

Wegen ihres neutralen Geschmacks passen sie gut in Müsli, Salate und Suppen.

Lässt man Chia in Wasser aufquellen, können als Ei- oder Margarineersatz beim Backen oder als Geliermittel für Pudding und Soßen eingesetzt werden.

Chia-Samen kommen von weit her. Eine sinnvolle und viel günstigere Alternative seien Leinsamen, erklärt Silke Restemeyer. Lein sei das heimische Pendant zur Chiapflanze – er enthalte einen ähnlich hochwertigen Nährstoffmix und die gleichen Quelleigenschaften, koste aber nur drei bis vier Euro pro Kilo.

Restemeyer weist zudem darauf hin, dass auch viele heimische Saaten und Nüsse wie etwa Hasel- und Walnüsse eine ähnliche Fettzusammensetzung aufweisen, die durchaus mit Chia vergleichbar ist.

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/chia-samen-im-check-gut-aber-nicht-einzigartig-a-1056210.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25403867

Kommentar & Ergänzung:

Interessant ist an diesem Beispiel wieder einmal, dass Exotisches attraktiver ist und teurer verkauft werden kann als Altbekanntes – wie zum Beispiel Leinsamen.

Leinsamen werden in der Phytotherapie als mildes Mittel gegen Verstopfung eingesetzt und dazu in der Regel mit viel Flüssigkeit unzerkleinert eingenommen. Um die gesunden Inhaltstoffe der Leinsamen aufzunehmen, müssen sie aber geschrotet werden.

Nicht ganz untypisch ist auch, dass in den Empfehlungen von Chia als Blutdrucksenker zwar auf entsprechende Studien verwiesen wird, aber in der Regel ohne genaue Quellenangabe und ohne Hinweis darauf, welche Mengen dabei verwendet wurden. So bleiben Konsumentinnen und Konsumenten oft im Glauben, dass ein paar Löffel Chia-Samen pro Woche blutdrucksenkend wirken. Dass sich in den Studien eine Wirkung bei 35 g Chia-Samen pro Tag gezeigt hat, wird kaum je kommuniziert, weil solche Einnahme-Mengen nicht sehr realistisch sind.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Leinsamen als Blutdrucksenker?

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Eine Ernährung reich an Leinsamen soll gemäss einer Studie den Blutdruck senken.

Leinsamen enthält einen hohen Anteil an gesunden Omega-3-Fettsäuren, vor allem Alpha-Linolensäure, sowie Ballaststoffe und Lignane, die eine potente Kombination zur Erhaltung der Herzgesundheit sein könnten. Hauptsächlich für Patienten mit hohem Blutdruck (Hypertonie) und Arteriosklerose – eine Kombination, die oft schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall auslöst, könnten von der gefäßerweiternden Wirkung einer gesunden Ernährung mit Leinsamen Vorteile erlangen.

Forscher untersuchten nun im Rahmen einer Doppelblindstudie (FLAX-PAD-Studie), ob der tägliche Konsum von 30 g geschrotetem Leinsamen über einen Zeitraum von sechs Monaten den Blutdruck von Arteriosklerose-Patienten reduzieren kann. Gut die Hälfte der 110 Testpersonen verzehrte täglich Nahrungsmittel, die jeweils 30 g Leinsamen enthielten. Der Ernährungsplan enthielt unter anderem Bagels, Muffins, Riegel, Brötchen, Pasta und Biskuits. Die andere Hälfte der Probanden nahm die gleichen Nahrungsmittel zu sich, die aber kein Leinsamen, sondern geschroteten Weizen enthielten. Im Verlauf der Studie wurden die Probanden angehalten, wegen einer möglichen Verzerrung des Resultate nicht mehr als zwei Fischmahlzeiten pro Woche zu sich zu nehmen. Die Befolgung dieser Vorgabe durch die Testpersonen wurde regelmäßig durch die Untersuchung des Blutplasmas auf Docosahexaensäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, überprüft.

Nach sechs Monaten zeigten die Messungen, dass der obere (systolische) Blutdruck in der Leinsamen-Gruppe im Mittel signifikant von 143 auf 136 mm Hg vermindert war, während die Werte sich in der Placebo-Gruppe sogar leicht erhöht hatten (von 142 auf 146 mm Hg). Auch hinsichtlich des unteren (diastolischen) Blutdrucks profitierten die Probanden in der Interventionsgruppe vom täglichen Konsum Leinsamen-haltiger Lebensmittel (Reduktion um rund 10 %). Bei den Probanden der Placebo-Gruppe veränderten sich diese Werte so gut wie nicht.

Der Studienleiter Dr. Rodriguez schlussfolgert, dass durch die Anreicherung des täglichen Lebensmittelverzehrs mit 30 g Leinsamen die Hälfte der Schlaganfälle und ein Drittel der Herzinfarkte vermeidbar wären.

Verantwortlich für die blutdrucksenkende Wirkung des Leinsamens machen die Forscher das synergistische Zusammenspiel der Wirkkomponenten Alpha-Linolensäure, Enterolignan, Ballaststoffe und Peptide. Den genauen Wirkmechanismus, die langfristigen Effekte und Vorteile einer mit Leinsamen angereicherten Ernährung für die Herzgesundheit müssen allerdings in weiteren Studien noch genauer untersucht werden.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/blutdrucksenker-leinsamen.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24126178

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21616170

Kommentar & Ergänzung:

Einen „ausgewachsenen“ Bluthochdruck wird man mit einer Leinsamen-Supplementation kaum unter Kontrolle bringen und Blutdrucksenker nicht vermeiden können. Nicht auszuschliessen wäre aber, dass sich über längere Zeit eingenommen damit eine Blutdrucksenkung erzielen lässt, die eine Reduktion der Medikamente möglich macht.

Auch bei einer grenzwertigen Hypertonie könnte eine Leinsamen-Zulage sinnvoll sein.

Wenn der Studienleiter schlussfolgert, mit 30 g Leinsamen pro Tag könnten ein Drittel der Herzinfarkte und die Hälfte aller Schlaganfälle vermieden werden, dann scheint mir das sehr optimistisch und es wäre wohl eine Nobelpreis-würdige Entdeckung, wenn es wirklich so wäre.

Schlussfolgern ist hier einfach, belegen schwierig.

Einen (Blutdruck-)Messwert zu verändern mag ja schön und gut sein. Entscheidender wäre aber der Zielpunkt, dass weniger Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten. Um so etwas zu belegen, müsste die Studie aber wohl deutlich länger andauern und mit einer deutlich grösseren Probandenzahl durchgeführt werden.

P. S. Wenn Sie die positiven Wirkungen von Leinsamen auf den Blutdruck nutzen möchten, müssen Sie – wie in der Studie – geschrotete Leinsamen verwenden. Aus ganzen Leinsamen werden keine Omega-3-Fettsäuren in den Organismus aufgenommen.

Aus geschroteten Leinsamen werden zudem Phytoöstrogene aus der Gruppe der Lignane aufgenommen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Lebensstiländerungen können Bluthochdruck senken

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Die österreichische Zeitung „Der Standard“  hat einen Artikel veröffentlicht zum Thema Bluthochdruck. Der Beitrag geht auch auf die positiven Wirkungen von Lebensstiländerungen ein.

Zum  Thema Bewegung empfehle die Europäische Leitlinie zur Behandlung von Bluthochdruck:

„Mindestens 30 Minuten an fünf bis sieben Tagen der Woche spazieren zu gehen, zu schwimmen, Rad zu fahren oder zu joggen….So ein aerobes Ausdauertraining kann den oberen Blutdruckwert um 6,9 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) senken. Medikamente drücken den Wert um 8 bis 10 mmHg.“

Die Leitlinie rate zudem, mit dem Rauchen aufzuhören und Übergewicht zu reduzieren. Jedes Kilo Übergewicht weniger senke den oberen Druckwert um 2 mmHg, sagt  dazu Thomas Lüscher, Chef-Kardiologe am Universitätsspital Zürich.

Gut belegt sei auch der günstige Effekt einer mediterranen Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Olivenöl statt tierischer Fette, kaum Fleisch und mäßig Alkohol. Man müsse nicht wie ein Mönch leben, aber wenn man gestresst sei, ungesund esse und wenig Sport treibe, seien die Gefäße am Limit, sagt Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus in Berlin und Professor für Naturheilkunde an der Charité. Schlanke Menschen, die regelmässig Sport treiben, bräuchten beim Essen weniger vorsichtig sein, den ihre Blutgefässe seien gesünder.

Michalsen empfiehlt eine vegetarische Ernährung. Das senke nicht nur den Blutdruck, sondern schütze auch die Niere vor möglichen Schäden.

Schokolade in Maßen sei für Bluthochdruckpatienten im übrigen durchaus erlaubt. Vor allem dunkle Schokolade enthalte den blutdrucksenkenden Inhaltsstoff Epicatechin

Andere blutdrucksenkende Nahrungsmittel seien Hibiskus- und Grüntee, Roter-Rüben-Saft, Soja-Nahrungsergänzungsmittel oder Olivenblätterextrakt.

Allerdings sei bisher nicht geklärt, wie lange der Effekt solcher naturheilkundlicher Massnahmen anhalte. Eine wirksame Therapie sollte den Blutdruck nicht nur zu einem beliebigen Zeitpunkt senken, sondern auch langfristig Komplikationen vermeiden, sagt Michael Wolzt von der Bluthochdruck-Ambulanz am AKH Wien. Bei Medikamenten sei dies klar belegt, während bei der Naturheilkunde keine Langzeitstudien mit solchen Ergebnissen vorliegen.

Michalsen entgegnet auf diesen Einwand, dass es für solche Untersuchungen leider keine Milliarden an Forschungsgeldern gebe, wie sie die Pharmaindustrie für Arzneimittelstudien bereitstellt. Daher gehe die Forschung nur schleppend voran.

Quelle:

http://derstandard.at/1381369307866/Bluthochdruck-Den-Druck-aushalten

Kommentar & Ergänzung:

In diesem Artikel werden klassische Ansätze der Naturheilkunde empfohlen wie Bewegung, Ernährung und Heilpflanzen. Das ist erfreulich.

Siehe auch:

Lebensstil ändern senkt Bluthochdruck ohne Medikamente

Es spricht viel dafür, dass bei leicht erhöhtem Blutdruck Blutdrucksenker oft unnötig und oft unwirksam sind. Ob auf sie verzichtet werden soll und kann, hängt aber von einer Gesamtbeurteilung des Risikos ab, für die eine fundierte medizinische Diagnostik und Beratung nötig ist.

Siehe dazu:

Leicht erhöhter Blutdruck: Medikamente oft unnötig und oft ohne Wirkung

Gemäss diesem Bericht hat es bei leicht erhöhtem Blutdruck keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall und Todesfällen, ob die Patienten Blutdrucksenker schlucken oder nicht.

Das unterstreicht die Wichtigkeit von Lebensstil-bezogenen Massnahmen.

Klar ist zudem, dass bei einem „ausgewachsenen“ hohen Blutdruck naturheilkundliche bzw. phytotherapeutische Massnahmen nicht ausreichen, und dass in solchen Situationen synthetische Blutdrucksenker im Zentrum stehen.

Aus der Perspektive der Pflanzenheilkunde finde ich Hibiskus (Karkadetee) und Rote-Beete-Saft (in der Schweiz = Randensaft) am interessantesten.

Siehe dazu:

Karkadetee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmhg

Rote Beete (CH = Randen) reduziert Blutdruck

Rote Beete (Randen) reduziert Blutdruck

Randensaft / Rote Beete senkt Blutdruck

Zwischenbemerkungen:

1.) Der Einwand von Michael Wolzt kann nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Die Senkung eines Messwertes wie dem Blutdruck in einer Studie ist noch kein Beleg für eine therapeutische Wirksamkeit. Um therapeutische Wirksamkeit zu belegen müssten in Langzeitstudien die Raten von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Todesfall gesenkt werden.

2.) Zur Wirkung von Karkadetee und Randensaft bei Bluthochdruck gibt es zwar kleinere Studien. Für grosse klinische Langzeitstudien fehlen aber genau jene Forschungsgelder, von denen Michalsen spricht.

Siehe dazu:

Forschung ist nicht neutral

Weitere interessante Möglichkeiten aus der Pflanzenwelt:

Schwarztee senkt Blutdruck

Grüntee steht im Zentrum intensiver Forschung und entsprechender Werbung. Schwarztee wird dagegen wohl zu Unrecht unterschätzt und hat durchaus gesundheitliches Potenzial. Die blutdrucksenkende Wirkung ist aber gering.

Blaue Kartoffeln reduzieren den Blutdruck

Die Studie mit den Blauen Kartoffeln war allerdings sehr klein und dauerte nur einen Monat.

Der Artikel im „Standard“ erwähnt als Möglichkeiten noch Soja und Olivenblätterextrakt.

Zu Soja:

Eine kleine Studie hat gezeigt: Bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem oder normalem Blutdruck können zusätzliche Sojaproteine  die Blutdruckwerte reduzieren (Arch Intern Med 2007;167:1060-1067 – Welty FK et al).

Zum Olivenblätterextrakt:

Die Wirksamkeit bei Bluthochdruck ist nicht belegt. Es liegen zwar Hinweise für eine solche Wirkung aus tierexperimentellen Untersuchungen vor, doch lassen sich solche Ergebnisse nicht einfach auf Menschen mit Bluthochdruck übertragen. Olivenblätterextrakt hat mich bisher nicht überzeugt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Leicht erhöhter Blutdruck – Medikamente oft unnötig und ohne Wirkung

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Eine Übersichtsstudie aus den USA kommt zum Schluss: Zahlreiche Menschen, die ein gesundes Herz, jedoch leicht erhöhten Blutdruck haben, erhalten Medikamente, die ihnen nichts nützen.

Hoher Blutdruck kommt häufig vor und ganz besonders häufig ein nur leicht erhöhter Blutdruck. Als „mild“ oder „Grad 1“ wird der Bluthochdruck bezeichnet, wenn der erste (systolische) Messwert zwischen 140 und 159 und/oder der zweite (diastolische) Wert zwischen 90 und 99 liegt. Häufig wird den Patienten bereits bei dieser Diagnose ein blutdrucksenkendes Medikamente verschrieben. Und das hauptsächlich mit der Absicht, hochdruckbedingte Gefäßschäden und damit Herzinfarkt und Schlaganfall zu vermeiden.

Eine industrieunabhängige Untersuchung zeigt nun aber, dass herzgesunde Menschen mit leicht erhöhtem Blutdruck von einer medikamentösen Behandlung nicht nachweislich profitieren. Die Metaanalyse wurde von Diana Diao von der Universität von British Columbia in Vancouver und ihren Kollegen im Auftrag der Cochrane-Organisation durchgeführt. Die Cochrane-Organisation wertet wissenschaftliche Untersuchungen aus und stellt die Resultate in Übersichtsarbeiten in ihre Datenbank ein. Die beteiligten Forscher bekommen kein Geld von Pharmafirmen.

Diao wertete vier Studien mit total 9.000 Patienten aus. Die Probanden wurden über vier bis fünf Jahre mit verschiedenen Medikamenten therapiert. Resultat: Ob die Studienteilnehmer Blutdrucksenker schluckten oder nicht, machte bei der Häufigkeit von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Todesfällen keine deutliche Differenz. Beinahe jeder zehnte Patient in der Medikamentengruppe brach die Therapie allerdings wegen Nebenwirkungen ab. Die Wissenschaftler erklären als Fazit, dass sie nicht wissen, ob der Nutzen der Behandlung den Schaden aufwiegt.

Quelle:

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2012-08/milder-bluthochdruck-behandlung

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin kein fundamentalistischer Prediger gegen jegliche synthetische Medikamente und das pauschale Feindbild der bösen Pharmamafia ist mir fremd.

Es gibt Situationen, in denen Abwarten und Kräutertee trinken dumm ist und eine medikamentöse Intervention Leben rettet.

Aber es gibt auch eine grosse Menge sinnlos verordneter und geschluckter Medikamente, die mehr Schaden als Nutzen bringen und nur den Herstellern und Verkäufern Gewinn in die Kassen spülen.

Ein Problem ist in diesem Zusammenhang, dass viele Studien finanziell stark von Pharmafirmen abhängig sind, was die Resultate verfälschen kann.

Die pharmaunabhängigen Übersichtsstudien der Cochrane Collaboration geniessen daher nicht umsonst eine ausgezeichnete Glaubwürdigkeit.

Wirksame von unwirksamen Medikamenten zu unterscheiden, das ist Patientenschutz im besten Sinn und das gilt natürlich auch für Präparate aus Komplementärmedizin, Naturheilkunde und Phytotherapie.

Für einen „ausgewachsenen“ Bluthochdruck hat die Phytotherapie keine überzeugenden Lösungen anzubieten. Es gibt überhaupt nur wenige Studien mit Heilpflanzen in diesem Bereich. Leicht erhöhtem Blutdruck könnten Heilpflanzen allenfalls eine Option sein.

Interessant ist die leicht blutdrucksenkende Wirkung von Karkade (Hibiscus sabdariffa):

Karkadetee senkt systolischen Blutdruck um 13 mmHg

Karkadetee ist jedenfalls gesund und schmackhaft und ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Ausserdem:

Randensaft (Rote Beete) senkt Blutdruck

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Schwarztee senkt Blutdruck

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Regelmäßiger Konsum von Schwarztee scheint eine gute Wirkung auf die Gesundheit zu haben. Australische Wissenschaftler stellten in einer kontrollierten Studie fest: Drei Tassen Schwarztee pro Tag wirken günstig auf den Blutdruck.

In vorangehenden Studien konnte Schwarztee als Blutdrucksenker nicht überzeugen. Vielleicht waren diese Studien zu klein oder von zu kurzer Dauer, vermutet ein Wissenschaftlerteam um Dr. Jonathan M. Hodgson aus Perth. Seine Gruppe hat darum eine neue Studie zu diesem Thema durchgeführt (Arch Intern Med 2012; 176: 186).

Zu diesem Zweck wurden 95 Testpersonen im Alter zwischen 35 und 75 Jahren ausgewählt, deren 24-Stunden-Blutdruckwerte weitgehend normal waren. Nach einer vierwöchigen Run-in-Phase, in der alle Probanden drei Tassen Scharztee pro Tag tranken, aufgebrüht aus Teeblättern, erfolgte die Randomisierung ( = Zufallsverteilung auf Placebo- oder Schwarztee-Gruppe): Die Hälfte der Probanden trank weiterhin täglich drei Tassen Schwarztee (1493 mg pulverisierte Teefeststoffe, darin enthalten 429 mg Polyphenole und 96 mg Koffein), die andere Hälfte erhielt täglich drei Tassen eines im Geschmack und Koffeingehalt vergleichbaren Getränks (Placebo).

Verglichen mit der Placebogruppe war der systolische 24-Stunden-Blutdruckwert in der Schwarzteegruppe nach drei Monaten um 2,7 mmHg und nach sechs Monaten um 2,0 mmHg tiefer. Beim diastolischen Wert betrug die entsprechende Differenz 2,3 mmHg und 2,1 mmHg.

Auf Bevölkerungsebene wären diese Unterschiede mit einer Verminderung von kardiovaskulären Erkrankungen um 7 bis 10 Prozent assoziiert, schreiben die Wissenschaftler.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/802449/hoch-tassen-schwarzer-tee-laesst-blutdruck-sinken.html?sh=163&h=-1654632450

http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/extract/172/2/186

Kommentar & Ergänzung:

Gross scheint mir der Unterschied in den Blutdruckwerten nicht gerade und es muss auch klar festgehalten werden, dass es sich bei den Probanden um gesunde Personen gehandelt hat, nicht um Patienten mit Bluthochdruck.

Eine Empfehlung für die Behandlung von Hochdruck-Patienten mit Schwarztee lässt sich aus dieser Studie also nicht ableiten.

Aber immerhin: Während Grüntee intensiv untersucht und als gesund propagiert wird, blieb der Schwarztee in dieser Hinsicht eher im Hintergrund. Seit einiger Zeit scheint der Schwarztee quasi aufzuholen. Wer Schwarztee gern hat, muss aus gesundheitlichen Gründen wohl nicht auf Grüntee umsteigen.

Die Wissenschaftler aus Perth vermuten, dass der Schwarztee hauptsächlich auf die Gefäßwände wirkt. Aus den Gefäßwänden werden Faktoren ausgeschüttet, welche die Muskeln erschlaffen lassen und dadurch die Blutgefäße weit stellen. Dadurch wird der Blutdruck reduziert. Schon in vorhergehenden Studien konnten die Forscher darlegen, dass Flavonoide aus dem Schwarztee diese Faktoren günstig beeinflussen.

Siehe auch:

Grüntee oder Schwarztee?

Pflanzenheilkunde: Schwarztee bei 7-minütigem Ziehenlassen am gesündestens

Eine leichte Blutdrucksenkung scheint auch der Karkadetee (Hibiscus sabdariffa) zu bewirken:

Karkadetee senkt systolischen Blutdruck

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Hustenmittel aus Heilpflanzen – Thymian, Spitzwegerich & Co.

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Husten als Erkältungssymptom ist in den meisten Fällen harmlos und kann gut mit rezeptfreien Hustenmitteln behandelt werden. Husten kann aber auch ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein.

Ein Warnsignal ist beispielweise, wenn der Husten von Schmerzen in der Stirn oder im Augenbereich begleitet wird. Das kann auf eine Beteiligung der Nebenhöhlen hinweisen, sagt die Apothekerin Karin Graf von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Andere Verdachtssignale sind eine gelbliche oder rötliche Farbe des ausgehusteten Sekrets.

Auch wenn das Atmen oder der Husten schmerzhaft werden, das Fieber auf über 39 Grad ansteigt oder länger als zwei bis drei Tage andauert, sollte ein Arzt konsultiert werden. Das gilt auch, wenn der Husten oder andere Beschwerden länger als drei Wochen bestehen oder plötzliches, hohes Fieber und starkes Krankheitsgefühl auf eine Influenza hindeuten, also eine echte Grippe.

Erkältungen fangen meist an mit zwei bis drei Tagen Reizhusten. Anschliessend folgen ein bis zwei Wochen produktiver Husten, mit dem der Schleim abgehustet wird. Die Grenzen zwischen diesen beiden Hustenarten sind allerdings fließend. Ein produktiver Husten liegt vor, wenn der Körper über den Tag verteilt mehr als etwa zwei Esslöffel Sekret bildet.

Gegen Husten werden neben synthetischen Arzneimitteln auch Extrakte aus Heilpflanzen wie Efeu, Primel, Thymian oder Spitzwegerich angewendet. Nicht jedes Hustenpräparat ist jedoch für jeden Patienten empfehlenswert. Hustenstiller sind beispielsweise nicht sinnvoll bei produktivem Husten, weil sie das notwendige Abhusten des Schleims verhindern. Ätherische Öle sollten bei Kleinkindern nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker eingewetzt werden. Trockener Reizhusten kann auch eine Nebenwirkung von rezeptpflichtigen Medikamenten sein, beispielsweise von einigen Blutdrucksenker.

Quelle:

http://www.n-tv.de/ticker/Gesundheit/Husten-kann-Anzeichen-fuer-ernste-Erkrankung-sein-article2854276.html

Kommentar & Ergänzung:

Die Infos in dieser Meldung sind korrekt. Beim Thema „Phytotherapie bei Husten“ könnte allerdings noch differenziert werden zwischen trockenem Reizhusten und produktivem Husten.

Zur Linderung von trockenem Reizhusten verwendet die Phytotherapie vor allem schleimhaltige Heilpflanzen wie Spitzwegerich, Eibischwurzel und Malvenblüten. Bei produktivem Husten kommen dagegen auswurffördernde Heilpflanzen zur Anwendung wie Schlüsselblumenwurzel, Thymiankraut, Senegawurzel, aber auch ätherische Öle wie Thymianöl oder Eukalyptusöl.

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Lebensstil ändern senkt Bluthochdruck ohne Medikamente

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Ein zu hoher Blutdruck kann schwerwiegende Folgen haben: Herzinfarkt oder Schlaganfall sind charakteristische spätere Folgeerkrankungen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Problem jedoch auch ohne Medikamente in den Griff bekommen. Der wichtigste Schritt dabei ist eine Lebensstil-Änderung. Auch Knoblauch kann mithelfen.

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Volkskrankheiten und gilt nicht umsonst als «stiller Killer». Auf Dauer können chronisch hohe Blutdruckwerte (Hypertonie) zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Blutdrucksenkende Medikamente helfen Betroffenen – sind aber nicht immer nötig. Mit einer veränderten Lebensweise lässt sich der Blutdruck häufig auch ohne Pillen reduzieren.

«Jeder sollte in regelmäßigen Abständen seinen Blutdruck kontrollieren lassen», rät Prof. Wolfram Delius von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. «Denn manchmal bemerken Betroffene selbst bei hohen Werten keinerlei Zeichen von Beschwerden.» Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge liegt Hypertonie vor, wenn der systolische Blutdruck über 140 mmHg und der diastolischer Blutdruck über 90 mmHg liegt.

Sind diese Werte überschritten, gilt es, möglichst frühzeitig zu handeln. «Bei einem sehr hohen Blutdruck ist der Einsatz von Medikamenten nicht immer zu vermeiden», erklärt Ramon Martinez, Buchautor und Internist in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen). «Bei niedrigeren Werten können die Betroffenen hingegen selbst aktiv werden.»

«Die Hauptursache für Bluthochdruck ist Übergewicht», sagt Ursula Hildebrandt, Ärztin am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. Rund 30 Prozent aller von Bluthochdruck betroffenen Personen bringe zu viel Gewicht auf die Waage. Jedes Kilo weniger reduziere den systolischen Wert um 2 mmHg und den diastolischen Wert um 1 mmHg. Eine Gewichtsreduktion um zehn Kilo könne den Bluthochdruck also schon um bis zu 20 mmHg senken, rechnet Hildebrandt vor.

Abgespeckt werde dabei am besten durch eine grundsätzliche Ernährungsumstellung: wenig tierische Fette, mehr Fisch statt Fleisch, pflanzliche Öle und Vollkornprodukte anstelle von Weißmehl. Dazu rät Martinez zu fünf Portionen mit frischem Obst und Gemüse pro Tag. Das steigere auch den Kaliumwert im Körper, ein natürlicher Blutdrucksenker.

Kochsalz gilt als weiterer kritischer Faktor. Delius weist darauf hin, dass wir heute alle viel mehr Salz essen, als unser Körper überhaupt braucht. Bei salzempfindlichen Menschen steigert Kochsalz den Blutdruck. Delius rät, möglichst oft auf Fertiglebensmittel zu verzichten und nicht nachzusalzen. Stattdessen soll besser frisch mit verschiedenen Gewürzen gekocht werden. Nach einiger Zeit gewöhne man sich auch an den salzarmen Geschmack. Wer es schafft dauerhaft den Salzkonsum auf etwa fünf bis sechs Gramm Kochsalz täglich zu reduzieren, könne auch den Blutdruck um bis zu 7 mmHg senken. Der Unterschied zeige sich nach drei bis vier Wochen.

Auch Sport kann sich positiv auswirken: Hildebrandt empfiehlt mäßigen Ausdauersport wie Walken, Radfahren oder Schwimmen. Drei- bis viermal wöchentlich jeweils 30 Minuten müssten Hypertoniker absolvieren, um langfristige Effekte zu erreichen. Dabei müsse das Programm nicht zwingend am Stück durchgehalten werden. Auch zweimal 15 Minuten pro Tag seien in Ordnung, erklärt Martinez. Um bis zu 10 mmHg kann der Blutdruck auf diese Weise reduziert werden.

Der Griff zur Zigarette ist bei Hpertonie ein absolutes Tabu.

Auch der Alkoholkonsum muss eingeschränkt werden. Nach Hildebrandt entstehen rund 15 Prozent aller Hypertonien aufgrund erhöhten Alkoholgenusses.

Vor allem Bluthochdruck-Patienten mit Stresspersönlichkeit wird empfohlen, für mehr Entspannung in ihrem Leben zu sorgen – beispielsweise mit Autogenem Training, Yoga oder Chi-Gong. «Machen Sie Dinge, die Ihnen gut tun und die Nerven stärken», rät Delius.

Hoher Blutdruck triti in bestimmten Familien gehäuft auf. Wenn der Vater oder die Mutter bereits unter Hypertonie leiden, gehöre das Kind zur Risikogruppe, erklärt Delius und rät zur Vorbeugung.
Bei genetischer Belastung sei frühzeitige Vorbeugung zu empfehlen – durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßigen Sport.

Nahrungsergänzungsmittel bringen nichts, Knoblauch aber schon

Nahrungsergänzungsmittel bringen den Fachleuten zufolge nichts. Sie können sogar riskant sein und den Bluthochdruck zusätzlich steigern. Anstelle von dubiosen Pillen sollten Hypertoniker besser zu frischem Knoblauch greifen: Eine amerikanische Studie habe gezeigt, dass 2,7 Gramm pro Tag den Blutdruck senken, erklärt Ursula Hildebrandt von der Deutschen Sporthochschule Köln. Auch dunkler Schokolade mit hohem Kakaogehalt wird ein blutdrucksenkender Effekt nachgesagt. Mehr als ein Riegel täglich sollte es jedoch nicht sein.

Quelle:

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1013_anders-leben-dann-sinkt-der-bluthochdruck-ohne-medikamente.html

Kommentar & Ergänzung:

Bluthochdruck ist kein einfaches Thema für die Phytotherapie bzw. Pflanzenheilkunde.

Sehr zu Recht legt die Meldung das Hauptgewicht auf die Beeinflussung des Lebensstils. Heilpflanzen können hier nur ergänzend zum Einsatz kommen. Immerhin wird Knoblauch positiv erwähnt.

Siehe dazu auch:

Phytotherapie: Knoblauch kann zur Blutdrucksenkung beitragen

Hinweise auf eine günstige Wirkung bei Bluthochdruck gibt es auch bei der Karkade.

Siehe dazu:

Karkade-Tee senkt systolischen Blutdruck

Karkadentee ist angenehm zu trinken und frei von den „sozialen Nebenwirkungen“, die mit der hochdosierten Einnahme von Knoblauch verbunden sein können.

Zur dunklen Schokolade: Es muss Schokolade mit wirklich hohem Kakaoanteil sein. Meines Wissens mindestens 70%. Die meisten dunklen Schokoladen liegen tiefer.

Zum Kochsalz: Offenbar spielt Kochsalz nicht bei allen Menschen mit Hypertonie eine gleich wichtige Rolle. Es lohnt sich aber, über mindestens vier Wochen zu testen, ob der Blutdruck durch eine Kochsalzreduktion sinkt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

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Studien bestätigen günstige Wirkungen von Knoblauch-Extrakt auf Herz und Gefässe

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die häufigste Todesursache. Wichtige Ursachen sind hoher Blutdruck und gestörter Fettstoffwechsel. Und genau diesen beiden Risiken gegenüber zeigt
sich Knoblauchpulver als wirksamer Schutzfaktor.

Den Blutdruck senkenden Effekt von Knoblauch zeigen zwei aktuelle, unabhängig voneinander durchgeführte Meta-Analysen. Eine australische Forschergruppe um Dr. Karin Ried analysierte die Resultate von elf placebokontrollierten Studien. Die Schlussfolgerung: Bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck bewirken die untersuchten Knoblauchpulver-Zubereitungen eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 8,4 mmHg gegenüber Placebo. Der diastolische Blutdruck sank um 7,3 mmHg . Je höher der Blutdruck zu Beginn der Studie war, umso stärker fiel der Effekt des Knoblauchpräparates aus (BMC Cardiovasc. Disord. 2008 Jun 16;8:13).

Die zweite Meta-Analyse von Dr. Kurt M. Reinhart et al. aus Hartford (Connecticut) zeigte bei Patienten mit systolischen Blutdruckwerten über 140 mmHg noch deutlichere Wirkungen: Hier lagen die Werte nach Behandlung mit Knoblauchpulver systolisch um 16,3 mmHg und diastolisch um 9,3 mmHg
tiefer als unter Placebo (Ann. Pharmacother. 2008 Dec;42(12):1766-71).

Den Einfluss eines Knoblauchpräparates auf die Blutfette erforschte in letzter Zeit auch die
Arbeitsgruppe von Dr. Igor Sobenin vom Nationalen Kardiologischen Forschungszentrum in Moskau. Sie stellte bei 42 Männern (Alter 35 bis 70 Jahre) nach 12-wöchiger Behandlung mit Knoblauchpulver eine Reduktion des Gesamtcholesterins um 7,6 Prozent und des schädlichen LDL- Cholesterins um 11,8 Prozent fest. Die Werte des “guten” HDL-Cholesterins erhöhten sich dagegen um 11,8 Prozent (Journal of Atherosclerosis and Thrombosis, 2008;15(6):334-338)).

Das Wissenschaftlerteam von Prof. Dr. Gustav G. Belz vom Zentrum für Kardiovaskuläre Pharmakologie in Mainz hat vor kurzem die Auswertung einer randomisierten, kontrollierten,
doppelblinden und prospektiven Langzeitstudie abgeschlossen. Zur Beurteilung der Elastizität von Arterien wurde bei 325 gesunden Frauen und Männern (Alter: 50 bis 70 Jahre), die drei Jahre lang jeden Tag 900 mg eines Knoblauchtrockenpulvers eingenommen haben, die so genannte Pulswellengeschwindigkeit erfasst. Das Resultat: Die Hauptschlagader von gesunden Erwachsenen ist nach drei Jahren Behandlung mit Knoblauchpulver deutlich elastischer als die von Vergleichspersonen.
Quelle: Komitee Forschende Naturmedizin, www.phytotherapie-komitee.de

Kommentar und Ergänzung:

Neben den Effekten auf den Blutdruck (leichte Blutdrucksenkung) und auf den Blutfettspiegel (leichte Cholesterinsenkung) bewirkt Knoblauch als Heilpflanze auch eine Verbesserung der Blutfliesseigenschaften (Hemmung der Thrombozytenaggregation).

Vor kurzem wurden zudem neue Erkenntnisse gewonnen über die Wirkstoffe im Knoblauch:

Nicht das Allicin sei für die Gesundheitswirkung des Knoblauchs verantwortlich, son-
dern sein Abbauprodukt.
Allicin – die Substanz, welcher der Knoblauch seinen typischen Geschmack und Geruch verdankt
– wurde bis vor kurzem für eines der effektivsten Antioxidantien gehalten. Bisher war es Wissenschaftlern jedoch noch nicht gelungen, die genaue Wirkungsart nachzuweisen. Antioxidantien
schützen vor freien Radikalen, indem sie ihre Bildung reduzieren, freie Radikale abfangen
oder ihren Abbau beschleunigen. Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudige, gefährliche
Stoffwechselprodukte, welche die Zellwände und Zellkerne von Körperzellen schädigen kön-
nen.
Derek Pratt und seine Kollegen der Queen‘s University in Kanada haben nun entdeckt, dass
nicht das Allicin selbst, sondern ein Abbauprodukt von Allicin, eine so genannte Sulfensäure,
die freien Radikale äusserst rasch abzufangen vermag.
Pflanzen wie Lauch oder Zwiebeln, welche wie Knoblauch der Familie der Alliaceae angehören,
enthalten zwar mit dem Allicin verwandte Inhaltsstoffe. Pratt und sein Team vermuten aber,
dass diese Stoffe weniger schnell abgebaut werden und darum nicht so wirksam sind wie die
Sulfensäure in Knoblauch.
(Quelle: Newslettre der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung (SGE) vom März 2009)

Knoblauch ist also nicht nur eine uralte Kulturpflanze – er wird aller Voraussicht nach auch in Zukunft seinen Platz in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie behaupten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Knoblauch-Studien bestätigen günstige Einflüsse auf Herz und Gefässe

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Heute sterben in Mitteleuropa weniger Menschen an einem Herzinfarkt als noch
vor zwanzig Jahren. Dennoch bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste
Todesursache. Die wichtigsten Gründe dafür sind Bluthochdruck und
gestörter Fettstoffwechsel. Und genau gegenüber diesen beiden Risiken zeigt
sich Knoblauchpulver als wirksamer Schutzfaktor.

Die Blutdruck senkende Wirkung von Knoblauch belegen zwei aktuelle, unabhängig
voneinander durchgeführte Übersichtsstudien (Meta-Analysen). Eine australische Wissenschaftlergruppe um
Dr. Karin Ried untersuchte die Resultate von elf placebokontrollierten Studien. Die
Schlussfolgerung: Bei Patienten mit Bluthochdruck bewirken die untersuchten
Knoblauchpulver-Zubereitungen eine Senkung des systolischen Blutdrucks um
8,4 mmHg verglichen mit Placebo. Der diastolische Blutdruck sank um 7,3 mmHg.
Je höher der Blutdruck zum Studienanfang lag, umso stärker fiel die
Wirkung des Knoblauchpräparates aus (BMC Cardiovasc. Disord. 2008 Jun
16;8:13).

Die zweite Übersichtsstudie von Dr. Kurt M. Reinhart et al. aus Hartford
(Connecticut) zeigte bei Patienten mit systolischen Blutdruckwerten über
140 mmHg noch deutlichere Effekte: Hier lagen die Werte nach der Therapie mit
Knoblauchpulver systolisch um 16,3 mmHg und diastolisch um 9,3 mmHg
niedriger als unter Placebo (Ann. Pharmacother. 2008 Dec;42(12):1766-71).

Die Wirkung eines Knoblauchpräparates auf die Blutfette nahm in letzter Zeit auch
die Arbeitsgruppe von Dr. Igor Sobenin vom Nationalen Kardiologischen
Forschungszentrum in Moskau unter die Lupe. Sie stellte bei 42 Männern
(Alter 35 bis 70 Jahre) nach 12-wöchiger Behandlung mit Knoblauchpulver eine
Senkung des Gesamtcholesterins um 7,6 Prozent und des schädlichen LDL-
Cholesterins um 11,8 Prozent fest. Die Werte des “guten” HDL-Cholesterins erhöhten sich
dagegen um 11,8 Prozent (Journal of Atherosclerosis and Thrombosis,
2008;15(6):334-338)).
Das Forschungsteam von Prof. Dr. Gustav G. Belz vom Zentrum für
Kardiovaskuläre Pharmakologie in Mainz hat vor kurzem die Auswertung einer
randomisierten, kontrollierten, doppelblinden und prospektiven Langzeituntersuchung
abgeschlossen. Zur Beurteilung der Elastizität von Arterien wurde bei 325
gesunden Frauen und Männern (Alter: 50 bis 70 Jahre), welche drei Jahre lang täglich
900 mg eines Knoblauchtrockenpulvers eingenommen haben, die so genannte
Pulswellengeschwindigkeit erfasst. Das Resultat: Die Hauptschlagader von
gesunden Erwachsenen ist nach drei Jahren Behandlung mit Knoblauchpulver deutlich
elastischer als die von Vergleichspersonen.

Quelle:
www.phytotherapie-komitee.de

Kommentar:

Knoblauch hält seinen Platz in der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie

Knoblauch ist eine uralte Kulturpflanze und eine Heilpflanzen mit langer Tradition. Knoblauch wurde früher vor allem gegen Infektionskrankheiten wie Pest und Cholera eingesetzt. Zwar hat man diese Geiseln der Menschheit auch mit Knoblauch nicht in den Griff bekommen, obwohl dieser unzweifelhaft zu den Heilpflanzen mit antimikrobieller Wirkung gehört.
Der Knoblauch hat aber auch quasi seinen “Job” gewechselt. Vom “Anti-Infektionsmittel” zum “Kreislaufschützer”.
Die Wirkungen von Knoblauch im Kreislaufbereich sind nicht sehr stark. Es gibt stärkere Blutdrucksenker und stärkere Cholesterinsenker. Aber Knoblauch bietet eine interessante Kombination: Es gibt sonst kein Mittel, das gleichzeitig auf den Blutdruck und auf den Cholesterinspiegel günstig wirkt. Zudem verbessert Knoblauch die Blutfliesseigenschaften.
Knoblauch ist kein Wundermittel, aber alles in allem durchaus eine interessante Heilpflanze zur Gesunderhaltung des Kreislaufs. Und darum hat er immer noch einen wichtigen Platz sowohl in der Phytotherapie als auch in der traditionellen Pflanzenheilkunde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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