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Giftig oder ungiftig? Beim Kräutersammeln kann man Entscheidendes falsch machen!

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Kräutersammeln ist im Trend. Wildkräuter und Heilpflanzen frisch aus der Natur gepflückt – das kommt gut an.

Grundsätzlich ist mir dieser Trend sympathisch. Wer Kräuter sammelt, achtet wieder mehr auf die Natur in der Umgebung und auf die Jahreszeiten.

Gesundheitsförderlich wäre allerdings der Grundsatz, die Pflanzen zuerst gut kennenzulernen…..und dann erst zu essen.

Diese „Lebensregel“ wird meinem Eindruck nach oft nicht beachtet.

Manchmal fehlt sogar ein klares Bewusstsein dafür, dass es auch Giftpflanzen gibt. Die Natur ist in manchen Köpfen einfach nur gut und sanft und heilsam zu uns.

Solche Idealisierungen finden sich leider oft auch in den Medien.

Ein Beispiel dafür liefert „Via“ (Nr. 5 / 2015), die Zeitschrift der SBB, in einem Text mit Aussagen der Heilkräuterfrau L. L. aus dem Maderanertal, die ein gerütteltes Mass an Fehlinformationen, Simplifizierungen und Übertreibungen enthalten.

Zitat:

„Falsch
machen könne man beim
 Kräutersammeln übrigens 
kaum etwas. Es gibt zwar einige giftige Pflanzen, wie beispielsweise die Wolfsmilch 
oder der Fingerhut, doch die 
erkenne man an einer ganz einfachen Regel: Blumen mit gleichständigen Blättern sind meistens ungiftig, die mit versetzten Blättern am Stängel sind giftig.“

Diese Aussage tönt simpel und klar und kommt damit zweifellos gut an bei einem Publikum ohne Fachkenntnisse. Einfache Regeln sind attraktiv, weil sie von der Anstrengung entbinden, sich wirklich kundig zu machen.

Die Aussage im Zitat ist falsch und fahrlässig:

– „Blumen mit gleichständigen Blättern sind meistens ungiftig,…“

Zwar ist es richtig, dass die meisten Blumen mit gegenständigen Blättern ungiftig sind. Aber „meistens“ ist im Zusammenhang mit Giftpflanzen ein ziemlich problematischer Begriff. Auf „meistens“ würde ich mich bezüglich Giftpflanzen nicht verlassen. Beispiele für Giftpflanzen mit gegenständigen Blättern sind Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Gnadenkraut (Gratiola officinalis), Poleiminze (Mentha pulegium).

Die Heilkräuterfrau L. L. verwendet zudem nicht den botanisch eindeutigen Begriff „gegenständig“, sondern den vageren, unüblichen Begriff „gleichständig“. Als „gleichständig“ könnten botanische Laien auch die Giftpflanze Tollkirsche (Atropa belladonna) interpretieren, weil dort jeweils ein grosses und ein kleines Blatt beieinander stehen. Auch die Giftpflanzen Einbeere (Paris quadrifolia), Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) könnten Laien durchaus als „gleichständig“ auffassen.

– „….die mit versetzten Blättern am Stängel sind giftig.“

Diese Aussage ist vollkommen unsinnig. Ja, es gibt Pflanzen mit wechselständigen Blättern (so der botanisch korrekte Begriff), die giftig sind. Aber die meisten Pflanzen mit wechselständigen Plättern sind ungiftig – auch viele wechselständige Heilpflanzen wie zum Beispiel Schafgarbe, Kümmel und Bibernell.

Diese Aussagen im Magazin „Via“ sind ein Beispiel dafür, wie man nicht vereinfachen sollte.

Der Text enthält aber auch sonst eine Reihe fragwürdiger Aussagen.

Beispielsweise:

– „Der Rote Enzian hilft dank seines Bitterstoffs gegen Bauchschmerzen und Krämpfe,…“

Das ist viel zu pauschal. Eine rein symptomorientierte Empfehlung ist hier nicht sinnvoll. Es kommt auf die Ursachen der Bauchschmerzen und Krämpfe an, ob Bitterstoffe wirksam sind – in den meisten Fällen dürfte das nicht der Fall sein.

Bitterstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften an und können auch die Darmperistaltik beschleunigen. Sie wirken damit günstig bei Völlegefühl und Verdauungsschwäche, gegen Krämpfe wirken sie normalerweise nicht.

Im übrigen steht der „Rote Enzian“, präziser der Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) in vielen Kantonen unter Naturschutz.

Und bei den Enzianen wird die Wurzel verwendet – damit zerstört man die Pflanze. Wenn schon selber gesammelt werden soll: Warum nicht eine Bitterstoffpflanze verwenden, die verbreitet vorkommt und gut nachwächst? Zum Beispiel Schafgarbe?

– „Augentrost….ist einfach ein wunderbares Heilmittel für allerlei Augenleiden,…“

Allerlei Augenleiden – das ist viel zu grenzenlos. Es verleitet dazu, dem Augentrost auch Wirksamkeit zuzutrauen bei Kurzsichtigkeit, Grauen Star, Grünem Star, Makuladegeneration usw.

Es ist aber schwer vorstellbar, dass Augentrost einfach immer gut fürs Auge ist – egal welche Ursache der Augenerkrankung zugrunde liegt.

Traditionell wendet man Augentrost bei leichten Bindehautentzündungen an. Gerbstoffe könnten dabei eine günstige Wirkung gegen Entzündungen erklären. Genauer untersucht worden ist das aber bisher nicht. Ich selber bevorzuge bei Bindehautentzündung Umschläge mit Schwarztee.

Empfehlung:

In den Bereichen Komplementärmedizin / Naturheilkunde / Alternativmedizin begegnet man nicht selten derart vagen Gummiaussagen wie „gegen allerlei Augenleiden“. Das sollte man immer als Warnzeichen nehmen und nachfragen, was damit genau gemeint ist.

Fazit:

Jede und jeder soll seine Meinung äussern und im Internet publizieren dürfen. Soweit klar. Aber es gibt auch eine Verantwortung von Autorinnen und Autoren für ihre Aussagen, insbesondere wenn es um die Behandlung und Heilung von Krankheiten geht. Und diese Verantwortung wird meiner Ansicht nach im Internet, aber auch in Büchern und im Unterricht, allzu oft nicht genügend wahrgenommen.

Wer sich im Internet informieren will, muss daher in der Lage sein, alle Aussagen sehr kritisch zu prüfen.

Siehe auch:

Naturheilkunde – sorgfältig prüfen lernen!

Komplementärmedizin – Qualität und Quacksalberei 

Komplementärmedizin – woran erkennen Sie fragwürdige Aussagen?

Heilpflanzenkurse: Die Checkliste – so prüfen Sie die Qualität 

Quelle:

Die Ausgabe 5 / 2015 von „Via“ findet man als PDF auf der SBB-Website:

http://www.sbb.ch/sbb-konzern/medien/publikationen/via/archiv.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

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Kräuterwanderungen – Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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Hier finden Sie Antworten auf Fragen, die zu meinen Kräuterwanderungen oft gestellt werden. also die sogenannten „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

Werden die Kräuterwanderungen bei jedem Wetter durchgeführt?

Ja. Ich behalte mir aber vor, die Route der Witterung anzupassen, insbesondere wenn die Sicherheit es erfordert. Nehmen Sie daher wetterfeste Kleidung mit.

Es wäre organisatorisch kaum möglich, kurzfristig eine solche Veranstaltung abzusagen und längerfristig sind die Prognosen zu ungenau.

Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass das Wetter zur Natur gehört. Uns heutigen Menschen ist die Auseinandersetzung mit dem Wetter grossenteils abhanden gekommen. Ich selber bin natürlich gerne bei schönem Wetter unterwegs. Die Stimmungen in der Natur sind bei wechselhaftem Wetter aber oft eindrücklicher. Zudem kommt es nur selten vor, dass ein Tag durchgängig nass ist und oft ist das Wetter vor Ort besser, als es vom Wetterbericht her zu erwarten war. Nur weil die Wetterprognose ein Wölkchen zeigt, muss der Tag noch nicht schlecht werden – so ist jedenfalls meine Erfahrung.

Wie fit muss ich körperlich sein?

Das ist unterschiedlich bei den verschiedenen Touren. Klar ist, das wir in der Regel den ganzen Tag wandernd unterwegs sind, allerdings mit Unterbrüchen, weil wir ja immer wieder Pflanzen anschauen.

Es gibt flachere Touren und solche mit Auf- und/oder Abstiegen. Wenn Ihnen das aus der Kursbeschreibung zu wenig klar wird und sie unsicher sind, ob Sie der Tour körperlich gewachsen sind, dann rufen Sie mich am besten vor der Anmeldung an. Am Telefon lassen sich diese Fragen am besten klären (052 202 20 29).

Als grobe Richtlinie könnte man noch sagen: Wenn in der Kursausschreibung „Wanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in derjenigen Zeit zu wandern, die auf den gelben Wanderwegweisern angegeben ist. Wenn in der Kursausschreibung „Bergwanderfähigkeit“ vorausgesetzt wird, sollten Sie in der Lage sein, eine Strecke etwa in der Zeit zu wandern, die auf den weiss-rot-weiss markierten Wanderwegweisern angegeben ist. Bergwanderfähigkeit setzt zudem eine normale Trittsicherheit voraus,

Braucht es botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse?

Nein, botanische oder phytotherapeutische Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Sammeln wir auch Pflanzen auf den Kräuterwanderungen?

Nein, wir sammeln keine Pflanzen. Ich halte es für unsinnig, mit einer ganzen Gruppe Heilkräuter zu sammeln. Dadurch wird an einem Ort oft viel zu viel gepflückt, was den Beständen schaden könnte. Sie können auf meinen Kräuterwanderungen Erkennungsmerkmale und Verwechslungsmöglichkeiten kennenlernen – und danach selber mit dem nötigen Respekt sammeln, was Sie brauchen können.

Was kann ich genau lernen auf den Kräuterwanderungen?

Im Zentrum der Kräuterwanderungen stehen natürlich die Heilpflanzen und da geht es in erster Linie um das genaue Wahrnehmen. Wir laufen ja oft ziemlich blind durch die Welt, auch wenn unsere Augen vollkommen intakt sind. Nicht selten sagen mir Teilnehmende nach dem Kurs, dass sie nun viel mehr Blumen sehen. Dann ist ein Ziel erreicht, denn die (wahrgenommene) Welt wird so bunter, lebendiger und reichhaltiger. Ich erzähle auf den Kräuterwanderungen aber auch gerne Geschichten zu den Heilpflanzen, über ihre Wirkungen, Erkennungsmerkmale, Lebensweisen und über ihre frühere Bedeutung im Volks- und Aberglauben.

Ich finde es allerdings nicht sehr sinnvoll, auf einer Kräuterwanderung nur Pflanzen zu beachten, die uns unmittelbaren Nutzen bringen, also als Heilpflanzen oder als Wildgemüse gebraucht werden können. Wir werden darum auch Pflanzen anschauen und kennenlernen, die „nur“ das Auge oder das Herz erfreuen. Und ich werde gerne vielleicht auch einmal etwas sagen, wenn ein interessanter Vogel zu hören ist oder ein schöner Schmetterling vorbeigaukelt. Wir versuchen also, neben den Heilkräutern auch die Natur als Ganzes wahrzunehmen und ich habe mir seit den ersten geleiteten Exkursionen im Jahr 1986 ein vielfältiges Wissen erwerben können.

Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Nein, ich habe entschieden, keine Hunde mitlaufen zu lassen. Wir machen nicht einfach eine Wanderung. Es gibt dazwischen immer wieder Unterrichtssequenzen. Und im Unterricht – so meine Erfahrung – hat auch ein ganz netter Hund durchaus Störungspotential. Das ist nicht hundefeindlich gemeint.

Ab welchem Alter können Kinder mitkommen?

Meine Kurse richten sich von Stil und Inhalt her an Erwachsene. Kindern müsste man didaktisch etwas ganz anderes anbieten. Für Kinder sind meine Kräuterwanderungen daher ungeeignet. Gute Erfahrungen habe ich aber schon mit Jugendlichen gemacht, falls sie speziell an Biologie und Botanik interessiert sind. Fragen Sie mich im Zweifelsfall.

Gibt es Geschenkgutscheine?

Wir haben keine vorgedruckten Geschenkgutscheine, finden es aber eine gute Idee, Kräuterwanderungen zu verschenken an Leute, die an Pflanzen interessiert sind und sich gerne in der Natur bewegen. Ich würde allerdings empfehlen, ein solches Geschenk nicht „blind“ zu machen, sondern mit der beschenkten Person zusammen entscheiden, für welche Tour und welches Datum sie sich am meisten interessiert.

Es ist auch unumgänglich, dass die beschenkte Person vor der Anmeldung die Kursausschreibung gelesen, hat, damit sie die körperlichen Voraussetzungen kennt und einschätzen kann, ob die Tour für sie geeignet ist.

Bei der Anmeldung können Sie meiner Mitarbeiterin mitteilen, wem die Rechnung und wem die Kursinformationen zu schicken sind.

Habe ich Zeit zum Fotografieren auf den Kräuterwanderungen?

Grundsätzlich schon. Ich habe immer wieder Teilnehmende auf Kräuterwanderungen, die tolle Fotos machen (und sie mir manchmal für die Flickr-Fotoplattform zur Verfügung stellen). Sie müssen sich beim Fotografieren allerdings dem Tempo der Gruppe anpassen. Die Wanderungen sind in der Regel zeitlich so berechnet, dass wir zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel an einer Busstation sein müssen. Wir können also nur sehr ausnahmsweise warten, bis die Sonne optimal steht……

Was heisst „hohe Wanderschuhe“?

Bei manchen Kräuterwanderungen steht unter „Mitnehmen“: Hohe Wanderschuhe.

Das bedeutet: Über den Knöchel reichend und mit Profilgummisohle.

Wenn ich schreibe „Mitnehmen: Hohe Wanderschuhe“, dann ist das nicht nur eine Empfehlung – dann meine ich das auch so – und behalte mir vor, Leute mit ungenügendem Schuhwerk nicht mitzunehmen. Das ist eine Sicherheits- und Haftungsfrage, die nicht verhandelbar ist. Steht nur „Wanderschuhe“, dann empfehle ich zwar ebenfalls hohe Wanderschuhe, doch können sie auch mit anderen wandertauglichen Schuhen teilnehmen.

Trifft man auf den verschiedenen Kräuterwanderungen unterschiedliche Pflanzen oder dieselben?

Es gibt Pflanzen, die kommen sehr weit verbreitet vor, und die trifft man daher fast auf jeder Kräuterwanderung. Dann gibt es aber immer auch Unterschiede zwischen den einzelnen Kräuterwanderungen. Das hängt vom Boden ab (trocken oder feucht, sauer oder basisch), von der Lage (schattig oder sonnig), von der Höhe über Meer (Flachland oder Alpenregion) und von der Jahreszeit (Frühling oder Sommer).

Wenn Sie möglichst verschiedene Pflanzen kennenlernen möchten, empfehle ich die Exkursionen zu variieren bezüglich Jahreszeit, Region und Höhenlage. Manchmal lassen sich auch aus der Ausschreibung Unterschiede herauslesen. Eine Exkursion im Auenwald im Flachland (zum Beispiel „Petite Camargue“) bietet andere Pflanzen als eine Exkursion an einem trockenen Südhang in höheren Lagen (z, B. Rigi).

Unterstreichen möchte ich aber, dass es beim Kennenlernen von Pflanzen auch wichtig ist, dieselbe Pflanze mehrfach anzuschauen. Wiederholung macht auch hier den Meister oder die Meisterin. Sie können mit mir also quasi Lehr-Gänge machen, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum immer wieder einmal eine Kräuterwanderung mitmachen – und dabei Schritt für Schritt vertrauter werden mit der Pflanzenwelt und mit der Natur überhaupt.

Sind die Kräuterwanderungen EMR-anerkannt?

Keine Ausbildungsinstitution hat vom EMR eine schriftliche Anerkennung. Schon seit vielen Jahren reichen aber Naturheilpraktikerinnen und Naturheilpraktiker Teilnahmebescheinigungen meiner Weiterbildungskurse und Lehrgänge beim EMR ein. Dass dabei Schwierigkeiten aufgetreten wären, ist mir nicht bekannt. So gehe ich davon aus, dass das auch in Zukunft klappen sollte. Für einen Tag Kräuterwanderung können Sie mit der Bescheinigung von 6 mal 60 Minuten rechnen.

(Erklärung für „Uneingeweihte“: Das EMR = Erfahrungsmedizinische Register ist einer Firma, die Entscheidet, wer als Naturheilpraktiker / Naturheilpraktikerin über Zusatzversicherungen abrechnen darf. Dazu zählt das EMR eingerechte Ausbildungsstunden und Weiterbildungsstunden zusammen).

Gibt es eine maximale Zahl an Teilnehmenden?

Ja, pro Kräuterwanderung hat es maximal 16 Plätze.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

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Schlaue Hummeln lernen von Artgenossen

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Hummeln können von ihren Artgenossen lernen, wo es ergiebige Blüten hat.
Diese Fähigkeit ist nützlich beim Nektar suchen. Biologen der Universität London haben ein Experiment mit Hummeln in einer Flugarena veranstaltet. Sie versahen künstliche Blüten mit einer Zuckerlösung und platzierten daneben Hummel-Attrappen. So sollten die Hummeln lernen, die Anwesenheit von Artgenossen mit Futter zu assoziieren.

Danach vertauschten die Biologen die Anordnung der Blumen und ließen die Hummeln erneut durch die Arena fliegen. Das Resultat: Die Tiere steuerten genau die Blüten an, auf denen vorher andere Hummeln – bzw. Hummel-Attrappen – saßen – egal, ob sich dort Zucker befand oder nicht.

Die Wissenschaftler berichten über ihre Resultate im Magazin Current Biology.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=208281

http://www.cell.com/current-biology/retrieve/pii/S0960982213003370

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind in vielerlei Hinsicht faszinierende Insekten.

Hummeln spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung von mehreren hundert Pflanzenarten in Mitteleuropa (z. B. Rotklee, Taubnesseln, Salbei-, Eisenhut-, Storchschnabel- und Enzianarten, Akelei und zahlreiche mehr. Bedingt durch ihre Kältetoleranz sind hauptsächlich in Gebirgen viele Hummelarten zu finden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bisher 48 Hummelarten nachgewiesen, 44 kommen aktuell vor. Da gibt es zum Beispiel Erdhummeln, Steinhummeln, Alpenhummeln, Wiesenhummeln, Baumhummeln, Waldhummeln, Ackerhummeln….

Siehe auch:

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Hummeln sind Transportkünstlerinnen

Pestizide schaden Hummeln

Nicht nur in einer „Hummel-Flugarena“, auch direkt in der Natur gibt es unzählige spannende Geschichten und kleine Wunder zu entdecken.

Schauen Sie sich im Kurskalender mal die Daten und Orte meiner Exkursionen an, wenn Sie Pflanzen und Tiere besser kennenlernen möchten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

www.info-phytotherapie.ch/index.php/phytotherapie-infothek/was-ist-phytotherapie

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Blumen „reden“ elektrisch – Insekten verstehen die Botschaft

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Um ihre Bestäubung sicherzustellen, haben Petunien einen speziellen Trick entwickelt. Sie teilen Hummeln mit Hilfe elektrischer Signale mit, wie viel Nektar es zu holen gibt. Eine Studie zeigt nun: Die Insekten verstehen die Meldung.

.Der Tauschhandel, den Samenpflanzen und Insekten seit mehr als 100 Millionen Jahren betreiben, geht nach dem Grundsatz:

Nahrung gegen Bestäubung.

Damit die Bestäuber zu „ihren“, also den passenden Blüten finden, entwickelten die Pflanzen im Lauf der Zeit eine ganze Reihe von Orientierungshilfen.

Manche davon nehmen wir als Blütenfarben wahr, andere sind für unser Auge unsichtbar (UV-Zeichnungen), und manche belegen auch recht deutlich, dass die Signale nicht für uns entwickelt wurden: Der faulige Duft von Aasblumen hat die gleiche Funktion wie der Duft des Veilchens – er soll Bestäuber anlocken – zum Beispiel Fliegen – nicht Menschen.

Der Wissenschaftler Daniel Robert konnte nun mit Hilfe von Experimenten zeigen, dass Pflanzen sogar mit Hilfe elektrischer Signale kommunizieren.

Bekannt war bereits, dass Insekten während des Fluges positive Ladungen akkumulieren und dabei eine Spannung von bis zu 200 Volt aufbauen. Bei Pflanzen verhält es sich umgekehrt, sie sind (schwach) negativ geladen.

Robert hat dieses Phänomen nun erstmals systematisch überprüft. Der Biologe von der University of Bristol befestigte an Petunien kleine Elektroden und konnte feststellen, dass der Blütenbesuch einer Hummel eine kleine, jedoch immerhin mehrere Minuten anhaltende Veränderung der Ladung bewirkt.

Robert geht davon aus, dass diese Veränderung der Ladung ein Signal an das Insekt ist. Die Hummeln sind nämlich fähig, zwischen den elektrischen Felder von bereits besuchten und jungfräulichen Blüten zu unterscheiden. Sie optimieren dadurch sowohl ihren eigenen Profit (Nektarausbeute) als auch die Bestäubung bei den besuchten Petunien.

Auf welche Art die Hummeln die elektrischen Felder der Blüten wahrnehmen, ist bisher unbekannt.

Möglicherweise bewegen sich unter dem Einfluss elektrostatischer Kräfte die Haare auf dem Insektenpanzer – das wäre der selbe Effekt, welcher auch menschliche Haare in der Nähe eines TV-Bildschirms vom Kopf abstehen lässt.

Petunien (und vermutlich auch andere Pflanzenarten) informieren jedenfalls offenbar ihre Bestäuber über das vorhandene Nahrungsangebot.

„Blumen wollen vermeiden, dass ihre Bestäuber auf Blüten ohne Nektar treffen“, erklärt Robert. Denn Bienen und Hummeln seien lernfähig und würden andernfalls schnell das Interesse verlieren. Das elektrische Signal sei also so etwas ähnliches wie eine Werbebotschaft mit Zertifikat. Im Sinne von: Wo Nektar draufsteht, ist auch Nektar drin.

Quelle:

http://science.orf.at/stories/1713195/

Die Studie:

„Detection and learning of floral electric fields by bumblebees“, Science online (21.2.2013; doi: 10.1126/science.1230883).

http://www.sciencemag.org/content/early/2013/02/20/science.1230883

Kommentar & Ergänzung:

Sehr interessante Untersuchung. Hummeln sind sehr faszinierende Lebewesen, aber Blumen aller Art natürlich auch.

Mit der Formulierung: „Blumen wollen vermeiden, dass ihre Bestäuber auf Blüten ohne Nektar treffen“, wäre ich aber vorsichtig. Sie unterstellt den Blumen Willen und Absicht, was wohl nicht korrekt ist. Beim Reden über die Natur passiert es uns sehr leicht, dass wir ihr menschliche Verhaltensmuster zuschreiben, wohl einfach, weil uns das so vertraut ist von unserer eigenen Welt. Blumen und Bestäuber haben eine lange gemeinsame Entwicklung mit wechselseitigen Anpassungen hinter sich. Aus dieser Co-Evolution sind solche „Kommunikationssysteme“ entstanden, ohne das sie ein angestrebtes Ziel gewesen wären. Dass sich etwas so Komplexes und Faszinierendes ohne Plan und Absicht entwickeln kann, ist einfach bewundernswert.

Wenn Sie noch viele weitere Wunder an Wegrand kennenlernen wollen, dann kommen Sie einmal mit auf eine Heilkräuterexkursion.

Daten und Orte finden Sie via Kurskalender.

Dass die Blüten mit ihren Farben und Formen ganz und gar auf ihre Bestäuber ausgerichtet sind – und nicht auf uns – das ist im übrigen ein wichtiges Argument gegen die Signaturenlehre, die aus Farben und Formen der Blüten Botschaften über die Heilwirkungen der Pflanzen für uns herauslesen will.

Historisch gesehen ist die Signaturenlehre sehr interessant, aber wer heute noch unreflektiert an solche Aussagen glaube, bezieht die Formen und Farben der Blüten viel zu stark auf sich selber und stellt sich damit meines Erachtens zu stark in den Mittelpunkt der „Veranstaltung“.

Siehe auch:

Pflanzenheilkunde: John Ray zur Signaturenlehre

Wilde Möhre, Leberblümchen und die Signaturen der Heilpflanzen

Von Schopenhauers Feldblume zu den Signaturen der Pflanzen

Naturheilkunde: Hoch fragwürdige Theorie von der Signatur der Pflanzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Unkritisches Porträt des Homöopathie-Gründers Samuel Hahnemann

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RadioWissen auf Bayern 2 bringt oft informative Sendungen. Das kürzlich ausgestrahlte Porträt Samuel Hahnemanns strotzt aber vor unkritischer Naivität und Einseitigkeit.

Samuel Hahnemann kommt das Verdienst zu, dass er die grösstenteils unwirksamen und zugleich belastenden Behandlungsmethoden der Medizin seiner Zeit (z. B. Aderlass, Quecksilberbehandlungen) weggelassen und durch ebenfalls unwirksame, aber unschädliche Interventionen ersetzt hat. Davon haben seine Patientinnen und Patienten profitiert. Er hat aber auch mit ausgesprochen missionarischem Gestus ein hoch dogmatisches System aufgebaut, das viele seiner Anhängerinnen und Anhänger bis heute unkritisch nachbeten.

Dass RadioWissen die doch ziemlich weit hergeholten Überzeugungen Hahnemanns ohne jedes Fragezeichen und ohne jede Distanz als Fakt wiedergibt, ist schon sehr bemerkenswert.

Auch im Bereich Komplementärmedizin / Alternativmedizin zeigt sich eine Tendenz im Journalismus, dem Publikum einfach zu liefern, was es zu hören, zu sehen oder zu lesen wünscht. Das mag gut sein für Quoten und Verkaufszahlen, nicht aber für die notwendige sorgfältig-kritische Auseinandersetzung mit solchen Themen.

Hier finden Sie die Radiosendung zum Nachhören.

Und hier ein Aufzählung Samuel Hahnemanns mit all den Faktoren und Einflüssen,  die eine homöopathische Behandlung unwirksam machen (aus dem Organon der Heilkunst):

„Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll.“

Da fragt es sich doch, wie Homöopathie überhaupt möglich ist, wenn man die Aussagen Samuel Hahnemanns ernst nimmt. Aber RadioWissen blendet aus, was nicht ins harmonische Hahnemann-Bild passt. Eine derart schlagseitige, geglättete Darstellung trägt zur Verdummung bei und passt nicht so recht in ein Sendegefäss mit dem Namen RadioWissen. Meine Erwartung an ein solches Porträt wäre, dass ein Menschen auch in seinen Widersprüchen fassbar gemacht wird. Bei Politikern, Kaisern, Philosophen, Schriftstellern etc. gelingt das der Redaktion von RadioWissen doch auch – warum nicht bei Hahnemann?

Quellenangabe siehe:

Menthol & Kampfer – warum nicht zusammen mit Homöopathie?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Nachtkerzen-Studie zeigt Nutzen von Pflanzenschädlingen

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Pflanzen sind sehr geprägt durch die Auseinandersetzung mit ihren Schädlingen.

Wissenschaftler schreiben nun im Fachblatt „Science“, dass ohne Insekten zahlreiche Pflanzen vom Menschen gewünschte Eigenschaften rasch verlieren würden.

Wie schnell, haben sie an einem Feld blühender Nachtkerzen erforscht. Die Nachtkerzen wurden von Schädlingen abgeschirmt, so dass sie ihre Verteidigungsstrategien nicht mehr benötigten. Dazu zählen abschreckende chemische Substanzen und eine spätere Blüte im Jahr, wenn gewisse Larven weniger aktiv sind.

Die Forscher behandelten die Umgebung der Nachtkerzen mit Insektiziden, um die Blumen vor Übergriffen zu schützen. Sobald die Nachtkerzen ihre Abwehrmechanismen nicht mehr benötigten, bauten sie diese ab. Sie verloren so ihre Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen, und zwar innerhalb von nur drei bis vier Generationen. Die Nachtkerzen der nächsten Generationen blühten wieder früher im Jahr und produzierten weniger chemische Abwehrstoffe.

Anurag Agrawal, Leiter der Studie und Professor für evolutionäre Biologie an der Cornell University, zeigte sich „sehr überrascht“ darüber, wie schnell dieser Vorgang ablief.

Einer der Wissenschaftler warnt: Viele Eigenschaften an Pflanzen, die wir schätzen, – zum Beispiel Geschmack oder Aussehen – hätten sich nur zur Verteidigung gegen Insekten entwickelt. Niemand könne gegenwärtig vorhersagen, was genau geschehe, wenn die Schädlinge verschwänden.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=143844

http://www.sciencemag.org/content/338/6103/113.abstract

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/durch-evolution-verlieren-nachtkerzen-ihr-schutzschild-gegen-insekten-a-859626.html

Kommentar & Ergänzung:

Auch die meisten Wirkstoffe der Heilpflanzen dienen als Abwehrmechanismen gegen Frassfeinde, Bakterien, Pilze etc. – zum Beispiel Gerbstoffe, Alkaloide, Glykoside, Bitterstoffe, ätherische Öle.

Falls sich diese Ergebnisse verallgemeinern lassen, könnte man daraus schliessen, dass allzu intensiver Einsatz von Insektiziden über mehrere Generationen hinweg den Wirkstoffgehalt der Heilpflanzen senkt. Das ist so allgemein mit dieser Studie natürlich nicht belegt, doch werfen diese Resultate in dieser Hinsicht Fragen auf, die zu klären nötig wäre.

Nachtkerzenöl aus den Samen der Pflanzen wird in der Phytotherapie bei Atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und bei rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Siehe dazu:

Nachtkerzenöl- und Borretschsamenöl lindern Beschwerden bei rheumatoider Arthritis

Neurodermitis: Nachtkerzenöl lindert Juckreiz

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Radarüberwachung von Hummeln erforscht Lösungsstrategien für Transportprobleme

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Hummeln sind Hochleistungsflieger: Weil sie verhältnismässig temperaturunempfindlich sind, können sie viel länger auf Nahrungssuche gehen als etwa Honigbienen: Sie fliegen täglich bis zu 18 Stunden lang rund 1000 Blüten an. Dabei erbringen sie erstaunliche Orientierungs- und Gedächtnisleistungen. Und anders als Honigbienen informieren Hummeln ihre Kolleginnen nicht durch komplizierte Tänze, wohin sie fliegen sollen. Sie finden allein durch ihr eigenes Navigationssystem überraschend rasch die beste Route.

Vielleicht können wir von Hummeln einiges lernen zur Lösung von Transportproblemen.

In einer kürzlich publizierten Hummel-Studie stand das sogenannte Problem des Handlungsreisenden im Focus. Bei dieser Fragestellung aus Informatik und Mathematik geht es darum, die Wegstrecke beim Reisen zwischen mehreren Zielen so kurz wie möglich zu halten.

Wissenschaftler haben in einer Studie mittels Radarüberwachung erforscht, wie Hummeln dieses Problem lösen

Normalerweise wird Radar genutzt, um Flugzeuge zu kontrollieren. Britische Wissenschaftler haben die Technik nun bei der Dunklen Erdhummel eingesetzt. Sie klebten den Hummeln kleine Transponder mit Antennen auf den Rücken. Zusätzlich überwachten sie die Flugbahnen der Insekten mit Videoaufnahmen. Die Forscher versuchten dadurch herauszufinden, wie es den Erdhummeln gelingt, beim Sammeln des Blütenstaubs die kürzesten Wege zu nehmen. Denn dafür sind Hummeln bekannt.

Das Resultat wurde nun publiziert im Fachjournal „PLOS Biology“: Demnach nutzen die Hummeln eine Mischung aus try-and-error und stetigem Hinzulernen. Das, erklären die Wissenschaftler, sei zwar nicht ganz so effizient wie komplizierte Computerprogramme zur Berechnung von Wegstrecken, gehe jedoch deutlich schneller.

Im Experiment waren die Flugrouten der Insekten zunächst ziemlich verworren und aufwändig. Die Hummeln flogen immer wieder auch Blumen an, die kein Futter für sie bereithielten. Zunächst wählten die Testpilotinnen ganz verschiedene An- und Abflugrouten. Doch nach und nach zeigte sich, wie gut das Navigationssystem der kleinen Hummelhirne funktioniert: Je häufiger die Insekten auf Suche gingen, desto effizienter wurde ihre Routenwahl. Und nach durchschnittlich nur 26 Flügen fanden die Hummeln durch Versuch und Irrtum die kürzeste der 120 möglichen Routen vom Nest zum Futter und retour.

Erstaunt waren die Forscher aber auch über die Gedächtnisleistungen der Hummeln: Entfernten sie eine der Nahrungsquellen aus dem Fluggebiet, so schauten die Hummeln an der Stelle noch ziemlich lange immer wieder nach, ob sich dort nicht doch etwas Verwertbares fände.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=138926

http://derstandard.at/1347492896562/Das-raffinierte-Navi-der-Hummeln

http://www.plosbiology.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pbio.1001392

Kommentar & Ergänzung:

In der Schweiz leben 31 Hummelarten. Wie Wildpflanzen und Wildtiere generell, bieten Hummeln reiche Möglichkeiten der Naturbeobachtung und Naturerfahrung.

Wenn Sie Pflanzen und Tiere in der Natur kennen lernen möchten, finden Sie hier für das Sommerhalbjahr die Daten und Orte meiner Alpenblumenkurse, Heilkräuterexkursionen und Naturseminare.

Weitere Beträge über Hummeln finden Sie hier:

Hungersnot bei Hummeln im Sommer

Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

Augen auf – Hummelköniginnen unterwegs

Je mehr man über Hummeln weiss, desto faszinierender werden die Tiere.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Was sind Heublumen?

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Heublumen sind abgesiebte, kleine Grasbestandteile, vor allem Grasblüten.

Bunte Blumen sollte man in den Heublumen also eher nicht erwarten.

Breit in die Volksmedizin eingeführt wurden Heublumen durch Sebastian Kneipp.

Es handelte sich dabei vor allem um den Bröckelverlust, der auf dem Heuboden liegen bleibt, wenn alles Heu verfüttert wurde.

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie publizierte Reinhard Länger letztes Jahr einen Beitrag zu den Heublumen und ging dabei auch auf die Inhaltsstoffe ein:

“In der Literatur werden als wesentliche Inhaltsstoffe (Wirkstoffe?) Cumarine und ätherische Öle genannt. Cumarine, die für den typischen „Heugeruch“ verantwortlich sind, entstehen während des Welkevorgangs beim Trocknen aus geruchlosen Vorstufen (Cumaringlykosiden) durch enzymatische Spaltung. Sie kommen sowohl in manchen Grasarten (z.B. Ruchgras, Anthoxanthum odoratum) als auch in bestimmten zweikeimblättrigen Pflanzen, wie etwa dem Steinklee (Gattung Melilotus), vor.“

Und zur Wirksamkeit schreibt Länger:

„Aus heutiger Sicht stellen Heublumen einen sehr guten Wärmespeicher dar. Ein essentieller Beitrag von Pflanzeninhaltsstoffen zur Wirksamkeit konnte wissenschaftlich bislang nicht belegt werden. Die Erfahrung in der Praxis zeigt aber, dass sich mit Heublumen (unabhängig von der Zusammensetzung) bessere Effekte erzielen lassen als mit anderen üblichen Wärmeanwendungen (z.B. Moorpackungen).“

Quelle:

http://www.phytotherapie.co.at/PHYTO_2-11_1-20_web.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Der Heublumensack wird eingesetzt als lokale Wärmetherapie vor allem bei Muskelverspannungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Menstruationskrämpfen. Nicht anwenden bei akut entzündlichen Prozessen, nicht bei Personen mit Pollenallergie (Heuschnupfen).

Es ist wohl tatsächlich so, dass Heublumenwickel vor allem eine intensive Form der Wärmetherapie sind. Feuchte Wärme wirkt jedenfalls viel intensiver als trockene Wärme. Der typische Heuduft, für den das Cumarin verantwortlich ist, dürfte zudem eine leicht beruhigende und entspannende Wirkung haben.

Siehe auch:

Heublumenwickel: Was sind Heublumen?

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Frühlingsexkursion: Heilpflanzen & Wildblumen in der Rheinschlucht / Surselva (Flims / Trin), 4. – 6. Mai 2012

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Die Rheinschlucht zwischen Versam und Castrisch (Graubünden) gehört zu den eindrücklichsten Landschaften der Schweiz. Wir werden von Trin über blumenreiche Wiesen in die Rheinschlucht wandern. Die Rheinschlucht besteht nicht nur aus faszinierenden Felsformationen. Wir finden hier auch pflanzenreichen Auenwald, ausgedehnte Nadelwälder, Orchideen und eine grosse Vielfalt an anderen Wildblumen und Heilkräutern. Am Sonntag erkunden wir die Südhänge oberhalb von Trin und den wertvollen, grossen Hochstamm-Obstgarten unterhalb von Trin-Digg.

Wir achten an diesem Naturseminar auch auf die Tierwelt. Die Surselva ist reich an Schmetterlingsarten und interessanten Vögeln. Manchmal kann man hier auch einen Wiedehopf antreffen oder einen Wendehals.

Details zur Frühlingsexkursion in die Rheinschlucht hier.

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Hummeln finden immer die kürzeste Flugroute

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Hummeln wählen zwischen mehreren Blüten selbst dann den kürzesten Weg, wenn sie die Pflanzen in unterschiedlicher Reihenfolge entdeckt haben. Damit lösen die Insekten elegant das sogenannte Handelsreisenden-Problem, das zahlreichen Mathematikern Kopfzerbrechen bereitet. Dies zeigt das Wissenschafterteam um Nigel Raine von der University of London im Journal „The American Naturalist“.

Um Zeit und Geld zu sparen, versucht der Handelsreisende den kürzesten Weg finden, auf dem er die Kunden in verschiedenen Orten besuchen kann. Bei drei Zielen ist das noch einfach, bei 20 oder 30 aber nicht mehr. Computer bewältigen die Aufgabe, indem sie die Entfernungen aller möglichen Routen vergleichen.

In den Experimenten fanden auch die Hummeln immer den kürzesten Weg, obwohl den Insekten nur ein Gehirn in der Größe eines Grassamens behilflich ist. Nachdem die Hummeln den Standort von vier Kunstblumen kannten, lernten sie rasch, den kürzesten Weg zwischen den Blüten zu fliegen. Die Wissenschaftler fügten weitere Blumen hinzu. Flogen die Hummeln zu Beginn noch ihre ursprüngliche, nun nicht mehr die beste Route, banden sie nach und nach die neuen Blumen mit ein und verkürzten die Flugdistanz wieder.

Quelle:

http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1689664/Hummeln-finden-immer-den-kuerzesten-Weg.html

Kommentar & Ergänzung:

Hummeln sind faszinierende Tiere.

Haben Sie auch schon die Geschichte gehört, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamitk gar nicht fliegen können, es aber trotzdem tun, weil sie nichts von diesen Gesetzen wissen?

Hier die Auflösung dieses angeblichen „Hummel-Paradoxons“ nach Wikipedia:

„Hartnäckig hält sich in populärer Literatur die Legende, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen könne. Die Geschichte kursierte zunächst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen, und sie wurde begierig von der Presse aufgenommen. Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gaststätte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen könne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.

Dazugedichtet wurden meist noch anschließende Sätze wie:

Die Hummel kümmert das nicht und sie fliegt trotzdem. oder

Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie dennoch.

Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Flügel der Hummel fälschlich als steif angenommen hatte, nochmals überdacht haben. Aus der späteren Antwort ließ sich aber wohl keine Schlagzeile machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker war. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898–1981) gehandelt haben könnte. Eventuell war es auch André Sainte-Laguë, ein Mathematiker und Mitarbeiter des französischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erwähnt eine ähnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten 1934 in seinem Buch Le Vol des Insectes.

Tatsächlich gibt es hier kein Paradoxon. Die Aerodynamik eines Flugzeuges und die einer Hummel unterscheiden sich nicht nur in der Bewegung der Flügel, sondern auch aufgrund anderer Größen- und Geschwindigkeitverhältnisse und damit anderer Reynoldszahlen. Theorien hierzu wurden schon in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle. Der experimentelle Nachweis dazu wurde 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm: durch den Flügelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen Auftrieb verschaffen, und die Existenz dieser Wirbel ließ sich mit optischen Mitteln zeigen.“

Woran man eine Hummelkönigin erkennen kann, erfahren Sie hier:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Und falls Sie daran interessiert sind, weitere faszinierende Aspekte unserer Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen, dann nehmen Sie doch an einem meiner Natur-Seminare teil.

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