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Wissenschaftler wollen von Heilern in Afrika lernen

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Forscher der Universität Halle wollen von afrikanischen Heilern lernen und untersuchen zu diesem Zweck deren medizinisch genutzte Pflanzen.

Untersucht werden sollen Pflanzen aus Äthiopien, Botswana und Tansania mit dem Ziel, Aids, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu bekämpfen. Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 800.000 Euro gefördert, beteiligt sind auch Hochschulen und Unternehmen in Afrika.

Projektleiter Peter Imming vom Institut für Pharmazie der Uni Halle erklärt dazu:

«Wir wollen ökologisch gefährdete, therapeutisch wirksame und kommerziell nutzbare Pflanzen zunächst identifizieren und schließlich kultivieren. Unser Ziel ist, wissenschaftlich zu begründen, welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Arzneipflanzen verantwortlich sind.»

Wenn sich die gewünschten Arzneipflanzen tatsächlich kultivieren lassen, wollen die Forscher sie für den kommerziellen Anbau in den afrikanischen Partnerländern empfehlen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=68916

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Forschungsprojekte sind auch für die Phytotherapie in Europa interessant, hat sie doch immer wieder Arzneipflanzen aus anderen Weltgegenden in ihre Behandlungskonzepte integriert, wenn entsprechende Wirkungen zu erwarten sind.

Beispiele dafür sind Teufelskralle und Umckaloabo (Kapland-Pelargonie) aus Afrika,

Ginseng, Ginkgo, Curcuma (Gelbwurz) und Indischer Weihrauch aus Asien,

Echinacea, Hamamelis (Zaubernuss) und Traubensilberkerze (Cimicifuga) aus Nordamerika,

Passionsblume, Cayennepfeffer und Ratanhia aus Südamerika.

Die traditionelle Pflanzenheilkunde – ob in Afrika, Europa oder sonstwo – bringt wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen mit, enthält aber auch immer wieder Irrtümer, die sich über Jahrhunderte hartnäckig halten können.

Nötig im Umgang mit der traditionellen Pflanzenheilkunde ist daher eine offene, interessierte, aber zugleich auch kritisch-prüfende Grundhaltung.

Siehe auch:

Komplementärmedizin – hat Tradition Recht?

 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

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Zu Knoblauch als Heilpflanze

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In der Zeitschrift „Die Apotheke“ (Nr. 6 / 2012) wurde die Wirkung von Knoblauch vorgestellt:

„Nach Zentral- und Nordeuropa gelangte der Knoblauch vermutlich

durch die Römer. Die Arzneipflanze wurde dann schon recht bald

durch Anbau in Klöstern verbreitet. Der von vielen als unange-

nehm empfundene Geruch nach dem Genuss von Knoblauch

kommt von seinen schwefelhaltigen Inhaltsstoffen. Knoblauch ist

auch eine wichtige Selenquelle.

Knoblauch wirkt antibakteriell und soll der Bildung von Throm-

ben (Blutpfropfen) vorbeugen, womit die Fließeigenschaft des

Blutes unterstützt bzw. gefördert wird. Weiters konnte gezeigt

werden, dass die Inhaltsstoffe des Knoblauchs die Blutfettwerte

senken und daher vorbeugend gegen Arterien verkalkungen wirken

können. Weiters soll Knoblauch die Cholesterinwerte insgesamt

senken. Außerdem wurde und wird ihm in vielen Ländern eine

Wirkung als Aphrodisiakum nachgesagt.“

 

Kommentar & Ergänzung:

Dazu gibt es ein paar interessante Präzisierungen (Quelle der Zitate:

http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Knoblauch.html):

Zur Hemmung der Thrombozytenaggregation:

„In verschiedenen Studien wurde gezeigt, daß die Hemmung der Thrombocytenaggregation erst nach 4wöchiger Einnahme, nicht dagegen nach der Einnahme einer einzelnen Tagesdosis desselben Präparates nachweisbar war. In vitro hemmen sowohl Allicin als auch Ajoen und Vinyldithiine die durch verschiedene Induktoren auslösbare Thrombocytenaggregation durch Blockierung des Enzyms Cyclooxygenase.“

Zur lipidsenkenden Wirkung:

„Die signifikantesten Wirkungen werden bei überhöhten Blutfett- bzw. Blutcholesterinwerten erzielt, wenn die Applikation über mehrere Wochen bis maximal 6 Monate hinweg erfolgt. Die Reduktion liegt im Bereich von 5 bis maximal 23 %. Die mittlere Senkung von LDL-Cholesterin liegt um 16 %. Neue Studien belegen eine Steigerung der HDL-Konzentration unter Knoblauchbehandlung, entsprechend konnte eine Erniedrigung der LDL-Werte nachgewiesen werden.“

Fazit: Damit Knoblauch solche Wirkungen auf den Kreislauf entfaltet, braucht es kontinuierliche, längerfristige Einnahme, was infolge Knoblauchgeruch auch soziale Nebenwirkungen entfalten kann. Geruchfreie Knoblauchpräparate, bei denen das Enzym Alliinase durch Erhitzen inaktiviert wurden, sind wohl auch frei von therapeutischen Wirkungen.

Interessanter als die Veränderung von gesundheitlich mehr oder weniger relevanter Messwerte (zum Beispiel Cholesterinwerte), wären sogenannt „harte Endpunkte“, beispielsweise ein Nachweis, dass Knoblauch Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindern kann.

Siehe Artikel „Primärer Endpunkt“ auf Wikipedia.

 

Tatsächlich gibt es offenbar eine solche Studie:

„In einer placebokontrollierten Studie mit 432 Patienten nach überstandenem Herzinfarkt zeigte sich, daß die Anzahl der Todesfälle bereits nach zweijähriger Therapie in der Verumgruppe signifikant niedriger war. Die Anzahl der nichttödlichen Reinfarkte war nach 3 Jahren in der Verumgruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe. Blutdruck- und Cholesterinwerte waren ebenfalls gegenüber Placebo signifikant niedriger.“

Das ist bemerkenswert und legt nahe, Knoblauch als Sekundärprävention nach Herzinfarkt einzusetzen. Leider gibt es zu dieser Studie wenig greifbare Angaben.

Ich habe die Quellenangabe dazu gesucht und in der WHO-Monografie zu Knoblauch gefunden:

Bordia A. Knoblauch und koronare Herzkrankheit: Wirkungen einer dreijährigen Behandlung mit Knoblauchextrakt auf die Reinfarkt- und Mortalitätsrate. Deutsche Apotheker Zeitung, 1989, 129:16–17.

Die Studie wurde von Prof. A. Bordia am Tagore Medical College in Udalpur in Indien durchgeführt.

In der WHO-Monografie steht auch, dass in der Studie von Bordia eine Knoblauchpräparation verwendet wurde, entsprechend einer Tagesdosis von 2 Gramm frischem Knoblauch.

Die WHO-Monografie zu Knoblauch gibt’s hier:

http://apps.who.int/medicinedocs/en/d/Js2200e/4.html

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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NSA-Affäre: Das Ende der Naivität

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Ich betrachte mich als kritischen Zeitgenossen. Leichtgläubigkeit gilt jedenfalls nicht als mein Markenzeichen. Die NSA-Affäre hat mir aber eine gehörige Portion eigener Naivität vor Augen geführt.

Dass sich Feinde gegenseitig ausspionieren, war mir klar. Dass aber enge Partner derart rabiat überwacht werden, habe ich mir nicht vorstellen können.

NSA-Chef Keith Alexander rechtfertigte das Ausspähprogramm als wichtiges Mittel im Anti-Terror-Kampf.  Klar, dazu muss man Angela Merkel, französische Minister und die Präsidentin Brasiliens abhören….. So paranoid können nicht einmal Geheimdienste sein, dass sie Angela Merkel oder Dilma Rousseff wegen möglicher Kontakte zu terroristischen Kreisen heimlich belauschen.

Der Verdacht liegt auf der Hand, dass es hier um politische Macht und Wirtschaftsspionage geht.

Beispiel:

„Der US-Geheimdienst NSA hat, womöglich in Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst GCHQ, Netzwerke diverser brasilianischer Unternehmen überwacht, darunter der Ölkonzern Petrobras und mehrere Banken…. Der kanadische Geheimdienst und die NSA spähten Brasiliens Energieministerium aus. E-Mails, Anrufe und Kontaktnetzwerke wurden überwacht.“

Quelle:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/mi5-chef-parker-und-snowden-affaere-was-der-geheimdienst-verschweigt-a-926887.html

Der Anti-Terror-Kampf ist ein Vorwand für dreiste Übergriffe.

Das ist nicht nur peinlich. Es verlangt nach Abklärungen, Erklärungen, Entschuldigungen (auch von Barack Obama) und gesetzlichen Massnahmen in den USA und anderswo.

Dabei will ich gar nicht in Frage stellen, dass Geheimdienste eine wichtige Aufgabe in der Bekämpfung von terroristischen Angriffen haben. Aber dieses eklatante Versagen sämtlicher demokratischer und rechtlicher Kontrollmechanismen ist sehr bedenklich und nicht hinzunehmen.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt:

Diese absolute Konzentration der Terrorbekämpfung auf geheimdienstliche und militärische Massnahmen, wie sie die USA offensichtlich betreiben, kann längerfristig mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht erfolgreich sein.

Mit politisch akzeptierten Folterpraktiken, mit Abu Ghuraib und Guantanamo haben die USA weltweit massiv an moralischer Autorität eingebüsst und züchten damit geradezu Terroristen.

Mit Drohnenangriffen lässt sich zwar immer wieder mal ein Führungsmitglied einer Terrororganisation töten – ohne Rechtsgrundlage notabene –  doch dürften mindestens zehn andere bereit sein, in die Fussstapfen solcher „Märtyrer“ zu treten. Und für die Rekrutierung neuer Kämpfer gibt es wohl nichts Effizienteres als solche Angriffe, vor allem wenn dabei Unbeteiligte umkommen.

Für das Terrorismusproblem gibt es keine einfachen Lösungen, doch dass die USA mit ihrer Fixierung auf geheimdienstliche und militärische Aktionen auf dem Holzweg sind, liegt meines Erachtens auf der Hand.

Vielleicht wäre es langfristig effizienter, wenn ein grosser Teil des Geldes, das für militärische und geheimdienstliche Terrorbekämpfung ausgegeben wird, in den Aufbau von Bildungsstrukturen investiert wird – zum Beispiel in Pakistan oder Afghanistan – Bildung für Mädchen und Buben.

Beispiel:

http://www.afghanistan-schulen.de

Partnerschaften aufbauen, Entwicklungschancen und Perspektiven anbieten – das dürfte wohl längerfristig die einzige Chance sein, den Terrorismussumpf auszutrocknen. Geheimdienste und Navy Seals – schauen Sie sich deren martialische Website an – lösen dieses Problem nicht.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Phytotherapie bei Halsschmerzen

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Die Zeitschrift „Die Apotheke“ ( Nr. 3 / 2012) berichtet über die Behandlung von Erkältungskrankheiten. Ein Abschnitt des Beitrages thematisiert Heilpflanzen-Anwendungen bei Halsschmerzen:

„Auch der Bereich der pflanzlichen Medizin bietet für die Behandlung unangenehmer Halsschmerzen vielversprechende Linderung – diverse Pflanzenextrakte stehen in Form von Tinkturen, Tees, Säften oder Dragees zur Verfügung. Je nach enthaltender Heilpflanze verfügen diese Extrakte über entzündungshemmende und adstringierende, d.h. eine zusammenziehende, Wirkung und tragen zur Bildung und Aufrechterhaltung einer intakten Schleimhaut in Mund und Rachenraum bei. Beispielsweise werden Extrakte aus Kamillenblüten mit sanfter und reizlindernder Wirkung, Lindenblüten, sowie Extrakte aus Blättern von Salbei oder Spitzwegerich eingesetzt. Beliebt ist auch die Heilpflanze Isländisch Moos, welche aufgrund ihrer reizlindernden Schleimstoffe rasche Linderung verspricht und vor weiteren Angriffen schützt…..Pflanzliche Arzneimittel gegen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit können auch begleitend zu den bei eitriger Mandelentzündung nötigen Antibiotika angewandt werden.“

Kommentar & Ergänzung:

Den besten Ruf als Halswehmittel hat wohl die Salbei (Salvia officinalis).

Salbeiblätter enthalten als Wirkstoffe ein ätherisches Öl und Gerbstoffe (vor allem: Lamiaceen-Gerbstoffe, bzw. Rosmarinsäure). Sie werden am besten als Teeaufguss zubereitet und zum Gurgeln verwendet.

Die Rosmarinsäure zeigt eine gute Wirkung gegen Entzündungen:

Was ist Rosmarinsäure?

Antientzündlicher Effekt von Rosmarinsäure belegt

Zum ätherischen Salbeiöl:

Das ätherische Öl aus Salvia officinalis (Dalmatinischer Salbei) enthält als Hauptsubstanzen alpha-Thujon und Kampfer. Die Summe der Anteile an alpha-Thujon, beta-Thujon und Kampfer liegt deutlich über 50 %, während beim Griechischen Salbei (Salvia fruticosa, Salviae trilobae) als Inhaltsstoff 1,8-Cineol überwiegt (1,8-Cineol ist auch charakteristisch in Eukalyptusöl und Teebaumöl).

Das ätherische Salbeiöl ist wirksam gegen Bakterien und Pilze.

Für die Wirkung von Salbeitee als Gurgelmittel gegen Halsschmerzen ist wohl die Kombination von Salbeiöl und Lamiaceengerbstoff verantwortlich.

Wichtig bei Gurgeln mit Salbei: Lang gurgeln und oft, am besten alle 2 Stunden etwa während 2 Minuten.

Isländisch Moos (Cetraria islandica) wird wegen der Schleimstoffe eher bei trockenem Reizhusten eingesetzt und ist nicht sehr üblich gegen Halsschmerzen, könnte aber schon wirksam sein. Im Isländisch Moos sind neben den reizlindernden und schleimhautschützenden Schleimstoffen noch bittere Flechtensäuren mit antimikrobieller Wirkung vorhanden.

Ähnlich beim Spitzwegerich: Er hat den Schwerpunkt seiner Anwendungsbereiche ebenfalls beim trockenen Reizhusten, könnte aber wegen den Schleimstoffen und den antimikrobiellen Iridoiden (vor allem Aucubin und Catalpol) wohl auch zum Gurgeln bei Halsschmerzen verwendet werden.

Lindenblütentee wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde vor allem als schweisstreibendes Mittel (Diaphoretikum) bei Fieber eingesetzt. Ob und wie genau diese Wirkung zustande kommt, ist allerdings ungeklärt. Bei Halsschmerzen könnten allenfalls die Schleimstoffe in den Lindenblüten nützlich sein. Relevante antimikrobielle Effekte fehlen ihm aber.

Kamille ist wegen der entzündungswidrigen Wirkung des Kamillenöls bei Halsschmerzen geeignet. Allerdings löst sich das ätherische Öl aus den Kamillenblüten im Teewasser nicht besonders gut. Verdünnter Kamillenextrakt wäre zum Gurgeln vorzuziehen. Gegenüber dem Salbeiblatt fehlt der Kamille ein relevanter Anteil an adstringierenden Gerbstoffen.

Zusammenfassend: Der Artikel in „Die Apotheke“ empfiehlt eine Reihe von Heilkräutern, die für den Anwendungsbereich Halsschmerzen unüblich sind.

Mein Favorit zum Gurgeln bleibt dabei weiterhin die Salbei, weil die Kombination von ätherischem Salbeiöl und Lamiaceen-Gerbstoff mich überzeugt. Einzig reizlindernde Schleimstoffe fehlen dem Salbeiblatt. Da könnte man eine Kombination ins Auge fassen, zum Beispiel Salbeiblatt gemischt mit Eibischwurzel (Kaltauszug) oder Malvenblüten.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zur Taliban-Attacke auf die 14jährige Kinderrechtsaktivistin Malala Yousufzai

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„In Pakistan ist die angeschossene 14jährige Kinderrechtsaktivistin in eine Spezialklinik verlegt worden. Sie schwebt offenbar in Lebensgefahr, ebenso ein weiteres Mädchen, das beim Angriff verletzt wurde. Die Taliban wollten Malala umbringen – und würden es wieder versuchen, falls sie überlebt.“

Quelle: http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/10/11/International/Nach-Taliban-Attacke-Malala-in-kritischem-Zustand

Kommentar & Ergänzung:

Was die Taliban so empört ist das Engagement von Malala Yousufzai

für die Mädchenbildung.

Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens schreibt auf der Website weiter:

„Ein Taliban-Kämpfer hatte am Dienstag die 14jährige Malala Yousufzai niedergeschossen, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war – das Mädchen erlitt einen Kopf- und einen Nackenschuss.“

Den Ausdruck „Taliban-Kämpfer“ halte ich für ausgesprochen unpassend. Um ein „Kämpfer“ zu sein, braucht jemand einen einigermassen gleichwertig ausgerüsteten oder ausgebildeten Gegner.

Das war kein „Kämpfer“, sondern ein feiger, verblendeter Attentäter. Und nur so sollte man ihn auch nennen.

Es stellt sich meines Erachtens die Frage, welche Reaktion auf solche Attentate eigentlich sinnvoll und wirksam wäre.

Uneffektiv sind sicher solche Geschichten wie die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen, die nur der Konflikt-Bewirtschaftung dienen. Beide Seiten, die Islam-Hasser und die Islamisten, können aufgrund solcher „Brandfackeln“ neue Anhänger rekrutieren, Beide Lager verstärken sich und profitieren ziemlich symmetrisch davon.

Auch eine Profilierungsaktion wie die Minarettinitiative bedient das gleiche Schema: Die SVP stellt sich mit diesem Scheingefecht als mutige Kämpferin gegen „Islamisierung“ dar. Den Islamisten wird dieser Volksentscheid nicht den geringsten Schaden zufügen und ihnen im Gegenteil eher nützen. Sie können sich in der Opferrolle weiden und den Kampf gegen die „Ungläubigen“ noch besser legitimieren.

Das Attentat auf Malala Yousufzai zeigt:

Was die Taliban wirklich treffen würde, ist Mädchenbildung.

Aus sicherheitspolitischen Überlegungen müsste der Westen massiv in Mädchenbildung investieren – In Afghanistan, Pakistan, Jemen, Mali, Nigeria und vielen anderen Ländern.

Das können wir uns nicht leisten?

Da wäre ich mir nicht so sicher.

Wir könnten zum Beispiel die 3,126 Milliarden Franken, mit denen der Bundesrat, 22 Gripen- Kampfjets kaufen will, für die Mädchenbildung in Talibangebieten ausgeben. Damit könnten schon ein paar Schulhäuser gebaut, Bücher, Computer und Wandtafeln beschafft und Lehrpersonen ausgebildet und angestellt werden.

Der Vater von Malala Yousufzai führt offenbar eine Mädchenschule und wüsste bestimmt, wie man das Geld sinnvoll und wirksam einsetzt.

Die Taliban und andere Islamisten, die ich vor allem längerfristig als reale Gefahr sehe, würde das empfindlich treffen.

Was dagegen der Gripen in diesem Bereich ausrichten soll, ist mir schleierhaft. Den Luftpolizeidienst über der Schweiz kann die

F/A-18 Hornet alleweil noch eine ganze Reihe von Jahren erfüllen.

Und falls die Schweiz nicht auf ein neues Spielzeug für ihre Luftwaffe verzichten möchte, wäre auch ein Kompromiss möglich: Nur schon für den Preis von einem dieser Donnervögel könnte eine ganz Anzahl von Projekten in der Mädchenbildung alimentiert werden – wie schon eine kurze Internetrecherche zeigt. Hier zwei Beispiele ohne Bewertung:

http://www.livingeducation.org/de/index.php

Gründer und Präsident des Vereins Livingeducation ist Dr. phil. I Yahya Hassan Bajwa aus Baden (Aargau), Grossrat der „Grünen“ im Kanton Aargau.

– „Bildung statt Fundamentalismus“ ist ein Leitmotiv der Kinderhilfe Afghanistan:

http://www.kinderhilfe-afghanistan.de/

Die Wochenzeitung „ZEIT“ unterstützt die Kinderhilfe Afghanistan beim Aufbau eines Mädchengymnasiums in Dschalalabad: Tinte gegen Taliban.

Ich jedenfalls würde den Anteil meiner Steuern, der möglicherweise in den Gripen-Kauf fliesst, lieber in ein Mädchengymnasium in Dschalalabad investieren.

Und ich bin sicher, dass der „Return of Investment“ bezüglich der Landessicherheit vor allem langfristig besser ausfallen würde, wenn auf breiter Basis in Mädchenbildung investiert würde.

Als positive Nebeneffekte dieser aktualisierten Sicherheitspolitik wären noch zu erwähnen die Fluglärmreduktion und die Verminderung des CO2-Ausstosses.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Zusatzstoffe im Tabak – Beispiel Johannisbrot

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ informiert jetzt mit einer speziellen Website über Zusatzstoffe im Tabak.

Beschrieben wird die Auswirkung von 14 Zusätzen wie Zucker, Lakritz, Kakao, Johannisbrot, Dörrpflaumensaftkonzentrat, Glyzerin, Guarkernmehl, Menthol, Sorbit oder Vanillin auf die menschliche Gesundheit. Die Tabakindustrie wolle Zigaretten durch solche Zusatzstoffe attraktiver machen, schreibt das DKFZ in Heidelberg.

Zusatzstoffe erleichtern den Raucheinstieg und erschweren den Stopp. Einige, wie zum Beispiel Vanille, überdecken den bitteren und scharfen Geruch und Geschmack des Rauchs.

Andere reduzieren die Atemwegreizung. Wenn sie verbrennen, entstehen zum Teil Karzinogene (Krebs auslösende Stoffe). Durch Zusatzstoffe werden gefährliche Produkte noch gefährlicher.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/suchtkrankheiten/article/821615/tabak-neue-internetseite-zusatzstoffe.html?sh=13&h=1385287525

Kommentar & Ergänzung:

Auf der Website sind interessante Beispiele zu finden. Überrascht hat mich die Verwendung von Johannisbrot als Zusatzstoff.

Johannisbrotkernmehl kommt nämlich sowohl in der Phytotherapie  als auch in der Diätetik zur Anwendung.

Akute Ernährungsstörungen, Verdauungsstörungen, Durchfallerkrankungen, Erbrechen, Colitis und Zöliakie sind Anwendungsgebiete für Diätprodukte aus dem Samenmehl. Außerdem sind ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes mellitus und Fettsucht möglicherweise mit Johannisbrotkernmehl zu behandeln.

Siehe dazu auch:

Was ist Johannisbrotkernmehl?

Und wie wird nun Johannisbrot im Tabak eingesetzt?

Johannisbrot wird zur Aromatisierung von Zigaretten verwendet. Es gibt einen süßen, nussigen Geschmack, der dem Rauch ein volleres Aroma gibt. Johannisbrot kann dem Filter oder dem Tabak zugesetzt werden und macht bis zu 0,2 Prozent des Gesamtgewichts des Tabaks einer Zigarette aus.

Welche Auswirkungen hat Johannisbrot im Tabak auf die Gesundheit?

Johannisbrot wird für den Einsatz in Lebensmitteln und Kosmetika als grundsätzlich ungefährlich betrachtet. Dies heisst aber nicht zwangsläufig, dass es auch ungefährlich ist, wenn es beim Rauchen von Zigaretten inhaliert wird. Fast die ganze Menge an Johannisbrot, die einer Zigarette zugefügt wird, verbrennt beim Rauchen. Dabei werden verschiedene gefährliche Stoffe freigesetzt, zum Beispiel Benzol. Beim Verbrennen des im Johannisbrot-Extrakt vorhandenen Zuckers können Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Formaldehyd entstehen. Diese Abbauprodukte von Zucker wurden vom Internationalen Krebsforschungszentrum (International Agency for Research on Cancer, IARC), in dem weltweit führende Fachleute in der Krebsforschung arbeiten, als beim Menschen krebserzeugend beurteilt.

Beim Verbrennen des Zuckers aus dem Johannisbrot entstehen außerdem saure Substanzen, die dazu führen, dass das Nikotin aus dem Tabakrauch weniger gut ins Gehirn gelangt. Deswegen müssen Rauchende tiefer inhalieren und mehr Zigaretten rauchen, um die gewünschte Menge Nikotin aufzunehmen. Zudem kann der Einsatz von Johannisbrot über die Bildung so genannter Aldehyde (hauptsächlich Acetaldehyd) gefährlich sein. Diese Stoffe erhöhen nämlich das Abhängigkeitspotential von Nikotin, und damit auch dasjenige von Zigaretten. Aldehyde sind sehr reaktionsbereit und wandeln sich in andere Substanzen um wie zum Beispiel Harman, das wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung im Gehirn ebenfalls das Abhängigkeitspotential von Zigaretten steigern könnte.

Johannisbrot überdeckt den natürlichen scharfen Tabakgeschmack und reduziert dadurch die reizende Wirkung des Tabakrauchs, indem es den Rauch angenehmer und milder macht. Dadurch wird der natürliche Hustenreiz unterdrückt, der Rauchenden signalisiert, dass der Rauch gefährlich ist. Darüber hinaus macht das Karamellaroma, das sich bei der Verbrennung von Zucker entwickelt, den Rauch aromatischer und attraktiver.

Der Zusatz angenehmer Aromen wie Johannisbrot führt dazu, dass Rauchende leichter abhängig werden. Dies kann letztlich bewirken, dass Rauchende mehr Zigaretten konsumieren und damit mehr giftigen Substanzen aus Tabakrauch ausgesetzt werden.

Quellen:

www.dkfz.de

http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/PITOC_Zusatzstoffe_in_Tabakprodukten.html

http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/PITOC/PITOC_Zusatzstoffe_Tabakprodukte_Johannisbrot.pdf

Die Informationen über Zusatzstoffe, welche das Abhängigkeitsrisiko von Zigaretten erhöhen, sind brisant. Diese Tabakzusatzstoffe machen ein ohnehin bereits gesundheitsschädliches Produkt noch gefährlicher. Und die Hersteller wissen sehr wohl, was sie da tun.

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Das PECH-Schema bei Sportverletzungen

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In verschiedenen Sportarten kann es zu akuten stumpfen Verletzungen kommen, beispielsweise Prellungen, Muskelrisse, Bänderrisse, Hämatome (Blutergüsse), Ermüdungsbrüchen. Durch den Aufprall gelangen Flüssigkeit aus Zellen und Blut aus den Gefässen ins Gewebe und es entwickelt sich eine Schwellung.

Durch Sofortmassnahmen nach dem PECH-Schema lassen sich die Folgen einer leichten Verletzung eindämmen und die Rehabilitationszeit verkürzen.

Das PECH-Schema:

P: Pause

E: Eis

C: Compression

H: Hochlagerung

Nach dem Unfall wird die betroffene Körperstelle am besten sofort gekühlt. Die Kälte zieht die Blutgefässe zusammen (Vasokonstriktion), führt zu einer Schmerzreduktion und hemmt die Bildung von Schwellungen und Hämatomen. Zur Kühlung geeignet sind beispielsweise Eis, Wasser oder Kältepackungen. Um lokalen Erfrierungen vorzubeugen, ist direkter Hautkontakt zu vermeiden.

Um darüber hinaus ein Anschwellen zu verhindern, wird mit einer breiten elastischen Binde ein Druckverband angelegt (Compression). Zur Fortführung der Kältetherapie werden die einzelnen Lagen dieses Druckverbandes mit Eiswasser oder Kühlspray getränkt.

Anschliessend wird die verletzte Gliedmasse hochgelagert, was den venösen Abfluss und das Abschwellen fördert. Falls möglich soll der betroffene Körperteil während 12-24 Stunden über Herzebene hochgelagert werden.

Zu empfehlen ist eine Schonzeit von ca. 2 Tagen, nach der wieder mässig belastet werden sollte. Erfolgt bis zu diesem Zeitpunkt keine Besserung, ist ärztliche Hilfe beizuziehen.

Literatur:

_Pharmazeutische Zeitung, Nr. 29/2012/Supplement/p6

_Sportler in der Apotheke; Govi-Verlag 2004; p173

Quelle:

http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=4672&NMID=4672&LANGID=2

Kommentar & Ergänzung:

Den schmerzstillenden Kälteeffekt kann man auch mit Pfefferminzöl auslösen.

Pfefferminzöl wirkt kühlend über eine Aktivierung von Kälterezeptoren. Es löst also eine Kälteempfindung aus, ohne temperaturmässig zu kühlen. Eine schmerzstillende Wirkung kommt auf diese Art ebenfalls zustande – via Counter-Irritation. Die Vasokonstriktion dürfte aber mit dem Pfefferminzöl wohl ausbleiben.

Bei Sportverletzungen setzt die Phytotherapie ausserdem ein:

Umschläge mit verdünnter Arnikatinktur.

Beinwellsalbe / Beinwellgel.

Siehe auch:

Alternativmedizin – was hilft bei Sportverletzungen

Phytotherapie: Arnika – Wirkung – Anwendungsbereiche – Allergiepotenzial

Prellung und Hämatom mit Heilpflanzen behandeln

Sprunggelenksverletzung: Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac

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Phytotherapie bei Gallenkolik?

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Im Phyto-Forum der Aerztezeitung wurde die Frage gestellt nach phytotherapeutischen Optionen bei Krämpfen.

Zum Stichwort „Gallenkoliken“ antwort Prof. Karen Nieber:

„Phytopharmaka haben den Vorteil, dass sie sowohl choleretisch als auch cholekinetisch wirken können. Zusätzlich sind bei einzelnen Pflanzen – allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt – spasmolytische, karminative und antiphlogistische Wirkeffekte bekannt.“

Hier eine Übersetzung der Fachwörter:

Choleretisch = Anregend auf die Gallensaftprodution in der Leber

Cholekinetisch = Entleerung der Gallenblase bewirkend

Spasmolytisch = krampflösend

Karminativ = blähungswidrig

Antiphlogistisch = entzündungswidrig

„Besonders ausgeprägt ist die cholagoge Wirkung bei Curcumawurzelstock, Javanischer Gelbwurz, Schwarzer Rettichwurzel, Erdrauchkraut und Schöllkraut. Die beiden Letztgenannten wirken aufgrund ihrer Alkaloide auch spasmolytisch.“

Unter einer cholagogen Wirkung versteht man eine gallentreibende Wirkung. Cholagoga sind Heilpflanzen, welche die Bildung und/oder die Ausschüttung der Galle in den Darm fördern.

„In geringerem Ausmaß lösen auch Artischocken- und Boldoblätter, Mariendistelfrüchte, Galgantwurzelstock, Minz- und Pfefferminzöl Krämpfe. Weitere Cholagoga sind Schafgarbenkraut und -blüten, Löwenzahnwurzel und Wermutkraut.“

Für Artischockenblätter und Mariendistelfrüchte ist die spasmolytische Wirkung in der Phytotherapie-Fachliteratur nicht bestätigt. Es gibt in dieser Antwort eine gewisse Vermischung von Cholagoga und Spasmolytika.

„Als Kontraindikationen gelten akute Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege, operationspflichtige Gallensteine, ein Verschluss der Gallenwege, Neoplasien sowie auch schwere Leberfunktionsstörungen.“

Ja, das sind Kontraindikationen für Cholagoga.

„Phytopharmaka können Gallensteine nicht auflösen, aber prophylaktisch wirken. Dazu müssen diese Arzneimittel zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, da in dieser Zeit der Gallenfluss stagniert und die Gefahr für eine Steinbildung am größten ist.“

Ja, hier geht es aber auch um Cholagoga. Insgesamt geht in der Antwort der Bereich mit der spasmolytischen Wirkung unter, nach dem eigentlich gefragt wurde. Und es ist etwas hoch gegriffen, dass die Antwort unter dem Stichwort „Gallenkolik“ steht. Eine Gallenkolik braucht meines Erachtens in der Regel starke Spasmolytika und/ oder Schmerzmittel, welche die Phytotherapie nicht zur Verfügung hat. Ich finde, man sollte diese Grenze deutlich darstellen, und nicht darum herum reden und auf andere Bereiche ausweichen (Cholagoga).

Auch Erdrauchkraut und Schöllkraut genügen bei einer ausgewachsenen Gallenkolik als Spasmolytika nicht einmal ansatzweise.

Eine Gallenkolik – habe ich zum Glück noch nicht erlebt – ist eine absolut happige Sache.

Die erwähnten Cholagoga sind aber durchaus gut wirksam bei Völlegefühl und Fettverdauungsstörungen.

Bei Mariendistelfrüchte (als Extrakt oder als isoliertes Silymarin bzw. Silybinin) und bei Artischockenblättern (Tee, Extrakt) ist zudem eine Leberschutzwirkung dokumentiert.

Als gutes Cholereticum würde ich zudem noch den Pfefferminztee erwähnen, während das Pfefferminzöl wie erwähnt krampflösende Wirkung hat.

Quelle der Zitate:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/article/817464/phyto-forum-pflanzenarzneien-kraempfe.html

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Pfeffer-Inhaltsstoff Piperin hemmt Bildung von Fettzellen

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Wissenschaftler erforschen den schlank machenden Effekt von Pfeffer. Der Pfeffer-Inhaltsstoff Piperin gibt dem Pfeffer seine charakteristische Würze und unterdrückt gleichzeitig die Neubildung von Fettzellen im Organismus. Diese Wirkung konnten nun koreanische Wissenschaftler durch Laboruntersuchungen zeigen. Piperin soll die Aktivität von Erbanlagen blockieren, die der Neubildung von Fettzellen dienen.

Wissenschaftler um Ui-Hyun Park von der Sejong University in Seoul führten Untersuchungen an Kulturen von menschlichen Zellen durch, aus denen sich Fettzellen entwickeln können. Diese Vorläuferzellen regten die Forscher durch bestimmte Kulturbedingungen zur Bildung von Fettzellen an und erfassten dabei die Gene, die bei diesem Vorgang aktiv waren. Das gleiche Experiment führten die Forscher anschließend noch einmal mit Zellkulturen durch, die auf einem Medium wuchsen, das unterschiedliche Mengen von Piperin enthielt. Die Resultate beider Experimente wurden dann verglichen.

Dabei zeigte sich, dass die Fett-Vorläuferzellen unter der Einwirkung von Piperin weniger ausgewachsene Fettzellen bildeten als ohne den Wirkstoff. Die Analysen zeigten zudem, dass die mit Piperin behandelten Zellen weniger Fett aus dem Kulturmedium aufgenommen hatten. Der Vergleich der Resultate der genetischen Untersuchungen deckte zudem auf, was hinter diesen Effekten steckte: Die Behandlung mit Piperin hatte die Aktivität zahlreicher verschiedener Gene blockiert, die im Zusammenhang mit der Entwicklung zu Fettzellen stehen.

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass ihre Resultate zur Entwicklung von Arzneimitteln beitragen, die durch die Wirkung von Piperin Übergewicht bekämpfen können oder sich günstig auf Stoffwechselerkrankungen auswirken.

Quelle:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/315456.html

PLoS ONE, doi:10.1021/jf204514a: http://pubs.acs.org/stoken/presspac/presspac/full/10.1021/jf204514a

Kommentar & Ergänzung:

Piperin löst die eigentümliche Geschmacksqualität „brennend“ aus. Sie kommt zustande durch Reizung von Thermorezeptoren und Schmerzrezeptoren, das heisst, es gibt keine eigenen Geschmacksrezeptoren  für eine Geschmacksqualität „brennender Geschmack“, vergleichbar mit den vier Geschmacksqualitäten bitter, salzig, süss und sauer.

Wird Pfeffer als Gewürz verwendet, kommt es auf reflektorischem Weg von der Mundschleimhaut aus zu Magensaftsekretion.

Piperin wirkt insektizid. Stubenfliegen sollen gegenüber Piperin sogar empfindlicher sein als gegenüber Pyrethrum (nach: Pharmakognosie, Phytopharmazie)

Ob und wie sich das im Haushalt konkret nutzen lässt, ist mir allerdings nicht bekannt.

Die Ergebnisse der Universität Sejong bezüglich Hemmung der Bildung von Fettzellen durch Piperin sind natürlich interessant, doch stellt sich bei solchen Laborexperimenten stets die Frage, ob und wie weit sie auf die Anwendung im menschlichen Organismus übertragbar sind. Vielleicht wären für diesen Effekt ja Pfefferdosen nötig, die weit jenseits der Menge liegen, die man realistischerweise in die Ernährung integrieren kann.

Ähnliche Fragezeichen gelten auch für Capsaicin aus Chili (als Fatburner vor allem via Internet propagiert).

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Weidenrinde lindert Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden

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Weidenrinde kann gegen Kopfschmerzen und Rheumabeschwerden angewendet werden.

Genau wie viele synthetische Schmerzmittel enthalte die Rinde Salizylsäure, die die Bildung von Schmerz-, Entzündungs- und Fieberbotenstoffen im Körper hemme, erklärt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Im Gegensatz zur synthetisch produzierten Acetyl-Salizylsäure (ASS) greife die Weidenrinde nicht die Magenschleimhaut an. Sie kann gemäss Mayer deshalb über längere Zeit eingenommen werden. Allerdings wirke Weidenrinde nicht so rasch wie ihr chemisches Pendant ASS. Außerdem könne ASS vor Herzinfarkten und Schlaganfall schützen, weil sie die Verklumpung der Blutplättchen verhindere, sagt Mayer. Diese Wirkung habe Weidenrinde nicht.

Quelle:

http://www.aachener-zeitung.de/news/gesundheit-detail-az/2287258

Forschergruppe Klostermedizin

Kommentar & Ergänzung:

Das Glykosid Salicin aus der Weidenrinde ist chemisch zwar ähnlich aufgebaut wie die Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), aber eben nicht identisch. Deshalb sind auch die Wirkungen der beiden Substanzen nicht deckungsgleich.

Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin macht eine wichtige Differenzierung, die sonst oft in Artikeln über die Weidenrinde nicht klar dargestellt wird:

Acetylsalicylsäure (Aspirin Cardio®) hemmt die Verklumpung der Bluttplättchen (Hemmung der Thrombozytenaggregation).

Salicin und damit die Weidenrinde hat diesen Effekt weder als therapeutische Wirkung noch als unerwünschte Nebenwirkung.

Siehe auch:

Weidenrinde und Aspirin nicht in einen Topf werfen

Weidenrinde – Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)

Naturheilmittel: Weidenrinde in der Schmerztherapie

Heilpflanzen gegen Kopfschmerzen

Phytotherapie bei Arthrose: Weidenrinde & Teufelskralle

Phytotherapie: Heilpflanzen zur Schmerzbehandlung

Phytotherapie: Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, Fieber, Rheumabeschwerden

Rheuma-Behandlung: Teufelskrallenwurzel und Weidenrinde empfohlen

Weidenrindenextrakte lindern Arthritis

Aspirin schützt offenbar nicht vor (erstem) Herzinfarkt

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